Was wird beim frauenarzt gemacht

Gynäkologische Untersuchung

Gynäkologische Untersuchung: Ablauf

Vor der eigentlichen Untersuchung bittet der Arzt die Patientin, eine Urinprobe abzugeben. Den Urin untersucht er mit einem Teststreifen auf Keime, Entzündungszeichen oder Blut. Bestehen Hinweise für eine Schwangerschaft, kann er auch dies anhand des Urins überprüfen. Ist die Blase geleert, erleichtert das außerdem die später folgende Ultraschalluntersuchung des Unterbauchs.

Gynäkologische Untersuchung: Beratungsgespräch und Erhebung der Krankengeschichte

Zu Beginn der Untersuchung beim Gynäkologen befragt der Arzt die Patientin nach aktuellen Beschwerden oder ungewöhnlichen Vorkommnissen. Außerdem möchte er wissen, ob in der engeren Familie vermehrt Brust- oder Gebärmutterhalskrebs aufgetreten ist – das kann ein wichtiger Hinweis für eine familiäre Vorbelastung sein! Weitere Themen, die der Frauenarzt anspricht und zu welchen er die Patientin berät, sind:

  • derzeitige Verhütung beziehungsweise Verhütungswunsch
  • Regelmäßigkeit, Stärke und Dauer der Regelblutung
  • Auftreten von Zwischenblutungen oder Scheidenausfluss
  • Medikamenteneinnahme
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Sexualität und Partnerschaft

Gynäkologische Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane und der Bauchdecke

Der Arzt bittet die Patientin nun, den Unterleib frei zu machen und auf dem gynäkologischen Stuhl Platz zu nehmen. Dabei handelt es sich um eine Liege mit leicht nach hinten gekipptem Rückenteil. Die Patientin liegt darauf also mit leicht angehobenem Becken und kann ihre Füße bequem auf Stützen ablegen. Der Arzt erhält so einen ersten Blick auf die äußeren Geschlechtsorgane der Frau und kann bereits äußerliche Veränderungen wie zum Beispiel Rötungen, Auffälligkeiten der Schleimhaut, Verletzungen oder Fehlbildungen begutachten. Außerdem tastet er die Lymphknoten der Leistenregion und den Unterbauch ab.

Gynäkologische Untersuchung (rektal und vaginal)

Zur Untersuchung der Scheide und des Muttermundes verwendet der Frauenarzt ein sogenanntes Spekulum. Das bestreicht der Arzt mit etwas Gleitmittel und führt es vorsichtig in die Scheide der Patientin ein. Durch Öffnen des Spekulums wird die Scheidenwand leicht gespreizt, sodass der Arzt freie Sicht auf das Scheidengewölbe und den Muttermund erhält. Zur genaueren Untersuchung kann er den Scheidenkanal von außen auch mit dem sogenannten Kolposkop untersuchen, einer Art Lupe mit kleiner Lichtquelle. Zur Früherkennung von Krebserkrankungen entnimmt der Arzt aus dem Übergangsbereich von der Scheide zum Muttermund einen Abstrich, den sogenannten Pap-Test.

Weiterführende Informationen: Pap-Test

Wie der Pap-Test abläuft und warum er so wichtig ist, lesen Sie im Beitrag Pap-Test.

Nachdem er die Instrumente wieder zurückgezogen hat, folgt die Tastuntersuchung der Scheide mit beiden Händen (bimanuelle Untersuchung): Zunächst führt der Frauenarzt seinen Zeigefinger vorsichtig ein und überprüft die Dehnbarkeit des Gewebes sowie das Vorliegen von Knoten, Vorwölbungen oder Verhärtungen.

