Zahnarzt betäubung schwangerschaft

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Wie reagiert das Ungeborene auf Geräusche und Lärm?

Der Hörsinn eines Ungeborenen im Bauch der Mutter ist schon 20 Wochen nach der Befruchtung relativ gut entwickelt. Aber durch das Fruchtwasser hört Ihr Baby die Aussengeräusche nur gedämpft, weil die Geräusche im Körper der Mutter recht laut sind. Vor allem die mütterliche Stimme, die Darmgeräusche und der Pulsschlag in der grossen Körperschlagader, der Aorta, stehen im Vordergrund.

Musik wird aber auch schon vom Feten wahrgenommen! So sollen Mozartklänge eher beruhigend und Rockmusik eher aufregend wirken. Einige Forscher meinen sogar, ein Säugling könne bei den Liedern, welche die Mutter ihm schon vor der Geburt gesungen hat, später besser einschlafen. Auch sollen Ungeborene schon den Unterschied zwischen Vater und Mutter an der Stimme hören können. Und natürlich ist Musik für Schwangere herrlich entspannend!

Viele werdenden Eltern machen sich Sorgen, dass laute Geräusche dem Gehör des Ungeborenen schaden könnten. Tatsächlich kann eine andauernde und extrem starke Lärmbelastung von mehr als 90 dB während der Schwangerschaft beim Kind zu einem angeborenen Hörverlust im Hochfrequenzbereich führen. Zudem erhöht sich das Risiko einer Frühgeburt. Aus diesem Grund beziehen sich die Mutterschutzbestimmungen auch auf die Lärmbelastung am Arbeitsplatz. Schwangere dürfen auf keinen Fall mehr dort eingesetzt werden, wo während der Arbeit Gehörschutz vorgeschrieben ist.

Andererseits ist ein lauter Knall, z.B. eine zuschlagende Tür, Feuerwerk oder ein lauter Schrei, sicher nicht gefährlich für Ihr ungeborenes Kind. Auch ein lautes Pop-Konzert dürfen Sie während der Schwangerschaft ruhig noch geniessen. Nach der Geburt wird das schwieriger – oder zumindest teurer, wenn Sie einen Babysitter bezahlen müssen.

Häufige Fragen zum Thema

Kann die laute Musik bei einem Popkonzert schädlich für mein Baby sein? Ich bin in der 36. Woche.

Ab wann schadet Schiesslärm dem ungeborenen Kind? Ich bin eine aktive Schützin (Sturmgewehr 300m) in der 16. SSW.

Stimmt es, dass Feten Ultraschall als Lärm empfinden?

Häufige Frage zum Thema

Kann die laute Musik bei einem Popkonzert schädlich für mein Baby sein? Ich bin in der 36. Woche.

Der Hörsinn eines Ungeborenen im Bauch der Mutter ist schon 20 Wochen nach der Befruchtung relativ gut entwickelt. Aber durch das Fruchtwasser hört Ihr Baby die Aussengeräusche nur gedämpft, weil die Geräusche im Körper der Mutter recht laut sind. Vor allem die mütterliche Stimme, die Darmgeräusche…

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Wissen

Was Babys vor der Geburt hören können

Letzte Aktualisierung : 02-05-16, BH

Wusstet ihr, dass das Baby bereits ab der 23. Woche hören kann? Es nimmt also nicht nur Geräusche wahr, sondern kann auch Musik hören, die Mama und den Papa sprechen hören und manchmal auch den Wutanfall der großen Schwester mitbekommen. Definitiv mag mein Sommerbaby Musik, denn wenn wir unsere Lieblings-Playlists laufen lassen oder K ihre Kinderlieder gar nicht mehr ausschaltet, bewegt sich J ganz fleißig im Bauch. Für mich bedeutet Musik meist Entspannung – ich kann dann meine Gedanken besser in geraden Bahnen verlaufen lassen und manchmal sogar kurzzeitig mal an gar nichts denken. Und wenn ich meine Kopfhörer aufsetze und Tom Odell lausche, verschwindet sogar das permanente Singen von „Ringelrei“ mal kurz im Hintergrund. Interessiert es euch, was ich so in der Schwangerschaft gehört habe? Dann gibt’s heute meine exklusive Playlist zusammen mit Deezer.

Musik hören in der Schwangerschaft?

Ich glaube, ganz viele Mamas fragen sich zunächst, ob sie überhaupt weiterhin Musik hören können in der Schwangerschaft, oder ob das dem Baby eher schadet. Auch gibt es Überlegungen, ob man mit klassischer Musik Babys bereits im Mutterleib fördern kann. Das alles hat bei mir weniger eine Rolle gespielt, denn ich hab die Musik gehört, weil es mir selbst gut tut, mich entspannt und ich die Klänge genieße.

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Darf ich laute Musik hören in der Schwangerschaft?

Durch die Bauchdecke ist die Musik um etwa 20 bis 30 Dezibel leiser – das ist etwa so laut, wie ein Flüstern oder das Ticken einer Uhr. Also nicht besonders viel Unterschied. Wenn ihr also Musik sehr laut hört, z.B. auf einem Konzert und es für euch schon nahe an der Grenze ist, wird es für das Baby mit Sicherheit zu laut sein. Dadurch können die Kleinen schon im Mutterleib in Stress geraten. Ich hab zuhause natürlich nicht alles in Flüsterlautstärke aufgedreht, sondern so gehört, dass es für mich angenehm war.

Musik in der Schwangerschaft lieber über Kopfhörer?

Grundsätzlich bin ich kein allzu großer Fan von Kopfhörern. Es gibt jedoch richtig gute Modelle, mit denen man jegliches Geräusch von außen wegfiltern kann und so ganz in seinem Inneren verschwinden kann. Das ist dann wichtig, wenn man mal meditieren will, oder zur Ruhe kommen muss. Die Schwangerschaftsplaylist lief aber gerne über Lautsprecher, denn auch meinem Mann und K gefallen die Lieder. K tanzt sehr gerne und hat oft die Hüften geschwungen, während ich eher zum Ausruhen auf der Couch lag.

