Zu großer kopf baby

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Wasserkopf (Hydrocephalus)

Wie entsteht ein Wasserkopf (Hydrocephalus)?

Das Gehirn und das Rückenmark haben einen gesonderten Flüssigkeitshaushalt und -kreislauf. Umhüllt von den Hirnhäuten existiert hier ein eigenes geschlossenes System. Die Flüssigkeit, die im Volksmund als Hirnwasser bezeichnet wird, heißt Liquor. Im Gehirn befinden sich üblicherweise mit Liquor gefüllte Hohlräume. Bestimmte Ursachen können dazu führen, dass zu viel Liquor vorhanden ist und sich die Ventrikel dadurch erweiterten und vergrößern, und so ein Wasserkopf entsteht. Unter Umständen kann ein erweiterter Ventrikel anderen Hirnteilen quasi den Platz wegnehmen.

Ursachen und Formen des Hydrocephalus

Man unterscheidet verschiedene Formen: Den Hydrocephalus internus mit einer ausschließlichen Erweiterung der Hirnventrikel, den Hydrocephalus externus, bei dem nur die äußeren Liquorräume erweitert sind, und den Hydrocephalus externus und internus (auch communicans genannt) mit einer durchgängigen Verbindung der inneren und äußeren Liquorräume. Außerdem unterscheidet man nach den Ursachen für die Liquoransammlung.

Die mit einem Anteil von 60 % am häufigsten vorkommende Art ist der Hydrocephalus occlusus. Er entsteht oft durch Blutungen, Entzündungen, Tumoren oder veränderte Blutgefäße, dann ist es fachsprachlich ein sekundäer Hydrocephalus. Als primäre Form tritt der Hydrocephalus occlusus seltener auf. Er ist die Folge von erblichen Fehlbildungen von Teilen des Ventrikelsystems.

Mit etwa 30 % kommt der Hydrocephalus nonresorptivus am zweithäufigsten vor. Er ist vermutlich Folge von Entzündungen oder Blutungen innerhalb der Hirnhäute.

Auf zehn Prozent aller Fälle kommt der Hydrocephalus hypersecretorius. Ihm liegen in der Entstehung entzündliche Prozesse sowie Quecksilber- oder Kohlenmonoxidvergiftungen zu Grunde.

Auch veränderte Blutgefäße in den Ventrikeln können den Hydrocephalus hypersecretorius hervorrufen.

Symptome des Hydrocephalus beim Baby

Die Symptome eines Wasserkopfs im Säuglingsalter sind mit bloßem Auge bereits zu erkennen. Der Kopfumfang vergrößert sich überproportional, die große Fontanelle kann vorgewölbt sein und die Schädelvenen sind gestaut. Das sogenannte Sonnenuntergangsphänomen beschreibt das teilweise Verschwinden der Augenhornhaut hinter dem unteren Augenlid bei geöffneten Augen. Die Entwicklung des Kindes kann in unterschiedlicher Ausprägung verzögert sein.

Wie erkennt man einen Hydrocephalus?

Nachdem der deutliche Sichtbefund bei einem Säugling auf einen Wasserkopf hinweist, kann mittels Sonografie (Ultraschall), Computertomografie oder MRT die Diagnose gestellt werden. Manchmal ist eine Messung der Druckverhältnisse im Gehirn notwendig. Idealerweise wird hierbei auch die konkrete Ursache der Symptomatik festgestellt, nach der sich auch die Therapie richtet. Inzwischen wird aber bereits häufig während der Schwangerschaft im Mutterleib im Rahmen der pränatalen Diagnostik festgestellt, dass erweiterte Ventrikel bestehen.

Therapie bei Hydrocephalus

Kurzfristig kann ein entstehender Wasserkopf mit Medikamenten behandelt werden. Die wichtigste Therapie bei einem Hydrocephalus ist aber das Beseitigen seiner Ursache. Kann dies nicht geschehen, muss versucht werden, den Druck aus dem Gehirn zu nehmen, damit keine Strukturen geschädigt werden. Hierzu kann ein sogenannter Shunt als Drainage eingesetzt werden. Dieser funktioniert wie ein Ventil, der die überschüssige Flüssigkeit ableitet und so den Wasserkopf verringert. Manchmal sind zusätzlich noch andere kleine Eingriffe nötig. Ein Shunt kann allerdings auch zu Komplikationen führen, da beispielsweise Entzündungen oder Abstoßungsreaktionen vorkommen können.

Ein Leben mit Wasserkopf?

Bei einer rechtzeitigen Behandlung kann sich ein Säugling mit Wasserkopf normal weiterentwickeln, auch wenn der Shunt mehrmals erneuert werden muss. Entscheidend für den Therapieverlauf ist jedoch die Ursache für den Hydrocephalus. Kann sie nicht behoben werden, ist keine Normalisierung des Ventrikelsystems zu erwarten. Die Bandbreite der Folgen des Hydrocephalus ist sehr groß und von Fall zu Fall unterschiedlich. Viele Kinder mit Wasserkopf entwickeln sich völlig normal, andere haben Hirnschädigungen und damit einhergehende Behinderungen.

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Bei dieser Erkrankung, die auch Wasserkopf genannt wird, sammelt sich zu viel Gehirn- und Rückenmarkflüssigkeit in den Hirnventrikeln.

Hydrocephalus

Jedes 1000ste Baby wird mit einem Hydrocephalus geboren. Bei dieser Erkrankung, die auch Wasserkopf genannt wird, sammelt sich zu viel Gehirn- und Rückenmarkflüssigkeit in den Hirnventrikeln, der Abfluss der Hirnflüssigkeit (Liquor) ist gestört, was zu einem Liquorstau und zur Erweiterung der Ventrikel führen kann.

Mögliche Symptome sind Erbrechen, Lethargie, Kopfschmerzen, ein vergrößerter Kopf und Krampfanfälle. Die Krankheit ist unheilbar, doch die Symptome können gelindert werden. Ein Hydrocephalus kann angeboren oder erworben sein und tritt zu 80 Prozent auf, wenn eine Spina bifida vorhanden ist.

Symptome

Die Symptome sind abhängig vom Zeitpunkt des Auftretens des Hydrozephalus. Bei Föten und Säuglingen wird der Schädel aufgrund der weichen, noch verformbaren Schädelknochen ballonartig von innen aufgetrieben und kann teilweise groteske Ausmaße erreichen.

Zudem sind Erbrechen, schlechte Nahrungsaufnahme, Teilnahmslosigkeit, Reizbarkeit, Krampfanfälle mögliche Symptome. Bei älteren Kindern und Erwachsenen sind die Schädelknochen geschlossen. Bei ihnen treten durch die Vergrößerung der Ventrikel aufgrund des überschüssigen Liquors, der eine Kompression des Hirngewebes verursacht, Hirndrucksymptome auf.

Typische Begleitsymptome sind Kopfschmerzen, Erbrechen und Krampfanfälle. Am häufigsten ist der sogenannte Altershirndruck, welcher meist ab dem 60. Lebensjahr auftritt und bis heute fälschlicherweise oft als Alzheimer oder Parkinson diagnostiziert wird. Typische Symptome sind die Trias Gangstörung, Harninkontinenz und Demenz. Wird ein Hydrocephalus nicht interveniert, besteht die Möglichkeit einer lebensbedrohlichen Hirnstammeinklemmung.

Diagnose

Wesentlich sind bildgebende Verfahren wie die transkranielle Sonografie oder die Magnetresonanztomografie.

Therapie

Wichtigstes Behandlungsziel ist die Vermeidung von erhöhtem Hirndruck. Es kann zur Ableitung des Liquors ein Shunt implantiert werden. Shunts bestehen aus Silikon und Kunststoff. Eine weitere Möglichkeit ist eine endoskopische Drittventrikulostomie (ETV).

Der chirurgische Eingriff erfolgt mittels „intracranialer Liquorableitung“. Hierzu wird mit einem Endoskop ein winziges Loch in die Wand des dritten Ventrikels gestochen, sodass der überschüssige Liquor in einen normalen Liquorraum des Körpers abfließen kann.

Hydrocephalus (Wasserkopf)

Die HydrocephalustherapieDer Hydrocephalus (vom griechischen abgeleitet: Wasserkopf) ist eine Erkrankung verursacht durch Störungen im Wasser- und Hirnwasserkreislauf des Zentralnervensystems. Viele Ursachen und wissenschaftliche Hintergründe sind bis heute noch unklar und Gegenstand intensiver Forschung.
Die Behandlung der Störungen des Hirnwasserkreislaufs haben sich in den letzten 20 Jahren deutlich verbessert und basieren vor allem auf eingehendem Untersuchung des individuellen Patienten. Endoskopische Behandlungsverfahren sowie spezielle Hirnwasserableitungen als auch telemetrische Meßsonden gehören heutzutage zum Behandlungsspektrum der Kinderneurochirurgie. (Behandlung des Wasserkopfs, Hirnwasserstau) stellt einen der wichtigsten Bereiche der pädiatrisch-neurochirurgischen Behandlung dar, weshalb auch ein hohes Maß an wissenschaftlichem Interesse und technologischer Entwicklungsaufwand seitens der Ärzte der Kinderneurochirurgie Leipzig betrieben wird. Vor allem die minimal-invasive endoskopische Neurochirurgie (MIEN) kann auf international höchstem Niveau angeboten werden. Dabei wird für jedes Kind individuell geprüft, ob eine shuntfreie Behandlung möglich ist, d.h. die rein endoskopische Wiederherstellung der Hirnwasserkreislaufs erfolgreich möglich ist.

Die Kinderneurochirurgie Leipzig ist ein Schwerpunktzentrum mit über 100 Jahren Erfahrung in der Behandlung des Hydrocephalus, in dem Kinder aus ganz Deutschland und dem Ausland behandelt werden. Bereits Prof. Payr führte 1908 hier erste erfolgreiche Operationen zur Behandlung des Hydrocephalus durch.

