Warum kein rohes ei in der schwangerschaft

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Ei essen in der Schwangerschaft: Das sollten Sie darüber wissen

  • Hartgekocht ist das Frühstücks-Ei erlaubt. Doch auch das Eigelb muss fest sein. Die Eier sollten Sie dafür mindestens sieben Minuten kochen. Prüfen Sie vor dem Verzehr immer, ob das Eigelb gar ist.
  • Dies gilt auch für Spiegeleier. Diese müssen von beiden Seiten für mindestens drei Minuten gebraten werden. Das Eigelb bleibt sonst roh.
  • Und rohe Eier sind gerade während der Schwangerschaft zu vermeiden, um Ihre Gesundheit und die Ihres Babys nicht zu gefährden.
  • Fragen Sie also sicherheitshalber immer nach, ob rohe Eier in einer Mahlzeit verarbeitet wurden, und meiden Sie diese, wenn dies der Fall ist.
  • Pasteurisierte Eier in Fertigprodukten sind dagegen unbedenklich.
  • Außerdem sollten Sie auch beim Kontakt mit Eierschalen wegen der Keimbelastung und der Ansteckungsgefahr mit Salmonellen vorsichtig sein.
  • Arbeiten Sie gegebenenfalls mit Handschuhen, oder waschen Sie Ihre Hände nach dem Zubereiten von Eiern gründlich mit warmem Wasser und Seife.
  • Denken Sie daran, die Handschuhe anschließend ebenfalls zu reinigen und nur für die Verarbeitung von Eiern zu verwenden oder zu entsorgen.
  • Reinigen Sie außerdem Arbeitsflächen und Küchengeräte gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel, wenn Sie mit rohem Ei oder der Eierschale in Berührung gekommen sind.
  • Waschen Sie Eier nie nach dem Kauf und vor der Lagerung im Kühlschrank ab, da sonst die natürliche Schutzschicht, die die Keimdurchlässigkeit nach innen bremst, abgetragen wird.
  • Lagern Sie die Eier im Kühlschrank und verarbeiten Sie sie möglichst frisch. Stark verschmutzte oder beschädigte Eier sollten Sie nicht verzehren, um die Salmonellengefahr zu mindern.

Infektionen durch Lebensmittel in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft kann die Immunabwehr durch die im Körper ablaufenden Veränderungen geschwächt sein. Infektionskrankheiten können daher besonders in dieser Zeit komplizierter verlaufen und die Gesundheit von Mutter sowie dem heranreifenden Kind gefährden. Um eine lebensmittelbedingte Infektion zu vermeiden und mögliche Schäden des Ungeborenen vorzubeugen, sollten Schwangere auf sogenannte Risikolebensmittel (rohes oder unvollständig durchgegartes Fleisch, Mett- und Rohwürste, Rohmilch oder Rohmilchprodukte, geschmierter Käse, kalt geräucherte Fische, rohe Muscheln und Speisen, die rohe Eier enthalten) generell verzichten sowie bei der Zubereitung und Lagerung von Nahrungsmitteln auf eine besonders sorgfältige Küchenhygiene achten.

Listeriose

Die Infektionskrankheit Listeriose, verursacht durch das Bakterium Listeria (L.) monocytogenes, kann innerhalb weniger Tage bis hin zu Monaten nach der infektiösen Nahrungsaufnahme ausbrechen. Die Erreger kommen häufig in unserer Umwelt vor. Sie können in Kompost, Erde oder Abwässern enthalten sein.
Salate und Gemüse sollten deshalb vor Verzehr immer gründlich gereinigt werden.
Im landwirtschaftlichen Bereich findet sich L. monocytogenes manchmal in Futtermitteln, besonders in verdorbener Silage. Demnach können unbehandelte Lebensmittel tierischer Herkunft wie Rohmilch und daraus hergestellte Produkte, rohes Fleisch und roher Fisch mit diesem Krankheitserreger behaftet sein. Auch bereits erhitzte oder pasteurisierte Rohprodukte können während der Weiterverarbeitung versehentlich mit L. monocytogenes rekontaminiert werden, wie z. B. geschmierter Käse, aufgeschnittene, abgepackte Wurstwaren oder kalt geräucherte bzw. fermentierte Fische. L. monocytogenes hat die besondere Fähigkeit, sich auch noch im Kühlschrank bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt vermehren zu können. Kommt es zur Erkrankung, treten bei Schwangeren Symptome ähnlich einem grippalen Infektes auf. Es besteht dabei das Risiko, dass L. monocytogenes das ungeborene Kind befällt und eine schwere Erkrankung des Neugeborenen verursacht und sogar Früh- oder Totgeburten auslöst.

Toxoplasmose

Eine weitere nennenswerte Infektionskrankheit ist die Toxoplasmose.
Der Mensch infiziert sich entweder durch Verzehr von rohem oder unvollständig durchgegartem Fleisch (Steak medium, Beef Tartar), in dem Gewebszysten enthalten sind, oder durch Aufnahme von Parasitenvorstadien/Oozysten aus infektiösem Katzenkot mit dem Erreger Toxoplasma gondii. Nach einer erfolgten Toxoplasmeninfektion besteht eine dauernde Immunität.
Jedoch können bei Frauen, die sich erstmals in der Schwangerschaft infizieren, die Parasiten auf das ungeborene Kind übertragen werden. Das kann im schlimmsten Fall zu einer Fehl- bzw. Totgeburt führen. Es können auch beim Neugeborenen Schäden im Zentralnervensystem und in den Augen auftreten, die sich allerdings auch erst Monate bis Jahre später zeigen können.
Zur Vermeidung einer Erstinfektion mit Toxoplasma gondii in der Schwangerschaft sollte man jeden Kontakt mit „neuen“ Katzen (Katzen, die nicht schon seit längerem im Haushalt leben und Katzen, deren Fressgewohnheiten nicht kontrolliert werden können) meiden. Bei Katzen, die möglicherweise Mäuse oder Vögel jagen, sollte die Schwangere das Katzenklo von anderen Personen reinigen lassen. Das Katzenklo sollte abseits der Wohnräume aufgestellt und etwas feucht gehalten werden, um ein Aufwirbeln von Kotteilchen zu vermeiden. Bei Arbeiten im Garten sollten Schutzhandschuhe getragen werden, um Kontakt mit Katzenkot zu verhindern.

