Zähneputzen vor dem frühstück

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Köln –

Jeder von uns hat eine bestimmte Morgenroutine: aufstehen, ab ins Bad, duschen, Zähne putzen – anziehen. Dann kommt das Frühstück. Oder doch eher anders herum: aufstehen, duschen, anziehen, Frühstück und fast schon auf dem Weg noch schnell die Zähne putzen. Welche Reihenfolge ist nun richtig?

„Eigentlich – so haben wir es irgendwann einmal gelernt – sollte man die Zähne nach jeder Hauptmahlzeit reinigen. Das ist nicht immer machbar, deshalb gilt: mindestens zweimal am Tag”, sagt Dirk Kropp von der Initiative proDente. Am besten nach dem Frühstück und – ganz wichtig – nach dem Abendessen.

Nach dem Frühstück wird der Zahnschmelz anfälliger

Dabei gilt aber: Nicht direkt nach dem Frühstück die Zahnbürste in die Hand nehmen und putzen, denn das kann mehr Schaden anrichten. Der Grund: Direkt nach dem Essen sind unsere Zähne einem richtigen Säureangriff ausgesetzt. Fruchtsäfte beispielsweise enthalten besonders viel Säure. Aber auch Lebensmittel, die viel Zucker enthalten, beeinflussen den ph-Wert im Mund.

Die Folge: Die Säure greift den Zahnschmelz an und weicht ihn auf. Das heißt, direkt nach dem Essen werden die Zähne etwas weicher, es findet eine Demineralisierung statt. Wer dann zur Bürste greift, der reibt damit die aufgeweichte Oberfläche auf – und schadet so dem Zahn mehr, als ihm zu helfen.

Experte rät: 30 Minuten nach der Mahlzeit die Zähne putzen

„Wenn es geht, sollte man 30 Minuten warten, vor allem wenn man säurehaltige Getränke oder Nahrungsmittel zu sich genommen hat“, erklärt Dirk Kropp. In der Zwischenzeit remineralisiert der Zahn, wichtige Bausteine wie Calcium oder Phosphat gehen in den Zahn zurück und er ist wieder besser geschützt.

Wer nach dem Frühstück keine halbe Stunde Zeit hat, dem empfehlen Zahnärzte deshalb, lieber schon vor der ersten Mahlzeit die Zahnbürste zu benutzen. Putzen wir schon vor dem Frühstück, stärken die Mineralstoffe in der Zahnpasta gleichzeitig den Zahnschmelz.

Zwei Minuten lang sollten Erwachsene die Zähne putzen

Im Schnitt sollte das Zähneputzen im Übrigen zwei Minuten dauern – bei manchen Menschen, zum Beispiel bei Senioren oder Kindern – kann aber auch mehr Zeit nötig sein, um die Zähne gründlich zu reinigen. Einmal täglich sollte man zusätzlich die Zahnzwischenräume reinigen. (sar/ mit dpa)

Bayern 1

Vor oder nach dem Frühstück Zähne putzen

„Wenn man seine Zähne gründlich putzt, ist es nicht von erheblicher Bedeutung, ob man sie nach oder vor dem Frühstück putzt“, so Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. Denn: „Kariesbakterien brauchen etwa 24 Stunden, um die Karies auslösenden Säuren zu produzieren.“

Gibt es zum Frühstück einen Orangensaft – also etwas Säurehaltiges – sollte man 30 Minuten vor oder nach dem Verzehr mit der Zahnpflege warten, da die Säure den Zahnschmelz anätzt. Der Zahnschmelz funktioniert als Schutzschicht für den Zahn. Wird diese angegriffen, sind wichtige Mineralstoffe auf der Zahnoberfläche leichter löslich. Beginnt man also zu früh mit der Zahnpflege, putzt man sich quasi wichtige Mineralstoffe weg.

