Wie viel zucker am tag kind?

Nicht mehr als sechs kleine Teelöffel Zucker pro Tag

Weniger als sechs kleine Teelöffel bzw. 25 Gramm Zucker sollte ein Kind pro Tag verzehren. Denn, wer täglich Speisen und Getränken mit einem hohen Zuckeranteil zu sich nimmt, läuft Gefahr, Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes zu entwickeln.

Kinder und Jugendliche sollten weniger als sechs kleine Teelöffel bzw. 25 Gramm Zucker pro Tag essen, rät eine neue Stellungnahme der American Heart Association (AHA).

„Unser Ziel ist eine einfache Empfehlung für alle Kinder im Alter zwischen 2 und 18 Jahren, die Eltern und öffentliche Stellen leicht einhalten können“, erklärte Prof. Dr. Miriam Vos in einer Pressemitteilung der AHA.
Das heißt alle Arten von Zucker, wie Würfelzucker, Fruchtzucker und Honig sowie Zucker, der bei der Herstellung von Lebensmitteln oder Getränken verwendet wird, sowie Zucker, der separat verzehrt wird, sollten zusammen diesen Grenzwert nicht erreichen oder gar überschreiten.

„Für die meisten Kinder ist es ein realistisches, gesundes und erreichbares Ziel, nicht mehr als sechs Teelöffel Zucker pro Tag zu verzehren“, so Vos. Sie ist Ernährungswissenschaftlerin und Professorin für Pädiatrie an School of Medicine der Emory Universität in Atlanta.

In der Stellungnahme heißt es auch, dass Kinder unter zwei Jahren überhaupt keinen Zuckerzusatz in Speisen oder Getränken konsumieren sollten. Darüber hinaus sollten Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis 18 Jahren nicht mehr als 227 Gramm Zucker pro Woche mit gesüßten Getränken zu sich nehmen.
Die Stellungnahme der AHA wurde Ende August in der Zeitschrift „Circulation“ veröffentlicht. Sie basiert auf der Durchsicht von Studienarbeiten, die sich mit dem Einfluss von Zucker auf die Gesundheit bei Kindern befassten.
Der regelmäßige Verzehr von Speisen und Getränken, die einen hohen Zuckeranteil aufweisen, kann zu Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes führen, was wiederum das Risiko für Herzerkrankungen erhöht.
„Kinder, die stark zuckerhaltige Lebensmittel konsumieren, neigen dazu, weniger gesunde Lebensmittel zu verzehren, wie Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und fettarme Milchprodukte, die für ihre Herzgesundheit gut sind“, ergänzte Vos.

„Es gab bisher keinen klaren Konsens darüber, wie viel Zucker für Kinder noch als sicher angesehen werden kann, denn Zucker ist Nahrungsmitteln und Getränken häufig beigemengt, sodass der Gesamtkonsum von Kindern hoch bleibt – das typische amerikanische Kind verbraucht etwa das Dreifache von dem, was an Verzehrmenge bei Zucker empfohlen wird“, verdeutlichte sie.
„Der beste Weg Zucker in der Ernährung eines Kindes zu vermeiden, ist überwiegend Lebensmittel anzubieten, die reich an gesunden Nährstoffen sind, wie Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, fettarme Milchprodukte, mageres Fleisch, Geflügel und Fisch, und Kinder nur wenig Lebensmittel mit wenig Nährwert essen zu lassen“, riet Vos.
Quelle: UPI, HealthDay, AHA, Circulation

Wie viel Zucker konsumieren unsere Kinder? Und wo ist er versteckt?

Wusstet ihr, dass ein Esslöffel Ketchup ein Teelöffel Zucker enthält? Nein? Ich auch nicht. Das soll hier auch kein Anti-Zucker-Post werden, aber das Problem ist: Oft ist der Zucker versteckt und wir wissen gar nicht, wie viel wir und unsere Kinder davon eigentlich konsumieren.

Laut einer wissenschaftlichen Untersuchung des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Zusammenarbeit mit der Universität Mannheim unterschätzen 92 Prozent der Eltern den Zuckergehalt in einem handelsüblichen 250-Gramm-Fruchtjoghurt. Was denkt ihr, wie viel Würfelzucker dadrin sind? In der Studien gingen die Elter von 4 Stücken aus – dabei sind es 11.

Obst gilt trotz Fruchtzucker als gesund, da es wenig Kalorien hat. Jedoch gilt auch hier: in Maßen statt in Massen.

Besonders im Kindesalter ist eine ausgewogene Ernährung und Bewegung wichtig. Wir als Eltern können einen Grundstein für Essgewohnheiten und auch Vorlieben legen. Wer sich gesund ernährt, hat mehr Energie für den Alltag, neigt nicht zu Übergewicht, hat ein gutes Immunsystem und schützt sich vor Krankheiten wie Diabetes.

