Was tun BEI pseudokrupp

Was tun bei Pseudokrupp?

Pseudokrupp tritt vorwiegend in den Wintermonaten auf und bedroht Kinder zwischen sechs Monaten und sechs Jahren, besonders im zweiten Lebensjahr. Der quälende Husten ist zwar grundsätzlich gutartig, aber auch unberechenbar: Manche Kinder steigern sich in kurzer Zeit in eine schwere Atemnot hinein. Die Stiftung Kindergesundheit hat deshalb die wichtigsten Fakten über die Krankheit zusammengestellt, die so vielen Eltern schlaflose Nächte bereitet.

Pseudokrupp äußert sich mit quälenden nächtlichen Hustenanfällen und gehört zu den häufigsten Erkrankungen im Kleinkindalter. Es ist ein tiefer Husten mit harten, rauen und bellenden Tönen, die an das Bellen von Seehunden oder an das Blöken von Schafen erinnern – daher auch die volkstümliche Bezeichnung ‚Schafshusten’. Das Kind ringt hörbar nach Luft und gibt beim Einatmen ein ziehendes, manchmal juchzendes, manchmal brummendes Geräusch von sich. Die Stimme wirkt heiser oder gepresst. Das Kind weint und ist völlig verängstigt.

Der Name ‚Pseudokrupp’ ist veraltet. Als echter Krupp wurde früher die Kehlkopfdiphtherie bezeichnet (sie wird durch die Impfung verhindert und ist daher in Westeuropa so gut wie ausgerottet). Die gleichen Symptome, aber ohne eine Diphtherieinfektion nannte man Pseudokrupp, medizinisch subglottische Laryngitis. Weitere gebräuchliche Namen sind Kruppsyndrom, Krupphusten, viraler Krupp, Infektkrupp oder Kehlkopf-Katarrh. Gemeint ist aber immer eine Einengung der Luftwege, die zur Atemnot führt.

Der Husten tritt fast ausschließlich nachts auf. In der Regel geht eine leichte Erkältung mit Halsweh und Schnupfen voraus, deren Ursache eine Virusinfektion oder eine allergische Reaktion ist. Die Symptome der Krankheit entstehen dadurch, dass die Stimmbänder und die Schleimhäute an den darunter liegenden Abschnitten des Kehlkopfes und an der Luftröhre des Kindes entzündet und angeschwollen sind. Die Ursache ist meist eine Infektion mit verschiedenen Viren, die kleinen Kindern in der kalten Jahreszeit ohnehin schon das Leben schwer machen. Während diese Viren bei den meisten Kindern zu einer gewöhnlichen Erkältung führen, lösen sie bei den dafür besonders Anfälligen den typischen Krupp-Anfall aus.

Der Pseudokrupp ist eine Krankheit des Kleinkind- und Vorschulalters und tritt am häufigsten bei Kindern zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr auf. Der Grund: In diesem Alter sind die anatomischen Verhältnisse im Kehlkopfbereich sehr eng, gleichzeitig reagieren die Schleimhäute der Kinder jetzt besonders heftig auf Infektionen und Reizungen. Nach aktuellen Daten der Gesundheitsuntersuchung KiGGS des Robert Koch-Instituts erkranken Jungen mit 8,4 Prozent zweimal häufiger an Pseudokrupp als Mädchen (4,6 Prozent). Starke Luftverschmutzung bei bestimmten Wetterlagen steigert offenbar das Risiko. Das gilt übrigens auch für den Zigarettenrauch in der Wohnung.

Trotz der bedrohlichen und teils Angst erregenden Hustengeräusche verläuft der Krupp-Anfall normalerweise gutartig. Am nächsten Morgen kann alles vorbei sein. Manche Kinder können sich allerdings in einen lebensbedrohlichen Zustand hineinsteigern: Sie ziehen nur mühsam die Luft ein, sind unruhig, ihr Herz jagt, die Haut läuft blau an. Manchmal entsteht sogar der falsche Eindruck einer Besserung, wenn das Kind infolge der Atemnot völlig erschöpft ist. Auch das Bewusstsein kann in diesem Stadium getrübt sein.

