Wie viel liter muss ein kind am tag trinken

Hat ihr Kind heute schon genug getrunken?

Trinken in ausreichender Form ist enorm wichtig

Nicht nur im Sommer, sondern immer. – Aber wie viel ist genug? Kinder haben, wie auch ältere Personen, ein nur schwach ausgeprägtes Durstempfinden. Tritt einmal Durst ein, ist das ein Alarmsignal des Körpers. Oft wird einfach auf das Trinken „vergessen“. Daher ist es umso wichtiger, daran zu erinnern und Trinkquellen­/-brunnen an gut sicht- und erreichbarer Stelle zu platzieren.

Um fit zu sein, müssen Kinder ausreichend und regelmäßig Wasser trinken

Als Richtwert für Erwachsene gelten 1,5 bis 2 l Flüssigkeit. Kinder haben im Verhältnis dazu gesehen einen Mehrbedarf. Sind sie tagsüber sehr aktiv oder die Temperaturen hoch, dann kann der Flüssigkeitsbedarf bis auf das Doppelte ansteigen. Flüssigkeitsmangel hat Konzentrationsschwäche und Müdigkeit zur Folge. Es besteht die Gefahr von Dehydrierung. – Kleine Kinder können sogar Fieber bekommen, wenn sie nicht ausreichend getrunken haben.

Soviel sollen Kinder pro Tag trinken

1 bis unter 4 Jahre 820 ml
4 bis unter 7 Jahre 940 ml
7 bis unter 10 Jahre 970 ml
10 bis unter 13 Jahre 1170 ml
13 bis unter 15 Jahre 1330 ml

(Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung)

Wasser sollte bei der Wahl der Getränke an erster Stelle stehen. Es löscht den Durst, ist gesund und liefert die entsprechende Energie. Vorbildwirkung zeigen Eltern und das persönliche Umfeld, in dem sie mit gutem Beispiel voran gehen und vor den Augen der Kinder regelmäßig Wasser trinken. Auch Trinkrituale sollten zum Alltag zählen.

Animieren zum Wasser trinken

  • Trinkwasser immer bereit stellen
  • zu jeder Mahlzeit sollten Kind trinken dürfen
  • immer ein Glas oder eine Flasche (Abwechslung durch verschiedene Farben, Formen hineinbringen) Wasser auf den Tisch stellen
  • Spaß und spielerische Animation durch selbständiges Wasserzapfen am Wasserspender
  • persönliche, wiederverwendbare Trinkflasche (beispielsweise mit dem Lieblingslogo) für Unterwegs
  • Belohnungssystem für Kinder bei Erreichung des Tagesbedarfs

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Von Klein an daran gewöhnen Wasser zu trinken

Für unsere Mitarbeiterin Stephanie ist es besonders wichtig, dass man die Kinder von Klein an an Wasser trinken gewöhnt. Softdrinks und Säfte sollten ihrer Meinung nach als Ausnahme und Belohnung gesehen werden. Wir haben sie nach dem Trinkverhalten in ihrer Familie und im Kindergarten gefragt:

Deine kleine Tochter Valentina besucht den Kindergarten. Wie schaut es dort in punkto Trinkverhalten aus? Sind die Kleinen ausreichend mit Wasser versorgt?

Es wird darauf geachtet, dass die Kinder ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Prinzipiell trinken die Kinder dort nur Wasser. Jedes Kind hat sein eigenes Wasserglas mit seinem jeweiligen Symbol. Das Glas wird immer nachgefüllt. – Die Kinder können trinken wann sie wollen.

Valentina trinkt gerne Wasser

Was trinkt deine Tochter am liebsten?

Sie trinkt generell viel Wasser. Wir haben zu Hause ein Gasthaus. Dort gibt es ein Überangebot an diversen Getränken. Meine Tochter weiß aber ganz genau, dass sie ausschließlich Wasser zu trinken bekommt. Als Ausnahme bzw. Belohnung bekommt sie es hin und wieder verdünnt mit Apfel-, Orangensaft oder mit Cool Sensations (Anm. Tee zum Kaltanrühren) zum Trinken. Ich denke, das sollte für das Kind immer etwas Besonderes sein. Es ist wichtig, dass man das Kind von Klein auf daran gewöhnt, Wasser zu trinken.

Wie schaut das Trinkverhalten in deiner Familie generell aus?

Wenn ich ehrlich bin, eher schlecht. Meine Mutter und Großmutter arbeiten im Gasthaus in der Küche. Arbeitsbedingt wird dann einfach auf das Trinken vergessen. Daher sollte immer ein volles Glas oder eine Karaffe Wasser pur oder verdünnt mit Säften in erreichbarer Nähe stehen. Dann trinkt man automatisch und vergisst nicht drauf.

Wäre hier ein Wasserspender sinnvoll?

Sehr sinnvoll. Er regt an, dass man sich das Wasser selber zapft. – Egal ob kalt, heiß oder prickelnd. Es macht Spaß und animiert auf alle Fälle mehr zu trinken. – Vor allem Kinder nehmen dieses Angebot sehr gerne in Anspruch.

Wird deiner Meinung nach in Schulen und Kindergärten den Kindern überhaupt die Möglichkeit geboten, ausreichend und vor allem gesund zu trinken?

In meiner Schulzeit durften wir nur in den Pausen trinken. Heute hat sich diese Einstellung sicher etwas geändert. Die Kinder sollten verstärkt die Möglichkeit haben, ausreichend zu trinken. Ein Wasserspender trägt sicherlich dazu bei.

Trinken ist wichtig!

© fotolia, muro

Manche Kinder sind echte Vieltrinker, andere eher Trinkmuffel. Ist es also gar nicht so wichtig, wie viel ein Kind trinkt?
Doch, es ist wichtig!

Ernährungsexperten warnen immer wieder: Viele Kinder trinken zu wenig. Das ist ungesund und belastet zum Beispiel die Nieren. Achten Sie daher darauf, dass Sie Ihrem Kind regelmäßig etwas zu trinken anbieten – am besten ungesüßten Früchte- oder Kräutertee (schwarzer oder grüner Tee ist wegen seines Koffeingehaltes nichts für Kinder) oder auch ein (bevorzugt stilles) Mineralwasser. Ist Ihr Kind noch im Baby- oder Kleinkindalter, sollten Sie Wasser mit dem Vermerk „Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ kaufen.

Säfte enthalten von Natur aus etwas Zucker, Obstsäfte außerdem Fruchtsäuren. Empfindliche Babys und Kleinkinder können auf diese mit Wundwerden reagieren. Wird viel Obstsaft getrunken, kann die Säure die Zähne angreifen, was im Verbund mit dem Zucker Karies begünstigt. Dennoch ist ein Glas/Fläschchen Saft zwischendurch in Ordnung. Schließlich hat Saft wertvolle Inhaltsstoffe, etwa Vitamine. Aber auch hier gilt: Bitte ohne zusätzlichen Zucker (Vorsicht, „Nektare“ oder „Fruchtsaftgetränke“ enthalten wenig Frucht und viel Zucker) und am besten 1:1 mit Wasser zur Schorle verdünnt. Sonst macht Saft auch viel zu schnell satt und Ihr Kind hat keinen Appetit mehr aufs Essen.

