Zum lernen motivieren

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Berlin. Die Umstellung an die Anforderungen in der Schulzeit fällt nicht immer leicht. Mit gezielter Unterstützung können Eltern zum Lernen motivieren.

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Die meisten Kinder freuen sich vor der Einschulung auf ihren neuen Lebensabschnitt. Endlich Schulkind! Aber die Umstellung von der spielerischen Kindergartenzeit zum Lernen in der Schule ist groß: Im Unterricht gilt es, aufmerksam und leise zu sein. Und ständig kommen neue Aufgaben, die gelöst und erledigt werden müssen. Ganz schön viel zu tun!

„Es ist keine Seltenheit, dass Kinder sich nach den ersten Wochen oder Monaten überfordert fühlen und eine Lernunlust entwickeln“, sagt der Psychologe und Autor Fritz Jansen. Er befasst sich seit mehr als 20 Jahren mit der Lernmotivation bei Schülern. Es sei sehr wichtig, frühzeitig auf eine Lernunlust zu reagieren und die Kinder aktiv zu unterstützen.

Eltern sollten sich aufrichtig für die Schule interessieren und nachfragen

Im Alltag ist oft wenig Zeit für Gespräche. Doch für die Lernmotivation ist es von großer Bedeutung, dass die Kinder von ihren Erlebnissen erzählen können. Eltern sollten sich aufrichtig für die Schule interessieren und nachfragen, statt auszufragen, empfiehlt Hanna Hardeland, Lehrerin und Lerncoach aus Hamburg. Mit den Eltern das neue Wissen und die Erfahrungen zu teilen, macht Kinder stolz und schenkt ihnen Wertschätzung. „Das ist ein ganz großer Motivator!“

Motivierend ist natürlich auch Lob. Doch oft schauen Eltern bei den Hausaufgaben eher auf Fehler oder Dinge, die noch unvollständig sind. Auch wenn diese Hinweise manchmal nötig sind, braucht es daneben mindestens genauso viel Anerkennung für das, was richtig gemacht wurde. Denn: Grundschüler machen ihre Hausaufgaben noch nicht für sich selbst, sondern aus der Motivation, der Lehrkraft und den Eltern zu gefallen, sagt Jansen.

Hausaufgaben sollten zu einer festen Zeit im Alltagsprogramm stehen

Viele Kinder sind nach der Schule müde und kaputt. „Deshalb sollte man ihnen vor den Hausaufgaben eine Pause zum Entspannen einräumen“, sagt Imke Goldenstein, Lern- und Erfolgscoach aus Oldenburg. Sie empfiehlt nach dem Mittagessen eine mindestens 15-minütige Pause. „Bei Kindern, die schlecht abschalten können, ist eine Fantasiereise sehr hilfreich, um wieder runterzukommen.“

Daneben sei es aber wichtig, dass die Hausaufgaben zu einer festen Zeit im Alltagsprogramm stehen. „Das fördert die Disziplin und Arbeitsbereitschaft, am besten an einem schönen und ruhigen Arbeitsplatz, an dem das Kind sich wohlfühlt.“ Mit kleinen Extras, zum Beispiel ab und zu neuen Stiften oder anderen Arbeitsmaterialien, kann die Motivation zusätzlich unterstützt werden.

Auch die Persönlichkeit des Kindes loben

Hausaufgaben nerven, besonders wenn die anderen Familienmitglieder gerade nichts zu tun haben. Besser sei es deshalb, wenn auch die Eltern aktiv sind, sagt Hardeland. Ob Wäsche zusammenlegen oder Post erledigen: „Wenn Kinder sehen, dass die Eltern auch Aufgaben zu erledigen haben, fällt es ihnen schon etwas leichter, sich an die eigenen zu setzen.“ Wenn alles erledigt ist, könne man dann gemeinsam zufrieden auf die erbrachte Leistung blicken.

Neben dem Blick auf die Leistung ist es wichtig, auch die Persönlichkeit des Kindes loben, sagt Jansen. Er rät dazu das Lob aufzuteilen: „50 Prozent für die Leistung und 50 Prozent für die Eigensteuerung.“ Dafür können Eltern zum Beispiel betonen, wie aufmerksam oder geduldig das Kind bei den Hausaufgaben gewesen ist. „So lernen Kindern, dass sie nicht nur angenommen werden, wenn sie etwas leisten, sondern auch aufgrund ihres Charakters“, sagt Jansen. „Das stärkt das Selbstvertrauen.“

Kleine Etappenziele bei den Hausaufgaben setzen

Wenn Kinder Schwierigkeiten haben, die Hausaufgaben alleine zu machen, hilft es, kleinere Etappenziele zu planen. „Die Eltern können sich dann in der Nähe aufhalten und gerufen werden, wenn eine Aufgabe erledigt ist“, sagt Hardeland. Wenn auf jede Etappe eine positive Bestätigung folgt, fällt es Kindern leichter, weiterzumachen. Langsam können die einzelnen Etappen dann größer werden.

„Ich kann das einfach nicht“ oder: „Das ist viel zu schwer“ – Kinder betrachten ihre Leistung oft sehr auf den Moment bezogen. Diese belastende Sichtweise können Eltern auflockern, zum Beispiel mit dem Satz: „Du kannst das noch nicht, und das ist auch ganz normal. Deshalb gehen alle Kinder in die Schule.“

Erinnerung an vergangene Erfolge hilft

Imke Goldenstein erklärt: „Bei dem Gefühl von Misserfolgen geht es darum, dem Kind immer wieder deutlich zu machen, dass sich seine Fähigkeiten entwickeln.“ Dazu gehört auch, ein positives Bild von der Zukunft zu vermitteln, etwa: „Wenn du so weitermachst, wirst du bald richtig gut in Mathe.“ Auch die Erinnerung an vergangene Erfolge hilft – zum Beispiel an Lernsituationen, in denen das Kind zuerst Schwierigkeiten hatte, diese aber überwunden hat.

Über die Schule schimpfen oder über die Hausaufgaben der Lehrerin meckern? „Auf keinen Fall im Beisein des Kindes“, warnt Hardeland. Die Worte der Eltern, so berechtigt sie für den Moment auch sein mögen, übertragen sich auf die Haltung des Kindes gegenüber der Schule. Ähnlich ist es mit eigenen Erlebnissen aus der Schule, ergänzt Goldenstein: „Es macht keinen Sinn, einem Grundschüler, der über Mathe klagt, zu erzählen, wie furchtbar man das Fach früher selber gefunden hat.“ (dpa)

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Lerntipps und Hilfestellungen zur Verbesserung der Motivation Ihres Kindes

Die Motivation zum Lernen, auch außerhalb der Schule, ist ein wichtiges und gleichzeitig schwieriges Thema, mit dem sich viele Eltern im Alltag auseinandersetzen müssen. Denn häufig treten Motivationsschwierigkeiten auf: „Meine Kinder wollen einfach nicht lernen, haben keinen Spaß an Schulübungen, machen keine Hausaufgaben, schreiben einen schlechten Test und gehen nicht gerne zur Nachhilfe.“ Sie kennen diese Probleme? Dann hoffe ich, dass Sie in diesem Ratgeber Artikel ein paar Ideen und Ansätze bekommen, wie Sie ihre Kinder zu Hause am besten zum Lernen motivieren können.

Ursachen für die fehlende Motivation bei Kindern

Motivationsschwierigkeiten können unterschiedlichste Ursachen haben: Das Kind steckt z. B. gerade in einer schwierigen Phase der Entwicklung. Es hat oft zu wenig Schlaf oder die Ernährung ist nicht ausgewogen genug. Dadurch ist es müde, abgespannt und lustlos. Weil die Beziehung zum Stoff fehlt, hat das Kind keine Lust sich mit dem Lernstoff auseinanderzusetzen. Aber auch Leseschwierigkeiten können die Motivation zum Lernen verschlechtern. Die bevorstehende Geburt oder das neugeborene Baby verändert den gewohnten Rhythmus des Kindes und der Familie. Der Wechsel in eine andere Klasse bereitet ihm Schwierigkeiten. Es muss sich auf neue Mitschüler, Lehrerinnen oder Lehrer einstellen. Möglicherweise wird es in der Schule geärgert. Oder es gibt wirklich ein Problem mit der Gesundheit. Dies sind u. a. Gründe, dass sich Kinder schnell und gerne ablenken lassen. Es gibt viele Themen, die im Zusammenhang mit fehlender Motivation stehen können. Manche Ursachen lassen sich einfach beheben, andere wiederum brauchen manchmal viel Geduld. Sie können Ihr Kind mit Sicherheit dennoch zum Lernen motivieren.