Dann legt er seine zweite Hand zusätzlich auf die Bauchdecke im Bereich des Unterbauchs. So kann der Arzt die Gebärmutter und ihre Anhangsgebilde vorsichtig abtasten – bei jungen, schlanken Frauen im geschlechtsreifen Alter lassen sich so auch die Eierstöcke beurteilen. Wichtig ist auch die Überprüfung des Portio-Schiebeschmerzes: Der Arzt wackelt mit dem Finger an der Portio, also den Übergangsbereich zwischen Scheide und Gebärmutterhals. Ruft das Schmerzen hervor, kann eine Entzündung im kleinen Becken vorliegen.

Ab dem Alter von 50. Jahren gehört auch die rektale Tastuntersuchung, also die Untersuchung des Enddarms und seiner Nachbarstrukturen mit dem Finger, zur frauenärztlichen Vorsorge.

Gynäkologische Untersuchung: Ultraschall

Häufig erfolgt beim Frauenarztbesuch eine Ultraschalluntersuchung mit einem speziellen Schallkopf. Dieser ist so geformt, dass er sich leicht in die Scheide einführen lässt. Der Frauenarzt kann dadurch die Wand und Schleimhaut der Gebärmutter, die Zyklusphase, die Eierstöcke und die Räume des kleinen Beckens beurteilen.

Gynäkologische Untersuchung der Brust

Die Patientin darf sich nun unten herum wieder anziehen und soll für die Brustuntersuchung ihr Oberteil und den BH ablegen. Der Arzt tastet die Brust einfach nach Knoten, Verhärtungen oder Schmerzen ab. Außerdem zeigt er der Patientin, wie sie selbst ihre Brust regelmäßig untersuchen kann – das ist sinnvoll, da die Patientin so sehr früh Veränderungen feststellen und einen Arzt aufsuchen kann. Ab dem Alter von 50 Jahren erhalten die Patientinnen eine Röntgenuntersuchung der Brust, die sogenannte Mammografie.

Department für FrauengesundheitUniversitäts-Frauenklinik

Wann sollte ich das erste Mal zum Frauenarzt?

Ein ganz bestimmtes Alter, wann Du das erste Mal zum Frauenarzt gehen solltest kann man nicht angeben. Nach Möglichkeit vor dem 18. Lebensjahr bzw. sobald Du einen Partner und den Wunsch nach Geschlechtsverkehr hast. Ein Grund könnte sein, dass Du einfach so zu einer Untersuchung möchtest, einer so genannten Krebsvorsorgeuntersuchung. Ein weiterer Grund, und das kommt am häufigsten vor, ist dass Du Dir Gedanken über Verhütung machst. Möglicherweise hast Du aber auch Beschwerden oder Probleme mit der Regelblutung.

Probleme, bei denen Du unbedingt zum Frauenarzt gehen solltest:

– Bei starken Menstruationsschmerzen
– Bei starkem Ausfluss
– Bei Entzündungen in der Scheide und den äußeren Geschlechtsorganen
– Wenn Deine Regelblutung mit 16 Jahren noch nicht eingetreten ist
– Wenn ständig zu kurze oder zu lange Abstände zwischen den einzelnen Blutungen bestehen
– Bei Zusatzblutungen
– Bei unklaren Unterbauchschmerzen
– Bei Wunsch nach Verhütungsmittel, insbesondere nach der Pille
– Wenn Du glaubst schwanger zu sein

Wo finde ich meinen Frauenarzt?

Meist ist Dir der Name eines oder mehrerer Frauenärzte in Deiner Umgebung bekannt. Vielleicht kennst Du den Frauenarzt Deiner Mutter und weißt, dass sie Vertrauen zu ihm hat. Oder eine Freundin empfiehlt Dir einen ganz bestimmten Frauenarzt.
Oder Du suchst über das Internet
oder
Frauenärzte im Netz
Kann ich als Jungfrau zum Frauenarzt?

Natürlich kannst Du auch zum Frauenarzt gehen, wenn Du noch keinen Geschlechtsverkehr hattest, also wenn Du noch Jungfrau bist. Der Arzt wird dich im ersten Gespräch danach fragen und entsprechend vorsichtig untersuchen.

