Was muss man in der frühschwangerschaft beachten

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Herzlichen Glückwunsch: Zwei Striche – Du bist tatsächlich schwanger! Doch was nun? Was musst Du jetzt alles am Anfang der Schwangerschaft beachten? Welche Lebensgewohnheiten solltest Du schon in den ersten Schwangerschaftswochen bzw. im ersten Trimester umstellen?

Ich habe für Dich eine Checkliste zusammengestellt, an der Du Dich im ersten Trimester orientieren kannst, worauf Du in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten und danach achten musst.

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Das allerwichtigste zu Beginn der Schwangerschaft

Am Anfang der Schwangerschaft steht zunächst eine ärztliche Erstuntersuchung. Danach solltest Du besser auf eine ausgewogene Ernährung achten und bestimmte Nahrungsmittel und andere Infektionsquellen meiden. Denn einige Erreger können auch auf Dein ungeborenes Baby übergehen und den kleinen Organismus schädigen.

Damit es keine Mangelerscheinungen und daraus resultierende Folgen gibt, solltest Du laut ärztlicher Empfehlung Folsäure und andere Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, um schwere Entwicklungsstörungen im ersten Trimester zu verhindern.

Alkohol und Nikotin sind in der Schwangerschaft ebenso von Anfang an tabu wie alle anderen Drogen. Und nicht zuletzt musst Du einige Entscheidungen bezüglich routinemäßiger und zusätzlicher Vorsorgeuntersuchungen treffen.

1. Ernährung und Genussmittel für die ersten Schwangerschaftswochen

Worauf muss man bei der Ernährung achten und was soll am am Anfang der Schwangerschaft essen?

In der Schwangerschaft isst Du sprichwörtlich für zwei. Das heißt nicht, dass Du „wie zwei“, also doppelt so viel oder erheblich mehr essen sollst als vorher.

Es bedeutet, dass Du nicht nur Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe für Deinen eigenen Organismus benötigst, sondern auch alles, was für die Entwicklung Deines Babys nötig ist.

Vor allem Vitamin C, A und D, Riboflavin, Thiamin, Pyridoxin, Folsäure und Jod werden jetzt in erhöhtem Maße benötigt.

Das kannst Du am besten bewerkstelligen durch eine ausgewogene Ernährung, die viel Vollkornprodukte, Obst und Gemüse beinhaltet. Aber auch Proteine in Form von Fleisch, Fisch, Ei oder Tofu sollten nicht zu kurz kommen.

Allein mit der Zufuhr ungesättigter Fettsäuren, Zucker und Weißmehl solltest Du aufpassen. Denn diese enthalten kaum Nährstoffe und sorgen dafür, dass Du viel Gewicht zunimmst und Dein Blutzucker rasch ansteigt.

Das erhöhte die Gefahr einer Schwangerschaftsdiabetes, die auch für Dein Baby Auswirkungen haben kann.

Je mehr Gewicht Du in der Schwangerschaft zunimmst, desto schwerer wirst Du es später haben, dieses wieder loszuwerden. Übergewicht gilt als Risikofaktor viel vielerlei Krankheiten.

Nahrungsergänzungsmittel schon frühzeitig in der Schwangerschaft einnehmen

Tatsächlich ist es aber auch mit einer sehr gesunden Ernährung bei unserer heutigen Lebensmittelqualität schwierig, eine ausreichende Versorgung mit allen in der Schwangerschaft essentiellen Vitalstoffen zu gewährleisten. Vor allem Folsäure und Jod können nur schwer ausreichend über die Nahrung aufgenommen werden, sind aber in erhöhter Menge erforderlich.

Meist sind die Folsäure-Speicher einer Frau schon vor der Schwangerschaft nur unzureichend gefüllt, benötigen aber mehrere Wochen, um wieder gefüllt zu werden. Ein Folsäuremangel kann um die 5. SSW und 6. Schwangerschaftswoche herum, wenn viele Frauen noch gar nicht wissen, dass sie schwanger sind, schwerwiegende Folgen haben. Denn in dieser Zeit werden die Grundlagen für das zentrale Nervensystem, das sogenannte Neuralrohr, gebildet.

Wenn nicht ausreichend Folsäure zur Verfügung steht, kann das Neuralrohr nicht geschlossen werden und bleibt offen. Die Folge sind schwere Fehlbildungen, auch als „offener Rücken“ oder „offenes Gehirn“ bekannt.

Deshalb wird die Einnahme von 400 Mikrogramm Folsäure empfohlen, sobald ein Kinderwunsch besteht bzw. eine Schwangerschaft in Kauf genommen wird.

>> Hier erkläre ich Dir genauer, wie Folsäure grade bei Kinderwunsch helfen kann.

Obwohl beinahe jeder Facharzt die Einnahme von Schwangerschaftsvitaminen empfiehlt, werden die Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen. Aber keine Sorge, ein Vermögen kosten die Präparate nicht. Es gibt sie in jeder Apotheke und Drogerie und sie enthalten meist alles, was Du benötigst. Das heißt, mit einem guten Nahrungsergänzungsmittel verzeiht Dein Körper auch eine nicht ganz so ausgewogene Ernährung. Aber Vorsicht, vor Übergewicht schützen diese Mittel nicht.

>> Hier habe ich für dich über die wichtigsten Schwangerschaftsvitamine geschrieben. Finde heraus, was Du wirklich brauchst.

Welche Lebensmittel sollte ich zu Beginn der Schwangerschaft vermeiden und besser nicht essen?

Wegen der Infektionsgefahr mit Toxoplasmose, Listerien oder Salmonellen solltest Du von Anfang an auf rohes oder nicht ganz durchgegartes Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte und Ei verzichten.

Auch Weich- und Schimmelkäse kann in erhöhtem Maße mit Mikroorganismen verunreinigt sein.

Rohes Obst und Gemüse solltest Du in der Schwangerschaft besonders gut waschen. Die oben genannten Erreger können die Plazentaschranke überwinden und Dein ungeborenes Kind infizieren.

>> Hier gibt es eine ganze Verbots-Liste mit Lebensmittel, die Du in der Schwangerschaft besser nicht essen solltest

Wieviel muss ich am Anfang in der Schwangerschaft trinken?

Achte außerdem darauf, in der Schwangerschaft genug Wasser zu trinken. Während der ersten Wochen wird in Deinem Körper zusätzliches Blut gebildet, dafür benötigst Du zusätzliche Flüssigkeit.

Auch für alle anderen zellulären Vorgänge ist Flüssigkeit unbedingt nötig.

Versuche aber besser auf zuckerhaltige Getränke wie Limonade oder Fruchtsäfte nach Möglichkeit zu verzichten (auch wenn es schwer fällt).

Muss ich wegen der Schwangerschaft aufhören zu rauchen?

Leider wird Rauchen in der Schwangerschaft immer noch manchmal bagatellisiert. Aber Fakt ist, dass es nicht übertrieben ist, mit dem positiven Schwangerschaftstest auch die Zigaretten zu entsorgen. Denn das Nikotin aus Deinem Blut geht bei jeder einzelnen Zigarette auf den Organismus Deines Babys über.

Du weißt es sicher eh, aber Nikotin ist ein starkes Nervengift und wirkt dementsprechend im Körper Deines ungeborenen Kindes. Wenn Du rauchst, ist das für Dein Baby nicht nur „ein wenig ungesund“, sondern kann zu Wachstumsstörungen, verzögerter Lungenreifung, angeborenem Herzfehler und Mangelgeburten, bis hin zur Fehl- oder Totgeburt führen.

Auch das Allergierisiko und das Risiko des plötzlichen Kindstods sind durch Rauchen erhöht.

Nach der Geburt solltest Du nach Möglichkeit übrigens ganz die Finger vom Rauchen lassen und Dich von Zigarettenqualm fernhalten. Denn auch Passivrauchen schadet Deinem Kind massiv und sogar, wenn Du draußen oder auf dem Balkon rauchst, ist Dein Baby Studien zufolge gesundheitlich benachteiligt und hat ein erhöhtes Risiko, am plötzlichen Kindstod zu sterben.

