Woran erkennt man krätze

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Woran man Krätze erkennt

Wo viele Menschen auf engem Raum zusammen sind, kann man sich die Krätze holen. Das kann der Kindergarten, ein Pflegeheim oder eine Gemeinschaftsunterkunft sein. Die juckende Hautkrankheit wird von Krätzmilben ausgelöst. Wer meint, sich infiziert zu haben, sollte schnell zum Arzt gehen. Krätze erkennt man an bestimmten Symptomen.

Die durchscheinenden Spinnentiere mit dem kräftigem Beißwerkzeug sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Die Männchen werden 0,2, bis 0,3 Millimeter groß, die weiblichen bis zu 0,5 Millimeter. Zur Ansteckung reicht ein Weibchen aus. Die männlichen Tiere wandern nur auf der Haut umher, die etwas größeren weiblichen Krätzmilben graben feine Kanäle in die Oberhaut und legen dort Kot und Eier ab.

Dafür bevorzugen sie warme Hautregionen mit dünner Hornschicht. Betroffen sind vor allem die Zwischenräume zwischen Fingern und Zehen, Handgelenke, Knöchel, Achseln, Ellenbogen, Leistengegend und Genital-Region. Bei Säuglingen und Kleinkindern können auch der behaarte Kopf, das Gesicht und Hand- und Fußflächen befallen sein.

Wie sich Krätzmilben vermehren

Meistens werden die Milben über Körperkontakt übertragen, aber auch eine Ansteckung über die Kleidung ist möglich. Krätzmilben ernähren sich von Hautzellen. Sie benötigen Sauerstoff und kommen daher nur in der obersten Hautschicht vor. Die Weibchen werden vier bis sechs Wochen alt und legen täglich zwei bis vier Eier. Daraus schlüpfen nach zwei bis vier Tagen Larven, die über ein Nymphen-Stadium innerhalb von zwei Wochen geschlechtsreif werden. Sie wandern an die Oberfläche der Haut und suchen sich neue Geschlechtspartner. Nach der Begattung sterben die Männchen, die Weibchen graben zur Eiablage wieder Gänge in die Haut.

Woran Krätze zu erkennen ist

Die Infektion mit Krätzmilben ist im Anfangsstadium nicht leicht auszumachen. Die höchstens 1 cm langen Fraßgänge liegen dicht unter der obersten Hautschicht. Eventuell ist der Kopf des Weibchens als kleines Pünktchen zu sehen. Der Arzt kann den Milbenbefall mit einem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) erkennen: das bräunliche Dreieck des Milbenoberkörpers und die Milbengänge. Oder er öffnet einen Milbengang, entnimmt Gewebeteile und untersucht sie unter dem Mikroskop auf Milben, Milbeneier oder Milbenkot.

Zwischen dem Befall mit Krätzmilben und dem Ausbruch der Krankheit vergehen zwei bis fünf Wochen. War ein Patient schon einmal an Krätze (Skabies) erkrankt, kann die Reaktion bei einer erneuten Ansteckung schneller erfolgen. Der Körper reagiert auf die Milben-Produkte mit einer entzündlichen Reaktion. Die Haut brennt und juckt, es bilden sich Knötchen oder Pusteln. Werden die Pusteln aufgekratzt, kann eine bakterielle Infektion dazukommen, die Haut kann sich dadurch stärker entzünden und verschorfen. Der Juckreiz verstärkt sich in der Bettwärme.

Wie Krätze behandelt wird

In der Therapie kommt eine verschreibungspflichtige Creme zum Einsatz, die großflächig aufgetragen und nach acht bis zwölf Stunden gründlich abgewaschen wird: Permethrin.Die Landesapothekerkammer Hessen rät dazu, mit der Behandlung abends zu beginnen. Erwachsene und Kinder über vier Jahren sollten die Creme auch auf Hals, Nacken, Handflächen und Fußsohlen auftragen. Kopf und Gesicht können ausgespart bleiben, es sei denn, es sind mit Skabies befallene Stellen in diesem Bereich vorhanden.

Ist die Behandlung erfolgreich, lässt auch der Juckreiz in der Regel rasch nach, nur in Einzelfällen hält er über eine Woche lang an. Damit sich die Haut schneller erholt, raten Apotheker zu einer rückfettenden Pflegecreme. Sind nach zwei Wochen immer noch Symptome vorhanden, wird der Arzt die Anwendung wiederholen lassen.

Tablette gegen Krätze

Wenn die äußerliche Behandlung nicht anschlägt oder schwierig ist – etwa bei bettlägerigen Patienten – gibt es ein Mittel zum Einnehmen: Ivermectin. Die Tabletten sind in Deutschland seit Mai 2016 auf dem Markt. In Frankreich gibt es das Mittel schon länger. Bei Kindern unter 15 kg Körpergewicht sowie Patienten ab 65 Jahren sowie bei Schwangeren oder Stillenden sollte das Präparat nur mit Umsicht angewendet werden.

Der Wirkstoff wird in einer Dosierung von 200 µg/kg Körpergewicht gegeben. Wenn die Milben nicht verschwinden, sollte die Anwendung – wie auch bei der Permethrin-Creme – nach 14 Tagen wiederholt werden. Sind die Milben beseitigt, kann der Juckreiz noch bis zu vier Wochen anhalten. Ohne Behandlung kann sich eine Krätzmilbe auch bei regelmäßigem Duschen oder Baden in der Haut halten und weiter für Symptome sorgen.

Wie Krätze sich verbreitet

Krätzmilben verbreiten sich bei intensiverem Hautkontakt, beim Spielen, bei der Körperpflege, beim Kuscheln oder beim Geschlechtsverkehr. Ein kurzer Händeruck oder eine kurze Umarmung führen in der Regel nicht zu einer Übertragung. Personen im engen Umfeld eines Krätze-Patienten sollten sich ebenfalls behandeln lassen, auch wenn noch keine Krankheitszeichen aufgetreten sind. Beengte räumliche und schwierige hygienische Verhältnisse begünstigen die Ausbreitung der Skabies.

Theoretisch ist eine Über­tragung von Krätzmilben über Textilien wie Bett­wäsche, Woll­decken, Unter­wäsche oder Ver­bands­stoffe möglich. Aber wegen der rasch ab­neh­men­den Infek­tiö­sität außerhalb der Haut, der geringen Milben­zahl bei Menschen mit einem funktionierenden Immun­system und der lang­samen Fort­bewegung der Milben tritt dies nur selten auf. In einer Studie waren zwei von 63 und vier von 272 Pro­ban­den mit Krätzmilben besiedelt, die Betten oder Kleider von stark befallenen Personen benutzt hatten. Das berichtet das Robert Koch-Institutt.

Wer auf Nummer sicher gehen will kann alle Textilien, die der Erkrankte trug oder mit denen er eng in Berührung kam, bei mindestens 60 Grad waschen, Polster und Kissen werden gut abgesaugt und Dinge, die sich nicht waschen lassen, vier Tage in einem verschnürten Plastiksack gelagert.

Wer besonders anfällig für Krätze ist

Tritt in einer Gemeinschafteinrichtung Krätze auf, ist das meldepflichtig. Betroffene dürfen die Einrichtung eine zeitlang nicht besuchen, Heimbewohner nicht die Gemeinschaftsräume betreten, erkranktes Personal nicht zur Arbeit kommen. Wann sie nicht mehr ansteckend sind, entscheidet der behandelnde Arzt.

Nicht nur der Patient, auch die Personen, die mit ihm engen Hautkontakt hatten, müssen möglicherweise behandelt werden – auch wenn sie keine Symptome zeigen. Das können Familienangehörige, Mitbewohner der Wohngemeinschaft oder Menschen, die in den letzten vier Wochen engen Hautkontakt zum Erkrankten hatten, sein. Bei Kindern sind enge Freunde sowie Kinder und Betreuer der Kindergartengruppe betroffen.

Borkenkrätze extrem ansteckend

Anfälliger für Krätzmilben sind Menschen mit Immunsuppression oder einer schweren chronischen Erkrankung. Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann die Milbenzahl explosionsartig anwachsen, ganze Hautareale befallen und zu starker Krustenbildung führen. Diese so genannte Borkenkrätze ist aufgrund der vielen Milben weitaus ansteckender. Hier könnte schon ein Händeschütteln zur Übertragung reichen.
Foto: Gina Sanders/fotolia.com

Foto: DiepgenTL, Yihune G et al. Dermatology Online Atlas (www.dermis.net). Reprinted with permission.

Wie sieht Krätze aus? Sehen Sie hier Bilder der Hautkrankheit Scabies

  • Wie sieht Krätze aus?

    Foto: .com/ Mykola Samoilenko

    Mückenstich, Neurodermitis oder Krätze? – Die Unterschiede sind nicht immer leicht zu erkennen. Wir zeigen Ihnen, wie sich die parasitäre Hautkrankheit Krätze äußert.

  • Foto: .com/ Durch Toxinmaster

    Die Hautkrankheit Krätze wird von der sogenannten Krätzmilbe ausgelöst. Sie bohrt sich in die oberste Hautschicht und legt dort Kot und Eier ab. Die Ablagerungen lösen bei den Betroffenen starken Juckreiz aus. Ein Handschlag reicht nicht aus, um die Tiere zu übertragen. Umso länger ein Träger aber nahen Kontakt zu anderen Menschen hat, umso wahrscheinlicher ist eine Ansteckung.

