Wochenbett wie lange

Was ist in der Zeit nach einem Kaiserschnitt zu beachten?

Ein Kaiserschnitt ist ein operativer Eingriff, auch wenn er „sanft“ und mit „Bikinischnitt“ durchgeführt wird. Während der Wochen nach der Operation sollten Sie deshalb folgendes beachten:

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  • Körperliche Schonung: Vermeiden Sie das Heben schwerer Lasten (über 5 kg) für fünf bis sechs Wochen. Die Wunde ist erst 8 bis 10 Wochen nach der Operation vollständig vernarbt.
  • Arbeitsunfähigkeit: Je nach arbeitsbedingter Belastung ist von einer bis zu fünf Wochen dauernden Arbeitsunfähigkeit auszugehen.
  • Badeverbot: Keine Vollbäder für fünf Wochen. Duschen ist erlaubt.
  • Schwangerschaft: Warten Sie zur nächsten Schwangerschaft mindestens fünf bis sechs Monate ab.
  • Sexualität: Vermeiden Sie Geschlechtsverkehr für etwa fünf bis sechs Wochen.
  • Kontrolle: Nach vier bis fünf Wochen sollte eine Kontrolle durch Ihren Frauenarzt erfolgen.
  • Komplikationen: Bei Auftreten von Fieber, bei stärkeren oder plötzlich einsetzenden Unterbauchschmerzen oder bei Blutungen sollten Sie sich sofort mit Ihrem Frauenarzt in Verbindung setzen oder im Notfall die Klinik aufsuchen.

„Was haltet ihr von einem geplanten Kaiserschnitt?“ las ich heute auf Facebook. Ich habe echt keine Lust mehr auf solche pseudo-provokanten Facebook-Fragen, aber diese fand ich besonders dreist. Denn ich hatte zwei Kaiserschnitte – allerdings ungeplante.

Die Frage „Was haltet ihr von einem geplanten Kaiserschnitt?“ lässt tatsächlich darüber nachdenken, ob es eine Möglichkeit ist, das Baby mit weniger Stress und Schmerzen zu gebären. Das denken zumindest alle, die 1. keinen Kaiserschnitt hatten, 2. überhaupt keine Kinder haben und 3. die vielen Promi-Geschichten in den Medien verfolgen, in denen der Wunschkaiserschnitt oft als eine harmlose Geburtsvariante beschrieben wird (wobei dieser gerne mal vier Wochen vor Termin durchgeführt wird, damit man nicht zu viel zunimmt und das überschüssige Fett gleich mit weggeschnippelt wird).

Dieser Wunschkaiserschnitt klingt also verlockend. Aber ist er das wirklich? Ist ein Kaiserschnitt die Easy-Peasy-Variante, um ein Baby zu bekommen? Ich kann aus Erfahrung sagen: Nein, ist es nicht. Und habe 10 Dinge, die man über den Kaiserschnitt wissen sollte, aber (leider) nur selten im Geburtsvorbereitungskurs lernt, zusammengestellt:

1. So läuft ein Kaiserschnitt ab: Wenn man eine PDA hat, ist man bei vollem Bewusstsein, ansonsten wird man betäubt und bekommt die Geburt nicht mit. Im OP wird man angeschnallt, ist gefühlt komplett nackt (man behält nur obenrum das OP-Hemd an). In der Höhe des Bauchnabels ist ein Tuch von der Decke gespannt, damit man den Eingriff selbst nicht sehen kann. Dann geht es los: Haut, Fettgewebe, Bindegewebe, Muskulatur, Bauchfell und natürlich die Gebärmutter werden durchtrennt, um an das Baby zu kommen. Dafür wird ein Schnitt gemacht und der Rest wird gerissen. Das dauert nur ungefähr zwei Minuten. Das Baby wird dann herausgezogen und man bekommt es auch sofort in die Arme. Danach aber wird gefühlt unendlich lange (es sind aber nur 15-30 Minuten) alles wieder zusammengenäht. Während der Zeit ist das Baby beim Papa.