Zähne putzen – mit kreisenden Bewegungen oder nicht

Kreisende Bewegungen beim Zähneputzen – besser nicht. Putzen Sie nach der Rot-Weiß-Technik. Also mit einer fegenden Bewegung vom Zahnfleisch zum Zahn hin putzen. Eine kreisende Bewegung ist schlecht, weil bei der Rückwärtsbewegung Schäden am Zahnfleisch entstehen können. Man putzt sich damit quasi das Zahnfleisch weg.

Elektrische Zahnbürste putzen besser

Elektrische Zahnbürsten liegen in Studien in der Effektivität tatsächlich vor der Handzahnbürste. Weiterer Vorteil: Mit der elektrischen Zahnbürste haben Sie meist schneller saubere Zähne. Allerdings sollten Sie mindestens zwei Minuten Zähne putzen, sonst wirkt das in der Zahnpasta enthaltene Fluorid nicht richtig.

„Für die Entfernung des Biofilms lassen sich sowohl Handzahnbürsten als auch elektrisch angetriebene Zahnbürsten verwenden. In kurzzeitigen sowie langzeitigen Studien konnte mit elektrisch angetriebenen Zahnbürsten mehr Plaque entfernt werden als mit Handzahnbürsten.“

Leitlinie Zahnmedizin, Kariesprophylaxe bei Erwachsenen

Zahnbürste nach einer Erkältung wechseln

Nach einem Infekt muss ich meine Zahnbürste wechseln? Das stimmt so nicht. Zahnmediziner Oesterreich klärt auf: „Die Zahnbürste sollte nach dem Zähneputzen trocken gelagert werden. Richtig lagern heißt: Zahnbürste schaut aus dem Zahnputzbecher hinaus, keinesfalls kopfüber in den Zahnputzbecher stellen. So besteht kein Grund, sie nach einer Erkältung zu wechseln, denn bei Trockenheit sterben die Keime ab.“

Ihre Zahnbürste sollten Sie alle zwei bis drei Monate wechseln.

Mit Natron Zähne putzen: Zahnpasta selber machen – gut oder nicht

Um Plastik im Bad zu reduzieren, suchen immer mehr Menschen nach Alternativen zu herkömmlichen Zahncremes in Plastiktuben. Im Internet gibt es viele Rezepte für Zahnpasta zum Selbermachen. Zutaten sind dann zum Beispiel Natron, Xylit, ätherische Öle, Kokosöl. Zahnärzte raten von selbst gemachter Zahncreme ab. Der Grund:

„Die zweimal tägliche Anwendung fluoridhaltiger Zahnpasten leistet einen entscheidenden Beitrag zur Kariesprophylaxe. Bei richtiger Auswahl der Zahnpasta kann sie 40 bis 50% der Karies verhindern, allein durch den Kontakt mit den Zähnen. (…) Die Anwendung alter Hausmittel ist kein adäquater Ersatz dafür.“

Deutsche Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGPZM)

Ist Fluorid in Zahnpasta giftig

Eine Zahnpasta sollte laut der Leitlinie Zahnmedizin zur Kariesprophylaxe 1000 bis 1500 ppm Fluorid enthalten. Im Internet wird der Wirkstoff Fluorid immer wieder als „giftig“ verteufelt. Für diese These gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege.

„Die ‚Giftigkeit‘ der Fluoride ist nach wissenschaftlichen Untersuchungen fast 10mal geringer als die von Kochsalz. Chemisch bestehen Fluoride aus den Elementen Natrium oder Kalzium und Fluor. Als reines Element sind Chlor und Fluor hochgiftig. Fluoride sind nahe verwandt mit Kochsalz, welches aus den giftigen Elementen Chlor und Natrium besteht. Wie man beim Kochsalz sieht, ist die Verbindung zweier giftiger Grundsubstanzen ein äußerst lebensnotwendiges Salz.“

Bundeszahnärztekammer

Das empfiehlt der Zahnarzt

  • Putzen Sie Ihre Zähne morgens und abends mindestens zwei bis drei Minuten lang.
  • Putzen Sie Ihre Zähne nach System. Zum Beispiel nach der KAI-Regel, also immer zuerst die Kauflächen, dann die Außenflächen und zum Schluss die Innenflächen.
  • Nutzen Sie täglich einmal Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten. Am besten abends und vor dem abendlichen Zähneputzen.
  • Sollten Sie nicht so geschickt sein oder wenig Zeit für das Zähneputzen haben, benutzen Sie eine elektrische Zahnbürste. Denn mit der Handzahnbürste ist Zähneputzen anspruchsvoller und auch zeitlich aufwendiger.
  • Reduzieren Sie Ihren Zuckerkonsum.
  • Benutzen Sie fluoridhaltiges Speisesalz.
  • Kauen Sie nach den Mahlzeiten zuckerfreie Zahnpflegekaugummis.