Tipp: Wenn Kinder ganz ins Spiel versunken sind, bemerken sie oft nicht oder zu spät, dass sie längst großen Durst haben – also nicht nur bei den Mahlzeiten, sondern auch zwischendurch etwas zu trinken anbieten.

Durst ist übrigens immer ein Alarmsignal: Der Flüssigkeitshaushalt ist bereits aus dem Gleichgewicht, schnelle Abhilfe tut Not. Erst recht bei kleinen Kindern, die regelrecht „heißlaufen“ und Fieber entwickeln können, wenn sie zu wenig Flüssigkeit bekommen.

Wie viel Flüssigkeit braucht ein Kind?

Einen Teil seines Flüssigkeitsbedarfs stillt Ihr Kind auch über die Nahrung. Etwa, wenn es Obst, Gemüse, Soße oder Joghurt isst. Wie viel es darüber hinaus trinken sollte, hängt auch davon ab, wie heiß es ist und ob ein Kind krank ist. An heißen Tagen oder bei Fieber steigt der Flüssigkeitsbedarf stark an. Dann sollten Sie besonders darauf achten, dass Ihr Kind genug trinkt und ihm sehr oft etwas anbieten. Zu Ihrer Orientierung hier ein paar grundsätzliche Angaben dazu, wie viel Kinder normalerweise auf alle Fälle trinken sollten:

  • Säuglinge, die noch voll mit der Flasche ernährt oder gestillt werden, brauchen normalerweise keine weitere Flüssigkeit. Ausnahme: Ihr Kind hat Fieber oder gar Erbrechen bzw. Durchfall. Dann müssen Sie unbedingt mit dem Arzt besprechen, ob es mehr zu trinken braucht und was sich eignet. Gerade im ersten Lebensjahr können großer Flüssigkeitsverlust oder Flüssigkeitsmangel schnell bedrohlich werden.
  • Größere Babys, die auf Beikost umsteigen und damit weniger flüssige Nahrung zu sich nehmen, sollten zwischendurch bereits etwas zu trinken bekommen (aus dem Fläschchen oder einem kleinen Becher).
  • Einjährige können bereits am Familientisch mitessen, das Fläschen wird zur Nebensache. Jetzt braucht Ihr Kind unbedingt zum Essen sowie zwischendurch etwas zu trinken. Die empfohlene tägliche Trinkmenge liegt bei ca. 600 ml.
  • Zwei- und Dreijährige sollten am Tag gut 700 ml trinken.
  • Vier- bis Sechsjährige brauchen etwa 800 ml an Getränken, Sieben- bis Neunjährige etwa 900 ml.

Tipp: Versuchen Sie, Ihr Kind früh ans Trinken aus dem Becher zu gewöhnen. Dann kommen Sie gar nicht erst in Versuchung, Ihrem Kleinen die Flasche zum Dauernuckeln zu überlassen. Die ständige Nuckelei ist sehr zahnschädlich und ganz unnötig. Spätestens um seinen ersten Geburtstag herum kann Ihr Kind lernen, anders zu trinken. Anfangs hilft es z.B., wenn Sie die Kappe des Fläschchens als Mini-Becher nutzen.

von Anne Malburg, Diplom-Journalistin

Zuletzt überarbeitet: April 2019

Reichliches Trinken ist gerade an heißen Sommertagen wichtig. Kinder benötigen mit fast einem Liter pro Tag relativ viel Flüssigkeit, denn der Wasseranteil in ihrem Körper ist noch höher als bei Erwachsenen. Insofern beeinträchtigt schon ein leichter Flüssigkeitsmangel bei Kindern sehr schnell ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Schwindel, Müdigkeit und Kopfschmerzen können auftreten. In Extremfällen kann es zum Kreislaufkollaps kommen. Hinzu kommt, dass Kinder beim Herumtollen schwitzen, und dabei eine Menge Flüssigkeit verlieren. So kann sich der Flüssigkeitsbedarf von Kindern bei Sport und Spiel an heißen Tagen mehr als verdoppeln. Je jünger ein Kind ist, umso wichtiger ist es, dass es ausreichend trinkt. Laut Ernährungsbericht 2008 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. trinken gerade Kleinkinder oft zu wenig1. Kinder erreichen in den meisten Altersgruppen zwar im Mittel den Referenzwert für die Zufuhr von Getränken, auf individueller Ebene trinkt jedoch etwa die Hälfte zu wenig. Entweder, weil sie nicht daran denken, oder ihr Durstempfinden nicht so stark ausgeprägt ist. Eltern sollten daher insbesondere an heißen Sommertagen und beim Sport darauf achten, dass Kinder zum Getränk greifen, noch bevor sie durstig werden. Denn Durst stellt sich erst ein, wenn der Körper bereits unter Flüssigkeitsmangel leidet.

Jugendliche nehmen in der Regel ausreichend Flüssigkeit auf. Allerdings besteht rund ¼ ihres Getränkekonsums aus Limonade, insbesondere bei den 12- bis 17-jährigen Jungen2. Damit können Getränke in dieser Altersgruppe erheblich zur Energiezufuhr beitragen.

Ideal sind kalorienfreie Getränke. Besonders empfehlenswert zum Durstlöschen sind Trinkwasser, Mineralwasser und ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees. Fruchtsaftschorlen (1 Teil Saft, 3 Teile Wasser) sind akzeptabel und löschen ebenfalls gut den Durst.

Einen Überblick über geeignete und weniger geeignete Getränke für Kinder gibt das Poster „Clever trinken“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. Anhand der Getränkeseite der Dreidimensionalen Lebensmittelpyramide beschreibt und bewertet es diverse Getränke und ihre Inhaltsstoffe. Eine Skala zeigt Richtwerte für die Flüssigkeitszufuhr in verschiedenen Altersgruppen. Praktische Tipps helfen dabei, das optimale Trinkverhalten im Alltag zu realisieren. Das Poster eignet sich für den Unterricht wie für die Beratung. Das „Clever-Trinken“-Poster im DIN-A2-Format, Artikel-Nr. 122510, kann ab sofort für 2,70 EUR zzgl. 3 EUR Versandkosten beim

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Hintergrundinformation:

Erfrischungsgetränke wie Limonaden, Fruchtsaftgetränke, Eistee & Co. sollten nur in geringen Mengen getrunken werden, da sie viel Zucker enthalten und in größeren Mengen zur Entstehung von Übergewicht beitragen können. Als Getränke zum Durstlöschen taugen sie nicht. Lightgetränke sind zwar kalorienarm, aber oft übermäßig süß und fördern möglicherweise dadurch die Präferenz für Süßes. Sie stellen daher keine Alternative dar.

