Was ist eine sturzgeburt

Sturzgeburt

Was ist eine Sturzgeburt?

Eine natürliche Geburt ist normalerweise ein langwieriger Prozess. Bei Erstgebärenden dauert sie im Durchschnitt etwa 13 Stunden. Mit zunehmender Kinderzahl steigt die Nachgiebigkeit des Geburtskanals, was auch die Dauer der Geburt verringert: Bei weiteren Kindern dauert der durchschnittliche Geburtsprozess nur noch acht Stunden.

Die Geburt beginnt, wenn die Schwangere sogenannte muttermundwirksame Eröffnungswehen hat, die Wehen also so stark und regelmäßig sind, dass der Muttermund durch sie geöffnet wird.

Dieser Phase der Geburt können schon für einige Zeit mehr oder minder schmerzhafte Vorwehen vorangegangen sein. An die Eröffnungsphase schließen sich die Press- oder Austreibungswehen an, durch die das Baby durch den Geburtskanal geschoben wird.

Bei einer Sturzgeburt ist die Eröffnungsphase entweder extrem verkürzt – möglicherweise erlebt die Gebärende plötzlich einen Wehensturm, der direkt in die Austreibungsphase übergeht – oder die Eröffnungswehen sind so schwach, dass sie von den Frauen fehlgedeutet oder gar nicht wahrgenommen werden.

Im Extremfall wird das Kind dann nach nur wenigen Austreibungswehen sehr schnell geboren.

Sturzgeburt oder überstürzte Geburt?

Der Begriff der Sturzgeburt ist vor allem umgangssprachlich und stellt dann auf die Schnelligkeit des Geburtsvorganges ab. Um eine echte Sturzgeburt handelt es sich dann, wenn das Baby tatsächlich aus dem Geburtskanal der Mutter stürzt, womit naturgemäß eine große Verletzungsgefahr für das Kind verbunden ist, falls der Gebärenden keine Zeit mehr bleibt, sich in eine „ungefährliche“ Position zu begeben.

Dabei spielen weder der bisherige Geburtsverlauf noch die Wehendauer eine Rolle, bei einer Sturzgeburt geht es aus medizinischer Sicht ausschließlich darum, dass der Moment verpasst wird, in dem das Baby auf die Welt kommt und deshalb nicht gehalten werden kann.

Bei einer sehr schnellen Geburt geht es zunächst um eine überstürzte Geburt – Ärzte und Hebammen sprechen davon immer dann, wenn der gesamte Geburtsprozess maximal drei Stunden dauert. Statistisch kommt eine überstürzte Geburt bei einer von 1.000 Schwangeren vor.

In den weitaus meisten Fällen haben die Frauen trotz der Schnelligkeit des Geburtsvorganges noch eine Chance, die Geburtsklinik oder medizinische Hilfe zu erhalten. Natürlich kann im ungünstigsten Fall eine überstürzte Geburt auch eine echte Sturzgeburt nach sich ziehen.

Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es für eine überstürzte Geburt?

Das Risiko für eine überstürzte Geburt steigt mit jeder Schwangerschaft. Durch die Dehnung des Geburtskanals und die Erschlaffung des Bindegewebes nimmt die Geburtsdauer nach dem ersten Kind bei jedem weiteren Baby ab. Zu sehr schnellen Geburten kommt es bei Mehrfachgebärenden vor allem dann, wenn die Geburten zeitlich sehr nahe beieinander lagen und der Körper der Mutter daher kaum Zeit hatte, sich nachhaltig zu regenerieren.

Besonders gefährdet sind außerdem Frauen mit einer sehr stark ausgeprägten Weichteilschwäche oder einer Gebärmutterhalsschwäche (Cervixinsuffizienz). Auch bei Erstgebärenden kommen überstürzte Geburten jedoch vor, wenn die Schwangeren die Anzeichen der Geburt nicht richtig deuten – eine besondere „Risikogruppe“ sind hier Frauen, die ihre Schwangerschaft bisher verdrängten.

Kinderwunschbehandlungen, Plazentaablösungen oder eingeleitete Geburten können ebenfalls sehr schnelle Geburtsverläufe nach sich ziehen.

