Wie viele paten darf ein kind haben katholisch

Informationen für Taufpaten

„Einführende Hinweise zum Patenamt“

In der Regel werden zwei Taufpaten benötigt, wobei ein Pate/eine Patin evangelisch sein muss. Pate kann werden, wer getauft und konfirmiert ist und einer christlichen Konfession angehört.
Wer aus der Kirche ausgetreten ist, kann kein Patenamt übernehmen.
Die Paten werden ins Stammbuch eingetragen. Einmal eingetragene Paten können später aus dem Stammbuch nicht mehr gestrichen werden. Neue Paten können jedoch hinzugefügt werden.
Wenn die Taufpaten nicht in Eppelheim wohnen, brauchen wir eine Patenschaftsbescheinigung des Wohnortpfarramts des Taufpaten. Für eine Patenbescheinigung nehmen Sie bitte mit dem Pfarramt Ihres 1. Wohnsitzes rechtzeitig Kontakt auf.

Fragen und Antworten zum Patenamt

Was ist das Patenamt?
Der Begriff „Pate“ kommt vom lateinischen „pater“, Vater. Ein Pate – und analog die Patin – sind so etwas wie elterliche, erwachsene Freunde, die das Patenkind auf seinem Lebens- und Glaubensweg begleiten, es unterstützen und dabei auch elterliche Funktionen übernehmen können (zum Beispiel bei der Erziehung und bei der Hinführung zum Glauben helfen).
Früher fiel den Paten im Todesfall der Eltern unter Umständen sogar die Sorgepflicht zu. Dies ist heute nicht mehr der Fall.
Wieviele Paten darf man wählen?
In der Regel sind es zwei Paten. Aber auch nur ein Pate, und bis zu vier Paten sind möglich.
Wer darf Pate werden?
In der evangelischen Kirche darf jedes konfirmierte Kirchenmitglied Pate werden. In der katholischen Kirche sollte der Pate / die Patin mindestens 16 Jahre alt und gefirmtes Mitglied der Kirche sein. Paten sollten sich durch einen Patenschein ausweisen können. Sie erhalten ihn bei ihrem zuständigen Pfarramt/Pastorat.
Ich möchte einen evangelischen und einen katholischen Paten haben. Geht das?
In der Regel ja. Mindestens ein Pate sollte die Taufkonfession des Täuflings haben. Dann kann der andere Pate einer anderen kirchlich anerkannten Konfession angehören.
Darf auch jemand Pate werden, der nicht in der Kirche ist, oder einer anderen Religion angehört?
Das ist nicht möglich. Sprechen Sie mit Ihrem Pfarrer / Ihrer Pfarrerin über die Situation. In manchen Gemeinden gibt es die Möglichkeit „Taufzeugen“ zu bestellen. Diese werden aber nicht in die Kirchenbücher eingetragen und erhalten keine Patenurkunde.
Kann ich jemanden vom Patenamt entbinden?
In beiden Konfessionen kann eine Patenschaft nicht gelöscht werden, es können jedoch im Einzelfall Paten nachträglich hinzugenommen werden.
Wann endet die Patenschaft?
In der evangelischen Kirche formal nach der Konfirmation. In der katholische Kirche endet die Patenschaft nicht.

Weitere Hinweise zur Taufe finden Sie unter:

  • Informationen zur Taufe
  • Fragen und Antworten zur Taufe
  • Taufsprüche
  • Taufanmeldung
  • Tauferinnerung
  • Taufkerze

Bitte wenden Sie sich für weitere Fragen an das Pfarrbüro bzw. Ihren Pfarrer vor Ort.

So verwundert es nicht, dass viele Eltern, die zuvor wenig mit Religion, Glauben und Kirche am Hut hatten, sich auf einmal wieder damit beschäftigen. Und irgendwann taucht dann vielleicht auch die Frage auf: Taufe – ja oder nein?

Unser Kind ist ein Kind Gottes

Die Ankunft des neuen „Mitbewohners“ feiern viele Eltern ohnehin mit einem kleinen Fest – aus Freude, aus Dankbarkeit und um den kleinen Menschen seiner Familie vorzustellen. Die Taufe ist nichts anderes als die kirchliche Variante dieser Feier: auch in der Taufe drückt sich die Dankbarkeit über das Wunder des neuen Lebens aus. Und auch hier wird das kleine Menschenkind der Gemeinde, seiner christlichen „Familie“ vorgestellt. Hinzu kommt die Überzeugung: Unser Kind ist ein Kind Gottes.

Falls Sie überlegen, Ihr Kind taufen zu lassen, haben wir einige oft gestellte Fragen zusammengestellt. Die Antworten und viele weitere Tipps finden Sie übrigens auch in unserem Taufbegleiter.

Muss der Taufspruch aus der Bibel sein?
Wenn Sie oder Ihr Kind in einer evangelischen Kirche getauft werden, können Sie sich nur einen Vers aus der Bibel aussuchen. Gedichte, Segensworte oder Sinnsprüche reichen nicht aus. Die evangelische Kirche versteht die Bibel als die Grundlage des christlichen Glaubens. Darum soll ein Vers aus ihr zur Grundlage für den Täufling werden. Er soll der persönliche Bibelvers für ein ganzes Leben sein.

Was bedeutet die Taufe?
Die Taufe ist in erster Linie die Zusage der Liebe und des Segens Gottes. Mit dem Akt der Taufe wird der Täufling in die Gemeinschaft der Christinnen und Christen aufgenommen.

In welchem Alter sollte ein Kind getauft werden?

Meistens werden die Kinder im ersten Lebensjahr getauft. Aber auch eine spätere Taufe ist möglich, wenn das Kind schon bewusst wahrnimmt, was geschieht.

Was spricht für eine Kindertaufe?
Die Geburt eines Kindes ist ein Geschenk Gottes. Eltern antworten darauf, indem sie ihr Kind taufen lassen. Gott spricht in der Taufe den kleinen Kindern seine Liebe zu, unabhängig davon, wie sie sich verhalten. Eltern und Paten haben dann die Aufgabe, stellvertretend für die Kinder den Glauben zu bezeugen und den Kindern von ihrem christlichen Glauben, aber auch von ihren Zweifeln zu erzählen. Später in der Konfirmation bekräftigen die Jugendlichen selbst ihr Ja zum Glauben an Jesus Christus.

