Zu viel fruchtwasser ursache

Wie erkennt man einen vorzeitigen Blasensprung?

Normalerweise platzt die Fruchtblase, wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist. Man nennt dies einen „rechtzeitigen Blasensprung“. Von einem „frühzeitigen Blasensprung“ spricht man dann, wenn die Fruchtblase während der Eröffnungsphase der Geburt springt. Ein sogenannter „vorzeitiger Blasensprung“ setzt noch früher ein. So kann es bereits in einer sehr frühen Schwangerschaftswoche zu einem Blasensprung kommen, was den sicheren Tod des Fötus zur Folge hat. Allerdings kommt ein Blasensprung vor der 37. Schwangerschaftswoche nur bei etwa drei Prozent der Schwangeren vor. Man nennt das „preterm pre-labour rupture of membranes“, kurz PPROM. Als vorzeitiger Blasensprung wird jeder Blasensprung bezeichnet, der sich vor Einsetzen der Wehen ereignet. Häufig springt die Blase nur wenige Tage vor dem errechneten Geburtstermin und der vorzeitige Blasensprung bleibt für Mutter und Kind ohne Folgen. Ein vorzeitiger Blasensprung ist jedoch die häufigste Ursache für eine Frühgeburt und sollte in jedem Fall ernst genommen werden.

Die Symptome eines vorzeitigen Blasensprungs sind die gleichen wie die eines rechtzeitigen Blasensprungs: Die werdende Mutter verliert Fruchtwasser aus der Vagina. Das Fruchtwasser kann tröpfchenweise oder schwallartig abgehen. Gerade dann, wenn die Schwangere noch nicht mit einem Blasensprung rechnet, ist es häufig nicht einfach zu unterscheiden, ob es sich bei dem wässrigen Ausfluss um Urin oder Fruchtwasser handelt. Einige Frauen hören einen kleinen Knacks, wenn die Fruchtblase bricht, andere bemerken es erst, wenn sie die Flüssigkeit zwischen ihren Beinen spüren. Häufig platzt die Fruchtblase auch nachts im Schlaf. Schmerzen bereitet das Platzen der Fruchtblase nicht.

Wenn der Verdacht auf einen vorzeitigen Blasensprung besteht, sollte die Schwangere sich an ihre Hebamme oder den Arzt wenden oder gegebenenfalls sofort ins Krankenhaus fahren. Bei einem vorzeitigen Blasensprung ist es wichtig, dass die Schwangere sich hinlegt, das Becken hochlagert und sich auch liegend ins Krankenhaus transportieren lässt.

Mithilfe eines biochemischen Tests lässt sich leicht feststellen, ob wirklich Fruchtwasser abgeht. Denn auch wenn der Verlust des Fruchtwassers gering ist und der Körper Fruchtwasser nachbildet, darf ein vorzeitiger Blasensprung nicht unbehandelt bleiben. Selbst durch einen kleinen Riss in der Fruchtwasserblase können Keime eindringen, die für das Ungeborene gefährlich werden können. Es kann zu einer Infektion, einem Amnioninfektionssyndrom (AIS), kommen. Eine weitere, seltene, aber für das Kind gefährliche Komplikation eines vorzeitigen Blasensprungs, kann ein Nabelschnurvorfall sein.

Handelt es sich tatsächlich um einen vorzeitigen Blasensprung, wird man normalerweise, sofern die Schwangerschaft bereits die 32. Woche erreicht hat, die Geburt einleiten. Um eine Infektion von Mutter und Kind zu vermeiden, wird man der Mutter zur Sicherheit eine Antibiotika-Injektion verabreichen.

Urin oder Fruchtwasser?

Schleimpfropf

Es kann aber auch sein, dass, bevor es richtig losgeht, zuerst der Schleimpfropf abgeht, der während der Schwangerschaft den Muttermund versiegelt und so vor Infektionen geschützt hat. Der Schleimpfropf ist wässrig, schleimig oder aber auch blutig. Geht der Schleimpfropf ab, ist das ein Zeichen dafür, dass sich der Muttermund und der Gebärmutterhals auf die Geburt vorbereiten. Der Abgang des Schleimpfropfens findest meist vor dem Platzen der Fruchtblase statt.

Fruchtwasser

Das Fruchtwasser befindet sich in der Fruchtblase und schützt das Ungeborene. Zu Beginn ist das Fruchtwasser klar, kurz vor der Geburt ist es durch Hautschuppen, Urin des Fötus und Haare etwas getrübt. Kurz vor der Geburt befinden sich in der Fruchtblase ungefähr 800 Milliliter Fruchtwasser.
Nur selten geht schon vor der Geburt das ganze Fruchtwasser ab. Meist sickert aus einem kleinen Riss in der Gebärmutter immer wieder etwas Fruchtwasser nach außen – das erklärt die feuchte Unterwäsche. Kurz vor der Geburt ist das normal und die werdende Mutter braucht sich keine Sorgen zu machen. Manchmal schließt sich der Riss in der Fruchtblase sogar nochmal.
Rufe auf jeden Fall Deine Hebamme oder den Arzt Deines Vertrauens an, sage in welcher Schwangerschaftswoche Du Dich befindest und frage, was Du weiter tun sollst. Sie können die Lage am besten einschätzen und wissen, wie sie weiter vorgehen müssen.
Ist das Fruchtwasser grünlich (das kann vom Kindspech kommen), auf jeden Fall schnell zum Arzt!

