Wieviel darf baby trinken

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Baby 8 Monate trinkt nicht

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Baby 8 Monate trinkt nicht

Liebe Schani79,
ja, das ist völlig normal!
Ihr Sohn ist gerade erst acht Monate alt und damit noch am Beginn der „Beikostkarriere“ und in
dieser Zeit sollte der Begriff „BEI Kost“ wörtlich verstanden werden. Beikost ist etwas, was
die Muttermilch ergänzt und nicht ersetzt. Es ist deshalb normal und richtig in Verbindung mit
der Beikost zu stillen, nicht zuletzt deshalb, weil auf diese Weise bestimmte Bestandteile der
Beikost vom Kind besser verwertet werden können.
So lange ein Baby zusätzlich zur Beikost weiterhin nach Bedarf gestillt wird, genügt
Muttermilch zur Flüssigkeitsaufnahme. Wird nicht mehr nach Bedarf gestillt, braucht das Kind
zusätzliche Flüssigkeit, am besten Wasser. Am einfachsten ist es, dem Kind parallel zur
Beikosteinführung auch den Becher mit Wasser anzubieten, es wird dann allmählich lernen,
wozu der Becher da ist und auch wie es darauf trinkt. Mit zunehmendem Alter wird es auch
mehr trinken.
Ich weiß, dass fast überall steht: „zunächst wird die Mittagsmahlzeit ersetzt und im Abstand von etwa vier Wochen ersetzen Sie die nächste Mahlzeit usw“. Gleichzeitig wird „eine Mahlzeit“ als die Menge definiert, die in ein Gläschen passt und zwar für alle Kinder gleich. Doch dieses Schema, das leider immer noch oftmals propagiert wird verursacht in vielen Fällen nichts weiter als Stress und Tränen. Es ist einfach zu sehr in den Köpfen vieler Menschen verwurzelt, dass eine Stillmahlzeit „ersetzt“ werden müsse, dabei stimmt das gar nicht. Schon der Begriff BEI Kost drückt doch aus, dass es sich bei dieser Nahrung um eine ergänzende Nahrung und nicht um einen Ersatz für die Muttermilch handelt. Wäre es ein Ersatz, dass würde es ANSTATT Kost heißen.
Die Empfehlung lautet also nicht strikt erst eine komplette Mahlzeit vollständig zu ersetzen, ehe die nächste Mahlzeit ersetzt wird, sondern erst etwa eine Woche abwarten, ehe ein neues Nahrungsmittel eingeführt wird und die Beikost als Ergänzung und nicht als Ersatz für die Muttermilch betrachten. Daher gibt es auch keine festgelegte Zahl für die Stillmahlzeiten, sondern das Kind kann weiterhin nach Bedarf gestillt werden. Im gesamten ersten Lebensjahr sollte Muttermilch das Hauptnahrungsmittel des Kindes sein.
Man kann eine Faustregel aufstellen, dass ein Baby mit sieben Monaten eine bis zwei zusätzliche Beikostmahlzeiten ergänzend zur Muttermilch bekommt, mit acht Monaten zwei bis drei, mit neun Monaten zwei bis vier, mit zehn Monaten vier und mit zehn bis zwölf Monaten drei bis fünf. Daneben kann und darf es so oft gestillt werden, wie es möchte.
Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Wird das Kind ausreichen häufig gestillt, braucht es keine andere Milchnahrung und auch keinen Milchbrei oder Flaschennahrung.
Allmählich wird sich die Menge der Beikost von selbst steigern und etwa ab den ersten Geburtstag werden sich das Verhältnis Beikost zu Muttermilch langsam umkehren, bis sich das Kind (wenn es dazu die Gelegenheit erhält, die Entscheidung selbst zu treffen) schließlich irgendwann ganz abstillen wird.
Der immer wieder verbreitete Gedanke, dass ein Baby ab einem bestimmten Alter nachts nicht
mehr aufwachen darf und nachts keine Nahrung mehr braucht entspringt in keinster Weise dem
natürlichen Verhalten und den Bedürfnissen eines Babys oder Kleinkindes, sondern er
entstammt dem (verständlichen) Wunsch der Erwachsenen, die gerne ihre Nachtruhe hätten.
Eine Studie von Jelliffe und Jelliffe ergab, dass Babys im Alter von 10 Monaten mindestens 25
% ihrer Muttermilchaufnahme nachts zu sich nehmen. Das spricht eindeutig dafür, dass Babys
auch nach den ersten sechs Monaten nachts noch hungrig sind.
Wenn Sie gerne lesen und ein Buch lesen möchten, das sich mit dem Thema Schlaf auseinandersetzt und dessen Autor beim Thema Schlaf auch Achtung vor dem Baby zeigt und dessen Bedürfnisse ernst nimmt, kann ich Ihnen wärmstens `Schlafen und Wachen ein Elternbuch für KindernächteA von Dr. William Sears empfehlen, das Sie im Buchhandel, bei der La Leche Liga und jeder LLL Stillberaterin bekommen können.
LLLiebe Grüße,
Biggi

von Biggi Welter, Stillberaterin am 03.05.2012

Babys und Trinken – Was Sie wissen sollten

Kurzfassung:

  • Säuglinge brauchen in den ersten Monaten außer Muttermilch keine zusätzliche Flüssigkeit.
  • Babys ab dem 4. Monat sollten etwa einen halben Liter inklusive Muttermilch trinken.
  • Grundsätzlich sollten Sie Ihrem Kinder dann zu trinken geben, wenn es Durst hat.
  • Wasser, verdünnte Säfte und ungezuckerte Früchte sind ideal für Kleinkinder.
  • Limonaden sollten Kinder nur selten konsumieren.

