Wunschkaiserschnitt ab wann

Wunschkaiserschnitt

Freiwillig eine Geburt per Kaiserschnitt? Diese Frage wird schon seit vielen Jahren überall diskutiert: Sowohl unter den Schwangeren in Geburtsvorbereitungskursen als auch unter den Experten auf internationalen Gynäkologenkongressen.

Mindestens ein Viertel aller Schwangeren wird heute aus medizinischen Gründen per Kaiserschnitt entbunden. Für sie ist diese Operation eindeutig ein Segen, denn bei vorhersehbaren (geplanter Kaiserschnitt) wie auch bei plötzlich auftretenden Komplikationen (Notfall-Kaiserschnitt) können so Mutter und Kind gerettet werden.

Doch immer mehr Frauen (z.Zt. schätzungsweise etwa 6 Prozent aller Schwangeren) planen, ihr Kind per Kaiserschnitt zu bekommen – obwohl keine erkennbare medizinische Indikation vorliegt. Man nennt diese Operation deshalb auch „Sectio kraft Vereinbarung“ oder „Gefälligkeitssectio“, im Volksmund einfach „Wunsch-Sectio“ oder „Wahl-Kaiserschnitt“. Da ist von den Vorteilen der Schnittentbindung, einer schmerzfreien und planbaren Geburt die Rede. Der Geburtskanal werde weniger beansprucht, der Beckenboden weniger geschädigt, es gebe keine Dammverletzungen oder spätere sexuelle Störungen. Viele Studien deuten darauf hin, dass der moderne, schonende Kaiserschnitt, sofern er nicht vor Abschluss der 39. Woche und bei einer reifen, bisher unkompliziert verlaufenen Einlingsschwangerschaft durchgeführt wird, besser – oder zumindest nicht schlechter – für das Neugeborene ist. Allerdings weisen epidemiologischen Studien aus den vergangenen fünf Jahren auch darauf, dass eine Geburt per Kaiserschnitt einen bedeutsamen Einfluss auf das weitere Leben hat. Die Kinder scheinen u.a. signifikant häufiger an Asthma, Allergien, Diabetes mellitus und Zöliakie (Überempfindlichkeit auf Weizenbestandteile in der Nahrung) zu erkranken. Warum das so ist, ist jedoch noch nicht ausreichend aufgeklärt.

Extra

Broschüre der Schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe:

„Wie bringen Sie Ihr Kind zur Welt?“

Generell wollen Frauen in zunehmendem Masse von ihrem Selbstbestimmungsrecht Gebrauch machen, und das gilt auch für die Wahl der Geburtsmethode. Die Geburtshelfer müssen diesen Wunsch respektieren, und es gibt selten den Fall, dass ein Geburtshelfer den Wunsch seiner schwangeren Patientin nach einem Kaiserschnitt ablehnt. Aber: Je schwächer der medizinische Grund für eine Schnittentbindung, desto grösser die Aufklärungspflicht. Nur mit umfassender Aufklärung der Schwangeren ist eine eigenverantwortliche Abwägung möglich. Und diese wiederum ist die Voraussetzung für eine wirksame Einwilligung.

Zwar gilt immer noch die natürliche Geburt ohne Dammschnitt, ohne Zange bzw. Saugglocke und ohne Komplikationen als die beste und risikoärmste Geburt, auf jeden Fall für die Mutter und – wenn man die Langzeitauswirkungen auf die kindliche Gesundheit in Betracht zieht – auch für das Kind. Die Gegner der Wunsch-Operation betonen, dass Kaiserschnitt-bedingte Komplikationen den Tod der Mutter immer noch häufiger nach sich ziehen als die Komplikationen bei einer natürlichen Geburt. Nach aktuellen Zahlen, die bei den Perinatal-Erhebungen in Bayern (alle Geburten der letzten Jahre) gewonnen wurden, sterben fast dreimal so viele Frauen bei einer Sectio als bei einer vaginalen Geburt. Allerdings beruht diese Aussage zu einem grossen Teil auf notfallmässigen Kaiserschnitten unter schwierigen Bedingungen. Eine geplante Schnittentbindung, bei der keine Komplikationen vorhersehbar sind, ist im Vergleich dazu risikoärmer. Deshalb kann der Sterblichkeitsvergleich nicht als Argument gegen einen geplanten Kaiserschnitt eingesetzt werden, denn er stellt nach Meinung vieler Geburtshelfer heute für die Mutter kein grösseres Risiko dar als die vaginale Entbindung.

Allerdings werden mögliche Langzeitprobleme von Schnittentbindungen nach Meinung der Kritiker zuwenig berücksichtigt. Dazu gehört nicht nur eine gestörte Wundheilung mit unschöner Narbenbildung und eine längere Phase der Erholung nach der Geburt. Erst deutlich später, bei der nächsten oder übernächsten Schwangerschaft, fragen sich manche Frauen, ob eine vaginale Geburt nicht eine bessere Entscheidung gewesen wäre. Nach einem Kaiserschnitt sitzt der Mutterkuchen in der nächsten Schwangerschaft etwas häufiger an einer ungünstigen Stelle (Placenta praevia) oder haftet besonders fest (Placenta accreta), was zu einer Uterusruptur (Einreissen der Gebärmutter) und gefährlichen Blutungen nach der Geburt führen kann. Wird nach dem ersten Kaiserschnitt eine vaginale Entbindung angestrebt, sind Komplikationen leider etwas häufiger, auch wenn es nach einer Sectio durchaus möglich ist, die nächste Geburt auf natürlichem Wege zu bewältigen.

Kritiker der Wunschsectio bemängeln zudem, dass die Schwangeren durch den glatten Bauchschnitt oft das Gefühl haben, als Mutter bereits das erste Mal versagt zu haben, und oft Jahre brauchen, bis sie die psychologischen Probleme überwunden haben.

Von den Kosten her gibt es einen grossen Unterschied zwischen einer natürlichen Geburt und einem Kaiserschnitt. Mindestens 20% mehr, mitunter das Doppelte kostet eine Schnittentbindung. Die Krankenkassen bezahlen beides und fragen bei einem Kaiserschnitt sowieso nicht nach, ob er medizinisch notwendig war oder nicht – ein reiner „Wahl-Kaiserschnitt“ könnte letztendlich ohnehin nicht bewiesen werden.

Häufige Fragen zum Thema

Wann ist der beste Zeitpunkt für einen geplanten Kaiserschnitt?

Diese Frage lässt sich nicht allgemeingültig beantworten.

Es hängt hauptsächlich davon ab, wie es dem Kind geht. Vor der 32. Schwangerschaftswoche werden Kinder mit einem Gewicht unter 1500 g in der Regel per Kaiserschnitt geholt, weil es in diesem Fall die schonendere Art der Geburt ist. Die…

vollständige Antwort lesen Wer entscheidet darüber, ob ein Kaiserschnitt gemacht wird? Kann ich ihn als Schwangere einfach verlangen?