Und wenn das Fruchtwasser auf einmal abgeht?

Auch wenn das Fruchtwasser auf einmal abgeht ist das nicht gleich Grund zur Sorge. Die Hebamme beziehungsweise der Arzt sollte dann aber schnell überprüfen, ob die Nabelschnur noch frei liegt. Wird sie nämlich abgeklemmt, kann es zu einem Nabelschnur-Vorfall kommen – das Ungeborene kann nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Das passiert, wenn sich das Ungeborene noch nicht mit Hilfe der Senkwehen ins Becken abgesenkt hat. Das ist meist 3-4 Wochen vor der Geburt der Fall. Tipp: Lass Dir gegen Ende der Schwangerschaft bei den Vorsorgeuntersuchungen mitteilen, ob das Köpfchen des Ungeborenen schon im Becken ist. Wenn ja, kann es nicht mehr zum Nabelschnur-Vorfall kommen.

Du weißt nicht, ob sich Dein Kind schon gesenkt hat?
Dann gilt: Lege Dich bitte sofort hin, lagere Dein Becken hoch und rufe den Notarztwagen. Nicht mehr aufrecht gehen! Wenn Du alleine zu Hause bist und niemand den Anruf für Dich tätigen kann, auf allen Vieren zum Telefon krabbeln. Du bist gerade mitten in der Öffentlichkeit unterwegs? Das mag Dir je nach Situation unangenehm oder peinlich sein, aber da musst Du durch. Suche Dir schnell ein ruhiges Plätzchen, wo Du Dich hinlegen und auf den Notarzt warten kannst.

Bei der ersten Geburt war Nicole vorsichtig. Jedes Ziehen, jedes komische Gefühl in der unteren Körperregion wurde von dem Gedanken begleitet: ‚Ist das jetzt die Geburt? Geht es los?‘ Als ihre Tochter sich auch zehn Tage nach dem Geburtstermin nicht blicken ließ, musste sie ins Krankenhaus. Die Geburt wurde eingeleitet – und dann ging alles gleichzeitig so schnell und dauerte doch ewig. Wann die Fruchtblase geplatzt war? Das hatte Nicole nicht mitbekommen, dazu waren die eingeleiteten Wehen zu heftig.

Als sie ihre zweite Tochter erwartete, wollte Nicole die Geburt viel bewusster miterleben. Ohne Einleitung und Wehentropf, das stand für sie fest. Als sie drei Tage vor dem Stichtag ein heftiges Ziehen bemerkte, da war sie sich sicher: erste Wehen. Aber nur Übungswehen. Sie setzte sich ins Auto, holte die zukünftige große Schwester aus dem Kindergarten ab und stellte sich auf einen netten Nachmittag mit der ehemaligen Krabbelgruppe ein. Doch als sie gerade zu Hause angekommen war, kam alles anders.

Nachdem Nicole den ganzen Tag zu Hause geputzt hatte, einkaufen und unterwegs war, hatte sie endlich einen kleinen ruhigen Moment. Jana spielte im Kinderzimmer mit Lego. Und Nicole setzte sich auf ihren Lieblingsstuhl und entspannte sich. Augen zu. Die Hand auf dem Bauch. Plötzlich merkte sie, wie ein Schwall Flüssigkeit ihre Beine hinunter lief. Sie hatte nicht das Gefühl, dass es Urin war, es roch merkwürdig süßlich. Die Fruchtblase! Kein Zweifel! Nicole erinnerte sich daran, dass die Hebamme gewarnt hatte. Nicht mehr Auto fahren, wenn die Fruchtblase platzt. Was jetzt tun? Ihre vierjährige Tochter sollte ja nicht die Geburtshelferin werden!

Nicole tat das einzig richtige: Sie rief sofort den Notruf an und wurde umgehend mit einem Krankenwagen in die Klinik gebracht. Ihr Mann und ihre Mutter kamen hinterher – so war Nicole bei der schnellen Geburt ihrer zweiten Tochter nicht allein und Jana wurde von Oma betreut, bis das Schwesterchen geboren war.


Ist das ein Blasensprung?
Viele Schwangere sind irritiert. Woran erkennt man einen Blasensprung? Am Ende der Schwangerschaft drückt das Kind gelegentlich auf die Blase der Mutter, sodass ein paar Tropfen Urin im Slip landen. Manche Frauen haben auch sehr starken Ausfluss. Wer unsicher ist, sollte auf jeden Fall ins Krankenhaus oder zum Arzt gehen, um alles abklären zu lassen.

Das Fruchtwasser kann schwallweise oder auch tröpfchenweise abgehen. Wenn die Eihaut nur wenig eingerissen ist, führt dies dazu, dass das Fruchtwasser in Tropfen abgeht. Manchmal liegt auch der Kopf des Babys schon so tief im Becken, dass es abdichtet und das Fruchtwasser kaum vorbeilaufen kann.