Die meisten Babys, die überstürzt geboren werden, sind relativ klein, haben ein geringes Geburtsgewicht und einen vergleichsweise schmalen Kopfumfang. Jedoch ist ein sehr zartes Baby niemals die alleinige Ursache für eine überstürzte Geburt oder eine Sturzgeburt! Wirksame Präventionsmaßnahmen gibt es gegen das Ereignis in der Regel nicht.

Eine Sturzgeburt lässt sich nur sehr bedingt verzögern

Für die Schwangere und ihren Partner kann eine überstürzte Geburt dramatisch werden, wenn das Kind zu Hause oder während der Fahrt in die Klinik auf die Welt kommt. Zwar gibt es Anleitungen für das richtige Verhalten in einer solchen Situation – ob die werdenden Eltern schaffen, diese Anweisungen zu befolgen, steht auf einem anderen Blatt.

Erfahrene Geburtshelfer raten, die Hebamme und den Notarzt zu benachrichtigen und der Natur ansonsten ihren Lauf zu lassen. Zwar schaffen einige Frauen mit viel Willenskraft noch, die Geburt um einige Zeit hinauszuzögern. Die im Geburtsvorbereitungskurs erlernten Atemtechniken können dabei hilfreich sein.

Falls möglich, sollten die Gebärenden versuchen, zu vermeiden, bei den Austreibungswehen aktiv mitzupressen, um etwas Zeit zu gewinnen, in der die professionellen Helfer vielleicht bereits kommen. Wirklich aufhalten lässt sich die Geburt durch solche Verzögerungsversuche jedoch in der Regel nicht.

Gut ist, wenn die Frau es schafft, sich in eine für das Baby relativ sichere Geburtsposition zu begeben. Hebammen empfehlen vor allem den Kniestand auf einem untergelegten Handtuch, da die Gebärende in dieser Haltung größere Bewegungsfreiheit hat. Natürlich sollte das Baby nach der Geburt nicht unsanft auf den Boden fallen.

Was ist wichtig, wenn das Baby da ist?

Nach einer Geburt ohne medizinische Begleitung darf die Nabelschnur nicht durchgeschnitten werden – diese Aufgabe können später die Hebamme oder der Notarzt übernehmen. Falls die Nabelschnur um den Hals des Babys gewickelt ist, wird sie mit einem Finger untergehakt und vorsichtig über den Kopf gezogen. Wichtig ist vor allem, dass das Baby atmet und eine freie Nase hat.

Sobald sich die Plazenta von der Wand der Gebärmutter trennt und sich die Blutgefäße der Nabelschnur zusammenziehen, wird das Blut des Kindes mit Kohlendioxid angereichert, was das Atemzentrum stimuliert – das Baby macht seinen ersten Atemzug, gleichzeitig entfaltet sich die Lunge und auch der Kreislauf stellt sich auf die Sauerstoffversorgung durch die Atmung um.

Möglicherweise befinden sich in Mund und Nase noch Schleim und Fruchtwasserreste – Geburtshelfer verwenden zu ihrer Entfernung ein kleines Absaugrohr, bei einer Sturzgeburt ohne professionelle Helfer werden dafür am besten zunächst nur die Nasenflügel sanft nach unten ausgestrichen. Falls das Gesicht des Babys noch von Eihäuten – der sogenannten „Glückshaube“ – überzogen ist, müssen diese selbstverständlich abgenommen werden.

Danach braucht das Baby vor allem Wärme und die Nähe seiner Mutter – diese legt sich das Kind am besten auf die Brust und deckt sich und das Baby zu. Optimal ist, wenn das Baby bereits trinken möchte – durch das Saugen wird die Nachgeburt stimuliert und der Blutverlust nach der Geburt gering gehalten. Falls das Kind nicht saugen will, erfüllt eine sanfte Massage der Brustwarzen den gleichen Zweck.

Überstürzte Geburten – oft für Mutter und Kind ein Schock

Falls es Mutter und Kind nach einer überstürzten Geburt gut geht und es keine Verletzungen – beispielsweise einen Dammriss – oder andere Komplikationen gibt, ist es der Mutter freigestellt, ob sie zu Hause bleibt oder mit ihrem Baby zunächst für einige Tage in eine Klinik geht.

Echte Komplikationen kommen nach Aussage von Ärzten und Hebammen nach überstürzten Geburten oder einer Sturzgeburt eher selten vor. Sehr schnell geborene Babys haben in den ersten Tagen jedoch manchmal noch mit Anpassungsschwierigkeiten zu kämpfen – die Schnelligkeit der Geburt hat auch das Neugeborene überrascht.