Informationen auf dieser Seite:

  • Wie viel Flüssigkeit sollte Ihr Kind zu sich nehmen?
  • Was sollten Sie Ihren Kindern zu trinken geben?
  • Wann sollten Sie Ihren Kindern zu trinken geben?
  • Was passiert, wenn Kinder zu wenig trinken?
  • Milch für Babys
  • Fruchtsäfte für Kinder
  • Cola, Fanta, Sprite & Co. – ein Tabu?

Der Wasseranteil bei Säuglingen und Kleinkindern liegt mit etwa 75 % des Körpergewichtes am höchsten. Bei Männern beträgt der Wassergehalt des Körpers im Durchschnitt 60 %, bei Frauen ist er mit durchschnittlich 50 % auf Grund des größeren Fettgehalts etwas niedriger.

Der tägliche Wasserumsatz – die Flüssigkeitsbilanz – durch Aufnahme und Abgabe muss im Gleichgewicht sein. Die tägliche Wasserabgabe erfolgt dabei über die Haut, die Lungen, die Blase und den Darm, die tägliche Wasseraufnahme über Flüssigkeit, feste Nahrung und durch die Bildung von Oxidationswasser, das bei chemischen Prozessen – aus der Verstoffwechslung von Fett, Kohlenhydraten und Eiweiß – in unserem Körper anfällt.

Da Kinder im Verhältnis zu ihrem Gewicht eine größere Körperoberfläche als Erwachsene haben, verdunsten sie dadurch allein über die Haut verhältnismäßig mehr Flüssigkeit. Dazu kommt es vor allem durch Schwitzen beim Spielen, durch hohe Temperaturen oder Fieber.

Für jedes Kind gilt unabhängig von der Altersstufe: Verliert es Flüssigkeit, zum Beispiel durch Schwitzen, Durchfall, Erbrechen oder Fieber, ist ein zusätzlicher Flüssigkeitsbedarf die Folge.

++ Mehr zum Thema: Flüssigkeitsmangel (Dehydration) bei Babys & Kindern ++

Wie viel Flüssigkeit sollte Ihr Kind zu sich nehmen?

Prinzipiell gilt: Lassen Sie Ihr Kind so oft es will und so viel es will trinken.

Babys, die gestillt werden, benötigen in der Regel in den ersten Monaten außer Muttermilch keine zusätzliche Flüssigkeit.

++ Mehr zum Thema: Stillen – Vorteile für Mutter & Kind ++

Unabhängig von der Außentemperatur brauchen vollgestillte Babys keine zusätzliche Flüssigkeit – die Muttermilch ist absolut ausreichend. Zusätzliche Getränke können ihren Hunger bremsen oder sie zukünftig das Stillen ablehnen lassen.

Meist verlangt Ihr Baby bei Hitze einfach öfter nach der Brust – trinkt aber dementsprechend bei jedem Durchgang nur kleinere Mengen. Die erste Milchportion bei jeder Stillmahlzeit ist der Durstlöscher, erst danach kommt bei längerem Saugen die fettreiche, kalorienreichere Hintermilch, die das Baby auch satt macht.

Selbst bei großer Hitze sollte einem voll gestillten Baby niemals Tee oder Wasser angeboten werden, da diese Flüssigkeiten nicht die erforderliche Menge an Elektrolyten und Nährstoffen bietet. Wasser und Tee liefern keine Kalorien und können im schlimmsten Fall Elektrolytverschiebungen begünstigen.

Darüber hinaus greift jede zusätzlich gefütterte Flüssigkeit in den sensiblen Kreislauf des Angebot-Nachfrage-Systems ein. Ein gesundes, vollgestilltes Baby ist selbst bei großer Hitze dazu in der Lage seinen Bedarf alleine zu regulieren.

Wird dem Baby bereits Beikost gegeben, soll neben der weiterhin gefütterten Muttermilch (unter anderem zur Allergieprävention wichtig!) zunehmend auch andere Flüssigkeit angeboten werden.

Die gesamte empfohlene Flüssigkeitsmenge (inklusive Muttermilch) beträgt:

Babys ab dem 4. Monat

Etwa 0,5 Liter

Kinder von 1 bis 4 Jahren

Etwa 1 Liter

Kinder über 4 Jahren

Mindestens 1 Liter

Empfohlen werden:

  • Leitungswasser (sofern der Nitratgehalt unter 50 mg pro Liter liegt)
  • Mineralwasser (ohne Kohlensäure)
  • ungesüßte Tees
  • stark verdünnte Obst- und Gemüsesäfte

Milch zählt nicht als Getränk, sondern als (flüssige) Nahrung! Hoffentlich selbstverständlich: Koffeinhaltige Getränke und Softdrinks sind strikt verboten.

Was sollten Sie Ihren Kindern zu trinken geben?

Leitungswasser

Dieses eignet sich am besten und ist zudem das kostengünstigste Getränk. Eine Ausnahme stellt Leitungswasser aus Gebieten dar, in denen ein erhöhter Nitratgehalt des Grundwassers (über 50 mg pro Liter) festgestellt wurde. Aufpassen sollte man auch bei älteren Wohnungen oder Häusern, in denen die Wasserleitungen noch aus Blei- oder Kupferrohren bestehen.

++ Mehr zum Thema: Trinkwasser ++

Sonstige empfehlenswerte Getränke

  • Mineralwasser: Dieses sollte für Kinder kohlensäurearm oder -frei sein.
  • Mit Wasser verdünnte Obst- oder Gemüsesäfte
  • Ungezuckerte oder nur leicht gezuckerte Früchte- oder Kräutertees.

