Wo ist der damm BEI der frau

Der Damm und der After bei der Frau

Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Scheideneingang? Hier erfährst du mehr über das, was deinen Augen ohne Spiegel verborgen bleibt.

Der Damm

Hinter dem Scheideneingang liegt der Darmausgang (After, Anus). Die Gegend dazwischen wird Damm genannt. Der Damm ist bei den einen sehr kurz, bei den anderen mehrere Zentimeter lang. Wenn eine Frau geboren hat, finden sich hier manchmal Narben von Dammschnitten. Sowohl der Damm als auch der After (Anus) sind für viele Frauen ebenfalls erogene Zonen.

Der After

Der After wird durch den Schliessmuskel verschlossen. Der Muskel ist willkürlich beeinflussbar, er spannt sich zudem bei Berührung automatisch an. Er ist ebenfalls tastbar, und die Kontraktion ist im Spiegel zu beobachten. Das Entspannen beim Einführen eines Fingers oder anderer Dinge muss daher erst geübt werden und sehr langsam stattfinden. Bei Frauen, die zu Blasenentzündungen oder Scheidenentzündungen neigen, sollte nichts, was im Anus war, nachher ohne gründliche Wäsche in die Scheide gelangen.

Unbedingt Gleitmittel bei Analsex verwenden

Die Darmwand ist sehr zart und wenig strapazierfähig, sie produziert im Gegensatz zur Scheide keine Flüssigkeit, weshalb bei analen Spielen immer reichlich Gleitmittel verwendet werden muss.

Verletzungen durch die Geburt

Bei der Geburt werden der Beckenboden und die Scheide gedehnt und belastet. Nicht selten kommt es dadurch zu Blutergüssen, Abschürfungen oder kleinen Rissen. Diese heilen meist schnell und komplikationslos ab. Es kann aber auch zu größeren, teilweise nicht sichtbaren Verletzungen kommen.

Hämatome

© BZgA/HN/Eichhöfer

Kommt es zu Blutungen in den Unterhautschichten der Venuslippen (Schamlippen), des Dammgewebes oder der Scheide, schwillt das Gewebe an und es bilden sich Blutergüsse (Hämatome) unter der Haut. In den ersten Tagen nach der Geburt kann es dadurch zu Schmerzen beim Sitzen und Laufen oder einem Druckgefühl in der Scheide kommen.

Zur Linderung der Schwellung und des Spannungsgefühls können Hämatome in den ersten 24 Stunden gekühlt werden, etwa mit einem Coolpack. Die Beschwerden lassen nach, wenn sich die Hämatome zurückbilden. Das kann mehrere Tage dauern.

Verletzungen an Scheide und Gebärmutterhals

Nicht selten kommt es bei der Geburt zu kleinen Einrissen oder Abschürfungen in der Scheide. Nur größere Risse müssen genäht werden. Weil das Gewebe der Scheide sehr gut und schnell heilt, verursachen Scheidenrisse kaum Beschwerden.

Rissverletzungen der kleinen Venuslippen sind meist so oberflächlich, dass sie nicht genäht werden müssen. In den ersten Tagen nach der Geburt kann es aber beim Wasserlassen brennen, wenn der Urin über die Wundflächen läuft. Um die Beschwerden zu lindern, können Sie während des Urinlassens Wasser über den Intimbereich laufen lassen. Dazu bereiten Sie sich ein Gefäß mit Ausguss vor, etwa einen Messbecher mit lauwarmem Wasser. Auf der Toilette lehnen Sie sich dann etwas nach hinten und gießen langsam und stetig, solange der Urin fließt. Nach einigen Tagen haben nur noch wenige Frauen Beschwerden.

Bei etwa einer von zweihundert Geburten kommt es zu einem Einriss am Gebärmutterhals (Zervixriss), der dann meist stärker blutet und genäht werden muss.

