Weißes dreieck um mund BEI kindern

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Sterbebegleitung: Das weiße Dreieck

Heike Gläser 25.04.2016

Palliativpflege verfolgt ein ganzheitliches Konzept. Es soll hochbetagten Bewohnern der Pflegeheime ermöglichen, in Würde und ohne Schmerzen zu sterben am besten im Beisein der Angehörigen

Wenn sich um Nase und Mund ein weißes Dreieck bildet, dann ist der Tod ganz nahe. Die Pflegedienstleiterin des Altenwohnheims Am Plänterwald deutet mit Daumen und Zeigefinger in ihrem Gesicht die Region an, die plötzlich ganz durchscheinend hell wird, wenn ein Mensch im Sterben liegt. Sie weiß, wovon sie spricht. Die hochbetagten Bewohner sind gekommen, um zu sterben. Sie bleiben bis zu ihrem Lebensende, werden in der letzten Phase betreut und begleitet. Das Haus in der Neuen Krugallee ist eine von fünf Einrichtungen des Unionhilfswerks, die sich auf Palliative Geriatrie spezialisiert haben.

Palliativpflege verfolgt ein ganzheitliches Konzept, das die Bedürfnisse des Patienten in den Mittelpunkt rückt. Alte Menschen mit Multimorbidität sollen in Würde sterben dürfen. Dies setzt die Akzeptanz des Todes als Teil des Lebens voraus. In einer Gesellschaft, in der das Sterben tabuisiert wird und große Unsicherheit im Umgang mit dem Tod herrscht, geht der Betreuungsansatz mit seinen ethischen Prinzipien neue Wege. Davon ist Dirk Müller, Projektleiter des Kompetenzzentrums Palliative Geriatrie, überzeugt: “Oft genug passiert es, dass Hochbetagte kurz vor ihrem Tod in ein Krankenhaus verlegt werden. Am Ende sterben sie in der Aufnahme, das darf nicht sein.”

Im Pflegewohnheim Am Plänterwald ist das anders: “Die Sterbebegleitung beginnt mit dem Einzug des Bewohners”, sagt Müller. Gegenüber den Betroffenen und ihren Angehörigen werden Fragen des Lebensendes offen angesprochen. Palliative Pflege heißt hier: “So viel wie nötig, so wenig wie möglich”. Damit soll verhindert werden, dass durch eine medizinische Überversorgung die Lebensqualität eingeschränkt wird. Es wird weder versucht, das Leben künstlich zu verlängern, noch es zu verkürzen. Palliative Geriatrie versteht sich nicht als aktive Sterbehilfe. Es geht darum, körperliche Schmerzen und seelische Nöte zu lindern. Entscheidend ist dabei der Wille des Betroffenen. Ist er nicht mehr einwilligungsfähig, so ist der in einer Patientenverfügung festgelegte beziehungsweise sein mutmaßlicher Wille verbindlich.

“Man muss die alten Menschen einbinden”, sagt Heimleiterin Daniela Ullmann. “Ihnen ist meist klar, dass es zu Ende geht, sie haben keine Angst, über den Tod zu reden.” Durch den ständigen Umgang mit Hochbetagten hat sie zudem die Erfahrung gemacht, dass die Bewohner oft nur sagen können, wie sie keinesfalls sterben wollen – nämlich alleine im Krankenhausund unter Schmerzen.

Wenn es dann soweit ist und sich das weiße Dreieck zeigt, rufen die Pflegekräfte die Angehörigen an, damit sie in den letzten Stunden Abschied nehmen können. Manchmal ist es ganz schlimm, wenn es die Angehörigen nicht mehr rechtzeitig geschafft haben. “Das nimmt uns auch mit”, sagt Petra Stadler, die auf Station 7 arbeitet. “Wir mögen unsere Bewohner. Wenn jemand stirbt, ist es immer traurig und geht uns nahe.” Die examinierte Krankenschwester mit langjähriger Berufserfahrung kommt gerade von einer einwöchigen Fortbildung zum Thema Palliative Geriatrie zurück.

Die Pflege am Morgen: ob Horror oder Highlight hängt vom Personal ab

Besonders geschultes Personal ist Voraussetzung für den hospizlichen und palliativen Ansatz. In der Fortbildung beschäftigte sie sich unter anderem mit der Frage des Tun und Lassens innerhalb der ethischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen. Denn auch beim Pflegepersonal herrscht oft Unsicherheit, es gibt Ängste und Schuldgefühle im Umgang mit den Patienten. Auf dem Stationsgang sitzt Prof. Dr. Anton Huber*. Er hat aufgehört zu sprechen, nimmt aber mit Blicken zu anderen Menschen Kontakt auf und reagiert auf Berührungen. Der einst hochgebildete Mann weiß nicht mehr, wer er ist und wo er sich befindet. Die Demenz hat ihn fest im Griff. Manchmal schwierig für das Pflegepersonal herauszufinden, ob und welche körperlichen Schmerzen ihn plagen. Da kommt auch die Palliative Pflege an ihre Grenzen.

60 Prozent der Bewohner im Pflegewohnheim Am Plänterwald sind von Demenz betroffen. “Da ist es wichtig, für diese Menschen eine Struktur zu schaffen, in der sie Orientierung finden”, sagt Müller. “Die Grundpflege am Morgen kann zum absoluten Horror werden oder zu einem Highlight.” Dazu braucht man geschulte Fachkräfte, so wie Petra Stadler. Und zwar immer mehr von ihnen. Die Krankenschwester zieht eine Akte hervor, in der die Schmerzsymptomatik einer Patientin detailliert dokumentiert ist. Erna Wagner* lebt seit drei Jahren auf Station 7. Das ist ungewöhnlich lange. Nachdem die hochbetagte Dame mehrfach in ihrer Wohnung gestürzt ist, musste sie ins Heim ziehen. Sie wollte das auch: Wegendes Grünen Stars bekam sie Medikamente verschrieben, die als Nebenwirkung Ohnmachtsanfälle zur Folge hatten.

Erna Wagner tut alles weh, sie kann kaum mehr etwas sehen – die 96-Jährige sitzt in ihrem Einzelzimmer. Frische Blumen stehen auf dem Tisch. “Manchmal staune ich, wie alt ich geworden bin”, sagt sie. Nun sieht Frau Wagner ihrem Tod ruhig entgegen.

Aber bis dahin nimmt sie noch an gesellschaftlichen Themen teil, schimpft über den Euro und die derzeitige Staatsverschuldung, schließlich hat sie schon dreimal eine Währungsreform erlebt. Auch wenn sie viel von ihrer Selbstständigkeit aufgeben musste, versucht sie das Beste aus ihrer jetzigen Lebenssituation zu machen. Sie kann einige Angebote des Wohnheims noch wahrnehmen. “So etwas wie Gedächtnistraining, Gymnastik, Kinoabende oder im Garten Blumen pflanzen, das macht mir Spaß”, sagt sie. Bis zum Tod müsse man ja noch irgendwie weiterleben, trotz fortschreitender Osteoporose und zunehmender Blindheit: “Ist ja nicht zu ändern.”

  • Ratgeber
    > SIDS
  • Definition von SIDS
  • Häufigkeit von SIDS
  • Ursachen von SIDS
  • Symptome von SIDS
  • Diagnostik von SIDS gefährdeten Kindern
  • Therapie von SIDS
  • Risikogruppen für SIDS
  • Vorbeugung von SIDS
  • Risikofaktoren
  • Neuere Theorien zur Ursache von SIDS
  • Wann soll man den Kinderarzt kontaktieren?
  • Der Monitor zur Vorbeugung von SIDS
  • Wann muß ein Monitor verwendet werden?
  • Wann kann ein Monitor verwendet werden?
  • Monitortipps für die Vorbeugung von SIDS
  • Nachbetreuung im Falle von SIDS

(c) Dr. Peter Voitl, www.Kinderarzt.at

  • Definition von SIDS

Mit SIDS bezeichnet man alle alle plötzlichen, unerklärlichen Todesfälle gesunder Säuglinge, bei denen sich auch nach genauer Untersuchung keine Ursache finden läßt.
Die Diagnose plötzlicher Kindstod oder SIDS (Abkürzung für Sudden Infant Death Syndrome) kann nur gestellt werden, wenn alle bekannten und möglichen anderen Ursachen ausgeschlossen worden sind. Daneben gibt es das sogenannte ALTE (= Apparently Life-Threatening Event, früher auch Near-SIDS), ein durch rechtzeitiges Eingreifen verhinderter Kindstod.

  • Häufigkeit von SIDS

Etwa ein Promille aller Lebendgeborenen sind betroffen, Knaben etwas häufiger als Mädchen. SIDS stellt nach der Neugeborenenperiode die häufigste Todesursache im ersten Lebensjahr dar, wenngleich die absolute Häufigkeit bezogen auf alle Lebendgeborenen gering ist. In den letzten Jahren ist allerdings ein deutlicher Rückgang durch wirksame Vorsorgemaßnahme zu beobachten. Durch die konsequente Vermeidung bekannter Risikofaktoren müsste ein weiterer Rückgang möglich sein. Besonders häufig betroffen sind Säuglinge zwischen dem 2. und 4. Lebensmonat und in den Wintermonaten. Rund 90% der Fälle treten im ersten Lebenshalbjahr auf.

  • Ursachen von SIDS

Bereits seit mehr als hundert Jahren wird nach den möglichen Ursachen dafür gesucht. Wahrscheinlich sind mehrere Faktoren am Zustandekommen dieses schrecklichen Ereignisses beteiligt. Man vermutet als wichtigsten Faktor eine Unreife des Atemantriebes, die in Verbindung mit anderen Faktoren zum Auf- treten von SIDS führen kann.

  • Symptome von SIDS

Die Symptome entsprechen einem Herz-Kreislauf-Stillstand, das Kind wird meist bewußtlos, blass bis leicht bäulich, schlaff und mit veränderter Atmung im Bettchen aufgefunden.

  • Diagnostik von SIDS bei gefährdeten Kindern (Risikogruppen)

kann im Schlaflabor (Polysomnographie) durch die simultane Aufzeichnung verschiedener Parameter wie Puls, EKG, EEG, nasaler Luftstrom, Brustkorb- bewegungen am schlafenden Kind eine SIDS-Gefährdung festgestellt werden. Bei manchen Kindern können weiterführende Untersuchungen wie Langzeit-EKG, Röntgen, Ösophaguskontrastdarstellung, Schädelultraschall etc. zum Ausschluss anderer Grunderkrankungen notwendig sein.

  • Therapie von SIDS

Während einer lebensbedrohlichen Krise sind Wiederbelebungsmaßnahmen wie Mund-zu-Mund-Beatmung angezeigt, oft sind jedoch Wecken und Stimulation ausreichend.