Was ist eine Nottaufe?
Wenn ein Ungetaufter sehr krank ist und zu sterben droht, wird eine Nottaufe vorgenommen. Diese Taufe kann jeder Christ und jede Christin ausführen.

Was für Unterlagen brauchen wir für die Taufe unseres Kindes?
Bitte wenden Sie sich an Ihr Gemeindebüro, um einen Termin für das Taufvorgespräch und die Taufe selbst zu vereinbaren. Dort erfahren Sie alles Notwendige. In der Regel benötigen die Paten eine Patenbescheinigung des Pfarramts am Wohnort der Paten über die Berechtigung zum Patenamt. Wenn Sie als Eltern ein Familienstammbuch haben, bringen Sie es bitte zum Taufgespräch mit. Auf jeden Fall bringen Sie bitte die Geburtsurkunde des Kindes und Ihre Personalausweise mit.

Muss mein Kind konfirmiert werden oder reicht die Taufe?
Zur Kirchenmitgliedschaft reicht zwar die Taufe. Aber zusammen mit vielen Freunden in der Konfirmationsgruppe den christlichen Glauben verstehen zu lernen, ist bereichernd und wunderschön. Wer dann das Patenamt übernehmen will, muss aber in der Regel konfirmiert sein.

Kann mein Kind zum Konfirmandenunterricht gehen ohne getauft zu sein?
Ja, ihr Kind kann am Konfirmandenunterricht teilnehmen. Die Konfirmation ist die Bestätigung der Taufe. Wenn das Kind nicht getauft ist, so wird das Kind in der Regel am Ende des Konfirmandenunterrichts getauft; eine Bestätigung der Taufe, also die Konfirmation, ist dann nicht mehr notwendig, da das Kind ja schon selber Ja zu der Taufe gesagt hat. In der Praxis wird das Kind dennoch oft vor der Konfirmation getauft.

Kann man sein Kind taufen lassen, wenn beide Eltern nicht in der Kirche sind?
Die Entscheidung, ob eine Taufe trotz fehlender Mitgliedschaft beider Elternteile möglich ist, wird vor Ort in der zuständigen Kirchengemeinde getroffen. Die Regelungen sind darüber hinaus von Landeskirche zu Landeskirche unterschiedlich.

Kann ich mein Kind gegen den Willen des anderen Elternteils taufen lassen?
Gegen den Willen entweder des Vaters oder der Mutter ist die Taufe des Kindes nur möglich, wenn dieser Elternteil nicht das Sorgerecht inne hat. Ist die Ehe z.B. geschieden, liegt das Sorgerecht aber gemeinsam bei Vater und Mutter, setzt die Ausgestaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge Einvernehmen voraus in Angelegenheiten, die für das Kind von erheblicher Bedeutung sind. Dazu gehört auch die Taufe. Können sich die Eltern nicht einigen, kann (schlimmstenfalls) das Familiengericht angerufen werden. Eltern können sich aber zuvor auch allein oder besser noch gemeinsam an eine Erziehungs- und Familienberatungstelle wenden. Oft hilft auch ein klärendes Gespräch mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin.

Muss ich mich erneut taufen lassen wenn ich die Konfession wechsle oder wieder eintrete?
Die Taufe ist im Verständnis aller christlichen Kirchen etwas Einmaliges und kann daher nicht wiederholt werden. Bei einem Wiedereintritt in die ev. Kirche oder bei einem Übertritt in die röm.-kath. Kirche wird nicht noch einmal getauft. Bei einem Übertritt in eine orthodoxe Kirche wird allerdings die Salbung nachgeholt. Beim Übertritt zu einer sog. orientalisch orthodoxen Kirche (Syrisch-Orthodox, Armenisch-Apostolisch, Koptisch-Orthodox, Äthiopisch-Orthodox) gibt es unterschiedliche Praktiken.

Wer sorgt für den Schmuck der Kirche?
Oft sind die Kirchen mit Blumen geschmückt. Wenn Sie besonderen Schmuck wünschen, sprechen Sie mit dem zuständigen Pfarrer oder der Pfarrerin. In den meisten Fällen ist dies möglich.

Dürfen wir während des Gottesdienstes fotografieren oder filmen?
Das wird in jeder Gemeinde unterschiedlich gehandhabt. Wenn es erlaubt ist, wird allerdings darum gebeten, dass eine Person das Filmen oder Fotografieren übernimmt, um unnötige Unruhe zu vermeiden. Wenn das Fotografieren während des Gottesdienstes nicht erlaubt ist, besteht meist die Möglichkeit, nach dem Gottesdienst noch Bilder zu machen.

Wie soll der Täufling während der Taufe gekleidet sein?
So bequem und dabei so festlich wie möglich. In vielen Familien gibt es Taufkleider, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Das ist eine schöne Tradition.

Können wir selbst bestimmen, wofür im Taufgottesdienst gesammelt wird (Kollekte)?
In vielen Gemeinden ist es möglich, dass Sie den Zweck der Kollekte selbst bestimmen, z.B. für die Arbeit mit Kindern in der Gemeinde oder Organisationen, die Kindern helfen. Fragen Sie im Pfarramt nach.

Was kostet die Taufe?
Grundsätzlich ist die Taufe für die Kinder von Kirchenmitgliedern kostenlos. Nur wenn Sie besonderen Blumenschmuck oder ausgefallene musikalische Einlagen wünschen entstehen Ihnen Kosten.

Wer kann Pate oder Patin werden?
Alle getauften Christinnen und Christen, deren Kirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) angehören. In einigen Landeskirchen muss ein Pate evangelisch sein. Evangelische Christen müssen konfirmiert oder mindestens 14 Jahre alt sein. Wer allerdings aus der Kirche ausgetreten ist, hat damit das Recht aufgegeben, Taufpate sein zu können.

Kann ich jemanden vom Patenamt entbinden?
Im Gegensatz zur möglichen Entbindung vom Patenamt auf eigenen Wunsch ist eine Streichung gegen den Willen des Paten – in den meisten Landeskirchen – nicht möglich. Fragen Sie in Ihrem Pfarramt nach! Suchen Sie das Gespräch mit dem Paten, um den Konflikt gemeinsam zu klären. Sie können den Pastor oder die Pastorin zu einem klärenden Gespräch dazu hinzuziehen.

