Zyste in eierstock

ERKLÄRUNG Zysten sind mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume. Diese kommen in vielen Organen des menschlichen Körpers vor und sind meist nicht besorgniserregend. So entstehen sie an den Eierstöcken von Frauen im gebärfähigen Alter in jedem Menstruationszyklus, weil sie abhängig vom Hormonhaushalt auftreten. Normalerweise bilden sie sich nach einer Fruchtbarkeitsphase aber wieder zurück.

Zysten sind meist gutartig. Doch raten Ärzte dazu, Zysten sehr genau zu untersuchen, um ein dahintersteckenden Eierstockkrebs auszuschließen.

Zysten (1) sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräumen, die – unter anderem – an den Eierstöcken (2) auftreten. Es gibt drei Arten:…Grafik: Fabian Bartel

SYMPTOME Zysten sind häufig einen bis sechs Zentimeter groß. Allerdings reichen die Größen von wenigen Millimetern bis zu 50 Zentimetern. Sind die Hohlräume sehr klein, verursachen sie auch keine starken Beschwerden. Allenfalls ziehende, einseitige Unterbauchschmerzen können auftreten.

Selbst wenn sie größer werden, muss das nicht immer ein Problem sein. „Zysten können eine beträchtliche Größe erreichen, mehr als zehn bis 15 Zentimeter, ohne dass sie stärkere Beschwerden verursachen“, sagt Herbert Mecke, Direktor der Klinik für Gynäkologie am Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum.

Wenn Beschwerden auftreten, dann in der Regel wenn die Zysten sehr groß geworden sind: Regelzyklusstörungen, schmerzhafte Regelblutungen, irreguläre Blutungen, Rückenschmerzen, Schmerzen beim Stuhlgang, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen, Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Zunahme des Leibesumfangs und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind dann möglich.

Akute, heftige Unterleibsschmerzen treten vor allem dann auf, wenn eine oder mehrere Zysten platzen. Allerdings ist das relativ selten der Fall – und auch dann in den meisten Fällen ungefährlich. Nur wenn in diesem Fall ein Blutgefäß verletzt wird, kann es zu gefährlichen Blutungen kommen, die eine Notoperation nötig machen.

URSACHEN Ärzte unterscheiden drei Gruppen von Zysten am Eierstock – jeweils nach deren Ursachen.

Die erste Gruppe sind die sogenannten Funktionszysten, die zu jedem Menstruationszyklus dazugehören. Diese bilden sich unter dem Einfluss des weiblichen Sexualhormons Östrogen während des Regelzyklus in den Eierstöcken, platzen beim Eisprung und verschwinden wieder von allein. Diese werden selten größer als sechs Zentimeter, sagt Mecke.

Die zweite Gruppe sind gutartige Neubildungen, wie Cystome oder Zysten infolge einer Endometriose (siehe Seite 50). Die Cystome enthalten eine wässrige oder schleimige Flüssigkeit, die Endometriosezysten sind mit einem bräunlichen zähen Sekret aus Menstruationsblut gefüllt, weshalb sie auch als „Schokoladenzysten“ bezeichnet werden. Sie können unbehandelt bis auf eine Größe von 15 Zentimetern heranwachsen.

Und schließlich können Zysten, die Beschwerden hervorrufen oder sich nicht zurückbilden, auch ein Hinweis darauf sein, dass möglicherweise ein bösartiger Tumor in den Eierstöcken sitzt.

Diagnose Die Unterscheidung, um welche Art von Zyste es sich am Eierstock handelt, kann schwierig sein. Der Gynäkologe erkennt die Art der Zysten mithilfe von Tastuntersuchungen und von bildgebenden Verfahren, hauptsächlich über Ultraschalluntersuchungen. „Magnetresonanz und Computertomografien helfen nur in Ausnahmefällen weiter“, sagt Mecke.

Manchmal sei es erforderlich, einen oder zwei Monatszyklen abzuwarten, um zu sehen, ob sich eine Zyste bei Patientinnen im fortpflanzungsfähigen Alter von alleine wieder zurückbildet. Dann handelt es sich um eine Funktionszyste.

Bringt die Untersuchung keine exakten Ergebnisse, kann eine Bauchspiegelung nötig sein, bei der aus den Zysten Gewebeproben entnommen werden, um einen Tumor auszuschließen.

THERAPIE Die Behandlung hängt von der Art und Größe der Zysten sowie dem Alter der Patientin ab. Bei jungen Frauen warten Ärzte in der Regel ab, ob sich die Zysten von allein wieder zurückbilden, und kontrollieren zunächst nur deren Wachstum. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind vor allem bei Zysten nötig, die sich bei Frauen jenseits der Wechseljahre bilden.

Eine Neuentstehung der Hohlräume kann durch Hormone unterbunden werden. Oft verschreiben Ärzte dann die Pille oder andere Medikamente, die den Hormonhaushalt beeinflussen. Operationen sind eher die Ausnahme. „Funktionszysten sollten nur bei Komplikationen oder starken Beschwerden etwa infolge eines Risses der Zyste operiert werden“, sagt Chefarzt Mecke.

