Woran erkenne ich eine mandelentzündung

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Mandelentzündung – Anzeichen und Verlauf

Akute Mandelentzündung

Eine akute Mandelentzündung beginnt meistens plötzlich mit Fieber, eventuell sogar mit Schüttelfrost. Die Patienten leiden unter starken Halsschmerzen, die mitunter bis in die Ohren ausstrahlen, hinzu kommen Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit. Der Rachen ist angeschwollen, was zu Schluckbeschwerden und einer undeutlichen, „kloßigen“ Aussprache führt, im Extremfall ist sogar die Atmung behindert. Die Lymphknoten am Hals sind geschwollen und druckempfindlich. Die Mandeln sind gerötet, geschwollen und – im Falle einer bakteriellen Infektion – scheiden die Mandeln eine weiß-gelbliche, zähe Masse, Zellabfälle (Detrius), die so genannten Stippchen, aus. In schlimmen Fällen gehen diese Stippchen ineinander über (konfluierend) und reichen über die Gaumenmandeln hinaus (z.B. bei einer Pneumokokken-Angina oder einer Diphtherie). Weiten sich die Eiterstippchen auf die Rachenmandeln aus, spricht man von einer Angina retronasalis, sind die Seitenstränge betroffen spricht man von einer Seitenstrang-Angina. Oft tritt bei einer eitrigen Infektion ein typischer unangenehmer Mundgeruch (Foetor ex ore) auf.

Eine akute Mandelentzündung heilt bei der richtigen Behandlung innerhalb von ein bis zwei Wochen vollkommen aus.

Chronische Mandelentzündung

Hält die Entzündung über mehr als drei Monate an, spricht man von einer chronischen Mandelentzündung. Der Verlauf kann hier sehr unterschiedlich sein und reicht vom immer wieder aufflammenden (rezidivierenden) akuten Krankheitsbild bis hin zur völlig unauffälligen Erscheinungsform. Häufig treten leichte Schluckbeschwerden, ein Kratzen im Hals, ein unangenehmer Geschmack oder Mundgeruch auf, die starken Symptome der akuten Tonsillitis fehlen aber meistens. Die Mandeln erscheinen oberflächlich zerklüftet. Mögliche Vernarbungen mit der Muskulatur der Mandelbucht führen zur Unbeweglichkeit, die Mandel kann nicht mehr seitlich verschoben werden. Wenn man mit einem Stäbchen auf die Mandeln drückt, tritt Eiter oder Detritus aus. Der vordere Gaumenbogen ist gerötet, die Halslymphknoten sind geschwollen, schmerzen jedoch nicht. Die Mandeln können vergrößert sein (Hyperplasie), sie können aber auch klein und verkümmert sein (Atrophie).

SOS Tipps: Das hilft bei Mandelentzündung

Tritt eine leichte Mandelentzündung als Begleiterscheinung einer Erkältung auf, hilft es oft schon, dem Körper Ruhe zu gönnen und gegen die Beschwerden einige Hausmittel anzuwenden. Bei Fieber und einem schweren Verlauf mit eitrigen Mandeln sollte besser der Arzt weiterhelfen.

Das kann man selbst gegen die Beschwerden machen:

  • Warme Halswickel anlegen, ggf. auch kalte Wickel zum Beispiel mit Quark. Allerdings nur dann, wenn die Kühlung angenehm ist.
  • Mit Salzlösung gurgeln.
  • Raumluft anfeuchten (zum Beispiel eine mit Wasser gefüllte Schüssel auf den Heizkörper stellen.
  • Viel Trinken, um Krankheitserreger auszuspülen (zum Beispiel Tee aus Salbei, Lindenblüten oder Spitzwegerich sowie Wasser).
  • Speisen essen, die man leicht schlucken kann. Nicht stark würzen.
  • Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen helfen gegen Halsschmerzen und Schluckbeschwerden
  • Antientzündliche und abschwellende Mittel aus der Apotheke wie Lutschtabletten oder Rachen-Sprays anwenden.

Was ist eine Mandelentzündung?

Von einer Mandelentzündung (Tonsillitis oder Angina tonsillaris) spricht man, wenn die Gaumenmandeln schmerzhaft entzündet sind. Halsschmerzen und Schluckbeschwerden sind typische Symptome. Übertragen wird die Mandelentzündung meist durch Tröpfcheninfektion beim Husten, Niesen, Sprechen oder auch beim Küssen. Häufig folgt auf eine anfänglich virale Infektion noch ein Befall mit Bakterien. Das führt in der Regel zu einer eitrigen Mandelentzündung. Auf den Gaumenmandeln sind dann weiß-gelbliche Eiterstippchen sichtbar. Diese eitrige Tonsillitis ist sehr ansteckend. Richtig behandelt, dauert eine Mandelentzündung nicht länger als ein bis zwei Wochen. Sind die Beschwerden jedoch nach drei Monaten noch immer nicht abgeklungen, hat sich eine chronische Mandelentzündung entwickelt.

Ursachen für Mandelentzündung

Ursache einer akuten Mandelentzündung sind häufig Erkältungs- oder Grippeviren. Aber auch andere Erreger wie Streptokokken, Pneumokokken oder Hämophilus influenzae sind mögliche Auslöser. Mandelentzündungen können auch als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen auftreten. Häufig ist das der Fall beim Pfeifferschen Drüsenfieber und auch bei Scharlach.

An einer Entzündung der Mandeln kann man in jedem Alter erkranken. Kinder bis zum fünften Lebensjahr sind allerdings besonders häufig betroffen, da deren Immunsystem noch nicht so entwickelt ist, wie das älterer Menschen.

Eine Mandelentzündung ist gerade in den ersten Tagen der Erkrankung hoch ansteckend. Bei einer akuten Entzündung können die Erreger beim Niesen, Husten, Sprechen oder Küssen durch Speicheltröpfchen übertragen werden. Aber auch durch Oberflächen wie Türgriffe und andere von vielen Menschen berührte Objekte kann die Tröpfchen-Infektion weitergeleitet werden.

Bei einer Angina tonsillitis, die mit einem Antibiotikum behandelt wird (wenn Bakterien der Auslöser sind) sinkt die Gefahr einer Ansteckung bereits nach einem Tag der Therapie. Sind Viren der Auslöser, kann die Ansteckungsgefahr so lange andauern, wie die Symptome bestehen (rund ein bis zwei Wochen).

Mandelentzündung – Symptome

Eine Mandelentzündung verursacht eine Verengung der sog. Rachenenge. Das wiederum führt zu Schluckbeschwerden. Bei einer akuten, durch Bakterien hervorgerufenen, Tonsillitis sind die Gaumenmandeln auf beiden Seiten des Zäpfchens gerötet und geschwollen. Außerdem bilden sich gelblich-weißliche Eiterflecken (Stippchen) auf den Mandeln. Halsschmerzen, Mundgeruch und vermehrter Speichelfluss kommen hinzu. Betroffene leiden häufig unter Fieber, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit. Die Lymphknoten an Hals und Kiefer sind geschwollen.

Tritt die Mandelentzündung aufgrund einer Scharlacherkrankung auf, ist die Zunge tiefrot gefärbt (sogenannte Himbeerzunge) und der für Scharlach typische Hautschlag setzt ein.

Nur eine Gaumenmandel ist bei der seltener vorkommenden Angina Plaut-Vincent betroffen. Dementsprechend stellen sich die Symptome lediglich einseitig dar. Die Mandel ist gerötet und es bildet sich ein schmieriger, grau-weißlicher und unangenehm riechender Belag.

Leiden Kinder an einer Tonsillitis können zusätzlich Beschwerden wie Bauchschmerzen und Erbrechen dazukommen.

Mandelentzündung – wann zum Arzt?

Eine akute Mandelentzündung heilt meist nach ein bis zwei Wochen von alleine. Als Hausmittel haben sich Halswickel bewährt und auch antiseptische sowie lokal betäubende Gurgellösungen. Gegen stärkere Schmerzen helfen in der Regel Mittel wie Paracetamol und Ibuprofen. Schafft es das körpereigene Immunsystem jedoch nicht, die Viren und, oder die Bakterien zu bekämpfen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Umgehend behandelt werden muss eine Entzündung der Mandeln, wenn sich ein Abszess gebildet hat. Die Eiteransammlung befindet sich zwischen Mandel und umgebender Kapsel und führt zu starken Schluckbeschwerden. Ebenso sollte bei hohem Fieber der Arzt konsultiert werden.

