Wie lange dauert geburt

Der Krankenhausaufenthalt

Als Faustregel gilt: Wenn die Wehen etwa alle 10 Minuten kommen, sollten Sie sich auf den Weg machen. Aber die Abstände allein sind nicht entscheidend, hören Sie auch auf Ihren Körper: Fühlen Sie sich nach wie vor entspannt, können Sie auch noch etwas in Ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Sturzgeburten passieren nur selten. Gerade das erste Kind hat es nicht eilig.

Sie müssen nichts überstürzen, sondern können sich in Ruhe für die Geburt und den Krankenhausaufenthalt fertig machen. Eilig wird es erst dann, wenn die Fruchtblase geplatzt ist. Dann sollten Sie unverzüglich ins Spital – eine Liegendfahrt ist aber nicht nötig.

Verunsichert Sie das anstehende Ereignis und fühlen Sie sich zu Hause nicht mehr wohl, können Sie auch dann ins Spital gehen, wenn die Wehen in längeren Abständen als 10 Minuten kommen. Im Krankenhaus sind Sie in guten Händen. Gerade junge Mütter finden das beruhigend.

Das passiert nach Ihrer Ankunft

Sind Sie im Spital angekommen, atmen Sie erst einmal durch. Ärzte und Hebammen wissen, was jetzt zu tun ist. Spitäler mit Belegabteilung setzen sich mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt in Verbindung und informieren sie oder ihn über die anstehende Geburt. Bis Ihr Arzt eintrifft, lässt man Sie aber nicht alleine. Eine Hebamme kümmert sich um Sie.

Haben Sie bereits Wehen, bringt man Sie in den Gebärsaal. Sind sie noch nicht so weit, nehmen Sie zunächst im Untersuchungsraum auf der Wöchnerinnenstation Platz. Ein Arzt wird Sie untersuchen und Ihnen anschliessend sagen, wie es weitergeht. Danach haben Sie die Möglichkeit, sich in Ruhe auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten.

Aufnahmeuntersuchung

Wie die Untersuchung genau abläuft, ist je nach Klinik unterschiedlich. Häufig wird Folgendes überprüft:

  • Blutabnahme, um Blutbild und Gerinnungsfaktoren sowie wichtige Elektrolyte im Blut zu bestimmen
  • Messung von Temperatur, Blutdruck und Puls
  • Ultraschall und Abtasten des Bauches, um die Position des Babys zu bestimmen
  • Urinprobe, um den Urin auf Eiweiss, Zucker, weisse und rote Blutkörperchen zu untersuchen
  • Vaginaluntersuchung, bei der überprüft wird, wie sehr der Muttermund bereits geweitet ist (Zervixdilatation)
  • Abhören der Herztöne Ihres ungeborenen Kindes mithilfe eines Kardiotokographen (CTG) oder eines Doptons (eine Art modernes Hörrohr, mit dem die Herztöne des Fötus akustisch wiedergegeben werden können)

Den Geburtsablauf besprechen

Nach Ihrer Ankunft wird sich Ihr Arzt oder Ihre Ärztin mit Ihnen zusammensetzen und die Geburt besprechen. Sie können beispielsweise bestimmen, ob Sie in regelmässigen Abständen oder dauerhaft überwacht werden möchten. Auch die Frage, ob und welches Schmerzmittel Sie gegen die Geburtsschmerzen wünschen, wird erörtert. Manchmal erhalten Sie das Schmerzmittel direkt nach der Aufnahmeuntersuchung. In anderen Fällen warten die Ärzte noch ab.

Nach der Geburt: Krankenhausaufenthalt – ja oder nein?

Im Vorgespräch können Sie auch angeben, wie lange Sie anschliessend auf der Station bleiben möchten. Allerdings läuft bei der Geburt nicht immer alles so, wie Sie sich das vorgestellt haben. Fühlen Sie sich unwohl oder schwach, spricht nichts dagegen, nach der Geburt einen kurzen Krankenhausaufenthalt einzulegen, auch wenn Sie sich ursprünglich für eine ambulante Geburt entschieden haben. Vielleicht haben Sie auch mit einem längeren Aufenthalt gerechnet, fühlen sich aber schnell wieder fit. Seien Sie deshalb flexibel, was die Länge Ihres Aufenthalts angeht.

Ist Ihr Kind ohne Komplikationen zur Welt gekommen, können Sie bis zu 5 Tage im Krankenhaus bleiben. Nach einem Kaiserschnitt sollten Sie mit einem Spitalaufenthalt von 5 bis 7 Tagen rechnen. Wie lange Sie tatsächlich in der Klinik bleiben, ist Ihre persönliche Entscheidung. Falls Sie sich unsicher sind, berät Sie Ihr Arzt, Ihre Ärztin oder Ihre Hebamme gerne.

Ein Spitalaufenthalt hat viele Vorteile. Sie müssen sich nicht um den Haushalt kümmern, sondern können sich nach der anstrengenden Geburt ausruhen. Gerade beim ersten Kind haben junge Mütter viele Fragen. Im Krankenhaus steht Ihnen jederzeit Fachpersonal zur Seite, um Ihnen bei den ersten Schritten mit Ihrem Neugeborenen zu helfen.

Es gibt allerdings auch Mütter, die nach der Geburt einen kurzen Krankenhausaufenthalt vorziehen. Sie schätzen die Ruhe, die sie zu Hause bekommen. Entscheiden Sie sich dafür, das Spital schnell wieder zu verlassen, schonen Sie sich anschliessend. Auch in Ihren eigenen vier Wänden sollten Sie die ersten Tage daheim mit dem neuen Erdenbürger geniessen und sich verwöhnen lassen. Bitten Sie Ihren Partner, die Eltern oder die Schwiegereltern darum, in der ersten Zeit die Hausarbeit zu übernehmen, und achten Sie darauf, dass immer jemand da ist, der Ihnen hilft.

Fragen an die Hebamme: Wie lange dauert die Geburt?

Eigentlich ist die Antwort auf diese Frage ja ganz einfach: Die Geburt dauert so lange, bis das Kind und korrekterweise auch die Placenta geboren sind. Allerdings ist diese Aussage wohl den meisten werdenden Eltern ein bisschen zu spärlich, wenn sie zum Beispiel im Geburtsvorbereitungskurs in Erwartung auf das erste Kind danach fragen.