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Dammriss

Die häufigste Verletzung durch die Geburt ist ein Dammriss. Dabei reißt das Gewebe zwischen dem hinteren Rand des Scheidenausgangs in Richtung Darmausgang ein. Je nach Ausdehnung des Risses werden vier Grade unterschieden: Ein Dammriss ersten Grades ist auf die Haut beschränkt, ein Dammriss zweiten Grades erstreckt sich auch auf darunterliegendes Muskelgewebe. Diese Risse sind relativ häufig (etwa bei jeder zweiten Geburt) und heilen meist ohne Probleme. Je nach Ausprägung kann eine Naht erforderlich sein.

Bei einem Dammriss dritten Grades erstreckt sich der Riss so weit in Richtung Darmausgang, dass auch Fasern des Schließmuskels betroffen sind, bis hin zu einer völligen Durchtrennung des äußeren und inneren Schließmuskels. Ein Dammriss vierten Grades betrifft den Schließmuskel und reicht bis zur Darmschleimhaut. Beide sind viel seltener als Risse ersten oder zweiten Grades: Von einem Dammriss dritten Grades sind ungefähr drei bis fünf von hundert Frauen betroffen. Ein Dammriss vierten Grades wird in Deutschland bei einer von tausend Geburten diagnostiziert. Für die Diagnose ist eine genaue Untersuchung von Damm, Schließmuskel und Enddarm erforderlich. Da eine Verletzung des Schließmuskels nicht immer gleich entdeckt wird, lässt sich nicht sagen, wie häufig diese Risse tatsächlich sind. Man weiß, dass das Risiko für höhergradige Dammrisse erhöht ist, wenn das Kind über 4000 Gramm wiegt, oder wenn die Geburt mit einer Saugglocke oder einer Zange beendet werden muss.

Nach der Geburt von Kind und Mutterkuchen (Plazenta) werden Scheide und Damm der Mutter genau untersucht. Müssen Verletzungen genäht werden, wird das noch im Kreißsaal gemacht. Die Versorgung von Dammrissen ersten oder zweiten Grades kann auch eine Hebamme übernehmen, ein höhergradiger Dammriss wird fachärztlich versorgt. Zur Naht wird das Gebärbett kurzerhand zu einem gynäkologischen Stuhl umfunktioniert. So kann die Mutter mit dem Kind im Arm liegen bleiben und braucht nur ihre Beine in die Halteschalen zu legen. Wenn bei der Geburt keine Periduralanästhesie eingesetzt wurde, wird die Wundstelle örtlich betäubt. Von außen ist am Ende meist nur ein kleiner Strich zu sehen.

Zur Versorgung eines höhergradigen Dammrisses wird eine Allgemein- oder Regionalanästhesie empfohlen, auch hier werden die einzelnen Gewebe- und Hautschichten nacheinander genäht. Dies ist besonders wichtig, um die Funktion des Schließmuskels zu erhalten. Die Fäden müssen später nicht gezogen werden, sondern lösen sich in den kommenden Wochen von selbst auf. Die Nachbehandlung eines höhergradigen Dammrisses besteht vor allem aus Kühlung und einer vorbeugenden Antibiotika-Einnahme. Wichtig ist außerdem, für einen weichen Stuhlgang zu sorgen.

Größere Verletzungen werden oft von Blutergüssen (Hämatomen) begleitet, die meist mehr Beschwerden bereiten als die Wundnaht. Im Rahmen der Wochenbettbetreuung beobachtet und unterstützt die Hebamme die Wundheilung. Haben Sie anhaltende Schmerzen oder infiziert oder öffnet sich die Naht, suchen Sie in Absprache mit der Hebamme bitte eine Frauenärztin oder einen Frauenarzt auf.