Die sogenannten „Schokoladenzysten“ infolge einer Endometriose müssen dagegen chirurgisch entfernt werden. Hierfür steht die Bauchspiegelung als minimalinvasives Verfahren zur Verfügung. Der Eingriff erfolgt über kleine Schnitte am Bauch, durch die nur millimetergroße, langstielige Instrumente in die Körperhöhle eingeführt werden, mit denen die Operation erfolgt.

Der Arzt könne die Hohlräume, die oft mit einer harten Schale umhüllt in der Wand des Eierstocks sitzen, gut herausschälen, ohne das Gewebe zu schädigen, sagt Mecke. Die Patientin liegt dabei in Vollnarkose auf dem Operationstisch. Der Unterbauch wird mit Kohlendioxid aufgeblasen, um dem Chirurgen ein freies Operationsfeld für die Endoskope zu bieten. Mit den langstieligen Instrumenten und einer Kamera, die durch drei kleine Schnitte in den Bauch der Patientin geschoben werden, operiert Chefarzt Mecke die Zysten an den Eierstöcken. Zunächst wird sie eröffnet und das darin enthaltene zähflüssige Sekret abgesaugt.

Anschließend zerteilt der Chirurg die nun leere Hülle der Zyste und löst sie vom Eierstock. Mithilfe eines kleinen Greifers holt er die Reste des Gewebes aus dem Bauch heraus. Anschließend wird der Eierstock wieder vernäht. „Da besteht kein Risiko für die Fruchtbarkeit“, sagt Mecke. „Im Gegenteil, damit erhalten wir sie.“

Besteht der Verdacht, dass Zysten durch eine Krebsgeschwulst im Eierstock verursacht wurden, müssen die Ärzte unter Umständen auch bei jungen Frauen den Eierstock komplett entfernen.

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Zyste an Eierstock oder Gebärmutter: Grund zur Sorge?

Zysten können an fast allen Stellen des Körpers auftreten, wie zum Beispiel an Nieren, Kopf und Brüsten. Bei Frauen kommen sie häufig am Eierstock oder an der Gebärmutter vor. Hier bilden sie sich vor allem kurz nach der Pubertät oder vor den Wechseljahren. Doch was ist eine Zyste überhaupt? Dabei handelt es sich um einen Gewebehohlraum, der mit Gewebewasser, Blut, Eiter oder Talg gefüllt sein kann. Warum Zysten entstehen, welche Symptome auftreten, wie sie an den weiblichen Geschlechtsorganen behandelt werden und wann Zysten entfernt werden müssen, erfährst du hier.

Ursachen: Wie entsteht eine Zyste im Unterleib?

Wenn es um Zysten an den Geschlechtsorganen geht, sprich an Gebärmutter und den Eierstöcken, sind häufig zyklusbedingte Hormonschwankungen die Ursache. Meist handelt es sich bei Zysten im Unterleib um sogenannte Funktionszysten, die zum Beispiel dann entstehen, wenn der Follikel, in dem die Eizelle heranreift, nicht beim Eisprung platzt und stattdessen weiter wächst.

Laut dem Gesundheitsportal des Berufsverbandes der Frauenärzte, “Frauenärzte im Netz”, sind Funktionszysten in 98 Prozent der Fälle gutartig und bilden sich innerhalb von etwa sechs Wochen von allein zurück. Funktionszysten werden in den seltensten Fällen größer als 10 Zentimeter. Ab dem vierzigsten Lebensjahr steigt dann das Risiko, dass auftretende Zysten bösartig sein können. Daher sind regelmäßige Untersuchungen ab diesem Alter sehr zu empfehlen.

Die sogenannte Schokoladenzyste entsteht hingegen infolge einer Endometriose. Dabei siedelt sich Gebärmutterschleimhaut fälschlicherweise im Eierstock an. Dieses Gewebe blutet während der Menstruation. Da es im Eierstock aber nicht abfließen kann, bilden sich blutgefüllte Zysten, die eine bräunliche Verfärbung haben. Sie müssen operativ behandelt werden.

Erkrankungen der Schilddrüse oder Funktionsstörungen der Nebennierenrinde können eine Bildung von Zysten begünstigen.

Zyste im Unterleib: Symptome

Oft werden Zysten erst bei einer Routineuntersuchung entdeckt, da sie meist symptomlos sind. Dennoch gibt es einige Anzeichen, die auf eine Zyste an der Gebärmutter oder am Eierstock hindeuten können. Ungeachtet dessen, ob Zysten gut- oder bösartig sind, können sie ab einer bestimmten Größe auf die umliegenden Organe drücken, was zu Rücken- und Bauchschmerzen führen kann. Auch Schmerzen beim Sex oder beim Stuhlgang können Symptome einer Zyste im Unterleib sein. Bei einer großen Zyste besteht außerdem die Möglichkeit, dass sich der Bauchumfang vergrößert. In einigen Fällen können Frauen die Zyste selber ertasten.

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Falls du auch außerhalb deiner Periode an Unterleibschmerzen leidest, solltest du die Symptome bei einem Arzt abklären lassen.

