Was tun BEI vorzeitigen wehen?

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Behandlung vorzeitiger Wehen

Etwa jede dritte Schwangere spürt einige Wochen vor dem errechneten Geburtstermin Wehen. Oft sind sie nur ein Zeichen dafür, dass das Kind tiefer in das Becken rutscht. Je nach Ursache und Schwere der Wehen sind verschiedene Maßnahmen möglich.

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Im gesamten Verlauf der Schwangerschaft, vor allem aber in den letzten Wochen vor der Geburt, kommt es immer wieder zu leichten Gebärmutterkontraktionen. Das ist normal und kein Grund zur Sorge. Treten die Kontraktionen aber über einen längeren Zeitraum in kurzen Abständen (öfter als dreimal stündlich) auf, und sind sie außerdem mit einem Ziehen im Unterleib verbunden, handelt es sich um vorzeitige Wehen, die den Muttermund verkürzen oder öffnen können. Dann ist es sehr wichtig, sofort die Ärztin oder den Arzt aufzusuchen.

Behandlungsmöglichkeiten

Wenn die vorzeitige Wehentätigkeit auf zu viel Stress oder körperliche Anstrengung zurückzuführen ist, genügen manchmal einige Tage Ruhe, Entspannung und das Vermeiden körperlicher Belastungen, um die Wehen wieder abklingen zu lassen. Außerdem ist es sinnvoll, vorerst auf Geschlechtsverkehr zu verzichten, weil dadurch Wehen ausgelöst werden können.
Um die Gebärmutter zu „beruhigen“, werden häufig Magnesiumpräparate verordnet. Sie sollen die Muskulatur entspannen. Ist eine bakterielle Infektion Auslöser für die Wehen, wird sie mit Antibiotika behandelt. Hält die Wehentätigkeit trotz aller Gegenmaßnahmen an und wirkt sie auf den Muttermund, kann ein Krankenhausaufenthalt notwendig werden.

Wehenhemmer und Ruhe

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Wenn der Gebärmutterhals bereits verkürzt oder der Muttermund geöffnet ist, droht das Kind zu früh zu kommen. Solange aber die Fruchtblase nicht geplatzt ist, wird man in der Klinik versuchen, eine Frühgeburt zu verhindern.
Meist erhält die Schwangere als erstes eine Kortisonbehandlung. Sie hilft, die Reifung der kindlichen Lunge zu beschleunigen. Zur Hemmung der Wehen werden häufig Medikamente eingesetzt (Tokolytika). Außerdem wird der Schwangeren meist körperliche Ruhe angeraten.

Nach aktuellen Empfehlungen sollten Wehenhemmer nur in der Zeit zwischen der 24. und 34. Schwangerschaftswoche und nicht länger als zwei Tage eingesetzt werden. Studien haben gezeigt, dass eine langfristige Anwendung von Wehenhemmern die Frühgeburtsrate nicht senken kann.

Da viele Tokolytika nicht nur die Gebärmuttermuskulatur, sondern die Muskelspannung im gesamten Körper herabsetzen, wird der Kreislauf schwächer und der Herzschlag steigt. Die meisten Mittel dürfen bei Herzerkrankungen nicht eingenommen werden.

Muttermundverschluss

Hat sich der Muttermund bereits geöffnet, wird möglicherweise eine „Cerclage“ gelegt, um ihn bis zur Geburt zu verschließen. Dabei wird der Gebärmutterhals unter örtlicher Betäubung (Peridural-Anästhesie) oder Vollnarkose mit einem Kunststoffbändchen umschlungen und zusammengezogen. Der Eingriff kann ab der 15. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden. Nach der 28. Woche ist er nicht mehr sinnvoll. Die Umschlingung wird etwa zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin durchtrennt, oder wenn die Wehen nicht mehr aufzuhalten sind.
Mittlerweile gibt es allerdings eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien, die keinen eindeutigen Nutzen der Cerclage zur Verhinderung von Frühgeburten ergeben haben. Deshalb wird im Einzelfall genau geprüft, ob die vorbeugende Anwendung nötig und sinnvoll ist.

Möglicherweise ist das Cerclage-Pessar eine Alternative. Hierbei wird anstelle des Bändchens ein Ring aus weichem Gummi in die Scheide und über den Muttermund geschoben. Das soll die Belastung des Gebärmutterhalses verringern. Eine Narkose ist dazu nicht nötig.
Falls die Schwangere bereits mehrere Früh- oder Fehlgeburten hinter sich hat, die auf eine Infektion zurückzuführen waren oder deren Ursache ungeklärt blieb, kommt anstelle der Cerclage auch ein totaler Muttermundverschluss infrage. Dabei wird der Muttermund vollständig zugenäht, um das Aufsteigen von Bakterien in die Gebärmutter zu verhindern.
Ein Muttermundverschluss wird in der Regel zwischen der 12. und der 16. Schwangerschaftswoche vorgenommen. Wie bei der Cerclage wird die Naht kurz vor dem errechneten Entbindungstermin durchtrennt.

Wahl der Klinik

Krankenhäuser, die nicht auf Frühgeburten spezialisiert sind, dürfen Schwangere nur ab der 37. Schwangerschaftswoche zur Geburt aufnehmen. In Kliniken mit großen, gut ausgestatteten Neonatalstationen haben Frühgeborene bis zur 36. Schwangerschaftswoche bessere Überlebenschancen als in kleinen, weniger spezialisierten Geburtskliniken

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 28.05.2014

Was kann man gegen vorzeitige Wehen tun?

Ob man vorzeitige Kontraktionen behandeln soll und wie das geschieht, hängt vor allem davon ab, in welcher Schwangerschaftswoche Sie sich befinden.

Wenn Ihre Schwangerschaft die 34. Woche überschritten hat, kann es heute schon die beste Lösung sein, den vorzeitigen Wehen ihren Lauf zu lassen. Für die meisten modernen Neugeborenen-Abteilungen ist ein Frühgeborenes zwischen der 34. und 37. Woche keine grosse Herausforderung mehr. Es verfügen jedoch nicht alle Spitäler über eine geeignete Ausstattung zur optimalen Betreuung des Frühgeborenen, so dass Sie eventuell in ein anderes Spital verlegt werden müssen – am besten noch bevor die Geburt beginnt, denn die Gebärmutter ist der beste mobile Inkubator. Bei einem vorzeitigen Blasensprung kann es ebenfalls ratsam sein, die Wehen nicht zu hemmen, da die Gefahr einer Fruchtwasser-Infektion besteht. Dann müsste ohnehin umgehend entbunden werden. Gleichzeitig sollten Ihnen Antibiotika verabreicht werden.

