Was bedeutet vorderwandplazenta?

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Vorderwandplazenta: Was bedeutet das für Mutter und Kind?

Die Lage der Plazenta im Mutterleib kann ganz unterschiedlich sein. Welche Konsequenzen hat es, wenn der Arzt bei dir eine Vorderwandplazenta diagnostiziert?

Deine Ärztin stellt die Lage der Plazenta per Ultraschall fest.

Die Plazenta oder Mutterkuchen, wie sie auch genannt wird, versorgt und schützt das Kind im Mutterleib. Das scheibenförmige, etwa drei Zentimeter dicke Organ wächst mit dem Kind im Mutterleib mit und kann am Ende der Schwangerschaft einen Durchmesser von 15 bis 25 cm haben und zwischen 500 bis 600 Gramm wiegen.

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Die Form, aber auch die Lage der Plazenta in der Gebärmutter können individuell verschieden sein. In der Regel liegt sie über dem Kind im oberen Bereich der Gebärmutter, wo sie genügend Platz für ihre Ausdehnung hat. Diagnostiziert der Arzt bei dir per Ultraschall eine so genannte Vorderwandplazenta, liegt der Mutterkuchen auf der Vorderseite der Gebärmutter hinter der Bauchwand der Mutter. Das passiert, wenn sich das befruchtete Ei an der vorderen Wand der Gebärmutter einnistet.

Besorgniserregend ist dieser Befund nicht, Angst vor Komplikationen musst du nicht haben. Dein Kind wird genauso gut versorgt wie bei einer anderen Lage des Mutterkuchens. Es handelt sich lediglich um eine individuelle Besonderheit. Dennoch kann es leichte Auswirkungen auf die Schwangerschaft haben, wenn der Mutterkuchen das Baby dahinter wie ein Kissen schützt.

  • Die ersten Kindsbewegungen werden erst später wahrgenommen
  • die Herztöne können schwerer zu hören sei

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Die Vorderwandplazenta kann übrigens im Laufe der Schwangerschaft noch ihre Position verändern und auch weiter nach oben wandern.

Eine Besonderheit der Vorderwandplazenta ist die (seltene) Plazenta Praevia. In diesem Fall ist Lage der Plazenta nicht nur an der vorderen Bauchseite, sondern auch zu tief, so dass sie den Muttermund verdecken könnte. Das kann später bei der Geburt zu Komplikationen führen, zum Beispiel wenn die Plazenta bei der Entbindung verletzt wird und es zu starken Blutungen kommt. Bei dieser Diagnose sollte dich dein Arzt intensiv betreuen, denn gegebenenfalls ist dann eine Geburt per Kaiserschnitt nötig.

Warum die Vorderwandplazenta Kindsbewegungen dämpft

Wenn du in der 20. Schwangerschaftswoche bist und dein Kind noch nicht spürst, machst du dir meistens Sorgen, dass etwas nicht stimmt. Beim Arzt fällt dann häufig der Begriff der Vorderwandplazenta. Was bedeutet diese genau und gibt es dadurch Nachteile für die Geburt?

Was ist eine Vorderwandplazenta?

Durch die Plazenta, auch Mutterkuchen genannt, bist du von Anfang an eng verbunden mit deinem Baby. Sie ist für das Baby überlebenswichtig, denn sie versorgt es über die Nabelschnur mit wichtigen Nährstoffen und entsorgt alle Abfallprodukte, die schlecht für das Ungeborene wären.

Bei den ersten Ultraschalluntersuchungen achtet dein Gynäkologe daher auch darauf, ob die Plazenta ihrer Aufgabe gerecht wird und den Fötus gut versorgt. In dem Zusammenhang wird er auch die Lage deiner Plazenta überprüfen und dich auf ihre Position hinweisen. Die meisten Mütter besitzen eine Hinterwandplazenta, die sich an der Rückseite der Gebärmutter befindet und dem Mutterrücken zugewendet ist. Sie kann sich aber auch in den Seitenbereichen ausbreiten. Wenn sich die Plazenta zu deiner Bauchdecke hin ausweitet, dann redet der Arzt von einer sogenannten Vorderwandplazenta. Vor dieser Diagnose brauchst du keinerlei Angst haben. Ich verstehe jedoch, wenn dich das beunruhigt, denn mir ging es ähnlich: Als ich in der 24. Woche noch immer nicht viel vom Baby gespürt habe, erklärte mir meine Ärztin bei der Feindiagnostik dann, ich hätte eine Vorderwandplazenta und da sei das eben so.

