Wie weit sollte das handy beim schlafen entfernt sein

Mobiltelefone: So schützen Sie sich vor gefährlicher Handy-Strahlung

Anzeige

Eine Tumorerkrankung als Folge von Mobilfunkstrahlung? Ein umstrittenes Szenario, mit dem die Weltgesundheitsorganisation WHO 2011 Aufsehen erregte. Nach der Auswertung diverser Studien war das die Schlussfolgerung der WHO-Krebsforschungsagentur.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) betont zwar, dass Gesundheitsgefahren bisher nicht eindeutig belegt sind, aber: „Risiken infolge langfristiger Nutzung von Mobilfunkendgeräten können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht ausgeschlossen werden“, sagt Sprecher Jan Henrik Lauer. Das BfS empfiehlt, in jedem Fall die Strahlung in unmittelbarer Körpernähe zu minimieren.

SAR-Werte von Smartphones und Tablets

Um welche Strahlen geht es eigentlich? Smartphones nutzen hochfrequente elektromagnetische Felder, um Sprache und Daten zu senden und zu empfangen. Der Smartphonenutzer spürt davon unmittelbar nichts, aber er nimmt Energie auf, die sogenannte spezifische Absorptionsrate (SAR).

Anzeige

Dieser Wert muss bei allen Smartphones und Tablets angegeben werden. Der empfohlene Höchstwert liegt laut BfS bei zwei Watt pro Kilogramm Körpergewicht. Bei jedem verfügbaren Smartphone muss der SAR-Wert aus zwei Messungen angegeben werden – beim Telefonieren am Ohr und beim Tragen des Geräts am Körper.

Das Bundesamt für Strahlenschutz rät, Kinder vor der Smartphone-Strahlung zu schützen – dazu sollte der Empfang von mobilen Daten so oft wie möglich ausgeschaltet werden Quelle: dpa-tmn

Die Werte findet man in der Betriebsanleitung und auf einer Datenbank des Bundesamts, die regelmäßig aktualisiert wird und online verfügbar ist. Demnach liegt der Wert für das Samsung-Modell Galaxy S9+ am Ohr bei 0,29 W/kg und am Körper bei 0,5 cm Abstand bei 1,35. Apples iPhone X liegt bei 0,92 am Ohr, am Körper bei 0,95. Huaweis P20Pro liegt laut Liste bei 0,73 am Ohr und 1,22 am Körper. Alle Werte, so BfS-Sprecher Lauer, seien unauffällig.

Lesen Sie auchStar-Psychiater

Moderne Geräte mit LTE oder UMTS sind strahlungsärmer als ältere Geräte, die im GSM-Standard senden. „Das liegt auch am Gerätedesign“, erklärt Lauer. „Durch die größeren Bildschirme vergrößert sich der Abstand zwischen der oftmals im unteren Gehäuseteil verbauten Antenne und der Messsonde, wodurch der gemessene SAR-Wert sinkt.“

Mobilfunkstrahlung reduzieren

Anzeige

Wie aber lässt sich Mobilfunkstrahlung reduzieren? Hersteller spezieller Hüllen oder Jacken werben damit, die Menschen vor Strahlung zu schützen. „Solches Zubehör führt dazu, dass das Smartphone seine Sendeleistung erhöht, um die Verbindung zu halten“, hält Bernd Theiss, Testchef des „Connect“-Fachmagazins, dagegen.

„Dann sendet es umso mehr Strahlung in Richtung Nutzer.“ Dagegen können einfache Verhaltensregeln die Strahlung deutlich reduzieren.

Lesen Sie auchMobilfunknetz

Grundvoraussetzung ist ein Smartphone mit einem möglichst niedrigen SAR-Wert. Bei einem Wert von unter 0,6 sprechen die Experten von einem strahlungsarmen Gerät. Laut BfS unterschreiten etwa 55 Prozent der aktuellen Smartphones diesen Wert.

Anzeige

Allerdings, so Experte Lauer, werde das Smartphone heute länger und intensiver genutzt als früher. Die Strahlungsbelastung könne man auch reduzieren, indem man so oft wie möglich das Festnetztelefon statt des Smartphones nutzt.

Verhaltensregeln senken die Strahlungsbelastung

Im Betrieb sollte die Antenne möglichst weit vom Kopf entfernt sein. Hierzu ist ein Headset empfehlenswert. Wenn das Smartphone nicht benutzt wird, sollte man es nicht am Körper tragen.

Hier stimmt der „Connect“-Experte zu: „Jede Verdopplung des Abstands reduziert die verbleibende Strahlung auf ein Viertel.“ Daher ist der Nachttisch neben dem Kopfkissen kein guter Platz, wenn das Gerät empfangsbereit bleibt. Wenn das Handy als Wecker diene, sollte man den Flugmodus aktivieren, so das BfS.

Dient das Smartphone als Wecker, sollte man zur Strahlenreduzierung den Flugmodus aktivieren Quelle: dpa-tmn

Da Mobiltelefone bei schlechtem Empfang die maximale Strahlungsleistung erreichen, sollte man Telefonieren oder Surfen in schlecht ausgebauten Gegenden, im Auto oder während einer Zugfahrt mit Tunneln vermeiden. Laut BfS ist außerdem die Leistung der elektromagnetischen Wellen bei einer Funkverbindung per WLAN oder Bluetooth deutlich geringer als bei der normalen Mobilfunkverbindung.

Der Smartphone-Boom geht auch an Kindern nicht vorbei. Das Bundesamt rät, die Kleinen vor der hochfrequenten elektromagnetischen Strahlung zu schützen.

Wenn möglich, sollte das WLAN-Netz genutzt und sollten die mobilen Daten so oft wie möglich ausgeschaltet werden. Die Strahlung, über deren Folgen für Groß und Klein kaum eine Institution abschließende Aussagen trifft, werde so reduziert. Sicher ist sicher.

Smartphones und Tablets schädigen Kinderaugen

Kinder schädigen durch die Benutzung von Smartphones und Tablets stark ihre Augen. Mehr als 50% der Jugendlichen sind kurzsichtig. Ärzte raten dazu, Kinder nicht allzu oft an solche Geräte zu lassen.

Das eigene Handy nachts auf den Nachttisch zu legen, ist für viele ein Abendritual, wie das Zähneputzen. Handystrahlung steht immer wieder im Verdacht, Krebs auszulösen.