Für Kinder nicht empfehlenswert

  • Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Schwarzer Tee, Cola-Getränke, Energy-Drinks
  • Stark zuckerhaltige Getränke

Milch als flüssiges Nahrungsmittel

Diese wird von Ernährungsexperten auf Grund des hohen Energiewertes nicht zu den Flüssigkeiten gerechnet, sondern als „flüssiges Nahrungsmittel“ eingestuft. Milch eignet sich daher nicht zum Trinken zwischendurch, da es außer den Durst auch den Hunger stillt. Sie wird nicht in die tägliche Trinkmenge miteingerechnet und sollte zusätzlich getrunken werden – am besten zum Frühstück.

Wann sollten Sie Ihren Kindern zu trinken geben?

Wie eingangs erwähnt, sollten Sie Ihrem Kind immer dann zu trinken geben, wenn es Durst hat.

Untersuchungen haben ergeben, dass viele Kleinkinder nicht ausreichend mit Flüssigkeit versorgt werden. Dies vor allem deshalb, weil viele Eltern irrtümlicherweise glauben, dass Kinder schneller sauber werden, wenn sie weniger trinken. Auch wird nicht weniger gegessen, wenn mehr getrunken wird. Von Ernährungswissenschaftern empfohlen wird ein Getränk zu jeder Hauptmahlzeit. Das gilt nicht nur für die Kinder, sondern natürlich auch für die Erwachsenen selbst.

Zu beachten ist, dass das erlernte Trinkverhalten meist bis ins Erwachsenenalter beibehalten wird und die Eltern damit einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit ihrer Kinder leisten. Da auch sehr viele Erwachsene zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen, ist es besonders wichtig, Kinder bereits frühzeitig an regelmäßiges Trinken zu gewöhnen.

Was passiert, wenn Kinder zu wenig trinken?

Eine unzureichende Flüssigkeitsaufnahme kann zu folgenden Erscheinungen führen:

Durch eine Abnahme des Blutplasmas (und damit des Blutvolumens) kommt es zu einer Beeinträchtigung der Sauerstoffversorgung von Gehirn, Muskeln und Organen. Dies kann sich folgendermaßen bemerkbar machen:

  • allgemeine Müdigkeit
  • Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit
  • Abnahme der Konzentration
  • bis hin zu Erschöpfungszuständen

Zusätzlich kann es durch Schwitzen auch zu einem übermäßigen Verlust von Elektrolyten kommen.

Dass Ihr Kind zu wenig Flüssigkeit aufnimmt, können Sie anhand folgender Symptome feststellen:

  • Der Urin ist konzentriert, dunkelgelb.
  • Harter Stuhl – Verstopfung
  • Das Kind klagt über Kopfschmerzen, ihm ist schwindlig (niedriger Blutdruck).
  • Die Schleimhäute sind ausgetrocknet.
  • Es macht einen körperlich schwachen Eindruck.
  • Im Extremfall ist das Kind teilnahmslos.

Lassen Sie Ihr Kind daher so oft es will und so viel es will trinken. Achten Sie aber darauf, was es trinkt: Die Maxime „je natürlicher, desto besser“ gilt auch hier.

Trinkt Ihr Kind regelmäßig über den Tag verteilt, ist das am besten für seinen Organismus. Trinkverhalten wird erlernt – achten Sie dabei auch auf Ihre Vorbildwirkung.

Milch

Rohmilch

Rohmilch wird, abgesehen vom Filtern, nicht behandelt, auch nicht erhitzt. Sie besitzt einen natürlichen Fettgehalt von 3,8 – 4,9 %. Für Säuglinge und Kleinkinder ist sie auf jeden Fall vor dem Verzehr abzukochen.

Vollmilch

Bei Vollmilch wird der Fettgehalt eingestellt, es sei denn, es handelt sich um „Vollmilch mit natürlichem Fettgehalt“. Dieser beträgt mindestens 3,5 %. Die Vollmilch ist meist pasteurisiert und homogenisiert. Pasteurisieren ist die schonendste Haltbarmachung von Milch.

Hier wird die Milch kurzzeitig, zum Beispiel 40 Sekunden lang, auf etwa 70°C erhitzt und sofort auf 4 – 5°C abgekühlt. Dadurch sterben die schädlichen Keime ab. Pasteurisierte Milch ist in der Kinderernährung abgekochter, ultrahoch erhitzter oder sterilisierter Milch vorzuziehen, da sie im Gegensatz zu diesen noch viele wertvolle Inhaltsstoffe besitzt.

Fettarme Milch

Fettarme Milch beinhaltet 1,5 bis 1,8 beziehungsweise 0,3 % Fett. Eine zusätzliche Anreicherung mit Milcheiweiß ist zulässig. Die Produkte sind in der Regel pasteurisiert und homogenisiert.

H-Milch

Haltbar-Milch wird einige Sekunden lang bei Überdruck auf 135°C ultrahoch erhitzt. Der Verlust an wertvollen Stoffen und die Veränderung des Geschmacks ist dabei deutlich größer als bei der pasteurisierten Milch. In der nicht geöffneten Verpackung ist sie auch ungekühlt bis zu zwölf Wochen haltbar. Nach Anbruch sollte sie aber ebenso wie frische Milch rasch verbraucht werden.

++ Mehr zum Thema auf gesundheitstrends.com: Sojamilch für Babys – Ja oder Nein? ++

Fruchtsäfte

Saft

Saft besteht zu 100 % aus Frucht und ist frei von jeglichen Zusatzstoffen, auch dann, wenn der Saft aus Konzentrat hergestellt ist. In diesem Fall darf er bis zu 15 Gramm je Liter Zucker enthalten. Dies muss aber auf dem Etikett angegeben sein.