Wann endet das Patenamt?
In der evangelischen Kirche formal nach der Konfirmation. In der katholischen Kirche endet die Patenschaft nicht.

Kann ich mein Kind in einen kirchlichen Kindergarten schicken, wenn es nicht getauft ist?
Konfessionell gebundene Kindergärten nehmen oftmals auch ungetaufte Kinder auf. Sie als Eltern müssen aber damit einverstanden sein, dass Ihr Kind christliche Glaubensinhalte kennen lernt. Fragen Sie an Ihrem Ort nach den Möglichkeiten.

Gibt es eine ökumenische Taufe?
Nein. Da die Taufe zugleich die Aufnahme in eine konkrete Gemeinschaft ist erfolgt sie immer innerhalb einer Konfession.

Wir möchten unser Kind taufen lassen. Können wir gleichzeitig kirchlich heiraten?
Das können Sie. Von vielen Pfarrerinnen und Pfarrern wird ein solcher Gottesdienst „Traufe“ (Taufe und Trauung in einem Gottesdienst) genannt. Es haben sich inzwischen eigene Formen entwickelt. Sprechen Sie mit Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer!

Ist eine Segnung statt einer Taufe möglich?
Manchmal wollen Eltern den Kindern die freie Entscheidung zur Taufe selbst überlassen. Das kleine Kind wird dann in einer gottesdienstlichen Handlung gesegnet. Bitte bedenken Sie dabei: Trotzdem ersetzt die Segnung nicht das Sakrament der Taufe und begründet nicht die Kirchenmitgliedschaft.

Was ist ein Sakrament?
In der evangelischen Kirche gibt es zwei Sakramente: Taufe und Abendmahl. Beide wurden von Jesus selbst eingesetzt. In einer menschlichen Handlung wird die göttliche Dimension unseres Lebens sichtbar. Alltägliches Wasser wird durch die Verheißung Gottes in der Taufhandlung zu einem göttlichen Segen.

Taufe

Allgemeine Informationen

Im Allgemeinen erfolgt der Eintritt bzw. die Aufnahme in eine Religionsgemeinschaft im Rahmen einer Tauffeier bzw. durch einen feierlichen Akt in der jeweiligen Gemeinde.

Es werden folgende zwei Taufarten unterschieden:

  • Kindertaufe
  • Erwachsenentaufe

In den meisten Religionsgemeinschaften wird die Taufe üblicherweise im Säuglings- oder Kindesalter durchgeführt. Die Eltern können aber auch einen späteren als geeignet erscheinenden Zeitpunkt wählen. Bei Kindern, deren Elternteile unterschiedlichen Konfessionen angehören, können die Eltern entscheiden, in welcher Kirche bzw. nach welcher Konfession das Kind getauft werden soll.

Bei der Erwachsenentaufe werden Täuflinge in einem ca. ein Jahr dauernden Katechumenat auf die Taufe vorbereitet.

In der Regel bestehen für eine Taufe folgende Voraussetzungen:

  • Bereitschaft der/des Gläubigen, die Glaubensgrundsätze anzuerkennen
  • Bereitschaft der Eltern, ihr Kind im Sinne der Religionsgemeinschaft zu erziehen

Hinweis

Möchten Sie Ihr Kind bzw. sich selbst taufen lassen, erkundigen Sie sich bitte beim zuständigen Pfarramt bzw. Sekretariat der jeweiligen Religionsgemeinschaft, welche konkreten Voraussetzungen zu erfüllen sind, welche Dokumente für die Aufnahme in die Religionsgemeinschaft notwendig sind und ob Taufpatinnen/Taufpaten oder Zeuginnen/Zeugen vorgesehen sind.

Nach der Taufe wird dem Täufling in der Regel von der jeweiligen Religionsgemeinschaft eine Bestätigung (z.B. in christlichen Kirchen: der Taufschein) ausgestellt.

Voraussetzungen

BEISPIEL: Römisch-katholische Kirche

Taufpatinnen/Taufpaten müssen

  • katholisch getauft und gefirmt sein und das heilige Sakrament der Eucharistie (Erstkommunion) empfangen haben,
  • katholisch sein (d.h. sie dürfen nicht aus der katholischen Kirche ausgetreten sein),
  • mindestens 16 Jahre alt sein und
  • ein Leben führen, das dem Glauben entspricht, und die christliche Erziehung des Patenkindes unterstützen.

Achtung

Personen, die aus der Kirche ausgetreten sind, können nicht als Taufpatinnen/Taufpaten fungieren.

Die Taufpatin/der Taufpate wird vom Täufling oder von seinen Eltern ausgewählt. Die Eltern können selbst nicht Taufpatin/Taufpate sein. Es sollte grundsätzlich eine Taufpatin/einen Taufpaten geben. Grundsätzlich kann eine Kindertaufe auch ohne eine Taufpatin/einen Taufpaten stattfinden, dann muss aber mindestens ein Elternteil dem römisch-katholischen Glauben angehören.

Als Taufzeugen (zusätzlich zur katholischen Taufpatin/zum katholischen Taufpaten) sind auch nichtkatholische Personen zugelassen.

Zuständige Stelle

BEISPIEL: Römisch-katholische Kirche

Das Pfarramt, das für den Wohnort des Täuflings zuständig ist

Die Taufe kann mit einer schriftlichen Einverständniserklärung der Wohnpfarre auch in einer anderen Pfarre stattfinden.

Erforderliche Unterlagen

BEISPIEL: Römisch-katholische Kirche

  • Geburtsurkunde des Täuflings
  • Meldebestätigung des Täuflings und der Taufpatinnen/der Taufpaten
  • Taufscheine der Eltern
  • Die Eltern sind verheiratet:
    • Kirchlicher Trauschein oder
    • Standesamtliche Heiratsurkunde
  • Ein Elternteil ist nicht katholisch:
    • Einverständniserklärung zur katholischen Taufe und Kindeserziehung
  • Taufschein der Taufpatin/des Taufpaten bzw. der Taufpatinnen/der Taufpaten mit Firmungsbestätigung auf der Rückseite des Taufscheines
  • Die Taufpatin/der Taufpate ist verheiratet:
    • Kirchlicher Trauschein

Zusätzliche Informationen

Weiterführende Links

  • Fragen zur Taufe (Erzdiözese Wien)
  • Informationen zur Taufe (Erzdiözese Linz)

Inhaltlicher Stand: 01.01.2019

Abgenommen durch: oesterreich.gv.at-Redaktion

11. Können Geschwister, Kusinen und Vettern des Täuflings bei der Taufe mit einbezogen werden?

Ja, das ist bei den meisten Taufen möglich und sogar wünschenswert, denn Kinder bekommen so noch einmal unmittelbaren Bezug zu ihrer eigenen Taufe. Kinder könnten ihre Taufkerzen mitbringen, Fürbitten oder ein kleines gemeinsames Gebet für den Täufling sprechen. Am besten sprechen Eltern Ideen und Wünsche zur Gestaltung der Tauffeier vorher mit dem Pfarrer ab. Auch bei einer Familienfeier nach der Taufe können die anderen Kinder etwas für den Täufling basteln, etwa einen Baum aus Tonpapier mit Wünschen oder ähnliches.