Gefährliche Handystrahlung nachts

Dass das Handy Strahlen aussendet, ist inzwischen allgemein bekannt. Trotzdem haben wir es ständig in der Nähe und wollen es auch nachts immer in Reichweite haben. Das Handy strahlt, auch wenn es nicht benutzt wird. Sogar im Standby- oder Flugmodus werden Strahlen, wenn auch in verringerter Intensität, ausgesendet. Es gibt verschiedene Studien zum Thema Handystrahlung. Einige Forscher gehen davon aus, dass die Strahlung zu Krebserkrankungen führen kann, andere verneinen dies. Erwiesen ist, dass die Handystrahlen die Nerven im Gehirn verändern können. Ob das zu Gehirntumoren führen kann oder nicht, ist fraglich. Es wurde außerdem erforscht, dass die Strahlung zu oxidativem Stress in den Körperzellen führt. Es werden Stresshormone freigesetzt, die dazu führen, dass sie sich nicht mehr richtig entspannen können. Auch Burnout und ständige Müdigkeit sollen durch die Handystrahlung entstehen können.

So verringert ihr die Strahlung des Telefons

Überlegt euch, ob ihr das Handy wirklich immer in Reichweite haben müsst. Vielleicht genügt es, wenn es nachts im Raum nebenan liegt. Auch wenn es die Strahlen nicht komplett verhindert: Schaltet den Flugmodus ein. So wird die Strahlenbelastung immerhin minimiert.

Macht euer Handy nachts einfach aus. Ihr müsst nicht immer erreichbar sein. Wenn ihr trotzdem ganz sicher gehen möchtet, könnt ihr den Klingelton des Handys auch auf die maximale Lautstärke einstellen und das Smartphone in das Zimmer nebenan legen.

Achtet auf einen geringen SAR-Wert beim Kauf eines Smartphones. Je geringer der Wert ist, desto weniger Strahlenbelastung geht vom Handy aus.

Legt euch ein Festnetztelefon mit geringerer Strahlenbelastung zu.

Ihr könnt euch auch einen bestimmten Aufbewahrungsort für euer Handy überlegen, um es nicht immer am Körper zu tragen. Legt es zum Beispiel immer auf einem Schränkchen im Flur ab und holt es nur, wenn ihr es wirklich braucht.

Von: bba

Handy beim Stillen?

Mütter haben wenig Zeit. Und stillende Mütter sowieso. Es soll zwar Mütter mit Power-Brüsten geben, die ihr Kind innerhalb von fünf Minuten mit dem versorgen, was es braucht. Aber andere Mütter verbringen täglich mehrere Stunden allein damit, das Neugeborene zu füttern. Schnell kommt die Versuchung auf, diese Zeit „sinnvoll“ zu nutzen.

Lesen, fernsehen, telefonieren… Ich selbst ertappe mich regelmäßig dabei, wie ich noch auf dem Weg in die Stillecke mein Handy suche. So wenig Zeit bleibt für die Kommunikation mit Freunden und Familie – vor allem, wenn man nicht nur ein Baby, sondern auch noch ein anderes Kind hat, das sowieso schon sehr viel zurückstecken muss.

Aber ganz ehrlich? Ich habe das Gefühl, meine Tochter merkt das! Wenn ich mich während des Stillens mit etwas anderem beschäftige, hört sie einfach auf zu trinken. Oder nuckelt nur lustlos an meiner Brust herum.

Und irgendwie hat sie ja recht: Wenn mir beim Essen jemand gegenübersitzt, der die ganze Zeit nur auf seinem Handy herumtippt oder Nachrichten liest, vergeht mir auch die Lust am Essen.

Immer bekomme ich es nicht hin, ihr meine ganze Aufmerksamkeit zu schenken. Obwohl ich mir auch selbst immer wieder sage, dass diese Zeit der intensiven Zweisamkeit doch nur so kurz ist. Aber ich mache es mir auf jeden Fall immer wieder bewusst.

Und statt über mein Handy zu streichen, liegt meine Hand dann auf ihrem Rücken. Inzwischen auch, um ihr zu sagen: Hier spielt die Musik! Denn nun ist immer häufiger sie es, die sich ablenken lässt, im Raum herumschaut und statt zu trinken alles aufsaugt, was sie sieht und hört.

Letztens erst wieder las ich einen Aufschrei, wie schlimm es ist, wenn Mütter ständig auf ihr Handy starren. Ja, ist es. Wenn sie dabei ihre Kinder vernachlässigen. Ein weinendes Kind nicht sehen, weil der Chat auf dem Handy grad wichtiger ist. Ja, es ist schlimm, wenn sie ihrem Kind, was sich gerade etwas von der Seele reden möchte, nicht beachten, weil sie noch schnell ein paar Herzen an Instagrambildern mit niedlichen Kindern verteilen müssen (und dabei das eigene, niedliche Kind gar nicht sehen). Aber trotzdem bin ich eindeutig für mehr Entspannung in Sachen Kritik an Handy-Mamas. Denn ich bin selbst eine. Beim Stillen nebenher am Handy herumtippen? Na klar. Auf dem Spielplatz ein paar Emails beantworten, während die Kinder mit ihren Freunden toben und mich ganz offensichtlich nicht brauchen? Natürlich -wieso nicht? Das Handy ist nicht nur mein Arbeitsinstrument, was mir meine freiberufliche Arbeit als Journalistin ungemein erleichtert -e s ist auch mein Kommunikationsmittel, meine Kontakt nach außen.

Da sitzt die Mutter auf dem Spielplatz und starrt nur auf ihr Handy! „Wie kann sie nur? Sie soll sich lieber um ihre Kinder kümmern! Die armen Kinder!“ Schnell wird gemeckert, wenn Mütter auf dem Spielplatz ihr Smartphone hervorholen. Die vernachlässigt ja ihre Kinder, das böse Wort mit dem Raben und der Mutter fällt, verächtliche Blicke kommen dazu. In den sozialen Netzwerken wird ebenso gerne gelästert über die Handymamas auf dem Spielplatz – von Müttern, die das natürlich auf ihrem Smartphone tippen.

Aber schaut Euch die Mutter doch mal genauer an! Ihre Kinder spielen selbstvergessen vor sich her. Wenn sie etwas von ihrer Mutter wollen, schaut die Mutter auf, spricht mit ihren Kindern, bestaunt die Sandburg, tröstet, wenn das Kind Bedarf anmeldet. Und widmet sich wieder ihrem Handy, sobald das Kind sich ins Spiel vertieft hat. Sie ist da. Ist das nicht das Wichtigste? Hätte sie ein Buch oder Stricknadeln in der Hand, das Lästern würde verstummen. Aber nein, es ist ein Handy und schon geht das Gezeter los!

