Was hilft um wehen auszulösen

39. SSW: Wehen auslösen: Wirksame Hausmittel

Ab der 39. SSW ist es zwar bis zum errechneten Geburtstermin nicht mehr weit hin, doch viele Frauen sind jetzt schon voller Vorfreude auf ihr Baby. Andererseits sind sie meistens aber auch schon von der Schwangerschaft sehr angestrengt. Vor allem wenn ihnen die Schwangerschaft und die körperliche Belastung dadurch sehr zu schaffen macht. Sie wünschen sich schon in der 39. SSW, dass die Wehen endlich einsetzen und ihr Baby kommt. Um Wehen in der 39. SSW auslösen zu können, gibt es viele Hausmittel und Tipps, die Wehen wirksam auslösen können.

SSW 39: Entwicklung des Babys

39. SSW: Wehen auslösen – jetzt schon?

Wichtiger Punkt, bevor Sie damit beginnen Wehen in der 39. SSW auszulösen, ist es sicherzustellen, dass Sie und Ihr Baby gesundheitlich fit sind. Es ist enorm wichtig, dass Sie vor dieser Entscheidung mit Ihrem Arzt oder Hebamme sprechen und so abklären, welche Methoden für Sie überhaupt in Frage kommen und ob Ihr Baby schon bereit ist, auf die Welt zu kommen. Die meisten Hausmittel und auch Tricks wirken erst, wenn Ihre Gebärmutter startklar ist bzw. sich Ihr Baby in der richtigen Position befindet. Oftmals wird daher geraten das Auslösen der Wehen, erst ab der 40. SSW zu beginnen. Auch ist es wichtig, dass Sie nicht alle Hausmittel und Tricks, die es dazu gibt, gleichzeitig anwenden. Die Wirkung kann immer ein paar Tage dauern, bis sie einsetzt. Eine hohe Dosierung oder Aktivität kann sich sogar zum Nachteil auswirken und sogar zu Komplikationen führen. Eine Geburt wird vom Arzt erst eingeleitet, wenn Ihr Baby in Gefahr ist und es nötig ist, dass es schnell auf die Welt kommt.

39. SSW: Wehen natürlich fördern

Es gibt einige Methoden mit denen Wehen ab der 39. SSW gefördert werden können, ohne das diese Ihnen oder Ihrem Kind schaden. Hierzu zählt eine sanfte Bauchmassage, die die Muskeltätigkeit Ihrer Gebärmutter stimuliert. Mischen Sie hierzu 10 ml Mandelöl mit je zwei Teelöffeln Zimtöl, Nelkenöl, Eisenwurzöl und Ingweröl an. Feuchten Sie Ihren Bauch mit warmen Wasser an und massieren Sie das vermischte Öl sanft ein. Die verschiedenen Öle sind natürliche Wehenauslöser. Die Wehentätigkeit kann auch mit einem warmen Bad angeregt werden. Zimtblätter, Nelkenöl oder Ingweröl kann als Badezusatz dazu beitragen, die Wirkung des Bades zu verstärken. Doch nehmen Sie das Bad nicht ein, wenn Sie alleine Zuhause sind.

Es kann sein, dass sich das Bad nicht so gut auf Ihren Kreislauf auswirkt oder es unerwarteterweise mit den Wehen losgeht und Sie ins Krankenhaus müssen. Frauen, die vor dem Geburtstermin noch Geschlechtsverkehr haben, regen die Produktion des Hormons Oxytocin an. Dieses Hormon ist für die Wehentätigkeit sehr förderlich und die Freigesetzen Spermien können den Muttermund weicher machen. Leichte Bewegungen, wie Spaziergehen oder auch rhythmische Beckenbewegungen auf einem Gymnastikball, helfen dem Kind sich in die richtige Geburtsposition zu drehen bzw. diese einzunehmen. Zusätzlich wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, wenn das Köpfchen des Babys auf den Muttermund drückt und dadurch werden Wehen ausgelöst. Oftmals greifen einige Schwangere auch auf verschiedene Tees zurück. So trinken diese den Absud aus Himbeerblätter mehrmals am Tag (3 Tassen). Ein Tee aus Zimt, Gewürztnelken, Ingwerwurzeln und Eisenkraut kann ebenfalls die Wehentätigkeit anregen. In den meisten Fällen kann das Teetrinken bedenkenlos schon ab der 39. SSW begonnen werden, um Wehen auszulösen.

Wehen auslösen mit anderen Methoden

Wehen auslösen können Sie auch mit anderen Techniken, bei denen es allerdings wichtig ist, dass eine Hebamme mit dabei ist bzw. Sie anleitet. Um die Wehentätigkeit zu fördern, kann eine Brustwarzenstimulation durchgeführt werden. Diese Stimulation sollte allerdings nur stattfinden, wenn der Muttermund schon reif, weich und etwas geöffnet ist. Eine lange Massage der Brustwarzen kann dazu führen, dass innerhalb einer kurzen Zeit es zu sehr starken Wehen kommt. Ist Ihr Körper noch nicht bereit, können die Wehen einsetzen, allerdings sehr schmerzhaft werden und für Sie nur zusätzlichen Stress bedeuten. Ihr Körper reagiert in dieser Phase über. Alternativ können auch alternative Methoden eingesetzt werden. Einige Frauen machen gute Erfahrungen mit Akupunktur, homöopathische Mittel oder auch Fußreflexzonenmassagen. Viele Hebammen bieten diese Methoden an und führen sie auch aus.

Quellen:

Bewertung: Unbewertet 1 Stern 2 Sterne 3 Sterne 4 Sterne 5 Sterne Bewertungen: 724 Ihre Bewertung: {{rating}}

  • Über den Autor
  • Letzte Beiträge

Über Verena Janssen

Die 38-Jährige Autorin und Mutter lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern Paul Oskar (7) und Ella Marie (4) in schönen Fulda. Sie liebt Musik und versucht momentan ihren Kindern das Klavier spielen beizubringen. Wenn sie mal etwas Zeit für sich hat, powert sie sich beim Volleyball spielen aus.