Welche Musik hören ich in der Schwangerschaft – meine Vorschläge für eine Playlist

Ich hatte vorher mal in unserer Facebook-Gruppe herumgefragt, welche Musik ihr so in der Schwangerschaft gehört habt. Und da kamen die unterschiedlichsten Antworten, über Rock, zu Pop zu Radio. Man bleibt also meist in seinem eigenen Musikgeschmack, egal ob man schwanger ist, oder nicht. Ich habe mich für mehr ruhige Lieder entschieden – einfach weil gerade vieles in meinem Leben sehr schnell und mit viel zu tun passiert. Da gelingt es mir mit langsamer Musik besser abzuschalten. So landeten z.B. Tom Odell, Florian Ostertag, Ben Howard und Goran Bregovic auf meiner Playlist. Die Playlist kann ich vom PC, Handy und Tablett abspielen – überall da, wo ich die Deezer App installiert habt. Auch beim entspannenden Bad zur Geburtsvorbereitung darf Musik für mich nicht fehlen. Selbstverständlich ist die Playlist auch für dich freigegeben, ihr könnt sie euch jederzeit mit deinem Deezer-Zugang herunterladen.

Playlists für jede Gelegenheit selbst zusammenstellen mit Deezer

Ich war wirklich erstaunt und begeistert, was mit Deezer alles möglich ist. Wir haben einen Family-Zugang, das bedeutet, das sich jedes Familienmitglied eigene Playlists, Lieblingssongs und Alben speichern kann. K kann sich voll in der Kinderecke austoben und Conni rauf und runter hören oder auch ein kurzes Hörspiel anmachen. Mit Lena zusammen höre ich mir manchmal Podcasts an, einerseits um Neues zu lernen und uns für den Blog weiterzubilden aber auch um unseren Horizont zu erweitern. Mein Mann hat sich fürs Fitnessstudio einige Musikstücke zusammengestellt, die ihm dort das Training erleichtern. Auch wenn man bisher wenig in dem Bereich gemacht hat, ergibt sich die Benutzung von Deezer ganz von alleine und sehr intuitiv. Playlists sind schnell zusammengestellt und können dann auch super z.B. über das Autoradio bei langen Autofahrten gehört werden.

Meine Playlist für das Wochenbett

Wie ihr wisst, ist das Baby ja nicht mehr lange im Bauch, es kann aktuell jeden Tag so weit sein. Deshalb habe ich mir auch direkt eine Wochenbett-Playlist erstellt. Die kann man leise beim Ausruhen und Stillkugeln futtern hören, oder damit beim Stillen und bei Spaziergängen entspannen. In dem Fall greife ich zunächst doch zu Kopfhörern, denn ist das Baby nicht mehr durch meine Bauchdecke geschützt, möchte ich ihm erstmal nicht zu viele Klänge zumuten. Die Wochenbett-Playlists kannst du dir ebenfalls herunterladen.

Schwangerschaft

Ungeborene werden durch Mozart genial

US-Forscher stellten 1993 fest, dass Studenten, die Mozart hörten, bei einem Intelligenztest besser abschnitten als eine Vergleichsgruppe ohne Musik. Niederländische und amerikanische Forscher kamen später zu dem Schluss, dass sich Kinder schon im Mutterleib an Geräusche erinnern. Vernehmen sie die Töne zum ersten Mal, steigt ihre Herzfrequenz, beim wiederholten Hören nicht mehr. Sollte es also möglich sein, beide Erkenntnisse zu kombinieren und durch das Vorspielen von Sonaten dem Ungeborenen so ganz nebenbei einen Vorsprung in Sachen Intelligenz zu verschaffen?

Das ist mehr als fraglich. Zum einen gilt der sogenannte Mozart-Effekt mittlerweile selbst bei Erwachsenen nicht als erwiesen. Folgestudien konnten keinen klaren Beweis für einen Zusammenhang von Musikrezeption und Denkvermögen nachweisen. Umso weniger kann auf einen Effekt bei Ungeborenen gehofft werden.

Hinzu kommt, dass die Bedingungen im Mutterleib für das Hören von Musik nicht gerade optimal sind: Die Bauchdecke und das Fruchtwasser dämpfen von außen kommende Geräusche und verfremden sie. Unmittelbar konfrontiert ist das Ungeborene hingegen mit den Geräuschen, die der Körper seiner Mutter produziert: ihrem Herzschlag oder Verdauungsvorgängen – und die übertönen von außen kommende Laute.

Ich muss meine Wohnung renovieren. Ist es besser, jetzt zu streichen oder wenn das Baby schon da ist?

Auch wenn Sie lösungsmittelfreie, wasserlösliche oder biologisch abbaubare Farbe benutzen, entstehen doch teilweise Farbdämpfe, deren Unbedenklichkeit in der Schwangerschaft nicht bewiesen ist. Beim Anstreichen der Wände in der ganzen Wohnung sind Sie den Farbdämpfen über längere Zeit ausgesetzt. Zumindest in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft sollte man deshalb damit vorsichtig sein. Es sollte ausserdem keine Anti-Schimmel-Farbe sein, weil darin ungesunde Biozide stecken. Vlies- oder Vinyl-Tapeten können gesundheitsschädliche Weichmacher enthalten.

Schwangere Frauen sollten am besten gar nicht zu Farben, Pinsel und Tapeten greifen. Wer die Renovierung während der Schwangerschaft nicht vermeiden kann, sollte die Arbeiten im letzten Schwangerschaftsdrittel durchführen lassen, unbedingt gut lüften, damit die Schadstoffe schneller aus den frisch gestrichenen Räumen abziehen, und auf keinen Fall in den frisch gestrichenen Zimmern schlafen.

Renovieren werdende Eltern das Zimmer für ihren Nachwuchs, sollten sie spätestens drei Monate vor der Geburt damit fertig sein. Dann bleibt genügend Zeit, dass schädliche Stoffe auslüften können. Denn auch für Säuglinge sind die Dämpfe möglicherweise schädlich. Bunte Tapeten, frisch gestrichene Wände und nagelneue Möbel und Teppiche können Stoffe ausdünsten, die das Immunsystem der Kleinen schwächen. Wenn sie diese Substanzen einatmen, erhöht sich das Risiko für Heuschnupfen, Neurodermitis, Asthma und Atemwegserkrankungen. Die Ausdünstungen von Farben und Möbeln können Untersuchungen zufolge auch schon negative Auswirkungen auf das Immunsystem der ungeborenen Kinder haben, wenn die Mutter während der Schwangerschaft selbst renoviert oder sich lange in frisch gestrichenen oder renovierten Räumen aufhält. Dies ist möglicherweise die Ursache für spätere Erkrankungen des Kindes.