Wenn die Kontraktionen bereits vor der 34. Schwangerschaftswoche beginnen, gibt man Ihnen aber wahrscheinlich zunächst ein Medikament, dass die Kontraktionen vorübergehend stoppt (einen sog. Wehenhemmer oder Tokolytikum). Es kann kurzfristig, möglichst nur 48 Stunden lang, als Spritze oder Infusion über einen Wehentropf verabreicht werden.

Die häufigsten Präparate zur Wehenhemmung sind derzeit Beta-Mimetika (Beta-Rezeptorenblocker) wie Partusisten (Wirkstoff Fenoterol) und Gynipral (Wirkstoff Hexoprenalin), sowie der Calcium-Antagonist Adalat (Wirkstoff Nifedipin) und der Prostaglandinsynthese-Inhibitor Indocid (Wirkstoff Indometacin). Diese Stoffe haben eine entspannende Wirkung auf die Gebärmuttermuskulatur. Manche dieser Medikamente haben starke Nebenwirkungen wie Blutdruckerhöhung, Herzrasen, Herzklopfen usw., auch beim ungeborenen Kind, Hitzewallungen und Übelkeit. Dann muss eventuell auf ein besser verträgliches Präparat ausgewichen werden. Zudem zeigen Neugeborene nach Wehenhemmung häufiger eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) und Hirnblutungen. Bei Einsatz von Indometacin kann es zu einem gefährlichen vorzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus (Botalli) im fetalen Herzen kommen. Immer häufiger wird deshalb der Oxytocin-Blocker Tractocile (Wirkstoff Atosiban) zur Wehenhemmung eingesetzt, der ganz gezielt nur die Gebärmuttermuskulatur beruhigt und daher kaum Unverträglichkeiten hervorruft.

Mit der Wehenhemmung (Tokolyse) kann man die Geburt normalerweise nicht lange aufhalten, aber – und das ist auch sehr wichtig – man kann Zeit gewinnen, damit Sie, falls nötig, in ein anderes Spital mit einer Spezialabteilung für Frühgeburten (Perinatalzentrum) verlegt werden können. Auch sind wenige Tage Aufschub oft erforderlich, damit die Ihnen verabreichten Cortison-Spritzen zur Unterstützung der kindlichen Lungenreifung wirken können. Diese Nebennierenrinden-Hormone (auch Kortikoide oder Corticosteroide genannt) reduzieren das Risiko eines gefährlichen Atemnotsyndroms beim Baby um die Hälfte, müssen jedoch 24 bis 28 Stunden vor der Entbindung gegeben werden, damit sie ihre Wirkung entfalten können. Gelingt es, die Gebärmutter ruhig zu stellen und die vorzeitigen Wehen einzudämmen, wird die Cortisongabe in ca. wöchentlichen Abständen wiederholt. Eine Behandlung mit Steroiden zur Anregung der Lungenreife gilt sowohl für das ungeborene Kind als auch für Sie als relativ ungefährlich.

Neben diesen medikamentösen Massnahmen ist körperliche Ruhe wichtig, weshalb berufstätige Schwangere freigestellt werden. Wenn Kinder und ein Haushalt zu versorgen sind, kann bei der Krankenkasse eine Haushaltshilfe beantragt werden. In so manchen Fällen kann durch Bettruhe, Entspannungsmassnahmen wie Massage oder ein leichtes Beruhigungsmittel (z.B. Baldrian, Hopfen, Lavendelblüten), Einnahme von Magnesium und vermehrte Flüssigkeitszufuhr (z.B. als Tee aus Melissenblättern) notfalls durch eine Infusion schon eine wirksame Wehenhemmung erreicht werden! Für eine komplette Ruhigstellung (strikte Bettruhe) gibt es jedoch keinen Anlass.

Wenn alle Behandlungsversuche erfolglos sind oder zu starke Nebenwirkungen haben und sich Ihre Hebamme bzw. Ihr Geburtshelfer, Ihre Geburtshelferin gegen eine Unterdrückung der Wehen ausspricht, wird man die Geburtsbestrebungen schliesslich laufen lassen. Da bei Frühgeburten eine etwas höhere Wahrscheinlichkeit für eine Sauerstoff-Mangelversorgung besteht, wird normalerweise bei Wehen vor der 37. Schwangerschaftswoche die Herzfrequenz des Kindes ständig überwacht oder ein Kardiotokograph (CTG) verwendet und bei Gefahr für das Kind ein Kaiserschnitt durchgeführt.

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Wissen

Wehenhemmung ist wenig effektiv

Newsticker

Strikte Bettruhe ist out | 22.07.2019

Körperliche Schonung und Bettruhe – das war bis vor einiger Zeit noch Standard, um eine drohende Frühgeburt zu verhindern. Jetzt sehen die Frauenärzte das nicht mehr so streng. Einerseits gebe es keinen wissenschaftlichen Beweis, dass strikte körperliche Schonung (selbst bei beruflichen Belastungen wie schweres Heben, mehr als sechsstündiges tägliches Stehen oder Schichtarbeit) die Frühgeburtenrate senkt. Andererseits steigt mit der Bettruhe das mütterliche Thromboserisiko, Muskelabbau und Osteoporose können folgen. Man würde eine Patientin zwar arbeitsunfähig schreiben, aber keine strenge Bettruhe mehr empfehlen. Zur Verhinderung einer Frühgeburt wird Tokolyse (Wehenhemmung) und Cortison zur Anregung der fetalen Lungenreifung von der 23. – 34. SSW empfohlen, ausserdem täglich von der 25. – 37. SSW Progesteron intravaginal, wenn die Zervix verkürzt ist auf weniger als 25 mm. Schwangere, die bereits eine Frühgeburt oder einen Spätabort hatten, sollten in dieser Situation eine Cerclage oder ein Zervixpessar erhalten.

Letzte Aktualisierung : 17-11-18, BH

Ein Ziehen im Bauch, das ist in der Schwangerschaft ganz normal – auch wenn es manchmal etwas länger anhält. Trotzdem ist ein solches Gefühl für viele Schwangere verunsichernd. Insbesondere Frauen, die zum ersten Mal schwanger sind, bekommen es in solchen Situationen schnell mit der Angst zu tun. In den meisten Fällen gibt es aber keinen Grund zur Sorge, denn es handelt sich normalerweise nicht um vorzeitige Wehen, sondern um sogenannte Übungswehen.

Aber wie lassen sich diese beiden Arten von Wehen unterscheiden? Und wie kommt es überhaupt zu vorzeitigen Wehen? Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen und was Sie tun sollten, wenn es bei Ihnen tatsächlich einmal zu vorzeitigen Kontraktionen kommt.