Campylobacter und Salmonellen

Campylobacter und Salmonellen sind für über 90 % aller bakteriellen lebensmittelbedingten Infektionen verantwortlich. Der im Mutterleib heranwachsende Fötus ist durch diese Durchfallerreger nicht direkt gefährdet, jedoch gelten Schwangere wegen ihrer geänderten körperlichen Umstände für solche Infektionskrankheiten als erhöht anfällig.
Die Übertragung erfolgt meist durch den Verzehr nicht ausreichend erhitzter tierischer Produkte wie Fleisch (besonders Geflügel) sowie Rohmilch und im Fall von Salmonellen auch Eier. Auf eine vollständige Erhitzung solcher Nahrungsmittel ist deshalb unbedingt zu achten.

Schimmelpilze (Mykosen)

Infektionen mit Schimmelpilzen (Mykosen) sind nur für wenige RisikopatientInnen gefährlich (z. B. Knochenmarktransplantierte). Für Schwangere stellen sie kein spezielles Risiko dar.
Manche Schimmelpilzarten können jedoch unter bestimmten klimatischen Bedingungen (Wärme, Feuchtigkeit) Pilzgifte (Mykotoxine) bilden. Diese Giftstoffe kommen in verschimmelten Lebensmitteln auch an Stellen vor, wo kein sichtbares Schimmelpilzwachstum vorliegt. Es genügt daher nicht, bloß die verschimmelten Bereiche wegzuschneiden. Generell sollten verschimmelte Lebensmittel weggeworfen werden. Einige Mykotoxine können bereits in kleinsten Mengen bei langfristiger Einnahme krebserzeugend wirken oder erbschädigend sein. Akute Vergiftungen rufen beim Menschen Schäden an Leber, Nieren, Nerven, Haut und Schleimhäuten hervor; zudem können hormonähnliche Effekte auftreten.

Küchenhygiene

Mit sorgfältiger Küchenhygiene und allgemeinen Hygieneregeln können sich Schwangere vor lebensmittelbedingten Infektionen schützen. Dabei gilt es nachstehende Tipps zu beachten:

  • Achten Sie auf regelmäßiges und gründliches Händewaschen vor und nach der Zubereitung von Speisen, nach Tierkontakt und nach dem Toilettenbesuch.
  • Verwenden Sie saubere Handtücher, eventuell Einmalhandtücher zum Trocknen Ihrer Hände.
  • Bereiten Sie Fleisch, rohe Eier und rohes Gemüse auf unterschiedlichen, möglichst glatten Arbeitsflächen zu. Die Arbeitsfläche sollte sofort nach Benutzung gründlich gereinigt werden. Verwenden Sie immer frische Geschirrtücher!
  • Vermeiden Sie Kreuzkontaminationen im Kühlschrank: bewahren Sie rohe Lebensmittel getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln auf.
  • Reinigen Sie den Kühlschrank 1 x wöchentlich.
  • Versuchen Sie die Kühlkette nicht zu unterbrechen und überprüfen Sie die Kühlschrank- bzw. Gefriertemperaturen regelmäßig.
  • Konsumieren Sie keine Lebensmittel nach Überschreiten des Verbrauchs- oder Mindesthaltbarkeitsdatums.
  • Werfen Sie verschimmelte Lebensmittel weg.
  • Halten Sie Ihre Haustiere generell vom Küchenbereich fern.

Vorsicht bei bestimmten Lebensmitteln

  • Essen Sie kein rohes oder unvollständig durchgegartes Fleisch (z. B. Carpaccio, Beef Tartar, Steak medium).
  • Konsumieren Sie keine Rohmilch oder Rohmilchprodukte; sonst bitte vor Verzehr abkochen.
  • Essen Sie keine Speisen, die rohe Eier enthalten, wie selbst gemachtes Tiramisu.
  • Vermeiden Sie Weich- und geschmierten Käse; sonst vor Konsumation die Rinde entfernen!
  • Meiden Sie Mettwürste und Rohwürste (Salami).
  • Essen Sie keine aufgeschnittene, in Folien abgepackte Wurst.
  • Vermeiden Sie kalt geräucherten/fermentierten Fisch (Graved Lachs).
  • Verzichten Sie auf rohe Meeresfrüchte (Austern, Sushi).
  • Waschen Sie vor dem Essen Obst, Gemüse und Salate gründlich!

Salmonellen in der Schwangerschaft

Was sind Salmonellen?

Salmonellen sind stäbchenförmige Bakterien, die sowohl bei Menschen als auch bei vielen Tieren Krankheiten verursachen können. Benannt wurden sie nach dem US-amerikanischen Tierarzt Daniel Elmer Salmon. Die Schwere einer Salmonellose hängt sowohl von der Menge der aufgenommenen Keime als auch von der Art der Krankheitserreger ab.

Bisher wurden etwa 2.600 verschiedene Salmonellen-Varianten nachgewiesen, von denen allerdings nicht alle über krankmachende Eigenschaften verfügen. Mediziner unterscheiden (grob) zwischen Enteritis- und den – hierzulande sehr seltenen – Typhus-/Paratyphus-Salmonellen.

Wie werden Salmonellen übertragen?

Salmonellen werden vor allem durch damit infizierte Lebensmittel auf den Menschen übertragen, jedoch kann die Infektion auch von Mensch zu Mensch erfolgen. Bei Temperaturen zwischen zehn und 40 Grad Celsius kommen sie praktisch überall in der Umwelt vor, bei höheren Temperaturen vermehren sie sich rasant.

Besonders häufig sind sie in flüssigen und eiweißhaltigen Produkten zu finden, auch Eier und Geflügelfleisch enthalten häufig Salmonellen. Ein Salmonellenbefall von Lebensmitteln ist ohne bakteriologische Untersuchung nicht erkennbar – sie verändern durch die Bakterien weder ihr Aussehen noch ihren Geschmack oder Geruch.

Symptome einer Infektion mit Salmonellen

Eine Salmonelleninfektion äußert sich als mehr oder weniger heftige Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis). Typische Zeichen der Erkrankung sind:

  • Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit
  • Schüttelfrost und Fieber
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Durchfall und Erbrechen, die sich bei schweren Salmonellosen zu belastenden Brechdurchfall-Attacken steigern können

Meist zeigen sich die Symptome einer Infektion mit Salmonellen bereits kurz nach der Aufnahme der Bakterien, jedoch kann es bis zum Auftreten der ersten Krankheitszeichen auch bis zu drei Tagen dauern.