Egal ob Sie schwanger sind oder nicht: Meiden Sie allgemein Substanzen, die Dämpfe absondern, wie Kleb- und Treibstoffe, chemische Reinigungsstoffe (Benzin, Terpentin), schnelltrocknende Anstrichfarben, Lacke, Verdünner (Lösungsmittel) und Haushaltschemikalien wie Backofenreiniger. Solche Stoffe sind in der Regel nicht giftig, aber das Einatmen kann zu unangenehmen Beschwerden führen.

Welche Arbeiten darf eine schwangere Maler- und Lackiererin noch ausführen?

Für schwangere Maler- und Lackiererinnen gilt zwar kein betriebliches Beschäftigungsverbot, der Arbeitgeber muss aber die im Mutterschutzgesetz aufgeführten Beschäftigungsverbote für bestimmte Tätigkeiten beachten. Dazu hat der Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen und die werdende Mutter über das Ergebnis und die zu ergreifenden Schutzmaßnahmen zu informieren.

Werdende und stillende Mütter dürfen nicht mit sehr giftigen, giftigen, gesundheitsschädlichen oder in sonstiger Weise den Menschen chronisch schädigenden Gefahrstoffen beschäftigt werden, wenn der Grenzwert überschritten wird.

Beim Umgang mit Gefahrstoffen, die nachweislich in die Haut eindringen, ist besonders darauf zu achten, dass Hautkontakt mit den Stoffen vermieden wird.

Werdende Mütter dürfen keinen krebserzeugenden, fruchtschädigenden oder erbgutverändernden Gefahrstoffen ausgesetzt sein.

Weiter ist die Beschäftigung Schwangerer mit Quecksilber, Quecksilberderivaten, Blei und Bleiderivaten bzw. Gefahrstoffen, die diese Stoffe enthalten, verboten, wenn die Gefahr besteht, dass diese Gefahrstoffe vom menschlichen Organismus absorbiert werden und/oder der Grenzwert überschritten wird.

Werdende und stillende Mütter dürfen nicht mit schweren körperlichen Arbeiten und insbesondere nicht mit Arbeiten beschäftigt werden, bei denen regelmäßig (d.h. mehr als zwei- bis dreimal pro Stunde) Lasten von mehr als 5 kg Gewicht oder gelegentlich (weniger als zweimal pro Stunde) Lasten von mehr als 10 kg Gewicht ohne mechanische Hilfsmittel von Hand unter ergonomisch günstiger Haltung gehoben, bewegt oder befördert werden.

Auf die Informationen des Merkblatts der Regierungspräsidien Baden-Württemberg „Werdende Mütter im Maler- und Lackiererhandwerk“ weisen wir hin. Das Merkblatt bezieht sich zwar noch auf das alte Mutterschutzgesetz, es kann aber bis zur Überarbeitung nach wie vor für vergleichbare Sachverhalte herangezogen werden.

Informationen zum Thema Mutterschutz werden auch von der Arbeitsschutzverwaltung NRW unter https://www.mags.nrw/mutterschutz angeboten.

Umweltgifte während der Schwangerschaft

Während einer Schwangerschaft passt sich nicht nur der Körper an die Veränderungen an, auch die werdenden Eltern müssen ihre Lebensgewohnheiten auf die Schwangerschaft einstellen. Alkohol und Tabak sollten von Schwangeren nicht konsumiert werden. Der Partner sollte ebenfalls das Rauchen in Gegenwart der Schwangeren einstellen. Im Alltag und in einigen Berufen können Schwangere mit Schadstoffen, so genannten Umweltgiften, in Berührung kommen, welche eine schädigende Wirkung auf den Fötus haben können. Die Entwicklung des Ungeborenen ist zwischen der vierten und achten Schwangerschaftswoche am empfindlichsten. Daher sollten Frauen vor allem im ersten Trimester, also in den ersten zwölf Wochen einer Schwangerschaft, darauf achten, sich nicht über einen längeren Zeitraum regelmäßig bestimmten Schadstoffen auszusetzen.

Umweltgifte in Farben und Putzmitteln

In alltäglichen Gebrauchgegenständen wie Desinfektions- und Holzschutzmitteln sowie in Klebstoff und Polituren sind häufig Lösungsmittel enthalten. Farben, Lacke und Latexfarben sind zum Großteil ebenfalls mit Lösungsmitteln versetzt. In hoher Dosis können Lösungsmittel die Fehlgeburtenrate erhöhen. Auf umfassende Renovierungsarbeiten sollten Schwangere daher verzichten. Wenn das zukünftige Kinderzimmer hergerichtet werden muss, sollten Partner oder Freunde das Streichen übernehmen und die Räume gut gelüftet werden.

Gerade bei Gebrauchsgegenständen gilt: Die Menge bestimmt, ob enthaltene Umweltgifte die Gesundheit gefährden können oder nicht. Beschäftigte in einem Nagelstudio sind beispielsweise täglich und somit wesentlich häufiger als andere Personen Lösungsmitteldämpfen ausgesetzt und sollten zumindest während des ersten Trimesters eine Pause von der Arbeit einlegen.

Der im häuslichen Alltag übliche Gebrauch von Putzmitteln ist in der Regel nicht gefährlich für das Ungeborene. Wenn die Räumlichkeiten zusätzlich regelmäßig gelüftet werden und Schwangere auf den übermäßigen Gebrauch von Raum- und Haarsprays verzichten, besteht keine Gefahr durch diese Stoffe.

Haare färben in der Schwangerschaft?

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Schutz vor Ungeziefer mit Umweltgiften

In der Landwirtschaft werden Umweltgifte wie Insekten- und Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt, um Feld und Ernte vor Ungeziefer zu schützen. Menschen, die auf dem Land leben oder in solchen Betrieben arbeiten, sind möglicherweise einer erhöhten Konzentration an Pestiziden ausgesetzt. Diese Substanzen können sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken.

