Wochenflussstau nach kaiserschnitt

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Blutungen nach der Geburt

Eine Geburt geht nicht ohne einen gewissen Blutverlust ab. Bis zu einem halben Liter innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt ist dabei noch normal.

Als postpartale Hämorrhagien (PPH) werden stärkere, nicht mehr normale Blutungen bezeichnet, die in der Nachgeburtsperiode, also unmittelbar nach der Geburt des Babys auftreten. Dabei kann es zu einem lebensbedrohlichem Blutverlust von einem Liter und mehr kommen – die häufigste Ursache der Müttersterblichkeit weltweit.

Was begünstigt starke Blutungen nach der Geburt?

Postpartale Blutungen werden vor allem nach langer Einleitungsdauer, lang anhaltenden Wehen, einer Wehenschwäche in der Austreibungsphase, einem Kaiserschnitt und bei Mehrlingsgeburten beobachtet.

Zwei Ursachen für nachgeburtliche Blutungen

Bei Blutungen in der Nachgeburtszeit ist es wichtig, zwischen zwei Blutungsursachen zu unterscheiden. Einerseits kann die Stelle, an der die Plazenta (der Mutterkuchen) an der Gebärmutterwand befestigt war, stark bluten. Wenn sich die Plazenta ablöst, entsteht eine offene Wundfläche an der Gebärmutter. Bei einer normalen Blutgerinnung schliesst sich diese Wunde rasch. Besteht allerding eine Blutgerinnungsstörung oder zieht sich die Wundfläche nicht genügend zusammen wegen einer Kontraktionsschwäche der Gebärmutter (Uterusatonie), blutet es stark aus der Gebärmutter. Oder blutet es aus einem Dammschnitt bzw. Riss im Geburtskanal (Scheidenriss)? Um diesen Unterschied festzustellen, führt die Hebamme oder der/die Geburtshelfer/in nach jeder Geburt regelmässige Kontrollen der Gebärmutter und der Genitalorgane durch.

Gründe für Blutungen aus der Gebärmutter:

  • fehlende oder unvollständige Lösung der Plazenta,
  • Zurückbleiben eines Stücks der Plazenta in der Gebärmutter (Placenta accreta) oder
  • fehlende/ nicht ausreichende Kontraktion der Gebärmutter (atonischer Uterus) zur Blutungsstillung. Hier ist es wichtig zu unterscheiden, ob die Plazenta bereits ausgestossen worden ist oder sich noch in der Gebärmutter befindet.

Bei fehlender Kontraktion der Gebärmutter, wird eine Massage von Bauchdecke und Uterus erfolgen, um das Zusammenziehen zu fördern. Zudem wird Ihnen ein Medikament verabreicht, das die Kontraktionen der Gebärmutter unterstützen soll. Ausserdem wird man dafür sorgen, dass die Harnblase leer ist und gegebenenfalls einen Ultraschall durchführen, der bei der Suhe nach der Blutungsursache helfen soll. Wenn der Verdacht besteht, dass ein Stück Plazenta zurückgeblieben ist, werden Sie unter Narkose eine Nachtastung oder Curretage (Ausschabung) erhalten. Ein starker Blutverlust muss gegebenenfalls durch eine Bluttransfusion ausgeglichen und ein eventueller Schock bei der Mutter behandelt werden – möglicherweise auch ohne langwierige Erklärungen, denn jetzt ist die Situation lebensbedrohlich.

Gründe für Blutungen aus dem Scheidenbereich:

  • Scheidenriss
  • Dammriss / Dammschnitt

Handelt es sich bei der Blutungsursache um einen Riss im Geburtskanal oder einen Dammschnitt, muss die Verletzung durch die Hebamme oder den Arzt/ die Ärztin genäht werden.

Newsticker

Blutungen nach der Geburt | 01.10.2019

Ein gewisser Blutverlust bei und nach der Geburt ist normal. Aber die Zahl der Frauen, die innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt zu viel Blut (mehr als einen halben Liter) verlieren, nimmt in den letzten Jahren wieder zu. Das liegt meist an einer Kontraktionsschwäche der Gebärmutter oder einer unvollständigen Ablösung des Mutterkuchens, selten auch an einer noch nicht bekannten Blutgerinnungsstörung. Ein weiterer Grund dafür ist jedoch auch das Alter der Gebärenden, das immer weiter ansteigt. Je älter eine Frau ist, desto höher ist das Risiko nachgeburtlicher Blutungen. Und sie wird leider oft zu spät erkannt, weil es nicht leicht einzuschätzen ist, wieviel Blut die Gebärende verloren hat. Forscher des Universitätsspital Zürich haben jetzt einen Blutmessbeutel entwickelt, der das Blut bei der Geburt sammelt und anzeigt, wenn der Blutverlust bedrohlich wird. So kann schon eingegriffen werden, bevor eine Frau in Lebensgefahr gerät. Möglicherweise kann auch ein Blutgerinnungsfaktor zur Einschätzung des Risikos dienen.

Letzte Aktualisierung : 06-09-19, BH / swissmom-Hebammenteam

Medi­zi­ni­sche Risiken – Blutungen nach der Entbin­dung

Außer Gerinnungsstörungen sind die häufigsten Ursachen eine verzögerte, nicht vollständige oder gar nicht stattfindende Lösung des Mutterkuchens (Plazenta) und die unzureichende Rückbildung der Gebärmutter unmittelbar nach Lösung des Mutterkuchens (aufgrund einer Atonie = Schlaffheit). Da sich ähnliche Probleme bei der nächsten Entbindung wiederholen können, sollten betroffene Frauen unbedingt in einer Klinik entbinden.

Risikofaktoren für Lösungsstörungen des Mutterkuchens sind

  • Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut, zum Beispiel nach Ausschabungen, Gebärmutteroperationen,
  • Kaiserschnitt,
  • vollständige Überdeckung des inneren Muttermunds durch die Plazenta, auch Placenta praevia totalis genannt,
  • Entzündungen (auch Wochenbettfieber).

Um sicher zu sein, dass sich die Plazenta wirklich vollständig gelöst hat, wird sie nach der Geburt von Arzt und Hebamme gründlich auf Vollständigkeit untersucht.

Verstärkte Blutungen aufgrund einer Atonie, eines mangelhaften Spannungszustands der Gebärmutter, treten besonders häufig auf

  • bei Vielgebärenden,
  • nach Mehrlingsschwangerschaften,
  • bei vorausgegangenem Kaiserschnitt,
  • bei Geburt eines Kindes mit hohem Geburtsgewicht,
  • wenn bereits bei einer früheren Geburt Blutungen aufgrund einer Atonie aufgetreten sind,
  • bei Überdeckung des inneren Muttermunds durch die Plazenta.

Um einer Atonie entgegenzuwirken, erhält jede Frau nach der Geburt eine Spritze mit einem Medikament, das die Rückbildung der Gebärmutter unmittelbar nach der Geburt unterstützt. Gefährdete Frauen erhalten zudem oft eine Infusion mit stärker wirkenden oder höher dosierten Medikamenten.