  • Risikogruppen von SIDS
  1. Säuglinge, die bereits eine Episode von ALTE durch rechtzeitiges Eingreifen überstanden haben
  2. Das Riskio ist um etwa das 2,5fache in Familien erhöht, in denen bereits SIDS Fälle (etwa bei Geschwistern) aufgetreten sind
  3. Kinder, bei denen im Schlaflabor Atemunregelmäßigkeiten festgestellt wurden
  4. Kinder drogenabhängiger Mütter
  5. Kinder mit starkem Untergewicht bei der Geburt
  6. Der früher oft genannte Risikofaktor Frühgeburt taucht in neuen Studien nicht mehr als eigener Faktor auf. Bei Frühgeborenen, die mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm auf die Welt gekommen sind, besteht nur bei zusätzlichen Erkrankungen (z.B. Lungenkrankheiten) ein erhöhtes Risiko.
  7. Auch eine verlangsamte Erweckbarkeit aus dem Schlaf, auffallende Bewegungsarmut und hohes, schrilles Schreien sollen mit einem erhöhten Risiko verbunden sein.

  • Vorbeugung von SIDS

Seitdem die Bauchlage beim Schlafenlegen des Säuglings als Risikofaktor erkannt und nicht mehr empfohlen wurde, konnte die Häufigkeit des plötzlichen Kindstods um über 50% gesenkt werden.
Verschiedene Risikofaktoren sind bekannt, die das Auftreten eines plötzlichen Kindstods begünstigen

  1. Säuglinge sollten im 1.Lebensjahr in Rückenlage schlafen. Die Bauchlage und möglichst auch die Seitenlage sollte man vermeiden, da sie weniger stabil ist und sich einige Kinder möglicherweise in die Bauchlage rollen können. Gemäß einer Umfrage im Raum Bern werden noch immer etwa 60% der Kinder auf die Seite gelegt.
  2. Der Kopf des Babys sollte nicht durch Bettzeug bedeckt werden können. Es wird empfohlen, den Säugling so zu legen, dass die Füße am Bettende anstehen, um so ein Rutschen unter die Bettdecke zu vermeiden.
  3. Babys sollten nicht auf weichen Unterlagen oder mit Kopfpolster schlafen.
  4. Säuglinge sollen im elterlichen Schlafzimmer, aber im eigenen Bett schlafen.
  5. Säuglinge und Kinder sollten sowohl vor als auch nach der Geburt in einer rauchfreien Umgebung aufwachsen. Rauchen in der Schwanger- schaft beeinträchtigt die Entwicklung des Babys und stellt ein Risiko für den plötzlichen Säuglingstod dar.
  6. Raumtemperatur und Bettdecke sollten so gewählt werden, dass es für das Kind angenehm, d.h. weder zu warm noch zu kalt ist. Nach dem ersten Lebensmonat benötigt ein Baby in der Wohnung im Prinzip nicht mehr Bekleidung als ein Erwachsener. Zum Schlafen genügen eine Windel, ein Schlafanzug und eine dünne Decke. Die ideale Raumtemperatur liegt bei etwa 18°C. Wärmedecken sind für Babys nicht geeignet.
  7. Achten Sie auf mögliche Strangulationen durch Schnüre oder Ketten und auf sichere Gitterabstände (4,5–7,5 cm) des Gitterbettes.
  8. Wenn möglich, sollte länger als 2 Monate gestillt werden.
  9. Impfungen haben keinen Zusammenhang mit der Häufigkeit des plötzlichen Kindstodes. Eine Studie aus Schweden berichtet nach einer Abnahme der Impfhäufigkeit gegen Keuchhusten einen Anstieg der SIDS-Rate. Nach Vorziehen dieser Impfung vom dritten auf den zweiten Lebensmonat ging die SIDS-Rate wiederum zurück.
  10. Schnuller dürften einen positiven Effekt haben, also eine Gefährdung des Kindes vermindern.
  11. Eine Schlafüberwachung durch einen Heimmonitor ist nur bei ausge- wählten Risikokindern sinnvoll. Die Effektivität des Monitorings ist unbewiesen, da auch moderne Geräte mit intelligenten Algorithmen in der Überwachung Lücken zeigen.
  12. Eltern sollten in der Herzmassage und Mund- zu Mund-Beatmung unterrichtet und geübt sein.
  13. Eine routinemäßige Untersuchung im Schlaflabor wird nicht empfohlen, sondern sollte sich auf Risikogruppen beschränken.
  14. Der plötzliche Kindstod ist nicht ansteckend.
  15. Gehen Sie regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen!
  • Neuere Theorien zur Ursache von SIDS
  1. Eine Studie der Universität von Manchester nennt ein bestimmtes Bakterium (Helicobacter pylori) als möglichen Cofaktor.
  2. Eine Innsbrucker Forschergruppe hat einen möglichen Zusammenhang zwischen jener Atemschwäche, die zum plötzlichen Kindstod führt und der angeborenen Überaktivität eines bestimmten Ionenkanals (SK3) in Nervenzellen entdeckt.
  3. Gebrauchte Matratzen waren nach einem Bericht von Forschern aus Glasgow im „Medical Journal“ möglicherweise mitverantwortlich für den plötzlichen Kindstod. Besonders deutlich zeigte sich der Zusammenhang, wenn die Matratzen nicht innerhalb der eigenen Familie „vererbt“ worden waren, sondern von anderen Familien weitergegeben wurden. Im Verdacht standen Bakterien, die in gebrauchten Matratzen in hohen Konzentrationen vorkommen. Diese Untersuchung konnte noch nicht bestätigt werden.
  4. Eine spezielle Herzrhythmusstörung (verlängertes QT-Syndrom) wird gehäuft bei SIDS-Opfern vermutet. Überlegungen zu Gemeinsamkeiten mit diesem sogenannten Long-QT-Syndrom bieten sich also an. Bei positiver Familienanamnese (SIDS oder QT-Syndrom) erscheint es demnach sinnvoll, EKG-Untersuchungen vorzunehmen und ggf. eine Therapie einzuleiten. (SCHWARTZ, P. J. u. Mitarb.; New Engl. J. Med. 1998).
  5. Eine Bonner Gruppe um Dr. Dettmeyer hat Herzgewebeproben unter- sucht und konnte verstärkt Enteroviren nachweisen (Coxsackie-Viren, Parvovirus B19). Von Enteroviren weiß man, daß sie Herzmuskel- entzündungen und Herzrhythmusstörungen hervorrufen können.
  • Wann sollen Sie Kontakt mit mir aufnehmen?
  1. wenn eine Vorsorgeuntersuchung fällig ist
  2. wenn das Baby Krankheitszeichen zeigt (z.B. bei Fieber, Durchfall, Atemnot, …)
  3. wenn das Baby um den Mund oder im gesamten Gesicht blau wird, im Schlaf ungewöhnlich stark schwitzt oder auffallend blass ist
  4. wenn Sie bei Ihrem Baby im Schlaf Atempausen über 15 Sekunden beobachten sollten
  5. wenn das Baby häufig erbricht oder Probleme beim Trinken hat
  6. wenn Sie einen anderen Grund zur Beunruhigung haben.
  • Der Monitor zur Vorbeugung von SIDS

Überwachungsgeräte, die lediglich die Atmung, nicht aber die Herzfrequenz erfassen, sind als SIDS-Vorbeugung nicht geeignet, da sie eine nicht vor- handene Sicherheit versprechen. Voraussetzung für das Monitoring ist eine gute Schulung der Eltern und eine kontinuierliche Betreuung durch eine SIDS- Beratungsstelle.

  • Wann muss ein Monitor verwendet werden?
  1. Nach ALTE (wenn keine therapierbare Ursache gefunden wurde)
  2. ehemalige Frühgeburten mit Lungenerkrankung und Sauerstoff- abhängigkeit (vorrangig Pulsoximeter)
  3. Früh- und Neugeborene, die zum Zeitpunkt der Entlassung noch eine auffällige Atmung haben.
  • Wann kann ein Monitor verwendet werden?
  1. bei einem SIDS-Geschwister in einer Familie
  2. bei Frühgeborenen mit weniger als 1500g Geburtsgewicht
  3. bei Säuglingen drogenabhängiger Mütter
  4. bei Krankheitsbildern, die mit einer Störung der Atmung einhergehen, um eine Verschlechterung des klinischen Zustandes rechtzeitig erkennen zu können
  5. zur Diagnosestellung (z.B. mittels Speichermonitoren)
  6. und auf Wunsch der Eltern.
  • Monitortipps für die Vorbeugung von SIDS

Die folgenden Tips stellen Empfehlungen dar, bei Problemen sollten Sie sich an Ihren betreuenden Arzt wenden.

  1. Stellen Sie bei jedem Alarm zuerst fest, dass bei dem Baby kein ernsthafter Zwischenfall vorliegt
  2. Lesen Sie sich die Gebrauchsanweisung Ihres Monitors gut durch und bestehen Sie auf einer exakten Einschulung.
  3. Die Hautstellen, auf denen selbstklebende Elektroden platziert werden sollen, nicht eincremen, nicht einölen und nicht einpudern.
  4. Elektroden sollten bei warmem Wetter kühl gelagert werden, da die Funktionstüchtigkeit sonst relativ rasch nachlässt.
  5. Wechseln Sie bei Unverträglichkeitsreaktionen häufig die Stellen der Elektroden oder wechseln Sie auf eine andere Herstellerfirma.
  6. Der Monitor sollte nicht auf Fernsehern, Computern oder anderen strahlenden Geräte stehen.
  7. Lassen Sie bei häufigen Alarmen einen Arzt die Grenzwerte überprüfen.
  8. Die Elektroden sollten in ausreichendem Abstand kleben.
  9. Ein Nachtlicht in der Nähe des Babybettes erleichtert im Alarmfall die Beobachtung des Säuglings.
  10. Um einer eventuellen Strangulationsgefahr vorzubeugen, sollte bei Säuglingen das Elektrodenkabel unter einem Arm oder einem Hosenbein aus der Strampelhose herausgeleitet werden.
  • Nachbetreuung im Falle von SIDS

Wenn ein zuvor offensichtlich gesundes Baby unerwartet stirbt, ist das Ereignis ein furchtbarer Schock für alle Beteiligten. Die Eltern können sich schuldig fühlen, machmal wird die Schuld auch beim Partner oder beim betreuenden Kinderarzt gesucht. Schuldgefühle sind eine ganz natürliche Reaktion, auch wenn sie völlig unbegründet sind, SIDS ist ein schicksalhaftes Ereignis. Die hinterbliebenen Geschwister sollten jedenfalls unabhängig von ihrem Alter über das Ereignis aufgeklärt werden. Eltern die ihr Kind durch SIDS verloren haben sind doppelt belastet. Da die Todesursache keine natürliche ist, wird eine Befragung der betroffenen Eltern durch die Exekutive durchgeführt und es wird eine Untersuchung durch Ärzte an einem gerichtsmedizinischen Institut durchgeführt. Das ist natürlich eine schreckliche Vorstellung für die Eltern. Aber nur durch diese Vorgangsweise ist es möglich, eine genaue Diagnose zu erstellen und dadurch die Möglichkeit zu bekommen, Vorkehrungen im Interesse der Angehörigen treffen zu können (zum Beispiel um eine andere Ursache wie ansteckende Infektionskrankeiten oder angeborene Stoffwechsel- störungen ausschließen zu können).
Bitte wenden Sie sich im Falle eines derartigen tragischen Ereignisses an eine Selbsthilfegruppe oder ein Zentrum für SIDS-Vorsorge. Selbsthilfegruppen und psychologische Betreuung für SIDS-Betroffene in Deutschland Zum Seitenanfang

Wie alles begann…

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Johanna`s Geschichte

– unser Leben mit einem herzkranken Kind –

Meine 2. Tochter Johanna- Katharina wurde am 15. 12. 95 nach einer völlig unauffälligen Schwangerschaft geboren. Allerdings hatte ich die ganze Zeit hindurch ein ungutes Gefühl, als ob mit diesem Kind etwas nicht in Ordnung wäre.