2. Ein Kaiserschnitt ist eine Bauch-OP und jede OP ist zwangsläufig mit Komplikationen verbunden. Beim Kaiserschnitt kann beispielsweise die Blase oder der Darm beschädigt werden, entweder beim Aufschneiden oder beim Zusammennähen. Es kann zu Blutungen oder zu Infektionen der Wunde kommen. Man sollte sich dessen bewusst sein. Ach ja, und der Katheder. Darüber war ich am meisten erschrocken. Man kann ja erst nicht aufstehen. Er muss aber recht schnell wieder entfernt werden, eben auch wegen der Infektionen.

3. Trotz allem muss man nach der schweren OP relativ schnell aufstehen, möchte das auch gerne – und das ist der Horror. Die Schmerzen sind viel, viel schlimmer als jede Wehe (ich spreche da aus Erfahrung, nach 23 Stunden Wehen). Und sie hören auch nicht sofort wieder auf. Das dauert. Das einzig Positive daran: Je mehr man sich bewegt, um so schneller heilt alles.

4. Schnell wieder fit und schlank werden? Das geht nur sehr, sehr langsam. In den ersten zwölf Wochen (!) sollte man eigentlich keinen Sport machen und vor allem nichts Schweres heben. Mit der Rückbildungsgymnastik kann also erst danach angefangen werden. Ich fand das total nervig und bin zumindest jeden Tag viel mit dem Kinderwagen spazieren gegangen, so gut es eben ging.

5. Nach einem Kaiserschnitt sollte mindestens 12 Monate ordentlich verhütet werden. Da die Narbe verheilen muss, sollte man in den ersten 12 Monaten nach dem Kaiserschnitt nicht wieder schwanger werden. Durch die Dehnung und den entstehenden Druck einer neuen Schwangerschaft besteht tatsächlich die Gefahr, dass die Narbe reißt.

6. Die Narbe bleibt für immer. Sie ist zwar nicht lang, so ungefähr 8 bis 10 cm, aber man sieht und fühlt sie. Ich hatte zwei ungewollte Kaiserschnitte. Nach dem ersten war meine Narbe schief. Beim zweiten Kaiserschnitt hab ich dem operierenden Arzt (es war der gleiche wie beim ersten Mal) vorher eindringlich erklärt, dass er das bitte in Ordnung bringen soll. Hat er auch getan. Aber sie ist da und auch für andere sichtbar – und kann auch zum Makel werden. Denn zum Kaiserschnitt gibt es unterschiedliche – und leider auch abwertende – Meinungen, die sich in nur einem Blick äußern können. Dieser Blick von anderen Müttern, dem man auch ausgesetzt ist, wenn man nicht lange genug oder zu lange stillt, wenn man schon wieder oder noch nicht arbeitet oder wenn man, wenn man, wenn man. Ihr kennt das bestimmt. Da hilft nur Zurückgucken und lächeln.

8. Die Bauchmuskeln wachsen nicht so schnell wieder zusammen. Das ist das Schlimmste. Die wurden eben einfach mal durchtrennt. Nach meinem ersten Kind war ich nach drei Monaten dann gut im Training – Rückbildung, Cantienica, Yoga, Boot Camp – und schwups, nach 18 Monaten war ich wieder schwanger. Wieder Kaiserschnitt, wieder ungewollt. Wieder alles von vorne. Jetzt, nach drei Jahren, hab ich immer noch das Gefühl, dass mein Bauch taub ist und die Bauchmuskeln irgendwie nicht so wirklich aktiv sind.

9. Und dann die Frage: Habe ich versagt? Die wird natürlich durch solche Diskussionen in den Medien und, noch schlimmer, durch die hinzukommenden Kommentare und die oft mitleidigen Blicke der Anderen aufgeworfen. Warum habe ich es nicht geschafft? Hätte ich es mit einer anderen Hebamme, in einem anderen Krankenhaus, bei einer Hausgeburt, ohne PDA vielleicht schaffen können?