  • Foto: .com/ all_about_people

    Weil es in beiden Fällen zu roten Punkten kommt, verwechseln viele die Krätze mit Mückenstichen. Die treten jedoch in einzelnen Punkten auf und verblassen meist schon innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden schon sichtbar. Anders ist das bei Krätzepusteln. Bis die Tiere durch Medikamente getötet werden, bleibt der Ausschlag erhalten.

  • Foto: .com/ Pi-Lens

    Noch mehr Betroffene verwechseln Krätze mit der Hautkrankheit Neurodermitis. Auch hier treten Hautausschläge auf, die lange anhalten und ebenfalls stark jucken. Allerdings äußert sich Neurodermitis meist nicht in Punkten, sondern in kleineren Flächen, die extrem trocken sind, sich leicht schuppen und stark gerötet sind.

  • Foto: .com/ h Chuck Wagner

    Auch der Krätzeausschlag kann verschiedene Formen annehmen. Er äußert sich aber meist in kleinen Punkten, die sich röten und einen kleinen Krater in der Mitte aufweisen. Umso schlimmer die Erkrankung, umso mehr breiten sich die Pusteln aus.

  • Foto: .com/ Jaroslav Moravcik

    Es kann auch sein, dass sich die Pusteln mit der Zeit immer röter einfärben.

  • Foto: .com/ Durch Chuck Wagner

    Eigentlich bevorzugen Krätzmilben dunkle, warme und feuchte Orte wie die Achselhöhle, die Arm- und Kniebeuge oder die Leistengegend. Mit Fortschreiten der Krankheit sind allerdings auch immer mehr Körperregionen betroffen. Wie Krätze therapiert wird erfahren Sie hier.
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Krätze Anfangsstadium Bilder

Wie sieht Krätze aus? Das ist die Frage die viele Betroffene sich stellen und dann geht die Suche nach Bildern und Fotos im Netz los. Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte aus, aber du wirst feststellen es ist nicht einfach nur an Hand von Bildern und Fotos genaue Merkmale fest zustellen.

Der Beitrag Krätze Anfangsstadium erkennen hilft dir zusätzlich mit der Beschreibung von typischem Anzeichen und Symptomen bei der eigenen Diagnose. Es ist eine Hilfestellung aber ersetzt keine Expertenmeinung und im Zweifel muss immer ein Arzt gefragt werden.

Krätze Anfangsstadium Bilder – so sieht Krätze aus Krätzmilben und Bisse

Krätzmilben sind ziemlich klein aber für Menschen mit guten Augen noch ohne Lupe zu erkennen. Besser ist es aber unter einem Vergrößerungsglas die Haut zu untersuchen:

Krätzmilbe-Foto-Bild_gross Vergrößerung© auf Wikipedia

Die Krätzmilben können von unterschiedlicher Farbgebung sein. Von hellbraun über dunkelbraun bis schwarz kann die Milbe unter der Haut erscheinen. Eier und Larven sind heller und eher beige bis gelblich.

Unter die Lupe genommen entstehen Makroaufnahmen wie diese hier von Isotronic-Milbenabwehr. Das Bild zeigt eine Hausstaubmilbe in voller Größe und ähnlich wie bei Grabmilben sieht man deutlich die Beine und den Rüssel. Damit sticht, beisst und gräbt sich die Milbe in und unter die Haut.

Krätzmilbe-Krätzebeginn Frühes Stadium Ei-Larve und fertige Milbe: Milbenabwehr Isotonic®

Wer bei Google nach Bildern und Fotos sucht, wird eine ganze Auswahl Krätze Bilder vorgeschlagen bekommen. Oft sind es gemischte Fotos verschiedener Seiten und Portale. Aber auch Privatleute stellen immer mehr Bilder von sich ins Netz und dabei sind auch Betroffene die ihre Hautstellen fotografieren wenn sie ein Krätze Anfangsstadium erkennen.

Bilder-Fotos: so sieht-Krätze am Anfang-aus Googlebildersuche Beispiele

Diese Nahaufnahme zeigt Krätzmilbenbisse in Anfangsstadium wenn man die Bisse und Stiche durchaus mit Bettwanzenbissen oder Mückenstichen verwechseln kann. Deshalb muss man schon genau hinsehen um ganz sicher zu sein. Der Beitrag Krätze Anfangsstadium erkennen beschreibt Merkmale und Anzeichen genauer.

Krätze Bild-Juckreiz Kratzen der Haut

Das Bild zeigt eines der typischen Symptome wenn man die ersten Milbenbisse und Stiche auf der Haut spürt. Es ist wichtig den Juckreiz zu stoppen damit man gefährliche Entzündungen der Haut vermeidet. Durch das Kratzen wird die Haut blutig und damit sind offene Stellen Eintrittspforten für Schmutz, Bakterien und Viren.

Krätze-foto-Anfangsphase am Fuß sichtbare Bisstellen

Am Fuß denkst du im Sommer bei Stichen und Bisstellen oft zuerst an Mückenstiche. Das kann aber ein Irrtum sein weil die Milbenbisse ähnlich aussehen. Rote juckende Punkte die sich dann zu Quaddeln und Pusteln entwickelt sind oft kein harmloser Insektenstich. Auch Bettwanzenbisse sehen ähnlich aus. Also genau hin schauen, gerade auch bei Krätzeverdacht bei KindernKrätze Anfangsstadium Kinder sollten Eltern lieber zwei mal untersuchen.

Krätzmilben-Zyklus Bild Ei Larve Milbe – Originalbild

Die Entwicklung von einigen Parasiten ist ähnlich und dieses Bild mit dem Lebenszykus und der Inkubationsphasen zeigt den Kreislauf für Flöhe, Bettwanzen und Milben der sich nicht grundlegend unterscheidet. Da auch Tiere von Milben befallen werden, ist in dieser Vektorgrafik der Wirt ein Hund.

Krätze am Anfang Logo_Bild_Krätzmilbe schwarz-rot Org. .com

Unser kleines Logo haben wir extra in ROT gefärbt auch wenn die gemeine Krätzmilbe in Wirklichkeit braun bis schwarz ist. Mit der Farbe Rot verbindet man Achtung und Stopp oder Aufpassen und genau dieser Effekt soll hier genutzt werden.

Bilder Fotos Krätze Anfangsstadium können helfen

Ich hoffe die Bilder sind hilfreich und verdeutlichen das Problem anschaulich. Wer Bilder seiner Krätze im Anfangsstadium macht und unser Portfolio an Krätze Bildern und Fotos hier ergänzen möchte, kann uns gerne Bilder zuschicken. Du hilfst damit anderen Betroffen und natürlich behandeln wir die Bilder anonym.

zum Artikel Krätze Anfangsstadium erkennen

Wenn du nun sicher bist es handelt sich unter deiner Haut um ein Krätze Anfangsstadium dann empfehle ich dir einen Arztbesuch um schnell das Problem behandeln zu lassen. Wenn du sich sehr gut informierst dann kannst du auch selber die Krankheit behandeln.

Allerdings ist es nicht so einfache und ohne Gründlichkeit bei der Wohnungsreinigung und gewissenhafter Behandlung der Haut, kann sich das Problem auch verschlimmern. Zögere dann nicht und frage einen Fachmann der dir helfen kann.

zum Artikel Krätze Anfangsstadium behandeln

Eine Anleitung wie du genau die Krätze bekämpfen kannst, gibt der Ratgeber von milbenproblem.de

Krätze: Symptome, Übertragung und Behandlung

Die Krätze nimmt in Deutschland wieder zu. Bei der Infektion legen Milben Eier und Kot unter der Haut ab – die Folgen sind Blasen, Krusten und Schuppen, begleitet von einem teils unerträglicher Juckreiz.

Krätze, medizinisch Scabies oder Skabies genannt, ist eine Hauterkrankung, die durch die Krätzmilbe verursacht wird. Sie ist ansteckend, lässt sich aber gut behandeln. Die Infektion kommt in Deutschland wieder häufiger vor: Laut Krankenversicherung Barmer stieg zum Beispiel in Hamburg die Zahl der Verordnungen von Salben gegen Krätze „innerhalb eines Jahres um 64,5 Prozent, bei den Tabletten sogar um 90,5 Prozent“. Auch die Zahl der Betroffenen habe sich innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt. Ausgewertet wurden Verordnungen mit den Wirkstoffen Permethrin und Ivermectin der Jahre 2016 und 2017.

Krätze – was ist das überhaupt?

Die Milbe Sarcoptes scabiei var. hominis gehört zu den Spinnentieren und ist mit einer Größe von 0,2 bis 0,5 Millimetern für das menschliche Auge kaum sichtbar. Die Krätzmilbe vermehrt sich in der menschlichen Haut: Nach der Paarung auf der Hautoberfläche stirbt die männliche Milbe, während das weibliche Tier sich etwa 20 bis 30 Minuten lang in die Haut bohrt. Sie lebt dort zwischen 30 und 60 Tage und gräbt tunnelförmige Gänge, in die sie ihre Eier ablegt. Nach etwa drei Tagen schlüpfen die Larven, bewegen sich an die Hautoberfläche zurück und verbleiben in Falten, Ver­tie­fungen und Haar­follikeln, bis sie nach maximal drei Wochen ge­schlechts­reif sind und der Kreislauf von vorn beginnt. Neben Eiern lassen die Milben auch Kot zurück.