Wie gefährlich ist Alkohol in der frühen Schwangerschaft?

Auch wenn eine Mutter mit vier Kindern Dir erzählt, dass sie in der Schwangerschaft schon mal ein Gläschen getrunken hat und es ihren Kindern „auch nicht geschadet“ hätte: Alkohol in der Schwangerschaft ist tabu – auch wenn es nur wenig oder ganz selten ist.

Lies am besten meinen Beitrag über Alkohol in der Schwangerschaft und Du wirst erstaunt sein, welche Risiken damit verbunden sind.

Auch das kann Dein Kind schädigen, denn der Alkoholgehalt aus Deinem Blut geht 1:1 auf Dein Baby über.

Allerdings kann das das Rauschmittel nicht so schnell abbauen, wie Du und hat keinerlei Toleranz.

Unter anderem können dadurch folgende gesundheitliche Probleme beim Baby entstehen:

  • geistige Beeinträchtigungen
  • Schädigungen des zentralen Nervensystems / Gehirns
  • Fehlbildungen im Gesicht
  • Wachstumsverzögerungen, geringes Geburtsgewicht
  • Frühgeburt / Fehlgeburt
  • fetales Alkoholsyndrom: körperliche Fehlbildungen und Verhaltensstörungen

Weitere Lesetipps:

  • Darf man alkoholfreies Bier in der Schwangerschaft trinken?
  • Ist Malzbier während der Schwangerschaft okay?

Medikamente, andere Giftstoffe und Strahlung in der frühen Phase der Schwangerschaft

Natürlich solltest Du auch keine chemischen oder pflanzlichen Drogen aufnehmen.

Auch Lösungsmitteldämpfe aus Lacken, Wandfarben und manchen Reinigungsmitteln solltest Du lieber meiden.

Wenn eine Röntgenuntersuchung durchgeführt werden soll oder Du Medikamente nehmen sollst, teile Deinem behandelnden Arzt immer vorab mit, dass Du schwanger bist.

2. Gesundheit und Lebensstil am Anfang einer Schwangerschaft

Zahngesundheit

Meist empfehlen Gynäkologen auch, einen Termin beim Zahnarzt zu vereinbaren. Denn eine Schwangerschaft kann auch Auswirkungen auf die Zahngesundheit haben. Nicht umsonst hieß es früher „Jedes Kind kostet einen Zahn“.

Ursache dafür ist zum einen, dass Dein Körper bei unzureichender Versorgung mit Kalzium die Reserven aus Zähnen und Knochen abbaut, und zum anderen, dass die Schwangerschaftshormone die Speichelzusammensetzung und damit den natürlichen Schutz der Zähne verändern können.

Eine häufige Kontrolle stellt sicher, dass ein kleines Loch im Zahn nicht zu größeren Problemen oder Entzündungen führt.

Sport und Bewegung

Viele Sportarten kannst Du so lange weiter ausführen, wie Du Dich selbst gut dabei fühlst. Allerdings solltest Du keine Aktivitäten und Sportarten mehr ausüben, bei denen Du aus hoher Geschwindigkeit auf den Babybauch stürzen oder starke Schläge auf den Bauch erhalten könntest. Skifahren, Rennradfahren, Reiten und Boxen sind zum Beispiel keine so gute Idee.

Schwimmen, langsames Radfahren, Walking oder Aerobic dagegen sind in der Schwangerschaft sehr förderlich. Denn Bewegung erhält die Gesundheit und fördert die Durchblutung. Das beugt vielen Schwangerschaftsleiden vor.

3. Entscheidung über Vorsorgeuntersuchungen in ersten Schwangerschaftsmonaten

In Deutschland wird in der frühen Schwangerschaft alle zwei Wochen, später dann jede Woche ein Vorsorgetermin beim Gynäkologen empfohlen.

Einmal im Trimester wird das Baby per Ultraschall untersucht. Die Kosten für diese Termine, sowie einige weitere Untersuchungen, übernimmt die Krankenkasse.

Andere medizinische Untersuchungen, wie zusätzliche Ultraschalluntersuchungen, Antikörpertests oder ein Feinultraschall ohne ärztliche Anweisung, musst Du aus eigener Tasche bezahlen.

Welche Untersuchungen Du machen möchtest und welche Du vielleicht ablehnst, obwohl die Krankenkasse die Kosten tragen würde, solltest Du Dir in Ruhe überlegen. Denn nicht jeder Gynäkologe hat die Zeit, Dich ausgiebig zu beraten und Deine Entscheidung abzuwarten.

Ultraschall

Jeder Gynäkologe besitzt ein modernes Ultraschallgerät, das er entweder mit einem Gel auf dem Bauch einsetzen, oder per Stab vaginal einführen kann. Bei der Erstuntersuchung kommt wahrscheinlich der Stab zum Einsatz, während in der fortgeschrittenen Schwangerschaft nur mehr über den Bauch geschallt wird.

Obwohl es immer noch Gerüchte gibt, dass ein Baby die Schwingungen des Ultraschalls in ungeheurer Lautstärke wahrnehmen könnte (Menschen können Ultraschall-Töne nicht wahrnehmen, Fledermäuse dagegen schon), gilt der Ultraschall als 100%ig sicher und stellt keine Beeinträchtigung für die Schwangerschaft dar.

Im Gegenteil scheint es sogar so zu sein, dass Schwangerschaften, die mit häufigen Ultraschalluntersuchungen überwacht werden, positiver verlaufen.

Für viele Eltern ist jeder Ultraschall ein sehr positives und beruhigendes Erlebnis, denn auf dem Bildschirm können sie sehen, wie ihre Baby gewachsen ist, sich bewegt und das kleine Herz schlägt. Am Ende gibt es in der Regel ein kleines Bildchen als Erinnerung mit nach Hause. Das erste „Foto“ vom Baby sozusagen.

Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen müssen, ebenso wie 3D-4D-Aufnahmen, aus eigener Kasse bezahlt werden. Die drei Standard-Ultraschalluntersuchungen (jedes Trimester) werden von der Krankenkasse übernommen.

Erst-Trimester-Screening mit Nackenfaltenmessung

Der große Ultraschall im ersten Trimester wird auch als Erst-Trimester-Screening (ETS) bezeichnet. Er dient der Pränataldiagnostik und wird zwischen der 12. SSW und 14. SSW, also am Ende des ersten Trimesters durchgeführt.

Bei der Nackenfaltenmessung wird überprüft, ob es Auffälligkeiten gibt, die auf eine Chromosomenabnormalität, insbesondere Trisomie 21 (Down-Syndrom) hinweisen könnte. Diese Untersuchung ist keine Diagnose, sondern stellt erst einmal eine Wahrscheinlichkeit in den Raum, die sich aus einer dickeren Nackenfalte in Kombination mit Werten aus dem mütterlichen Blut ergibt. Übersteigt die Wahrscheinlichkeit einen gewissen Wert, wird eine Untersuchung der Chromosomen empfohlen. (s.u. Fruchtwasserpunktion)

Angeblich werden beim Erst-Trimester-Screening 95% der Schwangerschaften mit Trisomie 21 entdeckt und es schlägt nur bei 3-10 Prozent der gesunden Kinder an. In der frühen oder späteren Schwangerschaft lässt sich eine auffällige Nackenfalte nicht mehr erkennen.

Einige Eltern lehnen die Nackenfaltenmessung beim Ersttrimester-Screening ab. Das macht durchaus Sinn, wenn Du bei einer auffälligen Nackenfalte nicht vor hast, weitere Untersuchungen vornehmen zu lassen. Denn während es natürlich beruhigend ist, wenn es keine Auffälligkeiten gibt, kann die Diagnose „Down Syndrom“ Dich und Deinen Partner von eine unglaublich schwere Entscheidung stellen: Sollst Du das Baby behalten oder abtreiben?

Nicht alle Frauen können das vorab beantworten. Wenn Deine Antwort aber in keinem Falle „abtreiben“ lauten würde, bleibt zu überlegen, ob Du die ganzen Untersuchungen, den Stress und die Unsicherheit vorab überhaupt auf Dich nehmen möchtest.

