Wann schließt die fontanelle?

Wann schließt sich Babys Fontanelle?

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Was ist eine Fontanelle?

Fontanellen sind die Punkte, an denen die Schädelplatten aufeinandertreffen. Bei Babys bestehen sie noch aus Bindegewebe, bis die Schädelplatten vollständig miteinander verwachsen sind. Es gibt insgesamt sechs Fontanellen am menschlichen Schädel, allerdings sind nur zwei davon bei Babys sicht- und fühlbar: Die Große Fontanelle befindet sich oberhalb der Stirn auf dem Vorderkopf und die Kleine Fontanelle am hinteren Ende des oberen Schädels. Die Größe der Großen Fontanelle unterscheidet sich von Kind zu Kind stark: Im Durchschnitt misst sie zwei mal zwei Zentimeter, ist aber bei den einen nur pfenniggroß und kann bei den anderen einen Durchmesser von bis zu viereinhalb Zentimeter haben.

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Welchen Zweck hat eine Fontanelle?

Die Natur hat sich die Fontanellen ausgedacht, damit unsere Kinder überhaupt das Licht der Welt erblicken können. Durch die weichen Schädelknochen und die Fontanellen ist der Säuglingsschädel sehr flexibel. Damit sind die Babys in der Lage, sich durch den engen Geburtskanal zu zwängen, weil der Babykopf sich je nach Bedarf verformt. So sind unsere Kinder auch auf die ärgsten „Engpässe“ vorbereitet. Mütter, die ohne Kaiserschnitt entbunden haben, sind oft ein wenig geschockt, wenn sie ihr Kind nach der Geburt zum ersten Mal sehen, weil es einen spitzen oder schrägen Kopf hat. Die Sorgen sind aber unbegründet, denn der Schädel stellt meist innerhalb weniger Tage bis Wochen seine symmetrische Form wieder her.

Auch nach der Geburt ist eine gewisse Formbarkeit des Schädels wichtig. Sie gibt dem Gehirn den nötigen Platz für sein Wachstum.

Wann schließen sich die Fontanellen?

In den ersten zwei Monaten nach der Geburt vergrößern sich die Fontanellen zunächst noch ein bisschen, weil der Schädel zu wachsen beginnt. Der Zeitraum bis zum vollständigen Schließen der Schädelknochen eines Kindes ist unterschiedlich lang. Manchmal ist der Schädel schon mit zwölf Monaten geschlossen, meist dauert es aber eher 24 Monate, in seltenen Fällen schon mal drei bis vier Jahre. Mache Dir also keine Sorgen, wenn Du den Eindruck hast, dass die Fontanelle nicht zuwächst. Du kannst Dich darauf verlassen, dass Dein Kinderarzt diese Entwicklung während der Vorsorgeuntersuchungen überwacht.

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Fontanelle: Was ist zu beachten?

Die Große Fontanelle lässt sich über der Stirn Deines Babys sehr leicht ertasten. Wenn Du mit den Fingern darüberstreichst, wirst Du ein Pochen spüren. Die Fontanelle pulsiert, da sich die Blutgefäße darunter befinden. Fließt Blut durch, beginnt die Stelle etwas zu pochen.Natürlich gehst Du mit dem Köpfchen Deines Babys vorsichtig um und auch wegen der Fontanelle musst Du Dir keine Sorgen machen. Du darfst sie ruhig behutsam berühren. Die Sorge vieler Eltern, die Fontanelle sei sehr empfindlich, ist unbegründet. Fontanellen sind durch ein robustes Gewebe bedeckt, das dem Gehirn ausreichendend Schutz bietet. Deswegen darf man auch kleinen Babys schon behutsam über den Kopf streichen.

Die Fontanelle als Krankheitsalarm

Das Aussehen der Fontanelle gibt Hinweise auf mögliche Krankheiten Deines Kindes: Wenn sich die Kopfhaut an der Stelle nach außen wölbt oder einfällt, solltest Du Dich schnellstens an einen Kinderarzt wenden.

Fontanelle beim Baby

Was sollten Eltern beim Umgang mit der Fontanelle beachten und wann schliesst sich die kindliche Schädeldecke vollständig?