10. Aber da ist auch: Das Gefühl der Freude. Meine Babys haben überlebt und ich auch. Es ist ein Wunder! Ohne Kaiserschnitt wäre es vielleicht nicht so gekommen, wer weiß. Dieses Glücksgefühl überstrahlt auf jeden Fall alles andere. Und deshalb hab ich mich auch besonders über das Foto gefreut, das zurzeit durchs Netz wirbelt und Meinungen bildet. Danke für das Bild des Wunders! Ich bekam Gänsehaut, als ich es sah. Und es war auch der Anlass, mir all dies endlich mal von der Seele zu schreiben.

Foto: Helen Carmina Photography

Kaiserschnitt! Was die Geburt per Operation für Dich und Dein Kind bedeutet.

Kaiserschnitt – Ablauf

In der Regel findet der Eingriff in örtlicher Betäubung mit Spinal- oder Peridualanästhesie statt. Diese Betäubung wird über einen Stich in oder direkt neben die Wirbelsäule gesetzt. Diese örtliche Betäubung hat den Vorteil, dass die Mama die Geburt ihres Babys miterlebt. Sie kann auch etwas spüren, hat aber keine Schmerzen. Nur selten wird der Kaiserschnitt in Vollnarkose durchgeführt.
Vor dem eigentlichen Eingriff wird neben dem Zugang am Rücken noch ein Blasenkatheder gelegt. Auf Brusthöhe wird ein Sichtschutz angebracht. So kann auch der werdende Papa dabei sein.
Beim Kaiserschnitt werden Bauchdecke und Gebärmutter unterhalb der Schamhaargrenze aufgeschnitten. Durch diesen Schnitt werden Kind und Plazenta geboren. Das Baby wird sofort abgenabelt. Papa und Hebamme kümmern sich um die weitere Versorgung.
Gleichzeitig werden die Gebärmutter und die einzelnen Schichten der Bauchdecke wieder vernäht. Das dauert rund eine halbe Stunde. Direkt nach der Geburt zieht sich die Gebärmutter wieder zusammen. Wie bei einer vaginalen Geburt hat die Mutter daher Nachwehen.

Nach dem Kaiserschnitt

In den Wochen nach dem Kaiserschnitt steht eine Hebamme Mama und Kind zur Seite. Sie kann auch die Fäden der KS Narbe ziehen.
Vor dem Anfassen der Naht sollten die Hände in den ersten zwei Wochen unbedingt immer desinfiziert werden.
Ist die äußerliche Wunde verheilt, helfen kleine Massagen bei der Heilung. Wohltuende Öle wie Lavendel oder Mandelöl unterstützen zusätzlich. Es gibt sogar spezielle Narbensalben.
Die Naht kann ziemlich jucken. Kühlung hilft gegen diese Schmerzen. Sehr praktisch ist zum Beispiel ein Slip mit integriertem Kühlkissen.
Außerdem ist es wichtig, dass sich die Mutter gut schont. Bücken, Aufstehen und auch sonst jede Bewegung ist durch die KS Naht erschwert. Auch wenn es schwer fällt: Kaiserschnitt-Mamas brauchen durch die Wunde nach der Geburt in der Regel mehr Unterstützung. Es dauert einige Monate bis die Naht wirklich verheilt ist. Bis das Taubheitsgefühl um die Narbe verschwindet kann es Jahre dauern.
Von der Naht bleibt irgendwann nur eine blasse KS Narbe zurück. Sie ist auch im Bikini nicht sichtbar.

Schmerzen nach dem Kaiserschnitt

Die Wundheilung ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Manche Frauen können nach einem Tag wieder aufstehen, andere brauchen mehrere Tage. In den ersten Wochen sind Schmerzen normal. In der Regel verheilt der Schnitt dann innerhalb von drei Monaten. Einige Frauen klagen noch lange nach der Sectio über Schmerzen. Vor allem ein Taubheitsgefühl kann Jahre bleiben.

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