Wie wehen fördern

Am Ende der Schwangerschaft wünschen sich viele Frauen die Geburt sehnlich herbei. Vieles, was früher mühelos ging, ist rund um den Entbindungstermin nur noch eine Strapaze. Weder an erholsamen Schlaf ist zu denken, noch kann frau sich richtig bücken oder sich weit von einer Toilette entfernen. Wie also, fragen sich dann viele Schwangere, kann ich helfen, endlich die Wehen auszulösen?

Die Liste an Hausmittelchen und Tricks, die Bekannte und Freunde dann empfehlen, ist lang. Und laut einer Umfrage unter 200 Hochschwangeren greift etwa die Hälfte in solchen Situationen dann auch wirklich auf Hausmittel zurück, in der Hoffnung, dass es endlich losgeht. Die meisten versuchten es laut der Umfrage tatsächlich mit Laufen, Sex, scharfen Speisen oder Brustwarzenmassage. Einige gaben auch an, sie hätten sich körperlich betätigt, Abführmittel eingenommen oder Akupunktur angewandt.

Christian Albring ist Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte und weiß: „Wenn eine Frau etwas versucht und dann prompt die Wehen einsetzen, erinnern sich später natürlich alle daran.“ Doch bei einer Frau um die 40. Schwangerschaftswoche könne es naturgemäß jeden Moment losgehen; ob die Wehen also ohnehin begonnen hätten oder durch irgendeinen Trick hervorgerufen wurden, kann man hinterher eigentlich nicht feststellen.

Den Geburtsbeginn ohne Not auslösen?

Wollte man den Zufall ausschließen, müsste man, wie üblich in der Medizin, systematischer vorgehen: Eine größere Anzahl von Frauen probiert ein und dasselbe Mittel aus; eine ähnlich große Gruppe mit vergleichbaren Voraussetzungen tut dagegen nichts. Nun kann man am Ende auszählen, in welcher Gruppe die Kinder früher kamen.

Wichtig ist es dem Gynäkologen zu unterscheiden: „Es gibt das Bemühen, die Geburt selbst so gut wie möglich vorzubereiten, und eine Geburtseinleitung aus medizinischen Gründen.“ In jenen Fällen, in denen eine schnelle Geburt für die Gesundheit von Mutter oder Kind notwendig ist, müsse man aber absolut sichergehen und medizinische Maßnahmen einsetzen, betont auch Clemens Bartz, Leiter der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Klinikums Saarbrücken. Wenn es dagegen „nicht um die Wurst ginge“, sondern mehr um Wehenunterstützung oder eine sanfte Geburtseinleitung, dann könne man auch was ausprobieren. „Auch wenn vieles davon für Mediziner schwer nachzuvollziehen ist“, so formuliert Bartz, der auch Mitautor der neuen Leitlinie zur Geburtseinleitung ist, diplomatisch.

Doch ist es überhaupt sinnvoll, den Geburtsbeginn ohne Not von außen auszulösen? Frauenarzt Albring meint: Nein. Die Schwangerschaftsdauer habe ja ihren Sinn. Er erlebt, dass sich werdende Eltern oftmals zu sehr auf den einmal errechneten Termin fixierten. „Die Frauen zählen manchmal ab, nur noch fünf Tage, nur noch vier Tage…“, berichtet er aus seiner Praxis. Dann sei die Enttäuschung groß, wenn der entscheidende Tag verstreicht. Doch tatsächlich, das zeigt auch die Statistik, hält sich nur ein sehr geringer Prozentsatz der Kinder an die Terminvorgabe von Eltern oder Ärzten. Die meisten kommen irgendwann vor oder nach dem Termin.

Wehen auslösen: 11 Maßnahmen

Viele Schwangere empfinden die letzten Tage vor der Geburt als unerträglich lang. Aber keine Sorge, nur etwa vier Prozent aller Kinder kommen am errechneten Termin zur Welt. Die meisten Kinder werden in den zehn Tagen vor oder nach ihrem Entbindungstermin geboren. Eine Verspätung von bis zu zehn Tagen wird im Normalfall noch nicht als kritisch gesehen. Wenn Dein Baby auf sich warten lässt, solltest Du also einfach ganz ruhig bleiben und die Zeit noch mal richtig genießen, die Du für Dich alleine hast. Ein paar Tipps findest Du im Artikel „Übertragung: Wenn das Baby zu spät kommt“. Vielleicht musst Du Dich aber gar nicht so lange gedulden und Dein Kind kommt von alleine etwas früher als erwartet.

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Wann Du Wehen fördern darfst

Wenn Du Wehen fördern möchtest, solltest Du darauf achten, dass es Dir und dem Baby gesundheitlich gut geht. Besprich unbedingt vorab mit Deiner Hebamme oder Deinem Arzt, ob Du schon bereit bist, mit dem Wehen fördern zu beginnen und welche Methoden für Dich infrage kommen. Folgende Voraussetzungen sollten erfüllt sein:

  • Gesund und fit: Es sollte Dir und Deinem Kind auf jeden Fall gut gehen.
  • Körper und Baby bereit: Mittel zum Wehen auslösen wirken in der Regel erst, wenn Dein Körper bereit ist, also wenn Dein Kind in der richtigen Position liegt, der Muttermund weich ist und sich der Gebärmutterhals gedehnt hat. Fast immer ist es daher ratsam, bis zur 40. Schwangerschaftswoche zu warten und frühestens dann zu diesen Maßnahmen zu greifen.
  • Beratung: Lass Dich beraten, denn Deine Hebamme oder Dein Arzt kann Dir sagen, ob Dein Körper und Dein Baby schon bereit für die Geburt sind.
  • Nicht mehrere Methoden kombinieren: Du solltest natürlich auch nicht alle Methoden gleichzeitig ausprobieren. Manchmal stellt sich die gewünschte Wirkung nämlich erst nach ein paar Tagen ein. Auch wenn die Mittel nur sanft Wehen auslösen, kann es zu unvorhersehbaren Wirkungen kommen, wenn Du zu viele auf einmal anwendest oder sie zu hoch dosierst.

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Maßnahmen, die Wehen auslösen oder fördern können

Hier erfährst Du, welche Maßnahmen zum Wehen auslösen bedenkenlos ausprobiert werden können, welche Du nur unter Absprache in Betracht ziehen solltest und von welchen Maßnahmen Hebammen und Gynäkologen dringend abraten.