Ärztin oder Arzt?

Sicher hast Du Dich schon gefragt, ob es besser ist zu einem Arzt oder einer Ärztin zu gehen. Beim ersten Nachdenken würdest Du sicherlich spontan sagen- eine Ärztin, wegen des Schamgefühls oder weil Du glaubst, dass eine Ärztin Dich als Mädchen bzw. Frau besser verstehen kann. Andere fühlen sich besser bei einem Mann aufgehoben. Keiner kann und wird Dir diesbezüglich Vorschriften machen. Du wirst selbst herausfinden müssen, wo Du Dich wohl fühlst.

Vor dem ersten Termin

Melde Dich bitte rechtzeitig an. In der Regel bekommt man so schnell keinen Termin. Das trifft natürlich nicht zu wenn Du akute Beschwerden hast. Zu jedem Termin mitbringen solltest Du Deine Krankenkassen-Chipkarte und Deinen Regelkalender. Gerne kannst Du zum ersten Termin Deine Mutter, eine gute Freundin oder auch Deinen Freund mitbringen, wenn Du nicht alleine kommen möchtest. Schreibe Dir am besten alle Fragen auf, bevor Du vielleicht zu aufgeregt bist und das Wichtigste vergisst. Es gibt übrigens nichts, was Du Deine Frauenärztin/ Deinen Frauenarzt nicht fragen kannst. Denke bei der Terminabsprache daran, dass Du nicht gerade während Deiner Tage einen Termin vereinbarst.

In der frauenärztlichen Praxis

An der Anmeldung wirst Du von einer Arzthelferin begrüßt, die Dir alle notwendigen Informationen gibt und Dir das Wartezimmer zeigt. Im Wartezimmer wirst Du eine Reihe von Broschüren finden, die Dir vielleicht schon die eine oder andere Frage beantworten. Bevor Du ins Untersuchungszimmer gerufen wirst solltest du noch einmal zur Toilette gehen, da die gynäkologische Untersuchung einfacher ist wenn Du eine leere Harnblase hast.
In der Regel bittet Dich die Ärztin oder der Arzt dann zunächst zu einem Gespräch in das Sprechzimmer. Sie oder er wird Dich unter anderem fragen, warum Du die Sprechstunde aufsuchst, ob Du bisher Krankheiten hattest oder operiert wurdest, ob Du schon einmal Geschlechtsverkehr hattest und Dir Fragen zu deinem Zyklus stellen. Beim Frauenarzt bist Du mit Deinen sexuellen Fragen und Problemen gut aufgehoben und kannst offen und ohne Scheu über alles reden und Antworten auf Fragen bekommen, die Dir schon immer auf dem Herzen lagen.
Nach einem ersten Gespräch folgt die gynäkologische Untersuchung. Diese ist nicht zwingend, wenn Du zunächst zu einem Beratungsgespräch in die Praxis kommst und keine Beschwerden hast muss beim ersten Besuch keine Untersuchung stattfinden, wenn Du das nicht möchtest. Gerne kannst Du Dir auch vor der Untersuchung den gynäkologischen Stuhl, die anderen Geräte und den Ablauf der Untersuchung erklären lassen.

Wenn Du untersucht wirst, brauchst Du Dich nur soweit ausziehen, wie es gerade nötig ist. Du kannst ein langes T-Shirt oder einen Rock anziehen, damit Du Dich nicht zu nackt fühlst. Zunächst darfst Du Deinen Unterkörper freimachen und auf dem Untersuchungsstuhl Platz nehmen. Das heißt, man legt sich auf den Rücken, spreizt die Beine und winkelt sie an. Die Untersuchung beginnt mit der Beurteilung der äußeren Geschlechtsteile. Danach werden die so genannten Specula (Spiegel) in die Scheide eingeführt und die Scheide damit etwas auseinander gespreizt. Wenn Du noch keinen Geschlechtsverkehr hattest nimmt der Frauenarzt sehr kleine Instrumente. Mit Hilfe einer Lichtquelle und eventuell unter Vergrößerung erfolgt dann die Beurteilung der Scheide und des Muttermundes. Vom Muttermund entnimmt der Frauenarzt von nun an einmal im Jahr Zellabstriche mit einem kleinen Wattestäbchen oder Bürstchen, die unter dem Mikroskop beurteilt werde. Das ist Teil der so genannten Krebsfrüherkennungsuntersuchung und ist besonders wichtig, da vom Muttermund die häufigsten bösartigen Geschwülste des weiblichen Genitales ausgehen.