Weitere Risiken, die auftreten können, sind:

Blutgerinnungsstörungen

Blutgerinnungsstörungen können sich durch eine übermäßige Blutgerinnung oder eine zu langsame und zu schwache Blutgerinnung bemerkbar machen.

Während der Schwangerschaft kommt es zu hormonellen Veränderungen, die zu einer übermäßigen Blutgerinnung führen können. Dabei können Blutgerinnsel entstehen, die zu Gefäßverschlüssen (Thrombosen) führen. Im Wochenbett steigt das Thromboserisiko nochmals an.

Weitere Risikofaktoren für Thrombosen sind zum Beispiel Alter über 35 Jahre, mehr als vier Geburten, Übergewicht, Rauchen, vorausgegangene Thrombosen, angeborene Blutgerinnungsstörungen oder eine lange Bettruhe.

Kommen mehrere Risikofaktoren zusammen, können thrombosevorbeugende Maßnahmen notwendig werden.

Zur Vorbeugung dienen unter anderem Kompressionsstrümpfe und / oder Bewegungsübungen, zum Beispiel Fußwippen. Zusätzlich können Heparin-Spritzen sinnvoll sein. Über die Maßnahmen entscheidet in der Regel der Frauenarzt, gegebenenfalls in Absprache mit einem Internisten.

Erhöhte Blutungsneigung

Blutgerinnungsstörungen, die mit einer zu langsamen Blutgerinnung einhergehen, sind entweder erworben, zum Beispiel durch blutverdünnende Medikamente, oder angeboren. Die Betroffenen bluten dann häufiger und länger.

Sind in einer vorausgegangenen Schwangerschaft Blutgerinnungsstörungen aufgetreten oder liegen angeborene oder erworbene Störungen der Blutgerinnung vor, sind je nach Art und Ursache unterschiedliche Maßnahmen erforderlich, die im Einzelfall mit Frauenarzt, Internist und Entbindungsklinik abgesprochen werden. Vor allem bei erhöhter Blutungsbereitschaft ist auch die frühzeitige Planung der Geburt wichtig, um den Blutverlust während der Entbindung möglichst gering zu halten und im Bedarfsfall entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

Blutgruppenunverträglichkeit

Da das Kind nicht automatisch die gleiche Blutgruppe wie die Mutter besitzt, kann es zu Blutgruppenunverträglichkeiten zwischen Mutter und Kind kommen. Diese Reaktionen sind äußerst selten und stellen eine Gefahr für das Kind, nicht aber für die Mutter dar.

Blutgruppenunverträglichkeiten können verschiedene erbliche Merkmale des Blutes betreffen: Den Rhesusfaktor oder die Blutgruppen. Häufiger und schwerwiegender ist es, wenn die Mutter Rhesus-negativ und das Kind Rhesus-positiv ist. Das kommt bei zwölf Prozent der Frauen in Mitteleuropa vor.

Eine Gefahr für das Kind besteht, wenn die Mutter Antikörper gegen die roten Blutkörperchen des Kindes gebildet hat. Dies kann in einer vorausgegangen Schwangerschaft oder bei Blutübertragungen geschehen sein. Ohne Behandlung besteht die Gefahr, dass die Antikörper der Mutter die roten Blutkörperchen eines Rhesus-positiven Kindes zerstören und so zu einer ausgeprägten Blutarmut führen können. Die Folge ist eine Sauerstoffunterversorgung des Embryos, die mit schweren Schäden einhergehen kann. Daher werden vorbeugende Maßnahmen ergriffen.

Mindestens zwei Blutuntersuchungen

Bei jeder Rhesus-negativen Mutter prüft der Arzt während der Schwangerschaft mindestens zweimal, ob diese Antikörper im Blut vorhanden sind. Sind keine Antikörper vorhanden, verabreicht er der Schwangeren in der 28. Schwangerschaftswoche eine Spritze zur Rhesusprophylaxe, ebenso bei Fehlgeburten, nach einer Fruchtwasseruntersuchung und nach der Geburt, wenn das Kind Rhesus-positiv ist. Diese verhindert, dass sich bei der Mutter Antikörper bilden, und schützt damit bei einer weiteren Schwangerschaft das ungeborene Kind.

Findet der Arzt Antikörper im Blut der Mutter während der Schwangerschaft, hängt das weitere Vorgehen von der Zahl der Antikörper (Titer) ab. Eine Rhesusprophylaxe ist dann nicht mehr sinnvoll. Stattdessen bestimmt der Arzt engmaschig den Antikörper-Titer. Außerdem setzt er Ultraschalluntersuchungen ein. Gab es bereits in einer vorausgegangenen Schwangerschaft Komplikationen, untersucht er ab einer bestimmten Antikörpermenge das Fruchtwasser, um die aktuelle Gefahr für das Kind besser abschätzen zu können.

Vorzeitige Entbindung möglich

Manchmal ist dann eine Transfusion zum Blutaustausch beim Kind im Mutterleib oder eine vorzeitige Entbindung erforderlich. In weniger schweren Fällen treten Symptome beim Kind erst nach der Geburt auf, die mit Phototherapie und/oder Transfusionen zum Blutaustausch behandelt werden können.

AB0-Inkompatibilität

Frauen mit der Blutgruppe 0 können Antikörper gegen die Blutgruppen A und B bilden. In den meisten Fällen sind die Folgen für das Kind nur schwach ausgeprägt und treten erst nach der Entbindung auf, zum Beispiel in Form einer Neugeborenen-Gelbsucht.

Blutungen

In den ersten Wochen der Schwangerschaft kann es zu Blutungen kommen, die meist harmlos sind. Blutungen während der gesamten Schwangerschaft können jedoch auch eine ernsthafte Situation für die Mutter und das Ungeborene bedeuten.

Vor allem in der Frühschwangerschaft – also in den ersten drei bis vier Monaten – können Blutungen harmlos sein. Der Arzt muss allerdings untersuchen, ob es nicht auch Anzeichen einer drohenden Fehlgeburt, einer Eileiterschwangerschaft, einer vorzeitigen Plazentalösung oder anderer schwerwiegender Komplikationen sein könnten.

Bei der Eileiterschwangerschaft kommt es meist zu Schmerzen und leichten Blutungen. In der Ultraschalluntersuchung ist jedoch kein Fötus in der Gebärmutter zu sehen. Wächst der Embryo, kann der Eileiter zerreißen und starke, lebensbedrohliche Blutungen verursachen.

Bei der vorzeitigen Plazentalösung löst sich der Mutterkuchen teilweise oder ganz von der Gebärmutterwand. Dabei kann es ebenfalls zu starken, lebensbedrohlichen Blutungen kommen.

Bei jeglichen Blutungen mit oder ohne Schmerzen sollten Sie deshalb immer sofort in ein Krankenhaus fahren. Das gilt für jeden Zeitpunkt in der Schwangerschaft. Bis zur Untersuchung sollten Sie ruhen.

Auch leichte Schmierblutungen sollten Sie von Ihrem Gynäkologen abklären lassen, um sicherzugehen, dass keine schwerwiegenden Ursachen dahinter stecken.

Diabetes

Grundsätzlich unterscheidet man eine schon vor der Schwangerschaft bestehende Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ I oder II) von einer neu in der Schwangerschaft auftretenden Zuckerverwertungsstörung (Gestationsdiabetes).