Mütter, die schon geboren haben, wissen in etwa, was auf sie zukommt und können in der Regel davon ausgehen, dass nachfolgende Geburten etwas schneller verlaufen werden. Doch gerade in der ersten Schwangerschaft ist alles neu und bisweilen vom Gefühl des Kontrollverlustes gezeichnet. Weder weiß man, wann die Geburt los geht, noch wie sie verlaufen wird. Da wäre es doch zumindest ganz schön zu wissen, wie lange das Ganze nun ungefähr dauern wird.

Ein Zentimeter pro Stunde?

Als Hebammenschülerin lernt man natürlich auch im theoretischen Unterricht, dass sich der Muttermund durchschnittlich um einen Zentimeter pro Stunde bei einer normalen Geburt und guter Wehentätigkeit öffnet. Diese Annahmen zur durchschnittlichen Geburtsdauer gehen auf die Untersuchungen des amerikanischen Geburtshelfers Emanuel Friedmann in den 1950er Jahren zurück. Anhand dieser Ergebnisse wurde auch das in den meisten Kreißsäalen zur Dokumentation des Geburtsverlaufes benutzte Partogramm entwickelt. Hier wird der Verlauf der Eröffnung des Muttermundes auf die vollständigen zehn Zentimeter sowie das Tiefertreten des kindlichen Köpfchens (bzw. des Steißes bei einer Beckenendlage) eingezeichnet. Ein vermeintlich schleppender oder stagnierender Geburtsverlauf wird hier recht übersichtlich dargestellt.

Soweit die Theorie. In der Praxis werden alle Geburtshelfer immer wieder Verläufe erleben, die komplett von diesem linearen Muttermunderöffnungsschema abweichen. Trotzdem verlaufen sie völlig physiologisch und komplikationsfrei. Wenn man denn Mutter und Kind den Raum und Zeit dafür lässt, in ihrem eigenen Rhythmus und Tempo zu gebären. So individuell wie das Baby nach der Geburt sein wird, so verhält es sich auch mit dem Geburtsverlauf.

Stress bremst die Wehentätigkeit

Der Geburtsverlauf ist zudem recht störanfällig. So kommt es nicht selten vor, dass effektive und kräftige Wehen, die die Schwangere seit mehreren Stunden zu Hause auf Trab hielten, in der Klinik plötzlich komplett aufhören. Das ist hormonell ganz logisch. Denn nur wenn sich Frauen sicher und geborgen fühlen, kann das Wehenhormon Oxytocin entsprechend gut fließen. Eine Autofahrt in die Klinik, das Aufnahmeprocedere und vielleicht auch erst mal ganz unbekannte Geburtshelfer, auf die man sich einlassen muss, sind mögliche Stressfaktoren, die die Wehenhormonausschüttung erst einmal bremsen können. So kann es also schnell vorkommen, dass die in der Literatur beschriebene Eröffnung des Muttermundes um circa einen Zentimeter pro Stunde stagniert.

Doch gibt es gleich einen Handlungsbedarf, wenn das Partogramm nicht ganz so gleichförmig verläuft? Sicherlich nicht, denn genauso wie manche Frauen die Geburtsarbeit in sehr kurzer Zeit erledigen, benötigen andere wesentlich mehr Zeit. Die Dauer bestimmt auch nicht die Zufriedenheit der Frauen mit ihrer Geburt. Ganz im Gegenteil fühlen sich Frauen mit sehr schnellen Geburtsverläufen oft sehr überrollt von Wehen und Geburt. Das gilt vor allem, wenn sie in dieser kurzen und sehr intensiven Zeit nur wenig Unterstützung erfahren haben.

Aufmerksame und kontinuierliche Geburtsbegleitung

Genauso kann bei guter Begleitung auch ein sehr langer Geburtsverlauf als gut und kraftvoll erlebt werden. Auch hier ist wieder eine aufmerksame und vor allem kontinuierliche Begleitung das Entscheidende für das gute Gefühl der Mutter nach der Geburt. Die sorgt auch dafür, dass bei langsameren Verläufen immer im Blick ist, dass es Mutter und Kind gut geht und nicht andere Parameter auf einen pathologischen Verlauf hinweisen. Unter diesen Voraussetzungen entsteht keine Notwendigkeit, die Mutter zu drängeln und damit störend ins Geburtsgeschehen einzugreifen.

Der Stress der Geburtshelfer wird nämlich schnell zum Stress der Gebärenden. Auch begleitende Väter bekommen schnell mit, wenn etwas scheinbar nicht „nach Plan“ läuft. Eine normale Geburt darf aber auch Phasen des physiologischen Stillstands haben. Meist können die Mütter hier noch mal Kraft tanken. Nach dieser Pause geht die Geburt dann ganz normal weiter. Die Beckenendlagengeburt unseres ersten Kindes hatte mit über dreißig Stunden Geburtsdauer noch mal eine ganz eigene Dynamik. Doch gerade die erste Eröffnungsphase war immer wieder von längeren Pausen gekennzeichnet. Ohne die wäre so ein langer Verlauf sicher auch schwer machbar gewesen.

Doch auch Kind zwei und drei hatten mit jeweils circa acht und sechs Stunden Geburtsdauer ihr ganz eigenes Tempo. Mal gab es lange Pausen und dann wieder Phasen, in denen die Geburt sehr rasch voranschritt. Gerade in der frühen Eröffnungsphase sind die Wehenmuster sehr unterschiedlich. Oft wird deshalb in der Geburtshilfe auch erst ab einer Muttermundseröffnung von drei, vier Zentimetern im Partogramm dokumentiert. Und das, obwohl die Gebärende auch da schon einige Wehenstunden hinter sich haben kann. Auch die so ganz verschiedenen Geburten unserer Kinder waren alles primär normale Verläufe – nur eben in ganz unterschiedlichen Rhythmen.