„Soweit darf es nicht kommen!“, warnt Prof. Berthold Koletzko von der Haunerschen Kinderklinik in München mit Nachdruck: „Wenn sich der Lufthunger bedrohlich verschlimmert und Lippen, Hände oder Nasenspitze blau werden, muss das Kind sofort in die nächste Klinik. Es wäre falsch und gefährlich, in solchen Fällen auf den Arzt oder einen ärztlichen Notdienst zu warten. Jede Minute kann kostbar sein.“ Beim ersten Auftreten eines Pseudokrupp-Anfalls wird das Kind in aller Regel in eine Klinik eingewiesen und sicherheitshalber bis zum nächsten Morgen beobachtet.

  • In den meisten Fällen können aber die Eltern ihrem Kind mit einigen Sofortmaßnahmen über den Anfall hinweghelfen. Das Wichtigste ist: Ruhe bewahren und das verstörte, aufgeregte und verkrampfte Kind auf den Arm nehmen und beruhigen, unterstreicht die Stiftung Kindergesundheit. Beim Schreien schwillt nämlich die Schleimhaut weiter an. Hektik steigert nur die Angst des Kindes und damit auch seine Atemnot. In der aufrechten Position auf dem Arm kann das Kind auch besser atmen als im Liegen.
    Weitere Maßnahmen:
  • Für feuchtkalte Luft sorgen. Wenn nicht gerade Nebel oder Smog herrscht, das Fenster öffnen: Die Nachtluft erleichtert die Atmung.
  • Gleiche Bedingungen erreicht man mit einer „feuchten Kammer“: Das Kind ins Badezimmer tragen, mit der Handbrause heißes Wasser in die Wanne laufen lassen. Das Kind soll die feuchte Luft am besten in aufrechter Haltung einatmen.
  • Ebenfalls hilfreich: Die Kühlschranktür öffnen, damit das Kind die ausströmende kalte Luft einatmen kann. Nach dem Anfall braucht das Kind etwas Kaltes zu trinken, am besten kalten Himbeersaft oder Tee.

Eine Immunität nach Krupp-Husten gibt es leider nicht, eher im Gegenteil: Da viele Viren als Ursache infrage kommen, muss man vor allem in der kalten Jahreszeit mit häufigen neuen Krankheitsschüben rechnen. Eltern, die einen Pseudokrupp-Anfall bereits erlebt haben, werden schon die ersten Anzeichen im Wiederholungsfall schnell erkennen.

Sobald die Krankheit einmal aufgetreten ist, kann der Kinder- und Jugendarzt für mögliche neue Krupp-Anfälle ein spezielles Notfall-Zäpfchen (oder einen Saft) mit Kortison verschreiben, das die Schleimhäute abschwellen lässt. Das Zäpfchen muss im Kühlschrank aufbewahrt werden und sollte nur ein- oder zweimal pro Krankheitsfall gegeben werden. Antibiotika sind dagegen unnötig und unnütz, weil beim Pseudokrupp fast ausschließlich Viren im Spiel sind, betont die Stiftung Kindergesundheit.

Ein Trost für die betroffenen Eltern: Nach dem dritten Geburtstag des Kindes werden die Krupp-Anfälle meistens leichter, nach dem sechsten hören sie in fast allen Fällen auf. Durch das Wachstum verändern sich nämlich die anatomischen Größenverhältnisse des Kehlkopfes und es kommt nicht mehr so leicht zu einer Verengung.

Es gibt eine Krankheit, die dem Pseudokrupp ähnelt, dabei jedoch weit gefährlicher ist, aber zum Glück wesentlich seltener vorkommt: die akute Kehlkopfentzündung, die so genannte Epiglottitis. Da sie für das Kind lebensgefährlich werden kann, sollten Eltern die Unterschiede kennen:

  • Beim Pseudokrupp ist die Stimme des Kindes rau, heiser bis tonlos. Das Schlucken ist nicht behindert, die Temperatur nur leicht erhöht (um 38 Grad).
  • Bei der Epiglottitis verschlimmert sich das Befinden des Kindes geradezu stürmisch schnell. Die Stimme klingt nicht heiser, sondern hell, leise und kloßig, wie mit einer heißen Kartoffel im Mund. Das Kind fiebert und will nichts trinken, weil ihm das Schlucken wehtut. Speichel läuft aus dem Mund. Ohne schnelle Behandlung kann die Krankheit tödlich verlaufen, deshalb Notruf!