Geht tatsächlich schwallartig eine grössere Menge warmer Flüssigkeit ab, ist es wichtig, dass Schwangere sich sofort hinlegen und das Becken hochlagern. Ein Krankenwagen sollte sofort gerufen werden, da der Transport in die Geburtsklinik möglichst im Liegen vonstatten gehen sollte.Ist die Blase gesprungen, so wird damit auf jeden Fall der Beginn der Geburt – auch wenn bis dahin noch keine Wehentätigkeit vorhanden war. Generell wird unterschieden zwischen:

  • Vorzeitigem Blasensprung: Schon vor dem Beginn von Wehen platzt die Fruchtblase
  • Frühzeitigem Blasensprung: Während der Eröffnungsphase springt die Fruchtblase
  • Rechtzeitigem Blasensprung: Das Fruchtwasser geht ab, wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist

Tritt ein vorzeitiger Blasensprung vor der 34. Schwangerschaftswoche ein, so wird versucht, die Geburt mit Gabe von Wehenhemmern und durch strenge Bettruhe so lang wie möglich hinaus zu zögern. Ist das Kind geburtsreif, wird das Abgehen des Fruchtwassers meist als Beginn der Geburt gesehen und eventuell wird die Geburt eingeleitetet, wenn die Wehen zu lange auf sich warten lassen.

Tut ein Blasensprung weh?
Die Fruchtblase hat keinerlei Nerven, daher ist das Platzen der Blase nicht mit Schmerzen verbunden. Einige Frauen berichten, dass sie einen innerlichen Knall bemerkt haben, andere nehmen vor allem einen heftigen warmen Flüssigkeitsschwall wahr. Viele Frauen bemerken gar nicht, dass die Fruchtblase platzt – bei einem rechtzeitigen Blasensprung überwiegen die Schmerzen der Wehen und das Fruchtwasser wird für Urin gehalten.

Ist ein Blasensprung für das Baby gefährlich?
Wenn ein Blasensprung sehr vorzeitig auftritt und die Geburt lange verzögert wird, können vermehrt Infektionen auftreten – bei der Mutter und bei dem Baby. Daher werden regelmäßig die Entzündungswerte im Blut der werdenden Mutter kontrolliert und eventuell Antibiotika gegeben. Dies gilt nur für das Platzen der Fruchtblase deutlich vor dem Geburtstermin.

Um die Gefahr von Infektionen möglichst gering zu halten, wird bei geburtsreifen Kindern daher die Geburt spätestens 48 Stunden nach dem Platzen der Fruchtblase eingeleitet.

Die Schwangere sollte auch deswegen liegend in die Klinik transportiert werden, da es sein kann, dass der kindliche Kopf noch nicht in das mütterliche Becken gerutscht ist. Nach dem Platzen der Fruchtblase könnte es in so einem Falle passieren, dass die Nabelschnur vor den Kopf des Kindes gerät und eingeklemmt wird, wenn das Köpfchen in das Becken rutscht.

Viele Frauen nehmen den Blasensprung nicht wahr – sie freuen sich auf ihr Baby
Bei etwas 20 bis 25 Prozent aller Schwangeren beginnt die Geburt mit dem Platzen der Fruchtblase. Meist kommen die Wehen nach einigen Minuten bis Stunden von selbst. Einen rechtzeitigen Blasensprung nehmen viele Frauen unter der Geburt gar nicht mehr wahr – denn ob die Blase nun platzt oder nicht, das wichtigste ist, dass sie ihr Baby bald im Arm halten werden.

Zu viel Fruchtwasser

Gründe für ein Polyhydramnion

Die Ursache für ein Polyhydramnion bleibt manchmal Fällen ungeklärt. In den anderen Fällen werden verschiedene Erkrankungen der Mutter oder des Kindes als Auslöser festgestellt:

Kindliche Erkrankungen

Je fortgeschrittener die Schwangerschaft, desto mehr übernimmt das Ungeborene die regelmäßige Erneuerung von Fruchtwasser:

Das Kind beginnt etwa ab der 14. Schwangerschaftswoche, Fruchtwasser zu trinken. Die kindlichen Nieren reinigen die Flüssigkeit, und über den Harn wird es anschließend als frisches Fruchtwasser ausgeschieden. Auch über die Lungen, die Nase und den Mund wird frisches Fruchtwasser in die Fruchtblase abgegeben.

Verschiedene Störungen des Kindes verhindern den Abtransport von Fruchtwasser oder erhöhen die ausgeschiedene Menge. Letzteres kann beispielsweise durch eine gestörte Nierenfunktion mit gesteigerter Harnausscheidung ausgelöst werden (beispielsweise durch das Barret-Syndrom).

Schluckstörungen sind ebenfalls ein möglicher Grund für zu viel Fruchtwasser. Sie können die Folge von Fehlbildungen des Magen-Darm-Traktes, neurologischen oder neuromuskulären Erkrankungen sein.

Daneben sind unter anderem Störungen im Ergbut wie Trisomien sowie Blutungen im kindlichen Gehirn weitere mögliche Ursachen für überdurchschnittlich viel Fruchtwasser.