Die grosse (vordere) Fontanelle ist am auffälligsten. Manchmal ein wenig erschrocken, zumeist jedoch fasziniert, reagieren junge Eltern, wenn sie das erste Mal über die kleine weiche Stelle oberhalb der Stirn ihres Babys streicheln. Die grosse Fontanelle ist eine im Durchschnitt zwei mal zwei Zentimeter grosse, rautenförmige Öffnung zwischen den Schädelplatten. Sie lässt sich sehr leicht ertasten. Zumeist können die Eltern an dieser Stelle sogar fühlen und beobachten, wie das Blut pulsiert. Tatsächlich ist die grosse Fontanelle nur eine von insgesamt sechs. Eine kleine dreieckige weiche Stelle befindet sich an Babys Hinterkopf. Vier weniger gut spürbare, winzig kleine Fontanellen befinden sich rechts und links in Höhe der Schläfen und an der Hinterkopfunterseite.

Wofür sind die Fontanellen gut?

Als der Mensch im Laufe der Evolution den aufrechten Gang erlernte, verkleinerte sich gleichzeitig sein Becken. Dadurch wurde es auch für die Geburt eines Babys enger. Die noch offenen Stellen am Babyköpfchen erlauben, dass sich die Schädelknochen gegeneinander (manchmal auch übereinander) verschieben können, das Köpfchen durch den engen Geburtskanal passt, und unmittelbar nach der Geburt ein rascher Druckausgleich gewährleistet ist.

Eine weitere wichtige Aufgabe der Schädelnähte und Fontanellen ist es, dem kindlichen Gehirn, welches während der ersten Lebensmonate rasant an Volumen zunimmt, ein ungehindertes Wachstum zu ermöglichen.

Weil sich das Wärmeregulierungssystem Ihres Babys erst vollständig entwickeln muss und über den Kopf und die grosse Fontanelle besonders viel Wärme verloren geht, sollten Sie Ihrem kleinen Schatz, zumindest nach dem Baden während der ersten Lebenswochen, immer ein leichtes Mützchen aus dünner Baumwolle anziehen. Sofern Sie nach draussen gehen, ziehen Sie dann je nach Wetterlage, eine dickere Mütze, beispielsweise aus Wolle, darüber.

Wie erkennen Eltern, dass mit der Fontanelle alles in Ordnung ist?

Die fünf kleineren Fontanellen schliessen sich recht schnell. Anders dagegen verhält es sich mit der grossen Fontanelle über Babys Stirn. Diese lässt sich mit den Fingern sehr leicht ertasten. Auch der Puls ist zumeist gut sichtbar.

Natürlich werden Sie mit dem Köpfchen Ihres Babys immer sehr behutsam umgehen. Bezüglich der Fontanelle brauchen Sie sich jedoch keine besonderen Sorgen zu machen. Die Schädelplatten Ihres Babys sind mit sehr robustem Bindegewebe verbunden, welches für ausreichend Schutz sorgt. Erst darüber spannt sich dann die Kopfhaut. Sie dürfen die Fontanelle ruhig behutsam anfassen.

Falls Sie unsicher sind, ob alles in Ordnung ist, achten Sie bitte auf Folgendes:

  • Wenn Sie Ihr Baby aufrecht halten, ist die Fontanelle flach oder leicht eingesunken.
  • Wenn Ihr Baby liegt, ist sie flach oder wölbt sich leicht nach aussen.
  • Wenn Sie vorsichtig darüber streichen, fühlt sich die Stelle weich an.

Falls Sie alle Fragen mit „Ja“ beantworten können, ist vermutlich alles in bester Ordnung. Sollten Sie dennoch unsicher sein, fragen Sie am besten Ihre Nachsorgehebamme oder den Kinderarzt.

Falls sich die grosse Fontanelle in aufrechter Position nach aussen statt nach innen wölbt, im Liegen deutlich einsinkt oder sich dauerhaft straff gespannt und hart anfühlt, sollten Sie auf jeden Fall rasch einen Kinderarzt aufsuchen. Es könnte sich um eine ernsthafte Erkrankung handeln.

Wann schliessen sich die Fontanellen?