Der Gestationsdiabetes bleibt meist auf die Zeit der Schwangerschaft begrenzt, davon betroffene Frauen haben jedoch ein erhöhtes Risiko, später an Diabetes zu erkranken.

Risikofaktoren für die Entwicklung eines Schwangerschaftsdiabetes sind zum Beispiel: Alter der Frau ab 45 Jahren, Übergewicht, Bewegungsmangel, kohlenhydrat- und fettreiche Ernährung, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes Typ 2 in der Familie und Schwangerschaftsdiabetes in einer früheren Schwangerschaft oder frühere Geburt eines Kindes mit einem Gewicht über 4.500 Gramm.

Um festzustellen, ob eine Zuckerverwertungsstörung vorliegt, erfolgt bei allen Schwangeren in der 25. bis 28. Schwangerschaftswoche ein 50-Gramm-Glukose-Suchtest. Ist das Ergebnis positiv, besteht der Verdacht auf eine Zuckerverwertungsstörung, die ein weiterer Blutzuckerbelastungstest bestätigen muss. Bei Vorliegen von Risikofaktoren sollte der Arzt den Blutzucker bereits weit vor der 24. Schwangerschaftswoche messen.

Behandlung

Während der Schwangerschaft ist zur Vermeidung von Komplikationen eine optimale Blutzuckereinstellung dringend erforderlich. Liegt eine Zuckerverwertungsstörung vor, sind regelmäßige Blutzuckerkontrollen, eventuell eine Umstellung der Ernährung, soweit möglich eine Steigerung der körperlichen Aktivität und gelegentlich auch eine Insulintherapie erforderlich.

In den meisten Fällen können die Frauen diese Maßnahmen nach der Entbindung wieder absetzen.

Bei Frauen, die bereits vor Eintreten der Schwangerschaft an Diabetes erkrankt waren, ist der Schwangerschaftsverlauf auch von möglicherweise schon bestehenden Blutzucker-Folgekrankheiten wie Nierenerkrankungen abhängig. In diesem Fall ist vor Planung einer Schwangerschaft ein ausführliches Gespräch mit dem Frauenarzt erforderlich.

Im Allgemeinen bestehen auch bei Diabetikerinnen keine Bedenken gegenüber einer Schwangerschaft. Voraussetzung ist allerdings, dass bereits in den drei Monaten vor einer Empfängnis und während der gesamten Schwangerschaft eine sorgfältige Überwachung und optimale Einstellung des Glukosestoffwechsels erfolgen.

Mögliche Komplikationen

Tritt während der Schwangerschaft eine Zuckerkrankheit auf oder ist sie schon zuvor vorhanden, machen folgende mögliche Komplikationen eine engmaschige Schwangerschaftsvorsorge erforderlich. Sie treten umso seltener auf, je besser der Blutzucker eingestellt ist. Mögliche Komplikationen sind:

Bei Müttern, die bereits vor Eintritt der Schwangerschaft an Diabetes litten, kommt es ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zu einem erhöhten Insulinbedarf.

Infektionen der Harnwege und der Scheide – auch unbemerkte – treten vermehrt auf. Daher sind häufigere Urinkontrollen erforderlich. Außerdem kommt es häufiger zu Zahnfleischentzündungen.

Ein erhöhter Blutdruck tritt häufiger auf.

Fehlbildungen, zum Beispiel Fehlbildungen des Herzens und der herznahen Gefäße sowie Neuralrohrdefekte, kommen häufiger vor.

Es besteht ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten und Frühgeburten.

Kinder von nicht oder nur unzureichend behandelten zuckerkranken Müttern werden besonders schwer (Geburtsgewicht über 4.000 Gramm beziehungsweise 4.500 Gramm). Dieser Riesenwuchs (Makrosomie) kann während der Geburt Probleme bereiten, sodass ein Kaiserschnitt erforderlich wird.

Bei Frühgeburten ist die Lunge oft noch nicht vollständig ausgereift, sodass nach der Geburt Atemprobleme auftreten können. Zusätzlich sind die Kinder durch eine Unterzuckerung gefährdet. Deshalb müssen Kinder zuckerkranker Mütter unmittelbar nach der Geburt besonders intensiv beobachtet werden. Zusätzlich haben sie ein erhöhtes Risiko, später selbst an Diabetes und Bluthochdruck zu erkranken und übergewichtig zu sein.

Die Zuckerkrankheit der Mutter kann auch Auswirkungen auf die Blutgefäße des Mutterkuchens haben, sodass das Kind während der Schwangerschaft nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird (Plazenta-Insuffizienz). Daher sind gegen Ende der Schwangerschaft häufigere Herzton- und spezielle Ultraschallkontrollen erforderlich. In den letzten zwei bis vier Schwangerschaftswochen kann zusätzlich eine stationäre Überwachung von Mutter und Kind angezeigt sein.

Drogen, Alkohol und Zigaretten

Der Konsum von Drogen, Alkohol und Zigaretten während der Schwangerschaft kann die Entwicklung des Kindes nachhaltig stören und im schlimmsten Fall zu Fehl- und Totgeburten führen. Aus diesem Grund sollten schwangere Frauen Drogen, Alkohol und Zigaretten in der Schwangerschaft unbedingt meiden!

In den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft, in denen sich beim Kind die Organe entwickeln, besteht ein besonders hohes Risiko für sehr schwere Schäden des Ungeborenen. Illegale Drogen, Alkohol und Nikotin können das Kind aber auch während der gesamten Schwangerschaft schädigen. Zum einen kann es zu körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen kommen, zum anderen steigt das Risiko für Früh- und Fehlgeburten.

Hat die Mutter regelmäßig Beruhigungs- und Schlafmittel eingenommen, leidet das Kind nach der Geburt möglicherweise an Entzugssymptomen. Dieses neonatale Abstinenzsyndrom äußerst sich zum Beispiel durch Zittern, Nervosität, Blutdruckstörungen, Temperaturabfall, Erbrechen und Durchfall.

Drogenabhängigkeit kann außerdem ein erhöhtes Risiko für Infektionskrankheiten wie AIDS, Hepatitis B und C mit sich bringen. Auch die sozialen Umstände einschließlich der Traumatisierung durch mögliche Gewalterfahrungen, Beschaffungskriminalität oder Prostitution können sich negativ auf die Entwicklung des Kindes im Mutterleib auswirken.

Bei Drogenkonsum in der Schwangerschaft ist es besonders wichtig, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der Konsum sollte beendet werden, allerdings ist bei einigen Drogen ein gesteuerter Entzug besser als abruptes Absetzen. Die Entwicklung des Fetus muss in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden, um eventuelle Fehlbildungen, Wachstumsverzögerungen sowie die Gewährleistung der Versorgung durch den Mutterkuchen zu überprüfen.

Eine Beratung in einer reproduktionstoxikologischen Spezial-Ambulanz einer größeren Klinik kann sinnvoll sein. Schwangere Frauen, die Drogen konsumiert haben oder abhängig sind, müssen individuell beraten werden, damit Mutter und Kind eine optimale Betreuung erhalten.

