Warten auf geburt

Inhalte

Wann muss eine Geburt spätestens eingeleitet werden?

Einleitung oder nicht? Wann sie sinnvoll ist (und wann nicht)

Zuerst einmal gilt trotz aller Statistiken: wenn alles in Ordnung ist, dein Kind und du gut überwacht werden und du ein gutes Gefühl hast, brauchst du nicht unbedingt eine Einleitung. Sobald sich einer dieser Faktoren ändert, kann eine Einleitung jedoch eine gute Möglichkeit sein, um die Geburt anzustoßen, wenn du vorher alles andere probiert hast.

Dass Geburten nicht oder mit Verzögerung von allein starten bzw. einfach mittendrin aufhören ist selten, kann aber vorkommen. Ärzte sprechen dann von einer Wehenschwäche. Sie kann (extrem selten) angeboren sein oder (ebenfalls selten) durch folgende Faktoren ausgelöst werden:

  • Mehrlingsschwangerschaft
    Wenn sich mehrere Kinder eine Gebärmutter teilen, kann das zu Überdehnung führen. Eine Überdehnung kann zum Ausbleiben von Wehen führen.
  • Sehr großes Baby (Vorsicht: Messungenauigkeiten bis zu 1 kg!)
    Wenn das Kind im Verhältnis zum Körper der Frau sehr groß ist, kann es ebenfalls zur Überdehnung kommen. Eventuell ist das Kind auch so groß, dass es nicht richtig ins Becken passt und keinen Druck auf den Gebärmutterhals ausüben kann, der für den Wehenstart nötig wäre.
  • Sehr viel Fruchtwasser
    Manche Frauen haben z.B. aufgrund von Schwangerschaftsdiabetes sehr viel Fruchtwasser. Dadurch wird der Uterus ebenfalls überdehnt. Das Baby hat meist noch viel Platz zum Schwimmen und drückt kaum nach unten.
  • Kind sitzt nicht fest im Becken
    Wie schon beim großen Baby erwähnt, kann eine ungünstige Kindslage (Querlage oder Beckenendlage) abhängig von der Anatomie der Schwangeren den Wehenbeginn verzögern.
  • Kurz aufeinander folgende Geburten
    Wenn eine Geburt mit kurzem Abstand auf die andere folgt, kann die Gebärmutter so geschwächt sein, dass sie keine richtigen Wehen produzieren kann.
  • Die Schwangere ist schon älter
    Je älter die Frau, desto schwächer mitunter die Muskulatur. Das bedeutet zwar nicht, dass jede ältere Schwangere Probleme bei der Geburt haben wird. Es erhöht aber das Risiko für Komplikationen und eben auch das einer Wehenschwäche.
  • Ab ET+14
    Ab zwei Wochen nach Geburtstermin ist das Risiko einer Totgeburt deutlich erhöht. Wenn du nicht gerade sicher bist, dass sich der Arzt beim ET verrechnet hat, ist eine Einleitung nun sehr überlegenswert.

Wenn einer oder mehrere der oben genannten Faktoren bei dir zutreffen, darfst du einer Einleitung gegenüber ruhig offen sein. Das macht es dir dann bei der Geburt leichter, als wenn du von vornherein dagegen bist und verkrampfst.

Ab wann leitet man die Geburt ein?

( Lyubov Kobyakova / )

Nach den aktuellen medizinischen Leitlinien wartet man sieben bis zehn Tage nach dem errechneten Geburtstermin mit der Einleitung, außer es gibt medizinische Probleme, die auf eine mögliche Komplikation hinweisen (z.B. Diabetes der Frau). Dann wird früher eingeleitet.

++ Mehr zum Thema: Diabetes in der Schwangerschaft ++

Statistisch gesehen kommen die meisten Kinder drei Tage nach dem errechneten Geburtstermin zur Welt. Bei der Berechnung des Geburtstermins wird nämlich kein exakter Tag berechnet, sondern nur eine Annäherung an diesen Tag. Man geht von einem 28-Tage-Zyklus der Frau aus und davon, dass alle Kinder am 14. Tag des letzten Zyklus gezeugt wurden. Das entspricht aber nicht der Wirklichkeit. Die Befruchtung findet oft früher oder später statt und auch nicht alle Frauen haben exakte 28-Tage-Zyklen.

Eine eingeleitete Geburt verläuft meistens anders als eine von selbst beginnende. Die ganze Zeit der unregelmäßigen Wehen, die die Frau üblicherweise noch zu Hause verbringen würde und in der sie sich nach und nach an die Wehen gewöhnt, verbringt sie bei einer Einleitung bereits im Krankenhaus. Dadurch ist die Frau auch fokussierter auf die Wehen, zu Hause wäre sie abgelenkter. Und die Vorarbeit, die die unregelmäßigen Wehen oft wie nebenbei leisten, ist bei Beginn der Einleitung ja noch nicht getan. Die Geburt erscheint der Frau dadurch länger, die Wehen kommen von Anfang an in regelmäßigen und kurzen Abständen und werden als schmerzhafter empfunden.