Ja, das ist grundsätzlich möglich. Sie haben das Recht auf eine eigene Entscheidung und auch auf einen „Wunsch-Kaiserschnitt“ (Wunsch-Sectio).

Allerdings hat auch der Arzt das Recht, einen Kaiserschnitt zu verweigern, wenn er keine offensichtliche medizinische Berechtigung dafür sieht, denn…

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Wissen

Wunschkaiserschnitt so spät wie möglich

Natürliche Geburt stärkt Mutter-Kind-Bindung

Kaiserschnitt erhöht Risiko bei nächster Geburt

Was versteht man unter einer „Kaisergeburt“?

Letzte Aktualisierung : 26-01-18, BH

Kaiserschnitt auf Wunsch: Pro und Contra

Was gegen einen Kaiserschnitt spricht:

  • Höheres Risiko für die Mutter: Ein Kaiserschnitt ist eine größere Bauchoperation mit dem Risiko für Verletzungen anderer Organe, Wundheilungsstörungen, Infektionen, Thrombosen, Verwachsungen und Narbenproblemen.
  • Atemprobleme beim Baby: Kaiserschnittbabys haben häufiger Probleme mit der Atmung, zum Beispiel durch Fruchtwasser in der Lunge. „Das liegt aber eher daran, dass Kaiserschnitte oft zu früh durchgeführt werden“, sagt Weissenbacher. „Manche Ärzte setzen die Operation zwei bis drei Wochen vor dem eigentlichen Geburtstermin an.“ Ideal sei ein Datum sieben bis zehn Tage vor dem errechneten Termin. Auch Mechthild Groß warnt: „Zu früh auf die Welt geholte Kinder können sich schlechter anpassen, haben häufiger Atemprobleme, Probleme mit dem Blutzuckerspiegel und dem Temperaturhaushalt.“
  • Fehlender Geburtsstress: Studienergebnisse lassen die Vermutung zu, dass Kaiserschnittkinder wegen der fehlenden Hormone, die bei einer natürlichen Geburt ausgeschüttet werden, häufiger unter Anpassungsstörungen leiden. Mütter, die ihr Kind vaginal geboren hatten, reagieren einer Studie zufolge ausgeprägter auf das Schreien des Kindes. Das ist jedoch nicht ausreichend belegt.
  • Fehlende Keimbesiedelung: Bei einer vaginalen Geburt wird die Bakterienflora des Geburtskanals auf das Baby übertragen, seine Haut und sein Darm schneller mit wichtigen Bakterien besiedelt. Laut Studien haben Kaiserschnittkinder später ein höheres Risiko, Übergewicht oder Asthma zu entwickeln.
  • Komplikationen bei Folgeschwangerschaften: Möchte eine Frau nach einem Kaiserschnitt auf natürlichem Weg entbinden, ist das Risiko eines Gebärmutterrisses erhöht. „Wenn keine weiteren Risikofaktoren vorliegen, kann sie aber zu 74 Prozent vaginal entbinden“, sagt Groß. Zusätzlich ist laut Studie das Risiko höher, eine Fehl- oder Totgeburt zu erleiden. Auch Probleme bei der Plazenta treten vermehrt auf, wie beispielsweise die vorzeitige Ablösung.

Fazit der Experten: „Die vaginale Geburt ist etwas Natürliches“, sagt Weissenbacher. „Bei Patientinnen ohne erkennbares Risiko empfehle ich, es damit zu versuchen.“ Wünscht die Frau trotzdem einen Kaiserschnitt, kläre er sie über die Risiken auf und diskutiere mit ihr die optimale Lösung.

Hebamme Groß sieht das Thema kritischer. „In Deutschland arbeiten wir verstärkt daran, dass sich die allgemeine Geburtskultur ändert. Dazu ist es wichtig, dass gänzlich von Wunschkaiserschnitten abgeraten wird und Abstand genommen wird von der Möglichkeit, dass alles möglich ist. “ Als Beispiel nennt sie die skandinavischen Länder. Dort ermutigen die Hebamme und der Arzt der Schwangeren, dass sie Kraft habe zu gebären.

Übrigens: In Puncto Figur bringt der Kaiserschnitt keinen Vorteil. Was die Frau in der Schwangerschaft zugenommen hat, muss sie in beiden Fällen später wieder abnehmen.

Immer mehr Frauen entscheiden sich direkt dafür, einen Kaiserschnitt zu machen, statt das Baby auf dem normalen Weg auf die Welt zu bringen. Sehr oft spielen dabei Ängste vor den Schmerzen der Geburt eine große Rolle.

Wer vorab schon zweifelt, ob das Kind normal geboren werden kann, der ist mit seinem Wunsch nach einem Kaiserschnitt heute nicht mehr alleine. Statistiken belegen, dass inzwischen etwa jedes dritte Kind per Kaiserschnitt auf die Welt kommt, die Zahl derer, die sich gezielt für einen Kaiserschnitt entscheiden, steigt stetig an.

Auch bei den Promis ist es nicht anders, hier ist der Wunschkaiserschnitt gerade absolut im Trend, weswegen ihn immer mehr Frauen für sich und das Kind als alternative zur spontanen Geburt auswählen. Vergessen wird dabei aber immer wieder, dass diese Art der Geburt nicht sicherer für Mutter und Kind ist. Und sollten sich die Eltern vorab darüber im Klaren sein, dass ein Wunschkaiserschnitt keineswegs durch die Krankenkassen finanziert wird. Nur durch die Ärzte notwendig betitelte Geburten werden gezahlt.

Krankenhäuser befürworten einen Wunschkaiserschnitt meist

Auf der anderen Seite sind die Geburtskliniken einem Wunschkaiserschnitt gegenüber recht aufgeschlossen. Sie bekommen für diese Geburten mehr Geld durch die Krankenkassen und können so besser planen. Durch den festen Termin kann das Krankenhaus eben zu einem bestimmten Zeitpunkt Ärzte, Hebammen und auch Krankenschwestern bereitstellen. Anders sieht es bei einer spontanen Geburt aus, bei der Ärzte und Hebammen die Geburt über Stunden hinweg begleiten müssen, meistens auch durch die Nächte hindurch.

Die Problematik hier besteht immer dann, wenn ein Schichtwechsel ansteht, was für die wenigsten Frauen von Vorteil ist, wenn sie dann durch andere Personen betreut werden müssen, als die Stunden zuvor. Die Hebammen sprechen sich allerdings oft gegen einen Wunschkaiserschnitt aus. Die Mütter würden durch diese Art der Geburt etwas wichtiges verpassen.