Dass sie auf ihrem Handy noch ein paar Firmenemails beantwortet und nur dank dieser Möglichkeit, das hier auf dem Spielplatz zu machen, ihre Kinder eine Stunde früher aus dem Kindergarten abholen konnte – das will keiner wissen. Alle sehen nur das eine: eine Rabenmutter, der das Handy wichtiger ist als ihr Kind!

Dabei ist sie lockerer und liebevoller zu ihrem Kind als die engagierte Mutti nebenan, die sich mächtig ins Zeug legt, ihr Kind zum Buddeln zu begeistern und dabei ständig Anweisungen gibt, wie eine perfekte Sandburg aussieht – so dass das Kind am Ende frustriert weint.

Ja, ich tippe beim Stillen auf meinem Handy herum – na und?! Ist das schlimmer als ein Buch zu lesen?

Mehr Lockerheit in Sachen Mama und Handy bitte!

Und dann ist da diese Mutter, die ihr klitzekleines Baby stillt. Das Baby trinkt, die Händchen locker geöffnet. Ein friedliches Bild. Aber was ist das?! Anstatt selbstvergessen auf ihr Baby zu schauen – mit liebevollen Madonnenblick – hält die Mutter ein Smartphone in der Hand und scrollt herum! Und schon sind sie wieder da, die Kritikerinnen: „Wie kann sie nur! Was macht sie da! Sie sollte doch ganz für ihr Kind da sein! Immer diese Handysüchtigen! Wenn sie das schon beim Stillen macht, wie ist das dann wohl den Rest des Tages…“ Und schon wieder wird gemeckert und gelästert.

Mal Butter bei die Fische! Sollen Babymamas allen Ernstes den ganzen Tag bei jedem dieser Stillmahlzeiten, die auch manchmal eine halbe Stunde dauern können, zärtliche Blicke auf ihr Baby werfen?! Dasselbe wie bei der Spielplatzmama – hätte diese stillende Mama ein Buch in der Hand, keiner würde sich aufregen. Aber ein Handy – das ist furchtbar schlimm. Dass diese Mama nach dem Stillen ihr Handy zur Seite legt, das Baby fest an sich zieht, mit ihm kuschelt, ihm vorsingt, es schaukelt und anlächelt – das wird von den Lästermäulern schon gar nicht mehr gesehen.

Diese stillende Mama bin ich. Und ich bin auch die Spielplatzmama. Denn ich nutze mein Handy, auch wenn ich mit den Kindern unterwegs bin. Denn mein Handy ermöglicht mir, mehr Zeit mit meinen Kindern zu verbringen. Ja, denn auch Zeit, die ich am Handy herumtippe, während meine Kinder spielen, ist Zeit mit meinen Kindern. Es ist Zeit, die ich bei ihnen bin – und sie wissen, dass ich für sie da bin, das Handy weglege, wenn sie mich brauchen. Und wenn sie mich nicht direkt brauchen, weil sie im Spielflow versinken, weil sie mit anderen Kindern spielen (was eh die besseren Spielpartner für Kinder sind als Erwachsene!) und eigentlich auch jeder weiß, dass Kinder nicht ständig unsere Aufmerksamkeit und unsere Animation brauchen, dann nehme ich mein Handy und arbeite ein wenig. Diese gewonnenen Minuten für meine Arbeit sind es, die mir erlauben, meine Kinder früher aus der Schule und dem Kindergarten abzuholen. Ist es nicht perfekt?! Ich kann arbeiten und dennoch zusammen mit meinen Kindern sein! Dank dieses Werkzeugs, das sich Handy nennt!

Das Smartphone schützt Mütter vor Einsamkeit

Was ist also schlimm daran, wenn man sein Smartphone auch vor den Kindern benutzt? Solange ich es weglege, wenn meine Kinder mich brauchen, solange ich es ausschalte, wenn meine Kinder mir etwas zeigen oder erzählen wollen? Nein, das Handy ist kein Teufelszeug. Und es ist auch kein Grund, eine Mutter als Rabenmutter abzustempeln.

Dasselbe, wenn ich stille. Natürlich bin ich immer noch verzückt von meinem Baby. Und ich könnte ihr tatsächlich stundenlang zuschauen. Diese feine Haut, diese kleine Stupsnase. Aber genauso freue ich mich über die so gewonnene Zeit für mich – wenn mein Baby trinkt. Ich nutze sie zum Arbeiten am Handy, aber auch für die Kommunikation. Ich kann so in Kontakt bleiben mit Freunden, mich für den Nachmittag verabreden. Ich kann während des Stillens online Zeitschriften lesen. Oder mich auch einfach nur in den sozialen Medien unterhalten lassen. Und was ist daran schlecht? Mein Baby ist ja nicht allein. Es trinkt, ist zufrieden und ganz nah bei mir. Bin ich eine schlechtere Mutter, nur weil ich diese ruhigen Minuten dazu nutze mich ein wenig zu unterhalten?! Oder zu arbeiten? Oder einfach nur zu entspannen, indem ich bei Pinterest herumstöbere?

Nein, natürlich nicht. Ich bin mir sogar sicher, dass das Smartphone viele Mütter vor der Einsamkeit bewahrt, die nicht wenige Erstmütter befällt. Dieses Gefühl, von der Außenwelt abgeschnitten zu sein, diese Langeweile, die sich einstellt, wenn man den ganzen Tag nur für das Baby da ist. Ich glaube, es kennt jede von uns, zumindest zeitweise, oder? Doch dank des Smartphones hat man Kontakt nach draußen, kann sich austauschen mit anderen Müttern – und wenn man weiß, dass es anderen so geht wie einem selbst, dann lässt sich alles gleich viel leichter ertragen. Ich bin mir sicher – das Smartphone hat schon viele Mütter vor der Einsamkeit gerettet.

Und wenn man zwischendrin diese Pausen für sich hat – dann ist man danach umso gestärkter, um sich wieder voll dem Baby zu widmen.

Was ist also so schlimm am Smartphone?! Wieso werden Mütter, die es vor den Kindern nutzen so verdammt? Natürlich will ich nicht dazu aufrufen, nur noch auf dem Handy herumzudaddeln. Klar ist – wenn die Kinder mich brauchen, dann haben sie Vorrang und nicht das Handy. Beim Essen hat es nichts zu suchen. Und wenn ich Monopoly spiele, dann schaue ich nicht nebenher aufs Telefon. Aber wenn die Kinder mich nicht brauchen und nur meine physische Anwesenheit reicht – dann spricht absolut nichts dagegen, ohne schlechtes Gewissen auf dem Smartphone herumzutippen.