Hydrocephalus (vom giechischen: hydro- ὑδρο- ‚Wasser-‘ und kephalē κεφαλή ‚Kopf‘) bezeichnet als Symptom eine ganze Gruppe von Erkrankungen. Gekennzeichnet ist der Hydrozephalus (Hydrozephalus, Wasserkopf) von charakteristischen Symptomen. Bei Neugeborenen und Kleinkindern kann man durch eine zu schnelle Zunahme des Kopfumfanges, eine vorgewölbte Fontanelle, auseinanderweichende Schädelnähte und auch Trinkschwäche, Entwicklungsverzögerung, Erbrechen und auch Sehstörungen (permanenter Blick nach unten – Sonnenuntergangsphänomen) relativ rasch einen Hydrocephalus diagnostizieren und mittels Sonografie (Ultraschall) eine Erweiterung der Hirnwasserkammern als Nachweis des Hydrocephalus durchführen. Bei Kindern über einem Jahr findet man häufig Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Störungen der Koordination, Sehstörungen oder auch allgemeine Verzögerung der Kindesentwicklung. Häufig kann nur ein MRT (Kernspintomografie) Aufschluß geben, ob eine Erkrankung des Hirnwassersystems vorliegt. Die frühzeitige, effiziente und individuell optimierte Behandlung des Kindes ist hierbei entscheidend für die weitere Entwicklung der kleinen Patienten. Vor allem Intelligenzstörungen, Verhaltens-, Emotions- und Lernstörungen, motorische Beeinträchtigungen der Fein- und Grobmotorik oder Störung der Sprachentwicklung können als Langzeitfolgen eines unbehandelten Hydrocephalus auftreten und zu bleibenden Schäden führen. Aufgrund dessen ist eine Behandlung bereits vor Auftreten dieser Störungen notwendig, da diese Folge einer langdauernden Hirnschädigung und Hirnentwicklungsstörung durch den Hydrocephalus sind. Die Ventrikulomegalie (Erweiterung der Hirnkammern ohne Symptome) ist eine der wichtigsten Differentialdiagnosen, die es vom Hydrozephalus abzugrenzen gilt.

Die HydrocephalustherapieDer Hydrocephalus (vom griechischen abgeleitet: Wasserkopf) ist eine Erkrankung verursacht durch Störungen im Wasser- und Hirnwasserkreislauf des Zentralnervensystems. Viele Ursachen und wissenschaftliche Hintergründe sind bis heute noch unklar und Gegenstand intensiver Forschung.
Die Behandlung der Störungen des Hirnwasserkreislaufs haben sich in den letzten 20 Jahren deutlich verbessert und basieren vor allem auf eingehendem Untersuchung des individuellen Patienten. Endoskopische Behandlungsverfahren sowie spezielle Hirnwasserableitungen als auch telemetrische Meßsonden gehören heutzutage zum Behandlungsspektrum der Kinderneurochirurgie. umfaßt hierbei heutzutage neben der seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts etablierten Versorgung mit Hirnwasserableitungen (sogenannten Shunts) in Bauchraum (VP-Shunt) oder Herzvorkammer (VA-Shunt) vor allem auch die shuntfreie, endoskopische HydrocephalustherapieDer Hydrocephalus (vom griechischen abgeleitet: Wasserkopf) ist eine Erkrankung verursacht durch Störungen im Wasser- und Hirnwasserkreislauf des Zentralnervensystems. Viele Ursachen und wissenschaftliche Hintergründe sind bis heute noch unklar und Gegenstand intensiver Forschung.
Die Behandlung der Störungen des Hirnwasserkreislaufs haben sich in den letzten 20 Jahren deutlich verbessert und basieren vor allem auf eingehendem Untersuchung des individuellen Patienten. Endoskopische Behandlungsverfahren sowie spezielle Hirnwasserableitungen als auch telemetrische Meßsonden gehören heutzutage zum Behandlungsspektrum der Kinderneurochirurgie.. Hierbei kann durch ein minimal-invasives Verfahren die Hirnwasserzirkulation wieder hergestellt werden, ohne die Risiken eines Shunt-Implantates in Kauf nehmen zu müssen (endoskopische VentrikulozisternostomieDie Ventrikulo(zisterno)stomie ist eine minimal-invasive endoskopische Operation, bei der mit einem speziellen Neuroendoskop (Hirnendoskop) die Hirnwasserkammern (Ventrikel) inspiziert werden. Bei bestimmten Hydrocephalusformen kann dann am Boden der 3. Hirnwasserkammer eine Öffnung (Stoma) geschaffen werden, über die das Hirnwasser in die das Hirn umgebenden Räume und den Rückenmarkskanal abfließen kann. So wird der Hirnwasserkreislauf wiedereröffnet und der Hydrocephalus beseitigt. Die Methode ist nur auf wenige Hydrocephalustypen beschränkt und erfordert das Know-How speziell geschulter Kinderneurochirurgen., ETV). Dabei stehen die Ärzte der Kinderneurochirurgie Leipzig in der Tradition ihrer großen Marburger Lehrer der MIEN (Minimal-invasiv-endoskopischen Neurochirurgie) Prof. Bernhard Bauer und Prof. Dieter Hellwig. Aufgrund der langjährigen Expertise in der endoskopischen Hydrocephalusbehandlung wird jedem Patienten eine individuelle Behandlung geboten, nachdem mit hochauflösenden MRT-Daten eine Vermeidung einer Hirnwasserableitung (Shuntimplantation) geprüft wurde. Darüberhinaus kann durch endoskopische Techniken z.B. bei komplexem Hydrozephalus internus nach Neugeborenenblutung (IVH, intraventrikuläre Hämorrhagie des Frühgeborenen) häufig ein isolierter IV. Ventrikel oder multizystische Hydrocephalus ohne zusätzliche Shuntoperation behandelt werden. Als eines der wenigen Zentren weltweit führt die Kinderneurochirurgie Leipzig bei Frühgeborenen die endoskopische Lavage durch, mit der ein Hydrocephalus durch Beseitigung seiner Ursache geheilt werden kann.

Für die Durchführung dieser sogenannten Endoskopischen VentrikulozisternostomieDie Ventrikulo(zisterno)stomie ist eine minimal-invasive endoskopische Operation, bei der mit einem speziellen Neuroendoskop (Hirnendoskop) die Hirnwasserkammern (Ventrikel) inspiziert werden. Bei bestimmten Hydrocephalusformen kann dann am Boden der 3. Hirnwasserkammer eine Öffnung (Stoma) geschaffen werden, über die das Hirnwasser in die das Hirn umgebenden Räume und den Rückenmarkskanal abfließen kann. So wird der Hirnwasserkreislauf wiedereröffnet und der Hydrocephalus beseitigt. Die Methode ist nur auf wenige Hydrocephalustypen beschränkt und erfordert das Know-How speziell geschulter Kinderneurochirurgen. (ETV, VentrikulostomieDie Ventrikulo(zisterno)stomie ist eine minimal-invasive endoskopische Operation, bei der mit einem speziellen Neuroendoskop (Hirnendoskop) die Hirnwasserkammern (Ventrikel) inspiziert werden. Bei bestimmten Hydrocephalusformen kann dann am Boden der 3. Hirnwasserkammer eine Öffnung (Stoma) geschaffen werden, über die das Hirnwasser in die das Hirn umgebenden Räume und den Rückenmarkskanal abfließen kann. So wird der Hirnwasserkreislauf wiedereröffnet und der Hydrocephalus beseitigt. Die Methode ist nur auf wenige Hydrocephalustypen beschränkt und erfordert das Know-How speziell geschulter Kinderneurochirurgen.), stehen neben modernen HD-Kamerasystemen und Kontakt-Laser auch spezielle pädiatrische Endoskopsysteme für Neugeborene und Kleinkinder zur Verfügung. Gerade im Früh-, Neugeborenen- und Kleinkindalter besteht eine hohe Expertise in der Durchführung von Aquäduktoplastien, Zystenfensterungen, Septostomien und endoskopisch assistierter Katheteranlagen zur shuntfreien Behandlung. Moderne Navigations- und Ultraschallsysteme für die präzise Planung und Orientierung während der Eingriffe erhöhen die Sicherheit besonders bei den kleinsten Patienten.

Die Ärzte der Kinderneurochirurgie Leipzig nehmen auch an internationalen Multicenter-Studien zu endoskopischer HydrocephalustherapieDer Hydrocephalus (vom griechischen abgeleitet: Wasserkopf) ist eine Erkrankung verursacht durch Störungen im Wasser- und Hirnwasserkreislauf des Zentralnervensystems. Viele Ursachen und wissenschaftliche Hintergründe sind bis heute noch unklar und Gegenstand intensiver Forschung.
Die Behandlung der Störungen des Hirnwasserkreislaufs haben sich in den letzten 20 Jahren deutlich verbessert und basieren vor allem auf eingehendem Untersuchung des individuellen Patienten. Endoskopische Behandlungsverfahren sowie spezielle Hirnwasserableitungen als auch telemetrische Meßsonden gehören heutzutage zum Behandlungsspektrum der Kinderneurochirurgie. nach Geburt und im Kleinkindalter (unter 2 Jahre) teil. Weitere Informationen hierzu können per Kontakt oder auf der Studienwebseite unter www.iihstudy.org erhalten werden. Darüberhinaus wird an der Entwicklung und Verbessung der minimal-invasiven Neurochirurgie geforscht.

In Zusammenarbeit mit Pädiatrischer Radiologie und Neuroradiologie, sowie dem Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin entwickelt sich die Hydrocephalus Imaging Group Leipzig, um neue Einblicke in die Physiologie und Pathophysiologie zu erhalten. In Zusammenarbeit mit dem internationalen Expertengremium der International Hydrocephalus Imaging Work Group (IHIWG.org) soll hier die Expertise zum Thema Hydrocephalus weiter ausgebaut werden. Als Zeichen des wissenschaftlichen und therapeutisch höchsten Standards findet in Abständen die Leipziger HydrocephalusTagung statt, zu die Kinderneurochirurgie Leipzig Experten aus ganz Deutschland einlädt, um die aktuellen Standards, Innovationen und Behandlungsstrategien des Hydrozephalus zu diskutieren.

Neben der endoskopischen Versorgung stehen für die Shuntversorgung innovative Implantate mit speziellen Kinderventilsystemen, programmierbaren und MRT-sicheren Ventilen sowie telemetrischen Sensoren zur Verfügung, welche eine optimale Therapie auch bei komplexen Hirnwasserkreislaufstörungen gewährleisten. Darüberhinaus können mit neuartigen telemetrischen Sensoren auch Langzeitmessungen der Hirndruckverhältnisse selbst zu Hause durchgeführt werden, um die bestmögliche Behandlung der kleinen Patienten bei besonders schwierigen Fällen zu gewährleisten. Hierbei ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Kollegen der Neuropädiatrie für Kinderneurochirurgen essentiell.

Aufgrund der Komplexität der Hirnwasserzirkulation und der Erkrankungen ist eine sorgfältige Diagnostik und Therapie notwendig, die meist für das gesamte Leben bis ins Erwachsenenalter abgestimmt sein muß. Deshalb ist Hydrocephalus eine Erkrankung, die von spezialisierten Neurochirurgen aufgrund der oft im Erwachsenenalter auftretenden Spätschäden (Demenz, Inkontinenz, Gangunfähigkeit) behandelt werden sollte. Der Neurochirurg kann eine umfassende Planung der Behandlung vornehmen, um die Entwicklung des kindlichen Gehirns zu sichern und die lebenslange optimale Therapie zu begleiten.