Mögliche medizinische Ursachen, die einen Kaiserschnitt zur Folge haben:

  • Steißlage des Babys, es liegt mit dem Kopf nach oben oder dem Po nach unten,
  • Plazenta praevia, die Plazenta befindet sich vor dem Muttermund,
  • Mehrlingsgeburten,
  • die Herztöne sind auffällig,
  • es gibt Probleme mit der Nabelschnur

Wer sich überlegt, ob das Kind ohne medizinische Gründe per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht werden soll, der sollte sich auch mit den Risiken dazu auseinandersetzen. So komplikationslos muss der Kaiserschnitt nämlich nicht vonstatten gehen. Deshalb ist im weiteren Verlauf einmal alles wichtige dazu zusammengefasst.

Nachteile bei einem Wunschkaiserschnitt

1. Risiken eine OP

Auch ein Wunschkaiserschnitt ist eine OP und damit gibt es die Risiken, die auch bei anderen OP´s immer da sind.

2. Die Mutterrolle bei der Geburt ist anders

Es beginnt schon damit, dass die letzten spannenden Tage vor der Geburt wegfallen, dieses Warten auf das Kind ist für viele Eltern sehr wichtig. Bei der Geburt dann nehmen die Mütter eine passive Rolle ein. Anders, als bei der spontanen Geburt, bei der die Mutter dem Kind Stück für Stück auf die Welt hilft, fällt dieses bei einem Kaiserschnitt weg. Und genau davon schwärmen viele Mütter auch noch Jahre nach der Geburt. Demgegenüber stehen die Schmerzen bei der Geburt, die alle Frauen als äußerst unangenehm empfinden. Wer über eine lange Zeit in den Wehen liegt, wird auch nach der Geburt kaum noch ein gutes Wort über diese Zeit verlieren. Auf der anderen Seite sind die Schmerzen nachdem das Kind auf der Welt ist weg, bei einem Kaiserschnitt mit einer Narbe bleiben sie über einen längeren Zeitraum.

3. Der Beckenboden

Der Beckenboden kann nach der Geburt überdehnt sein. Davor schützt auch ein Kaiserschnitt nicht, da es schon in den letzten Wochen vor der Geburt beginnt, wenn das Gewicht des Kindes eben auf den Beckenboden drückt. Der Wunschkaiserschnitt verhindert letztendlich nur die Belastung des Beckenbodens während der Wehen.

4. Einschränkungen nach dem Kaiserschnitt

Die erste Zeit muss die frischgebackene Mutter nach dem Kaiserschnitt erst einmal liegen und sie darf auch nichts heben. Es hat zur Folge, dass in der ersten Zeit das Kind nicht durch die Mutter versorgt werden kann und genau dieses empfinden viele Mütter als Problem. Es kann die Bindung zwischen Mutter und Kind gefährden. Viele Frauen schaffen es nicht, nach einem Kaiserschnitt das Kind zum Stillen anzulegen, wodurch Mutter und Kind auf die enge Verbindung bei diesem verzichten müssen.

5. Problem für folgende Schwangerschaften

Häufig treten nach einem Kaiserschnitt Probleme rund um die Plazenta auf, wodurch Folgeschwangerschaften gefährdet sein können. Es entstehen oft Verwachsungen an ihr, welche schmerzlich sind und auch einen erneuten Kinderwunsch gefährden können.

6. gesundheitliche Probleme bei den Babys

Nicht außer acht lassen sollten Eltern auch die Folgen für das Kind bei einem Wunschkaiserschnitt. Da dieser in der Regel einige Tage oder Wochen vor dem errechneten Geburtstermin stattfinden muss, kann das Kind dadurch oft in den ersten Tagen in einem Brutkasten verbringen. Einigen Kindern fehlt die natürliche Geburt derart, dass sie Probleme mit der Atmung haben.

Vorteile des Wunschkaiserschnitts

1. Die bessere Planbarkeit

Für einen Wunschkaiserschnitt wird ein Termin vereinbart, meistens eine bis zwei Wochen vor dem errechneten Termin. Eltern wissen so sehr genau, wann sie in der Klinik sein müssen und können so rund um die Geburt genau die Arbeitszeiten planen und wann das Geschwisterkind bei den Großeltern untergebracht werden muss.

2. geringere Schmerzen

Es entfallen die Wehen, was für die meisten Frauen ein Grund ist, sich für einen Wunschkaiserschnitt zu entscheiden. Der Kaiserschnitt wird entweder in Vollnarkose oder Spinal- oder Peridualanästhesie durchgeführt. Allerdings bestehen nach der Geburt oft Schmerzen durch die Narbe.

3. Nachgeburt

Bei einem Kaiserschnitt besteht ein geringeres Risiko, das Reste der Nachgeburt noch in der Gebärmutter sind, wodurch Entzündungen entstehen könnten.

Fazit: Wunschkaiserschnitt ja oder nein?

Abschließend zu all den pros und contras für einen Wunschkaiserschnitt sind es die Eltern, die vor der Entscheidung stehen. Es sollten alle, wirklich alle Punkte sehr gut bedacht sein. Wer das erste Kind bekommt, der kann sich bei Hebammen oder Bekannten nach der Geburt erkunden. Wer schon ein Kind auf die Welt gebracht hat, wo die Geburt nicht so gut verlief, der sollte bedenken, dass

Bei einem Kaiserschnitt kommt das Kind nicht durch die Scheide der Mutter zur Welt, sondern durch eine Operation. Die Ärztin oder der Arzt schneidet die Bauchdecke und die Gebärmutter auf und hebt das Baby und die Plazenta (Mutterkuchen) heraus. Danach werden die Gebärmutter und die Bauchdecke wieder zugenäht. Die Mutter braucht beim Kaiserschnitt eine Narkose. In den meisten Fällen bekommt sie einen Kreuzstich, manchmal ist eine Vollnarkose notwendig.

Wann ein Kaiserschnitt notwendig oder sinnvoll ist, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme.

Besprechen Sie alle Ihre Fragen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, und lesen Sie hier weitere Informationen:

  • Netdoktor

Geplanter Kaiserschnitt

Der geplante Kaiserschnitt heißt auch primärer Kaiserschnitt.
Einen geplanten Kaiserschnitt macht man schon vor dem Beginn der Wehen.

Das kann aus verschiedenen Gründen unbedingt notwendig sein.