Die kleineren fünf Fontanellen schliessen sich bereits ab der sechsten Lebenswoche und sind normalerweise mit Vollendung des ersten Lebensjahres vollständig verschwunden. Das grosse „Grübchen“ über der Stirn sorgt dagegen noch eine ganze Weile dafür, dass die Schädeldecke flexibel bleibt und das Gehirn Ihres Babys ungehindert wachsen kann. Es kann zwischen 18 und 32 Monate dauern, bis auch die grosse Fontanelle vollständig verschlossen ist und somit die Schädeldecke eine homogene Einheit bildet. Das ist von Kind zu Kind sehr unterschiedlich und auch Abweichungen von diesen Werten sind in der Regel kein Grund zur Sorge.

Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen wird der Kinderarzt die Entwicklung der Fontanellen stets sorgsam überprüfen, was Ihnen zusätzliche Sicherheit gibt. Besonders während der 4. Vorsorgeuntersuchung wird er genau kontrollieren, ob die grosse Fontanelle noch ausreichend offen ist, um dem Gehirn Ihres Babys das notwendige Wachstum zu ermöglichen.

Fontanelle beim Baby: Darauf sollte man achten

Erblickt ein Baby das Licht der Welt, sieht das kleine Köpfchen meist noch ziemlich verformt aus. Schließlich musste es den Weg durch den engen Geburtskanal bestreiten. Wie praktisch, dass die Natur daran gedacht und dafür extra eine „Knautschzone“ eingerichtet hat – die Fontanelle.

Was ist die Fontanelle?

Tasten Sie über den Kopf Ihres Babys werden Sie gleich zwei Fontanellen spüren: die größere und die kleinere. Diese beiden Hauptfontanellen sind die Bereiche, an denen die Schädelknochen noch nicht zusammengewachsen sind.

Die kleinere Fontanelle befindet sich am Hinterkopf, etwa eine Handbreit über dem Nacken. Sie ist ein knöcherner, dreieckiger Winkel. Die größere Fontanelle ist rautenförmig und liegt zwischen Stirn- und Scheitelbein auf dem Vorderhaupt. An diesem weichen Bereich des Kopfes können Sie den Pulsschlag Ihres Babys deutlich spüren und manchmal – zum Beispiel, wenn Ihr Kind weint – sogar sehen. Ist Ihr Baby aufgerichtet, fällt die Fontanelle meist leicht ein. Liegt Ihr Kind, ist die Fontanelle etwas gewölbt.

An den Seiten gibt es noch vier weitere Fontanellen, die oft gar nicht bemerkt werden: zwei an den vorderen- und zwei an den hinteren Seiten.

Funktionen der Fontanelle

Die Fontanelle ist eine wirklich kluge Erfindung der Natur, denn sie erfüllt gleich mehrere Funktionen. Damit der Kopf des Babys durch den Geburtskanal passt, sind die Schädelknochen im Mutterleib noch nicht zusammengewachsen. So bleiben sie anpassungsfähig, können sich bei der Geburt verschieben und sogar übereinanderlappen. Praktischer Nebeneffekt: Die Geburtshelfer haben die Möglichkeit sich bei der Geburt anhand der Fontanellen zu orientieren und die Lage, Stellung und Haltung des Kindes im Geburtskanal festzustellen. Dass sich die Fontanellen nach der Geburt nicht sofort schließen, hat ebenfalls einen Sinn: Das Gehirn und der Kopf Ihres Kindes werden in den ersten Lebensmonaten rasant wachsen. Die beweglichen Knochenplatten machen dieses schnelle Wachstum möglich. Zum Zeitpunkt der Geburt bestehen die Fontanellen aus Bingewebe und Kollagenfasern.

Wann schließt sich die Fontanelle?

Die kleinere, hintere Fontanelle schließt sich meist schon nach etwa drei Monaten, während die vier Seitenfontanellen erst später, im Laufe der ersten 18 Lebensmonate, zusammenwachsen. Die größere, vordere Fontanelle öffnet sich nach der Geburt häufig noch weiter und bleibt erst einmal für einige Zeit unverändert. Nach und nach wird sie sich verkleinern und sich im Laufe des zweiten Lebensjahres schließen. Bei den Vorsorgeuntersuchungen werden die Fontanellen vom Kinderarzt regelmäßig überprüft.

Fontanelle zu früh geschlossen?