Anschließend erfolgt die Tastuntersuchung. Dazu führt der Frauenarzt einen oder zwei Finger in die Scheide ein, die andere Hand legt er auf den Bauch. Auf diese Weise werden Größe und Lage, Beweglichkeit und Festigkeit der Gebärmutter sowie die Eierstöcke beurteilt. Wenn Du noch keinen Geschlechtsverkehr hattest erfolgt diese Untersuchung nicht über die Scheide.

Nach der Tastuntersuchung kannst Du vom Untersuchungsstuhl wieder aufstehen und Dich zunächst wieder ankleiden. Als letztes folgt die Untersuchung der Brust. Hierzu musst Du Bluse oder T-Shirt ausziehen und der Frauenarzt wird dann beide Brüste und die Achselhöhlen abtasten und nach knotigen Veränderungen suchen. Ist dies geschehen ist die körperliche Untersuchung abgeschlossen. Du kannst die Untersuchung jederzeit abbrechen, wenn es Dir unangenehm ist.

Die Ärztin oder der Arzt wird nun mit Dir die Befunde besprechen. Jetzt erhältst Du auch wenn nötig, ein Rezept oder andere Verordnungen.

Du solltest wissen, dass die meisten Mädchen das erste Mal zum Frauenarzt gehen, wenn sie sich über Schwangerschaftsverhütung beraten lassen möchten bzw. besonders wenn sie die Pille möchten. Für die Pille gibt es keine Altersgrenze. Bei einigen Frauenärzten musst Du, wenn Du noch nicht 16 Jahre alt bist, eine Einwilligung der Eltern vorlegen. Auf jeden Fall gilt jedoch auch hier die ärztliche Schweigepflicht den Eltern gegenüber.

Für eine ungewollte Schwangerschaft ist es mit 15 Jahren sicher zu früh! Du solltest also nicht zögern, Dich bei Deiner Frauenärztin oder Deinem Frauenarzt über Verhütungsmöglichkeiten beraten zu lassen bevor es zu spät ist!

Der Frauenarztbesuch

Die gynäkologische Untersuchung beginnt normalerweise mit einer vollständigen Anamnese. Dabei stellt die Frauenärztin/der Frauenarzt routinemäßig einige Fragen, wie zum Beispiel:

  • Wann war die erste Menstruation/Menarche?
  • Wie regelmäßig ist die Blutung?
  • Wie lange dauert die Blutung?
  • Wie stark ist die Blutung?
  • Wann war die letzte Regelblutung?
  • Welche Verhütungsmittel werden oder wurden benutzt?
  • Gibt es Erkrankungen oder aktuelle gesundheitliche Probleme, auch in der Familie?
  • Werden regelmäßig Medikamente oder Drogen eingenommen?
  • Wird geraucht?
  • Liegt eine Schwangerschaft vor bzw. wie viele Schwangerschaften hat es bereits gegeben?

Es folgt eine Tastuntersuchung des Bauches, eine Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane sowie eine Spiegeluntersuchung der Vagina und des Muttermundes. Zudem wird ein Krebsabstrich (PAP-Abstrich)durchgeführt. Bei der Scheidenspiegelung werden – entweder zwei einzelne oder ein – Scheidenspiegel (Spekula) in die Vagina eingeführt, um die Scheide sowie den Muttermund betrachten zu können.

