Was muss mein kind können?

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Vor der Einschulung nehmen Kinder an einem Einschulungstest teil, bei dem untersucht wird, ob ein Kind reif für die Schule ist. Die Eltern erhalten eine Einladung vom zuständigen Gesundheitsamt oder der zukünftigen Schule des Kindes. Der Test kann im Kindergarten, in der zukünftigen Grundschule oder beim zuständigen Gesundheitsamt stattfinden.

Zu dem Einschulungstest gehören medizinische Untersuchungen, die das Sehvermögen, Hörvermögen, Gewicht und Größe sowie die Zähne des Kindes untersuchen. Der Blutdruck des Kindes wird gemessen, der Gleichgewichtssinn, die Balance und motorische Fähigkeiten wie Hand-Augen-Koordination werden geprüft. Anhand des Impfausweises wird der Impfstatus des Kindes ebenfalls abgeglichen.

Der Einschulungstest ist ein spielerischer Test, der auf die Entwicklung des Kindes abgestimmt ist. Zum Test gehört die Untersuchung der Sprachentwicklung. Dabei wird zum Beispiel gesprochene Wort-Vervollständigung gespielt. Der Untersuchende nennt dem Kind ein eindeutiges Wort, dem ein wichtiger Buchstabe fehlt und das Kind soll das korrekte Wort aufsagen. Zum Beispiel sagt man „Eleant“ und das Kind soll „Elefant“ aufsagen.

Daneben wird das Sozialverhalten des Kindes erfragt und beobachtet. Man bittet das Kind zum Beispiel, seine Lieblingsfreunde im Kindergarten zu nennen und stellt Fragen zu den Freunden. Zum Beispiel, ob sie auf die gleiche Grundschule gehen werden. Das Kind wird gebeten, seine Adresse und seinen Geburtstag zu nennen.

Außerdem wird gegenständliches Malen beobachtet. Der Untersuchende bittet das Kind ein Männchen oder ein Haus mit Baum zu malen. Ein fünf bis sechs Jahre altes Kind sollte fähig sein, die Proportionen und geometrischen Formen korrekt zu malen. Zum Beispiel, dass der Baum kleiner als das Haus ist und dass der Mensch wiederum kleiner als der Baum ist.

Das Kind sollte ein gewisses Verständnis für Farben und Formen haben. Es soll zum Beispiel ein rotes Dreieck oder einen grünen Kreis aufzeichnen. Der Untersuchende prüft außerdem, ob das Kind den Unterschied zwischen Einzahl und Mehrzahl begreift. Das kann spielerisch geprüft werden, indem man fragt, ob auf einem Bild in einem Buch ein oder mehrere Tiere dargestellt sind.

Ferner wird das Kind direkt gefragt, ob es gerne in die Schule gehen möchte. Das Ergebnis des Einschulungstests wird häufig noch am selben Tag mit den Eltern persönlich besprochen.

Möchten Sie weitere Informationen zu diesem Thema bekommen? Mehr hierzu können Sie in unserem nächsten Artikel nachlesen: Einschulungstest

Einschulung: Ist mein Kind schulreif? Kriterien & Checkliste für Eltern

Vor der Einschulung fragen sich viele Eltern, ob ihr Kind schulreif ist. Ob ein Kind die Schulreife erlangt hat, lässt sich anhand verschiedener Indizien beobachten. In diesem Artikel erfahren Sie, woran Sie erkennen, ob Ihr Kind schulreif ist und wie Sie Ihr Kind aktiv unterstützen können.

Außerdem sollten die Eltern wissen, welche Regelungen für die Einschulung gelten. Schulen bestimmen normalerweise sogenannte Stichtage – in vielen Bundesländern ist das der 30. Juni.

Wenn das Kind vor diesem Datum das sechste Lebensjahr erreicht hat, muss es ab dem nächsten Schulbeginn zur Schule gehen. Ist es nach diesem Stichtag geboren – wird aber noch im selben Jahr sechs Jahre alt – besteht die Möglichkeit es vorzeitig einzuschulen.

In diesem Fall müssen Eltern genau abwägen, ob das eigene Kind schon schulreif ist oder ob es besser ist, noch ein Jahr auf die Einschulung zu warten.

Wenn Sie selbst in dieser Situation sind, dürfte es hilfreich sein, einige grundlegende Kriterien zu kennen, die für die Beantwortung dieser Frage wichtig sind. Daher habe ich einige wichtige Informationen zusammengestellt, die einen Überblick geben sollen, ob Ihr Kind bereits eingeschult werden kann – schulreif ist oder nicht.

Einschulung: Was wird von einem Schulkind heute erwartet?

Als Erstes sollten Sie die Erwartungen bei der Einschulung kennen, die heute an jedes Schulkind gestellt werden.

Die wesentlichen Fähigkeiten für ein schulreifes Kind sind …:

  • Eine Stunde lang still sitzen zu können.
  • Rudimentäre Konzentration -> etwa 20 Minuten mit der Aufmerksamkeit bei einem Thema bleiben können.
  • Enttäuschungen aushalten und eigene Bedürfnisse zurückstellen.
  • Eine einfache Geschichte korrekt nacherzählen.
  • Einfache Formen, Buchstaben oder Zahlen nachzumalen.
  • Einfache Dinge mit Schere und Klebstoff basteln zu können.
  • Unabhängigkeit: Mehrere Stunden ohne Eltern sein zu können.
  • Halbwegs fehlerfrei Deutsch sprechen/ verstehen.
  • Selbstständig an- und ausziehen.
  • Allein zur Toilette gehen.

Anmerkung: Wenn Sie detailliertere Informationen zu den Anforderungen wissen wollen, dann können Sie sich die ausführlichen Fähigkeiten-Tabellen am Ende dieses Artikels (siehe nächste Seite) ansehen.

Die oben genannten Kriterien sollte ein Kind auf jeden Fall erfüllen. Wenn das nicht der Fall ist, wissen Sie jetzt, was Sie mit ihm üben können. Wer seiner eigenen Einschätzung nicht traut, kann mit seinem Kind auch einen sogenannten „Eignungstest“ machen. Dort bekommen Sie zusätzliches Feedback von einer ausgebildeten Fachkraft. Fragen Sie einfach bei einer Schule nach; dort werden Sie an entsprechende Stellen vermittelt.

Schulreife: Intellekt und soziale Kompetenz des Kindes

Meist ist bei einer frühen Einschulung die intellektuelle Leistung des Kindes gegeben bzw. man kann dies leicht mit einem Eignungstest prüfen lassen. Viel schwieriger ist, die soziale Kompetenz des Kindes einzuschätzen, d. h. ob es bereits fähig ist …:

  • … anderen zuzuhören,
  • … Konflikte verbal zu lösen,
  • … selbstbewusst aufzutreten etc.,

… um nur einige Beispiele zu nennen. Sie müssen sich als Eltern vor Augen halten, dass es für Ihr Kind nicht einfach werden wird, sich in einer Klasse mit 25 bis 30 Kindern zu behaupten. Hierzu muss schon ein gewisses Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen vorhanden sein.

Unter Pädagogen und Psychologen ist die Ansicht weit verbreitet, dass jüngere Kinder es schwerer haben in der Grundschule mitzukommen als ältere.

Gerade in den frühen Jahren ist das Alter oft ein primäres Kriterium bei der Bildung des Statusgefüges unter Kindern. Auf gut Deutsch: Die älteren Kinder geben den Ton an, d. h. werden leichter die Alpha-Männchen (-Weibchen) als die Kleinen und bestimmen, was Sache ist. Hier kann ein Jahr einen gravierenden Unterschied machen.