Foto-Serie mit 6 Bildern

Darstellung von Milben unter der Haut: Weibliche Tiere bohren Gänge. (Quelle: Science Photo Library/imago images)

Symptome bei Krätze

Zwei bis fünf Wochen dauert es, bis die Haut allergisch auf die Milben reagiert: Betroffene Areale beginnen zu jucken und/oder zu brennen, es treten erste Bläschen, Pusteln und/oder Knötchen auf, die Haut rötet sich und wird teils schuppig. Das Jucken wird immer stärker, vor allem nachts, wenn es unter der Bettdecke warm ist. Im Schlaf oder auch tagsüber aufgekratzte Stellen bilden Krusten, sie können bluten oder sich entzünden und eitern. Wer die betroffenen Hautpartien nicht behandelt, riskiert einen großflächigen Befall.

Arm mit Milbenbefall: Es bilden sich juckende Knötchen. (Quelle: Ritzau Scanpix/imago images)

Hygiene bei Krätze

Häufig wird Krätze mit mangelnder Hygiene in Verbindung gebracht. Dies muss aber nicht unbedingt der Fall sein: Krätzmilben breiten sich generell dann verstärkt aus, wenn viele Menschen auf engem Raum zusammenkommen. Daher sind vor allem Pflegeheime, Kindergärten und Krankenhäuser betroffen. Zudem wird sie anfangs leicht übersehen, der von den kleinen Milben ausgelöste Juckreiz wird mit den Symptomen eines Hautekzems verwechselt. So verbreitet sich die Krankheit zunächst unbemerkt.

Bei einer akuten Erkrankung an Scabies kann eine gute Hygiene die Heilung unterstützen: Regelmäßiges Duschen oder Baden hemmt die Vermehrung der Krätzmilben. Für Kleidung, Bettwäsche und Handtücher empfiehlt sich der Waschgang bei 60 Grad. Nicht-waschbare Textilien, Schuhe oder Kuscheltiere können entweder durch 14-tägiges Verweilen in Plastiktüten oder durch Einfrieren von Milben befreit werden.

Wie wird Krätze behandelt?

Eine Infektion mit Scabies wird vor allem mit Creme oder Salbe behandelt. Ziel der Therapie ist das Abtöten der Milben sowie ihrer Larven und Eier. Zudem sollen die Symptome wie Juckreiz und Entzündungen gelindert werden.

Hilfreich für die lokale Applikation sind Präparate mit den Wirkstoffen Perme­thrin, Benzyl­ben­zoat und Crotamiton, wobei Permethrin am häufigsten eingesetzt wird. Seit Februar 2016 ist zudem auch Ivermectin für die orale Therapie zugelassen. Grundsätzlich werden wegen der spät einsetzenden Symptome alle engeren Bezugspersonen des Patieten ebenfalls behandelt. Der Nutzen von Teebaumöl als Hausmittel gegen Krätze ist nicht bestätigt.

Wege der Übertragung

Krätze ist ansteckend. Die Übertragung erfolgt ohne Zwischenwirt direkt von Mensch zu Mensch über engen Körperkontakt der Haut. Für die Über­tragung reicht ein einziges begattetes Milben­weibchen aus, oder aber mehrere, geschlechtlich unterschiedlich deter­minierten Larven. Allerdings sind Krätzemilben langsam: Es dauert etwa fünf bis zehn Minuten, bis sie sich von einer Hautpartie zur nächsten bewegen. Darum ist eine Ansteckung von Menschen mit der gewöhnlichen Krätze durch Umarmungen, Begrüßungsküsse oder Händeschütteln unwahrscheinlich.

Auch die Übertragung über Textilien oder andere Stoffe ist selten. Eher stecken sich Familienangehörige, Paare und Menschen gegenseitig an, ebenso wie Menschen, die in Wohngemeinschaften oder Pflegeeinrichtungen zusammenleben und längeren Körperkontakt haben.

Wo Krätze häufig entsteht

Zur Ablage ihrer Eier mögen weibliche Krätzmilben am liebsten warme Körperstellen mit dünner Hornschicht, etwa zwischen Händen und Füßen, Ellen­bogen­streck­seiten, Brust­warzen­hof und Nabel­region. Auch die Genitalien und umliegende Areale sind häufig befallen. Typisch sind läng­liche Papeln am Penis­schaft. Bei Säug­lingen und kleinen Kindern nisten sich Krätzmilben auch am behaarten Kopf und im Gesicht ein.

Scabia ist nicht gleich Scabia

Krätze kann unterschiedliche Erscheinungsformen haben, von einer sehr leichten Variante bis hin zu schweren Fällen, unter denen Betroffene stark leiden.

  • Scabies crustosa: Diese Form der Krätze, früher Scabies norvegica, wird auch disseminierte Skabies, Krusten­skabies oder Borken­krätze genannt. Entsprechend ist ein typisches Symptom die starke Krustenbildung, meist an Füßen, Händen, Knien und Ellenbogen. Scabies crustosa ist eine besonders schwere Form der Erkrankung, der Befall kann hier mit bis zu mehreren Millionen Milben sehr stark sein. Borkenkrätze ist im Gegensatz zur gewöhnlichen Krätze hoch ansteckend, sie kann sich auch durch sehr kurzen Hautkontakt übertragen.
  • Scabies granulomatosa: Bei der granulomatösen Krätze bilden sich zusätzlich zu den üblichen Symptomen etwa erbsengroße, entzündliche Knoten, die in seltenen Fällen jedoch auch größer werden können. Mediziner gehen davon aus, dass diese Knoten entstehen, wenn sich Milben durch das Kratzen des Menschen in tiefere Hautschichten bewegen.
  • Scabies incognita: Die sogenannte gepflegte Krätze zeigt sich in nur kleinen, eher unauffälligen und vereinzelten Hautveränderungen. Der Juckreiz ist dennoch vorhanden, vor allem in der Nacht.
  • Herbst- und Winterpflege: Trockene Haut vor Ekzemen schützen
  • Meldepflichtige Erkrankung: Krankenkasse meldet steigende Zahl von Krätze-Fällen
  • Es kommt auf die Symptome an: Was bei Schuppenflechte helfen kann

Wie lange hält der Juckreiz an?

Nach der erfolgreichen Behandlung können Juckreiz und Hautveränderungen noch einige Wochen anhalten. Dies nennt sich postskabiöses Ekzem.

Der Patient ist jedoch nicht mehr ansteckend. Gegebenenfalls verschreibt der behandelnde Arzt hier eine antientzündliche Creme oder Salbe. Auch eine rückfettende Pflegecreme ist empfehlenswert – so kann sich die Haut regenerieren und besser heilen.

Krätze bei Kindern

Krätze kommt von Kratzen

Der für Krätze typische, heftig juckende Hautausschlag stellt eine allergische Reaktion auf den Kot und die Eier der Milben dar. Entgegen der weitverbreiteten Meinung, dass Krätze ausschließlich Kinder heimsucht, die unter schlechten hygienischen Verhältnissen leben, kann sich jedes Kind, völlig unabhängig von der familiären Situation anstecken.

Die Milben werden ganz einfach durch Hautkontakt von einer Person auf die andere übertragen, sodass oft eine gesamte Kindergartengruppe oder mehr als nur ein Familienmitglied betroffen ist.

Die Krätzmilbe: ein auf den Menschen spezialisiertes Spinnentier

Der Erreger der Krätze heißt mit lateinischem Namen Sarcoptes scabiei variatio hominis. Das parasitär lebende Spinnentier ist vollkommen auf den Menschen spezialisiert. Nachdem an der Hautoberfläche die Paarung stattgefunden hat, gräbt sich das weibliche, etwa 0,4 mm kleine Tier in die Hornhaut ein, gräbt dort kleine Gänge und legt Eier ab.

Außerdem hinterlässt es dort kleine Kotballen, welche eine Reaktion des menschlichen Immunsystems auslösen. Die Haut entzündet sich und es juckt fürchterlich. Aus den Eiern schlüpfen schließlich Larven, die sich an die Hautoberfläche bewegen. Dort beginnt der ganze Kreislauf von vorn.

Der außerordentlich starke Juckreiz veranlasst die Kinder zu ständigem Kratzen. Das verstärkt die Hautreizung und es können unter Umständen Bakterien eindringen. Die Folgen sind oft schwerwiegende Infektionen und ein langer, meist mehrere Wochen andauernder Heilungsprozess.

Typische Krätze-Symptome

Ein bis zwei Wochen nach der Übertragung entwickeln die betroffenen Kinder einen verstreut-beuligen Hautausschlag und kratzen sich oft. Zumeist findet sich der Ausschlag an typischen Stellen, wie:

  • zwischen den Fingern
  • außen am Ellenbogen
  • um das Handgelenk
  • in der Achselhöhle
  • an den Genitalien
  • am Unterleib

Wer genau hinschaut, sieht vielleicht hellbraune oder silbrig glänzende, wellenförmige Linien. Das sind die Gänge, welche die Krätzmilben unter der Haut gegraben haben. Manchmal entstehen auch Pusteln, die kleinen Pickeln ähneln oder kleine Wasserblasen.