Gefahren von Zucker für die Gesundheit

Das generelle Problem von Zuckerkalorien: Sie erhöhen das Risiko für Diabetes, Herz- und Lebererkrankungen und sorgen für Karies. Einer Studie nach könnten Kindern Stoffwechselstörungen drohen.

Gefährlich sind neben neben gesüssten Joghurts auch gezuckerte Getränke. Limonaden und Säfte aus Konzentrat enthalten Zucker. In einem 200-ml-Glas sind zum Beispiel 6,5 Würfel Zucker. Ein weiterer Nachteil: ein geringes Sättigungsgefühl. Darum fällt es einem nicht schwer eine ganze Flasche gesüsste Limonade zu trinken.

Welche Zuckerarten gibt es?

Eine kurze Theorie, die mit einem Merksatz beginnt. Zutaten, die auf “-ose” enden sind Zucker. Auf folgende Begriffe solltet ihr bei den Inhaltsstoffen also achten:

Saccharose: Kristallzucker
Fructose: Fruchtzucker
Invertzuckersirup: Saccharose und Fructose gemischt
Dextrose, Glucose: Traubenzucker
Glucosesirup: industriell aus Stärke hergestellt
Lactose: Milchzucker
Maltose: Malzzucker

Und noch ein Hinweis: Je weiter der Zucker vorne in der Inhaltsliste steht, umso mehr ist davon im Lebensmittel enthalten. Hersteller süßen ihre Produkte oft mit unterschiedlichen Zuckerarten, um die Menge so aufteilen zu können.

Ich habe mal unseren Snack- und Süßigkeitenschrank durchforstet und wahre Zuckerbomben gefunden.

Wie viel Zucker am Tag ist erlaubt?

Wisst ihr eigentlich wie viel Zucker die empfohlene Tagesdosis ist? Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) soll ein Erwachsener nicht mehr als 6 Teelöffel Zucker, also 25 Gramm, am Tag zu sich nehmen. In der Regel konsumieren wir aber deutlich mehr. Warum? Weil der Mensch Süßes mag und es ein Energielieferant ist. Das Gehirn empfindet Zucker als Belohnung und verlangt daher immer und immer wieder danach. Laut Statistik nimmt ein 5-Jähriger aus einem wohlhabenden Land im Jahr so viel Zucker zu sich, wie er selbst wiegt.

Die WHO hat die Menge 2015 von 50 auf jetzt 25 Gramm Zucker reduziert – jedoch ist die Menge in Fachkreisen umstritten. Zucker aus frischem Obst und Milch sind aus dieser Richtlinie übrigens ausgenommen.

Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) empfiehlt, dass Kinder nicht mehr als 10 Prozent der gesamten Tageskalorienmenge in Form von Süßigkeiten verzehren sollen. Bei 2- bis 3-Jährigen wären das 1100 (also 110 kcal durch Süßigkeiten), bei 4- bis 6-Jährigen 1400 (140 kcal durch Süßigkeiten). Das entspricht weniger als 30 Gramm Zucker.

Wie entwöhne ich mein Kind von Zucker?

Die Entwöhnung gelingt nur schrittweise. Von heute auf morgen wird das wohl nichts. Zucker ist ein Suchtmittel. Hier ein paar Tipps:

  1. Joghurt selber mit Früchten mischen, statt zu Fertigprodukten zu greifen.
  2. Kuchen selber backen.
  3. Keine Fertiggerichte essen und beim Kochen auf Ballaststoffe achten. Diese helfen Fressattacken zu vermeiden.
  4. Saftschorle statt Saft pur. Ihr könnt die Wassermenge nach und nach erhöhen.
  5. Zuckermenge im Tee reduzieren.
  6. Mische unter süßes Müsli Haferflocken.
  7. Bewegung! Es ist zwar keine Entwöhnung, hilft aber um Krankheiten vorzubeugen.

Es gibt die Regel, und die funktioniert hier sehr gut: Jedes Kind darf am Tag so viel Süßes essen, wie in die Hand passt. Meine Kinder naschen gerne Smarties und Gummibärchen und wenn man bedenkt, dass 20 Gummibärchen gut 11 Würfel Zucker bedeuten, ist das wirklich ausreichend.

Die Verbraucherzentrale Bayern hat übrigens eine kostenlosse App rausgebracht, damit Zucker in Lebensmitteln nicht länger versteckt bleibt. Hier findet ihr sie für Android und für iphone.

Ihr wollt wissen, welche Snacks wenig Zucker haben? Einige habe ich euch hier zusammengestellt. Außerdem findet ihr da auch zuckerfreie und zuckerarme Rezepte.

Viel Spaß beim Stöbern, Eure Jette!

FazitArtikelname Wie viel Zucker darf ein Kind am Tag essen? Beschreibung Zucker macht süchtig und krank. Das Problem: Er ist in vielen Nahrungsmitteln versteckt und oft wissen wir gar nicht, wie viel wir und unsere Kinder am Tag konsumieren. Hier sind ein paar Zuckerfallen und Tipps, wie ihr eure Kinder wieder entwöhnt. Autor motzmama Autor motzmama Logo

Das ist Ihr Tagesbedarf an Zucker!