Tipps zum Vermeiden von Hausaufgabenkonflikten

Hat Ihr Kind keine Lust, ist ständig abgelenkt, kann sich nicht konzentrieren und es dauert sehr lange, bis die Hausaufgaben erledigt sind? Ist es immer wieder aufs Neue ein Kampf, das Kind dazu zu bewegen, diese zu erledigen? Das Thema Hausaufgaben kann die Familie erheblich belasten.

Hausaufgaben sind wichtig, um den Lernstoff zu vertiefen, zu üben und sich auf den Unterricht vorzubereiten. Was also können Eltern tun, um ihr Kind zum Lernen zu motivieren und wie vermeiden Sie Hausaufgabenkonflikte?

Legen Sie dazu in der Familie als Erstes klare Regeln gemeinsam mit Ihrem Kind fest. Zum Beispiel:

  • Die Hausaufgaben werden täglich in der Zeit von … bis … erledigt.
  • Die Hausaufgaben werden am Schreibtisch ausgeführt.
  • Der Schreibtisch ist aufgeräumt.
  • Die Übungen und Aufgaben werden alleine begonnen.
  • Bei Fragen gebe ich dir einen Tipp.
  • Bei Fragen darfst du einen Schulfreund anrufen.
  • Die Hausaufgaben werden möglichst ordentlich erledigt.
  • Die Hausaufgaben werden anschließend zur Kontrolle vorgelegt.

Dies sind einige Beispiele, die vereinbart werden können. Halten Sie die festgelegten Regeln dann möglichst ein. Der Ablauf der Hausaufgaben muss zur Routine werden.

Tipps zu wichtigen Voraussetzungen für Motivation

Direkt nach der Schule ist das Kind abgespannt und müde und es ist kein guter Zeitpunkt, um die Hausaufgaben zu erledigen. Besser wäre es, wenn man sie möglichst zum gleichen Zeitpunkt am Nachmittag bewältigt und eine Lernzeit festlegt, also eine feste Zeit blockt. In dieser Zeit sollte sich das Kind aber auch nicht ablenken lassen. Lieber kurz und gründlich, als stundenlang an den Hausaufgaben sitzen.

Eine Voraussetzung für Motivation ist ein ansprechender fester Arbeitsplatz für das Kind. Der Schreibtisch sollte, wenn möglich, vor dem Fenster stehen und von der Spieleecke abgegrenzt sein. Ablenkende Gegenstände gehören nicht auf den Schreibtisch. Keine Störungen bzw. Ablenkungen durch Musik oder Fernsehen. Leise Entspannungsmusik im Hintergrund kann sich aber auch positiv auswirken. Das Zimmer sollte nicht zu warm und gut gelüftet sein.

Sollte Ihr Kind über einen längeren Zeitraum die Hausaufgaben nicht in der vorgegebenen Zeit erledigen, können Sie ihm helfen, indem Sie eine Eieruhr stellen. Damit weiß Ihr Kind, in welchem Zeitfenster es die Übungen erledigen müsste. So kann das Arbeitstempo nach und nach erhöht werden. Vielleicht schafft es dies nicht gleich von Anfang an, aber es wird sich langsam daran gewöhnen, die Aufgaben schneller zu bewältigen.

Motiviert durch die Wahl der Hausaufgabenreihenfolge

Lassen Sie Ihr Kind an seinem Arbeitsplatz ohne Hilfe beginnen. Es kann mit einer einfachen Hausaufgabe anfangen, danach die schwierige Aufgabe bearbeiten und mit einer leichten abschließen. Damit ist das Kind nicht direkt zu Anfang überfordert.

Hat Ihr Kind eine konkrete Frage, sagen Sie ihm die Lösung nicht vor, sondern helfen bzw. unterstützen sie im ersten Schritt nur indirekt. Geben Sie einen Hinweis oder einen Tipp, sodass Ihr Kind die Aufgabe dann eigenständig lösen kann.

Hat Ihr Kind alle Hausaufgaben erledigt? Wichtige Voraussetzung hierfür ist das Aufschreiben der Aufgaben in der Schule ins Hausaufgabenheft. Eine erledigte Hausaufgabe sollte von Ihrem Kind im Heft abgehakt werden.

Kontrolle und Feedback

Lassen Sie sich als Eltern das Hausaufgabenheft und die Hausaufgaben (eine Zeit lang) vorlegen. Auf kleine Fehler können Sie aufmerksam machen. „Die Aufgabe hast du richtig gerechnet. Prima! Schau mal, die Aufgabe solltest du noch einmal nachrechnen. Da kann etwas nicht stimmen.“ „In dem Wort ist ein Schreibfehler. Schau noch einmal in dein Buch/ Wörterbuch, ob du den Fehler selbst finden kannst.“ Grobe Fehler sprechen dafür, dass Ihr Kind die Hausaufgabe oder den Lernstoff nicht verstanden hat. Das sollte die Lehrerin/ der Lehrer auf jeden Fall wissen. Hat Ihr Kind die Hausaufgabe sehr unordentlich geschrieben, ist es für Sie einfacher, die Lehrerin entscheiden zu lassen, ob Ihr Kind die Hausaufgabe noch einmal anfertigen muss.

Ganz wichtig: Immer wieder schimpfen hilft nicht!

Schimpfen Sie als Eltern nicht mit Ihrem Kind, weil es vielleicht noch nicht so ordentlich, gründlich oder fehlerfrei gearbeitet hat, wie Sie es sich wünschen würden. Loben ist nicht immer leicht, wenn man andere Vorstellungen hat. Loben Sie trotzdem! „Ich freue mich, dass Du die Hausaufgaben ganz alleine erledigt hast. Super!“ „Du hast die Aufgaben schon schneller geschafft als sonst. Toll!“ „Schau mal, die Buchstaben gefallen mir besonders gut. Da hast du dir aber viel Mühe gegeben.“ Sollten die Hausaufgaben noch nicht ordentlich genug geschrieben sein, dafür aber fehlerfrei, kann man sich auch darüber freuen.

Der Schlüssel zum Lernerfolg ist die Motivation. Lob und Anerkennung motivieren. Erfolg spornt die Kinder an, ein weiteres Lob zu erhalten.

Motivationsförderung bei Kindern durch Belohnung

Versuchen Sie es doch einmal mit einem Verstärkerplan (Belohnungsplan)!

Der Verstärkerplan beinhaltet Folgendes:

  • Jede Partei (Mutter / Kind) formuliert freiwillig eine Vereinbarung und schreibt diese auf. Kann das Kind noch nicht schreiben, diktiert es seine Vereinbarung.
  • Es wird ein Zeitraum festgelegt, wann die Vereinbarung beginnt und endet.
  • Bei Einhaltung der Vereinbarung erhält das Kind täglich eine Belohnung, z. B. einen lachenden Smiley. Bei fünf / zehn lachenden Smileys erfolgt eine Belohnung.
  • Die Vereinbarung /der Vertrag wird mit einer Unterschrift beider Parteien besiegelt.

Die Verstärker müssen das Kind motivieren (z. B. Extrazeit mit einem Elternteil, Eis essen gehen, spätere Schlafenszeit am Wochenende z. B. 15 Minuten etc.).

So könnte ein Verstärkerplan zum Beispiel aussehen (Download):

Vereinbarung Kind: Ich möchte meine Hausaufgaben jeden Tag alleine erledigen.

Oder: Ich möchte die Hausaufgaben ordentlich erledigen und schön schreiben.

Oder: Ich möchte meine Hausaufgaben zügig erledigen und nicht trödeln.

Vereinbarung Mutter/ Vater: Ich gebe dir einen Tipp, wenn du mit den Aufgaben nicht weiterkommst.

Unser Plan gilt in der Zeit von ….. bis …..

Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag
🙂 🙂 🙂 🙂
Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag
🙂 🙂 🙂 🙂

Belohnung: Wenn du 5 lachende Smileys anmalen konntest, gehen wir gemeinsam ein Eis essen.

Unterschrift Kind: ______________________ Unterschrift Mutter /Eltern: _____________________

Das Kind sollte nach der Erledigung der Hausaufgaben selbst einschätzen, ob es sich gut an die Vereinbarung gehalten hat. Erklären Sie dann, ob sich Ihr Kind richtig eingeschätzt hat oder nicht. Bei Einhaltung der Vereinbarung malt das Kind den lachenden Smiley in seiner Lieblingsfarbe an, bei Nichteinhaltung wird der Smiley durchgestrichen.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten in der Erziehung, so einen Verstärkerplan nach seinen eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Man könnte z. B. auch Bälle statt Smileys verwenden, die bunt angemalt werden. Bei Einhaltung der Vereinbarung wird der ganze Ball ausgemalt. Ansonsten kann das Kind aufzeigen, wie gut es schon mit der Vereinbarung geklappt hat, indem es nach Absprache mit der Mutter den Ball z. B. 1/4 , 1/2 oder 3/4 ausmalen kann. Für die Belohnung zählen die vollständig ausgemalten Bälle.
Die Verstärkerbögen können abgeheftet werden, sodass man den Fortschritt dokumentieren und nachverfolgen kann. „In der ersten Woche konntest du die Vereinbarung noch gar nicht einhalten. Jetzt gelingt es dir schon zweimal, manchmal sogar dreimal. Das finde ich super!“

Nach einer Zeit ist es möglich, die Pläne wieder abzusetzen, weil sich der Ablauf routiniert hat. Das Kind lernt zunehmend für sich und nicht mehr für die Belohnung.