  • Erfahrungsbericht zu Kinderwagen Hartan Racer GTS – Oktober 24, 2019
  • Mit dem Fahrrad zur Schule: Darauf sollten Eltern achten – September 2, 2019
  • Wie der Muttizettel die Erziehung positiv beeinflusst – Juli 18, 2019
  • Vorbereitung auf die Geburt – Welche Optionen habe ich? – Juni 6, 2018
  • Brustpflege beim Stillen – Juni 2, 2018
  • Der richtige Zeitpunkt zum schwanger werden – so berechnen Sie ihren Eisprung – Januar 11, 2018
  • Mutterbänder – Dezember 11, 2017
  • Männer im Kreißsaal – mit oder ohne die bessere Hälfte? – November 19, 2017
  • Richtig essen für zwei – Tipps zur Ernährung in der Schwangerschaft – November 19, 2017
  • Geschwollene Beine in der Schwangerschaft – November 19, 2017

Alle Beiträge anzeigen

Geburt: Tipps einer Hebamme für eine entspannte Geburt

Viele Frauen denken, dass es nicht in ihrer Hand liegt, ob die Geburt ihres Kindes gut oder schlecht verläuft. Ob man eine schöne Geburt erlebe, sei pures Glück. Oder vielleicht auch Veranlagung, Schicksal. Doch auch wenn das Glück natürlich seine Hände im Spiel hat, hat auch die Schwangere einen großen Einfluss auf den Ablauf der Geburt, betont Jana Friedrich, die als Hebamme in Berlin arbeitet und immer wieder erfahren hat, wie wichtig die Vorbereitung der werdenden Mutter ist.

Die zweifache Mutter hat ein ganzes Buch mit Tipps für eine entspannte Geburt geschrieben und bloggt regelmäßig über ihre Erfahrungen im Kreißsaal. Für sie gibt es drei Hauptfaktoren, die eine Geburt positiv beeinflussen:

1. Die Herausforderung annehmen

„Ich stelle ganz oft fest, dass die Frauen nur bis zur Kreissaaltür denken. Was dann passiert, ist ihnen überhaupt nicht klar“, erzählt Jana Friedrich. „Viele Frauen kommen mit diffusen Ängsten in der Klinik an und hoffen, dass ihnen schon irgendwer helfen wird.“ Sie begeben sich in eine passive Rolle. Besser ist es laut der Hebamme, sich vorher bewusst mit der Geburt auseinanderzusetzen, sich über die Abläufe zu informieren und vielleicht auch eine Strategie zu entwickeln, wie man mit möglichen Ängsten umgehen will. „Ganz wichtig ist es, die Geburt als eine positive Herausforderung anzunehmen. Sich zu sagen, dass man das schaffen kann und will – auch wenn es bestimmt hart wird.“

Es gäbe bei schwangeren Frauen immer mehr Ängste rund um die Geburt. Sich vorher mit diesen auseinanderzusetzen, zum Beispiel im Gespräch mit der Hebamme, ist für Friedrich ein wichtiger Schritt hin zu einer schönen Geburt. Bei manchen Frauen wirke zum Beispiel ein vorher überlegtes Mantra gut gegen einsetzende Ängste, bei anderen wirke schon die reine Information über die Vorgänge während der Geburt Wunder.

2. Sich sein Team für die Geburt aussuchen

Wer die Frau bei der Geburt begleitet, hat einen großen Einfluss darauf, wie wohl sie sich fühlen wird. Ihre Mutter möchte dabei sein, Sie wissen aber schon vorher, dass sie Sie mit ihrer Nervosität nur anstecken wird? Dann hat die bald stolze Oma im Kreissaal nichts zu suchen. Meist ist ja der Partner die erste Wahl als Geburtsbegleitung. Doch auch der sollte sich vorbereiten: „Mir begegnen immer wieder Männer, die großes Mitleid mit ihrer Frau bekommen und sie dann aus der Situation retten wollen. Wenn der eigene Mann aber plötzlich nicht mehr daran glaubt, dass die Frau es schaffen kann, macht es das für sie noch schwerer“, sagt Friedrich. Besser sei es, wenn das Paar vorher über die Geburt spräche und auch vielleicht eine Art Sprachcode festlege, wann die Frau „nur“ mentale Unterstützung braucht und wann sie wirklich um Hilfe oder Schmerzmittel bittet.
Neben dem Partner spielt auch das Geburtsteam eine große Rolle, also die Hebamme oder die Ärzte, von denen die Frau betreut wird. Dieser Punkt hängt stark mit dem nächsten Faktor zusammen.

3. Einen Ort wählen

Wo möchte ich gebären – im Geburtshaus oder in einer Klinik? Lieber in einem großen Universitäts-Krankenhaus oder in der kleinen Klinik um die Ecke? Jede Frau sollte sich vorher mit diesen Fragen auseinandersetzen, auch wenn es natürlich Fälle gibt, in denen die Wahlfreiheit – zum Beispiel durch die Bedingungen der Schwangerschaft – nicht so groß ist. Doch Jana Friedrich empfiehlt jeder Frau, sich vorher genau zu erkundigen, ob der gewählte Ort auch zu einem passt. „Fühl ich mich da wohl und gut aufgehoben oder habe ich das Gefühl, die ganze Zeit um meine Sicht kämpfen zu müssen? Es ist ganz wichtig, dass die Frau sich fallen lassen kann“, sagt die Hebamme.

Auch noch wichtig

Natürlich gibt es daneben noch weitere Tipps. Zum Beispiel bringen immer mehr Frauen ihre eigene Musik oder ein Duftöl, das für sie besonders gut riecht, mit in den Kreißsaal. Inwieweit solche Dinge während der Geburt wirklich helfen, hängt laut Jana Friedrich immer von der Frau ab. „Manche fühlen sich davon unterstützt, andere sagen aber auch später, dass sie sich das alles hätten sparen können. Während der Geburt hätten sie von der schönen Musik eh nichts mehr mitbekommen.

Eine weitere Sache sei aber trotz aller nötigen Vorbereitung noch sehr wichtig: zu versuchen, offen für die Situation zu bleiben. Vielleicht wollte die Schwangere immer eine Wassergeburt, stellt dann aber fest, dass sie sich in der Wanne nicht wohl fühlt. Während einer Geburt können unzählige Dinge geschehen, die dazu führen, dass es doch ganz anders abläuft als geplant. Das muss nicht negativ sein, meint Jana Friedrich. Es sei in solchen Momenten nur wichtig, sich auch von seinen Vorstellungen lösen zu können, auch wenn das bestimmt nicht einfach ist.“

Schmerzlinderung während der Geburt ist für die meisten Schwangeren ein wichtiges Thema. Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, wie Sie Erleichterung während der Geburt finden.

Jede Frau empfindet die Geburtsschmerzen anders: Während die eine Schwangere schon bei den Eröffnungswehen vollkommen erschöpft ist und mit den Wehen nicht mehr zurecht kommt, kann die andere Schwangere gut mit den Schmerzen umgehen. Natürlich spielen nicht nur das persönliche Schmerzempfinden eine große Rolle, sondern auch die Geburtsdauer und die psychische Verfassung. Eine Geburt ist ein besonderes Erlebnis, eine Ausnahmesituation, eine kraftvolle Grenzerfahrung. Für jede Frau.