Auch viele Frauen stehen nach einer überstürzten Geburt oder einer Sturzgeburt zunächst unter Schock, haben Gesprächsbedarf und brauchen bei der Verarbeitung dieser Extremerfahrung Hilfe. Einigen von ihnen fällt es – vor allem nach verdrängten Schwangerschaften – schwer, ihr Baby wirklich anzunehmen. Im Einzelfall kann hier auch die professionelle Unterstützung eines Psychologen nötig sein.

Vielleicht hast Du den Begriff Sturzgeburt schon gehört, weißt aber nicht genau, was sich dahinter verbirgt? Hier erfährst Du, was eine Sturzgeburt ist, wie sie abläuft und welche Risiken sie mit sich bringt.

Inhalt

Eine normale Geburt dauert bei Erstgebärenden im Schnitt etwa 13 Stunden. In den meisten Fällen beginnt die Geburt eines Kindes mit der Eröffnungsphase, in der die Mutter Wehen verspürt, die den Muttermund langsam öffnen. Von einer Sturzgeburt spricht man, wenn das Baby sehr viel schneller auf die Welt kommt. In solchen Fällen liegen zwischen dem Einsetzen der Wehen und der Geburt des Kindes weniger als drei Stunden. Die werdende Mutter hat kaum Eröffnungswehen und die Geburt läuft nicht in den klassischen vier Phasen ab, sondern beginnt sofort mit starken Presswehen. Statistisch gesehen kommt eine Sturzgeburt nur bei einer von 1.000 Frauen vor.

Wie kommt es zu einer Sturzgeburt?

Die Gründe für eine Sturzgeburt sind vielfältig. Mögliche Ursachen können sein:

  • Das zweite, dritte, vierte Kind: Bei Frauen, die schon mindestens ein Baby auf die Welt gebracht haben, kann der Geburtskanal sehr dehnbar sein. Das bewirkt, dass sich der Muttermund schneller öffnet. Daher erhöht jede vergangene Geburt das Risiko einer Sturzgeburt
  • Eine Folgeschwangerschaft mit kurzem zeitlichen Abstand: Wenn sich der Geburtskanal noch nicht vollständig zurückgebildet hat, kann die Geburt deutlich schneller verlaufen
  • Eine Zervixinsuffizienz: Der Gebärmutterhals ist nicht so fest wie er sein sollte und hat sich während der Schwangerschaft eventuell schon verkürzt
  • Eine Kinderwunschbehandlung
  • Psychische Probleme, z.B. wenn die Schwangerschaft verdrängt oder gar verheimlicht wurde

Welche Risiken können auftreten?

Eine Sturzgeburt kann sowohl für die Mutter als auch für das Neugeborene unangenehme Folgen haben:

  • Verletzungen im Geburtskanal und im Beckenboden
  • Nachblutungen
  • Frauen, die ihre Schwangerschaft verdrängen, können die Wehen mit Stuhldrang verwechseln. In solchen — sehr seltenen — Fällen kommt es vor, dass das Baby auf der Toilette geboren wird
  • Verletzungen beim Kind, wenn es bei der Geburt nach unten fällt: Die Nabelschnur kann reißen, Verletzungen der Arme, Beine und des Rumpfs sind möglich
  • Durch die fehlende Druckanpassung während der Geburt kann es beim Kind zu Sauerstoffmangel und Hirnblutungen kommen
  • Eine sehr plötzliche Geburt kann bei der Mutter psychische Probleme auslösen. Speziell geschulte Therapeuten können helfen, ein solches Trauma zu bewältigen

Kann ich eine drohende Sturzgeburt verhindern?

Im Falle einer drohenden Sturzgeburt muss auf jeden Fall ein Notarzt gerufen werden. Bis zu dessen Eintreffen sollte sich die Schwangere hinlegen. Kommt das Baby auf die Welt, muss es warm gehalten werden — am besten auf dem Bauch der Mutter — bis die medizinische Versorgung vor Ort ist. Frauen, die schon Sturzgeburten erlebt haben und kein Risiko eingehen wollen, können sich einige Zeit vor dem errechneten Termin in die Klinik einweisen lassen.