Wenn sich die Fontanelle zu früh geschlossen hat, wird der Kinderarzt die Entwicklung des Kopfes bei den Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig kontrollieren und eventuell Ultraschall-Untersuchungen des Kopfes durchführen. Der vorzeitige Nahtverschluss, medizinisch prämature Nahtsynostose, ist eine etwas häufigere Fehlentwicklung des Kindes – ungleichmäßiges Schädelwachstum ist die Folge. Bei Verdacht auf einen vorzeitigen Nahtverschluss sollte sobald wie möglich ein Krankenhaus mit einer (Kinder-)Neurochirurgie zur weiteren Klärung aufgesucht werden.

Je nachdem, welche Fontanellen sich zu früh geschlossen haben und je nach Zeitpunkt erfolgt die Behandlung interdisziplinär. Beteiligt können Kinderärzte, Kieferorthopäden, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen, Neurochirurgen sowie Hals-, Nasen-, Ohrenärzte sein. Eine Operation gilt als sicherste Therapie.

Die Ursachen für den vorzeitigen Nahtverschluss sind vermutlich multifaktoriell und treten oft auch familiär gehäuft auf.

Augenfarbe beim Baby vorhersagen

Eingefallene Fontanelle: Bedeutung

Bei einem gesunden Baby pulsiert die Fontanelle leicht und ist nicht stark eingefallen oder ausgewölbt. Eine stark eingefallene Fontanelle kann ein Zeichen für einen Flüssigkeitsmangel sein. Das gilt vor allem, wenn sich die eingefallene Fontanelle im Liegen zeigt. Schon innerhalb weniger Stunden kann sich beim Baby zum Beispiel aufgrund von Durchfall ein so großer Flüssigkeitsverlust einstellen, dass es zur Dehydrierung kommt. Die eingefallene Fontanelle ist neben trockener Haut und Schleimhäuten, Augenringen und stehenden Hautfalten nur ein Symptom von vielen. In diesem Fall sollten Sie, sofern sich der Flüssigkeitsverlust nicht ausgleichen lässt, sobald wie möglich mit Ihrem Baby einen Kinderarzt aufsuchen.

Ist die Fontanelle nur ganz leicht eingefallen, geht es dem Baby ansonsten gut und es fühlt sich offensichtlich wohl und zeigen sich keine Hinweise darauf, dass etwas nicht stimmt, sollten Sie Ihr Baby zunächst nur beobachten. Die Fontanelle

Wölbt sie sich sehr nach außen, vor allem, wenn das Baby aufrecht sitzt, könnte dies auf einen erhöhten Druck im Hirnschädel hinweisen. Wenn Sie Unregelmäßigkeiten feststellen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Auch Ihre Nachsorgehebamme können Sie jederzeit um Rat bitten. Während der Vorsorgeuntersuchungen wird Ihr Kinderarzt den Zustand der Fontanelle begutachten. Schon bei der ersten Untersuchung (U1) direkt nach der Geburt, schaut sich der Arzt die Fontanelle genau an.

Woran liegt es, dass die Fontanelle pulsiert?

Es ist völlig normal, dass die Fontanelle ganz leicht pulsiert. Das Pulsieren ist ganz normal, schließlich fehlt an der Stelle der Schädelknochen und so kann man die darunter liegenden Blutgefäße fühlen und manchmal auch sehen. Die Fontanelle ist einem ständigen Wandel unterzogen und verändert sich, wenn Ihr Baby zum Beispiel stark schreit oder angespannt ist. Dann kann es etwa sein, dass die Fontanelle etwas stärker pulsiert. Wenn Sie allerdings das Gefühl haben, dass das Pulsieren zu heftig ist oder etwas mit Ihrem Baby nicht stimmt, dann suchen Sie umgehend einen Arzt auf. Das gilt auch für den Fall, dass die Fontanelle sich sehr gestrafft und gespannt anfühlt. Vertrauen Sie auf Ihren Instinkt. Sie kennen Ihr Baby am besten.

Tipps zum Umgang mit der Fontanelle

Dass es am Köpfchen des Babys einen Bereich gibt, der nicht von Knochen geschützt wird, macht vielen Eltern Angst. Generell gilt: Gehen Sie mit dem Kopf Ihres Babys behutsam und vorsichtig um. Schützen Sie ihn, drücken Sie nicht stark und vermeiden Sie Stöße. Sie müssen ihn aber auch nicht in Watte packen und wie ein rohes Ei behandeln. Denn der Kopf Ihres Babys wird an diesen verletzlichen Stellen von einer Bindegewebsschicht bedeckt. Die widerstandsfähige Membran schützt das kleine Köpfchen sehr gut.