Ich brachte sie bei uns zuhause in der Badewanne zur Welt und zunächst sah alles nach einem wunderbaren Start ins Leben aus.

Johanna wog 3350 g und war 53 cm groß, als sie am 15.12.95, 11 Tage vorm errechneten Termin, geboren wurde.

Johanna schlief sehr gut, schrie wenig und nahm erstaunlich gut zu. Das die Gewichtsaufnahme hauptsächlich aus Wassereinlagerungen bestanden, konnten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen….

Im Alter von 3 Wochen erkrankte sie an einer sehr heftigen Bronchitis, zeitgleich stellten wir einen Leistenbruch fest. Dieser sollte mit 6 Wochen operiert werden. Wir waren am Boden zerstört, unser Baby musste ins Krankenhaus.

Kurz vor der Aufnahme in die Klinik nahm Johanna nicht mehr richtig zu, sie nörgelte und weinte plötzlich sehr häufig und wir schoben das auf den Leistenbruch.Auch hatte sie jetzt häufig ein blaues Munddreieck (siehe Bild) und schwitzte immerzu.

Einen Tag, bevor wir ins Krankenhaus mussten, bekam Johanna schon wieder eine schlimme Bronchitis, worüber wir uns sehr wunderten.

Am 1.2.96 wurden wir in der Kinderklinik aufgenommen, die OP sollte am nächsten Tag stattfinden. Kurz bevor es dann in den OP gehen sollte, wurde Johanna noch einmal von der Narkoseärztin abgehört. Sie stellte eine Lungenentzündung fest und die Leistenbruch-OP wurde abgesagt.

Johanna wurde auf eine andere Station verlegt und dort wegen der Lungenentzündung behandelt – doch ich hatte das Gefühl, daß es ihr immer schlechter ging. Wollte ich sie zum Stillen anlegen, fing sie an zu würgen, so daß sie innerhalb von 2 Tagen 400 g abnahm. Auch schwitzte sie bei jeder Anstrengung sehr stark, besonders auf dem Kopf, obwohl ihre Körpertemperatur immer nur knapp unter 36°C lag. Sie weinte immer weniger und verfiel vor meinen Augen. Auf meine ständigen Fragen bekam ich lapidar mitgeteilt, das es normal sei, wenn es einem Kind mit einer Lungenentzündung nicht so gut gehe.

Doch ich fühlte, daß es meinem Kind ernsthaft schlechtging und bekam Panik, sah denn keiner, das hier etwas nicht stimmte?

Am Morgen des 4.2. trat ich an Johanna’s Bttchen und erschrak zutiefst. Sie lag total apathisch da und reagierte nicht. Tiefe dunkle Ringe lagen unter ihren eingesunkenen Augen, ihr Gesicht war grau und beim schwachen Versuch zu husten, bekam sie lila Flecke auf der Stirn. Voller Panik verlangte ich sofort nach einem Arzt, der auch kam und Johanna untersuchte. Erstmalig war ein Herzgeräusch zu hören. Auf dem eilends angefertigten R�ntgenbild wurde eine massive Herzvergrösserung festgestellt…..Von da an ging alles ganz schnell….Der Oberarzt wurde aus seinem freien Tag geholt, um einen Ultraschall zu machen. Dauernd kam jemand, um mir mein Kind aus dem Arm zu reißen, Blutdruck zu messen, eine Infusion zu legen, ein EKG wurde geschrieben. Ich saß nur da und verstand gar nichts mehr, keiner sagte mir, was los war. Aber ich ahnte, daß es etwas sehr schreckliches war.

Meine Ahnung bestätigte sich nach dem Ultraschall, inzwischen war auch Johanna’s Papa eingetroffen, den ich völlig aufgelöst angerufen hatte.

Der Oberarzt teilte uns mit ernstem Gesicht mit, das Johanna einen äusserst schweren Herzfehler habe, und eine sofortige Behandlung nötig sei, da sie nun ein akutes Herzversagen erlitten habe. Es grenze an ein Wunder, das sie bis hierhin überhaupt überlebt habe…

Johanna erhielt eine ganze Batterie an Medikamenten, wurde an verschiedene Monitore angeschlossen und mit dem Babynotarztwagen in ein Kinderherzzentrum verlegt. Mein Mann und ich fuhren mit dem Auto hinterher. Von Weinkrämpfen geschüttelt saß ich im Wagen und konnte es nicht fassen….unser Baby war totkrank und wir hatten es nicht bemerkt…

——— Fortsetzung gibt es unter „Die Diagnose“ —————

Scharlach – die unterschätzte Kinderkrankheit

Im Gegensatz zu vielen anderen klassischen Kinderkrankheiten wird Scharlach nicht durch Viren, sondern durch Bakterien ausgelöst, und zwar durch die sogenannten Streptococcus-Bakterien der Gruppe A. Von diesen Bakterien wird ein Giftstoff produziert, der im Blut des Erkrankten zirkuliert und eine Art Blutvergiftung auslöst. Sichtbares Zeichen ist der typische Scharlachausschlag. Die Krankheit ist heute mittels Antibiotika gut und schnell heilbar.

Übertragen werden diese Bakterien durch Tröpfcheninfektion, also durch Husten oder Niesen. Allerdings sind die Streptococcus-Bakterien sehr widerstandsfähig, so dass sie auch außerhalb des Körpers einige Zeit überleben können. Das hat zur Folge, dass die Bakterien auch auf Gegenständen aus dem Umkreis der erkrankten Person überleben können. Scharlach ist also eine sehr ansteckende Krankheit. Man kann davon ausgehen, dass ein erkranktes Kind etwa die Hälfte seiner Geschwister anstecken wird.

Scharlach bei Kindern

Scharlach ist eine Infektionskrankheit, die hauptsächlich Kinder betrifft. Sie entsteht – wie erwähnt – durch eine bakterielle Streptokokken-Infektion, die vor allem im Vorschul- und Schulalter, zumeist während der Herbst- und Wintermonate auftritt.

Üblicherweise beginnt Scharlach bei Kindern mit plötzlichem hohem Fieber, Halsschmerzen und einer himbeerfarbenen, belegten Zunge mit angeschwollenen Zungenbläschen. Am zweiten Tag entwickelt sich dazu ein charakteristischer, samtartiger Hautausschlag und nach nach Abklingen nach etwa ein bis zwei Wochen eine Hautabschuppung an Händen und Füßen.

Haupterkrankungsalter:3-12 Jahre

Inkubationszeit: 2-6 Tage beträgt die Zeit zwischen Infektion und Auftreten der ersten Beschwerden

Wie wird Scharlach übertragen?

Die Scharlacherreger befinden sich meist im Rachenraum, die Krankheit wird daher zumeist über eine Tröpfcheninfektion (über Sprechen, Niesen, Husten), nur in seltenen Fällen über gemeinsam genutzte verunreinigte Gegenstände (Besteck, Schnuller, Spielzeug) übertragen.

Scharlach Symptome

Die Krankheit kommt meist zwei bis acht Tage nach erfolgter Ansteckung zum Ausbruch. So erkennen Sie Scharlach Im allgemeinen beginnt die Scharlacherkrankung mit sehr plötzlich auftretendem hohen Fieber über 39 Grad. Das Kind klagt über Halsschmerzen, häufig kommt es zu Magenbeschwerden, übelkeit und Erbrechen. Bei kleinen Kindern kann es aufgrund des schnell ansteigenden Fiebers zu Fieberkrämpfen oder zu einem Delirium kommen. Im Normalfall geht das Fieber gegen Ende des zweiten Erkrankungstages wieder zurück.

Ebenfalls innerhalb der ersten zwei Tage wird der typische Ausschlag – kleine dichtstehende, rote Pünktchen – sichtbar. Die Haut fühlt sich beim Darüberstreichen an wie feines Schleifpapier. Meist beginnt dieser Ausschlag an den Leistenbeugen, Achselhöhlen, am Hals und an den Innenseiten der Oberschenkel, breitet sich dann aber bald über den ganzen Körper aus. Charakteristisch ist, dass dieser Ausschlag keinen Juckreiz hervorruft und dass die rötliche Färbung verblaßt, wenn man mit dem Finger raufdrückt.

Ebenfalls typisch ist das gerötete Gesicht, wobei allerdings die Bereiche um Nase und Mund auffallend blaß bleiben. Neben dem Ausschlag, der den Kindern kaum Beschwerden macht, da er ja nicht juckt, treten eine starke himbeerfarbene Rötung der Zunge und eine manchmal sogar eitrige Entzündung der Rachenmandeln auf. Der Ausschlag verschwindet meist nach etwa zwei bis fünf Tagen, nach etwa einer Woche gehen auch die anderen Symptome zurück.

Charakteristisch für Scharlach ist, dass sich jetzt die Haut zu schälen beginnt, begleitet von mitunter heftigem Juckreiz. Je nach Schwere des Ausschlags dauert das drei bis acht Wochen. Besonders ausgeprägt ist die Hautschuppung an den Handtellern und Fußsohlen. Mögliche Komplikationen Wenn die Scharlacherkrankung rechtzeitig erkannt und von einem Arzt mit Antibiotika behandelt wird, sind Komplikationen sehr selten.

Diagnose von Scharlach

Wenn der typische Hautausschlag beim Arztbesuch bereits vorliegt, ist die Diagnose leicht zu stellen. Schwieriger wird es, wenn nur allgemeine Infektzeichen zu finden sind, dann ist jedenfalls zusätzlich ein Abstrich aus dem Rachenraum für einen Antigen-Schnelltest zum Nachweis von Streptococcus pyogenes notwendig.