Fast schon eine Gretchenfrage: Vor oder nach dem Frühstück Zähne putzen? Manche wollen die Spuren der Nacht als Erstes am Morgen wegputzen, während andere erst nach Müsli, Brötchen oder Joghurt zur Zahnbürste greifen. Doch wann ist eigentlich der beste Zeitpunkt für die morgendliche Zahnpflege?

„Zwischen Frühstück und morgendlichem Zähneputzen sollten mindestens 30 Minuten vergehen, denn während des Essens findet die sogenannte Demineralisierung statt. Dabei lösen sich bestimmte Substanzen vom Zahn ab und weichen den Schmelz auf. Wer dann putzt, reibt die Oberfläche weiter auf und beschädigt sie“, erklärt Dr. Christoph Sliwowski, Leiter der Zahnimplantat-Klinik Düsseldorf im St. Vinzenz-Krankenhaus.

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Zudem enthält bereits das Frühstück potenziell schmelzschädigende Stoffe wie Säuren aus Fruchtsäften oder Zucker aus Marmeladen. Werden die dann durch die Zahnbürste verteilt, finden sie eine noch größere Angriffsfläche.

„Wer allerdings keine 30 Minuten warten kann, sollte vor dem Frühstück putzen“, rät der Experte.

Jeder kennt es, nach dem Aufstehen waschen, Zähne putzen, anziehen, frühstücken und der Tag kann beginnen. Doch sollten die Zähne nicht besser nach der ersten Mahlzeit geputzt werden? Grundsätzlich macht man ja dann sauber, um die Zähne kurz danach wieder einer Mahlzeit auszusetzen. So betrachtet wäre es also sinnvoll nach dem Frühstück zu putzen.
Doch genau das ist ein Irrtum. Jedes Essen bedeutet für die Zähne einen Säure-Angriff, der für etwa 30 Minuten anhält. Dies gilt besonders bei säurehaltigen Nahrungsmitteln, wie Joghurt oder einem Apfel. Putzt man in diesem Zeitraum, kann dies schädlich für die Zähne sein. Putzen Sie jedoch vor dem Frühstück Zähne, so stärken die Mineralstoffe in der Zahnpasta den Zahnschmelz und machen die Zähne widerstandsfähiger für den Säure-Angriff.

Nach dem Aufstehen Zähne putzen

Nach dem Essen ist es ratsam einen Zahnpflegekaugummi zu kauen, denn dieser stoppt den Säure-Angriff innerhalb kurzer Zeit und neutralisiert den pH-Wert im Mund. Wichtig ist es jedoch, einen zuckerfreien Kaugummi zu wählen. Alternativ kann man auch eine Weile mit dem Putzen warten.
Mit dieser Reihenfolge können Sie sich Ihr Frühstück mit ruhigem Gewissen schmecken lassen. Nur vor dem Schlafengehen sollte man unbedingt putzen, da sich sonst Bakterien über Nacht an den Zähnen zu schaffen machen könnten. Am Morgen hat sich dann ein sogenannter „Bakterienrasen“ auf den Zähnen gebildet, den es schleunigst zu beseitigen gilt. Säurehaltige Lebensmittel, wie Marmelade oder Fruchtsäfte geben diesen Bakterien noch zusätzliche Nahrung und führen dazu, dass die Bakterien Säuren ausscheiden, die den Zahnschmelz angreifen. Daher ist es umso wichtiger, direkt nach dem Aufstehen die Zähne zu putzen.

