Wie tagesmutter werden

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Wir erklären, welche Vorraussetzungen Sie für eine Tätigkeit als Tagesmutter & Tagesvater mitbringen müssen. Neben einer entsprechenden Ausbildung gibt es viele weitere Punkte zu beachten. Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Themen, die Sie kennen sollten um für eine oder mehrere Familien als Tagespflege zu arbeiten:

Wie kann ich eine Tagesmutter werden?

Grundsätzlich können sowohl Frauen als auch Männer Tagesmutter werden. Dass Männer sich zum Tagesvater ausbilden lassen ist zwar immer noch die Ausnahme, kommt aber im Zuge der sich langsam verändernden gesellschaftlichen Strukturen immer häufiger vor. Aufgrund aktueller Beschlüsse in der Kindertagespflege gelten für Tagesväter die gleichen Bedingungen und Möglichkeiten, wie für eine Tagesmutter.

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Als Grundlage für eine Kinderbetreuung gelten die gesetzlichen Vorschriften des des Achten Buches Sozialgesetzbuch Kinder und Jugendhilfe (SGB VIII – Kinder und Jugendhilfegesetz) sowie die Regelungen des zuständigen Bundeslandes, in dem Sie ansässig sind. Die Erfahrung zeigt, dass es gerade in den verschiedenen Ländern sehr unterschiedliche zusätzliche Regelungen gibt. Unser Tipp: Für weitere Informationen sollte der Kontakt zu einem regionalen Jugendamt helfen.

Eine Tätigkeit in der Kindertagespflege benötigt eine Pflegeerlaubnis und Eignungsfeststellung des verantwortlichen Jugendamtes. Der Gesetzgeber ist hier eindeutig:

Eine Person, die ein Kind oder mehrere Kinder außerhalb des Haushalts des Erziehungsberechtigten während eines Teils des Tages und mehr als 15 Stunden wöchentlich gegen Entgelt länger als drei Monate betreuen will, bedarf der Erlaubnis.

Quelle: SG8, § 43 Erlaubnis zur Kindertagespflege

Welche Vorraussetzungen sind nötig?

Persönlichkeit

Erste Voraussetzung ist natürlich die eigene Gesundheit und die persönliche Einstellung zu einer derart verantwortungsvollen Aufgabe, wie es die Kinderbetreuung ist. Kinder sind nicht nur niedlich und müssen nicht nur mit Nahrung und Kleidung versorgt werden, sondern brauchen liebevolle Zuwendung und ehrliche Aufmerksamkeit. Offiziell wird von „Persönlichkeit, Sachkompetenz und Kooperationsbereitschaft“ für die Tätigkeit in der Betreuung gesprochen.

Wer wenig Spaß hat, sich in einen kindgerechten Alltag einzufinden, sollte seine Entscheidung, sich zur Tagesmutter / zum Tagesvater ausbilden zu lassen besser grundlegend überdenken. In dem Fall können die Behörden schon hilfreich beraten und die eigene Entscheidung unterstützen. Dem Ansprechpartner bei der Zertifizierungsstelle ist eine glaubhafte Motivation zur Betreuung und ein liebevoller Kontakt mit Kinder ohne körperliche und seelische Gewaltanwendung wichtig. Zur Eignungsfeststellung werden ein oder mehrere Einzelgespräch nötig.

Die individuellen Merkmale der eignen Persönlichkeit sollten zu dem Profil einer Kinderbetreuung passen. Gerade für die Erziehung der kleinen sollte die Kinderbetreuung Vorbildcharakter haben.

Dazu gehören:

  • physische und psychische Belastbarkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Organisationsfähigkeit
  • Kooperationsfähigkeit
  • Ausgeglichenheit

Fachliches Wissen

Darüber hinaus sollte sich bei der zukünftigen Tagesmutter Bereitschaft zur „aktiven Auseinandersetzung mit Fachfragen, zur Kooperation mit der Fachbegleitung, mit anderen Fachprofessionen und anderen Tagespflegepersonen“ zeigen.

Brauche ich eine Ausbildung in einem bestimmten Beruf?

Nein. Es gibt keine spezifische Tagesmutter Ausbildung. Jeder kann sich zur Tagesmutter ausbilden lassen, egal welchen Beruf er / sie vorher ausgeübt hat. Voraussetzung um Tageskinder aufzunehmen ist der Erwerb einer Tagesmutter Qualifizierung. Einzige Vorraussetzung sind vertiefte Kenntnisse hinsichtlich der Anforderungen der Kindertagespflege. Diese lassen sich aber in qualifizierten Lehrgängen erwerben.

Wer braucht diese Zertifizierung?

Laut § 43 SGB VIII braucht jede Person, die Kinder

  • außerhalb der Wohnung der Eltern (Erziehungsberechtigten)
  • während eines Teils des Tages
  • mehr als 15 Stunden wöchentlich
  • gegen Entgelt
  • länger als drei Monate betreuen will, diese Erlaubnis, die von den Jugendämtern erteilt wird.

Diese Qualifizierung ist eine Maßnahme, die vom Jugendamt angeboten wird und nach erfolgreicher Beendigung zur Erlaubnis führt, Tageskinder aufzunehmen und zu betreuen. Über die Teilnahme gibt es ein Zertifikat, das Ihnen die gewissenhafte Teilnahme bescheinigt.

Können Sie eine pädagogische Qualifikation nachweisen, kann im Einzelfall auf den Lehrgang beim Jugendamt auch verzichtet werden.

Mit diesem Zertifikat erhält eine Tagesmutter die Erlaubnis, bis zu fünf Kinder zeitgleich zu betreuen. Wer mehr als fünf Kinder gleichzeitig betreuen möchte, braucht dafür zusätzlich eine pädagogische Ausbildung. Auch hier erteilt das Jugendamt Auskunft über die Möglichkeiten von Weiterbildung und Zusatzkurse, die besucht werden können. Jugendämter befristen die Pflegeerlaubnis auf 5 Jahre und es ist auch ein polizeiliches
Führungszeugnis erforderlich. Die Arbeit als Tagesmutter kann als angestellte Beschäftigung oder als selbstständige Arbeit ausgeübt werden.

Wo erhalte ich meine Schulung?

Die angebotenen Schulungen der Tagesmutter Ausbildung erstrecken sich über mehrere Wochen und belaufen sich auf 160 Unterrichtsstunden. Während dieser Zeit bekommen Interessenten sämtliche Grundlagen, über pflegerische und pädagogische Fähigkeiten, vermittelt, die notwendig sind, um als Betreuungskraft für Kinder arbeiten zu können. Es spielt auch keine Rolle, ob man sich anschließend mit der Qualifizierung selbstständig machen möchte, oder sich für die Zukunft vom Jugendamt vermitteln lassen will.

Eine gute Allgemeinbildung sowie ein einwandfreier Leumund sind neben einer einwandfreien Tagesmutter Ausbildung ebenfalls Voraussetzungen, um in der Tagespflege zu arbeiten.

Welche Vorbereitungen und Bedingungen brauche ich sonst noch?

Neben der persönlichen Anforderungen an eine Tagesmutter in der Kindertagespflege müssen auch sachliche und organisatorische Themen berücksichtigt werden. Der § 23 SGB VIII spricht von: „kindgerechte Räumlichkeiten“.

Kindergerechte Räume und Ausstattung

Wenn Sie die Qualifizierungsmaßnahme erfolgreich abgeschlossen haben, gilt es noch das Umfeld, in dem die Tageskinder sich aufhalten werden, entsprechend zu gestalten. Das heißt, die eigene Wohnung oder das Haus, müssen kinderfreundlich hergerichtet sein und der der Haushalt der Tagespflegeperson für die Betreuung von Kindern geeignet sein.

Ausreichend Spiel- und Ruhemöglichkeiten müssen geschaffen sein, die Nahrungszubereitung muss gesichert sein und Gefahrenquellen müssen ausgeschaltet sein. Im Detail bedeutet das:

Kindgerechte Räumlichkeiten:

  • ausreichend Platz für Spielmöglichkeiten,
  • eine anregungsreiche Ausgestaltung,
  • geeignete Beschäftigungsmaterialien,
  • unfallverhütende und gute hygienische Verhältnisse
  • insbesondere für Kleinkinder eine Schlafgelegenheit
  • Möglichkeit des Spielens und Erlebens in der Natur, in Wald oder Parkanlagen

Genaue Details unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland.

Das Jugendamt kommt auch hierfür zu Ihnen nach Hause, überprüft und berät über Verbesserungsmöglichkeiten. Denken Sie immer daran: Je zufriedener Eltern und Kinder mit Ihrem Angebot sind, desto schneller können Sie sich einen guten Ruf erarbeiten. Mund-zu-Mund-Propaganda ist die beste und günstigste Werbung, die es gibt.

Bereiten Sie „Ihren“ Tageskinder ein schönes Heim und geben Sie ihnen alles, was Sie auch ihren eigenen Kindern geben würden. In einigen Bundesländern muss die Betreuung nicht zwingend im eigenen Haushalt der Tagespflegeperson stattfinden. Es kann auch auf andere geeigneten Räumen ausgewichen werden, wenn diese die Anforderungen erfüllen. Einige Tipps für Möbel erhalten Sie auch hier.

Sollten Umbaumaßnahmen oder größere Anschaffungen für ihren Start als Tagesmutter möglich sein, ist es unter Umständen sinnvoll Fördermittel für Existenzgründer oder einen Mikrokredit zu diskutieren. Mit Zuschüssen können Sie unter Umständen ihr Kapital für den Ausbau des Betreuungsortes unterstützen. Eine Finanzierung sollte in jedem Fall auf soliden Füßen stehen.

Geeignete Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten

Spielzeuge und Beschäftigungsmaterialien unterliegen in der Kinderbetreuung höheren Anforderungen als im Privatbereich. Besonderer Wert sollte von den Eltern darauf gelegt werden, ob für die Kinder ausreichend altersgemäßes Spielzeug verfügbar ist. Die Kosten für Spielzeug und generell die Ausstattung der Tagespflegeräume sind nicht zu unterschätzen.

Besonderer Wert sollte auf Spielzeug liegen, dass die frühkindliche Bildung fördert.

Einige Tipps für Ausfluege haben wir auch hier zusammengestellt.

Unfallverhütende und gute hygienische Verhältnisse

Bitte prüfen Sie also, ob Ihre Räumlichkeiten den Anforderungen entsprechen bzw. ob Sie gegebenenfalls bereit und in der Lage wären, notwendige Veränderungen durchzuführen. Dazu gehört nicht nur eine adäquate Ausstattung für ihre Tageskinder, sondern neben einer Kochmöglichkeit auch Punkte wie Reinigung der Räume, Spielzeug und Kindersicherheit bei der Ausstattung. Hier gelten seit einigen Jahren strengere Auflagen.

Steuerliche Hinweise

Die Einnahmen als Tagesmutter sind einkommensteuerpflichtige Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit und haben in der Regel sozialversicherungsrechtliche Auswirkungen haben. Tagespflegepersonen müssen sich hierzu entsprechend informieren. Wichtige Themen in diesem Zusammenhang sind Kranken- & und Pflegeversicherung , Betriebkostenabrechnungen, Steuern und die Sozialversicherungspflicht.