++ Mehr zum Thema: Eröffnungsperiode ++

Eingeleitete Geburten dauern daher oft recht lange. Mutter und Kind können dabei in einen Erschöpfungszustand kommen, der dazu führen kann, dass die Geburt mit Saugglocke beendet werden muss oder mit Kaiserschnitt abgebrochen wird.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von netdoktor.at

Autoren:
Petra Welskop

Aktualisiert am: 18.11.2014 | 00:00

Weitere Artikel zum Thema

Wann beginnt eine Geburt?

Es gibt einige körperliche Anzeichen, die darauf hindeuten können, dass die Geburt bald bevorsteht.

Was passiert bei der Geburt

Die Geburt ist der Abschluss der Schwangerschaft. Diesem Zeitpunkt fiebert jede Schwangere entgegen.

Wassergeburt

In den meisten Kreißsälen gibt es eine Wanne, in der sich die Frau während der Wehen entspannen und ihr Kind auf die Welt bringen kann. …

Wann wird eine Geburt eingeleitet?

Eine Geburtseinleitung kann in vielen Situationen sinnvoll und notwendig sein. Bei den meisten Frauen setzen die Wehen am Ende einer Schwangerschaft auf natürliche Weise ein, ohne dass es einer Einwirkung von aussen bedarf. Doch mitunter benötigt der Geburtsvorgang etwas Unterstützung. Dann werden dir deine Hebamme oder dein Arzt anbieten, die Geburt einzuleiten. Dafür stehen mehrere Methoden zur Auswahl.

Anzeige

In welchen Situationen wird eine Geburt eingeleitet?

Der häufigste Grund für eine Geburtseinleitung ist, dass eine längere Schwangerschaft für dein Baby oder für dich riskant wäre. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn du bereits die 41. Schwangerschaftswoche erreicht hast und trotzdem noch keine Wehen eingesetzt haben. Auch wenn du einen Blasensprung hattest und die Wehen danach nicht innert 24 Stunden von allein begonnen haben, wird man dir wahrscheinlich eine Einleitung anbieten. Bei Diabetes der Mutter wird eine solche Lösung häufig nach der 38. Schwangerschaftswoche angeboten, sofern die Entwicklung des Babys normal verläuft. Und auch bei bestimmten chronischen oder akuten Erkrankungen, etwa bei Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) oder Nierenleiden, ist eine Einleitung der Geburt zu erwägen.

Neben diesen medizinischen Gründen kannst du auch selbst darum bitten, die Geburt zu einem bestimmten Termin einzuleiten, wenn du das möchtest. Übrigens: Wenn die Geburt einige Tage früher einsetzt oder nach der 41. Schwangerschaftswoche noch auf sich warten lässt, ist das im Allgemeinen kein Grund zur Sorge. Denn auch wenn du dir heute aufgrund der diagnostischen Möglichkeiten ziemlich genau deinen Geburtstermin berechnen lassen kannst, ist dieser nur ein ungefährer Anhaltspunkt, denn der Anteil der Babys, die tatsächlich zum errechneten Termin zur Welt kommen, liegt nur im einstelligen Prozentbereich.

Wie werden Geburtseinleitungen vorgenommen?

Ist eine Schwangerschaft überfällig und handelt es sich um das erste Baby der Frau, wird heute meist eine Eipol-Lösung angeboten. Die das Baby umgebende Membran wird dabei behutsam vom Muttermund abgelöst. Die Eipol-Lösung kann im Rahmen einer Untersuchung durchgeführt werden und wirkt erfahrungsgemäss sehr stimulierend auf die Wehen. Eine weitere häufige Methode zur Geburtseinleitung ist die vaginale Gabe von Prostaglandin, einer hormonartigen Substanz, die zur Stimulierung der Gebärmutterkontraktionen beiträgt. Führen beide Methoden nicht zum Erfolg, kann auch Syntocinon als intravenöse Infusion verabreicht werden. Eine sogenannte Blasensprengung (Amniotomie) wird dagegen heute nur noch selten zur Geburtseinleitung vorgenommen.

Homöopathie contra Geburtsschmerzen

Ein häufiges Thema im Zusammenhang mit Geburtseinleitungen ist auch die Frage nach der Linderung der Geburtsschmerzen. Wenn du dir zu diesem Zweck keine Schmerzmittel verabreichen lassen möchtest, kannst du es auch mit homöopathischen Mitteln versuchen. Je nach Art der Geburtsschmerzen kommen dabei zum Beispiel Chamomilla, Belladonna oder Sepia zum Einsatz. Generell gilt: Wenn du Fragen zum Verlauf deiner Schwangerschaft hast oder unsicher bist, ob eine Geburtseinleitung für dich das Richtige ist, solltest du dich an deine Hebamme oder deinen Arzt wenden.

Der Inhalt von LetsFamily.ch ist urheberrechtlich geschützt. Die Informationen von LetsFamily.ch werden mit grösstmöglicher Sorgfalt gepflegt und aktualisiert, Druckfehler und Irrtümer vorbehalten. Die Informationen auf LetsFamily.ch ersetzen keine Untersuchung oder Behandlung durch Ärzte oder medizinisches Fachpersonal.

Natürlich wächst gerade bei werdenden Müttern die Ungeduld mit jedem Tag, den das Baby auf sich warten lässt. Doch besonders beim ersten Kind, ist eine Überschreitung des Geburtstermins nicht unüblich. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wie zuverlässig ist ein errechneter Geburtstermin?