Falls es zur Sturzgeburt kommt…

Wenn Du es nicht mehr rechtzeitig ins Krankenhaus schaffst, achte auf folgende Dinge:

  • Wähle einen guten Platz für die Geburt. Falls kein Bett vorhanden ist, solltest Du auf dem Fußboden bleiben, um einen Sturz des Kindes zu verhindern. Mach’ es Dir so gut es eben geht mit Kissen, Handtüchern oder Jacken bequem
  • Erst wenn das Köpfchen zwischen den Schamlippen spürbar ist, solltest Du mit dem Pressen beginnen
  • Lege Deine Hand vorsichtig auf den Hinterkopf des Kindes, um die Geburtsgeschwindigkeit etwas zu drosseln. So kannst Du Verletzungen bei Dir und Deinem Kind minimieren
  • Keineswegs am Kopf des Kindes ziehen!
  • Wenn das Baby auf der Welt ist, muss es warm gehalten werden, am besten gut eingepackt auf Deinem Bauch. Du kannst es sofort an die Brust anlegen
  • Dein Kind muss atmen können! Achte darauf, dass die Nabelschnur die Atemwege nicht behindert
  • Wenn Dein Baby nicht gleich schreit, streichle ihm sanft den Rücken
  • Durchtrenne die Nabelschnur nicht selbst, sondern warte, bis Hilfe eingetroffen ist
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  • Geburt

Bei den meisten werdenden Müttern kommt es zu langen Wartezeiten zwischen den verschiedenen Phasen der Geburt. Bei manchen Frauen tritt jedoch eine Sturzgeburt ein, die sogenannte „überstürzte Geburt“.

Kaum haben die Wehen eingesetzt, kommt es auch schon zur Geburt. Alles geschieht dann früher und plötzlicher, als erwartet.

Jede Schwangerschaft und jede Geburt ist anders. Die Natur spielt bekanntlich nach ihren eigenen Regeln. Obwohl eine Sturzgeburt etwas vollkommen Natürliches ist, hat sie auch einige Nachteile.

Der Geburtsprozess besteht aus drei Teilen: Die Wehen, die Geburt und der Ausstoß der Plazenta. Jede dieser Phasen kann mehr oder weniger Zeit in Anspruch nehmen. Im Allgemeinen dauert es jedoch zwischen 6 und 18 Stunden, bis eine Frau den Geburtsprozess vollständig abgeschlossen hat.

Bei einer Sturzgeburt finden alle drei Phasen jedoch innerhalb von etwa 5 Stunden statt. Wie der Name schon sagt, verläuft die Geburt relativ „überstürzt“.

In vielen Fällen ist dies geradezu ideal – allerdings kann es auch zu Problemen kommen. In diesem Artikel werden wir dir erklären, wie eine Sturzgeburt abläuft und welche Komplikationen auftreten können.

Anzeichen einer Sturzgeburt

Damit es bei einer Frau zur Sturzgeburt kommt, müssen eine Reihe von Umständen aufeinander treffen. Zum Beispiel muss ihr Uterus kräftig genug sein, um starke Kontraktionen erzeugen zu können.

Das Baby ist oft kleiner als der Durchschnitt. Das bedeutet, dass Sturzgeburten nicht bei jeder Schwangerschaft stattfinden können.

Jede Wehe bringt mich meinem Baby ein Stück näher.

-Unbekannter Autor-

Es gibt bestimmte Anzeichen, die darauf hindeuten können, ob eine Sturzgeburt stattfinden wird. Vielleicht setzen die Wehen schnell und plötzlich ein, doch dabei wird es nicht unbedingt bleiben.

Die Anzeichen einer Sturzgeburt sind:

  • Von Anfang an sehr intensive Wehen und Kontraktionen. Die Zeit zwischen jeder Wehe ist sehr kurz, die Mutter kann sich dazwischen kaum erholen.
  • Kontinuierlicher Schmerz, der sich wie eine einzige lange Wehe anfühlt und nicht nachlässt.
  • Druckgefühle und Kontraktionen ohne Vorwarnung. Das liegt daran, dass das Baby anfängt, zu drücken und nach draußen zu wollen. Dies könnte sich ähnlich wie Stuhlgang anfühlen.
  • Diese Symptome warten möglicherweise nicht immer auf die ausreichende Dilatation des Gebärmutterhalses.