Störungen der Gehirnwasser(„Liquor“)-Dynamik, wie Hydrozephalus, „Altershirndruck“, Zystenbildungen u.a.

Das Gehirn ist im knöchernen Schädel in das „Gehirnwasser“ (Liquor cerebrospinalis) eingebettet. Liquor füllt aber auch die Hirnkammern (Ventrikel) im Inneren des Gehirns sowie den von Dura ausgekleideten Spinalraum. Auch im Inneren des Rückenmarks, dem Zentralkanal, findet sich Liquor. Dieser Liquor wird vom Plexus choroideus gebildet, einer Struktur, die größtenteils innerhalb der Hirnkammern gelegen ist, von venösem Blut stark durchflossen wird und den Liquor in die Hirnkammern absondert. Im gleichen Ausmaß, in dem Liquor gebildet wird, wird er auch wieder vom Blutsystem aufgenommen. Dies geschieht in den „Pacchion’schen Granulationen“, in denen der Liquor die Möglichkeit hat, in das Blutsystem zurückzufließen. Zwischen den Bildungsstätten des Liquors und den Resorptionsstätten des Liquors erfolgt ein langsamer Liquorfluss, der die Hirnkammern durchströmt und auch außerhalb des Gehirns und Rückenmarks seinen Weg zieht.


Darstellung der Liquorräume und des Liquorflusses
(aus F.H.Netter, The Ciba Collection, Colorpress, New York)

Störungen des Liquorflusses können an Engstellen zwischen den Hirnkammern (z. B. am sogenannten „Aquädukt“) entstehen, die Folge werden isolierte Erweiterungen von Hirnkammern sein. Aber auch die Rückresorption des Liquors in das Blutsystem kann durch krankhafte Veränderungen an den Pacchion’schen Granulationen gestört sein, was zu einer allgemeinen Erhöhung des Liquordruckes führen wird, mit der Folge von erweiterten Hirnkammern. Wenn dieses Bild längere Zeit besteht, so sind auch Sehstörungen möglich, da die Augen anatomisch als Anteil des Gehirns gelten und länger dauernder erhöhter Liquordruck zu einer Störung am Augenhintergrund (Stauungspapillen) und langfristig zu Sehstörung oder Sehverlust führen kann.

Erweiterungen der inneren Hirnkammern werden als „Hydrozephalus“ bezeichnet.


Zeichnerische Darstellung eines Hydrozephalus
(aus F.H.Netter, The Ciba Collection, Colorpress, New York)

Mögliche Ursachen dieser Erkrankung (Störung der Liquorrücksorption durch Erkrankung der Pacchion’schen Granulationen) sind Entzündungen von Gehirn und Gehirnhäuten (Meningoenzephalitis), aber auch länger andauernde Blutbeimengungen zum Liquor durch Verletzungen. Besonders hervorgehoben sei hier das Geburtstrauma, das heißt Schädigungen des Gehirns oder seiner Häute während des Geburtsvorganges. Aber auch beim Jugendlichen oder Erwachsenen kann nach schweren Schädelhirntraumen ein Hydrozephalus auftreten. In höherem Lebensalter können erweiterte Ventrikel ohne erkennbare Ursache auftreten. Bei dieser als „Altershirndruck“ (Normaldruckhydrozephalus) bezeichneten Krankheit, besteht die Druckerhöhung im Liquorraum durch subtile, nur feinen Messungen zugängliche Veränderungen. Die genaue Natur dieser Form der Liquorflussstörung ist noch nicht vollständig erforscht und stellt einen der Forschungsschwerpunkte der Klinik dar.

Seltenere Formen von Liquorflussstörungen entstehen durch das Auftreten von Tumoren, die die Verbindungen zwischen Hirnkammern verlegen oder aber auch in seltenen Fällen durch eine Abflussstörung des venösen Blutes aus dem Kopf in den venösen Blutleitern, den Sinus. In solchen Fällen ist die Rückresorption des Liquors in das Blut durch diese venöse Stauung erschwert, die Hirnkammern sind gar nicht oder nur gering erweitert und häufig wird die Erkankung durch Störung des Sehvermögens (siehe oben) wirksam.

Die Behandlung von Liquorfluss- oder Liquorresorptionsstörungen liegt wenn möglich in einer Beseitigung der Störung. Dies kann gelingen, wenn wachsende Prozesse (Zysten oder Tumore) den Liquorfluss blockieren. Bei nicht behebbaren Blockaden im Aquädukt kann mittels endoskopischer Technik eine Öffnung in eine Membran im 3. Ventrikel gemacht werden, durch die der Liquor über einen „Umweg“ geleitet werden kann. Dieser Eingriff kann dem Patienten die Anlage eines VA- oder VP-Shunts ersparen.

Störungen der Liquorrückresorption sind nicht chirurgisch behandelbar. Dies kann nur chirurgisch durch Liquor-ableitende Operationen geschehen. Solche Ableitungen können über einen kürzeren Zeitraum (bis zu drei Wochen) durch eine Drainage des Liquors in ein außer dem Körper befindliches Auffangsystem geschehen. Über längere Zeit kann der Liquor nur innerhalb des Körpers abgeleitet werden. Solche „Shuntsysteme“ bestehen aus einem Katheter, der den Liquor aus der Hirnkammer ableitet und unter der Haut einem Ventil zuführt. Die medizinische Industrie bietet eine große Zahl unterschiedlicher, unter der Haut zu platzierender Ventile an, heute sind meist durch die Haut (transcutan) regulierbare Ventile im Einsatz. Von diesem Ventil führt ein ableitendes Drain in eine Halsvene und endet am Eingang des rechten Herzvorhofes (ventrikulo-atriale Ableitung). Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das ableitende Drain unter der Haut bis in den rechten Oberbauch zu führen und dort im Bauchraum enden zu lassen (ventrikulo-peritoneale Ableitung). In selteneren Fällen gelangen auch andere Ableitungssysteme und –orte zum Einsatz.

Sowohl ventrikulo-atriale (VA) Shunts als auch ventrikulo-peritoneale (VP) Shunts benötigen regelmäßige Kontrolle, da der Liquor durch seinen Eiweißgehalt diese dünnen Schläuche und Ventilsystem verkleben kann. Auch kann es möglich sein, dass das Ventil den eventuell geänderten Druckverhältnissen im Kopf angepasst werden muss. Da diese Ventile durch starke Magnetfelder (MR-Untersuchung) verstellt werden können, sollten nach MR-Untersuchungen Kontrollen von regulierbaren Shuntventilen erfolgen. Dies geschieht in der Spezialambulanz für Hydrocephalus und Shuntchirurgie.  

Universitätsklinik für Neurochirurgie

Christian-Doppler-Klinik

Ignaz-Harrer-Straße 79
A-5020 Salzburg

Ventrikelsystem

Was ist das Ventrikelsystem?

Das Ventrikelsystem sind die miteinander in Verbindung stehenden Hirnkammern (Ventrikeln) des Großhirns, des Zwischenhirns und des Rautenhirns: zwei Seitenventrikel (1. und 2. Ventrikel), 3. und 4. Ventrikel.

Das Ventrikelsystem entsteht in der Embryonalentwicklung aus dem Neuralrohr. Dessen Wand verdickt sich an manchen Stellen, aus denen sich dann das Rückenmark und das Mittelhirn bilden. An anderen Stellen weitet sich das Neuralrohr und diese Bereiche bilden dann die Ventrikel im Gehirn mit ihren Verbindungen.

Die beiden Seitenventrikel

Die beiden Seitenventrikel sind vollkommen geschlossene Hohlräume, die nur durch eine Öffnung, das Foramen Monroi (oder Foramen interventriculare) miteinander und mit dem 3. Ventrikel in Verbindung stehen. Jeder der beiden Seitenventrikel hat vier Abschnitte, die in die umgebenden Gehirnregionen reichen:

  • Vorderhorn (Cornu anterius oder C. frontale)
  • Mittelteil (Pars centralis)
  • Unterhorn (Cornu inferius oder C. temporale)
  • Hinterhorn (Cornu posterius oder C. occipitale)

Der 3. Ventrikel

Der 3. Ventrikel ist ein schmaler Spalt im Zwischenhirn. Er hat mehrere Ausbuchtungen, die sich in den Hypothalamus fortsetzen. Seitlich wird er vom Thalamus und Hypothalamus begrenzt und steht über das Foramen Monroi mit den Seitenventrikeln in Verbindung. Mit dem 4. Ventrikel ist der 3. Ventrikel über den Aquaeductus mesencephalis (eine Art Kanal) verbunden.

Der 4. Ventrikel

Der 4. Ventrikel liegt im Rautenhirn (Rhombencephalon). Seinen Boden stellt die Rautengrube dar, gebildet von der Brücke und der Medulla oblongata. Sein Dach ist zeltförmig, verläuft vom Mittelhirn zum Kleinhirn und hat seitlich zwei kräftige Ausbuchtungen.

Der hintere Teil des Dachs des 4. Ventrikels reicht vom Kleinhirn zur Rautengrube, seitlich begrenzt durch das hintere Marksegel und die Tela choroidea des 4. Ventrikels. In dieser epithelialen Lamelle befindet sich eine Öffnung, durch die der 4. Ventrikel – und damit das gesamte Ventrikelsystem – mit dem Subarachnoidalraum in Verbindung stehen, der an dieser Stelle zu einer Zisterne erweitert ist. Zwei seitliche Öffnungen münden ebenfalls in den Subarachnoidalraum. Nach unten setzt sich der 4. Ventrikel in das Rückenmark fort.


Medizinische Qualitätssicherung am 3. Dezember 2019 von Dr. med. Nonnenmacher

Vom Hydrocephalus können Erwachsene und Kinder betroffen sein. Erweiterte Hirnkammern können beim Wasserkopf Gehirnfunktionen beeinträchtigen. Obwohl ein Wasserkopf nicht heilbar ist, ist er therapierbar.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Was ist ein Hydrocephalus?
  • 2 Ursachen
  • 3 Symptome, Beschwerden & Anzeichen
  • 4 Diagnose & Verlauf
  • 5 Komplikationen
  • 6 Wann sollte man zum Arzt gehen?
    • 6.1 Ärzte & Therapeuten in Ihrer Nähe
  • 7 Behandlung & Therapie
  • 8 Aussicht & Prognose
  • 9 Vorbeugung
  • 10 Nachsorge
  • 11 Das können Sie selbst tun
  • 12 Quellen

Was ist ein Hydrocephalus?

Ein Hydrocephalus ist eine krankhafte Erweiterung der liquorgefüllten Flüssigkeitsräume (Ventrikel) des Gehirns. Er wird auch Wasserkopf oder Gehirnwassersucht genannt. Klicken, um zu vergrößern.