Also verdammt nicht jede Mutter, die ihr Handy zückt. Schaut Euch doch die Situation einmal genauer an, bevor das Lästern beginnt. Und auch die Mutter, die einen Kinderwagen mit quengelnden Kind schiebt, ein zweites Kind an der Hand hat und dabei einen Blick aufs Handy wirft, sollte nicht gleich als Rabenmutter abgestempelt werden. Denn vielleicht schaut sie einfach nur kurz auf die Uhr, um es noch pünktlich zum Kinderturnen zu schaffen?

Wir sollten einfach nicht vergessen, dass wir selten alle Hintergründe kennen. Dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick aussieht. Und deshalb einfach häufiger mal das Lästern sein lassen. Uns auf die Zunge beißen und einander unser eigenes Ding machen lassen.

Willkommen bei der ganznormalenMama! Wollt Ihr familienfreundliche Reisetipps? Oder kinderleichte Rezepte? Oder Lustiges, Nachdenkliches aus dem Mamaalltag? Dann stöbert im Archiv und folgt mir auf Facebook, bei Instagram oder Pinterest – ich freue mich auf Euch!

Und wusste Ihr, dass mein neues Buch „Willkommen Geschwisterchen: Entspannte Eltern und glückliche Kinder„ auf dem Markt ist!? Ein undogmatischer Erziehungsratgeber zum Thema „Zweites Kind“ – humorvoll und praxisorientiert

Die Welt zu Gast beim Bonding

Meine Mutter erzählte mir über die Geburt ihres ersten Kindes in den 1970er Jahren, dass sie am liebsten mit ihrem Baby direkt vom Kreißsaal auf die Straße gelaufen wäre, um voller Freude und Stolz allen ihr Kind zu zeigen. Heute wäre sie diesem Impuls wohl nachgekommen, indem sie direkt vom Geburtsort die ersten Bilder des Neugeborenen gepostet hätte. Denn längst werden auch Schwangerschaft und sogar die Geburt online zelebriert. So ließ der Musiker Robbie Williams seine Fans via Twitter live aus dem Kreißsaal an der Geburt seines zweiten Kindes in Text und Bild teilnehmen (FAZ 2014).

Druck durch Öffentlichkeit

Viele Prominente kündigen öffentlich an, wenn die Geburt losgeht. Doch auch bei „normalen“ Menschen ist dieser Trend sichtbar. Wie sehr sich die öffentliche Anteilnahme durch Facebook-Likes, Kommentare oder stetige WhatsApp-Nachrichten tatsächlich auf den Geburtsverlauf auswirkt, ist noch nicht absehbar. Aber wahrscheinlich wird es sich eher hemmend auswirken. So schrieb schon der französische Geburtshelfer Michel Odent: „Es verdient Beachtung, dass gerade in den Kulturen, in denen Frauen sich zum Gebären zurückziehen, die Entbindungen als einfach gelten.“ (Odent 1994) Die Frau braucht die von Odent gepriesene Ungestörtheit unter der Geburt, um sich wirklich einlassen und schließlich loslassen zu können. Auch wenn im Geburtsraum selbst vielleicht nur der Partner und die Hebamme anwesend sind, werden durch öffentliche Ankündigungen weitere Personen virtuell mit hineingenommen.

Oft stehen Frauen schon durch immer wieder fragende Familienmitglieder und Freunde unter dem Erfolgsdruck, möglichst bald die gute Nachricht von der idealerweise komplikationslosen Geburt des Kindes zu verkünden. Wie ist es da erst, wenn Tausende oder gar Millionen von Fans und Followern scheinbar mit teilnehmen am Geburtsgeschehen? Stört es den Geburtsverlauf, wenn der werdende Vater „Zwischenstände“ online teilt, statt sich auf das Hier und Jetzt dieses sensiblen Prozesses konzentrieren zu können? Und was macht es mit dem ebenfalls sehr empfindlichen Bindungsprozess zwischen Mutter und Kind, wenn in den ersten Stunden nicht nur das Kind selbst gestillt werden muss, sondern auch noch die Neugier der Online-Community? Bisher sind mögliche negative Auswirkungen nur beschrieben, aber nicht wissenschaftlich belegt.

Hebamme als Vorbild

Längst wissen wir, wie störanfällig Geburts- und Bindungsprozesse sind. Die Anwesenheit vieler Menschen, ständiges Öffnen der Tür und Ablenkungen, die den Neocortex ansprechen, behindern die Mütter dabei, sich in die natürlichen Abläufe hineinfallen zu lassen. Smartphones bieten noch mehr Möglichkeiten, Mutter und Kind immer wieder aus ihrem individuellen Rhythmus zu bringen.

Die Privacy müsste dabei auch vom Kreißsaal-Personal vorgelebt werden. Das heißt, dass nicht mal „eben schnell“ noch eine notwendige Unterschrift von der Mutter eingeholt oder nebenher ein Schrank mit Sterilgut aufgefüllt wird. Und dass Hebamme oder Arzt möglichst nicht im Geburtsraum telefonieren. Doch das scheitert häufig am unzureichenden Personalschlüssel. Wenn eine Hebamme zwischen drei Geburten gleichzeitig hin und her pendelt, lassen sich häufige Störungen der Gebärenden kaum vermeiden.

Wenn den Eltern aber die gewünschte Ruhe und Achtsamkeit vorgelebt werden würde, wäre es wohl einfacher, sie zu überzeugen, im Geburtsraum auf das Smartphone zu verzichten. Denn generelle Verbote lassen sich nur schwer durchsetzen und erreichen meist auch nicht das, was eigentlich gewünscht ist. Nämlich dass Geburt, Bonding und Stillen mit der dafür erforderlichen Aufmerksamkeit stattfinden. Es ist sicherlich sinnvoll, dieses Thema bereits im Geburtsvorbereitungskurs und am Informationsabend in der Klinik anzusprechen. Gleichzeitig vermittelt aber der Fernseher im Zimmer auf der Wochenbettstation schon wieder eine andere Botschaft.

Die Bondingphase unmittelbar nach der Geburt stellt noch mal eine ganz besondere Situation dar, für die man nur das Verständnis der Eltern gewinnen kann, es hier zu möglichst wenigen Störungen kommen zu lassen.