Die Lage der Plazenta wirkt sich verschieden auf das Spüren der Kindsbewegungen aus.

Die Auswirkungen der Vorderwandplazenta auf die Kindsbewegungen

Viele Schwangere können zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche ihr Baby spüren. Für einige Mütter fühlt es sich wie ein Zupfen an. Viele vergleichen es auch mit der Bewegung eines Schmetterlings oder dem Platzen von Seifenblasen. Das kann jedoch ganz unterschiedlich empfunden werden. Frühestens ab der 25. Woche ist es dann auch möglich, dass andere von außen die Kindsbewegung spüren können, wenn das Baby sich beschäftigt und gegen die Bauchdecke tritt oder boxt.

Bei einer Vorderwandplazenta merkst du diese Bewegungen jedoch erst deutlich später und teilweise spürst du auch tage- oder wochenlang gar nichts. Das ist ganz normal, denn so eine Plazenta ist mehrere Zentimeter dick, wiegt 500 Gramm und fungiert sozusagen wie eine Wand. Wenn das Baby dagegen tritt oder boxt, ist die Bewegung deutlich dämpft. Dann fungiert deine Plazenta sozusagen auch als Schall- und Stoßdämpfer und gibt die Bewegung nicht an die Bauchdecke weiter. Daher spürst du mit einer Vorderwandplazenta nicht die gleichen Kindsbewegungen wie andere Frauen.

Bei mir haben seit der 27. Woche die Kindsbewegungen trotz Vorderwandplazenta zugenommen. Ich spüre sie zwar nicht so richtig doll, wie es manch andere Mutter beschreibt, doch bin sehr froh über das Flattern. Dann weiß ich, dass das Baby noch da ist. Da ich vom Arzt diese Erklärung erhalten habe, bin ich auch beruhigter und weiß, dass es ganz normal bei mir ist. Es kann sein, dass sich die Bewegungen ab der 30. Woche verstärken, es kann aber auch vorkommen, dass sie weiterhin eher schwach bleiben. Generell bewegt sich das Kind immer weniger je näher der Entbindungstermin rückt. Denn es ist dann inzwischen so groß, dass es kaum noch Platz in deinem Bauch hat und nicht mehr viel machen kann.

Darum bestehen bei einer Vorderwandplazenta keine Nachteile für die Geburt oder das Baby

Physiologisch gesehen hat die normale Vorderwandplazenta keine negativen Auswirkungen auf das Baby oder die Schwangerschaft. Dein Baby wird genauso versorgt wie bei einer anderen Plazentalage. Du wirst mit ihr auch keine Schmerzen haben oder anderweitig Auswirkungen bemerken. Sie hat lediglich Einfluss auf die Kindsbewegungen, die du weniger deutlich spürst als andere Mütter. Das mag dich traurig machen, denn diese ersten Bewegungen sind das, was jede Schwangere herbeisehnt. Sie zeigen dir, dass da ein Wesen in dir wächst. Du solltest jedoch nicht zu viel darüber nachdenken, sondern es einfach so hinnehmen und dich freuen, dass es dem Baby gut geht.

Unterschied zwischen Vorderwandplazenta und Plazenta Praevia

Eventuelle Komplikationen kann es lediglich bei einer Plazenta Praevia geben, die aber nichts mit einer Vorderwandplanzenta zu tun hat. Bei dieser Plazentalage wird der Muttermund komplett bedeckt, weil der Mutterkuchen zu tief sitzt. Während der Geburt könnte diese verletzt werden und es kann zu lebensgefährlichen Blutungen kommen. Daher würde der Arzt bei dieser Diagnose meistens per Kaiserschnitt entbinden. Ob du eine Plazenta Preavia hast, wird dir dein Gynäkologe sagen, der die Lage der Plazenta genau überwacht. Daher ist es wichtig, dass du zu jeder Ultraschalluntersuchung gehst. Wenn du unsicher bist, dann sprich mit deinem Arzt über deine Befürchtungen, der dich genau vorbereitet.

