Zeugnis 1 klasse

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Ob Grundschule oder weiterführende Schule – aus einigen Formulierungen wird man schwer klug. Was im Zeugnis steht und was es eigentlich bedeutet.

Schulzeugnisse sind gleich und doch etwas anders als Arbeitszeugnisse. Auch sie benutzen eigene „Codes“, die nur entschlüsseln kann, wer die Tricks kennt. Anders als ein Arbeitgeberzeugnis darf im Schulzeugnis jedoch auch Negatives stehen. Immerhin soll der Lehrer bzw. die Lehrerin ehrlich Auskunft und Ratschläge geben, wo sich Ihr Kind noch verbessern kann.

Was nicht im Zeugnisbericht stehen sollte

Lehrerinnen und Lehrer sind dazu angehalten, sich ein vielfältiges und umfassendes Bild von jedem Schüler und jeder Schülerin zu machen. Das heißt, neben den Noten für Leistungskontrollen, Hausaufgaben, Ordnung in den Arbeitsmaterialien, Mitarbeit und Extraarbeit wird auch geplant und ungeplant von der Lehrkraft protokolliert, wie sich das Kind im Unterricht verhält. Am Ende des Schuljahres entsteht daraus der Zeugnisbericht. Bei der Formulierung müssen Lehrerinnen und Lehrer einiges beachten:

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  • Das Ziel des Textberichts ist es, differenzierte und ergänzende Angaben zum Lern- und Leistungsstand des Kindes zu machen. Eine allgemeingültige Bewertung sollte hier nicht zu finden sein.
  • Es darf keine persönliche Meinung der Lehrkraft einfließen.
  • Die Note sollte nicht anhand der Beschreibung ablesbar sein.
  • Aussagen zum Charakter des Schülers bzw. der Schülerin haben nichts im Zeugnis zu suchen.
  • Die Aussagen zu den Kompetenzen in einzelnen Bereichen sollten sich nicht mit den Aussagen zum Lern- und Arbeitsverhalten vermischen.
  • Zum Lern- und Arbeitsverhalten sollte die Einschätzungen aller Lehrkräfte des Kindes berücksichtigt werden.

Formulierungen für einzelne Fächer

Wenn Ihr Kind für einzelne Fächer eine Textbewertung erhält, sind die Details zu beachten. Zunächst ist es immer ein sehr gutes Zeichen, wenn ein „sehr“ zur Verstärkung im Text steht. Wenn Ihr Kind also etwas „sehr gut“ beherrscht und „sehr sicher“ im Anwenden von neuen Kenntnissen und Fähigkeiten ist, ist das mit der Note Eins gleichzusetzen.

Wenn Ihr Kind für einzelne Aufgabenarten „noch Hilfsmittel“ oder „Unterstützung“ benötigt, fehlen einige Kenntnisse. Auch wenn es in „bekannten“ Aufgabenstellungen zurechtkommt, scheint es das Thema noch nicht komplett zu beherrschen, um eigenständig schwierigere, weil unbekannte Aufgaben lösen zu können. Das entspricht eher der Note Drei. Hier können Sie noch einmal mit Ihrem Kind üben, um ihm mehr Sicherheit zu geben.

Zu Beginn des Schuljahres gibt die Lehrkraft aus, welche Kompetenzen und Kenntnisse Ihr Kind im Laufe des Jahres erreichen sollte. Steht im Zeugnis nur ein Teilbereich dessen, was im Lehrplan vorgegeben war, dann fehlen noch wichtige Kenntnisse. Das entspricht dann eher den Noten Drei bis Vier. Konnte Ihr Kind also laut Zeugnis z. B.„sicher im Zahlenraum bis 100 rechnen“, obwohl der Zahlenraum bis 200 vorgegeben war, sollte Ihr Kind die fehlenden Kenntnisse nacharbeiten.

Formulierungen zur Arbeitsweise und zum Lernverhalten

Wenn Ihr Kind „stets für neue Themen zu begeistern“ war, oder „über das gesamte Schuljahr hinweg“ eine hohe Lernbereitschaft zeigte, ist es ein sehr guter Schüler bzw. eine sehr gute Schülerin. Wenn das Wörtchen „stets“ in der Bewertung fehlt, entspricht das der Note Zwei. Wenn Ihr Kind „offen“ war, entspricht das der Note Drei und wenn es sich „nicht von sich aus“ an Neues herantraute, entspricht das der Note Vier.

Um herauszufinden, wie gut Ihr Kind mit Aufgabenstellungen umgeht, lohnt es sich darauf zu achten, ob es „zielstrebig“ (sehr gut), „mit Mühe“ oder „bemüht“ (gut) oder eher „in der Regel“ oder „bei Interesse“ (befriedigend) arbeitete. Das entspricht jeweils den Noten Eins bis Drei.

Wenn die Arbeitsweise Ihres Kindes mit „überaus“ beschrieben wird, z. B. „überaus gründlich“, entspricht das der Note Eins. Auch eine „große Selbstständigkeit und Motivation“ passt dazu. Wenn etwas mit einem „besonderen Lob“ versehen wurde, können Sie es als das einordnen, was es ist: Eine sehr gute Leistung.

Wenn Ihr Kind Vereinbarungen über Lernziele oder Aufgaben „gezielt“ umsetzte, entspricht dies der Note Zwei.

Eine Bewertung der Arbeitsweise, in der beschrieben wird, dass Ihr Kind „sachbezogen“ antwortete, meint, dass es noch Bereiche gibt, die Ihr Kind regelmäßig üben und auch zu Hause angehen sollte. Auch wenn Lernziele „oft“ erfüllt werden konnten, wird hiermit die Note Drei beschrieben.

Zeugnisse sind miese Verräter. Sie klingen, als wäre jede(r) einzelne von uns ein Musterschüler. Dabei bedeuten die wohlklingenden Formulierungen oft was ganz anderes, als man im ersten Moment denkt!

Das Blöde: Potenzielle Arbeitgeber wissen, was WIRKLICH hinter den Sätzen im Zeugnis steckt. Und Deine Eltern sicher auch.

Wir verraten Dir, was SIE sehen, wenn sie Dein Zeugnis lesen:

Diese Formulierungen stehen für die Note 1

Steht in Deinem Zeugnis, dass Deine Leistungen oder Dein Verhalten den Erwartungen/Anforderungen im besonderen Maße entspricht? Glückwunsch: Dann bist Du ein Einser-Schüler! Auch wenn etwas, das Du getan hast, laut Zeugnis besondere Anerkennung verdient, engtspricht das der Note 1.

Diese Formulierungen stehen für die Note 2

Entsprechen Deine Leistungen oder Dein Verhalten laut Zeugnis voll den Anforderungen, den Erwartungen in vollem Umfang oder den Erwartungen voll und uneingeschränkt? Dann darfst Du Dich über eine 2 freuen!

Diese Formulierungen stehen für die Note 3

Wenn Deine Leistungen laut Zeugnis im Allgemeinen den Anforderungen entsprechen und Dein Verhalten den Erwartungen (im Allgemeinen) entspricht, dann hast Du Dir eine 3 erarbeitet.

Diese Formulierungen stehen für die Note 4

Langsam wird’s knifflig: Entsprechen Deine Leistungen laut Zeugnis im Ganzen noch den Anforderungen, weisen jedoch Mängel auf? Dann hast Du eine 4 bekommen. Dasselbe gilt für die Aussage, dass Dein Verhalten den Erwartungen mit Einschränkungen oder noch den Erwartungen im Ganzen entspricht.

Diese Formulierungen stehen für die Note 5

Und schon sind wir bei der fiesen 5 angekommen: Wenn Deine Leistungen laut Zeugnis den Anforderungen nicht entsprechen, jedoch erkennbar ist, dass notwendige Grundkenntnisse vorhanden sind und die Mängel in absehbarer Zeit behoben werden könnten, dann hast Du es mit einem „Mangelhaft“ zu tun. Dein Verhalten wird im Falle einer 5 so umschrieben: Es entspricht nicht den Erwartungen oder (überwiegend) nicht den Erwartungen und eine Verhaltensänderung ist in absehbarer Zeit nicht zu erwarten.

Diese Formulierungen stehen für die Note 6

Findest Du folgende Formulierung in Deinem Zeugnis: Die Leistungen entsprechen nicht den Anforderungen. Die Grundkenntnisse sind so lückenhaft, dass die Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden können. Dann hast Du leider eine 6 kassiert …

Klar ist aber auch: Ein schlechtes Zeugnis ist kein Grund, panisch zu werden! Rede mit Deinen Eltern darüber (hier steht, wie!) – und Du wirst sehen: sie

  • Schule

Zeugnis­formulierungen: So entziffert ihr die Formulierungen im Grundschulzeugnis

Weil es in der Schuleinführungsphase, also der ersten und zweiten Klasse, noch keine Noten gibt, werden die Leistungen der SchülerInnen auf den Grundschulzeugnissen verbal vom Lehrer bewertet. Wie Arbeitszeugnisse enthalten auch Zeugnisformulierungen Floskeln, die man entziffern und in Noten ummünzen kann. Wir verraten euch, was die Zeugnis-Codes bedeuten.

Zwar gibt es keinen überregionalen Übersetzungskatalog für Grundschulzeugnisse, einige Formulierungen und Floskeln sind jedoch Standard und lassen sich ähnlich wie in einem Arbeitszeugnis interpretieren. Stephan Bayer, Lern-Experte der Online-Nachhilfe-Plattform Sofatutor, verrät, dass es in den Sprach-Codes meistens auf die kleinen Worte wie „sehr“ oder „fast“ ankommt. Ist das Kind also „sehr sicher“ im Rechnen, hat es die Erwartungen der Lehrer erfüllt oder übertroffen. Ist es dagegen „sicher“ im Rechnen, entspricht dies der Note 2, also einer guten Leistung. Bei „fast sicher“‚ ist noch Luft nach oben.

Zeugnisformulierungen: Bei Grundschul-Zeugnissen zwischen den Zeilen lesen

Oftmals muss man bei Zeugnisformulierungen auch wischen den Zeilen lesen, um ein Bild von den Leistungen des Kindes zu bekommen. Ein „Mia hört nicht immer richtig zu und beschäftigt sich gern mit anderen Dingen. Mit etwas mehr Aufmerksamkeit könnte Mia ihr Wissen noch öfter unter Beweis stellen“, meint, dass der Lehrer oder die Lehrerin davon überzeugt ist, dass Mia etwas drauf hat. Um ihrem Potential gerecht zu werden, muss sie sich im Unterricht aber mehr konzentrieren und mehr Arbeitsbereitschaft zeigen.

Wenn dein Kind „beim Rechnen noch Hilfsmittel braucht“ und „bekannte Aufgaben in der vorgegebenen Zeit lösen kann“, verweisen die kleinen Wörter „noch“ und „bekannte“ darauf, dass es den Erwartungen leicht hinterherhängt. Hilfsmittel zum Rechnen sollten offensichtlich nicht mehr nötig sein und vorhandenes Wissen sollte auch auf unbekannte Aufgaben übertragen werden können. Da muss also noch ein bisschen geübt werden!

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Schulangst: So können Kinder sie überwinden

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Sprach-Codes wie in Arbeitszeugnissen gelten auch bei Zeugnisformulierungen in der Grundschule

Zuletzt gibt es noch die typischen Sprach-Codes, die auch aus Arbeitszeugnissen bekannt sind. Die Formulierung „war stets für alle neuen Lerninhalte zu begeistern“ entspricht damit einem „sehr gut“. Ein „war für alle Lerninhalte zu begeistern“ entspricht dagegen in etwa einem „gut“.Gleichzusetzen mit einem „befriedigend“ ist dagegen die Aussage „war für Lerninhalte, die ihn interessierten, offen“. Schlimmer, weil „nicht befriedigend“ ist die Formulierung „ging von sich aus nicht an neue Lernaufgaben heran“ – hier besteht Handlungsbedarf, damit dein Kind den Anschluss nicht verliert.

Bist du unsicher, wie du das Zeugnis deines Kindes zu deuten hast, dann vereinbart am besten eine Elternsprechstunde mit dem Lehrer und lasst euch persönlich über die Leistungen des Kindes informieren. Der Lehrer bzw. die Lehrerin sollte dein Kind gut kennen und erlebt es fast täglich im Unterricht. Er/sie hat sicher Vorschläge, welche Unterstützung es braucht, um seine Leistungen zu verbessern.

Welche Schulnoten werden in der Grundschule vergeben?

Zeugnis im 1.Schuljahr

In der 1. Kasse bekommen die Schüler noch kein Zeugnis mit Noten, sondern lediglich eine schriftliche Beurteilung. Sie enthält den sowohl Leistungsstand, als auch Lernfortschritt und den eventuellen Förderbedarf des Kindes.

Zeugnis im 2. Schuljahr

In der 2. Klasse bekommen die Schüler am Schuljahresende in allen Fächern bereits Ziffernnoten. Zusätzlich werden das Sozial-, Lern- und Arbeitsverhalten in vier Kategorien (A-D) bewertet. Für Fächer, die mit der Note 4 und schlechter beurteilt werden, muss das Zeugnis Aussagen zu Lernfortschritt und Förderansatz beinhalten.

Kinder machen sich Druck

Auf Schulnoten reagiert nicht jedes Kind gleich: Die 5 verschiedenen Schulnoten-Typen!

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Zeugnis im 3. und 4. Schuljahr

Ab dem 3. Schuljahr beginnt die sogenannte Übertrittsphase an eine weiterführende Schule. Ab jetzt beobachten die Lehrer noch genauer, welche individuellen Voraussetzungen das Kind mitbringt.