Da Kinder auf Koffein mit Unruhe, Schwindel, Herz- und Pulsrasen, Erbrechen sowie Schlafstörungen reagieren können, sind Kaffee, grüner und schwarzer Tee, Cola-Getränke und Energydrinks für sie nicht geeignet. Nichts einzuwenden ist gegen Rotbusch-Tee, er ist koffeinfrei. Alkohol ist für Kinder generell tabu. Auch durch sogenanntes Kinderbier sollten Kinder nicht an das Biertrinken gewöhnt werden.

Säfte sind reich an Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Energie und zählen zu den pflanzlichen Lebensmitteln. Zum Durstlöschen sollten reine Säfte mit Wasser verdünnt getrunken werden (1 Teil Saft, 3 Teile Wasser). Als Schorle sind sie geeignete Getränke, da die Flüssigkeitszufuhr im Vordergrund steht. Trotzdem sollte auch hier der Energiegehalt nicht außer Acht gelassen werden. Milch ist aufgrund ihres Energiegehaltes nicht zum Durstlöschen geeignet. Molke pur hingegen kann zu den Getränken gerechnet werden, weil sie kalorienarm ist.

Wasser und ungesüßte Früchte- oder Kräutertees sind die beste Wahl. Sie können immer getrunken werden. Empfehlenswert ist es, zu allen Mahlzeiten einschließlich Schulfrühstück und zwischendurch möglichst energiefreie Getränke zu trinken und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, insbesondere bei Spiel und Sport, zu achten. Kinder sollten immer die Möglichkeit haben, Wasser zu trinken, auch im Unterricht.

1VELS: Verzehrsstudie zur Ermittlung der Lebensmittelaufnahme von Säuglingen und Kleinkindern
2EsKiMo: Ernährungsstudie als KiGGS-Modul

Die Ernährung des um den Geburtstermin reif-geborenen Neugeborenen

1. Muttermilchernährung – Stillen

Stillen ist für das Kind die allerbeste Möglichkeit, Ihr Kind in den ersten Wochen und bis zu 6 Monaten mit allen nötigen Nahrungsgrundstoffen, Vitaminen und Spurenelementen zu ernähren. Ihr Baby wird dabei weitgehend selbst bestimmen, wie oft es trinken will und wird genauso soviel Milch trinken, wie es benötigt.

Zusammensetzung der Muttermilch
100 ml enthalten 67 kcal (Kilokalorien)
4.0 g Fett
1.5 g Eiweiß (Protein)
7.0 g Milchzucker (Lactose)

In den ersten Wochen nach der Geburt hat das Kind noch keinen Tag-Nachtrhythmus und wird alle 2-4 Stunden, insgesamt 6-8 mal über den Tag verteilt, zu trinken verlangen. Die Eltern spüren selbst am besten, wenn es durch typisches ausdauerndes Schreien und Suchen nach der Brustwarze nach der Brust verlangt.
Ansonsten wird es nur unruhig und schreien, wenn ihm etwas unbequem ist (volle Windel, wenn es zu warm eingepackt ist etc.). Die dritthäufigste Ursache von Schreien oder Raunzen ist, wenn es akustischen oder körperlichen Kontakt zu Mutter oder Vater sucht. Dann genügt es meist, das Kind anzusprechen oder kurz aufzuheben oder zu streicheln, um ihm die Sicherheit zu geben, dass es sich geborgen fühlt.

Wenn Ihr Baby nach einigen Wochen einen Tag-Nachtrhythmus entwickelt, werden die Intervalle untertags kürzer (2-4 Stunden) und nachts länger (5-8 Stunden) sein, sodass es auf etwa 4-8 Mahlzeiten pro Tag kommt. Das Baby braucht ab der 2. Lebenswoche 160-180 ml/kg Milch pro Tag (entspricht etwa 120 kcal/kg/Tag) und benötigt außer bei extremer Hitze und Trockenheit keine weitere Flüssigkeit. So trinkt es etwa 1/6 seines Körpergewichts pro Tag an Flüssigkeit (z.B.: Gewicht 4000g; 4000 dividiert durch 6 = 660 ml Trinkmenge – über den Tag verteilt. Etwa 6 Flaschen je 110 ml).

Hinweis: Die Angaben über Trink- oder Nahrungsmengen für Neugeborene oder Säuglinge werden im Allgemeinen auf das Körpergewicht bezogen. Eine Trinkmenge von 170 ml/kg/Tag heißt zum Beispiel, dass das Kind pro kg Körpergewicht und Tag 170 ml zu sich nimmt oder nehmen soll. Hat Ihr Kind 4 kg, heißt das 4 mal 170 ml, also 680 ml pro Tag.

2. Ernährung mit einer (voll-)adaptierten, aus Kuhmilch hergestellten Säuglingsnahrung – Pre-Nahrung:

Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Sie aus irgendeinem Grund nicht (mehr) stillen können oder wollen. Die der Muttermilch angepassten – „adaptierten“ Säuglingsnahrungen – die sogenannten Pre-Nahrungen sind ein praktisch vollwertiger Ersatz für die Muttermilch und sind ähnlich dünnflüssig wie diese. In mancher Hinsicht ist die Ernährung mit einer Milchfertignahrung auch praktischer als das Stillen. Zum Beispiel ermöglicht es dem Vater, sich mehr zu engagieren und entlastet auch die Mutter, wenn diese keine Zeit hat.

In Österreich sind vier (voll-)adaptierte Pre-Milchen am Markt, Pre-Aptamil – Fa. Milupa , Beba Pre – Fa. Nestle, Pre Humana1 – Fa. Humana, Pre Hipp – Fa. Hipp), welche aus Kuhmilch hergestellt werden. Sie sind alle in Zucker, Fett- und Eiweißgehalt der Muttermilch angeglichen und erlauben es, dem Kind die Trinkmengen und Intervalle genauso wie beim Stillen selbst seinen Bedürfnissen anzupassen. Die Eltern erkennen rasch das typische Hungergeschrei, wenn das Kind gefüttert werden will. Es ist intensiv und hört erst auf, wenn man dem Kind die Flasche gibt. Bieten Sie dem Kind ruhig sooft zu trinken an, sooft es wegen Hunger schreit. Die alte, aus früher Zeit mit überfüllten Neugeborenenzimmern der Entbindungsanstalten überkommene Hebammenmethode, das Baby schon so früh als möglich auf fixe Zeitintervalle zu dressieren, ist überholt und züchtet nur Neurosen. Bereiten Sie immer etwas mehr zu, sodass etwas Milch übrigbleibt. Das Baby trinkt (allerdings nur) von den adaptierten Pre-Milchen soviel es braucht und muß nicht austrinken. Es wird damit gleich wie beim Stillen in den ersten Wochen seinen eigenen Rhythmus entwickeln, tags etwas häufiger (alle 2-4 Stunden) und nachts, wenn es nach 1-2 Monaten seinen Tag- Nachtrhythmus entwickelt, seltener (alle 5-6 Stunden) nach der Flasche schreien. Auch hier, wie beim Stillen, reguliert sich der Appetit von selbst so das Ihr Baby nach der ersten Lebenswoche 160 – 180 ml/kg/Tag oder etwa 120 kcal/kg/Tag aufnimmt. Auch bei Flaschenfütterung ist außer bei extremer Hitze oder Trockenheit keine weitere Flüssigkeitszufuhr (Tee) nötig.