Der Geburtstermin wird in der Regel von deinem Gynäkologen mit der sogenannten Naegele-Regel berechnet: der erste Tag der letzten Periode, minus 3 Monate, plus 7 Tage, plus ein Jahr. Dauert dein Zyklus nicht 28 Tage, sondern ist länger oder kürzer, werden die Tage entsprechend dazugerechnet bzw. davon abgezogen.

Der errechnete Geburtstermin ist eher eine Schätzung und trifft eher selten genau auf den Tag zu. Denn bei der Rechnung wird vorausgesetzt, dass die Schwangere ihre Periode sehr regelmäßig hat und der Eisprung genau in der Mitte des Zyklus stattfindet. Das gilt jedoch nur für wenige Frauen. Die meisten Babys kommen ein paar Tage vor oder nach dem errechneten Geburtstermin.

Weitaus exakter lässt sich der Geburtstermin mit einer Ultraschalluntersuchung vor der 12. Schwangerschaftswoche berechnen. Der Geburtstermin wird nach der ersten manuellen Berechnung also meist noch einmal korrigiert.

Was passiert, wenn ich den Geburtstermin überschreite?

Von einer Terminüberschreitung spricht man erst nach dem Ende der 42. Schwangerschaftswoche, danach spricht man von einer Übertragung. In Deutschland überschreitet laut aktueller Statistik jede dritte Schwangere den errechneten Termin, allerdings bringen nur 0,6 Prozent ihr Baby nach der 42. SSW zur Welt.

Sobald du jedoch „überfällig“ bist, ist dein Arzt verpflichtet, deine Schwangerschaft engmaschiger zu überwachen. Ist deine Schwangerschaft bisher ohne Komplikationen verlaufen, wird dein Gynäkologe einen Ultraschall machen, um das Gewicht deines Babys sowie die Fruchtwassermenge zu überprüfen. Eine weitere gängige Sicherheitsmaßnahme ist das CTG, bei dem die Herztöne deines Babys kontrolliert werden. Wenn alles normal ist, heißt es abwarten und Füße stillhalten.

Ist der Geburtstermin über eine Woche überschritten, wird dein zuständiger Arzt dir eine Einleitung anbieten, bei mehr als zehn Tagen wird er sie empfehlen. Diese Richtlinien setzten immer voraus, dass alles in Ordnung ist. Wird bei einer Untersuchung beispielsweise festgestellt, dass das Fruchtwasser abnimmt, wird dein Arzt dir vermutlich eine sofortige Einleitung empfehlen. Um sicher zu gehen, dass alles normal verläuft, wird nach der Überschreitung des Geburtstermins alle zwei Tage das Fruchtwasser untersucht sowie ein CTG gemacht.

Was kann ich selbst tun, um die Wehentätigkeit anzuregen?

Um eine künstliche Einleitung zu vermeiden, gibt es viele Möglichkeiten die Wehentätigkeit auf natürliche Art anzuregen. Himbeerblättertee trinken, scharfes Essen, ein warmes Bad, Sex oder lange Spaziergänge können helfen – frag am besten deine Hebamme um Rat.

Ist der Geburtstermin überschritten, gilt es aber vor allem Geduld zu haben. Sitz deswegen nicht den ganzen Tag Zuhause und warte darauf, dass sich etwas tut, sondern lenk dich ab. Triff dich mit einer Freundin oder geh abends mit deinem Partner ins Kino oder Essen. Dein Baby wird sich früher oder später auf den Weg machen.

Weiterstöbern:

Periduralanästhesie (PDA): Vor- und Nachteile der schmerzfreien Geburt

Hausgeburt: Alle Infos zum Ablauf und den Vorteilen und Risiken

Wochenbett: Was dich erwartet & warum es so wichtig ist

Übertragung

Eine normale Schwangerschaft dauert, berechnet nach dem 1. Tag der letzten Regelblutung, im Mittel 280 Tage oder 40+0 Schwangerschaftswochen (SSW). Mehr als 40 Prozent aller Geburten finden jedoch später statt, wobei in vielen Fällen einfach der Geburtstermin nicht genau berechnet werden konnte. In den ersten 14 Tagen nach dem errechneten Termin (von 40+1 bis 41+6 SSW) spricht man von einer Terminüberschreitung, nach 14 Tagen (also nach 42 abgeschlossenen Wochen oder 294 Tagen) von einer Übertragung.

Wieso kommt es zu einer Übertragung?

Warum einige Schwangerschaften den Geburtstermin deutlich überschreiten, ist umstritten. Faktoren wie das Alter, die ethnische Herkunft, die Parität (Übertragung ist häufiger bei Erstgebärenden) und ein hoher Body-Mass-Index der Schwangeren werden als mögliche mütterliche Einflussfaktoren diskutiert. Beim Kind könnten das Geschlecht (Knaben werden häufiger übertragen), die Erbanlagen und die Wachstumsgeschwindigkeit Einfluss auf die Schwangerschaftsdauer haben. Interessant ist zudem, dass den väterlichen Genen eine bedeutende Rolle zukommt. Ein Partnerwechsel scheint das Wiederholungsrisiko (ca. 30 bis 40% für nachfolgende Schwangerschaften) zu verringern.

Was kann man tun, wenn die Wehen einfach nicht beginnen wollen?