Mit diesen Methoden kannst Du auf natürliche Weise den Einsatz der Wehen fördern, ohne dabei Dir und Deinem Kind zu schaden:

  1. Bauchmassage
    Eine Massage mit Zimt, Nelken, Ingwer und Eisenwurz stimuliert die Muskulatur der Gebärmutter und fördert so die Wehentätigkeit. Um das Massageöl herzustellen, vermischst Du 10ml Mandelöl mit jeweils zwei Teelöffeln Zimtöl, Nelkenöl, Eisenwurzöl und Ingweröl. Dein Bauch wird nun von Dir oder Deinem Partner mit warmem Wasser befeuchtet – dann kann das Öl besser einziehen – und sanft massiert.
  2. Ein warmes Bad
    Wenn Dein Kreislauf ein warmes Bad verträgt, kannst Du auf diese Weise kurz vor der Geburt die Geburtswehen fördern oder auslösen. Wenn Du magst, kannst Du ätherische Öle und Kräuter, wie Zimtblätter, Nelken- oder Ingwerwurzelöl, als Badezusatz verwenden. Du solltest allerdings darauf achten, dass Du nicht alleine Zuhause bist, wenn Du ein Bad nimmst. Es kann sein, dass Du Kreislaufprobleme bekommst oder dass die Wehen sehr schnell und sehr stark einsetzen.
  3. Geschlechtsverkehr
    Wenn Du in den Tagen um den Geburtstermin herum regelmäßig mit Deinem Partner schläfst, verringert sich die Wahrscheinlichkeit, dass Dein Kind zu lange auf sich warten lässt. Der Sex soll auf mehrere Arten Wehen auslösen. Die Produktion des Wehenhormons Oxytocin wird durch sexuelle Erregung ausgelöst. Zusätzlich enthält Sperma Prostaglandine; das sind Gewebehormone, die auch bei einer medikamentösen Geburtseinleitung verwendet werden. Sie machen den Muttermund weich und unterstützen den Gebärmutterhals dabei, sich zu verlängern. Außerdem zieht sich die Gebärmutter bei einem Orgasmus der Frau zusammen. Das kann Wehentätigkeit verursachen.
  4. Leichte körperliche Tätigkeit
    Anstrengende Tätigkeiten kurz vor der Geburt solltest Du vermeiden. Spar Deine Kräfte lieber für die bevorstehende Geburt auf. Aber spazieren gehen und andere leichte körperliche Tätigkeiten können Dir gut tun und Wehen auslösen. Dein Kind rutscht durch die Bewegung leichter in die richtige Startposition für die Geburt. Und wenn es sich dort befindet, drückt das Köpfchen Deines Kindes, zum Beispiel beim Spazieren gehen, immer wieder auf den Gebärmutterhals. Dadurch wird Oxytocin in Deinem Körper freigesetzt, das Wehen auslöst. Du kannst Dich auch auf einen Gymnastikball setzen und kreisende Bewegungen mit Deinem Becken machen oder an einem Bauchtanzkurs teilnehmen, um Wehen zu fördern. Das hat den gleichen Effekt.
  5. Himbeerblättertee & Co.
    Du kannst Dir auch einen Tee aus wehenfördernden Zutaten kochen. Du bekommst sie zum Beispiel in der Apotheke oder im Reformhaus. Nimm eine Stange Zimt, zehn Gewürznelken, eine kleine frische Ingwerwurzel und einen Esslöffel getrocknetes Eisenkraut, auch Verbenenkraut genannt. Übergieße die Gewürzmischung mit einem Liter kochendem Wasser und lass den Tee zehn Minuten ziehen. Am besten trinkst Du diesen Tee lauwarm und immer nur schluckweise über den ganzen Tag verteilt. Weitere Kräuter, die Wehen auslösen können, sind beispielsweise Himbeerblätter, Salbei, Anis, Eisenkraut, Fenchel und Liebstöckel. Diese lassen sich auch hervorragend als Tee zubereiten.
  6. Scharfes Essen und Gewürze
    Ebenfalls kann es wehenfördernd wirken, wenn Du bestimmtes Essen zu Dir nimmst. Scharfes Essen (mit Chili oder Cayenne-Pfeffer gewürzt) empfiehlt sich dabei besonders. Denn dieses regt den Darm an, welcher in der Nähe der Gebärmutter liegt und somit Wehen begünstigen kann. Gewürze, die Wehen auslösen können, sind Zimt, Ingwer, Nelken, Majoran und Koriander. Frische Ananas steht ebenfalls in Verdacht, Wehen auf natürliche Weise zu begünstigen. Durch ein Enzym, das in ihr enthalten ist, soll sie den Muttermund weicher machen.Diese Methoden zum Wehen fördern sollten nur in Begleitung eines erfahrenen Geburtshelfers angewendet werden.
  7. Brustwarzenstimulation
    Diese Methode zum Wehen auslösen, bei der Deine Brustwarzen von Dir oder Deinem Partner für längere Zeit massiert werden, sollte nur eingesetzt werden, wenn Dein Muttermund schon reif für die Geburt ist und auch dann nur unter Anleitung und in Obhut eines Geburtshelfers. Durch die Stimulation wird das Wehenhormon Oxytocin freigesetzt. Die Brustwarzenstimulation ist sehr effektiv zum Wehen auslösen, denn wenn die Gebärmutter bereit ist, setzen die Wehen normalerweise innerhalb einer Stunde ein. Bei einer starken Stimulation kann es allerdings leicht zu einer Überreaktion des Körpers kommen, die sich durch länger anhaltende, sehr starke Wehen bemerkbar macht. Das kann leicht Stress für Dich und Dein Kind zur Folge haben.
  8. Nelkenöl-Tampon
    Ein Nelkenöl-Tampon soll den Muttermund weich machen. Dazu verdünnst Du das Nelkenöl mit Wasser oder Mandelöl (nicht pur nutzen) und tränkst einen Tampon anschließend darin, der in die Scheide eingeführt wird. Du solltest diese Maßnahme allerdings nur nach Absprache und unter Anleitung einer Hebamme anwenden. Sollte es anfangen zu brennen, entferne den Tampon sofort.
  9. Wehen auslösen mit alternativen Methoden
    Geburtsvorbereitende Akupunktur oder Homöopathie können alternative Therapien zur Geburtseinleitung sein und vielleicht empfindest Du sie als angenehm. In der Homöopathie finden sich besondere Streukügelchen, sogenannte Globulis, die Wehen auslösen können. Caulophyllum D30 und D6 sollen die Gebärmutter stärken und wehenfördernd auf diese einwirken. Außerdem kann Dir eine Reflexzonenmassage helfen. Vor allem die Reflexzonen an Füßen und Händen können die Wehen fördern. Dabei wird an bestimmten Stellen leichter Druck ausgeübt, beispielsweise an der Hautfalte zwischen Daumen und Zeigefinger. Diese wehenfördernden Maßnahmen werden von erfahrenen Fachleuten durchgeführt.Diese Maßnahmen fördern zwar Wehen, schaden Dir und Deinem Kind aber mehr, als dass sie nutzen. Ärzte raten davon ab:
  10. Das berühmte Treppensteigen
    Treppensteigen strengt den Köper an und kann deshalb Wehen auslösen. Das liegt daran, dass es durch die körperliche Belastung zu einer stärkeren Blutumverteilung in der Plazenta kommt. Ärzte raten aber von dieser Methode ab, da das Treppensteigen Dir wichtige Kräfte raubt, die Du für die Geburt noch brauchst.
  11. Wehencocktails
    Auch wenn Du gehört hast, dass viele Schwangere den Rizinuscocktail ausprobieren, solltest Du besser nicht zu diesem Mittel greifen. Ärzte raten dringend davon ab.