Rauchen Sie?

Rauchen schadet dem ungeborenen Kind. Das Spektrum möglicher Folgen reicht von der Mangelernährung bis zum Tod des Kindes, zum Beispiel leiden Kinder von Raucherinnen später häufiger an Asthma, Allergien und Krebserkrankungen oder sterben häufiger an plötzlichem Kindstod. Auch das Risiko für eine Früh- oder Fehlgeburt sowie für eine vorzeitige Plazentalösung ist bei Raucherinnen höher. Je mehr Zigaretten pro Tag geraucht werden, desto schädlicher ist dies für das Kind. Auch das Passivrauchen wirkt sich auf das Kind aus.

Übrigens: Rauchen verringert auch die Fruchtbarkeit! Dies ist ein Argument mehr, mit dem Rauchen schon vor der Schwangerschaft aufzuhören!

Trinken Sie gerne Alkohol?

Während der Schwangerschaft wird der generelle Verzicht auf Alkohol empfohlen, da man die Menge des Alkohols, ab der das Kind Schaden nimmt, nicht kennt.

Je nach Ausmaß des Alkoholkonsums kann es zu mehr oder weniger starken Wachstumsverzögerungen, Intelligenzminderungen, Verhaltensauffälligkeiten, Fehlbildungen und anderen Erkrankungen des Kindes kommen.

Fehlgeburt

Eine Schwangerschaft, die mit einem Geburtsgewicht unter 500 Gramm oder vor Erreichen der Lebensfähigkeit des Kindes zu Ende geht, bezeichnet man als Fehlgeburt. In Deutschland besteht keine standesamtliche Meldepflicht.

Das Risiko für eine Fehlgeburt nach Ausbleiben der Regelblutung beträgt zwischen zehn und 15 Prozent. Berücksichtigt man auch die Fehlgeburten, die sich noch vor dem Ausbleiben der Regelblutung und vor der Einnistung ereignen, sind es sogar 50 Prozent. Man unterscheidet zwischen dem Frühabort bis zur zwölften bis vierzehnten Schwangerschaftswoche (SSW) und dem Spätabort ab der vierzehnten SSW. Heutzutage überleben jedoch bereits Kinder, die ab der 24. SSW geboren werden.

Mögliche Ursachen aufseiten der Mutter:

  • Gebärmutterhalsschwäche durch Bindegewebs- und Muskelschwäche oder nach Operationen an der Gebärmutter
  • Fehlerhafte Einnistung des befruchteten Eis
  • Mütterliche Abstoßungsreaktion
  • Infektion der Geschlechtsorgane, zum Beispiel durch Chlamydien
  • Höheres Alter der Mutter
  • Hormonelle Störungen wie zum Beispiel Gelbkörperschwäche
  • Gebärmutteranomalien
  • Schwere Erkrankungen, zum Beispiel Immunerkrankungen, Diabetes mellitus, Nierenerkrankungen
  • Myome

Mögliche Ursachen aufseiten des Kindes:

  • Chromosomenanomalien: Das sind die häufigsten Störungen, die zu einer Fehlgeburt führen.
  • Fehlbildungen, die nicht mit dem Leben vereinbar sind, sodass der Fetus abstirbt oder sich die Schwangerschaft nicht weiter entwickelt

Ursachen durch äußere Einflüsse:

  • Medikamente, Genussgifte (Nikotin, Alkohol, Rauschgifte), andere Schadstoffe

Die häufigsten Zeichen für einen Spontanabort sind:

  • Vaginale Blutungen
  • Schmerzen im Unterleib
  • Wehen

Bei Anzeichen eines Spontanaborts wie vaginale Blutung oder Unterleibsschmerzen, ähnlich den Regelschmerzen, sollte schwangere Frauen sofort einen Frauenarzt oder eine Klinik aufsuchen.

Charakteristisch für die Gebärmutterhalsschwäche ist die schmerz- und wehenlose Fehlgeburt.

Etwa ab der 23. Schwangerschaftswoche besteht eine realistische Überlebenschance für den Fetus. Allerdings haben etwa 20 bis 30 Prozent dieser Kinder schwere Erkrankungen, die eine lebenslange Hilfe durch andere Personen notwendig machen. Ab der 25. Schwangerschaftswoche überleben in Deutschland etwa 60 Prozent der Kinder, ab der 26. Schwangerschaftswoche etwa 75 Prozent.

Eine Fehlgeburt kann beängstigend und deprimierend sein. Es ist völlig natürlich, Trauer über den Verlust zu empfinden. Teilen Sie Ihre Gefühle Ihrer Umwelt mit! Wenn Sie glauben, dass Sie zu viel Zeit für die Verarbeitung Ihrer Gefühle brauchen, oder wenn Sie sehr lange deprimiert sind, suchen Sie Ihren Arzt auf. Er kann Ihnen weiterhelfen.

Ungefähr zwei bis sechs Wochen nach einer Fehlgeburt wird untersucht, ob die Gebärmutter sich zusammengezogen hat. Eine Schwangerschaft kann nach einem normalen Zyklus mit normaler Menstruation wieder eintreten.

Das Wiederholungsrisiko steigt nach einer Fehlgeburt auf bis zu 20 Prozent an. Wenn die Frauen innerhalb der nächsten sechs Monate wieder schwanger werden, ist das Risiko für eine erneute Fehlgeburt geringer als bei einem Abstand von sechs bis zwölf Monaten.

Da es schwer ist, die eigentliche Ursache mit Sicherheit zu bestimmen, bleibt in der Regel nur das Abwarten. Frühzeitige Schonung bringt nach einem Frühabort nichts. Infektionen der Scheide und des Gebärmutterhalses sollten ausgeschlossen werden. Die meisten Frauen werden recht schnell wieder schwanger und ein großer Anteil bringt gesunde Kinder auf die Welt. Die individuelle Situation ist natürlich nur durch genaue Untersuchungen abzuklären.

Habituelle Abortneigung

Von einer habituellen Neigung zu Fehlgeburten spricht man laut Definition der WHO, wenn drei oder mehr aufeinanderfolgende Fehlgeburten vor der 20. Schwangerschaftswoche aufgetreten sind. Die häufigsten Ursachen der wiederholten Aborte sind Störungen der Erbanlagen. Für diese Fälle bieten Humangenetiker eine genetische Beratung mit Untersuchung der Erbanlagen der Eltern an.

Weitere mögliche Ursachen sind angeborene Fehlbildungen der Gebärmutter, Wucherungen in der Gebärmutter, Infektionen, Funktionsstörungen der Schilddrüse, immunologische Ursachen und psychologische Faktoren.

Placenta praevia/Plazentalösung

Von einer Placenta praevia spricht man, wenn der Mutterkuchen ganz oder teilweise vor dem Muttermund liegt. Damit kann der Weg aus der Gebärmutter für das Kind versperrt und ein Kaiserschnitt nötig sein. Oft treten Blutungen schon vor der 30. Schwangerschaftswoche auf, die eine stationäre Beobachtung von Mutter und Kind erforderlich machen.