Das Erkrankungsbild des Hydrocephalus wird im Volksmund (entsprechend der deutschen Übersetzung des Begriffs Hydrocephalus) auch als Wasserkopf bezeichnet. Charakteristisch für das Krankheitsbild des Hydrocephalus sind Erweiterungen der sogenannten Ventrikel des Gehirns; bei diesen Ventrikeln handelt es sich um Zwischenräume, die mit der Hirn-Rückenmarks-Flüssigkeit gefüllt sind.

Sind Säuglinge vom Wasserkopf betroffen, kann sich dies optisch in einem vergrößerten Schädel darstellen. Dies hängt damit zusammen, dass sich die Schädelknochen eines Säuglings noch nicht abschließend verbunden haben und der Schädel sich aufgrund des Hydrocephalus ausdehnt.

Ein Hydrocephalus kann bei Betroffenen in verschiedenen Formen vorliegen. Diese verschiedenen Formen unterscheiden sich beispielsweise hinsichtlich der Ventrikel, die von einer Erweiterung betroffen sind. Auch in Bezug auf entsprechende Ursachen, die zum Hydrocephalus führen, differenziert die Medizin verschiedene Formen der Erkrankung.

Ursachen

Mögliche Ursachen eines Hydrocephalus sind vielfältig. So kann der Erkrankung beispielsweise eine körpereigene Überproduktion der Hirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (auch als Liquor bezeichnet) zugrunde liegen. Verursacht werden kann ein Wasserkopf außerdem durch einen Verschluss der Verbindungen, die beim gesunden Menschen zwischen den Liquorräumen bestehen.

Unterschieden wird zwischen angeborenen und sogenannten erworbenen (also nicht bereits angeborenen) Ursachen des Hydrocephalus: Angeborene Ursachen eines Wasserkopfes können unter anderem in Fehlbildungen von Gehirn oder Schädelknochen liegen. Auch verschiedene Entwicklungsstörungen des Gehirns und Gendefekte können zum Hydrocephalus führen.

Erworbene Ursachen, die einem Wasserkopf zugrunde liegen können, sind beispielsweise Verletzungen des Gehirns durch Unfälle, Entzündungen des Gehirns oder Hirnblutungen. Auch Thrombosen im Kopfbereich oder Rhesusunverträglichkeiten können erworbene Ursachen des Hydrocephalus sein.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Ein Wasserkopf kann zunächst an der typischen, meist ballonförmigen Aufblähung des Kopfes erkannt werden. Die Schädeldecke erscheint teilweise wie aufgequollen und kann bei Berührung schmerzen. Oft ist auch der Haarwuchs gestört. Durch den Druckanstieg im Schädel kommt es zu starken Kopfschmerzen, Sehstörungen und Krampfanfällen.

Viele Kinder erleiden bereits in den ersten Lebenstagen schwere epileptische Anfälle, die sich oft durch Schweißausbrüche, Zittern und ein generell ungewöhnliches Verhalten ankündigen. Die starken Schmerzen führen in Verbindung mit den Bewusstseinsstörung zu Übelkeit und Erbrechen. Die Sehstörungen können zeitweilig auftreten oder dauerhaft bestehen bleiben, wobei die Betroffenen Doppelbilder sehen oder die Umgebung nur noch verschwommen wahrnehmen.

In Einzelfällen entwickeln sich Hörprobleme bis hin zur vollständigen Ertaubung des betroffenen Kindes. Im Verlauf der Erkrankung stellen sich unter Umständen Lähmungen und andere Sensibilitätsstörungen im Bereich des Kopfes und in anderen Regionen des Körpers ein. Zudem treten Schwindel, Gangstörungen und Störungen des Bewusstseins auf. Die Betroffenen verlieren immer wieder das Bewusstsein oder fallen sogar in ein Koma. Wird der Hydrocephalus nicht frühzeitig behandelt, kommt es unweigerlich zu irreversiblen Schäden des Gehirns. In schweren Fällen verläuft die Erkrankung tödlich.

Diagnose & Verlauf

Um einen Wasserkopf zu diagnostizieren, kommen in der Regel sogenannte bildgebende Verfahren zum Einsatz. Zu diesen Verfahren zählen beispielsweise die Ultraschalluntersuchung, die Untersuchung per Computertomografie (CT) oder die Magnetresonanztomografie (MRT).

Welche dieser Methoden sich zur Diagnose des Hydrocephalus bei einem Betroffenen besonders eignet, hängt unter anderem ab von der angenommenen Ursache für einen Wasserkopf oder vom Lebensalter eines Patienten: Der Ultraschall eignet sich etwa besonders für Neugeborene aufgrund der noch nicht vollständig geschlossenen Schädeldecke.

Der Verlauf eines Hydrocephalus hängt unter anderem ab von der Form der Erkrankung und den getroffenen Therapiemaßnahmen. Auch interindividuell sind Verläufe des Hydrocephalus meist verschieden. Mögliche Erstsymptome des Hydrocephalus sind etwa Kopfschmerzen oder Übelkeit. Schwere Verläufe können zu Bewusstseinsstörungen oder Koma führen. Angemessene Therapiemaßnahmen können häufig zu einer deutlichen Besserung von Symptomen des Hydrocephalus (wie beispielsweise Gangstörungen oder Störungen der Blasenentleerung) führen.

Komplikationen

Durch den Wasserkopf kommt es zu Einschränkungen der Gehirnfunktionen. Diese können sich sowohl auf den physischen als auch auf den psychischen Zustand negativ auswirken und dabei die Lebensqualität des Patienten erheblich verringern. Der Kopf des Patienten ist durch diese Krankheit aufgebläht und wirkt relativ groß.

Dadurch kommt es ebenso zu einem höheren Druck im Schädel, welcher zu Kopfschmerzen führen kann. In vielen Fällen breiten sich die Schmerzen auch in andere Regionen des Körpers aus und können auch dort zu verschiedenen Beschwerden führen. Weiterhin leiden die Betroffenen an Sehstörungen, wobei es auch zu einem Schleiersehen oder zu Doppelbildern kommen kann. In schwerwiegenden Fällen treten auch epileptische Anfälle auf.

Im weiteren Verlauf der Krankheit kommt es zu Lähmungen und zu anderen Störungen der Sensibilität. Der Alltag des Patienten wird durch die Beschwerden stark eingeschränkt. Es treten ebenfalls Gangstörungen auf und die Patienten verlieren nicht selten das Bewusstsein oder fallen in ein Koma.

Die Behandlung erfolgt durch einen operativen Eingriff und führt in der Regel zu einem positiven Krankheitsverlauf. Komplikationen treten meistens nur dann auf, wenn die Behandlung nicht frühzeitig eintritt und es zu irreversiblen Schäden des Gehirns gekommen ist.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Da der Hydrocephalus die Gehirnfunktionen negativ beeinträchtigen kann, muss diese Erkrankung in jedem Fall von einem Arzt behandelt werden. Es tritt dabei keine Selbstheilung auf. In den meisten Fällen wird der Hydrocephalus schon vor der Geburt oder direkt nach der Geburt von einem Arzt diagnostiziert. Ein weiterer Besuch zur Diagnose ist daher in der Regel nicht notwendig. Weiterhin sollte allerdings immer ein Arzt aufgesucht werden, wenn das Kind an starken Kopfschmerzen oder an Erbrechen leidet. Auch im weiteren Verlauf kann der Hydrocephalus zu Sehbeschwerden führen, sodass die Patienten an Doppelbildern oder am Schleiersehen leiden. Hierbei ist ebenfalls eine ärztliche Untersuchung sehr ratsam.

Die Behandlung dieser Erkrankung erfolgt in der Regel bei verschiedenen Fachärzten und richtet sich nach der genauen Ausprägung der Beschwerde. Eine vollständige Heilung wird jedoch nicht erreicht. In vielen Fällen leiden auch die Eltern oder die Angehörigen an starken psychischen Beschwerden, sodass eine psychologische Behandlung ratsam ist.

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Behandlung & Therapie

Ein häufig angewendetes Therapieverfahren zur Behandlung des Hydrocephalus ist die Implantation eines Shunts: Ein Shunt ist ein dünner Schlauch aus Kunststoff und Silikon, der bei vorliegendem Hydrocephalus Hirnwasser aus den Hirnkammern in andere Körperpartien leitet. Hierzu wird der Shunt von einer betroffenen Hirnkammer beispielsweise in die Bauchhöhle verlegt.

Ziel dieses Eingriffes ist eine Verkleinerung geweiteter Hirnventrikel. Die Verlegung des Schlauches zur Linderung der Symptome bei der Erkrankung Hydrocephalus erfolgt unter der Haut; die durchgeführte Maßnahme ist also von außen nicht zu erkennen. Shunts können sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern zur Behandlung eines Wasserkopfes eingesetzt werden. Je nach Form können implantierte Schläuche zur Behandlung des Hydrocephalus verschiedene Ventile aufweisen: Diese Ventile reagieren beispielsweise auf Hoch- oder Niederdruck der Hirnkammern.

Eine Therapie zur speziellen Senkung des dritten Hirnventrikels ist die sogenannte endoskopische Drittventrikulostomie (ETV); hier wird die Hirnkammerwand mit einem minimalen Loch versehen. Medikamentöse Therapien zur Behandlung eines Wasserkopfes kommen in der Regel nur selten und kurzfristig zum Einsatz.

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Nach einem operativen Eingriff stellt sich meist ein positiver Krankheitsverlauf ein. Eine frühzeitige Diagnose begünstigt diesen. Entscheidend ist, dass es zu keiner nachhaltigen Schädigung des Gehirns kommt. Zu unterscheiden sind grundsätzlich Prognosen für Neugeborene und Kleinkinder sowie für Erwachsene. Der Hydrocephalus ist nicht heilbar; er kann aber in den meisten Fällen erfolgreich therapiert werden. Dadurch ergibt sich für Erkrankte nach dem heutigen Stand der medizinischen Möglichkeiten eine positive Aussicht.

Gerade Kinder können bei rechtzeitiger Behandlung meist ein Leben ohne weitere Beschwerden führen. Studien belegen den Erfolg des Shunts. Zwei Drittel von ihnen können demnach denselben Bildungsweg einschlagen wie gesunde Altersgenossen. Etwa jedes zehnte Kind verstirbt. Bei den anderen bleiben Verhaltensauffälligkeiten zurück, die aus den Einschränkungen der Gehirnfunktion herrühren. Mittels Nachhilfe und spezieller Therapien lassen sich diese minimieren.

Die Aussichten für Erwachsene sind nicht eindeutig einzuschätzen. Bei ihnen hängt es davon ab, wie sie zu der Erkrankung gekommen sind. Sie müssen nicht in jedem Fall lebenslang einen Shunt tragen. Auffällig viele Seniorinnen und Senioren erkranken am Wasserkopf. Bei ihnen ergibt sich mit zunehmendem Lebensalter ein erhöhtes Risiko nach einem Eingriff.