Jede Schwangerschaft verläuft sehr individuell und jede von uns erlebt diese anders. Genau so verschieden wie die Plazentalage sein kann, sind meist auch die Formen von Babybäuchen. Diese schöne Galerie von schwangeren Bäuchen zeigt dir, wie vielfältig Schwangerschaften sein können.

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Kindsbewegungen sind natürlich das schönste Gefühl für eine werdende Mutter. Wenn du jedoch aufgrund einer Vorderwandplazenta noch keine wirklichen Tritte oder Boxer spürst, ist das kein Weltuntergang oder ein Grund zur Sorge. Besuche regelmäßig die Ultraschall- und späteren CTG-Termine bei deinem Arzt oder deiner Ärztin, berichte ihnen genau, ob und welche Bewegungen du wahrnimmst. Sie können dir genau sagen, wie es deinem Kind geht und dir deine Plazentalage erläutern.

Die Plazenta ist ein äußerst wichtiges Organ, wenngleich mit einer relativ kurzen Lebensdauer. In ihren wenigen Monaten übernimmt sie jedoch elementare Aufgaben. Mit der Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter beginnt auch die Plazenta, der Mutterkuchen, zu wachsen und setzt sich dabei an der Gebärmutterwand fest. Dort rückt sie bereits während der ersten schwangerschaftlichen Ultraschalluntersuchungen in den Fokus des betreuenden Gynäkologen, achtet dieser doch präzise darauf, ob die Plazenta ihrer Aufgabe, nämlich der Versorgung des Ungeborenen, ausreichend gerecht wird und welche Position sie innerhalb der Gebärmutter eingenommen hat. In diesem Kontext fallen hinsichtlich der Plazentalage auch diverse Fachbegriffe, die die junge Mutter durchaus verwirren können.

Mögliche Plazentapositionen

In den meisten Schwangerschaften ist die Plazenta an der Rückseite der Gebärmutter, also der dem mütterlichen Rücken zugewandten Seite, zu finden. Aber auch andere Positionen sind durchaus denkbar und bedeuten keineswegs automatisch Komplikationen für den Schwangerschafts- oder Geburtsverlauf. Neben dieser bereits erwähnten Hinterwandplazenta kann sich der Mutterkuchen auch in den Seitenbereichen der Gebärmutter befinden oder aber an deren vorderer Begrenzung, also der mütterlichen Bauchdecke zugewandt, zu erkennen sein. In diesem Fall ist von der so genannten Vorderwandplazenta die Rede, eine Diagnose, die junge Mütter zu Unrecht in Schrecken versetzt.

Komplikationslose Vorderwandplazenta

Bereits in den ersten Wochen der Schwangerschaft lesen junge Mütter viel über mögliche Schwangerschaftskomplikationen und die Auswirkungen etwaiger anatomischer Besonderheiten auf den Geburtsverlauf. In diesem Kontext rückt auch die Plazenta in den Mittelpunkt, deren Lage tatsächlich gewisse Auswirkungen auf die Möglichkeit, auf natürlichem Weg zu entbinden, haben kann. Dies betrifft allerdings weniger die Vorderwandplazenta.
Anders sieht es hingegen mit der Höhe des Plazentasitzes aus. Ist dieser nämlich deutlich nach unten Richtung Becken verlagert, kann sie ganz oder teilweise vor dem Muttermund liegen. Diese anatomische Besonderheit erhöht nicht nur die Gefahr einer vorzeitigen Plazentaablösung, was einen Notkaiserschnitt mit einem hohen Sterblichkeitsrisiko zur Folge hätte, sondern ist zugleich auch ein Ausschlusskriterium der natürlichen Geburt.
Prinzipiell darf eine Vorderwandplazenta also als vollkommen problemlos betrachtet werden, in Kombination mit der erwähnte Plazenta praevia ist allerdings eine gesteigerte ärztliche Aufmerksamkeit angezeigt.