Mandelentzündung – Diagnose

Im Anschluss an eine gründliche Anamnese (Erfassung der Krankengeschichte), wird der Arzt den Patienten auch körperlich untersuchen. Dabei sieht er sich Mund, Rachen, Nase und Ohren genau an und wird die Lymphknoten an Hals und Hinterkopf ertasten. Der Arzt prüft auch, ob die Mandeln gerötet und geschwollen sind und ob sich gegebenenfalls ein weißer Belag darauf befindet.

Ein sogenanntes Scoring-System (Punkte-System) hilft dem Arzt dabei einzuschätzen, ob die Mandelentzündung durch Viren oder Bakterien verursacht wurde. Kriterien sind unter anderem Symptome wie Fieber oder vergrößerte Halslymphknoten. Vermutet der behandelnde Arzt eine durch A-Streptokokken hervorgerufene Mandelentzündung, wird er einen Rachenabstrich vornehmen. Vorhandenen Erreger können häufig schon durch einen Streptokokken-Schnelltest nachgewiesen werden. Nach nur wenigen Minuten liegt das Testergebnis bereits vor. Allerdings ist eine Untersuchung im Labor genauer, birgt jedoch den Nachteil, dass man einige Tage auf das Ergebnis warten muss.

Leidet jemand bereits länger an einer Mandelentzündung oder immer wieder, liegt der Verdacht auf eine chronische Tonsillitis nahe. Bei einer sogenannten Spiegeluntersuchung stellen sich die Mandeln dann häufig vernarbt und zerklüftet dar. Beim Druck auf den Gaumenbogen lässt sich meist Eiter herausdrücken. Wichtig ist nun zu untersuchen, ob die entzündeten Mandeln bereits als Herd ausstrahlen und Entzündungen in anderen Organen hervorgerufen haben. Neben einem Blutbild und einer Blutsenkung ist auch ein spezieller Antikörpertest (Antistreptolysin O)sinnvoll, um eine Streptokokken-Infektion klar zu identifizieren.

Besteht ein Verdacht auf Pfeiffersches Drüsenfieber, wird auch eine Blutanalyse vorgenommen. Eine Ultraschalluntersuchung der Halsweichteile oder die zusätzliche Entnahme einer Gewebeprobe können ebenfalls sinnvoll sein.

Behandlung einer Mandelentzündung

Sind Viren für die Mandelentzündung verantwortlich, zum Beispiel bei einer Erkältung, lässt man die Erkrankung in der Regel alleine ausheilen. Die Gabe eines Antibiotikums nützt dann nichts. Bei viralen Infektionen kann man aber zumindest Begleitsymptome wie Schmerzen behandeln.

Antibiotika werden dann verordnet, wenn Bakterien die Mandelentzündung verursacht haben. Hat der Betroffene Fieber und eitrig belegte Mandeln, aber keine Erkältung, spricht viel für eine bakterielle Entzündung. Wird diese nicht behandelt, kann sich eventuell eine Mittelohrentzündung oder auch ein Abszess entwickeln. Weitere Begleiterkrankungen können Schäden an Herz und Nieren, Schuppenflechte oder Gelenkentzündungen sein.

Hat sich bereits ein Abszess gebildet (eine starke einseitige Schwellung im Rachen), wird der HNO-Arzt sofort eine Antibiotika-Therapie einleiten. In bestimmten Fällen kann auch eine Operation nötig sein.

Eine chronische Tonsillitis kann unter Umständen die Entfernung der Gaumenmandeln (Tonsillektomie) erfordern.

Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie hat dazu umfassende Informationen in ihrer „Leitlinie Entzündliche Erkrankungen der Gaumenmandeln/Tonsillitis“ veröffentlicht.

Mandeloperation:

Eine operative Entfernung der Tonsillen (Gaumenmandeln) kann in einigen Fällen angezeigt sein. Zum Beispiel, wenn eine Mandelentzündung immer wieder auftritt oder wenn sich in den letzten zwölf Monaten mehr als drei akute Entzündungen entwickelt haben. Allerdings schützt die sogenannte Tonsillektomie nicht immer vor weiteren Halsentzündungen. Nach dem Eingriff kann sich nämlich noch Abwehrgewebe im seitlichen, hinteren Rachen entzünden (Seitenstrang-Angina).

Aufgrund möglicher Komplikationen und auch Risiken einer OP muss der Eingriff gut überlegt werden. Bei rund vier bis zehn Prozent kommt es zu Nachblutungen. Dabei kann eine Blutung so stark sein, dass der Patient daran stirbt. Aus diesem Grund sollte man die Entscheidung über eine Mandelentfernung nicht leichtfertig treffen und sich ausführlich durch einen Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde beraten lassen.

Akupunktur bei Mandelentzündung

Bei der Akupunktur kommen sehr feine Nadeln zum Einsatz, die den gestörten Energiefluss wieder ausgleichen sollen. Die Traditionelle Chinesische Medizin geht davon aus, dass bei Erkrankungen bestimmte Energieflüsse im Körper blockiert sind. Mithilfe von Akupunktur lassen sich diese Stauungen lösen. Im Fall einer Mandelentzündung kann ein erfahrener Akupunkteur dabei unterstützen, das Immunsystem zu stärken.

Homöopathie bei Mandelentzündung

Abhängig von der spezifischen Symptomatik werden bei einer akuten Mandelentzündung unter anderem folgende homöopathische Mittel empfohlen:

Aconitum: bei plötzlichen Halsschmerzen, geröteten Mandeln und Fieber.

Apis: bei stechendem Schmerz, wenig Durst und wenn das Zäpfchen stark aufgequollen ist.

Belladonna: wenn der entzündete Bereich sehr rot aussieht, bei pochendem Schmerz und hohem Fieber. Betroffener ist schnell reizbar und erschöpft.

Hepar sulfuris: bei Beschwerden im Rahmen einer eitrigen Nasenrachenentzündung, splitterartigem Schmerz und geschwollenen Halslymphknoten. Wenn warme Umschläge und Getränke gut tun.

Phytolacca: wenn die rechte Mandel dunkel verfärbt und geschwollen ist. Schmerzen strahlen bin in das Ohr, den Nacken oder die Schulter aus. Verschlimmerung durch heiße Getränke.

Die Behandlung sollte nach eingehender Beratung durch einen erfahrenen Homöopathen erfolgen.

Mandelentzündung bei Kindern

Kinder erkranken deutlich öfter als Erwachsene an einer Mandelentzündung. Bis zum fünften Lebensjahr tritt die Krankheit am häufigsten auf, denn bis dahin sind die Abwehrmechanismen des Körpers noch nicht ausreichend aufgebaut.

Am besten hilft es, viel zu trinken. Gut geeignet sind Tee oder Wasser. Bei starken Schluckbeschwerden können breiige Speisen, Pudding oder Joghurt sinnvoll sein. Gegebenenfalls können dem kranken Kind auch schmerzstillende Lutschtabletten gegeben werden. Bettruhe ist wichtig. Da eine Mandelentzündung sehr ansteckend ist, sollte das Kind bis zum Abklingen der Symptome nicht in den Kindergarten oder in die Schule gehen.

Dauern die Symptome der entzündlichen Erkrankung länger als drei Tage an oder kommen Fieber und stark vereiterte Mandeln dazu, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Meist werden schmerz- und fiebersenkende Mittel verschrieben. Bei einer Strepptokokken-Infektion auch Antibiotika.

Mögliche Komplikationen bei einer Angina tonsillaris des Kindes sind eine Mittelohrenzündung oder eine Nasennebenhöhlenentzündung. In einigen Fällen kommt es im Zeitraum von ein bis vier Wochen nach einer durch Streptokokken ausgelösten Mandelentzündung auch zu Rheumatischem Fieber mit Gelenkentzündungen, Entzündung der Herzklappen, des Herzbeutels oder Herzmuskels. Auch eine Nierenentzündung kann sich durch Streptokokken entwickeln.

Mandelentzündung: ICD-Code

Jeder Krankheit ist in der Medizin ein eigener ICD-Code zugeordnet. Die Abkürzung ICD (englisch) steht dabei für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems. Das Klassifizierungssystem ist weltweit anerkannt und eines der wichtigsten für medizinische Diagnosen. So wird beispielsweise eine chronische Tonsillitis unter dem ICD-Code „J35“ erfasst. Häufig hilft die Eingabe dieser Codes auch bei der Recherche im Internet weiter.