Brauchen wir Zucker überhaupt?

Dass Zucker ungesund ist, sollte mittlerweile bei fast jedem angekommen sein. Durch einen hohen Zuckerkonsum schaden wir nicht nur unserem Gewicht, sondern auch unserer Gesundheit. Andererseits braucht der menschliche Organismus auch Zucker, um zu überleben, denn Glucose ist unser wichtigster Energie-Lieferant.

Aber Zucker ist eben nicht gleich Zucker: Natürlicher Zucker, der in Obst und Gemüse vorkommt, oder auch Kohlenhydrate in Reis und Kartoffeln sind für unseren Körper nicht grundsätzlich schädlich. Zugesetzter Zucker in Softdrinks, Gebäck, Süßigkeiten und Fruchtsäften allerdings in zu hohen Mengen schon.

Ein hoher Zuckerkonsum führt nicht nur zu mehr Karies und Übergewicht, auch die Risiken, an Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken, erhöhen sich drastisch (1, 2, 3, 4).

Welche Arten von Zucker es überhaupt gibt, wie groß Ihr Tagesbedarf an Zucker ist und wie Sie es schaffen, weniger Zucker zu sich zu nehmen, erklärt Ihnen EAT SMARTER in den folgenden vier Punkten!

1. Welche Arten von Zucker gibt es?

Mit „Zucker“ ist im Allgemeinen unser normaler Haushaltszucker (Saccharose) gemeint. Die Saccharose gehört zu den Disacchariden, den Zweifachzuckern.

Neben den Disacchariden gibt es noch die Monosaccharide (Einfachzucker) und die Polysaccharide (Mehrfachzucker). Alle diese Zuckerarten sind Kohlenhydrate.

Zu den Monosacchariden gehören:

  • Glukose: Traubenzucker enthalten in Obst und Honig, sowie industriell hergestellt als Traubenzucker.
  • Fruktose: Enthalten in Obst und Honig.
  • Galaktose: Enthalten in Milch
  • Isoglukose: Der Zucker wird aus Mais hergestellt. Er wird Isoglucose-Getränken und Obstkonserven beigemischt.

Zu den Disacchariden gehören:

  • Saccharose: Haushaltszucker, wird aus Zuckerrohr oder -rübe hergestellt.
  • Raffinade: Haushaltszucker, der zu 99 Prozent aus Saccharose besteht. Der Zucker wird am häufigsten verbraucht.
  • Laktose: Enthalten in Milch und Milchprodukten.
  • Maltose: Malzzucker, enthalten in Bier.
  • Rohzucker: Halbfertigprodukt aus der Zuckerherstellung. Der Rohzucker hat einen minimal höheren Anteil an Vitaminen.

Polysaccharide, also Mehrfachzucker, schmecken weniger süß und sind bekannt als Stärke.

Die Zuckerarten haben einen unterschiedlichen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Glucose steigert ihn am schnellsten, Fructose am langsamsten. Dagegen haben aber alle Zucker ungefähr den gleichen Brennwert: 400 Kilokalorien pro 100 Gramm Zucker.

Merke! Es gibt drei Zuckerarten: Monosaccharide, Dissacharide und Polysaccharide. Der normaler Haushaltszucker gehört zu den Disacchariden. Die Zuckerarten haben alle ungefähr einen Brennwert von circa 400 Kilokalorien pro 100 Gramm Zucker.

Wie viele Kilokalorien Sie pro Tag essen sollten erfahren Sie hier!

2. Wie viel Zucker am Tag ist unbedenklich?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen einen freien Zuckeranteil von höchstens zehn Prozent an der täglichen Kalorienzufuhr. Mit „freiem Zucker“ sind Monosaccharide (wie Glucose und Fructose) und Disaccharide (wie Saccharose oder Haushaltszucker) gemeint, die Lebensmitteln zugesetzt werden, sowie von Natur aus in Honig, Sirup, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten enthaltenen Zucker.

  • Für Frauen mit einem Tagesbedarf von circa 1800 Kilokalorien entspricht dies einem Zuckeranteil von 45 Gramm pro Tag, also etwa fünf Teelöffeln.
  • Für Männer mit einem Tagesbedarf von etwa 2400 Kilokalorien entspricht dies einem Zuckeranteil von 60 Gramm pro Tag, also circa sechs Teelöffel.

Für nicht-freie-Zucker, also Zucker, die natürlich in Obst oder Gemüse sowie in Milch und Milchprodukten vorkommen, hat weder die WHO noch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Empfehlungen.

Es gibt keine Studien, die negative Folgen mit dem Konsum von natürlichem Zucker assoziieren können.

Natürlich gilt aber auch für die natürlichen Zucker, dass man sie in Maßen genießen sollte. Wer täglich ein Dutzend Bananen isst, wird auch irgendwann zunehmen.