Kindsbewegungen in abgeschwächter Form

Auch wenn die Vorderwandplazenta rein physiologisch keine negativen Effekte erwarten lässt, so nimmt sie leider einen nachteiligen Einfluss auf das psychische Erleben der Schwangerschaft. Denn werdende Eltern fiebern schließlich sehend den ersten spürbaren Kindsbewegungen entgegen und diese lassen dank der Vorderwandplazenta relativ lange auf sich warten.
Der Grund dafür ist eine stoßdämpfende Funktion, die die an der Gebärmuttervorderwand befindliche Plazenta automatisch übernimmt. Kleine Tritte, Schläge oder Knuffe des Kindes, die sonst über die Bauchdecke wahrgenommen würden, prallen bei dieser Lage des Mutterkuchens direkt in die Plazenta, die dann wie eine Art Kissen oder Puffer wirkt. Gerade um die 20. Schwangerschaftswoche, wenn die meisten werdenden Mütter die ersten zaghaften Bewegungen fühlen, ist aufgrund dieser Pufferfunktion von außen nicht viel zu spüren. Und auch im weiteren Schwangerschaftsverlauf, wenn die kindliche Kraft eindeutig zunimmt, können Bewegungen, wenn überhaupt, dann nur sehr schwach wahrgenommen werden.
Diese Tatsache bedauern viele junge Mütter und auch werdende Väter, die so relativ ausgeklammert vom Geschehen im Mutterleib bleiben, vermissen den auf diese Art verwehrten Kontakt zu ihrem Kind. Außerdem sorgt die geringe Spürbarkeit der kindlichen Lebendigkeit für viele Ängste und Sorgen rund um das Wohlergehen des Ungeborenen.
Jenseits dieses psychischen Nebeneffekts haben junge Mütter, deren Gynäkologe eine Vorderwandplazenta festgestellt hat, aber keine negativen Auswirkungen dieses besonderen Plazentasitzes zu erwarten.

Placenta praevia

Von einer Placenta praevia bzw. einer vorgelagerten Plazenta spricht man, wenn sich die Plazenta direkt vor oder am Rand des Muttermundes befindet. Dies tritt bei etwa einem Prozent aller Schwangerschaften auf.

Normalerweise besteht ein deutlicher Abstand zwischen dem unteren Rand des Mutterkuchens (Plazenta) und dem Gebärmutterausgang. Bei einer Placenta praevia ist dies nicht der Fall: Die Plazenta reicht bis an den Gebärmutterausgang heran oder überdeckt diesen teilweise oder sogar vollständig. Eine solche Lageanomalie kann schwere Blutungen in der Früh- und Spätschwangerschaft bzw. bei der Geburt verursachen.

Formen der Placenta praevia

Je nach Lage der Plazenta unterscheidet man folgende Formen:

Tiefer Sitz der Plazenta: Die Plazenta befindet sich relativ tief in der Gebärmutter, reicht aber nicht bis an den Muttermund heran; dies ist ein (gerade noch) normaler Befund.

Placenta praevia marginalis: Die Plazenta reicht bis an den Rand des Muttermundes heran.

Placenta praevia partialis: Die Plazenta überdeckt den Muttermund teilweise.

Placenta praevia totalis: Die Plazenta überdeckt den Muttermund vollständig.

Ursachen für eine tiefliegenden Plazenta

Die Ursache einer Placenta praevia ist die Einnistung der befruchteten Eizelle an der „falschen“ Stelle, sie ist zu weit nach unten gewandert. Folgende Faktoren können das Risiko dafür erhöhen:

  • Narben innerhalb der Gebärmutter (z.B. nach Kaiserschnittentbindung)
  • vorangegangene Kürettagen
  • mehrere vorangegangene Schwangerschaften
  • vorangegangene Entzündungen innerhalb der Gebärmutter (Endometritis)
  • Mehrlingsschwangerschaften

Diagnose einer vorgelagerter Plazenta

In den meisten Fällen ist eine Placenta praevia während der Schwangerschaft mittels Ultraschalluntersuchung erkennbar und wird im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen entdeckt. Ist der Muttermund schon etwas geöffnet, kann der Arzt die Plazenta eventuell auch bei einer gynäkologischen Untersuchung mit dem Spekulum erkennen.