Mandelentzündung – Wie finde ich das richtige Krankenhaus?

Auf der Suche nach einem passenden Krankenhaus, das sich mit der Behandlung von Mandelentzündung gut auskennt erhält man über die Webseite www.aerzteblatt.deeinige hilfreiche Verlinkungen. Unter anderem zu www.weisse-liste.de, www.kliniken.deund www.krankenhaus.de. Eine besonders umfassende Übersicht bietet die Seite www.kliniken.de. Hier sind aktuell 3.846 Krankenhäuser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gelistet. Zusätzlich gibt es detaillierte Informationen zu Fachabteilungen der Kliniken sowie Qualitätsberichte.

Auf die Startseite von www.kliniken.degehen: Unter dem Menüpunkt „Top-10“ kann man speziell nach Krankheiten und Diagnosen suchen. Für eine chronische Tonsillitis gibt man hier den ICD-Code: „J35“ ein. Anschließend auf das darunter liegende Feld mit dem Text „X Krankheiten des Atmungssystems“ klicken. Dann noch einmal auf das Feld darunter klicken „J30-J39 Sonstige Krankheiten der oberen Atemwege“ und schließlich auf das Feld „J35 Chronische Krankheiten der Gaumen- und Rachenmandeln“. Dann erscheinen rechts davon die gesuchten Krankenhäuser, sortiert nach dem Ranking ihrer Fallzahlen. Auf Platz 1 findet sich das Kath. Marienkrankenhaus Hamburg, auf Platz 2 das Klinikum Stuttgart und Platz 3 belegt die Charité Berlin, usw.

FAQs zum Thema Mandelentzündung

Woran erkennt man eine Mandelentzündung?

Wer eine Mandelentzündung hat, leidet meist unter starken Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Außerdem sind die Gaumenmandeln gerötet und geschwollen. Bei einer akuten Mandelentzündung kommen noch Fieber und starke Abgeschlagenheit dazu. Liegt eine bakterielle Infektion vor, bilden sich auf den Mandeln weiß-gelbliche Eiterstippchen. Ein typisches Merkmal der Erkrankung ist auch unangenehmer Mundgeruch.

Was kann man gegen eine Mandelentzündung tun?

Gegen die Beschwerden einer Mandelentzündung kann man selbst einiges tun. Wichtig ist, dass man sich Ruhe gönnt. Gegen die Schmerzen helfen meist spezielle Lutschpastillen, Lösungen zum Gurgeln oder Sprays aus der Apotheke. Bei vielen Betroffenen lindern warme Halswickel die Beschwerden. Aber auch kalte Halswickel können als angenehm empfunden werden. Viel zu trinken ist ratsam. Zum Beispiel Salbeitee oder Wasser. Auch feuchte Raumluft wird empfohlen. Dazu kann man einfach ein Behältnis mit Wasser auf den Heizkörper stellen.

Kommt hohes Fieber dazu und gehen die Beschwerden auch nach drei Tagen nicht zurück, sollte ein Arzt die Behandlung fortführen.

Wie lange dauert eine Mandelentzündung?

Nach ein bis zwei Wochen klingt eine akute Tonsillitis in aller Regel ab. Bis zum dritten Tag der Erkrankung bessern sich die Symptome meistens schon. Halten die Beschwerden dennoch an, sollten der Hausarzt oder ein HNO-Arzt konsultiert werden. Bei einem über drei Monate andauernden Krankheitsverlauf spricht man von einer chronischen Mandelentzündung.

Ist eine Mandelentzündung ansteckend?

Wenn man gegen eine bakterielle Mandelentzündung ein Antibiotikum einnimmt, kann die Ansteckungsgefahr schon nach einem Tag gebannt sein. Eine von Viren ausgelöste Tonsillitis ist meist länger ansteckend. Man geht davon aus, dass erst mit dem Abklingen der Krankheitssymptome auch die Gefahr einer Ansteckung endet.

Welche Medikamente kann man gegen eine Mandelentzündung nehmen?

Sind die Beschwerden sehr stark, können Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen helfen. Bei einer bakteriellen Entzündung werden häufig Antibiotika eingesetzt. Wurde die Tonsillitis durch Viren verursacht, helfen Antibiotika nicht. Hier können Betroffene lediglich die Symptome lindern. Wer nicht zu starken Schmerzmitteln greifen möchte, erhält in der Apotheke auch antiseptische und lokal betäubende Gurgellösungen.

Mandelentzündung beim Kind: Halsweh und Schluckbeschwerden

Der Hals schmerzt, schlucken geht nicht gut und Fieber kommt auch noch dazu – die Symptome sprechen für eine Mandelentzündung. Wann eine Behandlung mit Antibiotika unerlässlich ist und was Sie selbst tun können.

Die Mandeln (lat. Tonsillen) haben eine wichtige Funktion für unseren Körper: Sie entdecken eindringende Krankheitserreger noch bevor sie über die Atemwege in den Körper gelangen können und bekämpfen sie. Sie sind sozusagen unser ganz persönlicher Viren- und Bakterien-Wachschutz. Ist das Immunsystem geschwächt oder – wie bei kleinen Kindern – noch nicht ganz ausgereift, schaffen die Mandeln es jedoch nicht immer, die Erreger abzuwehren, sodass sie in das lymphatische Gewebe eindringen können. Ist dies der Fall, entzünden sich die Gaumenmandeln und der so genannte lymphatische Rachenring. Beides schwillt an und verengt den Hals. Daher kommt übrigens auch der lateinische Name der Mandelentzündung: Angina (dt. Enge) tonsillaris.

Als Folge treten die typischen Symptome einer Mandelentzündung auf: Rötungen im Rachenraum, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Oft ist die Zunge weißlich belegt. Als Reaktion des Körpers auf die Krankheitserreger kommt häufig auch noch Fieber dazu, manchmal auch Übelkeit und Erbrechen.

Ursachen einer Mandelentzündung: Viren oder Bakterien

Eitrige Beläge auf den Gaumenmandeln bei einer bakteriellen Angina.

Meistens sind Viren die Auslöser einer Mandelentzündung, manchmal aber auch Bakterien. Die bakterielle Angina ist medizinisch gesehen schwerwiegender. Sie wird von Streptokokken (deshalb auch Streptokokken-Angina) ausgelöst und ist noch ein bisschen unangenehmer als die virusbedingte Angina. Die Mandeln, das Zäpfchen und der Gaumen sind mitunter hochrot und haben weißlich-gelbe, eitrige Beläge. Die Lymphdrüsen am Hals können tastbar geschwollen sein und das Kind macht einen ziemlich kranken Eindruck. Wegen der Halsschmerzen und Schluckbeschwerden haben Kinder mit einer eitrigen Angina häufig keinen Appetit.
Eine eitrige Angina ist übrigens nicht das gleiche wie Scharlach! Beide Erkrankungen werden zwar durch Streptokokken der Gruppe A ausgelöst, jedoch ist der Scharlach-Erreger ein anderer. Anders als bei der Angina kommt es bei Scharlach zu den typischen Hautausschlägen und der sogenannten „Erdbeerzunge“.
➤ Lesen Sie mehr dazu: Scharlach: Symptome, Bilder und Behandlung

Bei eitriger Mandelentzündung: Antibiotika-Behandlung

Ob virusbedingt oder bakteriell spielt bei der Behandlung der Mandelentzündung eine wichtige Rolle. Ein virusbedingter Infekt heilt meist ganz gut von allein ab. Gegebenenfalls können Lutschbonbons und Halssprays das Halsweh ein wenig lindern. Bei einer bakteriellen, eitrigen Mandelentzündung braucht es allerdings schwereres Geschütz – sie sollte mit Antibiotika behandelt werden, um ein Weiterwandern der Erreger auf Herz und Nieren zu verhindern. Zeigt Ihr Kind also Symptome wie Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, sollten Sie auf jeden Fall zum Kinderarzt gehen. Er kann meist durch einen Blick in den Hals schon sehen, um welche Form der Angina es sich handelt. Im Zweifel kann ein Rachenabstrich dabei helfen, die Diagnose zu sichern.
Wichtig: Führen Sie die vom Arzt verordnete Antibiotika-Behandlung konsequent durch und brechen Sie die Therapie nicht frühzeitig ab, wenn etwa die Krankheitsanzeichen nachlassen. Nach ein bis zwei Tagen der Einnahme sollte es Ihrem kranken Kind sichtlich besser gehen, dennoch muss das Antibiotikum bis zu Ende eingenommen werden, damit auch der letzte Krankheitserreger abgetötet wird. Sollte es Ihrem Kind nach zwei Tagen der Einnahme nicht besser gehen, sollten Sie nochmal beim Kinderarzt vorstellig werden.
Ansonsten gilt: Mit einer Mandelentzündung sollte Ihr Kind Bettruhe halten, bis es sich deutlich besser fühlt. Und auch der (Schul-)Sport muss warten: Frühestens in drei Wochen sollte Ihr Kind wieder an sportlichen Aktivitäten teilnehmen.