Das Übertrittszeugnis

Die Schülerinnen und Schüler der 4. Jahrgangsstufe bekommen Anfang Mai ein Übertrittszeugnis. Es enthält

  • die Jahresfortgangsnoten in allen Fächern,
  • die Durchschnittsnote aus den Fächern Deutsch, Mathematik, Heimat- und Sachunterricht,
  • eine Bewertung des Sozial- , Lern- und Arbeitsverhaltens,
  • eine zusammenfassende Beurteilung, in der die Eignung für den weiteren Schulweg erläutert wird.

Zeugnis-Formulierungen – das bedeuten sie wirklich

Zeugnisse

„Leon kann altersgerechte Texte zunehmend flüssiger vorlesen.“ Ist das jetzt gut? Oder muss Leon in Sachen Lesen noch deutlich aufholen? Lehrerin „Frau Bachmayer“ spricht Klartext und übersetzt euch die Zeugnis-Klauseln.

Foto: Lukassek – stock.adobe.com

„Leons Arbeitsverhalten entspricht den Erwartungen in vollem Umfang, er kann den Arbeitsanweisungen zunehmend sicherer folgen.“ Klingt doch gut, oder? Zeugnisse stecken oft voller Verklausulierungen. Um ein Zeugnis zu interpretieren, muss man auf die Adjektive achten, sagt Lehrerin Frau Bachmayer aus Niedersachsen, die unter diesem Synonym jede Woche bei Antenne Niedersachsen bloggt und Klartext redet.

Note Bedeutung
(Die Leistung entspricht…)
Beurteilung Sozialverhalten Bedeutung
(Das Verhalten entspricht…)
1 … den Anforderungen im besonderen Maße „verdient besondere Anerkennung“ … den Erwartungen in besonderem Maße, u.U. werden einzelne Gesichtspunkte hervorgehoben bzw. ergänzt
2 … voll den Anforderungen. „entspricht den Erwartungen in vollem Umfang“ … den Erwartungen voll und uneingeschränkt.
3 … im Allgemeinen den Anforderungen „entspricht den Erwartungen“ … den Erwartungen im Allgemeinen
4 … im Ganzen noch den Anforderungen, weist jedoch Mängel auf „entspricht den Erwartungen mit Einschränkungen“ … noch den Erwartungen im Ganzen
5 … den Anforderungen nicht. Es ist jedoch erkennenbar, dass die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind und die Mängel in absehbarer Zeit behoben werden könnten „entspricht nicht den Erwartungen“ … nicht oder ganz überwiegend nicht den Erwartungen und eine Verhaltensänderung ist in absehbarer Zeit nicht zu erwarten
6 … nicht den Anforderungen. Selbst die Grundkenntnisse sind so lückenhaft, dass die Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden können wird nicht vergeben wird nicht vergeben

Die Zeugnis-Übersetzung

Wir haben hier ein Halbjahres-Zeugnis von einem Zweitklässler aus Hannover. Seinen Namen und die Schule verraten wir nicht. In den ersten zwei Schuljahren erhalten Schüler in Niedersachsen ja noch keine echten Schulnoten, sondern bekommen eine Bewertung in Textform. In dem Zeugnis stecken bestimmte Formulierungen, die man nur richtig verstehen muss. „Frau Bachmayer“ hat uns diese Formulierungen in Noten übersetzt. Hinweis: Die Noten lassen sich nicht pauschal sagen – das ist nur eine Einschätzung von Frau Bachmayer – sie rät den Eltern, bei Unsicherheiten Rücksprache mit den jeweiligen Lehrern zu halten.

Hier also die Formulierung im Zeugnis und die Einschätzung von Lehrerin „Frau Bachmayer“…

Interessen, Fähigkeiten, Fertigkeiten

„XY arbeitet mit Interesse und guten Beiträgen im Sachunterricht mit. Sein Herbstheft hat er besonders gut geführt. Er arbeitet im Musikunterricht interessiert mit und kann sowohl Melodien als auch Rhythmen gut aufnehmen und wiedergeben. XY zeigt Interesse an den Themen des Religionsunterrichts. In Gesprächsphasen ist er aufmerksam und konzentriert dabei. Er verhält sich im Sportunterricht bei kooperativen Spielen sportlich und fair.“

NOTE: 2
Insgesamt klingt das positiv, denn hier werden viele positive Adjektive verwendet. Das Wort „gut“ kommt mehrfach vor, das heißt der Schüler befindet sich im Zweier-Bereich. Einmal finden wir sogar das Wort „besonders“, das heißt sogar überdurchschnittlich gut und lässt sich sogar im Einser-Bereich einordnen, hier bezogen auf das Herbstheft.

Deutsch

Sprechen und Zuhören

„XY verfügt über einen guten Wortschatz und spricht grammatisch richtig. Er kann inhaltlich verständlich und orientiert an der Standardsprache vor anderen sprechen. XY beachtet die Gesprächsregeln und bleibt in Gesprächen stets sach- und inhaltsbezogen. In Klassengesprächen verhält er sich eher zurückhaltend, kann sich aber auf Beiträge anderer beziehen und seine Meinung äußern. Er versteht Inhalte beim Zuhören, kann gezielt nachfragen, Arbeitsergebnisse reflektieren und diese gut präsentieren.“

NOTE: 2-
Zwei Mal das Adjektiv „gut“, also guter Wortschatz und der Schüler kann Arbeitsergebnisse gut reflektieren, das ist klarer Zweier-Bereich. Allerdings gibt’s eine kleine Einschränkung: In Klassengesprächen verhält sich der Schüler eher zurückhaltend. Das lässt den Rückschluss zu, dass es ein eher ruhigerer Schüler ist. Er könnte sich sicher mehr am Klassengespräch beteiligen.

Lesen und mit Texten umgehen

„XY kann altersgerechte Texte selbstständig erlesen und geübte Texte flüssig und sinngestaltend vorlesen. Er kann sinnverstehend lesen und schriftlichen Arbeitsanweisungen zunehmend sicherer folgen. Informationen in Bildern, Tabellen und Gedichten versteht er weitgehend und klärt Verständnisprobleme selbstständig. XY kann handelnd und produktiv mit Texten umgehen und Arbeitsergebnisse gut präsentieren. Er verfügt über grundlegende Leseerfahrungen, nutzt das Leseangebot vom Freiarbeitsmaterial und zeigt Leseinteresse.“

NOTE: 2-
Das Adjektiv „selbstständig“ lässt den Rückschluss zu, dass er schon ganz ordentlich mit Texten umgehen kann. Beim Lesen und Vortragen sind die Leistungen außergewöhnlich gut. Allerdings gibt es auch eine kleine Einschränkung, die die Leistungen etwas abschwächen. „Zunehmend sicherer“ bedeutet beispielsweise, dass er noch nicht ganz sicher ist, dafür ist der Schüler aber bemüht. Im dritten Absatz finden wir das Wort „weitgehend“, das ebenfalls eine Einschränkung darstellt.

Schreiben, Texte verfassen

„XY hat eine sehr formklare und flüssige Schrift. Er kennt schon viele Rechtschreibregeln und wendet diese sicher an. Beim Abschreiben arbeitet er zunehmend zügiger, sorgfältig und fast fehlerfrei. XY kann eigene, kreative Schreibideen entwickeln und diese verständlich verschriftlichen. Seine Texte sind inhaltlich plausibel und die Sätze aufeinander bezogen.“

NOTE: 2-
„Sicher“ ist außergewöhnlich gut, genauso wie das Wort „sehr“. Heißt: Gut bis sehr gut. Allerdings gibt’s hier eine Einschränkung durch das Wort „zunehmend“ – hier ist noch Luft nach oben.

02.12.2019 Zeugnistexte – Worauf Eltern achten sollten Reinhören 1:36 Min.

Mathematik

Zahlen und Operationen

„XY kann sich im Zahlenraum bis 100 sicher orientieren. Er addiert und subtrahiert sowohl Zehnerzahlen als auch einstellige Zahlen mit Zehnerübergang sehr souverän. Es gelingt ihm gut Sachaufgaben richtig zu lösen und bei Problemstellungen Lösungswege zu erkennen, die er sprachlich angemessen erklären kann. Die Ziffern schreibt XY formklar und sauber.“

NOTE: 1
Mathe liegt dem Schüler. Die Formulierung „sehr souverän“ heißt, dass er hier wirklich sehr gute Leistungen zeigt. Außerdem kommt das Wort „gut“ vor.

Größen und Messen

„XY kann die Geldscheine und Münzen sicher benennen. Er kann Geldbeträge richtig ermitteln, auf verschiedene Weise legen und Sachaufgaben dazu selbstständig lösen.“

NOTE: 2
Die Leistungen liegen stabil im Zweier-Bereich, das zeigen die Wörter „richtig“ und „sicher“.

Raum und Form

„XY kann geometrische Körper sicher in der Umwelt erkennen, benennen und darstellen. Er kann Modelle nach Anweisungen bauen und geometrische Muster richtig fortsetzen. XY erkennt symmetrische Figuren und kann sie zeichnerisch ergänzen.“

NOTE: 3
Hier gibt’s eine kleine Einschränkung durch den Ausdruck „nach Anweisung“. Immer, wenn dort „mit Hilfe, nach Anweisung“ steht, dann bedeutet das, dass der Schüler noch Unterstützung braucht und die Leistung deshalb eher im Dreier-Bereich liegt.

Arbeitsverhalten und Sozialverhalten

„XY Arbeitsverhalten und Sozialverhalten entspricht den Erwartungen in vollem Umfang.“

NOTE: 2
„In vollem Umfang“ bedeutet, dass die Leistung im Zweier-Bereich liegt.

Zeugnisse

Mögliche Bemerkungen im Zeugnis (Halbjahr):

  • Vermerke auf schwach ausreichende Noten
  • Empfehlungen zum Überspringen eines Schuljahrgangs
  • Hinweise zur weiteren Förderung
  • Hinweise auf mögliche Gefährdung der Versetzung, der Abschlusserteilung und des Verbleibens in der Schulform
  • Hinweise zum herkunftssprachlichen Unterricht
  • Teilnahme am Förderunterricht
  • Hinweise zum Schulbesuch, zur Lernentwicklung und zur Beteiligung am Unterricht
  • Hinweis „Der Unterricht im Fach …… wurde in ……. Sprache erteilt“, falls Unterricht in Sachfächern fremdsprachig erteilt wurde
  • Besondere Leistungen in Unterrichtsvorhaben
  • Mitarbeit in der Schülervertretung.ein Hinweis auf ein zusätzlich erteiltes Berichtszeugnis
  • Hinweise auf Abweichungen in der Leistungsbewertung (Nachteilsausgleiche, LRS, Dyskalkulie).
  • Angabe des sonderpädagogischen Förderbedarfs
  • Sonstige Hinweise

„Liegen besondere Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben sowie im Rechnen – letzteres gilt nur für die Grundschule – vor, so ist im Zeugnis unter „Bemerkungen“ im Einzelnen darzulegen, wie und auf welche Weise auf Schwierigkeiten bei der Bewertung Rücksicht genommen worden ist.“, (Niedersächsisches Kultusministerium (Zeugniserlass), RdErl. d. MK v. 3.5.2016-36.3-83203- VORIS 22410), Punkt 4.22

Mögliche Bemerkungen am Ende des Schuljahres wie zum Halbjahr, jedoch zusätzlich:

  • Vermerk der Versetzung, des Aufrückens, der Teilnahme am Unterricht des 5. Schuljahrganges, des Wiederholens
  • „Ist ein Fach planmäßig nur im ersten Schulhalbjahr unterrichtet worden, so ist die Note des ersten Halbjahrs in das am Ende des Schuljahres erteilte Zeugnis aufzunehmen; unter Bemerkungen ist „Note aus dem ersten Schulhalbjahr“ einzutragen.“
    Anmerkung: Siehe textiles Gestalten und gestaltendes Werken.
  • „Schülerinnen und Schüler, die nicht während des überwiegenden Teils des Schulhalbjahres am Unterricht eines Faches teilgenommen haben, erhalten nur dann im Halbjahreszeugnis eine Note in diesem Fach, wenn der unterrichtenden Lehrkraft eine Beurteilung möglich ist. Ist keine Beurteilung möglich, ist anstelle der Bewertung „kann nicht beurteilt werden“ zu vermerken.“
  • „Eine für das erste Schulhalbjahr erteilte Note ist, wenn im zweiten Schulhalbjahr keine beurteilbaren Leistungen vorliegen, nicht in das am Ende des Schuljahres erteilte Zeugnis aufzunehmen. Das gilt nicht für Fächer, die planmäßig nur im ersten Schulhalbjahr unterrichtet worden sind (Nr. 4.13), und für die Fälle von Leistungsverweigerung im Sinne von § 3 Abs. 2 Satz 1 der Bezugsverordnung zu b.“
  • „Wenn eine Schülerin oder ein Schüler von der Teilnahme am Sportunterricht befreit worden ist, ist „befreit“ einzutragen.“

(Niedersächsisches Kultusministerium (Zeugniserlass), RdErl. d. MK v. 3.5.2016-36.3-83203- VORIS 22410), Punkt 4.13

(Niedersächsisches Kultusministerium (Zeugniserlass), RdErl. d. MK v. 3.5.2016-36.3-83203- VORIS 22410), Punkt 4.18

(Niedersächsisches Kultusministerium (Zeugniserlass), RdErl. d. MK v. 3.5.2016-36.3-83203- VORIS 22410), Punkt 4.19

(Niedersächsisches Kultusministerium (Zeugniserlass), RdErl. d. MK v. 3.5.2016-36.3-83203- VORIS 22410), Punkt 4.20

Schulzeugnis und Zeugnisbericht Ihres Kindes besser verstehen

Zeugnisformulierungen: Was wollen die Eltern?