Fruchtwasserpunktion (Amniozentse)

Wenn die Nackenfaltenmessung ein hohes Risiko für eine Chromosmenstörung ergeben hat, kann eine Fruchtwasser- oder Plazentapunktion erfolgen. Beides dient dazu, kindliche Zellen zu entnehmen. Aus diesen wird die DNA isoliert und auf mögliche Abweichungen untersucht. Danach hast Du Sicherheit, ob Dein Baby unter einer Chromosomenabnormalie leidet und kannst weitere Entscheidungen treffen.

Allerdings ist dieser Eingriff nicht ganz ungefährlich für Dein Baby – das Risiko einer folgenden Fehlgeburt liegt bei 0,5 – 1 %. Das heißt, dass mindestens ein Baby aus 200 durch den Eingriff ums Leben kommt.

Entscheide Dich nur für eine Fruchtwasserpunktion, wenn Du mit den Folgen leben kannst.

Für Schwangere, die älter als 35 Jahre sind (sogenannte Risikoschwangerschaften), wird die Fruchtwasserpunktion routinemäßig empfohlen.

Nicht-invasiver Pränataltest

Mittlerweile gibt es aber eine völlig risikolose Alternative – die nicht von den Krankenkassen übernommen wird. Die Kosten eines nicht-invasiven Pränataltests belaufen sich auf 400-600€, je nachdem, welche Chromosomenstörungen untersucht werden sollen.

Dabei werden DNA-Bestandteile des Babys, die sich während der Schwangerschaft im Blut der Mutter befinden, isoliert und untersucht. Getestet wird nur auf lebensfähige Chromosomenabweichungen, also Trisomie 21, 18, 13 (numerische Aberrationen) und Turner-Syndrom, Klinefelter-Syndrom, Triple-X-Syndrom (gonosomale Aberrationen / Geschlechtschromosmen).

Feindiagnostik

Mit einer Überweisung Deines Gynäkologen übernimmt die Krankenkasse um die 20. Schwangerschaftswoche auch den Feinultraschall bei einem Spezialisten. Dabei werden ausnahmslos alle Organe auf Abweichungen von der Norm überprüft. Ziel ist es in diesem Fall nicht, Krankheiten zu diagnostizieren, die Anlass zu einem Schwangerschaftsabbruch geben würden, sondern Geburtsfehler vorab zu identifizieren.

Denn manche Fehlentwicklungen, zum Beispiel ein kindlicher Herzfehler, erfordern die Behandlung und Operation durch Spezialisten unmittelbar nach der Geburt. Du wirst dann in eine Spezialklinik zur Geburt eingewiesen. Andere Missbildungen können sogar noch im Mutterleib korrigiert und operiert werden, sodass Dein Baby den bestmöglichen Start ins Leben hat.

Blutzucker-Test

Bei bis zu fünf Prozent der Schwangeren in Deutschland entwickelt sich ein Schwangerschafts- bzw. Gestationsdiabetes. Deshalb wird normalerweise ab der 25. Schwangerschaftswoche ein Blutzucker-Test durchgeführt, der auch von den Krankenkassen übernommen wird.

Dazu musst Du viel Zeit einplanen und nüchtern in der Praxis erscheinen. Der Test ist für Dich und Dein Baby völlig ungefährlich.

Wenn ein Gestationsdiabetes frühzeitig entdeckt und behandelt wird, lassen sich auch die Risiken für Dein Kind minimieren. Denn wenn er unbehandelt bleibt, kann Diabetes in der Schwangerschaft beim Baby unter anderem folgende Probleme verursachen:

  • Fehlgeburt
  • erhöhte Fruchtwassermenge
  • Fehlbildungen
  • sehr hohes Geburtsgewicht
  • Atemnotssyndrom nach der Geburt
  • Hirnschäden durch Unterzuckerung
  • erhöhtes Risiko für Übergewicht im späteren Leben

Du selbst hast durch Schwangerschaftsdiabetes mit einem erhöhten Blutdruck zu kämpfen und hast ein erhöhtes Risiko einer Schwangerschaftsvergiftung.

Antikörperbestimmung

Es gibt eine Reihe an Zusatzuntersuchungen, bei denen festgestellt wird, ob Du Antikörper gegen bestimmte Infektionskrankheiten im Blut hast. Falls ja, bedeutet das, dass Du eine Infektion schon einmal durchlebt hast und die Gefahr, erneut daran zu erkranken, stark reduziert ist. Völlig ausgeschlossen ist es leider trotzdem nicht.

Eine Infektion mit Toxoplasmose in der Schwangerschaft kann zu einer Fehlgeburt oder Fehlbildungen wie einem Wasserkopf, Leberschädigung, oder Netzhautschädigung beim Ungeborenen führen.

Ringelröteln sind für gesunde Kinder und Erwachsene kein Problem. Im Mutterleib kann eine Infektion aber zu einer Totgeburt, Wassereinlagerungen in den Organen oder einer Blutarmut (Anämie) führen.

Das Cytomegalie-Virus ist eine Form des Herpesvirus und betrifft 1% der Neugeborenen, das ist relativ viel. Die Folgen können von vergrößerten Organen, Anämie, vermindertem Kopfumfang bis hin zu Blindheit, Taubheit oder Entwicklungsverzögerungen reichen.

Bakterielle Infektionen

Wenn Du unter Chlamydien leidest, eine der häufigsten sexuell übertragenen Krankheiten, dann weißt Du das wahrscheinlich gar nicht, weil die Infektion meist symptomlos verläuft und dann chronisch ist. In der Schwangerschaft können Chlamydien allerdings zu einer Fehl- oder Frühgeburt führen und bei der Geburt Dein Baby infizieren.

Deshalb gehört eine Überprüfung auf Chlamydien durch einen vaginalen Abstrich zu den Standarduntersuchungen in der Frühschwangerschaft. Bei einem positiven Ergebnis müssen Du und Dein Partner mit Antibiotika behandelt werden.

Ähnlich verhält es sich mit B-Streptokokken. Sie können während der Geburt Dein Baby infizieren und eine Blutvergiftung hervorrufen. Das kann man verhindern, indem Du vor der Geburt mit Antibiotika behandelt wirst. Allerdings ist der dafür nötige Test keine Kassenleistung, sondern muss selbst bezahlt werden.

Welche der Antikörper-Bestimmungen und Abstrich-Tests Du durchführen lässt, kannst Du Dir in Ruhe überlegen. Auch hier gibt es Mütter, die gänzlich darauf verzichten und andere, die jede erdenkliche Untersuchung durchführen lassen. Höre dabei auf Dein Bauchgefühl. Denn das wichtigste ist, dass Du Dich mit der Entscheidung wohl fühlst.

Eine Hebamme suchen

Die traurige Situation in der Geburtshilfe in Deutschland ist die, dass Du in vielen Regionen schon jetzt nach einer Hebamme suchen musst. Auch Geburtskliniken nehmen Anmeldungen oft nur in den ersten Schwangerschaftswochen entgegen, weil sie chronisch überfüllt sind.

Eine Hebamme kann Dich nicht nur während und nach der Geburt begleiten, sondern auch einen Teil der Vorsorgeuntersuchungen übernehmen.

Ich habe übrigens darüber geschrieben, wann und wie Du am besten eine gute Hebamme finden kannst. Vielleicht hilft Dir der Beitrag weiter.

4. Entscheiden, ob und wann Du die Schwangerschaft im ersten Trimester offiziell machen willst

Vielleicht hast Du nach dem positiven Test zunächst den Impuls, es in die ganze Welt hinauszuposaunen. Warte einen Moment und denke über die möglichen Folgen nach.

In den ersten 12 Schwangerschaftswochen ist das Risiko eines spontanen Aborts relativ hoch. Das heißt, dass Du Dein Kind aus verschiedenen Gründen, die Du kaum beeinflussen kannst, vielleicht nicht bis zum Ende der Schwangerschaft in Dir tragen wirst.