In unseren Breiten verlaufen die meisten Salmonellosen leicht bis mittelschwer. Leichte Infektionen klingen oft bereits innerhalb von 24 Stunden wieder ab.

Wie gefährlich sind Salmonellen in der Schwangerschaft?

Bei einer leichten Salmonelleninfektion müssen Sie sich weder um Ihr Baby noch um Ihre eigene Gesundheit Sorgen machen. Wichtig ist, dass Sie reichlich trinken, um den Flüssigkeitsverlust durch Durchfall und Erbrechen auszugleichen und die Versorgung des ungeborenen Kindes abzusichern.

Trotzdem sollten Sie bei der Vermutung einer Infektion mit Salmonellen ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, um schwere Krankheitsverläufe und Komplikationen zu vermeiden. Bei schweren Salmonellosen kann die Unterversorgung des Babys die Schwangerschaft gefährden und eine Früh- oder Fehlgeburt bewirken.

Behandlungsoptionen bei Salmonellen-Infektion in der Schwangerschaft

Bei einer leichten Salmonelleninfektion reichen Hausmittel meist aus, um die Erkrankung zu bekämpfen. Reichliches Trinken spült die Krankheitserreger aus dem Darm. Der Verzehr von Salzstangen und Zwieback oder ein Elektrolyt-Präparat aus der Apotheke füllen die Elektrolyt-Speicher Ihres Körpers wieder auf.

Bei schwereren Infektionen wird Ihr Arzt Ihnen eventuell ein Antibiotikum verschreiben. Für die Verwendung während Schwangerschaft und Stillzeit gibt es Antibiotika, die für Ihr Baby keine Gefahr darstellen. Nach einer Antibiotikatherapie unbedingt die Darm- und Scheidenflora, mit Hilfe von Milchsäurebakterien, wieder aufbauen.

Vorbeugung – die beste Medizin gegen Salmonellen in der Schwangerschaft

Zur Vorbeugung von Salmonelleninfektionen in der Schwangerschaft ist strikte Lebensmittelhygiene von entscheidender Bedeutung:

  • Salmonellen vermehren sich bei Wärme schnell. Rohe Lebensmittel wie Fleisch und Eier sollten Sie daher grundsätzlich im Kühlschrank lagern und auch dafür sorgen, dass nach dem Einkauf die Kühlkette nicht zu lange unterbrochen wird. Auch bei Speisen mit rohem Ei – beispielsweise Tiramisu oder Salate mit selbstgemachter Mayonnaise – ist gute und durchgängige Kühlung wichtig. Bei Unsicherheit verzichten Sie in der Schwangerschaft vorsichtshalber auf rohe Eier. Die Hände gut waschen, nachdem man Eier oder Geflügel angefasst hat.
  • Salmonellen überleben auch bei Minus-Temperaturen – lassen Sie beim Auftauen von tiefgefrorenem Fleisch, Geflügel oder Fisch deshalb Vorsicht walten. Am besten tauen Sie tiefgefrorene Fleischprodukte nach dem Entfernen der Verpackung in einem Abtropfsieb im Kühlschrank auf, die Abtauflüssigkeit sollte danach sofort weggeschüttet werden.
  • Bereiten Sie Fleisch/Geflügel/Fisch und Gemüse mit unterschiedlichen Küchenutensilien (Schneidebretter, Schüsseln, Messer …) zu.
  • Spülen Sie Gegenstände, die in Berührung mit rohen oder auftauenden Lebensmitteln gekommen sind, unmittelbar danach mit heißem Wasser ab.
  • Geschirr- und Wischtücher sowie der Küchenschwamm sollten täglich gewechselt und bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden.
  • Von gut durchgegarten Lebensmitteln droht keine Infektionsgefahr – Salmonellen sterben bei Temperaturen von 70 bis 75 Grad Celsius nach einer Garzeit von zehn Minuten zuverlässig ab. Ausschlaggebend ist, dass die Lebensmittel diesen Wert als Kerntemperatur erreichen, also nicht nur äußerlich erhitzt sind.
  • Verzichten Sie während der Schwangerschaft auf den Genuss von weichgekochten Eiern.
  • Waschen Sie vor und nach dem Berühren roher Lebensmitteln gründlich Ihre Hände. Bei offenen Wunden an den Händen sollten Sie beim Zubereiten von Speisen einen Gummihandschuh oder ein wasserdichtes Pflaster tragen.

Nach dem Kontakt mit Personen, die an Magen-Darm-Infekten leiden, sollten Sie besonders aufmerksam auf vorbeugende Hygiene achten.

Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen schützen Sie sich nicht nur wirkungsvoll vor einer Infektion mit Salmonellen in der Schwangerschaft, sondern auch vor anderen Lebensmittelinfektionen. Beispielsweise wird die seltene, aber auch gefährlichere Listeriose auf den gleichen Übertragungswegen wie Salmonellen verbreitet.

Salmonellen

Man unterscheidet zwei Gruppen von Salmonellen:

  • Enteritische Salmonellose (enteral = die Eingeweide betreffend): Bei dieser Lebensmittelvergiftung kommt es zu starken Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall und Erbrechen. Mehrere Salmonellenarten können diese Erkrankung verursachen. Wenn im Volksmund von Salmonellen-Krankheit oder schlicht von Salmonellose die Rede ist, ist die enteritische Salmonellose gemeint.
  • Typhöse Salmonellose: Hierzu zählt man die Krankheitsbilder Typhus, Paratyphus und Paratyphus. Diese können zahlreiche weitere Symptome verursachen. Die typhöse Salmonellose kann aber nur von wenigen Salmonellenarten ausgelöst werden und wird in Deutschland nur noch sehr selten beobachtet.

Meldepflicht für Salmonellen

Für eine Infektion mit Salmonellen besteht Meldepflicht durch den behandelnden Arzt. In den letzten Jahren ging die Zahl der Infektionen mit Salmonellen in Deutschland leicht zurück. Allerdings besteht eine hohe Dunkelziffer, da nicht bei jeder Durchfallserkrankung eine Stuhluntersuchung auf Salmonellen erfolgt und dadurch nicht alle Salmonellen-Infektionen erfasst werden. Im Jahr 2008 wurden etwa 42.000 enteritische Salmonellen-Erkrankungen gemeldet.