Wird der Dammriss gut versorgt, heilt er in der Regel in den ersten vier bis sechs Wochen nach der Geburt gut ab. In dieser Zeit sind an einer Naht oft noch Schwellungen, ein Druckgefühl und leichte Schmerzen zu spüren. Auch danach kann die Naht beim Sex eine Weile noch spürbar sein. Manchmal kann es noch mehrere Monate lang zu Beschwerden und Schmerzen bei einigen sexuellen Praktiken kommen, etwa wenn die Naht noch empfindlich oder die Scheide trocken ist. Probieren Sie aus, was für Sie angenehm ist.

Überdehnungen

Bei der Geburt wird das Becken der Schwangeren weiter, weil sich die Verbindungen zwischen den einzelnen Beckenknochen dehnen. Eine Überbeanspruchung der Schambeinfuge (Symphyse) durch die Geburt, eine Symphysen-Lockerung, bildet sich in der Regel nach der Geburt von selbst zurück. In einzelnen Fällen kann ein fester Beckengürtel erleichternd sein, der von der Ärztin oder vom Arzt verschrieben und von der Krankenkasse erstattet werden kann. Ein Symphysen-Riss (Symphysen-Sprengung) ist äußerst selten.

Mögliche Folgen einer Geburt für den Beckenboden

Die Dehnung des Beckenbodens bei der Geburt kann im Wochenbett zu einem Gefühl der Weichheit der Scheide oder einem Druckgefühl nach unten führen. Auch kann eine Blasenschwäche auftreten. Im Rahmen der Rückbildungsvorgänge bessern sich diese Beschwerden in der Regel in den ersten Monaten nach der Geburt.

Eine Geburt kann aber auch zu einer langfristigen Beckenboden-Schwäche führen, die mit unfreiwilligem Urinabgang (Harninkontinenz), mangelnder Kontrolle über den Abgang von Blähungen oder Stuhlgang (Stuhlinkontinenz) und/oder einer Senkung von Organen wie etwa einer Blasen- oder Gebärmuttersenkung einhergehen kann. Nicht gut verheilte oder nicht erkannte höhergradige Dammrisse können auch zu Stuhlinkontinenz führen. Das Risiko für solche Probleme ist erhöht bei Frauen mit einer Körpergröße von weniger als 160 Zentimetern, die ein Kind mit einem Gewicht von mehr als 4000 Gramm geboren haben, vor allem bei vaginal-operativer Geburt (Saugglocken- oder Zangenentbindung). Weitere Risikofaktoren sind ein Alter über 35 Jahren, Übergewicht und eine familiäre Häufung von Beckenboden-Erkrankungen.

Die erste und wichtigste Behandlung einer Beckenbodenschwäche besteht in der Kräftigung der Beckenbodenmuskulatur. Durch gezieltes Beckenbodentraining lässt sich der Beckenboden nachhaltig stärken, sodass er sich kräftiger anfühlt und sich die Senkung von Organen und/oder die Inkontinenz bessern. Eine gute Anleitung zum Erlernen der Beckenbodenübungen ist sehr wichtig – speziell ausgebildete Hebammen oder physiotherapeutische Fachkräfte sind hierfür die richtigen Ansprechpersonen.

Wenn Sie bemerken, dass sich der Beckenboden sehr weich anfühlt oder stark nach unten drückt, wenn Sie Schwierigkeiten haben, den Beckenboden anzuspannen, auch Monate nach der Geburt noch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder dauerhaft Probleme mit Inkontinenz haben: Sprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt darüber. Das gilt auch für den Fall, dass diese Beschwerden erst einige Zeit – unter Umständen einige Monate – nach der Geburt auftreten. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Sie beraten, bei Bedarf eine physiotherapeutische Behandlung verordnen und Ihnen eventuell ein Beckenboden-Zentrum empfehlen. Beckenboden-Zentren sind auf die Diagnose und Behandlung solcher Beschwerden spezialisiert.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 13.12.2019