Angenommen, Du bist von einer solchen frühen Fehlgeburt betroffen, würdest Du Dir dann wünschen, dass niemand es gewusst hätte?

Viele Frauen möchten in dieser Zeit in Ruhe und Zurückgezogenheit trauern und nicht mit Gott und der Welt darüber sprechen, warum sie jetzt nicht mehr schwanger sind.

Wenn Du damit allerdings kein Problem hast oder im Gegenteil viele Vertraute einweihen möchtest, um im Ernstfall auch viel Trost und Unterstützung zu bekommen, spricht natürlich nichts dagegen, auch schon vor dem Ende der 12. Schwangerschaftswoche darüber zu sprechen.

>> Hier erfährst Du mehr darüber, wann für dich der beste Zeitpunkt ist, die Schwangerschaft zu verkünden.

Fazit: Informieren ist die halbe Miete in den ersten Wochen der Schwangerschaft

Du siehst, es gibt am Anfang der Schwangerschaft viel, was man beachten, wissen und entscheiden sollte. Natürlich musst Du das nicht alles gleich heute tun (bis auf die Alkohol- und Drogensache!), lass Dir ruhig ein wenig Zeit.

Wahrscheinlich muss die Neuigkeit auch erst einmal bei Dir ankommen und Du willst die sprichwörtliche Nacht darüber schlafen.

Aber insgesamt gibt es einen guten Grund, warum viele Schwangere Webseiten wie meine und Bücher zum Thema verschlingen und in vielen Dingen auf Nummer sicher gehen.

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Für werdenden Mamis: Was darf man in der Schwangerschaft nicht machen?

Vor allem in Sachen Ernährung werden die Mamis in Spe mit zahlreichen wohlgemeinten Tipps, aber auch mit einigen Halbwahrheiten konfrontiert. Und da Frau natürlich nur das Beste für ihr Baby will, ist die Verwirrung groß: Welche Lebensmittel können dem Kind wirklich gefährlich werden, und welche sind unbedenklich? Bis zu welchem Zeitpunkt darf man als Schwangere das Flugzeug nehmen und welche Sportarten sind erlaubt?
Von Lebensmittel über Medikamente bis hin zu Reisen.. Was darf man in der Schwangerschaft wirklich nicht machen und was kann man ruhig ein bisschen lockerer sehen? Hier gibt’s eine Übersicht.

Schwangere und Rohmilchprodukte

Rohmilch oder Rohmilchkäse sollten Schwangere auf jeden Fall meiden. Die Milch wird nicht erhitzt. Krankheitserreger wie Listerien – sofern in der Milch vorhanden – werden nicht abgetötet und können für Mutter und Kind zur Gefahr werden. Schon kleinste Stücke können das ungeborene Baby gefährden. Deswegen: Finger weg!

Übrigens: Listerien können nicht nur in Rohmilchkäse stecken, sondern auch in rohem Fleisch und in Schnittsalat.
Aber: Listeriose kommt selten vor. Ihr müsst vor lauter Angst jetzt nicht während der gesamten Schwangerschaft auf Salat verzichten. Beachtet einfach diese Tipps:

  • Esst keinen abgepackten, vorgewaschenen Salat.
  • Wascht Obst und Gemüse immer gründlich.
  • Entfernt bei Käse die Rinde großzügig, hier würden sich die Listerien ansiedeln.
  • Vermeidet rohes Fleisch und rohen Fisch (auch weil im Fleisch Toxoplasmose-Erreger stecken könnten).
  • Wascht euch gründlich die Hände, wenn ihr mit rohen Lebensmitteln hantiert habt.

Übrigens: Auch rohe Eier, bzw. Produkte, die rohe Eier enthalten, sind zu vermeiden, denn diese können die gefährlichen Salmonellen-Bakterien enthalten.

Auch lesen: Sushi & Co.: Was darf man in der Schwangerschaft NICHT essen?

Schwangere und Kaffee

Neun Monate lang keinen Kaffee? Bei diesem Gedanken bricht bei so mancher Schwangeren Panik aus. Auch hier gilt: Greift zu – allerdings nur eine Tasse pro Tag. Es gibt verschiedenste Studien rund um das Thema Schwangerschaft und Koffein. Das Ergebnis: Ein bis zwei Tassen schaden weder Mutter und Kind.
Achtung: Auch in schwarzem und grünem Tee steckt Koffein. Trinkt insgesamt nicht mehr als zwei Tassen am Tag – inklusive Kaffee und auch Cola.
Hier gibt’s weitere Infos zum Thema Kaffee in der Schwangerschaft: Schadet Koffein dem Baby?

Schwangere und Alkohol

Ist beim Kaffee in der Schwangerschaft eine Tasse am Tag erlaubt, gilt für Alkohol ein striktes Verbot. Dem Spruch „Ein Gläschen ist kein Gläschen“ solltet ihr keine Beachtung schenken. Anke Erath von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bestätigt, „dass selbst geringe Mengen Alkohol erhebliche Folgen für das Kind haben können.“ Verkneift euch Wein und Bier also besser und wählt eins der vielen alkoholfreien Getränke.
Hier gibt’s weitere Infos zum Thema Alkohol in der Schwangerschaft

Schwangere und Zigaretten

Gleiches gilt fürs Rauchen. Über die Nabelschnur gelangen die in der Zigarette enthaltenen Giftstoffe in den Körper des Embryos. Mögliche Folgen können Früh- und Fehlgeburten sein, Asthma oder Allergien. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rät deswegen allen Frauen, die schwanger werden wollen bzw. es schon sind, zu einem sofortigen Rauch-Stopp.
Hier gibt’s weitere Infos zum Thema Rauchen in der Schwangerschaft

Schwangere und Medikamente

Mal schnell eine Kopfschmerztablette nehmen oder Nasenspray: Das ist keine gute Idee, wenn ihr schwanger seid.
Mit Medikamenten sollten Schwangere zurückhaltend sein, die meisten sind verboten. Über die Plazenta gelangen sie nämlich in den Körper des Babys und können dem Kind schaden. Klärt deswegen jede Medikamenteneinnahme vorher mit eurem Arzt ab. Manche Antibiotika sowie Paracetamol sind während der gesamten Schwangerschaft erlaubt.
Hier gibt’s weitere Infos zum Thema Erkältet in der Schwangerschaft: Welche Medikamente sind erlaubt?

Schwangere und Sport

Pech für alle Sportmuffel: Am Gerücht, dass Sport in der Schwangerschaft dem Kind schaden kann, ist nichts dran. Die meisten Sportarten sind sogar gut für Mami und Kind. Es gibt jedoch ein paar Ausnahmen: Auf Sportarten mit hohem Verletzungsrisiko wie Skifahren oder Reiten sollet ihr lieber verzichten. Auch Sportarten, bei denen viel gehüpft wird, zum Beispiel Ballsportarten, sind zu vermeiden. Bauchmuskeltraining ist ebenfalls verboten. Radfahren, Joggen, Walken oder Schwimmen sind jedoch gar kein Problem.
Hier gibt’s weitere Infos zum Thema Sport in der Schwangerschaft

Übung für eine verbesserte Haltung in der Schwangerschaft

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Schwangere und Flugreisen

Der Druck im Flieger, dazu das lange Sitzen und die dadurch erhöhte Thrombosegefahr: Viele Schwangere trauen sich nicht in den Flieger. Bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft könnt ihr aber durchaus nochmal in die Sonne fliegen. Ideal ist dafür das zweite Trimester. Ab dem Ende der 36. Schwangerschaftswoche werden Schwangere von vielen Airlines nicht mehr mitgenommen.
Hier gibt’s weitere Infos zum Thema Fliegen in der Schwangerschaft

Schwangere und Sonnenstudio

Dem Baby schadet der Besuch im Sonnenstudio zwar nicht, aber ihr solltet trotzdem vorsichtig sein mit dem Sonnenbad. Durch die Schwangerschaft herrscht Hormonchaos in eurem Körper und viele Frauen bekommen braune Pigmentflecken im Gesicht. Die tauchen übrigens auch beim Sonnenbad auf dem Balkon auf.