Zusammensetzung von fertig zubereiteter,
(voll-)adaptierter Pre-Milch (14 g Pulver
in 90 ml Wasser gelöst) am Beispiel von Beba Pre
100 ml enthalten 71 kcal (Kilokalorien)
3.6 g Fett
1.6 g Eiweiß (Protein)
8.1 g Lactose (Milchzucker)

3. „Beikost – Zufütterung“ ab dem 5. Lebensmonat

Als Beikost bezeichnet man alle Nahrungsmittel und Säfte mit Ausnahme von Muttermilch und Milchfertignahrungen.

Vor 20 Jahren gab es noch Empfehlungen, bereits ab Mitte des 3. Lebensmonats mit Beikosternährung zu beginnen, um dem Baby die nötigen Nahrungsstoffe, Vitamine, Spurenelemente und Eisen für die Blutbildung zukommen zu lassen, in dieser enormen Wachstumsphase (das Kind verdoppelt sein Gewicht in 4-5 Monaten und verdreifacht es in 14).
Wegen der Zunahme von allergischen Erkrankungen und weil der Darm des Babys in den ersten Lebensmonaten noch durchlässiger ist für größere Moleküle, die Allergien auslösen könnten, wurden die offiziellen Empfehlungen geändert: Sowohl bei gestillten als auch bei nichtgestillten Kindern soll Beikost erst im fünften, spätestens aber im 6. Lebensmonat in die Speisekarte des Säuglings aufgenommen werden. Eine Grundregel gilt aber immer noch: Reine Kuhmilch ist als Hauptnahrungsquelle im ersten Lebensjahr für die Kinder nicht zu empfehlen. Kuh-Vollmilch führt durch einen Hemmstoff zu Eisenmangel, Anfälligkeit für Infektionen und Blutarmut.

Ab Beginn des 5. Lebensmonats (zur Berechnung: im 5.Monat ist Ihr Baby nach Beendigung des 4 Lebensmonats: z.B. Geburt 15.3; der 5.Monat beginnt 4 Monate später, 3+4=7, also am 15.Juli) könnte man den Speiseplan des Babys mit Beikost aufbessern. Man gibt dem Kind noch 2 Flaschen, am besten weiter die Pre-Milch und ersetzt die 2-3 restlichen Flaschen nach und nach durch Beikost bzw. Löffelkost. Anfangs eignen sich geschabte Karotten, zerdrückte Bananen, aufgeriebene Äpfel, Biskotten und ähnliche, weiche, breiige Dinge. Praktischer und biologisch auf jeden Fall einwandfrei sind die fertigen Hipp-Gläschen mit Frühkarotten oder Gemüseallerlei, zuerst nur einige Löffel, später wenn das Baby dies gut verträgt, das heißt keinen Hautausschlag um den Mund oder am Körper und keinen Durchfall bekommt, das ganze Gläschen.

Ab dem 5. oder 6. Monat kann man den Kindern abends auch eine bessere Folgemilch, 1er, 2er Säuglingsmilch, einen Milchfertigbrei oder einen Grießbrei (Grieß, etwas Zucker eingerührt in mit 1/3 Wasser verdünnte normale Kuhmilch) anbieten. Die Kinder sind dann besser gesättigt und schlafen besser durch.

Bald ist außer Vollmilch und scharfen Gewürzen alles erlaubt, was der Tisch der Eltern zu bieten hat, die meisten Babys sind darauf schon ganz begierig: Obst, Gemüse, Nudeln, Knödeln, Suppe, Eier, Yoghurt etc. Auch Fleisch ist erlaubt, besonders Hühner- oder Putenfleisch sind empfehlenswert. Die Speisen sollen durchaus nicht immer pürriert oder passiert werden, denn das Kind soll lernen zu kauen auch wenn es noch keine Zähne hat. Die derben Zahnleisten eigenen sich dafür vorzüglich. Kinder, die immer nur mit Brei ernährt werden, bekommen schnell einen Eisenmangel mit folgender Blutarmut und sind infektanfälliger.

Erst ab dem ersten Geburtstag ist dann auch unverdünnte Vollmilch erlaubt.

4. Wichtige Zahlen und Fakten zur künstlichen oder parenteralen Ernährung
(bei der normalen Ernährung nimmt das Kind von sich aus genau soviel zu sich, wie es benötigt):

Kind 1 Jahr trinkt zu wenig – Verstopfung?

Antwort:

Liebe „Juliduli“,
vielen Dank, jetzt kann ich mir ein besseres Bild machen.
Aus meiner Sicht ist Ihr Kleiner ein Junge, der eher zu festerem Stuhl neigt, der auch nicht täglich kommt. Das ist an sich nicht ungewöhnlich und auch nicht bedenklich, solange das Baby sich dadurch nicht schmerzhaft plagt.
Wenn ich den Speiseplan betrachte fallen mir zwei Dinge auf. Zum einen, dass der Speisezettel noch sehr milchlastig (mehrmals stillen, Becher Milch, Käse, Joghurt, Milchbrei) ist.
Ein allgemeiner Plan/eine Richtlinie fürs Kleinkindalter könnte grob so aussehen:
Morgens: Milch + Brot oder Müesli
Vormittags: Obst + Knabberei, nur Knabberei, nur Obst oder Getreide-Obst-Brei, hin und wieder ein kleiner Joghurt
Mittags: Gemüse, Beilage und 2-3 mal Fleisch und einmal Fisch
Nachmittags: nach Bedarf etwas Obst + Knabberei oder Getreide-Obst-Brei, hin und wieder ein kleiner Joghurt
Abends: Milchbrei mit Obst, Brot + Käse plus Gemüsesticks, Milch, Müesli
Zwischendurch Getränke wie Wasser, Tee oder Schorle.
Auch wenn es für Sie zunächst nicht logisch erscheint, aber versuchen Sie bei der Milch (auch beim Stillen) deutlich zu reduzieren. Im zweiten Jahr reichen insgesamt 300 ml inklusive aller anderen Milchprodukte aus, am besten auf 2-3 Portion über den Tag verteilt.
In diese Empfehlung werden einberechnet: die Trinkmilch (Muttermilch, Säuglingsmilch, Kuhmilch) alleinig oder zum Brot, das Müesli, der Milchbrei, der Käse auf dem Brot, ein Joghurt zwischendurch. Auch andere milchhaltige Mahlzeiten wie Milchreis, Pudding, Pürees mit Milch, Milchshakes, mit Käse überbackene Aufläufe etc. sind geeignet und zählen dazu. Am besten ist immer ein Mix an verschiedenen Milchprodukten.
Gehen Sie bei der Milch also zurück. Zu viel Milch bedeutet auch viel Eiweiß und da kann schon ein Zusammenhang mit der Verstopfung bestehen.
Wird die Milch weniger, wird Ihr Jungen auch nach und nach Durst auch „echte Getränke“ wie Wasser oder Tee entwickeln. Das ist bis jetzt ja aus seiner Sicht nicht notwendig, da die Milch ja noch die Flüssigkeit bringt. Kommen diese Mengen in einen üblichen Rahmen, wird sich erst ein Durstgefühl bilden können. Das ist aber nichts was gleich von heute auf morgen passiert, das wird wieder ein Lernprozess sein. Bleiben Sie einfach geduldig dran.
Im zweiten Jahr werden etwa 600 ml Flüssigkeit pro Tag (inkl. der Milch) empfohlen. Es gibt dabei Kinder, die schaffen kaum die Hälfte oder noch weniger und andere sind deutlich durstiger. Und es kann phasenweise auch sehr schwanken. Genaue Trinkmengen lassen sich nur schwer festlegen, da der Durst ja auch abhängig ist von Bewegung, Zimmertemperatur, Jahreszeit und der restlichen Ernährung etc.
Denn grundsätzlich können nicht nur Getränke, sondern alle Lebensmittel in unterschiedlichem Ausmaß zur Flüssigkeitsversorgung beitragen. Kinder und genauso Erwachsene, die viel Obst, Gemüse, Suppen, Milch etc. verzehren, decken zum Teil Ihren Flüssigkeitsbedarf damit.
Noch eine lieb gemeinte Nebenbemerkung: Haben Sie kein schlechtes Gewissen, wenn Sie nachts einmal gar nichts mehr anbieten. Helfen Sie Ihrem Sohn viel mehr von allein wieder in den Schlaf zurückzufinden. Dann haben Sie alle was davon, wenn Sie und Ihr Schatz endlich erholsam durchschlafen können, die Verdauung nachts mal zur Ruhe kommt und dazu noch die Zähne Ihres Kleinen schonen.
Der zweite Aspekt ist, dass gerade mittags die Mahlzeit recht einseitig ausfällt und gar kein Gemüse dabei ist. Momentan nur stärkehaltige Sättigungsbeilagen und Eiweiß plus Fett. Versuchen Sie Gemüse (püriert, als Beilage, roh oder gedünstet, als Soße, als Suppe, Salat…) einzubauen. Gemüse liefert Nährstoffe und auch Ballaststoffe.
Probieren Sie mal, ob Sie an den oben beschriebenen Stellen etwas drehen können.
Bedenken Sie bitte immer, dass ein Effekt erst nach mehreren Tagen sichtbar wird, da es dauert bis sich der Magen-Darm-Trakt auf eine neue Kost eingestellt hat.
Eines ist nicht zu vergessen und zu unterschätzen: Geben Sie Ihrem Jungen genug Gelegenheit zur aktiven Bewegung, das lockert die Muskulatur und regt die Verdauung zusätzlich an. Bevorzugt draußen in der Natur. „Turnübungen“ mit Mama, Freunden, Familien etc. machen Ihrem Buben sicherlich Spaß. Auch sanfte Massagen können die Verdauung unterstützen.
Es freut mich, wenn diese Anregungen helfen und ich wünsche Ihrem Kleinen alles Gute!
Bester Gruß
Doris Plath

von Doris Plath am 03.08.2017

Mein Sohn (12 Monate) trinkt einfach nicht 🙁

*Tataaaaaa*
ich hab hier auch so einen!!!
er hat schon IMMER alles ausser Babymilch schlecht getrunken, alle Gefässe, Temperaturen, Getränkesorten durchprobiert… morgens die 250ml Babymilch gingen immer und den Rest des Tages hat er HÖCHSTENS lustlos noch so 150ml getrunken, eher 100ml – auch trotzdem sonst alle mahlzeiten ersetzt waren
hab mir auch ewigkeiten nen kopf gemacht… wenn man mal so die durchschnittlichen trinkmengen von kindern in dem alter liest…
naja, wat soll ich machen, denk mal da läufts wie beim essen: ein kind verdurstet nicht vor einem vollen Becher/Flasche.
Der Stuhl ist auch immer normal, also nie hart oder so… er kommt halt anscheinend einfach mit der Menge an Flüssigkeit komplett aus und braucht nicht mehr. ich biete ihm nur noch regelmässig was an oder stells in sichtweite dass er selbst drauf aufmerksam machen kann… und hab aufgehört die menge zu kontrollieren
JETZT trinkt er etwas mehr seit er selbst aus nem richtigen Plastikglas trinken kann… aber auch im Schnitt "nur" 150-200ml am Tag… die Morgenflasche bekommt er immernoch, weil ich halt sonst immer meine er trinkt zu wenig… allerdings wahlweise Kindermilch oder Kuhmilch, keine Babymilch mehr
und wenns bei euch dasselbe ist, mein Rat: gib auf immer was anbieten oder griffbereit stellen und wenn er durst hat wird er auch trinken.
LG Clude, Lukas (3 1/2) und Michel (14 Mon)

trinkt mein Baby zu wenig ?