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Mandelentzündung: Hausmittel gegen das Halsweh

Bei einer einfachen virusbedingten Mandelentzündung und als Zusatz zur Antibiotika-Therapie bei einer eitrigen Mandelentzündung können einige Hausmittel das Halsweh lindern.
Beim ersten Kratzen im Hals sollte zum Beispiel schon gegurgelt werden, damit die Krankheitserreger möglichst schnell herausgespült werden und sich gar nicht erst festsetzen können. Gurgeln und antibakterielle Mundspülungen helfen aber auch noch bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf. Zum Gurgeln eignet sich eine lauwarme Salzlösung sowie Kamillen- und Salbeitee oder einfach Wasser. Achtung: Kleine Kinder können noch nicht gurgeln, das klappt meistes erst ab etwa vier Jahren.
Ganz besonders wichtig: viel trinken. Am besten stilles Wasser oder Kamillen- und Salbeitee. Auf Fruchtsäfte und Limonaden sollte verzichtet werden, da diese den entzündeten Hals noch mehr reizen könnten. Wegen des Halswehs und der Schluckbeschwerden wird Ihr Kind jetzt sicher lieber Suppen und breiige Speisen zu sich nehmen, als andere Sachen.
Die Schleimhäute sollten möglichst feucht gehalten werden. Bonbons regen den Speichelfluss an, dürfen bei Halsschmerzen also gern gelutscht werden! Am besten geeignet sind Salbeibonbons oder andere Kräuterbonbons mit Honig. Sollten die dem kleinen Patienten aber gar nicht schmecken, dürfen es auch Fruchtbonbons sein – den Zähnen zu Liebe aber nicht zu viele. Außerdem hilfreich: eine möglichst feuchte Raumluft. Erhöhen Sie die Luftfeuchtigkeit zum Beispiel durch feuchte Tücher, die Sie im Raum verteilen, oder mithilfe hygienischer Luftbefeuchter.

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Mandelentzündung bei Kindern

Muss ich bei jeder Mandelent­zündung ein Antibiotikum nehmen?

Nicht zwingend. „Kommt jemand mit Halsschmerzen zu mir, frage ich erst mal, ob es noch andere Symptome wie Schnupfen, Husten, Kopf- oder Gliederschmerzen gibt“, sagt Sebastian Pape, Apotheker aus Hannover. „Ist das der Fall, handelt es sich häufig um einen viralen Infekt, der von alleine ausheilt.“ Feststellen kann das aber nur der Arzt, der den Patienten gründlich untersuchen muss, um eine Diagnose zu stellen. Sind tatsächlich Viren die Ursache, reichen Gurgellösungen, Schmerzmittel oder Lutschtabletten mit einem leicht betäubendem Effekt aus, die außerdem den Speichelfluss anregen. Wichtig bei den Lutsch­tabletten: Sie eignen sich nur für Kinder, die schon lutschen können. Sonst droht Verschluckungsgefahr! Starke Schmerzen, vor allem beim Schlucken, oft von Fieber begleitet, weisen eher auf eine bakterielle Infektion hin. Ob wirklich ein Antibiotikum notwendig ist, entscheidet Ellen Lundershausen aber selbst bei bakteriellen In­fekten von Fall zu Fall. „Bei einer leichteren Mandelentzündung genügen oft Schmerzmittel“, sagt sie. Bei Kindern auf die altersgemäße Dosierung achten!

Welche Hausmittel lindern Schluckbeschwerden?

Ein einfaches, aber bei leichteren Verläufen effektives Mittel ist das Gurgeln mit Salzwasser, sagt Sebastian Pape: „Geben Sie einen Tee­löffel Salz auf eine Tasse lauwarmes Wasser, gurgeln Sie mehrmals täglich, und – ganz wichtig – spucken Sie die Lösung wieder aus.“ Eine ähn­liche Wirkung haben Salzpastillen, die es auch in einer zuckerfreien Variante für größere Kinder gibt, die schon lutschen können. Wohltuend kann es außerdem sein, mit Kamillentee zu gurgeln – wenn keine Allergie gegen Kamille besteht. „Zur äußerlichen Anwendung haben sich zum Beispiel Quarkwickel bewährt, die angenehm kühlen“, so Pape. Dazu Quark dünn auf ein Tuch streichen und für etwa 20 Minuten vorne, von Ohr zu Ohr, leicht um den Hals legen.

Bei Fieber heißt es Auskurieren, da sind sich Ärzte einig

Gerade im Fitnessstudio angemeldet oder die ersten Joggingeinheiten mit dem Trainingspartner absolviert und ausgerechnet jetzt fängt die Nase an zu laufen und der Hals juckt. Im Klartext: Eine Erkältung bahnt sich an. Zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt – soll doch der Winterspeck noch vor der Freibad-Saison runter. Ist der Plan nun dahin? Oder ist Sport bei einer Erkältung erlaubt? Die Antwort ist ein klares: Jein.

Bei diesen Beschwerden einer Erkältung kein Sport

Eine Erkältung wird meist durch eine Virusinfektion hervorgerufen, weshalb sie auch unter der Bezeichnung grippaler Infekt bekannt ist. Wenn die Viren in den Körper eindringen, befallen sie gesunde Zellen und vermehren sich dort. Sobald das Immunsystem dies erkannt hat,

  • sendet es Abwehrzellen, welche die Viruspartikel stoppen und infizierte Zellen zerstören können
  • versucht es, durch einen Temperaturanstieg (Fieber) die Krankheitserreger zu schwächen.

Das leichte Fieber bei einer Erkältung ist also eine normale und positive Reaktion unseres Körpers auf eine Infektion. Allerdings benötigt das Immunsystem für die Erhöhung der Körpertemperatur und die Tätigkeit der Abwehrzellen viel Energie. Wer in dieser Situation Sport treibt, mutet dem Körper gleich zwei kräftezehrende Prozesse zu, denn auch Sport verbraucht überdurchschnittlich viel Energie. Bekämpft der Körper die Erkältung bereits mit leichtem Fieber, ist Sport verboten.

Hätten Sie’s gewusst?

Wer bei Fieber sportlich aktiv wird, riskiert zudem, dass sich die infizierten Zellen weiter im Körper verbreiten. Durch den beschleunigten Stoffwechsel können sie in Organe wie das Herz oder die Lunge wandern und dort weitere Erkrankungen auslösen. Eine gefährliche Herzmuskelentzündung (Myokarditis) oder Lungenentzündung (Pneumonie) können die Folge sein.

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Es empfiehlt sich zudem, die Signale seines Körpers ernst zu nehmen. Wer sich schlapp und müde fühlt, gehört ins Bett und nicht in die Sportklamotten. Auch, wer unter Halsschmerzen oder Husten leidet, sollte bei einer Erkältung auf Sport verzichten. Erstens können ernstere Erkrankungen wie Bronchitis oder eine Mandelentzündung hinter den Symptomen stecken, zweitens kann Sport bei einer Erkältung den Heilungsprozess verlangsamen.

Sport bei Erkältung: Mit leichter Schniefnase erlaubt

Ist Sport bei einer Erkältung also generell eine schlechte Idee? Die Antwort muss lauten, Ja, solange die Erkältung mit Symptomen wie Husten, Halsschmerzen und Fieber einhergeht. Lediglich, wenn Betroffene nur an Schnupfen leiden, ist dies kein Grund, mit dem Sport zu pausieren. Bei einer leichten Erkältung mit einer laufenden Nase können Sie es dieser gleichtun und sich zum Laufen bereitmachen. Auch in dieser Situation sollten Sie jedoch auf Ihr allgemeines Wohlbefinden achten und im Zweifel besser auf der Couch bleiben.