Quellen und weitere informationen:

  • Netzwerk Gesund ins Leben (BZfE)
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

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Gewichtszunahme in der Schwangerschaft: Wie viel ist gesund für Mama & Baby?
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Mehr zum Thema Toxoplasmose und Listeriose erfahrt ihr auf unserer Gesundheits-Website Onmeda.de!

Auch auf gofeminin: Ultraschallbilder einer Schwangerschaft: So entwickelt sich der Embryo

Was darf man in der Schwanger-schaft nicht essen?

Sushi, Salami und Sekt – muss das wirklich weg? Die schlechte Nachricht: Tatsächlich stehen alle drei Lebensmittel auf der No-Go-(Einkaufs-)Liste von Schwangeren. Aber warum eigentlich?

Das, was du isst oder trinkst, hat einen direkten Einfluss auf die Entwicklung deines Babys. Deshalb solltest du, zum Wohle deines Babys, während der Schwangerschaft auf manches verzichten oder nur in Maßen konsumieren.

  • Alkohol: Alkohol kann schon in kleinen Mengen das Gehirn und die Nerven deines Kindes schädigen. Während der Schwangerschaft solltest du deshalb komplett darauf verzichten.
  • Milchprodukte: Sind prinzipiell ein wichtiges Nahrungsmittel, allerdings solltest du auf einige während deiner Schwangerschaft lieber verzichten. Gerade solche, die aus Rohmilch hergestellt werden, können Bakterien enthalten. Diese können bei deinem Baby eine lebensgefährliche Infektion auslösen. Also lieber Hände weg von Weichkäse, wie Camembert, Brie, Ziegen- oder Blauschimmelkäse. Feste, gereifte Hartkäse aus wärmebehandelter Milch sind unbedenklich, nur die Käserinde solltest du besser nicht mitessen. Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du auf Rohmilchkäse und auch auf vorverpackten, geriebenen Käse oder „offenen“ Käse aus der Käsetheke verzichten.
  • Rohe & halbgegarte Eier: Hartgekochte Eier sind kein Problem, diese kannst du auch in der Schwangerschaft essen. Nur auf rohe oder halbgegarte solltest du verzichten. Sie können nämlich Salmonellen enthalten, was bei dir zu einer Vergiftung führen kann. Zwar ist dein Baby davon nicht direkt gefährdet, aber wenn du leidest, leidet dein Baby mit. Alle Speisen, die aus rohen Eiern hergestellt werden, solltest du deshalb meiden. Selbstgemachte Mayonnaise ist ebenfalls tabu, aber industriell hergestellt ist sie für dich und dein Baby harmlos. Bei Kuchen und Gebäck achtest du am besten darauf, dass die Füllung gut durchgebacken ist und auf Tiramisu verzichtest du in der Schwangerschaft besser komplett.
  • Fleisch und Wurst: Falls rohes oder unvollständig gegartes Fleisch wie in Tartare, Carpaccio, Steaks english oder medium zu deinen Leibspeisen zählen sollten, dann musst du jetzt stark sein und in der Schwangerschaft darauf verzichten. Denn sie können Toxoplasmose auslösen – und das ist für dein Baby unter Umständen sehr gefährlich. Auch auf rohen Schinken, Salami, Mettwurst und generell Wurstsorten, die nur geräuchert sind, solltest du unbedingt verzichten. Innereien, wie Leber und Nieren am besten komplett von deinem Speiseplan streichen, denn sie können mit Schadstoffen belastet sein und enthalten dazu noch viel Vitamin A. Das wiederum führt bei einer Überdosierung eventuell zu Wachstumsstörungen sowie Haut-, Leber- und Augenschäden beim Baby.
  • Fisch und Meeresfrüchte: Fisch und Meeresfrüchte solltest du vor dem Essen gut erhitzen und durchbraten. Roher Fisch wie zB Sushi oder rohe Muscheln/Austern können nämlich mit Bakterien belastet sein, die bei deinem Baby eine lebensgefährliche Infektionskrankheit, die Listeriose, auslösen können. Thunfisch, Schwertfisch und Steinbeißer solltest du nur selten essen, da sie häufig mit Quecksilber belastet sind, das für Babys Entwicklung schädlich sein kann. Leider sind auch kaltgeräucherte Fische wie graved Lachs nicht ausreichend gegart und sollten somit nicht gegessen werden.
  • Koffeinhaltige Getränke: Kaffee, schwarzer und grüner Tee sowie koffeinhaltige Erfrischungsgetränke wie Cola sind erlaubt, jedoch nur etwa 2 bis 3 Tassen bzw. Gläser pro Tag. Weil schwarzer und grüner Tee außerdem die Eisenaufnahme bei dir und damit auch bei deinem Baby verhindern, solltest du ihn nur kurz ziehen lassen und zwischen den Mahlzeiten trinken. Auch vom Konsum koffeinhaltiger Energydrinks in der Schwangerschaft wird abgeraten.
  • Rauchen: Schwangere sollten nicht rauchen und sich nicht in Räumen aufhalten, in denen geraucht wird oder wurde.  
  • Ungewaschenes Gemüse, Obst und Salat: Das sind wichtige Bestandteile einer ausgewogenen und gesunden Ernährung. Achte nur darauf, dass du Obst, Gemüse und Kräuter immer gründlich wäschst oder schälst. Damit haben Parasiten, die bei deinem Baby zu einer gefährlichen Toxoplasmose führen können, keine Chance. Um auf Nummer Sicher zu gehen, solltest du verzehrfertige, abgepackte Salate, Antipasti oder Obst aus dem Supermarkt, Restaurants oder Kantinen meiden.

1. Schwangerschaftsdrittel (Trimenon)

Letzte Änderung: 30.01.2020
Zuletzt bearbeitet von Jasmin Krsteski • Medizinredakteurin Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

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Das 1. Schwangerschaftsdrittel (1. Trimester/Trimenon) umfasst die ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft und somit die ersten drei Schwangerschaftsmonate. Dabei dienen die ersten zwei Schwangerschaftswochen lediglich der genaueren Berechnung. Das 1. Trimester beginnt mit dem 1. Tag der letzten Periode und endet mit dem letzten Tag der 12. Schwangerschaftswoche (11+6).

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Im ersten Trimester liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung des Babys: Die Organe werden gebildet, Kopf, Arme und Hände, Beine und Füße entwickeln sich und die Nervenzellen im Gehirn bilden und vernetzen sich.

Wenn der Embryo drei Wochen alt ist, beginnt bereits sein Herz zu schlagen. Vom Embryo spricht man bis zur neunten Woche nach der Befruchtung, danach vom Fötus. Am Ende des ersten Trimesters sind die wichtigen Organe und Gliedmaße des Babys angelegt und deutlich sichtbar.

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Die Schwangerschaft ist in den ersten zwölf Wochen nicht sichtbar, obwohl die Schwangere häufig gerade in dieser Zeit mit den verschiedensten Schwangerschaftsbeschwerden zu kämpfen hat. Das erste Trimester ist außerdem die kritischste Phase der ganzen Schwangerschaft: Einflüsse wie unter anderem Alkohol, Drogen und Rauchen haben hier die größten Auswirkungen, da sie die Entwicklung lebenswichtiger Organe beeinträchtigen können.

Wann beginnt und wann endet das erste Trimester?

Insgesamt umfasst eine Schwangerschaft 40 Wochen oder zehn Monate. Dabei startet die Berechnung etwa zwei Wochen vor der Befruchtung – nämlich mit dem ersten Tag der letzten Regelblutung. Diese Rechnung hat sich bewährt, da sich nicht bei jeder Frau der Termin des Eisprungs rückwirkend eindeutig bestimmen lässt.

Die Schwangerschaft wird in Drittel (Trimester / Trimenon bedeutet Drittel) unterteilt, die jedoch nicht gleichverteilt sind. In Deutschland gibt es zwei verschiedene Zählweisen. Nach der häufigeren Variante sind die Schwangerschaftswochen folgendermaßen verteilt:

Die Alternative ordnet dem 2. Schwangerschaftsdrittel die Wochen 13 bis 24 zu und dem 3. Schwangerschaftsdrittel die Wochen 25 bis 40.