Vorbeugung

Es ist kaum möglich, einem Hydrocephalus vorzubeugen. Allerdings kann es den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen, wenn ein vorliegender Wasserkopf frühzeitig diagnostiziert wird und entsprechend medizinisch behandelt werden kann. Die Ausprägung von Folgeschäden aufgrund der erweiterten Hirnkammern beim Hydrocephalus kann auf diese Weise in vielen Fällen reduziert werden.

Nachsorge

Die richtige Nachsorge ist auch bei einer so risikoarmen Operation, wie der Shunt-Operation, von großer Bedeutung. Insbesondere sofern es sich um eine ventriculo-peritonealen Ableitung handelt, muss der Patient am Operationstag Nahrungskarenz einhalten. Bereits einen Tag nach dem erfolgten Eingriff werden die Patienten krankengymnastisch mobilisiert und dürfen normal essen und trinken.

Nach wenigen Tagen wird mittels einer computertomografischen Untersuchung die Lage des Hirnkatheters sowie die Weite der Hirnkammern kontrolliert. Dies dient der Bestätigung, dass der Eingriff erfolgreich durchgeführt wurde und dem Patienten die gewünschte Erleichterung bringt. Anschließend kann der Patient das Krankenhaus verlassen und in den Alltag zurückkehren.

Jährliche Verlaufskontrollen mittels CT-Untersuchungen und Besprechung der vorhandenen Symptome sind unbedingt einzuhalten. Sie decken mögliche postoperative Komplikationen wie subdurale Blutungen durch Überdrainage auf und ermöglichen, sofern nötig, eine rasche Behandlung.

Patienten, bei denen solch eine Überdrainage ein Mal auftrat, können mit dem behandelnden Arzt die Möglichkeit einer Implantation von postoperativ verstellbaren Gravitationsventilen besprechen, welche dann bei der nächsten benötigten Operation verwendet werden. Auch Shunt-Insuffizienzen durch einen verstopften Katheter sind möglich und bedürfen einer umgehenden Korrektur.

Das können Sie selbst tun

Zur Behandlung des Hydrocephalus ist in jedem Fall eine ärztliche Therapie angezeigt. Die einzelnen Symptome können von den Betroffenen durch eine Reihe von Selbsthilfe-Maßnahmen gelindert werden.

So lassen sich epileptische Anfälle durch vorbeugende Maßnahmen reduzieren, zum Beispiel hilft die Vermeidung von möglichen Auslösern und die Verwendung eines Notfallmedikaments dabei, Anfälle zu vermeiden. Gegen Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen helfen Bettruhe und Schonung. Zudem sollte der Betroffene seinen Lebensstil anpassen, um etwaige Begleiterscheinungen zu vermeiden. Sollten sich Doppelbilder einstellen, ist ärztlicher Rat gefragt. Als akute Erstmaßnahme bieten sich hier ebenfalls Ruhe und Schonung an.

Grundsätzlich muss ein Wasserkopf operativ behandelt werden. Nach einem Eingriff ist eine mehrwöchige Genesungsphase angezeigt. Der Patient sollte sich auch nach dem Abschluss der Behandlung um regelmäßige Kontrollbesuche durch den Arzt bemühen. Sollten sich Komplikationen einstellen, wird am besten sofort das Krankenhaus aufgesucht.

Da ein Hydrocephalus immer auch eine seelische Belastung für die Betroffenen darstellt, ist eine therapeutische Beratung sinnvoll. Auch die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe kann den Betroffenen dabei helfen, die äußerlichen Makel und etwaige Beschwerden zu akzeptieren.

Quellen

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Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Hydrocephalus (Wasserkopf)?

Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

behindertenrecht kommentierte am 08.09.2015

Meine Tochter wurde mit leichter Fehlstellung am Auge (rechts) und leichter Fehlstellung am Fuß (links) geboren. Ungeachtet dieser Fehlbildungen wurde eine Entwicklungsstörung diagnostiziert. Erst im Alter von 16 Jahren wurde ein MRT des Kopfes gemacht, mit dem Ergebnis: „Erweiterug der hinteren Hirnventrikel bds., zugunsten links, und teilweise fehlende Gyries „. Enorme Unruhe und Ungeduld, bei objektiv nachweisbar hochgradiger Lärmempfindlichkeit und oft andauernd schrillen Schreien, waren bekannt und der Hauptgrund für ihre Entwicklungsstörung, was aber als Verhaltensproblem angesehen wurde. Auch als der MRT Befund vorlag, wurden wir nicht auf Hydrocephalus hingewiesen, obwohl gerade die Erweiterung der Hirnventrikel charakteristisch für Hydrocephalus ist, wie ich nun auch durch diesen Bericht erfahren hab. Zwischenzeitlich wurden meiner Tochter aber hohe Dosen Psychopharmaka verabreicht, sie fühlt sich sehr schlecht, findet keine Ruhe und leidet sehr darunter. Ich hoffe sehr, dass uns diese Informationen weiterhelfen, damit die Erweiterung der Hirnventrikel und genannte Begleitfehlbidungen endlich auch bei der diagnostischen Einornung der Symptome beachtet werden. Wir wären sehr dankbar für jede weitere Information und Unterstützung.

Baby2015 kommentierte am 25.11.2015

Kann Hydrocephalus auch durch Drogeneinnahme in der Schwangerschaft auftreten?

bärchen 04102015 kommentierte am 08.01.2016

Bei mir wurde vor ungefähr 13 Jahren ein Wasserkopf festgestellt. Mittlerweile bin ich 22 Jahre alt. Ich war vor sechs Jahren das letzte Mal zur Kontrolle im Krankenhaus und es war bis dahin unverändert. Ich habe auch bis jetzt keine Beschwerden. Aber dennoch mache ich mir Sorgen, dass vielleicht im Laufe der nächsten Zeit die ersten Symptome auftreten könnten. (Zum Beispiel: Epilepsie). Des Weiteren bin ich von einer Operation nicht überzeugt. Gibt es eventuell auch eine andere Variante dies zu behandeln?

Zweiter von Vier kommentierte am 06.08.2017

Bei mir wurde 1968 ein Shunt implantiert. Damals war ich etwa sechs Monate jung. 1976 wurde ich zum zweiten Mal am Kopf operiert, weil die Leitung verlegt war. Dann war Ruhe bis 2011, da fuhr mich meine Frau ins Klinikum weil ich tagelang stark an Kopfschmerzen und Übelkeit litt. Diagnose: Der Wasserkopf kann es nicht sein, obwohl der Shunt keine Funktion mehr hat. Entdeckt wurden außerdem eine leichte
Gehirnblutung und Nervenentzündungen im Kopf und Rücken (MS). Etwa fünf Wochen später wurde bei mir eine Bohrlochtrepanation durchgeführt, weil sich die Gehirnblutung erweitert hatte. Danach waren die Kopfschmerzen weg, die davor nur durch Medikamente unterdrückt wurden. Seit Dezember 2011 wird jetzt wegen MS behandelt und mein Zustand ist weitgehend stabil (rechts ist alles schwächer als links) ich kann arbeiten und am öffentlichen Leben teilnehmen. Mich beschäftigt aber ständig die Frage, ob die Symptome nicht einfach von meinem Wasserkopf stammen und ob ich die Medikamente gegen MS überhaupt brauche. Gibt es jemand mit dem ich darüber reden oder schreiben könnte?

Wasserkopf: „Die Diagnose Hydrozephalus war ein echter Schock“

Wenn das Baby endlich da ist, könnten wir Mamas vor Glück platzen. Die Glückshormone fahren Achterbahn und alles ist einfach perfekt. Leider stellt sich manchmal schon kurze Zeit später heraus, dass vielleicht doch nicht alles ganz so perfekt ist, wie wir es uns erhofft haben. Zum Beispiel, wenn unser kleiner Schatz gesundheitliche Probleme hat.

So wie bei Julia aus unserer Community. Ihr Sohn hatte in den ersten Wochen mit Blockaden zu kämpfen und entwickelte eine Spastik – auf die zunächst kein Arzt reagierte. Nach einem epileptischen Anfall zog die Diagnose „Wasserkopf“ Julia den Boden unter den Füßen weg. Die ganze Geschichte lest ihr hier:

Mit 4 Monaten bekam mein Baby eine Spastik

„Mein Name ist Julia, und ich bin 32 Jahre alt. Am 28.11.2017 kam mein Sohn per Kaiserschnitt zur Welt, da er in Beckenendlage lag. Als ich meinen kleinen Mann endlich sehen und halten durfte, war mein Glück perfekt.

Leider blieb es nicht so. In den ersten zwei Monaten seines Lebens hatte er viele Blockaden, die aber gelöst werden konnten. Als er vier Monate als war, bekam er plötzlich eine Spastik auf der linken Seite. Leider hat darauf keiner der Ärzte reagiert.

Im Krankenhaus wurde ein Wasserkopf diagnostiziert

Mit neun Monaten dann der nächste Schock: Mein Kleiner bekam einen epileptischen Anfall. Wir mussten ins Krankenhaus, wo endlich ein MRT und ein EEG durchgeführt wurden. Mit dem Ergebnis hatten wir allerdings so nicht gerechnet: Zusätzlich zur Epilepsie stellten die Ärzte einen Hydrozephalus fest, das bedeutet, dass der Abfluss der Hirn-Rückenmarks-Flüssigkeit gestört ist. Deshalb wird es oft auch als Wasserkopf bezeichnet.

Außerdem hatte mein Sohn auf der linken Seite, auf der er auch die Spastik hatte, eine Zerebralparese. Das ist eine Bewegungsstörung, die häufig durch eine Schädigung des Hirns zustande kommt. Dazu stellten die Ärzte eine Entwicklungsstörung fest.

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Wir konnten uns das alles nicht erklären und hatten mit der Diagnose auch sehr zu kämpfen. Dazu kam die Angst, wie es jetzt weitergeht.

Julias Sohn hat die OP gut überstanden. Symbolbild: Bigstock

Die OP hat mein Sohn gut überstanden

Im Dezember 2018 bekam mein Sohn einen Shunt, um die angestaute Hirnflüssigkeit abzuleiten. Zum Glück hat er die OP gut überstanden, Wir waren dann bis Februar 2019 in der Reha, und dort machte er auch schon bald die ersten, kleinen Fortschritte. Mit 16 Monaten fing er an, zu robben, zwei Monate später konnte er allein sitzen. Seit Juni 2019 geht mein Kleiner jetzt in die Krippe und fühlt sich dort sehr wohl.

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Liebe Julia, vielen Dank, dass Du Deine Geschichte mit uns geteilt hast. Wir wünschen Deinem kleinen Schatz alles Gute!

