Was muss ein kind mit 4 jahren malen können

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Fachwissen: Was können Kinder in welchem Alter? Entwicklungsübersicht

Manchmal ist es schwer einzuschätzen, ob ein Kind altersgerecht entwickelt ist oder nicht. Gerade Berufsanfängerin fällt das schwer, da sie noch nicht über die notwendigen pädagogischen Erfahrungen verfügen. Grundsätzlich ist es die Aufgabe von Erzieherinen und Kinderpflegerinnen Entwicklungsverzögerungen oder sprachliche, motorische, psychische, emotionale, soziale oder kognitive Auffälligkeiten anhand von Beobachtungen festzustellen. Eine Diagnose aber dürfen nur Ärzte und ausgebildete Therapeuten stellen. Die pädagogische Fachkraft sucht das Gespräch mit den Eltern des betreffenden Kindes und verweist bei Bedarf auf infrage kommende Institutionen und Hilfsangebote.

Nachfolgend findest du eine Überblicksdarstellung über diejenigen Fähigkeiten und Kompetenzen, die ein durchschnittlich entwickeltes Kind mit einem, zwei, drei, vier, fünf oder sechs Jahren zeigt. Aber: Jedes Kind ist anders und entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Allerdings hängt eine altersgerechte Entwicklung auch davon ab, ob ein Kind gefördert wird und in einer ansprechenden, reizvollen Umgebung aufwächst, die Selbstbildungsprozesse anregt.

Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie dient lediglich dazu, sich einen groben Überblick über altersgerechte Entwicklung zu verschaffen.

Kompetenzen eines durchschnittlich entwickelten 1-jährigen Kindes

Kognitive Entwicklung und Wahrnehmung (Denken, Sehen, Spüren, Hören):

  • Reaktion auf Geräusche, Zuordnung möglich, aus welcher Richtung diese kommen

  • Das Kind nutzt nicht mehr vornehmlich den Mund, um Dinge zu erkunden, sondern seine Augen

  • Regelmäßiger, konstanter Blickkontakt zur Bezugsperson

  • Interesse für Dinge und Gegenstände in Bilderbüchern vorhanden

  • Nimmt Gegenstände aus einer Schachtel heraus und legt sie wieder hinein

  • Steckt zwei Becher unterschiedlicher Größe ineinander

  • Der Finger wird zum Zeigen auf Gegenstände oder Personen genutzt

  • Erstes Kritzeln mit einem Stift

Sprache und Sprachverständnis

  • Das Kind imitiert Laute, beispielweise Tierlaute („wau“, „miau“, „muh“ usw.)

  • Bildet zwei oder drei Worte in seiner Muttersprache

  • Versteht und befolgt einfache Aufforderungen („Suche deinen Becher“)

Feinmotorik

  • Übt den Pinzettengriff (versucht Gegenstände zwischen Daumen und Zeigefinger zu nehmen)

  • Kann eine Stift in der Faust halten und damit kritzeln

  • Nimmt Gegenstände von einer Hand in die andere

  • Wirft Gegenstände mit Schwung

Grobmotorik

  • Das Kind geht einige Schritte alleine oder an der Hand eines Erwachsenen

  • Es steht ein paar Sekunden lang ohne sich festzuhalten

  • Kind krabbelte sicher und schnell, überwindet dabei auch Hindernisse wie eine Treppe oder eine schräge Ebene

Persönlichkeitsentwicklung/soziale Entwicklung

  • Versteht und befolgt Aufforderungen wie „Komm her zu mir!“ oder „Gib mir das Buch!“

  • Das Kind imitiert Gesten und ahmt einfache Tätigkeiten nach (putzen, spülen…)

  • Zeigt Interesse an anderen Kindern, rollt dem Spielpartner einen Ball zu

  • Hält einen Becher alleine und möchte selbstständig essen

  • Kann sich einen Socken ausziehen

Emotionale Entwicklung

  • Protestiert gegen Aufforderungen

  • Kuschelt mit einer Puppe oder einem Stofftier

  • Fremdelt

  • Beginnt sich für sein Spiegelbild zu interessieren

  • Kann Zärtlichkeiten erwidern

Spiel- und Lernverhalten

  • Untersucht Gegenstände mit Händen, Augen und Mund

  • Kann Dinge wiederfinden, die vor seinen Augen versteckt wurden

  • Handelt beim Spiel gezielt, legt zum Beispiel Gegenstände in einen Korb und holt sie wieder heraus

  • Funktionelles Spiel kämmt mit einer Bürste der Puppe die Haare, gibt ihr zu trinken usw.

Kompetenzen eines durchschnittlich entwickelten 2-jährigem Kindes

Kognitive Entwicklung und Wahrnehmung (Denken, Sehen, Spüren, Hören)

  • Baut einen Turm mit mehreren Klötzen

  • Schraubt einen Deckel auf

  • Steckt drei unterschiedlich große Becher ineinander

  • Ordnet Formen richtig zu

Sprache und Sprachverständnis

  • Der Wortschatz umfasst ca. 50 Wörter

  • Spricht Zweiwortsätze

  • Benennt Körperteile

  • Versteht Begriffe, die Eigenschaften beschreiben wie „gross“, „warm“, „schwer“

  • Kann auch Äußerungen verstehen die nicht auf eine momentane Situation bezogen sind

  • Bittet wenn nötig um Hilfe

Feinmotorik

  • Baut Türme, füllt kleine Gegenstände in unterschiedliche Gefäße, bildet Reihen

  • Stift wird im Faustgriff gehalten

  • Kann spiralförmige Striche malen

  • Dreht einen Flaschenverschluss und öffnet Deckel

  • Kann große Perlen zu einer Kette auffädeln

  • Kann eine Spieluhr aufziehen

Grobmotorik

  • Kann drei Stufen im Nachstellschritt hinauf- oder hinuntersteigen, wenn es sich mit einer Hand festhält

  • Geht auf den Zehenspitzen

  • Klettert auf Möbel oder Spielgeräte

  • Hockt sich hin um Gegenstände aufzuheben

  • Tritt gegen einen Ball

  • Hüpft mit geschlossenen Beinen

  • Wirft im Stehen Bälle

Persönlichkeitsentwicklung/soziale Entwicklung

  • Zieht sich eine offene Jacke selbst aus, versucht eine Pullover anzuziehen

  • Kann kurze Trennungen von den Eltern verkraften

  • Hilft bei kleinen Arbeiten im Haushalt (Tisch decken, Wäsche falten usw.)

  • Spielt kurze Zeit mit Gleichaltrigen

  • Ahmt häusliche Tätigkeiten nach (z.B. putzen, bügeln)

Emotionale Entwicklung

  • Zeigt seinen Willen, wird wütend, sagt deutlich „nein“

  • Freut sich, wenn ihm etwas gelingt

  • Nennt seien Namen

  • Genießt die Gesellschaft anderer Kinder, spielt neben ihnen

  • Verteidigt seine Spielsachen

Spiel- und Lernverhalten

  • Lernt durch Versuch und Irrtum, probiert gerne Dinge aus

  • Einfaches Rollenspiel (serviert der Puppe etwas zu essen)

  • Hört gerne Geschichten an und findet Gegenstände auf einem Bild

  • Entwickelt beim Spiel Problemlösungstrategien

Kompetenzen eines durchschnittlich entwickelten 3-jährigen Kindes

Kognitive Entwicklung und Wahrnehmung (Denken, Sehen, Spüren, Hören)

  • Sortiert Gegenstände nach Größe, Form oder Farbe

  • Benennt zwei verschiedene Farben richtig

  • Kann drei bis vier Formen richtig zuordnen (in Formbox einführen)

  • Puzzelt vier bis sechs Teile

  • Zeigt und benennt Körperteile

  • Unterscheidet „eins“ und „viele“

  • Findet Gegenstände (mehrere) die vor seine Augen versteckt wurden

Sprache und Sprachverständnis

  • Stellt viele Fragen („Warum?“)

  • Kann einfachen Handlungen in Bilderbüchern folgen

  • Bildet Drei- bis Fünfwortsätze

  • Verfügt über einen großen passiven Wortschatz

  • Versteht einfache Anweisungen und setzt sie um

  • Benutzt Pronomen (mir, dir, ich, du usw.)