Schädigungen der Gebärmutterschleimhaut, zum Beispiel durch eine rasche Schwangerschaftsfolge (Abstand kürzer als ein Jahr), Operationen oder Entzündungen, sind Risikofaktoren für die Entwicklung einer Placenta praevia. Auch die Größe des Mutterkuchens spielt bei der Entstehung einer Placenta praevia eine Rolle: Je größer der Mutterkuchen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit.

Bei Mehrlingsschwangerschaften und bei Vielgebärenden ist die Plazenta im Allgemeinen überdurchschnittlich groß.

Vorzeitige Plazentalösung

Im Gegensatz zur Placenta praevia, die bei der Schwangerschaftsvorsorge diagnostiziert werden kann, tritt die vorzeitige Plazentalösung meistens plötzlich auf. Oft noch vor dem Geburtsbeginn löst sich der Mutterkuchen teilweise oder ganz von der Gebärmutterwand. Liegt lediglich eine leichte Plazentalösung vor, ist keine Beeinträchtigung des Kindes zu erwarten.

Bei erheblichen Blutungen aus Gefäßen des mütterlichen oder kindlichen Kreislaufs ist die vorzeitige Plazentalösung eine Notsituation, die äußerst schnelles Handeln erfordert. Abhängig vom Schweregrad der Plazentalösung und dem Alter des Fötus ist eine rasche Entbindung in der Regel durch Kaiserschnitt zu erwägen.

Die Ursache für eine vorzeitige Plazentalösung bleibt in etwa der Hälfte der Fälle unklar. Risikofaktoren sind beispielsweise Fruchtwasservermehrung, Unfälle, schwangerschaftsbedingte Erkrankungen, Mehrlingsschwangerschaften, Fehlbildungen, eine Fruchtwasseruntersuchung oder eine Chorionzottenbiopsie.

Sofern die Gebärmutter nicht vollständig entfernt werden musste, kann nach einem Kaiserschnitt bei Placenta praevia oder vorzeitiger Plazentalösung beim nächsten Kind durchaus eine normale Geburt erfolgen.

Sterilitätsbehandlung

Wenn in der Vergangenheit wegen ungewollter Kinderlosigkeit eine Sterilitätsbehandlung durchgeführt wurde, kann für eine zukünftige Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko bestehen.

Grundsätzlich ist bei Frauen, bei denen es nicht oder nur schwer zu einer spontanen Schwangerschaft kommt, die Rate der Eileiterschwangerschaften erhöht.

Nach einer Sterilitätsbehandlung, vor allem nach einer künstlichen Befruchtung, aber auch nach einer Hormonbehandlung, ist die Rate der Mehrlingsschwangerschaften deutlich höher als in der Normalbevölkerung. Etwa jede vierte bis fünfte Schwangerschaft, die durch eine künstliche Befruchtung oder eine Hormonbehandlung zustande kam, ist eine Mehrlingsschwangerschaft.

Mehrlingsschwangerschaften sind grundsätzlich mit einem erhöhten Risiko für Mutter und Kinder behaftet. Die Mütter leiden häufiger an Übelkeit, haben häufiger Blutdruckprobleme in der Schwangerschaft und bekommen häufiger vorzeitige Wehen. Dies wiederum ist mit einer erhöhten Frühgeburtenrate und entsprechenden Folgen für die Kinder verbunden.

Außerdem kommt es bei Mehrlingsgeburten häufiger zu geburtshilflichen Komplikationen. So werden Drillinge und Zwillinge häufiger als Einzelkinder per Kaiserschnitt geboren. Das liegt unter anderem daran, dass Mehrlinge öfter in ungewöhnlichen Stellungen liegen und/oder sich miteinander verschränken.

Auch ein Nabelschnurvorfall oder eine Placenta praevia werden häufiger beobachtet. Außerdem kann es nach der Geburt des ersten Kindes zu einem Sauerstoffmangel des zweiten (und dritten) Kindes kommen, wenn eine bestimmte Zeit überschritten wird. Die Blutungen nach der Geburt sind bei Mehrlingsgeburten oft stärker und länger.

Außerdem besteht nach einer Sterilitätsbehandlung ein erhöhtes Risiko für eine Fehlgeburt. Bei etwa jeder fünften Schwangerschaft nach einer künstlichen Befruchtung oder einer Hormonbehandlung kommt es zu einer Fehlgeburt.

Blutungen nach der Geburt: Der Wochenfluss

Nach jeder Geburt setzen bei der Frau Blutungen ein. (Foto by: RobHainer / )

Definition: Was ist Wochenfluss?

Der Wochenfluss setzt direkt nach der Geburt des Kindes ein. Mit ihm werden das restliche Blut, Eihautreste und Gebärmutterschleimhaut aus dem Körper ausgeschieden. Dadurch beginnt der notwendige Heilungsprozess. Denn während der Schwangerschaft haftet die Plazenta an der Gebärmutter und wird erst mit der Geburt abgestoßen. Dadurch entsteht eine Wunde an der Gebärmutterwand, die blutet.

Der Wochenfluss wird auch postnatale Blutung genannt. Entgegen allgemeiner Meinung ist die Blutung nicht infektiöser als die herkömmliche Monatsblutung. Keime können sich zwar in dem Sekret auf der Binde vermehren, jedoch reicht eine normale Intimpflege völlig aus, um eine Infektion zu verhindern.

Dauer und Verlauf der Blutungen

Der Wochenfluss kann unterschiedlich lange dauern, ebenso kann die Stärke der Blutungen variieren. In der Regel dauern die Blutungen nach der Geburt zwischen zwei und acht Wochen an.

Am Anfang ist der Ausfluss hellrot, wird dann nach ein paar Tagen bräunlich-rot und verändert sich ungefähr nach zwei Wochen in eine gelblich-weiße Farbe.

Die Dauer der Blutungen hängt entscheidend von der Frage ab, ob die Frau stillt oder nicht. Stillende Frauen bluten meistens kürzere Zeit. Auch bei einem Kaiserschnitt geht der Wochenfluss meist schneller vorbei.

Auch die Stärke ist völlig unterschiedlich. Manche Frauen bluten sehr stark, andere haben nur geringe Blutungen. Dabei können Überanstrengungen die Blutungen beeinflussen.

Welche Probleme können auftreten?

Wundgewebe und abgestorbenes Material werden nach der Geburt aus der Gebärmutter geschwemmt. (Foto by: AndreyPopov / )

Während des Wochenflusses sind Tampons tabu, denn dies kann zu Infektionen in der Gebärmutter führen. Zudem kann es zu einem Blutstau kommen. Ein Wochenflussstau kann aber auch andere Ursachen haben. Wenn in der ersten Woche nach der Geburt Fieber mit Unterleibsschmerzen auftritt, könnte ein Blutstau vorliegen. Ebenso sprechen plötzlich aussetzende Blutungen, üble Gerüche und Kopfschmerzen für diese Diagnose.

In jedem Fall sollte die Frau hier einen Arzt oder ihre Hebamme aufsuchen.

Ebenso sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Blutungen sehr stark sind und nicht nachlassen oder das Blut Blutgerinnsel enthält. Auch wenn Blutungen nach ein paar Tagen wieder stärker werden, muss ärztlicher Rat erfolgen.