Warum kann ein Wehencocktail gefährlich sein?

Ein Wehencocktail besteht normalerweise aus einem Abführmittel vermischt mit Alkohol und Fruchtsaft. Der wohl bekannteste Wehencocktail ist eine Mischung aus Rizinusöl, Aprikosensaft, gemischt mit Schnaps oder Sekt. Der Alkohol ist notwendig, damit sich das Rizinusöl im Saft lösen kann und überdeckt den unangenehmen Geschmack des Rizinusöls. Der Aprikosensaft verhindert einen zu starken Verlust an Kalium. Manchmal werden dem Gemisch auch noch ätherische Öle, wie zum Beispiel Eisenkrautöl, beigegeben, die die Wehentätigkeit zusätzlich fördern.

Wehencocktails oder andere Abführmittel führen zu erhöhter Darmtätigkeit und Durchfall. Dies kann Wehen hervorrufen, aber auch Flüssigkeitsmangel und eine Schädigung des Darms zur Folge haben. Weitere Nebenwirkungen können Übelkeit, Durchfall und Darmkrämpfe sein. Ist der Muttermund noch nicht reif für die Geburt, kann außerdem die Sauerstoffversorgung Deines Kindes beeinträchtigt werden. Denn vorzeitige Wehen setzen Dein Kind großem Stress aus. Zusätzlich wird es für Dein Baby gefährlich, wenn Du dem Abführmittel Alkohol beimischst, um den Geschmack zu mildern. Du solltest einen Wehencocktail daher niemals eigenmächtig einnehmen. Am besten ist es, wenn Du ganz darauf verzichtest und einfach noch ein wenig Geduld hast.

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Wehen einleiten: Wann ist das nötig?

Bei manchen Geburten setzen die Wehen nicht von selbst ein und müssen eingeleitet werden. Dein Arzt wird eine medikamentöse Geburtseinleitung mit Dir besprechen, wenn sich zum Beispiel andeutet, dass es Deinem Baby schlecht geht oder Du den errechneten Geburtstermin mehr als 10 bis 14 Tage überschreitest. Wann das nötig ist hängt aber nicht nur vom Zustand Deines Kindes ab, sondern auch davon, in welcher Schwangerschaftswoche Du Dich befindest. Auch Deine eigene seelische und körperliche Verfassung spielt bei der Entscheidung eine Rolle.

Geburten, bei denen eine Einleitung notwendig ist, können länger sein als spontane Geburten und werden von Frauen oft als schmerzhafter empfunden. Eine Geburt sollte deshalb nur dann künstlich eingeleitet werden, wenn es keine andere Möglichkeit mehr gibt oder akute Gefahr für Mutter oder Kind besteht. Das sind häufige Gründe zum Wehen einleiten:

  • Wehen einleiten bei einer Gefährdung des Kindes: Wenn der Geburtstermin schon recht nah ist und bei einer der letzten Vorsorgeuntersuchungen eine Gefährdung des Kindes festgestellt wird, empfiehlt Dein Arzt Dir möglicherweise, die Wehen einzuleiten. Solche Gefährdungen sind: Unterversorgung des Babys bei einer Plazentainsuffizienz, eine schlechte Qualität des Fruchtwassers, auffällige Herztöne oder eine Erkrankung des Babys, die behandelt werden muss.
  • Wehen einleiten bei einer Gefährdung der Mutter: Auch wenn es Dir gesundheitlich schlecht geht, zum Beispiel wegen einer Schwangerschaftsdiabetes oder Bluthochdruck in der Schwangerschaft, kann der Arzt Wehen einleiten.
  • Wehen einleiten bei einem sehr großen Baby: Wenn der Arzt vor der 38. Schwangerschaftswoche feststellt, dass Dein Baby zu groß ist, kann ein Einleiten der Wehen nötig werden. Weil es vermutlich bis zur Geburt noch weiter wachsen und erheblich schwerer werden würde, besteht die Gefahr, dass es zu Komplikationen bei der Geburt kommt.
  • Wehen einleiten bei einem vorzeitigem Blasensprung: Durch den Blasensprung steigt das Infektionsrisiko für Dein Kind und es sollte, wenn die Fruchtblase geplatzt ist, innerhalb der nächsten 48 Stunden geboren werden. Manchmal bleiben die Wehen bei einem vorzeitigen Blasensprung jedoch aus und müssen künstlich eingeleitet werden.
  • Wehen einleiten bei einer Zwillingsgeburt: Die meisten Zwillinge werden mit einem Kaiserschnitt geboren. Aber auch eine natürliche Geburt ist möglich. Jedoch ist dann das Risiko größer, dass eines der Kinder unterversorgt wird. Auch dann ist das Einleiten der Wehen ratsam, um die Kinder so schnell wie möglich zur Welt zu bringen.
  • Wehen einleiten bei körperlicher und psychischer Belastung der Mutter: Auch wenn Du am Ende der Schwangerschaft, also nach der 37. Schwangerschaftswoche, an starken psychischen Belastungen leidest, kann der Arzt Dir das Wehen einleiten empfehlen.
  • Wehen einleiten bei einem toten Baby: Dieser Fall ist für Mütter besonders schlimm. Denn wenn das Kind im Mutterleib verstirbt oder schwer behindert ist und keine Überlebenschancen hat, wird die Schwangerschaft abgebrochen. Das Einleiten der Wehen ist in diesem Fall notwendig, weil der Körper die Geburt nicht von selbst auslöst.