Eine Studie der Essener Bildungsforscherin Gabriele Bellenberg hat zudem ergeben, dass vorzeitig eingeschulte Kinder fast doppelt so häufig sitzen bleiben, als jene, die regulär eingeschult wurden. Ein frühes Scheitern kann sich negativ auf das Selbstbewusstsein des Kindes und seine spätere Schulleistungen auswirken. Man sollte spätestens ab der dritten Klasse damit rechnen, dass der Leistungsdruck für das Kind deutlich zunimmt.

Häufiger sind die Kleinen auch beim Lösen von Aufgaben etwas langsamer als die Älteren. Damit haben sie weniger Verschnaufpausen und erleben die Schule schnell als „anstrengend“. Wie Sie Ihr Kind letztlich im Bereich der sozialen Kompetenz beurteilen, können Sie nur selbst entscheiden. Einen wirklich objektiven Maßstab gibt es hierfür nicht. Aber man kann im Zweifelsfall sagen, dass es für ein Kind weniger belastend ist, ein Jahr später in die Schule zu kommen, als im „worst case“ später „sitzen zu bleiben“.

Schulreife erwerben: Wie bereitet der Kindergarten die Schulzeit vor?

Auch die Erfahrungen, die das Kind im Kindergarten sammelt, wird es dabei unterstützen, die Einschulung leichter zu verkraften. Hier lernt das Kind spielerisch Erfahrungen mit Menschen und Objekten zu sammeln, die für sein späteres Leben wichtig sind. Viele sehen den Kindergarten als den „idealen Platz an“, um soziale Kompetenzen – beispielsweise im Spiel mit anderen Kindern – auszubilden. Zur Übersicht habe ich einige Eckpunkte zusammengestellt, die ein guter Kindergarten bei der Erziehung berücksichtigen sollte:

  • Lebenssituationen selbstständig zu bewältigen.
  • Selbstständigkeit fördern und Eigenaktivität anregen.
  • Lernen, Regeln zu verstehen und diese einzuhalten.
  • Einen Platz in der Gruppe finden.
  • Grundkenntnisse über den eigenen Körper zu haben.
  • Förderung der Fein- und Grobmotorik.
  • Helfen, sich in der Umwelt zurechtfinden.
  • Sprachförderung durch Lieder, Spiele oder Gespräche.
  • Lernen, Konflikte mit anderen zu lösen.

Wenn ein guter Kindergarten diese Aufgaben erfüllt, wird es Ihr Kind leichter haben, in der Schule zurechtzukommen. Insofern kann ein weiteres Jahr im Kindergarten helfen, die Chancen für Ihr Kind deutlich zu verbessern.

Wie können Eltern helfen, ihr Kind schulreif zu machen?

Als primäre Bezugspartner und Orientierungspersonen können gerade Eltern eine Menge tun, um die Fähigkeiten des Kindes zu fördern. Helfen Sie dem Kind Regeln zu verstehen, indem Sie selbst klare Vorgaben machen und diese auch selbst einhalten bzw. vorleben.

Bringen Sie das Kind beispielsweise immer pünktlich und regelmäßig in den Kindergarten, damit Ihr Kind vorgelebt bekommt, was es heißt „Regeln einzuhalten“. Machen Sie es neugierig auf neue Lebenssituationen und sprechen Sie mit Freude über seinen neuen Lebensabschnitt, wenn es zur Schule gehen darf.

Bringen Sie Ihrem Kind bei, sich in der Umwelt zurechtzufinden, indem Sie beispielsweise den Schulweg gemeinsam mit ihm gehen. Auch das Einüben von alltäglichen Fähigkeiten wie das …:

  • Binden der Schnürsenkel,
  • Telefonieren oder
  • Lernen von Verkehrszeichen

sind förderlich.

Suchen Sie Kontakt zu anderen Eltern, die ihr Kind auf die gleiche Schule schicken wollen. Vielleicht lernt Ihr Kind so seinen ersten Schulfreund(in) kennen. Suchen Sie mit ihm zusammen einen schönen Schulranzen und Schulutensilien aus. Dies sind natürlich nur einige Beispiele, aber sie geben die Richtung an, wie Sie Ihrem Kind helfen können.

Einschulung: Welche Schule wähle ich für mein Kind?

Oft hört man den Ratschlag, die nächstgelegene Schule zu wählen. Einerseits ist der Weg zur Schule kurz und kann vom Kind schnell gelernt werden. Andererseits ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Kinder aus der Nachbarschaft auf dieselbe Schule gehen und so Freundschaften weiter gepflegt werden können. Wenn Ihr Kind einige bekannte Gesichter in der Klasse wiedererkennt, macht das die Trennung von den Eltern oft leichter, da Vertrautes dem Kind mehr Sicherheit vermittelt.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob die nächstgelegene Schule die richtige ist, sehen Sie sich die Schule zusammen mit Ihrem Kind an. Sprechen Sie mit der Lehrerin für die erste Klasse und machen Sie sich ein Bild, wie die Schule insgesamt auf Sie wirkt. Sicher, wenn die Schule sehr verwahrlost aussieht, mag dies ein Anlass sein, über eine bessere Alternative nachzudenken.

Schulreife: Übersicht der Fähigkeiten eines Schulkindes

Für alle, die es ganz genau wissen wollen, habe ich eine detaillierte, tabellarische Übersicht über die Fähigkeiten angehängt, die für ein Schulkind wichtig sind.

Schulreife: Soziale Kompetenzen

Selbstständigkeit:

– Alleine an- und ausziehen können
– Alleine auf die Toilette gehen
– Selbstständig frühstücken
– Ohne Eltern auskommen
– Ordnung halten
– Kleine Aufgaben erledigen
– Namen und Adresse kennen

Regeln einhalten

– Ordnungsregeln einhalten
– Gesprächsregeln einsehen
– Verhaltensregeln verstehen und einhalten

Sich in Gruppen zurechtfinden:

– Kontaktbereitschaft
– Meinung äußern
– Zuhören können
– Rücksichtnahme auf andere
– Akzeptanz und Toleranz
– Zurückstecken können

Bedürfnisse aufschieben können:

– Geduld haben
– Eigene Bedürfnisse – z. B. Hunger – zurückstellen

Emotionale Stabilität:

– Arbeitsfähigkeit trotz Ärger oder Freude
– Ängste benennen und akzeptieren können
– Entwicklung von Selbstvertrauen

Konfliktfähigkeit

– Konflikte verbal lösen können
– Einfühlen in andere

Zeitperspektive:

– Arbeitszeit einschätzen, einteilen

Konzentrationsfähigkeit:

– Zielgerichtet bei einer Sache bleiben können

Schulreife: Geistige Kompetenzen

Formen wahrnehmen / Muster erkennen

– Einfache Puzzles zusammensetzten können
– Geometrische Grundformen kennen
– Formen und Farben erkennen und benennen können

Artikulationsfähigkeit

– Phonologische Bewusstheit -> Erkennen der Lautstruktur
– Eigene Gedanken verbalisieren können
– Sich zu Wort melden

Gliederungsfähigkeit

– Rechts/links Unterscheidung
– Oben/unten Unterscheidung
– Grundkenntnisse des menschlichen Körpers
– Fähigkeit selbst (oder mit Anleitung) zu denken
– Einfache Aufgaben erinnern
– Einfache Handlungsabläufe strukturieren: dies zuerst – das zuletzt
– Kleine Geschichten (nach-) erzählen
– Fantasie