Tempo drosseln

Die gute Nachricht: „Das Dammgewebe ist das Körpergewebe, das am leichtesten heilt“, sagt Roland Zimmermann, Direktor der Klinik für Geburtshilfe des Universitätsspitals Zürich (USZ), „zudem ist das Risiko eines höhergradigen Dammrisses viel kleiner als die meisten Frauen annehmen.“ Gemäss Statistik war 2012 nur gerade jede 50. von einem Dammriss 3. oder 4. Grades (siehe Infobox links oben) betroffen. Dennoch halten Fachleute die Dammriss- und die Dammschnittquote für zu hoch: „Die rund zwei Prozent bei den höhergradigen Dammrissen müssten nicht sein“, sagt Zimmermann. Das USZ versucht diese Quote zu senken – mit Erfolg: Hier beträgt sie nur gerade 1,1 Prozent, halb so viel wie gesamtschweizerisch.

„Das richtige Geburtstempo beim Durchtreten des Kopfes ist das Wichtigste, um Dammverletzungen vorzubeugen“, sagt Roland Zimmermann. „Es darf nicht zu hoch sein. Der Kopf des Kindes soll millimeterweise durch den Beckenboden treten, damit das Dammgewebe sich anpassen kann.“ Die Frau soll sich in der letzten Geburtsphase deshalb Zeit lassen und nicht übermässig pressen, die Hebamme wenn nötig den Kopf des Kindes bremsen. Die USZ-Hebammen ermutigen die Gebärenden ausserdem, Mitverantwortung zu übernehmen. Karin Inderbitzin, Gruppenleiterin Hebammen, sagt: „Wir regen an, die Hand auf die Scheide zu legen. So spürt die Frau besser, wie schnell es für sie und das Kind gehen soll.“ Neben dem Geburtstempo spielt laut Zimmermann die Gebärposition eine grosse Rolle. Die Frauen werden ermuntert, aufrecht zu gebären: sitzend, stehend oder in der Vierfüsslerposition. Bei einer Periduralanästhesie (PDA) wird die Seitenlage empfohlen. Aktuelle Studien der Universität Antwerpen zeigen, dass die aufrechten Positionen das Risiko einer Dammverletzung gegenüber der liegenden Position um fast 50 Prozent verringern. „Das Gewicht des Kindes belastet den Beckenboden so mehr seitlich und in Richtung Harnröhre anstatt in Richtung Damm“, erläutert Roland Zimmermann. Es brauche aber noch mehr Wissen. „Da besteht erheblicher Forschungsbedarf.“

„Eine Geburt ist kein Kopfereignis“

Und was bringt die Dammvorbereitung in der Schwangerschaft? Roland Zimmermann ist skeptisch: „Die Studien, welche die Wirksamkeit der Dammvorbereitung belegen sollen, sind wenig aussagekräftig, da die Kontrollgruppen zu klein sind oder fehlen.“ Barbara Stocker, Präsidentin des Schweizerischen Hebammenverbands, ist hingegen von deren Nutzen überzeugt. „Die Gebärenden haben meiner Erfahrung nach weniger Verletzungen, wenn sie den Damm konsequent vorbereitet haben.“ Sie hält es zudem für sehr wertvoll, dass sich die Frauen im Rahmen der Dammvorbereitung mit dem Geburtskanal auseinandersetzen: „Je mehr Körperbewusstsein die Frau beim Gebären hat, desto besser. Eine Geburt ist kein Kopfereignis.“

Das Gerät Epi-No empfiehlt Stocker als nützliches Hilfsmittel zur Dammvorbereitung. Geburtssimulationsübungen, das heisst den aufgepumpten Ballon aus der Scheide gleiten zu lassen, wie der Hersteller empfiehlt, seien allerdings nicht für jede Frau geeignet. Vor allem solle die schwangere Frau den Dehnungsgrad nicht ausreizen. „Das kann zu Verletzungen führen.“ Wichtig findet sie, dass schwangere Frauen darauf hingewiesen werden, dass sie nicht zwingend den vom Hersteller beschriebenen Ballonumfang erreichen müssen. „Das Geburtsgewicht eines Babys und sein Kopfumfang variieren. Auch verändern sich Scheidenschleimhaut und Dammgewebe unter den hormonellen Einflüssen der Geburt.“

Wäre Cornelia Engel dies klar gewesen, hätte sie ihrer ersten Geburt wohl ruhiger entgegengesehen. Allerdings: Der Arzt schnitt dann trotzdem. Als sie ein Jahr darauf ihr zweites Kind erwartete, liess sie die Dammvorbereitung bleiben, rechnete mit einem erneuten Schnitt. Doch siehe da: Ihr Sohn rutschte ganz leicht auf die Welt; sie trug nicht einmal eine Schürfung davon.