Sturzgeburten: Mögliche Komplikationen

Experten gehen davon aus, dass Frauen, die durch eine Sturzgeburt auf die Welt gekommen sind, bei der Entbindung ihres eigenen Babys ebenfalls eine überstürzte Geburt erleben werden.

Das bedeutet, dass eine der Hauptursachen für Sturzgeburten eine Mutter ist, die dasselbe durchgemacht hat.

Zu weiteren Umständen und Bedingungen, die mit Sturzgeburten in Verbindung gebracht werden, gehört ein besonders kraftvoller Uterus, der starke Kontraktionen erzeugen kann.

Angesichts der Tatsache, dass es unmöglich ist, eine Sturzgeburt vorherzusagen, bevor sie eintritt, ist das Hauptproblem einer solchen Situation der emotionale Stress, den die Mutter dabei erleidet.

Frauen, die gebären, verlieren oft die Kontrolle über ihre Situation – vor allem, wenn es ihre erste Geburt ist. Manchmal ist es auch für das Pflegepersonal schwierig, eine Geburt zu betreuen.

Wie wir bereits erläutert haben, braucht jede Phase der Geburt Zeit. Im Allgemeinen kommt es dabei zu einem schrittweisen Fortschritt. Dadurch können Ärzte auf Strategien zurückgreifen und diese anwenden, um auf mögliche Komplikationen zu reagieren.

Im Fall einer „überstürzten Geburt“, bei der die Wehen sehr schnell voranschreiten, sind sowohl Ärzte als auch Mütter unter Druck gesetzt und es wird schwieriger, die Lage wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Eine weitere offensichtliche Komplikation können Ort und Zeit sein, an dem der Geburtsprozess plötzlich und überraschend einsetzt.

Die werdende Mutter wird vielleicht erkennen, dass die Wehen so schnell voranschreiten, dass keine Zeit bleibt, um das nächste Krankenhaus oder Geburtszentrum aufzusuchen.

Dies könnte bedeuten, dass sie an dem Ort gebären muss, an dem sie sich gerade befindet – ohne die Hilfe eines Arztes und ohne die richtigen Medikamente.

Weitere Komplikationen

Zusätzlich zu den oben genannten Problemen können folgende Komplikationen auftreten:

  • Erhöhtes Risiko für Risse oder Verletzungen im Geburtskanal oder im Gebärmutterhals.
  • Die Geburt findet an einem Ort statt, der nicht steril ist.Je nachdem, wo die Geburt stattfindet, könnte das Baby einer Infektionsgefahr ausgesetzt werden.
  • Es kann zu Blutungen der Vagina und der Gebärmutter kommen.
  • Das Baby wird fallen gelassen.
  • Perinatale Asphyxie
  • Das Baby könnte das Fruchtwasser einatmen.
  • Das Baby könnte ein Schädel-Hirn-Trauma erleiden.
  • Die postpartale Genesungsphase verlängert sich aufgrund des Schocks der Sturzgeburt.

Sturzgeburt: In Rekordgeschwindigkeit auf die Welt

Die Horrorvorstellung jeder Schwangeren: Das Baby hat es so eilig, dass es noch auf dem Weg ins Krankenhaus auf die Welt kommt. Aber wir können Sie beruhigen: Sturzgeburten sind äußerst selten. Hier erfahren Sie alles über die Geburt in Turbo-Geschwindigkeit und was zu tun ist, wenn das Baby unterwegs auf die Welt drängt.

Wer Geburtsberichte von Müttern hört, die von stundenlangen Wehen und nicht enden wollendem Pressen berichten, wünscht sich, dass die eigene Geburt schnell vorbei ist. Ruckzuck, zwei Mal pressen – und das Baby ist da! Klingt prinzipiell nach einer Traumgeburt. Aber nur, wenn sie genau dort stattfindet, wo sie auch stattfinden soll: Im Geburtshaus oder im Krankenhaus. Oder geplant zu Hause, mit der Wunschhebamme an der Seite. Wenn das Baby es aber so eilig hat, dass es unterwegs auf die Welt kommt, kann eine rasante Geburt schnell zur Extremerfahrung werden. Diese sogenannten Sturzgeburten schaffen es immer wieder in die Nachrichten: „Baby kam auf Standstreifen zur Welt“, „Baby auf Bordtoilette entbunden“ oder „Baby erblickte Licht der Welt auf dem Krankenhausparkplatz“. Wir alle haben diese Headlines schon gelesen und fürchten uns davor, dass unser Baby auch am falschen Ort zur falschen Zeit schnellstmöglich auf die Welt kommen möchte. Zu Ihrer Beruhigung aber eines gleich vorab: Sturzgeburten, wie besonders schnelle Geburten umgangssprachlich genannt werden, sind ein seltenes Ereignis.