Sie können auch bereits vor der Geburt einige Maßnahmen setzen, um die Geburt anzuregen. Sanfte Methoden unterstützen dabei den natürlichen Drang Ihres Babys auf die Welt zu kommen und die Wehen zu fördern.

Schmerzlinderung während der Geburt: Experten geben Tipps

Niemand braucht sich dafür zu genieren oder sich zu schämen, wenn die Kräfte einen verlassen und man Medikamente gegen die Schmerzen haben möchte. Bei einer Geburt geht es um keinen Machtkampf, sondern um ein schönes Geburtserlebnis. Neben den schulmedizinischen Möglichkeiten gibt es noch weitere alternative Wege, wie die Schmerzen während der Geburt gelindert werden können:

Wehen veratmen

Richtiges Veratmen der Wehen hilft ungemein den Schmerz auszuhalten. Lassen Sie sich die richtige Technik von einer Hebamme zeigen oder lernen sie diese schon im Geburtsvorbereitungskurs.

Kreisende Bewegungen

Liegen mögen die meisten Gebärdenden nicht, sie bevorzugen eine aufrechte Haltung und Bewegung. So hilft nicht nur die Schwerkraft mit das Baby nach unten zu schieben, sondern auch Wehen lassen sich mit kreisenden Bewegungen leichter veratmen.

Dammmassage

Bei der Austreibungsphase wirken enorme Kräfte auf den Damm und diese schmerzen. Die Hebamme wird dann versuchen, den Damm zu schützen, damit die Schmerzen erträglich sind.

Entspannung

Versuchen Sie sich während der Wehenpause zu entspannen. Schließen Sie die Augen, atmen Sie ruhig, sprechen Sie mit Ihrem Baby. Aber denken Sie nicht schon an die nächste Wehe, sondern entspannen Sie.

Geburtsvorbereitende Akupunktur

Damit der Muttermund schön weich ist und sich leichter öffnet, kann schon im Vorfeld bei einer Hebamme oder im Krankenhaus geburtsvorbereitende Akupunktur eingesetzt werden. Aber auch während der Geburt kann Akupunktur unterstützen.

Homöopathie

Globuli können zwar mit einer PDA nicht mithalten, doch sie können die Wehen fördern, damit die Geburt schneller vorangeht und für Entspannung sorgen, die für den Geburtsfortschritt von ebenso großer Bedeutung ist.

Körperhaltung

Versuchen Sie unterschiedliche Positionen einzunehmen und herauszufinden, welche Körperhaltung Ihnen am besten tut.

Leinsamen

Leinsamen regt die Schleimhäute an, mehr Schleim zu produzieren und damit die Austreibungsphase zu beschleunigen.

Massagen

Lassen Sie sich massieren! Besonders im Lendenwirbelbereich empfinden Frauen den Gegendruck und die Wärme von außen bei den Wehen sehr angenehm und unterstützend.

Aromatherapie

Ähnlich wie bei der Homöopathie wirkt auch die Aromatherapie nicht schmerzstillend, kann aber für Entspannung sorgen.

Humor

Ja, Sie werden lachen, aber Humor und Witz lenken ab, fördern das positive Denken und sorgen damit für eine entspannte Stimmung.

Sitzdampfbäder

Heublumen wird eine auflockernde Wirkung nachgesagt, die sich auf den Beckenboden positiv auswirkt. Besonders bei Erstgebärenden erden Sitzdampfbäder gerne empfohlen.

Himbeerblättertee

Zwar muss der Himbeerblättertee schon Wochen vor der Geburt regelmäßig getrunken werden, doch seine Wirkung ist enorm: Er wirkt entspannend auf die Beckenbodenmuskulatur, den Muttermund und die Gebärmutter, wird krampflösend und beruhigend.

Übungen

Im Geburtsvorbereitungskurs erlernen Paare unterschiedliche Übungen und Positionen, die sie dann gemeinsam während der Geburt probieren können.

Hypnose

Diese Methode muss erlernt werden, verspricht aber großen Erfolg.

Wassergeburt

Das warme Wasser soll entspannend wirken, da die Muskeln weniger verkrampfen können. Bei einer Wassergeburt die Geburt positiv unterstützt.

Yoga

Auch Yogaübungen können zur Entspannung beitragen, probieren Sie es einfach aus!

Wenn Ihnen diese Tipps zu Schmerzlinderung während der Geburt nicht helfen, können Sie auf eine PDA, Periduralanästhesie, zurückgreifen: Dabei meint man die örtliche Betäubung des Rückenmarks, wodurch die Gebärende keine Schmerzen mehr spürt, aber bei vollem Bewusstsein ist. Eine PDA ist nicht in jedem Stadium der Geburt mehr möglich, am besten wird sie bei einer Muttermundöffnung von vier bis fünf Zentimeter gesetzt. Ist der Muttermund schon zu weit geöffnet, ist es leider zu spät, denn die Wirkung würde nicht mehr rechtzeitig einsetzen.

Unerwartet schnelle Geburt (ambulante KH-Geburt)

Den ersten Teil des „Geburtstages“ – ein Tag nach dem errechneten Termin übrigens – kann ich kurz zusammenfassen: Morgens war mir schlecht – das war zumindest in den letzten Monaten der Schwangerschaft nicht mehr passiert und hat mich schon vermuten lassen, dass sich die Geburt anbahnt.

Erste Anzeichen von Wehen kamen mittags und wurden langsam stärker, allerdings bis etwa um sieben Uhr nicht schmerzhaft. In dieser Zeit habe ich noch mit meiner großen Tochter gebadet, wir waren spazieren und haben gemeinsam mit meinem Mann gegrillt.
Als die erste heftigere Wehe hinter mir lag, habe ich Tochter zu den Nachbarn geschickt. Dank eines „Geburts-Überraschungs-Koffers“ war sie mit einem „Endlich!“ weg wie der Blitz.
Danach habe ich mich noch mal in die Badewanne begeben, die Wehen waren auszuhalten, verwirrenderweise aber eher als Rückenschmerzen wahrnehmbar und sehr kurz, also deutlich unter einer Minute.
Damit war ich eigentlich überzeugt, noch einige Stunden vor mir zu haben.
Trotzdem rief ich dann im Krankenhaus an, vor allem um herauszufinden, mit welcher Hebamme ich es zu tun haben würde. Von 12 möglichen Geburtsbegleiterinnen war dann natürlich prompt eine der zwei Frauen am Telefon, die ich mir nicht gewünscht hatte.
Trotz gesunkener Motivation ins Krankenhaus zu fahren, machten wir uns um acht Uhr auf den Weg. Ich glaubte nach wie vor, die Geburt würde noch dauern, allerdings hatte ich das Gefühl, mit den Wehen nicht mehr allein sein zu wollen. Bzw. dachte ich ernsthaft über eine PDA nach, weil ich – wie bei der ersten Geburt – dachte, das wären noch gar keine richtigen Wehen und die würde ich dann sicher nicht mehr aushalten.
Das musste ich auch nicht. Ich musste nicht mal die Hebamme lange aushalten (was für beide Seiten ein Glück war). An der Rezeption des Kreißsaals (20.15 Uhr) sprang die Blase mit grünlichem Fruchtwasser. Die Hebamme wollte dann – leicht hektisch geworden – das CTG anlegen und den Muttermund untersuchen. Beides auf dem Bett. Dass sie meinen wundervollen Geburtsplan in diesem Moment nicht lesen konnte, fand ich noch einsichtig. Mich auf ein Bett zu legen nicht, ich hatte jetzt nämlich Presswehen.