Mengenauffassung:

– 4-6 Objekte zahlenmäßig erfassen können
– Augen eines Würfels als Zahl wiedergeben
– Zählen bis 12

Sprachverhalten

– Verständliche Aussprache
– Deutsch verstehen und sprechen
– Ganze Sätze formulieren
– Anderen zuhören können

Einschulung: Körperliche Kompetenzen

Körper

– Gleichgewichtsgefühl
– Raumorientierung
– Gesunde Ernährung

Motivationaler Bereich

– Leistungsbereitschaft
– Aufgaben zu Ende bringen – z. B. Tischspiele zu Ende spielen
– Durchhaltevermögen beim Schneiden und Ausmalen
– Misserfolge sublimieren können: Verlieren lernen
– Fehler zulassen

Motorische Fähigkeiten

– Knoten binden
– Schleife binden
– Papier reißen
– Mit unterschiedlichen Materialien umgehen können
– Fingerübungen
– Stifte korrekt halten können
– Auf der Linie ausschneiden
– Mit Farbe und Kleber umgehen können

Arbeitsverhalten:

– In der Gruppe Arbeiten abschließen
– Arbeitsblätter mit Kreativität gestalten
– Ausdauer
– Genauigkeit
– Lerninteresse
– Sich mindestens 20 Minuten konzentrieren können

Damit bin ich mit meiner Ausarbeitung am Ende und hoffe Ihnen einen guten Überblick gegeben zu haben, welche Kriterien für das Einschulen Ihres Kindes wichtig sind.

Viel Erfolg und Spaß für Ihr Kind in der Schule!

Ist mein Kind schulreif – Was muss mein Kind bis zur Einschulung können?

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  • Die meisten Eltern fragen sich im letzten Kindergartenjahr, ob ihr Kind die Schule gut meistern wird und ob es reif für die Einschulung ist.

    Es gibt sehr unterschiedliche Vorstellungen, was ein Kind vor der Schule alles können muss. Manche rennen mit dem Kind von einem Vorbereitungskurs zum anderen und lehren jeden Abend Buchstaben. Andere lassen die Schulvorbereitung sehr entspannt angehen.

    Wer hat nun recht? Die Antwort liegt irgendwo in der Mitte. Aus jahrzehntelangen Forschung weiß man, dass die Fähigkeiten eines Kindes, sowie seine Bildung insgesamt, ein sehr hohe Korrelation mit den Einstellungen der Eltern haben.

    Eltern, die große Hoffnungen auf ihre Kinder setzen und viel erwarten, haben tendenziell auch schulisch erfolgreiche Kinder.

    Generell gilt: Sie tun Ihrem Kind etwas Gutes, wenn sie Erwartungen aufstellen und diese klar kommunizieren.

    An dieser Stelle sollte man aber auch sehr aufpassen. So gut die Erwartungen auch sein mögen – Ihr Kind muss diese Erwartungen erfüllen können. Dabei muss man zwei Dinge beachten:

    1. Sie können von Ihrem Kind nicht alles gleichzeitig erwarten, insbesondere nicht, wenn es neue Erwartungen sind. Wenn Sie Ihrem Kind neue Fähigkeiten beibringen wollen, sollten es nicht mehr als zwei gleichzeitig sein. Es gibt Eltern, die kurz vor der Einschulung in Panik verfallen und versuchen, dem armen Kind alles gleichzeitig einzutrichtern. Das ist zum Scheitern verurteilt. Es schadet der emotionalen Entwicklung des Kindes, stiftet Schulangst und ist schädlich für den Familienzusammenhalt.
    2. Erwarten Sie von Ihrem Kind nur das, was das Kind in seinem Alter auch leisten kann. Die kindliche Entwicklung verläuft nach einem bestimmten Muster und baut Stufe für Stufe aufeinander auf. Ihre Kinder können erst weitere Fähigkeit erlernen, wenn die Entwicklung der aufbauenden Fähigkeit abgeschlossen ist.

    Welche Fähigkeiten kann man von einem Vorschulkind erwarten? Wie kann ich die Schulfähigkeit meines Kindes fördern?

    Es gibt keine einheitliche Definition, was ein Vorschulkind können muss. Wir haben dennoch eine Liste an Fähigkeiten zusammengestellt, die die fordernden Erwartungen und die langfristig erfolgreiche Entwicklung Ihres Kindes ins Gleichgewicht bringen.

    Zusätzlich dienen viele der genannten Fähigkeiten als Vorläuferfähigkeiten für den kommenden Schulstoff:

    1. Muss mein Kind lesen können? ~ Symbole deuten können

    Es gibt Kinder, die bereits vor der Einschulung lesen können. Das ist aber keine Voraussetzung. Manche Eltern mögen es sogar nicht, weil solche Kinder sich im Unterricht schnell langweilen.

    Aber was alle Kinder mitbringen sollten (und dies ist gleich die Vorläuferfähigkeit zum Lesen und Schreiben), ist die Fähigkeit zum Symbole lesen. Ihr Kind muss noch keine einzelnen Buchstaben kennen.

    Mit Symbollesen ist gemeint, dass das Kind Symbole aus der Umwelt erkennt und diese deuten kann. Dazu gehören z. B. das grüne „H“ auf einem gelben Schild als Haltestelle und „WC“ als Toilette identifizieren können. Dies ist in der Basis nichts anderes als lesen. Man nimmt die Symbole wahr und kann sie deuten. Kann Ihr Vorschulkind das, so fällt die Übertragung auf Buchstaben nicht schwer.

    Wie kann ich mein Kind unterstützen?

    Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die unmittelbare Umwelt. Zeigen Sie ihm Symbole und erklären Sie, was es bedeutet, wie die Gegenstände heißen und was man damit anfangen kann. Damit helfen Sie Ihrem Kind nicht nur beim späteren Lesen, sondern tragen auch zu seinem Wortschatz bei.

    2. Muss mein Kind schreiben können? ~ Finger- und Handgeschicklichkeit

    Auch die Entwicklung des Schreibens beginnt nicht erst unmittelbar vor der Schule. Das Schreiben im kindlichen Sinne ist bereits das Kritzeln von Briefen oder das Malen von Briefen. Mit diesem Malen beginnt die Schreibentwicklung. Im späteren Verlauf lernen Ihre Kinder die Bedeutung der Buchstaben kennen und versuchen diese nachzumalen.

    Eine hochkomplizierte graphomotorische Leistung wie Schreiben benötigt eine richtige Stifthaltung. Nur wenn der Stift korrekt und entspannt in der Hand liegt und das Handgelenk flüssige Bewegungen ausführen kann, hat das Kind Spaß am Schreiben.

    Denn sind die Hand- und Fingermuskeln nicht genug trainiert, ist das Schreiben mühsamer und kostet mehr Kraft. Das Kind verwendet seine ganze Energie darauf, die Spannung in der Hand aufrechtzuerhalten und bekommt dadurch wenig vom Unterricht mit.

    Im schlimmsten Fall dauern Schreibaufträge zu lange, wodurch das Kind frustriert wird und die Lust am Unterricht verliert.

    Ihr Kind braucht also weniger eine konkrete Schrift kennen, sondern viel mehr:

    • eine feinmotorisch geschulte Hand mit Ausdauer,
    • die Fähigkeit zum Ausmalen innerhalb von Grenzen und
    • die Fähigkeit, Linien nachzuschneiden.

    Diese Fähigkeiten werden sicherlich in der ersten Klasse zusätzlich gefestigt, aber gute Ansätze sollten bereits bei einem Vorschulkind vorhanden sein.