Die Unterteilung in Drittel stammt aus der Zeit, in der die Schwangerschaft ab dem Zeitpunkt der Befruchtung berechnet wurde und somit neun Monate umfasste, die gleichverteilt werden konnten.

Schwangerschaftswochen im 1. Trimester

1. Schwangerschaftsmonat:

2. Schwangerschaftsmonat:

  • 5. Schwangerschaftswoche (SSW)
  • 6. Schwangerschaftswoche (SSW)
  • 7. Schwangerschaftswoche (SSW)
  • 8. Schwangerschaftswoche (SSW)

3. Schwangerschaftsmonat:

Was passiert im Körper?

Die Schwangerschaft ist in den ersten zwölf Wochen nach außen nicht sichtbar, obwohl die Schwangere häufig gerade in dieser Zeit mit verschiedenen Schwangerschaftsbeschwerden wie Müdigkeit und Übelkeit zu kämpfen hat. Schließlich verändert sich gerade viel in ihrem Körper, der sich auf die neue Aufgabe vorbereiten und den Mutterkuchen aufbauen muss. Um die dafür benötigten Nährstoffe bereitzustellen, erhöht sich der Stoffwechsel der Frau um 20 Prozent.

Auch das Blutvolumen der Schwangeren nimmt um 20 bis 30 Prozent zu. Außerdem vergrößern sich die Brüste und werden empfindlich. Die wachsende Gebärmutter kann sich durch ein Ziehen bemerkbar machen.

Östrogen sowie die Schwangerschaftshormone HCG und Progesteron regeln nicht nur für die Schwangerschaft wichtige Vorgänge, sondern können sich auch auf die Gefühlswelt der Frau auswirken: Freude und Traurigkeit können sich abwechseln in dieser Phase.

Wie hoch ist das Risiko im ersten Trimester?

Das erste Trimester ist die kritischste Phase der ganzen Schwangerschaft: Einflüsse wie Alkohol, Drogen und Rauchen haben in dieser Zeit die größten Auswirkungen, da sie die Entwicklung lebenswichtiger Organe beeinträchtigen können.

Aber auch ohne solche Schadstoffe ist das erste Trimester eine störungsanfällige Zeit. Nicht immer entsteht aus der Verbindung von Eizelle und Spermium ein lebensfähiges Kind.

Kann sich die Eizelle nicht richtig einnisten oder entwickelt sich das Baby nicht richtig, bricht die Schwangerschaft in der Regel ab.

Denn für den Embryo gilt in dieser frühen Zeit das Alles-oder-Nichts-Prinzip: Entweder er entwickelt sich normal – oder gar nicht.

Etwa 11 bis 15 Prozent aller festgestellten Schwangerschaften enden in der Frühschwangerschaft mit einer Fehlgeburt.

Die richtige Ernährung

Der Körper braucht nun besonders viele Nährstoffe. Sie brauchen jetzt zwar nicht mehr Nahrung als zuvor, sollten aber auf abwechslungsreiches und gesundes Essen achten. Vitamine, Eisen, Jod, Magnesium, Kalzium und Folsäure sollten ausreichend vorhanden sein.

Folsäure ist in der Frühschwangerschaft besonders wichtig für Zellteilungs- und Wachstumsprozesse. Ein Mangel des Vitamins kann beim Embryo die Entwicklung besonders des Zentralen Nervensystems stören. In den ersten Wochen der Schwangerschaft bildet sich nämlich das Neuralrohr, aus dem sich später Gehirn und Rückenmark entwickeln.

Gemüse, Vollkornprodukte und Obst enthalten Folsäure und sollten ausreichend auf dem Speiseplan stehen. Nach Absprache mit dem Arzt können Schwangere das Vitamin außerdem in Form von Tabletten zu sich nehmen.

Wichtig ist vor allem, dass Schwangere viel Wasser trinken. Der Körper benötigt jetzt Flüssigkeit für den Blutkreislauf des Babys, das Fruchtwasser und die Plazenta.

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Eine Schwangerschaft ist eine Zeit voller Veränderung: Der eigene Körper verändert sich, aber auch die Ernährungsweise. Um die Entwicklung Ihres Kindes nicht zu gefährden, gibt es einige Lebensmittel, die Sie in der Schwangerschaft besser meiden sollten.

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Auf Camembert, Brie, Feta und andere Rohmilchkäse sollten Sie in der Schwangerschaft verzichten. Alle pasteurisierten Milchprodukte (z.B. Emmentaler, Gouda, …) sind nicht nur erlaubt, sondern empfehlen sich für eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft!

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Auch Mozzarella aus Rohmilch sollten Sie in der Schwangerschaft meiden. Rohmilchprodukte sind speziell gekennzeichnet: Wenn nicht „Rohmilch“ drauf steht, ist auch keine Rohmilch drin! Mozzarella aus pasteurisierter Milch dürfen Sie auch schwanger genießen.

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Rohe Eier sind nichts für die Schwangerschaft. Das gilt auch für Produkte, die rohe Eier enthalten (z.B. Tiramisu) oder die nicht sicher durchgebacken sind (z.B. Backwaren mit eihaltiger Füllung).

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Salami ist, wie andere rohe Wurstprodukte (z.B. Teewurst), in der Schwangerschaft tabu. Eine leckere Alternative für diese Zeit: italienische Mortadella.

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Auf Carpaccio und anderes rohes Fleisch sollten Sie in der Schwangerschaft vorsorglich verzichten. Alternativ können Sie sich gekochten Schinken schmecken lassen.

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Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren – das gilt nicht für die Schwangerschaft. Alkohol sollte für Sie jetzt absolut tabu sein!

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Kaffee ist in der Schwangerschaft erlaubt – in Maßen! Auch Cola, schwarzer Tee und dunkle Schokolade enthalten Koffein, also aufgepasst!

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Salat gehört zu einer gesunden Ernährung in der Schwangerschaft dazu! Meiden Sie aber abgepackte Salate und waschen Sie Salat immer gründlich, bevor Sie ihn essen!

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Nein, Sie müssen natürlich nicht auf Gemüse verzichten! In der Schwangerschaft sollten Sie aber besonders darauf achten, Obst und Gemüse gründlich zu waschen! Meiden Sie rohes, ungewaschenes Obst und Gemüse.

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Auch rohen oder kalt geräucherten Fisch (z.B. Räucherlachs) sollten Sie in der Schwangerschaft vom Speiseplan streichen. Alternative: gebratener, heiß geräucherter oder gegarter Fisch.

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Traditionelles Sushi ist nichts für die Schwangerschaft, da es rohen Fisch enthält. Für eingefleischte Sushi-Fans: Probieren Sie doch mal die vegetarische Variante.

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Softeis kann Salmonellen und Listerien enthalten und ist daher für die Schwangerschaft tabu. Gegen Frucht- und Milchspeiseeis gibt es aber nichts einzuwenden, das kalte Eis schadet auch dem Kind nicht. Ernährungs-Quiz für die Schwangerschaft

Worauf muss ich achten?

Wichtig ist von nun an eine gesunde Lebensweise: Verzichten Sie auf Alkohol und Zigaretten und versuchen Sie auch, Passivrauchen zu vermeiden. Das gilt selbstverständlich für die gesamte Zeit der Schwangerschaft.

Achten Sie darauf, sich gesund zu ernähren und nach Absprache mit dem Frauenarzt gegebenenfalls ergänzend Folsäurepräparate zu nehmen.

Bewegen Sie sich viel und treiben Sie weiterhin Sport, wenn der Arzt sein Ok gibt, aber vermeiden Sie ungewohnte Belastungen und Bewegungsabläufe. Schwimmen, Yoga und Spazierengehen sind für viele Schwangere ideal.

Gewichtszunahme im 1. Trimester

In den ersten drei Monaten nehmen die meisten Schwangeren nur wenig an Gewicht zu. Wer an starkem Schwangerschaftserbrechen leidet, kann sogar abnehmen.