Wegen ihres bösartigen Verlaufs muss eine Epiglottitis in jedem Fall in einer Klinik behandelt werden, unterstreicht die Stiftung Kindergesundheit. Sie weiß aber auch Positives zu vermelden: Verglichen zu früheren Zeiten sind die Erkrankungszahlen seit Einführung der Hib-Impfung gegen Haemophilus influenzae Typ B, den wichtigsten Krankheitserreger der Epiglottitis, drastisch zurückgegangen.

Von Pseudokrupp sind am häufigsten Kinder zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr betroffen. In diesem Alter ist der Kehlkopfbereich sehr eng, gleichzeitig reagieren die Schleimhäute der Kinder jetzt besonders heftig auf Infektionen und Reizungen.

Nach den Daten der Gesundheitsuntersuchung KiGGS des Robert Koch-Instituts erkranken Jungen mit 8,4 Prozent zweimal häufiger an Pseudokrupp als Mädchen (4,6 Prozent). Starke Luftverschmutzung bei bestimmten Wetterlagen oder auch Passivrauchen steigern offenbar das Risiko.

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Manche Kinder steigern sich bei einem Pseudokrupp-Anfall in einen lebensbedrohlichen Zustand hinein: Sie ziehen nur mühsam die Luft ein, sind unruhig, ihr Herz jagt, die Haut läuft blau an.

Manchmal entsteht der falsche Eindruck einer Besserung, wenn das Kind infolge der Atemnot völlig erschöpft ist. Auch das Bewusstsein kann getrübt sein.

„Soweit darf es nicht kommen!“, warnt Professor Berthold Koletzko von der Stiftung Kindergesundheit: „Wenn sich der Lufthunger bedrohlich verschlimmert und Lippen, Hände oder Nasenspitze blau werden, muss das Kind sofort in die Klinik“.

Beim ersten Auftreten eines Pseudokrupp-Anfalls wird das Kind in aller Regel in ein Krankenhaus eingewiesen und sicherheitshalber bis zum nächsten Morgen beobachtet.

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Für feuchte oder kalte Luft sorgen

Eltern kann man Sofortmaßnahmen empfehlen, die dem Kind über den Anfall hinweghelfen. Das Wichtigste ist: Ruhe bewahren und das Kind auf den Arm nehmen und beruhigen. Beim Schreien schwillt nämlich die Schleimhaut weiter an.

Hektik steigert nur die Angst des Kindes und damit auch seine Atemnot. In der aufrechten Position auf dem Arm kann das Kind auch besser atmen als im Liegen.

Ein weiterer Tipp: Das Fenster öffnen, die Nachtluft erleichtert die Atmung. Ähnlich günstig ist eine feuchte Kammer. Das Kind soll feuchte Luft in aufrechter Haltung im Badezimmer einatmen. Dazu kann man mit der Handbrause heißes Wasser in die Wanne laufen lassen. Das Kind kann auch ausströmende kalte Luft aus dem Kühlschrank einatmen.

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Nach dem Anfall braucht das Kind etwas Kaltes zu trinken, am besten kalten Himbeersaft oder Tee.

Im Winter häufiger

Da viele Viren als Ursache für den Krupp-Husten infrage kommen, muss in der kalten Jahreszeit häufiger mit Krankheitsschüben gerechnet werden. Sobald die Krankheit einmal aufgetreten ist, sollte Eltern für mögliche neue Krupp-Anfälle zum Abschwellen der Schleimhäute ein Notfall-Zäpfchen (oder ein Saft) mit Kortison verschrieben werden.

Das Zäpfchen muss im Kühlschrank aufbewahrt werden und sollte nur ein- oder zweimal pro Krankheitsfall gegeben werden. Antibiotika sind bei der fast ausschließlich viral bedingten Krankheit unnötig, betont die Stiftung in einer Mitteilung.