Methoden zum Wehen einleiten

Ein Arzt oder eine Hebamme kann verschiedene Methoden zum Wehen einleiten anwenden. Dabei ist es von großer Bedeutung, wie geburtsbereit Dein Körper schon ist, also, ob der Muttermund bereits offen oder zumindest weich ist und ob Deine Fruchtblase bereits eingerissen ist. Folgendes kann zum Wehen einleiten unternommen werden:

  • Wehen einleiten mit dem Wehentropf: Eine Oxytocininfusion über den Wehentropf ist eine sehr zuverlässige Methode zum Wehen einleiten. Oxytocin ist das Hormon, das in Deinem Körper die Wehentätigkeit auslöst. Es wird Deinem Körper über eine Nadel in einer Vene Deines Handrückens zugeführt. Der Wehentropf wird eingesetzt, wenn der Muttermund bereits weich oder leicht geöffnet ist. Der Vorteil an der Oxytocininfusion ist, dass sich das Medikament sehr genau dosieren lässt. Wenn richtige Wehen einsetzen oder Du eine Pause brauchst, kann der Wehentropf einfach entfernt werden. Auch die Häufigkeit und die Stärke der Wehen lassen sich hervorragend regulieren.
  • Wehen einleiten mit Prostaglandinen: Wenn der Muttermund noch nicht reif für eine Geburt ist, werden Prostaglandine zum „Nachreifen“, auch Priming genannt, eingesetzt. Prostaglandine sind Gewebehormone, die die Muskulatur der Gebärmutter lockern und das Gewebe weich machen. Sie werden in Form von Vaginal-Zäpfchen, als Gel oder Tablette verabreicht. Die Wirkung tritt die normalerweise innerhalb weniger Stunden ein; wenn aber trotz der Medikamente keine Wehen einsetzen, bekommst Du sechs Stunden später wieder Prostaglandine. Manchmal wird zusätzlich auch ein Wehentropf eingesetzt, wenn die Medikamente den Muttermund bereits weich gemacht haben, die Wehen aber trotzdem ausbleiben. Der Nachteil am Einsatz von Prostagladinen ist, dass sich die genaue Dosis schlecht regulieren lässt.
  • Wehen einleiten mit Eipol-Lösung: Diese Möglichkeit kommt erst ab der 40. Schwangerschaftswoche infrage und dann auch nur, wenn Dein Muttermund bereits leicht geöffnet ist. Die Hebamme massiert bei dieser Methode mit einer drehenden Bewegung den inneren Muttermund, wodurch ganz vorsichtig die Eihäute gelöst werden. In der Regel verursacht das Wehen, kann allerdings recht schmerzhaft für Dich sein und Blutungen verursachen, weil Gefäße verletzt werden können. Darum sollte die Hebamme sehr erfahren und vorsichtig sein. Du solltest Dir gut überlegen, ob Du auf diese Weise Wehen einleiten lassen möchtest.
  • Wehen einleiten durch Öffnen der Fruchtblase: Auch diese Methode kann nur durchgeführt werden, wenn Dein Muttermund schon offen ist. Wenn die Fruchtblase von der Hebamme geöffnet wird und das Fruchtwasser austritt, ändert sich das Volumen in der Gebärmutter. Dadurch können Muskelkontraktionen entstehen, die im Idealfall Wehen einleiten. Besonders verlässlich ist diese Methode allerdings nicht und wird daher heute kaum noch angewendet. Wenn die Fruchtblase nämlich einmal offen ist, muss innerhalb von 48 Stunden die Geburt stattfinden, sonst wird das Risiko einer Infektion zu groß.

Die Wehen beschleunigen

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Das Wunder der Geburt

Sehen Sie, wie ein Kind zur Welt kommt

Wie lange dauert eine normale Geburt?

Beim ersten Kind dauert die Geburt im Durchschnitt 13 Stunden, oft aber mehr als 20 Stunden – bei einigen Frauen geht es auch wesentlich schneller. Bei nachfolgenden Kindern geht es meistens schneller mit der Entbindung, im Durchschnitt rund acht Stunden – auch hier gibt es natürlich Abweichungen nach unten und nach oben.

Ab wann beginnt man bei der Geburtsdauer zu zählen?

Die Geburt hat offiziell begonnen, wenn die Wehen “muttermundwirksam” sind. Das heißt: Sie haben regelmäßige Wehen , die so stark sind, dass sie den Muttermund öffnen. Fachleute sprechen dann von Eröffnungswehen. Es kann durchaus sein, dass es bei Ihnen praktisch damit los geht – es kann aber auch sein, dass Sie zu diesem Zeitpunkt schon einige schmerzvolle Vorwehen hinter sich haben. Vielleicht waren Sie die ganze Nacht wach, und es fühlt sich für Sie an, als würden die Geburt schon eine lange Zeit andauern.

Ist eine kurze oder eine lange Geburt besser?

Es ist nicht grundsätzlich besser, wenn Geburten besonders schnell verlaufen, weder für Sie noch für Ihr Baby. Eine überstürzte Geburt oder Sturzgeburt läuft in weniger als zwei Stunden ab. Dann schaffen Sie es möglicherweise nicht mehr rechtzeitig in die Klinik. Das kommt allerdings sehr selten und hauptsächlich bei Mehrfachgebärenden vor. Die Eröffnungswehen sind bei diesen Frauen hocheffektiv, aber kaum schmerzhaft, sodass sie nicht richtig wahrgenommen werden. Die Gebärende wird dann plötzlich von Presswehen überrascht.
Gelegentlich kann eine Geburt auch so lange dauern, dass sie für Mutter und Kind zur Strapaze wird. Meist liegt es daran, dass die Eröffnungswehen zwar sehr schmerzhaft, aber nur wenig effektiv sind. Davon gehen Ärzte und Hebammen aus, wenn sich Ihr Gebärmuttermund nicht um mindestens einen halben Zentimeter pro Stunde dehnt. Für den Fall gibt es verschiedene Möglichkeiten, um die Wehentätigkeit zu verstärken. Ein CTG zeichnet währenddessen die Herztöne Ihre Babys und die Stärke der Wehen auf.

Was kann die Hebamme tun, um meine Wehentätigkeit anzuregen?