Wie kommt es zu einer Salmonellen-Infektion?

Die Ursache für eine Salmonellenvergiftung ist der Verzehr verseuchter Lebensmittel (vor allem Geflügel-, Schweine- und Rinderprodukte). Besonders häufig finden sich Salmonellen auch in Produkten mit rohen Eiern wie beispielsweise Mayonnaise, Speiseeis oder Tiramisu. Selten werden die Erreger über Trinkwasser übertragen. Werden Hygienemaßnahmen nicht eingehalten (ungekühlte oder zu lange Aufbewahrung der Lebensmittel), kann dies zur Vermehrung der Salmonellen führen. So kann eine Infektion begünstigt werden.

Bei Menschen mit gesundem Immunsystem sind in der Regel hohe Keimzahlen (ca. 105 Salmonellen) für eine Infektion nötig. Anders stellt sich die Situation bei Säuglingen, Kleinkindern sowie abwehrschwachen und alten Menschen dar. Hier kann eine kleine Erregermenge bereits zum Ausbruch der Salmonellen-Erkrankung führen.

Außerdem ist es möglich, sich über salmonelleninfizierte Tiere und direkt von Mensch zu Mensch anzustecken. Beides ist jedoch sehr selten.

Symptome einer Salmonellen-Infektion?

Die typischen Symptome einer Salmonellenvergiftung sind sehr plötzlich auftretender wässriger Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und starkes Krankheitsgefühl. Dazu kommt häufig Erbrechen und Fieber bei Kindern bis zu 40°. Die Symptome treten normalerweise nach wenigen Stunden bis zu drei Tagen nach dem Verzehr verseuchter Lebensmittel auf.

Die Salmonellen-Erkrankung kann allerdings auch deutlich milder verlaufen.

Inkubationszeit einer Salmonellen-Infektion

Die Inkubationszeit bei Salmonellen kann 6-72 Stunden betragen. Meistens liegt sie bei 12-36 Stunden – je nachdem, wie viele Salmonellen mit der Nahrung aufgenommen wurden und um welche Salmonellen-Art es sich handelt.

Ärztliche Diagnose bei einer Infektion

Salmonellen lassen sich anhand der Symptome nur schwer von anderen Erregern, die eine Magen-Darm-Infektion verursachen, unterscheiden. Daher sollte bei entsprechender Symptomatik ein Nachweis des Erregers erfolgen. Nur so kann die jeweils adäquate Therapie eingeleitet werden. Salmonellen werden über den Stuhl ausgeschieden. Dadurch können sie im mikrobiologischen Labor mithilfe einer Stuhlprobe leicht nachgewiesen werden. Auch Erbrochenes kann hierzu verwendet werden. Zuvor werden durch die körperliche Untersuchung seitens des Arztes ganz akut behandlungsbedürftige Erkrankungen ausgeschlossen. Dazu gehört beispielsweise eine Blinddarmentzündung (Appendizitis) (Appendizitis).

Therapie des Infekts

Im Vordergrund der Therapie bei einer Salmonellen-Infektion steht der Ausgleich des starken Flüssigkeits- und Mineralverlusts. Erkrankte sollten deshalb trotz des starken Unwohlseins viel trinken. Außerdem können zur Besserung der Symptomatik Mittel gegen Durchfall und Erbrechen eingenommen werden.

In Einzelfällen, beispielsweise bei immunschwachen Menschen, werden vom Arzt auch Antibiotika verordnet.

Verlauf der Salmonellen-Infektion

In der Regel klingt die Symptomatik der Salmonellen-Infektion nach etwa einer Woche folgenlos ab. Der Allgemeinzustand bessert sich rasch. Gelegentlich gelangen die Salmonellen im Rahmen der Infektion in die Blutbahn. Es kann dann zu sehr hohem Fieber, Schüttelfrost, Kreislaufkollaps und weiteren Komplikationen kommen, die sehr ernst genommen werden sollten. Ein solcher Verlauf ist in ca. fünf Prozent der Fälle zu beobachten. Gefährdet sind vor allem sehr kleine Kinder und abwehrschwache Menschen. Typhöse Salmonellosen spielen zwar in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle, können aber wesentlich langwieriger, gravierender und komplikationsreicher verlaufen. Häufig wird diese Erkrankung durch Fernreisen eingeschleppt. Eine intensive Therapie ist dann in jedem Fall notwendig.

Wie kann man vorbeugen?

Einer Infektion mit Salmonellen kann mit einfachen Maßnahmen vorgebeugt werden. Hygienische Regeln, die immer eine Übertragung der Salmonellen verringern, sollten beachtet werden. Dazu gehört das gründliche Waschen der Hände nach dem Toilettenbesuch, nach der Bearbeitung von rohem Fleisch und vor der Zubereitung von Speisen. Im Umgang mit Lebensmitteln sollten bestimmte Hygiene-Maßnahmen eingehalten werden und Schneidebretter und ähnliches nach Gebrauch gründlich gereinigt werden. Nahrungsmittel, die Salmonellen enthalten könnten, sind ausreichend lange und heiß zu garen. Ihre sachgerechte Lagerung und Kühlung trägt ebenfalls zur Verhinderung einer Infektion bei.

Bei warmen Temperaturen können sich Salmonellen besonders gut vermehren. In heißen Monaten muss man daher besonders achtsam sein. Zum Schutz der Allgemeinbevölkerung gibt es zudem Richtlinien für bestimmte Berufsgruppen. So haben beispielsweise Menschen in Pflegeberufen oder in lebensmittelverarbeitenden Betrieben, die mit Salmonellen infiziert sind, ein vorläufiges Berufsverbot. In Krankenhäusern und anderen Stätten gelten außerdem spezielle Hygienemaßnahmen. Nach überstandener enteritischer Salmonellose besteht kein Immunschutz, sodass eine erneute Erkrankung möglich ist. Zudem werden die Salmonellen noch für ca. sechs Wochen nach der Infektion über den Stuhl ausgeschieden.