Nach dem § 6 GewO ist die Tätigkeit in der Kindertagespflege kein Gewerbebetrieb. Eine Anmeldung beim Gewerbeamt ist daher nicht nötig.

Weiterbildung

Tagesmutter sein, erfordert auch viel pädagogisches Wissen. Seien Sie mit Freude und ganzem Herzen bei der Sache und erkundigen Sie sich auch immer wieder über Weiterbildungsmöglichkeiten, um Ihr Angebot für die Kinder immer attraktiver zu machen. Erkundigen Sie sich bei Mutter & Vater des Kindes nach speziellen Richtlinien in der Erziehung. Dann sind Sie echte Hilfe im Alltag. Eine Tätigkeit in der Kinderbetreuung ist mehr als nur ein Job, denn viele Tagesmütter gehören fast zur Familie.

Fazit:

Eine Tätigkeit in der Kinderpflege und Betreuung ist an strenge Auflagen des Bundes und der Länder gekoppelt. Ohne eine Zertifizierung beim lokalen Jugendamt ist keine Pflegeerlaubnis möglich. Möchten Sie also mehr als 15 Stunden wöchentlich gegen Entgelt länger als drei Monate Kinder betreuen, sollten Sie sich mit dem Ansprechparter im Jugendamt in Verbindung setzen.

Tagesmutter werden – Tipps & Voraussetzungen

Veröffentlicht am 17 Jul 2019 Kommentare: Aus

Der Bedarf an flexibler Kinderbetreuung ist immer weiter im Steigen. Betreuungsplätze für Kleinkinder weisen in vielen Städten lange Wartelisten auf – ein Handicap für Mütter, die frühzeitig in den Job zurückkehren wollen. Diese Situation gibt vielen Frauen die Chance, als Quereinsteiger Tagesmutter zu werden und die eigenen Kinder gemeinsam mit fremden Kindern zu betreuen.

Allgemeine Voraussetzungen, um Tagesmutter zu werden

Obwohl es keine direkte Ausbildung als Tagesmutter gibt, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden, um Tagesmutter zu werden und die Betreuung von bis zu fünf Kindern übernehmen zu dürfen. Dabei wird zwischen den persönlichen und fachlichen Voraussetzungen differenziert.

Persönliche Voraussetzungen sind:

  • Körperliche und psychische Belastbarkeit
  • Hohes Verantwortungsbewusstsein
  • Organisations- und Kooperationsfähigkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Ausgeglichenheit

Diese wichtigen persönlichen Voraussetzungen sind unverzichtbar, wenn man Tagesmutter werden möchte. Aber auch das Gesetz erwartet, dass Frauen und Männer, die planen, Tagesvater oder Tagesmutter zu werden, bestimmte Anforderungen erfüllen. Laut § 43 SGB VIII müssen alle Tagesmütter und alle Tagesväter eine Qualifizierung für diesen Beruf nachweisen. Dies kann eine bereits absolvierte pädagogische Ausbildung sein oder eine auf anderem Weg erreichte pädagogische Qualifizierung. Anbieter für Frauen, die planen, als Quereinsteiger Tagesmutter zu werden, sind Volkshochschulen oder die Tagesmutterverbände. Wichtig ist, dass die Maßnahme von einem durch das Jugendamt anerkannten Träger durchgeführt wird. Detaillierte Infos über regionale Anbieter stellt jedes örtliche Jugendamt zur Verfügung.

Zusätzlich zu den bisher aufgeführten Voraussetzungen ist eine kindgerechte Ausstattung der Räume Vorschrift. Ausreichend Raum zum Spielen muss genauso vorhanden sein wie dessen anregungsreiche Gestaltung. Für Kleinkinder muss eine ausreichend hohe Anzahl an Ruhe- und Schlafgelegenheiten zur Verfügung stehen. Unfallverhütende und hygienische Vorgaben sind im gleichen Ausmaß zu erfüllen wie die Möglichkeit, ausreichend Zeit im Freien in der Natur zu verbringen.

Erwerb der Pflegeerlaubnis, um Tagesmutter zu werden

Um Tagesmutter zu werden, ist die Erteilung einer Pflegeerlaubnis nötig – allerdings nur, wenn man plant, wöchentlich mehr als 15 Stunden Kinder über einen Zeitraum von mehr als drei Monaten gegen Entgelt zu betreuen. Diese Pflegeerlaubnis erteilt das Jugendamt, sobald alle Voraussetzungen erfüllt sind. Neben der vom Jungendamt anerkannten pädagogischen Qualifizierung wird ein ärztliches Attest verlangt. Dieses Attest gibt genaue Auskunft über den Gesundheitszustand des Mannes oder der Frau, die Tagesvater oder Tagesmutter werden will. Ein polizeiliches Führungszeugnis aller im Haushalt der zukünftigen Tagesmutter lebenden volljährigen Personen muss dem Jugendamt ebenfalls vorgelegt werden. Ergänzt werden diese Bescheinigungen mit einer aktuellen Auskunft der Schufa. Weiterhin erfordern die geltenden Voraussetzungen den Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses am Kind, den jeder besuchen muss, der Tagesmutter werden will. Obwohl jedes Jugendamt von einer zukünftigen Tagesmutter oder einem zukünftigen Tagesvater eine fachliche Qualifizierung erwartet, gibt es leichte Unterschiede innerhalb der Kommunen. Die Vorgaben der einzelnen Jugendämter in Bezug auf die fachliche Qualifizierung unterscheiden sich oft geringfügig. Dies zeigt sich in der Stundenanzahl der Qualifizierung oder im regelmäßigen Besuch von Wiederholungsqualifizierungen. Wie in allen Belangen zum Thema „Tagesmutter werden“ sind für detaillierte Informationen die Jugendämter die richtigen Ansprechpartner, um alle Voraussetzungen für die Pflegeerlaubnis zu erfüllen.

Rechtliche Aspekte, die Betreuungspersonen beachten müssen

Wer beabsichtigt, mit einer Ausbildung zur Kindergärtnerin oder als Quereinsteiger Tagesmutter zu werden, ist in Zukunft selbstständig tätig. Das bedeutet, dass die Absicherung gegen Krankheit und für die Altersvorsorge sowie die Pflegeversicherung in der Verantwortung der Tagesmutter liegt. Durch die selbstständige Tätigkeit müssen alle einkommensteuerpflichtigen Einkünfte versteuert werden. Da es sich jedoch bei der Kindertagespflege nach § 6 GewO um keinen Gewerbebetrieb handelt, ist der Antrag auf einen Gewerbeschein nicht nötig. Die Arbeit als Tagesmutter ist durch unterschiedliche Erziehungsgesetze reguliert. Während der Betreuung von Kindern ist die Tagesmutter für das körperliche und seelische Wohl der Kinder verantwortlich. Sie ist im Rahmen der Betreuung verpflichtet, die Kinder entsprechend ihrer Entwicklung angemessen zu fördern.

Öffentliches und privates Betreuungsentgelt

Ist geplant, Tagesmutter zu werden, bedeutet dies, eine selbstständige Tätigkeit mit Kosten und Einnahmen anzustreben. Die Kosten resultieren aus den verschiedenen Aufwendungen im Rahmen der Betreuung der Kinder. Die Einnahmen können privates Betreuungsentgelt oder öffentliches Betreuungsentgelt umfassen. Das private Betreuungsentgelt erhält die Tagesmutter direkt von den Eltern und wird individuell festgesetzt. Vorteilhafter ist das öffentliche Betreuungsgeld, da es direkt von den Kommunen oder anderen öffentlichen Einrichtungen an die Tagesmutter ausbezahlt wird. Kombinierte Entgeltzahlungen sind ebenfalls möglich. Obwohl das öffentliche Entgelt festgesetzt ist, bringt es für die Tagesmutter viele Vorteile. Die Zahlungen erfolgen regelmäßig und Sachaufwendungen werden genauso abgedeckt wie etwaige anfallende erzieherische Aufwendungen. Ein zusätzliches Plus für alle, die Tagesmutter werden und sich für das öffentliche Entgelt entscheiden, liegt in verschiedenen Sozialleistungen für die Tagesmutter.

Früher war es ganz normal, dass man sich als Tagesmutter zur Verfügung stellte, wenn man eben ein wenig nebenher verdienen wollte. Heute ist es nicht mehr ganz so einfach, der Job als Tagesmutter oder Tagesvater ist anspruchsvoller geworden und unterliegt einigen Regelungen. Dies ist auch absolut notwendig, immerhin übernehmen Sie für mehrere Stunden am Tag die Verantwortung für ein fremdes Kind. Die Eltern möchten ihre Kinder in guten Händen wissen und sich keine Sorgen während der Betreuungszeit machen müssen. Wer das Ziel hat Tagesmutter zu werden, der kann sich ein solides Standbein aufbauen, bei dem es aber einiges vorab zu beachten gibt.

Wie kann man Tagesmutter werden?

Natürlich können sich auch Männer zum Tagesvater ausbilden lassen, allerdings gibt es viel mehr Tagesmütter als Tagesväter, ähnlich wie es in öffentlichen Einrichtungen der Fall ist. Für beide gelten die gleichen Regelungen und Bedingungen, ehe man die Verantwortung für kleine Kinder übernehmen kann. Sicherlich fließen in diese Regelungen auch die Bestimmungen der verschiedenen Länder hinein, sodass es in jedem Fall ein wenig anders ablaufen wird. Beim regionalen Jugendamt aber müsste man sich stets ausführlich beraten lassen können. Wer Tagesmutter werden möchte, der braucht heute eine Pflegeerlaubnis und eine Eignungsfeststellung des Jugendamtes. Hier möchte der Gesetzgeber ein Auge drauf haben wenn es heißt:

„Eine Person, die ein Kind oder mehrere Kinder außerhalb des Haushalts des Erziehungsberechtigten während eines Teils des Tages und mehr als 15 Stunden wöchentlich gegen Entgelt länger als drei Monate betreuen will, bedarf der Erlaubnis.“ Quelle SGB §43 Erlaubnis zur Kindertagespflege

Tagesmutter werden – die Voraussetzungen

Selbstverständlich wird erwartet, dass man auch ganz persönliche Eigenschaften besitzt, wenn man den Job als Tagesmutter wahrnehmen möchte. Die wohl wichtigste ist es, dass man den Umgang mit Kindern gerne hat und seine Aufgabe verantwortungsvoll übernimmt. Kinder sind nicht immer süß und knuddelig, sie wollen sauber gehalten, gewaschen und gefüttert werden. Je nach Alter benötigen die Kinder individuelle Aufmerksamkeit und natürlich Liebe. Wer fremden Kindern dies nicht entgegen bringen kann, der ist mit diesem Beruf sicher bald überfordert.