Wochenfluss: So lange dauert der blutige Ausfluss

Wie lange dauert der Wochenfluss?

Es gibt ärztliche Richtlinien über die Dauer des Wochenfluss: Wie lange er bei dir dauern wird, hängt auch davon ab, wie gut deine Wundheilung ist. Im Normalfall dauert es etwa vier bis sechs Wochen bis die Geburtswunde ganz verheilt ist. Die Menge an blutigem Ausfluss lässt zum Glück schon Ende der ersten Woche deutlich nach. „Es kann auch vorkommen, dass das Blut in der Gebärmutter oder Scheide etwas gerinnt und als Koagel (Blutklumpen) ausgeschieden wird“, erklären die Hebammen Anja und Marie vom Blog hallohebamme außerdem. Auch solche größeren Blutklumpen sind durchaus normal und kein Grund zur Sorge. Sollte dich das aber trotzdem beunruhigen, sprich das gerne bei deinem Gynäkologen oder deiner Hebamme an.

Wochenfluss-Dauer & -Verlauf:

Wie sich Wochenfluss-Farbe und Konsistenz nach und nach ändern, siehst du hier im Überblick.

  • 1. Woche: Lochia ruba
    Am 1. Tag nach der Geburt ist der Fluss am stärksten. Bis zu 300 Milliliter rein blutiger Ausfluss – er wird als Lochia ruba bezeichnet – sind möglich. Neben Wundsekret werden auch noch Schleimhautreste der Gebärmutter, Vaginal- und Zervixschleim ausgeschieden.
    Ab dem 2. Tag – 3. Tag werden die Lochien schon weniger. Bis zu 100 Milliliter täglich sind aber möglich. Der Ausfluss ist immer noch blutig, allerdings deutlich wässriger als am ersten Tag. Ausgestoßen werden weiterhin Blut, Blutgerinsel, Gewebereste und Schleim. Auch Bakterien werden dank des starken Ausflusses gut ausgespült.
  • Ende 1. Woche: Lochia fusca
    Eine Woche nach der Geburt ist die Wunde schon soweit verheilt, dass sie nur noch wenig blutet. Die Blutung ändert jetzt ihre Farbe: Sie ist rot-bräunlich oder rosa-wässrig. Auch die Menge wird viel weniger. Meist sind es nur 10-30 Milliliter am Tag.
  • Ende 2. Woche: Lochia flava
    Gegen Ende der 2. Woche kann sich die Wochenfluss-Farbe nochmals verändern. Der Ausfluss kann jetzt nicht nur rot-bräunlich, sondern auch gelblich sein. Ärzte und Hebammen sprechen dann von der Lochia flava. In dieser Phase des Wochenbetts sind 5 – 10 Milliliter Ausfluss üblich.
  • Ende 3. Woche: Lochia alba
    Jetzt hat die Blutung schon fast vollständig nachgelassen. Die Menge lässt sich mit leichtem Ausfluss vergleichen. Übrigens auch die Farbe: Die Lochien sind jetzt weißlich bis klar (Lochia alba). Die Wunde in der Gebärmutter sollte jetzt gut verheilt sein, die Schleimhaut befindet sich schon wieder im Aufbau.
  • 4. – 6. Woche
    Etwa einen Monat nach der Geburt hat sich die Gebärmutter wieder regeneriert – eine neue Schleimhaut hat sich gebildet. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass deine Periode nach der Geburt sofort wiederkommt. Wann es soweit ist, ist von Frau zu Frau unterschiedlich und häng von verschiedenen Faktoren ab.

Wann sollte ich bei blutigem Wochenfluss zum Arzt?

Das kommt darauf an, wann er auftritt. Der Wochenfluss dauert in der Regel ungefähr drei Wochen. Dass er in den Tagen nach der Geburt blutig ist, ist vollkommen normal. In der zweiten Woche wird er dann bräunlich, in der dritten gelblich. Ist er im Spätwochenbett noch blutig – also etwa zwei bis drei Wochen nach der Geburt – sollte die Frau zum Arzt gehen. Der Gynäkologe macht dann in der Regel einen Ultraschall, um die Ursache zu finden.

In den meisten Fällen handelt es sich entweder um ein Blutgerinnsel in der Gebärmutter oder um eine Gebärmutterentzündung. Diese kann mit Fieber und eventuell mit Kopfschmerzen in der Stirn einhergehen. Oft sind dann noch Reste des Mutterkuchens in der Gebärmutter verblieben, diese müssen ausgeschabt werden. Anschließend bekommt die Mutter ein Antibiotikum. In seltenen Fällen kann auch eine Blutgerinnungsstörung Ursache für den immer noch blutigen Wochenfluss sein. Dann wird der Arzt entsprechend behandeln.

Prof. Dr. med. Joachim Dudenhausen, Professor Emeritus der Charité Universitätsmedizin Berlin, Professor für Geburtshilfe und Gynäkologie am Weill Cornell Medical College, Deputy Chief Medical Officer am Sidra Medical and Research Center, Chefredakteur des Journal of Perinatal Medicine

Der Wochenfluss

Den anfangs noch blutigen Ausfluss in den ersten Wochen nach der Geburt nennt man „Lochien“, oder „Wochenfluss“. Er zeigt, dass Ihre Gebärmutter sich gut zusammenzieht und zu ihrer normalen Grösse zurückkehrt. Das Gewebe im Uterus, dort wo sich die Plazenta abgelöst hat, verheilt und scheidet dabei Blut, Sekret und abgestorbene Gewebsstückchen aus. Normalerweise dauert der Wochenfluss höchstens vier Wochen. Das ist jedoch individuell unterschiedlich und hängt auch davon ab, ob Sie stillen oder nicht. Bei stillenden Müttern hört der Wochenfluss in der Regel schneller auf.

Der Wochenfluss ist in den ersten Tagen normalerweise recht stark und hellrot mit wenigen Blutgerinnseln. Wenn Sie stillen, kann der Ausfluss noch stärker sein und eine intensivere rote Farbe annehmen. Mit der Zeit wird der Wochenfluss schwächer. Seine Farbe wechselt von rot zu rosa oder braun am Ende der ersten Woche; später wird er eventuell gelblich oder ganz farblos.

In den ersten Minuten des Stillens werden Sie merken, dass der Wochenfluss plötzlich deutlich stärker wird. Durch die Oxytozin-Ausschüttung beim Anlegen werden Kontraktionen der Gebärmutter ausgelöst, die sogenannten „Nachwehen“. Das ist sehr gut für die Rückbildung des Uterus, denn wie ein Schwamm wird die Gebärmutterschleimhaut dabei ausgepresst. Auch eine Infektion kann sich dann nicht so leicht in der Gebärmutterhöhle entwickeln, weil sich das Sekret nicht aufstaut. Auch wenn Sie nach längerem Liegen aufstehen, werden Sie einen vermehrten Abgang des Wochenflusses bemerken.