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Nach dem dritten Geburtstag des Kindes werden die Krupp-Anfälle meistens leichter, nach dem sechsten hören sie in der Regel auf. Der Kehlkopf wird größer, und es kommt nicht mehr so leicht zu Verengungen.

Kehlkopfentzündung muss ausgeschlossen werden

Ausgeschlossen werden muss bei Kindern mit vermeintlichen Pseudokrupp-Anfällen aber immer eine potenziell lebensbedrohliche akute Kehlkopfentzündung (Epiglottitis).

Charakteristische Unterschiede sind, dass beim Pseudokrupp die Stimme rau, heiser bis tonlos ist, und dass das Schlucken nicht behindert und die Temperatur nur leicht erhöht (um 38° C) ist.

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Bei der Epiglottitis verschlimmert sich das Befinden des Kindes schnell. Die Stimme klingt nicht heiser, sondern hell, leise und kloßig, wie mit einer heißen Kartoffel im Mund. Das Kind fiebert und will nichts trinken, weil ihm das Schlucken wehtut. Speichel läuft aus dem Mund.

Wegen ihres bösartigen Verlaufs muss ein Kind mit Epiglottitis unbedingt in die Klinik, so die Stiftung. Seit Einführung der Hib-Impfung (H. influenzae Typ b) ist die Inzidenz drastisch zurückgegangen.

www.kindergesundheit.de

Anfallsartiger Husten und Atemnot

Bei der Atemwegerkrankung Pseudokrupp ist die Schleimhaut im Bereich des Kehlkopfes und der Stimmbänder geschwollen und entzündet. Dadurch verengen sich die Atemwege bis hin zu einer starken Atemnot, die lebensbedrohlich werden kann. Pseudokrupp ist durch einen anfallartigen Husten gekennzeichnet.

Synonyme: akute stenosierende Laryngotracheitis | Laryngitis subglottica | Krupp-Syndrom | Krupp-Husten

Die Krankheit tritt vor allem im Herbst und Winter, oft im Zusammenhang mit einer Erkältung, auf. Jungen und übergewichtige Kinder sind häufiger betroffen. Säuglinge und Kinder bis zum 6. Lebensjahr sind besonders gefährdet. Bei älteren Kindern ist die Luftröhre stärker geweitet, sodass es seltener zu lebensbedrohlichen Hustenanfällen kommen kann.

Themenübersicht

Ursachen für einen Pseudokrupp-Anfall

Influenza-Viren können für den Krupp-Husten verantwortlich sein.

Ein Pseudokrupp-Anfall wird durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst, etwa durch:

  • eine virale Infektion, insbesondere durch Parainfluenza-, Influenza-, Adeno-, Rhino-, RS-Viren, gelegentlich auch durch Masern-, Windpocken-, Herpes-simplex- und Epstein-Barr-Viren
  • eine bakterielle Infektion durch Bakterien, wie Staphylokokken
  • eine allergische Reaktion, etwa auf Katzenhaare oder Hausstaubmilben (spastische Pseudokrupp)
  • eine hohe Schadstoffbelastung in der Umwelt, etwa Zigarettenrauch, Luftverschmutzung

Symptome bei Pseudokrupp

Die Hustenattacken kommen häufig in den Abend- und Nachtstunden.

Meist ging dem Pseudokrupp eine leichte Erkältung voran. Ihr Kind hatte Schnupfen, Halsschmerzen, Heiserkeit und trockenen Husten. Typisch bei Pseudokrupp ist ein anfallsartiger, trockener und bellender Husten. Dieser geht mit Heiserkeit, Atemnot und häufig auch leichtem Fieber einher. In schweren Fällen, droht das Kind zu ersticken. Mitunter kommt es zu Panikattacken, da die verminderte Luftzufuhr Ängste bereitet. Beim Einatmen verursacht das Einziehen der Luft Geräusche (Stridor), manchmal auch beim Ausatmen. Der Pseudokrupp-Anfall tritt vorwiegend am Abend und in der Nacht auf, während die Kinder tagsüber meist beschwerdefrei sind. Dabei tritt ein Anfall plötzlich, das heißt ohne warnende Anzeichen, auf.