Stillen mit Smartphone

Der Umgang mit dem Smartphone stellt auch im Wochenbett und in der anschließenden Elternzeit eine Herausforderung dar. Mit der rasanten technischen Entwicklung haben die heutigen Eltern kaum Vorbilder in diesem Bereich. Es gibt dazu nur wenige Untersuchungen und Meinungen von ExpertInnen. Die Eltern müssen ihre eigenen Wege erschließen, verantwortungsvoll mit dem Medienkonsum umzugehen.

Der Smartphone-Gebrauch ist aktuell gerade beim Stillen für viele Mütter eine Selbstverständlichkeit, die von Fachleuten nicht unkritisch gesehen wird. Mütter mit Stillproblemen sollten sich immer auf ein gutes Anlegen konzentrieren, wobei einige auch angeben, dass ihnen die Ablenkung durch das Smartphone helfe, wenn das Stillen Schmerzen verursache, weil der Heilungsprozess einer verletzten Mamille vielleicht noch nicht abgeschlossen ist. So sehr dieser Gedanke nachvollziehbar ist, führt gerade bei bereits vorhandenen Verletzungen das „unkonzentrierte Stillen“ zu Anlegefehlern, die die Ursache der Schmerzen begünstigen.

Und was ist mit den Frauen, denen das Stillen unkompliziert und schmerzfrei gelingt, die aber im Leben mit einem Neugeborenen viele Stunden am Smartphone verbringen? Anfangs können sich die meisten Mütter gar nicht sattsehen an ihrem wundervollen Kind. Aber nach ein paar Tagen oder Wochen geben manche auch „Langeweile beim Stillen“ an, gerade dann, wenn das Kind scheinbar völlig zufrieden mit geschlossenen Augen lange an der Brust trinkt und vermeintlich wenig Interaktion stattfindet. Viele Mütter haben in diesen Stillzeiten ganze Romane gelesen. Ist der Gebrauch des Smartphones, womit nicht das Lesen eines E-Books gemeint ist, nicht mit dem Lesen gleichzusetzen?

Nein, denn ein Monitor mit bewegten Bildern zieht einen Menschen in der Regel tiefer in seinen Bann. Doch gerade in der ersten Babyzeit brauchen Mütter ihre ganze Aufmerksamkeit, um die Feinzeichen ihrer Kinder lesen zu lernen. Babys signalisieren Müdigkeit oder Hunger nicht allein durch lautes Weinen. Dem gehen viele kleine Signale voran, die nur von jenen wahrgenommen werden, die eine gewisse Achtsamkeit dafür aufbringen.

Das Smartphone hat einen höheren Aufforderungscharakter, etwas anderes tun zu müssen, als hier und jetzt beim eigenen Kind zu sein. Vielleicht ist es das Telefonat oder es sind die E-Mails, die beantwortet werden „müssen“. Akustische und optische Signale verstärken dies zusätzlich. Der Stressfaktor ist also wesentlich höher als beim Lesen eines Buches.

Zu den Gefahren durch die Strahlung eines Smartphones gibt es keine konkreten Empfehlungen, auch weil in diesem Bereich Langzeitstudien fehlen. Eine im Mai 2016 im Journal of Epidemiology & Community Health veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass ein erhöhtes Risiko von emotionalen Auffälligkeiten und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern womöglich mit dem prä- und postnatalen Smartphone-Gebrauch der Mütter in Zusammenhang zu bringen ist (Sudan et al. 2016). Diese Erkenntnisse decken sich mit früheren Studien zum Thema.

Suche nach Kontakt

Warum ist das Smartphone überhaupt so wichtig für junge Mütter? Viele sind in Elternzeit und benötigen es also nicht, um berufliche Belange abzuarbeiten. Die meisten Mütter kommen ihrem Informationsbedürfnis nach. Der wichtigste Punkt für viele ist die Suche nach Kontakt mit Personen in einer ähnlichen Lebenslage. Die wenigsten Menschen sind für das heutige, meist in Kleinfamilien stattfindende Leben geschaffen. Mit einem Baby verkleinert sich zudem häufig zunächst der Radius, in dem man sich bewegt. Auch Zeiten, in denen man früher Freunde getroffen hat, sind auf einmal von neuen Aufgaben belegt. Oder man ist am Abend einfach zu müde, um sich noch mit jemandem zu treffen. Gleichzeitig ändert sich das Leben in dieser Phase so intensiv wie nie zuvor.

Eltern möchten ihre Sorgen und Ängste, aber auch ihr Glück mit anderen teilen. Sie möchten ihre mögliche Verunsicherung abbauen, indem sie von anderen hören, dass es ihnen genauso oder ähnlich geht. Dafür bietet das Internet scheinbar alle Möglichkeiten. Man findet auf jede Frage eine Antwort und für jedes Thema eine spezifische Gruppe mit Gleichgesinnten. Der Online-Elternclan ersetzt die fehlende Großfamilie (Mierau 2014).

Rückversicherung

Früher wie heute brauchen Menschen immer echte Verbindungen, die der Online-Elternclan nicht ersetzt – aber diese können daraus entstehen. Ein generelles Ablehnen oder Verteufeln des Mediengebrauches junger Mütter führt daher sicherlich nicht zum Ziel. Zuhören, um zu verstehen, was das wirkliche Bedürfnis dahinter ist, sollte ein erster Schritt zur Lösungsfindung sein, wenn ein zu hoher Mediengebrauch zum Problem wird. Denn früher wie heute gilt, dass auch die Mutter sich gesehen und geborgen fühlen muss, um dies an ihr Kind weitergeben zu können.

Stillhilfen

Apps unterstützen Erstlingsmütter

ForscherInnen haben herausgefunden, dass soziale Medien und die gegenseitige Unterstützung jungen Müttern helfen, sich für das Stillen zu entscheiden und dann auch dabei zu bleiben.

Eine Pilotstudie zeigte, dass eine Smartphone-App, die helfende Texte an die Mütter versendet und ein Forum für den Austausch bietet, die Rate stillender Mütter signifikant steigen ließ. Die teilnehmenden Frauen begannen sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, mit der App zu interagieren, und nutzten sie ebenso lange nach der Geburt ihres Kindes. Sie erhielten fünf bis sieben Erinnerungsnachrichten pro Woche.

Ein Viertel dieser Nachrichten erfragte Informationen von den Teilnehmerinnen, so dass diese aufgefordert waren zu antworten. Dabei ging es um Fragen nach der Häufigkeit des Stuhlgangs beim Baby, um ausschließliches Stillen in den ersten fünf Lebensmonaten und das Wissen über das bessere Outcome von gestillten Kindern hinsichtlich des gesunden Körpergewichts später im Leben.