Hier können Sie den Verstärkerplan herunterladen.

Bleiben Sie dran – geben Sie nicht auf!

Sicherlich ist es nicht immer leicht, Kinder bzw. Schüler zum Lernen zu motivieren und ihren Ehrgeiz zu wecken. Es ist ein Lernprozess und funktioniert nicht von heute auf morgen. Fangen Sie am besten direkt nach der Einschulung in die Grundschule damit an. Geduld ist gefragt! Ein strukturierter Tagesablauf, feste Hausaufgabenzeiten und feste Rituale erleichtern die Voraussetzungen, um die Hausaufgaben motiviert zu erledigen und für die Schule zu lernen. Nutzen Sie, wenn Sie mögen, den Belohnungsplan, setzen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind ein Ziel. Sollte die Beziehung zum Lernstoff fehlen, besorgen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Lernmaterial, dass das Interesse des Kindes für das jeweilige Thema weckt. Erkennen Sie die Leistung Ihres Kindes an und loben Sie ihr Kind.

Sorgen Sie dafür, dass das Kind ausreichend schläft. Konsequenz ist eine wichtige Grundlage für die Erziehung! Dies gilt natürlich besonders für die Vereinbarungen, die Sie mit dem Kind treffen bzw. getroffen haben.

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Sonntagabend, und du weißt genau: Morgen muss ich wieder in die Schule. Jeder kennt dieses Gefühl. Unsere Tipps für mehr Selbstmotivation helfen dir, mit mehr Power in deinen Schulalltag zu starten.

#1 Tipp: Mit dem Wecker fängt es an

PIEP, PIEP, PIEP! Das penetrante Geräusch deines Weckers am Morgen sorgt nicht gerade für gute Laune? Natürlich wird niemand gern aus dem Schlaf gerissen. Mit deinem Lieblingssong als Weckton kann das Aufstehen viel angenehmer sein als mit einem nervigen Piepen.

Eine andere Möglichkeit sind spezielle Apps, die dich dann wecken, wenn du nicht so tief schläfst. Dadurch bist du nicht so müde, wie wenn du während einer Tiefschlafphase geweckt wirst.

Wer ein langsames Wachwerden wie durch Sonnenschein lieber mag, kann auch zu einem Wecker greifen, der mittels heller werdendem Licht weckt.

#2 Tipp: Musik als Gute-Laune-Macher

Dass Musik gute Laune macht und motiviert, ist ja nichts Neues. Also einfach direkt beim Duschen das Radio laufen lassen und ganz laut mitsingen oder auf dem Weg zur Schule die Lieblingsmusik hören – und schon stehst du dem Schulalltag positiver und mit viel mehr Selbstmotivation gegenüber.

#3 Tipp: Frühstück nicht vergessen

Beginne den Tag mit etwas Leckerem. Das hebt deine Laune und du sitzt nachher nicht mit knurrendem Magen in der Schule. Wie wäre es mit einem fruchtigen Smoothie? Oder einem knusprigen Müsli? Am besten nimmst du dir für das Frühstück ein bisschen Zeit, denn ohne Zeitdruck kannst du das Frühstück doppelt genießen.

#4 Tipp: Definiere dein Ziel

Du solltest dir immer bewusst sein, dass die Schule einen Nutzen für dich ganz persönlich hat. Wer sein Ziel klar vor Augen hat, ist motiviert. Du möchtest Arzt werden? Dann brauchst du ein Abitur. Du möchtest Koch werden? Dann hol dir einen guten Schulabschluss, um gute Chancen auf einen tollen Ausbildungsplatz zu bekommen. Schule muss keine nervige Pflichtaufgabe sein, du kannst damit die Grundlage für deine Zukunft schaffen!

#5 Tipp: Freunde treffen

Wenn du an die Schule denkst, denkst du vielleicht als erstes an nervige Lehrer oder dein Horrorfach. Aber die Schule ist auch der Ort, an dem du deine Freunde triffst – vielleicht sogar deinen Schwarm. Und mit diesen Menschen lässt sich so ein Schulalltag doch viel angenehmer erleben, oder? In den Pausen ist dann auch mal Zeit für private Themen.

#6 Tipp: Gegenseitige Motivation

Das Gemeinschaftsgefühl wird durch gemeinsames Lernen und vor allem gemeinsamen Erfolg gestärkt. Wenn du zum Beispiel mal wieder zusammen mit einem Freund für eine anstehende Klassenarbeit gelernt hast und sich das mit einer guten Note auszahlt, könnt ihr ruhig mal stolz auf euch sein. Aber auch wenn es bei einem von euch mal nicht so gut läuft, hilft es, sich gegenseitig Mut zuzureden und sich zu unterstützen.

#7 Tipp: Such dir Hobbys

Wer motiviert in die Schule geht, lernt besser. Was dir das bringt? Du hast mehr Zeit für deine Hobbys! Viele Schüler wünschen sich ganz viel Freizeit. Das ist auch kein Problem. Wenn du in der Schule motiviert lernst und mitarbeitest, musst du zuhause weniger machen und hast so mehr freie Zeit.

#8 Tipp: Sei überzeugt von dir selbst

So ziemlich jeder hat doch dieses eine Schulfach, in dem er nicht so gut ist. Sei es Mathe, Sport oder Physik. Dadurch kann sich bei manch einem das Gefühl im Kopf festsetzen, nicht gut genug zu sein. Dies wiederum kann zu Frust und fehlender Motivation führen. Sei überzeugt von dir und versuche, mit einer neuen positiven Sichtweise an Dinge heranzugehen. Das macht nicht nur mehr Spaß, die Wahrscheinlichkeit, dass du erfolgreicher bist, ist viel größer als bei einer negativen Grundeinstellung.

#9 Tipp: Schreib deine Erfolge auf

Wenn du mal in einem negativen Gedankenstrudel gefangen bist und nur deine Misserfolge siehst, hilft dir eine Liste mit Dingen, die du schon geschafft hast. Das kann deine erste gute Note in Mathe oder eine tolle Präsentation, die du in der Schule vorgestellt hast, sein. Halte deine Erfolgsmomente fest. Sie helfen dir auch in schweren Zeiten, nicht den Glauben an dich zu verlieren.

#10 Tipp: Auch mal eine Auszeit gönnen

Du lernst und lernst und lernst und es geht einfach nichts mehr in deinen Kopf? – Ja, wer kennt das nicht. Selbstmotivation aufzubauen, kann da ganz schön schwerfallen. Die Lösung ist manchmal jedoch ganz einfach: Ab und zu auch mal eine Pause machen! Spätestens nach anderthalb Stunden solltest du beim Lernen eine längere Pause einplanen, um neue Konzentration zu sammeln. Denn der Kopf kann irgendwann keine Informationen mehr aufnehmen. Genau aus diesem Grund gibt es auch in der Schule Pausen. Also richte dir auch solche Auszeiten beim Lernen ein und nutze sie, um kurz Luft zu holen.

Keine Lust auf Schule? 10 Tipps, wie Sie Ihr Kind motivieren

Nicht alle Kinder gehen gern in die Schule. Langweilige im Unterricht, keine Freunde oder schlechte Noten – es gibt viele Gründe, warum die Lust am Lernen auch mal fehlen kann. Aber auch einiges was dagegen hilft. Wie Eltern ihre Kinder wieder für die Schule motivieren.

Jedes Kind hat mal keine Lust auf Schule. So geben Sie ihrem Kind einen Motivationsschub. Foto: PeopleImages – E+

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Von Sigrid Schulze

Tipp 1: Kinder experimentieren lassen

Eltern müssen die Freude am Lernen nicht wecken, aber sie sollten versuchen, sie zu erhalten. Kinder wollen lernen! Schon von klein auf ist es ihnen ein grosses Bedürfnis, die Zusammenhänge der Welt zu entdecken, um sie zu verstehen. Eltern tun deshalb gut daran, ihren Lerneifer nicht zu stoppen, auch dann nicht, wenn in der Wohnung mal Chaos entsteht oder der Zeitplan nicht eingehalten werden kann. „Versuch macht klug“, daran glaubte schon die italienische Maria Montessori, Begründerin der Montessori-Pädagogik. Denn Kinder brauchen konkrete Erlebnisse, die sie staunen lassen: „Aha – so ist das also!“ Und sie brauchen Eltern, die sich mit ihnen über die Aha-Erlebnisse freuen. So wird der Lernerfolg mit Gefühlen wie Freude und Glück gekoppelt. Diese schönen Emotionen sorgen wiederum für Motivation am Lernen. Selbstständiges Ausprobieren und Experimentieren sind also nicht nur die Grundlage für neues Wissen, sondern auch für Freude am Lernen.