Massagen helfen, Verspannungen zu lösen und tun einfach gut. Du kannst entspannen, vom Alltag abschalten und fühlst Dich danach pudelwohl. Doch wie ist das mit einer Massage in der Schwangerschaft? Dürfen sich Schwangere bedenkenlos massieren lassen oder gibt es auch Risiken?

Hier erfährst Du alles, was Du zum Thema Massage in der Schwangerschaft und Schwangerschaftsmassagen wissen solltest.

Inhalt

Balsam für Körper und Geist

Massagen sind herrlich entspannend. Du lässt Dich verwöhnen, der Körper regeneriert sich und der Geist kommt zur Ruhe. Die leise Musik, der angenehme Duft, die Stille. Du spürst nur die warmen Hände auf Deiner Haut und wirst mit jeder Bewegung ausgeglichener. Massagen können nicht nur diverse Beschwerden heilen, sondern helfen auch, um neue Kraft zu tanken und die Akkus wieder aufzuladen. Auch in der Schwangerschaft sind Massagen eine Wohltat, — doch nicht jede Massage ist für Schwangere geeignet.

Massagen in der Schwangerschaft

Bei einer normalen Schwangerschaft ohne Komplikationen ist eine Massage kein Problem. In diesem Fall ist sie sogar sehr förderlich und dient der absoluten Entspannung. Denn Dein Körper verändert sich stark in der Schwangerschaft und muss einiges leisten. Du bekommst wahrscheinlich Rückenschmerzen, Deine Beine werden schwer und allgemein bist Du nicht mehr so beweglich wie früher. Das ist völlig normal, schließlich macht sich das zusätzliche Gewicht bemerkbar.

Massagen können verschiedene Schwangerschaftsbeschwerden lindern. Eine Massage in der Schwangerschaft ist sinnvoll zur…

  • Linderung und Lösung von Verspannungen, z.B. im Schulter- und Nackenbereich und im Rücken
  • Entlastung der beanspruchten Gelenke
  • Minderung von Kopfschmerzen und Schlafstörungen
  • Reduzierung von Stress und Anspannung
  • Verbesserung der Hautelastizität
  • Unterstützung der Körperhaltung
  • Verbesserung der Durchblutung
  • Reduzierung von Wassereinlagerungen, z.B. in den Beinen

Welche Massage ist für Schwangere geeignet?

Wenn Du Dich über das Angebot an Massagen informierst, wirst Du feststellen, dass es viele verschiedene Formen der Massage gibt: Ayurveda, Hot Stone oder Lomi Lomi sind nur wenige Beispiele. Grundsätzlich sind alle Formen der Massage für Schwangere geeignet. Wichtig ist, dass Du darauf achtest, dass der Masseur gut ausgebildet ist, denn in einer Schwangerschaft ist es wichtig, die veränderte Physiologie genau zu kennen. Oder Du lässt Dich gleich in einer Hebammenpraxis massieren.

Relativ neu ist die sogenannte perinatale Massage, die speziell für schwangere Frauen entwickelt wurde: Die perinatale Massage richtet sich ganz an die Bedürfnisse von Schwangeren und kann die meisten Schwangerschaftsbeschwerden erheblich lindern. In den USA gehört sie schon zu den Standard-Massagen, hier bei uns wird sie zurzeit fast ausschließlich von Hebammen angeboten.