++ Mehr zum Thema: Multivitaminsaft selber machen ++

Nektar

Nektar ist ein Gemisch aus Saft mit Wasser und Zucker. Der Mindestfruchtgehalt ist abhängig von der Art der verwendeten Frucht. So muss Johannisbeersaft nur 25 % Fruchtsaft, Kirschsaft dagegen 35 % enthalten. Apfel-, Orangen- und Grapefruitsaft müssen mindestens 45 bis 50 % Frucht enthalten.

Fruchtsaftgetränke

Fruchtsaftgetränke haben von der Frucht eigentlich nur noch den Namen (ab sechs Prozent Zitrusfruchtgehalt). Sie bestehen hauptsächlich aus Zuckerwasser mit künstlichen Zusatzstoffen.

Limonaden – Cola, Fanta, Sprite & Co.

Limonaden sollte Ihr Kind nur sehr selten trinken, da sie hauptsächlich aus Zucker, Wasser und Zusatzstoffen bestehen. Sie sind übersüßt und mit künstlichen Aromen zur Geschmacksverbesserung aufgepeppt.

Laut EG-Richtlinie dürfen sämtliche Getränke Phosphorsäure enthalten. Früher war dieser Konservierungsstoff nur in Cola erlaubt. Phosphorsäure ist in den verschiedensten Lebensmitteln als natürlicher Stoff enthalten, doch sollte die Aufnahme nicht leichtfertig erhöht werden.

Zu viel Phosphorsäure beeinträchtigt die Calcium-Aufnahme im Körper und soll zu Hyperaktivität bei Kindern führen. Auch E 332b (Trikaliumcitrat) und E 333 (Mono-, Di-, Tricalciumcitrat), sind nicht unumstrittene Konservierungsmittel. Bei Aufnahme zu hoher Dosen kommt es zu Geschwüren in Mund und Magen. Durch Farbstoffe können allergische Reaktionen ausgelöst werden.

Die Liste der möglichen und bislang noch nicht vollständig geklärten Wirkungen künstlicher Zusatzstoffe ist lang. Dennoch: Wenn Ihr Kind einmal Coca Cola oder Sprite trinkt, ist das kein Drama. Normalerweise nimmt es dabei nicht die Mengen auf, die bereits krank machen können. Trotzdem sollten Sie Ihr Kind zum bewussten Trinken erziehen und zwar nach dem Motto: „je natürlicher, desto besser“.

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Autoren:
Dr. Christian Rous, Marita Vollborn, Birgit Steiner-Klemme
Medizinisches Review:
Petra Welskop, Dr. Gudrun Böhm
Redaktionelle Bearbeitung:
Elisabeth Mondl, Mag. Julia Wild

Aktualisiert am: 18.08.2015 | 09:12

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Baby trinkt sehr viel

Antwort auf:

Baby trinkt sehr viel

Liebe Angel,
bitte keinen Tee geben, es ist alles gut und richtig so!
Babys gibt es in verschiedenen Größen und die Bandbreite ist da sehr groß. Wie ein Kind als Baby aussieht, sagt auch nichts darüber aus, wie es später als Erwachsener aussehen wird.
Die Statur der Kinder ist genetisch festgelegt und bei einem Kind das nach Bedarf gestillt wird, ist nicht zu befürchten, dass dadurch der Grundstein für ein späteres Problem mit Übergewicht gelegt wird. Im Gegenteil, Stillen schützt vor Übergewicht.
Das heißt jedoch nicht, dass nicht auch ein gestilltes Baby zwischendurch wie ein kleiner Buddha aussehen kann.
Im Gegensatz zur (industriell) stark weiterverarbeiteten Nahrung enthält Muttermilch keine leeren Kalorien. Es gibt keinen Beweis dafür, dass ein gestilltes Kind, das rasch zunimmt, als Erwachsener Gewichtsprobleme haben wird. Im Gegenteil es gibt mehrere Untersuchungen, die zeigen, dass Stillen eindeutig vor Übergewicht schützt und dass dieser Schutz nicht nur im Kindesalter sondern auch beim Erwachsenen anhält.
Das Fett, das sich in der relativ passiven Phase vor dem Krabbelalter möglicherweise ansammelt, stellt einen Vorrat für die sehr aktive Phase dar, in der das quirlige Krabbelkind keine Zeit zum Essen haben will. Im Alter von ein bis zwei Jahren werden die Kinder, die schnell zugenommen haben, gewöhnlich von alleine schlanker.
Gerade Kinder, die nach Bedarf gestillt werden, behalten ein gutes Gefühl dafür, wann sie satt sind, denn sie entscheiden ja selbst, wann und wie viel sie trinken.
Also keine Sorge, durch das Stillen nach Bedarf wird sicher nicht den Grundstein für spätere Gewichtsprobleme gelegt.
Ein Baby sollte nach Bedarf gestillt werden. Alle Stillexperten sind sich einige, dass Stillen nach Bedarf für Mutter und Kind am Besten ist. So wird sichergestellt, dass das Baby die Nahrung, die es braucht, genau dann bekommt, wenn es sie braucht und sich das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage einstellen kann. Während eines Wachstumsschubs kann es durchaus sein, dass ein Baby alle Stunde an die Brust möchte.
Es gibt keinen Grund einen Mindestabstand zwischen zwei Stillmahlzeiten einzuhalten. Im Extremfall kann das „Hinhalten“ des Babys zu Gedeihstörungen führen. All die Erzählungen von einem bestimmten Rhythmus eines Babys sind schlicht und ergreifend falsch.
So kleine Babys wollen im Schnitt zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Im Schnitt heißt, es gibt Babys die seltener nach der Brust verlangen (eher wenige Babys) und es gibt Babys, die häufiger an die Brust wollen (die Mehrzahl). Nun ist es jedoch nicht so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Verhalten heißt Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys. Besonders gehäuft treten diese Stillepisoden am Nachmittag und Abend auf, wie überhaupt die Abstände zwischen den Stillzeiten im Verlauf des Tages immer kürzer werden. Dazu kommt, dass in bestimmten Alterstufen Wachstumsschübe zu erwarten sind, in denen die Baby manchmal schier ununterbrochen an die Brust wollen.
Das Dauerstillen kann sehr anstrengend und auch nervend sein, aber es hat seinen Sinn. Rein wissenschaftlich gesehen ist es so, dass das Baby durch den Stillmarathon die Prolaktinausschüttung anregt und so dafür sorgt, dass die Milchbildung angeregt wird und genügend Milch für das Kind zur Verfügung steht.
Wird in dieser Situation zugefüttert, so wird in das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage eingegriffen und das kann der Beginn des unfreiwilligen, vorzeitigen Abstillens sein.
Ein gesundes, voll gestilltes Kind braucht auch keinen Tee (und wenn es welchen bekommt, dann ist es nicht mehr voll gestillt). Tee ist ein Arzneimittel und ein gesundes Kind braucht keine Medikamente. Tee kann nicht nur unerwartete Nebenwirkungen mit sich bringen (da Tees nun einmal eine Arzneiwirkung haben, haben sie auch Nebenwirkungen), sondern auch zu Problemen wie Gedeihstörungen (das Baby erhält eine kalorienarme oder kalorienfreie Flüssigkeit, die den Magen füllt und so verhindern kann, dass es oft genug an der Brust trinkt) oder auch Saugverwirrung (wenn der Tee mit der Flasche gegeben wird) führen und sogar das Abstillen einleiten. Alle Flüssigkeit, die ein voll gestilltes Baby braucht, bekommt es an der Brust (auch bei heißem Wetter, Beduinenfrauen geben auch weder Tee noch Wasser). Eine Studie in den Tropen ergab sogar, dass vollgestillte Kinder mehr Flüssigkeit aufnahmen als die Kinder, die zusätzliche Flüssigkeit bekamen (Sachdev, Krishna, Puri et al., 1991).
Zur eingehenderen Information hänge ich Ihnen den Artikel einer Kollegin an.
Nur Mut, Babys bleiben nicht immer so klein und anstrengend, es wird mit zunehmendem Alter immer leichter und auch Sie bekommen mehr Routine im Alltag mit Kind.
Ich kann Ihnen gerne empfehlen, einmal ein Stillgruppentreffen zu besuchen oder zumindest einmal mit einer Stillberaterin in ihrer Nähe ein direktes Gespräch (auch am Telefon) zu führen. Viele Unsicherheiten lassen sich im direkten Gespräch sehr viel besser ausräumen und der Austausch mit anderen stillenden Müttern kann sehr ermutigend sein und vor allem werden Sie sehen und erleben, dass sich andere Babys genau so verhalten wie Ihr kleines Menschlein.
Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter:
http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC).
LLLiebe Grüße
Biggi Welter
Ist zusätzliche Flüssigkeit für gesunde, voll gestillte Babys notwendig?
Von Denise Both, IBCLC
Immer wieder wird stillenden Müttern gesagt, dass Muttermilch alleine für ihr Kind nicht ausreichend sei und sie unbedingt Tee oder Wasser zugeben müssten. Die für diese Empfehlung angeführten Gründe sind vielfältig, stehen jedoch im Widerspruch zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Empfehlungen zur Stillförderung, die UNICEF und WHO im Rahmen ihrer Initiative „Stillfreundliches Krankenhaus“ veröffentlicht haben.
Zusätzliche Gaben von Tee, Glukoselösung oder Wasser sind bei einem voll ausgetragenen, gesunden Baby, das ausschliesslich mit Muttermilch ernährt wird, nicht notwendig und können den Stillerfolg erheblich gefährden. Auch wenn unter unseren westlichen Verhältnissen nicht zu erwarten ist, dass das Kind durch verunreinigtes Wasser Schaden nimmt, so können sich zusätzliche Flüssigkeitsgaben bei einen Neugeborenen auf andere Weise auswirken.
Zusätzlich gegebene Flüssigkeit füllt den Magen des Babys und verringert so sein Interesse am Gestilltwerden. Ein Baby, dessen Magen mit Tee gefüllt ist, erhält nicht genügend Kalorien. Tee und Glukoselösungen wirken sich störend auf das Stillen aus. Babys, die derartige Flüssigkeiten erhalten, neigen dazu, mehr an Gewicht zu verlieren als Babys, die ausschliesslich gestillt werden.
Zusätzlich verabreichter Tee (oder Glukoselösung) trägt zur physiologischen Neugeborenengelbsucht bei. Untersuchungen haben ergeben, dass die Bilirubinwerte eines Babys um so höher liegen, je mehr Tee es in den ersten Lebenstagen erhalten hat. Das Mekonium (erster Stuhlgang) ist sehr bilirubinreich. Kolostrum hat eine abführende Wirkung und hilft dem Baby bei einer beschleunigten Ausscheidung des Mekoniums. Dadurch wird der Bilirubinwert niedrig gehalten. Zusätzlich gegebener Tee hingegen regt nicht zu Darmbewegungen an, verursacht eine Rückabsorption des Bilirubins in den Körper des Babys und trägt somit zur physiologischen Neugeborenengelbsucht bei. Auch während einer Phototherapie bei verstärkter Neugeborenengelbsucht sollte das Kind bevorzugt häufig Muttermilch statt Tee erhalten
Wird Flüssigkeit mit einer Flasche gegeben, kann dies zu Stillproblemen, einer Schwächung der Saugfähigkeit oder Ablehnung der Brust führen. Ein Neugeborenes kann auf den Wechsel zwischen Brust und Flasche während der ersten Lebenswochen mit Verwirrung reagieren. Eine Saugverwirrung kann zu gravierenden Stillproblemen führen.
Auch bei heissem Wetter ist es nicht notwendig zusätzliche Flüssigkeit zu geben. Muttermilch genügt auch in dieser Situation als vollwertiges Nahrungsmittel und enthält genau das richtige Verhältnis von Flüssigkeit und Nahrung, um Hunger und Durst des Babys zu befriedigen. Wichtig ist jedoch, dass die Mutter das Baby nach Bedarf stillt, was bei heissem Wetter häufiger der Fall sein kann.
Quellen:
Mohrbacher und Stock: The Breastfeeding Answer Book, 1997
Lauwers und Shinskie: Counseling the Nursing Mother, 1999
Goldberg und Adams: Studie veröffentl. im Arch. Dis. Child, 1983
Sachdev, Krishna, Puri et al.: Zusätzliche Flüssigkeit für voll gestillte Kinder im Sommer in den Tropen, Lancet 1991