Bei Zysten im Bereich der Gebärmutter und der Eierstöcke besteht zudem die Gefahr, dass es zu unregelmäßigen und schmerzhaften Regelblutungen kommt. Solltest du darüber hinaus starke, kolikartige Schmerzen im Unterbauch verspüren, deuten diese möglicherweise auf Komplikationen hin. Hier sollte auf jeden Fall schnellstmöglich ein Arzt zurate gezogen werden. Auch wenn Beschwerden länger anhalten, solltest du die Ursachen beim Arzt abklären lassen. Da die Symptome denen von Menstruationsbeschwerden allerdings sehr ähneln sind, ist eine Diagnose nicht ganz einfach.

Komplikationen durch Zysten

Komplikationen treten bei Zysten recht selten auf. Allerdings ist es möglich, dass eine Zyste im Unterleib platzt. Starke Unterleibsschmerzen sind dann die Folge. Eine Notfallbehandlung in Form einer Operation wird in der Regel jedoch nur vorgenommen, wenn beim Zerplatzen der Zyste ein Blutgefäß in Mitleidenschaft gezogen und daher innere Blutungen verursacht wurden.

Eine weitere Komplikation kann eine sogenannte Stieldrehung darstellen: Hier dreht sich die Zyste einmal um die eigene Achse, wodurch die Blutgefäße, die zu Eierstöcken oder Gebärmutter führen, möglicherweise abgedrückt werden. In diesem Fall ist eine Notoperation unumgänglich, da die Gefahr besteht, dass Gebärmutter oder Eierstöcke nicht mehr mit Blut versorgt werden und somit absterben. Hinweise auf eine Stieldrehung können starke Unterleibsschmerzen, Übelkeit mit Erbrechen, erhöhter Puls und Schweißausbrüche sein.

Wann zum Arzt? Diagnostische Möglichkeiten

Sollten bei dir Symptome auftreten, die auf eine Zyste hinweisen, solltest du in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Er hat mehrere Möglichkeiten einzuschätzen, ob es sich um eine gut- oder bösartige Zyste handelt. Der transvaginale Ultraschall ist eine Möglichkeit. Dabei führt der Arzt einen Ultraschallkopf in die Scheide ein – erkennt er an einer Zyste unscharfe Ränder und ein unstrukturiertes Inneres, ist sie meist bösartig.

Eine zusätzliche Methode stellt der Risk Malignancy Index dar. Wie der funktioniert? Bösartige Eierstockzysten produzieren den Tumormarker CA-125. Dieser kann bei einer Blutuntersuchung nachgewiesen werden. Gemeinsam mit den Werten der Ultraschalluntersuchung berechnet der Arzt anschließend den Risk Malignancy Index, um eine bösartige Eierstockzyste einwandfrei zu diagnostizieren. Allerdings eignet sich diese Methode eher für Frauen in den Wechseljahren. Denn bei Patientinnen im gebärfähigen Alter können auch gutartige Eierstockzysten den Tumormarker bilden. Der behandelnde Arzt sollte daher ausreichend Erfahrung in diesem Bereich mitbringen.

Behandlungsmöglichkeiten von Zyste

Sollte eine gutartige Zyste sich nicht von allein zurückbilden oder Beschwerden verursachen, kann der Arzt dir Hormonpräparate verschreiben, die die Rückbildung der Zyste fördern sollen. Auch die Antibabypille wird zur Behandlung von Zysten eingesetzt. Verzichtet der Arzt auf eine Behandlung, ist eine regelmäßige Überwachung der Zyste zu empfehlen, bis diese sich komplett zurückgebildet hat.

Wann muss eine Zyste operiert werden?

Eine Zyste muss nicht zwangsläufig operativ entfernt werden. Die meisten Zysten sind ungefährlich und bilden sich nach wenigen Wochen von selbst zurück. Lediglich im Falle von Komplikationen kommen Patientinnen nicht immer um einen Eingriff herum. Auch Schokoladenzysten infolge einer Endometriose müssen chirurgisch entfernt werden. Die OP erfolgt bei Vollnarkose und zumeist minimalinvasiv. Dabei werden kleine Schnitte am Bauch gesetzt, durch die millimetergroße Instrumente in die Körperhöhle eingeführt werden. Um besser an die Zyste am Eierstock zu gelangen, wird der Unterbauch mit Kohlendioxid aufgebläht.

Die Hohlräume, die oft mit einer harten Schale umhüllt in der Wand des Eierstocks sitzen, können auf diese Weise gut herausgeschält werden, ohne das Gewebe zu verletzen. Als Erstes wird die Zyste im Unterleib geöffnet, um das darin erhaltene Sekret abzusaugen. Anschließend entfernt der Chirurg die leere Hülle und löst sie vom Eierstock. Zu guter Letzt werden die Reste des Gewebes entfernt und der Eierstock vernäht. Für die Fruchtbarkeit besteht in der Regel keine Gefahr.

Eierstockzysten

Eierstockzysten sind flüssigkeitsgefüllte abgekapselte Hohlräume im Eierstockgewebe. Zysten lassen sich nach ihrer Entstehung und nach ihren Bestandteilen unterscheiden. Viele Zysten sind harmlos, verursachen keine Beschwerden und bilden sich von selbst zurück. Bei Beschwerden oder Komplikationen und bei bestimmten Zystenarten sind gegebenenfalls genauere Untersuchungen und eine Behandlung notwendig.