Tipp 2: Vor dem Schulbeginn locker bleiben

Für die meisten Eltern ist die Einschulung ein besonderer Moment, dem sie nicht nur mit Freude, sondern auch mit Besorgnis entgegen sehen. „Wird mein Kind in die Schule passen?“, „Wird es sich dort wohl fühlen?“, „Wird es im Unterricht gut mitkommen?“, solche Fragen drängen sich auf. Mit den Sorgen sollten Eltern ihr Kind nicht belasten. „In der Schule wirst du schon lernen, ruhig zu sitzen!“, „Wenn du in der Schule bist, darfst du auch keine Widerworte geben“, „Du solltest mit Louis nicht streiten, denn er ist der einzige aus dem Kindergarten, der mit dir in die Schule gehen wird“, solche Sätze stimmen das Kind negativ auf den Lernort Schule ein. Wem es schwer fällt, mit dem Kind locker und sachlich über die Schule zu reden, findet Hilfe in vielen Bilderbüchern, die Kinder gut darüber informieren, was in der Schule auf sie zukommen wird.

Tipp 3: Nicht auf Noten schielen

„Lernt mein Kind gut, kommt es gut mit?“ Manche Eltern denken und reden von Noten, noch bevor es überhaupt erste Zensuren gibt. Dabei macht es viel Sinn, einmal über den Wert von Noten nachzudenken. Zensuren sichern keine glorreiche Zukunft. Sie zeigen nicht an, ob ein Kind für ein Fach begabt ist oder nicht. Und vor allem sagen sie nichts über den Wert eines Kindes an sich aus. Sie beantworten lediglich die Frage, ob das Kind einen bestimmten Lerninhalt verstanden hat und an einem bestimmten Tag, am Tag des Tests, anwenden konnte. Viel wichtiger, als auf gute Zensuren hinzuarbeiten, ist es, Freude am Tun zu fördern.

Tipp 4: Hausaufgaben sind Kindersache

Hausaufgaben sind Schülersache! Eltern, die sich zu sehr einmischen, können demotivierend wirken. Lassen Sie Ihr Kind die Hausaufgaben allein und nach seinen eigenen Massstäben machen. Es ist Aufgabe der Lehrperson, mit dem Kind zu sprechen, wenn die Hausaufgaben nicht ihre Erwartungen erfüllen sollten. Sich bei den Hausaufgaben nicht aufzudrängen, bedeutet aber nicht, keine Hilfe in verzweifelten Situationen zu leisten.

Tipp 5: Guten Kontakt zu Lehrern halten

Eltern und Lehrer müssen nicht immer der gleichen Meinung sein, aber ein guter Draht erleichtert die Kommunikation. Je besser der Draht zur Lehrperson, umso leichter lassen sich Schwierigkeiten lösen, bevor sie zu grösseren Problemen ausarten, die das Kind beim Lernen belasten könnten. Reagieren Sie auf Einladungen zum Elternsprechtag und Elternabend. Klären Sie kleinere Fragen zwischendurch per Brief, den das Kind mit in die Schule nimmt. Bei komplexeren Problemen können Sie die Sprechstunde aufsuchen. „In der Regel dürfen Eltern dem Lehrer als pädagogische Fachkraft vertrauen – und gleichzeitig guten Kontakt halten. Dann lassen sich viele Missverständnisse vermeiden und Probleme in kurzen Gesprächen leicht klären“, so Heidemarie Brosche, Autorin des Ratgebers „Warum Lehrer gar nicht so blöd sind“.

Tipp 6: Interessen fördern

Die Schule ist nicht der einzige Ort, an dem sich lernen lässt. Das Leben ist so spannend – überall lassen sich interessante Erfahrungen machen, die ein Kind bereichern und anregen. Wofür interessiert sich Ihr Kind aktuell? Für ein Kind, das Tiere liebt, wird ein Besuch im Tierheim oder im Wildgehege ein spannender Ausflug. Ihr Kind rechnet gern? Vielleicht hat es Freude, erste Schritte im Programmieren zu machen. Möglicherweise interessiert es sich aktuell für Klavier, weil im Unterricht über Mozart gesprochen wurde.

Tipp 7: Spontanität zulassen

Heute ein Interesse zu haben, bedeutet für ein Kind aber nicht, sich gleich viele Monate an ein Hobby binden zu wollen. Das Leben ist bunt, es gibt so viel zu lernen und zu entdecken! Kein Lernerlebnis ist verschenkt, nur weil es nicht so lange dauert wie Erwachsene sich vielleicht wünschen. Schon eine kurze Zeit Musikunterricht bringt viel – einen Eindruck von Rhythmik und Harmonie, ein Mehr an Fingermotorik und Konzentration. Ein Kind, das in einem Kurs bleiben muss, obwohl es längst die Lust am Hobby verloren hat, verpasst Interessanteres und verliert ein Stück Freude am Lernen.

Tipp 8: Freundschaften fördern

Wer an die eigene Schulzeit zurückdenkt, erinnert sich möglicherweise gar nicht zuerst an den Unterricht, sondern an die Mitschüler. Denn die Freunde in der Schule sind das Salz in der Suppe. Wichtig ist es deshalb, Freundschaften zu fördern. So können Sie gute Spielmöglichkeiten zu Hause für das Kind und seine Schulfreunde schaffen. Wichtiger als viel Platz ist es, Kreativität und auch ein gewisses Mass an Unordnung zuzulassen.

Tipp 9: Das Kind wertschätzen

„Eltern sollen ihr Kind oft loben“, ist oft zu hören. Doch Erziehungsexperten sehen das Loben kritisch, denn Lob kann abhängig machen. Ein Lob wie „Du bist toll, weil du eine gute Note erzielt hast“ verbindet die Leistung des Kindes mit seinem Wert als Menschen. Wenn Kinder beginnen, sich für ein Lob zu engagieren, haben sie den Spass an der Sache längst verloren. Eine Ermutigung wie „Du hast viel geübt, deshalb hast Du einen Fünfer bekommen“ dagegen fördert den Willen, aus eigenem Antrieb aktiv zu werden. Dieser Satz beinhaltet keine Bewertung nach persönlichen Massstäben, sondern ist objektiv nachvollziehbar. Ermutigung schätzt die Bemühung an sich an, ohne den Erfolg zu bewerten. „Ermutigung ist ein Geschenk! Niemand muss sie sich verdienen“, schreiben die Autoren des Elternbuches „STEP-Elterntraining“. Wer versucht, sein Kind zu ermutigen, zeigt ihm: „Du gehörst zu uns, so wie Du bist. Du darfst Fehler machen.“ Ermutigung erwartet also keine Perfektion. Das Kind lernt, sich so anzunehmen, wie es ist. Insofern macht Ermutigung das Kind frei, seinen eigenen Weg zu gehen und Erfolge selbst zu beurteilen.

Tipp 10: Vorbild sein

Welcher Vogel singt da so schön? Was macht der Regenwurm in der Nacht? Lässt sich ein Blasrohr selber bauen? Eltern können Kindern in alltäglichen Situationen immer wieder zeigen, wie viel Freude das Lernen macht. Und sie können dabei Vorbild sein, indem sie ihren eigenen Interessen nachgehen – und den Kindern davon erzählen.

Die Noten zählen schon für den Schulabschluss oder in der Berufsschule stehen wichtige Prüfungen an – doch der Nachwuchs hat alles andere im Kopf, als zu lernen. Petra Buchwald vom Bildungsinstitut der Universität Wuppertal weiß, wie Eltern Jugendlichen helfen können und wie schon Kinder lernen, am Ball zu bleiben.

SZ.de: Was ist der Grund, wenn Kinder und Jugendliche keine Lust mehr auf Schule haben?

Petra Buchwald: Das kann zum Beispiel an der Pubertät liegen. Um ihre Identität zu finden, müssen Jugendliche unabhängig von ihren Eltern werden, sich von der Erwachsenenwelt abgrenzen. Das ist eine einschneidende Phase, mit der sich die jungen Menschen so intensiv auseinandersetzen müssen, dass für Pflichten oft wenig Raum bleibt. Teenager sind stark mit sich selbst beschäftigt – und mit dem anderen Geschlecht.

Und die Schule gehört für sie zur Erwachsenenwelt, von der sie sich distanzieren?