Während der Schwangerschaft sollten Paare darauf verzichten, oft Insektensprays zu verwenden, sondern stattdessen sollten Geräte benutzt werden, die mit Ultraschall statt Chemikalien funktionieren.

Viele Obst- und Gemüsesorten sind mit Insektenschutzmitteln behandelt, deshalb sollten Früchte vor dem Verzehr gut gewaschen oder geschält werden. Wichtig ist, sich vor dem Verzehr auch die Hände zu waschen, da die Chemikalien an den Händen haften bleiben können.

In der Chemieindustrie kommen Umweltgifte zum Einsatz

Schwermetalle wie Kadmium, Quecksilber und Blei sind Umweltgifte und können auf unterschiedliche Art und Weise in den menschlichen Organismus gelangen und dort verschiedene Schäden anrichten. In der Vergangenheit gab es einige Fälle, in denen beispielsweise Produkte in den Handel gelangten, welche mit quecksilberhaltigen Fungiziden behandelt worden waren und die daher eine besonders hohe Konzentration dieses Schwermetalls aufwiesen.

Nahrungsmittel wie beispielsweise Leber oder Schellfisch können einen erhöhten Gehalt an Kadmium aufweisen, ebenso Zigaretten. Kadmium gelangt über das Fruchtwasser in den Organismus des Fötus und kann bei hoher Konzentration Wachstumsschäden verursachen. Daher sollten Schwangere vor Allem in den ersten zwölf Wochen einer Schwangerschaft auf diese Nahrungsmittel und Zigaretten generell verzichten.

Quecksilber wird zum Beispiel in Zahnarztpraxen verarbeitet. Zahnfüllungen aus Amalgam, die eine bestimmte Menge Quecksilber freisetzen, sind nicht gesundheitsschädigend. Die Menge, die selbst von mehreren Amalgamfüllungen freigesetzt wird, liegt unter dem Durchschnitt dessen, was durch Nahrung und Atemluft an Quecksilber aufgenommen wird. Müssen Zahnfüllungen erneuert oder neu eingefügt werden, steigt die Quecksilberbelastung im Körper für kurze Zeit stark an und sinkt anschließend wieder auf normales Niveau. Diese kurzzeitig hohe Belastung kann nur für den Fötus gefährlich sein, für den mütterlichen Organismus besteht keine Gefahr. Daher sollten die Zähne möglichst vor einer Schwangerschaft kontrolliert werden.

Quecksilber kann jedoch auch durch Industrieabfälle in Gewässer gelangen und sich so in Fisch anreichern. Durch das Essen von Fisch kann es in den mütterlichen Organismus gelangen. Der Organismus des Fötus ist empfindlicher als der der Mutter und reagiert mit Fehlbildungen auf einen erhöhten Gehalt an Quecksilber. Schwangere, die nur ein bis zwei Mal pro Woche Fisch zu sich nehmen und auf Raubfisch wie Makrele oder Barsch verzichten, gehen damit jedoch kein Risiko ein.

Wie Rauchen in der Schwangerschaft dem Kind schadet

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Blei im Trinkwasser

Das Schwermetall Blei kann über alte Bleiwasserrohre oder Autoabgase in den menschlichen Organismus gelangen. Ist der mütterliche Organismus hoch mit Blei belastet, kann dies bei dem Ungeborenen zu Fehlbildungen führen. Fehlgeburt treten ebenfalls häufiger auf. Schon kleine Mengen Blei genügen.

Wenn bekannt ist, dass das Trinkwasser durch alte Beiwasserrohre fließt, empfiehlt es sich, für den Zeitraum der Schwangerschaft Mineralwasser für das Zähneputzen und Kochen zu verwenden, da der Bleigehalt im Leitungswasser nicht durch abkochen verringert werden kann.

Bleirohre sind das Problem

In vielen – aber längst nicht allen – Häusern bestanden vor 1973 die Wasserleitungen ganz oder auch teilweise aus Blei. Betroffen ist eher der nord- und ostdeutsche Raum. Wenn Sie nicht sicher sind, welche Leitungen in Ihrem Haus verlegt sind, kann eine Labormessung Aufschluss darüber geben. In Deutschland gilt für Blei im Trinkwasser ein Grenzwert von maximal 0,010 mg/l. Wasser aus Bleirohren wird diesen Wert deutlich übersteigen.

Bleileitungen sind in Deutschland nicht mehr erlaubt. Diese müssten komplett ausgetauscht werden. Ihr Vermieter ist dazu verpflichtet.

Umweltgifte vermeiden – zu Hause und am Arbeitsplatz

Umweltgifte wie Alkohol und Nikotin sollten während der gesamten Schwangerschaft gemieden werden. Wissenschaftliche Studien haben erwiesen, dass Tabakkonsum die Gesundheit des Säuglings maßgeblich beeinflusst und das Risiko des plötzlichen Kindstods erhöht. Beim Kauf von Putzmitteln, Farben und Ähnlichem sollten Schwangere darauf achten, lösungsmittelfreie Produkte zu kaufen. Lebensmittel sollten vor dem Verzehr gut gewaschen werden. Auf bestimmte Lebensmittel, die eine höhere Schadstoffbelastung aufweisen können, wie zum Beispiel Fisch oder Leber, sollten schwangere Frauen verzichten.

Schwangere und stillende Frauen, die an ihrem Arbeitsplatz regelmäßig mit Umweltgiften wie Lacken, Latexfarben oder Desinfektionsmitteln in Berührung kommen, sollten eine Beurteilung zur Schadstoffbelastung durchführen lassen. Der Arbeitgeber ist gesetzlich zu einer solchen Beurteilung verpflichtet.

Nach Paragraph 2 des Mutterschutzgesetzes ist der Arbeitgeber dazu verpflicht, werdenden und stillenden Müttern einen Arbeitsplatz zu ermöglichen, an dem weder Mutter noch Kind gesundheitlichen Schaden nehmen können. Sobald dem Arbeitgeber die Schwangerschaft bekannt ist, muss er für eine eventuelle Umgestaltung des Arbeitsplatzes sorgen.