Übrigens: Nicht jeder Sport wirkt sich bei einer leichten Erkältung günstig aus. Maximale Kraftanstrengungen sind tabu. Geeignet sind zum Beispiel Nordic Walking oder Radfahren. Ziehen Sie sich dabei ausreichend warm an und gehen Sie nicht an Ihre Leistungsgrenze.

Wann Sport nach einer Erkältung?

Wann Sie nach einer überstandenen Erkältung wieder mit dem Sport beginnen können, hängt davon ab, wie schwer Sie erkältet waren. Nach einer fiebrigen Erkältung sollten Sie mindestens eine Woche warten, bis Sie wieder in Ihr gewohntes Sportprogramm einsteigen. Auch bei einer leichten Erkältung mit Schnupfen sollten Sie abwarten, bis dieser verschwunden ist, bevor Sie mit anstrengenden Sportarten fortfahren. Zum Austesten, ob Ihr Körper wieder fit ist, genügt ein flotterer Spaziergang den Berg hinauf. Fühlen Sie sich oben sehr erschöpft oder verspüren Atemnot, pausieren Sie besser noch einige Tage.

Sport und Antibiotika: Eine Trainingspause ist ratsam

Sinnvolle Nahrungsergänzung: Eiweiß und Probiotikum

Unterstützend empfiehlt sich eine ausgewogene Ernährung, die das geschädigte bakterielle Gleichgewicht auch im Darm wieder auf Vordermann bringt. Hilft der tägliche Joghurt nicht schnell genug dabei, symbiotische Bakterien im Darm anzusiedeln, kann auch zu einem Probiotikum gegriffen werden. Die Therapie mittels Bakterienkulturen sollte – je nach Dauer der Antibiotika-Behandlung – zwischen einer und drei Wochen andauern.

Doch nicht jedes Probiotikum wirkt gleich gut. Daher gilt auch hier der bekannte Satz aus der Werbung: Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Die häufigsten probiotischen Bakteriengattungen sind Lactobacillus oder Bifidobacterium. Nach einer Antibiotikabehandlung sollten möglichst dünndarmspezifische Lactobazillen als auch die dickdarmspezifischen Bifidobakterien im Produkt kombiniert sein. Damit wird sichergestellt, dass der gesamte Darmtrakt von dem Probiotikum profitiert. Die Darmflora sorgt dafür, dass Nährstoffe, die über die Nahrung in den Körper gelangen, aufgenommen werden. Zudem vermeidet eine intakte Darmflora auch die Ansiedlung von krankheitserregenden Keimen im Darm, produziert wichtige Vitamine und stimuliert das Immunsystem: Rund 80 Prozent aller Immunzellen des Körpers befinden sich in der Darmschleimhaut.

Ein weiteres Mittel zur Stärkung der Immunabwehr nach der Einnahme von Antibiotika ist Eiweiß. Eiweiß baut die erschlafften Muskeln wieder auf und fördert das Immunsystem. Experten schätzen, dass ein Mensch nach einem Infekt rund 30 bis 40 Prozent Eiweiß verliert. Gemessen wird der Eiweißspiegel im Blut. Sinkt der Wert unter 6,60 g/dl gilt das Immunsystem als geschwächt.

Antibiotika und Sauna

Der im Winter für viele Sportler obligatorische Gang in die Sauna nach einer Trainingseinheit rät sich auch nur im gesundem Zustand. Eine bestehende Infektion kann durch das feucht-heiße Klima der Sauna regelrecht aufkochen – die Bakterien vermehren sich durch Wärme und die Infektion wird verstärkt. Daher sollten auch Saunafans, die Medikamente einnehmen, besser auf das Heißluftbad verzichten. Der eigentlich gewünschte Effekt – die Erweiterung der Gefäße und eine bessere Durchblutung – ist im Krankenstand kontraproduktiv. Die Gefahr, dass sich die Erreger über das Blut weiter ausbreiten, ist groß. Auch hier gilt: Selbst, wenn die Erkrankung bereits überstanden scheint, die antibiotische Behandlung beendet wurde, sollte man den ersten Saunagang langsam angehen und kein Hochleistungsschwitzen anstreben.

Eine chronische Mandelentzündung birgt Risiken

Wenn nach einer Mandelentzündung der Hals endlich nicht mehr schmerzt, ist die Erleichterung groß. Doch nicht immer heißt das, dass der Infekt wirklich weg ist. Lesen Sie hier, welche Risiken sich hinter einer chronischen Mandelentzündung verbergen, welche Warnzeichen man beachten sollte und was man selbst tun kann.

Halsschmerzen durch entzündete Mandeln

Die Gaumenmandeln erfüllen eine wichtige Aufgabe für unser Immunsystem. Sie wehren Keime ab, die durch Mund und Nase in unseren Körper gelangen. Entzünden sie sich, haben die Betroffenen starke Schmerzen beim Schlucken, Kopfschmerzen, Fieber und fühlen sich erschöpft. Die Mandeln sind gerötet und angeschwollen. Eitrige Entzündungen weisen auf einen bakteriellen Infekt hin. Dieser ist hoch ansteckend und wird durch Tröpfcheninfektion, beispielsweise beim Husten, Küssen, Niesen oder Sprechen, übertragen.

Wenn die Mandelentzündung chronisch wird

Laut dem deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte gehört die akute Mandelentzündung zu den 20 häufigsten Gründen, einen Arzt aufzusuchen. Wird die Entzündung richtig therapiert, ist sie nach ein bis zwei Woche abgeklungen. Wird sie nicht behandelt, kann sie chronisch werden. Davon sprechen die Ärzte dann, wenn der Infekt länger als drei Monate anhält oder immer wieder kommt. In solch einem Fall raten die Ärzte ihren Patienten meist zu einer Operation, bei der die Mandeln entfernt werden.

Chronische Mandelentzündung verläuft oft schmerzfrei

Das Tückische an der chronischen Mandelentzündung ist, dass diese oftmals nicht die typischen Symptome zeigt. Der Berufsverband weist darauf hin, dass meist nur leichte Schluckbeschwerden, ein Kratzen im Hals, Mundgeruch oder ein seltsamer Geschmack auftreten. Zwar seien die Halslymphknoten geschwollen, schmerzen würden sie aber nicht. Drückt man mit einem Stäbchen auf die Mandeln, tritt Eiter aus. Die Mandeln können entweder vergrößert oder verkleinert sein.

Wird die Krankheit verschleppt, drohen Herz- und Nierenentzündungen

Sind die Mandeln chronisch entzündet, stellen sie einen permanenten Infektionsherd im Körper dar. Laut Berufsverband ist dieser oftmals Ausgangspunkt für Folgeerkrankungen wie rheumatisches Fieber, Nierenentzündungen, Herzentzündungen oder Entzündungen der Gelenke. Dauerhafte Schäden an den Organen, beispielsweise ein Herzklappenfehler, seien nicht auszuschließen. Gelange der Erreger in die Blutbahn, könne es zudem zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung kommen.

Der Besuch beim Arzt ist wichtig

Bei Verdacht auf eine Mandelentzündung sollte man auf jeden Fall zu einem Arzt gehen. Er untersucht den Schweregrad der Entzündung, vergleicht die Symptome mit anderen, ähnlichen Krankheitsbildern, darunter Scharlach, Diphterie oder Pfeiffersches Drüsenfieber und empfiehlt eine geeignete Therapie. Bei eitrigen Entzündungen wird Penicillin verschrieben. Betroffene können die Beschwerden therapiebegleitend lindern. Der Berufsverband rät, mit Salbeitee zu gurgeln, viel Warmes zu trinken und feuchte Halswickel aufzulegen. Zigarettenrauch sowie körperliche Anstrengungen sollten vermieden werden. Wirklich verhindern könne man eine chronische Mandelentzündung leider nicht, sagen die Experten.