Genau, schließlich wurden sie in der Schule bislang stets von Erwachsenen dominiert, nun wollen sie selbst die Führung übernehmen. Doch der alte Spruch stimmt ja: Man lernt nicht für Schule oder Lehrer, sondern für sich selbst. Aber es ist ein weiter, beschwerlicher Weg zur Selbstverantwortung und -motivation.

Wie können Eltern ihren Kindern dabei helfen?

Es ist wirklich sehr wichtig, dass sie sich in die Lage der Jugendlichen hineinversetzen. Schließlich mussten wir diese Zeit alle schon mal durchmachen. Und trotz allen Rebellierens sind die Jugendlichen noch Kinder, die unsere Liebe, Fürsorge und Verständnis brauchen – was nicht bedeutet, keine Grenzen zu setzen. Es ist immens wichtig, mit dem Jugendlichen im Gespräch zu bleiben. Und da stellt sich die Frage, wie gut Eltern überhaupt kommunizieren können.

Reden sie an ihren Kindern vorbei?

Ja, es kommt häufig zu Missverständnissen. Viele wissen fast nichts über Kommunikation. Sie müssten sich mehr damit auseinandersetzen, wie sie mit ihren Kindern reden und wie das beim Kind ankommt: Wie würden sie sich selbst fühlen, wenn jemand so mit ihnen spricht?

Wie wirkt sich der Gesprächston konkret aus?

Wer zum Beispiel mit einer Wenn-dann-Drohung Gehorsam einfordert, wird noch mehr Revolte auslösen: „Wenn du nicht pünktlich da bist, dann kannst du das Ausgehen in den nächsten Wochen abschreiben!“ Ganz anders wirkt es positiv formuliert: „Wenn du es hinbekommst, pünktlich da zu sein, habe ich kein Problem mit den nächsten Partys.“ Da sagt man inhaltlich fast dasselbe, aber mit einer ganz anderen Wirkung: Dieser Satz motiviert statt zu frustrieren. Leider wird Eltern eine gute Erziehung nicht gelehrt, so dass sie meist auf eigene Erfahrungen zurückgreifen – und das sind oft auch Gebote und Verbote. Es ist schwierig, von der eigenen Prägung Abstand zu nehmen.

Besonders wenn das Kind doch unpünktlich heimkommt und man aus Angst und Zorn falsch reagiert …

Es ist schon positiv, wenn Eltern das hinterher merken und ihr eigenes Verhalten in Frage stellen. Dann können sie das eingestehen, sich entschuldigen und erklären, weshalb sie so aufgebracht waren. Da verlieren Mütter und Väter weder ihre Macht noch das Gesicht, sondern gewinnen an Souveränität. Und ihr Kind lernt dabei, wie man Gefühle ausdrücken kann.

„Mathe kapier ich einfach nicht.“ „Die Deutschlehrerin ist doof.“ „Die Schulaufgabe war viel zu schwierig.“ „Ich hab echt keinen Bock heute!“ Keine Motivation, keinen Bock auf Schule – so geht es wohl fast jedem Kind manchmal. Vielleicht ist die Lehrerin wirklich gerade nicht die Netteste. Oder der Stoff ist tatsächlich zu schnell durchgepaukt worden, und der Nachwuchs kam nicht mit. Manche Schüler haben auch einfach kein Interesse an Gedichtanalysen. Gerade in der Pubertät haben Kinder sowieso andere Prioritäten: Freunde, Musik, Computerspiele – die Schule rangiert da oft auf den hinteren oder gar hintersten Plätzen. „Für was soll ich Terme lernen? Das brauche ich nie wieder“, motzt der 13-jährige Hannes regelmäßig bei seinen Mathehausaufgaben.

Es macht mich wahnsinnig, dass ich meinen Sohn ständig antreiben mussKerstin, Mutter eines 14-Jährigen

Wenn Kinder ab und an keine Lust auf Schule haben, ist das nicht so schlimm. Wenn sie aber gar nicht mehr motiviert sind, im Unterricht nicht mehr mitmachen und sich nur noch um die Hausaufgaben drücken, dann wird es schwierig, und meist gibt es dann Streit in der Familie. „Es macht mich wahnsinnig, dass ich meinen Sohn ständig antreiben muss“, sagt Kerstin. Der 14-Jährige vergisst regelmäßig Hefte in der Schule, verpasst Abgabetermine und lernt nur, wenn man ihn mehrmals auffordert, immer wieder ermahnt oder gar mit Strafen wie Handy­entzug droht.

Von solchen Drohungen halten Experten wie der ­Motivationsforscher Thomas Martens nichts.“ Wenn ein Kind noch ein Mindestmaß an Motivation hat, dann kann eine Belohnung einen zusätzlichen Motivationsschub geben“, sagt der Professor für Pädagogische Psychologie an der Medical School Hamburg. „Aber grundsätzlich ist das System Belohnung oder Strafe keine gute Idee. Denn man muss dieses System die ganze Zeit aufrechterhalten. Das ist für alle Beteiligten wahnsinnig anstrengend. Und man muss sich klar sein: Wenn das System Belohnung und Bestrafung wegfällt, dann ist auch das erzeugte Lernverhalten wieder weg.“

Doch die Jugendlichen an der langen Leine zu lassen, ist auch keine Lösung. „In der Pubertät brauchen Kinder manchmal ein bisschen Pfeffer, damit sie in der Schule durchkommen, bis die kritischen Jahre vorbei sind“, sagt Diplom-Pädagoge Detlef Träbert vom Schulberatungsservice „Schubs“. Da heißt es konsequent sein. Klare Elternansagen sind gefragt: „Um die Hausaufgaben kommst du nicht rum. Zuerst musst du deine Pflichten erledigen, dann kannst du deine Freunde treffen.“

Wie sollen Kinder Eigenverantwortung lernen, wenn Eltern Leistung durch Strafmaßnahmen erzwingen wollen?Detlef Träbert vom Schulberatungsservice „Schubs“

Reagiert ein Kind darauf nicht, sollten Eltern ihrem Nachwuchs mögliche Konsequenzen aufzeigen. Nach dem Motto: „Wenn ich im Beruf meine Pflichten vernachlässige, werde ich abgemahnt, ­bekomme eine Gehaltskürzung oder werde sogar entlassen. Wenn du ­deine Pflichten vernachlässigst, wirst du auch Konsequenzen erleben. Und zwar schlechte Noten, Nachsitzen, einen Verweis, oder du bleibst sogar sitzen.“ Kein Kind wolle eine Sechs schreiben oder aus dem Klassenverband gerissen werden – deshalb seien diese Konsequenzen schon Strafe genug. Zusatzdenkzettel wie Handy- oder Computerverbot lehnt Träbert aber wie sein Kollege Martens ab: „Wie sollen Kinder Eigenverantwortung lernen, wenn Eltern da noch mehr erzwingen wollen durch elter­liche Strafmaßnahmen?“

Aber hinter Lernunlust kann auch etwas ganz anderes stecken. Manchmal verstehen Kinder den Stoff einfach nicht und sind frustriert. Da hilft es zu sagen: „Was sollst du denn ­machen? Was genau verstehst du nicht?“ Oft kommt das Kind durch Erklären des Problems oder genaues ­Lesen selbst auf die Lösung. In einigen Fällen muss man eine Beispielauf­gabe zusammen durchrechnen, und das Kind kann danach selbstständig weitermachen. Falls nicht, ist ein Hinweis an die Lehrkraft gut, dass das Kind die Hausaufgabe nicht konnte. Träbert sagt dazu: „Wenn statt des Kindes die Eltern die Hausaufgaben machen, bekommt der Lehrer ja keine objek­tive Rückmeldung, wo das Kind steht.“

Manchmal haben Kinder auch einfach keine Lust, sich anzustrengen. Diese Null-Bock-Haltung kann sich verstärken, wenn die Eltern falsch darauf reagieren. „Wenn sich Mama oder Papa sofort dazusetzen, dem Kind die Denkarbeit abnehmen, Aufgaben vorlesen oder vielleicht sogar die Aufgaben machen, dann wird das Kind diese Verhaltensweise immer häufiger praktizieren“, so Träbert, der lange Jahre als Grund- und Hauptschullehrer unterrichtet hat. Hausaufgaben seien die Verantwortung der Kinder, betont Träbert, nicht der Eltern.