Funktionelle Zysten
Eierstockzysten bilden sich häufig bei Frauen im Laufe des Monatszyklus. Diese sind hormonbedingt und werden als funktionelle Zysten bezeichnet.

Funktionelle Zysten bilden sich normalerweise bei Frauen im gebärfähigen Alter. Während eines typischen Monatszyklus reift ein Ei in einer kleinen mit Flüssigkeit gefüllten Blase heran, dem Follikel. Nach dem Eisprung bildet sich aus dem Follikel der Gelbkörper, auch Corpus luteum genannt. Kommt es zu einer Schwangerschaft, produziert der Gelbkörper Hormone, um die Schwangerschaft aufrechtzuhalten. Tritt keine Schwangerschaft ein, bildet sich der Gelbkörper zurück und der Zyklus kann erneut beginnen. In jeder Phase des Zyklus können Zysten entstehen:

  • Follikelzyste
    Wenn der Eisprung nicht stattfindet, produziert der Follikel weitere Flüssigkeit und wächst. Daraus entsteht eine Follikelzyste. Follikelzysten können zwischen wenigen Millimetern und mehreren Zentimetern groß sein. Sie bleiben mehrere Wochen bestehen. Meist bilden sie sich spontan zurück oder zerplatzen.
  • Gelbkörperzyste (Corpus-luteum-Zyste)
    Eine Gelbkörperzyste entsteht durch Einblutung in den Gelbkörper. Der Gelbkörper ist dann stark vergrößert und mit einer klar-gelben Flüssigkeit gefüllt. Corpus-luteum-Zysten bilden sich in der Regel von selbst zurück.
  • Luteinzysten
    Unter dem vermehrten Einfluss von Schwangerschaftshormonen können sich Luteinzysten bilden, beispielsweise bei Mehrlingsschwangerschaften oder bei einer Überstimulation der Eierstöcke. Hierzu kann es auch während einer Hormonbehandlung bei unerfülltem Kinderwunsch kommen.
  • Polyzystische Ovarien (PCO)
    Bei diesem Krankheitsbild ist die Oberfläche der Eierstöcke mit Zysten bedeckt und dadurch vergrößert. Die genaue Entstehung ist nicht bekannt. Polyzystische Ovarien gehen mit einer Hormonstörung einher. Ein Eisprung findet meist nicht statt. In der Folge kommt es unter anderem zu Störungen im Monatszyklus, schwer zu realisierbarem Kinderwunsch, Übergewicht und übermäßiger Körperbehaarung.
  • Schokoladenzysten (Endometriosezysten)
    Diese Art der Zysten bildet sich bei einer Endometriose. Bei dieser Erkrankung findet sich Gebärmutterschleimhautgewebe außerhalb der Gebärmutter in anderen Organen, zum Beispiel dem Eierstock. Genau wie die übrige Gebärmutterschleimhaut blutet dieses Gewebe während der Monatsregel. Da im Eierstock kein Abfluss für das Blut besteht, kommt es zur Bildung von Zysten. Sie sind häufig mit der Umgebung verwachsen und gefüllt mit einem bräunlichen Sekret, das Blutabbauprodukte enthält.
  • Dermoidzysten (zystisches Teratom)
    Dermoidzysten entstehen aus Keimzellen, aus denen sich verschiedene Gewebe entwickeln können. Sie können mit Haaren, Talg-, Knorpel- oder Knochengewebe gefüllt sein. Dermoidzysten bestehen von Geburt an und entwickeln sich im Laufe des Lebens.

Abzugrenzen von Eierstockzysten sind zystische Eierstocktumoren, die ähnliche Krankheitszeichen auslösen können. Sie können sowohl gut- als auch bösartig sein. Ein Zystom (oder Zystadenom) ist ein gutartiger zystischer Tumor, eine Drüsengeschwulst, in der sich aufgrund eines nicht erfolgten Abflusses von Sekret ein Hohlraum gebildet hat.
Bösartige Tumoren werden als Ovarialkarzinome (Eierstockkrebs) bezeichnet.

Eierstockzyste (Ovarialzyste)

Eierstockzysten, sogenannte Ovarialzysten, sind mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume im Bereich der Eierstöcke. Meist sind sie gutartig, eine ärztliche Untersuchung ist allerdings trotzdem angezeigt, um eine Krebsgeschwulst auszuschließen.

Was sind Eierstockzysten und wie entstehen sie?

Einfach ausgedrückt sind Ovarialzysten gefüllte Blasen. Ihr Inhalt besteht aus Blut, Sekret und Gewebeflüssigkeit.

Zysten können nur wenige Millimeter groß sein. Andere erreichen Durchmesser von bis zu fünfzig Zentimetern. Die Medizin unterscheidet zwei Arten von Eierstockzysten: funktionelle und angeborene Zysten.


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Funktionelle Zysten

Die meisten diagnostizierten Eierstockzysten zählen zu dieser Kategorie. Sie entstehen durch hormonelle Schwankungen im Verlauf des weiblichen Zyklus und sind zu 98 Prozent gutartig.