Einer Untersuchung des Bayerischen Elternverbandes zufolge wünschen Grundschuleltern sich Zeugnisse, die den Leistungsstand der Kinder, ihre Sozialkompetenz und ihr Arbeitsverhalten in verständlichen Zeugnisformulierungen beschreiben. Sie freuen sich außerdem über konkrete Tipps, wie sie ihrem Kind zu Hause helfen können. Allerdings entsprechen viele Zeugnisse mit ihren schwer verständlichen Formulierungen nicht diesen Erwartungen. Damit Sie in Zukunft nicht mehr rätseln müssen, was eigentlich als Benotung gemeint ist, erhalten Sie wertvolle Übersetzungshilfen für die Zeugnissformulierungen bei Ihrem Kind.

Schulzeugnis schreiben: Wie machen Lehrer das?

Als Grundschullehrerin verbringe ich in den letzten Schulwochen pro Schüler mehrere Stunden damit, einen zutreffenden persönlichen Zeugnisbericht zu schreiben, der exakte Aussagen über die Leistung des Kindes macht. Hier nehme ich meine Schülerbeobachtungen zu Hilfe. Das sind zum einen Gelegenheitsbeobachtungen, die ich regelmäßig nach oder während des Unterrichts aufschreibe. Zum anderen sind es geplante Beobachtungen. Hierzu verwende ich Beobachtungsraster, in denen gezielt einzelne Kompetenzen überprüft werden. Außerdem lese ich die Protokolle von Elterngesprächen und Elternsprechtagen durch.

Diese enthalten wichtige Informationen über Stärken oder Schwächen der Kinder, die ich während des Schuljahres mit deren Eltern besprochen habe. Nicht zu vergessen sind natürlich sämtliche Arbeitsproben der Kinder, ihre Tests, abgelieferte Wochenpläne, erstellte Referate, freiwillig gemachte Zusatzaufgaben, aber auch die Schulhefte und Ordner. Aus diesen gesammelten Beobachtungen wird nun ein zusammenhängender Text für das Schulzeugnis. Dieser wird an vielen Schulen mit Hilfe eines Zeugnisprogramms erstellt. Darin finden Lehrer Formulierungshilfen zu den jeweiligen Lernbereichen in den einzelnen Klassenstufen ausgehend vom gültigen Lehrplan.

An meiner Schule arbeiten wir für das Schulzeugnis mit dem Programm „1PLUS“ vom Süddeutschen Pädagogischen Verlag. Außerdem stellt zum Beispiel das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München Bausteine für Zeugnisformulierungen zur Verfügung. In Niedersachsen gibt es sogar fest vorgeschriebene Zeugnisformulierungen für den Zeugnisbericht. Viele Kollegien setzen für ihre Schulen geltende Standards für Stil (z. B. Du- oder Er-Form), Länge und Inhalt der Zeugnisse in der Grundschule fest. An einigen Schulen gibt es sogar Listen mit gängigen Zeugnisformulierungen, damit die Zeugnisse unabhängig vom jeweiligen Lehrer vergleichbarer werden. Aber natürlich steckt trotz alledem in jedem Zeugnis auch der persönliche Schreibstil des jeweiligen Lehrers.

Zeugnissprache: Wie kann ich das Schulzeugnis übersetzen?

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Es ist der letzte Schultag, und Sie haben gespannt die Heimkehr Ihres Kindes erwartet. Nun sitzen Sie zusammen im Wohnzimmer und lesen den Zeugnisbericht. Bestimmt bereitet Ihnen dieser aufgrund der verwendeten Fachsprache und den Zeugnisformulierungen an einigen Stellen Verständnisprobleme. Nutzen Sie deshalb meine Tipps und die Checklisten im Abonnenten-Teil als „Übersetzungshilfe“ für den Zeugnisbericht Ihres Kindes. Ich gebe Ihnen dabei auch eine ungefähre Tendenz für eine Benotung an.

Ein Zeugnisbericht ist kein Arbeitgeberzeugnis

In mancherlei Hinsicht ähneln sich die Sprache der Schule im Zeugnisbericht und die Arbeitgeberzeugnisse. In beiden Fällen wird mit vorgegebenen Codes gearbeitet, die dem Eingeweihten Aufschluss über die dahinter liegende Bewertung geben. Einen großen Unterschied gibt es aber: In Arbeitgeberzeugnissen darf nichts Negatives stehen, da es dem beruflichen Werdegang des Arbeitnehmers im Wege stehen könnte. Sie richten sich an zukünftige Vorgesetzte. Schulzeugnisse dagegen sollen die Leistungen und Verhaltensweisen Ihres Kindes beurteilen, Sie als Eltern darüber informieren und Ihnen beratende Tipps zum Weiterlernen geben. Sie müssen rechtlich gesehen der Wahrheit entsprechen und auf Tatsachen beruhen. Das heißt, der Lehrer teilt Ihnen im Unterricht beobachtete Verhaltensweisen Ihres Kindes mit und stellt im Schulzeugnis seinen Lernstand dar.

Orientierung an Lehrplanvorgaben und behandelten Methoden

Lehrer arbeiten nach Lehrplänen, die für jede Klassenstufe Lernziele bzw. Bildungsstandards für die einzelnen Leistungsbereiche vorgeben. Ausgehend von diesen Vorgaben, erstellen sie die Zeugnisse. Auf dem ersten Elternabend werden das Lernpensum des Schuljahres (z. B. der zu beherrschende Zahlenraum) sowie die Lernmethoden vorgestellt (z. B. Rechenplättchen als Hilfsmittel, Diktatformen). Achten Sie hierbei genau auf die angesprochenen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Falls Ihnen etwas unklar ist, sprechen Sie den Lehrer Ihres Kindes ausdrücklich auf den Lehrplan an und bitten Sie ihn um eine Lernzielliste. Wenn Sie gut über die Lerninhalte und die gängigen Methoden informiert sind, können Sie die beschriebenen Leistungen im Schulzeugnis Ihres Kindes besser einordnen. Im Abonnenten-Teil zeige ich Ihnen an einigen Beispielen, wie Sie – ausgehend von den Lehrplanvorgaben – bestimmte Formulierungen im Zeugnisbericht richtig verstehen, und gebe Ihnen eine Benotung als ungefähren Richtwert an.

Die Details der Zeugnisformulierungen: Schlüsselwörter und Vergleiche

Wenn Sie den Zeugnisbericht Ihres Kindes lesen, sollten Sie auf bestimmte Schlüsselwörter achten, um die Leistungen Ihres Kindes realistisch einschätzen zu können. Ich habe hierzu aus meiner Erfahrung als Grundschullehrerin für Sie gängige Zeugnisformulierungen aufgelistet. Meine Erfahrung zeigt, dass sie für Eltern oft nicht eindeutig zu verstehen sind. Außerdem erkläre ich Ihnen an einigen Beispielen, wie Sie einzelne Sätze im Schulzeugnis Ihres Kindes durch einen Vergleich mit ähnlich klingenden Sätzen besser einordnen und so erkennen können, welche Benotung Ihr Kind für seine Leistung bekommen würde.

1. Lehrplanvorgaben in Zeugnisformulierungen und ihre Bedeutung als Note

Aussage im Zeugnisbericht Was bedeutet diese Aussage? Note für diese Leistung?

XY wendet bei schwierigen Aufgaben Vereinfachungen an.

Diese Aussage könnte missverständlich sein, weil Sie Ihr Augenmerk auf die „Vereinfachungen“ richten. Allerdings wird hier eine hervorragende Fähigkeit beschrieben. Ihr Kind löst Aufgaben schneller,weil es sie auf einfache Rechnungen zurückführt. Im Beispiel wird also ein Kind beschrieben, das Überschläge macht, Tauschaufgaben benutzt oder große Plusaufgaben (685 + 223) mit Hilfsaufgaben löst (5 + 3, 80 + 20, 600 + 200).

Note 1

XY konnte beim Addieren bekannte Aufgabenstellungen in der vorgegebenen Zeit bewältigen.

Es ist gut, wenn Ihr Kind die geübten Aufgabentypen anwenden kann. Darüber hinaus ist es aber eine Zielvorgabe, Erlerntes in unbekannten Zusammenhängen anzuwenden. Somit zeigt Ihr Kind also eine durchschnittliche Leistung. Im Beispiel arbeitete Ihr Kind also zügig, wenn es einen erlernten Rechenweg anwenden konnte. Andere Aufgabentypen bewältigte es nicht.

Note 2-3 / 3

XY rechnete im Zahlenraum bis 20 sicher mit Hilfsmitteln.

Wenn Sie wissen, dass Ende der ersten Klasse ohne Hilfsmittel gerechnet werden sollte, so ist die Leistung Ihres Kindes mittelmäßig. Im Beispiel rechnete Ihr Kind mit Anschauung richtig. Rechenaufgaben sind aber noch nicht automatisiert.

Note 3 /
3 – 4

XY rechnete Aufgaben im Zahlenraum bis 10 sicher, bei Zehnerüberschreitungen hatte er aber Schwierigkeiten.

Ausgehend vom vorgegebenen Zahlenraum in der ersten Klasse, können Sie diese Aussage realistisch einordnen. Ein Erstklässler sollte Aufgaben bis 20 sicher rechnen können. Im Beispiel wird also deutlich, dass Ihr Kind einen Teil der verlangten Aufgaben nicht bewältigen konnte. Es zeigte also eine schwache Leistung.

Note 3-4 /
4

2. Schlüsselwörter in Zeugnisformulierungen und ihre Bedeutung als Note

Aussage im Zeugnisbericht Was bedeutet diese Aussage? Note für diese Leistung?

XY erledigte seine Aufgaben zielstrebig.

Ihr Kind zeigt eine sehr gute Leistung, denn es bearbeitete seine Aufgaben, ohne sich ablenken zu lassen oder Pausen zu machen.

Note 1 /
1 bis 2

XY bemühte sich, seine Hefte ordentlich zu gestalten. XY gab sich Mühe, seine Arbeitsmaterialien in Ordnung zu halten.

Im Gegensatz zu Arbeitgeberzeugnissen ist es in Schulzeugnissen durchaus positiv zu verstehen, wenn Ihr Kind sich um etwas bemüht. Es möchte die geforderte Leistung erfüllen, im Ergebnis gelingt es ihm aber nicht immer ganz richtig. Unabhängig vom Ergebnis wird aber die Leistungsbereitschaft positiv bewertet. Im Beispiel heißt es, dass Ihr Kind versuchte, seine Hefte und Bücher sauber zu halten. Allerdings war das Ergebnis nicht immer ansehnlich.

Note 2 /
2 bis 3

XY arbeitete im Unterricht zufriedenstellend mit.

Wenn den Lehrer etwas zufriedenstellt, dann erfüllt Ihr Kind Aufgaben so, dass es den allgemeinen Durchschnittsanforderungen entspricht. Im Beispiel heißt es, dass Ihr Kind sich regelmäßig mit Beiträgen am Unterricht beteiligt hat, Lehrerfragen beantwortet hat und die ihm gestellten Aufgaben erfüllte. Seine Mitarbeit war also vorhanden, aber nicht herausragend.

Note 3

XY fertigte seine Hausaufgaben in der Regel pünktlich und ordentlich an. XY gab seine Hausaufgaben meist pünktlich und ordentlich ab.

Achtung bei diesen Formulierungen: Sie deuten auf eine mittelmäßige Leistung Ihres Kindes hin! In der Regel oder meistens heißt, dass die Leistung im Schnitt erbracht wurde, aber eben nicht kontinuierlich oder hundertprozentig. Im Beispiel vergaß Ihr Kind seine Hausaufgaben teilweise, und es gab sie verspätet oder unordentlich ab.

Note 3

XY arbeitete bei Interesse besonders eifrig mit.

Vorsicht ist geboten, wenn der Lehrer die Leistungen Ihres Kindes als interessenabhängig beschreibt. Dies weist auf wechselnde Anstrengungsbereitschaft und Mitarbeit hin. Beides ist von den eigenen Vorlieben geprägt. Im Beispiel heißt das, dass Ihr Kind sich stark in das Unterrichtsgeschehen eingebracht hat, wenn das behandelte Thema ihm gefiel. War dies nicht so, war seine Mitarbeit nur mittelmäßig.

Note 3

XY hatte noch Mühe, sich sachgerecht und partnerbezogen zu äußern.

Sachgerechte Kommunikation bedeutet in der Schule, dass Ihr Kind auf gestellte Fragen themenbezogen antwortet. Zudem fasst Ihr Kind sich bei Erklärungen kurz. Es kann aber auch anschaulich und ausführlich erzählen, wenn es um persönliche Erlebnisse oder Geschichten geht. Ihr Kind berichtet so genau, dass andere folgen können. Den Erzählungen von Klassenkameraden hört es genau zu und kann gezielte Nachfragen stellen. Im Beispiel erzählte Ihr Kind also häufig von Erlebnissen, die mit der konkreten Frage nur entfernt zu tun haben (z. B.: Mein Onkel hat auch mal … Auf die Erzählungen seiner Klassenkameraden konnte es nur schwer eingehen, es erzählte stattdessen immer seine eigenen Erlebnisse.

Note 3

Das neue Jahr ist nur ein paar Tage alt. Da geht unser Blick in Richtung Halbjahreszeugnisse. Nun erwarten nicht nur die Grundschüler neben den Schulnoten Zeugnis Formulierungen. Die geschriebene Bewertung bestimmt auch das Arbeitszeugnis oder die Bewertung nach einem Praktikum. Tatsächlich nutzen Prüfer, Arbeitgeber und Lehrer wiederkehrende Zeugnis Formulierungen, die wir verstehen und richtig lesen sollten. Ich liefere dir einen Leitfaden, der Licht in das Dunkel wirrer Zeugnis Bewertungen bringt.

Zeugnis Formulierungen in der Schule verstehen

Gerade in den ersten drei Schuljahren bekommen wir ein Zeugnis, das sich wesentlich von den folgenden unterscheidet. Anstelle einer Bewertung durch Noten gibt es ein zusätzliches Wortgutachten. Damit möchte der Lehrer oder die Lehrerin die Leistungen der Schüler bewerten und wortwörtlich beurteilen. Für Kinder und Eltern sind diese Bewertungen nicht immer eindeutig, da Pädagogen in der Zeugnis Formulierung betont positiv vorgehen. Das soll den Lerneifer der Schüler aufrechterhalten und nicht bremsen.