Eine echte Übertragung kommt heutzutage selten vor, weil aufgrund der frühen Ultraschall-Untersuchung um die 12. Schwangerschaftswoche der Geburtstermin genauer bestimmt werden kann und Schwangerschaften nach dem Termin besonders engmaschig überwacht werden.

Alternative Wehenanregung

Das können Sie selbst unterstützend tun, wenn die Wehen nicht kommen wollen….

Massnahmen zur Wehenstimulation

Ausserdem wird in vielen Spitälern üblicherweise schon sieben bis zehn Tage nach dem errechneten Termin eine Geburt mit Medikamenten eingeleitet. Dazu werden heutzutage normalerweise Prostaglandine in Gel- oder Zäpfchenform in die Vagina eingeführt (Zervixreifung). Dieser Wirkstoff sorgt dafür, dass der Muttermund allmählich weich wird und sich erweitert, und stimuliert gleichzeitig die Kontraktionen der Gebärmutter. Wenn der Muttermund bereits etwas eröffnet ist, funktioniert die ältere Methode zum Auslösen der Wehen durch eine Blasensprengung und/oder eine intravenöse Gabe von Wehenhormon (Oxytozin) für gewöhnlich gut. Beruhigend ist, dass aufgrund neuer Studien nach einer Weheneinleitung kein erhöhtes Risiko für eine Kaiserschnittentbindung besteht.

Warum ist eine Wehenanregung notwendig?

Grund für das medizinische Einschreiten ist das Risiko, das mit einer Übertragung einher gehen kann. In einigen Schwangerschaften kommt es zu einer Funktionseinschränkung des alternden Mutterkuchens, also eine sogenannte Plazentainsuffizienz. Als Folge davon kann die Versorgung des Babys mit Sauerstoff und Nährstoffen vermindert sein.

Untersuchungen bei Überschreiten des Geburtstermins

Hinweise auf einen solchen Zustand liefern unter anderem

  • eine reduzierte Fruchtwassermenge, gut erkennbar bei der Ultraschalluntersuchung,
  • eine unzureichende Blutzufuhr zum Kind, erkennbar durch eine Doppleruntersuchung oder ein CTG, das ohne Wehenbelastung durchgeführt wird = non-stress-test
  • oder ein zu langsames Wachstum des Babys in der Gebärmutter, ebenfalls erkennbar in der vorgeburtlichen Wachstumskurve (Ultraschall).

Bei einer normalen Plazentafunktion wiederum kann das ungeborene Kind weiterwachsen, was möglicherweise zu einem höheren Geburtsgewicht des Kindes führt. Schwere Neugeborene verursachen jedoch häufiger Komplikationen unter der Geburt. Die Bestimmung des kindlichen Gewichtes mittels Ultraschall ist allerdings immer noch oft sehr ungenau und Geburtseinleitungen aufgrund des kindlichen Gewichtes daher umstritten.

Überschreitet die Schwangerschaft den errechneten Geburtstermin, wird sie regelmässiger überwacht:

  • 37+0 bis 39+6 Schwangerschaftswochen: Bei komplikationslosen Schwangerschaften gibt es keinen Anlass zur Geburtseinleitung. Bei einem mütterlichen Alter von über 40 Jahren kann ab 39+0 SSW eine Geburtseinleitung angeboten werden.
  • 40+0 bis 40+6 Schwangerschaftswochen: Am errechneten Geburtstermins wird noch einmal festgestellt, ob tatsächlich eine risikoarme Schwangerschaft vorliegt. Hierzu ist eine Ultraschallkontrolle mit fetaler Gewichtsschätzung und die Bestimmung der Fruchtwassermenge sinnvoll, damit eine intrauterine Wachstumsretardierung des Kindes nicht übersehen wird. Ist hier alles in Ordnung und zeigt sich keine akute Gefährdung von Mutter und Kind, kann bis 40+6 SSW abgewartet werden. Allerdings wird eine Kontrolle alle 3-4 Tage empfohlen, bei dem unter anderem die kindlichen Herztöne mit dem CTG abgehört und aufgezeichnet werden.
  • 41+0 bis 41+6 Schwangerschaftswochen: Ab 41+0 SSW sollte eine Geburtseinleitung angeboten werden, ab 41+3 SSW ist sie zu empfehlen. Möchte die werdende Mutter nach Aufklärung und Beratung noch bis zum Ende der 41. Woche (also 41+6 SSW) warten, ist das ärztlich vertretbar. Bedingung: Keine absehbaren Risiken, CTG-Untersuchung und Messung der Fruchtwassermenge alle zwei Tage – oder sogar jeden Tag.
  • Ab 42+0 Schwangerschaftswochen: Nun ist eine Beendigung der Schwangerschaft durch Weheneinleitung oder einen Kaiserschnitt auch bei bisher unkompliziertem Verlauf nicht mehr zu vermeiden, um Mutter und Kind nicht zu gefährden.

Linksammlung „Geburtskarten“

Häufige Fragen zum Thema

Was ist ein Wehenbelastungstest? Kann man damit auch die Geburt auslösen?

Ich bin fünf Tage über dem Termin und nichts tut sich. Mein Frauenarzt hat jetzt von einer Muttermunddehnung gesprochen. Ist das schmerzhaft?