Funktionelle Zysten entstehen ausschließlich bei Frauen im geschlechtsreifen Alter.

Follikelzysten

Die Follikelzyste entsteht, wenn ein Eibläschen nicht platzt, der Eisprung also nicht stattfindet. Im Normalfall bilden sich Follikelzysten innerhalb einiger Wochen von selbst zurück.

Diese Art von Ovarialzysten entsteht durch „versprengte“ Gebärmutterschleimhaut. Das Phänomen der wandernden Gebärmutterschleimhaut ist eine eigene Erkrankung und bekannt als Endometriose. Dabei setzen sich Schleimhautteile in den Eierstöcken fest und bluten während der Periode genauso wie die Schleimhaut im Uterus. Das Blut fließt nicht ab und Zysten können entstehen.

Frauen, die mit der Antibabypille verhüten, leiden seltener an diesem Typ der Ovarialzyste. Der Grund: Die Pille verhindert den Eisprung.

Dabei handelt es sich ebenfalls um ein eigenständiges Krankheitsbild, das Polyzystische Ovarialsyndrom. Mehrere große und kleine Zysten sind mit dem Eierstock verwachsen, sodass dieser seine Funktion einstellt. Als Auslöser benennt die Medizin eine spezielle Hormonstörung.

Angeborene Zysten

Zu dieser Art zählen die selten diagnostizierten Dermoidzysten und die Parovarialzysten (Nebeneierstockzysten).

Wie erkennen Sie, ob Sie eine Eierstockzyste haben?

Die Beschwerden, die eine Eierstockzyste verursacht, sind wenig spezifisch. Kleine Zysten machen sich überhaupt nicht bemerkbar.

Folgende Symptome geben einen Anhaltspunkt:

  • Schmerzen in Rücken und Unterleib
  • sehr schmerzhafte Blutungen
  • unregelmäßige oder lang andauernde Regelblutung
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

Diagnose und Therapie von Eierstockzysten

In der Regel stellt ein Gynäkologe die Diagnose. Er kann Eierstockzysten mittels Ultraschall und Tastuntersuchung erkennen. Kleine Zysten bedürfen einer regelmäßigen Verlaufskontrolle. Leiden Sie an einer größeren Ovarialzyste oder besteht der Verdacht auf eine bösartige Geschwulst, ordnet der Arzt eine Bauchspiegelung an.

Bei dieser Operation entfernt der Frauenarzt die Eierstockzyste und lässt eine Gewebeprobe auf Tumorzellen untersuchen. Der Eingriff erfolgt über drei kleine Schnitte, jeweils einer in der Leistengegend und einer im Bereich des Nabels. Die Wunden heilen normalerweise unkompliziert und schnell ab und hinterlassen keine Narben.

Weniger schwere Fälle sind mit der Antibabypille oder anderen Hormonpräparaten behandelbar.

Mögliche Komplikationen und Prognose

Eierstockzysten ab einer Größe von einigen Zentimetern enthalten eine beträchtliche Menge an Flüssigkeit. Wenn die Zyste platzt, verteilt sich der Inhalt im Bauchraum. Das ist zwar nicht gefährlich, jedoch äußerst schmerzhaft.

Bei einer sogenannten Stieldrehung dreht sich die Zyste einmal um die eigene Achse. Dabei drückt sie die Blutgefäße des Eierstocks ab. Eine Bauchspiegelung ist die einzige Möglichkeit, die Blutversorgung des Eierstocks wiederherzustellen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass zu viel Gewebe abstirbt und der Arzt den Eierstock ganz entfernen muss.

Eine Stieldrehung geht mit starken Schmerzen einher. Sie leiden an Übelkeit, Erbrechen und Kreislaufproblemen. Der Auslöser sind ruckartige Bewegungen, die schnell abgebremst werden – wie etwa beim Tennisspielen. Gehen Sie bei Beschwerden sofort zum Arzt.

Einige Zysten beginnen irgendwann, selbst Hormone zu produzieren. Dauerblutungen und andere Zyklusstörungen sind die Folge.

Bei Patientinnen nach der Menopause besteht das Risiko, dass sich Eierstockzysten zu bösartigen Tumoren entwickeln. Eine regelmäßige ärztliche Kontrolle ist sinnvoll.

Fazit zu Eierstockzysten

Ovarialzysten bei geschlechtsreifen Frauen sind unangenehm, aber meist nicht gefährlich. Dennoch ist eine Untersuchung beim Facharzt angezeigt, um Komplikationen auszuschließen.

Alles Gute!

Zyste am Eierstock

Zyste am Eierstock: Ursachen und Risikofaktoren

Während die angeborenen Eierstockzysten aufgrund verlegter Keimdrüsenausgänge entstanden sind, entwickeln sich die erworbenen Zysten unter hormonellem Einfluss. Man unterscheidet verschiedene Zystenarten.

