Wann müssen 15 jährige zuhause sein

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Ausgehzeiten – Wie lange dürfen Kinder und Jugendliche abends wegbleiben?

Die anderen dürfen „immer“ länger. Wer kennt das nicht? Die Kinder oder Jugendlichen wollen abends mit ihren Freunden oder Freundinnen ausgehen und angeblich dürfen alle anderen länger wegbleiben als Ihre Tochter oder Ihr Sohn.

Welche Ausnahmen gibt es bei den Altersgrenzen?
Wie können Eltern die Ausgehzeiten praktisch regeln?
Und wenn es Streit gibt wegen der Ausgehzeiten?
Wie kommt mein Kind nach Hause?
Was soll ich tun, wenn sich mein Kind nicht an Vereinbarungen hält?
Was ist ein „Mutti-Zettel“?
Was versteht man unter einer „erziehungsbeauftragten Person?“
Wie lange dürfen Kinder und Jugendliche ausgehen?
Wie ist das genau mit den gesetzlichen Regelungen?

Welche Ausnahmen gibt es bei den Altersgrenzen?

Das Jugendschutzgesetz gilt nur in der Öffentlichkeit. Daher gibt es bei allen Veranstaltungen oder Treffen im privaten Rahmen keine Altersbegrenzungen, denn diese unterliegen der Aufsichtspflicht der Eltern bzw. der Erwachsenen, die zum Beispiel eine Familienfeier oder Geburtstagsparty veranstalten. Dies ist auch der Fall, wenn dazu Räume in einer Gaststätte angemietet werden.

Wie können Eltern die Ausgehzeiten praktisch regeln?

Sie sollten beachten, dass Sie als Eltern die gesetzlichen Vorgaben zwar beschränken, aber nicht ausweiten können. Nach Möglichkeit sollten Sie einvernehmliche Regelungen treffen und Verbote und Einschränkungen alters- und situationsangemessen begründen. Dabei sollten Sie die zunehmende Eigenverantwortung Ihrer Kinder berücksichtigen und stärken, aber auch Ihre Ängste und Befürchtungen diskutieren.

Mit den Zeitbegrenzungen sollen Kinder und Jugendliche geschützt werden

Mit der Möglichkeit, in Begleitung des Vaters oder der Mutter oder einer von diesen beauftragten Person über die Zeitgrenzen hinaus unterwegs zu sein, will man sicherstellen, dass sie nicht unbeaufsichtigt ins „Nachtleben abtauchen“, sondern durch eine verantwortungsbewusste Begleitperson Risiken minimiert oder vermieden werden.
So können die Kinder und Jugendlichen schadensfrei lernen und in die Selbstverantwortung hineinwachsen. Zudem sollen Sie als Eltern in der Ausübung des Sorgerechts darauf Wert legen, dass Sie möglichst immer darüber informiert sind, wo sich Ihr Kind aufhält und die Kontrolle über Aufenthalt und das Heimkommen behalten.

Und wenn es Streit gibt wegen der Ausgehzeiten?

Diese Kämpfe sind wichtig, sie müssen leider sein. Kinder in der Pubertät suchen die Auseinandersetzung. Sie wollen aber auch deren Fürsorge. Indem Eltern Grenzen setzen, zeigen sie ihrem Kind: „Ich sorge mich um dich, weil du mir wichtig bist!“. Nachzugeben hilft den Kindern nicht – im Gegenteil: Mit zu viel Freiheit werden Kinder nicht nur überfordert, sondern bekommen auch das Gefühl: „Meine Eltern interessieren sich nicht für mich. Ich bin ihnen egal.“.
Deshalb: Seien Sie konfliktbereit und zeigen Sie Ihre Liebe auch, indem Sie standhaft bleiben. Sagen Sie Ihrem Kind, dass Sie sich Sorgen machen und nicht möchten, dass ihm etwas passiert. Und dass Sie deshalb wissen wollen, wo es sich aufhält und mit wem es zusammen ist.

Wie kommt mein Kind nach Hause?