Der Embryo ist in dieser Zeit noch nicht einmal 100 Gramm schwer und fällt somit kaum ins Gewicht. Jedoch wirken sich auch Plazenta, Fruchtwasser, Gebärmutter, die größer werdenden Brüste und die Zunahme des Blutvolumens aus.

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Wann sage ich, dass ich schwanger bin?

Eine häufige Empfehlung lautet, dass die Schwangerschaft erst nach dem ersten Trimester, also ab der 13. Woche, öffentlich gemacht werden sollte. Das Risiko für eine Fehlgeburt ist dann geringer und die werdenden Eltern können so vermeiden, im Falle eines Aborts mit schmerzhaften Fragen nach der Schwangerschaft konfrontiert zu werden.

Letztendlich müssen Sie aber natürlich selbst entscheiden, wann Sie wem von dem Baby erzählen möchten.

Je nachdem, in welchem Beruf Sie arbeiten, sollten Sie aber Ihrem Arbeitgeber von der Schwangerschaft erzählen. Wenn Sie ein Baby erwarten, gelten besondere Bestimmungen zu Ihrem Schutz. So darf der Arbeitgeber Sie nichts machen lassen, was Sie oder Ihr Baby gefährdet. Außerdem gilt ein besonderer Kündigungsschutz – allerdings nur, wenn der Arbeitgeber von der Schwangerschaft weiß.

Was passiert beim 1.-Trimester-Screening?

Die erste große Vorsorgeuntersuchung inklusive Ultraschall, auch 1.-Trimester-Screening genannt, ist zwischen Beginn der 9. SSW und Ende der 12. SSW vorgesehen. Dabei sind folgende Untersuchungen und Daten wichtig:

  • mütterliches Gewicht und Blutdruck
  • Urinuntersuchung (Eiweiß, Zucker, Keime)
  • Hämoglobingehalt (gibt Hinweis auf den Eisengehalt)
  • Lage der Gebärmutter (Fundusstand: wird ermittelt über den Abstand von oberem Gebärmutterrand (über die Bauchdecke durch Tasten feststellbar) zum Bauchnabel)
  • Ultraschall:
    • Scheitel-Steiß-Länge (SSL)
      • alternativ zur SSL: Biparietaler Durchmesser (BPD – Abstand von Schläfe zu Schläfe)
    • Lage, Bewegungen und Herzaktivität des Babys
    • Feststellung der Einlings- oder Mehrlingsschwangerschaft
    • Entwicklung von Gehirn, Organen und Gliedmaßen

Die Untersuchung umfasst außerdem eine ausführliche Beratung entsprechend dem Schwangerschaftszeitpunkt.

Im Anschluss an die Ultraschalluntersuchung druckt der Frauenarzt gewöhnlich ein bis mehrere Ultraschallbilder aus und übergibt sie den werdenden Eltern.

2. Trimester “

Quellen

Leitfaden zum Mutterschutz, Online-Information des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Stand Januar 2020)

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 1.8.2017)

Online-Informationen der BZgA: www.familienplanung.de (Abrufdatum: 1.8.2017)

Online-Informationen des Gemeinsamen Bundesausschusses: www.g-ba.de (Stand: 19.7.2016)

Weyerstahl, T., Stauber, M.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

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Letzte inhaltliche Prüfung: 23.01.2020
Letzte Änderung: 30.01.2020

Eine Schwangerschaft ist ein einzigartiger und spannender Vorgang im Körper der Frau, denn von der ersten Sekunde einer Schwangerschaft an, ist der weibliche Organismus für die Versorgung zweier Menschen verantwortlich.

Anfangs noch in sehr beschaulichem Ausmaß – in der fünften Schwangerschaftswoche (SSW) ist möglicherweise das Pulsieren eines Herzschlages zu erkennen – später dann umfangreicher, wenn ein vollentwickeltes kleines Menschenkind vom weiblichen Körper genährt, gewärmt und geschützt wird.

Von Tag zu Tag entwickelt sich der Embryo und jede Schwangerschaftswoche hält einen anderen Entwicklungsschritt für Mutter und Kind bereit. Die folgende Übersicht kann Ihnen dabei helfen, jeden einzelnen Entwicklungsschritt ganz genau nachzuvollziehen.

Das erste Trimester: Der Beginn eines neues Leben

Ein Schwangerschaftstest gibt auskunft – Sicherheit gibt aber erst der Besuch beim Frauenarzt

Das erste Trimester (1. bis 13. SSW) einer Schwangerschaft wird von vielen Frauen als besonders intensiv und auch beschwerlich beschrieben. Obwohl sich erst mit der 5ten oder 6ten Schwangerschaftswoche körperliche Anzeichen bemerkbar machen, beginnt die Berechnung des ersten Trimesters bereits mit der ersten Woche der Schwangerschaft.

In den ersten beiden Schwangerschaftswochen ist die potenzielle Mutter noch nicht richtig schwanger, sondern in diesen beiden Wochen ist eine Befruchtung möglich. Die ersten beiden Wochen dienen also allein der Berechnung (welche für den Arzt mit dem ersten Tag des Zyklus beginnt). Erst in der dritten SSW wird eine Eizelle befruchtet.

Die vierte Schwangerschaftswoche (SSW4)

In SSW 4 nistet sich diese befruchtete Eizelle in der Gebärmutter ein, diese Einnistung kann sich durch die sogenannte Einnistungsblutung bemerkbar machen. Die Einnistungsblutung ist in der Regel schwächer als die Menstruationsblutung, trotzdem lässt sie viele Frauen glauben, nicht schwanger zu sein. Doch nicht jede Frau hat diese Einnistungsblutung. (Weitere Infos zur Nidationsblutung)

In den ersten fünf Schwangerschaftswochen ist es also noch sehr schwierig die Schwangerschaft nachzuweisen.

Anzeichen für eine Schwangerschaft:

Folgende Anzeichen können ein Hinweis auf eine Schwangerschaft sein:

  • Das Ausbleiben der Menstruation
  • Übelkeit und Ekel vor intensiven Gerüchen
  • Mattigkeit und anhaltende Müdigkeit

Die fünfte Schwangerschaftswoche (SSW5)

Absolute Sicherheit gibt erst der Schwangerschaftstest, der aber erst ab der fünften SSW ein Ergebnis anzeigen kann. Schwangerschaftstests, die Sie in Drogerien oder Apotheken erstehen können, sind, was die Diagnose anbelangt, sehr zuverlässig, sobald sich der Anzeigestreifen positiv verfärbt, sollten Sie einen Termin beim Frauenarzt vereinbaren.

Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger

Beim ersten Frauenarzttermin als schwangere Frau erhalten Sie Ihren Mutter-Kind-Pass. Fortan wird der Verlauf der Schwangerschaft in diesem Pass akribisch dokumentiert und der Pass wird auch nach der Geburt Ihres Kindes weitergeführt (die Untersuchungen beim Kinderarzt werden ebenfalls hier eingetragen).

Bei jedem Vorsorgetermin untersucht der Frauenarzt nun:

  • Den Blutdruck der werdenden Mutter
  • Urin (Zucker- und Eiweißgehalt, Bakterien)
  • Gewicht der Schwangeren
  • Lage und Größe der Gebärmutter
  • Herztöne des Babys, sobald diese über das CTG hörbar sind
  • Lage des Babys (ab der zweiten Schwangerschaftshälfte)

Die erste Untersuchung beim Frauenarzt ist noch dazu mit dem ersten Foto (Ultraschallbild) Ihres ungeborenen Kindes verbunden. Auf dem Bildschirm kann man zum Zeitpunkt der 5 SSW möglicherweise schon den Herzschlag des Kindes erkennen, das muss aber nicht sein und es gibt keinen Grund zur Besorgnis, wenn man das Herz noch nicht schlagen sehen kann.

Jetzt wächst ein neues Leben heran

Sollten Sie vor Feststellung der Schwangerschaft noch geraucht oder Medikamente bzw. Alkohol zu sich genommen haben, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um damit aufzuhören. Auch wenn Sie vor Entdeckung Ihrer Schwangerschaft geraucht haben, Alkohol oder Medikamente zu sich genommen haben, gibt es keinen Grund zur Sorge. In diesem frühen Stadium der Schwangerschaft gilt das „Alles oder nichts“-Prinzip.