Hallo nun-ja,
das Trinkproblem hatte, als ich damals mit der Beikost anfing, auch. Wasser ging gar nicht, egal ob Sprudel (sollte man eigentlich nicht, aber ich hab am Anfang alles probiert) oder für Säuglinge geeignet, Apfelschorle bzw. Wasser mit Apfelsaft gemischt, gingen über den Tag verteilt ca. 100ml. Allerdings war ich nicht wirklich glücklich, wegen dem Zucker. Diese Instantgetränke von Hipp & Co. hab ich widerstrebend ausprobiert, ging auch absolut nicht, worüber ich aber heilfroh bin (Zucker pur, teilweise an erster Stelle der Zutatenliste). Tee – nur, wenn er kalt war und auch dann nur widerstrebend. Milch trank er morgens 250ml, abends manchmal auch, aber eher weniger. Insgesamt kamen wir MIT Milch auf 300-350ml. Viel zu wenig, wenn man diversen Infos im Internet glauben darf und Babys um 6 Monate bis 1 Jahr 500ml (!!) insgesamt trinken sollen. Ich glaube das eigentlich nicht, leider hab ich jedesmal vergessen, den Kinderarzt zu fragen. Ich hab mich dann halt daran orientiert, ob die Windel voll war und das war sie immer! Als er mit 6 Monaten und dann mit etwas über 1 Jahr Fieber hatte, um die 39-40°C hat er etwa pro Tag 100ml mehr getrunken als zu gesunden Zeiten, das hat mich schon insofern beruhigt, dass sich sein Körper das Benötigte wohl holt.
Jetzt ist Gianni 16 Monate alt und trinkt morgens 150ml warme Kuhmilch (H-Milch 3,5, selten mal frische Vollmilch, kriegen wir hier kaum noch ), Mittags ca. 100-150ml Wasser (Volvic, zur Zubereitung von Kindernahrung auch geeignet), Nachmittags ebensoviel, sogar eher zu 200ml tendierend, abends gaaanz unterschiedlich, zwischen 100ml bis 250ml (bei letzterem laufen wir dann aber über nacht aus… ), also insgesamt ca. 500-700ml. Anhand der Windel beurteilt völlig ausreichend und auch von der Haut her kriegt er genug Flüssigkeit.
Wie haben wir es geschafft? Nun, ich habe am Anfang (mit ca. 7 Monaten endgültig begonnen) Wasser und Apfelsaft zu gleichen Teilen gemischt und beim Essen nach jedem 4. Löffel (hab ich Anfangs echt abgezählt…) trinken lassen. Das letzte nach der Hauptmahlzeit bzw. beim Mittagessen nach dem Nachtisch (Obstbrei) war immer Flüssigkeit. Irgendwann hat sichs von selbst eingespielt. Es hat -meinem Gefühl nach- ewig gedauert, bis er auch zwischen den Mahlzeiten etwas trinken wollte, aber jetzt ist weder Essen noch Trinken ein Problem. Unser Problem ist jetzt, dass er sprechfaul ist…. Du siehst, es wird mit der Zeit von alleine. Ach so, ich hab dann immer wieder, wenn er eine bestimmte Menge täglich getrunken hat, Apfelsaft reduziert und seit ca. 3-4 Monaten gibts nur noch Wasser pur. Ist auch für die Zähne am Gesündesten. Gib ihm auch mal den Becher selbständig in die Hand und lass ihn damit spielen, irgendwann entdeckt er, dass er auch selbst daraus trinken kann.
Wichtig ist, dass die Flüssigkeit Natriumarm ist (wegen den Nieren) und möglichst zuckerfrei!
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Liebe Grüße von Patzi

Was und wieviel sollten Kinder trinken?

Wieviel sollten Kinder trinken?
Foto: © MNStudio

Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

  • Warum das Trinken so wichtig ist
  • Wozu braucht der Körper Flüssigkeit?
  • Was sollten Kinder trinken?
  • Wieviel sollte ein Kind trinken?
  • Tipps für Trinkmuffel

Warum das Trinken so wichtig ist

Der Mensch besteht zu einem Großteil aus Wasser. Bei einem Kind sind dies ungefähr 70 – 80 Prozent. Ohne eine ausreichende Menge an Flüssigkeit kann der Organismus nicht funktionieren und es kommt schnell zu Störungen in diesem System. Doch viele Kinder vergessen das Trinken einfach und nehmen insgesamt zu wenig Flüssigkeit auf. Die Folgen können unter anderem Leistungsminderung und Konzentrationsprobleme sein. Daher ist das Trinken lernen schon bei Babys wichtig.

Wozu braucht der Körper Flüssigkeit?

Wasser spielt eine zentrale Rolle in unserem Körper. Es regelt die Herz-Kreislauf-Funktion, wird für die Verdauung benötigt und dient als Lösungs- und Transportmittel für Mineralstoffe, Spurenelemente und Salze. Zudem wird über das Wasser der Abtransport von Abbauprodukten sichergestellt.
Jeden Tag verliert der Mensch zwischen 2 und 3 Litern Wasser. Dies geschieht beispielsweise über die Atmung, über Ausscheidungen und über das Schwitzen. Letzteres ist gerade bei Kindern häufig sehr ausgeprägt, da diese viel spielen und toben. Die verlorengegangene Flüssigkeit muss natürlich wieder ersetzt werden, da sonst der Organismus seine Aufgaben nicht mehr erfüllen kann. Hierfür sind geeignete Getränke notwendig.

Fragt man Kinder, was sie am liebsten trinken, so antworten sie meist wie aus der Pistole geschossen. Limonade, Cola oder Saft stehen auf der Beliebtheitsskala ganz weit oben – doch leider sind diese Getränke keineswegs dazu geeignet, den Durst zu stillen. Sie enthalten viel zu viel Zucker, schädigen die Zähne und sind mitverantwortlich für Übergewicht bei Kindern. Koffeinhaltige Getränke (Cola, Energie-Drinks) pushen die Kids auf; sie können mit Unruhe, einem erhöhten Puls, Schwindel und Schlafstörungen reagieren. Um den Durst zu löschen eignet sich am besten Trinkwasser oder Mineralwasser. Auch ungesüßter Kräuter- und Früchtetee erfüllt diese Aufgabe. Sind die Kinder nur gesüßten Tee gewohnt, so kann die Zuckermenge über einige Zeit lang immer weiter reduziert und somit das Süßungsmittel ausgeschlichen werden. Übrigens: Milch und Kakao zählen nicht zu den Getränken, sondern zu den Lebensmitteln mit relativ hohem Nährstoffgehalt und sollten dementsprechend auch nur begrenzt angeboten werden (je nach Alter des Kindes zwischen 300 und 500 ml Milch pro Tag).

Das sollten Kinder trinken:

  • Trinkwasser
  • Mineralwasser
  • Ungesüßte Kräutertees
  • Ungesüßte Früchtetees
  • Fruchtsaftschorlen
  • Rotbuschtee
  • Molke

Das sollten Kinder besser nicht trinken:

  • Cola
  • Kaffee
  • Milch / Kakao
  • Energydrinks
  • Alkohol
  • Limonade
  • Eistee
  • Fruchtsaftgetränke
  • Lightgetränke
  • Säfte
  • Grüner / Schwarzer Tee

Wieviel sollte ein Kind trinken?

Gerade junge Eltern sind sich häufig über die richtige Trinkmenge für ihr Kind unsicher. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat zu der Frage “ Wieviel sollten Kinder pro Tag trinken?“ folgende Empfehlungen herausgegeben:
Was sollten Kinder trinken? Sind Milch, Saft & Tee
wirklich geeignet? – Foto: © yuliufu

Hierbei handelt es sich lediglich um Anhaltspunkte. Die erforderliche Trinkmenge ist jedoch von mehreren Faktoren abhängig. So braucht ein Kind, welches sportlich aktiv ist, mehr zu trinken als jemand, der die längste Zeit des Tages mit einem Comic auf der Couch sitzt. Auch bei großer Hitze oder hohem Fieber steigt der Flüssigkeitsbedarf an und muss entsprechend gedeckt werden.