Die „normale“ Geburt ist wirtschaftlich uninteressant

Paradoxerweise ist die ganz normal verlaufende Geburt, die womöglich einfach ihre Zeit dauert und die 1:1-Unterstützung der Hebamme erfordert, die wirtschaftlich unattraktivste Geburtsform für die Klinik. Denn viel mehr Geld von den Krankenkassen gibt es für vermeintliche oder tatsächliche Komplikationen im Geburtsverlauf. Denn die ziehen dann meist weitere Interventionen nach sich. Das geduldige Abwarten und Überwachen des mütterlichen und kindlichen Wohlbefindens, ohne dabei in den Geburtsverlauf einzugreifen, ist für die Klinikfinanzierung ein Verlustgeschäft.

Das Ganze als „protrahierten Geburtsverlauf“ zu deklarieren und dann mit einem Wehentropf und allen oft daraus folgenden möglichen Konsequenzen (Zunahme der Schmerzen, PDA, operative Geburtsbeendigung, verstärkte Blutung…) zu intervenieren, ist für die Klinikkasse einfach attraktiver. Natürlich bemühen sich trotz dieser paradoxen Umstände auch die Geburtshelfer in der Klinik, nicht alle Frauen in diese Interventionskaskade zu bringen. Doch aufgrund sehr eng gefasster Leitlinien – auch in Bezug auf die Geburtsdauer – und einer zunehmenden Angst vor späteren Klagen sowie einer dünnen Personaldecke sind genau diese Verläufe doch eher häufig der Fall. Eine Umfrage des Deutschen Hebammenverbandes bestätigte die hohe Unzufriedenheit der angestellten Hebammen mit der Arbeitssituation in den Kliniken.

Geburt braucht Zeit, Geduld und Ruhe

Auch eine Normierung der Geburtsdauer trägt dazu bei. Beate Ramsayer (M.Sc. Midwifery) beschreibt in ihrem Buch „Die physiologische Geburt“, wie sich die Frauen zugestandene Geburtsdauer im Laufe der Zeit immer wieder ändert. So waren 1877 noch 20 Stunden eine angemessene Geburtsdauer für das erste Kind. In den 1970er Jahren wurde diese Dauer fast halbiert. Absurd, wenn man sich überlegt, dass es doch immer noch genau dieselben hormonellen und körperlichen Abläufe sind, die eine Geburt erfordert.

Deshalb werde ich diese Frage nicht abschließend mit einer bestimmten Stundenzahl beantworten. Ich schließe mit einem treffenden Zitat aus dem oben genannten Buch: „Wird Frauen die Zeit gegeben, die zum Gebären benötigt wird, trägt dies zur Sicherheit eines normalen Geburtsverlaufes bei, weil Zeit, Geduld und Ruhe elementar wichtig sind, damit der Prozess des Gebärens störungsfrei ablaufen kann. Gebären kann nicht normiert werden, da es sich um einen individuellen Prozess handelt, der seinen eigenen individuellen Rhythmus hat und auch Verzögerungen physiologisch sein können.“

Sturzgeburt: Was werdende Mütter wissen sollten

Eine Geburt in nur wenigen Minuten: Wenn so etwas ungewollt zuhause, auf dem Rücksitz des Autos oder in aller Öffentlichkeit stattfindet, spricht der Volksmund von einer Sturzgeburt. Tatsächlich aber handelt es sich in den meisten Fällen „nur“ um eine überstürzte Geburt. Was sind aber die Ursachen?

Nur etwas mehr als zwei Stunden von der ersten leichten Wehe bis zur Geburt – fragt man Erstgebärende, so würden viele das wahrscheinlich für wünschenswert halten. Tatsächlich aber bleibt bei einer solchen Geburt, die man „überstürzt“ nennt, dem Körper und auch der Seele sehr wenig Zeit, sich auf das Kommende vorzubereiten. Ursachen, Folgen und weitere Fakten rund um die Sturzgeburt haben wir Ihnen kompakt zusammengestellt.

Warum kommt es zu einer Sturzgeburt?

Während eine natürliche Entbindung eine stundenlange und schmerzhafte Angelegenheit ist, trifft auf Frauen, die eine “überstürzte“ Geburt durchleben, das Gegenteil zu. Noch bevor sie das Krankenhaus erreichen, beginnt die Austreibungsphase und ihr Baby kommt auf die Welt. Ein so schneller Geburtsablauf ist vor allem bei Erstgebärenden eher selten. Und wenn, verläuft das Ganze meist ohne Komplikationen – auch ohne Arzt. Allerdings steigt mit der Anzahl vorheriger Geburten das Risiko für eine überdurchschnittlich rasante Entbindung.

Aber kein Grund zur Panik: Nur rund ein Prozent aller Schwangerschaften enden in einer Sturzgeburt. Noch seltener sind Fälle, in denen das Neugeborene so überraschend kommt, dass es auf dem Boden oder in der Toilettenschüssel landet, bevor es aufgefangen werden kann und Verletzungen erleidet. Diese Berichte sind Ausnahmen. Normalerweise reicht die Zeit, um die Klinik zu erreichen und mit professioneller Hilfe das Kind auf die Welt zu bringen.

Was tun im Falle einer “überstürzten“ Geburt?

Es scheint Ihnen alles zu schnell zu gehen? Eine durchschnittliche Geburtsdauer des ersten Kindes beträgt zehn bis zwölf Stunden, die einer Mehrgebärenden sechs bis acht Stunden. Eine Sturzgeburt hingegen dauert maximal drei Stunden und ist eine Reaktion auf den nachgiebigen Geburtskanal, der sich auf eine voreilige Ankunft des Säuglings vorbereitet. Die Presswehen setzen ein und in dieser Situation kann es für den Kreisssaal und die geplante Geburtshilfe zu spät sein. Wichtig ist, dass Sie die Ruhe bewahren und sofort Notarzt und Hebamme kontaktieren. Idealerweise sollten Sie sich hierbei von einer nahestehenden Person helfen lassen und eine sichere Position einnehmen.

Vermeiden Sie aktives Pressen

Sollten Sie sich im Auto befinden, versuchen Sie Gebrauch von Atemtechniken zu machen und durch Vermeiden von aktivem Pressen Zeit zu gewinnen, bis die Sanitäter kommen. Leider lässt sich eine Sturzgeburt nur bedingt verzögern, bereiten Sie sich also möglichst rechtzeitig bei Geburtsvorbereitungskursen auf diese, wenn auch unwahrscheinliche, Situation vor.

Das Baby ist da und kein Krankenwagen in Sicht: Was nun?