Bei der Tastuntersuchung der Vagina werden zwei Finger eingeführt und unter anderem die Scheidenwände, das Scheidengewölbe sowie der Beckenboden abgetastet. Anschließend werden zusätzlich Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke mit beiden Händen (bimanuell) von innen und außen untersucht. Diese Untersuchung dient dazu, unter anderem die Größe, Beschaffenheit und Beweglichkeit der betreffenden Strukturen zu ermitteln.

Bei der gynäkologischen Untersuchung sollten außerdem regelmäßig Brust und Achselhöhlen abgetastet werden. Ab dem 18. Lebensjahr wird zudem einmal jährlich eine Routineuntersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs empfohlen. Dafür reicht ein Abstrich vom Muttermund. Ebenso sollten Mädchen und junge Frauen jährlich einen Chlamydientest durchführen lassen. Eine Infektion mit diesen Bakterien verläuft in ungefähr der Hälfte aller Fälle unbemerkt und kann unter anderem zur Sterilität (Unfruchtbarkeit) der Frau führen. Gegen Chlamydien gibt es im Falle einer Infektion gut wirksame Antibiotika.

Was passiert bei der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung?

Gynäkologische Untersuchung © Zsolnai Gergely – Fotolia.com

Der Besuch beim Frauenarzt muss nicht immer mit dem Auftreten von Intimbeschwerden zusammenhängen. Bei der gynäkologischen Untersuchung handelt es sich vielmehr um eine wichtige Vorsorgeuntersuchung bzgl. möglicher Veränderungen seit dem letzten Besuch.

Eine regelmäßige Kontrolle beim Gynäkologen ist besonders für die Früherkennung von Brust- und Gebärmutterhalskrebs entscheidend.

Vorbereitung auf den Untersuchungstermin

  • Notieren Sie, welche Symptome, Beschwerden oder gesundheitlichen Probleme vorliegen, damit Sie nicht vergessen, was Sie beim Besuch ansprechen wollen.
  • Falls Sie zum ersten Mal in der Praxis sind, müssen Sie vermutlich einige Formulare ausfüllen, die den neuen Arzt hinsichtlich medizinischer Vorgeschichte, Medikamenteneinnahme, Allergien gegen bestimmte Wirkstoffe, Rauchen, Drogen etc. informieren.
  • Es ist wichtig, dass Sie 24 Stunden vor der gynäkologischen Untersuchung auf Scheidenspülungen, vaginale Medikamente, Tampons und Sex verzichten. Unter Umständen kann dies sonst das Ergebnis des Abstrichs und der Urinprobe unter Umständen verfälschen.

Wie verläuft die gynäkologische Untersuchung?

  • In manchen Praxen werden die Patientinnen zunächst von einer Arzthelferin gewogen. Sie misst meist auch den Puls und den Blutdruck, bevor der Arzt kommt.
  • Bei Untersuchungen auf Blasen- und Nierenprobleme bittet der Arzt Sie normalerweise, eine Urinprobe abzugeben.
  • Am Anfang des Gesprächs klärt der Arzt normalerweise den Grund des Besuches ab, die letzte Periode bzw. die Regelmäßigkeit der Periode, Sexualleben, momentane Intimbeschwerden (falls vorhanden), Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme, Verhütungsmethoden, Sexualität, persönlichen Stress, etc.

Was passiert bei der gynäkologischen Untersuchung?

Nachdem Sie mit dem Arzt alle wichtige Fragen besprochen haben, kommt es zur gynäkologischen Untersuchung. Viele Frauen haben Angst davor oder fühlen sich unwohl, da sie sich für die Untersuchung ausziehen sollen. Aber das ist ganz normal, dafür brauchen Sie sich nicht zu schämen.