Wie unterscheidet man zwischen Übungswehen und vorzeitigen Wehen?

Die Angst vor einer Frühgeburt ist für die meisten werdenden Eltern sehr real, daher empfinden Frauen vorzeitige Wehen meist als sehr bedrohlich. Umso wichtiger ist es, dass sie diese Art von Wehen von Übungswehen unterscheiden können. Übungswehen treten meist in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft auf – vereinzelt schon ab der 20. bis 25. Schwangerschaftswoche, ab der 32. SSW dann auch häufiger und stärker. Dabei „übt“ der Körper schon einmal, denn während der Geburt muss die Gebärmutter Schwerstarbeit verrichten, um das Kind auf die Welt zu bringen. Die Übungswehen haben also eine ähnliche Funktion wie das Training eines Sportlers – denn auch der kann sich nicht über Wochen ausruhen und dann auf einmal Höchstleistungen erbringen.

Übungswehen sind im Gegensatz zu echten (vorzeitigen) Wehen aber in den meisten Fällen nicht schmerzhaft. Die betroffenen Frauen spüren ein Ziehen und der Bauch wird hart. Die Kontraktionen sind in der Regel relativ schwach und treten nur unregelmäßig auf. Oft bemerken Frauen Übungswehen im Alltag kaum oder sogar gar nicht. Treten die Wehen dagegen in regelmäßigen Abständen und länger anhaltend auf, sind das Anzeichen für vorzeitige Wehen. In diesem Fall sollten Sie unbedingt Ihren Arzt oder Ihre Hebamme aufsuchen.

Allgemein gelten die folgenden Anzeichen als ein Hinweis auf vorzeitige Wehen: H3

  • mehr als 10 bis 15 Kontraktionen innerhalb von 24 Stunden
  • Kontraktionen dauern länger als 30 Sekunden an
  • Wehen sind schmerzhaft

Alternativ wird bei der Betrachtung die Häufigkeit der Wehen beobachtet

Um die 25. SSW gelten zwei Wehen pro Stunde, um die 37. SSW dann bis zu fünf Wehen pro Stunde als vorzeitige Wehen, sofern diese regelmäßig auftreten und schmerzhaft sind.

Wie Sie anhand dieser etwas uneinheitlichen Kriterien sehen, ist es aber selbst für Experten nicht möglich, nur mit Hilfe der Frequenz und Intensität zu bestimmen, um welche Art von Wehen es sich handelt. Für betroffene Schwangere ist diese Unterscheidung also noch schwieriger. Die genannten Anzeichen können zwar einen ersten Hinweis geben, im Zweifelsfall sollten Sie aber zum Wohle Ihres Babys Ihren Arzt oder Ihre Hebamme aufsuchen. Selbstverständlich stehen wir Ihnen in unserer Praxis jederzeit zur Verfügung und helfen Ihnen bei Fragen und Problemen gerne weiter.

Quellen:

Wie bestimmt der Arzt, ob vorzeitige Wehen aufgetreten sind?

Mit einem Ultraschall beim Arzt lässt sich zweifelsfrei klären, ob es sich um vorzeitige oder Übungswehen handelt, denn letztere wirken nicht auf den Muttermund. Bei echten Wehen verkürzt sich der Hals der Gebärmutter und der Muttermund wird weicher – damit bereitet sich der Körper auf die Geburt des Babys vor.

Ergänzend kommt oft auch der sogenannte „Wehenschreiber“ (CTG) zum Einsatz. Mit dem erstellten Kardiotokogramm können Stärke und Frequenz der Wehen bestimmt werden, was ebenfalls Hinweise auf die Art der Wehen gibt.

Ein noch relativ neues und daher seltener eingesetztes Verfahren ist der sogenannte Fibronektin-Test. Dabei wird ein Abstrich in der Vagina gemacht, um erhöhte Fibronektin-Konzentrationen feststellen zu können. Fibronektin ist ein Eiweißstoff, der dafür sorgt, dass die Fruchtblase an der Gebärmutter haftet. Ist in der 22. bis 35. SSW vermehrt Fibronektin in der Vagina festzustellen, ist das ein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt. Fällt das Ergebnis des Testes dagegen negativ aus, lasst sich mit 99-prozentiger Sicherheit sagen, dass es in den nächsten zwei Wochen nicht zu einer Geburt kommen wird. Der Fibronektin-Test eignet sich also sehr gut, Wehen und die Gefahr einer Frühgeburt realistisch einzuschätzen, zumal er sich während der Schwangerschaft problemlos mehrfach durchführen lässt.

Wie kommt es zu vorzeitigen Wehen?

Gründe für vorzeitige Wehen während der Schwangerschaft gibt es viele. Einige Faktoren können Sie als Schwangere selbst beeinflussen und so das Risiko, dass Ihr Baby zu früh auf die Welt kommt, minimieren. Denn die Gefahr einer Frühgeburt ist auch im Deutschland des 21. Jahrhunderts durchaus noch real: Jedes Jahr werden hier rund 50.000 Kinder zu früh geboren und nur etwa in jedem zehnten Fall wird das Baby absichtlich vor dem eigentlichen Entbindungstermin geholt. In den anderen Fällen kommt es meist zu vorzeitigen Wehen, einem verfrühten Platzen der Fruchtblase oder einer unerwarteten Öffnung des Muttermunds, bevor das Baby auf die Welt kommt.

Wollen Sie Ihr Baby und seine Gesundheit schützen, sollten Sie auf die folgenden Auslöser einer Frühgeburt achten:

  • Stress und ungünstige Lebensbedingungen
  • ungesunde Ernährung und Lebensweise (falsche Ernährung, Alkohol- oder Nikotinkonsum)
  • Über- oder Untergewicht
  • Schwangerschaft bei sehr jungen oder älteren Frauen (unter 18 oder über 35 Jahre)
  • vorherige Früh- oder Fehlgeburten
  • Zwillingsschwangerschaft
  • Fehlentwicklungen der Plazenta, des Gebärmutterhalses oder der Gebärmutter selbst
  • Infektionen der Vagina

Natürlich haben Sie viele diese Auslöser während der Schwangerschaft nicht selbst in der Hand, Ihre Ernährung und Lebensumstände können Sie jedoch beeinflussen – insbesondere letztere können sich sehr stark auf das Risiko einer Frühgeburt des Babys auswirken. Stress ist ein häufiger Auslöser für vorzeitige Wehen.