Gelbkörper-Zyste

Nach dem Eisprung wandelt sich das Gewebe des Eierstocks, in dem die Eizelle gewachsen ist – der Follikel – in den sogenannten Gelbkörper um. Dieser produziert die Sexualhormone Östrogen und Progesteron. Wird die Eizelle befruchtet, bleibt der Gelbkörper während der Schwangerschaft zunächst bestehen. Bleibt eine Befruchtung der Eizelle aus, wird der Gelbkörper abgebaut und mit dem Rückgang der Hormonkonzentrationen im Blut tritt die Menstruationsblutung ein.

Wenn der Gelbkörper allerdings nicht ordnungsgemäß abgebaut wurde oder sogar weiter wächst, bilden sich eine oder mehrere Zysten. Sie können aber auch durch Einblutungen in den Gelbkörper entstehen. Gelbkörper-Zysten können bis zu acht Zentimeter groß werden. In den meisten Fällen bilden sie sich nach einiger Zeit selbstständig wieder zurück.

Follikel-Zyste am Eierstock

Während der ersten Hälfte des Menstruationszyklus reift eine Eizelle in einem Follikel des Eierstocks heran. Der Follikel enthält zum Schutz der Eizelle Flüssigkeit. Beim Eisprung zerplatzt der Follikel, die Eizelle gelangt in den Eileiter, wo sie befruchtet werden kann. Bleibt ein Eisprung aus, produziert der Follikel weiterhin Flüssigkeit. Es bildet sich eine Follikelzyste. Besonders Frauen im gebärfähigen Alter sind von diesen Zysten betroffen. Die Follikel-Zyste besteht etwa vier bis acht Wochen und produziert dabei weiterhin Hormone. In den meisten Fällen bildet sie sich schließlich von selbst zurück.

Schokoladen-Zysten

Bei der Krankheit „Endometriose“ kommt Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter vor. Das Endometriosegewebe reagiert wie die normale Gebärmutterschleimhaut auf die zyklischen Hormonschwankungen. Es baut sich auf, blutet ab und baut sich erneut auf. Wenn das Blut jedoch, bedingt durch eine Lokalisation am Eierstock, nicht richtig abfließen kann, können sich blutgefüllte Zysten bilden. Diese Zysten werden dann aufgrund ihres eingedickten, dunkel-blutigen Inhaltes auch „Schokoladenzysten“ genannt.

Polyzystische Ovarien

Bei polyzystischen Ovarien finden sich viele kleine Zysten in den Eierstöcken. Die zahlreichen Zysten entstehen aufgrund eines hormonellen Ungleichgewichts. Als Ursache wird ein Überschuss an männlichen Geschlechtshormonen und Insulin vermutet, was die normale Reifung der Follikel verhindert. Zu viel Insulin produziert der Körper beispielsweise bei Übergewicht oder einer (latenten) Diabetes-Typ-2-Erkrankung, um die geringere Empfindlichkeit der Zellen auf das Stoffwechselhormon auszugleichen. Das begünstigt die Bildung von zahlreichen Zysten in den Eierstöcken. Das sogenannte polyzystische Ovarien-Syndrom kann nicht nur zu Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten, sondern auch zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und psychischen Erkrankungen führen.

Dermoidzysten

Die sogenannte Dermoidzysten zählen zu den angeborenen Zysten. Sie haben sich aus dem embryonalen Keimdrüsengewebe gebildet und können Haare, Talg, Zähne, Knorpel- und/oder Knochengewebe enthalten. Die Dermoidzysten wachsen sehr langsam und können eine Größe von bis zu 25 Zentimetern erreichen. Eine bösartige Entartung der Zyste in Form eines Tumors findet sich aber nur in etwa ein bis zwei Prozent der Fälle.

Parovarialzysten

Die Nebeneierstockzysten (Parovarialzysten) entstehen aus embryonalem Gewebe und befinden sich neben den eigentlichen Eierstöcken. Sie stellen Restgewebe aus der embryonalen Entwicklungszeit dar. Die Parovarialzysten können eine variable Größe haben und eventuell an einem Stiel wachsen.

„Faustball“: Als Analogie sprach der Chefarzt der Frauenklinik diese Vokabel aus, damit ich mir besser vorstellen konnte, dass der Tumor an meinem linken Eierstock recht groß gewachsen war. Später würde ich im makroskopischen Befund „14 x 9 x 8 Zentimeter, 614 Gramm“ lesen. Tatsächlich fühlte sich dieses Arztgespräch wie eine geballte Faust in der Magengrube an. Zuvor hatte ich noch geglaubt, lediglich ein wenig zugenommen zu haben – denn ich esse mit gutem Appetit, hatte nie Beschwerden und erst recht keinen Verdacht. Bei der Vorsorgeuntersuchung wies der Ultraschall eine schwarze Fläche auf, die meine Frauenärztin vorsichtig „Raumeinnehmung“ nannte, und mich umgehend auf den Operationstisch schickte. Erst während des Eingriffs würde man herausfinden, ob das Geschwulst gut- oder bösartig beschaffen war.