  • Hat Spaß an Liedern und Reimen

Feinmotorik

  • Schneidet Papier

  • Hält einen Stuft zwischen zwei Fingern

  • Malt Kreise, im Laufe des vierten Lebensjahres auch Kopffüßler

  • Steckt Schienen einer Holzeisenbahn ineinander, baut mit Duplosteinen und Lego

  • Kann einen Schraubverschluss öffnen

  • Formt aus Knete Kugeln oder eine Wurst

  • Isst mit Messer und Gabel

  • Reißt Papier auseinander

Grobmotorik

  • Klettert und rutscht

  • Steigt Treppen im Wechselschritt

  • Steht auf einem Bein (kurz)

  • Fährt Dreirad

  • Springt über ein Seil

Persönlichkeitsentwicklung/ soziale Entwicklung

  • Äußert Wünsche, spricht von sich als „Ich“ und kann „Nein“ sagen

  • Spielt mit Kindern im gleichen Alter

  • Kann einfache Spielregeln verstehen und einhalten

  • Kann Schuhe aus- und anziehen

  • Erkennt eigene Kleidung

  • Kommt einige Stunden ohne Eltern aus (Kindergarten)

Emotionale Entwicklung

  • Erledigt gerne Dinge selbst, kann sich aber Hilfe holen

  • Kann Gefühle verbal und nonverbal äußern

  • Tröstet andere Kinder

  • Bringt andere Kinder gerne zum Lachen

  • Zeigt sich hilfsbereit

Spiel- und Lernverhalten

  • Beteiligt sich an Rollenspielen

  • Widmet sich Symbolspielen („so-tun-als-ob“)

  • Bastelt und arbeitet auf ein Ergebnis hin

  • Interessiert sich für Bilderbücher

Kompetenzen eines durchschnittlich entwickelten 4-jährigen Kindes

Kognitive Entwicklung und Wahrnehmung (Denken, Sehen, Spüren, Hören)

  • Erfasst simultan Mengen bis 3

  • Zählt bis 5

  • Ordnet Gegenstände nach mehreren Kriterien, z.B. Form und Farbe

  • Benennt namentlich die Grundfarben

  • Spricht drei Zählen und drei Wörter nach

  • Puzzelt mindestens zehn Teile

  • Kann Formen isolieren (Sucht nach Aufforderung Kreise oder Quadrate heraus)

  • Kann eine Reihe richtig fortsetzen

Sprache und Sprachverständnis

  • Erkennt Zusammenhänge in Geschichten und gibt diese wieder

  • Erzählt Erlebnisse

  • Bildet längere Sätze (sechs bis acht Wörter)

  • Findet das Gegenteil zu Adjektiven

  • Gebraucht Präpositionen (auf, unter, neben usw.)

  • Beherrscht die Lautbildung weitgehend sicher (abgesehen von Zischlauten und schwierigen Konsonanten wie kl und dr)

Feinmotorik

  • Kann entlang einer Linie schneiden

  • Gebraucht Messer und Gabel

  • Geht mit Kleber richtig um (Dosierung)

  • Die Finger sind beweglich – auch einzeln

  • Knetet Figuren

  • Zeichnet Strichmännchen

  • Hält den Stift im Dreipunktgriff

  • Zeichnet Formen und Linien nach (Dreieck, Kreuz, Quadrat, Kreis)

Grobmotorik

  • Turnt gerne, hüpft, klettert, balanciert, kann einen Purzelbaum

  • Wirft und fängt einen Ball gezielt

  • Kann rückwärts gehen

  • Kann Treppen im Wechselschritt gehen ohne sich festzuhalten

Persönlichkeitsentwicklung/soziale Entwicklung

  • Kann Freundschaften schließen und halten

  • Kann Regeln und Abläufe einhalten

  • Kann seine Meinung vertreten

  • Zieht sich weitgehend selbstständig an, geht zur Toilette

Emotionale Entwicklung

  • Kann Emotionen regulieren und bei anderen erkennen

  • Entwickelt Empathie

  • Lädt Kinder zu sich ein

Spiel- und Lernverhalten

  • Baut mit Bau- und Konstruktionsmaterial erkennbare Fahrzeuge, Tiere etc.

  • Arbeitet mit anderen Kindern gemeinsam an etwas

  • Spielt erste Regelspiele, hält Regeln noch nicht immer ein

  • Kann sich etwa 10 Minuten lang mit etwas beschäftigen

  • Kann etwa 5 Minuten einer Geschichte folgen

  • Folgt noch häufig eigenen Interessen (Lustprinzip)

  • Beteiligt sich aktiv an Rollenspielen

Kompetenzen eines durchschnittlich entwickelten 5-jährigen Kindes

Kognitive Entwicklung und Wahrnehmung (Denken, Sehen, Spüren, Hören)

  • Kann 10 Gegenstände abzählen

  • Kennt alle Würfelbilder

  • Merkt sich vier Dinge, die zuvor versteckt wurden

  • Interessiert sich für Buchstaben

  • Erkennt einige Zahlen

Sprache und Sprachverständnis

  • Kann kleine Verse und Lieder auswendig lernen

  • Erzählt anschaulich und chronologisch

  • Verwendet komplexe Sätze, spricht deutlich

  • Kann eine Geschichte richtig wiedergeben

  • Beantwortet komplexe Fragen

  • Verwendet weitgehend richtige grammatische Strukturen, verwendet beim Erzählen die Vergangenheit

Feinmotorik

  • Beginnt den eigenen Namen zu schreiben

  • Schneidet Kreise, Wellen und Zick-Zack-Linien aus

  • Beherrscht den Dreipunktgriff sicher

  • Beschäftigt sich mit Steckspielen („Bügelperlen“)

  • Geschickter Umgang mit Werkzeugen

Grobmotorik

  • Hüpft auf einem Bein, kann das eigene Körpergewicht gut halten

  • Bewegt sich schnell und koordiniert

  • Fährt mit dem Fahrrad

  • Schaukelt

Persönlichkeitsentwicklung/ soziale und emotionale Entwicklung

  • Kann teilen und die eigenen Bedürfnisse zurücknehmen

  • Öffnet und schließt Knöpfe und Reißverschlüsse

  • Hat andauernde Freundschaften

  • Entwickelt Aufgabenbewusstsein

  • Benennt Stimmungen

Spiel- und Lernverhalten

  • Sammelt gerne Gegenstände

  • Kann sich an Spielregeln halten, beginnt Frustrationstoleranz zu entwickeln, wenn es verliert

  • Puzzelt mindestens 60 Teile

  • Kommuniziert viel beim Spiel

  • Plant seine Handlungen

Kompetenzen eines durchschnittlich entwickelten 6-jährigen Kindes

Kognitive Entwicklung und Wahrnehmung (Denken, Sehen, Spüren, Hören)

  • Kennt alle Farben

  • Zählt bis 20

  • Erfasst Mengen bis 5 simultan

  • Vergleicht Mengen miteinander

  • Erkennt die Zahlenbilder von 1 bis 10

  • Findet sich im Alltag gut zurecht, kennt Wochentage, Jahreszeiten usw.

Sprache und Sprachverständnis

  • Spricht einen komplexen Satz nach (mindestens 10 Wörter)

  • Erzählt anschaulich

  • Kann Begriff umschreiben

  • Benennt Überbegriffe

Feinmotorik

  • Können innerhalb vorgegebener Formen ausmalen

  • Malt bunte und detailreiche Bilder

  • Die Händigkeit ist festgelegt

  • Kann seinen Namen schreiben

  • Geht sicher mit Schere, Kleber, Stiften um

Grobmotorik

  • Mag Ballspiele

  • Kann sicher Fahrrad fahren

  • Kann einen Hampelmannsprung ausführen

  • Klettert geschickt

Persönlichkeitsentwicklung/ soziale und emotionale Entwicklung

  • Übernimmt Aufgaben und Verantwortung für sich

  • Kennt soziale Regeln

  • Kann sich organisieren

  • Kann sich auf gestellte Aufgaben einlassen

Malen wichtig für die Entwicklung des Kindes

Als Mann hast du wahrscheinlich keine allzu große Lust auf das Malen. Doch um dein Kind bereits im Kleinkindalter optimal zu fördern, solltest du häufig mit ihm zu Stift und Papier greifen. Fast alle Kinder lieben es, aus bunten Farben kleine Kunstwerke zu Papier zu bringen. Heute erfährst du, warum die Malerei so wertvoll für die Entwicklung deines Kindes ist.

Darum ist Malen so wichtig für dein Kind

Schon im ganz jungen Alter sind Kinder fasziniert, wenn der Stift die ersten Kritzeleien auf ein Blatt zaubert. Sobald Kids entdeckt haben, wie das mit den wundersamen Stiften und bemalbaren Untergründen funktioniert, ist kaum noch ein Papierfitzel sicher vor dem kleinen Picasso. Eigentlich ist sogar gar nichts mehr sicher, denn dein Sohn oder deine Tochter tobt sich jetzt überall aus: Schränke, Zeitschriften, Fotos, Spiegel, Geschäftsunterlagen und natürlich die Papiertapete werden zur Leinwand umfunktioniert. Kurz: Die künstlerischen Hinterlassenschaften deines Rackers sind überall zu sehen.
Okay. Du hast gerade die Wohnung frisch renoviert und könntest dein Kind jetzt wirklich zu lebenslänglichem trockenen Brot und Wasser verdonnern. Doch stop! Dein Nachwuchs trainiert seine Feinmotorik und macht gerade riesige Schritte in seiner Entwicklung. Das experimentierende Malen ermöglicht es deinem Kind, eine eigene Bildersprache zu entwickeln und fördert es auch dahingehend, eine neue Art der Kommunikation zu erlernen. Außerdem wirkt sich das Malen später in der Grundschule positiv aus. Denn Kinder, die im Kleinkindalter viel malen, trainieren ihre Feinmotorik intensiv, so dass sie leichter die Schrift erlernen und schöner schreiben können.