    Wie kann ich mein Kind unterstützen?

    • Bieten Sie Ihrem Kind viele Möglichkeiten zum Schneiden, Malen und Kleben.
    • Zum Schneiden üben haben wir für Sie einige kostenlose Vorlagen zusammen gestellt.
    • Eine geeignete Schere ist dafür ein Muss.
    • Knete unterstützt die Entwicklung der Handmuskulatur.
    • Stellen Sie Ihrem Kind gute Stifte zur Verfügung. Wir empfehlen dicke Dreikantstifte.
    • Zum Nachspuren üben haben wir ein kostenloses Nachspurheft zum download erstellt.

    3. Muss mein Kind rechnen können? ~ Mengenverständnis

    Manche Kinder können bereits errechnen, was 2+3 ist. Das ist allerdings kein Muss. Ihre Kinder sollten schon erkennen, welche Menge größer und welche kleiner ist (z. B. ob 6 größer oder kleiner ist als 3). Diese Fähigkeit Mengen zu erkennen und zu unterscheiden nennt man Mengenverständnis.

    Ihr Kind sollte in der Lage sein, auch ohne Zählen zu erkennen, welche Menge mehr Einzelteile hat. Natürlich kann ein Kind keine Mengen in hohen Bereich vergleichen, aber Zahlen im einstelligen Bereich sollte machbar sein.

    Ihr Kind sollte auch räumliche Beziehungen zwischen den Gegenständen erkennen können – das heißt zu unterscheiden, welcher Gegenstand vorne, hinten, oben oder unten ist.

    Auch die Fähigkeit Zusammenhänge zu erkennen und logische Reihen bilden zu können gehört zu einer Vorstufe der Schulmathematik.

    • Kleinere Sortieraufgaben nach Menge, Größe und Länge
    • Labyrinthaufgaben
    • Probieren Sie es aus, indem Sie unterschiedliche Anzahl von Smarties in zwei Schälchen verteilen. Fragen Sie anschließend Ihr Kind, in welcher Schale mehr Smarties drin sind. Nach der Übungssequenz ist es zwingend nötig die Smarties gemeinsam zu vernaschen 😉
    • Auch einfache Würfelspiele, wie z. B. Mensch-ärgere-Dich-nicht tragen zum besseren Mengenverständnis bei.

    4. Muss mein Kind erzählen können? ~ Sprachverständnis

    Ihr Kind sollte sich

    • gut verständlich und
    • in ganzen Sätzen ausdrücken können,
    • einfache Arbeitsanweisungen verstehen und
    • ausführen können.

    Sprache ist nicht nur für die Schule äußerst wichtig, sondern auch für die Knüpfung sozialer Kontakte. Aber nicht nur die gesprochene Sprache, sondern die wahrgenommene Sprache muss verständlich sein. Dies bedeutet, Ihr Kind muss auch das Gehörte gut verstehen, verarbeiten und umsetzen können.

    • Sprechen Sie mit Ihrem Kind so oft wie möglich
    • Kommentieren Sie Ihre Handlungen
    • Lesen Sie Ihrem Kind viel vor
    • Geben Sie Ihrem Kind sprachliche Anweisungen ohne Gesten
    • Fördern Sie die auditive Wahrnehmung Ihres Kindes
    • Besuchen Sie bei Schwierigkeiten einen Logopäden

    5. Muss sich mein Kind Dinge merken können? ~ Merkfähigkeit

    Die Merkfähigkeit Ihres Kindes ist eine der Fähigkeiten, an die die meisten Eltern nicht in erster Linie denken. Dabei ist die Merkfähigkeit die absolute Basis, um irgendetwas lernen zu können. Nur das, was ein Kind sich merken kann, kann es dauerhaft abspeichern. Ein Vorschulkind sollte sich mindestens drei Dinge merken und wiedergeben können.

    • Lernen Sie kleinere Gedichte und Lieder mit Ihrem Kind
    • Bitten Sie Ihr Kind drei Gegenstände zu bringen (z. B. Butter, Milch und Marmelade beim Einkaufen)
    • Bitten Sie Ihr Kind eine vorgelesene oder erzählte Geschichte wiederzugeben

    6. Muss mein Kind ein Teil einer Gruppe sein können? ~ Sozial-Emotionale Entwicklung

    Neben den aufgezählten Kompetenzen ist auch die sozial-emotionale Entwicklung ein sehr wichtiger Baustein, um mit den Anforderungen des Schulalltags gut zurechtzukommen. Ihr Kind verbringt den größten Teil des Tages mit einer Vielzahl anderer Kinder in unterschiedlichsten Situationen.

    • Kann sich Ihr Kind von Ihnen als Eltern lösen?
    • Kann Ihr Kind selbständig kleinere Aufgaben erledigen?
    • Kann es mit anderen Kindern umgehen?
    • Kann es sich in die Gruppe integrieren?
    • Kann es selbst Konflikte lösen?
    • Kann sich Ihr Kind zurücknehmen und warten, bis es an der Reihe ist?

    Gerade der letze Punkt ist besonders wichtig für die Persönlichkeitsreifung. Das Kind muss sich als ein Teil der Klasse erkennen und identifizieren können. Das geht nur, wenn die Phase der sogenannten „Ich-Bezogenheit“ überwunden ist. Ihr Kind muss es lernen im größeren Rahmen zu denken und sich auch in größeren Kontexten betrachten können.

    Doch nicht nur die Gruppe, sondern auch die Persönlichkeit Ihres Kindes ist wichtig. Das Selbstbewusstsein Ihres Kindes sollte ihm gestatten, ohne Angst mit altersgemäßen sozialen Situationen umzugehen und sich sowohl als Gruppenmitglied als auch als Individuum einzufügen und zu behaupten.

    • Üben Sie mit Ihrem Kind, sich als Teil eines Systems (z.B. einer Familie) zu sehen. Familienkonferenzen sind zum Beispiel eine tolle Möglichkeit zu üben, gute nicht-egoistische Entscheidungen im Sinne des Allgemeinswohls zu finden.
    • Unterstützen Sie die Empathiefähigkeit Ihres Kindes
    • Stärken Sie das Selbstbewusstsein Ihres Kindes

    7. Muss mein Kind Ausdauer zeigen? ~ Arbeitseinstellung

    Nun zu einem sehr bedeutenden Faktor für eine gelungene Schullaufbahn Ihres Kindes gehört eine richtige Arbeitseinstellung. Die Arbeitseinstellung besteht aus drei Komponenten:

    1. Motivation

    Motivation ist notwendig, damit Ihr Kind überhaupt anfängt sich mit einer Aufgabe auseinanderzusetzen. Die Motivation kann entweder extrinsisch oder intrinsisch sein.

    Intrinsische Motivation bedeutet Motivation von Innen. Wenn Ihr Kind etwas macht, was ihm Spaß macht, macht es dies aus intrinsischer Motivation. Die Sache an sich ist es genug Wert, um sich mit ihr zu beschäftigen.

    Leider haben Kinder nicht immer und nicht auf alle Aufgaben Lust. Hier wird es notwendig die Motivation durch Reize von außen, also extrinsisch zu motivieren.

    Am einfachsten ist es für Sie, Ihr Kind in seiner neuen Rolle als Vorschulkind zu bestärken: Vorschulkinder beißen sich durch, Vorschulkinder geben nicht so schnell auf, usw. Für solche Aufgaben kann es auch hin und wieder (nicht immer!) eine Belohnung geben.