Es kommt vor, dass das Neugeborene da ist, bevor Sie ärztliche Begleitung in Anspruch nehmen können. Die Hauptsache ist, dass das Baby eine freie Nase hat und atmet. Entfernen Sie Schleim und Blutreste während Sie auf Hilfe warten. Es wird dringend geraten, die Nabelschnur in keinem Fall eigenhändig zu trennen, sondern auf den geschulten Sanitäter zu warten.

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Nun braucht das Baby vor allem eines: Ihre Nähe und Wärme. Schmiegen Sie Ihr Neugeborenes an die Brust und stillen Sie es, je nach Möglichkeit. Sollte es schon saugen, so können Sie den Blutverlust verringern, da durch das Stillen die Nachgeburt simuliert wird.

Bei ersten Wehen ist zuerst einmal ruhig bleiben angesagt. Doch irgendwann wird’s „ernst“ – der Moment kommt, wo Sie ins Krankenhaus oder Geburtshaus aufbrechen oder mit den Vorbereitungen für die Hausgeburt beginnen sollten. Um zu erkennen, wann es los geht, ist der Wehenabstand ein wichtiger Maßstab.

Woran erkennen Sie Eröffnungswehen?

Eine Geburt beginnt mit den sogenannten Eröffnungswehen. Dabei zieht sich die Gebärmutter in regelmäßigen Abständen zusammen und der bis dahin geschlossene Muttermund wird auf ca. 10 Zentimeter aufgeweitet, damit das Baby auf die Welt kommen kann. Anfangs erinnern die Wehen Sie vielleicht an Menstruationsschmerzen. Es gibt aber auch Frauen, die den Wehenschmerz eher im Rücken wahrnehmen. Jede Frau fühlt das anders. Deshalb ist nicht unbedingt die schmerzende Stelle entscheidend, sondern die Regelmäßigkeit der Intervalle sowie deren Dauer und Intensität.

Eröffnungswehen erkennen Sie daran, dass sie

  • regelmäßig auftreten – zuerst in unregelmäßigen Abständen, später ca. alle 10 Minuten, und am Schluss beträgt der Wehenabstand zwei bis drei Minuten oder ist sogar noch kürzer
  • jeweils etwa eineinhalb Minuten dauern
  • leicht beginnen, sich bis zu einem Höhepunkt steigern und dann wieder allmählich abflauen.

Wichtig für Sie und Ihr Kind ist es natürlich, wenn Sie es schaffen, in der Situation ruhig und entspannt zu bleiben. Je länger Sie zuhause bleiben, desto mehr Energie und Kraft tanken Sie für die bevorstehende Geburt.

Wie misst man den Wehenabstand?

Wenn Sie spüren, dass es zu regelmäßigen Wehen kommt, beginnen Sie damit, den Wehenabstand zu messen. Dazu benötigen Sie eine geeignete Uhr, bei der Sie auch die Sekunden ablesen können. Am besten wäre natürlich eine Stoppuhr. Legen Sie sich zudem Papier und Stift bereit und fertigen Sie eine kleine Tabelle an. Hier sollte je eine Spalte für „Startzeit“, „Endzeit“, „Dauer“ sowie „Abstand“ vorgesehen sein.

Notieren Sie immer die genaue Uhrzeit bis auf die Sekunde genau – z.B. 15:20:10 für den Beginn und 15:20:25 für das Ende. In dem Fall beträgt die Dauer der Kontraktion 15 Sekunden. Sie können auch in einer weiterer Spalte mehr Infos notieren: Wo hat der Schmerz begonnen, wie fühlte er sich an, was hat sich verändert usw. Das könnte Ihnen dabei helfen, Muster zu erkennen bzw. Arzt oder Hebamme Auskunft zu geben.

Um den Wehenabstand zu berechnen, nehmen Sie den Start der vorangegangenen Wehe und subtrahieren ihn vom Start der letzten Wehe. Wenn also eine Wehe um 15:20:10 begonnen hat und die darauffolgende Wehe um 15:31:40 gestartet ist, beträgt der Wehenabstand 11 Minuten und 30 Sekunden.

Beginnen Sie die Messung des Wehenabstands immer mit dem Anfang einer Kontraktion, wenn Sie spüren, dass sich der Bauch zusammenzieht – nicht etwa, wenn die Wehe schon mehrere Sekunden andauert. Die Messung endet, wenn der Schmerz nachlässt und die Spannung sich löst. Keine Sorge: Sie werden das schnell in den Griff bekommen und ein Gefühl für die Abläufe in Ihrem Körper entwickeln. Das Ganze ist vollkommen natürlich und Ihre inneren Instinkte werden Ihnen dabei helfen.

Jetzt geht’s looos: Ab ins Krankenhaus!

Sind die Wehen kürzer als 45 Sekunden, ist dies noch kein Anzeichen für den direkten Beginn des Geburtsprozesses. Meist wird bei einer Länge von 1 bis 1,5 Minuten davon ausgegangen, dass es nun so langsam losgeht. Zudem wird als Faustregel für Erstgebärende ein Wehenabstand von 5 Minuten genannt, um die Fahrt ins Kranken- oder Geburtshaus zu starten. Dabei sollten die Wehen regelmäßig in gleichen Abständen und in gleicher Stärke erfolgen. Ab dem zweiten Kind ist der Wehenabstand von 10 Minuten bereits Grund aufzubrechen – hier kann es dann schon mal schneller gehen. Sollten Sie bei der Geburt des ersten Kindes eine schnelle Geburt unter 6 Stunden erlebt haben, sind bereits einzelne, kräftige Wehen ein Signal zum Aufbruch.

Bei allem Messen und Zahlenangaben, mit denen wir Sie hoffentlich nicht verwirrt haben, ist immer Ihr Wohlgefühl und Ihr allgemeiner Zustand entscheidend. Wenn Sie also das Gefühl haben, dass Sie in der Klinik oder im Geburtshaus besser aufgehoben sind, dann fahren Sie bitte auch hin bzw. lassen sich fahren.

Im Übrigen gilt, dass Sie nach dem Platzen der Fruchtblase umgehend aufbrechen sollten – unabhängig von Wehenabstand, Dauer und Intensität der Wehen. Auch wenn Sie das Gefühl haben, dass die Wehen stärker werden, ist die Fahrt in die Klinik auch bei unregelmäßigem Wehenabstand sinnvoll.