Bedenke: Was für dich so einfach und selbstverständlich aussieht, ist für dein Nachwuchs noch eine große Herausforderung. Es muss erst lernen, wie ein Malstift richtig in der Hand gehalten wird. Und deine Tochter / dein Sohn muss erlernen, welche Bewegungsabläufe notwendig sind, damit die bunten Striche sichtbar werden. Es ist doch klar, dass dein Kind seine ersten Mal-Erfolge überall präsentieren möchte und mit seinem neu entdeckten Talent die Wohnung verschönern will. Wer denkt bei soviel Lernerfolg noch an Tapete und Co?

Wenn dein Nachwuchs dich also morgens mit einem frisch gemalerten Flur und einer neu gestalteten Wohnzimmertapete überrascht, dreh dich rum, zähle langsam bis 10.000, hole tief Luft und … lobe dein Kind!!!
Auf gar keinen Fall solltest du jetzt schimpfen, denn wenn du das machst, kann es passieren, dass dein Kind die Lust auf das Malen verliert und es somit wichtige Lernschritte in seiner Entwicklung verpassen würde.

Ab welchem Alter können Kinder malen?

Du wirst wahrscheinlich überrascht sein. Sogar Babys können schon malen, sobald sie eine gewisse motorische Fähigkeit erreicht haben, die ihnen das Festhalten eines Stiftes ermöglicht.

Das frühe Malen: Spurschmieren

Die Erziehungswissenschaften erkennen sogar noch früheres Malen, das so genannte Spurschmieren, an. Bereits Babys im Alter von 7 oder 8 Monaten beherrschen diese rudimentäre Technik, wobei ihnen durch die Eltern natürlich noch keine Malutensilien bereitgestellt werden – weil Eltern gar nicht daran denken, dass Babys Interesse an der Malerei haben könnten. Babys malen dann mit allem, was für sie greifbar ist und sie entsprechend inspiriert. Das kann die Creme aus der geöffneten Creme-Dose sein, aber auch der Kot aus der vollen Windel.
Das Spurschmieren hält bis zum Alter von ca. 1,5 Jahren an. Verwendet wird bevorzugt, was matschig, breiig oder körnig ist, wenn nichts anderes greifbar ist. Darum sitzen Kleinkinder auch liebend gern in der Küche vor dem geöffneten Küchenschrank und “sauen” mit Mehl oder Zucker auf dem Küchenboden rum. Dein Kind zeigt dir:

“Hey, Papa, in mir schlummert ein kleiner Künstler!”

Biete deinem Baby ruhig Malutensilien an, wenn es gerne mit seinen Händchen hin und her wischt. Aber achte immer darauf, dass es sich um natürliche und unbedenkliche Materialien handelt, da Kleinkinder alles in den Mund stecken, um zu untersuchen. Vollkommen harmlos ist zum Beispiel Wasser, mit dem es auf einem Bogen Löschpapier zeichnen kann. Außerdem kannst du deinem Kind auch Wachsmalstifte in die Hand geben, wenn du dabei bleibst und aufpasst, dass es den Wachsstift nicht in den Mund steckt.

Kritzeln: Malen mit Schwung

Ungefähr zu Beginn des 2. Lebensjahres beginnt die Kitzelphase. Zeichnungen sind von viel Schwung und Dynamik geprägt. Jungen und Mädchen kritzeln noch keine erkennbaren Motive, sondern auf dem Malpapier entstehen wilde Linien und Kreise, die offenbar keinen Sinn ergeben.
Der kleine Maler hat selbst auch noch keine Vorstellung dessen, was er mit seinem Gemälde zum Ausdruck bringen will. Erste Kritzelbilder spiegeln lediglich die Freude am kreativen Bewegen wieder und zeigen, dass dein Kind den Spaß an rhythmischen Bewegungen entdeckt hat.
In der Kritzelphase, die etwa vom 2. Lebensjahr bis ins 4. Lebensjahr reicht, verwandelt sich die Kritzelei. Zuerst malt das Kind inhaltsfrei, doch es kommen immer neue Malmethoden hinzu:

  • Zick-Zack-Linien
  • schwungvolle Kreise
  • geschwungene Bögen
  • einfache Formen

Und irgendwann weist dein kleiner Picasso der ersten Kritzelei eine Bedeutung zu. Auch, wenn das gleiche Bild abwechselnd mal ein Haus, ein Krokodil oder eine Blume zeigt und du beim allerbesten Willen so gar nichts erkennen kannst – die Phantasie deines Kindes sieht in dem Gekritzel irgendetwas Bestimmtes.
Es dauert eine Weile, bis der junge Maler begreift, dass über die Malerei eigene Gedanken und Gefühle zum Ausdruck gebracht werden können. Dann nehmen Kinderbilder auch für uns Erwachsene erste erkennbare Züge an – mit viel Phantasie. Etwa im Alter von 2,5 Jahren oder 3 Jahren kannst du deine Tochter fragen, was sie auf dem Bild gemalt hat. Natürlich wird dein Sohn dir ebenfalls liebend gerne seine Malerei erklären und dir ganze Romane zu dem Gemälde erzählen. Selbst, wenn die Zeichnung nur aus wenigen Strichen und ein paar Kreisen besteht, bringt ein Kind damit ganz viel zum Ausdruck.

Im Alter 3-5 Jahre: Malereien nehmen konkretere Form an

Jetzt können Kinder durchaus schon erkennbare Elemente auf Papier zeichnen. Kinder konzentrieren sich auf das Wesentliche, Details werden ausgelassen. Ein Mensch besteht darum nur aus Kopf, Bauch, Beine und Arme. Meist werden Feinheiten wie Augen, Nase, Hände und Füße nicht gemalt. Der Körper eines Hundes kann ein viereckiger Kasten sein, der Kopf sitzt ohne Hals direkt am Körper und bei Hundezeichnungen und Katzenbildern wird der Zeichnung oft ein übergroßer Schwanz beigefügt, denn dieses Detail ist typisch für die beliebten Vierbeiner.
Natürlich kann ein Malbild in dieser Altersstufe auch vollständig anders aussehen. Malt dein Kind beispielsweise die füllige Oma, kann das Männchen auf dem Papier auch nur aus einem dicken Bauch und einem klitzekleinen Kopf bestehen. Kinder orientieren sich beim Malen nämlich an den Details, die für sie kennzeichnend sind. Hat deine Partnerin wunderschöne lange Haare und wird von eurem Nachwuchs in einem selbstgemalten Bild verewigt, stehen höchstwahrscheinlich die auffälligen Haare im Vordergrund.

Ab 4 bis 6 Jahre: Die Malereien erlangen Werkreife

Ab welchem Alter dein Kind bestimmte Maltechniken beherrscht, hängt vom individuellen Entwicklungsstand, aber auch von der Übung ab. Je mehr ein Kind malt, desto schneller entwickeln sich bei ihm Fähigkeiten, Details malerisch wiederzugeben.
Sobald Malereien gut erkennbar und eine erste Detailtreue sichtbar werden, erreichen Kinderzeichnungen die sogenannte Werkreife. Dein Kind kann sich jetzt “stundenlang” mit einem Malbild beschäftigen und tüftelt vielleicht sogar alle Feinheiten aus, zerreißt ein “misslungenes” Malbild und verbessert seine Zeichnungen, bis das Gemalte so gelungen ist, wie dein Sohn / deine Tochter es haben will. Diesen Entwicklungsabschnitt bezeichnet man als Vorschemaphase.

Kinderzeichnungen ab 6 Jahre

Während die Gemälde deines Kindes bisweilen noch unproportional waren, die Maus in der gleichen Größe wie der Mensch gezeichnet wurde, entwickelt sich nun (Schemaphase I) ein Gespür für Größenverhältnis. Das Bild und die Lage einzelner Motive werden jetzt auf dem Blatt gezielt positioniert. Ein Gemälde kann aus mehreren einzelnen Elementen sinnvoll zusammengesetzt werden.

So malt dein Kind ab 8 Jahren

Detailtreue und das Bewusstsein für Feinheiten werden in der Schemaphase II weiter verbessert. Gleiches gilt für Größen und Proportionen. Malbegeisterte Kids sind manchmal schon in der Lage, dreidimensional zu malen, dem Bild eine künstlerische Note (z. B. Karikatur) einzuhauchen oder eine nahezu realistische Wiedergabe des Motivs umzusetzen.

Welche Malutensilien braucht dein Kind?