Mögliche Komplikationen

Ohne Behandlung passiert es gelegentlich, dass es nach etwa zehn Tagen zu einer schmerzhaften Lymphdrüsenschwellung am Kiefer kommt. Weitere mögliche Komplikationen sind Mittelohrentzündung, Nebenhöhlenentzündung oder ein Abszeß der Rachenmandeln. In sehr seltenen Fällen kann es infolge einer Scharlacherkrankung auch zu einer Lungen-, Gelenk-, Nieren- oder Herzklappenentzündung kommen.

Gelangen die Erreger in großer Zahl in die Blutbahn, kann eine lebensbedrohliche Blutvergiftung, das sogenannte Streptokokken-Toxic-Shock-Syndrome (STSS) entstehen. Diese Komplikation entwickelt sich glücklicherweise nur selten, endet aber in 30 Prozent der Fälle tödlich. Eine rasche Diagnose und eine intensivmedizinische Behandlung sind daher überlebensnotwendig.

Wie wird Scharlach behandelt? Therapie

Wenn Sie bei Ihrem Kind Anzeichen von Scharlach bemerken oder auch nur den Verdacht haben, so sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Durch einen Rachenabstrich kann der Erreger identifiziert werden. Ist dieser Befund nicht eindeutig, bringt eine Blutuntersuchung Gewißheit. Scharlach wird heute sehr wirkungsvoll mit Antibiotika behandelt. Wichtig ist, dass Sie das vom Arzt verschriebene Antibiotikum Ihrem Kind mindestens zehn Tage lang geben, auch wenn es sich schon früher wieder wohl fühlt, denn sonst könnte es zu einem Rückfall kommen.

Wenn das Fieber sehr hoch ist, gehört das Kind ins Bett. Geben Sie ihm viel zu trinken und, wenn vom Arzt verordnet, ein fiebersenkendes Medikament. Glücklicherweise schlägt die Antibiotikabehandlung sehr schnell an, so dass es dem Kind schon nach ein bis zwei Tagen wieder bessergeht. Dennoch sollten erkrankte Kinder nach Beginn der Antibiotikabehandlung noch für mindestens 48 Stunden den Kontakt mit gesunden Kindern meiden. Danach ist keine Ansteckungsgefahr mehr gegeben.

Eine vorbeugende Behandlung von Kontaktpersonen mit Antibiotika ist meist nicht notwendig. Sie wird nur für besonders gefährdete Menschen empfohlen, die unter schweren Grundkrankheiten oder einer Abwehrschwäche leiden.

Gibt es eine Scharlach-Impfung?

Heute kommt diese Erkrankung wesentlich seltener vor als z.B. noch vor 50 Jahren, und auch der Verlauf ist milder geworden. Weil Scharlach mit Antibiotika sehr schnell und zuverlässig zu behandeln ist, hat die Erkrankung ihren Schrecken verloren. Wichtig ist jedoch der rechtzeitige Gang zum Arzt.

Eine Impfung existiert nicht, da es zu viele Varianten des Scharlacherregers gibt. Das ist auch der Grund, warum man mehrmals an Scharlach erkranken kann. Im Gegensatz zu manchen anderen Kinderkrankheiten hinterläßt eine einmal durchgemachte Infektion beim Scharlach keine lebenslange Immunität. Die Krankheit kann durchaus ein zweites Mal, unter Umständen sogar noch mehrmals auftreten. Allerdings verläuft sie dann meist sehr leicht, und Komplikationen sind extrem selten.

Fotohinweis: sofern nicht extra anders angegeben, Fotocredit by Fotolia.com

Linktipps

– Standardschutzimpfungen
– Streptokokken | Medizinlexikon
– Kombinations-Impfungen
– Kinderärzte Österreich: Fachärzte für Kinder- und Jugendheilkunde
– Fieber: Alarmzustand des Körpers
– Alle Kinderkrankheiten im Überblick

Systemische Sklerodermie: Symptome

Wenn sich schließlich die Gefäßmuskulatur wieder entspannt, strömt mehr Blut in die Gefäße als normal, und die Finger oder Zehen färben sich intensiv rot. Während des Anfalls schmerzen die betroffenen Finger oder Zehen sehr stark. Aufgrund der typischen Abfolge der farblichen Veränderungen (Weiß, Blau, Rot) spricht man in Anlehnung an die dreifarbige französische Flagge auch von einem Tricolore-Phänomen (lateinisch tres „drei“, color „Farbe“). Die einzelnen Raynaud-Anfälle können durch niedrige Außentemperaturen, Arbeiten im kalten Wasser, aber auch durch emotionalen Stress ausgelöst werden.

Ein Raynaud-Phänomen kann auch im Rahmen anderer Erkrankungen und sogar ganz ohne erkennbare Ursache auftreten. Grundsätzlich sollte immer eine systemische Sklerodermie ausgeschlossen werden, wenn ein Patient über Raynaud-Anfälle berichtet.

Wie äußert sich eine systemische Sklerodermie an der Haut?

Wenn die Raynaud-Anfälle über einen längeren Zeitraum wiederkehren, werden die Gefäße der Finger schließlich dauerhaft geschädigt, und die Haut entzündet sich. Dies macht sich durch eine ständige Schwellung der Finger, der Hände und der Unterarme bemerkbar. In gleicher Weise können Zehen, Füße und Unterschenkel betroffen sein. Der Arzt spricht hier vom Stadium oedematosum der systemischen Sklerodermie (griechisch oidema „Schwellung“). Im Laufe der Zeit verhärtet und verdickt sich die Haut (Stadium sclerosum); man spricht dann auch von einer Sklerodaktylie (griechisch skleros „hart“, daktylos „Finger“, „Zehe“). Da die Haut gleichzeitig schlecht durchblutet ist, sieht sie wachsartig glatt und blass aus. Die Verhärtung der Haut kann die Beweglichkeit der Gelenke einschränken: Es bilden sich Kontrakturen an den Fingergelenken, seltener auch an den Zehengelenken.

In schweren Fällen kann ein Gewebsschwund (Atrophie; griechisch atrophia „Verkümmerung“) des Unterhautfettgewebes hinzukommen. Dann sehen die Endglieder der Finger zugespitzt aus (sogenannte Madonnenfinger). Das sprichwörtliche „Fingerspitzengefühl“, das für feinmotorische Tätigkeiten so wichtig ist, geht verloren. Für einen Betroffenen kann es schwierig oder gar unmöglich werden, sich Hemd oder Bluse zuzuknöpfen. Wenn die schlecht durchblutete Haut an den Fingerspitzen abstirbt, kommt es zu kleinen Wunden (Ulzerationen), die sehr stark schmerzen und ohne Behandlung monate- bis jahrelang bestehen können. Gelegentlich treten in Haut oder Unterhautfettgewebe der Extremitäten umschriebene Kalkeinlagerungen auf (Calcinosis cutis).

Bei einer systemischen Sklerodermie verhärtet sich die Haut typischerweise nicht nur an den Extremitäten, sondern auch im Gesicht. Dann verschwinden die feinen Fältchen, die sich im Laufe des Lebens gebildet haben, allmählich wieder. Der Betroffene wirkt auf eigenartige Weise verjüngt und hat Schwierigkeiten dabei, seinen Gefühlsregungen durch mimische Bewegungen Ausdruck zu verleihen. Er kann den Mund nicht mehr so weit öffnen wie zuvor und hat Schwierigkeiten beim Essen und beim Zähneputzen. Selbst das Zungenbändchen, welches die Zunge am Mundboden festhält, verkürzt und verdickt sich (Frenulumsklerose). Eine Verhärtung der Haut am Oberkörper kann die Atembewegungen erschweren.

Wie äußert sich eine systemische Sklerodermie im Magen-Darm-Trakt?

Von allen inneren Organen ist die Speiseröhre (Ösophagus) am häufigsten von der systemischen Sklerodermie betroffen: Bei mehr als 60 Prozent der Patienten ist die Speiseröhre verhärtet, erweitert und unbeweglich. Der Begriff „Ofenrohrstarre“ beschreibt diesen Zustand anschaulich. Weil die Muskulatur des Ösophagus die zerkauten Speisen nicht mehr gezielt in Richtung Magen bewegen kann, leiden die Betroffenen typischerweise an Schluckbeschwerden (Dysphagie).

Häufig funktioniert auch der Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen nicht mehr richtig. Infolge dessen kann der saure Mageninhalt in die Speiseröhre fließen. Der Arzt spricht dann von einem gastroösophagealen Reflux, auch Refluxkrankheit genannt.

Ähnlich wie in der Speiseröhre kann sich auch im Magen das Bindegewebe verhärten. Weil sich die Magenwand dann nicht mehr ausreichend dehnen und bewegen kann, kommt es nach den Mahlzeiten oft zu Völlegefühl oder Übelkeit. Entsprechende Veränderungen im Darm können zu Verstopfung, aber auch zu Durchfall führen. Wenn die Nahrungsstoffe durch die verdickte Darmwand nicht mehr in vollem Umfang in die Blutbahn aufgenommen werden können, ist ein ungewollter Gewichtsverlust die Folge.

Wie äußert sich eine systemische Sklerodermie an Lunge und Herz?

Normalerweise ist die Bindegewebsschicht, die zwischen den luftgefüllten Lungenbläschen (Alveolen) und den feinen Blutgefäßen der Lunge liegt, sehr dünn. Diese Strecke müssen die lebenswichtigen Sauerstoffmoleküle zurücklegen, indem sie sich durch das Gewebe ausbreiten (diffundieren). Daher wird die dünne Bindegewebsschicht auch Diffusionsstrecke genannt. Wenn sich hier im Rahmen einer systemischen Sklerodermie vermehrt Bindegewebsfasern ablagern (Lungenfibrose), wird das Lungengewebe steifer und dicker, und die Diffusionsstrecke wird länger. Dann kommt weniger Sauerstoff im Blut an als beim Gesunden. Atemnot (Dyspnoe), vor allem bei körperlicher Anstrengung, und Husten sind die Folge.

Der bindegewebige Umbau des Lungengewebes kann den Blutdruck innerhalb der Lunge ansteigen lassen. Der Arzt spricht dann von einer pulmonalen arteriellen Hypertonie, abgekürzt PAH (lateinisch pulmo „Lunge“). Auch eine direkte Schädigung der kleinen Schlagadern (Arterien) der Lunge im Rahmen der systemischen Sklerodermie kann zu einer PAH führen. Dann nimmt die körperliche Leistungsfähigkeit allmählich ab, und die Betroffenen leiden an Atemnot oder gar an Schwindel, sobald sie sich anstrengen.