Für mehr Sicherheit sorgt auf jeden Fall, wenn Sie einen Geburtsvorbereitungskurs besucht und sich über die verschiedenen Geburtspositionen informiert haben. Auch eine rechtzeitige Abarbeitung Ihrer Checkliste für die Kliniktasche und eine bereitstehende gepackte Geburtstasche sorgen dafür, dass Sie dem „großen Tag“ ruhiger entgegensehen können und nicht ständig darüber nachdenken müssen, was Sie alles noch benötigen.

Fazit: Um zu erkennen, ob der Geburtsvorgang wirklich bald startet, sind der Wehenabstand sowie die Dauer der Wehen entscheidend. Wichtig ist, dass Sie ruhig bleiben – das stärkt sowohl Sie als auch Ihr Kind für die bevorstehende Entbindung.

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Du hast Dich gut vorbereitet und diesen Moment über 9 Monate lang herbeigesehnt. Jetzt, da es loszugehen scheint, schwimmst Du völlig auf. Du läufst kopflos umher, die Gedanken schießen kreuz und quer, Du hast den Überblick verloren.

„Geht es jetzt wirklich los?“

„Wann sollten wir ins Krankenhaus fahren?“

„Wie viel Zeit haben wir noch?“

„Sollte ich einen Krankenwagen rufen?“

„Was muss ich denn jetzt alles mitnehmen?“

Es ist eine Mischung aus Vorfreude auf das Kind und der Angst vor der unbekannten Situation. Das, was bei der Geburt auf Dich zukommt ist eine Extremsituation – da kann der Puls schon mal steigen.

In der Tat ist es so, dass man sich auf alle Details der Geburt und der Zeit danach vorbereitet, doch wichtige Fragen die sich unmittelbar davor stellen wurden übersehen. Damit Dir es nicht so ergeht und Du von Anfang an weißt was los ist und was zu tun ist, habe ich die 5 wichtigsten Fragen, die sich stellen wenn es losgeht, beantwortet.

Wissen wann es losgeht

Trotz all der Berechnung und Untersuchungen, die im Vorfeld angestellt werden um vorauszuahnen wann es los gehen könnte, bestimmt letztenendes das Kind wann es im Bauch der Mutter zu eng wird. Du und Deine Partnerin könnt nur abwarten und auf der Ziellinie mit dem einen oder anderen Hausmittelchen das Kind versuchen herauszulocken.

Ist es dann soweit, wird Deine Frau Dir zu verstehen geben das es jetzt ernst wird. Der Wehenschmerz verändert sich von Senkwehe zur wirklichen Eröffnungswehe und das können Frauen sehr gut voneinander unterscheiden.

Jetzt geht es los. Für Dich heißt es, Ruhe bewahren.

Wann sollten wir ins Krankenhaus fahren wenn die Geburt losgeht?

Gerade bei der ersten Geburt ist es schwer den Zeitpunkt abzuschätzen, wann Ihr ins Krankenhaus fahren solltet. Umgehend solltet Ihr dorthin aufbrechen wenn:

  • Blutungen auftreten
  • die Fruchtblase geplatzt ist bzw. der Verdacht darauf besteht
  • schmerzhafte, andauernde Wehen eintreten
  • Schmerzen in der Gebärmutter auftreten
  • Deine Partnerin das Gefühl hat, das Kind bewegt sich deutlich weniger als in den Tagen zuvor

Solltet Ihr Euch unsicher sein, ruft entweder Eure Hebamme oder die Entbindungsstation Eures Krankenhauses an und fragt um deren Meinung. In der Regel sagen die Krankenhäuser, dass man lieber etwas früher kommen soll, wenn man sich unsicher ist oder ein ungutes Gefühl hat.

Transport im eigenen Auto oder im Krankenwagen?

Wenn die Wehentätigkeit ganz normal eingesetzt hat, kannst Du Deine Partnerin mit Deinem eigenen Auto ins Krankenhaus fahren. Ein Krankenwagen kommt erst ins Spiel, wenn die Fruchtblase geplatzt ist. Für diesen Fall wird Deine Partnerin Anweisungen von ihrem Frauenarzt erhalten haben. Sitzt das Kind bereits fest im Beckenbodenbereich der Frau, spricht auch bei geplatzter Fruchtblase nichts gegen das Auto fahren. Sollte dies jedoch noch nicht der Fall sein, muss Deine Partnerin liegend im Krankenwagen transportiert werden. Der Grund hierfür ist, dass sich sonst die Nabelschnur mit dem austretenden Fruchtwasser in den „Ausgangsbereich“ legen und sich später bei der Geburt entweder um den Hals des Kindes wickeln oder abgedrückt werden kann. Beides kann zu kritischen Situationen während der Geburt führen.

Wie viel Zeit haben wir?

Die Zeitfrage ist schwierig allgemeingültig zu beantworten. Bei einigen geht es schneller als bei anderen. In der Regel ist es so, dass Du bei dem ersten Baby ausreichend Zeit hast Deine Partnerin ins Krankenhaus zu fahren ohne eine Geburt in Deinem Auto zu riskieren. Die Hetzjagd zum Krankenhaus, wie sie aus Filmen bekannt ist, mit allerlei überfahrenen Ampeln ist unnötig. Der Stress, den ein „Schumacher-Fahrstil“ erzeugt, ist sogar kontraproduktiv, denn Deine Partnerin braucht nun Kraft und Ruhe um sich auf sich selbst und das bevorstehende Ereignis vorzubereiten.

Was müssen wir mitnehmen?

Auf keinen Fall solltet Ihr die, bereits vor Wochen gepackten, Krankenhaustasche für die Frau und für den Mann vergessen. Prüfe kurz vor Abfahrt noch einmal ob alle Batterien OK sind und nimm ggf. die Ladegeräte mit. Um die Formalitäten bei der Ankunft im Krankenhaus schnell zu erledigen solltest Du die Unterlagen kontrollieren. Notwendig sind:

  • Personalausweis
  • Mutterpaß
  • Überweisung des Frauenarztes an das Krankenhaus
  • Versichertenkarte Deiner Frau.