Übrigens kann Dir auch während der Geburt eine Massage sehr gut tun. Durch die Berührungen werden auch Endorphine ausgeschüttet, die auf natürliche Weise schmerzlindernd und stimmungsaufhellend wirken. So kannst Du in den Wehenpausen entspannen und neue Kraft sammeln. Studien belegen sogar, dass Frauen, die eine Massage während der Geburt bekamen, weniger Angst und Schmerzen hatten und später seltener unter Wochenbettdepressionen litten. Frag doch einfach mal beim Vorgespräch in der Klinik nach, ob die Hebammen mit Massagen unter der Geburt vertraut sind.

Worauf musst Du bei einer Massage in der Schwangerschaft achten?

Natürlich kannst Du nicht mehr auf dem Bauch liegen. Das wäre nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich für Dein Baby. Auch spezielle Liegen mit einem Loch für den Bauch sind nicht zu empfehlen, weil der Druck auf die Gebärmutter und Dein Baby einfach zu groß wäre. Auf dem Rücken liegen kannst Du zu Beginn der Schwangerschaft noch relativ gut, im zweiten und dritten Trimester solltest Du allerdings wegen des Risikos für das Vena-Cava-Syndrom auch nicht mehr lange flach auf dem Rücken liegen.

Am besten funktioniert eine Schwangerschaftsmassage, wenn Du auf der Seite liegst, gegebenenfalls mit einem Lagerungskissen. Oder Du nimmst eine bequeme Sitzhaltung ein. In diesen Positionen kann die Massage gut wirken und Du kannst Dich dabei wunderbar entspannen.

Eine Massage kann einige Vorgänge im Körper im Gang bringen und beschleunigen, daher ist es sehr wichtig, dass Du vor der Massage auf Deine Schwangerschaft hinweist. Auch in der Frühschwangerschaft, wenn der Bauch noch nicht größer geworden ist. Es gibt bestimmte Druckpunkte, die während einer Schwangerschaft tabu sind. Im schlimmsten Fall kann es dadurch sogar zu vorzeitigen Wehen kommen! Auch der Bauch sollte nicht massiert werden, um Komplikationen zu vermeiden. Hier ist eine leichte Einölung gut geeignet: Sie tut Dir und dem Baby gut, spendet Feuchtigkeit und hilft dabei, die Hautelastizität zu unterstützen.

Ebenso muss der Masseur darauf achten, das richtige Öl zu verwenden. Sicherlich hast Du schon bemerkt, dass Dir manche Düfte und Gerüche seit der Schwangerschaft unangenehm sind. Das kann auch bei manchen Aromaölen so sein. Sehr vorsichtig solltest Du bei ätherischen Ölen sein, da diese vorzeitige Wehen auslösen können! Hierzu zählen vor allem Schafgarbe, Zimt, Fenchel, Muskat, Anis, Salbei, Estragon, Kamille, Zeder, Wacholder, Liebstöckel, Eisenkraut, Basilikum, Oregano und Rosmarin.

Wann sind Massagen in der Schwangerschaft tabu?

Es gibt jedoch auch Einschränkungen und Situationen, in denen Du auf eine Massage unbedingt verzichten solltest, z.B. bei:

  • Krankheit, wie Fieber oder Erkältung
  • Entzündungen, Verletzungen und Hautausschläge
  • Krampfadern
  • Plazentaerkrankungen, wie Plazenta previa
  • Wachstumsstörungen
  • Diabetes
  • Autoimmunerkrankungen
  • vorzeitige Wehen

Muss es immer eine Massage-Praxis sein?

Nicht unbedingt. Du kannst Dich auch einfach zuhause von Deinem Partner verwöhnen lassen. Das geht am besten mit leicht erwärmten Öl und sanften Bewegungen. Die Massage sollte ohne Druck ausgeübt werden. Hilfreich kann auch ein Igelball sein, der das Gewebe anregt und gleichzeitig die Muskeln entspannt. So könnt Ihr schöne Momente genießen und Euch gemeinsam auf Eure Elternrolle vorbereiten.