Zahnpflege ist ganz simpel. Eigentlich. Aber es gibt dann doch einige Fallen, die wenigen bekannt sind. t-online.de hat einen Zahnarzt gefragt. Hier lesen Sie die Antworten.

Herr Dr. Thilo Damaskos. Nach dem Essen Zähneputzen nicht vergessen. Jeder kennt diesen Rat. Oder ist es doch besser, wir putzen vorher?

Ich selbst putze vor dem Frühstück. Man hat dann ja eine gewisse Zeit keine Zähne geputzt. Ich finde es einfach vom Geschmack her angenehmer, mir die Zähne vor dem Frühstück zu putzen. Die Diskussion darüber finde ich nicht nachvollziehbar, weil es letztlich für die Mundgesundheit keinen großen Unterschied macht, ob sie vorher oder nachher putzen.

Aber die Essensreste vom Frühstück hängen dann den ganzen Tag zwischen den Zähnen. Das kann doch nicht gut sein, oder?

Es ist in der westlichen Welt so etabliert, dass wir den Patienten sagen, dass sie zweimal am Tag die Zähne putzen sollen. Es gibt Patienten, die putzen drei bis fünf Mal am Tag, andere einmal. Letztendlich ist es aber so. Wenn Sie einmal am Tag Ihre Zähne wirklich so putzen, wie es sein sollte, würde das sogar ausreichen. Der Grund: Innerhalb von zirka 24 Stunden legt sich ein schützender Biofilm auf die Zähne. Einmal am Tag ordentlich putzen reicht letztlich vollkommen aus. Ich putze auch zweimal am Tag, einfach, weil wir so groß geworden sind.

Das heißt, die vielen Bakterien vom Essen in unserem Mund können nichts anrichten, wenn ich nur ein mal am Tag gründlich putze?

Während wir dieses Gespräch hier führen, befinden sich in unseren beiden Mündern Milliarden Bakterien. Wir sind ja immer bakteriell besiedelt. Karies entsteht dann, wenn die krankheitserregenden Bakterien überhand nehmen und das Gleichgewicht in der Mundflora gestört wird. Denn Karies ist eine bakterielle Infektionskrankheit. Wenn Sie aber Ihre Zähne gründlich putzen und Ihre Zahnzwischenräume ordentlich reinigen, werden Sie eher eine Patientin sein, die kein Karies bekommt.

Eine Infektion mit Kariesbakterien – die hat man oder die hat man nicht. Stimmt das?

Das ist ein Trugschluss. Manche Patienten sagen, meine Eltern, die hatten auch schon schlechte Zähne, oder dass ihre Karies vererbt sei. Da muss man leider sagen: Nein. Schlechte Zähne kann man nicht vererben, weil es sich wie gesagt um eine bakterielle Infektion handelt. Was dagegen vererbbar ist, sind Defekte im Zahnschmelz oder Paradontitis.

Wie bekommt man Karies?

Indem Sie eine unzureichende Mundhygiene an den Tag legen. Ein großer Faktor ist natürlich auch die Ernährung. Wer viel kohlensäurehaltige Getränke zu sich nimmt, ist viel anfälliger für Karies, weil die Säure den Schmelz angreift. Es gibt Patienten, die sagen: „Aber ich trinke doch den ganzen Tag nur Wasser mit Sprudel.“ Aber das Problem ist eben die Kohlensäure. Bei einer Cola ist es dann neben der Kohlensäure noch unfassbar viel Zucker und der ist dann wieder ein Nährboden für Bakterien. Entscheidend ist aber wirklich die Säure.

Gibt es Lebensmittel, auf die Sie wegen des Säuregehalts verzichten würden, um die Zähne zu schonen?

Nein. Ganz und gar nicht, weil ich eine adäquate Mundhygiene habe, oder mir zumindest einbilde, eine gute Mundhygiene zu haben. Sie dürfen ja auch nicht vergessen, dass der Speichel selbst schon eine Menge an Säure abpuffert.