Bei einer von 1000 Geburten kommt das Kind in weniger als drei Stunden zur Welt – dann spricht man von einer überstürzten Geburt

Nur eins von 1.000 Kindern kommt in Turbogeschwindigkeit auf die Welt. Und die allermeisten dieser Frauen schaffen es in letzter Sekunde dann doch noch ins Krankenhaus. Die Zahl der Kinder, die wirklich auf dem Krankenhausparkplatz, im Taxi oder an noch exotischeren Orten ins Leben starten, ist also verschwindend gering.

Sturzgeburt vs. überstürzte Geburt

Von einer überstürzten Geburt spricht man, wenn eine Geburt von der ersten Wehe an maximal drei Stunden dauert. Im Vergleich: Eine durchschnittliche Geburt einer Erstgebärenden dauert etwa 13 Stunden. Im medizinischen Sprachgebrauch ist eine Sturzgeburt eine Geburt, bei der das Baby tatsächlich aus dem Geburtskanal herausstürzt und nicht mehr gehalten werden kann – völlig egal, wie lange die Wehen davor gedauert haben. Diese echte Sturzgeburt ist aber extrem selten.

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Wie kommt es zu einer überstürzten Geburt?

Überschnelle Geburten gibt es hauptsächlich bei Frauen, die schon ein oder mehrere Kinder entbunden haben: Der Geburtskanal ist dann weicher und lässt das Baby schneller durch. Teilweise ist die Austreibungsphase extrem verkürzt – auch dann ist das Baby schneller da als es eigentlich soll. Wenn Frauen ein schwach ausgeprägtes Schmerzempfinden haben, kann es passieren, dass die Eröffnungswehen von der Schwangeren gar nicht richtig wahrgenommen werden. Wenn sie die Heftigkeit der Wehen nicht in ihrem vollen Ausmaß wahrnimmt, ordnet sie das „leichte Ziehen“ womöglich falsch ein. Auch bei Schwangeren, die ihre Schwangerschaft nicht bemerkt oder geheim gehalten haben, kommt eine sogenannte Sturzgeburt häufiger vor.

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Probleme, die eine überstürzte Geburt mit sich bringt

Größere gesundheitliche Probleme sind bei einer plötzlichen und schnellen Geburt nicht zu erwarten. Manchmal kommt es zu Geburtsverletzungen, zum Beispiel zu Dammrissen. Zu schnell geborene Babys haben in den ersten Tagen oft noch Anpassungsschwierigkeiten, das „Ankommen“ in der Welt dauert damit vielleicht ein bisschen länger als bei anderen Babys. Aber wenn man berücksichtigt, wie schnell der Start ins Leben war, ist das ja auch nicht verwunderlich!
Nicht nur für das Baby ist eine Turbogeburt anstrengend. Auch die Mama braucht erstmal Zeit zu realisieren, was da gerade passiert ist. Mutterwerden ist ein großartiger, aber auch ein einschneidender Moment im Leben – wenn der aber ohne Vorwarnung eintritt, sind viele der „schnellen Mamas“ erstmal total überrumpelt und begreifen gar nicht, dass sie jetzt tatsächlich Mutter eines kleinen, hilfebedürftigen Säuglings sind.

Was ist eine Toilettengeburt?

Immer wieder ist von Kindern zu lesen, die auf der Toilette auf die Welt gekommen sind. Zu einer Toilettengeburt kommt es, wenn die werdende Mutter die Presswehen falsch deutet. Das Gefühl ähnelt dem Drang, wenn man dringend ein „großes Geschäft“ erledigen muss. Werden die Presswehen falsch eingeordnet, kann es durchaus passieren, dass die Mama in Spe zur Toilette eilt, dort drückt und drückt – und auf dem „stillen Örtchen“ das Baby zur Welt bringt. Wenn es blöd läuft sogar als echte Sturzgeburt. Aber keine Sorge: Ihnen wird das garantiert nicht passieren – denn Sie sind ja jetzt darauf vorbereitet, wie sich Presswehen anfühlen.
➤➤ Was tun, wenn man es nicht mehr in die Klinik schafft? Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Kind im Notfall alleine auf die Welt bringen.