Die App war auch zu einer geschlossenen Facebook-Seite verlinkt, wo Videos, informative Links und Kommentare gepostet werden konnten. Wissensfragen wurden von der Kinderärztin Maya Bunik beantwortet. Sie ist die Studienleiterin und Autorin des Buches „Breastfeeding Telephone Triage and Advice“ der American Academy of Pediatrics (AAP).

95 Prozent der Nutzerinnen der App stillten nach drei Monaten ihre Kinder noch, im Vergleich zu 83 Prozent in der Kontrollgruppe. Die gleiche Anzahl Frauen fütterte in mehr als 80 Prozent der Zeit Brustmilch im Vergleich zu 78 Prozent der Frauen in der anderen Gruppe, die die App nicht nutzte.

Die Teilnehmerinnen, welche die App nutzten, gaben eine größere Zufriedenheit mit ihrem Stillerleben an. Sie waren sicherer, dass ihre Kinder genügend Milch tranken, und kamen besser mit den Herausforderungen des Stillens zurecht. Maya Bunik und ihre KollegInnen planen nun eine ausführlichere Studie.

Handy auf dem Nachttisch: Wie gefährlich sind Handystrahlen wirklich?

Dass unsere Handys Strahlen aussenden, ist schon lange bekannt. Und auch, dass diese Strahlen einen Einfluss auf unser Gehirn haben, darf heutzutage kaum noch überraschen. War dir allerdings auch klar, dass du mit einer ganz alltäglichen Geste möglicherweise deinen Gesundheit aufs Spiel setzt?

Hast du dein Handy auch nachts in Griffweite?

Gemeint ist die Angewohnheit, unser Handy nachts neben uns auf den Nachttisch zu legen. Sei es, weil wir keine Anrufe und Nachrichten verpassen wollen, weil wir morgens als Erstes checken wollen, was passiert ist, oder weil unser Handy auch unser Wecker gibt: Gründe, das Smartphone nachts in Griffweite zu haben, gibt es viele.

Doch es gibt auch einen drastischen Grund dagegen: Handystrahlen, die im Verdacht stehen, möglicherweise Krebs zu erregen, werden auch ausgestrahlt, wenn das Handy nicht in Benutzung ist, sondern „nur“ im Standby neben uns liegt – und meist auch noch genau auf Kopfhöhe!

Übrigens hilft es kaum, wenn du den „Flugmodus“ aktivierst, um einen Datenaufbau zu unterdrücken: Die Handystrahlung wird dadurch nur gesenkt, aber nicht komplett unterdrückt. Wirklich sicher bist du nur, wenn du das Gerät komplett ausschaltest, oder einfach woanders aufbewahrst.

Wie gefährlich sind diese Handystrahlen denn nun wirklich?

Der Einfluss von Handystrahlen auf unser Gehirn wurde schon vor vielen Jahren, unter anderem am Weizmann Institute of Science erforscht (wer es genau wissen will, kann die Ergebnisse hier nachlesen). Ergebnis: Schon 15 Minuten telefonieren verändert unsere Gehirnzellen nachhaltig:

The radiation from cell phones is one of the more common subjects when it comes to the damage they can cause. pic.twitter.com/jTul2RddWG

— Maria Schell-Cannon (@schell50) October 10, 2016

Die Veränderungen der Nerven ähneln denen, die bei der Bildung von Krebs stattfinden. Aus diesem Grund warnen die Forscher vor der Gefahr, dass Handystrahlen Krebs auslösen könnten. Endgültig erforscht und bestätigt ist dieser Zusammenhang allerdings bislang nicht.

Dennoch kann es sicher nicht schaden, das Handy nachts aus dem Schlafzimmer zu verbannen – auch nicht für eine bessere Nachtruhe!

Lies auch

So lädst du deinen Smartphone-Akku richtig

Schalte dein Smartphone aus, wenn du nicht schlafen kannst

Viele Menschen nehmen ihr Smartphone mit in das Schlafzimmer, lassen es eingeschaltet, um erreichbar zu sein oder nutzen es als Wecker. Doch Du solltest Dein Smartphone nachts ausschalten oder auf den Flugmodus zurückgreifen, denn Handys bergen im Schlafzimmer gesundheitliche Risiken. Welche dies sind, erfährst Du im folgenden Ratgeber.

Wieso solltest Du Dein Smartphones im Schlafzimmer ausschalten?

Wenn Du Dein Smartphone über Nacht nicht ausschaltest, herrscht für Deinen Körper eine ständige Wachsamkeit und Anspannung. Dies wird auch als Hypervigilanz bezeichnet. Dein Gehirn erwartet unbewusst einen Anruf, eine SMS, Whatsapp oder sonstige Nachricht, da die Möglichkeit besteht, dass Dich irgendwer versucht zu erreichen. Dein Gehirn möchte dem Smartphone Aufmerksamkeit schenken, wodurch Dein Schlaf leichter und störungsanfälliger ist. Dadurch wird Dein Entspannungs- und Erholungseffekt, der während der Nachtruhe erreicht werden soll, beeinträchtigt.

Dein Handy auf lautlos zu stellen, ist vielleicht etwas besser, als dass Du durch irgendwelche Anrufe oder Nachrichten aus dem Schlaf gerissen wirst. Letztendlich jedoch verführt es Dich dazu, nachts nach Deinem Smartphone zu schauen, ob jemand versucht hat, Dich zu erreichen oder Dir geschrieben hat. Daher solltest Du das Gerät während des Schlafens ausschalten. Gönn dir selbst die Ruhe, die Dir durch die ständige Erreichbarkeit abhanden gekommen ist.

Auch die Beleuchtung des Smartphones stört Deine Nachtruhe

Wenn Du nachts aufwachst, verspürst Du vielleicht den Wunsch, auf Dein Smartphone zu schauen. Doch dies solltest Du nicht tun, denn es wird Deinen Schlaf stören, da auch das blaue Licht, welches Mobiltelefone, Smartphones und Tablets ausstrahlen, als gesundheitliches Risiko gilt. Das blaue Licht hat die gleiche Wellenlänge, über die ebenso das Tageslicht verfügt, das bekanntermaßen eine wachmachende Wirkung hat. Es hat einen stimulierenden Effekt und beeinträchtigt Deinen natürlichen Schlafrhythmus, denn es lässt Deinen Körper glauben, dass es Tag sei. Diese Information wird an Dein Gehirn weiter gegeben. Das blaue Licht blockiert die Melatonin-Ausschüttung. Hierbei handelt es sich um das Einschlafhormon, sodass Du nicht einschlafen kannst.