12. Was ist, wenn das Baby in der Kirche schreit?

Das ist überhaupt kein Problem. Pfarrer können damit gut umgehen und warten, bis sich das Kind wieder beruhigt hat. Am besten sorgen die Eltern dafür, dass sie den Weg zur Kirche nicht abgehetzt antreten und somit keine Unruhe auf das Baby übertragen. Nützlich wäre auch, das Kind vorher zu füttern, zu wickeln und ein Getränk, den Schnuller und das Kuscheltier einzustecken.

13. Muss mein Kind einen Namenspatron haben?

Nein, aber es wäre sehr schön, denn der Namenstag ist ein besonderer Tag im Jahr. In der Taufe ruft Gott das Kind bei seinem Namen und wendet sich ihm persönlich zu. Die Taufe ist also ein guter Anlass, sich näher mit seinem Namen zu beschäftigen. Manche Namen haben auch moderne Kurzformen. Soll es kein Name christlichen Ursprungs sein, kann man dem Kind einen zweiten Namen geben, der auf eine Heilige oder einen Heiligen verweist. Vom Namenspatron kann man ein Bild im Kinderzimmer aufhängen oder Geschichten über die Heilige oder den Heiligen sammeln, um sie dem Kind später zu erzählen.

14. Was bieten Pfarrgemeinden und Kirchen jungen Familien nach der Taufe an?

In vielen Gemeinden und Kirchen findenregelmäßig Krabbelgottesdienste für Eltern mit kleinen Kindern statt. Darüber hinaus werden Gesprächskreise für Mütter und Väter angeboten. Falls nicht, können sich Eltern etwa einer Taufvorbereitungsgruppe anschließen oder selber einen solchen Kreis ins Leben rufen. Seelsorger und ehrenamtliche Mitarbeiter der Pfarrgemeinde werden engagierte Eltern dabei sicher gern unterstützen und begleiten. Aus einem solchen Kreis heraus könnte etwa jährlich eine gemeinsame Erinnerungsfeier gestaltet werden – als Wortgottesdienst mit Tauferinnerung und Kindersegnung. Auch Kindergärten in kirchlicher Trägerschaft haben viele Angebote und unterstützen Eltern bei der christlichen Erziehung ihrer Kinder.

15. Kann ich meine Taufe rückgängig machen lassen, wenn ich nicht mehr glaube, oder kann ich mich noch einmal taufen lassen, wenn ich die Konfession wechsele?

Die Taufe ist nicht nur ein äußerliches Geschehen. Durch sie wird ein unzerstörbares Band mit Gott geknüpft. Daher kann die Taufe nicht mehr rückgängig gemacht werden. Man spricht in diesem Zusammenhang von dem „unauslöschlichen Charakter“ der Taufe. Mit ihr wird man in die Gemeinschaft mit Jesus Christus aufgenommen und gehört von diesem Zeitpunkt an immer zu ihm, auch wenn man selbst nicht (mehr) gläubig ist. Aus diesem Grund ist die Taufe auch nicht wiederholbar, da man den Status des Getauften nie verlieren kann. Die meisten christlichen Religionsgemeinschaften erkennen die Taufe untereinander an. So gilt ein evangelisch getaufter Christ auch in der katholischen Kirche als getauft und umgekehrt.

Anmerkung: Die Liste wurde am 30. März 2016 überarbeitet und 2019 neu veröffentlicht.

Fragen und Antworten zur Taufe

Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Taufe: Müssen beide Eltern getauft sein? Was kostet die Taufe? Wer darf Pate werden? Und welche Unterlagen braucht man? Die Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt’s hier im Überblick.

Die Taufe ist ein großer Moment sowohl für die Eltern als auch das Kind. Doch bevor die Taufe stattfinden kann, müssen einige Vorbereitungen getroffen, Fragen geklärt und Entscheidungen getroffen werden. Wir beantworten hier:

Die 10 häufigsten Fragen rund um die Taufe

➤ 1. Wann sollte ich mein Kind taufen lassen?
Meist werden die Kinder im Alter zwischen drei und acht Monaten getauft. Der neueste Trend jedoch geht zur Taufe im Kindesalter, wenn das Kind das Geschehen bewusst wahrnehmen kann.

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➤ 2. Können wir unser Kind auch taufen lassen, wenn wir beide selbst nicht in der Kirche sind bzw. ausgetreten sind?
Bei der evangelischen Kirche ist das die Entscheidung der jeweiligen Landeskirche bzw. der zuständigen Kirchengemeinde. Ein katholischer Pfarrer kann die Taufe verschieben und mit euch die Gründe für euren Kirchenaustritt besprechen. Die Taufe verweigern kann er aber nicht.
➤ 3. Kann ich mein Kind gegen den Willen des anderen Elternteil taufen lassen?
Nein. Das geht nur, wenn du das alleinige Sorgerecht hast. Ansonsten musst du dich mit deinem Partner oder deiner Partnerin bezüglich der Taufe einigen.

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➤ 4. Wo melde ich mein Kind zur Taufe an?
Zur Taufe anmelden müsst ihr euer Kind im Pfarr- oder Gemeindebüro der gewünschten Gemeinde, die ihr übrigens frei wählen könnt. Die Anmeldung muss persönlich geschehen und kann nicht von einem Stellvertreter übernommen werden.
➤ 5. Welche Unterlagen brauche ich für die Taufe des Kindes?