Die 2. Ultraschalluntersuchung laut Mutter-Kind-Pass (18.–22. SSW) sieht daher vor, Lageanomalien des Mutterkuchens frühzeitig zu dokumentieren, um das Komplikationsrisiko bei Schwangeren mit vorgelagertem Mutterkuchen durch gezielte Vorbereitungen zu minimieren.

Die Diagnose kann erst in der zweiten Schwangerschaftshälfte gestellt werden. Wird bereits zu einem früheren Zeitpunkt der Schwangerschaft ein tiefer Sitz der Plazenta festgestellt, ist es möglich, dass die Plazenta durch die Größenzunahme der Gebärmutter noch nach oben wächst und sich die Diagnose dadurch relativiert.

Schwangerschaftsverlauf und Risiken bei Placenta praevia

Das größte Risiko bei einer Placenta praevia besteht in der Gefahr für das Auftreten starker Blutungen. In den letzten Wochen der Schwangerschaft kommt es immer wieder zu leichter Wehentätigkeit, die Gebärmutter bereitet sich auf die bevorstehende Geburt vor.

Durch diese Kontraktionen wird vor allem der untere Abschnitt der Gebärmutter gedehnt – dabei besteht die Gefahr, dass die Plazenta von der Haftstelle an der Gebärmutterwand abschert. Lösen sich einzelne Plazentazotten von der Gebärmutterwand ab, kommt es zur Verletzung von Blutgefäßen – die Folge ist eine vaginale Blutung. Diese vaginale Blutung ist schmerzlos und ein typisches Symptom bei Vorliegen einer Placenta praevia; sie tritt bei etwa 80% aller Patientinnen auf.

Die Diagnose Placenta praevia bedeutet daher immer eine Risikoschwangerschaft. Bei symptomlosem Verlauf ist die Versorgung des ungeborenen Kindes zwar nicht akut gefährdet, dennoch sollte der Schwangerschaftsverlauf engmaschiger kontrolliert werden. Zudem sollte die Schwangere jede körperliche Belastung vermeiden.

Überdeckt die Plazenta den Muttermund vollständig (Placenta praevia totalis), ist eine vaginale Geburt nicht möglich und die Entbindung erfolgt immer mittels Kaiserschnitt. Optimalerweise sollte der Kaiserschnitt vor Beginn der Wehen durchgeführt werden, um das Risiko für das Auftreten von Blutungen zu verringern. Daher wird die Kaiserschnittentbindung auch bei komplikationslosem Verlauf meist schon für die 36. oder 37. Schwangerschaftswoche geplant.

Vorgehen bei vaginaler Blutung

Treten im Verlauf der Schwangerschaft vaginale Blutungen auf, ist das weitere Vorgehen abhängig von der Stärke der Blutung, der Schwangerschaftswoche und der Reife des ungeborenen Kindes.

Bei leichter vaginaler Blutung bzw. wenn die Blutung rasch wieder zum Stillstand kommt, sollte die Schwangere zur Beobachtung stationär aufgenommen werden. Jegliche körperliche Belastung sollte vermieden werden. Zudem sollte – abhängig von der Schwangerschaftswoche – eine mehr oder weniger strenge Bettruhe eingehalten werden.

Gegebenenfalls werden wehenhemmende Medikamente verabreicht, um erneute kontraktionsbedingte Blutungen zu vermeiden bzw. eine bestehende Blutung zu stoppen. Zusätzlich werden die Blutwerte und die Kreislaufsituation der Schwangeren regelmäßig überprüft.

Bei Blutungen vor der 35. Schwangerschaftswoche werden zusätzlich medikamentöse Maßnahmen zur Unterstützung der Lungenreifung des ungeborenen Kindes eingeleitet. Die kindliche Lunge ist erst ab etwa der 35. Schwangerschaftswoche voll ausgereift, bei Frühgeborenen besteht daher die Gefahr eines Atemnotsyndroms. Um dieses Risiko zu vermeiden, kann die Reifung der Lunge bei drohender Frühgeburt medikamentös unterstützt werden.