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Was tun, wenn das Baby unterwegs auf die Welt kommt?

Keine schöne Vorstellung: Die Wehen werden immer stärker – und das Krankenhaus ist noch fern. Ganz klar, dass da die Angst, das Kind im Taxi oder auf der Autobahn gebären zu müssen, immer größer wird. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Baby im Notfall alleine und unterwegs auf die Welt bringen.

Was tun, wenn man es nicht mehr in die Klinik schafft?

Ohne die Wunschhebamme an der Seite, fern ab vom Kreißsaal und vielleicht sogar ohne den Partner an der Seite – so stellen sich die wenigsten Frauen die Geburt ihres Kindes vor. Zu Ihrer Beruhigung: Die allermeisten Mütter verhalten sich in dieser Situation goldrichtig. Und zwar ohne vorher einen Kurs belegt zu haben oder sich Wissen angeeignet zu haben. Ganz intuitiv. Vielleicht weil es die Natur so angelegt hat, dass wir ein Kind auch alleine zur Welt bringen können.

Sollten Sie Ihr Kind alleine oder unterwegs auf die Welt bringen müssen: Keine Sorge, Sie schaffen das!

Kind alleine auf die Welt bringen – So geht’s!

Um auf eine – wenn auch sehr unwahrscheinliche – Turbogeburt fern des Krankenhauses möglichst gut vorbereitet zu sein, sollten Sie alle wichtigen Telefonnummern (Festnetz und Handy) in Ihrem Handy speichern und auch in schriftlicher Form im Geldbeutel parat haben.

Wenn Sie das Gefühl haben, es nicht mehr rechtzeitig ins Krankenhaus oder Geburtshaus zu schaffen – hier unser kleiner Leitfaden für die Geburt unterwegs:
● Notarzt anrufen (zur Erinnerung: 112).
● Hebamme anrufen – vielleicht schafft sie es ja doch noch rechtzeitig.
● Partner anrufen.
● Vertrauen Sie auf das, was Sie im Geburtsvorbereitungskurs gelernt haben: Ruhig atmen. Nur das Pressen sollten Sie nicht aktiv betreiben, sonst kommt das Kind noch schneller. Aber: Wenn Ihr Kind unbedingt schnell kommen möchte, dann werden Sie es nicht davon abhalten können.
● Wenn Sie merken, dass das Kind partout nicht mehr warten möchte: Gehen Sie in den Kniestand und legen Sie eine Decke, ein Handtuch oder Ihre Jacke unter.
● Achten Sie darauf, dass das Baby sanft aufgefangen wird und nicht auf den Boden plumpst.
● Wenn das Turbobaby dann da ist: Wickeln Sie es warm ein und legen Sie es sich auf Bauch und Brust. Möchte das Baby gleich trinken: Nur zu! Das ist ein Zeichen, dass es Ihrem Baby gut geht.
● Auch wenn es schreit, ist alles in bester Ordnung. Sollte es noch Probleme mit der Atmung haben: Sanft den Rücken massieren.
● Die Nabelschnur müssen Sie nicht durchtrennen, das übernehmen der Notarzt oder die Hebamme.
● Sollte auch die Nachgeburt (Plazenta) schon kommen, bevor ärztliche Hilfe da ist: Einfach liegen lassen. ➤ Übrigens: Auch wenn das Baby nicht im Krankenhaus auf die Welt gekommen ist, haben frisch gebackene Mütter natürlich die Möglichkeit, mit ihrem Baby einige Tage im Krankenhaus zu verbringen. Nach der Extremerfahrung tut es besonders gut, viel Zeit mit dem Baby zu haben, keinen Haushalt schmeißen zu müssen – und so langsam aber sicher zu begreifen, dass man jetzt tatsächlich Mama ist – und dass alles gut gegangen ist. Und spätestens dann erreicht die junge Mutter auch bald den Punkt, ab dem sie unheimlich stolz auf das ist, was sie da ganz alleine gemeistert hat.