Osteopathie für Babys (Ralf Freitag – Hamburg)

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Zusammenfassung

Die Fontanelle ist Babys „Knautschzone“ für die Geburt: Der noch nicht zusammengewachsene Schädel ermöglicht das Durchtreten des Geburtskanals. Zudem wächst das Gehirn von Babys anfangs sehr schnell, sodass es genügend Platz braucht, um sich zu entwickeln. Eigentlich haben Babys bei der Geburt sechs Fontanellen. Wahrgenommen wird aber in der Regel vor allem die große, vordere. Sie schließt sich im Laufe des zweiten Lebensjahres.

Das Baby wird mit einem großen Loch im Kopf geboren.

Christie Puyk und ihr Mann Keith Miller aus Australien versuchen schon seit Langem, ein Kind zu bekommen, und sind überglücklich, als Christie schließlich schwanger ist. Die Schwangerschaft verläuft ohne Komplikationen, am 25. Dezember 2015 erblickt ihre Tochter Michaella das Licht der Welt. Die Eltern könnten nicht stolzer sein, doch kurz nach der Geburt macht Keith eine furchtbare Entdeckung. Er erzählt: „Zuerst dachte ich, dass es die Plazenta sei. Aber dann haben die Ärzte ihren Kopf abgewischt, und ich sah, dass ich meiner Tochter wie durch ein Bullauge direkt auf das Gehirn schauen konnte.“

Michaella wird nämlich mit einem 4 x 10 Zentimeter großen Loch im Kopf geboren, so groß wie eine Avocado. Noch bevor die frischgebackenen Eltern die Situation komplett realisieren, wird das Neugeborene auf die Intensivstation gebracht. Christie und Keith bleiben in hilfloser Panik zurück. Sie wissen nicht, wie ihnen geschieht. Während der Schwangerschaft war doch alles normal …

Michaella leider an einer Aplasia cutis congenita, bei der bestimmte Organe oder Körperstellen nicht richtig wachsen. Nur eines von 10.000 Kindern kommt damit auf die Welt, und das Ausmaß ist nur selten so groß wie bei Michaella. Als sie gerade einmal 22 Stunden alt ist, liegt die Kleine schon im OP und bekommt eine Hauttransplantation, um das Loch in ihrem Kopf zu schließen. Nur eine Woche später wird sie erneut operiert, da die Wunde beim ersten Mal nicht richtig verheilt ist.

Mittlerweile ist das Loch nur noch so groß wie ein Golfball, und Michaella ist so gut wie geheilt. Dennoch steht sie unter ärztlicher Beobachtung. Sollte sich das Loch in den nächsten zwei Jahren nicht von allein komplett geschlossen haben, wird noch ein Eingriff nötig sein. Bis dahin trägt sie beim Erkunden der Welt einen Helm, um die empfindliche Stelle zu schützen. Aber das hält sie nicht davon ab, Herzen auf der ganzen Welt und in ihrer Umgebung zu erobern.

Nach erschreckenden ersten Monaten ist die glückliche Kleinfamilie nun endlich etwas zur Ruhe gekommen. Christie und Keith sind unendlich dankbar, dass Michaella so gut genesen ist. Jeder Tag mit ihrem Sonnenschein ist ein Geschenk für die beiden.

Alles ist weicher an einem süßen kleinen Baby, selbst sein Schädel. Die Schädelnähte sind noch nicht geschlossen, damit Kopf und Gehirn wachsen können. Der Kopf bleibt formbar – und er kann verformt werden. Besonders, wenn das Baby viel auf dem Rücken liegt. Seit Studien gezeigt haben, dass das Schlafen auf dem Bauch die Gefahr für den Plötzlichen Kindstod erhöht, raten Kinderärzte und Hebammen jungen Eltern, ihr Kind auf den Rücken zu legen. Ein richtiger Rat, doch halten sie sich Tag und Nacht daran, zeigt sich oft eine unerwünschte Nebenwirkung: Der Hinterkopf wird flach, und das manchmal stärker auf der einen Seite, der bevorzugten Liegeseite des Kindes.