Wenn Sie jedoch auch zwischen den Brustmahlzeiten übermässig starke oder anhaltende Blutungen mit grösseren Blutgerinnseln oder Gewebsstückchen haben, sollten Sie sich mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Frauenarzt, Ihrer Frauenärztin in Verbindung setzen. Möglicherweise ist ein Teil des Mutterkuchens in der Gebärmutter zurückgeblieben (Placenta accreta). An solch einer Stelle kann die Wunde in der Gebärmutterwand nicht verheilen und verursacht diese verstärkten Blutungen.

Sie sollten Ihre Hebamme oder Ihren Frauenarzt, Ihre Frauenärztin ebenfalls informieren, wenn die Lochien unangenehm riechen. Wochenfluss riecht normalerweise unauffällig fade. Jedes Anzeichen von vermehrtem Geruch kann ein Zeichen für eine Infektion der Gebärmutter sein. Auch eine druckempfindliche Gebärmutter bzw. ein schmerzhafter Unterbauch, oft begleitet von Fieber, sind ein Anzeichen für eine Entzündung der Gebärmutter (Endometritis) und bedürfen meist einer antibiotischen Therapie.

Solange der Ausfluss anhält, müssen Sie Binden (Vorlagen) tragen. Manchmal werden sie von der Klinik gestellt. Sie sollten aber sicherheitshalber ein paar eigene Vorlagen in Ihrer Tasche haben. In den ersten Tagen, wenn der Ausfluss besonders stark ist, brauchen Sie sicher die Binden mit der höchsten Aufnahmefähigkeit. Bitte benutzen Sie keine Tampons, dadurch wird das Risiko einer Infektion stark erhöht! Es ist viel besser, wenn der Wochenfluss aus der Scheide herauslaufen kann. Wegwerfslips sind im Wochenbett übrigens sehr praktisch.

Gegen Duschen mit einem milden Duschstrahl haben die meisten Geburtshelfer und –helferinnen auch in den ersten Tagen nach der Geburt nichts einzuwenden. Mit Vollbädern sollten Sie zumindest ein bis zwei Wochen warten. Auf parfümierte Badezusätze, Schaumbäder und Duschgels noch ein Weilchen verzichten, um die empfindliche Haut des Intimbereichs nicht zu reizen.

Viele Frauenärzte, Frauenärztinnen raten von Geschlechtsverkehr im Wochenbett ab, solange der Wochenfluss anhält, damit keine Infektionen übertragen werden. Inzwischen haben Untersuchungen gezeigt, dass der Wochenfluss zwar erst am Ende der dritten Woche nach der Geburt keine Bakterien mehr enthält, aber auch vor dieser Zeit scheinen Infektionen nach Geschlechtsverkehr nicht häufiger zu sein.

Wahrscheinlich wird es aber ohnehin noch einige Zeit dauern, bis die Lust zurückkehrt. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Scheide durch einen ausgeprägten Östrogenmangel nach der Geburt trocken und berührungsempfindlich ist und ein Dammschnitt oder –riss eventuell noch Probleme machen.

Letzte Aktualisierung : 24-09-18, BH / swissmom-Hebammenteam

Wochenfluss

Wochenfluss: was ist das genau?

Jede Frau hat nach der Geburt Blutungen – egal, ob sie eine normale Entbindung oder einen Kaiserschnitt hatte.
Durch den postpartalen Ausfluss, auch Wochenfluss oder Lochien genannt, scheidet Ihr Körper restliches Blut, Schleim und Plazentagewebe aus der Gebärmutter aus. Der Ausfluss geht von der Stelle, an der die Plazenta mit der Gebärmutter verbunden war, aus und kann schubweise oder nach und nach wie bei der normalen Periode erfolgen. Wenn nach den ersten Blutungen die Heilung einsetzt, verfärbt sich der Wochenfluss von einem hellen Rot zu Rosa über bräunlich, bis er gegen Ende eine gelblich-weiße Farbe annimmt.
Die Blutungen dauern zwischen zwei bis sechs Wochen. In dieser Zeit lässt der Wochenfluss allmählich nach. Falls Sie sich zuviel zumuten, kann es sein, dass die Blutungen wieder stärker werden – werten Sie die Farbe Rot also als Signal, einen Gang zurückzuschalten.

Muss ich irgendetwas dagegen unternehmen?

Nein. Falls Sie in einer Klinik entbunden haben, hat man Sie wahrscheinlich mit einigen strapazierfähigen, altertümlich anmutenden Binden versorgt. Am besten halten Sie davon schon einige für die Zeit nach der Entbindung zuhause bereit. Am Anfang kann es sein, dass Sie die Binden stündlich wechseln müssen, später vielleicht nur noch alle drei bis vier Stunden.
Denken Sie daran, nach jedem Wechseln die Hände zu waschen.
Tampons sind in den ersten sechs Wochen nach der Geburt tabu, da über sie Bakterien in die verheilende Gebärmutter gelangen und eine Infektion auslösen könnten.
Sollten Sie einen Dammriss oder – schnitt haben, müssen Sie diese Wunde auch sehr sauber halten, damit keine Infektion entsteht. Auch dann ist es wichtig, neben der täglichen Dusche die Binden häufig zu wechseln.

Was ist nicht mehr normal?

Sie sollten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, wenn die Blutungen …

  • innerhalb von einer Stunde mehr als eine Binde durchtränken oder die Blutung läuft wie ein Wasserhahn, der aufgedreht wurde.
  • nach einer Woche immer noch stark und hellrot sind.
  • nach mehr als vier Tagen die Blutung sich wieder so stark einstellt wie in den Stunden nach der Geburt.
  • große Blutgerinnsel enthalten.
  • unangenehm riechen und von Fieber und/oder Schüttelfrost begleitet werden.

In sehr seltenen Fällen erleiden einige Frauen so genannte Spätblutungen. Falls Sie ungewöhnlich starke Blutungen haben (die eine Binde innerhalb einer Stunde durchtränken), rufen Sie sofort Ihre/n Arzt/Ärztin oder Ihre Hebamme. Die Blutung könnte darauf hinweisen, dass ein Stück der Plazenta in der Gebärmutter zurückgeblieben ist oder dass die Gebärmutter sich nicht richtig zurückbildet. Wenn Sie sehr heftig bluten und Ihnen schwindelig wird, rufen Sie den Notarzt.
Zuletzt überarbeitet: März 2019

Anomale Blutung nach der Geburt

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Wochenfluss: Alles zu Dauer, Verlauf und möglichen Komplikationen

Es gibt Dinge, und sehr oft haben sie mit unserem Körper zu tun, über die sprechen wir Frauen nicht gerne. Dazu gehört auch der Wochenfluss, eine mehrwöchige Blutung nach der Geburt, die wirklich jede Mutter hat. Aber gerade nach der Geburt, wenn unser Körper sich anders anfühlt, ist es wichtig, dass Frauen ihn genau kennen und wissen, was normal ist und bei welchen Signalen sie sich besser ärztlichen Rat holen sollten.
Deshalb wollen wir (er)klären, was der Wochenfluss ist, wie lange er dauert, wie er sich über die Wochen verändert und bei welchen Signalen man alamiert sein sollte.

Was ist der Wochenfluss?