Als Tagesmutter richtet sich der Tagesablauf nach den Kindern und entsprechend sollte man sich anpassen können. Wer sich in so einem Alltag nicht zu Recht findet oder keinen Spaß daran hat, der sollte seine Entscheidung überdenken. Wer aufgrund des Einkommens Tagesmutter werden will, der wird ohnehin den Eignungstest des Jugendamtes nicht überstehen. Immerhin wird hier die eigene Persönlichkeit überprüft, welches zur Kinderbetreuung passen sollte. Wer Kinder erziehen möchte, der muss immer ein gewisses Maß an Vorbild sein.

Diese Eigenschaften sollten Sie mitbringen, wenn Sie Tagesmutter werden möchten:

Zu aller erst sollte die physische und psychische Belastbarkeit vorhanden sein. Wer nach nur wenigen Stunden Kinderlärm die Nerven verliert, der ist für den Job als Tagesmutter ungeeignet. Das Kinder manchmal Chaos und Unordnung schaffen darf Sie nicht stören, auch häufiges Weinen sollte Sie nicht aus der Ruhe bringen. Ja, der Beruf Tagesmutter / Tagesvater ist anstrengend auf allen Ebenen und darf nicht unterschätzt werden.

Als nächstes müssen Sie sich absolut zuverlässig verhalten können, sowohl den Eltern gegenüber, als auch den Kindern. Wird das Kind gebracht, so muss die Wohnung entsprechend hergerichtet sein, wird es abgeholt, so sollte das Kind abholbereit sein. Dies erwarten Eltern von Ihnen, wenn Sie für die Betreuung zahlen.

Ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein wird ebenfalls vorausgesetzt. Kinder dürfen beispielsweise nie alleine gelassen werden, auch nicht für ein paar Minuten. Den Alltag stemmen Sie anhand Ihrer mitgebrachten Organisationsfähigkeit, immerhin haben Sie vielleicht noch eigene Kinder, wollen den Haushalt nicht vernachlässigen oder müssen hin und wieder Einkaufen, ans Telefon gehen oder mit dem Hund raus. Das kann schon mal chaotisch werden.

Seien Sie auch kooperationsfähig und möglichst ausgeglichen. Dann haben Sie gute Chancen, dass sich die Eltern eines Kindes auch für den Platz bei Ihnen entscheiden. Bedenken Sie, dass Eltern bei der Wahl der Tagesmutter oft auf den ersten Eindruck und die Rahmenbedingungen achten. Auch wünschen sich die Eltern der Kinder Ehrlichkeit und Vertrauen.

Den Willen zur Weiterbildung

Kinderbetreuung stellt uns heute vor eine große Herausforderung, immerhin erwarten Eltern so einiges von den Erziehern und Tagesmüttern. Beispielsweise wird eine bestimmte Erziehungsform vorausgesetzt, oft ist es den Tagesmüttern untersagt, die Stimme gegenüber dem Kind zu erheben oder es mit Auszeiten zu bestrafen. Ja, Kindererziehung ist oft nicht leicht und so muss man sich mit alternativen Erziehungsmethoden auseinandersetzen, wenn die eigenen Vorlieben und Ansichten nicht geteilt werden dürfen.

Die Tagesmutter Qualifizierung

Eine spezifische Ausbildung zur Tagesmutter gibt es nicht, allerdings kann jeder Tagesmutter werden, der sich mit eben genannten Anforderungen identifizieren kann. Wichtig ist es aber, dass die künftige Tagesmutter eine Qualifizierung erwirbt. Diese können über qualifizierte Lehrgänge erworben werden.

Diese Lehrgänge werden heute von den Jugendämtern angeboten. Nach der Teilnahme wird Ihnen diese auch bescheinigt. Wer eine anderweitige pädagogische Ausbildung nachweisen kann, der wird vielleicht um diese Lehrgänge herum kommen. Wer ein solches Zertifikat in den Händen hält, der darf fünf Kinder gleichzeitig betreuen. Wer mehr als fünf Kinder aufnehmen kann und will, der braucht eine pädagogische Ausbildung, welche ebenfalls über das Jugendamt per Zusatzkurse und Weiterbildungen erteilt werden können. Ein sauberes polizeiliches Führungszeugnis ist übrigens Pflicht. Die Schulungen zur Tagesmutter belaufen sich auf 160 Unterrichtsstunden über mehrere Wochen hinweg.

Wer Tagesmutter ist und damit Geld verdient, der ist ab sofort selbstständig tätig und muss dies auch anmelden. Allerdings ist die Betreuung kein Gewerbebetrieb, Sie benötigen keinen Gewerbeschein.

Tagesmutter werden – Räumlichkeiten schaffen

Natürlich dürfen Sie nun die Kinder auch bei Ihnen zu Hause betreuen. Allerdings muss die eigene Wohnung oder das Haus kinderfreundlich hergerichtet sein und für die Betreuung von mehreren Kindern geeignet sein. Sie müssen für Spielräume und Ruheräume sorgen, Sie brauchen Kochmöglichkeiten ohne jegliche Gefahrenquellen. Altersgerechte Spielsachen und hygienische Verhältnisse sind ebenfalls Pflicht, außerdem sollte die Möglichkeit bestehen in die Natur nach draußen zu gehen. Bestenfalls ist in der Nähe ein Spielplatz oder eine Parkanlage.

Das Jugendamt darf zur Überprüfung dieser Dinge zu Ihnen nach Hause kommen. Die Betreuer können mit Ihnen nun Veränderungen angehen, beispielsweise wenn der Kaminofen nicht ausreichend gesichert ist oder bei der Treppe zum Keller noch ein Gitter fehlt. Fördermittel für vielleicht notwendige Umbauten können diskutiert und beantragt werden.

Sie möchten noch mehr Informationen zum Thema Tagesmutter werden? Dann schauen Sie bei der Gründerplattform vorbei, von der Idee bis zur Gründung, einfach erklärt und begleitet.

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Weitere Geschäftsideen

Hier finden Sie Veranstaltungen, die für Ihr Bundesland angeboten werden. Bitte erkundigen Sie sich bei den Anbietern, ob Sie auch an Veranstaltungen anderer Bundesländer teilnehmen können.

Baden-Württemberg:
Angebote des Landesverbandes der Tagesmütter-Vereine

Bayern:
Staatsinstitut für Frühpädagogik

Hessen:
Angebote des Hessischen Kindertagespflegebüros

Niedersachsen:
Angebote des Niedersächsischen Kindertagespflegebüros

Nordrhein-Westfalen:
Landesverband Kindertagespflege NRW

Sachsen:
Angebote der Informations- und Koordinierungsstelle (IKS) Sachsen

Überregional:
Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WIFF)
Deutscher Bildungsserver
Der PARITÄTISCHE
Deutsche Liga für das Kind
Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge
Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienste und Wohlfahrtspflege (BGW)

Veranstaltungen des Bundesverbandes für Kindertagespflege werden gesondert ausgeschrieben. Sie finden sie unter Termine.

Fortbildungsangebote für Tagesmütter und Tagesväter erfragen Sie bitte bei Ihrem zuständigen Jugendamt.

Vielfältiges Angebot Qualifizierung und Fortbildung

Symbol Bild: © Colourbox.de

Das Hamburger Qualifizierungsprogramm bietet vielfältige Möglichkeiten, sich für diese anspruchsvolle Tätigkeit fortzubilden. Das Themenspektrum umfasst die Bereiche Pädagogik, Psychologie, Kommunikation, Recht und Organisation.

Entsprechende Angebote können auch von anderen Institutionen genutzt werden. Bitte erkundigen Sie sich in Ihrer zuständigen Tagespflegebörse danach.

Ihre fachliche Eignung (oder auch Sachkompetenz) als Tagesmutter bzw. Tagesvater können Sie durch Teilnahmenachweise passender Kurse des Hamburger Qualifizierungsprogramms oder vergleichbare Kurse belegen. Mindestqualifikation als Tagesmutter bzw. Tagesvater sind in Hamburg grundsätzlich 45 Unterrichtsstunden vor Tätigkeitsbeginn (Einführungskurs 1 und 2 plus Erste Hilfe am Kind). Es wird das Tagespflegegeld der Qualifikationsstufe 1 gewährt.

Grundsätzlich ist innerhalb eines Jahres nach Tätigkeitsbeginn die Grundqualifizierung mit weiteren 135 Unterrichtsstunden tätigkeitsbegleitend abzuschließen. Nach erfolgreichem Abschluss der Grundqualifizierung wird das erhöhte Tagespflegegeld der Qualifikationsstufe 1 gewährt. Tagespflegepersonen, die Kindertagespflege ausschließlich in Ergänzung zur Schule, Kita oder zur Betreuung durch eine Tagespflegeperson mit mindestens Qualifikationsstufe 2 anbieten, können in der Qualifikationsstufe 1 verbleiben.

Tagesmütter und Tagesväter mit einer pädagogischen Berufsausbildung erhalten das erhöhte Tagespflegegeld der Qualifikationsstufe 3 und müssen dafür den Einführungskurs 1 sowie den Kurs Kinderschutz/Kinderrechte sowie tätigkeitsbegleitend die Praxisberatung/Supervision absolvieren.

Fortbildungsverpflichtung

In Hamburg haben Tagesmütter und Tagesväter eine Fortbildungsverpflichtung im Umfang von 18 Unterrichtsstunden in zwei Kalenderjahren.

Hierfür können Sie aus dem Angebot des Hamburger Qualifizierungsprogramms wählen.

Tagesmutter Ausbildung

Ausbildung zur Tagesmutter – Qualifizierung und Prüfung

Die Ausbildung zur Tagesmutter erfordert die sogenannte Qualifizierungs- und Prüfungsordnung für Tagespflegepersonen. Das „Tagespflege Curriculum zur Qualifizierung von Tagespflegepersonen“ ist ein Lehrplan aus dem Jahr 1994. Dieser wurde vom Bundesverband als Werkstattausgabe veröffentlicht und 1996 verabschiedet. Das Curriculum gliedert sich in fünf große Bestandteile, welche zu einem pädagogischen Berufsabschluss führen sollen.

Für die Zertifikatsvergabe sind zwei Bausteine erforderlich: Der Vorbereitungskurs und die Basisqualifizierung. Beide zusammen machen 160 Unterrichtsstunden aus.

Mit Hilfe des Deutschen Jugendinstituts (DJI) kam es von 1998 bis 2001 zu einem bedeutsamen Projekt: „Entwicklung und Evaluation curricularer Elemente zur Qualifizierung von Tagespflegepersonen“.

Das daraus entstandene sogenannte DJI-Curriculum ist seit 2007 das Fundament für die Vergabe der Zertifikate gemäß der Qualifizierungs- und Prüfungsordnung für Kindertagespflege. Tausende Kindertagespflegepersonen dürfen sich dank der erfolgreichen Zusammenarbeit nun „Qualifizierte Kindertagespflegeperson“ nennen.

Die Prüfungsordnung

Wesentliche Bestandteile der Prüfungsordnung sind:

  • Qualifizierung nach dem DJI-Curriculum:
    • umfasst 160 Unterrichtsstunden à 45 Minuten
    • Fehlstunden werden nur bis zu 10 Prozent toleriert
  • Kolloquium:
    • mündliches Fachgespräch
    • ein bis maximal drei Personen
    • Prüfungszeit bei Einzelgespräch: 15-30 Minuten
    • Prüfungszeit bei Gruppengespräch: 45-60 Minuten
  • Leistungsnachweis
  • Zertifikatsvergabe

Das DJI-Curriculum

Das aktuell vorliegende DJI-Curriculum umfasst unterschiedliche Themenpakete. Dabei gliedern sich die 160 Unterrichtsstunden in 30 Stunden Einführungsphase und 130 Stunden Vertiefungsphase.