Gründe für einen geplanten Kaiserschnitt können sein:

  • wenn es während der Schwangerschaft Probleme gibt
  • wenn eine natürliche Geburt wegen einer Erkrankung der Mutter zu gefährlich ist
  • wenn eine natürliche Geburt wegen einer Erkrankung des Babys zu gefährlich ist
  • wenn das Baby im Bauch so liegt, dass eine natürliche Geburt nicht möglich ist,
    zum Beispiel quer
  • wenn die Mutter schon mehrere Kaiserschnitte hatte
  • wenn die Plazenta, auch Mutterkuchen genannt, vor dem Muttermund liegt und dem Baby den Ausgang versperrt
  • bei Mehrlings-Geburten

Aber es gibt auch diese Fälle:
Ein geplanter Kaiserschnitt ist zwar sehr wahrscheinlich, aber auch eine natürliche Geburt ist möglich.

Zum Beispiel:

  • wenn das Baby mit dem Po nach unten liegt, das nennt man Becken-Endlage.
  • wenn die Mutter bereits einen Kaiserschnitt hatte
  • wenn Zwillinge zur Welt kommen werden,
    aber keine zusätzlichen medizinischen Probleme bestehen

Am besten für Ihr Baby ist ein Kaiserschnitt ab der 39. oder 40. Woche der Schwangerschaft. Wenn es Ihnen und Ihrem Baby gut geht, sollte ein geplanter Kaiserschnitt erst nach der 39. Schwangerschafts-Woche erfolgen.

Es kann sein, dass Sie schon vor dem Termin des geplanten Kaiserschnitts Wehen oder einen Blasensprung haben. Dann müssen Sie auf jeden Fall ins Krankenhaus fahren.

Kann ich mein Baby auf natürliche Weise zur Welt bringen,
oder brauche ich einen Kaiserschnitt?

Das müssen Sie noch nicht am Anfang der Schwangerschaft entscheiden.

Besprechen Sie diese Frage mit Ihrer Frauenärztin, Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme.

Wichtige Gründe für einen Kaiserschnitt ergeben sich manchmal schon sehr früh und manchmal erst am Ende der Schwangerschaft. Es kann auch vorkommen, dass sich die Situation im Lauf der Schwangerschaft ändert. Oft liegen Babys lange Zeit quer im Bauch und drehen sich erst ganz zum Schluss. Dann ist eine natürliche Geburt möglich.

Wenn ein Kaiserschnitt nicht unbedingt notwendig ist, sollten Sie auch überlegen, ob Sie noch weitere Kinder möchten. Jeder Kaiserschnitt erhöht die Wahrscheinlichkeit,
dass es bei weiteren Schwangerschaften oder bei Ihrer Fruchtbarkeit zu Problemen kommt.

Ungeplanter Kaiserschnitt

Der ungeplante Kaiserschnitt heißt auch sekundärer Kaiserschnitt.

Einen ungeplanten Kaiserschnitt macht die Ärztin oder der Arzt erst nach dem Beginn der Wehen
oder wenn die Fruchtblase geplatzt ist.

Gründe für einen ungeplanten Kaiserschnitt können sein:

  • wenn das Baby zu wenig Sauerstoff bekommt
  • wenn die Geburt nicht mehr weitergeht
  • bei einer starken Blutung
  • bei einem Nabelschnur-Vorfall: Das bedeutet, dass die Nabelschnur vor dem Kopf des Babys liegt. Das wäre für das Baby gefährlich.
  • wenn sich die Plazenta, auch Mutterkuchen genannt, gelöst hat

Not-Kaiserschnitt:

Wenn bei der Geburt plötzlich ein Risiko für Mutter und Baby entsteht, ist ein Not-Kaiserschnitt notwendig. In diesem Fall muss alles schnell gehen.
Manchmal macht die Ärztin oder der Arzt den Kaiserschnitt direkt im Geburtszimmer. Die Mutter bekommt dafür eine Vollnarkose. Ihr Partner oder Ihre Partnerin kann dann bei der Operation nicht dabei sein.

Was passiert bei einem Kaiserschnitt?

Vorbereitung:

Zuerst erklärt Ihnen Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt alles über den Kaiserschnitt. Eine Narkose sorgt dafür, dass Sie während der Operation keine Schmerzen haben. Eine Anästhesistin oder ein Anästhesist wird vorher mit Ihnen besprechen, welche Art der Narkose Sie bekommen werden. Im Gespräch mit den Ärztinnen und Ärzten können Sie natürlich Fragen stellen. Sie bekommen Informationen darüber, welche Folgen der Kaiserschnitt oder die Narkose haben kann. Dazu gibt es das Formular „Aufklärungsbogen“. Die Ärztin oder der Arzt füllt den Aufklärungsbogen gemeinsam mit Ihnen aus. Man nennt das Formular auch Revers. Mit Ihrer Unterschrift stimmen Sie der Operation und der Narkose zu.

Vor der Operation:

Bei der Operation müssen Sie nüchtern sein. Das bedeutet, dass Sie 6 Stunden vor dem geplanten Kaiserschnitt nichts mehr essen oder trinken dürfen. Möglicherweise werden Ihre Schamhaare oberhalb des Schambeins rasiert. Es kann auch sein, dass Sie eine Infusion bekommen, damit Ihr Kreislauf stabil ist. Anschließend setzt Ihnen eine Ärztin oder ein Arzt einen Dauer-Katheter. Das ist ein dünner Schlauch, der in die Harnröhre eingeführt wird. Damit kann sich die Harnblase entleeren, ohne dass Sie aufstehen und zur Toilette gehen müssen. Der Katheter wird erst dann wieder entfernt, wenn es Ihnen nach dem Kaiserschnitt wieder so gut geht, dass Sie selbst zur Toilette gehen können.

Der Kreuzstich – die Regional-Anästhesie:

Bei einer Regional-Anästhesie macht man nur einen Teil des Körpers unempfindlich für Schmerzen. Nur bei einem Not-Kaiserschnitt oder wenn ein Kreuzstich nicht möglich ist, bekommen Sie eine Allgemein-Anästhesie: Sie werden in Vollnarkose versetzt. Im Operationssaal erhalten Sie den Kreuzstich, das ist eine Injektion zwischen zwei Wirbel der Wirbelsäule. Keine Angst, das klingt schlimmer, als es ist! Der Kreuzstich kann ein bisschen unangenehm sein. Dann testet die Ärztin oder der Arzt meist mit Eis, ob der Kreuzstich wirkt und Sie keinen Schmerz mehr spüren. Danach werden Ihr Bauch und Ihr Schambereich gründlich mit Desinfektions-Mittel gereinigt.

Kurz vor der Operation:

Ihre Arme werden links und rechts von Ihrem Oberkörper ausgestreckt und fixiert.
Es ist sicherer für die Operation, wenn Sie sich so wenig wie möglich bewegen. Sie bekommen eine Infusion, damit der Kreislauf stabil bleibt. Es werden auch verschiedene Geräte angeschlossen, die zum Beispiel Ihren Puls und Ihren Blutdruck überwachen. Ihr Körper wird mit einem großen sterilen Tuch verhüllt. Steril bedeutet, dass das Tuch ganz rein und frei von Keimen ist. Ihr Partner oder Ihre Partnerin kann sich zu Ihnen setzen, ganz nah bei Ihrem Kopf. Sie beide können Ihren Bauch nicht sehen, denn die Sicht ist durch das Tuch versperrt.