Oft reicht es, wenn die Hebamme den Muttermund stimuliert. Sie dehnt ihn leicht mit den Fingern, was Prostaglandine (Hormone) freisetzt, die Ihren Muttermund weicher und Ihre Kontraktionen wirksamer machen. Falls die Fruchtblase noch nicht von selbst geplatzt ist, wird sie möglicherweise mit einem langen, dünnen Instrument geöffnet.

Warum verlaufen Geburten manchmal so langsam?

Die Wehen können aufgrund der Lage des Babys im Bauch langsam verlaufen oder weil die Kontraktionen nicht stark genug sind. Vielleicht hat auch Ihr Becken nicht die für die Geburt geeignetste Form oder wurde vielleicht bei einem Unfall verletzt. Es können auch Blockaden schuld an der Verzögerung sein, die aber auf sanfte Art und Weise gelöst werden können.

Spielt auch die Psyche eine Rolle, wenn die Geburt stockt?

Manchmal zieht sich die Geburt auch in die Länge, weil die Mutter sehr angespannt ist, zum Beispiel weil sie Angst vor der Geburt hat. Denn Angst kann den Wehenhormon-Haushalt stören. Das ist aber völlig normal – jede Frau hat während der Schwangerschaft oder Geburt mit Ängsten zu kämpfen. Eine liebevolle Geburtsbegleitung, zum Beispiel durch Ihre Hebamme, Ihren Partner oder eine andere Vertrauensperson, kann Sie dabei unterstützen, Ihre Angst in den Griff zu bekommen, sich auf den Geburtsprozess einzulassen und mit den damit verbundenen Schmerzen umzugehen. Wichtig ist auch, dass Sie Ihrem Körpergefühl vertrauen und bei der Geburt immer wieder Positionen wählen, die für Sie persönlich angenehm ist. Auch dadurch kann eine ins Stocken geratene Geburt wieder voranschreiten.

Wie kann ich selbst dazu beitragen, dass sich die Geburt beschleunigt?

Um die Geburt zu beschleunigen, probieren Sie vielleicht erst ein paar natürliche Techniken aus. Ihre Wehen werden eventuell produktiver und können den Muttermund unter Umständen schneller öffnen, wenn Sie:

  • eine aufrechte Position einnehmen
  • regelmäßig Ihre Position ändern
  • so viel essen und trinken, wie Ihr Körper benötigt (falls Sie Hunger haben, hat Ihr Körper womöglich nicht genug Energie, um die Kontraktionen in Gang zu halten). Knabbern Sie zwischendurch eine Scheibe Brot und nehmen Sie genügend Flüssigkeit auf, damit Sie nicht dehydrieren.

Noch mehr Tipps zum Beschleunigen der Wehen:

  • Falls Sie im Kreisssaal auf einem Bett liegen, kann es hilfreich sein, zwischendurch aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen. Gehen Sie auf jeden Fall regelmäßig zur Toilette, denn eine volle Blase kann Ihre Wehen hemmen.
  • Versuchen Sie, sich zwischendurch zu entspannen. Entspannungsphasen während der Geburt können Ihre Wehen angenehmer und erträglicher gestalten. Im entspannten Zustand können Sie auch besser und ruhiger atmen – Ihr Kind bekommt also mehr Sauerstoff.
  • Lassen Sie während der Kontraktionen die Hüften kreisen, und lehnen Sie sich nach vorn. Dadurch unterstützen Sie Ihre Gebärmutter dabei, das Baby kraftvoll in Richtung Muttermund zu schieben.
  • Falls Sie sehr angespannt sind, bitten Sie Ihre Geburtsbegleitung um eine kräftige Massage Ihres Rückens oder Ihrer Füße. Inhalieren Sie ein bisschen Lavendelöl von einem Taschentuch oder bitten Sie um beruhigende Musik.
  • Hebamme Simone Uth: „Die Konzentration auf ruhige gleichmäßige Atmung mit Betonung der Ausatmung trägt sehr zur Entspannung bei, ist sogar meiner Meinung nach neben Positionswechseln die einzige Möglichkeit, mit den Wehen mitzugehen und sie effektiv zu nutzen.“

Ist eine Beschleunigung der Geburt mit Medikamenten eine gute Idee?

Einige Krankenhäuser ordnen automatisch eine Beschleunigung an, wenn sich der Muttermund um weniger als einen Zentimeter pro Stunde öffnet. Da die natürliche Wehentätigkeit aber bei jeder Geburt anders ist, sollten Ihre Wünsche und Ihr Wohlergehen und das Ihres Babys dabei immer mitberücksichtigt werden. Natürlich ist es wichtig, dass der Muttermund sich zunehmend öffnet. Es macht aber keinen Sinn, pauschal darauf zu bestehen, dass er sich in einem vorgeschriebenen Tempo dehnen muss.

Kann ich mir mit der Entscheidung etwas Zeit lassen?

Falls Ihre Hebamme Sie fragt, ob sie den Verlauf Ihrer Wehen beschleunigen soll, nehmen Sie sich kurz Bedenkzeit. Bedenken Sie auch, dass die ersten fünf Zentimeter Dehnung des Gebärmuttermundes fast immer sehr viel länger dauern als die zweiten fünf. Dies liegt daran, dass die Kontraktionen mit der Zeit stärker werden und den Muttermund schneller öffnen. Wenn es Ihrem Baby gut geht und Ihr Gebärmuttermund sich zwar nur langsam, aber stetig öffnet, spricht nichts dagegen, dem Geburtsgeschehen seinen natürlichen Lauf zu lassen. Es sei denn, Ihre Kräfte sind bereits erschöpft und Sie wünschen sich inständig, dass Ihr Baby nun endlich das Licht der Welt erblickt.

Welche Medikamente könnten meine Geburt voranbringen?

Auch Medikamente können helfen, wenn die Geburt stockt. Das Hormon Prostaglandin wird entweder als Zäpfchen in die Vagina eingeführt oder als Gel an den Muttermund gespritzt. Es sorgt dafür, dass der Muttermund weicher wird und sich öffnet, kann aber auch sehr heftige Wehen auslösen.
Wenn alles keinen Erfolg bringt, setzen die Ärzte einen Wehentropf ein. Hauptbestandteil der Infusionslösung ist Syntocinon, eine synthetische Form des Hormons Oxytocin. Oxytocin ist als Kuschel- und Stillhormon bekannt. Es ist aber auch ein sehr wirkungsvolles Mittel, um die Gebärmutterkontraktionen anzuregen und den Muttermund zu öffnen. Aber die Wehenintensität nimmt oft schlagartig zu und und führt bisweilen zu übermäßig starken und schwer kontrollierbaren Wehenschmerzen. Dann werden Ihre Hebamme und Ihr Arzt Ihnen zu einer Epiduralanästhesie raten.