Die Einführungsphase beinhaltet folgende Themen:

  • Kindertagespflege aus Perspektive der Tagesmutter
    • Erwartungen, Aufgaben und Alltag der Tagesmutter
    • Grundlagen der Kindertagespflege aus rechtlicher und finanzieller Sicht
  • Kindertagespflege aus Perspektive der Kinder
    • Leben in zwei Familien
    • Eingewöhnungsphase
  • Kindertagespflege aus Perspektive der Eltern
    • erster Kontakt mit den Eltern
    • Grundlagen der Kindertagespflege aus rechtlicher und finanzieller Sicht

Die Vertiefungsphase beschäftigt sich mit:

  • Förderung von Kindern
  • Entwicklung von Kindern
    • Was gehört zu einer guten Entwicklung?
    • Wahrnehmung von Kindern im Pflegealltag – beobachten und dokumentieren
    • Umgang mit Kindern bezogen auf individuelle, kulturelle und geschlechtsspezifische Aspekte
  • Betreuung von Kindern
    • Sicherheit: Gefahrenquellen drinnen und draußen kennenlernen
    • Gesunder Alltag: Ernährung etc.
  • Erziehung
    • Tagesseminare: richtige Erziehung bzw. wie wurde ich erzogen, positive Beziehung zum Kind
    • schwierige Erziehungssituationen
    • Schutz vor sexuellem oder physischem Missbrauch
  • Besondere Herausforderungen
    • Zurechtkommen mit eigenen- und Tageskindern
    • Haushalt und Kindern gemeinsam gerecht werden
    • Verabschieden von Pflegekindern
  • Bildung
    • Bildungsauftrag, Themen und Pläne
    • Bücher und Medien
    • soziale Beziehungen
    • Räume und Orte zur Entwicklung
    • spielerisches Fördern
  • Zusammenarbeit zwischen Tagesmutter und Eltern
    • Nähe und Distanz
    • Erziehungspartnerschaft
    • Rollen der “beiden” Mütter
    • Schweigepflicht
    • Tagesseminar: Umgang mit Konflikten
    • Kommunikation zwischen Tagesmutter und Eltern
  • Arbeitsbedingungen
    • Grundlagen der Kindertagespflege aus rechtlicher und finanzieller Sicht
    • Auseinandersetzung mit dem Beruf Tagesmutter
  • Reflexion
    • Rückblick auf den Kurs
    • Vorbereitung auf das Abschlusskolloquium
    • Abschlussabend

Um die Qualität der Betreuung, Förderung, Erziehung und Begleitung von Tageskindern zu gewährleisten, sollte nach der Zertifikatsvergabe alle zwei Jahre eine Fortbildung erfolgen. Zudem bauen Sie auf diese Weise sowohl Ihre Kompetenz als auch Ihr Angebot aus und werden dadurch auf dem Markt gefragter.

Was kostet die Tagesmutter Ausbildung?

Die Kosten der Tagesmutter Ausbildung hängt natürlich davon ab, wo Sie diese absolvieren. Ein Kurs mit Prüfung kostet in der Regel um die 1.000 Euro, wobei Sie jedoch meist vom Jugendamt einen Zuschuss bekommen. Das heißt Sie müssen die Kosten der Ausbildung bzw. Umschulung zur Tagesmutter nur teilweise oder gar nicht selbst zahlen. Informieren Sie sich auf jeden Fall beim Jugendamt über die Möglichkeiten.

Für Arbeitslose besteht die Möglichkeit dass die Umschulung zur Tagesmutter über die Arbeitsagentur übernommen wird.

Fortbildung

Klären Sie die Möglichkeiten der Fortbildung immer mit dem zuständigen Jugendamt ab, da die Regelungen im Bereich der Kindertagespflege regional variieren. Das Jugendamt gibt Ihnen Auskunft darüber, wie viele Stunden Sie benötigen bzw. welche Träger diesbezüglich anerkannt sind.

Fortbildung durch das Jugendamt

Tagesmütter, die beim Jugendamt gemeldet sind und von diesem die Tageskinder zugeteilt bekommen, werden automatisch über Seminare, Kurse und Vorträge informiert. Manche Jugendämter bieten sogar selbst Weiterbildungskurse an, welche sich um Themen wie Kindertagespflege, Entwicklung, Erziehung, Pflege und Versorgung von Kleinkinder usw. drehen.

Regionale Fortbildungsprogramme

Hamburg beispielsweise bietet ein kostenloses dreistufiges Programm zur Qualifizierung von Tagesmüttern an. Dieses behandelt ein breites Spektrum an Themen aus Bereichen wie Gesundheit, Psychologie, Pädagogik, Organisation, Kommunikation und Recht. Des Weiteren ist es in unterschiedliche Qualifizierungsstufen gegliedert, die sich an die verschiedenen Erfahrungshintergründe der Tagesmütter richten. Wer die dritte und letzte Stufe des Qualifizierungsprogramms mit einer weiteren Vertiefungsphase und einem Kolloquium abschließt, gilt als „langzeitqualifiziert“.

Alternativen suchen

Natürlich gibt es noch weitere Optionen, wie Sie Ihre Kompetenzen als Tagesmutter erweitern können. Eine Alternative stellt zum Beispiel der Besuch von Kursen freier Träger dar. Mütterzentren, Kirchengemeinden, Volkshochschulen, Tageselternvereine, Erwachsenenbildungseinrichtungen oder Familienbildungsstätten informieren Sie über aktuelle Kursangebote.

Alternativ können Sie auch ein Fernstudium zum Thema „Kindererziehung“ aufnehmen. Viele kommerzielle Anbieter haben Lehrgänge mit solchen Schwerpunkten im Angebot. Zudem ermöglicht ihnen diese Option eine flexible, zeit- und ortsunabhängige Qualifizierung.

Und wer finanziert diese Qualifizierungsmaßnahmen?

In der Regel sind die Kosten für die Ausbildung von der Tagesmutter zu tragen. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, beim zuständigen Jugendamt einen Antrag auf Kostenzuschuss oder sogar eine Kostenübernahme zu stellen. In manchen Städten sind die Qualifizierungsprogramme kostenlos zugänglich. Die Informationen dazu bekommen Sie bei den zuständigen Stellen.

Profitieren Sie vom Wissen „alter Hasen“

Werfen Sie das Konkurrenzdenken über Bord und pflegen Sie gute Kontakte zu anderen Tagesmüttern! Dies ist eine tolle Art den eigenen Erfahrungsschatz zu erweitern. Der professionelle Meinungsaustausch bietet nicht nur neue Anregungen für die individuelle Angebotsgestaltung – die erfahrenen Tagesmüttern geben Ihnen ebenso gerne wertvolle Tipps zu Erziehungs- und Beschäftigungsfragen mit auf den Weg.

Was brauche ich für den Beruf der Tagesmutter?

Wer Kinder liebt und zugleich ein neues berufliches Standbein sucht, hat bestimmt schon daran gedacht, Tagesmutter zu werden. Kann man einfach loslegen oder braucht man behördliche Nachweise? Welche Rolle spielt das Jugendamt für die Arbeit als Tagesmutter?

Eine Co-Produktion mit dem Jugendamt

Zuerst einmal braucht man eine so genannte Pflegeerlaubnis des zuständigen Jugendamtes (§43 KJHG). Sie ist immer dann notwendig, wenn man dauerhaft eine Kindertagesbetreuung gegen Entgelt anstrebt. Man braucht sie schon ab dem ersten fremden Kind, sofern man einen Betreuungsumfang von mehr als 15 Stunden pro Woche und von mehr als drei Monaten erreicht.

Diese Pflegeerlaubnis ist auch dann erforderlich, wenn sich die Tagespflegeperson nicht vom Jugendamt vermitteln lassen will. Man sollte diese behördliche Hürde ernst nehmen: Wer ohne diese Erlaubnis Tagespflege anbietet, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einer Geldbuße bis 500 Euro rechnen. Die Pflegeerlaubnis ist auf fünf Jahre befristet und beschränkt sich auf die Betreuung von fünf fremden Kindern, sofern Landesrecht diese Anzahl nicht einschränkt.

Die Tagespflegeperson sollte sich über grundlegende Rechtsfragen, Kranken-, Unfall- und Berufshaftpflicht informieren. Konkrete Auskünfte hierzu erteilt das Jugendamt des Wohnsitzes.

Das Jugendamt als Knotenpunkt

Das Jugendamt interessiert sich vor allem dafür,

  • ob man persönlich geeignet und kooperationsbereit ist
  • fundierte Kenntnisse in der Kindertagespflege nachweisen kann
  • für den Nachweis eines Erste-Hilfe-Kurses am Kind
  • für die gesundheitliche Eignung der Tagespflegeperson
  • für das Vorliegen eines polizeilichen Führungszeugnisses
  • sowie für die räumlichen Voraussetzungen wie kindgerechte und anregungsreiche Ausstattung

Die Mitarbeiter des Jugendamtes prüfen dies im Rahmen des Genehmigungsverfahrens in Einzelgesprächen und Hausbesuchen oder auch später durch unregelmäßige Mitarbeiterbesuche.

Je nach Bundesland unterschiedlich geregelt ist, ob Tagesmütter sich zu einem Netzwerk zusammen schließen können. Damit wird es beispielsweise möglich, die Kinder auch außerhalb der Räume in einer so genannten Großtagespflegestelle zu betreuen.

Wie sieht die Ausbildung aus?

Noch gibt es keine einheitliche Ausbildung. Jedes Bundesland und jede Gemeinde kann unterschiedliche Anforderungen an die nötige Qualifikation der Tagespflegeperson aufstellen. Manche Jugendämter verlangen einen 160-Stunden-Lehrgang – andernorts braucht man nur 20-stündige Kurse zu besuchen.

Das Jugendamt stellt die Eignung der Tagesmutter fest, die sie mit „vertieften Kenntnissen hinsichtlich der Anforderungen der Kindertagespflege“ belegen muss. Diese kann man in qualifizierten Lehrgängen erwerben, sofern sie nicht in anderer Weise nachgewiesen werden. ( §23 Absatz 3 SGB VIII).

Lehrgänge bieten die Jugendämter, Tageselternvereine, Familienbildungsstätten, Volkshochschulen und andere Erwachsenenbildungseinrichtungen an.

Schwerpunkte dieser Qualifizierungskurse sind:

  • Tageskinder und eigene Kinder gemeinsam betreuen
  • Das Berufsbild der Tagesmutter
  • Die Eingewöhnungsphase
  • Die Erziehungspartnerschaft mit den Eltern
  • Pädagogische Angebote im häuslichen Umfeld
  • Rechtliche und finanzielle Grundlagen der Kindertagespflege
  • Vernetzung und Kooperation
  • Vertragsbeziehungen zu den Eltern und zum Jugendamt
  • Organisatorische Besonderheiten wie Selbständigkeit und Rechtsrahmen

Und wo sind die kleinen „Kunden“?