Zeugnis Formulierungen Beispiele

Wenn Paul seine Aufgaben meist in der vorgegeben Zeit erledigen konnte, hat er wohl oftmals Probleme mit den Zeitvorgaben.

Ist Lisa zum großen Teil zu den richtigen Ergebnissen gekommen, tauchten auch Fehler in ihrer Arbeit auf.

Was sind Kopfnoten?

In einigen Bundesländern gesellen sich zu den Noten von 1 für sehr gut bis 6 für ungenügend so genannte Kopfnoten. Durch diese Zeugnis Formulierungen erfährt das Arbeits- und Sozialverhalten eine folgerichtige Bewertung. Die Lehrer bewerten also nicht nur die fachlichen Kenntnisse und Fertigkeiten, sondern auch das Verhalten und die Arbeitsmoral der Schüler.

Wie entstehen Zeugnis Formulierungen?

Grundsätzlich nehmen sich die Lehrer zum Ende des jeweiligen Halbjahres Zeit, die Leistungen der Schüler in die passenden Bewertungen zu packen. Die Zeugnis Formulierungen ergeben sich aus Gelegenheitsbeobachtungen während des Unterrichts und aus geplanten Beobachtungen, die aus einem Protokoll und einem bestimmten Bewertungsraster hervorgehen. Dabei spielen die Arbeitsproben der Kinder eine ausschlagende Rolle. Das sind zum Beispiel Tests, Hausaufgaben, Zusatzaufgaben, Referate, Wochenpläne und die Aufzeichnungen.

Arbeitszeugnis versus Schulzeugnis Formulieren

Im Vergleich zum Arbeitszeugnis informieren Lehrer die Eltern über die Beobachtungen und Leistungen der Schüler. Diese müssen unbedingt der Wahrheit entsprechen und können sich auf einen Mangel beziehen. In Arbeitszeugnis Bewertungen finden sich keine negativen Bewertungen. Diese könnten dem Lebenslauf eines Bewerbers schädigen und sind damit unzulässig. Demnach hat sich ein bestimmter Code entwickelt, der mit der Benotung in Verbindung steht.

Zeugnis Formulierungen – Note 1 – 2

Paul löst schwierige Aufgaben mithilfe von Vereinfachungen.

Lisa besitzt hervorragende Kenntnisse im Lesen und Schreiben.

Peter arbeitet und lernt zielstrebig.

Formulierungen wie im besonderen Maße, besondere Anerkennung oder wird den Erwartungen in besonderem Maße gerecht, sind mit einer sehr gute Note gleichzusetzen.

Zeugnis Formulierungen – Note 2 – 3

Paul bemühte sich stets, alle seine Aufgaben in der vergebenen Zeit zu erledigen.

Lisa löste bekannte Aufgaben zügig.

Wenn du den Anforderungen voll entsprichst oder die Erwartungen in vollem Umfang uneingeschränkt erfüllen kannst, hast du eine gute Bewertung erhalten.

Entspricht die Leistung eines Schülers im Allgemeinen den Anforderungen und Erwartungen, rangieren Zeugnis Formulierungen im befriedigenden Bereich und sind mit der Note 3 gleichzusetzen.

Zeugnis Formulierungen – Note 3 – 4

Paul löste die vorgegebenen Aufgaben mit Hilfsmitteln.

Lisa bewältigte die Aufgaben im Zahlenraum bis 10, hatte aber mit den Übergängen Probleme.

Peter hat noch etwas Mühe, partnerbezogen und zielstrebig zu arbeiten.

In seinem Interessenbereich arbeitet Paul zielstrebig.

Wenn du im Großen und Ganzen die Anforderungen erfüllen kannst, sich aber Mängel und Defizite ergeben oder du die Aufgaben mit Einschränkungen erledigt hast, entspricht dies einer ausreichenden Benotung und der Note 4. Auch das kleine Wort noch kann eben auf diese Note hinweisen.

Zeugnis Formulierungen – Note 5 – 6

Nun müssen wir stark sein: Es geht in den mangelhaften Bereich der Note 5. In diesem Fall weißt ein Schüler Grundkenntnisse auf. Es haben sich Defizite und Mängel ergeben, die anzugehen sind. Zudem entspricht die Leistung nicht den gesetzten Erwartungen. Mit einer entsprechenden Veränderung der Verhaltensweise ist in nächster Zeit nicht zu rechnen.

Eine Stufe tiefer geht es in den ungenügenden Bereich und hin zur Schulnote 6. Gute Nachrichten: Eine derartige Bewertung wird im Hinblick auf das Arbeitsverhalten und Sozialverhalten nicht vergeben. Dennoch symbolisiert diese Note, dass der Schüler den Anforderungen nicht entspricht. In absehbarer Zeit kann dieses Defizit nicht behoben werden. Es besteht Handlungsbedarf!

Sinn und Unsinn der Zeugnis Bewertungen und Schulnoten

So schön die verbalen Beurteilungen und Zeugnisformulierungen sind, so viel Aufwand ist für die Lehrer damit verbunden. Aus diesem Grunde haben sich feste Textbausteine entwickeln, die Pädagogen die Arbeit erleichtern.

Es ist komfortabel, sich aus einem Katalog von Formulierungen zu bedienen. Doch spricht dies nicht gegen die Individualität der Pädagogik und gegen eine persönliche Beurteilung? An dieser Stelle könnten wir gemeinsam eine Diskussion über den Sinn und Unsinn der Zeugnisbewertungen und Notengebung entfachen.

Das mag wohl ein Grund sein, warum alternative Schulkonzepte den Fokus auf das Wortgutachten und die Beurteilung der Schüler legen.

Viele der Zeugnisformulierungen kommen sehr häufig vor. Wem ein Schulzeugnis schon zu stigmatisiert ist, der sollte einen Blick auf die Arbeitszeugnisse werfen. Hier kassieren ungenügende Leistungen pauschale Formulierungen. Positive Leistungen hingegen finden durch Superlative eine entsprechende Bewertung.

Kluges Kerlchen oder störender Zappelphilipp? Wir bringen Licht ins Dunkel rätselhafter Formulierungen im Grundschulzeugnis.

Was fängt man mit einem Zeugnis an, auf dem keine Noten stehen, sondern nur Text? Was bedeutet es, wenn die Tochter „sehr kommunikativ“ ist – kann sie dann einfach ihren Mund nicht halten oder sorgt sie für anregende Diskussionen im Unterricht? Eine einheitliche Verwendung von Floskeln und Formulierungen mit einem dazugehörigen überregionalem „Noten-Übersetzungskatalog“ existiert nicht. Einige Sprachcodes gibt es aber – ähnlich denen auf Arbeitszeugnissen. Hier kommt das Was-ist-Was der Formulierungen im Grundschulzeugnis.

„Gut“ ist nicht immer gut – das Wort vor der Note ist wichtig.

Das “sehr” macht’s: Ein “sehr” vor “gute Leistungen” heißt, ihr Kind hat ein dickes Lob verdient. Denn dieses kleine Wort macht den Unterschied zwischen Schulnoten wie eins und zwei. Es gibt keine einschränkenden Zusätze wie „fast“, „meistens“ oder „größtenteils“. Ist also der Sprössling im Rechnen nicht der große Held, rechnet er eben nur “sicher”, nicht “sehr sicher”. Tut er das aber, entsprechen die Leistungen zur vollsten Zufriedenheit den Erwartungen oder haben diese sogar übertroffen.

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Steht nicht im Text, ist aber da.

Zwischen den Zeilen lesen: „Beim Deutschunterricht hört Maria nicht immer richtig zu und beschäftigt sich gerne mit anderen Dingen. Mit etwas mehr Aufmerksamkeit könnte Maria ihr Wissen noch öfter unter Beweis stellen.“
Heißt im Klartext: Maria hat was drauf. Weil sie das dem Lehrer aber selten zeigt und vielleicht lieber bunte Bildchen ins Hausaufgabenhelft malt, fällt die Beurteilung nicht so gut aus, wie sie hätte sein können. Ein Wink mit dem Zaunpfahl: Maria sollte mehr Arbeitsbereitschaft zeigen!

Ein anderes Beispiel: „ Beim Addieren und Subtrahieren benötigt Lucas noch Hilfsmittel. Bekannte Aufgabenstellungen kann er in der vorgegebenen Zeit lösen.“ Wichtige Signalwörter sind hier „noch Hilfsmittel“ und „bekannte“. Hilfsmittel sollten nicht mehr nötig sein und Lucas Rechenkünste sind damit als eher unbefriedigend einzustufen. Die Fähigkeit, bekannte Aufgabenstellungen zu lösen ist dagegen gut bis befriedigend, reicht aber noch nicht an die angestrebte Zielvorgabe heran, nämlich: vorhandenes Wissen auch auf unbekannte Aufgabenstellungen anzuwenden und diese zu lösen.

Die Sprachcodes im Zeugnis

Gängige Formulierungen erkennen: Vorgefasste Textbausteine helfen Lehrern bei der Erstellung von Zeugnissen. Dahinter stecken Sprachcodes – hier ein paar Beispiele: Die Formulierung „war stets für alle neuen Lerninhalte zu begeistern“ entspricht einem „sehr gut“. Ein „war für neue Lerninhalte zu begeistern“ bedeutet „gut“. Die Formulierung „war für Lerninhalte, die ihn interessierten, offen“ steht für ein „befriedigend“ und die Aussage „ging von sich aus nicht an neue Lernaufgaben heran“ ist gleichzusetzen mit „nicht befriedigend“.

Klassenlehrer sorgen für Durchblick

Eltern, die nach dem Lesen des Zeugnisses ein ungutes Gefühl oder Fragen haben, sollten sich am besten an den Klassenlehrer wenden. Das sorgt für Klarheit. Gemeinsam lassen sich dann Mittel und Wege finden, die den Schüler rechtzeitig aus der Gefahrenzone „Anschluss verpasst!“ holen. Förderstunden oder altersgerechte Nachhilfe könnend dabei einiges auffangen, sollten aber nie zu einer Belastung für den Schüler werden.
Titelbild: ©iStock.com/Courtney Keating

Schulzeugnis – Tipps für den richtigen Umgang

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Wortgutachten als Schulzeugnis

Das Schulzeugnis in den ersten beiden oder auch drei Schuljahren der Grundschule ist häufig noch anders aufgebaut als spätere Zeugnisse. Statt der klassischen Zahlenbenotung werden die Leistungen und Fortschritte Deines Kindes in einem Wortgutachten beschrieben. Die Formulierungen im Schulzeugnis werden von den Lehrern bewusst positiv gehalten, damit auch kleine Fortschritte anerkannt werden und der Lerneifer der Kinder nicht gebremst wird.

Trotzdem sind die gewählten Ausdrücke im Schulzeugnis nicht immer richtig einzuordnen und für viele Eltern besteht nach dem Lesen des Zeugnisses ihrer Kinder Klärungsbedarf. So kann zum Beispiel eine gute Leistung im Fach Mathematik im Schulzeugnis so beschrieben werden: „Nadine rechnet im erarbeiteten Zahlenraum sicher ohne Hilfsmittel.“ Schlechtere Leistungen könnten so ausgedrückt werden: „Marie kann intensiv geübte Aufgaben im Zahlenraum bis 10 meist richtig lösen.“ Bei Unklarheiten und Fragen zum Schulzeugnis solltest Du Dich daher an die Klassenlehrerin oder den Klassenlehrer wenden.

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Schulzeugnis mit Noten

In den letzten Grundschuljahren und auf weiterführenden Schulen, außer Waldorfschulen, bekommt Dein Kind in der Regel ein Schulzeugnis mit Noten, die von eins (sehr gut) bis sechs (ungenügend) reichen können. So ist schnell und eindeutig ersichtlich, in welchem Unterrichtsfach die Stärken und Schwächen Deines Kindes liegen. Zudem ist durch das Schulzeugnis mit Noten seine Leistung mit der anderer Schüler besser vergleichbar, was den Ehrgeiz der Kinder weckt und somit motivierend sein kann.

Kopfnoten im Schulzeugnis

Zusätzlich zu den Fachnoten im Schulzeugnis gibt es in manchen Bundesländern, wie beispielsweise Rheinland-Pfalz und Hessen, die sogenannten “Kopfnoten”, die ganz oben, im Kopf des Zeugnisses stehen. Sie geben Auskunft über das Arbeits- und Sozialverhalten Deines Kindes. Unter “Arbeitsverhalten” werden beispielsweise Mitarbeit, Selbstständigkeit, Sorgfalt und Kooperationsfähigkeit Deines Kindes bewertet, während unter “Sozialverhalten” Angaben über die Konfliktfähigkeit, Verantwortungs- und Hilfsbereitschaft Deines Kindes gemacht werden.

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Schulzeugnis: So gehst Du damit um

Wenn Dein Kind sein Schulzeugnis mit nach Hause bringt, stellt sich oft die Frage, wie Du als Mutter damit umgehen sollst. Sollten gute Noten belohnt werden? Und was ist, wenn das Schulzeugnis einmal nicht so gut ausfällt? Wichtig ist, dass Du Dein Kind immer unterstützt und es am Tag der Zeugnisausgabe keine Angst zu haben braucht, nach Hause zu kommen.

Gutes Schulzeugnis richtig belohnen

Ein gutes Schulzeugnis sieht bei jedem Kind etwas anders aus. Manchen Kindern fällt es besonders leicht, den Lehrstoff zu verstehen, während andere sich mehr anstrengen müssen. So kann auch eine Drei oder Vier auf dem Schulzeugnis eine gute Note sein, sofern sich Dein Kind bemüht oder sich vielleicht im Vergleich zum Vorjahr verbessert hat.