Komplikationen bei Pseudokrupp

Während bei älteren Kindern Pseudokrupp eher harmlos verläuft, da die Luftröhre stärker geweitet ist, kann es bei jüngeren Kindern zu lebensbedrohlichen Anfällen kommen. Sie drohen, zu ersticken. In manchen Fällen kann sich die Entzündung auf das Mittelohr, die Luftröhre oder die Lunge ausbreiten. Die Gefahr einer Lungenentzündung ist bei einer bakteriellen Infektion gegeben.

Pseudokrupp behandeln: Gängige Therapien bei Krupp-Husten

Besteht bei Ihrem Kind akute Erstickungsgefahr, sollten Sie sofort den Rettungsdienst rufen. In allen übrigen Fällen suchen Sie Ihren Kinderarzt auf. Das ist vor allem wichtig, um eine gesicherte Diagnose zu stellen, denn Pseudokrupp kann mit Diphterie, dem „echten Krupp“ verwechselt werden und dieser ist weitaus gefährlicher. Die Beschwerden ähneln außerdem denen einer akuten Kehlkopfentzündung (Epiglottitis), die tödlich verlaufen kann.

Exkurs: Pseudokrupp versus akute Kehlkopfentzündung

Während beim Pseudokrupp die Stimme des Kindes rau und heiser bis tonlos ist und das Schlucken nicht behindert wird, klingt die Stimme bei einer Epiglottitis hell, leise sowie kloßig und das Schlucken schmerzt. Das Kind fiebert und der Speichel läuft aus dem Mund.

Bei einer akuten Kehlkopfentzündung muss schnell gehandelt werden: Rufen Sie in diesem Fall den Notruf!

Der Kinderarzt wird entsprechende Medikamente verordnen, sodass diese bei einem erneuten Anfall griffbereit sind.

Kortison-Zäpfchen etwa lassen die entzündlichen Schleimhäute wieder abschwellen. In der Akuttherapie wird auch Cortison verschrieben. in der Klinik oder in der kinderärztlichen Praxis werden daneben Inhalationen mit Adrenalin zur Abschwellung der Schleimhäute durchgeführt.

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Pseudokrupp

Pseudokrupp wird meist mit einem Inhalationsgerät behandelt.

  • Beruhigen Sie Ihr Kind, denn eine Panikattacke verstärkt den Anfall.
  • Nehmen Sie Ihr Kind hoch bzw. setzen Sie es aufrecht hin.
  • Sorgen Sie für eine feuchtwarme Luft, etwa indem Sie heißes Wasser in die Badewanne füllen und sich mit Ihrem Kind auf den Badewannenrand setzen oder indem Ihr Kind mit Kochsalzlösung inhaliert. Allerdings besteht bei manchen Kindern auch die Gefahr, dass diese noch schlechter atmen. Daher ist es wichtig, dass sie bei ihrem Sprößling bleiben und sein Verhalten genau beobachten.
  • Auch ein offener Kühlschrank oder ein offenes Fenster können helfen. Frische Luft verstärkt die Zufuhr von Sauerstoff. Achten Sie jedoch auf eine entsprechende Kleidung.
  • Wenn sich Ihr Kind beruhigt hat, geben Sie ihm etwas Kühles zum Trinken. Es eignen sich Wasser und Tee, aber keine Milch. Ihr Kind sollte die Flüssigkeit in kleinen Schlücken zu sich nehmen.

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Pseudokrupp vorbeugen

Sie können einen Krupp-Husten vielleicht nicht immer verhindern, aber das Risiko minimieren. Achten Sie auf folgende Dinge:

  • Stärken Sie das Immunsystem Ihres Kindes, indem Sie auf eine gesunde Ernährung mit viel Vitaminen und Mineralstoffen achten.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt.
  • Unterstützen Sie den Bewegungsdrang Ihrer Kleinen und lassen Sie sie an der frischen Luft spielen.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind ausreichend Schlaf bekommt.
  • Vermeiden Sie den Kontakt mit Personen, die erkältet sind.
  • Rauchen Sie nicht in Gegenwart Ihres Kindes.