Weitere Hinweise zur Arbeit mit chemischen Gefahrstoffen oder biologischen Arbeitsstoffen finden sich in der Mutterschutzrichtlinienverordnung:

§ 1 Beurteilung der Arbeitsbedingungen

  1. Der Arbeitgeber muss rechtzeitig für jede Tätigkeit, bei der werdende oder stillende Mütter durch die chemischen Gefahrstoffe, biologischen Arbeitsstoffe, physikalischen Schadfaktoren, die Verfahren oder Arbeitsbedingungen nach Anlage 1 dieser Verordnung gefährdet werden können, Art, Ausmaß und Dauer der Gefährdung beurteilen. Die Pflichten nach dem Arbeitsschutzgesetz bleiben unberührt.

  2. Zweck der Beurteilung ist es,

    • alle Gefahren für die Sicherheit und Gesundheit sowie alle Auswirkungen auf Schwangerschaft oder Stillzeit der betroffenen Arbeitnehmerinnen abzuschätzen und

    • die zu ergreifenden Schutzmaßnahmen zu bestimmen.

  3. Der Arbeitgeber kann zuverlässige und fachkundige Personen schriftlich damit beauftragen, ihm obliegende Aufgaben nach dieser Verordnung in eigener Verantwortung wahrzunehmen.

Zahnbehandlung in der Schwangerschaft

Zahnschmerzen in der Schwangerschaft vermeiden

Gerade in der Schwangerschaft müssen zahnärztliche Behandlungen und die anschließenden Therapieformen mit großer Sorgfalt ausgewählt werden. Denn das Ungeborene wird durch die Verabreichung von Mitteln oder durch Röntgen quasi mitbehandelt. Wenn es um Medikationen geht, empfiehlt sich immer die Rücksprache mit dem Gynäkologen (Frauenarzt).

Zu empfehlen ist jeder Frau, die schwanger werden möchte, vor der Schwangerschaft einen Check-up beim Zahnarzt zu machen. Eine ausführliche zahnmedizinische Untersuchung gehört genauso wie Röntgenbilder, um mögliche Veränderungen im Knochen festzustellen, zur Befunderhebung. Insbesondere entzündete Wurzelspitzen (Parodontitis apicalis) oder operativ zu entfernende Weisheitszähne sind für Schwangere überflüssiger Stress. Wir empfehlen bei einem konkreten Kinderwunsch eine vorzeitige ausführliche Diagnostik und professionelle Zahnreinigung bei Ihrem Zahnarzt.

Behandlung während der Schwangerschaft

Im ersten und dritten Trimenon sollte möglichst von zahnärztlichen Eingriffen abgesehen werden. Im ersten Trimenon besteht die Gefahr die Organbildung des Neugeborenen zu stören. Im letzten Drittel der Schwangerschaft sollte man die Schwangere vor jeder Art von Stress schützen, um keine Frühgeburt auszulösen. Somit stellt das 2. Trimenon (4.-7. Monat bzw. 13.-21. Gestationswoche) einen guten Zeitraum für notwendige zahnmedizinische Eingriffe dar.

Dürfen Schwangere geröntgt werden?

Von Röntgenbildern sehen die meisten Zahnärzte in der Schwangerschaft komplett ab. Es gibt aber auch Situationen, in denen Röntgenbilder unerlässlich sind, um eine Diagnose treffen zu können. Beispielsweise wird jeder Zahnarzt auf Übersichtbilder zur Kariesdiagnostik verzichten. Röntgenbilder werden also nur bei wirklich zwingender Indikation, d.h., wenn sie absolut unverzichtbar sind, angefertigt. Besonders im ersten Trimenon (die ersten 12 bis 14 Wochen), also am Beginn der Schwangerschaft, wenn die Organe des Ungeborenen gebildet werden, muss die Indikation für ein Röntgenbild sehr streng gestellt werden, da das embryonale Gewebe besonders empfindlich gegenüber Röntgenstrahlung ist.

Die effektive Dosis ist entspricht ungefähr der mittleren Grenzkörperdosis und ist laut Roth bei Einzelzahnbildern mit 0,005 mSv und bei Panoramaschichtaufnahmen mit 0,06 mSv zu beziffern. Die Strahlenbelastung auf einem Flug von New York nach Tokio wird mit 0,150 mSv angegeben und ist somit größer. Jede Schwangere muss für sich selbst entscheiden, wie viel Strahlenbelastung sie sich außerhalb dringender medizinischer Indikationen aussetzen will. Grundsätzlich empfehlen wir natürlich die Strahlenbelastung möglichst niedrig zu halten.

Die DGZMK vergleicht die Strahlenbelastung von vier Zahnfilmen oder einem OPG (Übersichtaufnahme von Unter- und Oberkiefer) mit einem 9600 km langen Flug in einem Jet-Flugzeug oder dem Rauchen einer Zigarette bezüglich des Krebsrisikos.

Natürlich gilt es sehr vorsichtig mit dem Anfertigen von Röntgenbildern umzugehen, aber erst durch die Möglichkeit „in den Körper ohne Operation zu schauen“, gibt es deutlich bessere Diagnosemöglichkeiten. Und es darf nicht vergessen werden, dass im Gebirge die kosmische Strahlung deutlich höher ist und wer denkt beim Skifahren schon an eine Röntgenschürze? In der Schwangerschaft sollte man sich nicht nur Gedanken über die medizinische Röntgenstrahlung Gedanken machen, sondern vielleicht auch die ein oder andere Flugreise überdenken.

Wird bei der Behandlung betäubt?