Massagen in der Schwangerschaft – darf man das?

Eine Massage soll entspannen und jeglichen Stress vergessen machen. Es ist ein kleines Stückchen Zeit für sich ganz allein, in welchem man sanfte Berührungen einfach nur genießen darf. Doch was ist, wenn eine Frau schwanger ist? Sicherlich kann sie eine solche Behandlung auch gut gebrauchen. Aber ist eine Massage in der Schwangerschaft auch möglich? Und worauf sollte man achten?

Beschwerden in der Schwangerschaft

Während ein neuer kleiner Mensch heranwächst, muss der Körper der werdenden Mutter Schwerstarbeit verrichten. Zum einen ist natürlich das stetig steigende Gewicht ein Faktor, welcher auch zu einer ganz neuen Körperbalance und Haltung führt. Das hat häufig Beschwerden in Nacken, Schultern und Rücken zufolge, auch der Ischias kann beeinträchtigt werden. Häufig sind zudem die Beine schwer und die Brust spannt. Der veränderte Hormonhaushalt kann außerdem u.a. zu Cellulite führen. Hier ist eine Übersicht der möglichen Symptome und Beschwerden:

  • Muskelverspannungen im mittleren und oberen Rückenbereich, aber auch in Nacken, Schultern und Gesäß
  • Stress, Kopfschmerzen, Schlafstörungen
  • stark beanspruchte und dadurch schmerzende Gelenke
  • spannende Haut
  • Kreislaufprobleme

Wie funktioniert eine Massage bei werdenden Müttern?

Zunächst ist die Position entscheidend. Normalerweise liegt man auf dem Bauch während der Behandlung. Doch mit einem Babybauch ist das natürlich nicht so ohne weiteres möglich. Die beste Variante für eine Massage in der Schwangerschaft ist darum entweder auf der Seite liegend oder aber in einer entspannten, sitzenden Position. So wird der Bauch und Rücken entlastet und der Massierende erreicht alle entscheidenden Stellen.

Nachdem eine bequeme Haltung eingenommen wurde, kann auch schon mit der Massage begonnen werden. Dabei ist eigentlich mit keinen größeren Einschränkungen zu rechnen. Es gibt zwar einige Regionen, die im Ruf stehen, besser nicht massiert zu werden, da es angeblich wehenauslösend wirken könnte – jedoch ist medizinisch hier nichts nachgewiesen. Dennoch sollten nur Menschen mit entsprechend anatomischen Kenntnissen eine schwangere Frau massieren.

Worauf muss bei Massagen in der Schwangerschaft geachtet werden?

Der Zeitpunkt

Viele raten dazu, dass in den ersten 12 Wochen keine Massage durchgeführt wird. Das hängt damit zusammen, dass in diesem Zeitraum der Fötus sich unter Umständen durch bestimmte Reize noch sehr einfach lösen kann. Ob das tatsächlich durch eine Wellness-Massage geschehen kann, ist ungewiss. Wer also kein Risiko eingehen möchte, beginnt am besten erst ab dem 4. Monat mit entsprechenden Einheiten.

Der Gesundheitszustand

Es gibt gewisse gesundheitliche Voraussetzungen, bei denen während der Schwangerschaft keine Massage durchgeführt werden sollte. Kurzzeitige Erkrankungen wie Fieber, Grippe, Hautausschläge oder Entzündungen sind beispielsweise ein Grund, den Massagetermin lieber zu verschieben. Liegen lokale Erkrankungen wie beispielsweise Krampfadern, Sonnenbrand oder Ödeme vor, sollten diese Körperregionen ausgespart werden.

Massagen sind bei gewissen Risikoindikatoren aber sogar verboten. Dazu gehören – soweit natürlich bekannt – Plazentaerkrankungen, Wachstumsstörungen, ein veränderter Herzschlag des Kindes, Bluthochdruck, Untergewicht von Mutter oder Kind, eine Autoimmunkrankheit, Krampfneigung und Epilepsie sowie Diabetes.