Was tue ich, wenn ich abends ein Glas Rotwein getrunken habe und direkt im Anschluss ins Bett gehen möchte. Putze ich die Zähne oder lasse ich das wegen der Säure lieber sein?

Ich persönlich würde mir dann die Zähne putzen.

Vorsichtiger als sonst, um den aufgeweichten Schmelz zu schonen?

Nee. Das würde für mich keinen Unterschied machen. Ich bin jetzt 42 Jahre alt und habe keine Füllung. Ich bin zahngesund. Ich reinige mir zweimal am Tag ordentlich die Zähne und gehe alle sechs Monate zur Prophylaxe. Das ist das Entscheidende.

Wie sieht die perfekte Zahnreinigung aus?

Wenn Sie gesunde Zähne haben und keine Probleme zum Beispiel mit Zahnfleischrückgang haben, dann gilt klassisch: leicht kreisende Bewegungen. Beim Putzen mit der elektrischen Zahnbürste macht diese das ja von allein. Aber es gibt viele Studien, die zeigen, dass wenn Sie beim manuellen Zähneputzen geschickt sind und ordentlich putzen, macht das letztlich keinen Unterschied zu einer elektrischen Zahnbürste.

Ganz wichtig ist es zudem, die Zahnzwischenräume zu reinigen. Entweder mit Zahnseide oder mit Zahnzwischenraum-Bürstchen. Die meisten Patienten kommen nicht mit Karies auf der Glattfläche, sondern sie haben eine im Zahnzwischenraum.

Wie wende ich Zahnseide optimal an?

Wenn Sie täglich abends nach dem Zähneputzen Zahnseide verwenden, müssen Sie nicht hoch und runter bewegen. Wichtig ist, einmal den Kontaktpunkt zwischen den Zähnen zu überwinden. Sie hören dann dieses typische Knackgeräusch. Sie gehen mit der Zahnseide einmal rein und wieder raus. Wenn Sie das täglich machen, werden Sie auch tendenziell nie weiche Belege an der Zahnseide haben.

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Wir empfehlen außerdem, einmal die Woche nach dem regulären Zähneputzen ein Fluoridgel zu benutzen, um den Zahnschmelz zu remineralisieren. Das enthaltene Fluorid wirkt aber immer nur so lange, wie Sie es auf dem Zahn haben. Wenn Sie also nach dem Putzen nur das überschüssige Gel ausspucken und dann nicht mit Wasser nachspülen, kann es länger wirken.

Dr. Thilo Damaskos ist Zahnarzt bei KU64, einer Praxis am Berliner Kurfürstendamm, die ebenfalls auf Kinder spezialisiert ist.

Dr. Med. univ. Thomas Schmidinger – Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Prophylaxe Praxis, Telefon: 07242-44331

Glauben Sie nicht alles, was sie hören!

Leider halten sich ein paar Sprüche über die Zahngesundheit immer noch hartnäckig in der Gesellschaft, obwohl schon lange das Gegenteil bewiesen wurde! Hier die wichtigsten Ammenmärchen unserer Zeit:

Nach dem Essen, sofort Zähne putzen!

Wenn Sie direkt nach dem Essen Zähne putzen, ist der Zahnschmelz sehr weich und somit putzen Sie die so genannte Schutzschicht des Zahnes einfach ab.

Sie sollten mit dem Zähne putzen mindestens 30 Minuten nach einer Mahlzeit warten, um den Säurepegel in Ihrem Mund wieder auszugleichen.

Generell gilt, in der Früh lieber vor dem Frühstück Zähne putzen und verwenden Sie am Vormittag noch eine Mundspüllösung um einen frischen Atem zu erhalten.

Am Abend sollten Sie vor dem Schlafengehen Ihre Zähne mit der Zahnbürste, Zungenbürste und Zahnseide gründlichst reinigen.

Die Zahnpasta sofort nach dem Zähneputzen ausspucken und mit Wasser ausspülen!