Kinder müssen es schaffen, die Schulinhalte zu ihren eigenen Lerninhalten zu machenMotivationsforscher Thomas Martens

„Kinder müssen es schaffen, die Schulinhalte zu ihren eigenen Lerninhalten zu machen“, betont auch Motivationsforscher Martens. Für hartnäckige Fälle hat er einen Tipp: „Manchmal muss man die Uhr auch auf null zurücksetzen. Es kann zum Beispiel helfen, ein völlig unbelastetes Lern­thema zu suchen. Das Kind soll sich ein Thema aussuchen, das es wirklich interessiert. Wichtig ist, dass das Kind eine optimale Lernumgebung hat. Es sollte klare Lernziele bekommen, die in kleinen Schritten zu einem schnellen Lernerfolg führen. Dazu braucht das Kind immer wieder inhaltliches Feedback: ‚Dies hast du gut gemacht, dort hakt es noch.‘ So kann die Freude am Lernen neu geweckt werden.“

Grundsätzlich sollten Mama und Papa aber den Überblick behalten, was in der Schule ansteht. Möglich sind zum Beispiel Hausaufgaben­konferenzen zwischen Kindern und Eltern: Das Kind zeigt ein- bis ­zweimal pro Woche, was es in der Schule macht, was gut gelaufen ist oder wo es Probleme gibt. Träberts Rat: „Setzen Sie sich mit den Kindern zusammen, hören Sie zu und reden Sie in Ruhe über Probleme.“ Aber falls die „Null Bock auf nichts“-Haltung bleibt, ­sollten Eltern nicht davor ­zurückschrecken, Hilfe zu suchen: beim Lehrer, beim Schulpsychologen oder auch bei Schul- und Erziehungsberatungsstellen.

Claudia Steiner

Keinen Bock auf Schule: So fördern Sie die Motivation Ihres Kindes

„Mathe kapier ich einfach nicht.“ „Die Deutschlehrerin ist doof.“ „Die Schulaufgabe war viel zu schwierig.“ „Ich hab echt keinen Bock heute!“ Keine Motivation, keinen Bock auf Schule – so geht es wohl fast jedem Kind manchmal. Vielleicht ist die Lehrerin wirklich gerade nicht die Netteste. Oder der Stoff ist tatsächlich zu schnell durchgepaukt worden, und der Nachwuchs kam nicht mit. Manche Schüler haben auch einfach kein Interesse an Gedichtanalysen. Gerade in der Pubertät haben Kinder sowieso andere Prioritäten: Freunde, Musik, Computerspiele – die Schule rangiert da oft auf den hinteren oder gar hintersten Plätzen. „Für was soll ich Terme lernen? Das brauche ich nie wieder“, motzt der 13-jährige Hannes regelmäßig bei seinen Mathehausaufgaben.

Es macht mich wahnsinnig, dass ich meinen Sohn ständig antreiben muss Kerstin, Mutter eines 14-Jährigen

Wenn Kinder ab und an keine Lust auf Schule haben, ist das nicht so schlimm. Wenn sie aber gar nicht mehr motiviert sind, im Unterricht nicht mehr mitmachen und sich nur noch um die Hausaufgaben drücken, dann wird es schwierig, und meist gibt es dann Streit in der Familie. „Es macht mich wahnsinnig, dass ich meinen Sohn ständig antreiben muss“, sagt Kerstin. Der 14-Jährige vergisst regelmäßig Hefte in der Schule, verpasst Abgabetermine und lernt nur, wenn man ihn mehrmals auffordert, immer wieder ermahnt oder gar mit Strafen wie Handy­entzug droht.

Von solchen Drohungen halten Experten wie der ­Motivationsforscher Thomas Martens nichts.“ Wenn ein Kind noch ein Mindestmaß an Motivation hat, dann kann eine Belohnung einen zusätzlichen Motivationsschub geben“, sagt der Professor für Pädagogische Psychologie an der Medical School Hamburg. „Aber grundsätzlich ist das System Belohnung oder Strafe keine gute Idee. Denn man muss dieses System die ganze Zeit aufrechterhalten. Das ist für alle Beteiligten wahnsinnig anstrengend. Und man muss sich klar sein: Wenn das System Belohnung und Bestrafung wegfällt, dann ist auch das erzeugte Lernverhalten wieder weg.“

In der Pubertät brauchen Kinder ­manchmal Pfeffer

Doch die Jugendlichen an der langen Leine zu lassen, ist auch keine Lösung. „In der Pubertät brauchen Kinder manchmal ein bisschen Pfeffer, damit sie in der Schule durchkommen, bis die kritischen Jahre vorbei sind“, sagt Diplom-Pädagoge Detlef Träbert vom Schulberatungsservice „Schubs“. Da heißt es konsequent sein. Klare Elternansagen sind gefragt: „Um die Hausaufgaben kommst du nicht rum. Zuerst musst du deine Pflichten erledigen, dann kannst du deine Freunde treffen.“

Wie sollen Kinder Eigenverantwortung lernen, wenn Eltern Leistung durch Strafmaßnahmen erzwingen wollen? Detlef Träbert vom Schulberatungsservice „Schubs“

Reagiert ein Kind darauf nicht, sollten Eltern ihrem Nachwuchs mögliche Konsequenzen aufzeigen. Nach dem Motto: „Wenn ich im Beruf meine Pflichten vernachlässige, werde ich abgemahnt, ­bekomme eine Gehaltskürzung oder werde sogar entlassen. Wenn du ­deine Pflichten vernachlässigst, wirst du auch Konsequenzen erleben. Und zwar schlechte Noten, Nachsitzen, einen Verweis, oder du bleibst sogar sitzen.“ Kein Kind wolle eine Sechs schreiben oder aus dem Klassenverband gerissen werden – deshalb seien diese Konsequenzen schon Strafe genug. Zusatzdenkzettel wie Handy- oder Computerverbot lehnt Träbert aber wie sein Kollege Martens ab: „Wie sollen Kinder Eigenverantwortung lernen, wenn Eltern da noch mehr erzwingen wollen durch elter­liche Strafmaßnahmen?“

Aber hinter Lernunlust kann auch etwas ganz anderes stecken. Manchmal verstehen Kinder den Stoff einfach nicht und sind frustriert. Da hilft es zu sagen: „Was sollst du denn ­machen? Was genau verstehst du nicht?“ Oft kommt das Kind durch Erklären des Problems oder genaues ­Lesen selbst auf die Lösung. In einigen Fällen muss man eine Beispielauf­gabe zusammen durchrechnen, und das Kind kann danach selbstständig weitermachen. Falls nicht, ist ein Hinweis an die Lehrkraft gut, dass das Kind die Hausaufgabe nicht konnte. Träbert sagt dazu: „Wenn statt des Kindes die Eltern die Hausaufgaben machen, bekommt der Lehrer ja keine objek­tive Rückmeldung, wo das Kind steht.“

Das Kind trägt die Verantwortung für die Schule

Manchmal haben Kinder auch einfach keine Lust, sich anzustrengen. Diese Null-Bock-Haltung kann sich verstärken, wenn die Eltern falsch darauf reagieren. „Wenn sich Mama oder Papa sofort dazusetzen, dem Kind die Denkarbeit abnehmen, Aufgaben vorlesen oder vielleicht sogar die Aufgaben machen, dann wird das Kind diese Verhaltensweise immer häufiger praktizieren“, so Träbert, der lange Jahre als Grund- und Hauptschullehrer unterrichtet hat. Hausaufgaben seien die Verantwortung der Kinder, betont Träbert, nicht der Eltern.

Kinder müssen es schaffen, die Schulinhalte zu ihren eigenen Lerninhalten zu machen Motivationsforscher Thomas Martens

„Kinder müssen es schaffen, die Schulinhalte zu ihren eigenen Lerninhalten zu machen“, betont auch Motivationsforscher Martens. Für hartnäckige Fälle hat er einen Tipp: „Manchmal muss man die Uhr auch auf null zurücksetzen. Es kann zum Beispiel helfen, ein völlig unbelastetes Lern­thema zu suchen. Das Kind soll sich ein Thema aussuchen, das es wirklich interessiert. Wichtig ist, dass das Kind eine optimale Lernumgebung hat. Es sollte klare Lernziele bekommen, die in kleinen Schritten zu einem schnellen Lernerfolg führen. Dazu braucht das Kind immer wieder inhaltliches Feedback: ‚Dies hast du gut gemacht, dort hakt es noch.‘ So kann die Freude am Lernen neu geweckt werden.“

Grundsätzlich sollten Mama und Papa aber den Überblick behalten, was in der Schule ansteht. Möglich sind zum Beispiel Hausaufgaben­konferenzen zwischen Kindern und Eltern: Das Kind zeigt ein- bis ­zweimal pro Woche, was es in der Schule macht, was gut gelaufen ist oder wo es Probleme gibt. Träberts Rat: „Setzen Sie sich mit den Kindern zusammen, hören Sie zu und reden Sie in Ruhe über Probleme.“ Aber falls die „Null Bock auf nichts“-Haltung bleibt, ­sollten Eltern nicht davor ­zurückschrecken, Hilfe zu suchen: beim Lehrer, beim Schulpsychologen oder auch bei Schul- und Erziehungsberatungsstellen.