Mütterliche Erkrankungen

In gewissem Maße ist der Abtransport von verbrauchtem Fruchtwasser auch über die Plazenta möglich. Eine Plazentaschwäche ist daher eine weitere mögliche Ursache für Polyhydramnion. Zudem können beispielsweise Infektionen (wie Toxoplasmose), Schwangerschaftsdiabetes, ein Plazentatumor und Mehrlingsschwangerschaften ein Zuviel an Fruchtwasser bewirken.

Mehrlingsschwangerschaft

Bei eineiigen Mehrlingsschwangerschaften mit separaten Fruchtblasen kann selten das sogenannte Transfusionssyndrom auftreten: Da sich die Mehrlinge die Plazenta teilen und die Nabelschnüre über Gefäße verbunden sind, kann ein Ungleichgewicht in der Verteilung von Fruchtwaser auftreten: zu wenig Fruchtwasser bei einem, zu viel Fruchtwasser beim anderen Kind.

Zuviel Fruchtwasser

Ein Polyhydramnion oder Hydramnion bezeichnet die übermässige Ansammlung von Fruchtwasser um den Fetus herum und ist eine Komplikation, die für gewöhnlich erst in der mittleren oder späten Schwangerschaftsphase auftritt. Ein Polyhydramnion wird bei weniger als 0,5 % aller Schwangeren diagnostiziert.

In den meisten Fällen ist die Ursache dieser Störung zwar unbekannt, jedoch betrifft sie Frauen mit Diabetes mellitus oder Mehrlingsschwangerschaften häufiger als andere. Sie tritt auch dann auf, wenn das Baby aufgrund einer kindlichen Fehlbildung nicht richtig schlucken kann. Solche Fehlbildungen gibt es beispielsweise als Verengungen oder Verschlüsse im Verdauungssystem, an der Wirbelsäule, dem Kopf, dem Gehirn oder den Muskeln. In neun von zehn Fällen wird sich auch überhaupt keine Ursache finden lassen. Je schwerer das Polyhydramnion, umso wahrscheinlicher ist eine Fehlbildung.

Die Symptome umfassen Beschwerden im Unterleib, angespannte Unterleibsmuskeln, glänzende und gespannte Haut am Unterleib sowie eine für das jeweilige Schwangerschaftsstadium ungewöhnlich grosse Gebärmutter, verstärkte Wassereinlagerungen vor allem in den Beinen, Kurzatmigkeit und Verdauungsstörungen. Ein Polyhydramnion kann durch die erhöhte Spannung der Gebärmutter zu vorzeitigen Wehen, wegen des vergrösserten Raumangebots aber auch zu einer Steisslage oder anderen Lageanomalie des Kindes führen.

Zur Abklärung wird man zunächst eine Ultraschalluntersuchung durchführen. Ausserdem wird man Sie auf Diabetes untersuchen, um die Ursache für die Störung zu finden. Wenn es sich in Ihrem Fall um ein leichtes Polyhydramnion ohne Anzeichen einer Fehlbildung des Fetus handelt, werden Ihnen eventuell Medikamente zur Entspannung der Gebärmutter verabreicht. Damit soll das Risiko vorzeitiger Wehen verringert werden. In schweren Fällen wird jedoch möglicherweise sogar Fruchtwasser entnommen, um eine vorübergehende Erleichterung zu verschaffen und das Risiko vorzeitiger Wehen zu senken. Befindet sich die Schwangerschaft bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, kann die Geburt auch künstlich eingeleitet werden.

Zuwenig Fruchtwasser (Oligohydramnion)

Häufige Frage zum Thema

Ich habe zuviel Fruchtwasser, aber das Kind ist ganz unauffällig. Muss ich mir trotzdem Sorgen machen?

Wenn eine Schwangere zuviel Fruchtwasser hat, bezeichnet man das auch als Polyhydramnie oder Polyhydramnion. Das ist noch keine Krankheit an sich, sondern zunächst einmal nur ein Symptom. Das heisst, man sollte genauer nachsehen, ob etwas Ernsthaftes dahintersteckt. Bei 90% aller Schwangeren mit…

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Letzte Aktualisierung : 02-01-19, BH

Polyhydramnie

Was ist Polyhydramnie?

Polyhydramnie, auch Polyhydramnion genannt, bezeichnet den Umstand, dass eine Schwangere zu viel Fruchtwasser im Uterus (Gebärmutter) hat. Das passiert nur bei sehr wenigen Schwangerschaften. Bei den meisten Polyhydramnien handelt es sich um milde bis mittelschwere Fälle.
Das Fruchtwasser, von dem Ihr Baby umgeben ist, schützt es, falls Sie einen Schlag oder Stoß gegen den Bauch bekommen oder Ihr Bauch gequetscht wird. Die Flüssigkeit schützt Ihr Kind außerdem vor Infektionen und hilft ihm, seine Lungen und sein Skelettsystem zu entwickeln.
Das Fruchtwasser nimmt in der Menge zu, bis es nach 30 Wochen etwa einen Liter erreicht. Um den Geburtstermin herum sinkt die Menge auf ca. 800 ml (Crafter 2009). Ihr Baby reguliert die Flüssigkeitsmenge, indem es regelmäßig Fruchtwasser schluckt und als Urin wieder ausscheidet.
Falls diese empfindliche Balance gestört wird, kann die Menge an Fruchtwasser rasant zunehmen. In schweren Fällen von Polyhydramnie kann es zu einem Anstieg von bis zu drei Litern kommen, dreimal soviel wie im Normalzustand.