In der Zahnpasta sind viel Fluorid und Mineralien enthalten und so ist es nur von Vorteil, wenn diese etwas länger auf den Zähnen bleibt. So härtet eine qualitativ hochwertige Zahnpasta den Zahnschmelz und schützt Ihre Zähne. Spucken Sie also ruhig nach dem Zähneputzen die übrig gebliebene Zahnpasta aus, aber vermeiden Sie das Nachspülen mit Wasser.

Wenn man schwanger ist, verliert man einen Zahn!

Früher gab es noch keine regelmäßige Prophylaxe für schwangere Frauen, generell war die Prophylaxe noch nicht so weit verbreitet wie heute. So kam es in der Schwangerschaft sehr leicht zu Entzündungen des Zahnfleisches und diese dauerten oft sehr lange an. Durch solche verschleppten Zahnfleischentzündungen kam es immer wieder mal vor, dass Schwangere einen Zahn verloren. Heutzutage ist das Geschichte, denn durch die regelmäßige, gründliche Pflege der Zähne und die professionelle Mundreinigung in der Praxis braucht keine werdende Mutter Angst haben, dass Ihr Kind Sie einen Zahn kosten wird!

Zucker macht die Zähne kaputt!

Wir können Sie beruhigen, Zucker mit Maß und Ziel macht Ihre Zähne nicht kaputt.

Allerdings können Sie sich merken, dass je länger Zucker auf Ihren Zähnen und in Ihrem Mund verweilt, umso schlechter ist es für das Säuregleichgewicht und umso mehr Plaque kann sich bilden. Dies wiederum kann den Zahnschmelz angreifen und in Folge dessen Karies verursachen. Das heißt für Sie, lieber einmal am Tag etwas Süßes essen, statt den ganzen Tag über kleine Stückchen zu naschen.

Frage & Antwort, Nr. 187
Zähneputzen vor dem Frühstück?

Ich habe mal gehört, dass man zwischen dem Essen und der Zahnpflege eine gewisse Zeit verstreichen lassen sollte. Daher möchte ich wissen: Wann sollte man sich am Morgen, wenn die Zeit knapp ist, die Zähne putzen? Besser gleich nach dem Aufstehen oder aber nach dem Frühstück – ohne zeitlichen Abstand? (fragt Linda W. aus Aachen)

Die Antwort scheint auf der Hand zu liegen. Schließlich heißt es: „Vor dem Schlafen, NACH dem Essen: Zähneputzen nicht vergessen!“ Und so lauert das schlechte Gewissen immer im Hinterkopf, wenn man den Tag mal zähneputzenderweise beginnt und den Karies verursachenden Bakterien dann mit dem Frühstück gleich wieder Nahrung verschafft. Zu sehr hat sich der Merksatz aus Kinderzeiten eingeprägt, als dass man die dort nahegelegte Reihenfolge in Frage stellen wollte.

Aber so einfach ist es nicht. Unsere Leserin hat recht: Der richtige Zeitpunkt für die Zahnreinigung ist tatsächlich auch von der zur Verfügung stehenden Zeit abhängig. Und ein weiterer Aspekt ist zentral: die Art der Ernährung.

Honigreste? Weg damit!

Eine wirkungsvolle Zahnreinigung braucht Zeit. Doch danach sind die Kauwerkzeuge gut geschützt.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

„Nach dem Verzehr von vorwiegend klebrigen, zuckerhaltigen Speisen sollte man die Zähne möglichst bald von diesen Karies fördernden Angreifern befreien“, sagt Uwe Blunck vom CharitéCentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde in Berlin. Wer morgens also am liebsten ins Honigbrötchen beißt oder nur mit gesüßtem Kaffee und Schokocroissant in Schwung kommt, greift am besten direkt nach dem Essen zur Zahnbürste.

Genau das allerdings gilt es zu vermeiden, wenn das Frühstück vorwiegend aus Obst und Saft besteht. Die darin enthaltene Säure ätzt die Zähne nämlich minimal an. Kommen dann auch noch Bürste und Zahncreme zum Einsatz, kann es passieren, dass die Oberfläche der Zähne abgetragen wird. Langfristig ist ein deutlicher Verlust von Zahnhartsubstanz die Folge. Der macht sich dann sowohl im Zahnhalsbereich als auch auf den Kauflächen bemerkbar. Die Zähne werden hitze- und kälteempfindlich und verfärben sich mitunter. Im Extremfall sehen sie zerklüftet und wie abgeschmolzen aus. Fachleute sprechen von Erosionsdefekten.