Fehlbelastung der Kiefergelenke

Genaue Zahlen fehlen. Doch seit Mitte der 90er Jahre hätten die lagebedingten Schädeldeformationen eindeutig zugenommen, so war am Donnerstag beim Deutschen Chirurgenkongress in Berlin zu hören. „Ich sehe jede Woche drei bis vier neue Fälle in meiner Sprechstunde“, berichtete Guido Fitze, Kinderchirurg am Uniklinikum in Dresden. „Schwere Verformungen, die auch die Gesichtspartie betreffen, sind nicht nur ein kosmetisches Problem.“ Sie führten möglicherweise später auch zu Fehlbelastungen der Kiefergelenke und zu einer frühzeitigen Abnutzung der Halswirbelsäule. Besonders gefährdet sind die „Frühchen“. „Sie haben nicht nur einen besonders weichen Schädel, sondern sind zu Beginn auch besonders immobil“, sagte der Dresdner Kinderarzt Sascha Iffländer.

Allerdings sind die Verformungen, die allein auf strikte Rückenlage zurückzuführen sind, kein Fall für den OP. Selbst in schwereren Fällen helfe das Tragen eines speziellen Helms für einige Monate, erläuterte der Augsburger Kinderchirurg Harald Lochbichler. Der Hinterkopf kann dank dieser „Kopforthese“ beim Wachsen aufholen. Die Behandlung sollte mit einem halben Jahr beginnen, sie dauert mehrere Monate. Die meisten Krankenkassen bezahlen mittlerweile die Therapie und es laufen wissenschaftliche Studien zu ihrer Wirksamkeit. Behandlungserfolge im Verlauf der Zeit können mittels 3-D-Laserscan objektiviert werden.

Erwünschte Bewegungsabläufe stimulieren

„Unser Ziel ist natürlich trotzdem, den Helm zu vermeiden“, betont Lochbichler. Immerhin bestimmt die sperrige Kopfbedeckung sonst den Familienalltag entscheidend mit. Fallen bei einem Baby leichte Verformungen des Kopfs frühzeitig auf, helfen oft Physiotherapie und manuelle Therapien, die als Osteopathie oder Chiropraktik bekannt sind. Sie sollen erwünschte Bewegungsabläufe stimulieren und Blockaden der Halswirbelsäule lösen.

Vieles können die Eltern zudem in Eigenregie tun. Etwa das Baby abwechselnd von der einen und von der anderen Seite ansprechen, wenn es auf dem Rücken liegt, damit es sich keine bevorzugte Liegeseite angewöhnt. Oder den Kopf eines gefährdeten Kindes nachts auf ein spezielles „Lochkissen“ betten, das den Hinterkopf entlastet. Und vor allem: sich tagsüber ruhig trauen, die ganz Kleinen, die sich noch nicht selbst drehen können, auf den Bauch und auf die Seite zu legen.

Manche Verformungen „wachsen“ sich aus

Auf dem Kopf der Neugeborenen ertastet man noch die offenen, nicht von der Knochendecke geschützten Stellen. Die hintere kleine Fontanelle schließt sich etwa mit gut zwei Monaten, die große vordere mit zweieinhalb Jahren. Schließen sich die Schädelnähte zu früh, dann kann es zu einem ungleichen Wachstum des Schädels kommen, der Kopf wird auffallend schief, dreieckig oder bekommt die Form eines Turms, auch das Gesicht kann in Mitleidenschaft gezogen sein. Auch von solchen Kindern, bei denen das Gehirn unter Druck steht, die starke Kopfschmerzen, Probleme beim Sehen und Entwicklungsstörungen bekommen, wurde auf dem Kongress berichtet. Bei ihnen hilft meist nur eine Operation.

Was die kleineren, durch das Liegen entstandenen Verformungen betrifft, so diskutierten die Chirurgen auch darüber, inwieweit sie sich von selbst „auswachsen“. Zur Beruhigung aller Eltern ließen die Experten keinen Zweifel daran, dass sie das oft tun. Auch bei Frühgeborenen nähmen die Deformationen nach dem dritten Monat deutlich ab. Allerdings sei der Verlauf von Kind zu Kind verschieden und schwer vorherzusagen. Und wenn sich das Problem nicht von selbst löst? „Dann ist der Helm unser Rettungsanker für das zweite Lebenshalbjahr“, sagt Lochbichler.