Wie geht es weiter?

Nachdem ihr sicher im Krankenhaus angekommen habt, folgt der spannende Teil. Und so geht es im Krankenhaus weiter…

Wann fahren wir ins Krankenhaus?

„Ich diskutiere gerade mit meiner Frau. Sie möchte unbedingt jetzt ins Krankenhaus. Aber ihre Wehen kommen alle zehn Minuten – und Sie haben doch gesagt, wir sollen losfahren, wenn sie alle fünf Minuten kommen!“

Seither lautet mein Tipp: Einfach dann losfahren, wenn die Frau meint, dass sie sich im Krankenhaus oder bei der Hebamme sicherer fühlt.

Egal, ob der Wehenabstand bei allen zehn, allen fünf Minuten oder darunter liegt: Sinnvoll ist es natürlich, dass die Wehen bereits regelmäßig sind, wenn Sie starten. Denn nur diese Wehen bewirken einen Geburtsfortschritt. Falls Sie eine Hebamme haben, die Sie durch die Schwangerschaft hindurch betreut hat, können Sie die auch anrufen. Dann kann sie nachschauen, in welchem Abstand die Wehen kommen, ob und wie weit der Muttermund sich schon geöffnet hat.

Die Geburt kann auch mit einem Blasensprung beginnen. Wenn Sie glauben, dass Sie einen Blasensprung haben, lassen Sie am besten einen Arzt oder eine Hebamme nachschauen. Am Wochenende, nachts oder wenn Sie niemanden erreichen, fahren Sie einfach direkt ins Krankenhaus. Aber bitte keine Hektik, es genügt, wenn Sie sich innerhalb von zwei Stunden nach einem Blasensprung auf den Weg machen.

Tipp: Für den Fall der Fälle können Sie vorsorglich eine aufgeschnittene Plastiktüte ins Handschuhfach Ihres Wagens legen. Die haben Sie dann schnell zur Hand, um den Autositz zu schützen. Sie glauben, das sei dann doch wirklich ganz egal? Hm, ich habe schon erlebt, dass ein Mann nicht wollte, dass seine Frau sich mit vom Blasensprung nasser Hose in SEIN Auto setzt. Lieber hat er ein Taxi gerufen, mit dem beide dann ins Krankenhaus gefahren sind.

Mitunter beginnt die Geburt auch mit starken Rückenschmerzen oder Übelkeit. Falls Sie um den Geburtstermin herum plötzlich solche Anzeichen bemerken, fahren Sie ruhig zum Abklären in die Klinik.

Jede Schwangerschaft und jede Geburt ist so individuell und einzigartig wie die Menschen, die daran beteiligt sind, deshalb ist ein “Fahrplan” durch die Geburt etwas, das leider keiner geben kann. Dennoch weiß ich aus meiner Arbeit in der Vor-und Nachsorge, dass gerade beim ersten Kind der Wunsch danach oft groß ist und das Erfassen gewisser Eckpfeiler Sicherheit vermitteln kann. Deshalb möchte ich heute versuchen, ein wenig Klarheit in den Ablauf einer Geburt zu bringen, ohne natürlich die individuellen Abweichungen berücksichtigen zu können.

Inhalt

Die Fahrt in die Klinik

Wann Du losfahren musst, hast Du bestimmt im Geburtsvorbereitungskurs erfahren, andernfalls gibt es auch hier im Magazin viele gute Beiträge darüber, wie die Geburt beginnt.

Wie Du in die Klinik kommst, hängt sicher vor allem von der Wehenstärke und den Umständen ab. Einen Krankenwagen zu rufen, ist bei einem Geburtsbeginn mit Wehen in der Regel nicht notwendig. Ausnahme bildet an dieser Stelle der Blasensprung bei nicht im Becken fest befindlichen Köpfchen. Auch hierzu findest Du hier einige Informationen und natürlich geben Frauenarzt und Hebamme darüber auch gerne Auskunft. Ansonsten bleibt es Dir überlassen, wie Du den Weg zum Kreißsaal antrittst. Taxis sind zwar nicht verpflichtet, wehende Frauen zu transportieren, sagt man aber gleich beim Anruf dazu, dass das der Fall ist, kommt meist eine Taxifahrerin ? Die Fahrtkosten kannst Du dir im Übrigen von der Kasse erstatten lassen, das nur der Vollständigkeit halber, da ich schon des Öfteren erlebt habe, dass Paare mit dem Krankenwagen in die Klinik kamen, obwohl die Situation noch sehr entspannt war, weil sie kein eigenes Auto haben. Ein Krankentransport schlägt mit ca.800€ zu Buche, das sollte finde ich Fällen vorbehalten sein, wo es wirklich notwendig ist. Darüber hinaus habe ich schon fast alles erlebt. Gebärende kamen zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmitteln, auf dem Fahrrad, dem Schlitten oder sogar selbst als Fahrer im Auto. Diese Entscheidung bleibt wirklich Dir und den Umständen überlassen.

Weitere Informationen:

Die Geburt geht los: Was kann ich zu Hause tun?

Geburtsbeginn: Was tun, wenn es wirklich losgeht?

Wehen erkennen – Die verschiedenen Wehenarten erkennen

Jetzt geht’s los! – Erste Anzeichen für einen Geburtsbeginn

Wie erkenne ich den Geburtsbeginn?

Geburtsbeginn! – Wann mache ich mich auf den Weg ins Krankenhaus?

Was passiert dann in der Klinik?

Bei der Ankunft im Kreißsaal wird Dich zunächst einmal eine Hebamme in Empfang nehmen, den Grund für Dein Kommen erfragen und einen Blick in den Mutterpass werfen. Diesen solltest Du also möglichst griffbereit haben. Dann kommst Du für gewöhnlich erst einmal in ein Aufnahme-oder Wehenzimmer und es wird ein CTG angeschlossen, um zu schauen, wie das Baby so mit den Wehen zurecht kommt. Etwa eine halbe Stunde lang werden die Herztöne kontrolliert. Wenn die Wehen schon recht kräftig und Liegen vielleicht unangenehm ist, sprich ruhig die Hebamme darauf an, das CTG kann auch im Stehen oder in einer anderen Position geschrieben werden.Danach wird der Muttermund untersucht, um einen Eindruck zu bekommen, was die Wehen schon bewegt haben. Die Entscheidung, wie es dann weiter geht, wird je nach Befund mit Euch gemeinsam getroffen, gerade beim ersten Kind, kann es gut sein, dass Du nochmal spazieren oder auch nochmal nach Hause gehen darfst, da noch nicht eindeutig geklärt ist, ob die Geburt wirklich los geht.