Welches Malzubehör du deinem Kind anbietest, hängt voll und ganz vom Alter ab. Bei größeren Kindern entstehen häufig Vorlieben zu bestimmten Maltechniken, so dass das benötigte Malzubehör durch die Technik vorgegeben wird.

Malzubehör für Babys und Kleinkinder

Für die kleinsten Picassos eignet sich eine Maltafel hervorragend. Hier besteht keine Verletzungsgefahr und dein Malkünstler kann damit keine Wände, Sofas und Schränke verzieren. Achte bei der Maltafel immer auf eine hochwertige Qualität und darauf, dass keine verschluckbaren Teile dabei sind bzw. packe die Stempel noch eine Weile zur Seite, bis das Kleinkind nicht mehr alles in den Mund steckt.
Wachsmalstifte ohne Schadstoffe darfst du deinem Kind ebenfalls anbieten. Das Malen sollte immer unter Aufsicht stattfinden, damit die Stifte nicht abgelutscht werden.

Malmaterial für Kinder ab 3 Jahre

Kinder dürfen und sollen jetzt mit Wachsmalstiften malen. Viele Farben sollten es schon sein, da dein Kind jetzt eine Vorliebe für bestimmte Farben entwickelt und Spaß an bunten Kinderzeichnungen hat. Malbücher gehören jetzt unbedingt ins Kinderzimmer. Kinder, die noch keine richtigen Motive malen können, lieben das Ausmalen von Vorlagen.
Fingerfarben gehören ebenfalls zu den Must Haves. Verwende nur schadstofffreie Farben, die sich leicht von Fingern und aus der Kleidung waschen lassen. Denke daran, die Fingerfarben gut zu verstecken, wenn ihr nicht am Malen seid. Bekommt dein Nachwuchs die Fingerfarbe in die Finger, garantiere ich für nichts 😉
Am besten ziehst du deinem Kind während dem Malen ein ausrangiertes Hemd von dir an, damit es die Kleidung nicht allzu sehr vollmalt. Sonst gibt´s Ärger von der Mama. Und denke daran: Gib deinem Maler immer, wirklich immer (!) genug Papierberge, da sonst garantiert die Tapete dran glauben muss.
Apropos Tapete: Habt ihr von der letzten Renovierung noch Tapetenreste übrig oder eine ganze Rolle Raufaser, eignet sich das prima, um darauf zu malen. Die Tapetenrolle kannst du übrigens mit etwas handwerklichem Geschick im oberen Bereich der Kinderzimmertür befestigen, so dass dein Kind die Tapete zum malen nach unten ziehen kann. Das hilft dir vielleicht dabei, die frisch tapezierten Wände sauber zu halten.

Malsachen ab 4 Jahre +

Mit zunehmendem Alter wird die Kreativität deines Kindes immer ausgeprägter. Dein Kind hat jetzt Spaß an nahezu allen Malsachen:

  • Holzstifte
  • Filzstifte
  • Wachsmalstifte
  • Kreide
  • Straßenkreide
  • Wasserfarben
  • Fingerfarben
  • Malschablonen

Altes Malzeug brauchst du nicht aussortieren, sondern kommt zusammen mit den neuen Malzubehören in eine große Malkiste. Malutensilien sind perfekte Geschenke, wenn der Osterhase vor der Tür steht oder es weihnachtlich wird. Zum Geburtstag ist Zubehör zum Malen ebenfalls gerne gesehen. Das kannst du alles schenken:

  • Pinsel für Wasserfarben
  • Pinselbecher
  • kleine und großen Malblöcke
  • Druckerpapier
  • Filzstift-Sets
  • Holzbuntstifte (am besten mit dreieckigem Körper)
  • Wachsmaler
  • Tafel oder Tafelfolie

Das Malen mit Kreide mögen die meisten Kinder, ganz gleich, ob Junge oder Mädchen. Entweder besorgst du eine Tafel zum Aufstellen oder du streichst einen Teil der Kinderzimmerwand bzw. die Kinderzimmertür mit Tafelfarbe bzw. klebst fertige Tafelfolie auf. So hast du deinem Kind eine tolle Malfläche geschaffen, die immer wieder neu bemalt werden kann.

Malutensilien für große Kids

Umso größer die Kids werden, desto kreativer gehen sie beim Malen vor. Aquarellfarben sind besonders beliebt, da sie auf passendem Aquarellpapier phantastische künstlerische Malereien erlauben. Zubehör für die Aquarellmalerei ist relativ hochpreisig und kann inzwischen auch in billigen Discountern für kleines Geld gekauft werden. Dagegen spricht erst einmal nichts, wenn die junge Künstlerin bzw. der Künstler diese Maltechnik zuerst ausprobieren will. Wenn aus der Aquarellmalerei jedoch ein richtiges Hobby wird, solltest du auf hochwertigere Farben und Papiere umsteigen, da du deinem Kind dann auch bessere Qualität schenkst. Gute Aquarellfarben leuchten viel intensiver und machen sich auf jedem Bild richtig gut. Denke unbedingt an geeignete Pinsel in unterschiedlichen Größen.

Wenn Kinder malen: Vom Kritzel bis zum Kopffüßler

Wenn Kinder malen, entdecken sie die Welt. Darum ist schon das erste Gekritzel unserer Kleinen so wichtig. Diplom-Psychologe Michael Thiel gibt Tipps, wie Sie den Malspaß fördern können.

Jedes Kind kann malen. Und jedes Kind sollte malen. Denn Malen ist so viel mehr als nur ein Mittel gegen Langeweile. Es fördert die motorischen Fähigkeiten, beflügelt die Vorstellungskraft und stärkt das Selbstbewusstsein. Kurz: Malen macht schlau. Und auch Eltern können von den Bildern ihrer Kinder noch einiges lernen.
Doch aller Anfang ist schwer. Die erste Hürde ist es, einen Stift zu halten. Zunächst halten Kinder die Stifte einfach in der Faust. Ihre Bewegungen führen sie mit dem ganzen Oberkörper aus. Bestärkt durch den Erfolg, dass sie auf dem Blatt Papier selbst etwas „geschaffen“ haben, entwickelt sich eine immer bessere Technik. Die Feinmotorik wird trainiert. Und aus den ersten Kritzeleien werden nach und nach wirklich erkennbare Formen und Gestalten. In der Pädagogik spricht man von den sogenannten Kopffüßlern: große Gesichter mit Armen und Beinen. Die meisten Kinder beginnen um den dritten Geburtstag diese ersten Menschenabbildungen zu zeichnen.

Kinder malen und lernen

Kopffüßler als erste Menschenabbildung

Mancher mag sich jetzt fragen, warum die Kritzelphase (beginnt schon ab dem 12. Monat) verhältnismäßig lange anhält. Aber auch ein für uns so simples Mondgesicht ist für das Gehirn unserer Kinder eine Höchstleistung. Es setzt ein hohes Maß an Abstraktionsvermögen voraus. Kinder müssen erst lernen, dass aus den Elementen Punkt, Komma und Strich nur dann ein Gesicht entstehen kann, wenn sie richtig angeordnet werden. Das setzt voraus, dass sie wissen, was die Hauptmerkmale eines Gesichts sind: Augen, Nase und Mund.
„Je mehr ein Kind zeichnet, umso genauer wird es sich ein Bild von der Welt machen können, die es umgibt. Malen und Zeichnen schärfen die Wahrnehmungsfähigkeit und das analytische Denken. Denn um etwas abzubilden, muss sich ein Kind diese Sache ja nicht nur genau anschauen, sondern auch analysieren, was die charakteristischen Merkmale sind und altersgemäß begreifen, wie es funktioniert.“, erklärt Diplom-Psychologe Michael Thielgegenüber STAEDTLER . Es ist daher nur logisch, dass parallel dazu auch die Sprachentwicklung des Kindes fortschreitet. Das Gemalte ist mit einer sprachlichen Bezeichnung verbunden. Und so entstehen im Gehirn immer neue Verknüpfungen. Thiel: „Zeichnen und Malen sind Trainingsfelder für das Gehirn. Je öfter ein Kind mit Stiften und mit Pinseln zeichnet und malt, umso mehr werden im Gehirn die Verknüpfungen zwischen Nervenzellen verstärkt.“
Verschiedene Studien behaupten daher, dass Kinder, die schon im Kindergartenalter gut malen konnten, auch in der Grundschule bei Intelligenztests besser abschneiden. Mit solchen Daten sollte man aber vorsichtig umgehen. Allerdings ist es Fakt, dass Malen viele verschiedene kognitive Fähigkeiten trainiert, die maßgeblich für unsere Intelligenz verantwortlich sind.
Viel wichtiger: Malen stärkt das Selbstvertrauen von Kindern enorm. „Durch das Gehirn-Training beim Malen und Zeichnen hat man das Gefühl, etwas im Leben und der Umgebung bewirken zu können, und die Angst vor kleineren Herausforderungen oder komplizierten Angelegenheiten verschwindet. Dieses Gefühl der Selbstwirksamkeit macht das Leben für Kinder positiver und überschaubarer.“, bestätigt Thiel. Darum sind Kinder so stolz auf jedes ihrer Kunstwerke. Verstärken können Sie dieses positive Gefühl, indem Sie sich mit den Zeichnungen Ihrer Kinder aufmerksam auseinandersetzen. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Zeichnungen. Ihr Interesse bestätigt Ihr Kind in seinem Schaffen. Die Frage „Erzählst du mir etwas über das Bild?“ halten Pädagogen dabei allerdings für besser als „Was hast du denn da gemalt?“. Bewertungen und Belehrungen haben beim Malen dagegen nichts verloren. Kinder dürfen auf dem Blatt Papier ihrer Phantasie freien Lauf lassen und machen das auch richtig gerne. Sie erforschen die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Vorstellung und regen so ihre eigene Kreativität an. Und selbst wenn die darstellerischen Fähigkeiten noch ihre Grenzen haben, tut das dem kreativen Prozess keinen Abbruch.