Die Massageart

Logischerweise sollte die Massage nicht zu fordernd oder fest sein. Somit fallen beispielsweise Thai-Massagen schon raus. Aber auch bei der sanften Ayurveda– oder Aroma-Massage muss aufgepasst werden. Denn manche ätherische Öle (z.B. Kampher oder Anis) können Wehen auslösen. Ebenfalls schwierig ist eine Hot Stone Massage. Denn Wärme, gerade auf dem unteren Rücken bzw. Kreuzbein, können Blutungen fördern oder sogar die Geburt einleiten.

Vorteile von Massagen in der Schwangerschaft

Wenn all diese Punkte beachtet werden, kann eine werdende Mama es sich ganz in Ruhe bei einer Massage gut gehen lassen. Denn Abgesehen von den sich lösenden Verspannungen in den Muskeln und der Entlastung der Gelenke und der Steigerung der Hautelastizität, können noch einige weitere Vorteile bemerkt werden.

Zum einen kann sich mit einer Massage die Körperwahrnehmung und Körperhaltung deutlich verbessern. Der Kreislauf und somit auch die Durchblutung wird angeregt. Dadurch verbessert sich der Nährstoffaustausch in der Plazenta, was sich wiederum auf die Versorgung und Entwicklung des Ungeborenen auswirkt.

Und schließlich kann die werdende Mama während den sanften Streicheleinheiten auch einfach mal abschalten. Der Stress der Schwangerschaft ist für einen Moment vergessen, es halten Ruhe und Entspannung Einzug. Seelische Anspannungen, Müdigkeit und Erschöpfung sind wie weggeblasen. Und dieser Zustand der inneren wie äußeren Ausgeglichenheit kommt sowohl Mama als auch Baby zugute.

Kann ich während der Schwangerschaft zur Massage?

Gerade weil in dir ein kleiner Mensch heranwächst und anfängt ziemlich an deinen Kräften zu zehren, solltest du dir hin und wieder mal eine schöne Auszeit gönnen. Während der Schwangerschaft kommt es vor allem im Rücken- und Nackenbereich zu Verspannungen. Eine Massage kann hier Wunder wirken!

Wieso solltest du dir eine Massage gönnen?

Eine Massage hilft dir nicht nur bei Verspannungen, sondern löst auch einfach Stress! Das ist gut für dich und für dein Baby. Durch Massagen wird außerdem die Durchblutung gefördert, Wasserstaus und Co. können leichter abgebaut oder wenigstens erträglicher werden. Auch die Nährstoffzufuhr in die Plazenta kann so unterstützt werden. Außerdem kann eine professionelle Massage helfen Dehnungsstreifen vorzubeugen. (ähem … als hätten wir jemals eine Ausrede gebraucht um eine Massage zu bekommen.)

Wie liegst du am besten?

Bei einer Rückenmassage liegst du meistens auf dem Bauch – das kann, je nachdem wie groß dein Bauch schon ist, ziemlich unangenehm werden. Du kannst deine Massage aber ohne Probleme in einem Massagestuhl genießen. Diese gibt es auch mit speziell geformten Kissen, so dass dein Baby genug Platz hat und du dich voll uns ganz entspannen kannst. Auch die Seitenlage ist eine Möglichkeit, sofern du sie als angenehm empfindest!

Welches Öl passt?

Damit du so richtig relaxen kannst, solltet ihr ein Massageöl mit beruhigender Wirkung wählen. Lavendel, Neroli, Sandelholz, Patchouli oder Kamille sind einige ätherische Öle, die wohltuend und beruhigend wirken.

Pssst: Natürlich ist auch eine Fußmassage in der Schwangerschaft eine unglaubliche Wohltat. Die kann man vielleicht auch mal dem gestressten Papa gönnen 😉

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