Wenn die Wehen aber schon kräftig und der Muttermund schon etwas geöffnet ist, wirst Du zunächst einmal stationär aufgenommen. Dafür sind eventuell bestimmte Formalitäten zu erledigen, für die Du in dem Moment keinerlei Nerven hast. Das kann ich gut verstehen, ich kann mir vorstellen, dass das Ausfüllen diverser Zettel unter Wehen blöd ist, leider ist diese “Zettelwirtschaft” in der Klinik aber kaum vermeidbar. Deshalb kann ich Dir nur empfehlen, bereits bei der Vorstellung zur Geburt zu erfragen, ob es solche Aufnahmezettel gibt und Du diese vielleicht schon mitnehmen und im Vorfeld daheim ausfüllen kannst. Das erleichtert allen Beteiligten an Tag X das Procedere ungemein.

Die nächsten Stunden unter Wehen wirst Du vielleicht noch in einem Wehenzimmer, in der Badewanne oder auch auf den Fluren rund um den Kreißsaalbereich verbringen. Wann Du wirklich im Kreißsaal bleibst, hängt von Deinem Befinden, der Kreißsaalsituation und den Umständen der Geburt ab. Wenn beispielsweise die Herztöne Deines Kindes engmaschiger überwacht werden müssen, es Risiken gibt oder Du Medikamente benötigst, bleibst Du sicher früher in “Deinem” Kreißsaal, als wenn Du einfach Wehen hast und alles unkompliziert vor sich hin läuft.

Wenn Du das Bedürfnis nach einem geschützten Raum hast, wo Du Deine Wehen – vielleicht auch etwas lauter – veratmen kannst, darfst Du aber ganz sicher in einem Kreißsaal bleiben.

Über Vorgänge wie Einlauf, Rasur, Blutentnahme und ähnliches habe ich bereits einen Artikel geschrieben, deshalb werde ich darauf an dieser Stelle nicht weiter eingehen.

Einlauf, Rasur, Infusion – was passiert nach der Ankunft im Kreißsaal?

Gegen Ende der Geburt wird in den meisten Kliniken ein Arzt hinzugezogen, den Großteil der Zeit vorher verbringst Du bei unkompliziertem Verlauf aber meist mit Deinem Partner und der Hebamme. Bei Schwierigkeiten oder auch auf Wunsch kann der Arzt aber in der Regel jederzeit hinzugezogen werden.

Die eigentliche Geburt findet normalerweise im Kreißsaal oder in einem Raum mit Gebärwanne statt, wenn es keine Besonderheiten gibt, ist dabei ein Gynäkologe und die Hebamme anwesend. Im Falle von Komplikationen kann in vielen Kliniken ein Kinderarzt hinzu gezogen werden.

Wie geht es nach der Geburt des Kindes weiter?

Wie genau die Geburt vonstatten geht und in welchen Phasen sie verläuft, habe ich Euch unlängst ja bereits erzählt, an dieser Stelle geht es eher um die “organisatorischen” Abläufe.

Nachdem Dein Baby geboren ist, wird erst einmal gekuschelt. Bonding ist in den Kreißsälen von heute Standard und das ist auch gut so. Parallel wird aus der Nabelschnur ein wenig Blut abgenommen, um den ph-Wert zu bestimmen. Die Blutentnahme erfolgt aus Deiner Seite, also aus der Nabelschnur, die noch an der Plazenta hängt, das Baby bekommt davon nichts mit und auch Du merkst vielleicht nur, dass da an der Nabelschnur etwas gemacht wird, schmerzhaft ist es nicht. Der ph-Wert gibt Aufschluss über die kindliche Sauerstoffversorgung unter der Geburt. Auch wenn Du davon vielleicht gar nicht viel mitbekommst, beobachten Hebamme und Arzt das Baby in den ersten Minuten seines Lebens sehr genau und machen auch den APGAR-Test. Hautfarbe, Atmung, Herzfrequenz, Reflexe und Muskeltonus kann ich nämlich auch beurteilen, während Baby friedlich mit der Mama kuschelt. Dass das Kind erst einmal in Ruhe ankommen, Ihr Euch begrüßen und Kennenlernen dürft, heißt nicht, dass niemand danach schaut, wie es Euch geht.

Auch nach Dir als Mama wird natürlich geguckt. Zunächst einmal kommt noch die Plazenta auf die Welt (Nachwehen), danach wird nach eventuellen Geburtsverletzungen geschaut und diese gegebenenfalls versorgt. Dafür bekommst Du entweder eine lokale Betäubung oder es besteht die Möglichkeit, eine bereits vorhandene PDA aufzuspritzen, damit das Nähen nicht schmerzhaft ist.

Während der ganzen Zeit darf Dein Baby bei Dir auf der Brust bleiben, wenn das für alle paßt. Andernfalls darf auch gerne der Papa “ran” und erstmal ein bißchen kuscheln.

Wenn die Naht beendet ist, wird noch einmal auf Deinen Bauch gedrückt, um sicherzustellen, dass die Gebärmutter sich gut zusammenzieht. Danach wirst Du vielleicht noch ein wenig abgewaschen und das Bett frisch gemacht. Die nächsten zwei Stunden verbringt Ihr als junge Familie noch im Kreißsaal. Es wird geschaut, dass das Baby gut angekommen ist, vielleicht auch schon zum ersten Mal angelegt und schließlich erfolgt auch die U1-Untersuchung, bei der Daten wie Größe, Gewicht, Kopfumfang, aber auch Reifezeichen, Auffälligkeiten, Fehlbildungen etc. erfasst werden. Diese U1 wird entweder vom Arzt (Gynäkologe oder Kinderarzt) oder der Hebamme gemacht. Auch nach Deinem Befinden als Mama wird natürlich geschaut. Immer wieder kontrolliert die Hebamme den Stand der Gebärmutter, indem sie auf Deinen Bauch tastet und auch die Blutung wird überwacht.