Bei starker vaginaler Blutung, die nicht zu stoppen ist, besteht die Gefahr eines Kreislaufschocks für die Mutter. In diesem Fall wird die Schwangerschaft unabhängig vom Schwangerschaftsalter sofort mittels Kaiserschnitt beendet und eine entsprechende intensivmedizinische Betreuung eingeleitet.

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Autoren:
Dr.med. Kerstin Lehermayr
Medizinisches Review:
Dr. Jasna Hönigmann, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, St. Josef- Krankenhaus, Wien
Redaktionelle Bearbeitung:
Philip Pfleger

Stand der medizinischen Information: Juli 2014

Weyerstahl T., Stauber M.: Gynäkologie und Geburtshilfe, Duale Reihe; Georg Thieme Verlag KG Stuttgart; 4.Auflage 2013
Geist C., Harder U., Stiefel A.: Hebammenkunde – Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf; Hippokrates Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart; 5.Auflage 2012
Schneider H., Husslein P., Schneider K.T.M: Die Geburtshilfe; Springer Verlag Berlin Heidelberg; 4. Auflage 2011

Plazenta praevia

Meine Ärztin sagt, ich hätte eine Plazenta praevia. Was ist das genau?

„Plazenta praevia“ bedeutet, dass Ihre Plazenta sich im unteren Bereich der Gebärmutter befindet und den Muttermund teilweise oder ganz bedeckt. Das kann passieren, weil sich die Plazenta immer dort entwickelt, wo sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutterwand einnistet. Zwischen drei bis sechs von 1000 Schwangeren haben eine Plazenta praevia – entdeckt wird sie per Ultraschall .

Wie kann eine Plazenta praevia aussehen?

Es gibt vier verschiedene Formen der Plazenta praevia; die ersten beiden sind am häufigsten:

  • Die Plazenta befindet sich im unteren Bereich der Gebärmutter, aber das Baby kann trotzdem vaginal geborenen werden.
  • Der untere Rand der Plazenta berührt den Muttermund, verdeckt ihn aber nicht. Eine Vaginalgeburt ist also trotzdem möglich.
  • Die Plazenta verdeckt den Muttermund teilweise. Das Baby muss per Kaiserschnitt entbunden werden. (Plazenta praevia partialis)
  • Die Plazenta verdeckt den Muttermund vollständig. Das Baby muss per Kaiserschnitt entbunden werden. (Plazenta praevia totalis)

Wie sieht eine Plazenta praevia aus?

Wann muss ich mir Sorgen machen?

Wenn Ihr Arzt zu Beginn der Schwangerschaft bei einer Ultraschall-Untersuchung feststellt, dass die Plazenta nahe am Muttermund liegt oder ihn gar bedeckt, können Sie gelassen bleiben. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird sich daraus keine Plazenta praevia entwickeln. Denn wenn Ihr Baby wächst, wird Ihre sich weitende Gebärmutter die Plazenta automatisch vom Muttermund wegziehen. Selbst wenn die Plazenta noch in der Woche 19 tief liegt, muss das nicht unbedingt zu Problemen bei der Geburt führen.
In Deutschland wird beim Routinecheck in Woche 29 auch überprüft, wo die Plazenta liegt.

Woran bemerke ich eine Plazenta praevia?

Schmerzlose vaginale Blutungen während der letzten drei Monate der Schwangerschaft sind häufig ein Zeichen für eine Plazenta praevia. In einem solchen Fall sollten Sie sofort Ihre/n Arzt/Ärztin aufsuchen. Es kann aber auch passieren, dass Sie keinerlei Warnhinweise verspüren und dass die Plazenta praevia erst bei einer routinemäßigen Ultraschall-Untersuchung entdeckt wird.

Gibt es Risikofaktoren?

Frauen, die schon ein Kind oder mehrere Kinder geboren haben, müssen eher mit einer Plazenta praevia rechnen als Frauen, die zum ersten Mal schwanger sind.
Ein leicht erhöhtes Risiko haben auch Frauen, die schon eine Kaiserschnitt-Geburt oder eine Plazenta praevia in einer früheren Schwangerschaft hatten.

Das gleiche gilt für Raucherinnen. Bei den meisten Frauen mit Plazenta praevia liegen jedoch keine besonderen Risiko-Faktoren vor.