Wenn Sie sich entkleidet haben, kommt der Arzt ins Behandlungszimmer. Hier setzen Sie sich auf den gynäkologischen Stuhl. Zu Beginn wird der Frauenarzt Sie vermutlich komplett untersuchen. Dazu gehören oft auch der Kehlkopf, Hals, Nase, Ohren, Herz, Lymphknoten am Hals sowie die Schilddrüse.

Danach wird er Ihre Brüste abtasten und ggf. Röntgenaufnahmen der Brust anordnen. Weiterhin tastet er den Bauch an bestimmten Stellen sanft ab, um ihn auf Veränderungen oder erhöhte Empfindlichkeit zu überprüfen.

2. Die Unterleibsuntersuchung

Nach der Grunduntersuchung werden Ihre äußeren und inneren Geschlechtsorgane überprüft. Dafür müssen Sie sich auf den Rücken legen und die Beine anheben. Diese Position ermöglicht dem Arzt die beste Sicht für die innere Untersuchung. Damit sich die Patientinnen ruhiger und entspannter fühlen, sagen viele Ärzte während der Untersuchung, was sie gerade machen oder herausgefunden haben.

3. Genitalbereich abtasten

Für die innere Untersuchung des Genitalbereichs zieht der Arzt aus hygienischen Gründen dünne Schutzhandschuhe an. Dann schaut er sich die großen und kleinen Schamlippen, die Klitoris, die Sekret-Drüsen auf den beiden Seiten des Scheideneingangs, den Ausgang der Harnröhre sowie die Scheidenöffnung an. Dabei legt er besonderes Augenmerk auf Reizungen, Entzündungen, farbliche Veränderungen der Haut, Anzeichen von Genitalinfektionen, Verfärbung des Scheidenausflusses oder andere Anomalien.

4. Die Scheide und der Gebärmutterhals – die Untersuchung mit Spekulum

Im Anschluss untersucht der Frauenarzt die Scheide mithilfe eines Spekulums. Das schmale vorgewärmte Metall-Instrument ist im Normalfall mit Gleitmittel bestrichen. Je nach Größe der Scheide, gibt es unterschiedliche Größen des Spekulums.

Mit den beweglichen Blättern des Spekulums kann der Arzt die aneinander liegenden Scheidenwände vorsichtig auseinanderschieben. Auf diese Weise werden Gebärmutterhals und Scheide gut sichtbar. Der Vorgang ist in der Regel völlig schmerzfrei, beim Spreizen kann ein leichtes Druckgefühl in der Scheide entstehen.

5. Der Pap-Test

Nun wird vom Gebärmutterhals ein Abstrich (Zervixabstrich) entnommen. Das ist einer der wichtigsten Bestandteile der gynäkologischen Untersuchung. Der Abstrich wird auch PAP-Test oder PAP-Abstrich genannt. Die Abkürzung steht für Papanicolaou-Test – benannt nach dem Arzt, der den Test entwickelt hat.

Der Gynäkologe untersucht anschließend das Sekret aus dem Abstrich unter dem Mikroskop auf Entzündungserreger und Anomalien.

Der Pap-Test ist wichtig für die Gebärmutterhalskrebsvorsorge. Bild: © kasto – Fotolia.com

6. Kolposkop

Mit dem Kolposkop lässt sich der Muttermund in mehrfacher Vergrößerung detailliert untersuchen. Das Untersuchungsmikroskop wird nicht in die Scheide eingeführt, sondern steht vor dem Scheideneingang.

7. Abasten der Gebärmutter und der Eierstöcke

Der Frauenarzt tastet dabei mit einem oder zwei Fingern in der Scheide und mit der anderen Hand auf dem Unterbauch nach der Gebärmutter und den Eierstöcken. Somit werden Größe, Form und Lage der Gebärmutter geprüft sowie etwaige auffällige Veränderungen im Bereich der Eileiter und der Eierstöcke festgestellt, z. B. ob die Eierstöcke Zysten haben.

Wenn der Arzt etwas Auffälliges feststellt, kann er zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung durchführen.