Gewöhnlich ist das Jucken unter Wärmeeinwirkung, etwa nach einem warmen Bad oder nachts im Bett besonders stark. An den Stellen, an denen sich das Kind ständig kratzt, entstehen hässliche Verkrustungen.

Wann sollten die Eltern ihr Kind einem Arzt vorstellen?

Kinder mit einem unerklärlichen Hautausschlag gehören grundsätzlich in medizinische Betreuung. Je eher der Arzt die Krankheitsursache feststellt und die Behandlung einleitet, umso schneller fühlt sich das Kind wieder wohl.

Sobald der Arzt den Verdacht auf Krätze hat, wird er ihn anhand eines schmerzlosen Tests bestätigen. Dafür kratzt er eine kleine Hautprobe ab und schaut sie unter dem Mikroskop an. Dort sind sowohl die Milben als auch ihre Eier und der Kot sichtbar.

Wie wird Krätze bei Kindern behandelt?

Erfreulicherweise lässt sich die Krätze gut therapieren und heilt normalerweise ohne Folgen vollständig aus. Hierfür stehen verschiedene, für Kinder geeignete Anti-Milben-Präparate zur Verfügung, die die vorhandenen Milben auf und in der Haut abtöten. Aufgrund der möglichen Nebenwirkungen sollten sich die Eltern allerdings zwingend von einem Arzt beraten lassen und wirklich genau die von ihm empfohlenen Mittel strikt nach Vorschrift verwenden.

Zusätzlich sind folgende Maßnahmen wichtig

  • Der Wirkstoff gegen Krätze kommt zumeist in Form einer Creme zum Einsatz. Diese muss großflächig (ohne Lücken) aufgetragen und gemäß Anweisung nach einer definierten Zeitspanne wieder gründlich abgewaschen werden.
  • Die auftragende Person sollte Handschuhe verwenden.
  • Im Anschluss an das Abwaschen muss das Kind frische Kleidung anziehen und die Bettwäsche ist zu wechseln.

In den meisten Fällen ist eine Therapieeinheit ausreichend. Sollten nach circa zwei Wochen immer noch Krätze-Symptome vorhanden sein, wird der Arzt sicherlich dazu raten, die Behandlung zu wiederholen. Sind die Milben erfolgreich bekämpft, können der Juckreiz und die Hautveränderungen trotzdem noch einige Wochen lang bestehen bleiben.

Antientzündlich wirkende Salben und rückfettende Cremes helfen der Haut, sich schneller zu erholen. Um ein Wiederaufflammen der Krätze auszuschließen, sollten die Eltern ihr Kind etwa vier Wochen lang regelmäßig ärztlich kontrollieren lassen.

Allgemeine Hinweise

  • Wäschestücke, die intensiv mit der Haut des infizierten Kindes in Kontakt gekommen sind, insbesondere Unterwäsche, Handtücher, Bettwäsche oder Kuscheltiere stellen potenzielle Ansteckungsquellen dar. Deshalb alles bei mindestens 60 °C waschen.
  • Alle Spielsachen, die nicht waschbar sind, können in einem gut verschließbaren Sack einige Tage lang aufbewahrt und somit „entkeimt“ werden. Die Krätzmilbe ist nämlich ohne ihren menschlichen Wirt nur wenige Stunden überlebensfähig und stirbt dort ab.
  • Polstermöbel gründlich absaugen und drei bis vier Tage nicht nutzen.
  • Bereits 10 bis 12 Stunden nach der Behandlung mit dem Anti-Milben-Mittel besteht keine Ansteckungsgefahr mehr, das Kind darf wieder in den Kindergarten oder in die Schule gehen.

Achtung! Manchmal ist es sinnvoll, alle Familienmitglieder und enge Kontaktpersonen gleich mit zu therapieren. Hierzu am besten den behandelnden Arzt befragen!

Gibt es wirksame Maßnahmen zur Vorbeugung?

Die einzige Möglichkeit, um Krätze zu vermeiden, besteht darin, den Kontakt mit jeder bereits infizierten Person zu vermeiden. Sofern das Kind eine Kindereinrichtung besucht, dürfte das jedoch schwierig sein. Glücklicherweise tritt die Erkrankung in Deutschland vergleichsweise selten auf.

Die Übertragung durch Kleidung oder Decken ist möglich, jedoch sehr selten, weil die Krätzmilbe, um zu überleben, zwingend auf ihren Wirt angewiesen ist. Trotzdem sollte auf Reisen auf Billigunterkünfte und zweifelhafte hygienische Umstände besser verzichtet werden, vor allem wenn kleine Kinder mit zur Reisegesellschaft gehören.

Krätze (Scabies)

Diese Informationen richten sich primär an Ärztinnen/Ärzte und medizinisches Fachpersonal

  • Erreger
  • Epidemiologie
  • Übertragungswege
  • Entwicklung
  • Krankheitsbild
  • Diagnose
  • Therapie
  • Zusätzliche wichtige Maßnahmen
  • Gesetzliche Bestimmungen

Erreger
Sarcoptes scabiei var. hominis (Spinnentiere).

Epidemiologie
Krätzemilben sind Ektoparasiten mit Wirtsspezifität für den Menschen. Sie sind weltweit verbreitet. Bei sporadischen Erkrankungsfällen sind hauptsächlich jüngere Erwachsene betroffen; im Rahmen von Häufungen – vor allem in Familie und Gemeinschaftseinrichtungen aller Art, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen – erkranken Angehörige aller Altersgruppen, auch Kleinkinder und Säuglinge. Die Ausbreitung wird durch schlechte sozioökonomische Verhältnisse und Hygienemängel begünstigt. In Nordeuropa ist die Ausbreitungsgefahr der Krätze im Herbst und im Winter größer als zu den anderen Jahreszeiten.

Übertragungswege
Die Übertragung erfolgt in erster Linie direkt über längeren engen körperlichen Kontakt, wurde jedoch auch bei Kurzkontakten nachgewiesen. Gelegentlich werden die Milben auch indirekt über Kleidung, Bettwäsche, Matratzen, Handtücher, Bettvorleger, Decken, Kissen, Plüschtiere etc. übertragen.
Bereits die Hauthaftung eines begatteten Milbenweibchens reicht zur Entwicklung einer Krätze aus.

Entwicklung
Die geschlechtsreifen Milbenweibchen (Größe 0,2 – 0,5mm) graben sich parallel zur Hautoberfläche durch das Stratum corneum bis an den unteren Rand der Epidermis ein und legen in diesen blind endenden Bohrgängen (Länge 1-10mm) täglich 1-2 Eier ab. Die sich am 3.-4. Tag daraus entwickelnden Larven bohren sich nach außen, reifen zu Nymphen und entwickeln sich innerhalb von 12-15 Tagen zu adulten Milben. Männchen und Weibchen kopulieren in sog. Bohrtaschen, bevor die Weibchen mit der Anlage von Bohrgängen beginnen. Pro Tag schaffen die Weibchen 0,5-5mm Bohrgangslänge. Der gesamte Entwicklungszyklus dauert für Männchen etwa 9-14 Tage und 12-21 Tage für die Weibchen. Letztere produzieren im Laufe ihres Lebens jeweils durchschnittlich 40-50 Eier (Größe 0,16-0,19 x 0,08- 0,1mm), ihre Lebensdauer erreicht 1-2 Monate. In der Regel sind bei infizierten Personen nur ca. 10 bis 50 lebende Milbenweibchen vorhanden, in Fällen mit einer besonders schweren Infestation bei Immunkompromittierten (Scabies norwegica, syn. Scabies crustosa oder Borkenkrätze) können es jedoch auch mehrere Hundert sein. Die extrakorporale Überlebenszeit hängt stark von Temperatur und Luftfeuchte ab. Krätzemilben überleben bei Raumtemperatur für 24-36 Stunden in Kleidung, Bettwäsche, auf Polstermöbeln oder Teppichböden, bei 12°C und feuchter Luft sogar bis 14 Tage. Die Immobilitätsgrenze liegt bei 16°C.

Krankheitsbild

Bei Erstbefall treten nach einer Inkubationszeit von zwei bis sechs Wochen leichtes Brennen bis heftiger Juckreiz auf. Dieser ist bei Bettwärme vor allem nachts besonders quälend. Das klinische Bild verläuft typischerweise in zwei Phasen. Primär kommt es infolge der lokalen Hautschädigung durch die Milbenvermehrung zur Bildung stecknadelkopfgroßer Vesikel, erythematöser Papeln bis hin zu Pusteln. Prädilektionsstellen sind hierbei die Hände (v.a. die Zwischenfingerräume), Beugeseiten der Handgelenke, vordere Achselhöhlen, Mammae, Leistenregion und Penis, grundsätzlich können Milbengänge aber an allen Körperstellen – meist jedoch mit Ausnahme des Gesichtes und des behaarten Kopfes- auftreten. Durch Kratzeffekte kann es zu bakteriellen Superinfektionen und Abszessbildung und Lymphangitiden kommen.

Wenige Wochen später lässt sich eine zweite Krankheitsphase beobachten, die durch eine allergische Reaktion auf die Ausscheidungen der Milben oder deren nach Absterben zerfallende Körper gekennzeichnet ist. Dieser generalisierte Hautausschlag (Sekundärexanthem) tritt häufig perimamillär und am Handrücken auf.