Hinzu kommt, dass Stress sich negativ auf das Immunsystem auswirkt, sodass andere Auslöser, wie etwa eine Infektion in der Vagina, leichter auftreten können. Bei sehr schlanken Frauen ist das Bindegewebe meist sehr fest, während bei übergewichtigen Frauen das Fettgewebe zusätzlich auf die Gebärmutter drückt – beides kann vorzeitige Wehen begünstigen.

Übrigens: Geschlechtsverkehr während der Schwangerschaft verursacht keine vorzeitigen Wehen. Sie können also auch weiterhin mit Ihrem Partner Sex haben, während Sie schwanger sind. Nur wenn vorzeitige Wehen auftreten, sollten Sie auf Geschlechtsverkehr verzichten, denn die im Sperma enthaltenen Prostaglandine können die Kontraktionen verstärken.

Wie können vorzeitige Wehen behandelt werden?

Da die Ursachen für vorzeitige Wehen sehr vielfältig sind, kommt auch eine Reihe von Behandlungsmethoden in Frage. Einige Ursachen, wie beispielsweise Zwillingsschwangerschaften oder eine vorangegangene Frühgeburt, lassen sich natürlich nicht direkt behandeln. Allerdings wird in solchen Fällen die Schwangere besonders genau beobachtet, zudem lässt sich eine Geburt mit verschiedenen medizinischen Verfahren zumindest für eine gewisse Zeit hinauszögern.

Da Stress ein häufiger Auslöser für verfrüht auftretende Wehen ist, wird oft gar keine besondere medizinische Behandlung benötigt

Die betroffenen Frauen brauchen in einem solchen Fall vor allem erst einmal Ruhe. Außerdem müssen Stressfaktoren im Leben der Schwangeren natürlich ausgeschaltet werden, damit es nicht noch einmal zu vorzeitigen Wehen kommt. Was das im konkreten Fall bedeutet, ist für jede Schwangere unterschiedlich. Ist die Frau zum Beispiel noch berufstätig, kann eine Reduzierung der Arbeitszeit bereits einen großen Unterschied machen. Spielen Unstimmigkeiten oder Streit im privaten Umfeld eine Rolle, sollten diese bereinigt werden. Fordern Sie ruhig mehr Nachsicht und Verständnis ein, denn eine Schwangerschaft ist eine beträchtliche körperliche Belastung, die man nicht einfach so abtun kann. Zusätzlich können Entspannungsübungen, wie beispielsweise autogenes Training, dabei helfen, den Stress während der Schwangerschaft zu reduzieren. Werden die Übungen mehrfach pro Woche angewandt, lässt sich das allgemeine Wohlbefinden deutlich verbessern.

Besteht die akute Gefahr einer Frühgeburt, setzen Ärzte häufig sogenannte Tokolytika ein

Diese Medikamente hemmen die Aktivität der Gebärmutter und schwächen somit die Wehen ab. Sie können allerdings nur zwischen der 24. und der 34. SSW angewandt werden, zudem sollten Sie sie aufgrund der Nebenwirkungen nicht länger als zwei Tage einnehmen. Tokolytika können also nur sehr kurzfristig Abhilfe schaffen, um zum Beispiel durch die Gabe von Kortison die Entwicklung der Lungen beim Baby voranzutreiben. Alternativ werden statt Tokolytika Magnesium in hoher Konzentration oder Progesteron verabreicht, wobei Magnesium aufgrund der Nebenwirkungen durchaus umstritten ist.

Sind Erkrankungen wie eine Scheideninfektion der Auslöser für die vorzeitigen Wehen, werden diese medikamentös behandelt

Unter Umständen kann auch ein Verschluss des Muttermunds sinnvoll sein, um zu verhindern, dass Krankheitserreger von der Vagina in die Gebärmutter gelangen.

Hat sich der Muttermund bereits geöffnet?

Hier wurde früher häufiger versucht, mit Hilfe einer Zervix-Cerclage eine Frühgeburt zu verhindern. Dabei wird in der 14. bis 16. SSW ein Band um den Muttermund gelegt, das dann zusammengezogen und vor der Geburt wieder entfernt wird. Allerdings hat sich die Cerclage nach Ansicht vieler Experten in den meisten Fällen als wirkungslos erwiesen. Nur wenn der Muttermund von Anfang an zu schwach ist, das Kind zu halten, kann eine Cerclage sinnvoll sein. Alternativ dazu wird auch das Cerclage-Pessar eingesetzt. Dabei handelt es sich um einen Gummiring, das ebenfalls um den Muttermund gelegt wird, der aber nicht zugezogen werden muss. Das erleichtert es, den Ring einzusetzen, die Wirkung ist jedoch ähnlich wie bei der Cerclage.

Im Folgenden noch einmal die verschiedenen Behandlungsmethoden in der Übersicht:

Behandlungsmethode Indikation
Tokolytika akute vorzeitige Wehen in der 24. bis 34. SSW, aufgrund der Nebenwirkungen auf zwei Behandlungstage begrenzt
Progesteron akute vorzeitige Wehen in der 24. bis 34. SSW
Magnesium akute vorzeitige Wehen in der 24. bis 34. SSW, aufgrund der Nebenwirkungen umstritten
Antibiotika infektiöse Erkrankungen, insbesondere der Vagina
Zervix-Cerlage/ Cerclage-Pessar Schwäche des Muttermunds oder Zervixverkürzung, nicht nach der 28. SSW anwendbar
Entspannungsübungen/ Stressreduktion bei stressbedingten Komplikationen

Vorzeitige Wehentätigkeit

Vorzeitige Wehen, d. h. Wehen vor Beendigung der 37. Schwangerschaftswoche, können zur Geburt eines noch unreifen und untergewichtigen Babys führen, das – im Extremfall – vielleicht kaum Überlebenschancen hat. Eine drohende Frühgeburt ist deshalb sehr ernst zu nehmen.

Wenn Sie häufiger spüren, dass Ihr Bauch sich verhärtet, heisst das noch nicht, dass Sie echte, wirksame Kontraktionen haben. Im Gegenteil, meist handelt es sich um sogenannte wilde Wehen, Vorwehen, Senkwehen oder Übungswehen. Der Uterus trainiert schon einmal für seine Aufgabe bei der Geburt. Wenn es Ihnen schwer fällt, solche harmlosen Kontraktionen von echten Wehen zu unterscheiden, dürfen Sie nicht zögern, Ihre betreuenden Fachleute einmal kurz nachschauen zu lassen. Besser einmal zuviel als einmal zu wenig! Niemand wird Sie deshalb belächeln, es geht ja schliesslich um Ihr Baby.