    2. Anstrengungsbereitschaft und Durchhaltevermögen

    Doch für die meisten Kinder ist es am Anfang nicht einfach sich mit schwierigen Aufgaben auseinanderzusetzen. Es ist nicht einfach es nach dem scheitern nochmals zu probieren.

    Und auch beim zweiten Mal kann es sein, das keine erhoffte Lösung gelingt. Bleiben Sie bei Ihrem Kind und bestärken Sie es, es noch einmal zu probieren. Haben die Kinder eine geringe Frustrationstoleranz, so kann es sein, dass es ausflippt.

    In seltenen fällen fliegen die Gegenstände. Es empfiehlt sich die Frustrationstoleranz bereits früh zu trainieren. Dies gelingt sehr gut mit Regelspielen, wenn das Kind es auch mal aushalten muss, nicht zu gewinnen.

    3. Konzentration

    Wenn das Kind sich einer Aufgabe widmen möchte und auch öfters probieren kann, muss es nur noch konzentriert bleiben können. Unter Konzentration versteht man die Fähigkeit zur Selbststeuerung der Aufmerksamkeit und der Hemmung störender Impulse bzw. Bedürfnisse.

    Dadurch kann Aufmerksamkeit ausreichend lange aufrechterhalten werden. Die Selbstständigkeit Ihres Kindes sollte soweit entwickelt sein, dass es nicht von einer permanenten Zuwendung durch Erwachsene abhängig ist. Ein Vorschulkind sollte etwa 20 Minuten bei der Sache bleiben können.

    • Bestärken Sie Ihr Kind in seiner Rolle als Vorschulkind
    • Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Dinge nochmal zu probieren
    • Zeigen Sie Ihrem Kind mit dem eigenen Beispiel, dass sie keine Schwierigkeiten scheuen
    • Unternehmen Sie mit Ihrem Kind ruhig langwierige Dinge (längere Geschichte vorlesen, längeres Tischspiel), um seine Ausdauer in der Konzentration zu üben

    Fazit

    Kinder entwickeln sich sehr unterschiedlich. Die Unterschiede sind genetisch und persönlich bedingt. Aber auch die Anregungen des Umfelds haben einen enormen Einfluss auf die kindliche Entwicklung.

    Die beste Förderung ist, mit Ihrem Kind viel zu unternehmen, damit es unterschiedliche Erfahrungen macht. Lassen Sie es gleichzeitig immer wieder viel selbst tun.

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      • Was Kinder heute zur Einschulung können müssen

        Aus Kindergartenkindern werden Erstklässler. Manche von ihnen können vor dem ersten Schultag schon lesen und schreiben, andere sind noch sehr verspielt. Doch was müssen Schulkinder wirklich können? Wir haben nachgefragt.

        „Natürlich müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Für den Übergang von der Kita in die Schule müssen Kinder aber nicht extra trainiert werden“, sagt Maresi Lassek, Lehrerin und Schulleiterin der Grundschule am Pfälzer Weg in Bremen und Vorsitzende des Grundschulverbandes. Wichtig sei vor allem, dass Eltern, Schule, Kita und natürlich das Kind die Einschulung als Entwicklungsschritt gemeinsam gestalten.

        Spielend lernen

        Im Vorschulalter lernen Kinder durch Spielen, Nachahmen, Ausprobieren, Experimentieren. Eltern können ihren Kindern hier viel anbieten: Vorlesen, Tischspiele, Malen, Basteln, Bauen, Ausschneiden – jede Interaktion bringt das Kind weiter. „Was herkömmlich als Spiel bezeichnet wird, ist die richtige und angemessene Lernform für Kinder bis zum Schuleintritt“, ist sich Lassek sicher.

        Einschulung – Der richtige Schulranzen für Ihr Kind

        Einschulung
        Der richtige Schulranzen für Ihr Kind

        Keine billige Anschaffung – Eltern sollten ihre Kinder beim Schulranzenkauf miteinbeziehen. Video

        Regeln einhalten

        Neben der Familie ist die Kita der wichtigste Lernort für Vorschulkinder. Die Kinder erleben sich hier erstmals in einer Gruppe – eine wichtige soziale Erfahrung. Rücksicht nehmen, sich an Regeln halten, mit anderen Kindern zusammen sein, auch das sind bedeutsame Lernschritte in Richtung Schule. Dort wird der Lernprozess, der durch Familie und Kita angestoßen wurde, aufgenommen und fortgesetzt – mit zunehmendem Schwerpunkt auf dem Lernen in didaktisch aufbereiteten Zusammenhängen.

        Die Persönlichkeit stärken

        Kinder, die in die Schule kommen, haben also bereits grundlegende Lernprozesse bewältigt. Sie haben dabei auch Fähigkeiten erworben, die für den Schulstart besonders wichtig sind:

        • soziale und emotionale Kompetenz
        • Sprachkompetenz
        • mathematische Kompetenz
        • motorische Fertigkeiten
        • Achtsamkeit und Interesse für das Umfeld (Wahrnehmungsfähigkeit)

        Für Eltern wichtig zu wissen: Mit einer guten Beziehung zu ihrem Kind haben sie bereits „Vorkehrungen“ getroffen, die einen guten Schulstart ermöglichen. „Es macht wenig Sinn, isoliert Kenntnisse zu trainieren“, meint Lassek. „Kinder bestehen nicht nur aus Wissen. Besser ist es, das Kind insgesamt in seiner Persönlichkeit zu stärken.“

        In der Gruppe zurecht kommen

        Zum Schulbeginn prasselt viel Neues auf ein Kind ein. Es verlässt die vertraute Umgebung und muss sich mit neuen Kindern und der Lehrerin auseinandersetzen. „Es ist ganz wichtig, dass Kinder schon früh lernen, in einer Gruppe zurechtzukommen“, sagt Lassek. Denn den Kindern wird einiges abverlangt: Erstklässler sollten in der Lage sein, ihre Meinung zu äußern, aber auch, sich zurückzunehmen. Sie sollen Grenzen von anderen respektieren und gleichzeitig auf die Einhaltung der eigenen achten. Sie sollten „nein“ sagen können, aber auch ein „Nein“ verkraften können.

        Mit Sprache spielen

        „Natürlich ist es für die Schule ausschlaggebend, dass ein Kind sich sprachlich gut erreichen lässt“, so Lassek. Eltern haben viele Einflussmöglichkeiten, um ihre Kinder darin zu stärken. Sprach- und Rollenspiele machen Kindern Spaß und gleichzeitig lernen sie, dass Wörter sich reimen und gliedern lassen. Kinder entwickeln so auch ein Gefühl für Laute (den Klang der Buchstaben) – eine wichtige Voraussetzung für das Schreibenlernen. „Auch hier gilt wieder: Isoliertes Lernen macht wenig Sinn, eingebettet in ein Spiel beziehungsweise einen größeren Zusammenhang, entfaltet es dagegen eine ganz andere Wirkung.“

        Mengen erkennen

        Kinder müssten auch noch nicht rechnen können. Sie sollten allerdings mit Mengen umgehen können, beispielsweise erkennen, dass man mit einer ganzen Kiste Bausteine einen höheren Turm bauen kann als mit einer halben. Generell sei das Spielen und Konstruieren mit Bau- oder Legosteinen quasi eine mathematische Vorübung, so die Lehrerin.