Für die Taufe benötigt ihr folgende Unterlagen:
• die Geburtsbescheinigung für kirchliche Zwecke (gibt’s im Standesamt),
• eure Personalausweise,
• ggf. eure Taufscheine,
• die Heiratsurkunde und
• die Bescheinigung über die Kirchenzugehörigkeit der Paten
➤ 6. Muss der Taufspruch aus der Bibel sein?
Das kommt darauf an, ob ihr in der evangelischen oder in der katholischen Kirche seid. In der evangelischen Kirche muss der Taufspruch aus der Bibel stammen. In der katholischen Kirche könnt ihr auch einen bibelfremden Spruch wählen, der euch besonders gut gefällt und das Lebensmotto eures Kindes werden soll.

Taufsprüche: Die schönsten Glückwünsche zur Taufe

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➤ 7. Wer kann Taufpate werden?
Ein Taufpate muss getauft und mindestens 14 (evangelische Kirche) bzw. 16 (katholische Kirche) Jahre alt sein. Dazu darf er nicht aus der Kirche ausgetreten sein. In der katholischen Kirche muss einer der Taufpaten katholisch getauft und gefirmt sein. Ein Taufzeuge hingegen darf evangelisch sein. In der evangelischen Kirche kann jeder Christ einer anderen Konfession Taufpate werden.
➤ 8. Was kostet eine Taufe?
Grundsätzlich ist eine Taufe kostenlos. Wenn ihr jedoch besonderen (Blumen-) Schmuck bei der Taufe möchtet, müsst ihr diesen in der Regel selbst besorgen.
➤ 9. Was soll mein Baby während der Taufe tragen?
Bequem und festlich, heißt die Antwort. Wenn es ein Taufkleid in eurer Familie gibt, müsst ihr es dem Baby nicht unbedingt anziehen. Ihr könnt es auch nur auflegen, da das vererbte Taufkleid dem Baby oft nicht passt.

Taufkleid und Taufanzug

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➤ 10. Was ist eine Not-Taufe?
Schwebt ein Ungetaufter in Lebensgefahr (insbesondere bei einem ungeborenen Kind), darf jeder Christ die Not-Taufe vollziehen. Allerdings müssen selbstverständlich der Täufling bzw. die Erziehungsberechtigten mit der Taufe einverstanden sein.

Geschenke für die Taufe

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Mehr Informationen und Tipps zur Taufe findet ihr auf unserer Themenseite „Taufe“.

Was Sie schon immer über die Taufe wissen wollten

Können Eltern, die aus der Kirche ausgetreten sind, ihr Kind taufen lassen? Kann ein Muslim Pate sein? Muss das Sakrament der Taufe immer sonntags gefeiert werden? Reinhild Ahlers, Kirchenrechtlerin des Bistums Münster, klärt alle Fragen.

1. Wie sieht es aus, wenn ein Elternteil katholisch, der andere aber evangelisch, muslimisch oder aus der Kirche ausgetreten ist?

Reinhild Ahlers: Das ist kein Problem. Solange ein Elternteil katholisch ist, gibt es keine Hindernisse. Zu beachten ist auch ein staatliches Gesetz: Das Gesetz über die religiöse Kindererziehung schreibt vor, dass die Bestimmung oder Veränderung einer Konfession eines Kindes nur beide Elternteile gemeinsam bestimmen dürfen. Das gilt übrigens auch nach einer Scheidung – es sei denn, dass ein Elternteil das alleinige Sorgerecht hat, was ja aber immer seltener vorkommt. Sollten sich die geschiedenen Elternteile nicht einigen können, wäre das Familiengericht anzurufen.

2. Was, wenn beide Partner ausgetreten sind?

Reinhild Ahlers leitet die Fachstelle Kirchenrecht im Bischöflichen Generalvikariat Münster. | Foto: Michael Bönte

Kürzlich rief mich eine Frau an, die ungetauft und mit einem katholischen Mann verheiratet ist, der aus der Kirche ausgetreten ist. Jetzt wollten sie aber ihr Kind taufen lassen. Da ist sicherlich ein Gespräch mit einem Seelsorger darüber nötig, was die Motive sind: Sind es christliche Gründe, aus denen heraus die Taufe erbeten wird – oder geht es eher um praktische wie die Hoffnung auf einen Platz im katholischen Kindergarten?
Wie auch immer: Es muss klar sein, dass dem Kind der christliche Glaube vermittelt wird. Dann ist es in der Regel so, dass es zumindest im unmittelbaren Umfeld des Kindes eine Person gibt – also nicht die Oma, die ab und an aus München anreist –, die die religiöse Erziehung übernimmt. Die Dame kürzlich sagte: „Christliche Werte können wir unserem Kind auch vermitteln.“

Aber es gehört schon dazu, dem Kind zu vermitteln, dass es gut ist, in der Kirche zu sein. Irgendwann wird das Kind womöglich fragen: „Warum seid ihr denn nicht in der Kirche?“

3. Und wenn beide ungetauft sind?

Den Fall hatte ich noch nicht. Das erscheint mir sehr konstruiert. Ich kann mir nicht vorstellen, warum zwei ungetaufte Elternteile die Taufe ihres Kindes erbitten sollten.Generell gilt: Der Codex spricht nicht von Taufverweigerung, sondern von Taufaufschub. Die Taufe soll ein bleibendes Angebot sein, und der Seelsorger soll möglichst auch im Gespräch mit den Eltern bleiben.

4. Ist es ein Problem, wenn beide wiederverheiratet sind?

Nein, das ist kein Problem.

5. Wie sieht es aus, wenn das Kind eines allein erziehenden Menschen getauft werden soll?

Die Frage ist, wie gesagt, ob derjenige Elternteil das alleinige Sorgerecht hat. Andernfalls muss der andere Partner zustimmen.

6. Und wenn ein Kind einer gleichgeschlechtlichen Beziehung getauft werden soll?

Das ist kein Hinderungsgrund, ein Kind zu taufen.

7. Wie und wann meldet man das Kind zur Taufe an?

In der Regel gibt es feste Tauftermine in Pfarreien – meist einmal im Monat und zum Beispiel für drei oder vier Kinder. Im Pfarrbüro wird man erfahren, wann es möglich ist, sein Kind taufen zu lassen. Für die Anmeldung zur Taufe braucht es die Geburtsurkunde des Kindes.