Hydrozephalus: Was ist ein Wasserkopf?

Bei einem Wasserkopf sammelt sich zu viel Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit in den Ventrikeln des Gehirns an. Das sind kleine Hohlräume, die in jedem Gehirn vorhanden sind. Normalerweise sammelt sich das Hirnwasser in diesen Hohlräumen und fließt auch wieder ab. Kann es das nicht, staut es sich und die Hohlräume vergrößern sich. Je nach Ausprägung führt das dazu, dass sich der gesamte Kopf vergrößert. Dann spricht man von einem Wasserkopf oder Hydrozephalus. Etwa jedes 1.000 Baby kommt damit zur Welt.

Was sind die Symptome eines Wasserkopfs?

Neben dem deutlich vergrößerten Kopf ist bei einem Baby mit Wasserkopf die Fontanelle häufig gespannt oder wölbt sich nach vorne. Je nach Ausprägung kann es auch sein, dass ein Teil der Hornhaut des Auges unter dem Unterlid verschwindet. Da das Gehirnwasser auf das Gehirn drückt, wenn es sich ausbreitet, kann es außerdem zu starker Müdigkeit kommen, bei der das Baby regelrecht wegdämmert. Außerdem zeigen sich häufig Übelkeit und Erbrechen, auch ohne, dass vorher etwas gegessen wurde.

Tabletten helfen bei einem Wasserkopf leider nur kurzfristig, sie sorgen dafür, dass weniger Hirnwasser produziert wird.
Foto: Bigstock

Was sind die langfristigen Folgen?

Um langfristige Folgen eines Wasserkopfs zu vermeiden, sind eine frühzeitige Diagnose und Therapie sehr wichtig. Je nachdem, welche Bereiche des Gehirns von dem Wasserkopf betroffen sind, kann es zu verschiedenen Auswirkungen kommen. Generell lässt sich sagen, dass durch die Flüssigkeit ein Überdruck im Kopf entsteht. Dadurch wird die Gehirnentwicklung beeinflusst, es kann sogar dazu kommen, dass die Gehirnmasse zurückgeht.

Die Folge können Entwicklungsverzögerungen sein, aber auch geistige Behinderungen sind möglich. Die Kinder lernen Dinge wie Drehen, Krabbeln, Sitzen oder Laufen meist erst später. Genauso kann ein Wasserkopf dazu führen, dass ein Kind erst später spricht und langsamer lernt.

Hydrozephalus: Was sind die Ursachen?

Für einen Hydrozephalus gibt es verschiedene Ursachen: Zum Beispiel kann es sein, dass durch eine Entzündung oder Veränderung im Gehirn zu viel Hirnwasser produziert wird. In vielen Fällen kommt es durch eine Blutung oder Entzündung zu einer so genannten Abfluss- bzw. Resorptionsstörung. Dazu kommt, dass ein Baby schon von Geburt an unter einem Wasserkopf leiden kann oder erst später daran erkrankt.

Die häufigste Art ist der Hydrocephalus occlusus, der bei bis zu 60 % der Betroffenen vorkommt. Er kann durch eine erbliche Fehlbildung des Gehirns oder der Schädelknochen oder durch eine gestörte Gehirn-Entwicklung entstehen, dann bezeichnet man ihn als primären Hydrozephalus.

Deutlich häufiger entsteht der Wasserkopf allerdings als Folge einer Blutung, Entzündung, Veränderung der Blutgefäße oder auch eines Tumors im Gehirn. Diese Form nennt man sekundärer Hydrozephalus.

Auch eine angeborene, schwere Hirnfehlbildung, bei der zu wenige Gehirnmasse vorhanden ist, kann zu einem Wasserkopf führen, dem sogenannten Hydrocephalus e vacuo. Dabei sind die äußeren und die inneren Hohlräume von Geburt an erweitert und mit mehr Flüssigkeit gefüllt.

Treten die Symptome nach einer Blutung oder Entzündung innerhalb der Hinrhäute auf, spricht man von einem Hydrocephalus nonresorptivus. Er ist mit rund 30 % die zweithäufigste Form.

Veränderte Blutgefäße in den Ventrikeln, eine Entzündung oder auch eine Vergiftung mit Quecksilber oder Kohlenmonoxid können einen Hydrozephalus hypersecretorius zur Folge haben. Zehn Prozent der Betroffenen leiden unter dieser Form.

Wie sieht die Therapie bei einem Wasserkopf aus?

Da im Kopf eines Babys mit Hydrozephalus zu viel Flüssigkeit vorhanden ist, die nicht ablaufen kann, geht es bei der Behandlung darum, diese Flüssigkeit abzuleiten. Dadurch sollen Hirnschäden verhindert werden, die durch zu viel Druck der Flüssigkeit auf das Gehirn entstehen können. Um den Druck kurzfristig zu verringern, können so genannte Diuretika eingesetzt werden. Die Medikamente sorgen dafür, dass weniger Hirnwasser produziert wird. Allerdings ist das leider keine dauerhafte Lösung.

Deshalb kommt bei Babys und Kindern mit einem Wasserkopf häufig ein so genannter Shunt zum Einsatz. Das ist ein kleiner Schlauch, über den das Hirnwasser ablaufen kann. Bei der OP wird ein kleines Loch in den Schädelknochen gebohrt und der Schlauch in einen der Hohlräume des Gehirns geschoben. Der Schlauch wird dann unter der Haut bis in den Bauch des Babys gelegt. Über diesen Schlauch kann die angesammelte Flüssigkeit abfließen, und das Gehirn des Babys wird entlastet. Wenn das Baby wächst, muss der Shunt gelegentlich erneuert bzw. an die Größe angepasst werden.

Kann man einen Wasserkopf heilen?

Ein Wasserkopf lässt sich leider nicht vollständig heilen. Allerdings können viele Kinder durch die Therapie mit einem Shunt ein normales Leben führen.

Wie hoch ist die Lebenserwartung mit einem Wasserkopf?

Das lässt sich leider allgemein nicht sagen. Denn es hängt davon ab, wie stark der Wasserkopf und seine Symptome ausgeprägt sind, welche Ursache er hat, und wann die Diagnose gestellt wird.

Generell gilt: Je schneller die Therapie startet, desto größer sind die Chancen, dass noch keine Teile des Gehirns langfristig geschädigt wurden. Durch die guten Therapiemöglichkeiten können die meisten Babys und Kinder ein normales Leben ohne Einschränkungen führen.

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HirnkrankheitenZu viel Wasser im Kopf

Altershirndruck bleibt oft unerkannt

Von Jutta Rosbach

Eine MRT-Aufnahme eines Gehirns. Altershirndruck wird durch zu viel Hirnwasser ausgelöst. (ESA)

Menschen mit Altershirndruck haben Gedächtnisstörungen, weshalb die Krankheit oft mit Alzheimer verwechselt wird. Doch anders als Alzheimer kann Altershirndruck geheilt oder zumindest gelindert werden – wenn die Krankheit rechtzeitig entdeckt wird.

Wer Birgit von Kameke kennenlernt, sieht eine lebhafte, attraktive Dame von 73 Jahren. Vor einem halben Jahr war sie ein Pflegefall, galt als dement. Denn sie litt unter schweren Gedächtnisstörungen, Inkontinenz und einem unsicheren Gang. Nach einem Oberschenkelbruch hatte sie das Laufen ganz verlernt.

„Da erinnere ich nicht viel. Das war ja das Schlimme, dass es bei mir so an mir vorbei gegangen ist. Da kann ich mich kaum dran erinnern.“

Birgit von Kameke – ein typischer Fall von Altershirndruck oder wie der medizinisch korrekte Name lautet: Normaldruckhydrozephalus. Bei dieser Erkrankung des Gehirns schaffen es die Blutgefäße nicht mehr, das Hirnnervenwasser abzuleiten, erklärt der Hamburger Neurochirurg Uwe Kehler:

„Früher hat man geglaubt, das ist ein Problem, dass das Hirnnervenwasser nicht resorbiert werden kann. Heute weiß man aber, dass es in vielen Fällen anders ist, dass es mit dem Mechanismus der nicht mehr elastischen Gefäße zusammenhängt.“

Der zunehmende Pulsdruck im Gehirn ist wie ein Presslufthammer – Er zerstört nach und nach die Hirnkammern und führt zu Symptomen wie bei einer Demenz.

„Die Symptome des Altershirndrucks sind typischerweise eine Gangstörung, eine Hirnleistungsstörung bis zur Demenz und eine Inkontinenz.“

Diagnose durch Untersuchung des Hirnwassers

Doch im Unterschied zum Beispiel zu Alzheimer ist der Altershirndruck die einzige heilbare Form von Demenz. Vorausgesetzt, sie wird nicht zu spät erkannt. Nach neuesten Erkenntnissen verbirgt sich sogar viel häufiger als früher angenommen hinter einer Demenz in Wahrheit ein Altershirndruck, sagt Uwe Kehler.

„Wir haben früher gesagt, dass ein Prozent der über 65-Jährigen davon betroffen ist, mittlerweile sind die Schätzungen bei 5 Prozent, und damit entwickelt sich das sogar zu einer Volkskrankheit.“

Und zwar zu einer, die laut internationalen Studien nur in jedem zehnten Fall erkannt wird. Der wichtigste Diagnose-Schritt ist eine Entnahme des Nervenwassers aus dem Rückgrat. Dadurch wird der Druck des Hirnwassers verringert. Wenn sich daraufhin die Symptome bessern, kann man davon ausgehen, dass ein Altershirndruck vorliegt. Aber Verbesserungen sind nicht immer deutlich oder eindeutig.

„Manchmal ist es nur eine Nuance besser. Und deshalb müssen wir ganz besonders auf Patienten und Angehörige hören, die sagen ‚Mein Gehen ist viel besser geworden‘ auch wenn wir das gar nicht besonders herausbekommen oder erkennen mit unseres Tests. Das ist auch schwierig, gerade in der Früherkennung.“

Sogar MRT-Bilder sind nicht immer eindeutig. Birgit von Kameke hatte Pech. Nach der Rückenmarks-Punktion ihres Nervenwassers sahen weder Ärzte noch Angehörige eine Verbesserung. Kurz danach erlitt sie einen Oberschenkelhalsbruch, baute massiv ab, saß im Rollstuhl, galt in den Augen ihrer Umwelt als dement.

„Ich hab die Strippen wieder in der Hand“

Auf Betreiben ihres Mannes schlug Uwe Kehler als letzte Möglichkeit schließlich eine sogenannte Shunt-Operation am Gehirn vor. Dabei wurde der Patientin ein Ventil in die Schädeldecke eingesetzt, überschüssiges Nervenwasser aus den Hirnkammern abgeleitet und in die Bauchhöhle abgeführt.