„Kannst du überhaupt noch schwanger werden?“

Ich wurde an Weihnachten operiert, was dazu führte, dass die ohnehin emotionale Situation der Ungewissheit sich zuspitzte. Nach dem Eingriff, der trotz massiver Komplikationen erfolgreich verlief, schien die wichtigste Frage stets die nach meiner Gebärfähigkeit. „Aber kannst du überhaupt noch schwanger werden?“ Meine Mutter, Arbeitskolleg*innen, diverse Freund*innen, – alle bohrten maximal erwartungsvoll nach, wie es um meine Fruchtbarkeit stünde. Besonders taktlos empfand ich eine Verwandte, die anmerkte, ich solle doch die traumatische Operation möglichst schnell durch eine Schwangerschaft verarbeiten, „denn mit deinem vietnamesischen Freund hättest du sicher sehr süße Babys.“

Diese Aussage war nicht nur rassistisch, sondern auch eine Reduzierung auf die Funktion des weiblichen Körpers, die mich ziemlich wütend machte. Einer Frau in der reproduktiven Phase den obligatorischen Kinderwunsch als höchste Prämisse zu unterstellen, ist schon unsensibel genug. Doch potenziellen Nachwuchs als wichtiger zu erachten als Genesung und Wohlergehen dieser Frau, erschien mir absurd.

Meine Befindlichkeit verschlechterte sich dank eines katastrophalen Hormonhaushalts immer weiter. Bei einem einseitig entfernten Eierstock übernimmt das übrige Ovar in aller Regel die Verantwortung. In meinem Fall dauerte es Monate, in denen ich willkürlichen hormonellen Zuständen ausgesetzt war, die mit Wechseljahren vergleichbar waren. Ich konnte kaum schlafen und litt unter mir unerklärlichen depressiven Verstimmungen. Nie zuvor war ich derart sensibel, nervös und nah am Wasser gebaut gewesen. Alles brachte mich zum Weinen, sogar die Zärtlichkeiten meines Freundes. Ich hatte große Angst, dass er aus Vorsicht und Behutsamkeit nie wieder vögeln wollte. Wochen später war der Sex noch schmerzvoll; ich spürte eine posttraumatische Rückwirkung der Operation. Vor allem aber war ich ratlos. Ich hätte mir mehr Erfahrungsberichte gewünscht, um diese emotional unerträglichen Wochen der Ungewissheit zu begreifen. Schließlich half nur eine Hormontherapie, um den Zyklus wieder anzukurbeln.

Wieder gesund werden bedeutet viel mehr, als wieder schwanger werden zu können

Ganzheitliches Wohlergehen bedeutet nach einer Eierstockentfernung nicht nur die Gewissheit, theoretisch schwanger werden zu können. Vor allem heißt es, über einen lebendigen Hormonhaushalt verfügen zu dürfen, in dem die Gestagene und Östrogene nicht nur den Zyklus, sondern auch die Stimmung balancieren. Denn das weibliche Sexualhormon steuert neben dem sexuellen Interesse vor allem Blut- und Knochengesundheit, kognitive Fähigkeiten des zentralen Nervensystems und das Stressempfinden.

Regelmäßig zur Vorsorge zu gehen, empfinde ich heute nicht nur als medizinische Notwendigkeit, um gesundheitliche Risiken auszuschließen. Vor allem nehme ich sie als Privileg war, mit dem viele Leiden verhindert werden können. Das fachmedizinische Nachschlagewerk AMBOSS unterscheidet etwa 20 Typen von Eierstocktumoren; im Falle eines Befunds fällen Ärzt*innen ein Urteil darüber, ob der Eierstock mitentfernt werden muss. Zirka 75 Prozent aller operativ entfernten Ovarialtumore sind gutartig, und je nach Größe werden sie durch eine Bauchspiegelung oder einen Bauchschnitt entnommen. Jeder Tumor ist also höchst individuell und bedarf ärztlicher Sorgfalt.

Ich würde Betroffenen gerne ans Herz legen, sich Gynäkolog*innen zu suchen, die nicht nur über die Notwendigkeit der regelmäßigen Vor- und Nachsorge aufklären, sondern genug Vertrauen erwecken, psychische Belastungen und den Hormonhaushalt ansprechen zu können. Es erfüllt mich mit Dankbarkeit, dass ich das konnte.

Die Wut, die ich darüber empfand, dass in meinem Umfeld öfter nach meiner Funktionsfähigkeit als meinem seelischen und körperlichen Befinden gefragt wurde, ist geblieben. Sie hat sich mit einer Wut vermengt, die auch den haarsträubenden Diskurs um § 219a und andere Belange der stets bedrohten Basis bedingungsloser Frauengesundheit angeht. Empathische, sachverständige, beherzte Gynäkolog*innen sind unverzichtbare Protagonist*innen des Feminismus.

Ist es möglich, nach der Entfernung eines Eileiters noch schwanger zu werden?

Werden Unterleibsinfektionen nicht behandelt, dann können ein odere mehrere Eileiter beschädigt werden. Verwachsungen können sogar dazu führen, dass ein Eileiter sich verschließt. Häufigste Ursache für diese Veränderungen sind Chlamydieninfektionen. Auch eine Endometriose kann zu Verwachsungen führen. Haben sich schwere Verwachsungen gebildet oder sind die Eileiter mit Flüssigkeit gefüllt, dann wird die Entfernung der Eileiter empfohlen. Auch im Rahmen einer Extrauteringravidität, also der Einnistung der befruchteten Eizelle außerhalb der Gebärmutterhöhle, kann die Entfernung eines Eileiters notwenig machen. Diese Operation wird als Salpingektomie bezeichnet.