Noch dazu befindet sich der Embryo bis zur 12 SSW im so genannten Dottersack. Die Plazenta ist erst nach 12 Wochen vollständig ausgestattet, der Embryo wird in den ersten Wochen im eben genannten Dottersack eingenistet, der ihn bis zur vollen Funktionstüchtigkeit der Plazenta versorgt.

Ab der 6. Schwangerschaftswoche (6. SSW)

Ab der sechsten SSW macht sich Ihr Körper bemerkbar, Morgenübelkeit und Müdigkeit, Mattheit und Gereiztheit – die hormonelle Umstellung macht zahlreichen Frauen zu schaffen. Grund dafür: Der Körper der Frau arbeitet im ersten Trimester besonders hart.

Das Schwangerschaftshormon HCG (Human-Choriongonadotropin) verhindert weitere Eisprünge und unterdrückt die Regelblutung.

  • Östrogene regen bereits jetzt den Milchfluss in den Brüsten an.
  • Relaxin lässt das Bindegewebe elastischer werden.
  • Progesteron entspannt die Muskulatur der Gebärmutter.

Ihr Nährstoffbedarf in den ersten Wochen der Schwangerschaft:

Vor allem in den ersten Schwangerschaftswochen sollten Schwangere Folsäure einnehmen. Empfohlen wird die Einnahme von 0,8 Milligramm täglich in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten. Ab dem 4. Monat hat die ergänzende Folsäure keine Auswirkung mehr auf die Entwicklung des Kindes.

Sollten beim Bluttest keine Mangelerscheinungen erkenntlich geworden sein, müssen Sie keinerlei zusätzliche Präparate zu sich nehmen. Sie und Ihr Kind sind bestens versorgt, sofern Sie sich ausgewogen und gesund ernähren. Achten Sie also so früh wie möglich auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung und führen Sie Ihrem Körper ausreichend Vitamine und Mineralstoffe zu, denn nicht nur der Körper Ihres Babys benötigt Energie, sondern auch Ihr eigener Körper bereitet sich schon jetzt auf die Strapazen der Geburt und Ihren erhöhten Bedarf an Nährstoffen in der Stillzeit vor.

Ab der 9. Schwangerschaftswoche (9. SSW)

Sollten Sie in dieser ersten Phase der Schwangerschaft eine Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel entwickeln (Kaffee, Hülsenfrüchte, Brot, Schokolade etc.), legt sich das für gewöhnlich im zweiten Trimester wieder.

Ab der 9. SSW treten bei einigen Frauen die bekannten Heißhungerattacken auf. Machen Sie sich keine Sorgen, Nutella Gurken und Co. schaden Ihrem Kind nicht, sofern Sie sich weiterhin ausgewogen ernähren und die Attacken nicht Überhand nehmen.

Das Ende des ersten Trimesters:

Am Ende des ersten Trimesters ist Ihr Baby ca. fünf Zentimeter lang (vom Scheitel bis zum Steiß). Viele Frauen sehnen sich diesen magischen Termin herbei, denn jetzt endet auch die kritische Phase der Schwangerschaft. Das Risiko einer Fehlgeburt sinkt drastisch. Noch dazu werden sie jetzt vor die Wahl gestellt, Untersuchungen am Embryo vorzunehmen.

Bei einer Risikoschwangerschaft oder auf Anraten des Arztes hin kann zwischen der 11. und 13. SSW eine Chorionzottenbiopsie durchgeführt werden. Genetische Besonderheiten wie etwa Trisomien oder Stoffwechselerkrankungen können nachgewiesen werden, sollte das Ergebnis nicht eindeutig sein, kann man eine Fruchtwasseruntersuchung anschließen.

Zwischen der 11. und 14. SSW können Sie auch eine Nackenfaltenmessung durchführen lassen, mit der genetische Erkrankungen wie das Down-Syndrom sowie bestimmte Herz- und Skelettfehler erkannt werden können. Oben genannte Untersuchungen werden vielfach kritisch betrachtet und führen nur selten zu aussagekräftigen Ergebnissen, schüren vielmehr Zweifel und veranlassen Eltern dazu, überstürzte Entscheidungen zu treffen. Daher werden sie glücklicherweise auch nicht von der Krankenkasse übernommen.

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1. Trimester

Im ersten Schwangerschaftstrimester entsteht in faszinierenden Enwicklungsschritten ein vollständiger, sehr komplexer Organismus. (Alliance / )

Das erste Trimester (Drittel) der Schwangerschaft umfasst die Schwangerschaftswochen 1 bis 12.

Während des ersten Trimesters entsteht durch die Verschmelzung einer Ei- und einer Samenzelle ein vollständiger, äußert komplexer Organismus. In dieser Zeit schreitet die Entwicklung Ihres Babys rasend schnell voran. Zellen teilen sich, wandern und formieren sich zu Gewebsschichten. Ein grundlegender Bauplan des Körpers wird in nur drei bis sechs Wochen angelegt.

Zuerst nistet sich die Kugel aus Zellen in der Gebärmutterwand ein. Nachdem das geschehen ist, wird eine bemerkenswerte Kette von Ereignissen in Gang gesetzt. Aus den drei Keimblättern des Embryos entwickeln sich spezialisierte, lebenswichtige Zellen wie Blutzellen, Nervenzellen und Nierenzellen. Das Wachstum in dieser Zeit verläuft sehr schnell und koordiniert.

Am Anfang bilden sich äußere Merkmale wie Gesicht, Augen, Ohren, Arme und Beine aus. Das Herz entsteht als eines der ersten inneren Organe. Es fängt etwa am 22. Tag nach der Befruchtung zu schlagen an.

Gehirn, Rückenmark, Lunge, Verdauungstrakt sowie das urogenitale System entwickeln sich gleichzeitig. In der zweiten Hälfte des ersten Trimesters entstehen die Muskeln und das Skelett wird gebildet.

Ab der 10. Schwangerschaftswoche wird der Embryo als Fötus bezeichnet. Er verfügt nun über alle Anlagen und Organe eines zum Geburtstermin geborenen Babys, jedoch noch in einem unreifen Zustand. Jetzt beginnen ein starkes Längenwachstum und eine enorme Gewichtszunahme bis zur Geburt.

Auch das Lebenserhaltungssystem des Fötus in Form der Nabelschnur und der Plazenta bildet sich aus. Anfangs entwickelt sich Ihr Baby in der sogenannten Amnionhöhle, die von der Chorionhöhle umgeben ist. Am Ende des ersten Trimesters verschmelzen beide zur Fruchtblase.

Im ersten Trimester ist das Risiko für die Entstehung von Fehlbildungen noch hoch. Der Embryo entwickelt sich sehr rasch und ist besonders anfällig auf äußere Einflüsse, wie etwa Infektionen, Strahlung, Mangelernährung oder Substanzen, die zu Missbildungen führen können. Daher kommt es in diesem Zeitraum zu den meisten Fehlgeburten, viele davon in einem so frühen Stadium, dass die Frau noch gar nichts von ihrer Schwangerschaft bemerkt hat.

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Aktualisiert am: 28.08.2014 | 09:34

Weyerstahl T., Stauber M.: Gynäkologie und Geburtshilfe, Duale Reihe; Georg Thieme Verlag KG Stuttgart; 4. Auflage 2013
Huch R.: Glücklich schwanger von A bis Z – Gut beraten in 280 Alltagsfragen: von Autofahren bis Zunehmen; TRIAS Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co KG Stuttgart; 2011
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Sonntag K.: Schwanger! Tag für Tag: Mein Kalender für eine aufregende Zeit; TRIAS Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co KG Stuttgart; 2009
Ulfig N.: Kurzlehrbuch Embryologie; Georg Thieme Verlag KG Stuttgart; 2.Auflage 2009
Sadler T.W.: Medizinische Embryologie; Georg Thieme Verlag Stuttgart; 11.Auflage 2008

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