Der hohe Druck in den Schlagadern der Lunge belastet die Muskulatur der rechten Herzkammer. Langfristig kann diese Rechtsherzbelastung zu einer Schwäche der rechten Herzkammer (Rechtsherzinsuffizienz) führen.

Außerdem können sich im Rahmen der systemischen Sklerodermie vermehrt Kollagenfasern in allen Bereichen des Herzmuskels (Myokard) ablagern – nicht nur in der rechten Herzkammer, sondern auch in der linken Herzkammer und in den beiden Herzvorhöfen. Der Arzt spricht dann von einer Myokardfibrose. Da der Herzmuskel nun weniger leistungsfähig ist, tritt eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) auf.

Neben einer Herzschwäche kann die Ablagerung von Kollagenfasern im Herzmuskel verschiedene Arten von Herzrhythmusstörungen verursachen. Die bindegewebig umgebauten Bereiche leiten den elektrischen Strom deutlich schlechter als der gesunde Herzmuskel und behindern somit die Ausbreitung von elektrischen Impulsen innerhalb des Herzens.

Wie äußert sich eine systemische Sklerodermie an den Nieren?

Wenn eine systemische Sklerodermie die kleinen Blutgefäße innerhalb der Nieren in Mitleidenschaft zieht, kann sich die Ausscheidungsfunktion der Nieren verschlechtern (Niereninsuffizienz): Wasser und Mineralsalze sowie Abbauprodukte des körpereigenen Stoffwechsels wie Kreatinin und Harnstoff sammeln sich im Körper an, und der Blutdruck steigt. Die Betroffenen leiden an Kopfschmerzen, Unwohlsein und Wasseransammlungen (Ödemen) an den Unterschenkeln.

Wie äußert sich eine systemische Sklerodermie am Bewegungssystem?

Im Verlauf einer systemischen Sklerodermie kommt es gelegentlich zu einer Entzündung von Sehnenscheiden (Tendosynovitis), Gelenken (Arthritis) oder Teilen der Skelettmuskulatur (Myositis). Bei einer Myositis schmerzen die betroffenen Muskeln, und ihre Kraft lässt nach.

Welche Verlaufsformen gibt es?

Bei der limitierten systemischen Sklerodermie ist die Verhärtung der Haut auf Hände, Füße, Unterarme, Unterschenkel und eventuell das Gesicht begrenzt („limitiert“). Das erste Krankheitszeichen ist typischerweise eine anfallsartig auftretende Durchblutungsstörung der Finger oder Zehen (Raynaud-Phänomen). Ab dem ersten Raynaud-Anfall dauert es zumeist mehrere Jahre, bis sich die Haut spürbar verhärtet. Auch danach schreitet die Krankheit nur sehr langsam fort: Innere Organe werden oft erst nach jahre- oder jahrzehntelangem Verlauf in Mitleidenschaft gezogen.

Das CREST-Syndrom mit Calcinosis cutis (Verkalkungen in der Haut), Raynaud-Phänomen, Entzündung der Speiseröhre (englisch esophagitis), Sklerodaktylie (Verhärtung der Haut an den Fingern) und Teleangiektasien (erweiterten Äderchen, vor allem im Gesichtsbereich) ist eine Sonderform der limitierten systemischen Sklerodermie.

Bei der diffusen systemischen Sklerodermie entwickeln sich die Krankheitszeichen wesentlich schneller: Nach dem ersten Raynaud-Anfall dauert es in der Regel weniger als ein Jahr, bis erste Verhärtungen der Haut spürbar sind. Diese entstehen in umgekehrter Reihenfolge wie bei der limitierten systemischen Sklerodermie: Zuerst ist der Oberkörper betroffen, dann das Gesicht, und schließlich die Hände und Füße. Innere Organe werden häufig schon wenige Jahre nach Krankheitsbeginn in Mitleidenschaft gezogen.

Patienten mit undifferenzierter systemischer Sklerodermie leiden an Raynaud-Anfällen, ständig geschwollenen Fingern und pulmonaler arterieller Hypertonie. Die Verhärtung der Haut, die für die systemische Sklerodermie sonst so typisch ist, kann bei dieser Form der Krankheit fehlen.

Bei den Sklerodermie-Overlap-Syndromen (englisch overlap „Überlappung“) treten typische Krankheitszeichen einer systemischen Sklerodermie in Kombination mit Symptomen einer weiteren Autoimmunerkrankung auf. Diese können zum Beispiel eine erhöhte Lichtempfindlichkeit und eine ausgeprägte Entzündung der kleinen Nierengefäße wie beim systemischen Lupus erythematodes sein, Muskelschmerzen und -schwäche aufgrund einer Entzündung der Muskulatur wie bei der Dermatomyositis beziehungsweise Polymyositis oder starke Mundtrockenheit wie beim Sjögren-Syndrom.

Praxis für Kinder- und Jugendmedizin Gilching

Jedes Kind wird mit einem gewissen „Nestschutz“ gegen Infektionskrankheiten geboren. Über die Nabelschnur hat es von der Mutter Abwehrstoffe bekommen, die für einige Wochen, wahrscheinlich mindestens drei Monate lang, vor vielen Infektionen schützen.
Ab dem zweiten Lebenshalbjahr häufen sich dann aber bei vielen Kindern die Infekte. Infekte sind notwendig, damit sich ein stabiles Abwehrsystem gegen viele Krankheitserreger in unserer Umwelt aufbauen kann. Eine vermeintlich besondere Infektneigung mit vielen Infektionen pro Jahr ist damit eigentlich normal und reguliert sich im späten Vorschulalter oder Schulalter von allein, wenn das Abwehrsystem gereift ist.

Wir haben Ihnen hier eine Auswahl der häufigsten Kinderkrankheiten erstellt.

WINDPOCKEN

Varizellen werden durch das Varicella-Zoster-Virus verursacht. Sie sind verwandt mit dem Dreitagefieber und den ebenso Herpesvirus-bedingten Fieberblasen (Lippenherpes). Sie sind hochgradig ansteckend. 80 bis 90 Prozent aller Kinder stecken sich an, wenn sie Kontakt mit einem erkrankten Kind hatten. Und oft schon, bevor dieses Kind die typischen Bläschen zeigt. Ein umfassender Schutz vor einer Ansteckung ist daher gar nicht möglich.

Der Name „Windpocken“ erinnert daran, dass sie zu den „fliegenden Infektionen“ gehören, die sich auch über kürzere Distanzen auf dem Luftweg und nicht nur direkt von Körper zu Körper verbreiten können. Solch eine Tröpfcheninfektion wird durch vor allem durch Niesen, Husten, Sprechen übertragen. Andererseits können die Viren in der trockenen Raumluft nur etwa 10 Minuten überleben. Eine Übertragung nur über Kleidungsstücke von Erkrankten ist eher unwahrscheinlich.
Bei Kindern im Vorschulalter verläuft die Erkrankung in der Regel mild, mit wenig Juckreiz, relativ schnell und ohne Komplikationen. Nach zwei bis drei Tagen mit Fieber und Unwohlsein und mehr oder weniger starkem Juckreiz ist der Spuk nach fünf bis sieben Tagen meist vorbei.
Von der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung (Inkubationszeit) vergehen im Extremfall nur 8 Tage, aber höchstens 28 Tage. Der Durchschnitt liegt bei etwa 14 Tagen. Ansteckend ist ein Kind bereits einen Tag vor Ausbruch der Bläschen und bis zu deren Eintrocknen – in deutlich absteigender Intensität. Die Ansteckungsgefahr ist also am größten zu Beginn der Erkrankung (auch wenn noch gar keine Bläschen zu sehen sind) und am kleinsten, wenn die ersten Tage vorbei sind. Hochinfektiös ist der Inhalt frischer, gerade aufgeplatzter Bläschen.

Die Krankheitsphase dauert zwischen fünf und maximal zehn Tage. Da die Kinder ab dem 7. Krankheitstag kaum noch ansteckend sind – auch wenn die letzte Kruste noch nicht abgefallen ist – kann das Kind wieder in den Kindergarten oder in die Schule gehen.

WICHTIG: Es sollten sich in derselben Einrichtung keine gefährdeten immungeschwächten Kinder befinden (z.B. nach Krebstherapie oder Organtransplantation). Die Eltern solcher Kinder (bei Schulkindern auch der Schularzt) müssen vom Personal informiert werden.

Verlaufen die Windpocken komplikationslos, werden nur die Symptome behandelt, insbesondere der Juckreiz. So kann man verhindern, dass sich die Bläschen durch Aufkratzen entzünden. Bewährt haben sich die folgenden Maßnahmen:

Aufenthalt in kühler Umgebung, denn Wärme und Schweiß verstärken den Juckreiz
Fingernägel kürzen, um ein Aufkratzen der Bläschen zu vermeiden
juckreizlindernde Mittel zur lokalen Anwendung auf der Haut (Lotionen, Gele, Puder, meist mit Wirkstoffen wie Gerbstoffen, Zink oder Polidocanol)

HAND-MUND-FUß KRANKHEIT

Der Name dieser Infektionskrankheit lässt an die Maul- und Klauen-Seuche denken, die Klauentiere wie Rinder und Schweine befällt. Sie wird aber durch eine andere Virengattung verursacht.
Die HFM-Erkrankung tritt überwiegend im Frühjahr, Spätsommer und Herbst und bei Kindern zwischen 2 und 6 Jahren auf und verläuft in der Regel komplikationslos. Wegen der hohen Ansteckungsgefahr gibt es häufig kleine Epidemien in Tagesstätten und Kindergärten. Typisch sind kleine rote Punkte und Bläschen vor allem im Bereich der Füße, Hände und im Mundraum. Da oft nur ein Teil der Kinder mit Symptomen erkrankt, wird vermutet, dass sie bei den meisten Kindern symptomlos verläuft. In Asien soll etwa die Hälfte aller Jugendlichen positive Antikörper haben, obwohl sie nie Krankheitszeichen hatten. Erwachsene zeigen praktisch nie Krankheitssymptome.

Verantwortlich für die HFM-Krankheit sind verschiedene Typen von Coxsackie- und Enteroviren. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen) oder durch Kontakt mit dem Bläscheninhalt, Speichel oder Stuhl, über Türklinken, Handtücher, Badewasser usw. Die Ansteckungsgefahr ist am höchsten, wenn Betroffene noch gar nichts von der Erkrankung wissen, d.h. zwei bis drei Tage vor Beginn der Krankheit, und dauert bis zum Abheilen der Bläschen. Der Stuhl kann bis zu zwei Wochen länger infektiös bleiben. Allgemeine Hygiene-Maßnahmen gegen die Schmierinfektion sind sehr wichtig, vor allem häufiges Händewaschen mit Seife, vor allem nach der Toilette oder dem Wickeln, aber auch möglichst wenig Körperkontakt mit Erkrankten oder mit Gegenständen, die von Kranken angefasst werden.
Wichtig ist, dass auch Erwachsene, die häufig kaum Symptome entwickeln, ansteckend sein können. Sollten Sie bei sich grippeähnliche Symptome feststellen, achten Sie auf besonders sorgfältige Hygienemaßnahmen und vermeiden Sie wo möglich den direkten Kontakt zu kleinen Kindern.