Salmonellen in der Schwangerschaft

Durch die veränderte Situation einer Schwangerschaft sind die Abwehrkräfte allgemein schwächer als sonst. Dadurch sind Schwangere anfälliger für Salmonellen. Die Salmonellen-Infektion selber ist direkt nicht schädlich für das Ungeborene. Der Flüssigkeitsverlust durch die Durchfälle muss bei Salmonellen in der Schwangerschaft besonders gut durch Wasser und evtl. Elektrolyte aus der Apotheke ausgeglichen werden, damit es nicht zu einer Unterversorgung des Kindes kommt. Eine Unterversorgung könnte im schlimmsten Fall zu einer Fehl- oder Frühgeburt führen. Besteht die Salmonellenvergiftung über mehrere Tage, sollte die Schwangere unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Um Salmonellen in der Schwangerschaft vorzubeugen, sollte sich die Frau an die Richtlinien zur Ernährung in der Schwangerschaft bezüglich roher Lebensmittel halten.

Salmonellenvergiftung!

Antwort:

Liebe Sarah,
die Salmonellose ist eine der häufigsten durch Lebensmittel verursachten Durchfallerkrankungen beim Menschen. Etwa 6 bis 72 Stunden nach Aufnahme der Bakterien kommt es zu Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen und Fieber. Eine direkte oder indirekte Übertragung von Mensch zu Mensch – von verschiedenen mehrfachresistenten Salmonella-Arten – kann als Hospitalinfektion bei besonders disponierten Personen oder unter hygienisch ungünstigen Bedingungen erfolgen.
Die durch den Erreger bedingten Durchfälle können sich durch den damit verbundenen Flüssigkeits-und Elektrolytverlust negativ auf das Befinden der Schwangeren auswirken.
Während die Erkrankung nach ca. 2 bis 7 Tagen beendet ist werden die Salmonellen noch längere Zeit (einige Wochen) im Stuhl ausgeschieden. Bei einer Salmonellose in der Schwangerschaft besteht das Risiko einer vorzeitigen Geburt und während der Geburt kann das Kind infiziert werden. In Einzelfällen kann auch eine Salmonellose in Form einer schweren allgemeinen Infektion verlaufen und das Leben des Kindes kann auf diese Weise gefährdet sein.
Wegen des erhöhten Risikos für das Neugeborene sollte bei Verdachtsfällen eine mikrobiologische Diagnostik von fieberhaftern Durchfällen durchgeführt werden, um dann entweder durch einen Kaiserschnitt eine Übertragung der Erreger unter der Geburt auf das Neugeborene zu unterbinden oder durch erhöhte Aufmerksamkeit die Verschleppung auf das Kind bzw. auch auf andere Patienten zu verhindern und im Falle einer Erkrankung des Neugeborenen sofort gezielt antibiotisch zu behandeln.
Eine antibiotische Behandlung der Schwangeren sollte in jedem Fall dann erfolgen, wenn sie kurz vor der Geburt steht.
Zum Glück sind aber bedeutende Folgen für das Neugeborene bei nur leichter Erkrankung der Mutter und entsprechender Therapie meist zu vermeiden.
VB

von Dr. med. Vincenzo Bluni am 18.10.2009

Du befindest dich momentan in einer aufregenden Zeit. Du erwartest ein Baby und stellst dir viele Fragen: Darf man Mayonnaise in der Schwangerschaft essen? Welche Mayonnaise darf ich essen? Worauf sollte ich besser verzichten? Welche Alternativen habe ich? Wir wollen dir heute einige dieser Fragen, über Mayonnaise in der Schwangerschaft, beantworten und dir Alternativen zur Mayonnaise in der Schwangerschaft bieten.

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Darf man in der Schwangerschaft Mayonnaise essen?

Über dieses Thema scheiden sich die Geister. Liest man hierüber im Internet, gibt es tausend Meinungen, Ratschläge und Verbote. Grundsätzlich musst du in deiner Schwangerschaft aber nicht auf Mayonnaise verzichten. Du solltest allerdings darauf achten, welche du isst. Echte, selbstgemachte Mayonnaise wird aus rohen Eiern hergestellt und hat dadurch diesen schlechten Ruf für schwangere Frauen. Rohe Eier sowie Speisen aus rohen oder nicht vollständig durchgegarten Eiern, sind ein hoher Risikofaktor für eine Salmonellen Infektion. Diese muss nicht zwingend kritisch enden, kann aber dein Immunsystem schwächen und eine große Gefahr für dein ungeborenes Baby bedeuten.

Du solltest auf frisch- und selbstgemachte Mayonnaise, Remoulade und alle, aus rohen Eiern hergestellte Speisen, verzichten. Hierunter fallen z.B. Salate aus der Frischetheke oder Soßen und Cremes (Sauce Hollandaise, Tiramisu etc.). Achte auf der nächsten Geburtstagsparty also immer drauf, welche Inhaltsstoffe der Salat auf deinem Teller hat oder frag nach, solltest du dir unsicher sein. Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Mayonnaise in der Schwangerschaft – welche ist erlaubt?

Dieses Thema wird heiß diskutiert. Abschließend kommen aber alle zu dem Schluss: fertige Mayonnaise in der Schwangerschaft zu essen ist nicht verboten, wird aber auch nicht zu 100% empfohlen. Gekaufte Mayonnaise wird anders als die frisch gemachte Mayonnaise nicht aus rohen Eiern, sondern aus pasteurisierten Eiern oder Volleipulver hergestellt. Industriell hergestellte Produkte sind mit Konservierungsstoffen behandelt, sodass Salmonellen keinerlei Überlebenschance haben und keine Gefahr darstellen. Solltest du auf fertige Mayonnaise zurück greifen musst du unbedingt darauf achten, dass diese immer kühl gelagert ist und schnell verbraucht wird.

Alternativen zur Mayonnaise in der Schwangerschaft?

Natürlich gibt es die ein oder andere Alternative zu frischer oder gekaufter Mayonnaise in der Schwangerschaft. Du kannst dir z.B. deine eigene Mayonnaise, ohne Eier herstellen. Hierzu gibt es unzählige Rezepte im Internet. Du weißt was drin ist und musst dir keine Sorgen um die Inhaltsstoffe machen. Sollte es um das Verfeinern von Salat gehen, kannst du als Ersatz z.B. auf Joghurt, Magerquark, Schmand oder Crème fraîche zurück greifen.

Welche Alternative oder welche Mayonnaise in der Schwangerschaft für dich die Richtige ist, liegt allein in deinem Ermessen.