Rekorde: Das sind die extremsten Geburten der Welt

Das durchschnittliche Neugeborene kommt in Deutschland nach 268 Tagen Schwangerschaft zur Welt, wiegt etwa 3.500 Gramm, ist zu 51,3 Prozent ein Junge und eines von 1,50 Kindern einer Frau, die 31 Jahre alt ist. Doch Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel – und das sind die extremsten dieser Ausnahmen.

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Die älteste Mutter

Jahr für Jahr besagen Statistiken, dass Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes hierzulande immer älter werden. Doch das ist nichts im Vergleich zu Rajo Devi Lohan.
55 Jahre lang blieb die Ehe der Inderin kinderlos. Dann erfolgte 2008 eine künstliche Befruchtung und noch im gleichen Jahr die Geburt – zu diesem Zeitpunkt war Rajo 70 Jahre alt und damit Berichten zufolge die älteste erstgebärende Mutter der Welt. Ihre Menopause hatte sie bereits 20 Jahre zuvor.

Die gebärfreudigste Frau

Wenn auch kaum vorstellbar, es ist beglaubigt und im Guinness-Buch der Rekorde verzeichnet: Eine Russin – nur als Gattin des Bauern Fjodor Wassiljew aus Schuja bekannt – hat in ihrem Leben 69 Kinder zur Welt gebracht.

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Faszinierend: Baby kommt mit „Glückshaube“ zur Welt

Die Fruchtblase ist nach der Geburt noch vollständig intakt. Video

In 27 Schwangerschaften bekam sie wahrscheinlich zwischen 1725 und 1765 16 Paar Zwillinge, siebenmal Drillinge und viermal Vierlinge, wie 1782 das Kloster Mikolskaja nach Moskau berichtete. Von den Kindern überlebten mindestens 67 das Säuglingsalter.

Die meisten Kinder bei einer Geburt

Vierlinge sind lange nicht das Maximum: Dem Guinness-Buch der Rekorde zufolge gab es drei Fälle von Zehnlingen: 1924 in Spanien, 1936 in China, 1946 in Brasilien. Die Berichte sind allerdings nicht durch medizinische Akten belegt. Zudem gibt es Berichte über mehrere Geburten von Neun- und Achtlingen. Doch nur in einem Fall ist bekannt, dass alle Babys die Geburt überlebten, weshalb im Guinness-Buch Nadya Suleman aus den USA als Rekordhalterin geführt wird.

Suleman brachte 2009 sechs Jungs und zwei Mädchen zur Welt. Sie wurde daraufhin als „Octomum“ bekannt.

Das schwerste Neugeborene

1879 brachte die unglaubliche 2,27 Meter große Kanadierin Anna Bates in Ohio einen Jungen zur Welt, der 10,8 Kilogramm wog. Doch das schwerste bislang verzeichnete Neugeborene starb nur elf Stunden nach der Geburt. Das schwerste Kind, das überlebte, war laut Guinness-Buch ein Junge von 10,2 Kilogramm, der 1955 im italienischen Aversa zur Welt kam.

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Das leichteste Neugeborene

Das leichteste dokumentierte Geburtsgewicht eines Kindes, das überlebte, hatte Emilia aus dem westfälischen Witten. Das Mädchen wurde 2015 nach 26 Wochen Schwangerschaft mit einem Gewicht von 229 Gramm geboren.

Als leichtestes Frühchen galt lange Rumais Rahman. Sie wurde 2004 nach 25 Wochen und sechs Tagen Schwangerschaft mit einem Gewicht von 244 Gramm in Illinois (USA) geboren.

In Deutschland kam 2009 zudem ein 275 Gramm leichter Junge in der Göttinger Universitätsmedizin zur Welt. Es handelt sich nach allen bekannten Unterlagen um den weltweit leichtesten Jungen, der eine zu frühe Geburt überlebt hat.

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Das früheste Frühchen

Frieda blieb nur halb so lang wie andere Kinder im Mutterleib. Das Mädchen aus Fulda kam nach nur 21 Wochen und fünf Tagen zur Welt und gilt zusammen mit einem kanadischen Jungen als das früheste Frühchen, das überlebte. Frieda wog bei ihrer Geburt 460 Gramm.

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