Mit halb festgeschnalltem CTG sprang ich also vom Bett wieder herunter und warf mich auf einen Pezzi-Ball. Dass ich kein CTG brauchte, war mir klar, das Baby würde ja gleich da sein. Für die Hebamme war das nicht ganz so offensichtlich, da sie mich nicht untersuchen konnte – über mein „Finger raus, es kommt eine Wehe!“ wollte sie sich dann zum Glück doch nicht hinwegsetzen. Später hat mir mein Mann (der ganz ruhig war und mir den Rücken massierte) erzählt, dass die Hebamme noch – erfolglos – versucht hat, ihn dazu zu bringen, mich auf das Bett zurückzubefördern.

Jetzt, etwa zehn Minuten, nachdem wir den Kreißsaal betreten hatten, wurde der Arzt gerufen – in diesem Fall eine positive Überraschung, „meine“ Frauenärztin hatte Dienst und war innerhalb weniger Minuten da. Mir „fiel ein Gebirge vom Herzen“ (so sah es zumindest für meinen Mann aus), zu Recht, denn jetzt lief alles entspannt weiter (soweit man die letzten 10 Minuten einer Geburt als entspannt erleben kann). Die Ärztin schaffte es, diverse Tücher unter mir auszubreiten, das CTG dranzupfriemeln und vor allem Ruhe zu verbreiten. Und kurz darauf war unsere kleine Tochter da! Nachdem ich nicht mehr das Gefühl hatte, der Hebamme sagen zu müssen, was sie tun soll (wobei ich den Satz „Passen Sie auf meinen Damm auf!“ garantiert hier im Forum gelesen habe), fand ich die letzten Wehen zwar anstrengend, aber nicht schlimm oder schmerzhaft. Wobei ich wirklich beeindruckt bin von einem Hormoncocktail, der einen Dammriss 3. Grades als „nicht schmerzhaft“ empfinden lässt.

Unser Baby lag also um 20.40 auf meinem Bauch, nach gerade mal 20 Minuten im Krankenhaus und knapp 2 Stunden „echten“ Wehen. Meine Frauenärztin kannte den sorgsam ausgearbeiteten Geburtsplan, weshalb zumindest der Abschnitt „Nach der Geburt“ eingehalten wurde. Um Mitternacht fuhren wir dann nach Hause – alle überrumpelt von den Ereignissen aber gesund und munter. Nur unsere große Tochter war bei den Nachbarn gerade in eine Tiefschlafphase gefallen und ließ sich vom Papa nicht mitlocken. Sie konnte also ihre kleine Schwester erst am nächsten Morgen beschnuppern.
Fazit: Die ambulante Krankenhausgeburt ist in diesem Fall so abgelaufen, wie ich das wollte. Allerdings weiß ich nicht, ob ich mich ohne die entsprechende Vorbereitung (z.B. durch euch!) und über längere Zeit gegen eine Hebamme hätte durchsetzen können, die so ganz andere Vorstellungen hat als ich. Z.B. hatte sie offensichtlich auch ein generelles Problem damit, eine Entbindung auf dem Boden zu betreuen („Ich kann doch nichts sehen!“), wobei ich wild entschlossen war, dieses Kind nicht auf einem Bett zur Welt zu bringen („In diesem Krankenhaus kann man die Geburtsposition frei wählen!“ – schlagt sie mit ihrer eigenen Werbung!).
Ich bin so aber doppelt stolz: Auf unsere kleine Tochter und darauf, dass ich mich nicht zu irgendwelchen Kompromissen habe bequatschen lassen.

Meine Top 10 Wehen einleitende Hausmittelchen

Mein letzter Schwangerschaftstagebuch Eintrag: #10

Wir haben es geschafft! Meine Zweite Tochter Helena Hope wurde geboren! Mit ganzen acht Tagen Verspätung hat sie sich nach fast zehn Stunden schmerzhafter Wehen letztendlich zu uns gesellt!

Haylie ist nun endlich eine große Schwester, ich eine Zweifach-Mami und unsere kleine Familie ist endlich komplett! Unser Glück könnte nicht größer sein!

Seit über einer Woche sind wir nun schon zuhause und leben uns langsam ein in unseren Alltag zu viert. Ihr könnt euch vorstellen das es neben Haylies Pflege und dem Haushalt nun mit der kleinen Helena zeitweise fast ein bisschen drunter und drüber geht 🙂 Aber es ist einfach nur wunderschön.

Nichts könnte mich mehr glücklich machen als meine zwei Töchter miteinander kuscheln und aufwachsen zusehen, egal wie lange wir haben werden zu viert. Es ist wunderschön, dass meine beiden Mädels die Chance haben sich kennen zu lernen und dass ich die Chance habe noch ganz viele Bilder zu machen und mich als glückliche zweifache Mami fühlen zu dürfen. Wir genießen also jede freie und vor allen ruhige Minute als Familie und versuchen so viele Erinnerungen wie möglich zu schaffen.

Haylie genießt es sehr eine kleine Schwester zu haben! Es ist so schön zu sehen wie sie auf Helena reagiert, wie sich ihre Augen weiten, wenn ich Helena zu ihr lege, und auch zu sehen wie Helena ganz interessiert und neugierig zu ihrer großen Schwester hochblickt. Und wenn Helena dann mal richtig schreit, dann wird auch Haylie ganz unruhig – als ob sie sich Sorgen um ihre kleine Schwester macht. Es ist wirklich verblüffend wieviel sie mitbekommt!