Tipps für Trinkmuffel

Viele Eltern wissen wie schwer es ist, ein Kind zum Trinken zu animieren. Am besten lebt man ihnen von Anfang an ein gesundes Trinkverhalten vor und erinnert sie regelmäßig an die Flüssigkeitsaufnahme, ohne sie jedoch dazu zu zwingen. Mit bunten Gläsern und Strohhalmen macht das Trinken gleich mehr Spaß und wenn dann noch ein kleines Stückchen Obst als Dekoration am Glas klemmt, fühlen sich die Kleinen, als würden sie einen Cocktail in der Hand halten. Eiswürfel erzielen einen ähnlichen Effekt, vor allem dann, wenn kleine Fruchtstückchen oder essbare Blüten mit eingefroren werden. Obwohl Säfte zu den pflanzlichen Lebensmitteln zählen, kommen sie in begrenzter Menge als Getränk in Frage. Die DGE empfiehlt eine Portion Saft am Tag – allerdings verdünnt als Saftschorle (ein Teil Saft, 2 Teile Wasser). Hierzu lässt sich der Nachwuchs in der Regel eher „überreden“ als zu purem Wasser.

Die Aufnahme geeigneter Getränke ist für den gesamten Stoffwechsel äußerst wichtig. Verspüren Kinder Durst, so ist ihr Flüssigkeitshaushalt bereits aus dem Lot. Daher ist es wichtig, sie regelmäßig zum Trinken zu animieren und dies durch kindgerechte Gefäße und abwechslungsreiche geeignete Getränke zu unterstützen.
Text: K. L. / Stand: 02.02.2020
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Wie viel Kinder trinken müssen

Trink mal was! Anne schiebt ihrem Sohn ein Glas Wasser zu. „Nööö, keinen Durst“, brummelt er – wie meistens. Die Mutter ist besorgt. Kinder brauchen viel Flüssigkeit, weiss sie. Doch: Wieviel ist viel? Wie lässt sich ein Kind motivieren, ausreichend zu trinken?

Kinder sollten viel trinken, vor allem Wasser. Foto: iStockphoto, Thinkstock

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Von Sigrid Schulze

Flüssigkeit: Auch Kinder müssen viel trinken

In der Tat: Trinken ist wichtig. In der Lebensmittelpyramide der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE), die die wichtigsten Grundsätze einer sinnvollen Ernährung veranschaulicht, nimmt das Trinken den grössten Raum ein.

Das hat seinen Grund: Erhält der Körper zu wenig Flüssigkeit, verdickt sich das Blut. So fliesst es nur langsam durch den Körper. Muskeln und Gehirn erhalten dadurch zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe. Was passiert, kennen wir alle. Wir werden schlapp und können uns nur noch schlecht konzentrieren. „Durch Wassermangel kommt es zu körperlichen und geistigen Leistungseinbussen“, erklärt Antje Gahl, Ernährungswissenschaftlerin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) in Bonn.

Bei Kindern kann dieser Effekt besonders schnell einsetzen. Der Grund: „Der menschliche Körper besteht bei Säuglingen zu 70 Prozent, bei Erwachsenen dagegen nur zu etwa 50-60 Prozent aus Wasser“, sagt Dr. Ute Alexy, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund. „Kinder haben im Verhältnis zu ihrer Körpergrösse also einen wesentlich höheren Bedarf an Flüssigkeit als Erwachsene.“

Wie viel Kinder trinken sollten

Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE empfiehlt im Merkblatt „Ernährung von Kindern“ folgende Mindest-Trinkmengen:

Alter Mindest-Trinkmenge
1 Jahr 6 dl
2-3 Jahre 7 dl
4-6 Jahre 8 dl
7-9 Jahre 9 dl
10-12 Jahre 1 l

Der Bedarf an Flüssigkeit ist von Kind zu Kind verschieden – und er kann sich auch von Tag zu Tag verändern. Äussere Einflussfaktoren sind zum Beispiel körperliche Aktivität und das Wetter. So können Kinder an heissen Sommertagen bis zu doppelt so viel Durstlöscher benötigen wie an kühleren Tagen. Kein Wunder: Zeigt sich die Sonne am Himmel in voller Pracht, schwitzt der Körper besonders viel Flüssigkeit aus, um sich abzukühlen.

Welche Durstlöscher sinnvoll sind

Viel sollen Kinder also trinken – fragt sich nur: Wie lassen sich Kinder dazu animieren? Klar, am liebsten trinken Jungen und Mädchen, wenn das, was ins Glas gefüllt wird, süss ist. Doch vor süssen Getränken wird gewarnt. „Süsse Getränke sind ungeeignete Durstlöscher, weil sie viel Zucker und somit leere Kalorien enthalten und dazu führen, dass sich Kinder an den süssen Geschmack gewöhnen. Ausserdem ist die Energiezufuhr beträchtlich und das Karies-Risiko steigt“, sagt Steffi Schlüchter, dipl. Ernährungsberaterin HF von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE.

Kinder trinken lieber, wenn ein Strohhalm dabei ist.

Selbst Milch zählt nicht zu den Durstlöschern. Milch gilt nicht als Getränk. Weil Milch viel Energie und andere Nährstoffe wie Calcium und Eiweiss enthält, ordnen Ernährungsexperten sie als Lebensmittel ein.

Der beste Durstlöscher ist und bleibt Wasser. „Von Wasser kannst Du nie genug kriegen: Trinke zu jeder Mahlzeit und auch zwischendurch davon. Mach Wasser zu Deinem Lieblingsgetränk. Es ist besser und erfrischender als gesüsste Getränke“, rät Steffi Schlüchter von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE Kindern. Und Eltern empfiehlt sie: „Geben Sie Wasser den Vorzug vor Süssgetränken oder künstlich gesüssten Light-Getränken. Zur Abwechslung eignen sich ungesüsster Früchte- und Kräutertee und verdünnter Fruchtsaft.“ Unverdünnt haben auch Fruchtsäfte einen relativ hohen Zuckeranteil. Apfelsaft (100 Prozent Frucht) enthält durch seinen Fruchtzucker ebenso viel Zucker und Kalorien wie Cola.