Merke! Die WHO empfiehlt Erwachsenen einen maximalen Zuckeranteil von zehn Prozent der täglichen Kalorienzufuhr. Dies entspricht bei Frauen etwa 45 Gramm Zucker pro Tag und bei Männern etwa 60 Gramm.

3. Tagesbedarf an Zucker für übergewichtige oder fettleibige Menschen

Für übergewichtige oder fettleibige Menschen ist es besonders wichtig den Zuckerkonsum auf ein Minimum einzuschränken.

Denn gerade wenn der Körper bereits aus dem Gleichgewicht ist, können die durch einen hohen Zuckerkonsum entstehenden Krankheiten wie Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch wahrscheinlicher auftreten.

Daher gilt für bereits Übergewichtige eher ein Tagesbedarf an Zucker von maximal fünf Prozent des Tagesbedarfs an Kalorien, das wären circa 25 bis 30 Gramm Zucker. Besser aber ist es, den Konsum von zugesetzten Zuckern ganz einzuschränken.

Dafür sollte auf Softdrinks, Fruchtsäfte, Fruchtjoghurts, Kakaos, Milchdrinks, Marmeladen, Erdnussbutter, Schokocremes, Gebäck, Süßigkeiten, Müsliriegel, Cornflakes und süße Müslis sowie alle weiteren Lebensmittel, die zugesetzte Zucker enthalten, verzichtet werden.

Das geht am besten, indem man sich die Nährwertangaben auf den Lebensmitteln durchliest. Dort müssen alle Monosaccharide und Disssacharide aufgeführt sein, die in dem Lebensmittel stecken (welche das sind erfahren Sie unter Punkt 2).

Natürlich sind mit den zugesetzten Zuckern keine natürlich vorkommenden Zucker in Obst oder Gemüse sowie natürlich belassener Milch und Milchprodukten gemeint. Aber auch diese Zucker sollten Sie wenn möglich in Maßen genießen.

Merke! Bereits übergewichtige Menschen sollten sich an einen Tagesbedarf von maximal 25 bis 30 Gramm Zucker halten. Besser ist es aber, ganz auf zugesetzte Zucker zu verzichten.

4. So halten Sie sich besser an Ihren Tagesbedarf an Zucker

Um zu vermeiden, dass Sie ungewollt zu viel Zucker zu sich nehmen und Ihren Tagesbedarf an Zucker überschreiten, sollten Sie mit diesen Lebensmitteln aufpassen:

  1. Softdrinks: Softdrinks sollten nicht als normales Getränk angesehen werden, denn bereits ein Glas Cola enthält über die Hälfte des empfohlenen Tagesbedarfs an Zucker.
  2. Fruchtsäfte: Fruchtsaftsäfte gibt es in verschiedensten Variationen, aber leider sind nicht alle davon gesund. Gerade bei Multivitaminsäften, ACE-Drinks und Fruchtnektar ist Vorsicht geboten. Oft verstecken sich neben dem natürlichen Zucker des Obstes noch zugesetzter Zucker und Aromen in den Getränken (1).
  3. Süßigkeiten: Dass Süßigkeiten wie Weingummis und Schokolade sehr viel Zucker enthalten, ist kein Geheimnis. Versuchen Sie also weniger davon zu essen und lieber zu frischem Obst oder Mandeln als Snack zu greifen.
  4. Gebäck: Gerade Muffins, Donuts oder Berliner enthalten pro Stück oft den gesamten Tagesbedarf an Zucker.
  5. Früchte aus der Dose: Früchte aus der Dose sind echte Zuckerfallen, weil den vermeintlich gesunden Früchtchen noch ordentlich Zucker zugesetzt wird.
  6. Fettreduzierte Produkte: Gerade fettreduzierte Milchprodukte enthalten oft fast die doppelte Menge an Zucker wie die normale Variante. Greifen Sie lieber zu vollfett Produkten, die halten länger satt, schmecken besser und sind gesünder!
  7. Getrocknete Früchte: Trockenobst besteht zu 50 bis 70 Prozent aus Fruchtzucker und ist damit eine echte Zuckerbombe. Als Snack ist es zwar gesünder als Süßigkeiten und Schokolade, sollte aber trotzdem nur in Maßen genossen werden.

Als Hauptgetränk sollten Sie vor allem Wasser oder ungesüßten Tee trinken. Wenn Ihnen pures Wasser zu langweilig ist, dann versuchen Sie es doch mal mit frischer Minze, sauren Limetten oder gesundem Ingwer aufzupeppen (2).

Achten Sie bei Ihren Snacks darauf, dass Sie ausreichend Nährstoffe enthalten. Vitaminreiches Obst oder Gemüse, Naturjoghurt oder Nüsse sind gesunde Snacks.

Sehr zuckerhaltige oder fettreiche Backwaren oder Riegel sollten Sie links liegen lassen. Diese machen zwar schnell satt, Sie werden aber nach spätestens zwei Stunden wieder Hunger haben.