„Ich finde schon jemanden, der mich fährt“. Auf solche Abmachungen sollten Sie sich am besten gar nicht einlassen. Klären Sie das am besten vorher. Dabei gibt es viele sinnvolle Möglichkeiten, wie Ihr Teenager möglichst gut nach Hause kommt:

  • Am besten holen Sie Ihr Kind (und seine Freunde) zur vereinbarten Zeit selbst ab. Oder Sie wechseln sich mit anderen Eltern beim Abholen ab.
  • Sinnvoll ist auch, dass Ihr Sohn oder Ihre Tochter immer ein Portemonnaie mit Taxigeld dabei hat.
  • Liegen Club oder Disco im ländlichen Bereich, besteht oft auch die Möglichkeit, Sammeltaxen oder Discobusse zu bestellen, die billiger sind.
  • Oft bilden sich auch Fahrgemeinschaften, bei denen allerdings dringend darauf zu achten ist, dass die Fahrerinnen und Fahrer absolut verantwortungsbewusst sind und nüchtern bleiben. Auch bei Fahranfängern sollte man vorsichtig sein. Hier ist auch an die Verantwortung der Jugendlichen untereinander zu appellieren. Denn durch Leichtsinn, Selbstüberschätzung und Imponiergehabe geschehen in diesem Zusammenhang die meisten, oft tödlichen Unfälle durch Jugendliche. Um dieses Risiko zu minimieren, bietet die Polizei vielerorts Aufklärung und Sicherheitstrainings an. Zu allen diesen Fragen können Sie sich auch an Ihr Jugendamt wenden, das Ihnen gerne Auskunft gibt und Sie berät.

Was soll ich tun, wenn sich mein Kind nicht an Vereinbarungen hält?

Wenn sich ihr Kind fast immer an Absprachen hält, dann können Sie als Eltern im Einzelfall auch mal ein Auge zudrücken. So ist dann durchaus auch Mal eine Ausnahme drin von der an sich so kategorischen Ausgeh-Regelung. Auch wenn Ihr Teenager mal eine Viertelstunde zu spät nach Hause kommt, ist das kein Beinbruch.
Allerdings sollten Eltern mit Ihrem Kind auch besprechen, mit welchen Konsequenzen es rechnen muss, wenn es sich nicht an die Absprachen hält. Dann müssen die Eltern Konsequenzen ziehen: So können Sie etwa ihr Kind persönlich in der Disco abholen, falls es nicht pünktlich zu Hause ist. Und wenn er zweimal hintereinander eine halbe Stunde zu spät kommt? Dann sollten Sie sich als Eltern durchaus überlegen, ob Sie nicht den Ausgang für die kommenden Wochen streichen oder zumindest reduzieren.

Was ist ein „Muttizettel“?

Als Nachweis für diese Erziehungsbeauftragung empfiehlt sich eine schriftliche Vollmacht der Eltern („Muttizettel“), die für jede Veranstaltung oder Ausgehzeit neu erstellt wird. Darauf sollten die Namen des oder der Minderjähren, seiner Eltern und der beauftragten Person vermerkt werden. Daneben sollte angegeben werden, für welche Veranstaltung die Vollmacht dient. Ebenso sinnvoll ist die Angabe einer Telefonnummer, unter der die Eltern ggf. zu erreichen sind. „Blanko- Vollmachten“ (von den Eltern ohne Nennung einer konkreten Aufsichtsperson unterschrieben, in die die Jugendlichen dann selbst den Namen der Aufsichtsperson an dem konkreten Abend eintragen) werden nicht anerkannt, weil sie dem Zweck der Vorschrift nicht entsprechen.

Die Kontrolle dieser Altersbegrenzungen bzw. der Akzeptanz von Vollmachten liegt in der Verantwortung der Wirte, Discobetreiber bzw. Veranstalter. Die Verantwortung der Wirte endet jedoch an der Ausgangstür, sodass Sie sich als Eltern auf jeden Fall um einen sicheren Heimweg kümmern sollten.

Was versteht man unter einer „erziehungsbeauftragten Person“?

Häufig ist es nicht angebracht und auch nicht immer möglich, dass Sie Ihr Kind in die Disco oder zu den Treffpunkten mit den Freunden begleiten. Deshalb sieht das Gesetz auch die Möglichkeit der Begleitung durch einen Erwachsenen vor, der im Auftrag der Eltern die Verantwortung und Aufsicht während der Ausgehzeit übernimmt (sogenannte erziehungsbeauftragte Person). Idealerweise sind dies ältere Geschwister, andere Verwandte oder Freunde von Ihnen, die Ihr Vertrauen genießen. Wichtig ist also, dass ein gewisses Autoritätsverhältnis zwischen dem Begleiter und Ihrem Kind bestehen muss.