Schwangere müssen keine Sorge haben, dass Sie ohne Spritze behandelt werden und so Schmerzen erleiden müssen. Es kann normal injiziert werden und eine schmerzfreie Behandlung stellt in der Regel keine Problematik dar. Von der US Food and Drug Administration werden Lidocain-Präparate (z.B. Xylocain®) oder Prilocain-Präperate (z.B. Xylonest ®) in der Schwangerschaft empfohlen. Articain (z.B. Ubistesin ®) und Bupivacin können auch mit dem Zusatz von Adrenalin verwendet werden. Die in Regel verwendeten Adrenalinkonzentrationen von bis zu 1:100 000 beeinflussen den Blutfluss in der Placenta nicht, sollte aber möglichst gering dosiert werden (1:200.000). Noradrenalin und Felypressin als Zusätze von Anästhesie sind kontraindiziert. Der Zusatz von Octapressin in einer Lokalanästhesie, in der Zahnmedizin kaum verwendet, darf nicht benutzt werden, da durch diesen gefäßverengenden Zusatz Wehen ausgelöst werden können. Da Mepivacain (z.B. Scandonest®) die Plazentaschranke überwinden kann, ist dieses Lokalanästhetikum zu vermeiden. Die DGZMK stuft nicht nur Mepivacain, sondern auch Prilocain als kritisch ein. Articain, Bupivacain und Etidocain werden von der DGZMK empfohlen. In Deutschland wird in der zahnärztlichen Praxis in der Regel Articaine zur Schmerzausschaltung bei Schwangeren verwendet.

Kein Amalgam in der Schwangerschaft

Wichtig ist die konsequente Behandlung mit Kofferdam (dental dam oder rubber dam), um die werdende Mutter bestmöglichst bei jeder Art der zahnärztlichen Behandlung vor dem Kontakt mit zahnmedizinischen Werkstoffen zu schützen. Amalgam sollte in der Schwangerschaft möglichst nicht entfernt werden und falls nötig, weil der Zahn schmerzt, ausschließlich unter Verwendung von Kofferdam und mit adäquater Absaugung. Neue Füllungen aus Amalgam während einer Schwangerschaft zu legen, gilt als obsolet. Obsolet bedeutet in der Medizin, dass eine Krankheit so nicht mehr behandelt wird. „Ein Loch“ wird also in der Schwangerschaft nicht mehr mit Amalgam versorgt. Diese Behandlung würde nicht dem „State of the art“ entsprechen, wäre somit nicht mehr zeitgemäß und entspricht in keinster Weise den aktuellen Leitlinien der Zahnmedizin.

Warum wird manchen Schwangeren beim Zahnarzt schwindelig?

Das Vena-cava-Kompressions-Syndrom stellte eine gefürchtete Komplikation bei der zahnmedizinischen Behandlung von Schwangeren ab dem 6. Monat dar. Hier klagt die Betroffene über Schwindelgefühl und Unwohlsein. Das Vena-cava-Kompressions-Syndrom kann bis zum Kreislaufkollaps gehen. Um diesem vorzubeugen, empfiehlt sich die Behandlung in einer nur sehr leicht geneigten nach links ausgerichteten Position durchzuführen. Zusätzlich kann die rechte Hüfte mit einem Kissen abgestützt werden. Begründet wird das Vena-cava-Kompressions-Syndrom durch den Druck der Gebärmutter auf die dahinter liegende Vena cava. So wird das Blut aus dem Körper nicht zum Herzen zurückgepumpt und es kommt zum Absinken des Kreislaufs, zu Übelkeit, zu Schweißausbrüchen und Atemnot. Im schlimmsten Fall auch zur fetalen Hypoxie. Die seitliche Lagerung verhindert das Auftreten der oben genannten Symptome und führt bei bereits bestehenden Symptomen meist schlagartig zur Besserung.

Antibiotika während der Schwangerschaft

Bei einer notwendigen Antibiotikatherapie finden die Wirkstoffgruppen Penicilline, Ampicilline, Cephalosporine und Makrolide Anwendung. Makrolide, zu denen Erythromycin gehört, stellen eine Alternative bei Schwangeren mit Penicillinallergie dar. Tetracycline werden in der Schwangerschaft wegen möglicher Zahn- und Knochenbildungsstörungen nicht verschrieben. Antibiotika werden in der Schwangerschaft nach wie vor meist sehr zurückhaltend verordnet. Es sollte aber nicht vergessen werden, dass es Krankheitsbilder gibt, bei denen die Einnahme von Antibiotika unerlässlich ist. In solchen Fällen wäre die Infektion der Mutter für das Ungeborene risikoreicher als die Einnahme von einem Antibiotikum. Besprechen Sie die Situation genau mit Ihrem Zahnarzt und eventuell sogar mit Ihrem Gynäkologen. Von einer Wundspülung mit dem Antibiotikum Neomycin ist dringend abzuraten. Neomycin gehört zur Gruppe der Aminoglykosid-Antibiotika und wird mit Gehörschädigung beim Ungeborenen in Verbindung gebracht, sollten die systemischen Dosen zu hoch sein.

Zahnärztliche Materialien während der Behandlung

Das Notfallmedikament bei einer Wurzelkanalbehandlung heißt Ledermix. Ledermix kommt häufig in Notdiensten zur Anwendung um schnell dem mit einer Wurzelkanalbehandlung assoziierten Schmerz zu nehmen. Ledermix beinhaltet Demeclocyclin und Triamcinolon. Für den menschlichen Fetus scheinen diese Wirkstoffe risikoreich zu sein. Die Wundsalbe Solcoseseryl®-dental darf „zurückhaltend“ verwendet werden. Da der Wirkstoff Kälberblutdialysat ist, muss jede Schwangere selbst entscheiden, inwiefern sie mit dieser Substanz in Berührung kommen will oder nicht. Mundspülungen mit Chlorhexidin sind in der Schwangerschaft unbedenklich (siehe hierzu Ursachen von Zahnschmerzen in der Schwangerschaft). Wir empfehlen bei Schwangeren die Wundbehandlung mit Salbeitee.