8. Welche Vorbereitungen sind verpflichtend?

Es findet auf jeden Fall ein Taufgespräch statt. Welche weiteren Vorbereitungen es gibt, entscheiden für gewöhnlich die Pfarreien. Rechtlich gesehen gibt es bei der Säuglingstaufe keine weiteren Voraussetzungen. Bei Erwachsenen, die sich taufen lassen wollen, gibt es ein Katechumenat, also eine intensive Vorbereitungszeit.

9. Muss man sich in der zuständigen Pfarrkirche taufen lassen? Oder sind auch ungewohnte Orte möglich, zum Beispiel in einem See oder in einem Wohnzimmer?

Der bevorzugte Ort ist die örtliche Pfarrkirche. Es sind auch andere kirchliche Orte möglich, aber nicht an einem rein weltlichen Ort.

10. Manche Eltern möchten die Taufe ihres Kindes sehr engagiert und verwurzelt im Glauben selber vorbereiten – und dann auch ihr Kind ohne andere Täuflinge taufen lassen. Geht das?

Das kommt auf den jeweiligen Ortspfarrer an. In manchen Fällen habe ich schon mitbekommen, dass das nicht gewünscht wird und die Tauftermine der Gemeinde verbindlich sind.

11. Und wenn man einen Priester oder Diakon zum Freund hat, der das machen würde?

Wie gesagt: Das wird von Pfarrer zu Pfarrer unterschiedlich sein. Ich kann mir schon vorstellen, dass nichts dagegen spricht, zumal die örtlichen Geistlichen auch etwas entlastet wären. Andere wollen keine Präzedenz-Fälle schaffen. Es bleibt die Entscheidung des Ortspfarrers.

12. Muss eine Taufe immer sonntags sein?

Nein. Das kirchliche Gesetzbuch sagt, dass die Taufe an jedem Tag gefeiert werden kann. Es wird aber empfohlen, sie sonntags oder gar in der Osternacht zu feiern – das ist der absolut bevorzugte Termin.

13. Manchmal hört man auch von Not-Taufen, wo etwa Krankenschwestern in Todesgefahr ein Kind getauft haben. Ist das denn erlaubt – und auch gültig? Kann also eigentlich jeder Katholik taufen?

Das kann nicht nur jeder Katholik, sondern sogar jeder Mensch. Dafür muss man nicht einmal getauft sein. Wenn man in einer Notsituation die Intention hat, im Sinn der Kirche zu taufen, dann ist diese Taufe gültig.

Dafür genügt das Übergießen des Täuflings mit Wasser und das Sprechen der Formel „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Und es braucht die Intention, wirklich die Taufe spenden zu wollen. Darum ist beispielsweise die Taufe in einem Theaterstück nicht gültig, weil die Intention fehlt, wirklich die Taufe spenden zu wollen.

14. Manche lassen ihre Kinder nicht schon als Säuglinge taufen, damit sie sich später selber entscheiden können. Wie findet die Kirche das?

Die Kirche bevorzugt die Taufe von Säuglingen. Ich persönlich finde: Man kann ein Kind nicht neutral erziehen. Man kann ja auch nicht sagen: Ich gebe meinem Kind erst einmal keinen Namen, den kann es sich ja später aussuchen. Bis dahin spreche ich das Kind einfach nur mit „Kind“ oder „Du“ an. Das geht ja nicht. Das ist mit dem Glauben ähnlich. Man wird das Kind ja immer in einer bestimmten Richtung erziehen, wie man es für gut oder richtig hält. Ich meine, wenn man sein Kind christlich erziehen möchte, dann kann man es auch taufen. Zumal die Taufe dem Kind eine göttliche Heimat gibt.

15. Zur Taufe gehören auch die Paten. Sind dafür zwei nötig oder reicht auch einer?

Es reicht auch gar keiner. Im kirchlichen Gesetzbuch heißt es, dem Täufling sind – soweit möglich – ein oder zwei Paten an die Seite zu stellen. Wenn es zwei sind, sollen sie verschieden geschlechtlich sein, damit die „geistliche Elternschaft“ damit versinnbildlicht ist. Aber das ist sicherlich eher eine theologische Aussage als eine rechtliche Verpflichtung. Wenn es keine Paten gibt oder die Eltern das nicht möchten, ist das auch in Ordnung. Die Taufe bleibt gültig.

16. Wer kann Taufpate sein?

Ein Taufpate muss katholisch sein. Ein Protestant kann – zusammen mit einem katholischen Paten – ein so genannter „Tauf-Zeuge“ sein. Das ist nicht, wie bei der Eheschließung, als Zeuge des Taufakts selber zu verstehen, sondern als Glaubenszeuge. Er soll dem Täufling christliche Werte vermitteln. Das geht zusammen mit einem katholischen Paten, weil ein protestantischer Pate allein dem Kind zwar sicherlich christliche Werte vermitteln, es aber natürlich nicht im katholischen Glauben erziehen kann. Zudem muss ein Protestant auch wirklich seiner Kirche angehören, darf also nicht aus der evangelischen Kirche ausgetreten sein.

17. Kann auch ein Muslim Taufpate sein?

Generell können Ungetaufte – also Nicht-Christen – keine Taufpaten oder Tauf-Zeugen sein.

18. Auch ein Geschiedener? Auch ein Wiederverheirateter? Auch ein in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft Lebender?

Der Taufpate oder die Taufpatin muss ein gläubiger Mensch sein. Im kirchlichen Gesetzbuch steht, dass er ein Leben führen muss, das dem Glauben und dem zu übernehmenden Dienst entspricht. Ob das im konkreten Fall gegeben ist, kann nur in einem persönlichen Gespräch mit dem Seelsorger geklärt werden. Wichtig ist, dass der Pate gläubig ist und dem Kind den Glauben vermitteln kann.

Die Taufe

Mit der Taufe wird das Baby in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen. Dies geschieht in allen drei Landeskirchen der Schweiz (Reformierte, Römisch-Katholische und Christkatholische Kirche) im Rahmen eines Gottesdienstes. Es würde zu weit führen, an dieser Stelle im Detail auf die theologische Bedeutung der Taufe einzugehen, darum beschränkt sich dieser Artikel darauf, die wichtigsten Fragen zum Thema zu beantworten.

Wann wird ein Kind getauft?