Bei der sogenannten Erziehungsbeauftragung sollten Sie daher folgendes beachten:

  • Die erziehungsbeauftragte Person muss volljährig sein.
  • Die beauftragte Person muss dem Erziehungsauftrag und den damit verbundenen Aufsichtspflichten auch tatsächlich nachkommen können. Sie muss also in der Lage sein, Ihr Kind zu leiten und zu lenken. Sie darf also nicht übermäßig Alkohol trinken oder sich lange von Ihrem Kind entfernen. Schließlich ist sie dafür verantwortlich, dass zum Beispiel weitere Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes, wie etwa das Alkohol- bzw. Rauchverbot beachtet werden.
  • Der volljährige Partner oder die volljährige Partnerin einer minderjährigen Person kann hingegen keinen Erziehungsauftrag wahrnehmen. Schließlich besteht in Beziehungen kein Autoritäts- sondern ein partnerschaftliches Verhältnis. Das Gleiche gilt in der Regel für die Beauftragung von (bloßen) Freunden, Freundinnen, Kameraden oder Bekannten Ihres Kindes.
  • Hinsichtlich der Frage bis zu wie viele Kinder/Jugendliche von einer Person beaufsichtigt werden können, sind vor allem die örtlichen Gegebenheiten und die Art der Veranstaltung zu berücksichtigen. So wird z. B. eine erziehungsbeauftragte Person bei einem Konzert mit Sitzplätzen mehr Kinder beaufsichtigen können als bei einem Besuch in einer großen, eventuell sogar auf mehrere Bereiche oder Ebenen aufgeteilten Diskothek.

Bitte wählen Sie sorgfältig aus, wen Sie mit dieser wirklich verantwortungsvollen Aufgabe betrauen.

Wie lange dürfen Kinder und Jugendliche ausgehen?

Zur ersten Orientierung:

  • Kinder ab 14 sollten höchstens bis zehn Uhr wegbleiben,
  • Jugendliche ab 15 Jahre bis elf Uhr
  • Jugendliche ab 16 Jahre bis zwölf Uhr.

Natürlich machen viele Discos erst spät auf – trotzdem hat eine 16-Jährige dort um zwei Uhr nachts nichts verloren.

Wie ist das genau mit den gesetzlichen Regelungen?

Das Jugendschutz regelt ganz klar, welcher Minderjährige sich wann noch an welchem Ort aufhalten darf:

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen nur dann in eine Gaststätte (z.B. Kneipe, Bar, Discothek), wenn

  • sie zwischen 5 Uhr morgens und 23 Uhr dort nur kurz etwas essen oder trinken wollen,
  • sie von ihrem Vater oder ihrer Mutter begleitet werden oder von einem von diesen beauftragten Erwachsenen (sogenannte erziehungsbeauftragte Person, siehe oben),
  • sie auf Reisen sind oder
  • sie zu einer Veranstaltung eines Trägers der Jugendhilfe (z.B. Katholische Landjugend, kirchliche Jugendgruppe, Kreisjugendring) gehen.

Jugendliche ab 16 Jahren dürfen nur in eine Gaststätte

  • in der Zeit von 5 Uhr bis 24 Uhr,
  • zwischen 24 Uhr und 5 Uhr, wenn sie von ihren Eltern begleitet werden oder von einem von diesen beauftragten Erwachsenen (sog. erziehungsbeauftragte Person, siehe oben),
  • wenn sie auf Reisen sind oder
  • wenn sie zu einer Veranstaltung eines Trägers der Jugendhilfe (siehe oben) gehen.
  • Der Aufenthalt in einer Nachtbar oder in einem ähnlichen Vergnügungsbetrieb ist für alle Kinder und Jugendlichen verboten-

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen nur dann zu einer Tanzveranstaltung (z.B. Disco),

  • wenn sie von ihrem Vater oder Mutter begleitet werden oder von einem von diesen beauftragten Erwachsenen (sogenannten erziehungsbeauftragte Person, siehe oben) oder
  • sie zu einer Veranstaltung eines Trägers der Jugendhilfe (siehe oben), einem Brauchtums- oder Kunstabend gehen (aber Kinder nur bis 22 Uhr und Jugendliche unter 16 Jahren nur bis 24 Uhr)

Jugendliche ab 16 Jahren dürfen nur zu einer Tanzveranstaltung

  • bis 24 Uhr,
  • nach 24 Uhr nur, wenn sie von ihrem Vater oder Mutter begleitet werden oder von einem von diesen beauftragten Erwachsenen (sogenannte erziehungsbeauftragte Person, siehe oben)

Das Jugendamt kann bei bestimmten Veranstaltungen diese gesetzlich festgelegten Zeiten enger fassen oder ausweiten bzw. andere Auflagen erteilen. Deshalb sollte man sich bei Konzerten, größeren Vereins- und sonstigen Feiern oder Open-Air- Veranstaltungen erkundigen, welche Bestimmungen im Einzelfall vorliegen.