Therapie der Zahnfleischentzündung in der Schwangerschaft

Viele Schwangere klagen in der Schwangerschaft über eine Zahnfleischentzündung. Schwangerschaftsgingivitis wird dieses Krankheitsbild unter Medizinern genannt. Durch die hormonelle Umstellung, vor allem durch die Zunahme von den weiblichen Geschlechtshormonen wie Östrogene und Progesteron verändern sich das Zahnfleisch und der Zahnhalteapparat. Ebenfalls leiden das Zahnfleisch und die gesamte Mundhöhle während der Schwangerschaft an Einbußen in der täglichen Mundhygiene. Durch Übelkeit ist das ausführliche Reinigungsprogramm der Mundhöhle meist nicht möglich. Es empfiehlt sich mit kleinen Zahnbürstenköpfen, z.B. Kinderzahnbürsten, die Mundhygiene soweit wie möglich aufrechtzuerhalten. Mundspüllösungen können unterstützend wirken. Wenn sich Schwangere übergeben müssen, sollte im Zeitraum von 30 Minuten vom Zähneputzen abgesehen werden. Der Mund sollte mit Wasser oder eventuell zusätzlich mit einer Mundspüllösung ausgespült werden. Durch die Magensäure sind die Zähne so angegriffen, dass Sie sich mit der Zahnbürste förmlich den Schmelz wegschrubben.

Mundhygiene in der Schwangerschaft ist sehr wichtig!

Sehr wichtig ist es, die Mundhygiene soweit wie möglich „aufrecht zu halten“. Die Schwangerschaftsgingivitis verschlechtert sich durch zusätzliche Plaque, man könnte fast sagen, dass die Plaque den Verlauf der Schwangerschaftsgingivitis bestimmt. Chlorhexidin-Mundspüllösungen (siehe Mundspüllösung in der Schwangerschaft) helfen im Kampf gegen Bakterien, sollte aber nur zeitlich limitiert angewendet werden. Schon vor der Schwangerschaft sollte mit Hilfe Ihres Prophylaxeteams an einer optimalen Mundhygiene gearbeitet werden. Zusätzlich gilt es eine bereits bestehende Parodontitis zu therapieren.

Neben der Schwangerschaftsgingivitis können richtige „Wucherungen“ auftreten. Diese werden im Fachjargon als Epulis gravidarum bezeichnet. Die Epulis gravidarum tritt gehäuft im 4. und 7. Schwangerschaftsmonat auf und ist wahrscheinlich auf die erhöhte Konzentration von Östrogenen und Progesteron zurückzuführen. Die Epulis gravidarum ist der Epulis granulomatosa (Synonym: pyognese Granulom oder telangiektatisches Granulom) zuzuordnen. Die Epulis gravidarum entsteht durch den veränderten Hormonaushalt und die daraus entstehende Gefäßproliferation (einsprießendes Gewebe) im traumatisierten (verletztes) Gewebe.

Keine Sorge, mit einer sehr guten Mundhygiene und speziellen Spülungen beim Zahnarzt kann man das unangenehme Gefühl lindern. Da die Epulis gravidarum sehr häufig rezidiviert (wiederkommt), ist es vertretbar die „Wucherung“ erst nach der Geburt zu entfernen und dann histologisch untersuchen zu lassen. Manchmal bildet sich die Epulis auch nach der Schwangerschaft zurück. Sollte die Schwangere durch die Epulis gravidarum eingeschränkt sein, z.B. bei der Mundöffnung, muss das „Geschwulst“ natürlich entfernt werden. Sollten Sie solche „Zahnfleischwucherungen“ in Ihrem Mund entdecken, sollten Sie unverzüglich Ihren Zahnarzt aufsuchen.

Quellen:

  • Pactas, Die zahnärztliche Betreuung von Schwangeren, Schweiz Monatsschr Zahmed Vol.22 9(2012)
  • Roth, Abschirmung bei zahnärztlichen Röntgenaufnahmen. Zur Wirksamkeit von Strahlenschutzmitteln bei Röntgenaufnahmen am Patienten. Schweiz Monatsschr Zahnmed 116(11):1151-1157(2006)
  • DGZMK (Deutsche Gesellschaft für zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Wissenschaftliche Stellungnahme: Zahnärztliche Behandlung in der Schwangerschaft, DGZMK 8/94 V2.0, Stand: 2/94
  • Giglio J., Lanni, Laskin, Giglio N, Oral health care for pregnant patient. J Can Dent Assoc 75(1):43-48(2009)
  • Haas, An update on local anaesthetics in dentistry. J Can DentAssoc 68 (9):546-551(2002)

Autor: Dr. Anja Schabel

Örtliche Betäubung während der Schwangerschaft????

Hallo Mädel´s,
wollte mal nachfragen ob jemand von euch Erfahrung hat mit einer örtlichen Betäubung während der Schwangerschaft!
Müsste nämlich mein Karpaltunnelsyndrom operieren lassen und habe mal kurz darüber nachgedacht das jetzt machen zu lassen!
Grund wäre dieser, dass ich bei meiner Arbeitsstelle keine Schwangeren gerechte Arbeit mehr verrichten kann und mein Chef mich jetzt als so was wie einen "Hausmeister" weiter beschäftigen will!
Frühkarrenz wird mich meine Krankenkasse nicht gehen lassen, da es keine medizinischen Gründe dafür gibt und es mir "Gott sei Dank" saugut geht!
Und nachdem ich diese OP machen lassen müsste damit meine Hand nicht ganz taub wird, hätte ich mir gedacht das jetzt machen zu lassen, vorallem weil ich dann genügend Zeit hätte mich auszuruhen!
Kann mir jemand sagen ob das schädlich ist für den Zwerg oder ob eine örtlichen Betäubung ungefährlich wäre!
Will natürlich kein Risiko eingehen und wenn es schädlich ist dann werde ich es auch sein lassen!
Freue mich über eure Antworten und wünsche euch einen schönen Abend!
mfg manu

Zahnbehandlung vor und während der Schwangerschaft

Vor der Schwangerschaft

Jeder Frau die schwanger werden möchte, empfiehlt sich vor der Schwangerschaft ein Check-up.

Röntgenbilder vor der Schwangerschaft anzufertigen wäre ideal, um bei eventuellen späteren Zahnschmerzen Unterlagen zu haben,auf denen z.B. wurzelbehandelte Zähne erkennbar sind.

Alles was vor der Schwangerschaft erledigt werden kann, z. B. Füllungen, die Entfernung von entzündeten Weisheitszähnen usw. ersparen Stress in der Schwangerschaft.

In der Schwangerschaft sollte bei allen Behandlungen bedacht werden, dass das Ungeborene quasi mit behandelt wird.Es empfiehlt sich stets eine Rücksprache mit dem Gynäkologen.