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Ich bin ein Lehrerkind. Als Sohn zweier Lehrer, pardon: zweier Lehrpersonen, genauer: einer Lehrerin und eines Lehrers passt man sich entweder an oder rebelliert dramatisch gegen die Eltern (ich weiss, das ist im Prinzip bei allen Kindern so, aber bei Kindern von Lehrern gibt es meiner Erfahrung nach nur die zwei Extreme). Ich, der ich von Natur aus harmoniebedürftig bin, passte mich an. Heisst: Ich ging gerne zur Schule, ich führte mich in der Schule anständig auf, ich respektierte die Lehrperson und deren Autorität, machte meine Hausaufgaben, lernte, beteiligte mich am Unterricht. Ich war sozusagen ein Streber. Weil vor allem mein Vater beim Mittagstisch von der Arbeit erzählte und sich nicht selten über seine Schüler beschwerte, entwickelte ich sogar Verständnis für die Sorgen und Probleme der Lehrer. Ja, ja macht ihr jetzt nur Witze über Gehirnwäsche.

Und dann war da plötzlich ein Kind, mein Stiefsohn Ben, der mit Schule so gar nichts am Hut hatte. Sah keinen Sinn darin, hatte keinen Spass daran. Schreibt heute noch seine Hausaufgaben nicht ein, glaubt, nach zwei, drei Minuten, bereits alles erledigt zu haben, trickst, wo er nur kann, gibt viel zu schnell auf, stellt sich quer.

Ihr könnt es euch sicher denken: Das weckte meinen Ehrgeiz. Denn auch wenn ich das Lehrergen nicht auslebe, ist es doch ausgeprägt in mir. Aber wie macht man einem Kind, das für die Schule nichts als Verachtung übrig hat, dieselbe schmackhaft? Spoiler alert: Ich habe es bist jetzt, sprich nach 7 Jahren, nicht geschafft. Obwohl ich es angestrengt versucht habe: Ich habe Rechenbeispiele mit Fussballern erfunden, veranschaulichende Zeichnungen angefertigt, Wörtchen abgefragt, Eselsbrücken aufgezeigt, auf Ben eingeredet, Advocatus Diaboli gespielt (denn zumindest der eine Lehrer von Ben ist ein Korinthenkacker erster Güte, dem Empathie und Motivationsfähigkeit abgehen) – vielleicht half es etwas, aber ein engagierter Schüler (dass er ein guter Schüler ist, verlange ich ja gar nicht) ist Ben dadurch nicht geworden.

Auch wenn es mir schwerfällt und mir bewusst ist, dass Ben sicher mindestens zur Hälfte Anteil an diesem Zustand hat; ich muss hier die Schule in die Pflicht nehmen. Die Primarschule, deren Aufgabe es in meinen Augen ist, in erster Linie das Interesse der Schüler für Bildung zu wecken, die aber stattdessen Leistung verlangt. Die Lehrer, die oftmals näher an Drill-Instruktoren als an Pädagogen sind. Schulleitungen, die eine gute Gymi-Quote höher gewichten als motivierte Kinder.

Sorry, da kann auch ein engagierter Lehrersohn-Stiefvater wie ich nichts mehr ausrichten, da ist schon zu viel falsch gelaufen. Einen Hoffnungsschimmer gibt es noch: Ben kommt in die Oberstufe, das bedeutet Schulwechsel und Lehrerwechsel. Vielleicht schafft es ja die neue Lehrerin, den Ehrgeiz aus Ben herauszukitzeln. Denn auch wenn wir „Fachkräfte für die Wirtschaft“ brauchen (bei dem dämlichen Ausdruck könnte ich kotzen), zufriedene und gesund-ambitionierte Kinder sollten uns wichtiger sein. Und ich finde, das hat sich seit meiner Kindheit nicht geändert – das sollte immer noch Aufgabe der Schule sein.

Mein Kind weigert sich zu lernen

Wenn sich die Tochter, der Sohn rundweg weigert zu lernen, dann ist von Ihrer Seite viel Einfühlungsvermögen gefragt. Mit einiger Wahrscheinlichkeit hat Ihr Kind Probleme, mit denen es selbst nicht mehr fertig wird. Mit der Weigerung zu lernen will es auf sich und seine seelischen Nöte aufmerksam machen.

Es wäre der denkbar falscheste Weg, wollte man der ganzen Angelegenheit mit Druck begegnen, denn – so banal diese Feststellung an dieser Stelle klingt – Druck erzeugt Gegendruck. Und den können wir, wenn uns an einer schnellen Problemlösung gelegen ist, hier und jetzt nicht brauchen. Wenn wir meinen, wir müssten das Lernen erzwingen, würden wir nur beweisen, dass wir für die Probleme unseres Kindes kein Gespür und kein Verständnis haben – ein Armutszeugnis!

Bei irgend einer Gelegenheit brach es unlängst aus einer frustrierten Mutter heraus: Immer sind wir Eltern schuld! Da kann man nur sagen: Prinzipiell ja, aber nicht im Sinne von Schuld oder bewusster Verfehlung. Die Eltern prägen ihr Kind und werden gleichzeitig von ihm an ihren eigenen Vorgaben gemessen.

Wir erwähnten eben die seelische Not unseres Kindes. Wenn sich die Eltern ständig streiten oder gar trennen, ist das in manchen Fällen Anlass genug für eine Lernverweigerung! Natürlich kann auch anderes dahinter stecken, z.B. der Tod eines nahen Angehörigen oder Mobbing in der Schule. Übermäßiger Stress, Angst vor der Zukunft, es gibt vieles, was unser Kind belasten kann. Manche Ursachen sind abhängig vom Alter, scheinen uns Erwachsenen einfach lächerlich, müssen aber trotzdem sehr ernst genommen werden.

Nur wenn wir auf unser Kind verständnisvoll eingehen, können wir damit rechnen, von ihm auch dann in’s Vertrauen gezogen zu werden, wenn es ernsthafte Probleme hat.

Wie wir gesehen haben, ist die strikte Weigerung zu lernen, das kann auch im Sinne von “Schule schmeißen” von einem Heranwachsenden geäußert werden, Ausdruck für andere tiefgreifende Probleme. Die gilt es mit Einfühlungsvermögen zu finden und nach Möglichkeit zu beseitigen.

Merke: Hier gilt Ähnliches wie bei der Faulheit. Die Lernverweigerung ist Ausdruck einer inneren Protesthaltung, die sich vielleicht sonst nicht anders zu artikulieren weiß, oder weil alle Versuche, auf die eigenen Schwierigkeiten aufmerksam zu machen, gescheitert sind.

Gehen Sie nicht auf Konfrontationskurs, versuchen Sie die Hintergründe zu erkennen und zeigen Sie Verständnis!

Erste Klasse
 Spirale zum Erfolg

fast alle künftigen Schulanfänger freuen sich auf die Schule. Die Gründe liegen auf der Hand: Dort lernt man schreiben, lesen und rechnen. Und wer das kann, ist kein kleines Kind mehr. Jeder Schüler, der diese Erwartung mitbringt, hat sich in seiner Erfolgsspirale schon ein paar Windungen hochgeschraubt. Für Extraschwung sorgen der Stolz der Eltern und die Anerkennung der Lehrerin: „Das machst du super!“

Aus solchen Bestätigungen schlussfolgert jedes Kind: „Ich schaffe das!“ Und mit dieser Einstellung macht es sich hoch motiviert an die Arbeit, weil es sich viel zutraut. So könnte das immer weitergehen, wenn, ja, wenn es da nicht immer auch Zeiten geben würde, in denen es nicht rund läuft. Davon bleibt in der Regel kein Kind verschont, denn zum Lernen gehört das Fehlermachen wie das Hinfallen zum Laufenlernen.

Allerdings reagieren nicht alle Schüler gleich auf Misserfolg: Einige lassen besonders schnell den Kopf hängen, andere machen unverdrossen weiter. Woran liegt das? Vereinfacht gesagt, passiert folgendes: Die Mutlosen haben das Vertrauen in ihre Fähigkeiten verloren. Die Unermüdlichen denken sich: „Jetzt zeige ich erst recht, was ich drauf habe!“

Aber woher nehmen diese Schüler die Selbstsicherheit, die sie glauben lässt, dass sie ihr Tief überwinden können? Ist das Zufall? Nein. Dahinter stecken Eltern, die bewusst oder unbewusst in sensiblen Phasen etwas richtig machen. Sie helfen ihrem Kind, die typischen Hürden zu überwinden, die sich allen Schulanfängern in den Weg stellen.