Hat man sich um alle Unterlagen gekümmert, fehlt nur noch eins: Kinder. Eine Möglichkeit ist der Weg über das Jugendamt. Es führt meist eine Kartei, in der Kindertagesbetreuung sowohl gesucht als auch angeboten werden kann. Dieser Weg hat den Vorteil, dass dort gelistete Tagesmütter und Tagesväter Zuschüsse zur Rentenversicherung erhalten können. Auch die Beteiligung an einer Sammelhaftpflicht kann man nur über das Jugendamt erhalten. Aber auch über Mundpropaganda, ein Inserat in der Tageszeitung oder im Internet kann man fündig werden.

Was kann man verdienen?

Hierzu kann man keine allgemein gültigen Aussagen treffen, da die Länder dies variabel gestaltet haben. Generell lässt sich sagen: Tagespflegepersonen sind meist selbständig tätig und werden von den Jugendämtern oder den Kommunen aus öffentlichen Mitteln finanziert. Die Höhe des Entgelts legt das Jugendamt fest oder wird durch Landesrecht geregelt. Nach der Vermittlung durch das Jugendamt erhält die Tagesmutter eine Geldleistung aus öffentlichen Mitteln. Diese enthalten:

  • Die Erstattung der Kosten für Sachaufwand (Verpflegung, Verbrauchskosten, Spielzeug ect.)
  • Einen leistungsgerechten Betrag für Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes
  • Die Erstattung nachgewiesener Aufwendungen für Beiträge zu einer Unfallversicherung
  • Die hälftige Erstattung nachgewiesener Aufwendungen zu einer angemessenen Alterssicherung
  • Hälftig erstattet werden im Rahmen der Geldleistung nach § 23 SGB VIII ab 2009 auch die nachgewiesenen Aufwendungen zu einer angemessenen Kranken- und Pflegeversicherung.

Die Höhe der privaten Vergütung richtet sich nach Angebot und Nachfrage und kann zwischen drei und sieben Euro betragen.

Sonja Leibinger

Umschulung zur Tagesmutter

Insbesondere für junge Mütter erscheint die Umschulung zur Tagesmutter als vielversprechende Möglichkeit, nach der Familienphase wieder berufstätig zu werden und Kind und Beruf unter einen Hut zu bringen. In der Regel sind die Jugendämter in Zusammenhang mit entsprechenden Qualifizierungsmaßnahmen die richtigen Ansprechpartner und informieren angehende Tagesmütter bezüglich entsprechender Umschulungsmöglichkeiten.

In Anbetracht der Tatsache, dass es gar nicht so leicht ist, mit Kind arbeiten zu gehen, erscheint eine Tätigkeit als Tagesmutter als interessante Alternative, denn so kann man gegebenenfalls auch das eigene Kind weiterhin betreuen, während man sich zugleich um noch weitere Kinder kümmert.

Berufsbild Tagesmutter – Aufgaben und Gehalt

In der Bundesrepublik Deutschland ist das Tagesbetreuungsausbaugesetz maßgebend für die Kindertagespflege, der sich Tagesmütter und auch Tagesväter widmen. Die Kindertagespflege besteht somit neben der klassischen Betreuung in Kindertageseinrichtungen, wie zum Beispiel Kindergärten, und ist als gleichwertige Form anerkannt. Als Tagesmutter ist man dabei im eigenen Haushalt oder im Haushalt der Personensorgeberechtigten tätig und übernimmt dort die Betreuung von Kindern.

Die Kindertagespflege findet somit in einem sehr familiären Rahmen statt und ist zudem dadurch gekennzeichnet, dass die Kinderbetreuung hierbei sehr flexibel organisiert werden kann. Tagespflegepersonen betreuen maximal fünf Kinder gleichzeitig, wodurch eine intensive Betreuung jedes einzelnen Kindes gewährleistet werden kann.

In Anbetracht der Tatsache, dass vielerorts zu wenig Kindergartenplätze existieren und es zugleich einen gesetzlichen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres gibt, dürfte die Kindertagespflege künftig noch weiter an Bedeutung gewinnen.

Die Tagesmutter ist somit für viele Eltern die Rettung, wenn es darum geht, einen Betreuungsplatz für den Nachwuchs zu finden. All diejenigen, die sich als Tagespflegeperson neue Perspektiven erschließen und den hohen Bedarf in der Kinderbetreuung zunutze machen möchten, müssen beachten, dass die Verdienstmöglichkeit stark schwanken.

Je nach Region, Auslastung und Nachfrage ergibt sich ein gewisser Stundensatz pro Kind, der das Gehalt der Tagesmutter bildet. Von diesem Verdienst müssen Tagesmütter allerdings sämtliche Unkosten, wie zum Beispiel ihre Krankenversicherung, weitere Versicherungen sowie Steuern zahlen. Angaben zum durchschnittlichen Gehalt als Tagesmutter lassen sich daher nicht machen.

Die Umschulung zur Tagesmutter – Wie wird man Tagesmutter?

Wie werde ich Tagesmutter? Diese Frage beschäftigt viele Menschen, die im Bereich der Kindertagespflege tätig werden möchten. Oftmals hat man bereits einen Erstberuf erlernt, kann oder will aber aus verschiedenen Gründen nicht mehr darin tätig sein. In einem solchen Fall erscheint eine Umschulung zur Tagesmutter beziehungsweise zum Tagesvater als perfekte Lösung.

Auf der Suche nach entsprechenden Umschulungen wird man jedoch nicht fündig, da Tagesmutter kein anerkannter Ausbildungsberuf ist und daher auch keine dementsprechende Umschulung möglich ist. Stattdessen werden vielerorts Qualifizierungsmaßnahmen über das Jugendamt angeboten.

Voraussetzungen und Dauer der Ausbildung zur Tagesmutter

Wer an der Qualifizierung zur Tagesmutter teilnehmen möchte, sollte sich ans örtliche Jugendamt wenden und im Rahmen einer Beratung die Möglichkeiten erörtern. Zunächst geht es dabei um die Voraussetzungen, die angehende Tagespflegepersonen erfüllen müssen. Neben einer gesundheitlichen Eignung wird besonderer Wert auf die Betreuungsvoraussetzungen gelegt.

Demnach muss eine Tagesmutter über geeignete Räumlichkeiten verfügen, in denen die Tagespflegekinder adäquat betreut werden können. Sicherheit und Hygiene werden dabei großgeschrieben, wobei zudem ausreichend Beschäftigungs- und Spielmöglichkeiten gegeben sein müssen.

Tagesmütter müssen darüber hinaus über adäquate Erste-Hilfe-Kenntnisse verfügen. Das für die Pflegeerlaubnis vom Jugendamt erforderliche Wissen wird im Zuge der betreffenden Qualifizierung vermittelt. Die Dauer variiert dabei je nach Region und Vorwissen. Während in einigen Bundesländern ein Kurs von 16 Stunden ausreicht, ist in anderen Ländern die Teilnahme an einer Qualifizierung mit 160 Stunden Pflicht, wobei pädagogische Fachkräfte mit abgeschlossener Ausbildung gegebenenfalls eine Verkürzung der Umschulungsdauer erwirken können.

Wichtige Inhalte der Qualifizierung können unter anderem sein:

  • gesetzliche Rahmenbedingungen der Kindertagespflege
  • Aufgaben der Tagespflegeperson
  • Kommunikation in der Kindertagespflege
  • Erziehung und Bildung in der Tagespflege
  • Entwicklung, Betreuung und Förderung von Tageskindern

Die Kosten für die Tagesmutter-Ausbildung

Grundsätzlich entstehen durch eine Umschulung zur Tagesmutter Kosten, die vom jeweiligen Lehrgangsteilnehmer zu tragen sind. Mitunter besteht allerdings die Möglichkeit, eine Förderung in Anspruch zu nehmen, so dass man die Kosten für die Tagesmutter-Ausbildung nur teilweise oder gar nicht zahlen muss. Wer sich für eine entsprechende Tätigkeit interessiert, sollte sich unter anderem beim Jugendamt informieren.

Weiterbildungen für qualifizierte Tagesmütter

Die Qualifizierung für die Kindertagespflege vermittelt die Kenntnisse, die für die Pflegeerlaubnis als Tagesmutter beziehungsweise Tagesvater erforderlich sind. Als Tagespflegeperson sollte man seiner hohen Verantwortung aber auch dahingegen gerecht werden, dass man regelmäßig an Weiterbildungen teilnimmt.

Neben privaten Bildungsanbietern ist in diesem Zusammenhang das Jugendamt die richtige Anlaufstelle, denn oftmals finden hier jährliche Fortbildungen für Tagesmütter statt. Diese bauen auf der elementaren Grundqualifizierung auf und können mitunter die Basis für eine nachhaltige Laufbahn als pädagogische Fachkraft schaffen.

Wo kann man sich zur Tagesmutter umschulen lassen?

Bei ernsthaftem Interesse an einer Tätigkeit als Tagesmutter beginnt zunächst die Suche nach einem geeigneten Anbieter für eine Qualifizierung für die Kindertagespflege. Eine zentrale Stelle gibt es nicht, weshalb die Recherche durchaus eine Herausforderung sein kann. Zentrale Anlaufstelle sollte dabei stets das örtliche Jugendamt sein. Nicht wenige Jugendämter übernehmen die Qualifizierung von Tagesmüttern selbst.

Zugleich können die Behörden Auskunft über Anbieter vor Ort geben. Gemeinnützige Vereine, die Kirchen, die VHS oder auch private Bildungseinrichtungen können so als Umschulungsanbieter für angehende Tagesmütter in Betracht kommen.

Kann die Umschulung zur Tagesmutter berufsbegleitend beziehungsweise in Teilzeit erfolgen?

Die Umschulung zur Tagesmutter ist für viele Menschen besonders dann interessant, wenn sie am Scheideweg stehen. Dies kann beispielsweise nach der Geburt eines eigenen Kindes und während der Elternzeit sein. Wer währenddessen den Entschluss fasst, nicht mehr oder zumindest vorerst nicht in den alten Beruf zurückzukehren, kann sich parallel zur Betreuung der eigenen Kinder in Teilzeit zur Tagesmutter umschulen lassen.

Auch Berufstätige, die eine neue Perspektive suchen und sich ein zweites Standbein aufbauen möchten, dürften eine solche berufsbegleitende Qualifizierung für die Tagespflege zu schätzen wissen. Unterschiedliche Anbieter und Lehrgangsformen sorgen für vielfältige Lösungen, sodass der Job oder die eigene Elternzeit der Tagesmutter-Umschulung nicht im Wege stehen muss.

Welche Alternativen gibt es zur Umschulung zur Tagesmutter?