Im Allgemeinen treten vorzeitige Wehen ohne Vorwarnung auf. Sie können aber auch durch verschiedene, manchmal schon vorher bekannte Risikofaktoren ausgelöst werden: Zu diesen gehören alle Faktoren, die zu einer erhöhten Spannung in der Gebärmutter führen, z.B. eine Mehrlingsschwangerschaft, Präeklampsie, Polyhydramnion/Hydramnion (Fruchtwasservermehrung) und Komplikationen der Plazenta. Aber auch ein vorzeitiger Blasensprung, Infektionen der Plazenta und der Fruchtblase und Muttermundschwäche (Zervixinsuffizienz) resultieren häufig im verfrühten Wehenbeginn.

Die Abfolge ist im Prinzip nicht anders als bei den echten Wehen zum Zeitpunkt des erwarteten Geburtstermins: Regelmässige Kontraktionen und eine allmähliche Erweiterung des Gebärmutterhalses (Zervix), gefolgt von der Geburt des Kindes sowie der Plazenta. Anzeichen für den Geburtsbeginn sind unter anderem die Kontraktionen der Gebärmutter, vermehrter Ausfluss, Vaginalblutungen sowie der Fruchtwasserabgang beim vorzeitigen Blasensprung. Typischerweise dauern vorzeitige Wehen weniger lang als pünktlich zum Entbindungstermin einsetzende Kontraktionen.

In manchen Spitälern wird als Vorsorgeuntersuchung regelmässig die Länge des inneren Gebärmutterhalses mit Hilfe von Ultraschall untersucht. Ist der Gebärmutterhalskanal nicht mehr in der ganzen Länge (das sind ungefähr 4 cm) geschlossen, also verkürzt, sind wahrscheinlich demnächst vorzeitige Wehen zu erwarten. Häufig öffnet sich der innere Muttermund nämlich schon, bevor die vorzeitigen Wehen tatsächlich zu spüren sind. Besonders im Fall von Mehrlingsschwangerschaften kann mit dieser einfachen Methode schon zeitig ein Frühgeburtsrisiko erkannt werden. Allgemein gilt eine Zervix, die mehr als 3 cm lang ist, als noch unbedenklich.

Durch die Ultraschallmessung der Zervixlänge und den Fibronektintest kann ein vorzeitiger Blasensprung, aber auch schon vorzeitige Wehentätigkeit, die zu einem Blasensprung führen kann, heute einigermassen verlässlich erkannt werden.

Therapie der vorzeitigen Wehen

Lungenreifung durch Kortisongabe

Häufige Fragen zum Thema

Ist es gefährlich, wenn der Muttermund nicht ganz geschlossen ist?

Eine Muttermundschwäche kommt am häufigsten zwischen dem 4. und 6. Schwangerschaftsmonat vor. Der Grund für solch eine Zervixinsuffizienz ist in den meisten Fällen unbekannt. Der Muttermund öffnet sich nicht erst unter der Geburt sondern schon vorzeitig, manchmal schon zu Beginn des zweiten…

vollständige Antwort lesen Kann eine Cerclage eine Frühgeburt sicher verhindern?

Nein, leider nicht. Durch einen Muttermundsverschluss (Cerclage) kann man vorzeitige Wehen und eine Frühgeburt nicht mit absoluter Sicherheit verhindern. Allerdings kann man damit unter günstigen Voraussetzungen einige Wochen Zeit gewinnen. Vor allem Frauen, die schon einmal eine Muttermundsschwäche…

vollständige Antwort lesen Was bedeutet es, wenn der Gebärmutterhals „verkürzt“ ist?

Ist die Zervix verkürzt, heisst das, dass sich der innere Muttermund schon trichterförmig geöffnet hat (sog. Funneling). Das kann ein Anzeichen dafür sein, dass bald Wehen zu erwarten sind. Je nach Schwangerschaftswoche besteht somit ein Frühgeburtsrisiko.

Die Länge des Gebärmutterhalses (der…

vollständige Antwort lesen Kann ich auch mit vorzeitigen Wehen einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen?

Wenn in einem Geburtsvorbereitungskurs die Betonung nicht gerade auf Gymnastik mit körperlicher Anstrengung liegt, sollten gelegentliche vorzeitige Kontraktionen eigentlich kein Hinderungsgrund sein.

Informieren Sie die Kursleiterin. Sie kann für Sie ungünstige Übungen ankündigen. Die gezeigten…

vollständige Antwort lesen Darf man in der Schwangerschaft vorsorglich Magnesium einnehmen, auch wenn man keine Wadenkrämpfe hat? Oder schadet das?

In der Schwangerschaft ist Magnesium einer der wichtigsten Mineralstoffe. Aber selbst eine ausgewogene Ernährung (Mineralwasser mit Magnesium angereichert, geschälte Mandeln und viel grünes Gemüse) kann oft nicht genügend Magnesium zur Verfügung stellen. Und ein Magnesiummangel macht sich sehr rasch…

vollständige Antwort lesen Darf ich bei Wehen Schmerztabletten nehmen?

Sicher unbedenklich ist es, wenn Sie gegen die Wehenschmerzen Schmerzmittel Paracetamol einnehmen, allerdings wird das vermutlich nicht viel helfen. Wehenschmerzen sind eben doch etwas stärker als Menstruations-Beschwerden.

Gegen Ende der Schwangerschaft bzw. vor der Geburt sind NSAID / NSAR…

vollständige Antwort lesen Wie fühlen sich Wehen an?

So einfach lässt sich das nicht sagen, weil es jede Frau etwas anders empfindet. Schwangere sehr unterschiedlich auf Wehenschmerzen, je nach persönlicher Situation.

Viele sagen, es sei wie Mensschmerzen, nur sehr viel schlimmer. Oft wird auch beschrieben, dass sich die Kontraktion wie ein Band…

vollständige Antwort lesen Wie kann ich harmlose Vorwehen von echten vorzeitigen Wehen unterscheiden?

Vorwehen sind in der Regel schmerzlos, dauern ungefähr 25 Sekunden und werden schwächer bei Ruhe oder in einem warmen Bad. Sie sollten nicht häufiger als dreimal pro Stunde bzw. zehnmal pro Tag kommen.

Kontraktionen, die länger als 20 und bis zu 60 Sekunden andauern, über eine Stunde hinweg alle…

vollständige Antwort lesen In der 36. SSW habe ich schon recht häufig einen harten Bauch. Sind das Senkwehen? Kommt mein Baby jetzt früher?