Die Krankheit kann unterschiedlich verlaufen, manchmal sogar symptomlos. Drei bis sieben (maximal 30) Tage nach der Infektion mit dem Erreger der Hand-Fuß-Mund-Krankheit kommt es zu grippeähnlichen Symptomen mit Fieber, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, allgemeinem Krankheitsgefühl, Appetitlosigkeit und eventuell Husten, oft gefolgt von einem roten, juckenden Hautausschlag im Bereich von Mund und Nase. Viele Kinder sind unleidlich und brauchen mehr Schlaf. Babys verlieren Speichel, weil das Schlucken schmerzhaft ist.
Danach erscheint ein Ekzem an den Händen und Füssen (vor allem an den Handinnenflächen und Sohlen, kann aber auch in den Zwischenräumen von Zehen und Fingern auftauchen), bei Säuglingen auch im Windelbereich. Es kann vorkommen, dass sich bei Betroffenen nach einiger Zeit die Finger- und Zehennägel verformen oder sogar ablösen.

Der Ausschlag sieht anfangs nur rot entzündet aus, geht dann aber in 3-8 mm große weißgraue Bläschen mit schmalem rotem Rande über. Vor allem im Rachen, auf der Zunge, am Zahnfleisch und an der Innenseite der Wangen entstehen so schmerzhafte Geschwüre (Aphthen). Essen und Trinken wird von den Kindern dann oft verweigert, was zu Mattigkeit und einem gefährlichen Flüssigkeitsmangel führen kann, v.a. wenn gleichzeitig Fieber besteht. Bieten Sie dann immer wieder kalte Getränke an (s. Behandlung der HFM-Krankheit).
Inhalt und Oberfläche der Bläschen sind virushaltig und deshalb hoch ansteckend! Sie sollten möglichst nicht aufgekratzt werden!

Nach rund einer Woche bis 10 Tagen heilen die Bläschen ohne Krustenbildung wieder ab. Jedoch können die Kinder noch über längere Zeit Viren im Stuhl ausscheiden.
Die Bläschen verschwinden von selbst nach 7-12 Tagen, ohne dass Krusten oder Narben. Behandeln lassen sich nur die Symptome. Leidet das Kind unter Fieber, helfen Paracetamol oder Ibuprofen, alters- und gewichtsgerecht dosiert. Juckt und schmerzt der Ausschlag, kann man eine entzündungshemmende Zinkoxid- Schüttelmixtur auftragen. Leicht gekühlte Getränke ohne Säure – also keinen Saft und keine roten Früchtetees. Kühle oder lauwarme Speisen, die gut rutschen, sind jetzt am besten: Brei, Joghurt, Pudding, Suppe oder Eis. Wenn der Mund sehr wehtut, hilft ein Strohhalm beim Essen und Trinken.

RINGELRÖTELN

Die Ringelröteln-Viren (Parvovirus B19) kommen nur beim Menschen vor. Oft verlaufen Ringelröteln völlig unbemerkt oder wie ein leichter grippaler Infekt. Erkrankt jedoch eine schwangere Frau, kann das ungeborene Kind Schaden erleiden. In Kindergärten und Schulen häufen sich die Krankheitsfälle vor allem vom Spätwinter bis zum Frühsommer. Eine Ansteckungsgefahr besteht nur für Menschen, die noch nicht an Ringelröteln erkrankt waren. Wer die Krankheit einmal überstanden hat, ist lebenslang geschützt. Man kann also kein zweites Mal erkranken.

Beim Niesen, Husten oder Sprechen werden die Viren über feinste Speichel-Tröpfchen in der Luft von Mensch zu Mensch weitergetragen. Auch über Hände können die Viren weitergegeben werden, wenn ein Erkrankter zum Beispiel in die Hand niest und danach einem Gesunden die Hand gibt. Von der Hand können die Erreger anschließend auf Schleimhäute von Nase oder Mund verteilt werden und so zu einer Ansteckung führen.
Schwangere können die Erreger an ihr ungeborenes Kind weitergeben, unabhängig davon, ob die Mutter Krankheitszeichen entwickelt oder ob die Erkrankung unbemerkt verläuft. Das Ungeborene ist hierdurch sehr gefährdet.
Die Erreger sind auch in der Umwelt sehr widerstandsfähig. Auch über Gegenstände wie Türklinken oder Spielzeug, an denen Erreger haften, können die Viren übertragen werden und zu einer Ansteckung führen.

Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten des typischen Hautausschlages beträgt ca. 1 bis 2 Wochen. Die Ansteckungsgefahr für andere ist in den Tagen vor Auftreten des Hautausschlages am höchsten. Damit ist man zu einer Zeit für andere ansteckend, in der man noch nicht weiß, dass man die Viren in sich trägt. Sobald der Hautauschlag auftritt, geht die Ansteckungsgefahr deutlich zurück. Auch wenn die Ringelröteln ganz ohne erkennbare Krankheitszeichen verlaufen, ist der Betroffene ebenfalls für einige Tage ansteckend.
Häufig verlaufen Ringelröteln ohne oder nur mit leichten Krankheitszeichen oder mit Krankheitszeichen wie bei einem grippalen Infekt mit Fieber, einer Schwellung der Lymphknoten, Kopfschmerzen und Unwohlsein. Gut erkennbar ist die Krankheit an dem typischen Hautausschlag. Dabei bildet sich ca. 1 bis 2 Wochen nach einer Ansteckung zunächst eine schmetterlingsförmige, großfleckige Rötung auf beiden Wangen. Ein bis zwei Tage später zeigen sich fleckförmige, rote Hautveränderungen auf Schultern, Oberarmen, Oberschenkeln und Gesäß, die sich in ihrer Form ändern können und sich später Girlanden- oder Ringelförmig ausbilden. Der Ausschlag blasst nach 7 bis 10 Tagen ab, kann aber gelegentlich bei Stress, Sonnenbelastung oder aus anderen Ursachen in den Folgetagen noch einmal deutlicher werden. Selten besteht Juckreiz, gelegentlich ein Spannungsgefühl.

In der Regel ist eine Behandlung nicht notwendig. Bei fieberhaften Temperaturen können fiebersenkende Maßnahmen ergriffen werden.
Den auslösenden Virus muss der menschliche Körper selbst bekämpfen. Lediglich die Haut benötigt meist nach der Erkrankung mehr Pflege, weil sie rau und schuppig sein kann. Diese Pflege kann durch Ölbäder und fett/feuchte Lotionen erfolgen.

STREPTOKOKKEN A INFEKTION (z.B. Scharlach)

Bei einer Erkrankung aufgrund von Streptokokken handelt es sich um eine Infektion. Während der Großteil aller Krankheiten im Kindesalter von Viren ausgelöst wird, ist eine Streptokokken-Infektion immer auf die gleichnamigen Bakterien zurückzuführen. Streptokokken der Gruppe A gelten als Auslöser für Scharlach, Infektionen der oberen Atemwege sowie Rachen- und Mandelentzündungen. Üblicherweise beginnt die Erkrankung ähnlich wie eine Erkältung oder Grippe, im Laufe der Zeit entwickeln sich dann erst typische Symptome wie Ausschlag, starke Schluckbeschwerden oder gerötete Zunge. Streptokokken-Infektionen betreffen Kindergarten- und Schulkinder im Alter von 3 bis 7 Jahren.

Die Erreger werden in Form von Tröpfchen über die Luft übertragen, z.B. beim Husten oder Niesen. Seltener, aber dennoch möglich, ist eine Ansteckung über gemeinsam benutztes Geschirr oder Spielzeug. Am häufigsten infizieren sich Kinder im Kindergarten oder in der Schule, manchmal sind auch Familienmitglieder/Geschwister Überträger der Krankheit. Interessantes Detail: 20% aller Menschen sind mit Streptokokken A infiziert, ohne dass sie es merken.

Die Inkubationszeit einer Streptokokken-Infektion wird mit 2-5 Tagen angegeben. Nach dieser Zeit machen sich die ersten Symptome bemerkbar. Anfänglich ist Scharlach von einer herkömmlichen Grippeerkrankung schwer zu unterscheiden. Zu den Symptomen zählen:
Fieber/erhöhte Temperatur, Schüttelfrost, Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Bauchkrämpfe), gelegentlich Schnupfen und Ohrenschmerzen, Halsschmerzen (Schluckbeschwerden) und Schwellung der Lymphknoten.
Für Eltern ist also nicht sofort klar, dass es sich um eine Streptokokken-Infektion handelt. Außer es gibt bereits ähnliche Fälle im Kindergarten/in der Familie, dann ist die Achtsamkeit natürlich erhöht.

Es besteht die Möglichkeit, einen Rachenabstrich zu nehmen und die Probe hinsichtlich des Erregers zu untersuchen. Entsprechende Schnelltests erlauben eine Auswertung innerhalb weniger Minuten. Scharlach oder Racheninfektionen, die auf A-Streptokokken zurückzuführen sind, werden normalerweise mit Antibiotika behandelt. Zusätzlich zur Antibiotika-Therapie kann der Arzt/die Ärztin schmerzstillende Mittel verschreiben, um deinem Kind das Schlucken zu erleichtern. Nach mehrtägiger Medikamenteneinnahme und Schonung können Betroffene wieder den Kindergarten oder die Schule besuchen.

GRINDFLECHTE (Impetigo Contagiosa)

Die Grindflechte oder Eiterflechte ist eine häufig bei Kindern vorkommende Hautinfektion im Gesicht, am Kopf, den Armen und Beinen. Sie ist sehr ansteckend und wird von Bakterien (Streptokokken oder Staphylokokken) verursacht, die über eine Schmierinfektion, d.h. durch unmittelbaren Kontakt, übertragen werden. Die Erreger befinden sich auch auf Handtüchern, Kämmen und Spielzeug. Eintrittspforten sind häufig kleine Hautverletzungen. Unhygienische Verhältnisse und warme Witterung begünstigen die Ansteckung.

Zwei bis fünf Tage nach der Ansteckung entstehen auf der Haut Fleckchen, auf denen sich Bläschen und Pusteln entwickeln. Wenn sie platzen, entwickelt sich auf den Wunden ein gelblicher Schorf (typische „honiggelbe Krusten“). Ein anderer Name ist deshalb auch „Eiterflechte“. Die charakteristischen Hauterscheinungen treten oft zuerst im Gesicht auf, besonders um Mund und Nase. Der Ausschlag juckt.