Dass Tagesmutter kein anerkannter Berufsabschluss ist, wird zum Teil als echter Nachteil empfunden. Menschen, denen es einerseits so ergeht und die andererseits eine pädagogische Qualifizierung anstreben, tun gut daran, nach Alternativen Ausschau zu halten. So bietet sich eine Umschulung zur Erzieherin in besonderem Maße an. Diese erfolgt ebenso wie die Ausbildung in schulischer Form an betreffenden Fachschulen für Sozialpädagogik, wobei für eine Umschulungsmaßnahme auch private Bildungsanbieter in Betracht kommen können.

Tagesmutter werden

Wie werde ich Tagesmutter?

Um in der Kinderbetreuung selbstständig tätig zu sein, bedarf es mehr als nur der Liebe zu Kindern. Folgende formale und persönliche Voraussetzungen müssen Sie erfüllen, wenn Sie eine Tagesmutter werden möchten.

Pflegeerlaubnis durch das Jugendamt nach § 43 SGB VIII (Sozialgesetzbuch): Um als Tagesmutter zu arbeiten, benötigen Sie eine Pflegeerlaubnis, die Ihnen durch das Jugendamt erteilt wird. Diese Erlaubnis ist dann einzuholen, wenn Sie diese Voraussetzungen erfüllen:

  • Ihr Betreuungsangebot wird vergütet
  • Sie arbeiten mehr als 15 Stunden pro Woche
  • Die Betreuung dauert länger als drei Monate
  • Sie betreuen bis zu 5 Kinder
  • Die Betreuung findet außerhalb der elterlichen Wohnung statt

Die Bedingungen, um eine Pflegeerlaubnis für Ihre Selbstständigkeit als Tagesmutter zu erhalten, sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In der Regel führt das zuständige Jugendamt eine Eignungsfeststellung in Form von Einzelgesprächen und Hausbesuchen durch. Darüber hinaus müssen Sie ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, das Sie bei Ihrem ansässigen Ordnungsamt beantragen können. Bekommen Sie die Pflegeerlaubnis erteilt, ist diese für 5 Jahre und für eine Betreuung von maximal 5 Kindern gültig. Sollten Sie mehr als 5 Kinder betreuen, benötigen Sie eine pädagogische Ausbildung, beispielsweise zur Kinderpflegerin, Erzieherin oder ein pädagogisches Studium.

Fachliche Qualifikation: Um als Tagesmutter tätig zu sein, müssen Sie eine Ausbildung absolvieren, die gesetzlich auf insgesamt 160 Unterrichtsstunden festgelegt ist. Die Inhalte der Ausbildung sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Jedoch sind Sie gesetzlich einheitlich dazu verpflichtet, an einem Erste-Hilfe-Kurs für Babys und Kleinkinder teilzunehmen. Kurse werden beispielsweise vom Deutschen Roten Kreuz oder den Johannitern angeboten. Eventuell kommt noch eine Hospitation in einer Kita oder bei einer Tagesmutter hinzu. Die Ausbildung zur Tagesmutter ist in jedem Fall mit Kosten verbunden, die sich je nach Bundesland oder Gemeinde unterscheiden. In München beispielsweise kostet die Teilnahme 360 Euro, inklusive Prüfungsgebühr und Zeugnisausstellung. In der Regel ist ein Zuschuss durch Ihr zuständiges Jugendamt möglich. Voraussetzung, um an der Ausbildung teilzunehmen, ist – je nach Bundesland – der Nachweis eines Hauptschulabschlusses, der mittleren Reife oder einer Berufsausbildung (hier ist nur wichtig, dass Sie eine Ausbildung absolviert haben, nicht welche).

Persönlichkeit: Da die Arbeit einer Tagesmutter sehr anspruchsvoll ist, werden an Sie als Person besondere Anforderungen gestellt. Neben der fachlichen Qualifizierung müssen Sie geistig und körperlich belastbar sowie zuverlässig sein und ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein haben. Außerdem sollten Sie gut organisiert und kooperativ sein. Wichtig sind die:

  • glaubhafte Motivation zur Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern,
  • Bereitschaft, mit den Eltern der Kinder zusammenzuarbeiten sowie zur fachlichen Weiterbildung.

Tagesmutter werden

Tagesmutter – Was ist das überhaupt?

Bevor wir uns den Voraussetzungen und der Tagesmutter Ausbildung widmen, möchten wir uns anschauen, was eine Tagesmutter genau ist bzw. genau macht. Als Tagesmutter betreust du in der Regel mehrere Kinder bei dir zu Hause. Die Vorteile dabei sind, dass die Kinder aufgrund der kleineren Gruppengrösse mehr Aufmerksamkeit bekommen und du besser auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingehen kannst. Zusätzlich handelt es sich bei der Betreuung durch eine Tagesmutter meistens um eine längerfristige Betreuung. Das kann von zwei Seiten betrachtet werden: Zum Einen sind Kinder oft halbtags oder sogar den ganzen Tag bei der Tagesmutter und nehmen dadurch aktiv am Familienleben teil. Du gehst mit den Kindern einkaufen, kochst gemeinsam mit ihnen und beschäftigst sie so wie deine eigenen Kinder. Zum Anderen ist es aber auch so, dass Eltern, wenn sie eine passende Tagesmutter gefunden haben, die Kinder gerne für mehrere Monate oder sogar Jahre von derselben Tagesmutter betreuen lassen.

Voraussetzungen, um Tagesmutter werden zu können

Die grundlegenden Voraussetzungen, um die Tagesmutter Ausbildung starten zu können, unterscheiden sich gar nicht gross von denen eines Babysitters. Dazu zählen zum Beispiel die Freude an der Arbeit mit Kindern, die psychische Belastbarkeit und das Verantwortungsbewusstsein. Hinzu kommen noch andere Voraussetzungen wie selbstständiges Arbeiten und Organisationstalent; schliesslich arbeitest du als Tagesmutter meistens alleine und von zu Hause aus. Dass du dadurch schon fast ein kleines eigenes Unternehmen führst, solltest du nicht unterschätzen.

Im Gegensatz zu anderen deutschsprachigen Ländern wie zum Beispiel Österreich benötigst du in der Schweiz keine spezielle Ausbildung um als Tagesmutter arbeiten zu können. Was es aber gibt, sind gesetztliche Regelungen für die Arbeit als Tagsmutter. Verschiedenen Faktoren entscheiden darüber, ob eine Bewilligungspflicht vorliegt oder nicht. Eine Bewilligungspflicht liegt vor wenn:

  • das Kind ausserhalb des Elternhauses betreut wird,
  • mehr als fünf Kinder unter 12 Jahren für mehr als 2 1/2 Tage pro Woche betreut werden und
  • die Tagesbetreuung für mehr als drei Monate stattfindet.

Ausnahmen werden gemacht, wenn du mit dem betreuten Kind verwandt bist. Wenn du dir nicht sicher bist, ob du als Tagesmutter der Bewilligungspflicht unterliegst oder nicht, solltest du am besten bei deiner Gemeinde nachfragen.

Jetzt ist es natürlich noch wichtig, was es überhaupt bedeutet, wenn du der Bewilligungspflicht unterliegst. Grundsätzlich bedeutet es, dass folgende Kriterien regelmässig kontrolliert werden:

  • Du und andere in deinem Haushalt lebende Personen müssen persönlich, gesundheitlich und erziehungstechnisch geeignet sein.
  • Die Wohnverhältnisse müssen kindgerecht und für die Tagesbetreuung geeignet sein sein.

Auch wenn du nicht der Bewilligungspflicht durch eine Behörde unterliegst, empfiehlt es sich natürlich, diese Kriterien zu erfüllen um den Eltern ein gutes Gefühl zu geben.

Selbstständig oder bei einem Verein angestellt

In der Schweiz hast du als Tagesmutter zwei Möglichkeiten, dein Arbeitsverhältnis zu gestalten. Du kannst entweder selbstständig arbeiten oder dich einem Tagesmütter- bzw. Tagesfamilienverein anschliessen und über diesen angestellt sein.

Selbstständig beschäftigt

Die Arbeit als selbstständige Tagesmutter hat folgende Vorteile:

  • Du bist deine eigene Vorgesetzte und kannst deine Bedingungen selbst bestimmen.
  • Es sind grundsätzlich kein Kurs und keine Ausbildung notwendig (um Eltern von dir zu überzeugen empfehlen wir dir aber zumindest einen Erste-Hilfe-Kurs).
  • Keine Abgaben an einen Tageselternverein.

Der grosse Nachteil bei der Selbstständigkeit ist, dass du dich selbst um Versicherungen, Steuern und andere administrative Angelegenheiten kümmern musst.

Bei einem Tageselternverein beschäftigt

Das sieht bei der Anstellung bei einem Tageselternverein wieder anders aus. Die Vorteile dabei sind:

  • Der Verein kümmert sich um deinen administrativen Tätigkeiten.
  • Bei einem Tageselternverein werden dir verschiedene Aus- und Weiterbildungen angeboten.
  • Das Arbeitsverhältnis zwischen Eltern und Tagesmüttern ist vertraglich geregelt und festgelegt.

Natürlich gibt es auch bei einem Tageselternverein einen grossen Nachteil: du bist nicht so unabhängig wie bei der Selbstständigkeit und musst einen Teil deines Verdienstes beim Verein abgeben.

Wir hoffen, dass du jetzt einen besseren Einblick in die Arbeit als Tagesmutter bekommen hast und du Bescheid weisst, was alles dazugehört um Tagesmutter werden zu können. Und, ist dieser Job vielleicht etwas für dich? Oder bist du vielleicht schon Tagesmutter? Hier kannst du dich kostenlos auf Babysits registrieren und dich auf die Suche nach Hunderten Familien machen, die aktuell aktiv auf der Suche nach einem Babysitter bzw. einer Tagesmutter sind! Wir wünschen dir viel Erfolg bei der Suche.

Betreuung bei einer Tagesmutter

Was Sie über den Beruf Tagesmutter wissen müssen

Um Tagesmutter oder Tagesvater zu werden, reicht die Liebe zu Kindern allein nicht aus. Eine Bewilligung vom Amt für Jugend und Familie wird benötigt, die an viele Bedingungen geknüpft ist. Hier finden Sie einen kurzen Überblick darüber, was Sie mitbringen müssen um Ihren Berufswunsch zu verwirklichen.

Die Kinderbetreuung durch Tageseltern unterscheidet sich systematisch von der Betreuung durch Einrichtungen wie Kindertagesstätten. Die Tageskinder werden bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater gemeinsam mit den eigenen Kindern betreut und in den familiären Alltag eingebunden. Die Anzahl der zu betreuenden Kinder ist dabei begrenzt, wodurch mehr Raum für eine individuelle Betreuung geboten ist. Durch seine höhere Flexibilität wird die familiennahe Betreuung durch Tageseltern bei Eltern immer beliebter.

Aufgrund der gestiegenen Nachfrage gibt es in allen Bundesländern Österreichs Maßnahmen zur Qualitätssicherung der Tagesbetreuung. Wer in Österreich als Tagesmutter oder Tagesvater arbeiten möchte, muss sich einem Bewilligungsverfahren unterziehen. Verschiedene Voraussetzungen müssen erfüllt werden, um eine Bewilligung vom Amt für Jugend und Familie für die Betreuung von Tageskindern zu erhalten.