Wie wird eine Plazenta praevia behandelt?

Die Behandlung hängt davon ab, ob Sie Blutungen haben und in welcher Schwangerschaftswoche Sie sind. Wenn die Diagnose nach Schwangerschaftswoche 19 gestellt wird und Sie keine Blutungen haben, wird man Ihnen wahrscheinlich von anstrengender körperlicher Betätigung und Stress abraten. Falls Sie starke Blutungen haben, wird man Sie in eine Klinik überweisen, damit die Blutungen kontrolliert werden können. Auch wenn die Blutungen aufhören, kann es sein, dass man Sie bis zur Entbindung zur Beobachtung in der Klinik behält.

Welche Probleme kann es bei einer Plazenta praevia geben?

Wenn sich in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft der untere Teil der Gebärmutter ausdehnt , kann es zu einer Loslösung der Plazenta kommen. Starke Blutungen könnten die Folge sein. Ist Ihr Muttermund vollständig von der Plazenta verdeckt, können Sie Ihr Baby nicht vaginal gebären.
Unkontrollierte Blutungen (medizinisch Haemorrhagien genannt) sind selten, könnten für Mutter und Kind aber ein Risiko sein. Wenn die Blutungen nicht aufhören oder Frühwehen einsetzen, wird man das Baby mit Hilfe eines Kaiserschnitts zur Welt bringen, auch wenn der eigentliche Geburtstermin erst Wochen später hätte sein sollen.

Was du über Plazenta praevia wissen solltest

Bei der Plazenta praevia liegt der Mutterkuchen zwischen Baby und Zervix. So “versperrt” er deinem Baby den Weg in den Geburtskanal, ist empfindlicher für Blutungen und kann sich leichter ablösen. In vielen Fällen verschiebt sich die Plazenta praevia während der Schwangerschaft wieder, in anderen kann eine Geburt per Kaiserschnitt Komplikationen für Mutter und Baby oft verhindern.

Eine tiefliegende Plazenta platziert sich oft von allein wieder, bevor die Geburt deines Babys ansteht.

Die Plazenta ist für ein wichtiges Organ: Sie sorgt unter anderem dafür, dass dein Baby mit Sauerstoff, Vitaminen und allen nötigen Nährstoffen versorgt wird. Plazenta-Gewebe entsteht, sobald sich die befruchtete Eizelle in deiner Gebärmutter eingenistet hat und dockt meist seitlich oder an der oberen Gebärmutterwand an. Soweit zur Theorie: Die Diagnose Plazenta praevia und der Gedanke, dass deine Plazenta deinen Gebärmutterhals verschließt, kann ganz schön verunsichern und wirft die Frage auf, was genau das für dich und dein Baby bedeutet.

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Was ist Plazenta praevia?

In der Ultraschalluntersuchung zwischen der 8. und 12. Schwangerschaftswoche wird die Lage der Plazenta untersucht, um unter anderem eine Plazenta praevia auszuschließen. Diese ist relativ selten und tritt in etwa 1 von 200 Schwangerschaften auf. Dabei bedeutet die Diagnose nicht zwingend, dass du im weiteren Verlauf deiner Schwangerschaft mit Komplikationen rechnen musst: In der Mehrzahl der Fälle verschiebt sich die Plazenta mit dem Wachstum der Gebärmutter von alleine, besonders, wenn es keine Mehrlingsschwangerschaft ist: So lösten sich einer Studie zufolge hier 85 % der totalen Plazenta praevia Fälle und 98 % der partiellen (siehe unten) von allein.

Ist Plazenta praevia gefährlich für’s Baby?

Je mehr Gewebe der Plazenta den Muttermund verdeckt, umso wahrscheinlicher ist es, dass Blutungen in der Schwangerschaft auftreten. Diese sind in der Regel schmerzfrei, sehr starke Blutungen können aber sehr gefährlich für dich werden und sind ein Notfall, der nur mit einer schnellen Entbindung per Kaiserschnitt und Transfusionen behandelt werden kann. Blutungen durch Plazenta praevia sind in der Regel für dein Baby nicht gefährlich, eine Frühgeburt kann jedoch gewisse Risiken mit sich ziehen.