40. SSW: Wehen fördern: So geht’s

Mit der 40. SSW steht die Entbindung schon kurz bevor. Doch nicht jedes Baby will zum errechneten Geburtstermin auf die Welt kommen und kann sich noch Zeit lassen. Daher greifen viele Mütter auf bekannte Mittel zurück um die Wehen zu fördern und die Geburt in Gang zu setzen. In manchen Fällen ist das Wehen fördern ab der 40. SSW unbedenklich. Es gibt viele Methoden, die weder für Mama noch für Baby eine Gefahr darstellen. Doch wichtig ist, dass Sie vor dem Wehen fördern mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme Rücksprache halten und sicherstellen, dass sowohl Sie als auch Ihr Baby bereit sin d für den Geburtsvorgang. Manche Methoden zeigen ihre Wirkung erst nach einigen Tagen und die Wehen stellen sich erst ein, wenn Ihr Baby so weit ist.

SSW 40: Entwicklung des Babys

40. SSW: Wehen fördern mit natürlichen Methoden

Hilft Bewegung?

Es gibt einfache Möglichkeiten um Wehen in der 40. SSW zu fördern. Diese sind weder für Mutter noch für das Baby gefährlich. Stellen Sie aber sicher, dass Sie fit genug sind und oftmals ist es besser der Natur ihren Lauf zu lassen als überstürzt zu handeln. Oftmals wird dazu geraten, Treppen zu steigen, um Wehen zu fördern. Doch dies ist eine sehr anstrengende Art, die Wehentätigkeit auszulösen.

Sanfte Bewegungen überanstrengen Sie nicht und bringen den gleichen Effekt. Machen Sie einen langen Spaziergang oder setzen Sie sich auf einen Gymnastikball und lassen Sie ihr Becken kreisen. Durch diese Bewegungen wird das Baby in die Geburtslage gerückt und sobald der Kopf des Babys den Muttermund berührt, werden Hormone ausgeschüttet, die die Wehentätigkeit fördern. Zudem wirkt sich leichte Bewegungen nach wie vor positiv aus und lindert einige Schwangerschaftsbeschwerden.

Sex ist wehenanregend

Wenn Sie vor dem errechneten Geburtstermin noch Geschlechtsverkehr haben, hat das ebenfalls einen positiven Effekt. Durch den Orgasmus der Frau werden Hormone ausgeschüttet, die die Wehentätigkeit fördern. Ejakuliert der Mann in der Frau, regen sogar die freigesetzten Spermien die Wehentätigkeit an. Zwingen Sie sich aber nicht, wenn Sie körperlich nicht in der Lage sind nur damit die Wehen einsetzen.

Über Massagen, Tees und warme Bäder

Eine andere Möglichkeit die Wehen in der 40. SSW fördern kann, ist es den Bauch sanft zu massieren. Für die Massage massieren Sie sanft wehenfördernde Öle auf Ihren eingefeuchteten Bauch an. Vermischen Sie hierzu 10 ml Mandelöl mit je 2 Teelöffelchen Zimtöl, Nelkenöl, Eisenwurzöl und Ingweröl.

Hat Wärme eine schmerzlindernde Wirkung, kann sie sich bei Eröffnungswehen anregend auswirken. Ein warmes entspannendes Bad mit einem Badezusatz wie Nelkenöl oder Zimtöl kann die Wehentätigkeit fördern. Doch Achtung! Baden Sie nicht, wenn Sie alleine Zuhause sind. Manche Frauen haben jetzt einen sehr schwachen Kreislauf und andererseits können die Wehen losgehen!
Einige Frauen greifen auch auf Tees zurück, um Wehen natürlich einzuleiten. Der Absud aus Himbeerblätter kann hier helfen. Doch beachten Sie, dass es sich hierbei um eine Naturarznei handelt und manche Frauen diesen Tee nicht trinken dürfen. Sprechen Sie hier mit Ihrer Hebamme, wenn Sie den Tee ausprobieren möchten. Es gibt aber auch unbedenkliche Teemixturen, bestehend aus Zimt, Gewürznelken, Ingwerwurzeln und Eisekraut. Genannt wird das Ganze Verbenenkraut.

Wehen fördern nur mit Hebamme

Achtung bei Brustwarzenstimulation!

Andere Möglichkeiten, die ebenfalls Wehen fördern, sind nur nach Anleitung oder Anwesenheit einer Hebamme zu empfehlen.
Auch wenn eine Brustwarzenstimulation für Sie erregend und ungefährlich klingt, kann sie auch eine Überreaktion des Körpers auslösen und sogar zu heftigen, schmerzenden Wehen führen. Eine Brustwarzenmassage fördert die Hormonausschüttung für die Wehentätigkeit. Schon innerhalb einer kurzen Zeit kann sie Erfolg bringen und die Geburt einleiten.

Andere Möglichkeiten, Wehen zu fördern, sind homöopathische Mittel und Akupunktur. Diese werden meist von Hebammen angeboten und viele Frauen haben damit gute Erfahrungen gemacht.

Finger weg von:

Wehencocktails und Säften und Tees, die mit Alkohol vermixt werden. Auch wenn Ihnen vielleicht hin und wieder dazu geraten wird. Diese können im Ernstfall sogar zu Komplikationen führen!

Quellen:

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Über Verena Janssen

Die 38-Jährige Autorin und Mutter lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern Paul Oskar (7) und Ella Marie (4) in schönen Fulda. Sie liebt Musik und versucht momentan ihren Kindern das Klavier spielen beizubringen. Wenn sie mal etwas Zeit für sich hat, powert sie sich beim Volleyball spielen aus.

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10 Tipps um Wehen zu fördern

Die letzten Wochen/Tage einer Schwangerschaft sind die kräftezehrendsten, das wissen auch wir… Viele Schwangere wünschen sich daher, gerade dann wenn es über den Entbindungstermin geht ein paar Kniffe und Tricks um die Geburt schneller herbeizuführen.

Doch vorab: Alle unsere Tipps können nur funktionieren wenn das Baby bereit für die Geburt ist und selbst dann können wir keine Garantie auf die erfolgreiche Wirkung geben.

Wir haben hier 10 Tipps zum „Ansporn“ für euch.