Newsticker

Geburtseinleitung hat auch Vorteile: Als noch zeitgerecht gilt eine Geburt bis zur 42. Schwangerschaftswoche. Danach wird z.B. mit wehenfördernden Hormonen eingeleitet – oder abgewartet. Die Geburtseinleitung wurde oft als allzu bequeme Lösung angeprangert. Auch ging man bisher davon aus, dass die künstliche Einleitung der Wehen häufiger im Kaiserschnitt endet. Das stimmt aber nicht, wie eine Metastudie der renommierten Stanford University jetzt zeigte. Frauen, bei denen einfach weiter abgewartet wird, benötigen öfter einen Kaiserschnitt als jene, bei denen man Massnahmen zur Geburtseinleitung ergreift. Zudem kamen die Babys, die man länger im Bauch der Mutter liess, häufiger mit Mekonium im Fruchtwasser zur Welt – ein Hinweis auf Stress im Mutterleib. Fazit: Je später die Geburt, desto kritischer wird die Situation für Mutter und Kind. (swissmom Newsticker, 4.7.15)

Letzte Aktualisierung : 22-07-19, BH

Geburtstermin errechnen: So stark variiert die Schwangerschaftsdauer

280 Tage dauert eine Schwangerschaft laut Lehrbuch – aber nur für vier Prozent der werdenden Mütter. Forscher konnten nachweisen, dass die Dauer starken Schwankungen unterliegt und Geburtstermine bisher falsch berechnet wurden. Diese Erkenntnis kann Auswirkungen auf den Geburtsverlauf haben.

Schwangerschaftskalender – Das passiert nach der Befruchtung

Schwangerschaftskalender
Das passiert nach der Befruchtung

Bis zu fünf Wochen variiert die Dauer einer normalen Schwangerschaft, komplizierte Verläufe und Frühgeburten ausgeklammert. 37 Tage, die die Ärzte bisher beim Errechnen des Geburtstermins nicht auf der Liste hatten. 37 Tage, die einen enormen Einfluss haben auf den Geburtsverlauf, die über Einleitung von Geburten oder über die Verlängerung einer Schwangerschaft entscheiden können.

Neue Methode ermittelt exakten Geburtstermin

Ein US-amerikanisches Forscherteam um Anne Maria Jukic vom National Institute of Environmental Health Sciences hat eine Methode entwickelt, mit sich exakt berechnen lässt, wann vor einer Schwangerschaft der Eisprung stattfand und sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter eingenistet hat. Genau dies war bisher nur schwer oder ungenau zu bestimmen.

Bisher schätzte man den Moment der Befruchtung nach den Daten der letzten Monatsblutung oder anhand eines Ultraschalls – beides seien sehr ungenaue Annäherungen, wie die Forscher in „Oxford Journals“ schreiben.

268 Tage schwanger statt 280: Hormone geben Aufschluss

Die Wissenschaftler untersuchten Urinproben der Studienteilnehmerinnen, die auf natürlichem Weg schwanger geworden waren. Die Konzentration verschiedener Hormone, vor allem Progesteron und Östrogen, gibt Aufschluss. Diese Methode gab den Forschern die Möglichkeit, in den 125 Fällen den Geburtstermin auf den Tag genau zu ermitteln. „Die durchschnittliche Zeit vom Eisprung bis zur Geburt beträgt 268 Tage, also 38 Wochen und zwei Tage“, wird Jukic in Portal netdoktor.de zitiert. Allerdings schwanken die Geburtstermine rund um den Durchschnitt um bis zu 37 Tage in beide Richtungen.

Die weite Spanne von 37 Tagen verblüffte auch die Forscher. Dabei handelte es sich durchweg um normale Schwangerschaften, ohne Komplikationen. „Es ist schon länger bekannt, dass die Dauer der Schwangerschaften stark variiert. Allerdings nahmen wir immer an, dass das an Ungenauigkeiten der Berechnungsmethoden lag“, so Jukic. „Unsere Messmethoden schließen diese Fehlerquellen aus, trotzdem haben wir Unterschiede von fünf Wochen gefunden!“

Die entscheidenden ersten zwei Wochen

Die Daten zeigen, dass Embryos, die länger für die Einnistung in der Gebärmutter gebraucht hatten, auch länger im Bauch der Mutter blieben. Die ersten beiden Wochen sind nicht nur hier entscheidend: Wenn zu Beginn der Schwangerschaft eine bestimmte Hormonreaktion relativ spät erfolgte, verkürzte sich die Dauer der Schwangerschaft um rund zwölf Tage. „Es ist erstaunlich, dass sich so früh in der Schwangerschaft Sachen ereignen, die den Zeitpunkt der Geburt stark beeinflussen – obwohl dieser noch Monate entfernt ist“, sagt die Forscherin gegenüber netdoktor.de.

280 Tage oder 268 Tage? Für werdende Mütter ist dies ein riesiger Unterschied: zwölf Tage länger auf das Baby warten, fast zwei Wochen länger grübeln und am Wehenschreiber des Frauenarztes verbringen.