Die Operation

Die Ärztin oder der Arzt schneidet bei einem Kaiserschnitt meistens quer zum Bauch, so dass man die Narbe später möglichst nicht sieht.

In seltenen Fällen muss ein Längsschnitt zum Nabel hin gemacht werden.

Durch die Betäubung mit dem Kreuzstich spüren Sie während der Operation keine Schmerzen. Sie fühlen aber vielleicht einen Druck oder ein Ziehen.
Dieses Gefühl kann stärker werden, wenn das Baby aus Ihrem Bauch herausgehoben wird. Die Hebamme übernimmt Ihr Baby mit einem warmen Tuch.

Eine Kinderärztin, ein Kinderarzt oder die Hebamme untersucht Ihr Baby und schaut, ob es ihm gut geht.

Dann löst die Frauenärztin oder der Frauenarzt die Plazenta, also den Mutterkuchen,
von der Gebärmutter-Wand ab.

Die Gebärmutter und alle weiteren Schichten bis zur Haut werden vernäht.
Die Haut wird mit einem Faden oder mit Klammern verschlossen.

Insgesamt dauert ein Kaiserschnitt ungefähr 20 bis 35 Minuten.

In manchen Krankenhäusern können Sie schon im Operationssaal oder im Aufwachraum mit Ihrem Baby kuscheln und das Baby stillen.
In manchen Krankenhäusern ist das erst möglich, wenn Sie wieder auf der Geburtshilfe-Station sind.

Nach dem Kaiserschnitt

Nach dem Kaiserschnitt bleiben Sie etwa 2 Stunden im Aufwachraum.
Dort wird beobachtet, ob sich Ihre Gebärmutter zusammenzieht, ob Ihre Blutung normal ist und ob Sie Schmerzmittel brauchen.

Nach einem Kreuzstich bleiben Sie im Aufwachraum, bis das Gefühl in Ihre Beine zurückkehrt.

Manche Babys haben nach einem Kaiserschnitt für kurze Zeit Probleme mit der Atmung und brauchen Unterstützung. Es kann also sein, dass Ihr Baby 1 bis 2 Stunden zur Beobachtung auf der Kinderstation bleiben muss.

Nach einer Vollnarkose können Sie nicht gleich mit Ihrem Baby kuscheln. Es dauert eine Weile, bis Sie wieder richtig wach sind.
Aber Ihre Partnerin oder Ihr Partner kann diese Zeit mit dem Baby verbringen.

Die Auswirkung des Kaiserschnitts auf zukünftige Schwangerschaften und Geburten

Ein Kaiserschnitt hinterlässt eine Narbe in der Gebärmutter-Wand.
Das bedeutet ein gewisses Risiko für weitere Schwangerschaften und Geburten.

Ärztinnen und Ärzte empfehlen vielen Frauen deshalb bei der nächsten Schwangerschaft wieder einen Kaiserschnitt.

Häufig ist aber auch eine natürliche Geburt möglich.
Es hängt von verschiedenen Umständen ab, ob eine natürliche Geburt möglich ist.
Zum Beispiel ist es wichtig, aus welchem Grund Sie den ersten Kaiserschnitt hatten.

Wenn Sie nach einem Kaiserschnitt wieder schwanger sind, informieren Sie sich gut:

  • Welche Vorteile und welche Nachteile hat eine natürliche Geburt?
  • Welche Vorteile und welche Nachteile hat ein weiterer Kaiserschnitt?

Besprechen Sie die Möglichkeiten mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt. Entscheiden Sie dann am besten gemeinsam, wie Sie vorgehen.
Sie können auch eine zweite Meinung bei einer anderen Ärztin, einem anderen Arzt oder einer Hebamme einholen.

Wenn Sie bereits drei oder mehr Kaiserschnitte hatten, müssen weitere Babys in jedem Fall mit Kaiserschnitt zur Welt kommen.

Thema: Ab welcher Woche kann man termin für Wunschkaiserschnitt machen?

Hallo miteinander,
war heute beim Frauenarzt,und wie erwartet hat er wieder mal abweisend auf das Thema reagiert.Mein Mann war auch dabei und den hat er mit dem Gerede es kann so viel schiefgehen bei einem Kaiserschnitt auch ihn Angst eingejagt.Er ist der Meinung da ich ja schon 2 „normale“Geburten hinter mir habe wäre das 3 doch kein Problem mehr.Auch mit der Sterilisation kam bei mir der Spruch sie sind noch viel zu jung dafür es kann ja im Leben noch so viel passieren.Aber das Schlußwort hat ja dann sowieso die Klinik.ich muß ja zugeben ich bin jetzt in der 23 Woche und wollte mir einfach mal noch den Rest der Schwangerschaft Zeit nehmen um mir klar zu werden was ich will Vielleicht entscheide ich mich ja für eine normale Geburt,und dann fällt die sterilisation eh ins Wasser.Aber ich hatte gehofft das mir beide Wege etwas leichter gemacht werden,einfach etwas mehr Aufklärung,aber ich hab mich heute gefühlt als ob ich das schlimmste auf der Welt planen würde,so ist mir das Ausgeredet worden.Das schlimmste daran ist das ja der Frauenarzt wirklich eigentlich total super ist mit der Betreuung und allem was dazu gehört.Das Einzigste was ich sicher weiß ist das er mich in der 35 Woche ins Krankenhaus zum Vorgespräch überweist.Ich weiß das ein Kaiserschnitt kein Spaziergang ist aber ich habe furchtbare Angst davor wieder so eine Geburt zu erleben.Ich gehe ja diesmal sogar in eine andere Klinik.Auch weiß ich das jede Geburt anders ist.Na ja zum Geburtsvorbereitungskurs hab ich mich ja auch angemeldet,auch meine Hebamme hat sich angeboten nochmal über die Geburt zu Reden und mir mit Gesprächstherapie die Angst zu nehmen.Oh Mann jetzt schreib ich natürlich mal wieder einen Ellenlangen Bericht;-))
Ich hoffe das ich jetzt nicht den Eindruck vermittel unbedingt einen Kaiserschnitt zu wollen es ist einfach nur das starke Gefühl in mir das es mit dem Kaiseschnitt besser läuft und da hätte die sterilisation noch gut dazu gepasst.Aber die Argumentation das man 3 Kinder erst mal ernähren muß zählt beim Arzt auch nicht.Bin mal gespannt was die Klinik dazu sagt.Ich hab ja noch ein bißchen Zeit.
Mit meiner Maus ist auch alles in Ordnung und das ist das wichtigste erstmal.
Viele Liebe Grüße
Daniela

Zum Kaiserschnitt wird normal großen Frauen meist auch geraten, wenn das Gewicht des Kindes auf mehr als 4500 Gramm geschätzt wird. Eine Entscheidung, ob dies nötig ist, sei immer individuell zu treffen, sagt Vetter. Ein Richtwert sei die Größe des mütterlichen Beckens. Ist auch dieses groß, ist eine natürliche Entbindung möglich. Allerdings sollte wie bei der Beckenendlage für den Notfall vorgesorgt sein, eine Geburt außerhalb einer Klinik sei somit ausgeschlossen.