So lassen sich Kinder motivieren, viel zu trinken

  • Immer aus dem Glas trinken, das finden Kinder langweilig. Spannender ist es, mal direkt vom Wasserhahn, mit dem Strohhalm aus der Schüssel oder aus dem bunten Becher zu schlürfen. Als besonders cool gilt es, aus der Flasche zu trinken. Das ist in den meisten Familien zwar nicht erlaubt, doch können Ausnahmen an besonders heissen Tagen die Regel bestätigen, oder?
  • Eltern sollen vorleben, was sie von ihren Kindern erwarten. Darauf weist die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE hin. „Kinder lernen weniger durch Vorschriften und Verbote als durch das Vorbild der Eltern.“
  • Gewohnheiten machen das Trinken selbstverständlich. Und zu diesen Ritualen gehört die Regel: Zu jeder Mahlzeit gehört ein Getränk. Gut, wenn Kinder diese Regel von Anfang an – schon im späten Säuglingsalter – lernen. „Wie Studien zeigen, verdirbt das Glas Wasser am Mittagstisch durchaus nicht den Appetit“, erklärt Dr. Ute Alexy.
  • Will das Kind gar nicht trinken? Wasserreiches Obst und Gemüse kann helfen. So enthalten zum Beispiel Wassermelonen und Gurken besonders viel Flüssigkeit.

Weitere Informationen zum Thema Kinder und Trinken

Merkblatt Ernährungsempfehlungen für Kinder der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung:

Die Lebensmittelpyramide der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE: www.sge-ssn.ch

Broschüre der Gesundheitsförderung „Gesüsste Getränke machen Ihr Kind dick“ unter

Wie viel sollten Kinder trinken? Ganz einfach, erklärt EAT SMARTER-Expertin Dr. Christiane Petersen, Ärztin und Expertin für Ernährung von Kindern und Jugendlichen in Hamburg: “Ein Kind sollte so viel trinken, bis es keinen Durst mehr hat. Es gibt da keine Begrenzung.“ Allerdings haben aktuelle Studien von Wissenschaftlern des Forschungsinstituts für Kinderernährung an der Universität Bonn ergeben, dass ein Jodmangel entstehen kann, wenn Kinder sehr viel trinken. “Die Verluste sind zwar nicht groß; der durchschnittliche Jodgehalt der Getränke selbst reicht aber meist nicht, um sie auszugleichen”, erklärt Studienleiter Professor Dr. Thomas Remer.

Kinder trinken vor allem, wenn sie Durst haben

Trotzdem rät der Forscher nicht dazu, durstigen Kindern die Trinkmenge zu reduzieren: „Viel trinken ist gesund. Es entlastet die Niere und erleichtert die Ausscheidung von nicht mehr benötigten Stoffwechselprodukten.” Stattdessen kommt es bei kleinen „Schluckern“ noch mehr als sonst drauf an, möglichst reichlich Jodhaltiges wie Fisch, Milchprodukte oder mit Jodsalz angereicherte Lebensmittel aufzutischen.

Kinder brauchen mehr Flüssigkeit als Erwachsene

Gut zu wissen: Bei Kindern ist der Wasseranteil am Körpergewicht mit 75 Prozent viel höher als bei Erwachsenen. Sie brauchen also im Verhältnis entsprechend mehr Flüssigkeit als Erwachsene. Es gibt darum Richtwerte für die Mindestmenge an Flüssigkeit, die Kinder trinken sollten: 1 bis 4 Jahre: 820 ml/Tag 4 bis 7 Jahre: 940 ml/Tag 7 bis 10 Jahre: 970 ml/Tag 10 bis unter 13 Jahre: 1170 ml/Tag Achtung: Bei Hitze oder falls Ihr Kind viel spielt, tobt, krank ist oder Sport treibt, kann sein Bedarf an Flüssigkeit höher sein. Lassen Sie Kinder trinken, wenn sie mehr Durst haben.

Was sollten Kinder trinken?

Flüssigkeit ist nicht gleich Flüssigkeit. Aus Experten-Sicht können Kinder trinken, so vielsie möchten – aber es kommt entscheidend darauf an, was in Glas oder Becher fließt. „Sowohl bei mir zuhause als auch in unseren Moby-Dick-Gruppen kommt vor allem Wasser auf den Tisch“, sagt Dr. Christiane Petersen. „Das empfehlen wir auch immer dringend den Eltern von übergewichtigen Kindern. Es darf gern Leitungswasser sein! Das kostet nichts, macht nicht dick und man kann davon so viel trinken, wie man mag.“ Überhaupt sind sich Experten darüber einig, dass Eltern eine wichtige Rolle als Vorbild spielen: Wenn Sie regelmäßig zu den Mahlzeiten und immer wieder zwischendurch Wasser trinken und Kaffee, schwarzer Tee oder Cola eher zur Ausnahme als zur Regel machen, dann geben Sie Ihrem Nachwuchs ein gutes Beispiel.

Kinder trinken gerne Schorlen

Und was tun, wenn Kinder pures Wasser einfach nicht mögen? Dann ist geschicktes Tricksen angesagt: Mixen Sie Schorlen aus Fruchtsaft und Wasser, geben Sie dem Wasser mit etwas frisch gepresstem Zitronen- oder Orangensaft Geschmack oder kochen Sie stattdessen einfach Früchtetees. Zuckern sollten Sie die allerdings nur sparsam, denn sonst können Sie gleich die Cola- oder Limoflasche öffnen.

So trinkt Ihr Kind genug

Stellen Sie immer Wasser, Fruchtsaftschorlen oder Tees gut zugänglich bereit, damit Ihre Kinder trinken können. Erinnern Sie die Kleinen daran, zu trinken und geben Sie zum Sport und in die Schule immer eine Trinkflasche mit. Kleineren Kindern, die zu wenig trinken, machen bunte Becher und Gläser mit Strohhalmen eher Lust aufs Zugreifen. Lassen Sie Ihren Nachwuchs ruhig auch beim Essen trinken – entgegen früherer Annahmen schadet das überhaupt nicht, so lange keine süße und kalorienreiche Flüssigkeit auf den Tisch kommt.

Auch Obst und Gemüse enthalten Flüssigkeit

Apropos Essen: Keine Panik, wenn Ihr Kind nicht die gesamte Mindestmenge an Flüssigkeit aus Glas oder Becher zu sich nimmt – ein Teil des Wasserbedarfs lässt sich nämlich über die Nahrung decken. Obst und Gemüse enthalten je nach Sorte und Art auch viel Flüssigkeit. Sie bauchen also keine Angst haben: Ihre Kinder trinken vielleicht mal etwas weniger, ihr Flüssigkeitshaushalt dürfte aber trotzdem gedeckt sein. Gurken und Tomaten zum Beispiel bestehen wie Melonen zu fast 90 Prozent aus Wasser. Auch Joghurt, Weichkäse, Quark, Saucen, Suppen, Smoothies, Pürees, Puddings und Wassereis tragen mit dazu bei, dass Kinder genug Flüssigkeit bekommen. Umgekehrt gilt aber auch: Isst Ihr Kind wie ein Spatz, muss es zum Ausgleich besonders reichlich trinken, weil es über die Nahrung weniger Wasser aufnehmen kann.

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