Bei beeinträchtigtem Immunsystem und/oder Mangelerkrankungen kann es zu dem Bild einer hoch kontagiösen, nur noch schwach oder gar nicht juckenden, aber von starker Schuppen- und Borkenbildung begleiteten Scabies norwegica kommen. Deren krustige Effloreszenzen betreffen v.a. die Finger, Handrücken und –wurzel sowie die Ellenbogen, und es treten Fissuren an den Streckseiten der Extremitäten auf . Eine spätere Ausbreitung in Richtung Kopfhaut, Ohren, Zehen, Fußsohlen und Rücken ist möglich. Bei Säuglingen und Kleinkindern hingegen findet man typische Hauterscheinungen auch im Bereich von Kopfhaut und Gesicht sowie palmoplantar.

Diagnose
Krätzeverdacht besteht bei jeder Person mit den o.g. Hauterscheinungen und unerklärlich starkem (nächtlichen) Juckreiz. Die Diagnose wird durch die Suche nach Bohrgängen und Milbennachweis aus Hautgeschabsel unter Zuhilfenahme einer starken Lupe gestellt. Im Zweifel sollte stets ein Hautarzt zu Rate gezogen werden.

Therapie
Die Behandlung erfolgt durch Abtöten der Milben mittels topisch oder in schweren Fällen auch systemisch applizierten Antikrätzepräparaten.
In der Regel beginnt die Behandlung mit einem Ganzkörperbad (bei S. norwegica muss zudem eine hornschichterweichende Behandlung erfolgen). Vor der Anwendung von Antiscabiosa muss die Haut jedoch trocken und abgekühlt sein. Für die lokale Therapie stehen Präparate auf der Basis von Permethrin, Allethrin, Benzylbenzoat, Präzipitatschwefel und Crotamiton zur Verfügung. Sie sollten gemäß Herstellerangaben unter Einbezug des ganzen Körpers – insbesondere auch der Körperfalten und Nagelregion – mit Ausnahme des Gesichtes und des behaarten Kopfes vor dem Zubettgehen aufgetragen werden. In einigen Fällen können eine oder mehrere Wiederholungsbehandlungen erforderlich sein (Packungsbeilage beachten!). Die Behandlung von Schwangeren, Stillenden, Säuglingen und Kleinkindern sollte stets unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
Mittel zur oralen Therapie sind in Deutschland seit Februar 2016 für die Behandlung der Krätze zugelassen. Wenn wegen nicht zu beeinflussender Rahmenbedingungen eine bestimmungsmäßige Anwendung von Permethrin nicht möglich ist, wird Ivermectin oral empfohlen.

Zusätzliche wichtige Maßnahmen
Körper- und Unterbekleidung sowie Bettwäsche sollten alle 12-24 Stunden, Handtücher zweimal täglich gewechselt werden. Die unter der Behandlung getragene und damit durch die Haut imprägnierte Nachtwäsche muss erst nach einigen Tagen erneuert werden, da die Restwirkung des Pestizides ausreicht, um die Milben befallsunfähig machen. Für Bettwäsche, Handtücher und Kleidungsstücke ist normales Waschen bei 60°C ausreichend. Nicht waschbare Textilien können z.B. durch mindestens siebentägiges Auslüften im Freien, chemische Reinigung oder bis zu 14-tägiger Verwahrung in Plastiksäcken behandelt werden, wodurch die Milben ihre Befallsfähigkeit verlieren. Polstermöbel, Betten und Fußbodenbeläge sollten gründlich mit einem leistungsstarken Staubsauger gereinigt werden. Plüschtiere, Schuhe und andere Kleinutensilien können durch Einfrieren milbenfrei gemacht werden.
Diese o.g. Maßnahmen sind fast immer ausreichend, so dass der Einsatz chemischer Mittel zur Entwesung der Umgebung in der Regel nicht erforderlich ist.
Wichtige Grundsätze sind die Information und zeitgleiche Mitbehandlung aller Personen mit engem körperlichen Kontakt (Familienmitglieder, Sexualpartner) und die Wiederholung der Behandlung nach einer Woche. Im Anschluss sollte eine Nachuntersuchung erfolgen.
Innerhalb einer Gemeinschafts- oder Gesundheitseinrichtung ist eine Isolierung der betroffenen Personen bis zum Wirksamwerden der Behandlung (24h nach Beginn) wünschenswert; bei der hochkontagiösen Scabies crustosa sollte sie in jedem Fall erfolgen.

Gesetzliche Bestimmungen
Gemäß §34 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) dürfen Personen, die an Krätze erkrankt oder dieser verdächtig sind in Einrichtungen zur Betreuung von Säuglingen, Kindern oder Jugendlichen (Gemeinschaftseinrichtungen gemäß §33 des IfSG) keine Lehr-, Erziehungs-, Pflege-, Aufsichts- oder sonstige Tätigkeiten ausüben, bei denen sie Kontakt zu den dort Betreuten haben, bis nach ärztlichem Urteil (Attest) eine Weiterverbreitung der Krätze durch sie nicht mehr zu befürchten ist. Gleiches gilt entsprechend für die in der Gemeinschaftseinrichtung Betreuten; diese dürfen die dem Betrieb der Einrichtung dienenden Räume nicht betreten und nicht an Veranstaltungen der Gemeinschaftseinrichtung teilnehmen, bis auch von ihnen keine Weiterverbreitungsgefahr mehr ausgeht. Für die Erteilung der Erlaubnis zum Wiederbesuch der Einrichtung ist die Abwesenheit befallsfähiger Krätzemilben entscheidend. Nachgewiesene Milbenfreiheit bzw. das Auffinden von ausschließlich letal geschädigten Milben ist demnach das sicherste Kriterium für die Beendigung der Ansteckungsgefahr. Sofern z.B. schon binnen eines halben Tages nach der ersten Applikation eines geeigneten Krätzemittels keine lebenden Milben mehr nachzuweisen sind und die empfohlenen Begleitmaßnahmen sachgerecht durchgeführt wurden, besteht kein Grund, den Betroffenen den Besuch der Gemeinschaftseinrichtung länger als einen Tag zu verwehren. Die sachgerechte Weiterführung der Behandlung und Hygienemaßnahmen vorausgesetzt, kann nach einer Erfolgskontrolle in entsprechendem Abstand die endgültige Milbenfreiheit durch den behandelnden Arzt bescheinigt werden. Die Abheilung der Hautveränderungen kann hingegen noch Tage bis Wochen nach Abschluss der antiscabiösen Therapie in Anspruch nehmen.
Bei Bekanntwerden des Auftretens von Krätze oder entsprechendem Verdacht haben die Betroffenen bzw. Sorgeinhaber dies unverzüglich der Leitung der Gemeinschaftseinrichtung mitzuteilen (§34, Abs.5 IfSG). Letztere benachrichtigt wiederum unter Angabe personenbezogener Daten unverzüglich das zuständige Gesundheitsamt (§34, Abs.6 IfSG). Das Gesundheitsamt kann gegenüber der Leitung der Gemeinschaftseinrichtung eine nichtnamentliche Bekanntgabe der Krätzeerkrankung oder des Verdachtes anordnen (§34, Abs.8 IfSG). Personen, die in den Gemeinschaftseinrichtungen nach §33 IfSG Lehr-, Erziehungs-, Pflege-, Aufsichts- oder sonstige Tätigkeiten regelmäßig ausüben und Kontakt mit den dort Betreuten haben, sind vor erstmaliger Aufnahme ihrer Tätigkeit und danach mindestens im Abstand von zwei Jahren von ihrem Arbeitgeber über die gesundheitlichen Anforderungen und Mitwirkungspflichten nach §34 IfSG zu belehren (§35 IfSG).
Gemeinschaftseinrichtungen, ambulante und stationäre medizinische Versorgungs- und Pflegeeinrichtungen, Massenunterkünfte sowie Justizvollzugsanstalten legen in Hygieneplänen innerbetriebliche Vorgehensweisen zur Infektionshygiene und somit auch zum Schutz gegen Krätze fest. Die infektionshygienische Überwachung dieser Einrichtungen obliegt dem zuständigen Gesundheitsamt (§36, Abs.1).

Dieses Merkblatt kann als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Betroffene wenden sich für weitere Informationen bitte an Ihren Hausarzt.

Stand: 12/2016

Krätze

Krätze (engl. Scabies) ist eine durch Milben (Sarcoptes scabei) hervorgerufene stark juckende und hoch ansteckende Hauterkrankung. Ausgelöst wird die Erkrankung durch die sich in die Hornschicht der Haut fressenden Milbenweibchen. Die Weibchen werden 0,2-0,5 mm groß, die entstehenden Gänge bis zu 1 cm lang. Am Ende des Ganges wird eine Erhebung, auch mit bloßem Auge als dunkles Pünktchen sichtbar, in der das Weibchen sitzt.

Besonders häufig finden sich die Scabies-Milben-Gänge (sog. Prädilektionsstellen) in Körpereinfaltungen wie Fingerzwischenräume (Interdigitalräume), Zwischenzehenräume, Achselfalten, Bauchnabel, Brustwarzen bei Frauen und im Genitalbereich. Der Scabiesbefall kann jederzeit besonders bei Kindern an jeglicher Körperstelle auftreten, z.B., auch (wenn auch selten) im Rückenbereich. Weltweit soll es jährlich zu 300 Millionen Erkrankungen kommen.