Eher verwirrend sind die Empfehlungen bei Zwillingsschwangerschaften. Eine Reihe von Studien kommt zu dem Schluss, dass eine natürliche Geburt nicht gefährlicher für das Kind ist als ein Kaiserschnitt. Die für ihre Sorgfalt bekannte Forschervereinigung Cochrane Collaboration verweist jedoch nach Durchsicht der Forschungsliteratur darauf, dass es nicht genügend wissenschaftliche Beweise für die Überlegenheit der einen oder anderen Methode gibt. Die Entscheidung wird somit eine individuelle bleiben.

Unklar ist auch die Lage beim Wunschkaiserschnitt. Prinzipiell wird kaum ein Arzt einen Entbindungstermin vorziehen, damit das Kind ein bestimmtes Sternzeichen oder der Terminplan der Mutter mehr Klarheit erhält. Allerdings lassen die meisten Gynäkologen psychologische Gründe, wie Angst vor der Geburt, als Argument für einen Kaiserschnitt gelten. Wie schwerwiegend diese Gründe sind, wird meist nicht überprüft.

Ein besonderes Problem stellt dar, was Kritiker vielen Kliniken vorwerfen: Ein Kaiserschnitt erfolgt viel zu oft auf Wunsch der Ärzte. Die Vergütung für die Operation ist viel höher als die einer vaginalen Geburt, ihr Aufwand in vielen Fällen geringer. Für werdende Mütter ist es schwer einzuschätzen, ob ihnen der Kaiserschnitt aus dringenden medizinischen Gründen oder vielleicht doch aus Gewinnstreben angeraten wird. Ihnen kann nur geraten werden, mindestens einen weiteren Arzt und eine Hebamme in die Entscheidung einzubeziehen. Und – egal wie die Entscheidung ausfällt – zu akzeptieren, dass keine Geburt der anderen gleicht.

Kaiserschnitt auf Wunsch

Gründe für einen Wunschkaiserschnitt

Viele Frauen möchten im Intimbereich unverletzt bleiben oder haben Angst vor späteren sexuellen Problemen. Aber auch die Sorge vor Inkontinenz nach der Geburt eines Kindes, kann Frauen dazu bewegen, einen Wunschkaiserschnitt durchführen zu lassen.

Ein weiterer Grund kann die bessere Planbarkeit der Geburt sein, wenn zum Beispiel der Vater des Kindes beruflich viel unterwegs ist.

Für eine geplante Geburt im Operationssaal entscheiden sich offenbar nur wenige Frauen in Deutschland. Umfragen ergaben, dass etwa 2 bis 3 Prozent aller werdenden Mamas sich ganz bewusst für einen Wunschkaiserschnitt entscheiden.

In den meisten Fällen raten die Ärzte aus medizinischen Gründen zu einem Kaiserschnitt: Mittlerweile wird jedes dritte Kind in Deutschland per Kaiserschnitt entbunden. Gründe sind zum Beispiel die Steißlage des Babys, eine Mehrlingsgeburt oder ein Gesundheitsrisiko für Mutter und Kind.

Hinweis: Die Kosten für einen Wunschkaiserschnitt übernehmen nicht die Krankenkassen. Sie zahlen erst dann, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Zu den Indikationen können aber auch psychische Faktoren zählen, wie zum Beispiel eine übersteigerte Angst vor der Geburt.

Generell gilt: Wenn Schwangere sich tatsächlich für einen Wunschkaiserschnitt entscheiden, sollten Sie das Für und Wider ausführlich mit Ihrem behandelnden Gynäkologen besprechen.

Die Geburt an sich ist beim Wunschkaiserschnitt zwar schmerzlos und bietet Sicherheit und Planbarkeit, es bleibt aber trotzdem eine Operation, bei der auch Komplikationen auftreten können.

Wunschkaiserschnitt: Die Vorteile

  • Bereits die Vorbereitungen für einen Kaiserschnitt sind mit weniger Aufwand verbunden als eine spontane Geburt. Schwangere müssen sich nicht mit den einzelnen Phasen der Geburt vertraut machen. Hebammen raten Frauen aber trotzdem dringend dazu, einen Geburtsvorbereitungskurs zu besuchen, um sich mit Themen rund ums Stillen sowie der Babypflege vertraut zu machen.
  • Für viele werdende Mütter liegt ein klarer Vorteil eines Wunschkaiserschnitts darin, dass das Baby schnell und durch die Peridural- oder Spinalanästhesie schmerzfrei entbunden wird. Häufig dauert es nicht länger als 30 Minuten, bis das Kind im Operationssaal das Licht der Welt erblickt.
  • Bei einem Kaiserschnitt sind die Geburtsrisiken für das Baby zwei bis dreimal niedriger als bei einer spontanen Geburt.
  • Der mögliche Dammriss- oder Dammschnitt entfällt bei einem Kaiserschnitt.
  • Der Geburtstermin ist planbar und das unter Umständen lange Warten auf den Beginn der Geburt entfällt. Außerdem müssen die meisten Schwangeren keine schmerzhaften Wehen durchstehen, da das Baby etwa eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin entbunden wird.