Die Salpingektomie, die Entfernung eines oder beider Eileiter, kommt bei folgenden Situationen in Betracht:

  • eine Eileiterschwangerschaft
  • Verwachsungen des Eileiters (Eileiterverschluss)
  • bei einer Eileiterruptur
  • bei einer Eileiterentzündung
  • bei Eileiterkrebs (Tubenkarzinom)

Verwachsungen eines Eileiters

Kann man nach der Entfernung eines Eileiters schwanger werden?

Eierstock und Eileiter gehören zu den paarigen Organen. Das heißt, Eierstock und Eileiter sind doppelt vorhanden. Sie liegen jeweils rechtsseitig beziehungsweise linksseitig im weiblichen Bauchraum. Fällt von den paarigen Organen eines aus, kann das gegenüberliegende die Funktion des kranken Organs vollständig übernehmen.

Selbst wenn ein Eierstock oder ein Eileiter nicht mehr arbeitet oder operativ entfernt werden muss, bleibt die Frau weiterhin zeugungsfähig. Einer Schwangerschaft steht nichts entgegen – vorausgesetzt der zweite Eierstock ist gesund. Auch wenn nur Teile des Eierstocks oder Eileiters entfernt wurden, besteht weiterhin die Möglichkeit, schwanger zu werden. Das Risiko einer Eileiterschwangerschaft erhöht sich aber bei beschädigten oder unvollständigen Eileitern oder Eierstöcken.

Körperlich wirkt sich der Verlust eines Eierstocks oder Eileiters kaum auf das Wohlbefinden einer Frau aus, da ein einzelner Eierstock noch in der Lage ist, ausreichend Geschlechtshormone zu produzieren.

Werden jedoch beide Eierstöcke oder Eileiter entfernt, werden keine Sexualhormone mehr gebildet. Die Frau ist unfruchtbar und tritt nach der Entfernung der Eierstöcke unmittelbar in die Wechseljahre ein – egal welchen Alters sie ist.

Verändert sich der Eisprung?

Auch nach der Entfernung eines Eileiters findet der Eisprung jeden Monat statt. Die Voraussetzung ist, dass die Gebärmutter und die Eierstöcke weiterhin intakt sind. Das Ei kann aber nur auf der intakten Seite befruchtet werden.

Die Entfernung beider Eileiter bedeutet, dass auf natürlichem Weg kein Kind mehr gezeugt werden und keine Verhütung benötigt wird. Wenn aber die Gebärmutter noch intakt ist, dann ist eine Schwangerschaft mithilfe künstlicher Befruchtung (In-vitro-Fertilisation, IVF) möglich.

Zyste am Eierstock: Muss ich mir Sorgen machen?

Unter den funktionellen Zysten am Eierstock existieren folgenden Unterarten:

  • Follikelzyste
    Einmal im Monat bildet sich im Eierstock ein Eibläschen – Follikel genannt. Er ist mit Flüssigkeit sowie der heranreifenden Eizelle gefüllt. Ist der Follikel zwischen 15 und 25 Millimeter groß, platzt er und setzt die Eizelle frei (Eisprung). Findet jedoch kein Eisprung statt, kann der Follikel im Eierstock erhalten bleiben und weiterwachsen. Das Ergebnis ist eine bis zu acht Zentimeter große, mit Flüssigkeit gefüllte Follikelzyste.
  • Gelbkörper-Zyste
    Eine weitere Form der Eierstockzyste ist die Gelbkörper-Zyste, auch Corpus-luteum-Zyste genannt. Der Gelbkörper entsteht aus den Resten des gesprungenen Follikels. Normalerweise bildet sich der Gelbkörper von selber zurück, wenn die freigesetzte Eizelle nicht befruchtet wird. Er kann sich aber auch zystisch verändern. Auch die sogenannte Luteinzyste kann aus dem Gelbkörper im Zuge einer Hormontherapie gegen Unfruchtbarkeit entstehen.
  • Schokoladenzyste
    Diese Art der Zyste am Eierstock kann bei einer Endometriose entstehen und zwar, wenn sich Teile der Gebärmutterschleimhaut in den Eierstöcken ansiedeln und dort weiterwachsen. Dabei behält die Gebärmutterschleimthaut jedoch die Funktion bei, während der Menstruation zu bluten. Das Problem: Weil das Blut nicht abfließen kann, wie es in der Gebärmutter der Fall ist, bilden sich Zysten, die wegen ihrer Farbe Schokoladenzysten genannt werden.
  • Polyzystische Ovarien
    Bei dieser Form der Eierstockzyste ist ebenfalls ein hormonelles Ungleichgewicht schuld, was dazu führt, dass die Eierstöcke immer mehr Follikel bilden. Diese platzen jedoch nicht, sondern werden zu polyzystische Ovarien. Sie sind Hauptmerkmal des sogenannten PCO-Syndroms (polyzystisches Ovarialsyndrom). In diesem Fall erschwert es die Eierstockzyste schwanger zu werden.

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