In den besonderen neun Monaten der Schwangerschaft hat so manche werdende Mutter seltsame Gelüste auf verschiedene Lebensmittel. Während manche plötzlich salzige Speisen lieben, könnten andere bald-Mamis nur noch Eiscreme verdrücken, wieder andere lieben fettige Burger mit viel Remoulade. Aber darf man eigentlich frische Remoulade in der Schwangerschaft essen, oder sollte man fertige Remoulade bevorzugen. Viele Schwangere sind unsicher wenn sie unbedacht bereits etwas gegessen haben, was scheinbar in der Schwangerschaft verboten ist. Wir klären auf, ob man Remoulade und Mayonnaise in der Zeit der Schwangerschaft meiden sollte und was eigentlich erlaubt ist.

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Remoulade in der Schwangerschaft? Erlaubt oder verboten?

Remoulade enthält in der Regel rohe Eier, auf die man laut Medizinern und Hebammen in den speziellen neun Monaten verzichten sollte. Bei rohen Eiern herrscht immer ein großes Risiko auf Salmonellen, weswegen Speisen, die rohe Eier enthalten, auch von werdenden Müttern gemieden werden sollen. Dazu gehört unter anderem auch frische Remoulade.

Anders aber sieht es für gekaufte Remoulade aus. Denn die fertige Remoulade ist nach höchsten Qualitätsstandarts hergestellt, und wird in der Regel hitzebehandelt. Dies hat nicht nur den Vorteil dass die Remoulade länger haltbar ist, sondern auch, dass durch die Hitzebehandlung die gefährlichen Salmonellen keine Überlebenschance haben.

Remoulade in der Schwangerschaft muss also kein Tabu sein, wenn sie denn nicht frisch zubereitet wurde.
Das selbe gilt natürlich auch für Mayonnaise, hier gilt ebenfalls die Regel, dass man von frischer Sauce eher Abstand halten sollte, auf gekaufte Produkte aber auch in der Schwangerschaft zurückgreifen darf.
Da aber Mayonnaisse und auch Remoulade in der Schwangerschaft einen hohen Fettgehalt mit sich bringen, sollte man nicht zu viel von dieser Sauce essen.

Wie kann ich in der Kantine feststellen, ob die Sauce frisch hergestellt wurde oder fertig gekauft ist?
Frische von gekaufter Remoulade ist kaum zu unterscheiden, schon gar nicht, wenn es als Sauce auf dem Burger oder einem Brötchen ist. Wer sich unsicher ist, was den Genuss der Remoulade in der Schwangerschaft angeht, der sollte in der Kantine nachfragen ob die Zutaten frisch sind oder industriell hergestellt wurden. Im Zweifel sollte man auf Remoulade in der Schwangerschaft verzichten oder sich zu Hause selbst ein Brötchen schmieren und ausschließlich gekaufte Remoulade verwenden.

Was passiert, wenn ich aus Versehen Remoulade in der Schwangerschaft gegessen habe?

Für Schwangere ist die Gefahr groß, sich beim Konsum von Remoulade in der Schwangerschaft eine Salmonellenvergiftung zu holen. Doch auch wenn man mal auf versehen herzhaft in ein mit frischer Remoulade beschmiertes Brötchen beißt, heißt das nicht, dass man direkt erkranken muss. Wer nach dem Genuss von rohen Eiern plötzlich unter Durchfall leidet, sollte schleunigst einen Arzt aufsuchen und sich gegen die Salmonellenvergiftung behandeln lassen.

Auf welche Lebensmittel muss ich als Schwangere verzichten?

Alle Lebensmittel die mit rohen Eiern angereichert werden, sind eine Gefahr für die werdende Mutter. Ebenso Käse, wie unter anderem Camenbert, Brie oder auch Blauschimmelkäse können schnell von Listerien befallen sein und die werdende Mutter gefährden. Auch auf Softeis sollte man verzichten, da oft durch mangelnde Hygiene hier Bakterien eindringen. Rohes Fleisch, auch Carpaccio oder Beef Tartare sowie Sushi sind anfällig für Bakterien und sollten gemieden werden.

Schwanger auf dem Weihnachtsmarkt: Welche Sünden sind erlaubt

News vom 30. November 2018

Mit der Adventszeit beginnt die besinnlichste Zeit des Jahres. Die Weihnachtszeit ohne einen gemütlichen Bummel über den Weihnachtsmarkt ist genauso wenig denkbar wie ein Weihnachtsfest ohne Plätzchen, Stollen und Lebkuchen. Doch viele Schwangere sind unsicher: Was ist beim Weihnachtsmarktbesuch erlaubt? Was sollten sie vermeiden?

Grundsätzlich ist in der Schwangerschaft alles erlaubt, was gut tut. Genießen Sie also den Bummel mit Babybauch über den Weihnachtsmarkt. Wählen Sie festes Schuhwerk und warme Kleidung und schon kann es losgehen! Wenn es sich einrichten lässt, nutzen Sie lieber die ruhigeren Stunden während des frühen Nachmittags und umgehen Sie so den Trubel am Abend – auch wenn der abendlich illuminierte Weihnachtsmarkt vielleicht etwas romantischer ist. Im großen Gedränge könnte der Babybauch möglicherweise einen kleinen Rempler abbekommen. Das muss schließlich nicht sein.

Getränke auf dem Weihnachtsmarkt für Schwangere

In puncto Essensregeln gelten auch für den Weihnachtsmarktbesuch die gleichen Empfehlungen wie für jede andere Mahlzeit – Alkohol sollte beispielsweise gänzlich tabu sein. Damit entfallen zwar Glühwein, Eierpunsch und Jagertee. Als Heißgetränke sind jedoch Früchte- bzw. Kräutertee, Kinderpunsch, ein heißer Apfelsaft oder eine heiße Schokolade ebenso leckere wie wärmende Alternativen.

Bei kalten Getränken sollten Sie Vorsicht walten lassen. Auf so manchem Weihnachtsmarkt findet sich eine Saftbar, an der frisch gepresste Säfte angeboten werden. Frische Obst- und Gemüsesäfte klingen zunächst gesund und lecker. Sie sind es eigentlich auch. Jedoch kann es bei der Zubereitung zu Verunreinigungen kommen. Daher sollten Sie Saftbars während der Schwangerschaft generell meiden – übrigens genauso wie Salatbars in Kantinen oder Antipasti aus offenen Theken.