Exkurs: Krupp-Husten und passives Rauchen

Nicht nur Rauchen, auch Passivrauchen ist schädlich. Bildquelle: © Kitty – Fotolia.com

Kinder, die mit Rauchern in einer Wohnung leben müssen, sind stärker gefährdet, an Pseudokrupp zu erkranken. Daher ist es sinnvoll, dass ein passives Rauchen vermieden wird. Bei Kindern, die anfällig sind, sollten Eltern außerdem auf die Luftfeuchtigkeit der Wohnräume achten.

Unsere Seiten dienen lediglich Ihrer Information und ersetzen nicht die Diagnose und Behandlung durch den Arzt.

Trotz sorgfältiger Recherche und der Verwendung verlässlicher Quellen können sich mitunter Fehler in unsere Texte schleichen. Helfen Sie uns, besser zu werden. Hinweise senden Sie an: [email protected]

Stand vom: 27.01.2020

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit findet sich im Text die jeweils männliche Form bei Personenbezeichnungen. Es versteht sich jedoch von selbst, dass sich die Angaben auf Angehörige beider Geschlechter beziehen.

Das sagt die Kinderärztin Dr. med. Nadine McGowan

Typischerweise ereilt mich ein solcher Anruf spätabends im Frühjahr oder Herbst, also bei feuchtkalter Witterung: „Als wir sie ins Bett legten, war noch alles okay – und jetzt ist unsere dreijährige Tochter plötzlich mit Atemnot und einem komischen Husten aufgewacht und ist ganz heiser! Können Sie schnell vorbeikommen?“ Genau diese Schilderung ist exemplarisch für einen sogenannten Pseudokrupp Anfall oder auch stenosierende Laryngotracheitis genannt.

Dabei kommt es – meist durch Viren ausgelöst – zu einer Entzündung, dadurch zur Schwellung der oberen Atemwege unterhalb des Kehlkopfes und dann zur Atemnot.

Pseudokrupp Anfall: So erkennen Sie ihn

Man unterteilt den Pseudokrupp Anfall in vier Schweregrade, wobei Grad drei und vier selten vorkommen:

  1. Bellender Husten, Heiserkeit, geräuschvolle Einatmung (Stridor), aber keine wirkliche Atemnot
  2. Wie 1., aber zusätzlich leichte Atemnot, stärkerer Stridor, minimale Einziehungen bei der Einatmung (das bedeutet, man sieht die Rippen bei der Einatmung durch die erhöhte Atemarbeit stärker hervortreten)
  3. Stärkere Atemnot, starker Stridor, deutliche Einziehungen, Angst, Unruhe und beschleunigte Atmung
  4. Schwere Atemnot, Zyanose (blaue Lippen, etc.), Stridor, eventuell schon beeinträchtigtes Bewusstsein

Pseudokrupp Anfall: Was tun?

Bei Schweregrad 1 reicht meistens kalte, feuchte Luft. Typisch ist, dass die Eltern in Panik das Krankenhaus aufsuchen und bei Ankunft dort ist plötzlich alles wieder gut. Durch die kühle Luft auf der Autofahrt sind die Atemwege schon wieder soweit abgeschwollen, dass noch der bellende Husten bleibt, aber sonst alle Symptome wieder verschwunden sind.

Ein Pseudokrupp Anfall äußert sich durch Symptome wie Husten, rasselnde Atemgeräusche, Heiserkeit und Atemnot. Häufig sind die Kinder verängstigt, weil sie keine Luft bekommenFoto: shutterstoc

Liegt eine Grad-2-Laryngotracheitis vor, wird man zusätzlich zur kalten, feuchten Luft Kortison als Zäpfchen (Prednison oder Prednisolon, wobei Prednisolon schneller wirkt) oder Dexamethason (als Saft) verabreichen – das hemmt die Entzündung und führt zum Abschwellen der Atemwege. Zusätzlich kann im Krankenhaus eine Inhalation mit Suprarenin erfolgen, was zu einer sehr schnellen Besserung führt, da es ebenfalls abschwellend wirkt.

Muss man mit einem Pseudokrupp-Anfall ins Krankenhaus?