1. Das „heiße“ Bad

Wenn ihr die Möglichkeit einer Badewanne habt und euer Kreislauf noch fit genug ist, kann auf diese Weise Wehen ausgelöst werden. Macht das aber besser nicht wenn ihr allein Zuhause seid, denn der Kreislauf ist am Schluss der Schwangerschaft nicht mehr ganz so fit und es ist auch nicht mehr so einfach alleine aus der rutschigen Wanne zu steigen. Macht das Wasser nicht zu heiß, auch Badezusätze sind, bei noch geschlossenem Muttermund gerne erlaubt. Generell ist diese Methode eher unbedenklich, kann entspannend wirken und ein schnelles Ergebnis hervorrufen.

2. Massage

Diese Methode eignet sich am besten nach Methode 1, dem warmen Bad, denn so kann das Öl besser einziehen.
Ein bekanntes Rezept ist hierfür: 10ml Mandelöl mit jeweils zwei Teelöffeln Nelkenöl, Zimtöl, Eisenwurzöl und Ingweröl. Alles vermischt ergibt dies eine wohlriechende Massagebasis, welche sanft auf deinem Bauch einmassiert werden kann. Übt hier nicht zu viel Druck aus, nur so viel dass es für euch angenehm ist und ihr euch gut entspannen könnt.
Nelken, Zimt, Ingwer und Eisenwurz sind bekannt für ihre Stimulationswirkung auf die Muskulatur und wirken daher wehenfördernd. Diese Methode ist nicht bedenklich und trägt auch noch zur Entspannung in den eh schon stressigen Tagen bei.

3. Heublumensitzbad

Neben dem eben erwähnten heißen Bad ist auch ein Sitzbad über Heublumenextrakt ein sehr hilfreiches und angenehmes Mittel. Ein bis zweimal die Woche kann man den in der Apotheke gekauften Zusatz anwenden. Wie folgt könnt ihr dabei vorgehen: Sucht euch entweder eine Schüssel die ihr in die Toilette stellen könnt oder nutzt ein Bidet und füllt dieses mit heißem, kochenden Wasser sowie einer Kappe vom Heublumenextrakt. Setzt euch nun für 10 Minuten darüber, nicht hinein! Hier besteht sonst Verbrühungsgefahr! Sollte es euch unangenehm sein oder zu heiß werden, brecht den Vorgang kurzzeitig ab und wartet ein paar Minuten bis das Wasser sich ein wenig abgekühlt hat.

Diese Methode hat gleich 2 Vorteile: Zum einen wird der Beckenboden durch ein Heublumenbad gelockert, was wiederum Wehen fördern kann, zum anderen kann man den Damm dadurch auf die Geburt vorbereiten.

4. Brustwarzenstimulation

Diese weitere Methode kann gut und gerne zusammen mit dem Partner eingesetzt werden. Bei der Stimulation der Brustwarze wird das Wehenhormon Oxytocin freigesetzt, allerdings nur bei längerer Stimulation durch Massage.
Aber Achtung! Wenn die Gebärmutter bereit ist, setzen die Wehen normalerweise innerhalb einer Stunde ein.

5. Sex

Ja, knallhart ausgesprochen. (Die Redaktion lacht sich grade wie 13 jährige kaputt über den Zusammenhang von Sex und knallhart, bitte entschuldigt dies…)

Zurück zum Thema: Auch Geschlechtsverkehr kann rund um den Geburtstermin Wehen auslösen. Denn, das Wehenhormon Oxytocin wird durch sexuelle Erregung hervorgerufen. Dazu kommt noch, dass Sperma Prostaglandine, das sind Gewebehormone, enthält. Gleiche Hormone werden auch bei der medikamentösen Einleitung verwendet. Diese machen den Muttermund weich und helfen dem Gebärmutterhals dabei, sich zu verlängern. Weiterhin kann auch der Orgasmus der Frau förderlich sein, denn dabei zieht sich die Gebärmutter zusammen und kann Wehentätigkeit auslösen.

6. nicht zu viel Faulenzen

Zwar sollten anstrengende Arbeiten und Tätigkeiten vor der Geburt vermieden werden – man braucht die Kräfte noch früh genug – jedoch leichte körperliche Aktivitäten können Wehen fördern. Spazieren gehen ist z.B. eine davon. Das Baby rutscht dadurch tiefer ins Becken und drückt dabei immer wieder auf den Gebärmutterhals. Auch kreisende Bewegungen auf dem Gymnastikball oder ein Bauchtanzkurz machen sich gut in dieser Situation. Treppensteigen, wie es allgemein verrufen ist, zählt allerdings nicht zu leichten Aktivitäten und zehrt wertvolle Kräfte die bei der Geburt noch benötigt werden, verzichtet darauf also lieber.

7. Alternative Methoden

Schon mal etwas von Akupunktur gehört? Oder vielleicht von einer Fussreflexzonenmassage? Hilfreich kann auch Homöopathie sein. Lasst diese Methoden jedoch nur und ausschliesslich von erfahrenen Personen durchführen! Wo genau es solche Alternativangebote bei euch gibt, wer diese anbietet oder ausführen kann bringt ihr am besten durch Suchmaschinen in Erfahrung. Auch wer an solche Mittel nicht „glaubt“: ausprobieren schadet nicht.

8. Tee trinken

Verschiedene wehenfördernde Tees gibt es beispielsweise in der Apotheke, aber auch selbst machen ist möglich. Wir haben hier ein Rezept für euch:
1 Stange Zimt, 10 Gewürznelken, 1 kleine Ingwerwurzel und 1 EL Eisenkraut vermischen und mit 1 L kochendem Wasser übergießen. Lasst den Tee anschließend circa 10 Minuten ziehen und trinkt diesen lauwarm über den ganzen Tag verteilt in kleinen Schlucken. Ein weiterer, hilfreicher Tee ist auch der Himbeerblättertee, von dem bis zu 3 bis 4 Tassen am Tag getrunken werden können. Diesem wird nachgesagt er mache den Muttermund weich und lockere die Muskulatur der Gebärmutter.