Viele Familien lassen ihr Baby im ersten Lebensjahr taufen, es besteht aber auch die Möglichkeit, dies erst im Kindesalter zu tun, so dass sich das Kind später an das Ereignis erinnern kann. Auch eine Taufe im Teenager- oder Erwachsenenalter ist möglich. Katholiken müssen getauft sein, damit sie die Firmung empfangen dürfen, die reformierte Konfirmation ist aber auch ohne Taufe möglich.

Müssen die Eltern Mitglied der Kirche sein, damit sie ihr Kind taufen lassen können?

Mindestens ein Elternteil muss Mitglied der Konfession sein, in der das Kind getauft wird. Ist zum Beispiel die Mutter römisch-katholisch, der Vater reformiert, müssen sich die Eltern entscheiden, in welcher Konfession das Kind erzogen werden soll. Die Landeskirchen anerkennen die Taufe gegenseitig. Möchte eine im reformierten Glauben erzogene Person später zum Beispiel der Christkatholischen Kirche beitreten, muss sie also nicht erneut getauft werden.

Welche Konfession sollen wir für unser Kind wählen?

Wenn die Eltern verschiedenen Konfessionen angehören, stellt sich die Frage, in welcher Konfession das Kind getauft werden und aufwachsen soll. Die Landeskirchen empfehlen, die Konfession des Elternteils zu wählen, der einen engeren Bezug zu Glauben und Kirche hat. Haben weder Mutter noch Vater einen engen Bezug zu einer Kirche, ist es sinnvoll, sich zu fragen, in welchem religiösen Umfeld das Kind hauptsächlich aufwachsen wird und diese Konfession zu wählen.

Was ist bei allen Konfessionen gleich?

Alle drei Landeskirchen taufen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes durch dreimaliges Ausgiessen von Wasser auf das Köpfchen des Babys. Die symbolische Bedeutung des Wassers ist sehr vielfältig. So steht es zum Beispiel für Reinigung, das Stillen von Durst und für die Grundlage des Lebens. Die von den Berner Kirchen verfassten Broschüre „Die kirchliche Taufe – Ein Weg beginnt“ informiert ausführlich über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Taufe in den drei Landeskirchen.

An wen müssen wir uns wenden, wenn wir unser Kind taufen lassen wollen?

Wenn Sie sich entschieden haben, in welcher Konfession das Kind getauft werden soll, nehmen Sie Kontakt mit dem Pfarramt Ihres Wohnorts auf.

Welche Aufgabe haben die Paten?

Gotte und Götti, die Paten, bezeugen die Taufe. Sie sollen das Kind in seinem Glaubens- und Lebensweg begleiten und die Eltern in der Erziehung unterstützen. Wird das Kind römisch-katholisch getauft, muss mindestens ein Taufpate gefirmtes Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche sein, die Christkatholische Kirche erwartet, dass die Paten getauft sind, in der Reformierten Kirche müssen die Taufpaten mindestens sechzehn Jahre alt sein, einer von ihnen sollte reformiert und konfirmiert sein.

Welche Voraussetzungen müssen Taufpaten erfüllen

Taufpaten Bedingungen „Was Taufpaten versprechen „Pate nicht in der Kirche? „Taufsprüche

Erwartungen der Kirche an Paten

Erwartungen der Eltern an die Paten

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Welche Bedigung muss man als Patentante bzw. Patenonkel erfüllen?

Ob die ausgesuchten Paten für die Kindstaufe gute Paten für Ihr Kind sind, kann die Kirchengemeinde nicht prüfen; das tun Sie als Eltern gewissenhaft. Doch auch die Kirche hat Anforderungen an Taufpaten – und umgekehrt dürfen die Paten Erwartungen an die Kirchengemeinde haben. Denn beide Seiten gewährleisten in gemeinsamer Partnerschaft die christliche Erziehung des Patenkindes. Die christliche Erziehung zu unterstützen, dass ist die Anforderung, die die Kirche an Paten stellt. Daher sind in den Kirchenordnungen formelle Bedingungen für die Übernahme des Patenamtes formuliert.

Diese Erwartungen stellt die Kirche an die Taufpaten!

Ohne einer christlichen Kirche anzugehören, kann niemand Taufpate werden. Und zumindest ein Pate muss die Konfession haben, in der das Kind aufwachsen soll.

Was erwartet die römisch katholische Kirche von den Taufpaten?

Der Pate bzw. die Patin bei der Taufe in der katholischen Kirche muss selbst katholisch sein. Das heißt, er (sie) muss getauft sein, gefirmt und einer katholischen Gemeinde angehören. Das Mindestalter ist 16 Jahre. Ein einziger Pate genügt, der diese Voraussetzungen mitbringt. Werden weitere Personen als Pate / Patin eingesetzt, so genügt es, wenn sie einer christlichen Kirche angehören. Die weiteren Paten können also auch evangelisch sein.

Was erwarten die protestantischen Kirchen

Die Voraussetzung für die Übernahme des Patenamts in der evangelischen Kirche ist in zumeist, dass ein Taufpate (bzw. eine Patin) selbst evangelisch ist (also Mitglied einer protestantischen Kirche ist). Dazu gehört, getauft und in der Regel konfirmiert zu sein.

Die evangelische Kirche in Deutschland setzt sich aus unterschiedlichen Landeskirchen zusammen, in denen unterschiedliche Kirchengesetze herrschen.

Daher gibt es auch Regionen, in denen der Pate bzw. die Patin katholisch sein kann. Um diesbezüglich Klarheit zu erhalten, müssen Sie Sie sich mit Ihrem zuständigen Pfarramt in Verbindung setzen. Überall aber können weitere Paten einer anderen christlichen Glaubensgemeinschaft angehören.

Warum kann man nur Taufpate werden, wenn man selbst in der Kirche ist?

Geistliche werden oftmals kritisch gefragt, warum das Patenamt mit der Kirchenmitgliedschaft verbunden ist; man könne doch auch an Gott glauben ohne in der Kirche zu sein. Ja, richtig, persönlicher Glaube ist sehr unterschiedlich und kann auch außerhalb der Kirche sehr wohl existieren; für den persönlichen Glauben braucht man nicht Glied einer Kirche zu sein. Zum Glück versuchen die großen Kirchen nicht, zu überprüfen, ob jemand gläubig ist – im Gegensatz zu manchen Sekten. Die katholische und die evangelische Kirche sind ein Dach, unter dem sich Menschen mit sehr unterschiedlichen Glaubenserfahrungen versammeln können, gut so.