Das Gute daran: Alle Eltern können ihr Kind auf diese Weise unterstützen. Wie? Das zeigen wir Ihnen anhand einiger häufiger Beispiele. Klicken Sie einfach auf den entsprechenden Link:

  • Wenn in der ersten Klasse etwas nicht so klappt, wie es Ihr Kind erwartet
  • Wenn das abstrakte Denken in der ersten Klasse noch schwerfällt
  • Wenn der Lernerfolg in der ersten Klasse länger ausbleibt
  • Wenn in der ersten Klasse die Lust fehlt
  • Drei weitere Sorgen, die Kinder in der ersten Klasse bewegen

Die Lesemotivation eines Kindes zu fördern gehört zu den wichtigsten Aufgaben von Schule und Eltern. Kinder, die gerne lesen, lesen meist schneller und besser. Sie können Texte rascher erfassen, verfügen über ein ausgeprägteres Textverständnis und können daher alle textlastigen Fächer (Biologie, Geschichte, Geografie, Deutsch etc.) besser bewältigen. Vielfach profitiert auch die Rechtschreibung vom häufigen Lesen.

Lesemotivation fördern – nicht nur eine Aufgabe der Schule

Ob Kinder gut lesen können, hängt einerseits mit ihrer Begabung, andererseits mit der Lesehäufigkeit zusammen. Problematischerweise sind es gerade die Schüler, die eine Schwäche im Bereich des Lesens haben, die besonders ungern lesen und das Lesen so gut es geht vermeiden. In einer Studie konnte zum Beispiel gezeigt werden, dass Fünftklässler, die sehr gut lesen können, in ihrer Freizeit im Durchschnitt über eine Stunde pro Tag lesen, während Fünftklässler, die schlecht lesen können, freiwillig weniger als eine Minute pro Tag mit Lesen verbringen. Mit der Zeit wird so aus einem Begabungsdefizit ein Übungsdefizit.

Lesen macht keinen Spass, solange Kinder nicht ein ein angemessenes Lesetempo erreichen. Muss der Text mühsam entziffert werden, verlangt dies vom Kind höchste Konzentration. Das Lesen wird als anstrengend empfunden und von der spannenden Geschichte bekommt das Kind in diesem Stadium nicht viel mit. Gerade in dieser Phase sind Kinder darauf angewiesen, dass sie beim Lesen unterstützt werden. Wie Sie als Eltern dazu beitragen können, dass Ihr Kind lieber und häufiger liest, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wählen Sie einen günstigen Zeitpunkt

Viele Kinder empfinden das Lesen zumindest zu Beginn als Einschränkung ihrer Freizeit und nicht als Freizeitaktivität. Überfällt man sie mitten im Spiel mit dem Vorschlag, noch etwas zu lesen, ist der Frust vorprogrammiert. Wir hatten bei vielen Kindern Erfolg, indem wir den Eltern den folgenden Vorschlag unterbreitet haben: Lassen Sie Ihr Kind 15 Minuten länger aufbleiben und in dieser Zeit lesen. Als Eltern können Sie Ihr Kind dann, wenn es eigentlich das Licht löschen und schlafen sollte, fragen: „Willst du schon schlafen oder noch 15 Minuten mit mir lesen?“

Viele Kinder empfinden das Lesen in diesem Fall als das kleinere Übel 😉

Falls Ihr Kind am Abend zu müde ist, können Sie ihm auch einen Gutschein aushändigen, wenn es gelesen hat – nach dem Motto: „Ich klaue dir 15 Minuten Freizeit, damit wir Lesen üben können – aber du darfst dafür am Abend 15 Minuten länger aufbleiben.“

Lesen Sie im Tandem

Wenn Kinder noch nicht schnell genug lesen können, kommen sie in der Geschichte nicht voran und verstehen vielleicht noch nicht, was sie lesen, weil sie sich so stark auf das Entziffern der Buchstaben konzentrieren müssen. Ideal ist es in diesem Fall, wenn Sie und Ihr Kind sich mit Vorlesen abwechseln. Ihr Kind liest 5 Minuten, dann lesen Sie fünf Minuten vor. Falls Ihr Kind noch Mühe hat, das selbst Gelesene zu verstehen, können Sie diesen Teil ebenfalls nochmals vorlesen. Das Kind kann sich dadurch nach fünf anstrengenden Minuten zurücklehnen, entspannen und die Geschichte geniessen.

Richten Sie eine gemütliche Leseecke ein

Eine gemütliche Leseecke kann dazu einladen, ein Buch aufzuschlagen. Vielleicht mögen Sie auch eine besondere Lesekerze anzünden, wenn Sie und Ihr Kind lesen. Solche Rituale machen das Lesen zu etwas speziellem und motivieren vor allem jüngere Kinder sehr.

Achten Sie auf eine gute Beziehung zum Kind

Nichts vergällt Kindern das Lesen mehr, als ständige Spannungen und Streit während dem Lesen.

Die Lesemotivation des Kindes ist wichtiger als das korrekte Lesen jedes Wortes. Sie müssen Ihr Kind nicht bei jedem Fehler korrigieren – vor allem dann nicht, wenn das Kind sich dadurch ständig in seinem Lesefluss gebremst fühlt und genervt reagiert.

Sie können das Kind auch fragen, wie es korrigiert werden möchte. Sie können ihm dazu Vorschläge unterbreiten wie: „Soll ich dich einfach kurz am Ellbogen antippen, wenn du dich verlesen hast? Oder sollen wir eine Lesehilfe verwenden (zum Beispiel eine Karteikarte, mit der Sie Wort für Wort aufdecken) und ich bleibe einfach stehen, wenn du ein Wort nochmals lesen sollst?“ Wenn Kinder bei der Art der Korrektur mitreden dürfen, können sie diese meist besser annehmen.

Eine gute Frage ist auch: „Mache ich etwas, das dich besonders nervt?“ Antworten von Kindern sind beispielsweise: „Du verdrehst immer die Augen, wenn ich mich verlese!“, „Du hast immer so einen nervigen Unterton, wenn ich einen Fehler mache!“, „Du sagst immer wieder „konzentriere dich“ – dabei mache ich das doch!“ Sie können dem Kind versprechen, dass Sie sich bemühen werden, diese Dinge zu unterlassen – und ihm sagen, dass es Sie darauf hinweisen darf, wenn Sie es auf diese Weise demotivieren.

Falls Sie sich beim gemeinsamen Lesen über die Fehler des Kindes aufregen, sollten Sie das Lesen mit dem Kind jemand anderem überlassen oder das Kind alleine lesen lassen – wenn das Lesen mit ständigen Spannungen und Stress verbunden ist, ist der Effekt negativ: Es geht mehr kaputt, als dass die Leseübungen etwas nützen würden! Das Kind wird niemals freiwillig und gerne lesen, wenn es negative Gefühle mit dem Lesen verbindet.

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind merkt, dass es Fortschritte macht

Gerade Kinder mit einer Leseschwäche merken teilweise nicht, dass sie sich beim Lesen verbessern. Sie benötigen daher Bezugspersonen, die kleine Fortschritte wahrnehmen, ihnen diese zurückmelden und ihnen vermitteln: Durch das regelmässige Üben wirst du besser! Ich kann das sehen und freue mich darüber.

Dazu kann man Kindern Feedback geben wie:

– „Hey, du liest viel flüssiger als früher!“

– „Hättest du gedacht, dass wir mal so ein dickes Buch lesen?“

Sie können das Kind aber auch jeden Monat 5 Minuten lesen lassen und zählen, wie viele Wörter es in dieser Zeit gelesen hat. Wird die Anzahl gelesener Wörter jeden Monat auf einer Erfolgsgrafik eingetragen, sieht das Kind, wie es sich verbessert.

Alternativ kann man Kinder auch jeden zweiten Monat beim Lesen auf Video aufnehmen und ihnen zeigen, wie sie sich von Mal zu Mal verbessern.

Je mehr Mühe ein Kind mit Lesen hat, desto wichtiger ist es, dass Sie keine Vergleiche mit anderen Kindern anstellen. Zeigen Sie dem Kind stattdessen, wie es sich im Vergleich zu früher – letztem Monat, letztem Semester – verbessert hat. Wie das genau geht, zeigt das folgende Video:

Hinweis: Kennen Sie bereits unseren Online-Kurs „Mit Kindern lernen“? Dieser ist kostenlos und besteht aus 12 Lektionen, die wir per E-Mail versenden. Jede Lektion (bestehend aus einem pdf mit 5 bis 7 Seiten Text) befasst sich mit einem spezifischen Thema wie „Motivation“, „Selbständigkeit“, „Lernstrategien für Primarschulkinder“, „Hausaufgabenkonflikte“ und hilft Ihnen dabei, Ihr Kind beim Lernen und bei den Hausaufgaben optimal zu unterstützen. Wir haben den Kurs an der Universität Fribourg mit über 800 Eltern und Lehrer/innen getestet – dabei hat sich gezeigt, dass der Kurs wirksam ist und die Eltern angeben, dass die Kinder motivierter und selbständiger lernen und über bessere Lernstrategien verfügen. Falls Sie teilnehmen möchten, können Sie einfach Ihren Namen (oder einen Spitznamen) und Ihre E-Mail-Adresse in das folgende Feld eintragen:

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