Jedes Lebensjahr ein Tag

Die Wissenschaftler fanden neue Zusammenhänge und Faktoren, die die Dauer der Schwangerschaft beeinflussen:

  • Alter der Mutter: Jedes Lebensjahr der Mutter bedeutet in der Tendenz einen weiteren Schwangerschaftstag.
  • Frauen, die selbst schwere Babys gewesen sind, bleiben länger schwanger.
  • Frauen, die einmal eine lange Schwangerschaft ausgetragen haben, werden auch bei folgenden Schwangerschaften mit einer längeren Dauer rechnen können.

Enorme Bedeutung für Geburtsverlauf in Klinik

Im Gegensatz dazu sahen die Autoren der Studie keinen Zusammenhang zu den bisher angenommenen Einflussfaktoren wie Body Mass Index (BMI) oder Alkoholkonsum: „Die Dauer von Schwangerschaften kann also stark variieren“, betont die Wissenschaftlerin Jukic. Ein wichtiger Aspekt, den Ärzte wohl in Zukunft berücksichtigen müssen, wenn es darum geht, eine Geburt vorzeitig einzuleiten, oder eine Schwangerschaft künstlich zu verlängern.

Geburtsterminrechner: Den voraussichtlichen Geburtstermin einfach selbst berechnen

  • Geburtenranking: In welchen Monaten die meisten Babys geboren werden
  • Interaktive Grafik: Entwicklung des Babys im Mutterleib
  • Video: Männer mit Wehen gefilmt
  • Überstürzte Geburt: Wenn es das Baby besonders eilig hat

Bei „t-online.de Familie“ finden Sie alles, was Eltern bewegt: Jetzt Fan werden und mitdiskutieren!

41. und 42. Schwangerschaftswoche (SSW)

Die Mutter – die letzte Entspannungszeit vor der Geburt

Für die Mutter kann das Warten jetzt zur wirklichen Belastung werden. Der Klinikkoffer ist gepackt, nicht nur die Eltern selbst, sondern auch Angehörige und Freunde rechnen stündlich damit, dass der neue Erdenbürger endlich seine Bereitschaft zeigt, auf die Welt zu kommen. Zudem wird die Schwangerschaft mit jeder Woche anstrengender und schwerer. Um Ihr Baby müssen Sie sich in dieser Zeit jedoch keine Sorgen machen, Ihr Arzt wird auf beginnende Probleme umgehend reagieren.

Bleiben Sie gelassen, auch Ihre Schwangerschaft kann und wird nicht ewig dauern. Nutzen Sie die Zeit dafür, vor den Anstrengungen der Geburt und dem Beginn des Lebens mit Ihrem Baby nochmals Energie zu tanken. Mit gesunder Ernährung, ausreichend Schlaf und Ruhepausen, leichter Schwangerschaftsgymnastik oder Schwimmen bereiten Sie sich auf die bevorstehende Geburt in optimaler Weise vor. Schön ist, wenn Sie und Ihr Partner auch noch etwas Zeit für gemeinsame, entspannte Stunden haben. Das „Auffüllen Ihrer Batterien“ hat übrigens gerade jetzt auch eine sehr praktische Komponente: Wenn Sie vor dem Beginn des Geburtsprozesses bereits sehr erschöpft sind, hat Ihr Körper möglicherweise nicht genug Kraft, Wehen auszulösen und die Geburt voranzutreiben.

Selbst können Sie nicht allzu viel tun, um die Geburt in Gang zu bringen. Spazierengehen, Treppensteigen oder warme Bäder gelten zwar als wehenfördernd – allerdings nur dann, wenn Ihr Baby ohnehin für die Geburt bereit ist. Erfahrende Hebammen raten ausserdem zu einer sehr angenehmen Art der Wehenförderung: Durch Sex gelangen zusammen mit der männlichen Samenflüssigkeit auch natürliche Prostaglandine (Eröffnungshormone) in die Vagina und bis an den Muttermund. Ihr Baby kann dadurch keinen Schaden nehmen, bis zum Einsetzen der ersten Wehen sprechen keinerlei medizinische Gründe gegen körperliche Zärtlichkeit und Sex.

Geburtseinleitung und Wehenförderung

Spätestens gegen Ende der 42. SSW werden Hebamme und Arzt mit der aktiven Einleitung der Geburt beginnen. Eine solche ist sowohl durch naturheilkundliche Methoden als auch medizinische Eingriffe möglich.

Wichtig: Auch naturheilkundliche Verfahren zur Wehenförderung dürfen unter keinen Umständen ohne medizinische Begleitung angewendet werden. Größtenteils kommen sie daher erst im Geburtshaus oder der Geburtsklinik zum Einsatz. Ihre Hebamme wird vielleicht zuerst versuchen, ob und wie Sie auf eine Aromatherapie mit verschiedenen ätherischen Ölen oder Kräutern reagieren. Weitere Methoden zum Auslösen von Wehen sind Einläufe, Brustwarzenstimulation oder auch homöopathische Mittel. Die Wirkung des sogenannten Wehen-Cocktails beruht vor allem auf der abführenden Wirkung von Rizinus, kann zu sehr heftigen spontanen Wehen führen, ist jedoch für Mutter und Kind nicht ganz risikolos, falls sich der Muttermund noch nicht geöffnet hat.