Leckere Snacks unter 150 Kilokalorien finden Sie hier!

Ob Stevia ein guter Ersatz für Zucker ist, erklärt Linda Marx, Diplom-Ökotrophologin und zertifizierte Ernährungsberaterin:

„Stevia ist frei von Kalorien und wirkt nicht auf den Blutzuckerspiegel. Ein weiterer Vorteil ist, dass Stevia keine Karies verursacht. Stevia ist allerdings keineswegs ein Naturprodukt, wie oft suggeriert wird. Eine tägliche Dosis von vier Milligramm sollte nach den Empfehlungen der EFSA nicht überschritten werden. Generell sollte man in seiner Ernährung den süßen Geschmack reduzieren und nicht übermäßig einsetzen, auch nicht in Form von Stevia oder Süßstoff.“

Merke! Folgende Lebensmittel enthalten sehr viel Zucker und sollten nur in Maßen genossen werden: Softdrinks, Fruchtsäfte, Süßigkeiten, Gebäck, Früchte aus der Dose, fettreduzierte Produkte und getrocknete Früchte.

Wissen zum Mitnehmen

Der menschliche Organismus braucht Zucker, um zu überleben, denn Glucose ist unser wichtigster Energielieferant. Aber Zucker ist eben nicht gleich Zucker: Natürlicher Zucker, der in Obst und Gemüse vorkommt, oder auch Kohlenhydrate in Reis und Kartoffeln sind für unseren Körper nicht grundsätzlich schädlich. Zugesetzter Zucker in Softdrinks, Gebäck, Süßigkeiten und Fruchtsäften allerdings schon.

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Arten von Zuckern: Monosaccharide, Dissacharide und Polysaccharide. Unser normaler Haushaltszucker besteht meist aus Saccharose oder Raffinade und gehört zu den Disacchariden. Alle Zuckerarten haben den ungefähr gleichen Brennwert von circa 400 Kilokalorien pro 100 Gramm.

Die WHO empfiehlt Erwachsenen einen maximalen Zuckeranteil von zehn Prozent an der täglichen Kalorienzufuhr. Dies entspricht bei Frauen etwa 45 Gramm Zucker pro Tag und bei Männern etwa 60 Gramm. Die Empfehlung bezieht sich allerdings nur auf freie Zucker, also solche die Lebensmitteln zugesetzt wurden oder in Honig, Sirup und Fruchtsäften vorkommen.

Bereits übergewichtige Menschen sollten sich an einen Tagesbedarf von maximal 25 bis 30 Gramm Zucker halten. Besser ist es abe,r ganz auf zugesetzte Zucker zu verzichten.

Ein hoher Zuckerkonsum führt nicht nur zu mehr Karies und Übergewicht, auch die Risiken, an Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken, erhöhen sich drastisch.

Folgende Lebensmittel enthalten sehr viel Zucker und sollten nur in Maßen genossen werden: Softdrinks, Fruchtsäfte, Süßigkeiten, Gebäck, Früchte aus der Dose, fettreduzierte Produkte und getrocknete Früchte.

Wissenschaftlich geprüft von unseren EAT SMARTER Experten

Nach Daten der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS 1)sind 29 Prozent der Frauen und 43,8 Prozent der Männer übergewichtig, weitere 23,9 und 23,3 Prozent sind adipös. Nach dem Kinder- und Jugend-Gesundheitssurvey (KIGGS) des Robert Koch-Instituts sind 15,4 Prozent der drei- bis 17-Jährigen übergewichtig, weitere 5,9 Prozent leiden unter Adipositas.

Übergewicht und Fettleibigkeit sind mit etlichen Begleit- und Folgeerkrankungen, darunter Diabetes mellitus Typ 2, Fettstoffwechselstörungen, kardiovaskulären Erkrankungen, Krebs und degenerativen Gelenkerkrankungen assoziiert. Die direkten und indirekten Krankheitskosten werden auf mindestens 13 Milliarden Euro geschätzt. Die direkten Kosten der Folgeerkrankungen einer zu hohen und häufigen Zuckerzufuhr geben die drei wissenschaftlichen Fachgesellschaften mit 8,6 Milliarden Euro für das Jahr 2008 an.

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Die Fachgesellschaften halten die wissenschaftliche Studienlage inzwischen für ausreichend, um konkrete Obergrenzen für den durchschnittlichen täglichen Konsum an Zucker zu empfehlen: Nicht mehr als zehn Prozent des täglichen Kalorienbedarfs von durchschnittlich 2000 Kilokalorien sollen in Form von Zucker konsumiert werden; das sind maximal 50 Gramm Gesamtzucker in welcher Form auch immer.

Gegenwärtig wird diese Grenze von den Deutschen im Durchschnitt stark überschritten. Bei Frauen liegt der tatsächliche Verbrauch um 40 Prozent über diesem Grenzwert, beim Männern um 30 Prozent. Besonders bedenklich ist das Ausmaß des Überkonsums bei Kindern und Jugendlichen: Sie nehmen 75 Prozent mehr Zucker zu sich als empfohlen.