Babys Kleinkinder spielerisch fördern

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Oft malen Kinder aber schlicht das, was sie täglich erleben. Sie drücken mit den Bildern aus, was sie beschäftigt. Daher kann man Kinderzeichnungen betrachten wie Tagebucheinträge. Sie sollten sich die Kunstwerke Ihrer Kinder also immer genauer anschauen. Sie können auf diesem Weg viel über Ihr Kind lernen. Aus diesem Grund rät Diplom-Psychologe Thile dazu, regelmäßig Eltern-Kind-Mal-Stunden zu veranstalten: „Wenn Eltern mit Kindern zusammen kreativ sind, vermitteln sie ihren Kindern, dass sie Spaß daran haben, mit ihnen zusammen zu sein – und dass man gemeinsam ganz tolle Sachen machen kann. Das wiederum stärkt die Eltern-Kind-Bindung, die für die psychische Entwicklung und psychische Gesundheit von Kindern extrem wichtig ist.“

5 Tipps: Malspaß fördern

So viele gute Gründe, öfter zu Farbe und Papier zu greifen. Aber was helfen die, wenn die Minis einfach keine Lust haben? Ist doch langweiliiiiiiiiiiiig. Natürlich sollen Sie Ihre Kinder nicht zum Malen zwingen. Aber oft helfen schon ein paar einfache Tricks, um den Künstler in jedem Kind aufzuwecken. Thiel gibt zum Beispiel diese fünf Tipps:

• Früh übt sich
Lassen Sie schon die Kleinsten mit Farben herumexperimentieren. Spezielle Fingerfarbe für Babys eignet sich dafür besonders. Durch das Herumschmieren bekommen Babys ein Gefühl dafür, dass sie durch gezielte Bewegungen Spuren hinterlassen können. So kann schon früh die Begeisterung für das Malen geweckt werden.

• Altersgerechte Utensilien
Es klingt simpel, aber gerade für kleine Kinder ist das wichtig. Gröbere Stifte lassen sich am Anfang leicht halten und so entsteht kein unnötiger Frust. Schnell werden Ihre Kleinen geschickter im Umgang mit den Stiften werden.

• Genug Material auf Vorrat
Damit Kinder jederzeit die Möglichkeit haben, sich kreativ auszutoben, sollten Sie immer genügend Material zu Hause haben. Stifte, Farben und verschiedenes Papier gehören zur Grundausstattung.

• Gutes Vorbild sein
Kinder lernen durch Beobachten. Das heißt, wenn auch Sie regelmäßig zu Stift und Zettel greifen um zum Beispiel etwas zu skizzieren, werden Ihre Kinder das Verhalten adaptieren.

• Gemeinsam malen
Wecken Sie selbst wieder das Kind in sich und malen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind. Malen ist für Kinder keine Einzelbeschäftigung. Es lässt sich schön beobachten, dass Kinder dabei ständig im Austausch miteinander sind oder auch gemeinsam an einem Bild malen können. Werden Sie auch Teil davon und schaffen Sie gemeinsame Kreativ-Momente.

Das können Sie mit Kindern malen

Es klingt schon ein bisschen nach Übermutter, die im Alltag auch noch die Muse findet, extrem kreativ zu sein und gemeinsam mit den Kindern große Kunstwerke zu schaffen. Doch das brauchen Kinder gar nicht. Es geht um die Sache an sich und nicht darum, was am Ende dabei herauskommt. Als kleine kreative Anregung haben wir hier trotzdem ein paar Tipps gesammelt, was Sie mit Ihren Kindern malen könnt. Oder Sie schauen auf weltkindermaltag.de vorbei. Dort finden Sie weitere Tipps und schöne Malvorlagen.

* Mit freundlicher Unterstützung von STAEDTLER Mars GmbH & Co. KG

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Kidslife · das Elternmagazin

Sinnliche Wachmalstifte, Foto

Malen mit Kindern ist faszinierend. Schon Kleinkinder sehen gebannt zu, wenn man etwas für sie zeichnet. Schulkinder sind begierig, Zeichentechniken zu lernen. Hier erfährst Du, wie Du die kindliche Kreativität altersgemäss fördern kannst.

Text: Martina Voigt-Schmid

Kleinkinder

Durch Malen und Zeichnen eignen sich Kinder ihre Welt an. Foto:

Die kleinsten Kunstfreunde lieben es, wenn Erwachsene etwas für sie zeichnen. Sie finden es unendlich faszinierend zuzuschauen, wie aus einem Punkt eine Linie und aus der Linie ein Haus, ein Baum, eine Katze oder Superman entsteht. Probiere es aus. Oft genügen ein Blatt Papier und ein Bleistift, um einen kindlichen Wutanfall zu stoppen. Du hast so auch ein wundervolle Möglichkeit, etwas mit deinem Kind „zu machen“ und ihm zu zeigen, dass Kreativität zum Leben dazugehört. Und durch dein Vorbild animierst Du deinen Nachwuchs, eigene Entdeckungsreisen auf dem Papier zu unternehmen. Kleinkinder lieben es, zu schmieren und zu pantschen, ein ganzes Bild unter einer Schicht brauner Sauce verschwinden zu lassen. Malen mit Kindern heißt auch Kinder malen lassen.

Malen mit Kindern im Kindergarten

Kindergartenkinder liebenExperimente mit Farbe und Stiften. Foto.

Kindergartenkinder entdecken voller Freude, was man mit Stiften alles anstellen kann. Sie krickeln und krakeln, lernen Kreisformen zu malen und stellen aus einfachen Formen erste Bilder zusammen. Einmal gelernte Formen werden gerne wiederholt: Ein ovaler Kreis mit einem Dreieck darauf sieht aus wie ein Haifisch, zwei lange Ovale und ein kleiner Kreis am Hinterteil: So entsteht ein Hase. Für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren ist das Malen enorm wichtig. Es ermöglicht ihnen, aktiv auf ihre Welt einzuwirken, Dinge zu erschaffen und Erlebnisse zu verarbeiten. Das Beste, was Eltern in dieser Phase tun können ist, sich mit guten Ratschlägen zurückzuhalten, auch wenn das Bild, das für Omas Geburtstag gedacht war, in ihren Augen misslungen ist – für dein Kind hat alles eine Bedeutung.

Malen mit Kindern in der Schule

Malen im Schulalter Jetzt ist Technik gefragt! Foto:

Früher oder später wollen alle Kinder wissen, wie man etwas zeichnet. Sie wünschen sich, die Dinge so abbilden zu können, wie sie sie sehen: Naturalistisch zeichnen können, ist angesagt. Kinder in dieser Phase freuen sich über gute Hinweise und Tipps vom Profi. Vielleicht bietest Du deinem Nachwuchs an, einen Malkurs zu besuchen wo sie Techniken lernen können, z. B. wie man Proportionen richtig erfasst, räumliche Perspektive zeichnet, wie man schraffiert, wie man Licht und Schatten malt und wie man Farben gekonnt mischt. Die meisten Volkshochschulen bieten gute Kurse an und viele Künstler malen mit Kindern, sie veranstalten Kinderateliers oder Workshops.

Immer schön locker bleiben! Foto:

Malspiele für Kleine & Große – so kommt die Kreativität in Schwung

Einn leeres Blatt, aber keine Idee? Kein Problem, probier doch eins unserer Spiele zum Malen mit Kindern aus!

Zuerst malen die Kinder auf weißem Papier alles was ihnen Spaß macht, z. B. eine Sonne, Wolken, Vögel in der Luft, Gras und Bäume oder auch Häuser. Dann mit einer Schere alle einzelnen Teile ausschneiden und zu einem fröhlichen Bild auf anderes Papier zusammenkleben.