Die Fontanellen

Auf dem höchsten Punkt des Kopfes, dem Schädeldach, befindet sich eine rautenförmige Knochenlücke, die so genannte grosse Fontanelle. Es gibt noch eine zweite, kleinere Fontanelle, die sich weiter hinten am Kopf befindet. Letztere ist weniger gut zu spüren. An den Fontanellen treffen die Schädelknochen aufeinander, sind aber noch nicht miteinander verbunden. Dadurch, dass die Schädelknochen noch nicht fest verwachsen sind, können sie dem Druck während der Geburt leichter nachgeben und diese so beschleunigen und erleichtern. Nach einigen Monaten wachsen die Knochen fest zusammen.

Das Gewebe, das die grosse Fontanelle bedeckt, ist recht stark. Beim Haarewaschen, Kämmen oder wenn Sie Milchschorf sanft abkratzen, kann nichts passieren. Sie sollten aber unter keinen Umständen Druck auf den „weichen“ Bereich ausüben. Unter der Fontanelle befinden sich pulsierende Blutgefässe, deren Bewegungen Sie spüren oder sogar sehen können. Die Herzfrequenz von Neugeborenen kann deshalb auch über den Puls der Fontanelle gemessen werden.

Wenn Ihnen die grosse Fontanelle verändert erscheint, sollten Sie umgehend einen Arzt, eine Ärztin informieren. Vor allem in Verbindung mit Fieber, Erbrechen oder Durchfall kann eine eingesunkene Fontanelle anzeigen, dass Ihrem Baby Flüssigkeit fehlt (Dehydratation). Ist sie dagegen geschwollen bzw. gespannt, kann ein erhöhter Hirndruck aufgrund einer Hirnhautentzündung (Meningitis) dahinter stecken.

Stand: 02/16, BH

Warnzeichen vorgewölbte Fontanelle

Bei Babys befinden sich wischen den Schädelknochen sechs Fontanellen. Eine bewegliche, aber robuste Membrane überbrückt die „Lücken“. Wenn sich diese Fontanellen vorwölben oder eingesunken sind, sollten Eltern umgehend ihren Kinder- und Jugendarzt oder eine Kinderklinik aufsuchen. Denn dies können Hinweise auf eine Entzündung, einen Bluterguss im Gehirn oder einen gestörten Wasserhaushalt sein…

Bei Babys sind die Schädelknochen noch nicht vollständig geschlossen, so dass der Kopf bei der Geburt und auch in den ersten Jahren des Gehirnwachstums flexibel ist. Zwischen den Knochen befinden sich die sechs Fontanellen, die durch eine bewegliche, aber robuste Membrane verbunden sind. „Dass sich in diesen Zwischenräumen der Puls abzeichnet, ist normal – insbesondere wenn das Baby sich aufregt. Doch wenn sich die Fontanelle vorwölbt oder eingesunken ist, kann dies auf eine Entzündung oder einen gestörten Wasserhaushalt hinweisen. Dann sollten Eltern umgehend ihren Kinder- und Jugendarzt oder eine Kinderklinik aufsuchen“, erklärt Professor Dr. Hans-Jürgen Nentwich vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Die beiden bekanntesten Fontanellen sind die großen Fontanellen: eine oberhalb der Stirn auf dem Vorderkopf und eine am hinteren Ende des Schädeldachs. Die Fontanelle am Vorderkopf braucht am längsten, bis sie verknöchert ist: durchschnittlich etwa 18 Monate. „Auch wenn die Fontanellen empfindlich aussehen, bieten sie einen relativ guten Schutz. Babys dürfen deshalb auch am Kopf berührt werden. Zu Kopfverletzungen kommt es häufiger, weil das Baby noch keine Abwehrreaktion hat und die Halsmuskulatur den Kopf nicht halten kann, der im Verhältnis zum Körper relativ groß ist. Blutergüsse im Gehirn können dann ebenso zu einer Vorwölbung der Fontanelle führen – oft auch mit einer zeitlichen Verzögerung zum Unfall. Dann sollten Eltern den Notarzt rufen“, warnt Professor Nentwich.

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