Gebratenes, Frittiertes, Gebackenes und Gekochtes ist in Ordnung

Alles, was gut durchgebraten, gekocht, gebacken oder frittiert ist, ist essenstechnisch zunächst einmal unproblematisch. Bratwurst, Pilzpfanne oder Handbrot können daher auch Schwangere ohne Reue genießen. Selbst Reibekuchen, die je nach Region auch Rösti, Kartoffelpuffer oder Reiberdatschi genannt werden, dürfen Sie in der Schwangerschaft bedenkenlos schlemmen, denn die Kartoffelplätzchen werden in Öl ausgebacken und sind somit durchgegart.

Ein wenig achtgeben sollten Sie auf die Beilagen: Während der Kräuterquark unbedenklich ist, können andere Dressings oder auch Kartoffelsalat Mayonnaise und damit rohe Eier enthalten. Fragen Sie daher beispielsweise am Langos-Stand ruhig nach, ob die Knoblauchsoße mit oder ohne Mayonnaise zubereitet wurde. Das ist Ihr gutes Recht als Verbraucherin. Die Standbetreiber sind verpflichtet, Auskunft zu geben.

Vorsicht bei Fisch auf dem Weihnachtsmarkt

Jede Schwangerschaft ist anders: Während der einen Mama in spe schon beim Gedanken an Fisch übel wird, tropft anderen Frauen in anderen Umständen buchstäblich der Zahn. Gebratener Fisch in der Schwangerschaft ist wegen der enthaltenen Omega-3-Fettsäuren sogar sehr gesund und wird daher von Frauenärzten ausdrücklich empfohlen. In der Schwangerschaft ist roher Fisch jedoch ebenso tabu wie rohes Fleisch. Bei rohem Fisch denkt natürlich fast jeder sofort an Sushi. Sushi gehört jedoch nicht zu den typischen, auf deutschen Weihnachtsmärkten angebotenen Speisen. Doch gänzlich ohne Fisch geht es auch hier nicht – vor allem im Norden. Es gibt schließlich noch Räucherfisch, Fischbrötchen und Flammlachs. Beim Flammlachs sollten Sie darauf achten, dass er gut durchgegart und daher innen nicht mehr halb roh ist. Bei den Fischbrötchen sind Brathering, Bismarckhering oder Rollmops in Ordnung. Hier tötet die saure Marinade mögliche Erreger ab. Matjes sollten Sie nach Möglichkeit meiden – auch wenn Sie der Appetit fast umhaut. Hier kann ein gewisses Infektionsrisiko leider nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Gleiches gilt für den Räucherfisch oder beispielsweise die Fischsemmel mit Graved Lachs. Auch hierauf sollten Sie beim Besuch des Weihnachtsmarktes während der Schwangerschaft besser verzichten.

Süße Weihnachtsleckereien auf dem Weihnachtsmarkt

Gebrannte Mandeln, Zimtsterne und Pfefferkuchen duften auf Weihnachtsmärkten immer besonders verführerisch. Hier dürfen Schwangere in Maßen zugreifen. Manchen Gewürzen, wie beispielsweise Zimt oder Kardamom, wird nachgesagt, dass sie Wehen auslösen können. Jedoch sind die im Weihnachtsgebäck enthaltenen Mengen so gering, dass Sie kiloweise die Weihnachtsnaschereien verdrücken müssten, um eine Wirkung auszulösen. Hier sollten Sie sich eher Gedanken über die Kalorienzahl machen, denn es handelt sich um klassische Kalorienfallen. So bringt es eine kleine Portion gebrannte Mandeln (ca. 50 g) immerhin auf stolze 270 Kalorien. Süße Mandeln sind übrigens nicht schädlich fürs Baby. Sie enthalten kaum noch den Stoff Amygdalin, der eine Vorstufe der Blausäure ist. Bittere Mandeln dagegen enthalten noch viel Amygdalin, das im Magen zu Blausäure umgewandelt wird. Schmecken Mandeln bitter, sollten Sie daher umgehend aussortiert werden.

Übrigens … Für viele ist Marzipan eine typische Leckerei, die den Weihnachtsmarktbesuch erst abrundet. Auch wenn Marzipan einen gewissen Anteil an Bittermandeln enthalten und mit Rosenwasser, also Alkohol, abgeschmeckt sein kann, sehen Ernährungsexperten die Süßigkeit in der Schwangerschaft trotz allem nicht als problematisch an. Ein oder zwei Stück Marzipan-Konfekt sind daher erlaubt. Auch hier gilt wie so oft: In Maßen, nicht in Massen genießen!

  • Fisch
  • Gewürze
  • Marzipan
  • Reibekuchen
  • Weihnachten
  • Weihnachtsmarkt
  • Zimt

Darf ich in der Schwangerschaft weich gekochte oder rohe Eier essen?

Als Schwangere sollten Sie keine weich gekochten oder gar rohen Eier essen, denn diese könnten Salmonellen enthalten. Salmonellen sind Bakterien, die eine Lebensmittelvergiftung hervorrufen. Das ist zwar keine direkte Bedrohung für Ihr Baby – aber wenn es Ihnen schlecht geht, dann geht es auch Ihrem Baby nicht gut.
Während der Schwangerschaft ist Ihr Immunsystem vollauf damit beschäftigt, Ihr Baby gesund zu halten. Das bedeutet, dass Sie selbst anfälliger sind für Infektionen. Damit sind Sie auch anfälliger für die Bakterien, die Lebensmittelvergiftungen hervorrufen, wie beispielsweise Salmonellen.
Eine Salmonellenvergiftung ist äußerst unangenehm, egal ob Sie schwanger sind oder nicht. Eine Salmonellenvergiftung zeigt sich häufig durch

  • starkes Erbrechen
  • Durchfall
  • sehr hohes Fieber

Dadurch können Sie viel Flüssigkeit verlieren und dehydrieren, was Ihrem Baby gefährlich werden könnte. Ihr/e Arzt/Ärztin wird dafür sorgen, dass Sie wieder Flüssigkeit bekommen und Ihnen Antibiotika verschreiben.