Symptome:

Eine Erstmanifestation (= infektion) verursacht zunächst nur geringe Hautveränderungen. Nach ca. 4 Wochen treten durch Zerfalls- und Ausscheidungsprodukte der Milben allergische Reaktionen auf (Typ I und III-Reaktionen) und plötzlich kommt es vor allem in der Bettwärme zu quälendem Juckreiz (Puritus). Kratzeffekte führen meist zu Sekundärinfektionen mit Pilzen und Bakterien. Ekzemative Hautveränderungen mit Knötchen und eitrigen Pusteln (Scabies nodosa) sowie borkiges Aussehen der Milbengänge (verzeinzelt oder gruppenweise) sind typisch. Als Sekundärfolge einer allgemeinen Sensibilisierung kann es auch zu Ekzemen anderer Körperregionen kommen. Auch nach erfolgreicher Therapie können postskabiöse Papeln als Ausdruck einer Immunantwort vom Spättyp starken Puritus verursachen. Bei Patienten mit guter Hautpflege kommen oft nur minimale Hauterscheinungen bei starkem Juckreiz vor (sog. “gepflegte Skabies“ = Scabies discreta). Bei Betroffenen mit einer geschwächten Immunabwehr (z.B. bei malignen Hauterkrankungen) kann es zu besonders schweren Verläufen mit massenhaftem Milbenbefall (sog. Scabies norvegica sive crustosa = Borkenkrätze) kommen, die ein psoriariformes (wie Schuppenflechte) Bild ergeben kann.

Diagnose:

Die Milbengänge können mit einer feinen Kanüle oder einem feinem Skalpell eröffnet werden. Der Ganginhalt wird auf einen Objektträger gebracht und in 10-20facher Vergrößerung mikroskopiert. Sichtbar werden bei Milbenbefall die weiblichen Milben, die Eier und der Milbenkot. Milbengänge können durch Auftupfen von Farbstoff mit einem Filzschreiber und unter Zusatz von einem Tropfen Alkohol dargestelllt oder mittels Auflichtmikroskop nachgewiesen werden.

Biologie der Krätzmilbe

Die Krätzmilbe Sarcoptes scabei gehört wie die Zecken (s. dort) zu den Arachniden (Spinnentiere) mit der Ordnung Acarina = Acari (Milben und Zecken) und der Unterordnung: Sarcoptiformes. Hierzu zählen die Acaridae (Vorratsmilben–Acanes siro) und die Hausmilben (Glycophagus domestius).

Die Krätzmilbe gehört zur Familie der Sarcoptidae (=Parasiten in der Haut von Wirbeltieren) u.a. Räude der Säugeiere). Nach der Begattung durch ein ca. 0,1 – 0,2 mm großes Männchen gräbt sich das Weibchen in die Hornschicht der menschlichen Haut tunnelförmige Gänge und legt 2-3 Eier pro Tag. Die männlichen Milben sterben nach der Kopulation auf der Hautoberfläche ab. Weibliche Tiere leben bis zu 8 Wochen. Aus den Eiern schlüpfen wie bei den Zecken sechsbeinige Larven, die sich zu achtbeinigen Nymphen, und nach 2-3 Wochen, zu geschlechtsreifen Milben entwickeln.

Tierräudemilben(Cheyletielosis) sind von Kaninchen, Hund- und Katzenfell auf den Menschen übertragbar. Selbst Vogelmilben (z.B. Hühnermilbe) können auf den Menschen als sogenannter Fehlwirt übergehen. Diese Infektionen sind jedoch milde und selbstlimitierend. Nahrungsmittelmilben (s.o..) können die sogenannte Getreidekrätze hervorrufen, welche einer irritativen Kontaktdermatitis an den exponierten Stellen (zumeist Hände) ähnelt.

Therapie:

Die Therapie wird in verschiedenen Ländern durchaus unterschiedlich durchgeführt, einheitliche therapeutische Richtlinien fehlen.

Beim Erwachsenen kommen zum Einsatz:

  • Hexachlorcychohexan (Jacutin N®),
  • Benzylbenzoat / 10-25%, Antiscabiosum MAGO®).

Da diese Mittel neurotoxisch wirken können und über die Haut resorbierbar sind, muß besonders bei stärker vorgeschädigter Haut und bei Kindern besondern vorsichtig therapiert werden. Säuglinge werden in der Regel daher im Krankenhaus behandelt. In den USA wird das nur gering resorbierbare und schnell abbaubare Permethrin eingesetzt.

Allethrin (ein Pyrethrin) ist in Kombination mit Piperonylbutoxid in Deutschland zugelassen (Jacutin N®, Spregal®-Spray). Bei Früh und Neugeborenen kann z.B. Crotamiton (Crotamutex®) angewendet werden.

Insbesondere bei Erwachsenen mit Scabies norwegica kommt die orale Behandlung mit Ivermectin in letzter Zeit vermehrt zum Einsatz.

Begleitend zur medikamentösen Therapie gilt:

Bett und Körperwäsche täglich wechseln und bei hohen Temperaturen waschen.

Zuvor getragene Oberbekleidung und Schuhe 4 Tage nicht benutzen und reinigen: (die Krätzmilbe kann nur 3 Tage außerhalb des menschlichen Körpers überleben!). Im Gefrierschrank sterben die Milben nach spätestens 12 Stunden ab.

Eine gleichzeitige Behandlung aller Kontaktpersonen, insbesondere der engeren Familienangehörigen, sollte durchgeführt werden.

Mit Scabies infizierte Beschäftigte in Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Kindergarten, Schulen) dürfen gemäß § 34 Abs 1 und § 33 IfGS nicht tätig sein (Meldepflicht). Beschäftigte, Schüler, Kinder dürfen die Einrichtung erst mit ärztlicher Bescheinigung der Milbenfreiheit wieder zugelassen werden.

Literatur:

Krätze: Behandlung

Die Krätze-Behandlung geht schnell, schmerzlos und unkompliziert – zumindest in den meisten Fällen. Unter bestimmten Umständen kann die Therapie der parasitären Hauterkrankung allerdings Schwierigkeiten bereiten, beispielsweise wenn mehrere Menschen innerhalb einer Gemeinschaftseinrichtung betroffen sind. Auch der Zustand des Immunsystems der Patienten spielt eine Rolle, und bei einigen Patientengruppen gibt es Abweichungen im Behandlungskonzept.

Wichtigstes Ziel der Krätze-Behandlung ist es, die Parasiten abzutöten, die die Erkrankung verursachen. Dafür stehen verschiedene Medikamente bereit, die mit einer Ausnahme alle direkt auf die Haut aufgetragen werden:

Permethrin: Das Insektizid wird als Creme auf die gesamte Körperoberfläche aufgetragen und gilt als Mittel der ersten Wahl. Nur in Ausnahmen greift der Arzt zu Alternativen.

Allethrin: Wird in Kombination mit Piperonylbutoxid als Spray eingesetzt, wegen etwaiger Komplikationen aber nur verwendet, wenn eine Therapie mit Permethrin nicht möglich ist.

Benzylbenzoat: Hat zwar eine hohe Wirksamkeit gegen die Milben, wird aber aufgrund der relativ komplizierten Anwendung ebenfalls nur in Ausnahmen eingesetzt.

Ivermectin: Wird auch als Wurmmittel angewendet und im Gegensatz zu den anderen Medikamenten der Krätze-Behandlung in Tablettenform eingenommen.

Bis vor einigen Jahren wurde auch Lindan noch häufiger als Alternative zu Permethrin eingesetzt, jedoch verzichtet man mittlerweile weitestgehend darauf, da dieses Insektizid ziemlich giftig ist.

In Entwicklungsländern verwendet man in der Krätze-Behandlung neben dem kostengünstigen Benzylbenzoat auch noch vermehrt schwefelhaltige Präparate. In Deutschland spielen diese aufgrund des unangenehmen Geruchs beim Auftragen und der möglichen Giftigkeit keine Rolle mehr.

Studien zufolge rufen die gängigen Medikamente zur Krätze-Behandlung nur sehr selten Nebenwirkungen wie Hautausschläge, Durchfall und Kopfschmerzen hervor.

Allethrin kann bei Patienten mit vorbestehenden Erkrankungen der Bronchien und Lungen zu ernsthaften Komplikationen im Bereich der Atemwege führen und sollte daher bei diesen Personen nicht angewendet werden.

So funktioniert die Krätze-Behandlung

Die genannten Wirkstoffe zielen direkt auf die Milben ab. Permethrin, Allethrin und Benzylbenzoat diffundieren nach dem Auftragen in die Haut, verbreiten sich dort und töten die Parasiten ab. Die exakte Anwendung variiert je nach Medikament:

Bei Permethrin genügt in der Regel ein einmaliges Auftragen, wobei die gesamte Körperoberfläche mit der Creme zu behandeln ist. Allerdings müssen die Schleimhäute und Körperöffnungen ausgespart werden, da an diesen Stellen keine Milben vorhanden sind und der Körper dort wesentlich sensibler auf den Wirkstoff reagiert. Der Kopf und damit auch die Gesichtshaut werden aus diesen Gründen ebenfalls nicht mitbehandelt. Es wird empfohlen die Permethrin-Creme abends aufzutragen und sie am nächsten Morgen (frühestens nach 8 Stunden) mit Seife abzuwaschen.