von Biggi Welter, Stillberaterin am 15.05.2014

Wie Babys trinken

Autorin: Diane Wiessinger |
Nach den ersten Tagen, wenn Deine Milchmenge ansteigt, wirst Du beobachten können, dass Dein Baby auf eine besondere Art und Weise trinkt.

Hier sind einige der möglichen Muster und einige der Gründe dafür:

Mein Baby macht zu Beginn einige schnelle, kleine Saugbewegungen und nimmt dann lange, große Züge.

Führe Dir selber ein Glas mit Wasser an den Mund. Mache ein paar schnelle Kieferbewegungen am Rand, fange dann an zu trinken.

Du kannst diese ersten Bewegungen so schnell machen, wie Du willst, aber sobald Du anfängst zu trinken, kannst Du nicht schneller schlucken als etwa einen Schluck pro Sekunde. So geht es auch Deinem Baby.

Diese frühen, schnellen Saugbewegungen dienen dazu, alles in seinem Mund an den richtigen Platz zu bringen und signalisieren Deiner Brust, die Milch fließen zu lassen.

Sobald die Milch läuft, kann Dein Baby nicht mehr so schnell saugen. Dieser Rhythmuswechsel zeigt, dass Dein Baby Milch bekommt.

Bei jedem Schluck, hörst Du einen geflüsterten „k“-Laut – bei manchen Babys mehr eine Art Glucksen, bei anderen sehr, sehr leise. Die meisten Babys schlucken in dieser Phase bei jedem oder bei jedem zweiten Saugen.

Aktives Trinken ist ein langsamerer Rhythmus als „den Fluss in Gang zu bringen“.

Mein Baby nimmt nicht mehr als ungefähr ein Dutzend lange Züge und macht dann eine Pause.

Versuche einmal eine große Portion zu essen, ohne zwischendurch Deine Gabel auch mal kurz abzulegen. Unangenehm für Dich? Genauso unangenehm für ein Baby!

Und es ist noch ein Anfänger beim gleichzeitigen Saugen, Schlucken und Atmen. Es ist richtig für das Baby, sich Pausen zu gönnen. Aber Du wirst sehen, es lässt nicht los!

Mein Baby möchte oft wieder trinken, nachdem es etwa zehn Minuten vorher gerade fertig geworden ist.

In den ersten Tagen wird sein Hunger teilweise von einem Hormon, genannt Cholecystokinin oder CKK, gesteuert. Ein hoher Hormonwert sagt ihm, dass es satt ist. Ein niedriger Wert teilt ihm mit, dass es Hunger hat.

Nach ungefähr zwanzig Minuten Saugen, sagt ihm sein CCK-Wert, dass es satt ist … aber er sinkt nach weiteren zehn oder zwanzig Minuten wieder, deshalb denkt es, es hat schon wieder Hunger.

Diese Schlaufe kann sich mehrere Male wiederholen, man nennt es ein „Clusterfeeding“, d.h. gehäuftes Trinken, bevor es dann in einen tiefen, langen Schlaf fällt.

Wahrscheinlich ermöglicht ihm diese Methode sein gesamtes Verdauungssystem zu füllen, so dass es sich erlauben kann, länger zu schlafen ohne einen übergroßen Hunger zu riskieren.

Deine Milch ist nach etwa neunzig Minuten voll verdaut, daran kannst Du sehen, warum es mehrmals „voll tanken“ möchte, bevor es eine große Pause macht.

Und Du kannst erkennen, warum das Ruhighalten mit einem Schnuller seine Gewichtszunahme beeinträchtigen kann.

Denke daran, es war das Saugen, nicht das Schlucken, das ihm mitgeteilt hat, dass es satt ist.

Mein Baby möchte sehr viel öfter trinken, als mir vorher gesagt wurde.

Momentan wächst Dein Baby schneller als zu irgendeinem späteren Zeitpunkt. Darum sind die Wachstumskurven zu Beginn so steil und flachen später ab.

Sein Organismus ist unreifer als zu irgendeinem späteren Zeitpunkt, darum hat es momentan so häufig Stuhlgang, verglichen mit in ein paar Monaten.