Woher weiß ich, dass ich Polyhydramnie habe?

Ihr Bauch wird groß und fühlt sich sehr prall an, und Ihre Haut ist gedehnt und glänzend. Sie fühlen sich unbehaglich und sind schnell außer Atem und Sie finden es schwer, eine Treppe zu steigen.
Eine Polyhydramnie kann die folgenden Schwangerschaftssymptome verschlimmern:

  • Verdauungsstörungen
  • Sodbrennen
  • Verstopfung
  • geschwollene Beine
  • Krampfadern
  • Schwangerschaftsstreifen (Crafter 2009)

Wie wird eine Polyhydramnie diagnostiziert?

Ihre Hebamme oder Ihr Arzt/Ihre Ärztin werden bei Untersuchungen feststellen, dass Ihr Bauch zu groß für den Schwangerschafts-Zeitpunkt ist. Es ist schwer für Arzt/Ärztin oder Hebamme, Ihr Baby zu fühlen oder den Herzschlag zu hören. Das liegt dann daran, dass Ihr Baby von soviel Flüssigkeit umgeben ist, das es leicht die Position verändern kann. (Crafter 2009). Eine Ultraschalluntersuchung kann die Diagnose Polyhydramnie bestätigen. Dabei wird an vier Stellen um Ihr Baby die Menge an Flüssigkeit gemessen, um den sogenannten Fruchtwasserindex zu berechnen. Der bewegt sich im dritten Trimester normalerweise zwischen 5 und 20 cm. Ein Index von mehr als 20 cm bedeutet, dass Sie an Polyhydramnie leiden (Baker and Kenny 2011). Je höher der Index, desto ernster ist das Problem.
Manchmal zeigt die Untersuchung auch einen Grund für Ihren Zustand. Das können zum Beispiel ein Transfusionssyndrom bei einer Mehrlingsschwangerschaft oder eine Schwangerschaftskomplikation (Crafter 2009)sein.

Was verursacht Polyhydramnie?

Es ist nicht immer möglich, eine Ursache für Polyhydramnie festzulegen. Bei einer milden Form gelingt dies häufig nicht, bei schwereren Fällen jedoch lässt sich die Ursache meistens erkennen. Die zusätzliche Flüssigkeit kann mit einem Problem Ihres Babys, der Plazenta oder Ihrer eigenen Gesundheit zusammenhängen.
Mögliche Gründe sind:

  • Diabetes, falls Ihr Blutzuckerspiegel nicht gut unter Kontrolle ist. Ihr Baby produziert mehr Urin und das Fruchtwasser nimmt zu. Um einen Schwangerschaftsdiabetes auszuschließen, wird Ihr Arzt/Ihre Ärztin bei Ihnen einen Lukose-Toleranz-Test durchführen.
  • Eine Schwangerschaft mit eineiigen Zwillingen, bei der sich ein Transfusions-Syndrom von Zwilling zu Zwilling entwickelt hat.
  • Eine Erkrankung Ihres Babys, die verhindert, dass die Flüssigkeit durch sein System fließt. Das kann an einer Blockade der Speiseröhre (Oesophagus) oder einem Problem mit der Muskelkontrolle beim Schluckvorgang liegen. Das Baby kann so kein Fruchtwasser schlucken und dessen Menge nicht regulieren.
  • Eine genetische Unregelmäßigkeit wie das Downsyndrom oder das Edwards-Syndrom (Boyd and Carter 2008).
  • Wenn Sie eine Infektion wie z.B. den Parvovirus (bekannt als Ringelröteln) oder Toxoplasmose haben.

Wie wird meine Polyhydramnie behandelt werden?