Acht Tage nach Geburtstermin war es erst soweit und Helena wurde endlich geboren, und in diesen acht Tagen und der Woche zuvor haben wir – da wir schon so sehnlichst gewartet haben – wirklich alles ausprobiert was man an Wehen einleitenden oder fördernden Hausmittelchen so kennt.

Also hab ich mir gedacht ich schreib euch mal eine kleine Liste von unseren Top Ten, und was uns im Endeffekt wirklich was gebracht hat!

10. ein Glas Rotwein trinken

Von einigen hab ich den Tipp bekommen ein Glas Rotwein zu trinken und mich bei einem guten Film oder ähnlichem einfach zu entspannen. Geholfen hat es meiner Meinung nach gar nicht – außer dass ich mich eigenartig gefühlt hab weil ich den Alkohol nicht mehr gewohnt war nach so langer Abstinenz 🙂

9. Heiß baden

Der Tipp heiß baden zu gehen hat mir von Anfang an sehr zugesagt, ich bin fast täglich in die heiße Wanne gestiegen – gebracht hat es – außer Entspannung, was ja auch sehr gut und wichtig ist – gar nichts!

8. Stiegen steigen und Fenster putzen

Auch Stiegen steigen hat nichts gebracht außer Erschöpfung. Und ich bin täglich wie eine verrückte die Stiegen auf und abgerannt! Der positive Nebeneffekt: Meine Wäsche war immer schnell wieder sauber (da sich die Waschküche im Keller befindet und so mein Hauptgrund war auf und Ab zu rennen) und meine Fenster waren streifenfrei sauber 🙂

7. scharf essen

Ich hasse scharfes Essen! Aber was tut man nicht alles um endlich sein Baby gebären zu können 🙂 Gebracht hat es leider nichts außer massives Sodbrennen und ein Brennen im Magen.

6. Mini Einlauf

Ich gebe zu, den Mini-Einlauf durch Microlax habe ich nicht gemacht um endlich Wehen zu bekommen. Ich war einfach so massiv verstopft und habe mich dadurch so elendig gefühlt dass ich mir dachte, wenn’s Haylie bei Verstopfung hilft, dann ist es einen Versuch wert und wenn es zufällig Wehen auslösen sollte, dann wäre das ein sehr positiver Nebeneffekt. Wehen hat es nicht ausgelöst, aber ich konnte mich endlich wieder wohler fühlen 🙂

5. spazieren gehen

Spazieren gehen, viel bewegen, die Schwerkraft helfen lassen – dann kommt das Baby schon! Wie oft habe ich das gehört! Tja Wehen hat das tägliche spazieren gehen in der Au zwar nicht ausgelöst, aber die oftmals mehrfachen Spaziergänge jeden Tag haben mich ausgeglichen, halfen gegen die Langeweile und das Vermissen meiner großen Maus. Außerdem konnten sich mein Liebster und ich dabei viel unterhalten und das war echt schön!

4. viel Liebe machen und Brustwarzen stimulieren

Etwas das jedem Spaß macht und in den letzten Tagen der Schwangerschaft den positiven Effekt haben kann Wehen auszulösen. Im Sperma sind nämlich Prostaglandine enthalten die das Reifen des Muttermundes fördern können. Beim Orgasmus wird außerdem das Hormon Oxytocin ausgeschüttet das ebenfalls Wehen auslösen oder fördern kann. Obs geholfen hat oder nicht ist fraglich 🙂

Das Stimulieren der Brustwarzen, das angeblich Wunder bewirkt, hat leider gar nichts bewirkt außer dass ich mich sehr unwohl dabei fühlte und mein Freund etwas zu viel Freude daran hatte 😉

3. Nelkenöl Tampon

Den Tipp mit dem Nelkenöl Tampon habe ich erst wenige Tage vor der Geburt bekommen und ihn Zwei Tage lang angewendet. Dabei mischt man Nelkenöl (kein Synthetisches!) mit einem neutralen Öl, zb Mandel- oder Sonnenblumenkern Öl und tropft dann fünf Tropfen von dem Gemisch auf einen Tampon. Diesen lässt man dann circa Zwei Stunden drinnen und macht danach eine Pause von sechs Stunden, bevor man das ganze wiederholt. Das soll den Muttermund weichmachen und das Reifen unterstützen. Obs geholfen hat lässt sich schwer sagen, Wehen ausgelöst hat der Tampon nicht, aber bei der eigentlichen Geburt ging der Muttermund letztendlich sehr schnell auf, und möglicherweise lag das an der Vorbehandlung mit dem Nelkenöltampon.

2. Akupunktur

Die Akupunktur habe ich im Krankenhaus bekommen, das ganze wurde Zwei mal gemacht im Abstand von etwa Zwei Stunden. Obs geholfen hat? Keine 24h später war ich Mama, also ich denke unterstützt hat es den Prozess auf jeden Fall!

1. Wehen Cocktail

Der oft diskutierte Wehen Cocktail war so eine Sache für mich. Wegen des darin enthaltenen Rizinusöls hatte ich zu große Angst mir so einen Wehen Cocktail zuhause zu machen. Ich habe mit meiner Hebamme gesprochen und mich über die Risiken aufklären lassen und mich dann dafür entschieden den Cocktail nur im Krankenhaus unter der Obhut der Hebammen zu trinken. Das Rizinusöl kann nämlich sehr wohl Wehen auslösen – es kann aber auch zu Erbrechen, sehr starkem Durchfall, einem richtigen Wehen-Sturm – welcher sehr schmerzhaft sein kann und aber die Geburt wenig voranbringt – und im schlimmsten Fall zu der Beeinträchtigung der Herztöne des Kindes führen! Dieses Risiko wollte ich nicht ohne Aufsicht eingehen.

Im Krankenhaus habe ich den besagten Cocktail welcher aus Rum, Rizinusöl, heißem Kaffee, Zimt und etwas Himbeersaft besteht dann getrunken und siehe da: Etwa nach Zwei Stunden fing das Ganze zu wirken an und ich bekam erste Wehen!! Nach weiteren Zehn Stunden war meine wunderbare Zweite Tochter dann endlich da!

Mein Fazit:

Manche der Hausmittel haben wirklich geholfen andere gar nicht! Es hat mir aber die Zeit vertrieben alle diese Hausmittel auszuprobieren und hat mir die eine oder andere schöne Stunde beschert 😉

Wenn der Geburtstermin naht, sind viele werdende Mütter mit den Nerven am Ende. Wehe wenn dann die Wehen nicht einsetzen wollen. „Hausmittelchen“ sollen das Warten verkürzen.