        Viel bewegen

        „Kinder sollen sich ganz viel bewegen, viel im Freien spielen“, rät Lassek. „Das trägt zur Gesundheit bei und Kinder, die sich viel bewegen, schulen zusätzlich ihre geistigen Möglichkeiten.“ Die Geschicklichkeit der Hände können Eltern unterstützen, indem sie mit den Kindern viel malen, Papier falten, ausschneiden. Gut sei es auch, darauf zu achten, dass beide Hände benutzt und „trainiert“ werden, zum Beispiel bei Fingerspielen und beim Bauen.

        Wahrnehmungsfähigkeit üben

        Ein Kind sollte auf Informationen und Anforderungen aus seinem Umfeld reagieren können, also Informationen aufnehmen können, sie verarbeiten und altersangemessen in Handeln umsetzen. „Die Wahrnehmungsfähigkeit ist bedeutsam für die gesamte Lernentwicklung“, erklärt Lassek. Auch die soziale Wahrnehmung (Empathie) fällt darunter, denn Kinder müssen lernen, die Gefühle anderer zu entschlüsseln und damit umzugehen.

        Einschulung als Stress-Situation

        Der erfahrenen Pädagogin fällt auf, dass Eltern die Einschulung heute verstärkt als eine Stress-Situation wahrnehmen. Bildung hat an Bedeutung gewonnen, Zukunftsängste sind ausgeprägter. Das führt dazu, dass manche Eltern mehr als früher versuchen, ihrem Kind den Schulstart zu erleichtern, indem sie es lange vor Schulbeginn speziell fördern, zum Beispiel durch Sprachkurse oder durch die Auswahl einer Kita mit besonderem Schwerpunkt.

        Unterschiede nehmen zu

        Gleichzeitig hat auch die Gruppe der sogenannten bildungsfernen Eltern zugenommen, die ihre Kinder gar nicht oder nur wenig fördern können und Kinder, die durch Zuwanderung der Eltern eine andere Muttersprache haben, aber in der deutschen Sprache die Alphabetisierung bewältigen müssen. So kommt es, dass manche Erstklässler schon im Kindergarten mit einer Zweit- oder Drittsprache konfrontiert wurden, während andere noch nicht einmal ihre Muttersprache richtig beherrschen. In der ersten Klasse treffen dann Kinder mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen aufeinander.

        Diese Unterschiedlichkeit zu akzeptieren, ist eine große Herausforderung für Schulen. „Die Zeiten, in denen es sinnvoll war, dass alle Kinder zur gleichen Zeit Buchstabe für Buchstabe durchgenommen haben, sind vorbei“, erläutert Lassek. Stattdessen wird in der Grundschule heute viel Wert auf selbstständiges Lernen gelegt und den Kindern für die Bewältigung von Aufgaben unterschiedlich viel Zeit gelassen. Manche Schulen haben die herkömmlichen Klassen aufgrund der heterogenen Ausgangslagen der Schulanfänger aufgelöst und bieten jahrgangsübergreifenden Unterricht an.

        „Offen und fröhlich in die Schule“

        Lasseks abschließender Rat: „Eltern benötigen keine Listen zum Abarbeiten, was ihre Kinder für den Schulstart alles können müssen.“ Die verschiedenen Kompetenzen sollten nicht isoliert betrachtet werden, denn sie greifen ineinander, machen aus einem Kind eine Persönlichkeit.

        „Die Zeiten, in denen wir zum Schulstart vom ‚Ernst des Lebens‘ gesprochen haben, sollten vorbei sein“, meint Lassek. „Wenn Kinder neugierig, offen und fröhlich in die Schule kommen, haben Eltern alles richtig gemacht.“

        • Einschulung: So meistern Eltern Ängste vor der Einschulung
        • Einschulung: Fünf, sechs oder sieben – wann sind Kinder schulreif?
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        Reif für die Schule? Was Ihr Kind zur Einschulung können sollte

        Ist Ihr Kind bereit für die Schulzeit?

        Nicht jedes 6-jährige Kind ist tatsächlich schon so weit, dass es lange genug stillsitzen, aufmerksam zuhören oder sich auf dem Schulhof behaupten kann. Besonders wissbegierige Kinder, die Gleichaltrigen geistig weit voraus sind, sind vielleicht auch schon früher für die Einschulung geeignet. Bedenken Sie in diesen Fällen aber immer, dass nicht nur die intellektuellen Fähigkeiten, sondern auch die soziale Reife für den Schulerfolg entscheidend ist. Leider ist aber nicht in allen Bundesländern eine Rückstellung möglich. Hier gibt es dann nur die Alternative „normale Grundschule oder Förderschule“. In anderne Bundesländern dagegen kann noch auf Antrag ein Jahr zurückgestellt werden.

        • Mein Tipp: Sollte Ihr Kind schon eingeschult werden?
          Ein Schuleingangstest kann zwar bestimmte Fähigkeiten abfragen, ist aber nicht das einzige Kriterium für die Schulfähigkeit Ihres Kindes. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Kind wirklich schulreif ist, sollten Sie im Kinder garten mit seinen Erzieher/innen sprechen. Die können Ihnen anhand ihrer Beobachtungen und Erfahrungen zu- oder abraten. Außerdem sollten Sie sich beim Beratungslehrer der Schule informieren, wie die Einschulung aus Sicht der Lehrkräfte beurteilt wird.

        Wissbegierde, der Spaß am Lernen

        Es ist weniger wichtig, ob Ihr Kind schon viele Buchstaben kennt oder aber flüssig bis 20 zählen kann. Viel wichtiger sind seine Neugier und die Lust zu lernen. Wenn Ihr Kind interessiert ist, wird es sich schnell die Fähigkeiten und Fertigkeiten aneignen, die es in der Schule braucht. Entscheidend ist auch seine sprachliche Ausdrucksfähigkeit. Spielende 6-Jährige erklären und kommentieren ihr Spiel fast ohne Pause – und das ist gut so. Kommunikationsfähige Kinder können nicht nur den Lehrer und die Mitschüler problemlos verstehen, sondern sich vor allem selbst verständlich machen.

        Soziale Reife, unsichere Kinder haben es schwerer

        Wenn Ihr Kind sehr unsicher ist und nicht weiß, wie es auf andere Kinder zugehen soll, wird es sich in der Schule schwertun. Im Kindergarten haben die Erzieherinnen noch sehr darauf geachtet, dass auch schüchterne und unsichere Kinder in die Gruppe integriert werden. In der Schule fehlt den Lehrern hierfür jedoch meist die nötige Zeit. Deswegen sollten Sie die Wichtigkeit der sozialen Reife keinesfalls unterschätzen! Folgende Fragen geben Ihnen Aufschluss über die soziale Reife Ihres Kindes:

        • Kann Ihr Kind sich in einer größeren Gruppe behaupten und wird es akzeptiert?
        • Kann es sich an Regeln halten, eine gewisse Ordnung einhalten und sich eingliedern?
        • Kann es eigene Bedürfnisse und Wünsche für eine gewisse Zeit zurückstellen?
        • Kann es anderen aufmerksam zuhören, aber auch selbst ohne Angst vor den anderen reden?
        • Lässt es sich anleiten, kann es Anleitungen und Beschäftigungsangeboten folgen?

        Körperliche Reife, wie geschickt ist Ihr Kind?

        6-Jährige haben in der Regel einen starken Bewegungsdrang. Trotzdem muss Ihr Kind in der Schule einige Zeit still sitzen und dabei noch aufmerksam zuhören können, ohne dass Spannung sofort in Bewegung umgesetzt wird. Folgende Fragen geben Ihnen Aufschluss über die körperliche Reife Ihres Kindes:

        • Hört und sieht Ihr Kind gut?
        • Kann es auf einem Bein hüpfen und rückwärts gehen?
        • Kann es einen Ball werfen und fangen?
        • Malt und zeichnet es gerne und viel? Kann es mit Schere und Kleber umgehen?
        • Kann es sich problemlos alleine an- und ausziehen?