Das hängt von der Schwere Ihrer Erkrankung ab und davon, ob ein Grund für Ihren Zustand gefunden wurde. Bei milden Fällen, bei denen kein spezifischer Grund vorliegt, ist es wahrscheinlich, dass Ihr Zustand sich mit dem Fortschreiten Ihrer Schwangerschaft von alleine verbessert (Crafter 2009).
Ihr Arzt/Ihre Ärztin und Ihre Hebamme werden Ihnen empfehlen, sich soviel wie möglich auszuruhen. Das kann bedeuten, dass Sie krankgeschrieben werden oder ein Beschäftigungsverbot erhalten. Es kann auch sein, dass Sie ins Krankenhaus eingewiesen werden.
Falls Ihre Blutzuckerwerte hoch sind und Sie noch nicht als Diabetikerin behandelt werden, werden Sie gegebenenfalls zu einem Diabetologen überwiesen. Wenn sich Ihre Blutzuckerwerte normalisieren, wird das auch die Fruchtwassermenge senken.
Ihr Zustand wird regelmäßig überprüft werden, sei es im Krankenhaus oder ambulant bei Ihrem Frauenarzt/Ihrer Frauenärztin.
Eine Ultraschalluntersuchung kann andere Probleme aufdecken und den Flüssigkeitslevel kontrollieren. Wenn diese detaillierte Untersuchung zeigt, dass nichts vorliegt, ist Ihr Baby mit größter Wahrscheinlichkeit gesund und die Polyhydramnie hat andere Ursachen.
Abhängig von der Ursache für die erhöhte Flüssigkeit wird Ihnen eventuell ein Medikament verschrieben, das die Urinmenge Ihres Babys reduziert.
Falls Ihr Baby an einer Anomalie leidet, die operabel ist, kann es sein, dass die Geburt eingeleitet werden muss. Ihr Baby wird dann auf eine chirurgische Säuglingsstation überstellt werden, um operiert zu werden (Crafter 2009). Ein auf Babys spezialisierter Chirurg wird die Operation durchführen, nachdem er mit Ihnen besprochen hat, was am besten für Sie und Ihr Kind ist.

Kann die überschüssige Flüssigkeit abgesaugt werden?

Bei schweren Fällen von Polyhydramnie kann Fruchtwasser abgesaugt werden, um das Volumen zu reduzieren. Damit kann das Risiko gesenkt werden, dass Sie vorzeitige Wehen bekommen oder Ihre Plazenta sich von der Wand der Gebärmutter zu lösen beginnt.
Allerdings birgt dieses Verfahren auch Risiken. Es erhöht zum einen die Wahrscheinlichkeit einer Infektion und kann ebenfalls dazu führen, dass Ihre Wehen beginnen. Dazu kommt, dass die Flüssigkeit sich oft erneut bildet und die Prozedur wiederholt werden muss.
Auch wenn Sie aufgrund einer vergrößerten Gebärmutter viel ruhen, besteht dennoch die Möglichkeit, dass Sie verfrühte Wehen haben (Crafter 2009).
Ihre Hebamme wird Ihnen die Anzeichen für verfrühte Wehen erklären, damit Sie sofort das Krankenhaus kontaktieren können, wenn die Wehen beginnen oder Ihre Fruchtblase platzt.

Was passiert, wenn es jetzt zur Geburt kommt?

Ihre Wehen werden wahrscheinlich normal sein. Das Gewicht Ihres Babys zusammen mit der zusätzlichen Flüssigkeit können aber zu einer Frühgeburt führen (Crafter 2009). Falls Ihre Fruchtblase platzt, bevor die Wehen einsetzen, legen Sie sich sofort hin und rufen einen Krankenwagen.
Wenn die Kontraktionen vor Ablauf von 37 Wochen starten, sollten Sie die Geburtsstation anrufen. Rufen Sie einen Krankenwagen, falls Sie niemand bringen kann.
Auch wenn es Ihrem Baby augenscheinlich gut geht und Sie nicht in eine Spezialklinik müssen, werden Sie nun während der Wehen sehr sorgfältig unter Beobachtung stehen. Hierfür gibt es gute Gründe:

  • Die zusätzliche Flüssigkeit macht es Ihrem Baby schwer, seinen Kopf in Ihr Becken zu senken. Wenn die Fruchtblase platzt, kann die Nabelschnur in Ihre Vagina gezogen werden und damit vor dem Kopf Ihres Babys liegen (Crafter 2009). Sollte das passieren, muss eventuell ein Notkaiserschnitt durchgeführt werden.
  • Die Plazenta könnte sich verfrüht lösen, wenn Ihre Gebärmutter nach Ablauf des Fruchtwassers plötzlich schrumpft (Crafter 2009).
  • Sie haben ein erhöhtes Risiko für starke Blutungen (Blutsturz) nach der Geburt. Deswegen wird vielleicht eine eingeleitete Nachgeburt empfohlen werden (NCCWCH 2007).
  • Wenn Sie Diabetes haben oder ein großes Baby austragen, wird Ihre Hebamme sicherstellen, dass Ihr Baby sich stetig abwärts durch Ihr Becken bewegt. Manchmal bleibt die Schulter des Babys hinter dem Schambeinknochen hängen. Sollte das passieren, wird Ihnen ein Geburtshelfer dabei helfen, eine Position einzunehmen, die das Baby befreit (RCOG 2005).

Falls Ihre Symptome in der fortgeschrittenen Schwangerschaft schlimmer werden, könnte Ihr Geburtshelfer empfehlen, die Wehen einzuleiten (Crafter 2009).
Ihr Arzt/Ihre Ärztin könnte Ihnen auch nahelegen, einen geplanten Kaiserschnitt zu haben. Das könnte vor allem dann der Fall sein, wenn:

  • SieZwillinge erwarten
  • Ihr Baby quer in der Gebärmutter liegt
  • Ihr Baby keine feste Position einnimmt (instabile Lage) (Thomas and Paranjothy 2001)

Bitte denken Sie aber daran: die meisten Frauen mit Polyhydramnie bekommen gesunde Babys, vor allem, wenn sie unter einer milden Form leiden (Boyd and Carter 2008, Crafter 2009).