Am Ende der Schwangerschaft wünschen sich viele Frauen die Geburt sehnlich herbei. Vieles, was früher mühelos war, ist rund um den Entbindungstermin nur noch eine Strapaze. Weder an erholsamen Schlaf ist zu denken, noch kann frau sich richtig bücken oder sich weit von einer Toilette entfernen. Wie also, fragen sich dann viele Schwangere, kann ich helfen, endlich die Wehen auszulösen?

Die meisten versuchten es laut der Umfrage mit Laufen, Sex, scharfen Speisen oder Brustwarzenmassage.

Von Freunden, Bekannten und Ärzten bekommt man als Betroffene eine Vielzahl von Hausmitteln zu hören. Laut einer Umfrage unter 200 Hochschwangeren greift etwa die Hälfte in solchen Situationen dann auch wirklich auf solche Hausmittelchen zurück – in der Hoffnung, dass es endlich losgeht. Die meisten versuchten es laut der Umfrage mit Laufen, Sex, scharfen Speisen oder Brustwarzenmassage.

Einige gaben auch an, sich körperlich zu betätigen, Abführmittel zu nehmen oder Akupunktur anzuwenden. 
Doch bei einer Frau um die vierzigste Schwangerschaftswoche herum kann es naturgemäss jeden Moment losgehen.

Ob die Wehen also ohnehin begonnen hätten oder durch etwas Bestimmtes hervorgerufen wurden, kann man hinterher eigentlich nicht sagen. Wollte man den Zufall ausschliessen, müsste man, wie üblich in der Medizin, systematisch vorgehen: Eine grössere Anzahl von Frauen probiert ein und dasselbe Mittel aus. Eine ähnlich grosse Gruppe mit vergleichbaren Voraussetzungen tut dagegen nichts. Dann kann man am Ende auszählen, in welcher Gruppe die Kinder früher kamen. 


Was tun bei Terminüberschreitung?

Wir befragten einen Mediziner und eine Hebamme nach dem Wunsch vieler Frauen, den Geburtstermin zu beeinflussen, und dem Sinn und Unsinn landläufiger Empfehlungen. 
Der Basler Daniel Surbek, der inzwischen als Ordinarius und Chefarzt an der Universitätsfrauenklinik am Inselspital in Bern tätig ist, unterscheidet zwischen dem Bemühen der Schwangeren, die Geburt selbst so gut wie möglich vorzubereiten und einer Geburtseinleitung aus medizinischen Gründen.

Sollte es Gründe für eine baldige Geburt geben, sei es für die Gesundheit von Mutter oder Kind, müsse man absolut sicher gehen und zu medizinische Massnahmen greifen. Wenn es dagegen um Wehen-Unterstützung oder eine sanfte Geburtseinleitung geht, spreche nichts gegen den ein oder anderen Versuch. „Auch wenn vieles davon für Mediziner schwer nachzuvollziehen ist“, sagt der Gynäkologe, der an der neuen Leitlinie zum „Vorgehen bei Terminüberschreitung und Übertragung“ mitgearbeitet hat.

„Der Homo sapiens ist kein exakt gebärendes Wesen.“

Doch ist es überhaupt sinnvoll, den Geburtsbeginn ohne Not von aussen auszulösen? Die Geburtshelferin und Landesvorsitzende des Hebammenverbandes Nordrheinwestfalen, Renate Egelkraut, gibt zu bedenken, dass die Schwangerschaftsdauer ihren Sinn habe.

Werdende Eltern sollten sich auch nicht zu sehr auf den einmal errechneten Termin fixierten. Denn dieser orientiere sich an einem statistischen Mittelwert, von dem sich die meisten Kinder wenig beeindrucken lassen. „Manche Tiere haben eine auf den Tag vorhersagbare Tragzeit. Aber der Homo sapiens ist kein exakt gebärendes Wesen.“ Der Termin sei nur ein statistischer Zeitrahmen, um den herum das Kind erwartet wird – plus, minus sieben Tage.

Wobei Erstgebärende ihr Kind eher später bekommen und in einigen Familien Kinder häufig übertragen, also erst nach der 42. Schwangerschaftswoche geboren werden. „Erkundigt euch mal bei Mutter und Tanten“, rät die langjährige Hebamme den Schwangeren. Das erspart einem unnötige Ängste, wenn das Kind auf sich warten lässt.

„Sagt lieber Ende Oktober, oder im Herbst.“

Auch den genauen Termin würde die Fachfrau Egelkraut gegenüber dem Umfeld vage halten. „Sagt lieber Ende Oktober, oder im Herbst.“ Denn wenn das Ereignis näher rücke, erkundigten sich Freunde oder Verwandte gern täglich, ob es etwas Neues gebe. Und das erhöht unnötig den Druck.

Andererseits wünschen sich auch einige Schwangere selbst die Planbarkeit. Der Mann soll verständlicherweise bei der Geburt dabei sein. Der ist aber vielleicht nur zu einem bestimmten Zeitpunkt verfügbar, muss Urlaub einreichen oder eine Dienstreise planen. Aus dieser Perspektive heraus ist es durchaus verständlich, dass Frauen nachhelfen wollen.

Methoden um die Wehen in Gang zu bringen für den Hausgebrauch kursieren viele, die meisten sind lange überliefert. Doch was ist wirklich nützlich und was kann sogar schaden?

  • Treppensteigen
    Aus Daniel Surbeks Sicht bringt das Treppensteigen ausser Mühen und Schweiss wenig. „Es gibt zwar Studien, die Wehentätigkeit nach körperlicher Aktivität gemessen haben, aber keine zeigt, dass es als Methode zur Geburtseinleitung funktioniert.“
    Zwar könne sehr schwere körperliche Belastung in jeder Phase der Schwangerschaft zu Wehen führen. Das zu provozieren, sei aber nicht ratsam, meint der Gynäkologe.

  • Himbeerblättertee & Co.
    Von vielen Hebammen hören Frauen immer wieder den Tipp, in den Wochen vor der Geburt Himbeerblättertee zu trinken. Das soll den Muttermund weich machen. Surbek hat nichts gegen das Teetrinken: „Das ist eine harmlose Massnahme.“ Aber dass dies aber den Muttermund weich, also reif mache, sei ein Märchen. In Internetforen werden weitere abortiv wirkende Pflanzen aufgezählt, aus denen sich ein Heissgetränk in hoher Konzentration herstellen lässt, unter anderem Eisenkraut, Zimt, Ingwer oder Nelken. Davon würde der Mediziner lieber abraten. Letztlich wisse niemand, was passiert, auch weil die Dosierung völlig unklar sei.
  • Nelkenöl
    Angeblich soll, an den richtigen Ort gebracht, auch ein in Nelkenöl getränkter Tampon den Startschuss geben. Doch auch darauf kann man laut dem Berner Chefgynäkologen gut verzichten, zumal es die Scheidenschleimhaut reizt oder Allergien verursachen kann.