Vorwehen spüren Schwangere, die nicht ihr erstes Kind bekommen, oft schon ab der 20. SSW, aber die noch etwas stärkeren Senkwehen sind typisch für die letzten vier Wochen vor der Geburt. Das Köpfchen Ihres Babys wird damit in Richtung auf das kleine Becken gedrückt. Sie merken das daran, dass Sie…

vollständige Antwort lesen Ab wann muss man nichts mehr gegen vorzeitige Wehen tun?

Die meisten Geburtshelfer meinen: Wenn Ihre Schwangerschaft die 34. Woche überschritten und Ihr Baby sich bis dahin normal entwickelt hat, darf man den Wehen ihren Lauf lassen. Allerdings sollte die Geburtsklinik auf die Entbindung eines Frühgeborenen vorbereitet und für seine Versorgung speziell…

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Anzeichen für vorzeitige Wehen | Diagnose

Eine vorzeitige Wehentätigkeit liegt vor, wenn es vor der 37. Schwangerschaftswoche zu Geburtswehen kommt. Solche Wehen sind im Allgemeinen stärker als die Vorwehen und kommen regelmäßig wieder. Meist gelten drei oder mehr Kontraktionen der Gebärmutter pro Stunde als „richtige“ Wehen. Hierbei gibt es unterschiedliche Ansichten, doch allen gemein ist, dass mehrere starke und länger als 30 Sekunden dauernde Wehen innerhalb einer Stunde auftreten.

Die werdende Mutter bemerkt die zu frühen Wehen an wiederholten Schmerzen mit Zusammenziehen des Bauches. Der Bauch wird dabei stramm und fest. Die entstehenden Schmerzen können auch in weitere Körperregionen ausstrahlen wie z. B. den Rücken. Eine Schwangere weiß normalerweise instinktiv, wann es sich um Geburtswehen beziehungsweise vorzeitige zu starke Wehen handelt und nicht um die typischen schwächeren Vor- oder Übungswehen.

Eine Betroffene bemerkt oft auch schon einen Druck im Becken nach unten. Manchmal kann etwas Schleim oder Blut aus der Scheide abgehen, wenn sich gleichzeitig der Muttermund weitet (so genanntes Zeichnen).

Diagnose bei vorzeitiger Wehentätigkeit

Eine Frau, die vermutet, dass es sich um vorzeitige Wehentätigkeit handelt, sollte sich rasch zum Arzt begeben. Der Arzt führt eine kurze Anamnese (Befragung der Patientin) durch und untersucht die Betroffene, er tastet unter anderem den Bauch ab. Vor allem beurteilt der Arzt den Muttermund beziehungsweise Gebärmutterhals. Wenn sich der Gebärmutterhals schon geweitet und verkürzt hat, ist die Gefahr einer Frühgeburt weiter erhöht. Eine Ultraschalluntersuchung über die Scheide (transvaginaler Ultraschall) ist aufschlussreich. Ebenfalls erfolgt ein CTG (Cardiotokographie), also die Aufzeichnung der Wehen mit einem speziellen Gerät.

Differenzialdiagnose

Die vorzeitigen Wehen lassen sich nicht immer genau von den Übungswehen oder harmlosen Vorwehen unterscheiden. Eine Schwangere, die sich unsicher ist, sollte die Wehentätigkeit lieber vom Arzt abklären lassen.

Sie haben einen harten Bauch oder leichte Schmerzen, aber es ist noch viel zu früh für eine Geburt? Bei vielen werdenden Müttern kommt schnell der Gedanke an vorzeitige Wehen und eine eventuelle Frühgeburt auf. Vorzeitige Wehen lassen sich jedoch häufig nur schwer von Übungswehen unterscheiden. Wir erklären, wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten, wie vorzeitige Wehen entstehen und was Sie dagegen tun können.

Übungswehen: Training der Gebärmutter

Ein harter Bauch, Bewegungen des Bauches und sogenannte Übungswehen sind ganz normal. Sie kommen häufig ab der zweiten Schwangerschaftshälfte und verstärkt um die 31. und 32. Schwangerschaftswoche vor. Man spricht dabei auch von Wachstumswehen. Dabei dehnt sich die Gebärmutter aus und zieht sich häufiger zusammen. Ursächlich dafür ist meist ein Wachstumsschub des Babys.

Vorzeitige Wehen – die Anzeichen

Vorzeitige Wehen sind von Übungswehen nicht leicht zu unterscheiden – echte Wehen kommen aber in Intervallen zwischen fünf und 20 Minuten und dauern mindestens 30 Sekunden an Foto: fotostorm/iStock

Vorzeitige Wehen werden als solche bezeichnet, wenn sie vor der Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche auftreten. Leider lassen sie sich nicht so leicht von Übungswehen unterscheiden. Anzeichen dafür, um welche Wehen es sich handelt, geben die Länge und der Intervall der Kontraktionen.

  • Geburtswehen erkennen: Sie dauern mindestens 30 Sekunden und treten rhythmisch auf, anfangs oft in Intervallen zwischen fünf und 20 Minuten. Sie sind außerdem deutlich schmerzhafter als Übungswehen. Wenn Sie unsicher sind, um welche Kontraktionen es sich handelt, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder der Hebamme.

Wann sollte ich bei vorzeitigen Wehen umgehend zum Arzt?

Auch wenn die Wehen in Kombination mit stärkerem Ausfluss, Blutungen oder starken Unterleibsschmerzen auftreten, können es vorzeitige Wehen sein. In diesem Fall sollten Sie definitiv umgehend den Arzt oder die Hebamme kontaktieren.

Vorzeitige Wehen erkennen

Äußert sich der Verdacht auf vorzeitige Wehen, so schreibt der Arzt oder die Hebamme ein 30-minütiges Wehendiagramm, auch bekannt als Kardiotokogramm oder CTG. So kann er feststellen, ob es sich bei den Kontraktionen um Geburtswehen handelt. Zusätzlich prüft der Arzt durch Tasten, ob der Muttermund weich oder der Gebärmutterhals verkürzt ist.

Vorzeitige Wehen – die Gründe

Wodurch genau vorzeitige Wehen ausgelöst werden? Das ist noch nicht ausreichend erforscht. Jedoch vermuten Experten, dass folgende Risikofaktoren eine Rolle spielen:

  • Stress
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Ungesunde Lebensweise (Alkohol, Zigaretten, Drogen)
  • Vorzeitiger Blasensprung (Platzen der Fruchtblase)
  • Harnwegsinfektionen
  • Infektionen im Genitalbereich
  • Erkrankungen der Gebärmutter
  • Plazentainsuffizienz (Unterversorgung des Babys)
  • Diabetes
  • Asthma
  • Hormonstörungen
  • Erkrankungen des Babys

Foto: iStock/AleksandarNakic

Hier finden Sie alle Schwangerschaftswochen auf einen Blick!