Die Voraussetzungen und Anforderungen

Um als Tagesmutter oder -vater arbeiten zu dürfen, muss man eine Vielzahl von Voraussetzungen und Anforderungen erfüllen. Im Bewilligungsverfahren vom Amt für Familie und Jugend wird unter anderem überprüft, ob:

  • man die Ausbildung zum Tagesvater, zur Tagesmutter erfolgreich absolviert hat
  • man psychisch und physisch Gesund ist
  • man unbescholten ist
  • man in stabilen familiären Verhältnissen lebt
  • die im Haushalt lebenden Personen (Kinder, Partner) mit der Tagespflege einverstanden sind
  • die im Haushalt lebenden Personen gesund und suchtfrei sind
  • die Räumlichkeiten den Anforderungen entsprechen
  • die Spielmöglichkeiten den Anforderungen entsprechen
  • das Betreuungskonzept den Anforderungen entspricht

Tageseltern sind im Übrigen dazu verpflichtet regelmäßig an Fortbildungsmaßnahmen teilzunehmen. Die jeweiligen Landesregierungen oder Bezirksverwaltungsbehörden sind je nach Bundesland für die Qualitätssicherung verantwortlich.

Die Ausbildung

Die nötige Ausbildung der Tageseltern setzt jedes Bundesland separat fest. Der Umfang dieser Ausbildungen variiert daher teilweise extrem. In Wien sind nur 60 Unterrichtseinheiten gefordert, in der Steiermark dagegen 460. Auch sind nicht in jedem Bundesland Praxiseinheiten Teil der Ausbildung und die Schwerpunktthemen können variieren.

Im Allgemein sind Bereiche wie die rechtlichen Grundlagen und Pflichten von Tageseltern, die richtigen Kommunikationsstrategien, Didaktik und Entwicklungspsychologie feste Bestandteile der Ausbildung. Darüber hinaus können Themen wie Gesundheit, Spielförderung, Familienkonflikte, Entwicklungsstörungen und viele andere behandelt werden. Die angehenden Tageseltern müssen selbstverständlich auch einen Erste-Hilfe-Kurs für Kinder und Kleinkinder absolvieren.

Um dieser extremen Ungleichheit entgegenzuwirken, hat das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend durch eine Expertenarbeitsgruppe ein Ausbildungscurriculum für Tageseltern entwickeln lassen, welches 300 Unterrichtseinheiten umfasst. Ausbilder, die ihre Ausbildungslehrgänge nach diesem Curriculum durchführen, bekommen vom BMWFJ ein Gütesiegel verliehen.
Tagesmütter und -väter, die ihre Ausbildung erfolgreich absolviert haben und die Bewilligung vom Amt für Familie und Jugend erhalten haben, stehen vor einer wichtigen Entscheidung, nämlich ob sie in einem Angestelltenverhältnis arbeiten möchten oder als Selbstständige. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile.

Zwar ist man durch eine Anstellung bei einem Rechtsträger kranken- und pensionsversichert und hat Urlaubsanspruch, muss jedoch eine bestimmte Wochenstundenzahl ableisten. Als Selbstständiger muss man sich zwar selbst versichern, hat jedoch im Allgemeinen mehr Freiheiten was die Arbeitszeit und die Rahmenbedingungen der Betreuung angeht.

Wie viele Kinder betreut eine Tagesmutter oder ein Tagesvater?

In der Kindertagespflege ist die Gruppengröße bekanntlich kleiner als in Kitas. Doch welche Regelungen gelten in Bezug auf den sogenannten Betreuer-Kind-Schlüssel genau? Wir haben Dr. Eveline Gerszonowicz gefragt. Sie ist wissenschaftliche Referentin des Bundesverbandes für Kindertagespflege.

Frau Dr. Gerszonovicz, wo liegt aktuell die Betreuungsquote in der Kindertagespflege und wie kommt diese zustande?

Die Kindertagespflege hat denselben Auftrag der Bildung, Erziehung und Betreuung, wie eine Kindertageseinrichtung. Dazu gehört auch, dass Kinder voneinander lernen. Das heißt, es ist schön, wenn mehrere Kinder zusammen von einer Tagesmutter oder einem Tagesvater betreut werden. Bundesdurchschnittlich sind es etwa drei Kinder pro Kindertagespflegeperson. Das entspricht genau dem, was für Kinder unter drei Jahren EU-weit empfohlen ist. Maximal kann eine Kindertagespflegeperson bis zu fünf Kinder gleichzeitig betreuen.

Im Schnitt drei, maximal fünf Kinder pro Kindertagespflegeperson

Wo gibt es die größten regionalen Unterschiede?

In den östlichen Bundesländern oder in Ballungsräumen werden zumeist etwas größere Gruppen betreut als in den westlichen Bundesländern oder in ländlichen Gebieten. Das hat unter anderem die Ursache, dass die Kindertagespflege dort, wo sie die zurückgehende Struktur der Kindertageseinrichtungen ausgleicht und dort, wo viele Betreuungsplätze benötigt werden, entsprechend flexibel reagieren kann. Andernorts, wo sehr junge Kinder traditionell eher von ihren Eltern (meist den Müttern) betreut werden oder auch nur wenige Kinder wohnen, die betreut werden müssen, ist die Kindertagespflege vornehmlich mit nur wenigen Kindern anzutreffen (Welche Relationen bundesweit Kinder verschiedenen Alters gelten, zeigen die Ergebnisse des Ländermonitors.)

Betreuung im familiären Umfeld. (© DKJS / M. Knoch)

Wie hat sich die Betreuer-Kind-Relation in der Kindertagespflege in den letzten Jahren verändert?

Früher brauchten Kindertagespflegepersonen keine Erlaubnis, wenn sie bis zu drei Kinder betreut haben. So kamen viele Betreuungsverhältnisse zustande, die nur zwischen Eltern und Kindertagespflegeperson vereinbart wurden. Seit 2005 finanzieren die öffentlichen Jugendhilfeträger die Kindertagespflege so, wie auch die Kindertageseinrichtungen. Kindertagespflegepersonen brauchen nun in jedem Fall eine Erlaubnis und entsprechende Qualifizierungen.

Inwiefern betreffen Informationen und Diskussionen rund um den Betreuungsschlüssel auch die Eltern?

Eltern möchten, dass ihre Kinder gut betreut sind und individuell gefördert werden. Das bedeutet auch, dass die Betreuungsperson genug Zeit hat, sich einzelnen Kindern zuzuwenden. In der Kindertagespflege mit der maximalen Gruppengröße von fünf Kindern bzw. von bis zu zehn Kindern, wenn zwei oder mehr Kindertagespflegepersonen zusammenarbeiten, kann dieser Anspruch gut umgesetzt werden.

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Der Personalschlüssel im Kita-Alltag

Was der Personalschlüssel in Wirklichkeit für Kinder, Eltern und Fachkräfte bedeutet, lesen Interessierte hier.

Rücksicht auf individuelle Bedürfnisse: Manche nehmen bewusst weniger Kinder auf

Experten fordern eine bessere Bezahlung für Kindertagespflegepersonen, um die Zahl der Kinder zu reduzieren und damit die Qualität verbessern zu können. Gibt es Ansätze in diese Richtung?

Leider ist vielerorts ein auskömmliches Einkommen überhaupt nur dann zu erzielen, wenn eine Kindertagespflegestelle mit fünf Kindern maximal ausgelastet ist. Viele Kindertagespflegepersonen nehmen aber mit Rücksicht auf die Bedürfnisse der ganz Kleinen oder der Kinder mit besonderem Förderbedarf weniger Kinder auf. Einen guten Ansatz zeigt die Stadt Göttingen: Hier wurde zur Sicherung der Betreuungsqualität von sehr jungen Kindern in der Satzung festgelegt, dass eine Kindertagespflegeperson bei der Betreuung von drei Kindern, von denen mindestens eines unter zwei Jahren alt ist, die Finanzierung auch für den vierten und fünften Platz erhält – selbst wenn diese nicht belegt sind. Bei dieser Regelung brauchen die Kindertagespflegepersonen nicht so viele Kinder betreuen.

Spielt der Betreuungsumfang der Kinder eine Rolle bei der Bezahlung?

Häufig werden Zeiten, in denen Kinder sehr früh am Morgen, spät am Abend, über Nacht oder an Wochenenden betreut werden, gesondert bezahlt.

Dr. Eveline Gerszonowicz, wissenschaftliche Referentin Bundesverband der Kindertagspflege.

Wie sieht es mit verlässlichen Vertretungsregelungen aus?

Für Vertretungsregelungen ist der öffentliche Jugendhilfeträger verantwortlich. Er muss sowohl für die Randzeitenbetreuung als auch für die Zeit, in der eine Kindertagespflegeperson wegen Urlaub, Krankheit und Fortbildung nicht verfügbar ist, finanzielle Regelungen treffen. Vielerorts erhalten Kindertagespflegepersonen auch bei Fehlzeiten ein Entgelt. Leider ist das noch nicht überall der Fall.

Wie wird die Betreuung von Kindern mit besonderem Förderbedarf geregelt?

Die Betreuung von Kindern mit besonderem Förderbedarf ist häufig an die Voraussetzung geknüpft, eine spezielle Qualifizierung dafür zu absolvieren. In Fachkreisen halten wir das für sehr sinnvoll und absolut notwendig. Da die Kinder in der Regel sehr jung sind, wenn sie zur Kindertagespflegeperson kommen, stellt sich häufig erst im Laufe der Entwicklung ein besonderer Förderbedarf heraus. Selten sind Behinderungen bereits in den ersten Lebensmonaten in ihrer gesamten Ausprägung erkennbar. Kindertagespflegepersonen sind immer in der Situation, dass sie die Kinder so annehmen, betreuen und fördern, wie sie ihnen begegnen. Das Thema Inklusion ist für sie also selbstverständlich.

Mehr Plätze und bessere Anerkennung der Arbeit würden Qualität in der Kindertagspflege verbessern

Wird diese besondere Herausforderung finanziell anerkannt?

Das ist bundesweit unterschiedlich. In Berlin beispielsweise wird ein Zuschlag bezahlt, wenn ein Kind mit besonderem Förderbedarf betreut wird. Dieser Zuschlag kann bei einem Kind mit einer Behinderung oder mit einer chronischen Krankheit bis zu 100 Prozent betragen. Für die Betreuung eines Kindes mit Fluchthintergrund erhalten Kindertagespflegepersonen unter Umständen einen Zuschlag von 30 Prozent. Im rheinland-pfälzischen Bad Dürkheim wird für die Betreuung eines Kindes mit einer Behinderung oder einer chronischen Krankheit der doppelte Satz bezahlt. Auch solche Regelungen ermöglichen es den Kindertagespflegepersonen, nicht alle Plätze belegen zu müssen.

Wie könnte die Qualität in der Kindertagespflege noch verbessert werden?
In erster Linie sollten die EU-Empfehlungen (Betreuer-Kind-Schlüssel 1:2 bei Kindern unter einem Jahr, 1:3 bei Kindern bis drei Jahren und 1:5 bei älteren Kindern) Beachtung finden, und zwar nicht nur in der Belegung der Plätze, sondern auch in der Finanzierung und der Anerkennung der geleisteten Arbeit. Das wäre ein großer Schritt in Richtung Qualitätsverbesserung.