Normalerweise wird Grindflechte mit Antibiotikahaltigen Salben behandelt. Bessert sich die Krankheit nach vier bis fünf Tagen nicht, kann der Arzt Antibiotika zum Einnehmen verschreiben. Keinesfalls darf eine Therapie vorzeitig abgebrochen werden: Das führt möglicherweise dazu, dass die Bakterien resistent (unempfindlich) gegen die Antibiotika werden.
Hygienische Maßnahmen zusätzlich zu der medikamentösen Behandlung sind sehr wichtig. Waschen Sie Ihre Hände und die Ihres Kindes regelmäßig mit Wasser und Seife. Achten Sie bei sich selbst und bei Ihrem erkrankten Kind auf kurz geschnittene Fingernägel. Kochen Sie Handtücher und Bettwäsche aus. Berühren Sie niemals direkt die Wunden Ihres Kindes! Versuchen Sie auch zu verhindern, dass Ihr Kind sich an den betroffenen Stellen kratzt, auch wenn sie sehr stark jucken, denn das fördert die weitere Verbreitung der Erreger.

Wenn sich der Schorf weiter ausbreitet und verstärkt, nach drei Tagen Behandlungszeit nicht abgeheilt ist, Fieber auftritt oder wenn es nach der Einnahme von Medikamenten zu Unwohlsein, Atemnot, Ausschlag, Schwellungen, Juckreiz oder Magenschmerzen kommt, sollten Sie mit Ihrem Kind dringend wieder einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.

Scharlach: Symptome, Bilder und Behandlungs­möglichkeiten der Infektionskrankheit

Scharlach ist wie Röteln oder Windpocken eine sehr häufige Kinderkrankheit. Welche Symptome zeigen sich und wie verläuft die Infektion? Und wie sieht Scharlach eigentlich aus? Hier findest du die Antworten auf deine Fragen.

Scharlach tritt bei Kindern meistens im Alter zwischen drei und acht Jahren auf, aber auch Erwachsene sind von der Infektion nicht gefeit. Auch dann nicht, wenn sie schon einmal erkrankt sind. Die Krankheit ist ansteckend, die Übertragung der Bakterien erfolgt durch Schmier- und Tröpfcheninfektion, also durch Husten, Niesen und Körperkontakt. Nach einer Inkubationszeit von einem bis fünf Tagen treten die ersten Krankheits-Anzeichen.

Symptome und Krankheitsverlauf

Das Kind klagt über Halsschmerzen, kann nicht richtig schlucken und hat Fieber. Dazu kommen Blässe und Schlappheit. Schaut man in den Hals, sieht man Folgendes: Gaumen, Zäpfchen und Mandeln sind hochrot. Auf den Mandeln treten allmählich gelbliche Beläge (Stippchen) in Erscheinung, die anfangs auch fehlen können. Zu diesen Symptomen kommen Hautveränderungen. Der typische samtig-feinfleckige Scharlach-Ausschlag breitet sich von der Leistengegend und dem Achselbereich auf den ganzen Körper aus. Nur die Region um den Mund ist auffallend blass. Die Lymphknoten im Kieferbereich sind schmerzhaft geschwollen.

Scharlach-Ausschlag ist samtig und feinfleckig. Nach dem Abheilen schält sich die Haut.

Typisch auch: die Scharlach-Zunge oder Himbeerzunge. Die Zunge wird bei der Streptokokken-Infektion nach zwei bis drei Tagen erdbeerrot, hinzu kommt häufig ein eitriger Schnupfen, da sich die Scharlach-Erreger in den hinteren Nasengängen sammeln. Bei schweren Verläufen kann es zusätzlich zu einer Mittelohrentzündung oder Nebenhöhlenentzündung kommen.

Nach den ersten Krankheitstagen verschwindet der Hautausschlag, das Kind wirkt ist jetzt auffallend blass – mit Ausnahme der Himbeerzunge und des hochroten Rachens. Ohne Antibiotikatherapie kann sich nach einer Erholungsphase der Zustand ca. 14 Tage nach Krankheitsbeginn nochmals verschlechtern. Hier ist es wichtig, ausreichend Ruhe zu halten.

Die typische Himbeerzunge taucht nach etwa drei Tagen auf.

Scharlach-Symptome im Überblick

  • Halsschmerzen, vor allem beim Schlucken
  • hochrot entzündeter Rachen
  • rote, geschwollene Mandeln, im Verlauf mit gelblichen Belägen
  • blasses Gesicht, vor allem um den Mund
  • weiche, geschwollene, bei Berührung schmerzhafte Lymphknoten unter dem Kieferwinkel
  • rötlicher, feinfleckiger, samtartiger Ausschlag (juckt nicht!), Beginn in der Leisten- und Achselregion (Aussparung der Mundpartie)
  • weiß belegte Zunge, die im Verlauf der Krankheit himbeerrot wird („Himbeerzunge“ oder „Erdbeerzunge“)
  • Fieber
  • in der Heilungsphase Schuppung der Haut, besonders an Fingern und Zehen

Im Gegensatz zu Masern und Windpocken wird Scharlach durch Bakterien hervorgerufen. Genauer gesagt durch Streptokokken der Gruppe A (Streptococcus pyogenes). Diese zählen zu den häufigsten Erregern von bakteriellen Infektionen der oberen Luftwege, besonders der Gaumenmandeln und der Rachenhinterwand (Streptokokken-Tonsillitis).

Geben oder nicht?

Antibiotika bei Kindern: Wann sie helfen, was zu beachten ist

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Scharlach mit Antibiotika behandeln

Eine Infektion wird in der Regel mit einem Antibiotikum behandelt, entweder in Saft- oder Tablettenform. Daneben sind ausreichend Ruhe und Schonung wichtig, damit die Infektion besser ausheilt. Die früher typischen Folgeerkrankungen von Scharlach wie rheumatisches Fieber, Nierenentzündung oder Herzmuskelentzündung, die vor allem in der dritten Krankheitswoche auftraten, sind heute dank Antibiotikatherapie und gutem Ernährungszustand der Kinder extrem selten geworden.

Achtung: Antibiotika greift nicht nur die schädlichen Bakterien sondern auch die gesunden Bakterien im Darm an! Dadurch kann es bei deinem Kind zu einem Ungleichgewicht der Darmflora führen, die Folgen sind Durchfall und Übelkeit.

Für die Nachsorge von Antibiotika hat sich das Globuli Okoubaka (ca. 7 Euro, bei Aponeo)*, welches die Darmflora nach der Einnahme von Antibiotika wieder aufbaut, bei Kindern als stark wirksam erwiesen und wird von vielen Eltern empfohlen.

Eine Impfung gegen die Streptokokken-Infektion gibt es nicht, man kann sich nach einer Infektion wieder anstecken, auch als Erwachsener. Hat dein Kind Scharlach, sollte es möglichst wenig Kontakt zu anderen haben, um die Ansteckungsgefahr zu verringern. Ansteckend ist man bis zu 24 Stunden nach Beginn der Antibiotika-Therapie. Wird kein Antibiotikum eingesetzt, besteht bis zum Abklingen der Symptome Ansteckungsgefahr – also ca. drei Wochen.

Hautausschlag bei Baby und Kind

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3 häufige Fragen zu Scharlach

1. Wie lange dauert Scharlach?

Ohne Behandlung mit Antibiotika ist Scharlach nach ca. 3 Wochen ausgestanden. Dann schuppt sich auch die gesamte Haut, vor allem an den Fußsohlen und den Handinnenflächen. Erst nach vier Wochen ist das Kind wieder normal belastbar, Sport darf es nach einer Scharlach-Erkrankung erst nach sechs Wochen treiben.

2. Wirklich Scharlach oder doch Masern/ Röteln?

Im Gegensatz zu Masern und Röteln juckt der leicht erhabene Scharlach-Ausschlag nicht. Bei leichten Druck (zum Beispiel mit einem Holzspatel) verblasst er für kurze Zeit. Der Ausschlag kann bei einer wiederholten Infektion auch komplett fehlen.

3. Scharlach – wann sollte man zum Arzt?

Wenn der Verdacht auf Scharlach besteht, sollten Sie immer mit Ihrem Kind zum Arzt gehen. Er kann die Schwere der Infektion einschätzen. Falls keine Antibiotika verabreicht werden sollen, muss der Krankheitsverlauf eng begleitet werden um Komplikationen rechtzeitig erkennen und behandeln zu können.

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Was ist Mundfäule?

Mundfäule entwickelt sich nach einer Infektion mit Herpesviren, genauer gesagt mit dem Herpes simplex Virus Typ 1 (HSV 1). Kennzeichnend für die Mundfäule sind Fieber und flüssigkeitsgefüllte, schmerzende Bläschen im Mund. Die Mundfäule befällt meist kleine Kinder zwischen dem zehnten Lebensmonat und dem dritten Lebensjahr, die zum ersten Mal mit dem Virus in Kontakt kommen. Sie stecken sich durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion an. Nur sehr selten betrifft die Stomatitis aphtosa Erwachsene. Diese erkranken meist an Lippenherpes, wenn das HSV 1 wieder aktiv wird. Prinzipiell ist eine Stomatitis aphtosa bei Erwachsenen aber möglich. Ärzte bezeichnen die Mundfäule auch als Stomatitis aphtosa (andere Schreibweise: Stomatitis aphthosa). Sie hat aber noch weitere Namen: Herpes-Gingivostomatitis, Gingivostomatitis herpetica, Stomatitis herpetica oder aphthöse Stomatitis.

Symptome der Mundfäule

Die Mundfäule befällt meist kleine Kinder, obwohl mehr als 90 Prozent nach einer Erstinfektion mit dem Herpes simplex Virus Typ 1 keine Symptome entwickeln. Bei anderen zeigen sich folgende Symptome, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können:

  • Die Mundfäule beginnt mit hohem Fieber, das meist plötzlich einsetzt und mehrere Tage anhalten kann.
  • Die Kinder fühlen sich krank, matt und abgeschlagen.
  • Auf der Mundschleimhaut, der Zunge, dem Zahnfleisch, dem Gaumen, im Rachen und manchmal auf den Lippen bilden sich viele schmerzhafte Bläschen und Geschwüre. Sie verursachen brennende Schmerzen im Mund. Die Bläschen enthalten eine hochansteckende Flüssigkeit, in denen sich die Viren befinden.
  • Die Bläschen platzen schnell auf, können sich entzünden und eitern. Dann entsteht der typische Mundgeruch, der faulig riecht. Daher rührt auch der Name „Mundfäule“.
  • Das Zahnfleisch ist geschwollen, gerötet und blutet manchmal.
  • Der Speichel fließt verstärkt.
  • Die Lymphknoten am Hals sind geschwollen.
  • Möglicherweise kommen Übelkeit und Erbrechen hinzu.
  • Die Kinder haben starke Schmerzen beim Essen, Trinken und Schlucken; manchmal verweigern sie deswegen die Nahrungsaufnahme komplett.
  • Die Stomatitis aphtosa breitet sich auf andere Körperregionen aus, wenn Kinder die Herpesviren mit den Fingern auf die Nase oder die Oberlippe übertragen. Dann bilden sich auch dort Bläschen.