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Welche Arten von Plazenta praevia gibt es?

Der lateinische Begriff Placenta praevia heißt übersetzt vorliegende Plazenta und beschreibt ihre Lage vor dem Muttermund, also im unteren Bereich der Gebärmutter. Dabei verschließt sie diesen selten komplett, häufig liegt sie nur über einem Teilbereich. Je nach Höhe und Lage der Plazenta wird zwischen den Folgen Arten unterschieden:

  • Placenta praevia totalis: Der innere Muttermund ist durch eine breite Schicht Plazenta-Gewebe komplett verdeckt.
  • Placenta praevia partialis: Die Plazenta bedeckt den Muttermund nur teilweise.
  • Placenta praevia marginalis: Die Plazenta liegt nahe am Rand des Muttermundes.

Was sind die Ursachen von Plazenta praevia?

Es gibt keine klare Ursache für eine tiefliegende Plazenta, allerdings gibt es Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Plazenta praevia erhöhen:

  • Mehrlingsschwangerschaften
  • künstliche Befruchtung
  • vorheriger Kaiserschnitt (je öfter, desto höher)
  • vorherige Operationen an der Gebärmutter
  • Anomalien der Gebärmutter
  • Rauchen
  • Alter der Mutter (ab 35 Jahren erhöhtes Risiko)

Was sind die Symptome von Plazenta praevia?

Auch wenn vor der ärztlichen Untersuchung und Diagnose nicht immer Anzeichen auftreten, sind im weiteren Verlauf der Schwangerschaft die folgenden Symptome sehr häufig:

  • schmerzfreie Blutungen: Für die Mehrzahl der Blutungen im dritten Trimester ist eine Plazenta praevia verantwortlich, ab der 20. Schwangerschaftswoche ist sie eine wahrscheinliche Ursache. Bei vielen Mamas deuten sie bereits vor dem ersten Ultraschall auf eine Plazenta praevia hin.
  • vorzeitige Wehen: Auch wenn sie kein sicheres Anzeichen für Plazenta praevia sind, sind sie eine häufige Begleiterscheinung für Mamas.

Nicht selten haben Mamas mit der Plazenta praevia bereits in der Frühschwangerschaft Blutungen und suchen ihre Gynäkologin noch vor dem nächsten Routine-Ultraschall auf. Dabei deuten besonders hellrote Blutungen auf frisches Blut aus nah liegendem Gewebe und somit auf eine tiefliegende Plazenta hin.

Wie wird Plazenta praevia behandelt?

Leider gibt es keine Medikamente oder Behandlung für Plazenta praevia. In der Regel wird deine Frauenärztin dich gut überwachen und durch häufige Ultraschalluntersuchungen überprüfen, ob sich die Plazenta noch verschiebt. Vaginale (Kontroll-)untersuchungen des Zervix können schnell zu Blutungen führen, weshalb sie in der Regel bei Plazenta praevia nicht durchgeführt werden. Dazu werden die folgenden Maßnahmen der körperlichen Schonung empfohlen:

  • kein Sex während der Schwangerschaft
  • wenig und nur sehr leichter Sport
  • viel Ruhe und Entspannung
  • gesunde Lebensweise

Bei leichten Blutungen reicht meist eine Bettruhe bis zum Geburtstermin aus, ab der 36. Schwangerschaftswoche ist häufig ein Kaiserschnitt die beste Möglichkeit, spätere Komplikationen auszuschließen.

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Muss bei Plazenta praevia ein Kaiserschnitt durchgeführt werden?

Nicht immer, wenn die Plazenta wenig vom Zervix verdeckt, kann eine vaginale Geburt eine Möglichkeit sein. In den meisten Fällen birgt ein geplanter Kaiserschnitt aber die wenigsten Risiken. Wichtig ist, dass durch regelmäßige Untersuchungen die Plazenta praevia vor der Geburt erkannt wird, sodass die behandelnden Ärzte starke Blutungen vor und während der Geburt einplanen und rasch handeln können. Bei schweren Fällen kann dein Arzt einen vorzeitigen Kaiserschnitt zum frühestmöglichen Termin in Erwägung ziehen.

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