Die Leistung Deines Kindes solltest Du auf jeden Fall anerkennen und loben, zum Beispiel, indem Du ihm sagst, wie toll Du es findest, dass es sich in der Schule so bemüht hat. So lernt es, dass gute Noten auch etwas mit Fleiß und Anstrengung zu tun haben. Neben dem Lob und einer Umarmung, kannst Du Dein Kind für sein gutes Schulzeugnis natürlich auch zusätzlich belohnen.

Viele Eltern und Großeltern belohnen ein gutes Schulzeugnis mit Geld, doch das ist nicht ganz unproblematisch. Oftmals lässt sich die Leistung, die hinter den Schulnoten steht, nicht an Geldbeträgen messen und der Vergleich unter Geschwisterkindern kann schnell zum Ärgernis werden. Etwa fühlt sich die Schwester herabgesetzt, wenn ihr Bruder mit lauter Einsen mehr Geld bekommt als sie selbst, die zwar mehr gelernt hat, aber nur Dreien auf dem Schulzeugnis stehen hat.

Eine Alternative zu Geld als Belohnung für ein gutes Schulzeugnis sind gemeinsame Unternehmungen wie ein Kinobesuch oder eine Einladung zum Eisessen. Du kannst die Leistung Deines Kindes auch mit kleinen Geschenken honorieren, die das Interesse an einem bestimmten Schulfach weiter fördern. Bei einer guten Note in Biologie kannst Du Dein Kind beispielsweise mit einem Besuch im Zoo oder Aquarium belohnen, während Kinder, die in Deutsch gut sind, sich beispielsweise über ein Tagebuch freuen.

Schlechte Noten auf dem Schulzeugnis

Schlechte Noten auf dem Schulzeugnis sind kein Weltuntergang und können jedem mal passieren. Auch wenn Du enttäuscht oder wütend bist, versuche, zuerst gute Noten auf dem Schulzeugnis und Verbesserungen Deines Kindes zu loben, um sein Selbstbewusstsein und sein Vertrauen in seine Fähigkeiten zu stärken. Frage nach, wie es seine Leistungen in diesem Schuljahr selbst einschätzt. Ist es zufrieden oder nagen die schlechten Noten an seinem Selbstvertrauen? Meist sind Kinder selbst enttäuscht, wenn ihr Schulzeugnis nicht so gut ausfällt. Versuche dann Deinem Kind zuzusprechen und es zu trösten.

Überlege anschließend gemeinsam mit Deinem Kind, was der Grund für seine schlechten Noten auf dem Schulzeugnis ist. Ist der Lernstoff für Dein Kind noch unverständlich? Braucht es mehr Zeit für die Aufgaben? Hat es Probleme sich zu konzentrieren? Frage gegebenenfalls bei dem entsprechenden Fachlehrer nach, wo es noch Schwierigkeiten hat und welche Wege es gibt, Deinem Kind zu helfen.

Schulzeugnis: Tipps für Eltern

Egal wie das Schulzeugnis Deines Kindes ausfällt, mit diesen Tipps braucht Dein Kind am Tag der Zeugnisausgabe keine Angst zu haben.

  • Keine Standpauke: Wenn Du Dein Kind wegen schlechter Noten ausschimpft, riskierst Du, dass sich Dein Kind vor Dir verschließt und ein Schulzeugnis mit schlechten Noten gar nicht mehr vorzeigen mag.
  • Loben: Gute Noten auf dem Schulzeugnis sollten immer gelobt werden, dabei solltest Du das individuelle Bemühen und die Leistung Deines Kindes berücksichtigen.
  • Unternehmungen besser als Geld: Statt Zeugnisgeld solltest Du die Leistungen Deines Kindes besser mit gemeinsamen Unternehmungen honorieren.
  • Trösten: Wenn das Schulzeugnis nicht so gut ausgefallen ist, solltest Du Dein Kind trösten und es wieder motivieren.
  • Informiert bleiben: Achte auch während des Schuljahres auf den Leistungsstand Deines Kindes und informiere Dich auf Elternsprechtagen darüber. So kommt es am Tag der Zeugnisübergabe nicht zu Überraschungen und Du kannst Deinem Kind bei Problemen frühzeitig helfen.

Zeugnissprache: Geheimcodes im Arbeitszeugnis

Die Gewerbeordnung schreibt vor, dass ein Arbeitszeugnis zwingend zwei Bedingungen erfüllen muss:

  • Das Zeugnis muss wahr sein.
  • Das Zeugnis muss wohlwollend sein.

Damit sind in der Zeugnissprache diskreditierende Formulierungen und offene Kritik tabu – nicht aber versteckte. Das hat zur Folge, dass sich in der Vergangenheit eine eigene Zeugnissprache etabliert hat – mit zahlreichen (angeblichen) Geheimcodes, und standardisierten Phrasen, die zwar alle ganz nett klingen, zum Teil aber das genaue Gegenteil bedeuten. Wehe dem Bewerber, der das nicht erkennt. Das kann einem die Jobsuche gewaltig verhageln…

Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel

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Definition: Einfaches oder qualifiziertes Zeugnis

Die angesprochenen Formulierungen und Geheimcodes werden Sie nicht in einem sogenannten einfachen (und selteneren) Arbeitszeugnis finden, sondern nur in einem sogenannten qualifizierten Zeugnis. Der Unterschied ist:

  • Das einfache Zeugnis enthält ausschließlich sachliche und objektiv nachprüfbare Fakten: Was hat der Arbeitnehmer von wann bis wann gemacht? Wurde die Aufgabe erfüllt? Welche Aufgaben übernahm er oder sie noch?
  • Das qualifizierte Zeugnis hingegen enthält neben den reinen Fakten die oben schon angesprochene Beurteilung der Leistungen und des Sozialverhaltens des Arbeitnehmers.

Diese Mitarbeiterbeurteilungen folgen in der Regel einem typischen Aufbau und Schema:

Die Geheimcodes finden sich also tendenziell im vierten und sechsten Teil – der Leistungs- und Verhaltensbeurteilung sowie in der Schlussformel. Hierauf sollten Sie vor allem Ihr Augenmerk richten.

Arbeitszeugnis: Auf diese 5 Punkte achten Personaler

Im ersten Moment liest sich fast jedes Zeugnis schön – eben weil es wohlwollend formuliert sein muss. Leider trügt der Schein – und auch Sie sollten sich davon nicht einlullen lassen. Jedes Arbeitszeugnis wird Sie noch eine Weile über Ihr Berufsleben hinweg begleiten. Bei jeder neuen Bewerbung kommt es wieder auf den Tisch.

Personalentscheider lesen Arbeitszeugnisse besonders gerne und aufmerksam. Schließlich lobt sich jeder Bewerber in seinem Anschreiben nur über den Klee. Das Zeugnis aber stammt aus der Feder eines Dritten, der schon mal mit dem Kandidaten zusammengearbeitet hat. Wer weiß, welche Abgründe sich da vielleicht auftun…

Entsprechend achten Personaler vor allem auf diese 5 Punkte in einem Zeugnis:

  • Formale Kriterien: Ist das Arbeitszeugnis auf Firmenpapier gedruckt? Enthält es alle wesentlichen Formalitäten wie Datum oder Unterschrift?
  • Kompetenzen des Bewerbers: Bestätigen die Aussagen im Zeugnis die gesuchten Qualifikationen und Kompetenzen des Bewerbers aus der Stellenanzeige?
  • Abgleich mit dem Lebenslauf: Decken sich die Zeitangaben und Aufgabenbeschreibungen im Arbeitszeugnis mit denen im Lebenslauf?
  • Zeugniscodes & Warnsignale: Was verraten bisherige Arbeitgeber – zwischen den Zeilen oder durch „Geheimcodes“ in der Zeugnissprache – über die Persönlichkeit und Arbeitsweise des Bewerbers?
  • Leistungen im Zeitverlauf: Auch das ist für Personaler spannend. Werden die Beurteilungen im Laufe der Zeit besser oder schlechter? Insbesondere: Wie hat sich der Kandidat im Verlauf der jüngsten drei Arbeitszeugnisse entwickelt?

Beachten Sie auch die Tipps im Video…

Zeugnisformulierungen: Schöne Worte – schlechtes Urteil

Die Gefahr ist groß, dass Arbeitnehmer beim ersten Lesen des Testats glauben, der Personaler oder Chef sei ihr größter Fan. Mitnichten! Hinter manch schönen Worten verbirgt sich nicht selten ein ganz mieses Urteil und eine geheime Botschaft, die andere Arbeitgeber vor dem Kandidaten warnen soll:

Vorsicht, Versager!

Um das zu Entschlüsseln gibt es meist einen kleinen Trick: Achten Sie auf Doppeldeutigkeiten und nehmen Sie dann die negative Auslegung…

Ein paar klassische Formulierungs-Beispiele

  • Er verfügt über Fachwissen und gesundes Selbstvertrauen.
    Heißt übersetzt: Der Typ ist arroganter als eine Diva.
  • Er war bei Kunden schnell beliebt.
    Heißt übersetzt: Verhandeln kann der Typ praktisch gar nicht.
  • Er bemühte sich, den Anforderungen gerecht zu werden.
    Heißt übersetzt: Der Mitarbeiter war eine Null.
  • Sie zeigte ein gutes Einfühlungsvermögen in die Belange der Belegschaft.
    Heißt übersetzt: Sie flirtete mehr als sie arbeitete.
  • Seine Geselligkeit trug zur Verbesserung des Betriebsklimas bei.
    Heißt übersetzt: Er trank gerne mal einen Schnaps während der Arbeit.
  • Sie machte sich mit großem Elan an die ihr übertragenen Aufgaben.
    Heißt übersetzt: Aber frag nicht, wie chaotisch das war!
  • Er war tüchtig und in der Lage, seine Meinung zu vertreten.
    Heißt übersetzt: Er kann keinerlei Kritik vertragen.
  • Sie zeigte eine erfrischende Art im Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten.
    Heißt übersetzt: Sie ist frech und hat keine Manieren.
  • Er war ein umgänglicher und kontaktbereiter Kollege.
    Heißt übersetzt: Keiner konnte ihn leiden.
  • Durch ihre Pünktlichkeit war sie ein gutes Beispiel.
    Heißt übersetzt: Mehr als Pünktlichkeit war aber leider nicht.
  • Sie verstand es, alle Aufgaben erfolgreich zu delegieren.
    Heißt übersetzt: Sie war faul und wälzte die Arbeit gekonnt auf Kollegen ab.
  • Er zeigte für seine Arbeit Verständnis und Interesse.
    Heißt übersetzt: Nur gearbeitet hat er nicht.
  • Wir wünschen ihm alles Gute und Gesundheit.
    Heißt übersetzt: Achtung, der kränkelt!
  • Für die Zukunft wünschen wir ihm alles Gute, besonders Erfolg.
    Heißt übersetzt: Erfolg hatte er hier nämlich gar keinen.

Arbeitszeugnis Formulierungen: Mehr als 200 Codes entschlüsselt

Weil sich im Arbeitszeugnis regelmäßig – absichtlich oder unabsichtlich – negative Subbotschaften verstecken, haben wir eine umfangreiche Übersicht zusammengestellt mit mehr als 200 Arbeitszeugnis Formulierungen und Geheimcodes in der Zeugnissprache – samt Erklärung, Bedeutung und Notenentsprechung. So können Sie sofort entschlüsseln, ob Ihr Zeugnis „sehr gut“, „befriedigend“ oder gar „mangelhaft“ ist.

Das eBook können Sie sich als PDF gleich hier kostenlos herunterladen, ausdrucken und als Nachschlagewerk verwenden. Achten Sie beim Arbeitszeugnis aber bitte nicht nur darauf, was drinsteckt, sondern auch was NICHT drinsteht. Häufig kann auch das Weglassen von Standard-Formulierungen ein geheimes Signal für eine schlechte Note sein.

Geheimcodes: Formulierungen übersetzen und bewerten

In den typischen Zeugniscodes finden sich längst auch verklausulierte Schulnoten. Diese erkennen Sie in der Regel an den Worten „stets“ oder „zur vollsten“ beziehungsweise „zur vollen“. Die Alarmglocken sollten bimmeln, wenn Sie irgendwo das Wort „bemüht“ lesen – das bedeutet nie etwas Gutes, sondern eben, dass sich da jemand nur bemüht hat, ansonsten aber nichts geschafft hat.

Entsprechend funktioniert der klassische Notencode im Zeugnisdeutsch nach dieser Formel: Er/Sie erfüllte seine/ihre Aufgaben…

  • Note 1: …stets zur vollsten Zufriedenheit.
  • Note 2: …zur vollsten/stets zur vollen Zufriedenheit.
  • Note 3: …zur vollen Zufriedenheit.
  • Note 4: …zur Zufriedenheit.
  • Note 5: …im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit.
  • Note 6: …Er/Sie hat sich bemüht.