„Es ist aber wichtig, dass man das relativ frühzeitig durchführt, umso besser sind die Ergebnisse. Bei schwerer Demenz und Bettlägerigkeit ist das Gesamtergebnis deutlich schlechter.“

Birgit von Kameke profitierte von der Shunt-OP stärker, als ihr Arzt erwartet hätte. Innerhalb einer Woche lernte sie wieder zu gehen. In den nächsten Monaten gewann sie die Kontrolle über Geist und Körper wieder. Sogar ihr Namensgedächtnis hat sich erholt. In anderen Fällen erleben Ärzte und Angehörige, dass ein länger bestehender Altershirndruck zur endgültigen Zerstörung der anliegenden Hirngefäße geführt hat. Dann gehen die Demenzsymptome gar nicht oder nur gering zurück. Birgit von Kameke hat nur eine leichte Störung des Kurzzeitgedächtnisses zurückbehalten. Für sie ist die Wirkung der Operation schlicht ein Wunder…

„Dass ich seitdem wieder klar denken kann, ich hab die Strippen in der Hand, ich bin wieder da.“

NEUROLOGIE: Es war der Wasserkopf

Eigentlich war Ralf Gerth mit seinen 58 Jahren viel zu jung, um schon an Altersschwäche zu leiden. Doch alle Symptome deuteten darauf hin. „Es fing damit an, dass ich nur noch in kleinen Schritten gehen konnte und mich dabei häufig an der Wand festhalten musste“, sagt der Verwaltungsbeamte aus Bremen. Nach kurzer Zeit kamen Gedächtnisprobleme und Harninkontinenz dazu. „Ich habe kaum noch die Viertelstunde auf dem Weg von der Arbeit nach Hause geschafft. In Gedanken sah ich mich schon mit Pampers im Altersheim liegen“, erzählt der begeisterte Motorradfahrer.
Was dann folgte, war eine Odyssee von Arzt zu Arzt. Der Allgemeinmediziner prüfte Herz und Kreislauf, ohne Befund. Der Neurologe verschrieb Tabletten gegen Schwindel. Der Urologe untersuchte Blase und Prostata und bilanzierte: „Ich kann nichts feststellen.“ Der HNO-Arzt veranlasste schließlich die Überweisung zum Radiologen.

Inzwischen waren vier Monate vergangen. Erst ein Blick in Gerths Gehirn mit Hilfe eines Magnetresonanztomografen offenbarte die Ursache seiner Leiden. Eine der Gehirnkammern war deutlich vergrößert. „Das sah man sogar als Laie“, sagt Gerth.
Er litt an einem Wasserkopf, einer Krankheit, die bei Kindern bekannt und deutlich sichtbar ist, deren Diagnose aber bei Erwachsenen zu den schwierigsten in der Medizin zählt. Nächste Woche diskutieren Ärzte auf einem internationalen Kongress in Hannover dieses noch wenig erforschte Leiden (www.hydrocephalus2008.com).
Die Symptome können denen von Parkinson, Alzheimer-Demenz, Bluthochdruck, Medikamenten- oder Alkoholmissbrauch ähneln. Nicht immer treten die drei Hauptmerkmale – Blasenschwäche, Gedächtnisprobleme, Gehstörungen – parallel und bei allen Patienten auf. „Die Dunkelziffer nicht diagnostizierter Wasserkopf-Patienten ist sicher sehr hoch. Gerade bei einer Gangstörung sagt man oft: Das ist eben das Alter. Dabei könnte man die Lebensqualität vieler Betroffener stark verbessern“, weiß Joachim Krauss, Direktor der Neurochirurgie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Im Idealfall kann ein Routineeingriff das Leiden der Betroffenen mindern oder diese sogar ganz heilen.
„Bis heute hat keiner so recht verstanden, wie dieser Wasserkopf eigentlich entsteht“, sagt der Neuroradiologe Michael Forsting von der Universität Essen. Groß angelegte Studien zu dieser Krankheit existieren bislang nicht. Nach neuen Hypothesen beeinträchtigt das auch bei der Alzheimer-Krankheit beteiligte Protein Beta-Amyloidden Kreislauf zu- und abfließenden Gehirnwassers. Mit Hilfe moderner Bildgebungsmethoden können Ärzte lediglich erkennen, welche fatalen Auswirkungen dies auf Struktur und Funktionsweise des Gehirns hat.
Jeder Erwachsene bildet täglich etwa einen halben Liter Gehirnwasser, das in Kammern von Gehirn und Rückenmark zirkuliert. Bei Wasserkopf-Patienten werden größere Mengen dieses sogenannten Liquors gebildet als abgebaut – die Flüssigkeitsmenge steigt. Wie bei einem stark aufgeblasenen Luftballon weiten sich in der Folge die Hohlräume und drücken, von außen nicht sichtbar, auf wichtige Regionen des Denkorgans. Mit der Zeit drohen dauerhafte Schäden. „Deshalb ist es wichtig, Patienten, die von einer Operation profitieren können, möglichst früh zu identifizieren“, mahnt der Neurologe Sebastian von Stuckrad-Barre aus Wiesbaden.

Das Prinzip dieser Operation ist denkbar einfach: „Irgendwo ist zu viel Flüssigkeit, also leiten Sie sie ab“, erklärt von Stuckrad-Barre. Über ein kleines Bohrloch in der Schädeldecke führen die Ärzte einen sechs Zentimeter langen Katheter in die Hohlräume des Gehirns. Von dort leitet ein feiner Schlauch, der unter der Haut vom Kopf bis ins Bauchfell führt, einen Teil des Liquors ab (s. Grafik).
Ärzte warnen jedoch davor, die Methode als Allheilmittel zu sehen. Die Erfolgsquote der Operation beträgt laut Studien zwischen 24 und 100 Prozent. „Sie ist bis heute eine Behelfsmöglichkeit“, schränkt Neurochirurg Krauss ein.
Ob die Operation überhaupt sinnvoll ist, muss vorab durch einen kleineren Eingriff ermittelt werden. Dabei entnehmen Ärzte probeweise Liquor aus dem Nervenwasserkanal am Rücken. Bessern sich die Symptome daraufhin, profitiert der Betroffene höchstwahrscheinlich auch dauerhaft von einer OP.
„Bei mir verschwanden nach zehn Minuten schlagartig Schwindel und Gleichgewichtsprobleme“, berichtet Ralf Gerth. Heute, fünf Jahre später, weist nur noch eine kleine Beule hinter seinem Ohr auf das Ableitungssystem im Inneren seines Körpers hin. „Ich spüre davon nichts und bin wieder völlig gesund. Ohne die Operation wäre ich jetzt im Pflegeheim“, sagt er.
WENN DER DRUCK AUFS DENKORGAN ZU GROSS WIRD
* Entstehung eines Wasserkopfs
Ärzte kennen die Krankheit erst seit 1965. Ein im Fachjargon sogenannter Hydrocephalus (Hydro: Wasser, Flüssigkeit. Cephalus: Kopf) kann Folge einer Hirnblutung, Meningitis oder eines Schädel-Hirn-Traumas sein. Er kann aber auch, etwa ab einem Alter von 50 Jahren, ohne eindeutig erkennbare Ursache auftreten.
* Quälende Symptome
Neben Gedächtnisschwäche und Harninkontinenz zählt die Gangstörung zum wichtigsten Merkmal des Wasserkopfs. Betroffene bewegen sich in kleinen, breitbeinigen Schritten – ähnlich wie ein Pinguin auf dem Eis. Anders als bei der Parkinson-Krankheit bleibt der Oberkörper dabei aufrecht.
EINFACHE METHODE MIT GROSSER WIRKUNG
* Zu viel des Guten
Bei Wasserkopf-Patienten ist die Balance zwischen Produktion und Abbau des Gehirnwassers (Liquor; schützt das Gehirn vor mechanischen Belastungen) aus dem Gleichgewicht. Zu viel Flüssigkeit sammelt sich in den Hirnventrikeln. Diese pressen auf umliegendes Gewebe und führen zu einer Vielzahl von Symptomen.
* Intelligente Umleitung
Bei der Shunt-OP (shunt: englisch für abzweigen, umleiten) implantieren Chirurgen über ein kleines Loch im Schädel einen Katheter in die Gehirnkammer. Ein feiner Silikonschlauch, unter der Haut verlegt, leitet die Flüssigkeit ins Bauchfell, wo sie abgebaut wird.
* Optimaler Druck
Über ein Ventil hinter dem Ohr des Patienten können die Ärzte den Gehirndruck regulieren. Die Risiken der Operation sind relativ gering.
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Ödeme – wenn sich Wasser im Gewebe ansam­melt

Ödeme können generalisiert oder lokalisiert auftreten. Dabei können fast alle Körperteile betroffen sein, zum Beispiel Füße, Beine oder Gesicht. Auch in der Lunge kann sich Flüssigkeit ansammeln, z.B. wenn die Pumpleistung des Herzens deutlich eingeschränkt ist. Dann kommt es zu Luftnot.

Ein Ödem im Gehirn kann nach schweren Kopfverletzungen und Hirnblutungen auftreten.

Die weit überwiegende Zahl der Ödeme aber findet sich im Bereich der Füße, Knöchel und Unterschenkel. Das liegt größtenteils an der Schwerkraft: Die Flüssigkeit sackt bei aufrechter Körperhaltung nach unten. Deswegen sind solche Schwellungen häufig gegen Abend besonders ausgeprägt und bilden sich über Nacht teilweise zurück.

Welche Ursachen hat ein Ödem?

Leichte Knöchelödeme können manchmal auch beim Gesunden nach längerem Stehen oder Sitzen oder bei großer Hitze sowie bei Frauen kurz vor der Regelblutung und in der Schwangerschaft vorkommen. Auch bei Verletzungen, z.B. Verstauchungen des Fußgelenkes, entstehen häufig Flüssigkeitseinlagerungen, die zu einer Schwellung führen. Diese Ödeme bilden sich normalerweise von selbst wieder zurück.

Hinter ausgeprägten generalisierten Ödemen verbergen sich oft aber auch ernste Erkrankungen, zum Beispiel:

  • Nierenkrankheiten, zum Beispiel Nierenentzündung
  • Leberkrankheiten, zum Beispiel Leberzirrhose
  • Herzerkrankungen, zum Beispiel Herzschwäche, Herzmuskelentzündungen oder Herzklappenfehler

Bei lokalisierten Ödemen liegen meistens andere Ursachen vor, zum Beispiel:

  • Venenerkrankungen, zum Beispiel Venenschwäche, Varizen (Krampfadern) und Thrombose (Blutgerinnsel in den Venen)
  • Störungen des Abflusses der Lymphe (eiweißreiche Gewebeflüssigkeit), zum Beispiel bei Fehlanlage, nach Operationen oder bei Krebserkrankungen
  • Tumorerkrankungen (selten)

Auch Medikamente können Ödeme verursachen, zum Beispiel einige blutdrucksenkende Medikamente, Schmerzmittel (zum Beispiel ASS, Kortisonpräparate und Antidepressiva). Häufig handelt es sich dabei um eine relativ harmlose Nebenwirkung; gelegentlich jedoch liegt eine ernstzunehmende Unverträglichkeit vor, die das Absetzen des Medikaments und eventuell weitere Maßnahmen erforderlich macht.