        Intellektuelle Reife, helles Köpfchen?

        Während Kleinkinder noch vieles mit den Händen „begreifen“, können 6-Jährige Aufgaben bereits visuell erfassen. Ihr Kind sollte jetzt Folgendes können:

        • Kann es seine Gedanken und Bedürfnisse verständlich formulieren?
        • Kann es eine Begebenheit oder Geschichte folgerichtig erzählen?
        • Kann es einer Geschichte zuhören und diese dann in eigenen Worten korrekt wiedergeben?
        • Kann es sich in seiner gewohnten Umgebung sicher orientieren?
        • Kennt es die Farben und kann es sie richtig benennen?
        • Kann es seinen Vornamen schreiben?
        • Erkennt es auf Anhieb, wie viele Augen auf einem Würfel zu sehen sind?
        • Hat es eine Vorstellung von Mengen (was ist mehr, was ist weniger)?
        • Kennt es verschiedene Spiele mit den entsprechenden Spielregeln?
        • Kann es sich daran halten?
        • Will es unbedingt zählen, lesen und schreiben lernen?

        Fördern Sie die Wissbegierde Ihres Kinder

        Nehmen Sie sich viel Zeit, um die Wissbegierde Ihres Kindes zu erhalten. Versuchen Sie, seine Wissens- und Sinnfragen altersgemäß zu beantworten – auch dann, wenn Ihr Kind immer wieder nachfragt. Sie dürfen ruhig zugeben, dass Sie die eine oder andere Frage nicht aus dem Stegreif beantworten können. Machen Sie sich mit Ihrem Kind auf die Suche nach einer befriedigenden Antwort. In einem Lexikon oder im Internet werden Sie sicherlich fündig.

        Checkliste für Eltern: Ist mein Kind fit für die Schule?

        Die Einschulung erleben fast alle Eltern als erste wichtige Zäsur in der Beziehung zu ihrem Kind. Während der Nachwuchs im Kindergarten meist noch umsorgt wurde, muss er nun in der Schule viele Stunden und schwierige Situationen selbstständig meistern. Hinzu kommt: Kaum ein Vorschulkind ist in allen Bereichen gleichermaßen gut entwickelt. Das eine kann vielleicht schon einfache Sätze lesen, fängt aber an zu weinen, sobald ein Fremder es anspricht. Ein anderes kann stundenlang konzentriert Roboter aus Lego zusammensetzen, bekommt aber, wenn es ans Malen geht, nur Krickelkrakel hin. Aber auch wenn es schwerfällt, mögliche Schwächen des eigenen Kindes zu akzeptieren, gilt: Kein ABC-Schütze muss vom ersten Schultag an alles können. Und die meisten Erstklässler machen gerade in den ersten sechs Monaten einen gewaltigen Entwicklungsschub durch.

        Auf Drill verzichten

        Hat ein Kind deutliche Defizite, sollte geklärt werden, ob medizinische Ursachen der Grund sein könnten. Wenn es undeutlich spricht, ist oft ein schlechtes Gehör schuld. Wenn es auffallend schnell müde wird, kann das an schlechten Augen liegen. Natürlich muss nicht jede Schwäche sofort therapiert werden. Meist reicht es völlig aus, dass die Eltern sich des Problems bewusst werden und ihrem Kind die notwendigen Anregungen geben. Manchmal wirkt schon eine liebevolle, dem Kind zugewandte Atmosphäre Wunder. Auf keinen Fall aber, und darin sind sich alle Experten einig, sollten Eltern die Zeit vor dem Schulbeginn nutzen und ihren Nachwuchs mit Schreibübungen oder Mathe-Lernprogrammen am Computer drillen.
        Kinder lernen nur nachhaltig, wenn sie mit dem Gelernten positive Emotionen verbinden, haben Hirnforscher wie Gerald Hüther herausgefunden. Und zwar Emotionen, die direkt mit ihrem Alltagsleben zu tun haben. Soll heißen: Ein Kind lernt mehr für seine Feinmotorik, wenn es den Obstsalat selber schnippeln darf, als wenn es stundenlang öde Mandalas ausmalen muss. Toben und Klettern sind nicht nur gut für die Körperbeherrschung, sondern auch Futter für das Hirn.
        Die Checkliste auf den folgenden Seiten verrät, welche Fähigkeiten beim Schulstart zählen und wie Eltern leichte Schwächen ihrer Kinder auffangen können.

        10 Dinge, die Eltern von Erstklässlern jetzt wissen müssen

        Die Erstklässler fiebern ihrem ersten Schultag entgegen. Aber noch aufgeregter als die Kleinen sind die Großen. Viele Eltern haben Bammel davor.

        Essen/Münster. Es ist einer der wichtigsten Tage im Leben eines Kindes: die Einschulung. Rixa Borns war lange Grundschulleiterin in Münster und ist Vorsitzende der Fachgruppe Grundschule bei der nordrhein-westfälischen Lehrergewerkschaft (GEW). Ihr Ziel: „Alle Kinder sollen sich auf die Schule freuen und keine Angst vor dem sogenannten Ernst des Lebens entwickeln.“

        Neugier und Freude am Lernen zu wecken seien die wichtigsten Aufgaben von Eltern und Lehrern. Andererseits: In der Schule gelten Regeln. Im Gegensatz zur unbeschwerten Zeit im Kindergarten steht Lernen nun mehr im Fokus als Spielen. Doch wenn die Eltern ein paar Tipps beherzigen, steht einem guten Schulstart nichts im Weg.

        Was sollte ein Kind schon bei der Einschulung können?

        Diese Dinge müssen Kinder bei der Einschulung könnenVor einigen Jahren konnten die I-Dötzchen schon bis zehn zählen und den eigenen Namen schreiben. Diese Zeiten sind vorbei. „Wir haben Kinder, die wissen nicht, was ein Buchstabe ist, andere können schon ganze Texte lesen“, sagt Rixa Borns. Daher sei es eine zentrale Aufgabe der Schule, Kindern das klassische Rechnen, Schreiben, Lesen in ihrem eigenen Tempo beizubringen. Wichtiger ist beim Schulbeginn, wie sich die Kinder in der Gruppe verhalten. „Gewisse Regeln des Zusammenlebens kennen die meisten Erstklässler aus dem Kindergarten“, hat Rixa Borns beobachtet.

        Was sind Fettnäpfchen für Eltern?

        Bangemachen gilt nicht: Kinder sollen sich auf die Schule freuen. Sätze wie: „Ach, ich fand Schule früher gar nicht so schlimm“, sind tabu – sie suggerieren nämlich, dass man Schule auch schlimm finden kann. Ist die adrenalinlastige Einschulung überstanden, müssen Eltern den frisch gebackenen Schulkindern helfen, selbstständig zu werden. Das fällt den vielen Eltern schwer – sie kippen ins Extreme: „Manche Eltern kümmern sich gar nicht, andere können nicht loslassen“, sagt Rixa Borns. Denn wer es zu gut meint, tut dem Kind keinen Gefallen. Den Tornister zum Beispiel sollten Eltern nie selbst packen. „Die Kinder müssen die Sachen in der Schule ja auch selbst auspacken. Dann sollten sie wissen, was ein gelber Schnellhefter ist und wo sie ihn finden“, erklärt Rixa Borns. Das funktioniert nicht, wenn Mama dem Schützling alles abnimmt.