Oft sind es nur Nuancen, die ein exzellentes Zeugnis von einer verbalen Hinrichtung unterscheiden. Daher hier noch weitere Beispiele für Geheimcodes in der Zeugnissprache:

  1. Arbeitszeugnis Note: Sehr gut

    • Er/Sie erledigte seine/ihre Aufgaben stets selbstständig mit äusserster Sorgfalt und Genauigkeit.
    • Er/Sie erzielte herausragende Arbeitsergebnisse und zeigte außergewöhnliches Engagement.
    • Er/Sie hat den Erwartungen in jeder Hinsicht und allerbester Weise entsprochen.
    • Er/Sie verstand es, in allerbester Weise die Kollegen zu überzeugen und zu motivieren.
    • Im Umgang mit Vorgesetzten und Mitarbeitern war er/sie stets zuvorkommend, freundlich und korrekt.
    • Er/Sie war im höchsten Maße zuverlässig.
    • Er/Sie verfügt über hervorragende und fundierte Fachkenntnisse.
    • Wir waren mit den Leistungen in jeder Hinsicht außerordentlich zufrieden.
    • Er/Sie hat den Erwartungen in jeder Hinsicht und allerbester Weise entsprochen.
    • Er/Sie verläßt uns auf eigenen Wunsch, was wir außerordentlich bedauern.
  2. Arbeitszeugnis Note: Gut

    • Er/Sie erledigte die Aufgaben mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit.
    • Er/Sie arbeitete stets zuverlässig und äußerst gewissenhaft.
    • Er/Sie erzielte beste Arbeitsergebnisse und zeigte hohes Engagement.
    • Er/Sie zeigte stets überdurchschnittliche Arbeitsqualität und Initiative.
    • Sein/Ihr Verhältnis zu Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden war stets einwandfrei.
    • Er/Sie hat den Erwartungen in jeder Hinsicht und bester Weise entsprochen.
  3. Arbeitszeugnis Note: Befriedigend

    • Er/Sie erledigte die zugeteilte Arbeiten systematisch und zufriedenstellend.
    • Er/Sie arbeitete gewissenhaft und zuverlässig.
    • Er/Sie war bei der Arbeit sorgfältig und genau.
    • Er/Sie zeigte Engagement und Initiative.
    • Er/Sie verfügt über solide Fachkenntnisse.
    • Sein/Ihr Verhalten gegenüber Mitarbeitern und Vorgesetzten war vorbildlich.
    • Er/Sie erfüllte die Erwartungen in jeder Hinsicht.
    • Wir waren mit seinen/ihren Leistungen jederzeit zufrieden.
  4. Arbeitszeugnis Note: Ausreichend

    • Er/Sie konnte die ihm/ihr übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit erledigen.
    • Er/Sie hat alle übertragenen Arbeiten ordnungsgemäß erledigt.
    • Er/Sie hat unseren Erwartungen entsprochen.
    • Er/Sie zeigte keine Unsicherheiten bei der Ausführung seiner Aufgaben.
    • Seine/Ihre Arbeitsergebnisse entsprachen den Anforderungen.
    • Er/Sie hat alle Aufgaben mit Sorgfalt und Genauigkeit erledigt.
    • Er/Sie war immer mit Interesse bei der Sache.
    • Sein/Ihr persönliches Verhalten war insgesamt einwandfrei.
    • Wir waren mit seinen/ihren Leistungen zufrieden.
  5. Arbeitszeugnis Note: Mangelhaft

    • Er/Sie hat sich bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden.
    • Er/Sie hat sich im Rahmen seiner Fähigkeiten eingesetzt.
    • Er/Sie war um zuverlässige Arbeitsweise bemüht.
    • Er/Sie zeigte er sich den Belastungen gewachsen.
    • Er/Sie erledigte die Arbeiten mit Fleiß und dem Willen, sie termingerecht zu beenden.
    • Er/Sie hat alle Aufgaben allgemein mit Sorgfalt und Genauigkeit erledigt.
    • Er/Sie entsprach im Allgemeinen den Anforderungen.
    • Er/Sie hat unseren Erwartungen weitestgehend entsprochen.
    • Er/Sie war in der Regel erfolgreich.
    • Er/Sie zeigte, nach Anleitung, Fleiß und Ehrgeiz.
    • Sein/Ihr Verhalten war ohne Tadel.
    • Er/Sie hat unserem Unternehmen großes Interesse entgegengebracht.
    • Er/Sie verläßt uns in gegenseitigem Einvernehmen.

Weitere Beurteilungen und deren Bewertung finden Sie in diesem PDF

Arbeitsrecht: Verbotene Zeugnissprache

Wegen der versteckten Botschaften und codierten Formulierungen gibt es immer wieder Streit. Mehr als 10.000 Zeugnisprozesse gibt es jedes Jahr an deutschen Arbeitsgerichten. Denn gegen verschlüsselte Negativurteile können Sie sich juristisch zur Wehr setzen – sie sind verboten.

Einzige Ausnahme: Wenn Fehlverhalten – beispielsweise Untreue oder Diebstahl – bewiesen ist, darf das erwähnt werden. Es muss sich sogar im Zeugnis wiederfinden, der Chef darf dafür auch harte Formulierungen verwenden.

Denn falls der nächste Arbeitgeber darüber hinweg getäuscht wird, einen (notorischen) Betrüger einzustellen und deshalb Schaden erleidet, kann er beim alten Chef auf Schadenersatz klagen. Unternehmen, die schwerwiegende Leistungsmängel eines Ex-Arbeitnehmers verschweigen, machen sich also regresspflichtig.

Ansonsten aber haben Arbeitsrichter etwa folgende Urteile gefällt:

  • Arbeitszeugnisse müssen mindestens „befriedigend“ sein.

    Schlechtere Zeugnisse hat der Arbeitgeber zu begründen, die Beweislast für ein „gutes“ beziehungsweise „sehr gutes“ Zeugnis liegt indes beim Arbeitnehmer (BAG-Urteil, 9 AZR 584/13). Hintergrund war ein Rechtsstreit beim Arbeitsgericht Berlin, wonach mittlerweile 86,6 Prozent der erteilten Zeugnisse „gut“ oder besser seien. Die Arbeitnehmerin verlangte daraufhin ein mindestens gutes Zeugnis – im Revisionsverfahren jedoch ohne Erfolg.

  • Selbstverständliches gehört nicht ins Arbeitszeugnis.

    Zeugnisse müssen zwar wohlwollend sein. Das bedeutet aber: Wer Selbstverständlichkeiten betont – etwa der sichere Umgang mit dem Programm Word im Sekretariat -, sorgt subtil für einen schlechten Eindruck, Motto: Mehr war eben nicht. Auch andere Formulierung kassierten etwa die Richter des Landesarbeitsgericht Köln (Az.: 9 Ta 325/10) unlängst ein: „Die Zusammenarbeit mit Mandanten und Vorgesetzten war einwandfrei“. Die besonders positive Betonung des Umgangs mit Mandanten und Vorgesetzten erwecke den Eindruck mangelnder Teamfähigkeit.

  • Versteckte Hinweise sind in Zeugnissen unzulässig.

    Im konkreten Fall stand im Arbeitszeugnis: „Gerne stehen wir jedem zukünftigen Arbeitgeber von XY hinsichtlich Nachfragen über die Qualität der für uns geleisteten Arbeit zur Verfügung.“ Das aber sieht so aus, als sei der Arbeitnehmer tatsächlich schlechter gewesen als im Zeugnis steht. Das Arbeitsgericht Herford ließ die Formulierung deshalb streichen (2 Ca 1502/08).

  • Krakelige Unterschrift des Chefs ist verboten.

    Obwohl sich der Arbeitgeber in einem gerichtlichen Vergleich dazu verpflichtet hatte, ein wohlwollendes qualifiziertes Arbeitszeugnis zu erteilen, das sein Geschäftsführer eigenhändig unterschreibt, gab es Streit über die äußere Form des Zeugnisses: Im ersten Zeugnis fehlte die Unterschrift des Geschäftsführers, das zweite hatte der Geschäftsführer zwar unterzeichnet – die Unterschrift war aber krakelig und ähnelte nicht seiner üblichen Signatur. Die Unterschrift kippte von links oben nach rechts unten. „Unzulässig!“, urteilte das Landesarbeitsgericht Hamm (LAG Hamm, 27.7.2016, Az 4 Ta 118/16). Die Unterschrift muss derjenigen ähneln, mit der der Geschäftsführer auch wichtige betriebliche Unterlagen unterzeichnet. Nur so ist die Echtheit des Arbeitszeugnisses zweifelsfrei. Zudem könne eine nach unten abfallende Unterschrift (statt wie im Rechtsverkehr üblich parallel zum Zeugnistext) den Eindruck erwecken, der Zeugnisaussteller sei mit den Leistungen des Angestellten unzufrieden gewesen.

Zulässig ist dagegen die (automatische) Silbentrennung im Arbeitszeugnis. Im konkreten Fall hatte eine Verwaltungsangestellte geklagt. Sie meinte, solche Trennungen würden dem eigentlichen Zeugnisinhalt zuwiderlaufen – sie müsse schließlich als Sekretärin jederzeit die sichere und fehlerfreie Erstellung von Texten mit entsprechendem Schriftbild beherrschen.

Das Arbeitsgericht sah dies aber anders und wies die Klage ab (LAG Baden-Württemberg, 27.11.2014, Az 3 Sa 21/14). Nach der Rechtschreibung war die Silbentrennung nicht falsch und das Verwenden der automatischen Silbentrennungsfunktion sei bei Arbeitszeugnissen durchaus üblich.

Selbsttest: Formulierungen in der Zeugnissprache entschlüsseln

Wenn Sie Lust haben, machen Sie doch noch einen kleinen Test: Hätten Sie die folgenden Zeugnisformulierungen richtig übersetzen können?

Am besten decken Sie dazu zunächst die rechte Hälfte der Tabelle mit der Hand oder einem Blatt Papier ab und überlegen, was hinter dem Zeugniscode in Wahrheit stecken könnte. Danach ziehen Sie das Blatt oder die Hand Zeile für Zeile nach unten.

Zeugnisdeutsch… Das heißt es wirklich…
Sie hat alle Arbeiten mit großem Fleiß und Interesse erledigt. Sie war zwar fleißig und interessiert, aber nicht erfolgreich.
Er war stets nach Kräften bemüht, die Arbeiten zu unserer vollen Zufriedenheit zu erledigen. Er hat sich angestrengt, aber Erfolg hatte er nicht.
Die Aufgaben, die wir ihr übertrugen, hat sie zu unserer Zufriedenheit erledigt. Sie machte ihren Job – und zwar nur das, was wir ihr sagten. Ansonsten blieb sie passiv, war also allenfalls Durchschnitt.
Er arbeitete mit größter Genauigkeit. Er war ein erbsenzählender, langsamer und unflexibler Pedant.
Sie verstand es, alle Aufgaben stets mit Erfolg zu delegieren. Sie drückte sich vor der Arbeit, wo sie nur konnte.
Er war seinen Mitarbeitern jederzeit ein verständnisvoller Vorgesetzter. Er war nicht durchsetzungsfähig und besaß keinerlei Autorität.
Sein Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war stets vorbildlich. Er hatte Probleme mit seinem Chef (weil der erst nach den Kollegen erwähnt wird).
Sie war sehr tüchtig und wusste sich gut zu verkaufen. Sie war eine imperninente Wichtigtuerin.
Für die Belange der Mitarbeiter hatte sie ein umfassendes Verständnis. Sie war homosexuell, beziehungsweise lesbisch.
Für die Belange der Belegschaft bewies er stets großes Einfühlungsvermögen. Er flirtete heftig und war ständig auf der Suche nach Sexualkontakten.
Er erledigte alle Aufgaben pflichtbewusst und ordnungsgemäß. Er war zwar pflichtbewusst, zeigte aber praktisch keine Initiative.
Er hat unseren Erwartungen im Wesentlichen entsprochen. Seine Leistungen waren schlichtweg mangelhaft.
Er hat alle Aufgaben zu seinem und im Interesse der Firma gelöst. Er beging Diebstahl und fiel durch schwere Vergehen auf.
Er trat sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens engagiert für die Interessen der Kollegen ein. Er war im Betriebsrat und hat sich gewerkschaftlich betätigt.
Er verfügte über Fachwissen und ein gesundes Selbstvertrauen. Er glich mangelhaftes Fachwissen mit einer großen Klappe aus.
Er hatte Gelegenheit, sich das notwendige Fachwissen anzueignen. Doch nutze er die Gelegenheit nicht.
Gegenüber unseren Kunden war er schnell beliebt. Er machte zu viele und zu schnelle Zugeständnisse.

Achtung: Neue geheime Codes in Zeugnissen

Manche Chefs können es einfach nicht lassen und wollen den – aus ihrer Sicht – illoyalen und abtrünnigen Mitarbeitern doch noch eins auswischen. So finden sich – als jüngster Trend – in Arbeitszeugnissen neue Verschlüsselungstechniken, Formulierungstechniken und geheime Botschaften, die auf Anhieb nicht so leicht zu erkennen sind.

Natürlich muss nicht immer böser Wille dahinter stecken – manchmal ist es auch schlicht Unwissen, Naivität oder Schusseligkeit auf Seiten des Arbeitgebers. Aber Sie müssen sich hinterher noch ein paar Jahre mit dem Zeugnis bewerben. Gut also, wenn Sie die neuen Geheimcodes durchschauen und Korrektur verlangen.

Auf diese Arbeitszeugnis Formulierungen sollten Sie achten und sich diese nicht bieten lassen:

  • Betonung von Unwichtigem.

    Bei einem qualifizierten Arbeitszeugnis sollten Sie nicht nur darauf achten, wie Ihre Leistung beurteilt wird, sondern auch welche. Je mehr unwichtige Details dort auftauchen, desto schlechter das Zeugnis (auch wenn es gut klingt). Das gilt erst recht bei Selbstverständlichkeiten, wie etwa der „sparsame Umgang mit Büromitteln“ oder „stets höfliche Umgangsformen“: Solche Überbetonungen sagen indirekt: Die eigentliche Arbeit war Murks.
    Auch das Verdrehen der hierarchischen Reihenfolge bei Aufzählungen und Aufgabenbeschreibungen gehört zu einer neuen fiesen Masche. Heißt es (wie zum Beispiel im obigen Selbsttest) im Arbeitszeugnis etwa: „Er/Sie pflegte ein tadelloses Verhalten gegenüber Kollegen, Kunden und Vorgesetzten.“ Dann klingt das zwar gut. Weil aber der Chef hierarchisch an die erste Stelle gehört, ist das de facto ein Geheimcode für: „Er hatte Probleme mit Autoritäten.“ Gleiches gilt wenn eigentlich untergeordnete Aufgaben zuerst aufgelistet werden, die entscheidenden, höherwertigen Tätigkeiten aber es am Schluss erscheinen.