Wenn die naturheilkundlichen Methoden zur Geburtseinleitung nicht das gewünschte Ergebnis bringen oder dafür keine Zeit mehr ist, stehen Hebamme oder Arzt einige weitere Verfahren zur Verfügung:

  • die künstliche Eröffnung der Fruchtblase, die heute allerdings nur noch selten vorgenommen wird
  • die Eipolablösung, also das manuelle Ablösen der Fruchtblase vom Gebärmutterhals
  • das Einbringen von künstlichen Prostaglandinen in die Vagina
  • die Infusion des Hormons Oxytocin (Syntocinon) – der sogenannte Wehentropf.

Vor einer künstlichen Geburtseinleitung besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Möglichkeiten dazu erfolgversprechend sind, welche Sie persönlich präferieren und welche Schmerzmittel Sie gegebenenfalls bekommen möchten. Falls der Versuch, die Geburt künstlich einzuleiten, misslingt, wird Ihr Geburtshelfer sie dazu beraten, ob ein weiterer Anlauf – eventuell auch mit einem stärkeren Mittel – oder ein Kaiserschnitt die sinnvollere Alternative ist.

Übertragung: Wenn das Baby auf sich warten lässt

Der Geburtstermin ist überschritten – das Baby macht keine Anstalten, aus Mamas Kugelbauch auszuziehen. Was nun? Hier erfahren Sie, wann Ärzte und Hebammen von Übertragung sprechen und wann die Geburt eingeleitet wird.

Im Mutterpass steht das Datum dick und fett, an dem das Baby endlich das Licht der Welt erblicken soll. 40 Wochen lang fiebert jede werdende Mama auf genau diesen Termin hin. Spätestens ab der 37. Woche ist die Kliniktasche gepackt, die Erstausstattung gewaschen und in die Kommode geräumt, alle Anträge sind ausgedruckt, letzte Besorgungen erledigt. Wenn der kleine Mitbewohner sich dann aber bis zum Tag X noch immer nicht anschickt, sein gemütliches Zuhause zu verlassen, steigt die Nervosität und Sorge. Hier möchten wir gleich Entwarnung geben: Es ist völlig normal, dass der errechnete Geburtstermin überschritten wird. Das Zeitfenster, in dem das Baby normalerweise auf die Welt kommt, beginnt mit der 37. Woche und endet mit der 42. Woche.

Kommt das Baby nach dem errechneten Termin auf die Welt spricht man laut Definition der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe von einer Terminüberschreitung. Die Übertragung, von der umgangssprachlich oft die Rede ist, beginnt eigentlich erst nach 42 abgeschlossenen Schwangerschaftswochen. Auf den errechneten Geburtstermin sollten Sie sowieso nicht allzu viel geben: Er wird an Hand der sogenannten Nägele-Regel basierend auf dem ersten Tag der letzten Periode berechnet und nicht an Hand des Tages, an dem das Kind gezeugt wurde. Grade mal vier von hundert Kindern kommen am errechneten Geburtstermin (ET) zur Welt…

Wann ist es soweit?

Geburtstermin berechnen: Ganz einfach den ET bestimmen

Weiterlesen Wann ist es soweit? Weiterlesen

Was passiert nach dem errechneten Geburtstermin?

Was Mütter in spe dann letztlich doch oft nervös werden lässt: Kaum ist der errechnete Geburtstermin überschritten, wird die ärztliche Überwachung engmaschiger. Normalerweise wird jetzt alle zwei Tage untersucht, ob mit Mutter und Kind alles in Ordnung ist. Bei den Hochschwangeren entsteht dadurch leicht der Eindruck, dass mit dem Baby etwas nicht stimmen könnte.

Überwachung nach Terminüberschreitung

Bei den Untersuchungen nach Terminüberschreitung achtet der Arzt vor allem darauf, ob die Plazenta noch in der Lage ist, das Baby gut und ausreichend zu versorgen. Denn wenn der Mutterkuchen altert, wird das Baby nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Ebenfalls wichtig: Ist noch genug des für das Baby lebenswichtigen Fruchtwassers da? Sind diese beiden Kriterien positiv, ist es völlig unproblematisch, dass Ihr Baby „überfällig“ ist.

Diese Untersuchungen und Beobachtungen helfen Ärzten und Hebammen, den Zustand des Babys abzuschätzen:
● Schätzung der Fruchtwassermenge und Zustand der Plazenta (mittels Ultraschall)
● Messung der kindlichen Herztöne und Wehentätigkeit der Mutter (mittels CTG)
● Messen des Bauchumfangs
● Aktivität des Kindes (Regelmäßige Kindsbewegungen sind ein gutes Zeichen)
● Frage nach Auffälligkeiten

Eine genaue Richtlinie, wann und wie häufig welche Untersuchungen durchgeführt werden sollen, existiert bislang nicht, die Empfehlung kann sich also von Arzt zu Arzt unterscheiden. Die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe für Frauenärzte lautet: Mit Ende der 41. Schwangerschaftswoche sollen diese eine Einleitung der Geburt empfehlen, bis Ende der 42. Woche sollte das Kind auf der Welt sein – spontan, mit einer Geburtseinleitung oder per Kaiserschnitt. Ärzte wollen bei einer Terminüberschreitung lieber auf Nummer sicher gehen und raten häufig eher früher als später die Geburt einzuleiten. Ein Grund hierfür: Beim CTG kann immer nur der Ist-Zustand gemessen werden, eine Vorhersage, wie sich das Baby in den nächsten Tagen entwickeln wird, ist nicht möglich. Eine echte Übertragung jenseits der 42. Schwangerschaftswoche ist damit äußerst selten geworden.