Dem Zeitdruck zuvorkommen

Doch so weit muss es natürlich nicht kommen. Zeit ist ein einfaches Mittel, um der Erosion vorzubeugen. Denn auf den Speichel ist meist Verlass. Er verdünnt die in der Nahrung enthaltene Säure, transportiert sie ab und remineralisiert zugleich den Zahnschmelz. Ist dieser Schutz wiederhergestellt und die Säure im Mund neutralisiert, kann auch die Bürste wieder ran. Der Haken an der Sache ist der, den unsere Leserin bei ihrer Frage im Hinterkopf hat: Es dauert ein bis zwei Stunden, bis der Speichel seine Wirkung getan hat. Fast 120 Minuten also müsste man nach einem obstreichen Frühstück verstreichen lassen, bis man mit dem Putzen beginnt. Doch wer kann sich das in der morgendlichen Hektik erlauben? Und selbst, wenn man die Zeit hat: Denkt man zwei Stunden nach dem Essen noch an die Zahnpflege? Eher nicht …

Käse schließt nicht nur den Magen, er kann indirekt auch die Zahnpflege unterstützen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Uwe Blunck, als Spezialist für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin, spricht daher eine klare Empfehlung aus: „Je saurer die Speisen sind, desto eher sollte man VOR dem Essen die Zähne putzen.“ Und selbst für diejenigen, die mit Müsli oder Honigbrötchen in den Tag starten, kann diese Reihenfolge die bessere Wahl sein. „Wer die Erfahrung gemacht hat, nach dem Frühstück unter Zeitdruck zu stehen und seine Zähne daher nicht die nötigen drei bis fünf Minuten reinigen zu können, sollte diese Zeit lieber vor der Mahlzeit investieren“, sagt Blunck.

Zähneputzen? Bitte vor dem Frühstück!

Daher emfpiehlt Dr. Reiffenstuhl, dass man die Zähne vor dem Frühstück putzen sollte: „Die Inhaltsstoffe der Zahnpasta stärken den Zahnschmelz und machen ihn widerstandsfähiger.“

Aber was, wenn man sich nach dem Frühstück nicht so „sauber“ im Mund fühlt? Dann, so der Zahnarzt, sollte man zu Zahnpflegekaugummis greifen: „Dies regt die Speichelproduktion an, welche wichtig für die Neutralisierung der Säure ist. Frühestens 30 Minuten nach dem Essen sollten die Zähne erst wieder geputzt werden.

Vorher putzen!!!! Themen: Zähne, Gesundheitstipps

Meistens wird falsch geputzt: Die Zähne vor oder nach dem Frühstück putzen?

Häufiger Fehler bei der Mundhygiene: Zähneputzen vor oder nach dem Frühstück?

„Nach dem Essen Zähneputzen nicht vergessen“: Diesen Merksatz lernen die meisten Menschen schon in früher Kindheit. Doch viele putzen sich die Zähne gleich morgens nach dem Aufstehen und somit vor der ersten Mahlzeit. Ist es nun besser, sich vor oder nach dem Frühstück der Mundhygiene zu widmen? Experten klären auf.

Karies und Zahnschmerzen vorbeugen

Nichts beugt Karies, Zahnfleischentzündungen und Zahnschmerzen so gut vor wie regelmäßiges Zähneputzen. Bei der Mundhygiene kommt es auch stark auf die richtige Technik an. Rütteln und Streichen ist laut Zahnmedizinern besonders sinnvoll. Außerdem sollte man mindestens einmal täglich die Zahnzwischenräume richtig reinigen. Doch wann ist die richtige Zeit zum Zähneputzen? Gesundheitsexperten klären auf.