Welche Untersuchungen führt der Arzt durch?

Der Arzt wird zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten führen. Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung achtet der Arzt genau auf die Verteilung der Ödeme, tastet die Leber und hört die Lungen ab.

Außerdem prüft er mit einem Hautfaltentest, ob es sich um eine eiweißarme Flüssigkeitseinlagerung oder ein eiweißreiches Lymphödem handelt.

Schließlich sind spezielle Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen, Ultraschall-, Blut- und Urinuntersuchungen notwendig, um die Grunderkrankung zu diagnostizieren.

Wie werden Ödeme behandelt?

Die Behandlung von Ödemen unterscheidet sich grundsätzlich nach ihrer Ursache und die Behandlung der Grunderkrankung steht im Vordergrund.

Eiweißarme Ödeme, die z.B. durch eine Herzschwäche verursacht werden, können mit entwässernden Medikamenten (Diuretika) ausgeschwemmt werden. Dadurch werden die Beschwerden der betroffenen Menschen häufig gelindert. Nach Rücksprache mit den behandelnden Ärzten sollte gegebenenfalls auch die tägliche Flüssigkeitsaufnahme eingeschränkt werden.

Eiweißreiche Lymphödeme werden mit Kompression behandelt. In schweren Fällen erfolgt eine komplexe zweiphasige Entstauungstherapie. Diese beginnt mit einer manuellen Lymphdrainage und hat das Ziel, den Abfluss der Lymphflüssigkeit zu verbessern. Daran sollte sich in jedem Fall eine Kompressionsbehandlung anschließen. In der Phase I der Therapie werden dabei die betroffenen Extremitäten täglich bandagiert, um den Umfang zu reduzieren. In der Phase II (Erhaltungsphase) werden Kompressionsstrümpfe nach Maß verordnet. Individuell wird entschieden, ob sich flach- oder rundgestrickte Strümpfe besser eignen. Diese müssen konsequent getragen werden, um den nachhaltigen Erfolg der Lymphdrainage nicht zu gefährden. Unterstützend wirkt in vielen Fällen eine zusätzliche Bewegungstherapie.

Patienten mit Lymphödemen sollten auf eine sorgfältige Hautpflege Wert legen, weil ein Lymphödem häufig mit einer sehr trockenen, juckenden und möglicherweise auch infizierten Haut einhergeht. Besonders geeignet sind zum Beispiel natürliche und hautverwandte Fette und Öle sowie Harnstoffpräparate.

Der Begriff Wasserkopf bezeichnet eine Erkrankung, bei der ein Missverhältnis zwischen der Bildung und des Abflusses des Gehirnwassers vorliegt. Dabei sammelt sich zu viel Flüssigkeit in den Höhlen des Gehirns an, sodass diese sich krankhaft erweitern und der Kopf eine übermäßige Größe annimmt. Vor allem Frühchen haben ein erhöhtes Risiko für einen Wasserkopf.

Was ist ein Wasserkopf?

Bei einem sogenannten Wasserkopf, auch Hydrocephalus genannt, handelt es sich um die krankhafte Erweiterung der mit Liquor gefüllten Flüssigkeitsräume (Ventrikel) im Gehirn. Bei dieser Erkrankung, die veraltet auch Gehirnwassersucht genannt wird, sammelt sich demnach zu viel Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit in den Höhlen des Gehirns. Im Durchschnitt weist eines von 1.000 Babys einen Wasserkopf auf, wobei Frühchen mit einem geringen Geburtsgewicht ein höheres Risiko als andere Neugeborene haben. Die Krankheit ist zwar nicht heilbar, kann aber durch entsprechende Operationen gelindert werden.

Bei einem Wasserkopf liegt ein Missverhältnis zwischen der Bildung und des Abflusses der Gehirnflüssigkeit vor.

Woran erkennt man einen Wasserkopf?

Da bei Säuglingen die Schädelknochen noch nicht verschlossen sind, ist es möglich, dass der Wasserkopf optisch auffällt: Der Kopf des betroffenen Babys gewinnt in diesem Fall zunehmend an Größe. Schon bei Neugeborenen kann er ballonartig angeschwollen sein. Die Kopfhaut ist unter Umständen sehr dünn und die Venen können gefüllt oder gestaut aussehen. Mögliche Symptome des Hydrocephalus sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Teilnahmslosigkeit, ein nach unten gerichteter Blick, Reizbarkeit und gelegentliche Krampfanfälle. Da sich die Verbindungen zwischen den einzelnen Schädelknochen bei Babys und Kleinkindern allmählich zu schließen beginnen, können sich die Symptome, die beim Wasserkopf auftreten, mit der Zeit verändern. Ungefähr nach Vollendung des zweiten Lebensjahres ist der Schädel schließlich so hart, dass eine weitere Vergrößerung des Kopfumfanges nicht mehr möglich ist. Daher kann die Flüssigkeitszunahme bei Kindern dieses Alters zu einem starken Druckanstieg führen, in dessen Folge sich die Hirnkammern erweitern und das Gehirn komprimiert wird. Unter Umständen kommt es zu irreversiblen Hirnschäden. Wenn Du bei Deinem Kind den Verdacht auf einen Wasserkopf hast, solltest Du es daher umgehend von einem Arzt untersuchen lassen. Mittels einer Ultraschalluntersuchung kann dieser dem Verdacht nachgehen. Die Methode lässt sich schon bei Frühchen und Neugeborenen anwenden. Sollte sich der Verdacht auf einen Wasserkopf bestätigen, ist es wichtig, dass Dein Kind schnellstmöglich behandelt wird, um Folgeschäden zu vermeiden.

Wie entsteht ein Wasserkopf?

Für die Entstehung eines Hydrocephalus gibt es verschiedene Ursachen. Vor der Geburt können Hirnmissbildungen, die Bildung von Zysten im Gehirn, Gehirnblutungen, Sauerstoffmangel des Gehirns während der Schwangerschaft und Infektionen in der Schwangerschaft, wie zum Beispiel Toxoplasmose, zu einem Wasserkopf führen. Nach der Geburt können zum Beispiel Hirntumore, Blutungen und Hirnhautentzündungen einen Hydrocephalus verursachen. Verantwortlich für die Entstehung eines Wasserkopfes ist ein Missverhältnis zwischen der Bildung und des Abflusses des Liquors. Demzufolge ist die Liquorproduktion entweder gesteigert oder aber der Liquorabfluss verringert, was dazu führt, dass die Menge des Hirnwassers bedenklich zunimmt und mehr Platz in den Flüssigkeitsräumen des Gehirns benötigt. Aufgrund des Platzmangels erweitern sich diese, sodass ein Wasserkopf entsteht. Besonders häufig ist dies bei Säuglingen, insbesondere bei Frühchen, der Fall. Kinder, die bei der Geburt unter 1.500 Gramm wiegen, sind besonders gefährdet, einen Wasserkopf zu bekommen: Aufgrund der Unreife des Gehirns kommt es in manchen Fällen nach der Geburt zu Blutungen, welche zur Folge haben, dass das Gehirnwasser nicht gleichmäßig abfließen kann, da die Kanäle mit Blut verstopft sind. Durch die Ansammlung des Gehirnwassers bildet sich schließlich der Wasserkopf. Wenn es sich bei Deinem Baby um ein Frühchen handelt, ist es daher besonders wichtig, dass die Ärzte umgehend nach der Entbindung prüfen, ob eine Hirnblutung vorliegt.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es beim Wasserkopf

Um den Wasserkopf zu behandeln, ist in der Regel eine Operation notwendig, bei der dem Kind ein Ableitungssystem, ein sogenannter Shunt, für die erhöhte Liquormenge implantiert wird. Die Ableitungssysteme bestehen aus einem Ventil, das den Hirninnendruck reguliert, und aus Kathetern, durch die das Hirnwasser abgeführt wird. Dabei kann das Hirnwasser entweder vom Kopf in die Bauchhöhle, vom Kopf in den rechten Vorhof des Herzens oder aber aus dem Wirbelsäulenkanal in die Bauchhöhle abgeleitet werden. Während der Operation führt der Neurochirurg mehrere kleine Schnitte durch, bei denen er die Katheter unter dem Hautgewebe platziert. Das Ventil setzt er je nach Art des Shunts entweder an den Schädelknochen hinter dem Ohr, im Bereich des Brustkorbs oder im Lendenbereich ein. Bei Frühchen kommt in der Regel ein Shunt, der die Hirnflüssigkeit in die Bauchhöhle abführt, zum Einsatz. Das Wachstum der Kinder führt dazu, dass der Ablaufkatheter des Ventils irgendwann zu kurz wird. Daher ist nach einigen Jahren eine erneute Operation erforderlich. In den meisten Fällen wird die Verlängerung des Katheters im Alter von fünf bis acht Jahren durchgeführt.

Kann der Wasserkopf zu Entwicklungsstörungen führen?

Wenn der Wasserkopf mit einem Liquorshunt behandelt wurde, entwickelt sich das betroffene Kind in der Regel normal. Bereits eingetretene Schäden können jedoch nur teilweise behoben werden. Welches Ausmaß die durch den Wasserkopf verursachten Entwicklungsstörungen haben, zeigt sich zumeist im Verlauf der ersten zwei Lebensjahre des Kindes. Ob das Kind in seiner körperlichen und geistigen Entwicklung stark eingeschränkt ist oder sich völlig normal entwickelt, hängt für gewöhnlich davon ab, wie früh der Hydrocephalus erkannt und behandelt wurde. Dabei gilt: Je früher der Shunt gesetzt wurde, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Kind normal entwickelt.

Bei einem Wasserkopf, auch Hydrocephalus genannt, handelt es sich um eine Erkrankung, bei der sich zu viel Flüssigkeit in den Höhlen des Gehirns ansammelt. In der Regel tritt die Krankheit bei Neugeborenen, insbesondere bei Frühchen, auf. Da die Schädelknochen von Säuglingen noch nicht verschlossen sind, ist es möglich, dass der Wasserkopf durch die übermäßige Schädelgröße optisch auffällt. Der Hydrocephalus lässt sich durch eine Operation behandeln. Dabei wird ein Ableitungssystem für die Gehirnflüssigkeit eingesetzt, sodass die überschüssige Flüssigkeit in die Bauchhöhle oder in den rechten Vorhof des Herzens abfließen kann.

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