Das kleine Gespenst

Erzähle doch mal deinem Kind die Geschichte vom kleinen Gespenst: Das kleine Gespenst spukt herum, ärgert böse Leute, ist aber lieb zu kleinen Kindern. Das kleine Gespenst ist ein lustiges Gespenst. Es stellt viel Unfug an, treibt mit den Leuten allerlei Schabernack, und wenn man es fangen will, husch – schon ist es fort. Lass dein Kind das kleine Gespenst malen, wie es durch die Luft saust, wie es Leute ärgert – vielleicht malt es auch noch eine kleine Gespensterburg dazu. Natürlich kann dein Kind auch eine andere Lieblingsgeschichte illustrieren.

Foto:

Klecksbilder weiterzeichnen

Mit dem Pinsel viel Farbe aus dem Malkasten nehmen und auf ein weißes Blatt Papier klecksen. Dann den Bogen in der Mitte falten, mit einer Hand darüber reiben, so wird die flüssige Farbe zu einem Klecksbild zerquetscht. Mit etwas Phantasie entdecken die Kinder in den Farbklecksen Figuren, die sie mit ein paar Stiften zeichnen können: einfach nur Umrisse, Augen, Ohren – je nach dem, was Ihr Kind sich vorstellt.

Collagen kleben

Dafür brauchst Du Seidenpapier in mindestens fünf verschiedenen Farben, etwas angerührten Tapetenkleister, Papier in beliebiger Größe, eine Uhr.

Alle haben 20 Minuten Zeit, um eine (oder mehrere) Collage zu kleben. Die Kinder dürfen das Papier reißen, knüllen, übereinander kleben, aber nicht mit der Schere schneiden. Das Bild darf abstrakt sein, oder gegenständlich, ganz nach Laune. Ganz wichtig: Nicht lange überlegen, einfach machen – Schauen und Analysieren kann man später, wenn man möchte.

Malen mit Kindern: Grosse Formate erwitern den Horizont. Foto

Aufwärmübung

Für diese Übung sollte man am Besten stehen. Nimm ein großes Blatt Papier und befestige es an der Wand, oder spanne es auf ein Stück Pappe oder Sperrholz und stelle es auf eine Staffelei. Male mit einem dicken Pinsel und genug Wasser mit einer hellen Farbe großzügige Schwünge aufs Papier. Finde dabei deinen Rhythmus. Wie das Resultat aussieht, ist nicht wichtig. Wenn auf diese Weise ein lebendiger Untergrund geschaffen ist, benutze andere Farben und male lockere Kreise darauf. Es kommt nicht darauf an, dass die Kreise akkurat gemalt sind, sondern darauf, dass Du ein Gefühl für den Pinsel und für die Bewegung bekommst. Spiele mit den Farben, genieße sie. Du wirst feststellen, dass das Ergebnis gar nicht schlecht aussieht.

Landschaft malen

Auch hier solltest Du nicht zu kleinteilig arbeiten. Stelle Dir eine Landschaft vor, etwa Strand und dahinter das offene Meer, eine grüne Hügelkette, oder eine Wiese mit majestätischen Bergen im Hintergrund. Nun male diese Landschaft auf ganz einfache Weise, mit einem dicken Pinsel, in lockeren Schwüngen von rechts nach links. Beginne mit stark verdünnter Farbe und trage nach und nach dickere Farbschichten auf. Konzentriere dich mehr auf die Farbe, nicht so sehr auf die Form. Baue das Bild aus waagerechten Streifen auf und bleib locker und spielerisch.

Mandala malen

Alles Wichtige zu dieser schönen Maltechnik erfährst Du hier.

Zusammen malen –

Gedanken von Michael Fink zum Malen mit Kindern in einem Vortrag der KLAX-Elternakademie

Foto:

„Zusammen malen. Viele Eltern haben große Hemmungen, mit Ihren Kindern zusammen zu malen, auch wenn diese es ausdrücklich wünschen. St. Exuperys “Kleiner Prinz“ beginnt genau mit der Sache, die Erwachsenen oft Probleme macht: Der Ich-Erzähler erwacht nach dem Flugzeugabsturz mitten in der Wüste und hört eine seltsame kleine Stimme: „Bitte zeichne mir ein Schaf!“ „Wie bitte?“ „Zeichne mir ein Schaf!“ Und der Erwachsene kriegt sofort Angst, denn „Ich war im Alter von sechs Jahren aus meiner Malerlaufbahn geworfen worden und hatte nichts gelernt zu zeichnen als geschlossene und offene Riesenschlangen.“ Nachdem dem Erzähler dann einige Schafszeichnungen missglückt waren, malte er einfach eine Kiste, mit der Ausrede „Das Schaf, das Du willst, steckt da drin!“

Natürlich ist der kleine Prinz zufrieden. Ich finde, die Geschichte drückt genau das aus, was ich mir als Malkultur vorstelle: Ganz unverkrampft lässt sich der Erwachsene auf das gemeinsame Spiel ein, auf die Geschichte, die da auf dem Papier passiert, und das wird für beide Seiten spannend. Wahrscheinlich auch lehrreich für beide Seiten, denn wie beim kleinen Prinzen gibt es von der Ernsthaftigkeit, mit der Kinder malen, viel für uns abzuschauen.“

Malentwicklung: Was entspricht welchem Alter? Was verrät eine Kinderzeichnung.

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  • Nach einer genauen Analyse der kindlichen Zeichnungen kamen die Entwicklungsforscher zum Ergebnis, dass die kindliche Malentwicklung in unterschiedliche Phasen aufgeteilt werden kann.

    Da Malentwicklung mit Vorstellungsvermögen, graphomotirischen Fähigkeiten und Umsetzungsvermögen zu tun hat, erlaubt der Stand der Malentwicklung des Kindes eine grobe Aussage über die entwicklungsbedingte Reifungsprozesse.

    Dabei muss allerdings sichergestellt werden, dass Ihr Kind bereits öfter Malmaterialien in der Hand hatte und es sich nicht um eine Dyspraxie handelt.

    Eine Dyspraxie ist eine lebenslange Koordinations- und Entwicklungsstörung, die bei ca. 10 % aller Kinder auftritt. Kein Grund zur Panik. Jeder Mensch hat andere Stärken. Vergleichen Sie die folgenden Beispiele, um Ihr Kind einzuschätzen.

    Die Altersangaben stellen dabei nur Richtwerte dar, können aber eine ungefähre Einschätzung des Entwicklungsstandes geben.

    Inhaltsverzeichnis: Phase 1 | Phase 2 | Phase 3 | Phase 4 | Phase 5

    Phase 1: Sparschmieren – 8 bis 18 Monate

    Kleine Kinder verwenden gerne breiartige Substanzen, um eine Spur zu hinterlassen. Das Ergebnis dieser Zeichnung schaut für die Eltern meist recht unerfreulich aus, ist allerdings eigentlich ein erfreulicher Entwicklungsschritt, in dem das Kind lernt, dass es mit seiner Handbewegung ein Werk vollbringen kann.

    Mit den Fingern schmieren und „malen“

    Tipp: Schimpfen Sie Ihr Kind nicht für das Rumgeschmiere. Es gehört zur Entwicklung seiner Selbständigkeit und kognitiven Funktionen dazu.

    2. Phase: Kritzeln – 12 bis 36 Monate

    In dieser Phase greift Ihr Kind zu einem Stift, das es meist in einer Faust hält. Zum ersten Mal entstehen Muster, mit dem dafür vorgesehenen Instrument, auch wenn sich diese Muster sich nicht immer auf den dafür vorgesehenen Flächen befinden.

    In dieser Phase haben die Bilder keinen Inhalt. Für das Kind ist auch nicht das Ergebnis des Malens, sondern der Prozess und der Stift an sich von großer Bedeutung.

    Beim Hiebkitzeln erkennt das Kind zunächst den Zusammenhang zwischen seiner Bewegung und den Spuren (hoffentlich) auf dem Papier. Es sind kleinere Striche, die meist aus einer Schulterbewegung entstehen, d. h. der ganze Arm bewegt sich dabei.

    Auf das Hiebkitzeln folgt das Schwingkitzeln. Hier werden die Striche etwas länger und dichter.

    Sie werden meist in der Mitte des Blattes platziert und entstehen aus dem Ellenbogen heraus. D. h. es bewegt sich der Unterarm beim Malen.

    Die Striche verlaufen in alle Richtungen. Das Kind kann den Stift absetzen und wieder neu aufsetzen.

    Anschließend kommt das Kreiskitzeln. Wie der Name bereits verrät entstehen hier zum ersten Mal rundere Formen – ungleichmäßige Kreise, Spiralen und Urknäule.

    Tipp: Akzeptieren Sie ohne Kritik den einen oder anderen Stiftbruch

    Als nächste Form nach dem Kreis folgen mit etwa 3 Jahren Kreuze. Es entstehen kontrollierte senkrechte und waagerechte Linien.