Es geht also nicht darum, den Glauben der Taufpaten zu prüfen.

Aber Paten sollen bereit sein, dem Kind den Wert der christlichen Gemeinschaft zu vermitteln. Das ist eine wichtige Aufgabe des Taufpaten / der Taufpatin. Auch sollen sie dafür sorgen, dass die Kirche das Kind nicht vergisst und die Verantwortung für Kinder aktiv wahrnimmt. Paten sind also das „Bindeglied“ zwischen der Kirche und dem getauften Kind. Wer sich aus der Kirche entfernt hat, kann also sehr wohl an Gott glauben, aber, wie kann er „glaubwürdig“ zur verantwortungsvollen Mitgliedschaft in der Kirche erziehen?

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• Schönste Taufgeschenke

Was können Eltern vom Taufpaten / der Taufpatin erwarten?

Diese Erwartungen können Eltern an Paten stellen!

Als wichtige Bezugspersonen begleiten die Paten die Entwicklung des Taufkindes Sie setzen sich für Rechte und Anliegen des Patenkindes ein. Sie sorgen dafür, dass es mit seinen Erwartungen, Sorgen und Nöten nicht allein gelassen wird. Für diese anspruchsvolle Aufgabe benötigen die Paten das Vertrauen des Kindes und der Eltern gleichermaßen.

Klären Sie in Ihrer Familie, welche Erwartungen an die Paten bestehen. Sprechen Sie mit den zukünftigen Paten darüber. Regen Sie die Paten an, sich über die Bedeutung des Patenamtes Gedanken zu machen. Dies erreichen Sie z.B. mit einer Diskussion über die Verpflichtungserklärung im nächsten Kapitel oder den „Brief eines Paten an sein Patenkind“, den Sie weiter unten finden. Passen Sie die Beispiele Ihren Vorstellungen an; ändern, kürzen, ergänzen Sie es im Gespräch mit den Paten. Überraschen Sie die Taufpaten mit einem kleinen Geschenk als Dank – z.B. mit einem Geschenkbüchlein voller guter Wünsche. Ein Beispiel ist das Buch „Ich wünsch dir was!“ Da zeige ich Ihnen das Buch und Dank-Texte, die Sie dazu schreiben können: Dankestexte!

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Taufzeuge: Wenn der Taufpate nicht katholisch ist

5. August 2016

  • Autor Stephan Fraß
  • Thema Taufe, Vorbereitung

Ein Taufpate hat die Aufgabe, das Kind auf seinem Glaubensweg zu begleiten. Wenn jemand nicht katholisch ist, kann er das Kind als Taufzeuge unterstützen.

Ein Zeuge hat die Aufgabe, über eine bestimmte Handlung oder einen bestimmten Akt anderen Personen Rechenschaft zu geben. So ist dies auch in der katholischen Kirche. Hierbei werden Frauen und Männer berufen, um den Empfang eines Sakraments, wie beispielsweise die Taufe, zu bezeugen. Bei der Taufe deines Kindes ist wahrscheinlich ein Taufpate anwesend, der gemeinsam mit den Eltern und der versammelten Gemeinde die Taufe deines Kindes vor der Welt bezeugt.

Wozu braucht man einen Taufzeugen?

Nicht jeder kann Taufpate sein. Mit diesem Amt sind Verpflichtungen verbunden, die über die Feier der Taufe hinaus- und in das Leben deines Kindes hineinreichen. Eine der Grundvoraussetzungen ist, dass der Pate katholisch ist.

Es kann den Fall geben, dass ein besonders guter Freund oder jemand aus der Familie zwar eine sehr gute Beziehung zum Kind hat, aber nicht katholisch, sondern bspw. evangelisch ist. Diese Person kann gemeinsam mit einem katholischen Paten Taufzeuge sein.

Dadurch kommt einerseits eine besondere Wertschätzung der Eltern für diese Person zum Ausdruck. Zum anderen achtet man dadurch auch die wichtige Funktion, die das Patenamt innehat. Dies heißt jedoch keineswegs, dass diese Person als Taufzeuge nicht ebenso in vielen Lebenslagen eine große Stütze für das Kind sein kann. Sie hat auch die Möglichkeit, später einmal als Firmzeuge bei einem weiteren wichtigen Sakrament dabei zu sein. Eine Unterstützung im Leben ist aber etwas anderes als jemanden auf seinem Glaubensweg zu begleiten. Da muss man die eigenen Traditionen und Feiern kennen und leben.

Warum sind meist evangelische Christen Taufzeugen?

Ist man katholisch und erfüllt alle weiteren Kriterien für das Patenamt, ist es nicht notwendig, sich nach einem Taufzeugen umzusehen. Evangelische Christen feiern ebenso wie wir Katholiken das Sakrament der Taufe. Egal ob ein Kind in einer katholischen oder in einer evangelischen Kirche getauft wird, ist es in beiden Fällen und im gleichen Umfang Kind Gottes. Jedoch unterscheiden sich die beiden Konfessionen (evangelisch und katholisch) in einigen Punkten voneinander. So glauben evangelischen Christen an zwei, wir Katholiken aber an sieben Sakramente. Da ist es nicht sehr sinnvoll, jemanden als Taufpaten zu wählen, dessen Glaube sich vom katholischen unterscheidet. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass ein evangelischer Christ die Taufe eines Kindes bezeugt. So wird die Person nicht in eine Rolle als Pate gedrängt, die sie nicht erfüllen kann, und erfährt doch eine beachtliche Wertschätzung von Seiten der Familie des Kindes.

Auch für orthodoxe Christen, also jenen, die den sogenannten Ostkirchen angehören, besteht die Möglichkeit, Taufzeuge zu sein.

In gewissen Fällen ist es hierbei sogar möglich, dass orthodoxe Christen neben einem katholischen Paten als weiterer Taufpate fungieren. Dies sollte aber im Vorfeld immer mit dem Spender des Sakraments, dem Priester oder Diakon, geklärt werden.

Es empfiehlt sich generell, vor der Feier der Taufe, bspw. beim Taufgespräch, gegenüber dem Diakon oder Priester zu erwähnen, dass man beabsichtigt, die Möglichkeit eines Taufzeugen in Anspruch zu nehmen. Diese Person kann im Rahmen der gebotenen Möglichkeiten in die Feier miteinbezogen werden und bspw. ein besonderes Gebet für den Täufling sprechen.

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