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Kindertagespflege in Nordrhein-Westfalen

Erster Ansprechpartner für die Kindertagespflege ist Ihr zuständiges Jugendamt oder die vom Jugendamt beauftragten Fachberatungs- und Vermittlungsstellen. Hier erfahren Sie, welche Möglichkeiten Sie in Anspruch nehmen können und erhalten Hilfe bei der Suche nach einer geeigneten Tagespflegestelle. Im Beratungsgespräch werden Ihre Wünsche an eine Tagesmutter oder einen Tagesvater (Tagespflegeperson) erörtert und der Ablauf der Vermittlung besprochen

Die Jugendamt-Suche erleichtert Ihnen die Suche nach Ihren Ansprechpersonen für Tagespflegeplätze in Ihrem Wohnort. Mit dem Online-Angebot erhalten Sie Informationen über Ihr zuständiges Jugendamt und die Anzahl der verfügbaren Kindertagespflegeplätze sowie die Kontaktdaten der zuständigen Fachberatungs- und Vermittlungsstelle für Kindertagespflege, sofern diese Daten von Ihrem zuständigen Jugendamt eingepflegt wurden.

Checkliste für die Vorbereitung eines Beratungsgesprächs mit der Vermittlungsstelle

Im Gespräch mit Ihrem zuständigen Jugendamt oder der Fachberatungs- und Vermittlungsstelle für Kindertagespflege haben Sie die Gelegenheit, Ihre Wünsche und Erwartungen an die Tagespflegebetreuung Ihres Kindes darzustellen und folgende Fragen zu klären:

  • Welche Unterstützung kann ich bei der Suche nach einer geeigneten und qualifizierten Tagespflegeperson erhalten?
  • Wie läuft die Vermittlung ab?
  • Wann kann ein Betreuungsplatz zur Verfügung gestellt werden?
  • Welches pädagogische Konzept liegt der Kindertagespflege zugrunde?
  • Welche besonderen Schwerpunkte/Angebote bietet die Tagespflege?
  • Wie läuft die Eingewöhnungs- und Kontaktphase ab?

Tagesmutter: Fragen & Antworten

14. Januar 2016

  • Autor Redaktion
  • Thema Tagesmutter

Antworten rund um die Betreuungsform Tagesmutter im Überblick.

Was spricht für die Kinderbetreuung durch eine Tagesmutter?

Tagesmütter betreuen tagsüber maximal fünf Kinder bei sich zuhause und können dadurch auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingehen. Meist werden Kinder zwischen einem halben Jahr und drei Jahren betreut, die familiennahe Umgebung und die konstante Bezugsperson sind besonders für junge Kinder wichtig.

Wie finde ich eine Tagesmutter?

In Wien stellen vier Trägervereine Tagesmütter an: Volkshilfe, Hilfswerk, Kinderdrehscheibe und Eltern für Kinder Österreich. Die Vereine kümmern sich um die arbeits- und sozialrechtliche Absicherung und unterstützen bei der Vermittlung von Tageskindern. Zudem gibt es selbstständige Tagesmütter.

Im Unterschied zu institutioneller Kinderbetreuung können Eltern bei den Vereinen die für sie passende Tagesmutter selbst wählen, indem sie mehrere kennenlernen und Gespräche führen. Ruth Auer-Tischina, Verein Eltern für Kinder, empfiehlt: „Je früher Eltern anfangen, eine Tagesmutter zu suchen, desto mehr Chancen haben sie.“ Es komme auch auf die Bezirke an, wie viel Angebot und Nachfrage dort bestehe. Das Hilfswerk bietet ein Probemonat, innerhalb dessen man die Betreuung jederzeit beenden kann, ohne Gründe angeben zu müssen. „Wir wollen, dass eine gute Zusammenarbeit möglich ist“, sagt Brigitte Popprath vom Wiener Hilfswerk.

Je nach Handhabung des Vereins können Eltern die freien Betreuungsplätze online selbst einsehen oder ihren Bedarf beim Verein melden, um zu den Bedürfnissen passende Tagesmütter vorgeschlagen zu bekommen. Jedenfalls können Eltern die Tagesmutter kennenlernen und selbst feststellen, ob sie ihren Erwartungen entspricht und sie einen Betreuungsvertrag abschließen möchten.

Wieviel kostet die Kinderbetreuung durch eine Tagesmutter?

Die Kosten für die Kinderbetreuung durch eine Tagesmutter sind abhängig vom Trägerverein und dem Bundesland.

In Wien fördert die Stadt Wien die Kinderbetreuung ab einer Betreuungsstundenanzahl von 16 Wochenstunden: Verbringen die Kinder 16 oder 20 Stunden pro Woche bei einer Tagesmutter, übernimmt die Stadt Wien alle Kosten. Eine höhere Betreuungsstundenanzahl kostet Eltern zwischen 20 und 85 Euro pro Monat. Die Werte gelten für Kinder zwischen null und sechs Jahren, die ihren Wohnsitz in Wien haben. Schulpflichtige Kinder und Kinder mit Wohnsitz außerhalb Wiens erhalten keine Förderung, hier kosten 20 Betreuungsstunden den Eltern beispielsweise 185 Euro pro Monat, 40 Wochenstunden kosten 320 Euro pro Monat.

Hinzu kommt ein Beitrag für Essen, Ausflüge und Bastelmaterialien, der unterschiedlich hoch ausfällt.

Haben Tagesmütter eine Ausbildung?

Ja, Träger wie die Kinderdrehscheibe bieten eine eigene Ausbildung für Tagesmütter, in dessen Rahmen auch Praktika bei Tagesmüttern absolviert werden. Haben Interessenten bereits eine pädagogische Ausbildung abgeschlossen, wird ihnen trotzdem nahegelegt, in die Arbeit der Tagesmutter hineinzuschnuppern. Tagesmütter brauchen außerdem eine Tagesbetreuuungsbewilligung der MA11, haben organisationsinterne Kontrollen und absolvieren regelmäßig Fortbildungen.

Woher weiß ich, dass die Wohnung der Tagesmutter kindgerecht ist?

Die Tagesbetreuungsbewilligung der MA11 stellt sicher, dass das Zuhause der Tagesmutter den Sicherheitsvorschriften entspricht, zudem führt die MA11 jährlich einen Hausbesuch durch. Auch die Vereine, bei denen die Tagesmütter angestellt sind, machen Hausbesuche. Ruth Auer-Tischina vom Verein Eltern für Kinder: „Die Tagesmütter müssen uns ihre Türen öffnen, denn das eigene Zuhause ist ihr berufliches Umfeld. Wir müssen ein gutes Gefühl dabei haben.“

Brigitte Popprath, Abteilungsleitung beim Wiener Hilfswerk, erklärt außerdem: „Wir legen auch jedem, der Tagesmutter werden möchte, nahe, sich zu überlegen, wie er die private mit der beruflichen Situation verbinden kann. Dazu gehört, wie man sich privat zurückziehen kann, dass die eigenen Kinder beispielsweise nicht das Gefühl haben, nach der Schule ins Chaos zu kommen.“

Wie kann ich sichergehen, dass Kinder bei einer Tagesmutter gut betreut sind?

„Manche Eltern meinen, Tagesmütter sind einfach Hausfrauen, die Kinder beaufsichtigen. Doch es ist ein vollwertiger Beruf. Eine Tagesmutter hat Kollegen, einen Verein, bei dem sie angestellt ist, sie hat Supervision, bildet sich weiter und bekommt Spielmaterial zur Verfügung gestellt. Bei uns bekommt jede Tagesmutter bekommt eine Sozialarbeiterin zugeteilt, bei der sie sich jederzeit melden kann – wir unterstützen sehr umfangreich, dass es letztendlich auch den Tageskindern gut geht“, sagt Ruth Auer-Tischina vom Verein Eltern für Kinder. In ähnlicher Form betreuen auch die anderen Vereine die Tagesmütter, die bei ihnen angestellt sind.

Wie läuft ein Tag bei der Tagesmutter ab?

„Der Tagesablauf bei der Tagesmutter orientiert sich an der Bedürfnislage der Kinder und ist daher den üblichen Tagesabläufen ähnlich, die man in der Pädagogik kennt“, erklärt Brigitte Popprath vom Wiener Hilfswerk. Kinder haben ein Hunger-, Schlaf- und Spielbedürfnis, all das wird im Tagesablauf gestillt.

Die Ankommenszeit liegt in der Regel zwischen 8 und 9 Uhr. Die Kinder frühstücken bei der Tagesmutter, dann ist Spielzeit. Es gibt Mittagessen, eine Schlafenszeit und eine Freispielphase am Nachmittag. Je nach Vereinbarung gibt es auch Eltern, die die Kinder nachmittags zur Tagesmutter bringen.

In diesem Rahmen können sich die Tagesmütter frei bewegen. Ob sie in der Freispielphase hinausgehen, Freizeitaktivitäten und Ausflüge machen – Kasperltheater, Schwimmkurs – hängt von den Vorstellungen und dem Temperament der Tagesmutter ab. „Jede Tagesmutter hat individuelle Schwerpunkte“, sagt Brigitte Popprath.

Der Tagesablauf ist aufgrund der kleinen Gruppe flexibel, und doch bräuchten Eltern das Bewusstsein, dass ein Rhythmus Kindern Sicherheit gibt, ergänzt Ruth Auer-Tischina, Verein Eltern für Kinder. „Es kann zum Beispiel alle durcheinanderbringen, wenn die Kinder schon frühstücken, und währenddessen noch ein Kind gebracht wird. Der Rahmen ist für ein Kind wichtig, genauso Ruhe und Regelmäßigkeit. Ganz individuelle Betreuungszeiten, am Abend, einmal am Vormittag, dann am Nachmittag, das geht nicht.“ Für solche Ansprüche empfehlen wir Kinderbetreuung durch eine Leihoma.

Wie funktioniert die Eingewöhnung bei einer Tagesmutter?

Bei der Eingewöhnung ist es wichtig, sich dafür Zeit zu nehmen. „Umso jünger das Kind, desto mehr Zeit muss man ihm für die Eingewöhnung geben“, rät Ruth Auer-Tischina vom Verein Eltern für Kinder. In der Anfangsphase bleiben Eltern gemeinsam mit dem Kind bei der Tagesmutter, dann erfolgt die Loslösung in kleinen Schritten. Es helfen persönliche Gegenstände, an denen sich das Kind festhalten kann, wie das persönliche Flascherl oder die Decke. „Was ich wichtig finde, ist, mit der Tagesmutter zu reden, Sorgen und Ängste anzusprechen, Vertrauen aufzubauen. Je kleiner das Kind ist, desto schwieriger ist das Loslassen“, sagt Auer-Tischina. Schlussendlich braucht es das Vertrauen der Eltern, dass die Tagesmutter ihr Kind gut betreut.

Die Kinderbetreuungsformen im Überblick

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