    Zum Abschluss dieser Phase fängt das Kind an, seinem Bild nachträglich eine Bedeutung zu geben und seine Zeichnung zu kommentieren. Meist ist das beschriebene Bild nur für das Kind sichtbar und nicht tatsächlich erkennbar.

    Ein wichtiger Tipp für die Eltern ist es zu versuchen die Bewegungen des Kindes zu verlangsamen. Somit kann sich aus einem wilden Rumspuren ein bewusstes Formenzeichnen entwicklen.

    3. Phase: Kopffüßer – 3,5 bis 4 Jahre

    Mit etwa 3,5 bis 4 Jahren malt das Kind den ersten Kopffüßer aus drei Teilen. Die Bilder erinnern anfangs ganz besonders an eine Sonne. Es ist eine Figur aus einem Kreis und tentakelartigen Beinen und Armen. In dieser Entwicklungsphase haben die gezeichneten Menschen noch keinen Rumpf oder Bauch. Auch die Arme werden bei dem Kopffüßer oft weggelassen.

    Eine besondere Bedeutung trägt das Gesicht, dass für die vergangen Jahre das Erkennungszeichen von Emotionen war.

    Tipp: Achten Sie darauf, dass Ihr Kind immer leichten Zugang zu den Malmaterialien hat, damit die Malvorbeiteitung die Lust am Malen nicht reduziert.

    4. Phase: Vorschemaphase – 4 bis 5 Jahre

    Im Alter zwischen 4 und 5 Jahren vollzieht sich ein wichtiger Entwicklungsschritt.

    Es entstehen Bilder, die bestimmte Szenen darstellen. Es kommen Einzelheiten wie Autos, Bäume oder Häuser als Bestandteil der Bilder hinzu.

    Oft ist hier eine horizontale Aufteilung in Bodenlinie, Mitte des Bildes (hier findet die Handlung statt) und Himmel zu beobachten.

    Auch Menschenzeichnungen werden immer detaillierter – der Mensch bekommt nun z. B. Ohren, Wimpern oder Finger. Das Kind plant seine Zeichnung und weiß bereits vorher, was es malen möchte.

    Während des Malens werden die gemalten Gegenstände häufig kommentiert. Die Proportionen der einzelnen Gegenstände sind noch nicht realistisch.

    Viel mehr wird durch die Größe die persönliche Bedeutung für das Kind signalisiert – je größer das Objekt, desto wichtiger ist es dem Kind.

    Hier werden die ersten diagonalen Formen gemalt z. B. das Dach vom Haus. Die Schrägen erlauben eine Aussage über die Biliteralintegration – einem wichtigen kognitiven Entwicklungsschritt Ihres Kindes. Mehr dazu in einem weiteren Kapitel.

    Tipps für Eltern:

    • Achten Sie auf die richtige Stifthaltung. Hilfreich dabei sind die passenden Stifte.
    • Lassen Sie Ihr Kind erzählen, was auf dem Bild ist. Dabei würdigen Sie die Arbeit des Kindes und das Kind übt, seine Gedanken zu formulieren.

    5. Phase: Schemaphase I – 5 bis 8 Jahre

    Mit spätestens 5 Jahren sollte Ihr Kind eine sichere Handdominanz haben – d. h. wissen, ob es Links- oder Rechtshänder ist.

    Auch die Stifthaltung sollte sich mit spätestens 5,5 Jahren festigen. Das Kind sollte den Stift zwischen dem Zeige-/ Mittelfinger und Daumen halten.

    Die Bilder werden nun realistischer.

    Bei Figuren verändern sich die Dicke der Extremitäten in dieser Phase. Arme und Beine werden nun mit Doppellinien gemalt.

    Diese Phase ist auch dadurch gekennzeichnet, dass Kinder „Röntgenbilder“ zeichnen. Es werden mehrere Schichten eines Gegenstandes abgebildet, die eigentlich nicht durchsichtig sind.

    Zum Beispiel können die Körperumrisse unter den Kleidern sichtbar sein oder ein Haus wird so gemalt, dass sichtbar ist, was sich im Inneren abspielt.

    Die gesamte Malentwicklung vollzieht sich im Normalfall bis zum Alter von etwa 12 Jahren und ist ab diesem Alter meist abgeschlossen.

    Es ergibt keinen Sinn mit dem Kind gezielt zu üben, wie des einen Menschen oder andere Gegenstände malen soll. Außer Ihr Kind selbst fordert Ihre Unterstützung ein.

    Großes Interesse an bestimmten Mal-Themen können Sie jederzeit individuell fördern.

    Grundlegend ist es die Aufgebe der Eltern darauf zu achten, dass passende Malmaterialien regelmäßig zur Verfügung stehen.

    Zusätzlich können Sie dem Kind spannende Maltechniken vorstellen, um sein Handlungsspektrum zu erweitern.

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      • Malen mit Kleinkindern – meine Tipps und Ideen

        (Beitrag enthält „Werbung“ – allerdings aus Überzeugung und alles unbeauftragt & unbezahlt)

        Alles zum Thema Malen mit den Kleinsten: schöne Ideen und Tipps für euch und die süßesten Menschen der Welt!

        Wann ist der richtige Zeitpunkt, mit dem Malen zu beginnen?

        Welche Stifte sind geeignet?

        Was müssen wir Eltern beachten?

        …und viele schöne Ideen, wie aus „Kritzelkratzel“ tolle Kunstwerke werden können!

        Kleine Kinder haben einen riesengroßen Spaß daran, zu malen – bzw. zu zeichnen. Und für mich ist es auch immer schön, gemeinsam tolle „Kunstwerke“ entstehen zu lassen.

        Inzwischen habe ich eine kleine Mappe angelegt, in der ich die schönsten Werke (mit Datum beschriftet) sammle … zum Anschauen für später. Darüber hinaus haben wir schon tolle Geschenke gezaubert. Auf diese Weise haben wir bleibende Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit mit dem Zwerg geschaffen!

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        Eine kleine Mal-Session auch immer eine gute Idee für den Kindergeburtstag oder Krabbelnachmittag!

        Hier schreibe ich über unsere Erfahrungen beim gemeinsamen Malen und gebe euch Tipps, wie ihr es besonders interessant für euch und die Kleinen gestalten könnt.

        Wann ist der richtige Zeitpunkt, mit dem Malen zu beginnen?

        Meiner Meinung nach ist das Malen auch schon mit den ganz kleinen Kindern möglich. Ich selbst habe meiner Tochter etwa mit einem Jahr eigene Stifte (Wachsmaltropfen) geschenkt. Seitdem malen wir fast jeden Tag. Wenn die Kleinen nicht mehr „zuerst alles in den Mund nehmen“, könnt ihr auf jeden Fall den ersten Versuch wagen!

        Einfach anfangen!

        Meistens malen wir mit den Maltropfen (siehe unten) und auch mit „normalen“ dicken Buntstiften.

        Zuerst habe ich sie einfach nur „ausprobieren“ lassen, also mich einfach daneben gesetzt und dazu ermuntert, sich auf einem großen weißen Papier auszutoben. 🙂 Anfangs waren es nur ein paar Strichlein, aber schon bald konnte sie richtige schöne Krikelkrakel-Bilder malen, dann folgten Tupfen, Ringe usw!

        Welche Stifte sind geeignet?

        Wir haben schon viele Malwerkzeuge ausprobiert und hier stelle ich euch kurz unsere zwei Favoriten (neben den herkömmlichen dicken Buntstiften) vor. Probiert es doch mal mit euren Kleinen aus, es macht (nicht nur den Kindern) richtig viel Freude!

        1. Saubere Malparade: Wir benutzen zum „alltäglichen“ Zeichnen meistens die Ökonorm Wachsmaltropfen*. Sie schmieren nicht (sind nicht wasservermalbar) und liegen prima in der kleinen Kinderhand. Man kann richtig zuschauen, wie die Kleinen von Tag zu Tag Fortschritte machen, d.h. ihre Bewegungen immer besser koordinieren können. Die Stifte eignen sich auch hervorragend zum Mitnehmen für unterwegs und sind natürlich ungiftig. Wir haben diese Stifte zu Weihnachten an einige kleine Freunde verschenkt und die haben sich alle natürlich sehr gefreut! Unsere Kleine hat mit 1 Jahr angefangen, damit zu malen (natürlich unter Aufsicht, die Stifte können bei mehrfachem Runterfallen auf harten Boden auch mal brechen und dann muss man Aufpassen, dass die Teile nicht verschluckt werden).

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        2. Drei-in-Eins – das Farbspektakel: Ein bisschen wilder geht es mit den Stiften Stabilo Woody* zu. Die Stifte sind kurz und dick. Sie sind gleichzeitig Buntstift, Wasserfarbe und Wachsmalkreide! Trotz zaghaftem Aufdrücken bekommt man beim Malen maximal starke Linien! Die Farben sind wasservermalbar (d.h. es gibt beim „Ablecken“ der Stifte oft eine kleine Schmiererei). Außerdem kann man mit ihnen an Fenster malen, was der Kleinen auch total gut gefällt! (man kann es problemlos einfach wieder wegputzen).