9. Entspannung

Das klingt jetzt vielleicht in manchen Ohren wie Hohn, denn wie soll man sich denn jetzt noch entspannen, aber genau das ist eben wichtig. Stress ist ein fast garantierter Blocker für Wehen! Wer sich also mal zurück lehnt, die Füße hochlegt, die Gedanken sortiert und sich nicht mehr unter Druck setzt, der hat eine wesentlich höhere Wahrscheinlichkeit um Wehen zu bekommen. Das Stresshormon Cortisol ist auch nicht gut für euer Baby, versucht euch daher wirklich zu entspannen, soweit noch irgendwie möglich…

10. Wehencocktails, Nelkentampons, Rizinusöl, Abführmittel, Alkohol…

Bitte lasst die Finger davon! Wehencocktails, Nelkentampons und Rizinusöl sollten wenn überhaupt nur von und mit einer Hebamme angewandt werden, NIEMALS alleine und in Eigenregie! Sprecht das in jedem Falle mit eurer Hebamme oder dem Frauenarzt ab.
Und zum Thema Alkohol… Jeder von uns weiß ja eigentlich dass man auf Alkohol in der Schwangerschaft zu 100% verzichten sollte, macht es daher bitte auch nicht aus Verzweiflung weil die Geburt noch nicht startet, keiner von euch möchte vermutlich vernebelt die Geburt seines Kindes erleben, außerdem kann dies zu Komplikationen bei einer Anästhesie oder einer PDA führen. Somit – Finger weg!

Alles in allem bleibt jedoch die Frage: Ist es wirklich notwendig Wehen auszulösen? Euer Baby wird noch früh genug groß, um so länger es also bei euch im Bauch bleibt, desto später wird es auch 18 Jahre alt 😉 Denkt mal drüber nach…

Wir wünschen euch alles Gute bei eurer anstehenden Geburt!

Errechneter Geburtstermin ist schon lange vorbei, aber nichts tut sich?

Sie haben immer noch keine Wehen und denken über Geburt einleiten mit Hausmitteln nach?

Grundsätzlich gilt, dass Sie sich jetzt nicht zu viele Sorgen machen sollten.

Sehr viele Frauen bringen das Baby nämlich erst nach dem errechneten Geburtstermin zur Welt. 4-12 % aller Schwangeren sind von einer sogenannten Übertragung betroffen. Das bedeutet, dass sie länger als errechnet schwanger sind, so zum Beispiel in der 41. Woche.

Gynäkologen ermitteln schon seit Langem den zu erwartenden Geburtstermin. Dabei erfragen sie den ersten Tag der letzten Periode und dann werden 280 Tage dazugezählt. Das ist die sogenannte Nägele-Regel. Es ist jedoch so, dass diese Regel natürlich nur funktionieren kann, wenn die Schwangere sehr regelmäßige Zyklen hat, der Eisprung also immer in der Mitte des jeweiligen Zyklus stattfand. Wir wissen aber alle, dass dies nicht bei jeder Frau der Fall ist. Der durch die Nägele-Regel errechnete Geburtstermin kann also nur als eine Schätzung gesehen werden und der erwartete Termin wird häufig zu früh datiert.

Die Messungen einer frühen Ultraschalluntersuchung, vor der 13. Woche, gelten als genauer. Die Schwangeren, deren Geburtstermin mit Ultraschalluntersuchung, der sogenannten Ultraschall-Methode errechnet wurde, gelten deshalb nicht so schnell als “überfällig”. Die Zahl der künstlich eingeleiteten Geburten ist in diesem Fall seltener.

Was kann man selbst tun, um die Geburt einzuleiten?

Gibt es denn überhaupt das „Geburt einleiten mit Hausmitteln“?

Zunächst einmal lassen Sie sich über die Möglichkeiten des Geburt einleiten mit Hausmitteln beraten. Ärzte und Hebammen helfen Ihnen gerne dabei. Doch Sie können auch etwas tun, um die Wehen anzuregen. Sitzen Sie nicht nur rum und grübeln über den verpassten errechneten Geburtstermin nach. Es gibt auch Wehen fördernde Hausmittel, die den Beginn der Wehen beeinflussen können:

Bewegung: Bewegung ist hierbei sehr wichtig. Die Bewegung lenkt Sie nicht nur ab, sondern wirkt sehr wehenfördernd. Hierbei gilt zu beachten, dass mit Bewegung kein Sport gemeint ist. Sie sollen sich ja auch nicht überanstrengen, denn schließlich werden Sie Ihre Kraft für die Geburt brauchen. Unternehmen Sie zum Beispiel einen schönen Spaziergang. Dabei sollten Sie sich jedoch nicht zu weit von zu Hause, ihrem Partner oder einer bekannten Person entfernen. Doch es gilt: Bewegen Sie sich und versuchen Sie abzuschalten. Sie werden sehen, dass Ihnen das in jeder Hinsicht gut tun wird.

Heiße Badewanne: Eine heiße Badewanne kann Entspannung pur sein und darüber hinaus die Wehen anregen. Wichtig hierbei ist allerdings, dass Sie sich dabei wohlfühlen. Wenn Sie die Hitze nicht vertragen und der Kreislauf verrückt spielt, dann sollten Sie lieber auf das heiße Bad verzichten. Hochschwangere sollten sich niemals alleine zu Hause befinden, wenn sie ein Bad nehmen. Bitte beachten Sie dies! Es kann ratsam sein, sich in die Badewanne helfen zu lassen und danach wieder aus der Badewanne heraushelfen zu lassen. Das Baden kann durch Badezusätze die Wehen noch stärker anregen. Hier gibt es für diese Art von Anwendung zum Beispiel Badezusätze mit Kampfer und Eukalyptus, die wehenanregend sind.

Tees und Kräuter: Für nahezu alles gibt es ein Kraut, das hilft. Das sagt man zumindest so. Jedenfalls kann ein wohltuender Kräutertee nicht schaden. Als wehenfördernd gelten zum Beispiel Himbeerblätter und Eisenkraut.

Homöopathie: In diesem Zusammenhang fällt immer wieder das Wort „Globuli“. Diese kleinen Zuckerkügelchen mit homöopathischem Mittel werden von vielen Frauen zur Wehenförderung eingenommen. Doch hierbei gilt, lassen Sie sich von einem Homöopathen beraten und nehmen Sie die Mittel in Absprache mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt ein.

Wehencocktails: Die Einnahme von sogenannten Wehencocktails, einem Rizinuscocktail ist auch eine Möglichkeit zum Geburt einleiten mit Hausmitteln. Dieses Mittel sollte jedoch nicht ohne eine vorherige Absprache mit einer Hebamme oder Arzt eingenommen werden.

Sie sehen, Sie müssen nicht untätig bleiben. Geburt einleiten mit Hausmitteln ist also möglich. Doch vergessen Sie nicht: Entspannen ist auch eines der Hausmittel!

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