Hauptlieferant Süßwaren

Ein großer Teil der Zufuhr von freiem Zucker stammt aus Süßwaren (36 Prozent), ebenfalls bedeutsam sind Fruchtsäfte und Nektare, aus denen 26 Prozent der Zuckereinnahme resultieren sowie Limonaden mit einem Anteil von zwölf Prozent. Deutschland zählt mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 32 Litern pro Jahr zu den Spitzenreitern im Konsum von Fruchtsäften . Zusammen mit sonstigen Erfrischungsgetränken (Cola und Limonaden, 116 Liter pro Kopf) lag der Verbrauch genauso hoch wie der von Mineralwasser.

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75 % zu viel Zucker konsumieren Kinder im Durchschnitt, auch Erwachsene liegen über dem Grenzwert. Bei Männern sind es 30 Prozent, bei Frauen 40 Prozent. Ein besonderes Problem: Gezuckerte Erfrischungsgetränke, weil diese keine Sättigung bewirken.

Das besondere Problem der zuckerhaltigen Getränke: Sie lösen anders als feste zuckerhaltige Nahrungsmittel keinen Sättigungseffekt aus. Während süße feste Nahrungsmittel zumindest die Aufnahme anderer kalorienhaltiger Nahrungsmittel kompensiert, setzt der Genuss von Süßgetränken keine derartigen Begrenzungen. Ein weiteres Problem: Zuckergesüßte Lebensmittel und Getränke liefern einerseits zu viel Energie, enthalten jedoch auf der anderen Seite wenig oder keine essenziellen Nährstoffe. Zur Überernährung tritt dann auch eine Fehlernährung.

Prävalenz für Übergewicht

„Aufgrund der besonderen Rolle zuckerhaltiger Getränke, ihres hohen Pro-Kopf-Verbrauchs in Deutschland, der hohen nationalen Prävalenz für Übergewicht und Adipositas sowie der hohen damit verbundenen Krankheitslast schließen sich die DAG, DDG und DGE der evidenzbasierten Empfehlung der WHO aus dem Jahr 2015 an. Demnach soll die Zufuhr freien Zuckers maximal zehn Prozent der Gesamtenergie ausmachen“, heißt es in dem Konsensuspapier der drei wissenschaftlichen Fachgesellschaften.

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Das schließe auch natürlich vorkommenden Zucker in Honig, Sirup und Fruchtsäften ein. Bei einer geschätzten durchschnittlichen Gesamtenergiezufuhr von 2000 Kilokalorien pro Tag sollten demnach nicht mehr als 50 Gramm Zucker täglich verbraucht werden.

Die DGE empfiehlt, bei einer isokalorischen Ernährung der Art der Kohlehydrate besondere Aufmerksamkeit zu schenken: Präferiert werden sollten überwiegend pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, verarbeitete Lebensmittel sollten sparsam konsumiert werden. Der Verbrauch zuckergesüßter Getränke sollte vermieden und durch Wasser oder ungesüßte Tees ersetzt werden. Besonders wichtig: Kinder sollten nicht an eine hohe Zuckerzufuhr gewöhnt werden.

Aus den evidenzbasierten Erkenntnissen leiten die Fachgesellschaften ab, dass die bisher auf verhaltenspräventive Maßnahmen beschränkte Gesundheits- und Ernährungspolitik „nicht zur gewünschten Reduktion von Übergewicht und Adipositas und den damit assoziierten ernährungsbedingten Krankheiten geführt hat“. Vielversprechende Public-Health-Maßnahmen müssten daher auf Verhältnisprävention abzielen. In einer Umwelt, in der es unbegrenzten Zugang zu adipogenen Lebensmitteln gebe, müsse es dem Verbraucher leichter gemacht werden, gesundheitsfördernde Entscheidungen zu treffen.

International sei bereits eine Reihe ernährungspolitischer Public-Health Maßnahmen zur Senkung der Zuckerzufuhr implementiert.

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Das sind wichtige Maßnahmen zur Zuckersenkung

“ Entscheidungsunterstützende Maßnahmen: Eine vereinfachte Kennzeichnung von Lebensmitteln könne zu einem besseren Verständnis ihrer Qualität beitragen. Ein Mehrwert könne auch entstehen, wenn Unternehmen eine solche Kennzeichnung als Anreiz verstehen, die Reformulierung von Lebensmitteln voranzutreiben. De facto geschieht dies bereits durch einzelne namhafte Hersteller wie etwa Danone und Iglo, die ab 2019 in Deutschland das französische „Nutri-Core“-Ampelsystem für Deutschland übernehmen.