8. Tastuntersuchung der Brust

Zum Schluss tastet der Frauenarzt Ihre Brüste und Achselhöhlen nach auffälligen Knoten oder Verhärtungen im Gewebe ab. Das ist ein wichtiger Teil in der Brustkrebsvorsorge.

Die ärztliche Schweigepflicht

Gerade bei jungen Frauen spielt die Vorsorgeuntersuchung eine wichtige Rolle, da sie sich beim Frauenarzt umfassend über Sexualität, Verhütung, Schwangerschaft und sexuell übertragbare Krankheiten informieren können.

Bei jungen Mädchen sollte der erste Besuch zum Frauenarzt spätestens dann erfolgen, wenn sie Verhütungsmittel brauchen, Beschwerden (beim Sex oder während der Periode) haben oder ungeschützten Sex hatten, die Menstruation regelmäßig ausbleibt oder die Gefahr von sexuell übertragbaren Krankheiten besteht.

Sowohl bei minderjährigen Patientinnen als auch bei Erwachsenen untersteht der Frauenarzt der ärztlichen Schweigepflicht.

Wissenswertes: Wenn Sie wissen wollen, ob eine gynäkologische Vorsorgeuntersuchung während der Periode/Regel möglich ist, dann lesen Sie hier mehr dazu.

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Gynäkologische Untersuchung: Was genau wird gemacht?

Die Untersuchung tut nicht weh und dauert nicht länger als ein paar Minuten. Dazu nimmst du auf dem gynäkologischen Stuhl Platz und legst die Waden auf die seitlichen Stützen. Achte darauf, dass du entspannt liegst und nach Möglichkeit nicht verkrampfst. Wir erklären dir Schritt für Schritt, was während der frauenärztlichen Untersuchung geschieht.

1. Der Frauenarzt sieht sich die Scheide und den Scheideneingang von außen an und spreizt die Schamlippen ein wenig, um in die Scheide gucken zu können. Mit einem Wattestäbchen streicht er am Gebärmutterhals entlang (Abstrich), um die Probe später auf Infektionen und zur Krebsvorsorge zu untersuchen.

2. Bei der Tastuntersuchung geht der Frauenarzt mit einem oder zwei Fingern in deine Scheide. Die andere Hand legt er auf deinen Bauch und tastet so die Eierstöcke und deine Gebärmutter ab.

3. Auch der vaginale Ultraschall zählt zur frauenärztlichen Standarduntersuchung. Dabei werden die sogenannten Organe des kleinen Beckens – Harnblase, Eierstöcke, Eileiter und Gebärmutter – untersucht. Der Arzt führt dabei einen stabförmigen Schallkopf in deine Scheide ein. Der Schallkopf sendet dann Schallwellen in den Körper, die dort reflektiert, am Schallkörper wieder empfangen und auf einem Bildschirm dargestellt werden.

4. Für die abschließende Brustuntersuchung kannst du deine Hose und deinen Slip wieder anziehen. Der Frauenarzt tastet deine Brust und deine Achselhöhlen mit seinen/ihren Händen ab. Manchmal wird die Brustuntersuchung auch zuerst durchgeführt.

Wichtig: Wenn du noch Jungfrau bist, brauchst du keine Angst zu haben: Das Jungfernhäutchen wird während der Untersuchung nicht verletzt!

HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

Wenn du beim Frauenarzt bist, wird der dich wahrscheinlich auch über die HPV-Impfung informieren. Diese Impfung kann vor Gebärmutterhalskrebs und weiteren Erkrankungen schützen. Der Aufbau des Impfschutzes gegen HPV sollte möglichst vor deinem Ersten Mal abgeschlossen sein, da dann der bestmögliche Schutz erreicht werden kann. Je nach Alter sind für den Aufbau des Impfschutzes zwei oder drei Impfungen erforderlich.

Frauenarzt: Erfahren meine Eltern davon?