Und es ist jetzt noch weniger effizient beim Trinken, als es später je wieder sein wird. Darum benötigt es mehr Hilfe beim Anlegen und während des Trinkens, als es in ein paar Wochen brauchen wird.

Zähle diese drei Gründe zusammen, dann wird deutlich, dass es sehr oft und viel trinken muss. Folge seiner Führung und Du wirst ein zufriedeneres, besser gedeihendes Baby haben.

Warum sollte man einem Kind Nahrung und seine größte Befriedigung verweigern, noch dazu in einer Phase, in der es in seinem absolut schnellsten Tempo wächst und lernt, was Liebe ist?

Mein Baby schreit, wenn ich es von der ersten Brust abnehme, um ihm die zweite Seite zu geben.

Nenne mir irgendein anderes Säugetier, das ein Baby von einer Zitze abnimmt, damit es an einer anderen trinkt! Dies ist nur eine dieser unsinnigen Regeln aus den Jahren, als niemand wirklich wusste, wie das Stillen läuft.

Wenn Dein Baby zufrieden an Seite A stillt, lass es dort. Seite B kann es bekommen, wenn es sie braucht – vielleicht gleich danach, vielleicht erst bei der nächsten Mahlzeit.

Woher weiß ich, wann mein Baby fertig getrunken hat?

Es kann sein, dass es einfach von selbst die Brust loslässt, entspannt und mit schlaffen Gliedern. Aber es kommt nicht wirklich darauf an.

Denke nur an Hunde, Pferde oder Gorillas.

Wenn eine Gorillamutter mit ihrem Baby an der Brust nicht an eine Banane heranreichen kann, nimmt sie es einfach von der Brust ab. Sie sorgt sich nicht darum, ob es voll ist oder nicht. Wenn es quengelt, legt sie es wieder an, nachdem sie sich die Banane gepflückt hat.

Hunde denken nicht über Milch nach; sie säugen, weil es sich gut anfühlt und die Welpen vom Wimmern abhält.

Eine Stute bewegt sich direkt von ihrem säugenden Fohlen weg, um einen besseren Flecken Gras zu erreichen. Das Fohlen muss mit ihr weiterziehen und sich wieder andocken, wenn die Mutter aufhört sich zu bewegen.

Auf dieselbe Art musst auch Du Dich nicht selbst an der Couch festbinden, bis Du absolut sicher bist, dass Dein Baby total voll ist, solange Du bereit bist es wieder zu stillen, wenn es danach verlangt.

Vielleicht war es gerade dabei, in glückseliger Benommenheit mit gelegentlichem Schlucken sein Dessert einzunehmen, aber ist bereit einzuschlafen, wenn Du es abnimmst. Oder es möchte in fünf Minuten wieder stillen, weil es einfach noch nicht fertig war.

Du wirst ihm so oder so keinen Schaden zu fügen. Das Problem in der Vergangenheit war, dass wir den Babys nicht erlaubt haben, zurück an die Brust zu gehen, bevor zwei oder drei oder sogar vier Stunden vergangen waren.

Stillen funktioniert bei anderen Säugetieren, weil sie sich nicht an Regeln festhalten. Vergiss die Regeln und genieße Dein Baby.

Ich weiß nie, ob mein Baby hungrig ist oder ob es an etwas Anderem leidet.

Sei eine gute Gastgeberin: Biete ihm einen Imbiss an. Wenn Dein Gast ablehnt, kannst Du über andere Fragen nachdenken.

Wenn es so scheint, als wäre nichts richtig, biete wieder einen Imbiss an.

Du wirst niemals Schaden anrichten, indem Du einem Baby die Brust anbietest. Wenn es sie in dem Moment nicht möchte, lehnt es einfach ab.

Verträgt mein Baby etwas aus meinem Speiseplan nicht?

Wahrscheinlich nicht. Die meisten Babys haben kein Problem mit Bohnen, Brokkoli, Schokolade, Koffein (nach dem ersten Monat), Gewürzen und den anderen Nahrungsmitteln, über die Du schlimme Dinge gehört hast.

Es ist wahrscheinlicher, dass Deine Milch zu schnell oder zu reichlich fließt, so dass es damit nicht zurechtkommt. Frag Deine Stillberaterin nach einfachen Wegen, um dieses verbreitete Problem zu entschärfen.

Wenn etwas aus Deinem Speiseplan das Problem ist, ist es am wahrscheinlichsten Milch oder Milcherzeugnisse. Als Zweites kommt Soja als Auslöser in Frage.

Mein Baby ist nicht zufrieden, außer wenn es an meiner Brust liegt.

Manche Babys lieben es einfach zu stillen. Sie nehmen gut zu, brauchen aber viel, viel Zeit an der Brust.

Sie stillen aus vielen Gründen, für die Ernährung, für die Sicherheit, für die Liebe, für die Unterhaltung und sie werden es nicht für immer und ewig machen.

Aber andere Babys trinken stundenlang ohne Ende, weil sie die Milch nicht so gut heraus bekommen und dies zeigt auch ihre Gewichtsentwicklung an.

Oder sie stillen sehr häufig, wegen eines Verdauungsproblems.

Deine Stillberaterin kann Dir helfen, ein echtes Problem von seinem persönlichen Stil zu unterscheiden. Um eine Stillberaterin in Deiner Nähe zu finden, wende Dich an den Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen (BDL), die La Leche Liga (LLL) oder die Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS).

Original: „How Babies Eat“ von Diane Wiessinger, MS, IBCLC, 2006
Übersetzung: Regine Gresens IBCLC, Dezember 2006
Foto: mahalie via photopin cc

Wie viel Wasser sollte mein Baby trinken?