Wehen fördern: 8 Tipps, um das Baby zu locken

Bilderstrecke starten (9 Bilder)

Risiken einer Übertragung

● Plazentainsuffizienz, d.h. die Plazenta ist aufgrund der Alterung in ihrer Funktionsfähigkeit eingeschränkt.
● Verlängerte Dauer der Geburt
● Sauerstoffmangel

Ein Blick in die Statistik zeigt: Bei einer Übertragung ist die Sterblichkeitsrate bei der Geburt leicht erhöht. Wobei hierbei nicht erwiesen ist, ob das an der extra-langen Schwangerschaft liegt oder vielleicht daran, dass mit dem Baby etwas nicht stimmt.

Viele Ärzte raten einige Tage nach dem errechneten Geburtstermin zu einer künstlichen Einleitung der Geburt, auch wenn es Ihrem Baby rundum gut geht. Auf Seite 2 erfahren Sie, wie die Geburt künstlich eingeleitet wird und welche Risiken sie birgt: ➤ Einleitung der Geburt

Einleitung der Geburt

Bei einer Geburtseinleitung werden die Wehen künstlich in Gang gebracht. Eine Einleitung wird Ihnen angeraten, wenn Sie jenseits der 41. Schwangerschaftswoche sind, Sie einen Blasensprung, aber keine Wehen haben, unter Diabetes leiden oder eine Präeklampsie haben.

Viele Ärzte raten ab der 41. Woche generell zu einer künstlichen Einleitung der Geburt, egal wie gut es dem Baby geht und wie gut die Versorgung über die Plazenta ist. Künstliche Einleitung heißt: Mit Hilfe von Medikamenten werden die Wehen ausgelöst.

Diese Verfahren wirken wehenauslösend

● Wehengel oder -zäpfchen (Prostaglandine oder Oxytocin) soll lokal aufgetragen bzw. eingeführt die Wehen auslösen. Wird angewandt, wenn der Muttermund noch nicht reif ist. Teilweise reicht diese Maßnahme schon aus, um die Geburt in Gang zu bringen.
● Wehentropf (Infusion des Hormons Oxytocin): Wird meist eingesetzt, wenn der Muttermund schon weich und leicht geöffnet ist.
● Öffnen der Fruchtblase über den Gebärmutterhals (Blasensprengung, Amniotomie): Mit einem nicht schmerzhaften Schnitt wird die Fruchtblase geöffnet, um dadurch die Wehen auszulösen.

Wenn Sie unsicher sind, was Sie von der Empfehlung zur künstlichen Einleitung halten, fragen Sie auf jeden Fall Ihren Arzt nach seinen Gründen für seine Empfehlung. Wenn Sie eine Hebamme haben, der Sie vertrauen, bitten Sie sie um ihren Rat. Und scheuen Sie sich nicht, sich einen Tag Bedenkzeit zu erbeten. Oft ist dieser Tag Aufschub die Lösung, denn in den allermeisten Fällen beginnt die Geburt vor Abschluss der 42 Wochen spontan. Sprechen allerdings eindeutige medizinische Gründe für eine Einleitung, zögern Sie bitte nicht, sich rasch einen Termin für die Geburtseinleitung geben zu lassen.

Fragen und Antworten rund um die Geburtseinleitung

Die Begeisterung über eine künstliche Einleitung ist bei vielen Frauen nicht allzu groß. Hier haben wir einige Ängste und Sorgen von Müttern gesammelt – und ihnen die Expertenmeinung gegenübergestellt:
Fazit: Eine künstliche Einleitung der Geburt fühlt sich in einigen Fällen anders an als eine spontan beginnende Geburt. Aber ernsthafte Nebenwirkungen sind eine absolute Ausnahme. Die Medikamente werden so dosiert, dass sie einer spontanen Geburt möglichst ähnlich sind.

Wichtig zu wissen

● Eine Einleitung der Geburt benötigt das Einverständnis der Mutter.
● Geburtseinleitungen mittels Medikamenten dürfen nur in Kliniken stattfinden.
● Nach der künstlichen Einleitung der Geburt ist eine ärztliche Kontrolle von Mutter und Kind wichtig.

Ob die Wehen doch noch von alleine eingesetzt haben, ob Ihr Kind per Einleitung oder vielleicht mit Hilfe eines Kaiserschnitts auf die Welt kam: Wenn Sie Ihr Neugeborenes das erste Mal im Arm halten, seinen zarten Duft einatmen und sein Händchen Ihren Finger umklammert, wird die Aufregung und Anspannung der letzten Tage von Ihnen abfallen. Und falls Sie sich jetzt wundern, warum Ihr Baby ganz lange Finger- und Fußnägel hat, seine Haut so faltig ist und keine Käseschmiere hat: Das sind kleine Zeichen für eine Übertragung, die allesamt nicht tragisch sind. Wie Sie Ihr Baby jetzt pflegen erfahren Sie hier: Babypflege – Tipps und Infos im Überblick
Und hier finden Sie viele Tipps und Informationen rund ums Wochenbett.

About the author

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.