Wie jeder andere Arzt unterliegt auch die Frauenärztin bzw. der Frauenarzt der Schweigepflicht. Allerdings gibt es Einschränkungen, wenn Du jünger als 14 bist. Wenn du nicht willst, dass deine Eltern von deinem Besuch beim Frauenarzt erfahren, darf deine Ärztin/dein Arzt ihnen nicht sagen, dass du in ihrer/seiner Praxis warst oder worüber ihr geredet habt. Du kannst auch eine eigene Versichertenkarte bei der Krankenkasse anfordern. Es gibt allerdings Ausnahmen:

1. Vor dem 14. Geburtstag muss der Frauenarzt den Eltern auf Anfrage Auskunft geben.

2. Zwischen 14 und 16 liegt die Entscheidung beim Frauenarzt, ob es in bestimmten Situationen sinnvoll ist, die Eltern einzubeziehen. Mal angenommen, du bist 14 und willst schon die Pille haben: Manche Frauenärzte wollen sich dann absichern und verlangen bis zum 16. Geburtstag eine Einverständniserklärung der Eltern. Ab 16 ist das nicht mehr nötig.

3. Ab 16 unterliegt der Frauenarzt ausnahmslos der ärztlichen Schweigepflicht

Frauenarzt: Kann ich jemanden mitbringen?

Für manche Mädchen ist es leichter, wenn sie ihre Mutter, eine Freundin oder ihren Freund zum ersten Besuch beim Frauenarzt mitbringen. Informiere deinen Arzt darüber, wenn du den Termin ausmachst. Jeder gute Frauenarzt wird es begrüßen, wenn der Partner seiner Patientin mit in die Praxis kommt. Auch er sollte wissen, was dort passiert und welche Dinge zusammen geklärt werden können, zum Beispiel die Frage der Verhütung. Ob dein Freund im Sprechzimmer des Frauenarztes wartet oder auch mit ins Behandlungszimmer kommt, entscheidest aber du alleine.

Nicht vergessen: Das Allerwichtigste ist das Vertrauensverhältnis zwischen dir und deinem Frauenarzt. Wenn du vor, während oder nach der Untersuchung Angst oder Bedenken hast oder etwas ganz genau erklärt haben möchtest, solltest du dies jederzeit sagen.

Einmal im Jahr zur gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung

Der Termin beginnt mit einem ausführlichen Gespräch. Wir erörtern Ihre individuelle Krankengeschichte, etwaige Beschwerden und alle offenen Fragen – zu aufgetretenen Unregelmäßig- oder Unsicherheiten. Außerdem erfassen wir Ihre persönlichen Risikofaktoren und beraten Sie in allen Verhütungs- und Hormonfragen.

Die umfassende Untersuchung durchleuchtet den Unterbauch gründlich. Besonders wichtig sind der PAP- und HPV-Abstrich, denn durch die konsequente Kontrolle konnte in allen westlichen Industriestaaten die Sterblichkeit an Gebärmutterhalskrebs dramatisch reduziert werden. Im Verlauf der letzten zehn Jahre sank die Rate um ca. 40 Prozent.

Also: Worauf warten Sie noch?

  • Harnkontrolle
  • Vaginale Untersuchung und Einstellung des Gebärmutterhalses mit dem Speculum (Scheidenspiegel)
  • PAP-Abstrich („Krebsabstrich“ vom Gebärmutterhals)
  • Infektionsabstrich (Bakterien und Pilze), Chlamydien und HPV-Abstrich (Humane Papillom Vieren) nach Bedarf
  • Kolposkopie (Untersuchung des Gebärmutterhalses mit dem Untersuchungsmikroskop)
  • Abtasten des Unterbauchs, der Gebärmutter und Eierstöcke auf Veränderungen
  • Vaginalultraschall, Beurteilung von Gebärmutter und Eierstöcken – bei Bedarf 3D-Vaginalultraschall
  • Brustuntersuchung mit Anleitung zur Brustselbstuntersuchung, bei Bedarf Brustultraschall

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