Im ersten und letzten Drittel der Schwangerschaft sollte möglichst kein zahnärztlicher Eingriff stattfinden.

Im ersten Drittel besteht die Gefahr der Organmissbildung und

im letzten Drittel der Frühgeburt.

Die 13.-21. Schwangerschaftswoche ist ein guter Zeitraum

für unerlässliche Eingriffe.

„Jedes Kind ein Zahn“

Dieser alte Spruch geistert noch heute durch die Köpfe vieler werdender Mütter.

Medizinisch gesehen ist da aber nichts dran, ebenso an der Idee, dass das ungeborene Kind den benötigten Kalk aus den mütterlichen Zähnen „zieht“,

diese sind nur noch gering am Kalkstoffwechsel beteiligt.

Trotzdem bringt die Schwangerschaft eine Menge Veränderungen – auch für die Zahngesundheit

Zahnfleisch

Es wird stärker durchblutet, ist weicher und manchmal auch angeschwollen.

Oft blutet es stärker als sonst und zeigt Entzündungszeichen („Schwangerschaftsgingivitis“). Es hilft intensive Mundhygiene.

Ein vermehrtes Auftreten von Zahnfleischbluten ist die Folge von hormonellen Veränderungen.

Die Zähne werden aus Angst vor weiterem Bluten weniger geputzt, es siedeln sich vermehrt Beläge an – die Grundlagen für Karies und Zahnfleischerkrankungen.

Ein Teufelskreis entsteht.

Untersuchungen belegen, dass das Risiko, eine Frühgeburt zu erleiden oder ein untergewichtiges Kind zu Welt zu bringen, bei Frauen, die an einer Parodontitis erkrankt sind, erhöht ist.

Deutlich seltener ist eine sogenannte Schwangerschaftsepulis. Dabei handelt es sich um eine gurtartige Wucherung der Mundeschleimhaut.

Diese verschwindet nach der Geburt häufig wieder.

Was tun bei Schwangerschaftsübelkeit ?

Viele Schwangere leiden in den ersten Monaten unter starker Übelkeit und Erbrechen.

Die Magensäure kann Ihren Zahnschmelz schädigen.

Spülen Sie nach dem Erbrechen Ihren Mund mit Wasser oder Mundspüllösung und warten Sie bitte eine halbe Stunde, bis Sie die Zähne putzen.

Dann sollte die Säure neutralisiert sein, so daß die Bürstenbewegungen Ihren Schmelz nicht mehr schädigen können.

Durch Übelkeit ist das ausführlichen Reinigungsprogramm meist nicht möglich.

Oft hilft es, nicht auf nüchternen Magen zu putzen, sondern zuvor eine Kleinigkeit zu essen und vielleicht einen kleinen Bürstenkopf, z.B. eine Kinderzahnbürste zu verwenden.

Kariesrisiko

Veränderte Essgewohnheiten in der Schwangerschaft, Heißhunger auf Süßes oder Saures erhöhen das Kariesrisiko.

Die Lust auf Süßes, das heißt häufige und zuckerreiche Mahlzeiten in Kombination mit mangelnder Mundhygiene, führen zu einer starken Bakterienvermehrung welche dann die Zähne angreift.

Röntgen in der Schwangerschaft

Man sieht von Röntgenbildern zur Kariesdiagnostik komplett ab.

Nur im Notfall, wenn sie nicht vermeidbar sind, werden Bilder angefertigt.

Allgemein gilt jedoch – eine durch nicht röntgen falsch gestellte Diagnose kann mitunter zu schweren Schäden des Ungeborenen führen.

Kann ich mir eine Spritze beim Zahnarzt geben lassen ?

Es kann normal injiziert werden.

Wir verwenden Articain als Wirkstoff mit einem Zusatz von Adrenalin in einer geringen Dosierung von 1:200 000

Liegen

Ab dem sechsten Monat kann es Ihnen bei der Behandlung eventuell mal durch das sogenannte „Vena-cave-Kompressionssyndrom“ unwohl beim Liegen werden.

Begründet durch den Druck der Gebärmutter auf die dahinter liegende vena cava.

Das Blut wird aus dem Körper nicht schnell genug zum Herzen zurückgepumpt und es kommt zum Absinken des Kreislaufs mit Übelkeit, Schweißausbrüchen und Atemnot.

Eine nur gering geneigte Lagerung, leicht nach links gekippt, verhilft sofortige Besserung.

Können Antibiotika eingenommen werden ?

Medikamente allgemein werden in der Schwangerschaft nur zurückhaltend verordnet. Es gibt Krankheitsbilder, bei denen die Einnahme von Antibiotika unerlässlich ist.

Besprechen Sie die Situation mit Ihrem Zahnarzt und Gynäkologen.

Können Schmerzmittel während der Schwangerschaft eingenommen werden ?

Bei Medikamenten sollte nur auf bewährte und lange auf dem Markt befindliche Pharmaka zurückgegriffen werden, da eine klinische Testung von Medikamenten bei Schwangeren grundsätzlich verboten ist, es also keine „getesteten Schwangerschaftsmedikamente“ gibt. Ein Risiko zu Fehlbildungen besteht besonders innerhalb des 1. Schwangerschaftsdrittels. Medikamente können auch noch in der Spätphase – hier beim Fetus – unerwünschte Nebenwirkungen haben, da dieser wegen einer noch nicht ausgereiften Leber und eines unvollständigen Enzymsystems die Fremdstoffe nur mangelhaft abbauen kann. Dringend abgeraten wird vor einer Selbstmedikation bei Zahnschmerzen, da eine zahnärztliche Schmerzbeseitigung in einer Praxis i.d.R. eine geringere Belastung der Schwangeren verursacht.

Schmerzmittel auf Paracetamol-Basis (z.B. „ben-u-ron“, „Paracetamol“ von versch. Herstellern) oder ein NSAR-Präparat (NSAR = nichtsteroidale Antirheumatika, wie z.B. Ibuprofen, Indometacin, Naproxen, Diclofenac, Piroxicam, Meloxicam) haben ausreichende klinische Erfahrung und gelten nach heutigem Kenntnisstand als akzeptabel (neuere Untersuchungen s.u.). Unbedingt die Beipackzettel beachten!

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