Wenn zwei Wochen nach der Erstbehandlung immer noch (beziehungsweise erneut) Zeichen eines aktiven Milbenbefalls zu sehen sind, etwa Milbengänge oder andere typische Hautveränderungen, dann muss die Behandlung wiederholt werden. Ebenso kann dies bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem notwendig sein.

Bei ansonsten gesunden Menschen ohne Immunschwäche ist bereits nach der ersten ordnungsgemäßen Krätze-Behandlung kein Ansteckungsrisiko für andere mehr gegeben. Kinder und Erwachsene können also nach der ersten acht- bis zwölfstündigen Therapie wieder in die Schule beziehungsweise zur Arbeit gehen.

Bei Allethrin und Benzylbenzoat ist das Anwendungsschema vergleichbar. Allerdings muss in manchen Fällen der Wirkstoff mehrmals aufgetragen werden.

Im Falle desIvermectins, das geschluckt wird, gelangt die Substanz quasi „von innen“ zu den Milben. Invermectin wird zweimal im Abstand von acht Tagen als Tablette geschluckt.

Allgemeine Maßnahmen zur Krätze-Behandlung

Neben der eigentlichen Therapie mit den genannten Medikamenten gibt es einige Maßnahmen, die die Krätze-Behandlung unterstützen und weiteren Ansteckungen vorbeugen:

  • Das behandelnde und Kontaktpersonal sollte Handschuhe tragen, im Falle einer Borkenkrätze (Scabies crustosa) auch Schutzkittel.
  • Sowohl bei den Patienten als auch beim Personal sollten die Nägel gekürzt und die Bereiche unter den Fingernägeln ausgebürstet werden.
  • Die äußerlich anzuwendenden Anti-Milben-Mittel wirken besser, wenn sie etwa 60 Minuten nach einem Vollbad aufgetragen werden.
  • Während der Einwirkzeit sollte der Patient Baumwollhandschuhe und darüber Plastikhandschuhe tragen.
  • Nach dem Abwaschen des Medikaments sollte vollständig frische Kleidung angezogen werden.
  • Enger Körperkontakt mit Erkrankten sollte vermieden werden.
  • Intensive Körperhygiene ist wichtig um zu vermeiden, dass sich die Milben übermäßig vermehren.

Grundsätzlich sollten alle Kontaktpersonen auf Symptome einer Krätze untersucht und gegebenenfalls zeitgleich mitbehandelt werden..

Kleidung, Bettwäsche und sonstige Gegenstände, mit denen der Patient längeren Körperkontakt hatte, sollten bei mindestens 60° C gewaschen werden.

Wenn waschen nicht möglich ist, dann genügt es, die Sachen mindestens vier Tage trocken und bei Raumtemperatur (mindestens 20° C) zu lagern. (Bei kühlerer Lagerung würden die Krätzmilben über mehrere Wochen ihre Ansteckungsfähigkeit behalten.)

Sonderfälle bei der Krätze-Behandlung

Bestimmte Umstände erfordern ein Abweichen von der gängigen Krätze-Behandlung, wobei die eingesetzten Medikamente aber meist die gleichen sind.

Schwangere, Stillende und Kinder:

In der Schwangerschaft sind alle verfügbaren Krätze-Medikamente problematisch. Sie sollten deshalb nur angewendet werden, wenn es zwingend erforderlich ist und auch dann erst nach dem ersten Drittel der Schwangerschaft.

Das Standardmedikament Permethrin sollte bei schwangeren Frauen nicht oder nur unter vorheriger Absprache mit einem Arzt verwendet werden. Es gibt zwar keinen Hinweis auf schädliche Wirkungen, Nebenwirkungen und Schädigungen des Embryos/Fötus sind aber nicht auszuschließen. Stillende Frauen sollten Permethrin nur unter ärztlicher Aufsicht anwenden und, da der Wirkstoff in die Muttermilch übergehen kann, eine Stillpause von einigen Tagen einlegen. Die Dosierung wird bei diesen Patientengruppen reduziert, damit weniger Wirkstoff in den Körperkreislauf gelangt.

Neugeborene sowie Kleinkinder unter drei Jahren sollten ebenfalls nur unter strenger ärztlicher Kontrolle mit (einer reduzierten Dosis) Permethrin behandelt werden. Das Anwendungsschema gleicht dem bei Erwachsenen, wobei hier auch der Kopf mitbehandelt wird, ausgenommen die Bereiche um Mund und Augen. Die Creme sollte man außerdem nicht auftragen, wenn das Kind gerade frisch gebadet wurde, da durch die dann gesteigerte Hautdurchblutung eine kritische Menge des Wirkstoffs über die Haut in den Körper aufgenommen werden könnte.

Als Alternative zu Permethirn kommt vor allem bei Kindern Crotamiton in Frage; ansonsten spielt dieser Wirkstoff bei der Krätze-Behandlung eine untergeordnete Rolle. Bei Schwangeren wird Crotamiton nur unter großer Vorsicht gegeben. Zuvor versucht man hier meist Benzylbenzoat.

Allethrin und Invermectin dürfen in der Schwangerschaft gar nicht angewendet werden.

Vorschädigungen der Haut:

Die Haut stellt eine natürliche Barriere dar, die das Eindringen äußerer Faktoren in das Körperinnere verhindert, beziehungsweise erschwert. Wenn die Haut geschädigt ist, etwa durch Ausschläge oder nach starkem Kratzen, können neben Krankheitserregern auch äußerlich aufgetragene Medikamente leichter in den Körper gelangen. Durch die verstärkte Resorption der Substanzen kann es dann zu vermehrten Nebenwirkungen kommen.

Bei größeren Hautdefekten ist es deshalb wichtig, diese zunächst zu behandeln, zum Beispiel mit Kortikosteroiden (Cortisol), bevor man die Medikamente zur Krätze-Behandlung aufträgt. Wenn das nicht möglich ist, muss auf die systemische Therapie mit Ivermectin zurückgegriffen werden.

Scabies norvegica (S. crustosa):Bei dieser Sonderform der Krätze kommt es zu einem extremen Milbenbefall, meist aufgrund einer Immunschwäche. Die Zahl der Milben kann hier in die Millionen gehen, und die Patienten leiden unter der Bildung von Borken und dicken Schuppenschichten auf der Haut. Deshalb wird empfohlen, Permethrin mindestens zweimal im Abstand von zehn bis 14 Tagen anzuwenden und die Therapie zusätzlich mit der Einnahme von Ivermectin zu ergänzen.

Im Vorfeld sollten die dicken Borkenschichten mit speziellen Substanzen (zum Beispiel harnstoffhaltigen Cremes) aufgeweicht werden, damit der Wirkstoff besser in die Haut einziehen kann (Keratolyse).

Ein Vollbad vor der Krätze-Behandlung, am besten mit Öl, unterstützt die Ablösung der Schuppen

Superinfektionen: Zur Behandlung von Superinfektionen, also im Fall einer Ansteckung mit anderen Erregern (i.d.R. Pilzen oder Bakterien), werden bestimmte Antibiotika eingesetzt.

Krätze-Behandlung in Gemeinschaftseinrichtungen

Wenn es in Gemeinschaftseinrichtungen wie Pflegeheimen oder Krankenhäusern zu Krätze-Infektionen kommt, sind oft mehrere Patienten betroffen, in ungünstigen Fällen kommt es sogar zu Endemien (örtlich begrenztes, aber zeitlich unbegrenztes Auftreten der Erkrankung). Die Krätze-Behandlung gestaltet sich dann oft schwierig. Sie muss nach strengen Richtlinien erfolgen, um dauerhaft erfolgreich zu sein:

  • Alle Bewohner beziehungsweise Patienten der Einrichtung sowie Personal, Angehörige und sonstige Kontaktpersonen müssen auf mögliche Infektionen untersucht werden.
  • Patienten mit einer Krätze müssen isoliert werden.
  • Alle Patienten und Personen, die mit Infizierten Kontakt hatten, müssen gleichzeitig behandelt werden, auch wenn keine Symptome sichtbar sind.
  • Bei Infizierten muss die Krätze-Behandlung nach einer Woche wiederholt werden.
  • Bett- und Unterwäsche aller Bewohner/Patienten müssen gewechselt und gereinigt werden.
  • Personal und Angehörige müssen Schutzkleidung tragen.

Während bislang auch in Gemeinschaftseinrichtungen vor allem mit Permethrin behandelt wurde, geht der Trend inzwischen mehr zu einer Behandlung mit Ivermectin. Beobachtungen ergaben nämlich, dass eine Massentherapie aller Patienten und Kontaktpersonen mit der einmaligen Einnahme von Ivermectin gute Erfolgsaussichten hat und die Rückfallquoten am geringsten sind. Außerdem ist die Einnahme von Ivermectin deutlich weniger aufwändig als das Auftragen von äußerlichen Medikamenten, weshalb sich eine Krätze-Behandlung mit diesem Wirkstoff leichter durchführen lässt.

Welche Komplikationen gibt es?

Neben den genannten Symptomen können bei Krätze zusätzliche Komplikationen entstehen. Ein Beispiel sind sogenannte Superinfektionen. So nennt man die zusätzliche Ansteckung mit weiteren Erregern bei einer bereits vorliegenden Erkrankung.