Vorzeitige Wehen – was hilft dagegen?

Liegen tatsächlich vorzeitige, echte Wehen vor, wird die schwangere Frau an ein Krankenhaus überwiesen und dort stationär aufgenommen. Die Ärzte geben ihr dann wehenhemmende Medikamente, um die Geburt noch aufzuhalten. Wenn das nicht möglich ist, wird die Geburt zumindest soweit es geht hinausgezögert. In einigen Fällen bekommt die Schwangere ein Mittel zur Lungenreifung des Kindes verabreicht, um dem Baby nach der Geburt die eigenständige Atmung zu ermöglichen. Aber das ist eher die Ausnahme. In den meisten Fällen reichen strikte Bettruhe und wehenhemmende Medikamente aus.

In den letzten Wochen vor der Geburt kommt es immer häufiger zu leichten Kontraktionen der Gebärmutter. Das ist normal! Die Gebärmutter übt für die Geburtswehen. Treten die Kontraktionen aber über einen längeren Zeitraum auf und werden als schmerzhaft und unangenehm empfunden, kann es sich um vorzeitige Wehen handeln. Diese können unter Umständen den Gebärmutterhals verkürzen und den Muttermund eröffnen.

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Wann spricht man von vorzeitigen Wehen?

Wenn Dein Baby vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen möchte, spricht man von einer drohenden Frühgeburt bzw. vorzeitigen Wehen. Wenn Du keinen Blasensprung hast und es Dir und dem Kind gut geht, werden die Ärzte meistens versuchen, die Geburt so lange wie möglich hinauszuzögern. Manchmal kann aber auch die Beendigung der Schwangerschaft, durch einen Kaiserschnitt oder eine Spontangeburt, das Beste für das Baby sein. Jeder Fall muss von den Ärzten individuell entschieden werden.

Gerade vor der 34. Schwangerschaftswoche ist jeder Tag für Dein Baby entscheidend für die weitere Prognose, da in dieser Zeit die Entwicklung der Lungen noch nicht abgeschlossen ist. Aus diesem Grund wird meines Wissens der Mutter bei einer drohenden Frühgeburt zwei Gaben Kortison verabreicht. Das soll die Lungenreifung des Kindes beschleunigen.

Woran erkenne ich vorzeitige Wehen?

Vorzeitige Wehen können sich bei jedem etwas unterschiedlich bemerkbar machen. Wenn Du über einen längeren Zeitraum – öfter als dreimal stündlich – Gebärmutterkontraktionen spürst, musst Du an vorzeitige Wehentätigkeit denken. Manche Frauen spüren vorzeitige Wehen vor allem im Unterbauch oder Leistenbereich, andere im unteren Rücken. Vielleicht spürst Du auch, dass Dein Kind nach unten drückt. Wenn Du diese Anzeichen vor der 37. Schwangerschaftswoche spürst, solltest Du einen Arzt aufsuchen. Treten zusätzlich Blutungen auf oder platzt die Fruchtblase, musst Du umgehend in die Klinik!

Warum kommt es zu vorzeitigen Wehen?

Es gibt viele verschiedene Gründe für vorzeitige Wehentätigkeit. Körperliche, aber auch seelische Ursachen können diese Wehen auslösen. Besonders häufig betroffen sind allerdings Frauen, die…

  • in der Vorgeschichte schon einmal eine Frühgeburt hatten
  • mit mehreren Kindern schwanger sind
  • zu viel Fruchtwasser haben
  • an einer Scheideninfektion, Bluthochdruck, Diabetes leiden
  • jünger als 18 Jahre oder älter als 35 Jahre sind
  • rauchen, Alkohol trinken, sich unzureichend ernähren
  • alleinstehend sind oder ungewollt schwanger geworden sind

Wie kann der Arzt vorzeitige Wehen diagnostizieren?

Ob in der Praxis oder in der Klinik: Als erstes wird immer nach Deinem Muttermund getastet und der Gebärmutterhals per Ultraschall gemessen. Außerdem werden mit dem Herzton- und Wehenschreiber die Herztöne Deines Babys auch nach vorzeitigen Wehen untersucht.

Wie werden vorzeitige Wehen behandelt?

Generell kann ich Dir keine einheitliche Behandlung von vorzeitigen Wehen beschreiben. Je nachdem wie stark und wirksam die Wehen sind und zu welchen Zeitpunkt der Schwangerschaft sie auftreten, sind unterschiedliche Behandlungen denkbar:

  • Ruhe und Entspannung: Häufig genügt es, wenn Du Dir einige Tage Ruhe gönnst und körperliche Belastung vermeidest. Vor allem wenn Du weißt, das Du in den letzten Tagen viel körperlichen oder seelischen Stress hattest. Außerdem solltest Du erstmal auf Geschlechtsverkehr verzichten, da dadurch Wehen ausgelöst werden können.
  • Magnesium: Meistens wird Dir bei vorzeitiger Wehentätigkeit ein Magnesiumpräparat empfohlen. Diese sollen die Muskulatur und somit auch die Gebärmuttermuskulatur entspannen. Da eine Nebenwirkung von Magnesium Durchfall sein kann, ist Bryophyllum eine Alternative. Sprich mit Deiner Hebamme oder Arzt darüber.
  • Wehenhemmer: Wenn Dein Baby zwischen der 24. und 34. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen möchte, wird manchmal auch die Gabe einer Tokolyse (medikamentöser Wehenhemmer) notwendig. Nach aktuellen Empfehlungen sollten Wehenhemmer nicht länger als zwei Tage eingesetzt werden. Dies liegt einmal an den nicht zu unterschätzenden Nebenwirkungen auf Herz und Kreislauf. Abgesehen davon haben Studien gezeigt, dass deren langfristige Anwendungen die Frühgeburtenrate nicht senken können.
  • Antibiotika: Eine häufige Ursache von vorzeitigen Wehen ist eine Scheideninfektion. Vermutet man diese als Auslöser, wird sie mit Antibiotika behandelt.
  • Cerclage oder Muttermundverschluss: Eine Cerclage wird aufgrund einer Vielzahl von wissenschaftlichen Studien, die keinen eindeutigen Nutzen zur Verhinderung von Frühgeburten ergeben haben, nur noch sehr selten angewendet. Bei einer Cerclage wird der Gebärmutterhals unter einer Periduralanästhesie mit einem Kunststoffbändchen umschlungen und zusammengezogen oder bei einem totalen Muttermundverschluss vollständig zugenäht. Der Eingriff kann etwa ab der 15. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden. Die Umschlingung wird etwa zwei bis drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin durchtrennt oder wenn die Wehen nicht mehr aufzuhalten sind.