  • Homöopathie und Akupunktur
    Diese Alternativen werden auch immer wieder zur Geburtsvorbereitung angeboten. Trotz vereinzelter Studien kann nicht abschliessend gesagt werden, ob das wirkt oder womöglich eher schadet. Man muss sich daher fragen, ob der Nutzen der Anwendung wirklich auf Seiten der Empfängerin der Heilleistung liegt, die dafür in den eigenen Geldbeutel greifen muss.
  • Massage der Brustwarze
    Diese Massage zielt auf eine Oxytozinausschüttung ab, ein Hormon, das entscheidend für den Geburtsprozess ist. Nachgewiesenermassen werden dadurch Gebärmutterkontraktionen ausgelöst. Ob das Reiben der Brustwarzen aber wirklich Wehen in Gang bringen kann, ist wissenschaftlich nicht bestätigt.

  • Rizinusöl
    Der vor allem früher hoch gehandelte „Wehencocktail“ ist eine Mischung aus Rizinusöl, Obstsaft und Alkohol. Die Einnahme führt zu Darmkrämpfen und teilweise schweren Durchfällen. Anders als bei einem Einlauf hört das jedoch nicht nach einigen Entleerungen wieder auf. Die Idee dahinter: Die starken Bewegungen der Darmmuskulatur sollen die Gebärmutter aktivieren. Allerdings hat eine nochmalige Sichtung aller entsprechenden Studien durch Experten jüngst keinen Beweis zutage gefördert, dass Rizinusöl die Geburt schneller einleitet als ein Plazebo, also ein unwirksames Scheinmedikament.
    Unklar blieb auch, wie eine optimale Dosierung auszusehen hat. Augenscheinlich wurde jedoch, dass den meisten Frauen nach dem Trinken übel wurde. Bedenkt man, dass die Frau ihre ganze Kraft für die Geburt braucht, ist die Methode nicht anzuraten.
    Gynäkologe Surbek rät noch aus einem anderen Grund ab: Alkohol ist für das Ungeborene gesundheitsschädigend und sollte grundsätzlich in der Schwangerschaft vermieden werden. Und das kann zu Krämpfen im Darm und der Gebärmutter führen. Frauen berichten nach einer solchen Erfahrung, dass sie unerträgliche Wehenschmerzen und Todesangst hatten. Dazu kommt, dass das Kind zu wenig Sauerstoff bekommen kann, da die krampfende Gebärmutter nicht mehr gut durchblutet ist. Zudem ist der Gynäkologe überzeugt: „Als echte Geburtseinleitung funktioniert das nur, wenn die Geburt direkt bevorsteht.“ Warum also nicht warten, bis die Natur ihren Lauf nimmt?

  • Einlauf und Nahrungsmittelentzug
    Beides zielt ebenfalls auf die Anregung der Darmtätigkeit ab, die sich auf die Gebärmutter übertragen soll, ist aber ebenfalls ungesichert. Skurril mutet der Versuch an, das Baby durch Hunger aus dem Mutterleib zu locken – indem die Mutter zu wenig isst. In der Klinik wird zur Geburtseinleitung meist ein Einlauf gemacht, er soll in diesem Fall Verstopfungen beseitigen, um dem Baby bei der Geburt den vollen Platz im Becken zu geben.

  • Heisses Bad
    Das heisse Bad wird oft versucht, es soll die Muskulatur entspannen. Es gehört häufig auch zu den Angeboten in Geburtskliniken. „Wenn es nicht zu heiss ist, ist es harmlos und kann eine entspannende, schmerzlösende Wirkung während der Geburt haben“, sagt Surbek. Zuhause sollte allerdings immer jemand in der Nähe sein, da Schwangeren das Blut schnell in die Extremitäten geht und eine Ohnmacht ausgelöst werden kann.
 Frauen, die nur schmerzhafte Wehen haben, ermutigt Surbek dazu, in eine Klinik zu gehen. „Es ist kein Problem, wenn man einmal zu oft kommt. Das nimmt einem niemand übel“, sagt er.

Schon vor der Geburt ist klar, wer das Sagen hat

In einem sind sich am Ende Frauenarzt und Hebamme einig: Den Geburtsbeginn kann man nicht in allen Fällen erzwingen. Daher helfen alle Versuche nur, wenn der Körper schon bereit ist.
Und auch das Fazit der Wissenschaftler, die die Hochschwangeren Frauen befragten, lautet: „Trotz aller Versuche der Frauen, die Geburt selbst anzustossen, kristallisierte sich heraus, dass das etwas ist, worüber Mami keine Kontrolle hat.“ Laut der Forscher beginnt der Prozess eben erst dann, wenn der Fötus bestimmte Hormone ausschüttet. Schon bei der Geburt ist also klar, wer in Zukunft das Sagen in der Familie haben wird.

Die schweren letzten Wochen

Der ganz normale Alltag ist in den letzten Wochen der Schwangerschaft ganz schön schwer. Die Organe laufen auf Hochtouren, und haben doch gleichzeitig kaum noch Platz, bedrängt von dem enormen Bauch. Der Uterus hat jetzt die Grösse von zwei Fussbällen und ist ständig im Weg. Eine bequeme Position gibt es kaum noch, weder im Liegen noch im Sitzen, und auch Stehen ist beschwerlich. Viele Schwangere haben in den letzten Wochen mit Taubheitsgefühlen in den Armen und Wadenkrämpfen zu tun.