Die Nachteile

  • Auch wenn der Kaiserschnitt aufgrund der hohen medizinischen Standards mittlerweile ein Routineeingriff ist, bleibt er eine größere Bauchoperation. Wie jede andere Operation auch, ist der Wunschkaiserschnitt mit Risiken und Komplikationen verbunden wie zum Beispiel Infektionen, Thrombosen oder Wundheilungsstörungen. Sehr selten werden bei einem Kaiserschnitt Blase oder Darm verletzt und machen weitere Operationen nötig.
  • Durch den fehlenden Geburtsstress bei einem Kaiserschnitt, kann es bei Babys zu Anpassungsstörungen wie zum Beispiel vermehrtem Schreien kommen. Dies liegt laut mehrerer Studien an den fehlenden Hormonen, die bei einer spontanen Geburt ausgeschüttet werden.
  • Nach der Entbindung können verstärkt Atemprobleme beim Baby auftreten, wenn der Wunschkaiserschnitt bereits vor der 39. Schwangerschaftswoche angesetzt wurde. Es besteht die Gefahr, dass die Lungen noch nicht vollständig ausgereift sind.
  • Frauen müssen nach der Entbindung noch mindestens 3 Tage im Krankenhaus bleiben. Zum Vergleich: Nach einer spontanen Geburt können Mama und Baby die Klinik sogar schon nach einigen Stunden verlassen, wenn es ihnen gut geht. Außerdem können Frauen nach einem Wunschkaiserschnitt aufgrund ihrer OP-Narbe einen Tag nicht aufstehen und sind auf Hilfe angewiesen. Neben Wundschmerzen können auch Entzündungen an der Narbe auftreten. Bis die Kaiserschnitt-Narbe verheilt ist, kann es bis zu 6 Wochen dauern. Außerdem haben die Frauen mit der Narbe eine lebenslange Erinnerung an die Geburt. Dieser kleine Schönheitsmakel stört viele Frauen.
  • Frauen, die sich für einen Wunschkaiserschnitt entschieden haben, werden jedes weitere Kind mit hoher Wahrscheinlichkeit auch mit einem Kaiserschnitt zur Welt bringen. In Deutschland liegt die Zahl bei fast 50 Prozent. Außerdem kann es vorkommen, dass der Mutterkuchen in der nächsten Schwangerschaft besonders fest haftet und zum Einreißen der Gebärmutter führen kann. Dies hat gefährliche Blutungen nach der Entbindung zur Folge. Grundsätzlich ist eine spontane Geburt aber auch nach einem Kaiserschnitt möglich.

Wie plane ich einen Wunschkaiserschnitt?

Ein Wunschkaiserschnitt wird in der Regel etwa eine Woche vor dem Entbindungstermin in einem Krankenhaus durchgeführt, sofern sich die werdende Mutter nicht einen ganz speziellen Termin wünscht. Gerade bei Prominenten lässt sich der Trend beobachten, dass als Geburtsdatum der Hochzeitstag, der eigene Geburtstag oder ein anderes markantes Datum gewählt wird.

Allerdings lässt sich auch dieser Wunschtermin nicht immer umsetzen, beispielswiese wenn in der Klinik eine andere Schwangere mit einem Not-Kaiserschnitt behandelt werden muss. Dieser hat selbstverständlich immer Vorrang.

Einige Tage vor dem Wunschkaiserschnitt wird die Schwangere vom behandelnden Arzt und dem Anästhesisten über die Betäubung und den Ablauf informiert. Außerdem werden die Herztöne des Kindes kontrolliert und der Schwangeren Blut abgenommen.

Am Tag des Kaiserschnitts kommt die Schwangere einige Stunden vor der Entbindung ins Krankenhaus und wird dort langsam auf die Operation vorbereitet.

Weltweit gehört der Kaiserschnitt inzwischen wohl zu den häufigsten operativen Eingriffen. Speziell in Amerika ist der Kaiserschnitt auf Wunsch bereits zu einer Art Lifestyle-OP geworden. Dort rufen Kaiserschnitt-Fans unter dem Motto „Preserve your lovechannel, take a caesarean!“ Frauen dazu auf, ihre sexuelle Empfindungsfähigkeit nicht durch eine natürliche Geburt aufs Spiel zu setzen. Auch in Deutschland lässt die „Duldungsbereitschaft“ der Gebärenden nach. Hier hat sich der Anteil an Kaiserschnitten von 1991 bis 2010 von 15,3 Prozent auf 31,9 Prozent kontinuierlich erhöht. Und nicht immer sind dies Eingriffe eine medizinische Notwendigkeit.

Noch buntere Blüten treibt der Wunsch nach der schnellen Geburt in China und Indien: Hier wird das Wohl und Wehe des Kindes von seiner Geburt „unter dem richtigen Stern“ abhängig gemacht. Aberglaube und Astrowahn treiben die Kaiserschnitt-Raten in enorme Höhen. In Lateinamerika ist alles nur noch eine Frage des Geldes: Wer etwas auf sich hält, entbindet geplant. So entscheiden sich z.B. in Rio de Janeiro rund 85 Prozent der wohlhabenden Frauen für die operative Geburt.

Vom Notfalleingriff…

Schon der römische Kaiser Julius Caesar (100-44 v. Chr.) soll per „Sectio caesarea“ – also mit einem Kaiserschnitt – aus dem Leib seiner Mutter geschnitten worden sein. Und obwohl diese Geschichte wohl eher in den Bereich Mythen und Legenden gehört, wurde Caesar (aus dessen Name sich das deutsche Wort „Kaiser“ ableitet) damit zum Namensgeber dieser Geburtstechnik. Aber erst viel später, nämlich im 19. Jahrhundert, konnte eine Technik entwickelt werden, bei der Mutter und Kind eine echte Chance hatten, den Eingriff zu überleben.

Als große Bauch-Op unter Vollnarkose war der Kaiserschnitt lange Zeit ein Eingriff, der nur im Notfall eingesetzt wurde, z.B. bei falscher Lage des Kindes im Geburtskanal, bei sehr langen und schwierigen Geburten oder bei einer vorzeitigen Lösung der Plazenta (Mutterkuchen).

…zur Wunsch-Op

Heute gilt der Kaiserschnitt als sehr sicherer Eingriff. Nicht nur wegen der verbesserten Operationstechniken, sondern vor allem, weil es die Möglichkeit gibt, nur den Unterleib zu betäuben und damit auf eine Vollnarkose zu verzichten. Der Kaiserschnitt ist damit attraktiv geworden für Frauen, die aus den verschiedensten Gründen operativ entbinden wollen.

Mögliche Gründe:

  • Angst vor dem Geburtsschmerz oder vor Beckenbodenverletzungen
  • Traumatisch erlebte frühere Geburten
  • Wunsch nach Kalkulierbarkeit der Risiken
  • Angst vor einer Beeinträchtigung der Sexualität
  • Bedürfnis nach genauer Terminwahl.

Aktualisiert: 07.01.2014 – Autor: Ina Mersch

Ganz ehrlich: Früher habe ich Frauen verurteilt, die sich von Anfang an einen Kaiserschnitt wünschen. Dafür möchte ich mich heute offiziell entschuldigen. Ich habe weder eure Beweggründe, noch Erfahrungen und/oder Ängste gekannt. Daher war es falsch von mir! Sorry!

Nun wollt ihr sicher wissen, was meine Ansicht verändert hat. Natürlich die Geburt meines eigenen Kindes. Vor zwei Jahren fuhr ich mit meinem Mann unter Wehen ins Spital, zuversichtlich mein Kind natürlich zu gebären – am liebsten ohne Schmerzmittel und andere Eingriffe. Ich wollte genauso gebären, wie das die Natur vorgesehen hat (und alle propagieren). Aber es kam alles anders.