Rohe Eier finden sich meist versteckt in unseren Lebensmitteln. Vor allem hausgemacht können sie in Sorbet, Baiser, Mousse au chocolat, Mayonnaise, Remoulade, Sauce Hollandaise, Bayrischer Creme, Tiramisu und Zabaione sein.
Supermarkt-Produkte im Glas oder aus dem Tetrapack können Sie ohne Bedenken essen, denn die Eier darin sind vor der Verarbeitung pasteurisiert worden. Damit besteht keine Gefahr mehr.
Falls Sie Speisen mit rohen Eiern zubereiten wollen, wie bestimmte Zuckergüsse, dann versuchen Sie, pasteurisiertes Vollei zu bekommen. Das gibt es im Tetrapack inzwischen manchmal im Supermarkt. Bei der Pasteurisation werden die Eier erhitzt und die Bakterien so getötet.
Salmonellen werden beim Kochen abgetötet. Deshalb können Sie hart gekochte Eier ohne Sorge essen. So machen Sie es richtig:

  • Kochen Sie ein mittelgroßes Ei mindestens sieben Minuten lang.
  • Braten Sie Spiegeleier von beiden Seiten.
  • Achten Sie darauf, dass das Eiweiß Ihres Spiegeleis gar und undurchsichtig geworden ist. Das Eigelb darf nicht mehr matschig, sondern muss richtig fest sein. Ein Spiegelei mittlerer Größe braucht etwa fünf Minuten.

Wenn Sie einen Kuchen mit Eiern backen, dann naschen Sie bitte nicht vom Teig. Waschen Sie sich gründlich die Hände, wenn Sie den Teig geknetet haben. Backen Sie Ihren Kuchen bei mindestens 175 Grad über einen Zeitraum von

  • mindestens 25 bis 40 Minuten bei flachem Backwerk (Blechkuchen, Biskuitboden, Mürbeteig)
  • 30 bis 40 Minuten bei mittelhohem Backwerk (Rührteig)
  • 50 bis 65 Minuten bei hohem Backwerk (Sandkuchen, Kastenkuchen, Käsekuchen, Gugelhupf)

Kontrollieren Sie mit einem Holzstäbchen, ob der Kuchen wirklich durch ist. Klebt noch Teig am Stäbchen, sollte man den Kuchen noch etwas weiterbacken lassen.
Auf Eierschalen können sich ebenfalls schädliche Bakterien befinden. Bewahren Sie Ihre Eier deshalb getrennt von anderen Lebensmitteln auf und waschen Sie immer Ihre Hände, wenn Sie Eierschalen berührt haben.
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Eier sind in diesen Tagen in aller Munde. Klar, denn wenn der Osterhase naht, schmecken Eier besonders lecker. Immerhin gibt es sie ja jetzt auch in allen nur erdenklichen Farben. Schwangere zögern allerdings oft bei Eierspeisen. Denn bei Eiern ist doch Vorsicht geboten, oder?

Eiweiße sind wichtige Bausteine für den menschlichen Körper

Tatsächlich sollten werdende Mütter nur rohe Eier wegen des erhöhten Salmonellen- und Toxoplasmoserisikos meiden. Nicht durchgegarte Eier – also weiche Eier, Spiegeleier und Speisen wie Tiramisu – sind nun leider ein paar Monate tabu. Auf keinen Fall sollten Eier jedoch vom Speiseplan gestrichen werden! Hart gekochte Eier, Kuchen oder durchgegartes Rührei und andere Eierspeisen sind nämlich sehr gesund. Denn Eiweiße und Proteine sind die wichtigsten Bausteine für menschliche Zellen und Bestandteil von Enzymen und Hormonen.

Der wachsende Körper des Kindes benötigt unbedingt tierisches und pflanzliches Eiweiß. Ab dem vierten Schwangerschaftsmonat erhöht sich der tägliche Bedarf um zwanzig Prozent von etwa 50 Gramm auf 60 Gramm am Tag. Eier und mageres Fleisch und Fisch liefern das tierische Eiweiß, ungeschälter Reis, Hülsenfrüchte und Gemüse das pflanzliche.

Eier sind für Schwangere sehr gesund ©Thinkstock

Der Verzehr von Eiern in der Schwangerschaft erhöht Heilungschancen

Eine Studie der Boston University zeigt nun, dass Mütter mit dem Verzehr von Eiern in der Schwangerschaft langfristig die Gesundheit ihrer Kinder fördern. Brustkrebspatientinnen haben einen höhere Überlebenschance, wenn ihre Mütter in der Schwangerschaft Eier gegessen haben.Tierversuche haben bewiesen, dass der Stoff Cholin – enthalten in Eiern und Sojabohnen – beim Nachwuchs das Tumorwachstum reduziert.


Cholin ist für den menschlichen Stoffwechsel wichtig und spielt bei der Übertragung von Nervenimpulsen eine wichtige Rolle. Zudem beeinflusst der Stoff die Erbsubstanz der DNA, sodass die Nahrung der Mutter direkt auf die Genaktivität des ungeborenen Kindes wirkt. Die Ernährung kann zwar nicht verhindern, dass das Kind später an Krebs erkrankt, die Studien haben allerdings bewiesen dass die Versorgung mit Cholin in der Schwangerschaft die Heilungschancen deutlich erhöht.

Ein paar süße Sünden sind erlaubt ©Thinkstock

Schokoladeneier bringen Babys zum Lachen

Doch der Osterhase bringt ja nicht nur Hühnereier. Viele Schwangere freuen sich auf Schokoeier. Finnische Forscher geben Müttern einen Freifahrtschein: Schwangere können ihren Schokso-Heißhunger unbedenklich stillen. Da Schokolade das Glückshormon Seratonin enthält, wirken sich dessen gute Eigenschaften auf den Nachwuchs aus.

Babys von Müttern, die in der Schwangerschaft viel Schokolade gegessen haben, zeigen laut der finnischen Studie ein positiveres Verhalten und lachen häufiger. Auch die Wahrscheinlichkeit an Präeklampsie während der Schwangerschaft zu erkranken soll durch Schokoladenverzehr gesenkt werden.

Auch wenn die Forscher grünes Licht geben: Der süßen Versuchung sollten Schwangere nicht zu sehr nachgeben. Denn beim Baby landet nur ein sehr geringer Teil der Extra-Kalorien. Der Rest macht es sich auf den Hüften oder an anderen unpassenden Stellen bequem.

Aber vielleicht bringt der Osterhase ja statt Naschkram ein nettes Buch oder eine andere nette Aufmerksamkeit? Lassen Sie sich überraschen.


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