        Stichwort Tornister: Da können Eltern doch viel falsch machen, oder?

        Ob rosa Glitzer, schleimige Aliens oder ein klassisches Modell: In punkto Optik gilt es, einen Kompromiss mit dem Nachwuchs zu schließen. Die Maße und Normen für einen guten Ranzen hingegen sind eindeutig: Fachleute empfehlen vier Zentimeter breite Schultergurte, dazu viele Reflektoren und Leuchtstreifen. Es gibt sogar einen Ranzen-TÜV (DIN 58124) – und einfache Tests: Auch wenn sie leer ist, sollte die Schultasche stabil stehen. Sonst verteilt sich das Gewicht ungünstig. Übrigens: Mit einem mitwachsenden Schreibtisch tun Eltern ebenfalls Gutes für die Gesundheit der Kleinen. Und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rät, bestimmte Impfungen wie Diphterie und Tetanus noch vor dem Schulstart auffrischen zu lassen.

        Der Schulweg: zu Fuß oder mit dem Auto, mit oder ohne Eltern?

        Kinder und Eltern fühlen sich sicherer, wenn sie den Weg noch vor der Einschulung gemeinsam geübt haben. Denn mit dem Schulanfang werden Kinder oft auch Verkehrsanfänger. „Sie sind meist gespannt auf ihre neue Schule und den Weg dorthin“, sagt Heinz Hardt, Ehrenpräsident der Landesverkehrswacht NRW. Er rät Eltern, den sichersten Weg zu suchen (nicht den kürzesten!), ihn mehrfach mit dem Kind zu üben und wichtige Verkehrstipps zu geben. Alle Erstklässler sollten wissen, dass sie an der Bordsteinkante stehen bleiben und auch bei grüner Ampel oder an Zebrastreifen nicht gleich loslaufen, sondern sich vorher nach beiden Seiten umsehen.

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        Wann gehört ein Grundschulkind ins Bett?

        Kinderärzte empfehlen, Grundschulkinder um acht Uhr abends ins Bett zu bringen. Dann bekommen sie genug Schlaf, um am nächsten Morgen fit in die Schule zu kommen. „Dafür sollten sie zudem rechtzeitig zu Hause aufbrechen“, ergänzt Rixa Borns. Die Grundschul-Expertin legt Wert auf Pünktlichkeit. „Viele Schulen fangen zwar mit einer offenen Phase an und nicht sofort mit dem Unterricht“, sagt sie. „Aber dass ein Kind 20 Minuten zu spät kommt, weil Mama auch nicht aufstehen wollte – das geht nicht.“ Am besten stehen Eltern rechtzeitig vor den Kindern auf, denn Hektik am Morgen schadet Jung und Alt. Genauso wichtig wie genügend Schlaf ist übrigens das gesunde Frühstück vor dem Start in den Schultag.

        In die Schultüte darf doch etwas Süßes, oder etwa nicht?

        Was in die Brotdose? Die besten Tricks fürs Schul-FrühstückSüßigkeiten in der Schultüte gehören dazu. Das meint auch Rixa Borns. „Auch wenn wir dafür sind, dass Kinder möglichst viel Gesundes essen“, sagt sie schmunzelnd. Ideal sei in der Schultüte ein Mix aus praktischen Geschenken und kleinen Freuden für den Schulanfänger. „Ob das ein Kuscheltier ist oder ein Gutschein fürs Schwimmbad, hängt natürlich von jedem einzelnen Kind ab.“ Erste Hinweise für Praktisches wie Buntstifte, einen Malkasten oder Sportzeug geben die Materiallisten, die fast jede Schule vor dem ersten Tag ausgibt.

        Und wie feiern Familien die Einschulung richtig?

        In manchen Familien wird die Einschulung zur regelrechten Party mit allen Verwandten, Geschwistern, Paten und Freuden – andere feiern den Tag mi kleinem Kreis. Aber Anlass zur Freude ist der große Tag in jedem Fall. Deswegen können Eltern sich am besten zurücklehnen, um nicht zu viele der eigenen Ängste auf das Kind zu übertragen. Denn, sagt Rixa Brons: „Immerhin geht das Kind zur Schule – und nicht die Eltern.“

        Was können Eltern nach dem Einschulungstag noch tun?

        Hier gilt: Weniger ist mehr. Einerseits aus praktischen Gründen: Wenn Papa Plus und Minus anders erklärt als die Klassenlehrerin, verwirrt das mehr als es hilft. Andererseits reagieren Kinder schnell genervt, wenn die Eltern ständig bohren. „Wenn ein Schüler im Unterricht nicht mitkommt, sollten die Eltern mit den Lehrern absprechen, wie sie am besten helfen können“, empfiehlt Rixa Borns. Ansonsten sei es immer sinnvoll, Interesse zu zeigen. „Was macht ihr denn gerade so, zeig mal, erzähl mir mehr davon – dieser Ton funktioniert oft am besten“, weiß die erfahrene Pädagogin Borns. Zudem empfiehlt sie Müttern und Vätern, Hand in Hand mit der Schule zu arbeiten, Feiern und Elternabende zu besuchen. Übrigens: An Elternsprechtagen auch die Nebenfach-Lehrer mit einem Besuch beehren. Wer weiß, welches Fach sie im nächsten Schuljahr unterrichten?

        Wie viel Freizeit brauchen Kinder neben der Schule?

        Grundschullehrer haben die Maßgabe, nicht mehr Hausaufgaben zu geben, als die Schüler in einer halben Stunde erledigen können. „Das genügt“, betont Rixa Borns. „Wenn wir Erwachsenen acht Stunden gearbeitet haben, wollen wir keinen weiteren Druck mehr. Das ist bei Kindern genauso.“ Nach einem langen Schultag bräuchten Kinder Zeit zum Spielen und Abschalten, erklärt die Grundschulleiterin. Eltern sollten zwar abfragen, ob alle Schulaufgaben erledigt seien. „Aber wenn sich das Gespräch während des ganzen Abendessens nur um die Schule dreht, entsteht zu viel Druck“, sagt Rixa Borns.

        Was tun, wenn das Kind zum Außenseiter wird?

        Von der Kita in die Grundschule – So gelingt der WechselDer richtige Kleidungsstil und ein angesagter Ranzen werden immer wichtiger – nicht erst in der Grundschule. Schon im Kindergarten lernen Kinder heute derartigen sozialen Druck kennen. Aber: „Gerade am Anfang wollen wir den Schülern beibringen, dass auch jemand ohne Markenklamotten nett sein kann“, sagt Rixa Borns. In entspannter Atmosphäre lernt es sich leichter als im Konkurrenzkampf. Eine Outfit-Empfehlung für den ersten Schultag möchte die GEW-Expertin nicht geben. „Da dürfen manche Kinder schon viel selbst entscheiden, andere sind noch nicht so weit“, sagt sie. In den meisten Fällen können Eltern darauf vertrauen, dass die Kinder ihre Probleme souveräner lösen, als sie denken. „Auch wenn ein Kind anfangs noch viel nach Mama jammert, gibt sich diese Umstellungsphase meistens schnell“, sagt Rixa Borns. Wenn Eltern tatsächlich Veränderungen bemerken oder sich ernsthafte Sorgen machen, empfiehlt sie ein Gespräch mit der Klassenleitung: „Auch Lehrer merken, wenn zu Hause etwas nicht in Ordnung ist. Da sind offene Gespräche besonders wichtig.“

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