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Belegte Mandeln: Was es damit auf sich hat

Weiße Beläge auf den Mandeln entstehen durch Ablagerung von Speiseresten, Schleim, Zellabfällen oder Eiter in den Furchen der Gaumenmandeln. Häufig treten belegte Mandeln in Verbindung mit Schmerzen und Fieber auf. Doch auch wenn zusätzliche Krankheitssymptome fehlen, kann lästiges Fremdkörpergefühl oder unangenehmer Mundgeruch die Betroffenen belasten. Was aber hat es mit den Punkten, Flecken und Klümpchen auf sich und was kann man dagegen tun?

Belegte Mandeln können auf eine Mandelentzündung hindeuten

Zu den bekanntesten Ursachen für belegte Mandeln zählt die eitrige Mandelentzündung oder Angina tonsillaris. Diese Infektionskrankheit kann durch Viren oder Bakterien hervorgerufen werden. Treten bei der Mandelentzündung charakteristische, weiß-gelbliche Ablagerungen (Eiter-Stippchen) auf, ist dies allerdings ein deutlicher Hinweis auf eine bakterielle Infektion.
Wie schon der Name vermuten lässt, bestehen die Beläge in diesem Fall vor allem aus eitrigem Sekret. Die Eiter-Stippchen können dabei einzeln über die Mandeln verteilt sein oder – bei Verschlimmerung der Erkrankung – flächig ineinander übergehen.

Typisch für eine Angina tonsillaris sind neben dem weißen Belag auf den Mandeln auch Krankheitssymptome wie:

• geschwollene, druckempfindliche Lymphknoten am Hals
• gerötete und geschwollene Mandeln
• Schluckbeschwerden
• Kopfschmerzen
• allgemeine Abgeschlagenheit
• Fieber

Aufgepasst: Bei Verdacht auf eine eitrige Mandelentzündung ist ein Arztbesuch unbedingt notwendig. Ohne fachgerechte Behandlung besteht die Gefahr einer Chronifizierung sowie der Entwicklung von Folgeerkrankungen. Im schlimmsten Fall kann die bakterielle Infektion in den Blutkreislauf gelangen und eine lebensbedrohliche Sepsis (Blutvergiftung) hervorrufen.

Eitrige Mandelentzündung als Symptom

Die eitrige Mandelentzündung kann als eigenständige Erkrankung auftreten, sie kann aber auch ein Anzeichen einer anderen Infektionskrankheit darstellen. Beispiele hierfür sind:

• Rachenentzündung (Pharyngitis)
• Angina Plau-Vincent
• Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose)
• Diphterie
• Scharlach

In seltenen Fällen können belegte Mandeln auch ein Zeichen für eine Pilzinfektion im Mundraum sein (Mundsoor). Typischerweise betrifft das vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Der weiße Belag, den man in diesem Fall nicht nur auf den Mandeln, sondern auch auf der Zunge und den Wangen findet, ist flächig und abwischbar. Charakteristisch für den Pilzbefall sind außerdem gerötete Schleimhäute, brennende Schmerzen und Schluckbeschwerden.

Die Ursache muss keine Krankheit sein

Nicht immer sind Krankheitserreger die Ursache für die weißen Beläge auf den Mandeln. Im Gegenteil – unsere Gaumenmandeln sind Teil des lymphatischen Systems und dienen der Abwehr von Keimen, die über die oberen Atemwege in den Körper gelangen. Um diese Aufgabe effizient zu erfüllen, ist die Oberfläche der Mandeln zerfurcht und dadurch vergrößert. Es ist deshalb ganz natürlich, dass sich in den Vertiefungen Speisereste und Zellabfälle ansammeln.

Übermäßige Ablagerungen können als weiße Strukturen auf den Mandeln sichtbar werden. Begünstigt wird die übermäßige Bildung der Beläge beispielsweise durch anatomische Besonderheiten der Mandelfurchen, häufige Mandelentzündungen, Zigarettenrauch oder mangelnde Mundhygiene.

In einigen Fällen können die Ablagerungen an den Mandeln zu weißen Klümpchen verhärten. Man spricht dann von sogenannten Mandelsteinen. Treten daneben keine zusätzlichen Symptome wie Schmerzen oder Fieber auf, sind diese nicht behandlungsbedürftig. Dennoch sind Mandelsteine für die Betroffenen oft sehr belastend, denn die vermehrte Ansammlung von Speiseresten und toten Zellen im Mundraum führt zu Mundgeruch. Durch vorsichtigen Druck gegen die Unterseite der Gaumenmandeln – beispielsweise mit einem angefeuchteten Wattestäbchen – kann man Mandelsteine selbst entfernen. Auch desinfizierende Mundspülungen können gegen den schlechten Atem helfen.

Eitrige Mandeln: So wirst du sie wieder los!

Da glaubt man gerade, man hat die Erkältung überstanden – plötzlich gehen die lästigen Symptome wie Halsschmerzen wieder von vorne los. Eitrige Mandeln treten ausgerechnet dann häufig auf, wenn eine Erkältung gerade wieder abklingt.

Wie entstehen eitrige Mandeln?

Infekte der oberen Atemwege werden häufig von Viren ausgelöst. Das Immunsystem arbeitet auf Hochtouren, um die Erreger schnell wieder loszuwerden. Manchmal erweisen sich die Viren aber als derart zäh, dass der Kampf gegen sie unseren Körper zusätzlich schwächt. Und jetzt haben Bakterien (vor allem Streptokokken und Pneumokokken) leichtes Spiel: Sie setzen sich auf den Mandeln fest – aus dem anfänglichen Virus-Infekt wird eine sogenannte bakterielle Superinfektion. Diese sorgt dann für besagte eitrige Mandeln, auch als Mandelentzündung, Tonsillitis oder Angina tonsillaris bekannt.

Woran erkenne ich eitrige Mandeln?

Eitrige Mandeln lassen sich anhand der kleinen weißen Punkte identifizieren.

© solar22 /

In der Regel sind mit einer Mandelentzündung die Gaumenmandeln gemeint, die beidseitig im Rachen liegen und zum Abwehrsystem unseres Körpers gehören. Bei einer Infektion sind sie oft stark angeschwollen und rot gefärbt. Zusätzlich erkennt man weiße Pünktchen oder Flecken – dabei handelt es sich um den Eiter. Dieser besteht aus abgestorbenen weißen Blutkörperchen, deren Aufgabe der Kampf gegen Erreger ist.

Welche Symptome hat eine Mandelentzündung?

Die Symptome einer Mandelentzündung ähneln denen einer Erkältung. Typische Anzeichen sind:

  • Halsschmerzen
  • Schluckbeschwerden
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Körperliche Schwäche
  • Starkes generelles Krankheitsgefühl

So wird eine Mandelentzündung (Tonsillitis) behandelt

Leidest du öfter an einer Angina tonsillaris, wird der Arzt vermutlich ein Antibiotikum verschreiben. Die Heilung kann dadurch beschleunigt werden, aber nicht immer lässt sich so verhindern, dass die Beschwerden schlimmer werden. Rechtzeitig eingenommen sorgt Antibiotika aber immerhin dafür, dass sich die Bakterien nicht weiter im Körper ausbreiten und zum Beispiel das Herz oder die Nieren befallen und dort ebenfalls eine Entzündung auslösen.

Sanfte Hausmittel gegen eitrige Mandeln

Abgesehen von Antibiotika tragen vor allem Hausmittel dabei, die Beschwerden, die eitrige Mandeln auslösen, zu mindern. Diese Mittel helfen dabei, eine akute Mandelentzündung gut zu überstehen:

  • Gurgeln mit Salzwasser oder lauwarmen Salbeitee
  • Tee mit Honig – Honig hat antibakterielle Eigenschaften
  • Lutschtabletten gegen Schluckbeschwerden – Eis und kalte Getränke haben aber einen ähnlichen Effekt
  • Wadenwickel (zum Beispiel mit Quark), sie senken das Fieber
  • Den Hals warmhalten, zum Beispiel mit einem Schal oder Tuch
  • Mindestens zwei Liter Wasser täglich trinken

Übrigens helfen diese Hausmittel gegen Erkältung ebenso gut!

Wann müssen die Gaumenmandeln raus?

Bei einer chronischen Mandelentzündung, die mindestens dreimal im Jahr auftritt, wird der Arzt möglicherweise eine Mandelentfernung (Tonsillektomie) vorschlagen. Dabei werden die Mandeln durch eine Operation komplett entfernt, sodass es nicht mehr zu Mandelentzündungen kommen kann. Allerdings weist eine große Studie daraufhin, dass eine Mandel-OP nicht in allen Fällen sinnvoll ist. Hier gilt es, sich gut mit dem Arzt zu beraten!