Meistens ist eine ambulante Behandlung möglich. So war es auch im Fall meiner kleinen Patientin. Ich hatte der Mutter geraten, ihre Tochter in eine dicke Decke zu wickeln und sich mit ihr auf den Balkon zu setzen, bis ich komme. Als ich eintraf, war die Einatmung noch deutlich hörbar, aber schon viel besser als zu dem Zeitpunkt, als die Mutter mich anrief. Da die kleine Patientin Saft verweigerte, verabreichten wir ihr ein Prednisolon-Zäpfchen. Die Sauerstoffsättigung war zu allen Zeitpunkten gut, auch, wenn das kleine Mädchen sicht- und hörbar Atemnot hatte. Nach einer halben Stunde war der ganze Spuk vorbei. Es blieb lediglich der schmerzhafte, bellende Husten, der sie auch noch in den Tagen danach begleitete und sich erst langsam löste.

Manchmal kommt es in der folgenden Nacht zu einem erneuten Pseudokrupp Anfall, aber in der Regel bleibt es bei einer Episode. Grundsätzlich können Kinder im Kindergartenalter mehrere Pseudokrupp Anfälle erleiden. Aber ab dem Alter von sieben Jahren ist der Spuk vorbei – der Grund, warum man danach eigentlich nicht mehr an Pseudokrupp erkrankt, ist unbekannt.

Liegen die Schweregrade 3 und 4 vor, ist eine stationäre Aufnahme unabdingbar, bei Grad 4 sogar oft auf der Intensivstation. Aber wie gesagt – die meisten Fälle lassen sich mit „Ruhe bewahren“ und kalter Luft regeln.

Pseudokrupp bei Kindern: Was tun?

Pseudokrupp oder auch Kruppsyndrom genannt kommt vermehrt bei Säuglingen und Kleinkindern vor. Doch worum handelt es sich bei dieser Art der Atemwegserkrankung genau und was ist zu tun, wenn sich ein Pseudokrupp-Anfall ankündigt? Das verraten wir Ihnen im folgenden Artikel.

Was ist Pseudokrupp?

Unter Pseudokrupp versteht man eine Erkrankung der Atemwege, die vorwiegend bei Säuglingen und Kindern bis zu 6 Jahren auftritt. Am häufigsten tritt die Erkrankung ab dem 8. Lebensmonat bis zum 3. Lebensjahr auf.

Hierbei kommt es zu einer Infektion der Schleimhäute an Kehlkopf und oberem Luftröhrenabschnitt, was wiederum zu Schwellungen führt. Dieser Umstand und die Tatsache, dass Luftröhre und Kehlkopf noch nicht so ausgeweitet sind wie bei älteren Kindern, führt dazu, dass das Atmen für die betroffenen Kinder erschwert wird und es zu starken Hustenanfällen kommen kann.

Besonders hoch ist das Risiko für Kinder, an Pseudokrupp zu erkranken, in den kalten Monaten, wenn Schnupfen- und Hustenviren Hochsaison haben. Im Frühling und Sommer, wenn die Temperaturen also wieder steigen, tritt diese Erkrankung der Atemwege eher selten auf.

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Welche Symptome sind bei Pseudokrupp zu erwarten?

Leidet ein Kind an Pseudokrupp, so merken das die Eltern meist in der Nacht durch einen lauten und harten Husten, der sich in etwa wie Bellen anhört. Am meisten kommt es abends oder gegen Mitternacht zu Pseudokrupp-Anfällen. Das Atmen hört sich keuchend an und auch beim Einatmen können pfeifende oder zischende Nebengeräusche wahrgenommen werden.

Ein weiteres typisches Anzeichen für Pseudokrupp ist Atemnot, die Kinder nicht selten in Angst und Panik versetzen. Hier gilt es in erster Linie Ruhe zu bewahren und die Schützlinge möglichst zu beruhigen und etwas abzulenken.

Pseudokrupp: die Ursachen

Die häufigste Ursache für eine Pseudokrupp-Erkrankung bei Kleinkindern und Säuglingen ist eine Virusinfektion, wie es beispielsweise bei Masern oder Influenza der Fall ist. Pseudokrupp kann auch in Folge eines grippalen Infekts auftreten. Auch bakterielle Infektionen kommen als Verursacher infrage. Seltener aber dennoch möglich sind diverse Allergien, wie z. B. eine Tierhaarallergie oder eine allergische Reaktion bei Hausstaubmilben.