  • Die wesentliche Bewertung fehlt.

    Was würde man von einem Controller vor allem erwarten? Genau: Sorgfalt und Genauigkeit. Und was von einem Key Account Manager? Richtig, dass er vor allem durch hohe Kundenzufriedenheit und Kommunikationsstärke brillierte. Wer solchen Mitarbeitern eine schlechte Beurteilung ausstellen will, lässt daher oft die Aussagen zur entscheidenden Qualifikation weg. Achten Sie also nicht nur darauf, was im Zeugnis steht, sondern auch auf das, was NICHT drinsteht.
    Eine andere fiese Arbeitszeugnis Formulierung ist Übertreibung. Natürlich ist das nicht erst gemeint, sondern pure Ironie. Aber klingt halt erst einmal gut. Beispiel: „Er/Sie verfügte über eine außergewöhnlich brillante Art, sein Wissen mit den Kollegen zu teilen.“ Heißt natürlich im Klartext: „Er/Sie war ein pedantischer Klugscheißer.“

  • Negative Beurteilung durch negative Formulierung.

    Man kann Dinge so oder so sagen. Hellhörig sollten Sie immer dann werden, wenn Sie im Zeugnis eine negative Formulierung finden, die durch ein „nicht“ oder „kein“ oder „nie“ scheinbar positiv klingt. Zum Beispiel: „Seine Pünktlichkeit gab keinen Anlass zu Beanstandungen.“ Klingt nett – ist es aber nicht. Denn falls es wirklich nie einen Anlass zu Beanstandungen gab, wäre es schlicht nicht erwähnenswert. So aber steht es da – und weckt bewusst schlafende Hunde.
    Anderes Beispiel: „Er/Sie erschien nie unpünktlich und war auch nicht unzuverlässig.“ – Klar, warum würde dies so erwähnt werden, wenn nicht genau das Gegenteil der Fall wäre?!

  • Auslassen standardisierter Formulierungen.

    Für den Laien ist diese Technik nicht immer auf Anhieb erkennbar. Aber in der Zeugnissprache (ebenso wie bei den Zeugniscodes) gibt es Formulierungen, die praktisch immer gleich sind. Ein bisschen wie aus der Schablone. Zum Beispiel: „Sein/Ihr Verhältnis zu Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war stets vorbildlich.“ Lassen Sie nun einen Teil davon weg (Ausnahme, in Ihrer Position hatten Sie tatsächlich nie mit Kunden zu tun), dann fällt das nicht sofort auf, weil die Beurteilung ja positiv ist. Aber eben genau das wird bei dieser Arbeitszeugnis Formulierung heimlich kritisiert: Fehlen etwa „Kollegen“ oder „Vorgesetzter“ hatte der Mitarbeiter mit diesen offenbar kein so vorbildliches Verhältnis…

  • Passive Formulierungen.

    Von Talenten und Leistungsträgern erwartet man eine gewisse Eigeninitiative. Passivformulierungen deuten das Gegenteil an: Hier handelte jemand nur auf Anweisung und war ansonsten genauso wie die Formulierungen: passiv und faul.
    Beispiele: „Herrn … /Frau … wurden die Aufgaben … übertragen.“ / „Er/Sie war für uns als … tätig.“ / „Er/Sie wurde für folgende Tätigkeiten eingesetzt: …“ Sie merken schon: Auch wenn das alles sachlich richtig ist, drängt sich beim Leser kein allzu engagierter Eindruck auf.

Abschlussformeln im Arbeitszeugnis: Darum sind sie so wichtig

Das Beste kommt zum Schluss – oder eben auch nicht: Es sind meist nur zwei oder drei Sätze, die am Ende des Arbeitszeugnisses stehen, doch der Abschlussformel kommt eine immer größere Bedeutung zu. Unabhängig davon, wie lang das Schreiben ist, lässt sich aus diesem kurzen Abschnitt meist mehr herauslesen, als in dem gesamten restlichen Text.

Dies liegt zum Einen daran, dass es der letzte Eindruck ist, den das Zeugnis vermittelt. Es kann den bisher positiven Eindruck verstärken, verfeinern und das gezeichnete Bild noch einmal abrunden. Oder wie ein riesengroßes ABER alles vorherige in Zweifel ziehen und die bisherigen Aussagen – wie Ironie wirken lassen und ins komplette Gegenteil verdrehen.

Der zweite Grund ist rechtlicher Natur und wiegt noch schwerer: Die Abschlussformel ist freiwillig.

Dies entschied vor einiger Zeit das Bundesarbeitsgericht und legte dabei fest, dass der Arbeitgeber nicht verpflichtet ist, das Arbeitszeugnis mit einer abschließenden Formulierung zu beenden, die dem Arbeitnehmer für die Mitarbeiter dankt und Erfolg für die Zukunft wünscht.

Ob eine Abschlussformel angefügt wird – und wie diese aussieht – obliegt damit dem Arbeitgeber.

Schon hier zeigt sich die Bedeutung eines solchen Abschlusses. Sie ist nicht zwingend erforderlich und Arbeitnehmer können auch vor dem Arbeitsgericht nicht darauf pochen, das Fehlen wird aber in vielen Fällen bereits als negatives Zeichen gedeutet und kann Personaler aufhorchen lassen.

Zwei Beispiele:

Herr Müller verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch hin. Sein Ausscheiden bedauern wir sehr und bedanken uns für seine stets guten und engagierten Leistungen. Sowohl beruflich als auch privat wünschen wir weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

Herr Müller verlässt in beidseitigem Einverständnis das Unternehmen zum 31.12.2016. Wir bedauern dies und danken gleichzeitig für seine Mitarbeit. Weiterhin wünschen wir beruflich und privat viel Erfolg.

Trotz oberflächlicher Ähnlichkeit wird deutlich, mit welcher Abschlussformel die Chancen bei der nächsten Bewerbung steigen dürften: Die zweite Abschlussformel klingt eben nur nett – sie ist es aber nicht.

Wie sind Abschlussformeln aufgebaut?

Der Aufbau von Abschlussformeln im Arbeitszeugnis ist fast immer gleich und gliedert sich in bis zu vier Teile:

  • Grund für die Trennung

    Wer hat die Kündigung oder das Ende des Arbeitsverhältnisses veranlasst? Beispielsweise bedeutet hier die Formulierung Auf eigenen Wunsch…, dass der Mitarbeiter selbst gekündigt hat. In gegenseitigem Einverständnis… lässt hingegen auf eine Kündigung des Arbeitgebers schließen.

  • Dank für die Zusammenarbeit

    Normalerweise bedankt sich das Unternehmen für die Zusammenarbeit und die Leistungen des Mitarbeiters. Je nach Formulierung kann dies besonders positiv sein. Fehlt der Dank hingegen komplett, wird dies als negatives Zeichen gedeutet.

  • Bedauern über die Trennung

    Ähnliches gilt für das Bedauern über die Trennung vom Mitarbeiter. Einen guten Arbeitnehmer lassen Unternehmen nur ungern gehen und sagen dies auch in den Abschlussformel. Fehlt ein Ausdruck des Bedauerns, scheint der Mitarbeiter nicht sonderlich überzeugt zu haben. Allzu beliebt war wohl auch nicht.

  • Wünsche für die Zukunft

    Zum Abschluss wird dem ausscheidenden Mitarbeiter noch alles Gute gewünscht. Auch hier ist Vorsicht bei der Formulierung geboten.

Ein klassisches Beispiel für eine Abschlussformulierung wäre beispielsweise:

Auf eigenen Wunsch verlässt Herr Maier zum 31.3.2017 unser Unternehmen. Wir bedauern diese Entscheidung sehr, danken ihm für die immer gute Zusammenarbeit und wünschen auch für die Zukunft viel Erfolg.

Hierbei handelt es sich um eine gute Formulierung, auf die der Mitarbeiter stolz sein kann. Oft sind es aber Nuancen, die den Unterschied machen. Also kleine Abstufungen in der Zeugnissprache, die in der Gesamtwirkung jedoch große Auswirkungen haben.

Zum Beispiel…

  1. Intensität

    Die wichtigste Schraube, an denen Unternehmen bei Abschlussformeln drehen, ist die Intensität der Aussage. Oft sind es hier nur einzelne Worte die den Ausschlag geben, ob es sich um ein sehr gutes Zeugnis oder um ein eher mittelmäßiges handelt. Entscheidend sind dabei Begriffe wie sehr, besonders, groß, stets oder immer. Auch andere positive Eigenschaften wie engagiert, motiviert oder erfolgreich werten das Zeugnis auf.

  2. Wortwahl

    Positiv anmutende Sätze haben es manchmal faustdick hinter den Ohren. Wird einem Mitarbeiter etwa viel Glück gewünscht, wirkt dies nett und aufbauend, wird allgemein jedoch als Zeichen verstanden, dass er ohne das entsprechende Glück vermutlich nicht erfolgreich sein wird.

  3. Satzstellung

    Es geht auch kompliziert: Ein und dasselbe Wort kann an verschiedenen Stellen im Satz eine unterschiedliche Bedeutung haben: Wir wünschen weiterhin viel Erfolg… oder Weiterhin wünschen wir viel Erfolg… Sieht fast gleich aus – bedeutet aber Gegensätzliches: Der erste Satz legt nahe, dass der Mitarbeiter erfolgreich im Unternehmen war und dies wohl auch bei seinem neuen Job schaffen wird. Die zweite Zeugnisformulierung hingegen spielt darauf an, dass der Erfolg bisher ausblieb.

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Tabus im Arbeitszeugnis: Offene Kritik und negative Formulierungen

Sicher fragt ihr euch, warum sich Personaler einer solch unverständlichen Sprache bedienen, die nur Experten zu entschlüsseln wissen? Zwar gibt es keine gesetzlichen Vorgaben, aber allgemeine Grundsätze in der Rechtssprechung, die befolgt werden müssen. So dürfen im Arbeitszeugnis keine negativen Formulierungen stehen. Oder Sätze, die schon auf den ersten Blick negativ sind, wie zum Beispiel: „Herr Meyer hat unseren Erwartungen überhaupt nicht entsprochen.“

Laut Gewerbeordnung sind nur „wohlwollende Formulierungen“ erlaubt. Offene Kritik und diskreditierende Formulierungen sind damit tabu. Wenn ihr also im Arbeitszeugnis Wörter wie „Fehler“, „Probleme“, „Schuld“ oder „Schwierigkeiten“ lest, könnt ihr das beanstanden und im äußersten Fall vor dem Arbeitsgericht sogar eine Änderung erstreiten. Auch negative Bindewörter wie trotz, leider, jedoch, aber, bedauerlicherweise, schade tragen zu einem negativen Gesamteindruck bei und haben in eurem Zeugnis ebenfalls nichts zu suchen. Mancher Arbeitgeber beherrscht den Zeugniscode leider nicht. Aber damit ihr mit einem fehlerhaften Zeugnis später keine Nachteile bei Bewerbungen habt, solltet ihr hier genau auf die Formulierungen achten.

Jeder Arbeitnehmer hat das Recht auf ein Arbeitszeugnis, in dem die eigene Leistung mindestens mit der Note „befriedigend“ bewertet wird. War der Arbeitgeber mit euren Leistungen nicht zufrieden, kann er dies durch Abstufungen in den Formulierungen zum Ausdruck bringen. Einzige Ausnahme: Wenn ihr euch etwas Gravierendes zu Schulden habt kommen lassen (z. B. Diebstahl) darf bzw. muss sich das im Arbeitszeugnis wiederfinden.

Qualifiziertes Zeugnis – Unterschied zum einfachen Zeugnis

Arbeitszeugnisse werden in zwei Varianten ausgestellt: als einfaches oder qualifiziertes Zeugnis. Die Formulierungen und Geheimcodes, um die es in diesem Beitrag geht, findet ihr nur in einem qualifizierten Zeugnis. Während ein einfaches Zeugnis nachprüfbare Fakten enthält (Welche Tätigkeiten habt ihr von wann bis wann ausgeübt?), bietet ein qualifiziertes Zeugnis neben Fakten auch eine Beurteilung über eure Leistungen und euer Sozialverhalten. Übrigens: Ein qualifiziertes Zeugnis steht euch bereits nach einigen Wochen Beschäftigung zu. Allerdings: Ihr müsst eurem Chef mitteilen, dass ihr ein solches Zeugnis wollt. Nur wenn ihr eine Ausbildung beendet, muss euch euer Arbeitgeber ein Arbeitszeugnis erstellen, ohne dass ihr selbst die Initiative ergreift.

Fiese Formulierungen im Zeugnis – und ihre Übersetzung

Hier ein paar Beispiele fieser Formulierungen, die sich in vielen Arbeitszeugnissen wiederfinden – samt Übersetzung:

  • Er war stets bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden.

Heißt soviel wie: Ihr habt praktisch nichts geleistet.

  • Seine Geselligkeit trug zur Verbesserung des Arbeitsklimas bei.

Heißt soviel wie: Ihr habt gerne mal tief ins Glas geschaut.

  • Er war immer mit Interesse bei der Sache

Heißt soviel wie: Ihr habt euch zwar angestrengt, aber geleistet habt ihr nicht wirklich etwas.

  • Er hat seine Arbeit mit besonderer Sorgfalt und Genauigkeit erledigt.

Heißt soviel wie: Ihr habt eure Aufgaben zwar erfüllt, aber im Schneckentempo.

Zeugnisse: Die verbale Trickkiste der Lehrer

Bei der Beurteilung in Zeugnissen greifen Lehrer auch in die verbale Trickkiste. Aber was heißt das dann, was da steht? Von Uta Baumann

Der Schüler „entwickelte zur Konfliktlösung konstruktive Ideen“. So etwas macht sich im Zeugnis nicht nur sehr gut, sondern bedeutet auch sehr gut. Ein „sehr gut“ im Sozialverhalten. Steht dort allerdings „stand Lösungsvorschlägen uneinsichtig gegenüber“, heißt das, dass das Sozialverhalten des Schülers nicht befriedigend war.