Welche Klinik sollte ich bei vorzeitigen Wehen aufsuchen?

Wenn Du den Verdacht hast, unter vorzeitigen Wehen zu leiden, solltest Du gleich eine Geburtsklinik mit einer angeschlossenen Kinderklinik aufsuchen. Die Kinderklinik sollte eine gut ausgestattete Neonatalstation haben. Krankenhäuser ohne entsprechende Ausstattung, dürfen Schwangere nur ab der 37. Schwangerschaftswoche zur Geburt aufnehmen. In Kliniken mit großen, gut ausgestatteten Neonatalstationen haben Frühgeborene bessere Chancen als in kleinen, weniger spezialisierten Geburtskliniken.

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Sind das vorzeitige Wehen? Und wenn ja, was kann ich tun?

Meistens sind das Dehnungsschmerzen. Denn im Körper verändert sich vieles, um dem wachsenden Baby Raum zu schaffen. Ein Verdacht auf vorzeitige Wehen besteht, wenn die Kontraktionen regelmäßig sind. Dann ist es auf alle Fälle wichtig, den Frauenarzt oder die betreuende Hebamme zu kontaktieren. Das können – und sollten – Sie ruhig jederzeit tun, wenn Sie befürchten, dass etwas nicht stimmt.

Bei vorzeitigen Wehen: Ruhe und Entspannung

Sollte sich herausstellen, dass Sie tatsächlich vorzeitige Wehen haben, sind Ruhe und Entspannung wichtig. Liegen hilft, die Gebärmutter zu beruhigen und nimmt den Druck vom Becken. Häufig genügt es, wenn die werdende Mutter sich daheim ausruht. Mitunter ist jedoch auch die stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus nötig. Hier ist dann meist Bettruhe angesagt, eventuell kombiniert mit Wehen hemmenden Medikamenten (Tokolytika).

Das tut Ihnen gut, wenn Sie wegen vorzeitiger Wehen Ruhe brauchen

  • Überlegen Sie mal, wie Sie Ihren Alltag so umstrukturieren können, dass Sie Tempo rausnehmen. Vielleicht können ja Freunde, Nachbarn und Verwandte sie in einigen Dingen entlasten? Ob und für wie lange Sie evtl. krank geschrieben werden, wird Ihr Arzt entscheiden.
  • Verwöhnen Sie sich mit viel Wärme: Ein Wärmekissen auf dem Bauch ist sehr angenehm; warmer Früchte- oder Kräutertee hilft, den Körper auch von innen zu wärmen. Bei vorzeitigen Wehen eignet sich zum Beispiel ein Entspannungstee, der Baldrian, Hopfen, Johanniskraut und Melisse enthält. Am besten davon über den Tag verteilt schluckweise zwei bis drei Tassen trinken.
  • Ihre Hebamme kann Sie auch dazu beraten, welche homöopathischen Mittel oder Tees sinnvoll sind.
  • Magnesium löst Gebärmutterkrämpfe. Besprechen Sie doch mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme, ob Ihre Magnesiumversorgung stimmt. Schwangere brauchen täglich rund 310 mg dieses Mineralstoffs. Er steckt zum Beispiel reichlich in Sonnenblumenkernen (420 mg pro 100 g), Nüssen (Mandeln enthalten z.B. 170 mg pro 100 g) und Haferflocken (140 mg pro 100 g).
  • Tabu sind bei vorzeitigen Wehen dagegen zu viel Ingwer, Kardamom, Nelke, Oregano und Zimt. (Gewürze, die zum Teil auch in Weihnachtsgebäck vorkommen). Sie können bestehende Kontraktionen noch verstärken.
  • Eine behutsame Bauchmassage mit Wehen hemmendem Öl tut gut. In der Apotheke gibt es „Toko-Öl“. Das ist eine Mischung der ätherischen Öle von Lavendel, Linaloeholz und Majoran. Das Öl wirkt Wehen hemmend, wenn Sie Ihren Bauch sanft damit einreiben.

Was tun bei vorzeitigen Wehen?

Wie läuft die Behandlung ab?

Da bei Elena Salerno keine Infektion vorlag, verordneten die Ärzte ihr Bettruhe und hoch dosierte Magnesiuminfusionen. „Magnesium wirkt krampflösend und kann Kontraktio­nen abschwächen oder ganz abklingen lassen“, sagt Claudia Schumann. Die Wirkung ist wissenschaftlich nicht belegt. Risikien werden diskutiert. Ärzte müssen daher genau abwägen, ob Magnesium oral oder als Infusion sinvoll ist.

Bei Elena Salerno blieb die Situation zunächst kritisch. „Ich erhielt vorsorglich eine Kortisonspritze zur Lungenreifung des Kindes. Spätestens da wurde mir der Ernst der Lage klar.“ Trotzdem ließ sich die werdende Mutter nach einer Woche im Krankenhaus auf eigene Verantwortung entlassen. Das untätige Herumliegen und Bangen in der Klinik stresste sie. „Liegen konnte ich auch zu Hause. Und ich ließ Muttermund und Wehentätigkeit engmaschig von meiner Gynäko­login überwachen“, erzählt Elena Salerno. In so einer Situation sei es wichtig, der Frau Mut zu machen und eine gute Kommunikation zwischen Arzt und Schwangerer aufzubauen, findet Schumann.

Therapien im Wandel

Während strikte Bettruhe lange Zeit als Mittel der Wahl galt, zeigten Studien, dass sie nicht wirksam ist. Körperliche Schonung reicht meist aus. Eine sogenannte Cerclage, das operative Verschließen eines zu schwachen Muttermundes, wird nur in speziellen Fällen angewandt, zum Beispiel bei einem verkürzten Muttermund.

Die medikamentöse Wehenhemmung (Tokolyse) kommt nach wie vor zum Einsatz. Jedoch mit überwiegend nebenwirkungsärmeren Medikamenten und nur für wenige Tage. „Etabliert hat sich die Gabe von Progesteron, einem Hormon, das die Schwangerschaft stabilisiert“, sagt Schleußner. „In Studien zeigte sich, dass unter bestimmten Voraussetzungen das Risiko einer Frühgeburt durch die vaginale Gabe von Progesteron um bis zu 40 Prozent gesenkt werden kann.“ Aber nicht alle Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Ob nun Magnesium, Liegen oder andere Maßnahmen Elena Salernos Schwangerschaft stabilisierten, weiß keiner. Sicher ist das Happy End. „Unser Sohn kam sogar eine Woche nach dem Termin zur Welt“, erzählt die Mutter.

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