Wenn es Dir gut geht und Du Dich fit genug fühlst, darfst Du gerne unter die Dusche, in jedem Fall wird die Hebamme aber mit Dir aufstehen und Dich das erste Mal zur Toilette begleiten.

Nach der Geburt sind Kreislaufprobleme sehr häufig, aus diesem Grund solltest Du zum ersten Mal nicht alleine, sondern immer in Begleitung der Hebamme aufstehen. Der große Volumenverlust (durch Kindsgewicht, Fruchtwasser und Plazenta), der Blutverlust aber auch die Anstrengung, das wenige Essen und Trinken fordern ihr Tribut und manchmal ist man doch wackeliger als man denkt. Das Entleeren der Harnblase ist aber wichtig, damit die Gebärmutter sich gut zusammenziehen kann, deshalb wird das auf jeden Fall noch im Kreißsaal mit Dir versucht.

Und dann ist es tatsächlich geschafft, die Geburt, die Kreißsaalzeit und die allerersten Stunden als Familie sind vorbei. Ihr werdet auf Station gebracht oder dürft (bei ambulanter Geburt) nach 4-6 Stunden nach Hause.

Ein großer erster Schritt ist getan, aber ich verrate sicher nichts Neues, wenn ich sage: das eigentliche Abenteuer fängt gerade erst an……

Verlauf der Geburt – Wehen, Eröffnungsphase und Austreibungsphase

Eine Geburt ist ein unvergleichliches Ereignis, das jede Frau unterschiedlich empfindet. Es ist ein Geschehen, dessen Verlauf sich nicht zuverlässig vorhersehen lässt, ein Abenteuer, auf das Sie sich einlassen müssen. In jedem Fall steht aber am Ende die Ankunft Ihres Kindes.

Wie verläuft eine Geburt?
Wann kann ich eine PDA haben?

Wie verläuft eine Geburt?

Wehen

Wenn Sie regelmäßige, kräftige Wehen verspüren, fahren Sie in die Klinik. Dort wird man Sie in der Regel im Kreißsaal aufnehmen, die Herztöne des Kindes überprüfen, nach der Weite des Muttermundes tasten, eventuell noch einen Ultraschall machen und Blut abnehmen. Je nachdem wie weit sich der Muttermund bereits geöffnet hat, werden Sie mit der Hebamme besprechen, welches Vorgehen sinnvoll ist. Häufig dürfen Sie noch einen Spaziergang machen, oder Sie nehmen ein wehenanregendes und zugleich entspannendes Bad.

In das Gebärzimmer werden Sie erst begleitet, wenn die Geburt bald bevorsteht, Sie sich lieber hinlegen möchten, eine PDA (Periduralanästhesie, das heißt eine Betäubung der unteren Körperhälfte mittels eines speziellen Medikaments) brauchen oder das Kind dauerhaft überwacht werden soll.

Eröffnungsphase

Der Muttermund muss sich vollständig eröffnen, bevor das Kind sich mit seinem Köpfchen durch Ihr Becken drehen kann. Die Zeit bis zur vollständigen Muttermundseröffnung nennt man Eröffnungsphase. Sie dauert in der Regel am längsten, d.h. sie geht normalerweise über mehrere Stunden. Ihr Kind wird anfangs im Intervall, später dann kontinuierlich über den Herzton- und Wehenschreiber überwacht. Sie müssen in diesen Stunden nicht unbedingt liegen, sondern können sich frei bewegen und Ihre Positionen verändern.

Austreibungsphase

Sobald der Muttermund vollständig eröffnet ist, beginnt die Austreibungsphase. In dieser Zeit dreht sich das Kind durch Ihr Becken bis es den Beckenboden erreicht hat und vielleicht sogar schon zu sehen ist. Spätestens jetzt tritt der Pressdrang ein. Viele Frauen empfinden die Wehen während des Pressens sogar angenehmer als die Wehen der Eröffnungsphase, denn Sie dürfen endlich aktiv mitarbeiten. Sicherlich werden Sie von Ihrer Hebamme zum Mitschieben angeleitet, auch dem Partner wird gesagt, wie er am besten helfen kann.

Die Austreibungsphase dauert bis zur Geburt des Kindes. Ob ein Dammschnitt notwendig wird, kann erst im Moment der Geburt beurteilt werden. Mit Sicherheit werden Hebamme und Arzt genau abwägen, ob ein Schnitt notwendig ist.

Wenn Ihr Baby geboren ist, wird es Ihnen in der Regel gleich auf den Bauch gelegt und der frischgebackene Vater darf, wenn er möchte, die Nabelschnur durchtrennen.

Nachgeburtsphase

Mit der Geburt des Kindes beginnt schließlich die Nachgeburtsphase. Sie endet mit der Ausstoßung der Plazenta. Wichtig ist jetzt, dass überprüft wird, ob die Plazenta vollständig geboren ist. Verbliebene Reste in der Gebärmutter können nämlich zu Blutungen und Infektionen führen.

Wenn auch die Nachgeburt geboren ist, werden eventuell aufgetretene Geburtsverletzungen in örtlicher Betäubung versorgt. Danach müssen Sie noch einige Zeit im Kreißsaal überwacht werden, hier können Sie dann auch in Ruhe Ihre Tochter oder Ihren Sohn kennen lernen und erste Stillversuche starten.

Wann kann ich eine PDA haben?

Das Verfahren der Periduralanästhesie (Betäubung der unteren Körperhälfte), kurz „PDA“, wird heutzutage häufig angewandt. Den absolut und immer richtigen Zeitpunkt gibt es kaum, auch hier werden Sie abwarten müssen, welchen Weg der Geburtsverlauf nimmt. Manchmal ist eine PDA schon in einem sehr frühen Stadium nötig und sinnvoll, manchmal verläuft die Geburt so schnell, dass eine PDA kaum mehr zu schaffen ist. Für diesen Fall stehen natürlich Schmerzmittel zur Verfügung, die Ihnen helfen werden. Arzt und Hebamme werden immer mit Ihnen entscheiden. Natürlich können Sie sich im Vorfeld schon über das Verfahren und seine Risiken von einem Narkosearzt aufklären lassen.

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