Außerdem können schädliche Umwelteinflüsse und ganz besonders Tabakrauch den Krankheitsverlauf begünstigen und die Symptome verschlimmern. Laut Experten tritt der keuchende Husten mit Atemnot auch bei Jungen und etwas dickeren Kindern wohl häufiger auf als bei Mädchen und schlanken Kindern.

Virale und bakterielle Infektionen können eine Ursache für Pseudokrupp sein. (c) Colourbox

Was tun bei Pseudokrupp in Verbindung mit Husten und Atemnot?

Kommt es zu einem Hustenanfall, der durch Pseudokrupp ausgelöst wird, sollte das Kind in erster Linie in eine aufrechte Position gebracht werden. Feuchte und kühle Luft kann für Linderung sorgen. Öffnen Sie daher am besten die Fenster oder nehmen Sie das Kind warm eingepackt mit auf den Balkon an die frische Luft. Ist der nächtliche Husten etwas abgeklungen, erholt sich das Kind am besten, indem es etwas kühles Wasser oder Tee in sehr kleinen Schlucken zu sich nimmt.

Auch ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft sorgt für Abhilfe und lässt die Kleinen anschließend besser wieder einschlafen. Bei diagnostiziertem Pseudokrupp verschreiben Kinderärzte oft auch entsprechende Zäpfchen, die Kortison enthalten. Das Kortison sorgt dafür, dass die Schleimhäute abschwellen und die Kinder wieder besser Luft bekommen. Alternativ kann das Kortison auch oral in Form von Säften verabreicht werden. Sprechen Sie hierzu am besten mit dem behandelnden Kinderarzt.

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Pseudokrupp: Erste Hilfe bei Atemnot

In der Regel sollte nach einem Pseudokrupp-Anfall innerhalb der ersten halben Stunde eine sichtbare Besserung eintreten. Ist dies nicht der Fall oder bekommt Ihr Kind sehr schlecht Luft und leidet an akuter Atemnot, ist unverzüglich ein Notarzt zu rufen. Auch hier gilt: Kälte wirkt abschwellend.

Eine wirkliche Erstickungsgefahr droht jedoch nur in ganz seltenen Ausnahmefällen. Rufen Sie in jedem Fall einen Arzt oder gehen Sie in eine Klinik, sobald Sie den geringsten Verdacht eines schweren Anfalls haben. Wichtig in einer solchen Situation ist auch, dass die Eltern möglichst Ruhe ausstrahlen und dem Kind damit die Angst nehmen.

Pseudokrupp – Diagnose durch den Kinderarzt

Um sicherzugehen, dass Ihr Kind nicht an Pseudokrupp leidet, sollten Sie selbst den kleinsten Hustenanfall, vor allem wenn er abends oder nachts auftritt, ärztlich untersuchen lassen. Denn wird diese Atemwegserkrankung bei kleinen Kindern zu spät oder gar nicht behandelt, kann dies unter Umständen lebensbedrohlich werden. Anhand entsprechender Untersuchungen fällt der Arzt eine genaue Diagnose und kann feststellen, ob es sich um Pseudokrupp oder gar den Krupphusten handelt. Letzterer tritt vor allem bei einer Infektion mit Haemophilus-influenzae-Bakterien oder in Verbindung mit Diphtherie auf.

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Beides sind sehr gefährliche Infektionserkrankungen, die aber größtenteils durch die Impfung und der damit verbundenen Grundimmunisierung nahezu ausgeschlossen werden und nur noch in den seltensten Fällen auftreten. Wurde Pseudokrupp erstmals bei Ihrem Kind diagnostiziert, können Sie schwerwiegenden Anfällen vorbeugen: Bevor das Kind ins Bett geht, sollte das Zimmer gut gelüftet werden. Sie können zusätzlich feuchte Tücher aufhängen, um das Raumklima für die Nacht zu verbessern.

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