        Die >1000 5-Sterne-Bewertungen bei Amazon kann ich hierfür voll und ganz nachvollziehen.

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        EDIT August 2018: Mittlerweile ist meine Große 3 Jahre alt und liebt diese Stifte noch immer sehr. Sie hat nicht nur tolle Kunstwerke, sondern auch ihre gesamte Malecke (inklusive Tische und Stühle vom schwedischen Möbelhaus) damit bemalt. Zum Glück lassen sich die Farben wieder abwaschen …nur von der Tapete muss sie sich fernhalten. 😉

        Was müssen wir beachten?

        Natürlich sollten kleine Kinder beim Malen beaufsichtigt werden, da sie Stifte (oder Teile davon) verschlucken können. Außerdem achte ich immer darauf, dass die ganz Kleinen nicht mit langen Stiften in der Hand (oder gar im Mund) herumlaufen – da sie sich bei einem Sturz „in den Stift“ daran verletzen könnten.

        Ganz toll findet unsere kleine Prinzessin ihre eigene „Mal-Ecke“ (die neben meinem Schreibtisch steht). In ihrer Ecke darf sie (da sie ja jetzt schon etwas größer ist), selbstständig malen und kommt selbst an Stifte und Papier dran.

        Dass nicht nur das Papier, sondern einfach alles (Möbel, Boden, etc.) bemalt wird, lässt sich dabei kaum vermeiden. Auch schon ein Stückchen Tapete musste dran glauben…. wer das in seiner Wohnung vermeiden möchte/muss, sollte überlegen, Wände und Böden in der „Malecke“ zu schützen (z.B. durch Holzbretter an der Wand oder Teppiche). Im Sommer lassen sich die Malutensilien natürlich auch einfach mit nach draußen nehmen!

        Und weiter?

        Hier ein paar Ideen für Bunt- und Wachsstifte:

        • Malt ein Gemeinschaftsbild mit euren Kindern! Zum Beispiel lässt sich das „Krikelkrakel“ schön ausmalen – so habt ihr ganz einfach ein Ausmalbild …Ausmalen für Erwachsene ist ja momentan sowieso voll im Trend! 😀

        • Malt den Kleinen die Gegenstände, die sie schon kennen und benennen können (Banane, Apfel, Schnuller, Hund, …) und lasst sie „ausmalen“ bzw. die Farben auswählen.

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        • Schablonen basteln: ihr könnt euch ganz einfach aus Papier eine Schablone basteln (z.B. ein Herz ausschneiden), dann mit Tesafilm/Paketband überkleben und mit einem Kleberand von ca. 2mm nochmal ausschneiden. Diese Schablone könnt ihr nun auf ein unbemaltes Blatt Papier kleben/ohne anzudrücken. Es eignet sich dafür v.a. dickeres Papier, das nicht zerreißt, wenn die Schablone nachher abgezogen wird. Dann lasst ihr eure kleinen Rabauken einfach drübermalen – am Ende wird die Schablone wieder abgezogen.

          Hier seht ihr meine vorbereitete Herzchen-Schablone mit Klebeband beklebt und nochmal ausgeschnitten

        so sieht es aus, nachdem die Schablonen abgezogen wurden: damit die Schablone noch besser zu erkennen ist, haben wir die (wasservermalbaren) Farben vorher noch mit einem feuchten Tuch verwischt

        Auf diese Weise haben wir individuelle Grußkarten für unsere Verwandten und Freunde gebastelt:

        Nachdem sich die Kleine etwas an das Malen mit Stiften bzw. Maltropfen „gewöhnt“ hatte, habe ich ihr die schönen 3-in-1-Farben gegeben (Stabilo Woody). Da diese auch wasservermalbar sind, gibt es natürlich viel mehr Möglichkeiten!

        Hier noch weitere Ideen für wasservermalbare Farben:

        • (trocken) aufgemalte Farben im Nachhinein mit angefeuchtetem Küchenpapier „verschmieren“ oder mit einem nassen Pinsel oder Schwamm vermalen.
        • Malen auf angefeuchtetem (am besten dickerem) Papier
        • Fingerchen in Wasser tunken lassen, dann mit Stift bemalen und Bilder aus Fingerabdrücken machen

        Gemälde aus wasservermalbaren Farben (verwischt mit angefeuchteten Tüchern und Fingern)

        • genauso kann man die Farbe auf einen feuchten Pinsel oder auf ein Stückchen Schwamm streichen und die Kleinen damit malen lassen!
        • Mit Stabilo Woody Stiften kann man schöne Kritzelkratzel-Fensterbilder malen lassen – ein riesen Spaß für die kleinen und großen Künstler!

        Das waren meine Ideen zum Thema: Malen mit den Kleinsten. Ich wünsche euch ganz viel Freude beim Malen mit euren Kids!

        Alles Liebe,

        Lila-wie-Liebe

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        *dieser Text enthält Partner-Links zu Amazon. Wenn ihr über diese Links bei Amazon einkauft, unterstützt ihr meine Internetseite. Die Produkte werden für euch natürlich nicht teurer!

        Von den Firmen der Stifte habe ich weder Geld noch Sachleistungen bekommen. Daher mache ich keine bezahlte Werbung, sondern schreibe einfach über meine Erfahrungen mit diesen Produkten. Vergleichbare Stifte anderer Hersteller können natürlich genauso gut verwendet werden.

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        VERSANDKOSTENFREIE LIEFERUNG auf alle Buchbestellungen!

        Krippenkinder lieben den Umgang mit Farbe, Pinsel und Malwasser – aber um das Herstellen von Bildern scheint es ihnen dabei kaum zu gehen. Was reizt die Kleinen am Umgang mit Farbe und Knete? Welches Entwicklungsbedürfnis können sie damit ausleben?

        In diesem Buch beschreiben wir, wie Kinder beim Malen und Gestalten versuchen, Aufschluss über die Welt um sie herum erhalten – ähnlich wie in freien Spielformen. Wir erläutern, welche Angebote man entwickeln kann, die auf diesen Bedürfnissen der Krippenkinder aufbauen.

        In diesem Buch erfahren Sie etwas über die „elementaren Experimente“ im Atelier: Was Krippenkinder von sich aus tun – und wie daraus Ideen für bildnerisches Gestalten werden können. Finden Sie heraus, welche Malräume und Malmaterialien Krippenkinder brauchen – und wie man sie selbst einrichten oder herstellen kann. Lassen Sie sich zeigen, wie eine Farbsandschaukel, sinnesanregende Aktionsboxen, kreisrunde Malgründe, eine Schüssel voller Erdfarbe oder die Ton-Spiellandschaft Kinder zum spielerischen und kreativen Umgang anregen.

        „Dieses Buch ist eine ganz besondere Empfehlung für all diejenigen, die sich und Kinder von Matsch lieber fernhalten und schnell der Meinung sind, ein kleiner Klecks Farbe sei schon fast Verschwendung.“
        (Annegret Schumacher, Kleinskinder, Februar 2012)

        „Schon das Cover dieses Buches lässt den Betrachter schmunzeln, sodass man gespannt ist, was sich dahinter verbirgt.“
        (Katrin Hartmann, Kleine Künstler – ganz groß, Januar 2012)

        „Es ist ein beeindruckendes Werk,die Bilder sprechen für sich. Es ist Ihnen gelungen, Text und Bild genial in Szene zu setzen, es ist verständlich geschrieben, es macht Spaß, die Bilder zu betrachten und Ihr Buch stimmt nachdenklich, habe ich doch zur Kita Zeit auch eher die NORMALE Blätter-Stifte-Kultur eingesetzt. Mit anderen Worten: es stellt vieles, was bisher in Kitas geschieht in Frage und das ist gut so! Es muss was passieren…es muss sich etwas verändern!“
        (Rita Greine, Fachbuchautorin und Kunsttherapeutin, 30. März 2011)

        „…bietet, gut bebildert, eine Fülle von Anregungen und Tipps für die kreative Arbeit mit Kindern mit dem Medium Farbe. Doch es sind nicht nur die praktischen Tipps, die das Buch so wertvoll machen. (…) Wohl den Einrichtungen, die es möglich machen können, einen Raum zu schaffen für ein solches Krippenatelier. Es lohnt sich auf jeden Fall.“
        (Winfried Stanzick, Amazon.de, 26. März 2011)

        „Ich saß bei meinem Milchkaffee und las das Buch Das Krippenatelier – wunderbar. Ich habe vor Freude gelacht. Dieser Spaß der Kinder – herrlich 🙂 Dankeschön“
        (Barbara Pfersich, Beraterin und Dozentin für Reggiopädagogik,
        24. Februar 2011)

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