Übrigens: Eine Mandelentzündung tritt häufiger zusammen mit dem sogenannten Pfeifferschen Drüsenfieber auf. Dieses sollte unbedingt in Absprache mit dem Arzt behandelt werden, besonders wenn es um die Einnahme von Schmerzmitteln geht. Ansonsten helfen bei Pfeifferschem Drüsenfieber vor allem viel Ruhe und Schlaf.

Eitrige Mandeln – das hilft bei Schluckbeschwerden und Halsschmerzen

Zuerst beginnt es mit einem Kratzen im Hals, dann folgen massive Schluckbeschwerden und starke Halsschmerzen. Ein Blick in den Rachen zeigt es dann: Die Mandeln sind stark angeschwollen, rot und zeigen weiße Pünktchen oder Flecken aus Eiter.

Das ist ein deutliches Anzeichen für eine bakterielle Infektion: Die weißen Eiter-Flecken bestehen aus abgestorbenen weißen Blutzellen. Medizinisch wird eine eitrige Infektion der Mandeln (im Volksmund: eitrige Mandeln) als Tonsillitis oder Angina tonsillaris bezeichnet. Das bedeutet, die Gaumenmandeln, die auf beiden Seiten des Rachens hinter dem Zäpfchen liegen, haben sich entzündet.

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Lifeline/Wochit

Eitrige Mandeln – diese Anzeichen verraten die Infektion

Die Gaumenmandeln gehören (wie die Rachen- und Zungenmandeln) zum lymphatischen Rachenring. Er ist ein Außenposten unseres Abwehrsystems, fängt eindringende Bakterien und Viren ab. Die Mandeln bestehen aus lymphatischem Gewebe und können manchmal die Krankheitserreger an Ort und Stelle abtöten. Gelingt das nicht, wandern die Keime weiter in den Körper und werden dann vom Immunsystem vernichtet.

Neben den starken Halsschmerzen und den Schluckbeschwerden können eitrige Mandeln mit verschiedenen Symptomen einhergehen:

  • Fieber
  • ausgeprägtes Krankheitsgefühl
  • Kopfschmerzen
  • körperliche Schwäche

Bakterielle Infektion häufig Folge von Virus-Infektionen

Eine Infekt in Hals und Rachen hat oft zunächst Viren als Ursache. Die Mandeln versuchen, die Eindringlinge zu bekämpfen. Sind die Krankheitserreger sehr stark, kann das die lokalen Abwehrkräfte schwächen. Das ermöglicht bestimmten Bakterien, sich auf den Mandeln breitzumachen, man spricht dann von einer bakteriellen Superinfektion. Meist handelt es sich dabei um Streptokokken oder Pneumokokken. Aus der viralen Infektion hat sich eine eitrige Mandelentzündung entwickelt.

Darüber hinaus sind eitrige Mandeln auch eine häufige Begleiterscheinung von anderen Infektionskrankheiten, etwa dem Pfeifferschen Drüsenfieber und Scharlach. Denn letzteres wird ebenfalls von bestimmten Streptokokken ausgelöst. Neben den vereiterten Mandeln sind typische Symptome bei Scharlach Hautausschlag und Himbeerzunge.

Eitrige Mandeln sind hochansteckend

Mittels Tröpfcheninfektion, also beim Husten, Niesen und Sprechen, gelangen die Viren und Bakterien in die Atemluft. Sie breiten sich dadurch schnell aus. Vor allem die eitrige Mandelentzündung ist im hochansteckend.

Da hilft nur: Abstand halten und jede Art von Körperkontakt mit dem Erkrankten vermeiden.

Hausmittel gegen Halsschmerzen

Wann Sie mit Halsschmerzen zum Arzt müssen

Sicherheitshalber sollten Sie immer zum Arzt gehen, wenn Halsschmerzen ausgeprägt sind oder länger als drei Tage anhalten. Weitere Symptome, die vom Mediziner abgeklärt werden sollten:

  • Fieber über 38 Grad
  • ausgeprägtes Schwächegefühl

Die ärztliche Untersuchung ist in diesen Fällen wichtig. Wenn eine akute, bakterielle Infektion der Mandeln nicht gründlich behandelt wird, kann das in seltenen Fällen sogar zu einer lebensbedrohlichen Sepsis (Blutvergiftung) führen. Die Bakterien sind dann von den Mandeln in die Blutbahn geraten.

Wesentlich häufiger droht bei nicht ausreichender Behandlung eine chronische Mandelentzündung. Diese kann gefährliche Folgekrankheiten nach sich ziehen, etwa:

  • Herzentzündung (Myokarditis)
  • Nierenentzündung
  • Gelenkentzündung (Rheuma)

Gelingt es nicht, die chronische Mandelentzündung mit Medikamenten dauerhaft zu besiegen, rät der Arzt meistens dazu, die Mandeln operativ zu entfernen (Tonsillektomie).

Eitrige Mandeln – so kann der Arzt eine bakterielle Infektion feststellen

Zur Diagnose bei eitrigen Mandeln reicht dem Arzt oft bereits der Blick in den Hals und die Beschreibung der typischen Symptome. Oft sind die eitrigen Stippchen oder Flächen auf den Mandeln deutlich erkennbar. Zur genaueren Diagnose und um zu unterscheiden, ob Bakterien oder Viren die Ursache sind, nimmt der Arzt einen Abstrich von den Mandeln. Mit einem Schnelltest lässt sich der Auslöser mit großer Sicherheit feststellen. Nach diesem Befund richtet sich dann wiederum die Behandlung.

Handelt es sich um Bakterien, verordnet der behandelnde Mediziner das passende Antibiotikum. Dabei ist es wichtig, das Medikament streng nach Anweisung einzunehmen und wirklich so lange, wie es der Arzt empfiehlt – auch wenn die Beschwerden bereits nach drei Tagen abgeklungen sind. Die Ansteckungsgefahr bei eitrigen Mandeln verschwindet ein bis zwei Tage nach dem Beginn der Antibiotika-Therapie.

Diese Hausmittel lindern die Schmerzen bei eitrigen Mandeln

Bis zur Behandlung mit Antibiotika oder zur Unterstützung dieser Therapie gibt es eine Reihe von bewährten Hausmitteln, welche die Beschwerden bei eitrigen Mandeln lindern:

  • Gurgeln Sie mit lauwarmem Salbeitee oder Salzwasser. Das desinfiziert mild und befeuchtet die Schleimhäute. So können sie sich besser gegen eindringende Krankheitserreger wehren.

  • Trinken Sie warmen Tee mit Honig. Honig, vor allem Manuka-Honig, enthält natürliche Stoffe, die ähnlich wie ein leichtes Antibiotikum wirken. Sie ersetzen entsprechende Medikamente jedoch nicht.

  • Verzichten Sie bei eitrigen Mandeln auf sehr heiße und kalte Getränke. Beides reizt den Rachen zusätzlich.

  • Versuchen Sie es mit Meerrettich-Tee. Reiben Sie dazu frischen Meerrettich, übergießen Sie einen Esslöffel davon mit 250 Milliliter heißem Wasser und lassen Sie das Ganze 15 Minuten ziehen. Dann abseihen, mit Honig süßen, eventuell noch etwas abkühlen lassen und in kleinen Schlucken trinken. Meerrettich wirkt antibakteriell.

  • Halswickel mit Quark oder Kartoffeln wirken gegen die Entzündung und nehmen den Schmerz. Für den Quarkwickel zimmerwarmen Quark auf ein Tuch streichen und um den Hals legen. Den Wickel so lange tragen, bis der Quark trocken ist.
    Für den Kartoffelwickel kochen Sie 250 Gramm Kartoffeln in der Schale, legen sie dann auf ein Tuch und zerdrücken die Kartoffeln. Mit einem zweiten Tuch abdecken und nicht zu heiß um den Hals wickeln.

  • Tragen Sie ein warmes Tuch um den Hals, auch nachts. Das unterstützt die lokalen Abwehrkräfte im Rachen und hilft den entzündeten Mandeln sich schnell wieder erholen.

Mandelentzündung bei Kindern: Was tun?