“ Entscheidungslenkende Maßnahmen: Hier fordern die Fachgesellschaften eine Verbindung der Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie, die auf weniger Salz, Fett und Zucker durch eine Reformulierung von Lebensmitteln abzielt, mit einer lenkenden Verbrauchssteuer. In Portugal und Großbritannien habe dies zu einer raschen Anpassung der Produkte geführt. Nach einer Modellrechnung könnte eine Reduktion von Zucker um 40 Prozent in zuckergesüßten Getränken nach fünf Jahren zu einer Minderung der Kalorienaufnahmen um 38 Kilokalorien und einer Gewichtsabnahme von 1,2 Kilogramm führen. Unbedingt notwendig sei aber neben einer Minderung des Zuckergehalts eine Reduktion der Gesamtenergie aufgenommener Nahrungsmittel, wenn diese Strategie nicht scheitern soll. Als positive Beispiele werden die Anstrengungen insbesondere auch der großen Handelsunternehmen wie Lidl und Rewe genannt, die den Zuckeranteil in ihren Eigenmarken systematisch senken.

“ Nudging (Anstupsen): Dies ist möglich beispielsweise durch die geschickte Platzierung gesunder Lebensmittel in Kantinen. Noch entscheidender wäre dies aber im Lebensmitteleinzelhandel.

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“ Besteuerung: Die drei Fachgesellschaften fordern eine „gesunde Mehrwertsteuer“ – 20 Prozent auf zuckergesüßte Getränke. Vor allem in Problemgruppen wie einkommensschwachen Schichten, aber auch bei Männern zwischen 20 und 29 Jahren könnte dies nach Modellrechnungen zu einer merklichen Reduktion des BMI führen.

Lebensmittel: WHO empfiehlt 6 Teelöffel Zucker pro Tag

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Im Kampf gegen Übergewicht und Krankheiten wie Diabetes hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine deutlich striktere Leitlinie für den Zuckeranteil in der Ernährung eingeführt. Statt bisher höchstens zehn Prozent solle der Anteil versteckten Zuckers nun möglichst nur noch bis zu fünf Prozent betragen, teilte die UN-Organisation am Mittwoch in Genf mit.

Mehr als ein Jahrzehnt lang hatte die WHO einen Grenzwert von zehn Prozent Zuckerzusätzen an der täglichen Energiezufuhr für sinnvoll erachtet. Nach einer einjährigen Diskussion der WHO-Mitgliedsländer wurde der Grenzwert nun aber auf fünf Prozent herabgesetzt. Diese Empfehlung steht laut WHO allerdings unter Vorbehalt, da es zu wenige Studien zu Menschen mit solch einem niedrigen Zuckeranteil an der Ernährung gebe, um belastbare Vergleiche anzustellen.

Maximal sechs Teelöffel Zucker pro Tag

In der neuen Empfehlung geht es um Zuckerarten wie Saccharose, Fruktose und Glukose, die Hersteller, Köche oder die Verbraucher selbst ihren Speisen und Getränken beimischen. Keine Rolle spielt hingegen der natürliche Zuckergehalt in Obst, Gemüse und Milch, da es laut WHO keinen Hinweis darauf gibt, dass dieser gesundheitsschädlich ist.

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Der auf fünf Prozent halbierte Grenzwert bedeutet, dass ein Erwachsener pro Tag nicht mehr als 25 Gramm Zucker, das heißt sechs Teelöffel davon, zu sich nehmen soll. Allein in einer Dose Limonade sind durchschnittlich zehn Teelöffel Zucker enthalten.

Zuckergehalt industrieller Lebensmittel oft schwer zu erkennen

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Quelle: wochit

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Die WHO hob hervor, dass der Zuckergehalt von industriellen Lebensmitteln oft schwer zu erkennen sei. So enthalte ein Esslöffel Ketchup einen ganzen Teelöffel Zucker. Die WHO fordert daher eine bessere Kennzeichnung des versteckten Zuckergehalts in Speisen und Getränken sowie eine Einschränkung von Werbung für zuckerhaltige Lebensmittel bei Kindern. Zudem spricht sich die Organisation für einen Dialog mit der Lebensmittelindustrie aus, um den Zuckeranteil in ihren Produkten zu verringern.

Die neue Richtlinie ist Teil des Kampfes der WHO gegen Fettleibigkeit, Karies und Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und manche Krebsarten. An sogenannten Lifestyle-Krankheiten, die durch ungesunde Verhaltensweisen wie Rauchen, Alkoholkonsum und zuckerreiche Ernährung verursacht werden, sterben laut WHO jährlich weltweit 16 Millionen Menschen.

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Die Lebensmittelindustrie in Deutschland kritisierte die neue WHO-Leitlinie als „Scheinlösungen“ mit zweifelhafter wissenschaftlicher Begründung. Übergewicht werde nicht allein durch die Ernährung verursacht, sondern auch durch Bewegungsmangel, erbliche und sozioökonomische Faktoren sowie Stress, erklärte der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) in Berlin.