Neue Smartphones blenden im ausgeschalteten Zustand die Uhrzeit ein. Selbst dieses schwache Licht reicht aus um deinen Schlaf zu stören. Übrigens bieten neue Handys oft die Möglichkeit einen Blaufilter einzuschalten. Gerade die neuen Samsung Smartphones bieten diese sinnvolle Funktion. Wenn Du also partout nicht auf deinen mobilen Begleiter verzichten möchtest, prüfe wenigstens ob du auch den Blaufilter nutzen kannst.

Lade Dein Smartphone nicht im Schlafzimmer

Viele von uns haben sich den gesamten Tag mit dem Smartphone beschäftigt und abends wird es neben dem Bett an das Ladekabel angeschlossen. Doch es gibt Diskussionen darüber, ob das Laden des Handys schädlich ist. Lade Dein Smartphone am besten nicht im Schlafzimmer, denn Elektrosmog wird als kritisches Argument genannt. Einem eventuell vorhandenen Elektrosmog kannst Du entgegenwirken, indem Du Dein Smartphone in einem anderen Raum auflädst, um davon verschont zu bleiben.

Was gibt es eigentlich für Theorien bezüglich Elektrosmog?

Viele Menschen beunruhigt es, dass wir inmitten von elektromagnetischen Feldern leben. Zu Recht, denn die Handystrahlung soll, ähnlich wie Röntgenstrahlen, gesundheitsschädlich sein. Bei den Handystrahlen handelt es sich um elektromagnetische Felder bzw. Wellen, die von den Smartphones und den Antennen der Mobilfunk-Basisstationen ausgehen. Aus einer Studie von Michael Witthöft, dem Psychoplogen von der Mainzer Johannes Gutenberg Universität stammen folgende Erkenntnisse: Die Teilnehmer der Studie wurden über schwerwiegende gesundheitliche Risiken durch Funkwellen informiert.

Im Anschluss wurden sie einer WLAN-Signalquelle ausgesetzt. Mehr als 50 Prozent der Teilnehmer klagte danach über körperliche oder psychische Beschwerden wie Kopfschmerzen und Schwindel. Zudem kann laut der US-Studie National Toxicology Program ein erhöhtes Krebsrisiko nicht ausgeschlossen werden. Dies gilt übrigens auch für Tablets. Handys, Smartphones und Tablets mit den Standards UMTS oder LTE sind strahlungsärmer als GSM.

Ich selbst war elektrisch aufgeladen durch mein ladendes Smartphone

Letztes Jahr habe ich unfreiwillig für einen kleinen Schreckmoment bei meiner Freundin gesorgt. Wir lagen abends kurz vor dem Schlafengehen im Bett und ich habe noch ein wenig mit meinem Smartphone E-Mails gecheckt. Das Smartphone war an das Ladekabel angeschlossen. Plötzlich zuckte meine Freundin zusammen und meinte, meine Haut fühle sich komisch elektrisch“ an. Ich wusste nicht was Sie meinte, aber hatte direkt den Verdacht, dass es mit meinem Smartphone zu tun hatte. Als Sie das Handy in die Hand nahm, habe ich das gleiche bei Ihr gespürt. Sie war wie elektrisch geladen.

Man kennt das manchmal von Lampen: man fasst das Metall an und es fühlt sich an als würde Strom in den eigenen Körper übertragen. Am nächsten Tag haben wir dann getestet ob das von der Steckdose oder vom Ladekabel herrührte. tatsächlich war es das Ladekabel, welches offensichtlich zu viel Strom leitete. So viel Strom, dass der mit dem Handy in der Hand gleich mit geladen wurde. Dass das nicht sonderlich gesund sein kann, kannst du dir vorstellen.

Das war der Moment an dem ich überdacht habe, ob es sinnvoll ist mein Handy zu laden oder überhaupt aktiv zu lassen während ich daneben im Bett liege. Wenn ein Ladekabel eine solche Wirkung hat, welche Wirkung hat dann Strahlung neben meinem Kopf? Ich kann es nicht sagen und auch Studien sind hier nicht 100% sicher. Ich nutze zwar mein Smartphone noch abends vor dem Schlafengehen. Aber danach wird es sowohl lautlos, als auch in den Flugmodus versetzt um nicht mehr zu strahlen. Geladen wird es tagsüber.

Wie kannst Du die Strahlenbelastung (am Bett) senken?

  • Telefoniere mit einem Headset
  • Schalten das Handy und Tablets Nachts aus oder in den Flugmodus
  • Lade das Handy und Tablets nicht am Bett
  • Nutze das Handy und Tablets nicht, wenn du es lädst
  • Surfe nur bei gutem Empfang oder über WLAN im Internet
  • Rufe während des Telefonierens keine E-Mails ab
  • Schalte Deine Hintergrunddaten ab
  • Wähle auf einen ausreichenden Abstand, wenn Du das Smartphone verwendest oder am Körper trägst
  • Achte beim Kauf Deines Smartphones auf einen niedrigen SAR-Wert (Absorptionsrate). (SAR-Wert von bis zu 0,6 Watt pro Kilogramm strahlungsarm). Der SAR-Wert beschreibt, wie viel Energie das Gewebe des Menschen aus dem elektromagnetischen Feld des Smartphones aufnimmt.

Gilt die Sorge in Bezug auf Elektrosmog auch für normale Telefone oder nur für Smartphones?

Handys stehen seit vielen Jahren im Verdacht, dass sie mit ihren Strahlen gesundheitsgefährdend sein sollen. Doch weißt Du eigentlich, dass das Gleiche auch für Schnurlostelefone gilt, da die Basisstationen ebenso strahlen? Das Bundesamt für Strahlenschutz verweist darauf, dass die schnurlosen Telefone des DECT-Standards oftmals die stärkste Quelle der hochfrequenten elektromagnetischen Strahlung im Haushalt sind. Daher solltest Du entweder kein Schnurlostelefon kaufen, denn dadurch kannst Du die Strahlenbelastung verringern. Oder du solltest zumindest darauf achten, dass dein Telefon nicht im Schlafzimmer steht. Auch nicht die Basisstation.