Besonders häufig tritt Mandelentzündung bei Kindern unter sechs Jahren auf. Die Angina ist zwar schmerzhaft für die kleinen Patienten, aber meist nicht weiter bedrohlich. Erfahren Sie hier, wie sich eine Mandelentzündung bei Kindern behandeln lässt.

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Warum Kinder häufiger entzündete Mandeln haben

Die Mandeln übernehmen im Körper eine wichtige Abwehrfunktion – im Mund- und Rachenbereich sind sie eine Art Auffangstation für Bakterien. Insbesondere bei Kindern in den ersten Lebensjahren werden sie also extrem gefordert.

Da zahlreiche Fremdkörper im Mund dem Körper noch unbekannt sind und nicht als bedrohlich oder harmlos klassifiziert werden können, wird der Abwehrmechanismus der Mandeln regelmäßig aktiviert. Daher tritt eine Mandelentzündung bei Kindern häufiger auf als bei Erwachsenen, die über ein ausgeprägtes Immunsystem verfügen.

Angina: Typische Anzeichen bei Kindern

Der erste Hinweis auf eine Angina, so die verkürzte medizinische Bezeichnung für Mandelentzündung: Kinder verweigern aufgrund von Schluckbeschwerden häufig das Essen.

Eltern können die Krankheit bei Kindern außerdem daran erkennen, dass der Rachenraum stark gerötet ist. Häufig sind auch kleine, gelbliche Eiterflecken im Rachen erkennbar. In der Regel können Sie entzündete Mandeln auch am Hals und unter dem Kieferknochen ertasten.

Mandelentzündung bei Kindern richtig behandeln

Wenn eine Mandelentzündung bei Kindern mit Fieber einhergeht, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Gleiches gilt, wenn die Symptome der Angina nach drei Tagen noch nicht abgeklungen ist oder die Mandeln stark vereitert sind.

Falls erforderlich, wird der Arzt in solchen Fällen schmerzstillende und fiebersenkende Medikamente oder Antibiotika verschreiben.

Was Sie als Eltern tun können: Tipps

Solange das Fieber anhält, sollte Bettruhe unbedingt eingehalten werden. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind trotz der Schluckbeschwerden viel trinkt. Ein wirksames Hausmittel gegen die Entzündung ist vor allem Salbeitee, wie Dr. Barbara Teichmann, Kinderärztin in Leipzig und Sprecherin des Landesverbandes der Kinder- und Jugendärzte Sachsen, in einem Interview mit dem Apothekenmagazin „Baby und Familie“ erklärt.

Tipp: Halten Sie die Raumluft durch eine Wasserschale feucht. Unterstützend können geriebene Salbei- oder Thymianblätter in das Wasser gegeben werden. Bei Bedarf können Kindern geeignete Lutschtabletten verabreicht werden, die den Schmerz etwas stillen. Wenn Ihr Kind nichts essen mag, versuchen Sie es mit weichen kalten Speisen wie Joghurt oder Pudding.

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Da eine Angina hoch ansteckend ist, sollten Kinder bis zum Abklingen der Symptome nicht in die Schule oder den Kindergarten gehen.

Mandelentzündung (Angina tonsillaris, Tonsillitis)

Ursachen: Was sind die Ursachen einer Mandelentzündung?

Eine Mandelentzündung (Angina tonsillaris, Tonsillitis) ist eine akute Infektion der Gaumenmandeln (Tonsillen). Diese befinden sich seitlich am Übergang von der Mundhöhle zum Rachen zwischen dem vorderen und hinteren Gaumenbogen. Am häufigsten erkranken Kinder und junge Erwachsene an einer Mandelentzündung. Sind die Mandeln dauerhaft oder häufig entzündet, handelt es sich um eine chronische Mandelentzündung.

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Eine Mandelentzündung wird meistens durch Bakterien hervorgerufen. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, das heißt man kann sich durch Sprechen, Niesen oder Husten bei anderen Menschen anstecken. Bei Kindern lassen sich häufiger auch Viren als Erreger nachweisen. Um welche Erreger es sich im konkreten Fall handelt, kann der Arzt durch einen Abstrich bestimmen.

Beschwerden: Wie äußert sich eine Mandelentzündung?

Bei einer Mandelentzündung treten die Beschwerden meistens sehr plötzlich auf. Erste Symptome einer Mandelentzündung sind häufig Abgeschlagenheit, Hals- und Kopfschmerzen. Die Halsschmerzen können beim Schlucken und weit geöffnetem Mund, zum Beispiel beim Gähnen, stärker werden und bis in die Ohren ausstrahlen. Oft tritt zu Beginn auch starkes Fieber auf. Des Weiteren sind vermehrter Speichelfluss und eine belegte Stimme mögliche Anzeichen einer Mandelentzündung. Bei Kleinkindern kann die Verweigerung von Nahrungsaufnahme aufgrund der Schluckbeschwerden auf eine Mandelentzündung hinweisen. Teilweise treten auch Bauchschmerzen und Erbrechen auf.

Eine Mandelentzündung lässt sich daran erkennen, dass die Gaumenmandeln gerötet und angeschwollen sind. Damit verbunden ist eine Einengung des Rachens. Auf den Mandeln liegt ein gelblicher oder weißer Belag, zum Beispiel in Form von punktförmigen oder länglichen Eiterstippchen. Manchmal schwellen die Halslymphknoten an. Die Beschwerden werden häufig von unangenehmem Mundgeruch begleitet.

Diagnose: Wie wird eine Mandelentzündung diagnostiziert?

Beim Verdacht auf eine Mandelentzündung betrachtet der Arzt den inneren Mundbereich und tastet den Hals ab. Im Fall einer Mandelentzündung spürt der Betroffene dabei in der Region der angeschwollenen Lymphknoten Schmerzen bei Berührung und Druck.

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Häufig führt der Arzt bei einer Mandelentzündung einen Schnelltest auf bestimmte Bakterien, die Streptokokken, durch. Dabei nimmt er mit einem Wattestäbchen einen Abstrich von den Mandeln. Ist der Test negativ, kann es sich auch eine andere bakterielle Infektion handeln. Um die Art des Erregers zu identifizieren, kann der Arzt eine Bakterienkultur aus dem Abstrich anlegen.

Behandlung: Wie kann die Mandelentzündung behandelt werden?

Bei einer Mandelentzündung sind in jedem Fall Bettruhe, warme Halswickel sowie Gurgeln mit desinfizierenden und entzündungshemmenden Lösungen, zum Beispiel mit Kamille oder Salbei, erste wirksame Maßnahmen. Eine sinnvolle Alternative zu den Mundspülungen ist die Inhalation der genannten Lösungen durch den geöffneten Mund. Die Hals- und Kopfschmerzen können mit Schmerzmitteln behandelt werden.

Bei einer Infektion durch Bakterien verschreibt der Arzt zusätzlich ein Antibiotikum, meistens Penizillin. Dieses gibt es in Form von Tabletten oder Saft. Es ist wichtig, sich bei der Gabe von Antibiotika an die angegebene Art und Dauer der Einnahme zu halten, um den gewünschten Effekt zu erreichen. Das bedeutet eine regelmäßige Einnahme in einem Zeitraum von etwa zehn Tagen, auch wenn die Beschwerden bereits abgeklungen sind und man sich wieder gesund fühlt. Bei einer Mandelentzündung ist es außerdem ratsam, ausreichend zu trinken.

Prognose: Wie ist die Prognose einer Mandelentzündung?

Die Beschwerden einer Mandelentzündung gehen in der Regel nach ein paar Tagen zurück. Die medikamentöse Therapie mit Antibiotika führt dazu, dass die Bakterien abgetötet werden und sich nicht im Körper ausbreiten können. Bei einer chronischen Mandelentzündung ist manchmal sinnvoll, die Mandeln operativ zu entfernen (Tonsillektomie).

Vorbeugung: Wie kann man einer Mandelentzündung vorbeugen?

Um einer Mandelentzündung vorzubeugen, ist es ratsam, das Immunsystem durch eine ausgewogene, gesunde und vitaminreiche Ernährung zu stärken. Eine sinnvolle Unterstützung bietet dabei regelmäßige sportliche Betätigung. Des Weiteren ist es hilfreich, Stoffe, welche die Schleimhäute reizen (zum Beispiel Staub, Zigarettenrauch und Alkohol) zu vermeiden.

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