Diese Tipps helfen Ihnen, sich jetzt besser zu fühlen:

  • Anstatt der üblichen drei grossen Mahlzeiten nehmen Sie lieber fünfmal am Tag einen kleinen Imbiss – möglichst fettarm – zu sich. Mit den so verteilten Kalorien kommt der Körper besser zurecht, und Sie bekommen nicht so leicht Magenbrennen. Vorbeugend wirken ausserdem Magnesiumtabletten. Trockenes Brot mit viel Wasser, ein Glas Milch oder eine Banane helfen rasch im Akutfall.
  • Trinken Sie viel, mindestens zwei Liter am Tag, das hilft gegen die lästige Verstopfung und bringt den Stoffwechsel in Schwung. Mineralwasser oder dünner Früchtetee sind richtig. Mit Kräutertees sollten Sie allerdings vorsichtig sein! Die ätherischen Öle zum Beispiel in Pfefferminztee sind jetzt zu intensiv, die entwässernde Wirkung etwa von Brennesseltee zu stark.
  • Viele Hebammen schwören auf Himbeerblättertee, der in den letzten Schwangerschaftswochen die Muskulatur des Beckens lockern soll. Dosierung: Drei bis vier Tassen täglich.
  • Leinsamen soll eine gute Wirkung nicht nur auf die Darmtätigkeit sondern auch auf die Schleimhäute haben und die Geburt so erleichtern. Ein Esslöffel pro Tag mit viel Flüssigkeit einnehmen.
  • Eine Damm-Massage mit Johanniskrautöl, Weizenkeimöl oder den ätherischen Ölen von Muskatellersalbei und Rose kann einen Dammschnitt verhindern.
  • Gönnen Sie sich viele Verschnaufpausen im Liegen, damit sich die schweren Beine erholen können. Lümmeln und Faulenzen ist jetzt so wichtig wie noch nie in Ihrem Leben! Hauptsache bequem. Die Beine sollten in der Waagrechten liegen, wenig höher als die Hüften. Der Oberkörper sollte beim Sitzen etwas nach hinten gebeugt sein, damit Becken- und grosse Hohlvene (Vena Cava) nicht abgedrückt werden.
  • Aber auch die schwerelose Bewegung im Wasser tut gut: dem Rücken, den schweren Beinen, dem Kreislauf und auch der Verdauung. Deshalb: Gehen sie schwimmen.
  • Versuchen Sie, auf Vorrat zu schlafen. Wenn Ihr Baby genau dann munter wird, wenn Sie schlafen wollen, sollten Sie die Seitenlage wählen. Liegen Sie nämlich auf dem Rücken, fühlt sich für das Baby Ihre Wirbelsäule wie ein knorriger Ast an und es zappelt, um ihm auszuweichen. Viele Kissen, mit denen Sie den Rücken abstützen, helfen Ihnen, trotz Riesenbauch einigermassen entspannt zu liegen. Klemmen Sie sich ausserdem ein kleines Kissen oder ein Lagerungskissen (Stillkissen) zwischen die Knie – eine Wohltat, weil sich dann der Rücken entkrampft. Nützt weder dies noch Baldriantropfen oder Honigmilch, sollten Sie die Nacht zum Tag machen und anstattdessen einen langen Mittagsschlaf einlegen, sofern nicht Berufstätigkeit oder Kinderbetreuung dagegen sprechen.
  • Massieren Sie abends ihre Füsse (oder noch besser – bitten Sie Ihren Partner, das zu tun) mit Babyöl, dem Sie ein paar Tropfen Lavendel- oder Orangenöl zufügen. Das kühlt und entspannt. Das wohlriechende Öl wirkt sich auch positiv auf Ihre seelische Verfassung aus, die jetzt von Vorfreude, Ungeduld, Nervosität und Angst geprägt wird. Streicheleinheiten bei sanfter Musik und Kerzenschein tun gut!
  • Auch Ihr Busen und der Bauch brauchen viel Pflege. Jetzt sollten Sie der Haut mehrmals am Tag mit einer reichhaltigen Lotion helfen. Sie muss viel Dehnung ertragen. Aber bitte Vorsicht beim Eincremen des Busens. Nur ganz vorsichtig und sanft kreisen, nicht kneten oder gar zupfen. Denn die Stimulation der Brustwarzen kann schon Wehen auslösen.
  • Wenn Ihnen danach ist, dürfen Sie auch jetzt noch baden. Ein Vollbad löst Spannungen und erleichtert das Einschlafen. Kalt-warme Wechselduschen bringen dagegen den Kreislauf morgens in Schwung und helfen gegen geschwollene Beine. Aber steigen Sie nur in die Wanne, wenn noch jemand im Haus ist. Wenn Ihnen schwindlig wird, sollte Ihnen jemand helfen können.
  • Wussten Sie schon, dass Sex zur natürlichen Wehenanregung geeignet ist? Aber das funktioniert nur, wenn Ihr Baby schon soweit ist! Noch mehr Tipps, wie Sie Ihrem Untermieter einen kleinen Schubs geben können…
  • Ganz bewusst geniessen: Es gibt einige Dinge, die Sie bewusst geniessen sollten, solange das Baby noch im Bauch ist. Dinge, die Ihnen jetzt noch ganz alltäglich erscheinen, die aber schon bald nicht mehr selbstverständlich sein werden. Wir haben so einige davon für Sie zusammengestellt!

Doch nicht nur körperlich sind die letzten Wochen und Tage beschwerlich – auch die Ungeduld wächst. Tipps, wie Sie sich ablenken können, finden Sie hier.

Falls Sie ganz professionelle Fotos von Ihrem noch-schwangeren Bauch haben möchten, empfehlen wir Ihnen die Foto-Studios in unserer Linksammlung, die sich auf Schwangerschafts- und Kinderfotos spezialisiert haben.

Linksammlung „Geburtskarten“

Häufige Fragen zum Thema

Wie fühlen sich Wehen an?

Seit einigen Wochen schnarche ich nachts. Heisst das, dass mein Baby nicht genug Luft bekommt?

Ich fühle mich so schwerfällig und unbeholfen! Und habe ständig Angst, eine Treppe hinab zu stürzen…

Wie kann man selbst die Wehen anregen?

In der 36. SSW habe ich schon recht häufig einen harten Bauch. Sind das Senkwehen? Kommt mein Baby jetzt früher?

Wissen

Schwanger nicht auf dem Rücken schlafen

Newsticker

Schlaf auf der Seite | 27.11.2017

Schwangere sollten in der Spätschwangerschaft nach Möglichkeit in einer Seitenlage schlafen – egal ob links oder rechts. In Rückenlage kommt es beim Feten häufig zu Störungen der Bewegungen und der Herzaktivität, wie eine gerade veröffentlichte Schlaflabor-Studie an 30 Schwangeren in der 34. bis 38. Schwangerschaftswoche zeigt. Da der Uterus bei Rückenlage die untere Hohlvene einengt, kann die Herzleistung eingeschränkt werden (Vena-Cava-Syndrom), wodurch der Blutfluss zur Plazenta vermindert wird und der Fetus weniger Sauerstoff erhält. Darauf reagiert er mit messbarer körperlicher Passivität – was eher ein schlechtes Zeichen ist. In den meisten Fällen dürfte dies aber nur kurzfristig sein und ohne Folgen für das Kind bleiben. Die Seitenlage kann man z.B. mit einem normalen Kissen oder besser noch Lagerungskissen im Rücken stabilisieren.

Letzte Aktualisierung : 15-04-19, AG

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.