Fazit

Laut Umfragen nimmt nahezu jeder zweite sein Handy nachts mit an sein Bett, damit keine Anrufe oder Nachrichten verpasst werden. Doch dies birgt verschiedene Gefahren, denn Smartphones stören den Schlaf. Verzichte daher darauf. Sie halten Deinen Geist beschäftigt und hindern Dich daran, einzuschlafen, abzuschalten und zu entspannen. Dabei ist ein ausreichender Schlaf überaus wichtig, um fit und gesund zu bleiben. Falls Du Dein Smartphone als Wecker verwenden möchtest, stelle es nachts in den Flugmodus. Die Tipps hier gelten übrigens auch für andere Geräte wie Tablets, Laptops, Funkwecker, Radios, etc. Alles was funkt und geladen werden kann, stört tendenziell Deinen Schlaf. Je reduzierter Dein Schlafzimmer ist, desto besser.

Experteninterview mit Prof. Dr. Penzel von der Charité Berlin

Herr Prof. Dr. Penzel,
auf dieser Webseite lasse ich ausgesprochene Experten zum Thema Schlaf zu Wort kommen. Vielen Dank, dass auch Sie sich für ein kurzes Interview bereitgestellt haben. Vielleicht stellen Sie sich kurz unseren Lesern vor, wer Sie sind und was Sie machen?

Mein Name ist Thomas Penzel. Ich bin Schlafforscher und arbeite als wissenschaftlicher Leiter des Interdisziplinären schlafmedizinischen Labors der Charité Universitätsmedizin Berlin.

Auf dieser Webseite dreht sich alles um den Schlaf. Um die Optimierung des eigenen Schlafs und die Behebung von klassischen und auch neuartigen Ursachen für Schlafstörungen. Was würden Sie meinen, haben sich die Ursachen für Schlafprobleme in den letzten Jahren verändert oder leiden wir noch unter den selbigen wie unsere Eltern und Großeltern?

Viele Ursachen haben sich nicht verändert, Lärm Licht, Stress, emotionale Belastungen gab es auch früher. Manche Ursachen, wie nächtliches Fernsehen, Social Media, Handy, also technische Neuerungen sind hinzu gekommen.

Sie sind Herausgeber der Fachzeitschrift „Somnologie – Schlafforschung und Schlafmedizin“. In der Juniausgabe 2017 geht es um „Neue Methoden und Technologien in der Schlafmedizin“. Welche sind damit gemeint und wie vielversprechend sind die Ansätze?

Ich war bis Dezember 2016 Herausgeber der Somnologie, jetzt sind das die Kollegen Arzt aus Regensburg und Spiegelhalder aus Freiburg. In der Juniausgabe 2017 habe ich in der Tat neue Beiträge zu Methoden und Technologien zusammen getragen. Es handelt sich um neue Methoden zur Untersuchung des Schlafes, zum Teil sogar mit kontaktlosen Technologien und es handelt sich um neue Methoden zur Therapie von Schlafstörungen, zum Teil unter Einsatz von Telemedizin und neuen Erkenntnissen der Medizintechnik, Pharmakologie und Psychologie.

Im Rahmen Ihrer Laufbahn, welche Ursachen sind für die meisten Schlafstörungen verantwortlich und wie sollte diesen begegnet werden?

Wir unterscheiden bei den Ursachen zwischen äußeren und inneren Ursachen. Und wir unterscheiden zwischen kurzfristigen und langfristigen Schlafstörungen. Vorübergehende Schlafstörungen können ganz normal sein. Ein schlechter empfundener Schlaf mit dem Alter ist ebenfalls normal. Nur wenn die Störungen chronisch werden und das berufliche oder soziale Leben massiv beeinträchtigen, dann muss man ärztliche Hilfe suchen. Wir kennen 66 schlafmedizinische Diagnosen. Insomnie und Schlafapnoe sind sicher die häufigsten,

Die Digitalisierung unseres Alltags stellt uns vor besondere Herausforderungen. Das betrifft auch den Schlaf, der durch digitale Begleiter immer mehr gestört wird. Was sollten wir unseren Kindern diesbezüglich raten, wenn wir merken, dass sie Probleme mit dem Schlafen haben?

Der Schlaf muss keineswegs durch digitale Begleiter gestört werden. Vielmehr ist der angemessene Umgang entscheidend. Und genau den angemessenen Umgang sollte man den Kindern beibringen. Ich weiß, dass das einfach klingt und in der Umsetzung schwer ist.

Können technische Helfer heutzutage auch den Schlaf unterstützen? Was halten Sie von schlafüberwachenden Apps, Lampen die das Einschlafen erleichtern sollen oder auch Kissen, die Atemgeräusche und -bewegungen imitieren?

Dabei handelt es sich um schöne neue technische Erfindungen und Spielereien. Wem solche Helfer beim Schlafen helfen, der möge sie nutzen. Wen sie aber stören, der sollte sie vermeiden. Fast keine Helfer sind wissenschaftlich untersucht, so dass ich dazu leider keine wissenschaftlich begründeten Aussagen machen kann.

Zum Schluß haben Sie noch Gelegenheit meinen Lesern ein paar Geheimtricks für besseren Schlaf zu verraten. Wie schaffen Sie es immer gut zu schlafen?

Geheimtricks gibt es keine. Wenn man nach einem erfüllten Tag müde und erschöpft ist, dann schläft man auch gut. Ich habe da keine Probleme. Für alle die die Probleme haben, haben wir unter www.dgsm.de einen Ratgeber mit Regeln der Schlafhygiene zur Verfügung gestellt.

Vielen Dank für das aufschlussreiche Interview!

Was ist der Flugmodus?

Neben vorgeschriebenen Orten existieren viele weitere Gelegenheiten, für die die Aktivierung des Flugzeugmodus Sinn macht. Das Handy auf dem Nachttisch Das Handy ist der tägliche Begleiter und wird stets am Körper getragen. In der Nacht befindet es sich bei vielen am Ladekabel auf dem Nachttisch. Damit die vom Handy ausgehende Strahlung während des Schlafs ausbleibt, kann der Flugzeugmodus aktiviert werden. Moderne Geräte bieten alternativ einen Ruhemodus, der täglich in einem bestimmten Zeitraum aktiviert werden kann. Anrufe, Nachrichten und Alarme können differenziert deaktiviert werden. Eine Liste von Kontakten, die dennoch durchgestellt werden, kann bestimmt werden. Auf diese Weise bleibt die Belastung durch die Funkwellen jedoch bestehen. Ruhe und längere Akkulaufzeit Ständige Erreichbarkeit ist nicht immer erwünscht. Der Flugmodus bietet eine Pause. Die Deaktivierung sämtlicher Kommunikations-Schnittstellen sorgt für eine wesentlich längere Akkulaufzeit. Das Lieblingsalbum kann angehört werden, ohne dass eine Nachricht oder ein Anruf eingeht.

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.