Nach zirka 12 Stunden Wehen hatte sich mein Muttermund lediglich um fünf anstatt zehn Zentimeter geöffnet. Dazu verschlechterten sich die Herztöne meines Kindes. Plötzlich standen zahlreiche Ärzte in meinem Zimmer. Unter den heftigsten Wehen wurde ich untersucht. Dann die Entscheidung: Es ist dringend ein Kaiserschnitt nötig!

Ich wurde in den Operationssaal geschoben, während mein Mann in einem Nebenzimmer warten musste. Für die Spinalanästhesie sollte ich ruhig sitzen – unter Wehen fast unmöglich. Meine Arme wurden am Operationstisch befestigt. Ein Gefühl, das ich nicht mehr vergessen werde. Ich konnte die Wehen nicht mehr verarbeiten und musste vor Schmerzen schreien. Ich fühlte mich wie eine Irre, die ruhig gestellt werden musste.

Der Horror für mich. Aber wahrscheinlich noch schlimmer für meinen Mann. Er musste sich alles hilflos aus dem Nebenzimmer mitanhören, ohne zu wissen, was gerade passiert. Als ich bereit für die OP war, durfte er zu mir in den Operationssaal. Das war sehr schön. Die Teilbetäubung wirkte und ich war froh, dass bald alles vorbei sein wird und ich endlich unser Kind in die Arme schliessen kann. Heute staune ich, dass ich trotz der brenzligen Situation so ein Vertrauen hatte, das alles gut geht.

Innerhalb einer Viertelstunde war unser Sohn da – gesund! Mir fiel ein Stein vom Herzen. Ich war einfach nur glücklich und dankbar! Der ungeplante Verlauf der Geburt war vergessen. Zumindest für kurze Zeit. Als ich am nächsten Tag das erste Mal alleine in unserem Familienzimmer war, mit meinem Wunder im Arm, kugelten plötzlich die Tränen. Was hatte ich bei der Geburt falsch gemacht? Hätte ich auf die Hebamme hören und eine PDA zulassen sollen? Das war nur eine von vielen Fragen, die mir durch den Kopf ging.

Die Hebammen im Spital versicherten mir, dass ich keine Schuld am Kaiserschnitt hatte. Ich aber fühlte mich schuldig und als Versager! Jede Frau schafft es, normal zu gebären, nur ich nicht! Das war tatsächlich mein Gedanke. Dieser wurde verstärkt durch die mitleidendigen Blicke und Worte der Besucher, wenn sie erfuhren, dass ich einen Kaiserschnitt hatte. Das wertete meine Geburt ab und stimmte mich traurig – Denn:

Die Geburt meines Sohnes war trotz Notfall-Kaiserschnitt ein wunderschönes Erlebnis, das ich nicht missen möchte. Ich begann mich mit dem Thema Kaiserschnitt auseinanderzusetzen und tauschte mich mit Betroffenen aus. Plötzlich wurde mir bewusst: Meine Gefühle des Versagens sind beeinflusst durch die gesellschaftliche Ansicht einer idealen Geburt – und völlig unberechtigt! Denn was ist eine ideale Geburt? Gibt es überhaupt die ideale Geburt?

Jetzt bin ich mit meinem zweiten Kind schwanger – Und für mich steht fest: Ich werde dieses Mal direkt einen Kaiserschnitt wählen. Hut ab vor jeder Frau, die es nach einem Notfall-Kaiserschnitt noch einmal natürlich probiert. Ich gehöre definitiv nicht dazu! Ich will nicht noch einmal unter heftigsten Wehen in den Operationssaal geschoben werden. Ich habe Angst, wieder mein Kind zu gefährden. Und – da bin ich ehrlich – erhoffe ich mir auch, mit einem geplanten Kaiserschnitt den Frieden mit meinem ersten ungeplanten Kaiserschnitt schliessen zu können.

Wer jetzt denkt, dass mein Wunschkaiserschnitt wegen meiner ersten Geburt mehr Berechtigung hat als ein primärer Wunschkaiserschnitt, der irrt sich. Ich zitiere an dieser Stelle gerne meine künftige Wochenbett-Hebamme, als ich ihr erzählt habe, dass ich dieses Mal direkt einen Kaiserschnitt möchte: „Wir sind im 21. Jahrhundert und Frauen dürfen heute selbstbestimmt gebären!“

Genau, liebe Frauen, gebärt genauso, wie ihr es für richtig hält – sei es zu Hause, im Geburtshaus oder im Spital! Mit oder ohne Medikamente – mit oder ohne medizinischen Eingriff! Es ist euer Körper und eure Geburt! Lasst euch bloss nichts einreden und schon gar nicht durch das gesellschaftliche Bild einer perfekten Geburt beeinflussen!

Zum Schluss noch ein paar Fakten…

Im Kantonsspital Graubünden wurden im Jahr 2018 1066 Geburten durchgeführt, davon 361 Kaiserschnitte (34 Prozent). 60 Prozent der Kaiserschnitte waren ungeplant, 40 Prozent geplant.

Im Spital Grabs wurden im Jahr 2018 891 Geburten durchgeführt, davon 208 Kaiserschnitte (23 Prozent). Die Hälfte der Kaiserschnitte waren ungeplant.

Schweizweit beträgt die Kaiserschnittrate rund 32 Prozent.

Die häufigsten Ursachen für einen ungeplanten Kaiserschnittsind ein Geburtsstillstand und schlechte Herztöne des Kindes. Weitere Gründe sind eine erfolglose Geburtseinleitung oder eine plötzliche Erkrankung der Mutter.

Die häufigsten Gründe für einen geplanten Kaiserschnittsind, wenn eine Frau bereits einen oder mehrere Kaiserschnitte (geplant oder ungeplant) hatte oder eine besondere Kindslage vorliegt (zum Beispiel Quer- oder Beckenendlage). Weitere Gründe sind zu enge mütterliche Beckenverhältnisse und mütterliche oder kindliche Erkrankungen, die gegen eine vaginale Geburt sprechen. Zudem gibt es Frauen, die sich primär einen Kaiserschnitt wünschen oder nach einer ersten schwierigen natürlichen Geburt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau nach einem Kaiserschnitt natürlich gebären kann, liegt bei ca. 50 Prozent.

… und wie immer noch ein paar Worte zum Bild:

Das Foto hat mir ein anderes Kaiserschnitt-Mami zur Verfügung gestellt. Ein herzliches Dankeschön dafür! Ich habe es nicht geschafft, vor meiner zweiten Schwangerschaft ein schönes Bild meiner Narbe zu machen. Ich möchte das nach dieser Geburt nachholen.

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