Bei Krätze können zum Beispiel verschiedene Bakterien leichter in die Haut eindringen und dort Infektionen verursachen (Impetignisierung), weil die oberen Hautschichten durch das ständige Kratzen beschädigt sind. Die Bakterien, meistens Streptokokken oder Staphylokokken, verursachen in ungünstigen Fällen:

  • ein Erysipel: Diese auch Wundrose genannte Entzündung der Haut tritt innerhalb eines scharf begrenzten Hautbereichs auf und geht oft mit Fieber und Schüttelfrost einher.
  • eine Entzündung der Lymphgefäße (Lymphangitis) sowie starke Schwellung von Lymphknoten (Lymphadenopathie).
  • rheumatisches Fieber, manchmal auch eine bestimmte Form der Nierenentzündung (Glomerulonephritis). Diese Komplikationen können einige Wochen nach der Infektion mit Streptokokken der Gruppe A auftreten, sind aber selten.

Wenn Bakterien in die Blutbahn gelangen, besteht außerdem die Gefahr einer Blutvergiftung.

Eine weitere mögliche Komplikation bei Krätze ist ein durch Anti-Milben-Mittel ausgelöster Hautausschlag (Ekzem). Die Haut ist gerötet und meist auch rissig, was in diesem Fall aber keine Folge der Krätze mehr ist, sondern durch den austrocknenden Effekt der Anti-Milben-Mittel verursacht wird. Die Patienten verspüren ein leichtes Brennen und Jucken.

Weil während der laufenden Erkrankung bestimmte Nervenfasern durch den ständigen Juckreiz permanent aktiviert werden, erfolgt möglicherweise eine Sensibilisierung und Umprogrammierung von Nervenzellen im Rückenmark. Die Nerven sind nun sozusagen dauergereizt und vermelden einen anhaltenden Juckreiz, obwohl längst kein Auslöser mehr vorhanden ist.

Spätestens nach einigen Monaten sollte aber mit dem Juckreiz auch das letzte der Krätze-Symptome abklingen.

Krätze kommt von kratzen

Das Wichtigste: Den Arzt oder die Ärztin aufsuchen und direkten Hautkontakt zu anderen meiden

Bei Verdacht auf Krätze sollte umgehend ein Arzt bzw. eine Ärztin aufgesucht werden. Es stehen zur Behandlung der Krankheit gut und schnell wirksame Medikamente zur Verfügung, sogenannte Skabizide, die als Creme, Spray oder Salbe auf die Haut aufgetragen werden.

Wenn Ihr Kind an Krätze erkrankt sein sollte, ist sorgfältige Hygiene oberste Pflicht. Insbesondere Unterwäsche, Bettwäsche, Handtücher und Kuscheltiere sind bei mindestens 60° C zu waschen. Sie können zudem antientzündlich wirkende Salben und rückfettende Cremes auftragen, um die Heilung der Haut zu unterstützen.

Durch die vergleichsweise lange Zeit zwischen Befall und ersten Hautreaktionen ist eine Vorbeugung kaum möglich. Um andere und sich vor einer Übertragung zu schützen, ist es wichtig, dass Erkrankte vorübergehend den Kontakt zu anderen Menschen einschränken und den direkten Hautkontakt möglichst meiden. Erkrankte Kinder oder Begleitpersonen dürfen Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas laut Infektionsschutzgesetz nicht besuchen oder dort tätig sein. Die Kita oder Schule müssen über eine Erkrankung oder den Verdacht einer Erkrankung an Krätze rasch informiert werden und benachrichtigen ihrerseits das Gesundheitsamt. (Stand: 10.08.2018)

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Krätze“ oder medizinisch korrekt „Scabies“ (Synonyme: Acarodermatitis, Krätzmilben, Skabies, Räude)?

Es handelt sich dabei um eine Infektionserkrankung der Haut, verursacht durch Krätzmilben. Die Erreger können nur kurze Zeit ohne einen Wirt leben, dies auch nur bei niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit. Sie bevorzugen deshalb Hautfalten und Körperteile, an denen eine dünne Hornschicht und eine relativ hohe Temperatur vorliegen. Besonders stark betroffen sind: Achselhöhle, Brustwarzenvorhof, innere Fussränder, Zwischenfingerfalten der Hände/Füsse, Knöchel, Nabel, Penis und die Region um den Anus herum. Bei Kleinkindern kann auch der behaarte Kopf oder das Gesicht betroffen sein.

Nachdem die weiblichen Milben an der Hautoberfläche begattet wurden, sterben die Männchen und die Weibchen graben Gänge in der Hornschicht der Epidermis, wo sie täglich wenige Eier ablegen. Sie scheiden viele Kotballen aus, die ebenfalls in den Gängen lagern. Aus den Eiern schlüpfen nach wenigen Tagen Larven, die wieder an die Oberfläche kriechen. Die Dauer von der Infektion mit dem Erreger bis zum Ausbruch der ersten Symptome beträgt in der Regel zwei bis fünf Wochen.

Die Krätze kommt vor allem vor, wenn viele Menschen auf engsten Raum und mit mangelhafter Hygiene leben. Eine Ansteckung kann aber jeden treffen, auch bei einwandfreier Hygiene! Die Erkrankten können andere Menschen durch Körperkontakt schon anstecken, wenn sie noch keine Symptome aufweisen. Besonders leicht könne sich die Krätzmilbe in Kitas und Kindergärten verbreiten.

Es gibt eine direkte und eine indirekte Übertragung. Zu einer direkten Übertragung kommt es durch engen und längeren Hautkontakt zwischen zwei Menschen, z.B. in einem gemeinsamen Bett. Die indirekte Übertragung erfolgt über Kontakt zu infizierten Hautschuppen. Eine Übertragung durch gemeinsam benutzte Bettwäsche, Unterwäsche, Handtücher etc. ist theoretisch möglich.

Folgende Symptome und Beschwerden können auf die Krätze hinweisen:

  • Juckreiz, der sich bei Wärme, vor allem nachts bei Bettwärme, verstärkt.
  • Kleine, unregelmässig gewundene Milbengänge (gangartige, längliche Papeln), die von Bläschen und Ekzemen umgeben sind, v.a. in Hautfalten.

Bei den ersten verdächtigen Anzeichen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, denn die Krätze verschlimmert sich mit der Zeit und heilt auch nicht von selbst ab. Eine Therapie des gesamten Körpers ist unbedingt notwendig, um die Skabies-Milben, Larven und Eier mit geeigneten Wirkstoffen abzutöten. Familienmitglieder sollten immer mitbehandelt werden, auch wenn sie keine Symptome zeigen. Mittel der Wahl sind Permethrin, Ivermectin, Crotamiton und Benzylbenzoat – als Lösung, Creme oder Salbe. Gegebenenfalls ist es notwendig, die Anwendung zu wiederholen. Permethrin kann ab dem dritten Lebensmonat eingesetzt werden. Ivermectin kann in Tablettenform eingenommen werden, wenn der Einsatz von Cremes nicht ausreicht, wie das oft bei Kindern ist.

Was Sie selbst tun können:

  • Kleidung und Bettwäsche bei 60°C waschen und täglich wechseln, Handtücher direkt nach Gebrauch erneuern.
  • Hitzeempfindliche Gegenstände können in Plastiksäcke verpackt 72 Stunden lang bei mindestens 21°C gelagert werden. In dieser Zeit gehen die Parasiten ohne den menschlichen Wirt zugrunde.
  • Möbel wie Betten, Sessel und Fussbodenbeläge intensiv mit dem Staubsauger absaugen. Die Filterbeutel sind zu entsorgen.
  • Es gibt auch Permethrin-haltige Sprays für die Umgebungsbehandlung.
  • Plüschtiere und Schuhe lassen sich schnell durch Einfrieren in der Tiefkühltruhe (bei – 18 Grad Celsius) von Milben befreien.

Eine gefährliche, weil hoch ansteckende Sonderform der Krätze gibt es bei Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist, z.B. Krankenhauspatienten, Bewohner von Alters- und Behindertenheimen usw. Im Unterschied zur gewöhnlichen Krätze, bei der nie mehr als 15 Stellen betroffen sind, breitet sich der Parasit bei Skabies crustosa millionenfach aus. Bereits kurze Hautkontakte mit anderen Personen können zur Ansteckung führen. Deshalb müssen diese Patienten rasch isoliert werden. Der ansonsten typische Juckreiz ist hier abgeschwächt oder fehlt komplett. Auffällig sind starke Verhornungen der Haut.

Newsticker

Ist das Krätze? | 23.08.2018

Die Krätze scheint in Deutschland wieder deutlich auf dem Vormarsch zu sein. Nach einer Analyse der Barmer Krankenversicherung ist die Verordnung von Krätze-Medikamenten im letzten Jahr um 60 Prozent gestiegen. In der Schweiz dürfte es ähnlich aussehen. Bereits bei den ersten Krätze-Anzeichen wie gerötete Papeln im Intimbereich, zwischen den Fingern oder in den Achseln und vor allem nächtlichem Juckreiz solle man zügig den Arzt aufsuchen. Bei Säuglingen und Kleinkindern sind oft die Kopfhaut und die Handflächen und Fusssohlen betroffen. Eine Ansteckung mit Krätze kann jeden treffen und hat nicht automatisch etwas mit mangelnder Hygiene zu tun. Besonders leicht verbreiten sich die Krätzmilben in Kindergärten und Kitas. Wie man Krätze erkennt und behandelt…

Letzte Aktualisierung : 16-01-20, BH

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