Da viele Schüler genau über ihre Leistungen Bescheid wissen, sind die Noten bei der Zeugnisausgabe meist keine Überraschung mehr. Die einzig spannende Frage, die bleibt, ist die, was in der Beurteilung über Mitarbeit und Sozialverhalten steht. War ich „stets für alle neuen Lerninhalte zu begeistern“ (= sehr gut) oder nur „für Lerninhalte offen, die mich interessierten“ (= befriedigend)?

Warum manche Sätze sehr konstruiert wirken und man zwischen den Zeilen lesen muss, um sie zu verstehen, hat einen Grund: „Die Formulierungen sind für die Lehrer oft eine Gratwanderung“, weiß Hans Schweiger, Leiter der staatlichen Schulberatung Schwaben. Noten sind ein Fakt, Worte dagegen sind interpretierbar und führen manchmal zu Missverständnissen zwischen Lehrern und Eltern.

Kritik darf nie herabwürdigend sein

Doch alles schönzureden, nur damit es zu Hause keinen Ärger gibt, bringt auch nichts. Vor allem bei den Grundschülern, die in den ersten beiden Jahren noch keine Noten bekommen, sind die Texte sehr ausführlich formuliert „und deren Aussagen sehr wichtig“, sagt Schweiger. Wenn Anlass zu Kritik besteht, dürfe diese aber nie herabwürdigend sein. Statt zu schreiben „der Schüler ist ein Schlamper“, heißt es dann eben „er war nicht immer in der Lage, die notwendigen Arbeitsunterlagen bereitzustellen“.

Für die Lehrer gibt es als Hilfe für das Erstellen der Zeugnisse lange Listen mit allerhand Formulierungen: Hat der Schüler die Hausaufgaben „über das geforderte Maß hinaus erledigt“ (= sehr gut) oder wurden sie nur „unzuverlässig und sehr lückenhaft angefertigt“ (= nicht befriedigend)? Die verbale Trickkiste, aus der die Lehrer auswählen können, ist groß. Bereiche wie Interesse und Arbeitsweise sind ebenso abgedeckt wie Konfliktverhalten und Kommunikation. Sie können diese vorgefertigten Satzbausteine verwenden, müssen es aber nicht. „Wie persönlich und kreativ die Beurteilungen sind, hängt sehr vom Lehrer ab“, sagt Schweiger.

Während die Lehrer bei den Texten relativ freie Hand haben, ist Grundsätzliches wie die Optik und was ein Zeugnis enthalten darf und was nicht, in der Schulordnung geregelt. Mitteilungen über Verweise und Fehltage etwa sind nicht gestattet. Sie werden lediglich in der Schülerakte vermerkt.

Nicht erlaubt: negative Aussagen im Abschlusszeugnis

Doch Schweiger kennt auch hier Möglichkeiten, wie man Verweis-Sammler entlarven kann. „Dann steht da eben beispielsweise ,traf gegenüber den Lehrern nicht immer den richtigen Ton'“. Ab einer gewissen Jahrgangsstufe sind aber selbst solche Sätze nicht mehr erlaubt. Im Paragraf 50 der Volksschulordnung steht: „In den Jahrgangsstufen acht, neun und zehn darf ein Zeugnis keine Formulierung enthalten, die den Übertritt in das Berufsleben erschwert.“ Für die Gymnasien gilt dieselbe Regelung für die Jahreszeugnisse der neunten und zehnten Klassen. Danach gibt es ohnehin keine Beurteilungen mehr.

Bei seinen eigenen Zeugnissen als Schüler kann sich Schweiger übrigens nur noch an eine Formulierung ganz genau erinnern. „Die Schrift muss besser werden.“ Das habe sehr häufig drin gestanden. „Und wäre auch heute noch so.“ Uta Baumann

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    Bayern

Schulnoten in der Grundschule

Schulnoten sind eine Leistungsbeurteilung von Schülern durch die Lehrer einer Schule. Sie können den Schüler motivieren, kränken oder entmutigen. Für Ihr Kind sind die ersten Noten eine wichtige Erfahrung, denn nun lernt es, sich an den eigenen Leistungen und an denen anderer messen zu lassen, stolz auf eigenen Erfolg zu sein, mit Enttäuschungen umzugehen und Konsequenzen aus Misserfolgen zu ziehen. Für diese Entwicklungsschritte braucht es dringend die liebevolle Unterstützung seiner Eltern. Sonst kommt es möglicherweise zu Schulstress oder gar Schulproblemen. Denken Sie jedoch bitte immer daran, dass eine Schulnote nur eine subjektive Momentaufnahme eines einzelnen Lehrers ist, bewerten Sie Ihr Kind nicht über seine Noten – es hat so viele liebenswerte Eigenschaften und wichtige Fähigkeiten, die nicht über ein Notensystem erfasst werden können.

Welche Schulnoten werden in der Grundschule vergeben?
Was tun bei schlechten Noten?
Wie kann ich mein Kind bei schleichendem Leistungsabfall unterstützen?
Was können wir tun, wenn durch ein schlechtes Zeugnis die Versetzung gefährdet ist?

Im 1. Schuljahr bekommt Ihr Kind noch kein Zeugnis mit Noten, sondern eine schriftliche Beurteilung, die den Leistungsstand, den Lernfortschritt und den Förderbedarf Ihres Kindes enthält.

Die Schüler bekommen im Jahreszeugnis der 2. Klasse in allen Fächern bereits Ziffernnoten. Zusätzlich werden das Sozial-, Lern- und Arbeitsverhalten in vier Kategorien (A-D) bewertet. Für Fächer, die mit der Note 4 und schlechter beurteilt werden, muss das Zeugnis Aussagen zu Lernfortschritt und Förderansatz beinhalten.

Vom 3. Schuljahr an beginnt die sogenannte Übertrittsphase an eine weiterführende Schule. In dieser Phase beobachten die Lehrer genau, welche individuellen Voraussetzungen Ihr Kind mitbringt. Der Übertritt an die Mittelschule erfolgt ohne weiteres Übertrittsverfahren, der an die Realschule oder an das Gymnasium ist abhängig von der Empfehlung der Grundschule im Übertrittszeugnis.

Übertrittszeugnis

Alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 4 erhalten Anfang Mai ein Übertrittszeugnis. Es enthält

  • die Jahresfortgangsnoten in allen Fächern;
  • die Gesamtdurchschnittsnote aus den Fächern Deutsch, Mathematik, Heimat- und Sachunterricht;
  • eine Bewertung des Sozial- sowie des Lern- und Arbeitsverhaltens;
  • eine zusammenfassende Beurteilung, in der die derzeitige Eignung für den weiteren Bildungsweg festgestellt wird.

Was tun bei schlechten Noten?

Schlechte Noten bewirken, dass das Selbstvertrauen Ihres Kindes stark erschüttert wird. Bei schlechten Noten sollten Eltern gemeinsam mit dem Kind überlegen, was es beim nächsten Mal besser machen kann und nicht nur die schlechte Leistung im Auge haben. Es ist sehr wichtig, dass Sie Ihr Kind auf seine Stärken hinweisen und damit dazu beitragen, dass sein Selbstvertrauen wieder gestärkt wird. Jedes Kind hat seine eigenen Stärken und Fähigkeiten. Wer in Mathe schlecht ist, kann daher in Deutsch besonders gut sein. Oder Ihr Kind hat seine Stärken im Sport – oder Kunstunterricht. Alle diese Stärken sind lobenswert und sollten von den Eltern deshalb gefördert werden.

Sollten sich schlechte Noten jedoch häufen, ist es wichtig, sich Gedanken zu machen, was die Ursache hierfür ist. Hat das Kind genug Ruhe und Zeit für Hausaufgaben und Lernen? Könnte es von Eltern oder älteren Geschwistern unterstützt werden? Braucht es Förderunterricht oder externe Nachhilfe? Muss es erst lernen, in der Schule zu lernen? Oder steckt hinter den schlechten Noten Prüfungsangst? Leidet es unter Schulstress oder anderen Schulproblemen? Ist es lernbehindert, hat es eine Lese-, Rechtschreib- oder Rechenschwäche?

Bei all diesen Überlegungen ist es ratsam, das Gespräch mit der Lehrkraft zu suchen und gemeinsam zu überlegen, wie die Leistung verbessert werden kann.

Was Sie als Eltern auf jeden Fall vermeiden sollten, sind der Vergleich mit besseren Mitschülern und starker Druck. Denn die Grundvoraussetzungen für den Lernerfolg sind der Spaß am Lernen und der Schule. Gerade wenn Prüfungsangst der Grund für die schlechten Noten ist, hilft kein Druck. Hier können Sie Ihrem Kind helfen, wenn Sie es in kleinen Erfolgen bestätigen und es für seine Stärken loben. Denn hinter Prüfungsangst steckt in der Regel mangelndes Selbstvertrauen. Bedenken Sie auch immer, dass Noten nur eine Momentaufnahme der Situation sind und es „Spätentwickler“ gibt, die viel Anlaufzeit brauchen.
Bleibt es bei den schlechten Noten, ist die Frage gerechtfertigt, ob das Kind auf die richtige Schule geht. Sprechen Sie mit Ihrem Kind und suchen zusammen eine Lösung. Vielleicht ist ein Schulwechsel eine gute Lösung?

Beraten Sie sich jedoch vor einer derart weit reichenden Entscheidung mit den Lehrern oder Beratungslehrern der Schule.

Wie kann ich mein Kind bei einem schleichenden Leistungsabfall unterstützen?

Werden die Noten im Laufe des Schuljahrs immer schlechter, sollte man genau hinsehen.

In welcher Situation befindet sich das Kind? Gibt es Probleme in der Familie wie zum Beispiel eine Trennung? Gefällt es ihm in der Klasse? Ist es in einer Mobbingsituation? Hat es Probleme mit Freunden oder gibt es gar Konflikte in der Klassengemeinschaft? Werden die Noten nur in einem Fach schlechter und hat es vielleicht Schwierigkeiten mit einem Lehrer? Empfindet es die Schule als stressig? Oder liegt ein anderes Schulproblem vor?

Sprechen Sie mit Ihrem Kind. Vielleicht kann es ausdrücken, ob und warum es Probleme hat.
Suchen Sie auf jeden Fall auch den Kontakt zu Lehrer, Vertrauenslehrer oder Schulleitung.

Was können wir tun, wenn durch ein schlechtes Zeugnis die Versetzung gefährdet ist?

Wenn Ihr Kind trotz aller Mühen und Nachhilfe immer wieder schlechte Noten schreibt, sodass es zur Gefährdung der Versetzung und zum schlechten Zeugnis kommt, sollten Sie sich weiterreichende Gedanken machen.

Ist es besser, das Kind mit Nachhilfe und jeglicher Unterstützung durch das Schuljahr zu pauken, in der Hoffnung, dass es im nächsten Schuljahr einen besseren Start schafft? Oder ist es besser, dass das Kind die Klasse wiederholt, den Stoff noch einmal aufarbeitet und dann die Schullaufbahn weiter fortsetzen kann?

Dann allerdings müsste es seine gewohnte Klasse verlassen. Wenn auch diese Maßnahmen nicht geeignet sind, kann häufig nur noch ein Schulwechsel helfen.

Ständige Niederlagen demotivieren Ihr Kind. Deshalb macht es keinen Sinn, einen schwachen Schüler durch einen höheren Schulabschluss zu quälen.

Zudem ist unser Schulsystem variabel. Nach dem Schulabschluss kann sich Ihr Kind immer noch eine höhere Schule besuchen. Manche Kinder sind Spätentwickler, die den Spaß am Lernen erst als Teenager entdecken.

Wie sollten sich also Eltern verhalten, wenn die Versetzung gefährdet oder das Zeugnis schlecht ist?

Leider ist es so, dass viele Kinder regelrechte Angst vor ihren Eltern haben, wenn die Versetzung gefährdet oder das Zeugnis schlecht ist. Ein schlechtes Zeugnis sorgt häufig für Streit, Ärger und manchmal auch für gefährliche Kurzschlussreaktionen.

Handelt es sich um das Zwischenzeugnis, sollte gemeinsam überlegt werden, ob eine Verbesserung der Leistung möglich ist, in welchem Fach dies wahrscheinlich ist, ob Nachhilfe eine geeignete Möglichkeit zur Leistungsverbesserung wäre etc. Vorwürfe und starker Druck werden Ihrem Kind nicht dabei helfen, die Versetzung doch noch zu schaffen. Es fühlt sich sowieso schon schlecht und zweifelt an seinen Fähigkeiten.

Sie als Eltern können ihm nur helfen, wenn Sie sein Selbstbewusstsein wieder stärken und gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten zur Leistungsverbesserung suchen.

Handelt es sich um das Jahreszeugnis und die Versetzung in die nächsthöhere Klasse ist nicht geschafft, braucht Ihr Kind dringend Ihre Unterstützung. Es fühlt sich als Versager und hat zudem Angst, seine Schulfreunde zu verlieren.

Kein noch so schlechtes Zeugnis ist es wert, dass Ihr Kind von daheim wegläuft oder sich sogar selbst etwas antun möchte. Leider ist dies aus Angst vor Bestrafung oder Liebesentzug durch die Eltern nicht so selten und daher wurden bundesweit Sorgentelefone für Kinder- und Jugendliche eingerichtet, an die sich diese wenden können.

Natürlich ist auch für Sie als Eltern ein schlechtes Zeugnis Ihres Kindes eine Situation, in der Sie vielleicht externe Hilfe benötigen. Wenden Sie sich deshalb an externe Beratungsstellen, z.B. bke bzw. Ihr zuständiges Jugendamt.

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