Manche Menschen greifen gleich morgens zur Zahnbürste, andere warten damit bis nach dem Essen. Doch ist es richtig, sich vor oder nach dem Frühstück die Zähne zu putzen? (Bild: Syda Productions/fotolia.com)

Zähne vor oder nach dem Frühstück putzen?

„Eigentlich – so haben wir es irgendwann einmal gelernt – sollte man die Zähne nach jeder Hauptmahlzeit reinigen. Das ist nicht immer machbar, deshalb gilt: mindestens zweimal am Tag”, erklärt Dirk Kropp von der Initiative proDente in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa.

Am besten nach dem Frühstück und vor allem nach dem Abendessen. Die Zahnpflege ist abends wesentlich wichtiger als am nächsten Morgen.

Allerdings gilt, nicht unmittelbar nach dem Essen zur Zahnbürste zu greifen. „Wenn es geht, sollte man 30 Minuten warten, vor allem wenn man säurehaltige Getränke oder Nahrungsmittel zu sich genommen hat“, so der Experte.

Nach dieser Zeit besteht die Gefahr nicht mehr, erweichte Schmelzoberfläche wegzubürsten.

Nicht direkt nach dem Essen zur Zahnbürste greifen

„Der Satz „Nach dem Essen – Zähneputzen nicht vergessen“ gilt beim Verzehr säurehaltiger Speisen eher nicht. Vielmehr schadet das Zähneputzen direkt nach dem Essen von zum Beispiel Orangen, denn der Zahnschmelz ist oberflächlich erweicht und lässt sich daher eher „wegputzen“.“, erklärt proDente auf ihrer Webseite.

Wer also zum Frühstück gern frisches, saures Obst zu sich nimmt, sollte seine Zähne laut den Experten besser schon vor dem Essen putzen.

Wer nach dem Essen keine halbe Stunde warten will, „sollte nach dem Obst zumindest etwas Kalziumhaltiges essen, wie zum Beispiel Joghurt oder Käse, oder ein Glas Milch trinken“, rät die Initiative.

„Die Kalziumionen gleichen die von der Säure ausgelösten Mineralverluste im Schmelz wenigstens teilweise wieder aus“, so die Experten.

Experten empfehlen die KAI-Technik

Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) weist in einer Stellungnahme darauf hin, dass es vor allem wichtig ist, dass feste Zeitpunkte im persönlichen Alltag gefunden werden, „zu denen die Zahn- und Mundhygiene regelmäßig, ohne Zeitdruck und mit Konzentration praktiziert wird.“

Das Zähneputzen sollte im Schnitt zwei Minuten dauern, bei manchen Personengruppen wie Senioren oder Kindern, kann aber auch mehr Zeit nötig sein. Einmal pro Tag sollte man zusätzlich die Zahnzwischenräume reinigen.

Von Experten wird meist die sogenannte KAI-Technik empfohlen. Dies bedeutet, dass erst die Kauflächen, dann die Außenflächen und dann die Innenseiten der Zähne gereinigt werden.

Das passende Equipment

Bei der halbjährlichen Kontrolle beim Zahnarzt oder bei der professionellen Zahnreinigung kann man sich erkundigen, ob gut genug geputzt wurde.

Dort werden manchmal Färbetabletten eingesetzt, die Aufschluss darüber geben, an welchen Stellen die Zähne nicht optimal gereinigt werden.

Von zu viel Druck beim Putzen wird abgeraten, denn dadurch kann unter Umständen der Zahnschmelz geschädigt werden.

In der Regel empfehlen Zahnärzte Bürsten mit weichen bis mittelharten, abgerundeten Borsten und kurzem Kopf. Mit diesen erreicht man auch die hinteren Zähne leichter. Ob manuell oder elektrisch ist laut Experten im Prinzip nicht so wichtig.

Die Zahncreme sollte Fluorid enthalten – bei Kindern 500 ppm und bei Erwachsenen 1.500 ppm. Sogenannte Weißmacher-Zahncremes mit groben Putzkörpern können den Zahnschmelz schädigen und sind daher nicht zu empfehlen. (ad)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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