Mit der Beikost-Einführung reduziert sich langsam auch die Menge der täglich getrunkenen Mutter- oder Pre-Milch. Dein Baby hat somit einen zusätzlichen Flüssigkeitsbedarf. Hier gibts die wichtigsten Tipps zum Thema „Baby und trinken“:

Was sollte mein Baby trinken?

Am besten geeignet ist Wasser oder ungesüßter Tee, wobei Wasser immer das Getränk Nummer 1 sein sollte. Für Babys unter 6 Monaten solltest du das Leitungswasser auf jeden Fall abkochen – wer auf Nummer sicher gehen will, kocht das Leitungswasser bis zum 1. Geburtstag ab. Bitte achte auch darauf, ob dein Leitungswasser eine gute Qualität hat – dies kannst du z. B. bei eurem Wasserwerk oder der Gemeinde/Stadt erfragen. Spezielles Babywasser aus der Drogerie oder dem Supermarkt ist nicht unbedingt nötig (da es deutlich teurer ist als Leitungswasser), es schadet jedoch auch nicht. Es hat auch den Vorteil, dass ihr es nicht abkochen müsst. Wenn ihr stilles Mineralwasser nutzen möchtet, solltest du auf jeden Fall auf den Zusatz „für die Zubereitung von Babynahrung“ achten, da Mineralwasser für Babys sehr natriumarm sein sollte.

Als Teesorten ab und an z.B. bei Bauchschmerzen eignen sich zum Beispiel Fenchel oder Kamille sehr gut. Viele Drogerien bietet hier günstigere Produkte der Eigenmarke in guter Bioqualität an. Bitte unbedingt darauf achten, dass der dort verkaufte Babytee keine Zusätze wie (versteckten) Zucker oder Aromen enthält. Dies ist häufig bei Instanttee der Fall – hier sind Teebeutel in der Regel eine bessere Alternative.

Oft gibt es auch Baby-Früchtetee im Angebot, diese schmecken nicht so sauer und sind daher besser bekömmlich.

Wie viel sollte mein Baby trinken?

Bis zur vollständigen Einführung der dritten Breimahlzeit ist prinzipiell keine zusätzliche Flüssigkeit nötig, da dein Baby noch ausreichend Mutter- oder Pre-Milch bekommt. Ist der Nachmittagsbrei vollständig eingeführt, braucht dein Baby nun etwa 200 ml zusätzliche Flüssigkeit pro Tag.

Du kannst ihm nun immer zu den Mahlzeiten, aber auch zwischendurch etwas zu Trinken anbieten.

Tipp: Am Besten startet du damit schon während der Einführung des Mittagsbreis, da dein Baby sich auch erst wieder an diese Neuheit gewöhnen muss und die Trinkmenge nur langsam steigern wird.

Aus welcher Flasche bzw. woraus sollte mein Baby trinken?

Für den Beginn sind sogenannte Trinklernflaschen gut geeignet. Diese gibt es zum Beispiel von der Firma NUK*, aber auch von MAM*:

Sie haben spezielle Mundstücke, Griffe an beiden Seiten für die kleinen Babyhände und meistens auch einen Auslaufschutz.

Manche Babys trinken nach einer gewissen Zeit lieber aus einem Becher mit Schnabelaufsatz. Wir haben hier gute Erfahrungen mit dem Becher von IKEA gemacht.

Gut geeignet sind auch Trinkhilfen mit einem flexiblen Strohhalm (diese Art des Trinkens muss aber von den Babys auch erst wieder gelernt werden), zum Beispiel von der Firma Nûby*.

Mit etwa 8-10 Monaten lernen die meisten Babys dann aus einem normalen Becher (aus Plastik) oder einem kleinen Glas (möglichst dickes Glas, z.B. Schnapsglas*) zu trinken, den man ihnen hinhält. Dies ist die beste Möglichkeit für euer Baby zu trinken – du kannst daher so früh wie möglich versuchen (auch gleich zu Beginn statt einer Trinklernflasche), von einer Trinkflasche auf einen Becher/Glas umzusteigen.

Da Anfangs oft Wasser daneben geht, gibt es auch hier spezielle Becher, die einen Auslaufschutz haben, wie zum Beispiel den „Magic Cup„* von NUK:

Mein Baby trinkt nicht! Was kann ich tun?

Hab Geduld! Dein Baby wird nicht zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen, da es ja immer noch ausreichend Pre- oder Muttermilch bekommt. Auch hier liegt der Schlüssel des Erfolgs darin, dem Baby immer wieder kontinuierlich etwas zu trinken anzubieten. Oft hilft es, selbst ein gutes Vorbild zu sein und zu versuchen, gemeinsam etwas zu trinken.

Probiere Verschiedenes aus: Mag dein Baby kein Wasser, so mag es vielleicht ab und an einen Fenchel- oder säurearmen Früchtetee, wobei Wasser wie bereits erwähnt zu bevorzugen ist. Vielleicht mag es auch einfach die ihm angebotene Flasche nicht und eine andere Flasche, ein Glas oder ein Becher (siehe Tipps oben) schafft Abhilfe.

Oft lese ich Tipps, wie „etwas Milchpulver zum Wasser dazu geben“, damit das Baby etwas trinkt. Ich persönlich halte davon nichts, ebenso wie die Zugabe von Säften zum Wasser. Dein Baby braucht einfach etwas Zeit, um sich an den Geschmack bzw. eher die „Geschmacklosigkeit“ von Wasser zu gewöhnen. Es kennt ja bisher kein Wasser. Wird es ihm aber immer wieder angeboten, so lernt es den Geschmack kennen – gleiches gilt für Tee, dessen Geschmack ihm bisher ja auch noch unbekannt ist.

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