Wie kann ich am besten mit der Polyhydramnie umgehen?

Wenn Sie sich schnell atemlos fühlen:

  • lassen Sie möglichst alles, was Sie für den Tag brauchen im Erdgeschoss
  • nehmen Sie sich genug Zeit für die Haushaltspflichten und arbeiten Sie immer nur in kleinen Intervallen
  • nehmen Sie angebotene Hilfe an und versuchen Sie, sich viel auszuruhen

Da Ihr Uterus gegen den Magen drückt, können Sie Sodbrennen haben. Um das abzumildern, können Sie:

  • regelmäßig kleine Mengen essen.
  • Nicht direkt vor dem Schlafengehen essen und sich nach den Mahlzeiten nicht direkt hinlegen.
  • Nichts essen und trinken, was das Sodbrennen verschlimmert, z.B.scharfes Essen.
  • Versuchen Sie, beimSchlafen den Oberkörper mit Kissen höher zu lagern.
  • Fragen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin, ob er/sie Ihnen etwas gegen das Sodbrennen verschreiben kann. (PRODIGY 2008).

Wenn Sie Polyhydramnie haben, werden Sie vermutlich besorgt sein und dazu unter Ihrem erhöhten Körpervolumen leiden. Versuchen Sie, Ihre Sorgen zu vertreiben, indem Sie:

  • soviel Informationen wie möglich sammeln, zum Beispiel bei Ihren Geburtsvorbereitungskursen.
  • Angenehme Ablenkungen finden. Falls Sie nicht ausgehen möchten, laden Sie Freunde ein oder machen Sie einen DVD-Abend.
  • Sprechen Sie mit anderen werdenden Müttern in der BabyCenter Community, die dieselben Erfahrungen machen.

Und wenn Sie Polyhydramnie haben und neue Symptome entdecken oder sich die bestehenden Symptome verschlimmern, rufen Sie unverzüglich Ihre Hebamme an oder gehen Sie sofort in das nächstgelegene Krankenhaus.

Quellen

Baker PN, Kenny LC. eds. 2011. Obstetrics by ten teachers. 19th edition. London: Hodder Arnold
Boyd RL, Carter BS. 2008. Polyhydramnios and Oligohydramnios. eMedicine.emedicine.medscape.com
Crafter, H. 2009. Problems of pregnancy. In: Fraser DM, Cooper MA. eds. Myles Textbook for Midwives. 15th ed. Edinburgh: Churchill Livingstone, 351-3
NCCWCH. 2007. Intrapartum care: care of healthy women and their babies during childbirth. National Collaborating Centre for Women’s and Children’s Health, Clinical guideline. London: RCOG Press. www.nice.org.uk
PRODIGY. 2008. Dyspepsia – pregnancy-associated. NHS Clinical Knowledge Summaries. www.cks.nhs.uk
RCOG. 2005. Shoulder dystocia. Royal College of Obstetricians and Gynaecologists (RCOG) Guideline No. 42. London: RCOG Press. www.rcog.org.uk
Thomas J, Paranjothy S. 2001 The National Sentinel Caesarean Section Audit Report. Royal College of Obstetricians and Gynaecologists, Clinical Effectiveness Unit. London: RCOG Press. www.rcog.org.uk

Polyhydramnion: Wenn sich zu viel Fruchtwasser ansammelt

Unter Polyhydramnion, auch kurz Hydramnion genannt, verstehen Fachleute zu viel Fruchtwasser, das sich in der Gebärmutter rund um das Baby bildet. Fragen Sie Ihren Arzt um Rat!

Bei einem Polyhydramnion sammelt sich zu viel Fruchtwasser in der Gebärmutter an. Foto: lighty25, iStock, Thinkstock

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Wenn eine Frau unter Polyhydramnion leidet, hat sich in der Gebärmutter überdurchschnittlich viel Fruchtwasser angesammelt. Von zu viel Fruchtwasser spricht der Arzt, wenn mehr als zwei Liter als Dauereinlage gebildet werden. Das Kind kann durch die Flüssigkeit kaum noch ertastet werden, seine Herztöne sind schwierig zu hören. Auch fühlt sich der Bauch der Schwangeren dick und prall an, er ist viel zu umfangreich für den jeweiligen Zeitpunkt der Schwangerschaft, und die Haut glänzt.

Ursachen oft ungeklärt

Ein Polyhydramnion kann verschiedene Ursachen haben. „Die Hälfte aller Fälle mit mildem Polyhydramnion … bleibt … ungeklärt“, so Dr. med. Cora Vökt vom Universitätsspital Basel in einem Artikel über „Klinische Erkrankungen bei Neugeborenen“ in der Fachzeitschrift „Gynäkologie“. Eine milde Ausprägung der Polyhydramnion Symptome wird meist genau beobachtet, sie muss aber nicht unbedingt behandelt werden. Gelegentlich regelt sie sich von allein.