Ursachen für Mundfäule

Die Ursache der Stomatitis aphtosa ist eine Infektion mit dem Herpes simplex Virus Typ 1. Es zählt zur Familie der Herpesviren. Darunter fallen auch das Herpes simplex Virus Typ 2, das meist Genitalherpes verursacht, das Varizella zoster Virus (Windpocken, Gürtelrose), das Epstein Barr-Virus (Pfeiffersches Drüsenfieber, Mononukleose) und das Zytomegalie-Virus. Allen Herpesviren gemeinsam ist, dass sie lebenslang im Körper verbleiben. Ein geschwächtes Immunsystem oder Krankheiten lassen das Virus wieder aktiv werden. Dann entwickelt sich meist ein unangenehmer Lippenherpes. Manchmal bricht der Herpes aber auch an anderen Stellen des Körpers wieder aus.

Wie steckt man sich an?

Als Ursache der Mundfäule gilt eine Übertragung Herpes simplex Virus Typ 1 durch Tröpfcheninfektion, meist über den Speichel. In den feinen Tröpfchen, die Menschen beim Husten, Niesen oder Sprechen in die Luft katapultieren, befinden sich die Viren. Das Virus dringt in die Schleimhautzellen ein, zerstört diese und vermehrt sich so weiter. Herpesviren gelten als äußerst infektiös, vor allem wenn die Bläschen aufplatzen. Schon der geringste Kontakt mit den Viren genügt daher, um sich anzustecken.
Kinder stecken sich mit dem Virus an, wenn sie engen körperlichen Kontakt mit infizierten Eltern, Geschwistern oder Spielkameraden pflegen. Auch über eine Schmierinfektion beim Kontakt mit verunreinigten Händen oder Gegenständen können sich Kinder anstecken, etwa durch gemeinsam verwendetes Essbesteck oder Trinkbecher.
Wer sich einmal angesteckt hat, trägt den Erreger lebenslang in sich. Bei geschwächten Abwehrkräften, etwa aufgrund von Stress oder Krankheiten, wird das Virus reaktiviert und vermehrt sich. Nur sehr selten betrifft die Stomatitis aphtosa Erwachsene. Diese erkranken meist an Lippenherpes, wenn das Virus wieder aktiv wird. Prinzipiell ist eine Stomatitis aphtosa bei Erwachsenen aber möglich.
Ob sich ein Mensch mit HSV 1 infiziert hat, lässt sich durch Antikörper im Blut feststellen. Da dieser Virustyp sehr leicht übertragbar ist, sind solche Antikörper bei einem Großteil der Bevölkerung (mehr als 80 Prozent) nachweisbar, auch wenn diese keine Symptome zeigen.

Dauer und Verlauf der Stomatitis aphtosa

Zwischen der Ansteckung mit dem Herpes simplex Virus 1 und dem Ausbruch der Erkrankung vergehen im Schnitt zwei bis zwölf Tage. Dies ist die Inkubationszeit für Mundfäule. Sie kann aber auch deutlich kürzer oder länger sein. Erst danach zeigen sich die ersten Symptome wie Fieber und schmerzhafte Bläschen im Mund- und Rachenraum.

Wie lange dauert die Mundfäule?

Die Krankheitsdauer der Mundfäule ist individuell verschieden: Nach einer Woche bis etwa zehn Tagen sind die unangenehmen Symptome der Stomatitis aphtosa in der Regel überstanden. Manchmal dauert die Mundfäule länger. Kinder mit Mundfäule sollten zu Hause bleiben, bis das Fieber abgeklungen ist und die Bläschen abgeheilt sind. Patienten, die Symptome der Stomatitis aphtosa zeigen, können andere Personen so lange anstecken, bis alle Bläschen ausgetrocknet sind. Infektionsgefahr besteht aber auch schon einige Tage, bevor die Bläschen aufblühen.

Wie verläuft die Mundfäule?

Der Verlauf der Mundfäule ist in der Regel unproblematisch. Allerdings können die Bläschen eitern, wenn sich Bakterien und Viren in die offenen Wunden der geplatzten Bläschen einnisten. Auch verschleppen manche Menschen die Herpesviren auf andere Regionen des Körpers, zum Beispiel auf die Lippen oder in die Nase.
Aufgrund der schmerzhaften Bläschen im Mund wollen viele Kinder überhaupt nichts mehr essen und trinken. Dadurch besteht die Gefahr der Austrocknung (Dehydrierung). Eventuell ist ein Aufenthalt im Krankenhaus unumgänglich. Kindern bekommen dort die lebenswichtige Flüssigkeit und Nahrung über eine Infusion oder zeitlich begrenzt über eine Nahrungssonde. So verhindern Ärzte, dass das Kind austrocknet.
Sehr selten befällt das Herpes simplex Virus das Gehirn oder die Lunge und verursacht dort Entzündungen. Solche Komplikationen betreffen meist Personen, die als Erwachsene erstmals mit dem Virus in Berührung kommen.
Ansonsten heilt die Stomatitis aphtosa meist ohne Komplikationen wieder aus. Die Viren wandern nach dem Abklingen der Stomatitis aphtosa in die Nervenknoten (meist des Trigeminusnerven im Gesicht) und fallen dort in eine Art „Tiefschlaf“. Daher kommt auch der Name „Herpes“: Der griechische Begriff „herpein“ bedeutet übersetzt „kriechen“.
Unter bestimmten Bedingungen werden die Herpesviren wieder aktiv, zum Beispiel bei geschwächtem Immunsystem. Dann bildet sich keine erneute Stomatitis aphtosa, sondern in der Regel Lippenherpes. Auch andere Bereiche des Gesichts können die Herpesviren befallen.

Verwandte Beschwerde­bilder

Weitere Beschwerdebilder

Mundfäule (Stomatitis aphtosa, Gingivostomatitis herpetica): Entzündung der Mundschleimhaut nach Infektion mit Herpes.

Die Mundfäule ist eine schmerzhafte Entzündung der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches, die vor allem bei Kindern in den ersten drei Lebensjahren auftritt. Ausgelöst wird sie durch die Erstinfektion mit dem Herpes-Virus, das über die Hälfte der Menschen in sich tragen. Nach etwa einer Woche heilt sie von selbst wieder ab.

Beschwerdebilder, ihre Ursachen, Maßnahmen und Selbsthilfe

  • Hohes Fieber
  • Bläschen in der gesamten Mundhöhle
  • Starker Speichelfluss, säuerlicher Mundgeruch
  • Zahnfleisch und Lymphknoten am Hals sind geschwollen.

Heute noch, wenn Kinder vor Schmerzen nicht mehr trinken.

Wenn das Herpes-Virus das erste Mal im Körper aktiv wird, kann es vor allem bei kleinen Kindern, vereinzelt aber auch bei Erwachsenen die Mundfäule auslösen. Bei Babys in den ersten Lebenswochen verläuft die Erkrankung besonders schwer. Sie beginnt mit hohem Fieber, das über mehrere Tage anhält, und es bilden sich schmerzhafte Bläschen an Zunge, Mundschleimhaut, Zahnfleisch und der Innenseite der Lippe. An der Außenseite der Lippe entstehen, anders als beim späteren erneuten Auftreten von Herpes (Herpes labialis), keine Bläschen.

Betroffene Kinder haben starke Schmerzen, sind quengelig und verweigern Essen und Trinken. Nach etwa einer Woche trocknen die Bläschen von selbst ein und wunde Stellen heilen ab. Die erkrankten Kinder sind nun auch nicht mehr ansteckend. Selten kommt es zu Komplikationen wie Neurodermitis oder Herpes-Bläschen am Auge.

Außer der lokalen Desinfektion ist kaum eine wirksame Behandlung möglich, meist werden nur Zäpfchen oder Salben gegen die Schmerzen und fiebersenkende Mittel gegeben. Erwachsene können auch Medikamente gegen das Herpes-Virus nehmen (Aciclovir, z. B. in Zovirax®, 2 x 200 mg täglich), was aber nur Sinn hat, wenn im Frühstadium der Erkrankung damit begonnen wird.

Ihr Apotheker empfiehlt

Erwachsene oder ältere Kinder können den Mund mit einer 3%-igen Wasserstoffperoxid-Lösung spülen, damit die Entzündung schneller abklingt. Ziehen Sie sich dazu am besten ein altes T-Shirt an und spülen Sie über dem Waschbecken – Wasserstoffperoxid schmeckt nicht nur unangenehm, es schäumt auch und bleicht Textilien aus.

Vor allem, wenn gleichzeitig Fieber auftritt, wodurch der Flüssigkeitsbedarf erhöht ist, müssen Sie bei kleinen Kindern darauf achten, dass sie trotz Schmerzen ausreichend trinken (Austrocknungsgefahr!). Besonders eignen sich gekühlte Getränke wie Kamillentee oder klares Wasser, die zugleich auch ein wenig die Schmerzen lindern und desinfizieren. Auch das Essen sollte gekühlt werden: Ausnahmsweise darf es auch Eiscreme oder Pudding sein – Joghurt, mäßig warme, gebundene Suppen und gekühlter Brei sind aber ebenso geeignet. Trockene, harte, heiße und saure Lebensmittel (z. B. Zwieback, heißer Brei oder Fruchtsäfte) verursachen Schmerzen.

Komplementärmedizin

Pflanzenheilkunde.

Die Maßnahmen entsprechen denen bei Aphthen.

Homöopathie.

Die Homöopathie empfiehlt die häufige Einnahme niedriger Potenzen von Acidum muriaticum, Belladonna, Borax, Lachesis, Lycopodium, Mercurius solubilis oder Vinca.

Eine Impfung gegen Herpes gibt es nicht, Kleinkinder können aber ein Stück weit vor der Infektion geschützt werden. Zum Beispiel sollten Eltern oder Geschwister, die gerade akute Herpesbläschen haben, engen Körperkontakt meiden, keine Schnuller in den Mund nehmen oder Besteck mit dem Kind teilen. Erkrankte Kinder sollten nicht in den Kindergarten oder die Schule gehen, um andere nicht anzustecken.

Autoren

Dr. med. dent. Gisbert Hennessen; Thilo Machotta, Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski | zuletzt geändert am 07.11.2019 um 16:28 Uhr

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