Wissen Sie, wie viel Zucker Sie heute zu sich genommen haben? Und rechnen Sie bitte alles ein – den Zucker, den Ihr Bäcker in den Brötchenteig gerührt hat und Sie in Ihren Kaffee, den Fruchtzucker im frisch gepressten Orangensaft, den Honig in Ihrem Tee und den Zucker, den Sie mit jedem Löffel Müsli, Ketchup, oder Salatdressing, mit jedem Schluck Suppe oder Softdrink aufgenommen haben.

Wenn es nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht, sollte das alles in Zukunft nicht mehr als fünf Prozent Ihrer Energiezufuhr ausmachen. Bei einem durchschnittlichen Menschen wären das etwa 25 Gramm Zucker am Tag oder sechs Teelöffel – weniger, als in einer einzigen Dose Cola enthalten ist.

So steht es im Entwurf der neuen Richtlinien, die die WHO Anfang des Monats vorgestellt hat und über die Forscher, Mediziner und Politiker seither diskutieren. Bis Montag sammelt die Organisation noch Kommentare auf ihrer Internetseite. Dann könnte der Vorschlag bald offizielle Richtlinie werden.

In Genf hat man sich auf einen Kampf eingestellt. Als die WHO 2003 vorschlug, nicht mehr als zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr mit Zucker abzudecken, wurde sie massiv unter Druck gesetzt. Der amerikanische Kongress drohte gar, aufgestachelt von der Zuckerlobby, der WHO die Gelder zu streichen. Sollte jetzt ähnlicher Druck ausgeübt werden, sei man vorbereitet, sagt eine Sprecherin der WHO.

Unklar, wie schädlich Zucker wirklich ist

Das kann man bewundern. Trotzdem ist das Fünf-Prozent-Ziel zwar gut gemeint, aber auch überzogen und unpraktisch. Zum einen ist nicht klar, wie schädlich Zucker wirklich ist. Der süße Stoff ist in den vergangenen Jahren zum Bösewicht schlechthin stilisiert worden. Er soll zu Übergewicht, Diabetes, Herzkrankheit und sogar zu Demenz führen. Zucker sei giftig, allgegenwärtig und mache süchtig, sagt der amerikanische Arzt Robert Lustig. Deshalb müsse Zucker in Zukunft wie Tabak oder Alkohol behandelt werden. Er schlägt zum Beispiel vor, gesüßte Getränke nicht an Minderjährige zu verkaufen und alle Lebensmittel zu besteuern, die Zucker enthalten.

Auf der anderen Seite stehen Wissenschaftler, die zwar glauben, dass viele Menschen zu viel Kalorien zu sich nehmen, Zucker aber nur ein Teil des Problems ist. Sie weisen darauf hin, dass die Beweise, dass Zucker Diabetes oder Herzkrankheiten auslöst, schwach sind. Tatsächlich bezieht sich die WHO für ihre Fünf-Prozent-Empfehlung fast ausschließlich auf Studien, die das Risiko untersucht haben, Karies zu bekommen. Das dürfte für die meisten Menschen in Deutschland zwar nicht die größte Sorge sein, doch diese Folge von Zuckerkonsum ist am besten belegt.

Der Vorschlag der WHO ist schwer umsetzbar

Hinzu kommt, dass es einem durchschnittlichen Deutschen äußerst schwerfallen dürfte, nur fünf Prozent seiner Kalorien über Zucker aufzunehmen. Selbst wer Softdrinks und Süßigkeiten konsequent weglasse, könne das kaum erreichen, sagt Gerhard Rechkemmer, Präsident des Max-Rubner-Instituts. Der durchschnittliche Deutsche trinkt zum Beispiel alleine 45 Liter Apfelsaft pro Jahr, was sein Zuckerkonto laut WHO bereits schwer belasten würde. Um unter die Fünf-Prozent-Hürde zu kommen, müssten also die Rezepturen der Lebensmittel selbst verändert werden.

Vor allem ist der Vorschlag der WHO aber unpraktisch. Wer kann schon genau sagen, wie viel Zucker sein Essen enthält? „Ich weiß nicht, wie viel Zucker ich heute zu mir genommen habe“, sagt auch Rechkemmer. Solche Empfehlungen seien in ihrer Plakativität politisch gut vertretbar; wie sie umgesetzt werden könnten, sei aber völlig unklar.

Einfacher wären klare Verhaltensregeln, zum Beispiel: Trinken Sie keine Softdrinks. Die enthalten viel Zucker und sonst eigentlich nichts. Sie machen nicht einmal satt. Wer könnte schon zehn Teelöffel Zucker essen, ohne mit der Wimper zu zucken? In einer Dose Cola trinkt sich das dagegen schnell weg. Wer Softdrinks aus seiner Ernährung verbannt, macht also kaum etwas falsch.

Und ansonsten empfiehlt es sich, in Sachen Ernährung zu entspannen. Man kann beim Frühstück sehr viel sinnvollere Dinge tun, als nachzurechnen, wie viel Prozent Zucker man zu sich genommen hat. Zeitung lesen zum Beispiel.

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