Die Polyhydramnion-Symptome können durch das Baby hervorgerufen werden. Normalerweise sorgt es selbst für den richtigen Fruchtwasserpegel, indem es regelmässig trinkt und Urin wieder ausscheidet. Vielleicht trinkt das Kind nicht genug Fruchtwasser, hat Schluckbeschwerden oder sein Körper kann das Fruchtwasser nicht verarbeiten. Ein Ultraschall prüft die körperlichen Ursachen.

Gestationsdiabetes: eine häufige Ursache von Polyhydramnion

Liegt ein Polyhydramnion vor, wird der Blutzucker untersucht. Denn eine Ursache der Erkrankung kann Diabetes oder Schwangerschaftsdiabates sein. Sobald sich die Blutzuckerwerte normalisieren, sinkt auch die Menge des Fruchtwassers.

Symptome lindern

Bei sehr starken Beschwerden muss die Mutter stationär im Spital unter Beobachtung bleiben. Bis dahin kann sie versuchen, durch viel Ruhe Atemnot zu verhindern, denn der Uterus drückt auf das Zwerchfell. Auch das Hochlegen der Beine ist sinnvoll, um Ödemen vorzubeugen. Schwangerschaftsleiden wie Sodbrennen und Verstopfung treten bei Polyhydramnion besonders häufig auf. Bei Sodbrennen helfen mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, bei Verstopfung eignen sich u.a. Trockenfrüchte, viel Flüssigkeit sowie Bewegung und Sport.

Methoden, ein Polyhydramnion zu behandeln

  • Medikamente veranlassen den Fötus, mehr Fruchtwasser zu trinken.
  • Durch eine Punktion kann überschüssiges Fruchtwasser abgesaugt werden. Allerdings ist solch ein Eingriff nicht immer einfach, ausserdem kann sich erneut mehr Fruchtwasser bilden als gewünscht.
  • Das Baby wird per Ultraschall auf körperliche Veränderungen untersucht. Gegebenenfalls werden die Wehen eingeleitet und, sofern möglich, das Neugeborene nach der Geburt operiert oder anderweitig behandelt.

Ein Polyhydramnion gehört auf jeden Fall in ärztliche Hände. Schwangere sind häufig unsicher, welche Veränderungen ihres Körpers normal und welche krankhaft sind, daher gilt zur Sicherheit: Im Zweifelsfall lieber einmal umsonst untersuchen lassen.

Hydramnion: Ursachen und Behandlung

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Hydramnion, was ist das?

Als Hydramnion oder auch Polyhydramnion wird eine zu große Menge an Fruchtwasser bezeichnet. Es wird auf der Seite 6 im Mutterpass unter „Besondere Befunde in der Schwangerschaft“ vermerkt.

Während der Vorsorgeuntersuchungen kann der Arzt beim Ultraschall die Fruchtwassermenge untersuchen. Er teilt die Aufnahme des Bauches in 4 Quadranten ein, misst die Größe der Fruchtwasserdepots und summiert diese. Anhand der Werte kann er erkennen, ob zu viel Fruchtwasser vorliegt

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Ursachen für ein Hydramnion

Ursachen eines Hydramnions können sowohl beim Fötus als auch bei der Schwangeren zu finden sein.

Ursachen auf seiten der Mutter:

  • vorliegende Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Erkrankungen wie Syphilis

Ursachen auf seiten des ungeborenen Kindes:

  • Herzfehler
  • Infektionen
  • Fehlbildungen des Magen-Darm-Traktes
  • Entwicklungsstörungen des Hirns
  • Störungen der Knochenbildung
  • Chromosomenanomalien
  • Lippen-Kiefer-Gaumenspalte
  • der Embryo nimmt durch Trinken kein bzw. zu wenig Fruchtwasser auf

So erkennst Du, dass Du zu viel Fruchtwasser hast

Es gibt einige Anhaltspunkte anhand derer sich zu viel Fruchtwasser bemerkbar macht:

  • starkes Bauchspannen oder anhaltende Schmerzen
  • Wehen
  • Ziehen im Unterbauch
  • Schwierigkeiten beim Atmen
  • Schwindel
  • Geringe Belastbarkeit
  • Sodbrennen
  • Verstopfung
  • Geschwollene Beine
  • Krampfadern

Sollten diese Anzeichen sehr stark vor der 37. Schwangerschaftswoche auftreten, dann sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Zu viel Fruchtwasser kann zu einem vorzeitigen Blasensprung führen und vorzeitige Wehen auslösen.

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So wird zu viel Fruchtwasser behandelt

Ein Hydramnion sollte auf jeden Fall von einem Arzt angeschaut werden. Je nach Schwangerschaftswoche und Ursache sieht die Behandlung anders aus. Nicht immer muss ein Polyhydramnion medizinisch behandelt werden, denn es kann sich in verschiedenen Fällen auch selbstständig wieder zurückbilden. Sollte es doch nötig sein, gibt es von einer Punktion der Fruchtblase, bei der Fruchtwasser entnommen wird, bis hin zu medikamentöser Behandlung verschiedene Möglichkeiten. Auf jeden Fall sollte ein Hydramnion beobachtet werden, um die möglichen Gefahren abzuwenden, weswegen eine regelmäßige Kontrolle in den Vorsorgeuntersuchungen sehr wichtig ist.

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