Über viele Wochen sind Mutter und Kind über Nabelschnur und Plazenta miteinander verbunden. Wenn die Plazenta als Nachgeburt ausgetrieben wird, hinterlässt sie eine Wunde in der Gebärmutter der Frau, in etwa der Größe einer Handfläche. Auch innerhalb des Geburtskanals können kleinere Verletzungen unter der Geburt passieren. Blut, Wundsekret und Gewebereste der ‚Verletzungen‘ und der Wunde in der Gebärmutter werden als so genannter Wochenfluss aus dem Körper gespült.
Außerdem enthält der Wochenfluss auch Bakterien. Es ist also wichtig, dass er ungehindert ablaufen kann. Stillen beeinflusst den Wochenfluss positiv. Durch das Stillen schüttet der Körper Oxytocin aus, was die Gebärmutter dazu anregt, sich zusammenzuziehen und die Heilung der Wunde zu unterstützen.
Gerade kurz nach der Geburt bemerken manche Frauen ein Ziehen im Unterbauch, wenn sie ihr Baby stillen, ähnlich der Schmerzen während oder kurz vor der Periode. Die Schmerzen haben nicht unmittelbar etwas mit dem Wochenfluss zu tun, sondern stammen vielmehr vom Zusammenziehen der Gebärmutter. Man bezeichnen sie auch als Nachwehen. Sie werden also über die nächsten Tage weniger und begleiten Frauen nicht über den gesamten Wochenfluss.

Hat man auch nach einem Kaiserschnitt einen Wochenfluss?

Auch nach einem Kaiserschnitt haben Frauen den Wochenfluss, denn auch bei ihnen löst sich die Plazenta von der Gebärmutterwand und hinterlässt eine Wunde, die abheilen muss.

Der Wochenfluss verläuft in der Regel zwischen drei und sechs Wochen. Er lässt sich in vier Phasen unterteilen, in denen er sowohl Farbe als auch Konsistenz verändert:

Wochenfluss Phase 1:
In den ersten Tagen direkt nach der Geburt ist der Wochenfluss sehr stark, flüssig und blutrot. Es kann vorkommen, dass er nach längerem Liegen schwallartig auftritt oder das durch die Blutgerinnung und das lange Liegen auch größere Blutklumpen ausgeschieden werden. Das kann beängstigend aussehen, ist in der Regel aber kein Grund zur Sorge.

Wochenfluss Phase 2:
Nach etwa einer Woche hat sich der Wochenfluss bereits verändert. Er hat an Stärke nachgelassen und ist eher bräunlich gefärbt.

Wochenfluss Phase 3:
Nach einer weiteren Woche sieht der Wochenfluss schmutzig gelb aus, ist etwas zähflüssiger und meist schwach.

Wochenfluss: Phase 4
Etwa drei Wochen nach der Geburt ist der Wochenfluss eher weißlich und wässrig und tritt schwach auf.
Wie lange die unterschiedlichen Phasen des Wochenflusses dauern ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Es ist ein Heilungsprozess, dem man Zeit geben sollte. In dieser Phase ist das Infektionsrisiko für Frauen besonders hoch. Deshalb sollte während des Wochenflusses auf ein ausgedehntes Vollbad verzichtet werden und auch Sex sollte nur unter Benutzung eines Kondoms stattfinden. Frauenärzte raten im Allgemeinen dazu, das vollständige Versiegen des Wochenflusses abzuwarten, bevor Frauen wieder Sex haben sollten.
Gut zu wissen: Sex nach der Geburt: Wir klären die wichtigsten Fragen

Darf man Tampons während des Wochenflusses verwenden?

Frauenärzte raten dringend davon ab, während des Wochenflusses Tampons zu benutzen. Zum einen muss der Wochenfluss ungehindert aus deinem Körper gespühlt werden. Ein Tampon saugt die Flüssigkeit auf, verbleibt aber weiterhin im Körper. Das heißt, dass die im Wochenfluss enthaltenen Bakterien ebenfalls weiter im Körper verbleiben.
Außerdem birgt die Verwendung von Tampons die Gefahr, dass zusätzliche Bakterien in die Gebärmutter gelangen und das Infektionsrisiko erhöhen.

Welche Binden eignen sich für den Wochenfluss?

Verwende während des Wochenflusses ausschließlich Binden und Slipeinlagen. Gerade in den ersten Tagen nach der Geburt ist der Wochenfluss sehr stark. In den meisten Krankenhäusern werden spezielle Binden oder Vlieswindeln bereit gestellt. Je schwächer der Wochenfluss wird, desto kleinere Binden und Einlagen wirst du benötigen.
Achte in den ersten Tagen des Wochenflusses darauf, die Binde regelmäßig im Abstand von 2 bis 3 Stunden zu wechseln. Du solltest zusätzlich mit einem warmen, feuchten Lappen den Intimbereich reinigen. Händewaschen ist zur Zeit des Wochenflusses auch vor dem Toilettengang nötig. Damit keine zusätzlichen Bakterien in die Gebärmutter gelangen können.

Komplikationen beim Wochenfluss

Die Abheilung der Plazenta ist ein Prozess. Das heißt, der Wochenfluss sollte sich langsam verändern und langsam weniger werden. Aufmerksam werden sollte man deshalb, wenn der Wochenfluss von heute auf morgen stoppt. Das könnte ein Zeichen für einen Wochenflussstau sein. Es ist wichtig, dass Blut, Bakterien und Wundsekret aus deinem Körper gespült werden. Geschieht das nicht, kann das zu schweren Erkrankungen wie Kindbettfieber u.a. kommen. Konsultiere bei einem Wochenflussstau immer einen Arzt oder deine Hebamme.
Einen Arzt aufsuchen sollten frisch gebackene Mütter während des Wochenflusses außerdem, wenn:

  • die Blutung so stark ist, dass innerhalb einer Stunde die Binde gewechselt werden muss oder das Blut regelrecht aus der Scheide läuft (wie Wasser aus dem Hahn)
  • Fieber oder Schüttelfrost auftreten
  • der Wochenfluss übel riecht, nach Eiter oder Fisch
  • der Wochenfluss plötzlich wieder stärker wird
  • vermehrt Blutklumpen ausgeschieden werden
  • die Farbe plötzlich wieder blutrot wird

Kann man den Wochenfluss anregen bzw. unterstützen?

Man kann den eigenen Körper ein wenig bei der Heilung der Gebärmutterwunde und dem Ausscheiden des Wochenflusses unterstützen. Legt man sich täglich ein bis zweimal für 20-30 Minuten auf den Bauch, fördert das die Rückbildung der Gebärmutter und regt so den Wochenfluss an.
Auch eine Bauchmassage, am besten vom Partner oder einer anderen Person, kann den Wochenfluss unterstützen und anregen. Einfach mit der flachen Hand und leichtem Druck im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel massieren. Das regt die Gebärmutter an und so auch den Wochenfluss.
Ein warmes Salz-Sitzbad kann die Blutung fördern. Mischt einfach eine Handvoll Meersalz in die halbvolle Wanne und setzt euch für ca. 15 Minuten rein. Wichtig ist, dass eure Brüste, solltet ihr stillen, das Wasser nicht berühren, damit nichts von dem Wochenfluss in die Milchkanäle gelangen kann.

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