Aufenthalt an jugendgefährdenden Orten:

Ist generell für alle Kinder und Jugendlichen verboten. Gemeint sind damit Orte, die ein hohes Gefährdungspotential haben, wie zum Beispiel ein Bordell, ein Straßenstrich oder ein Drogentreffpunkt.

Jugendschutzgesetz Wenn Kinder flügge werden

Zum Schutz von Kindern und Jugendlichen

Wenn der Nachwuchs aus den Kinderschuhen wächst, beginnt für so manche Mütter und Väter eine Zeit der Sorge um das seelische, geistige und körperliche Wohl der Tochter oder des Sohns. Gut gemeinte Ratschläge werden in dieser für alle Beteiligten aufregenden Situation so manches Mal von den Gemaßregelten als unwillkommene Kontrollversuche von Mama oder Papa interpretiert. Dabei sind Eltern und andere Erziehungsbeauftragte gesetzlich verpflichtet, ihrer Fürsorge- und Erziehungspflicht nachzukommen und die seelisch, geistig und körperlich unversehrte Entwicklung der Kinder und Jugendlichen zu verantwortungsbewussten Erwachsenen zu gewährleisten.

Jugendschutz im öffentlichen Raum

Was Eltern und Erziehungsbeauftragte im Privaten leisten, regelt in der Öffentlichkeit das Jugendschutzgesetz (JuSchG). Das Jugendschutzgesetz definiert den Rahmen für den – erlaubten oder verwehrten – Zugang zu Orten und Produkten, von denen eine Gefahr für das Wohl von Kindern und Jugendlichen ausgehen kann. Dazu gehören u. a. Zugang zu Gaststätten, Diskotheken und Spielhallen, zu Tabak und Spirituosen und zu bestimmten Medieninhalten. Der Aufenthalt in öffentlichen Parks oder auf öffentlichen Plätze fällt entgegen landläufiger Meinung nicht per se in die Zuständigkeit des Jugendschutzgesetzes. Gleichwohl kann ein öffentlicher Ort als jugendgefährdend angesehen werden. Bei einer direkten Gefahr für das Kind oder die jugendliche Person können die Ordnungshüter dann entsprechend eingreifen und zum Beispiel einen Platzverweis aussprechen.

Aufenthaltsbeschränkungen bzw. -verbote und Abgabebeschränkungen, die im Jugendschutzgesetz niedergelegt sind, sind in der Regel für unterschiedliche Altersgruppen klassifiziert. „Kinder“ sind im Sinne des Jugendschutzgesetzes Personen, die noch nicht 14 Jahre alt sind, und „Jugendliche“ Personen, die 14 Jahre oder älter, aber noch nicht 18 Jahre alt sind.

Ausgehen

Mit Freunden oder Freundinnen ausgehen, für viele Jugendliche gehört das zum Erwachsenwerden dazu. Jugendliche, die mindestens 16 Jahre alt sind, dürfen sich von 5 Uhr morgens bis 24 Uhr abends ohne Begleitung in Restaurants, Cafes, Imbissen etc. aufhalten. Dann ist aber auch Schluss In den frühen Morgenstunden dürfen sich nur Volljährige in Gaststätten aufhalten.

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren dürfen sich ohne Begleitung nicht in Gaststätten aufhalten, es sei denn, sie nehmen im Zeitraum von 5 Uhr morgens bis 23 Uhr abends eine Mahlzeit oder ein Getränk ein. In diesem Fall wird ihnen ein Aufenthalt von einer Stunde – für eine Mahlzeit – und einer halben Stunden – für ein Getränk – gewährt. Findet in der Gaststätte eine Veranstaltung eines Trägers der freien oder öffentlichen Jugendhilfe statt, dürfen sich Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ohne Begleitung in einer Gaststätte aufhalten.

TIPP: Sollten Sie sich Sorgen machen, weil Ihre Tochter oder Ihr Sohn unter 16 ist, für den Schulweg die öffentlichen Verkehrsmittel nutzt und Wartezeiten in einer Gaststätte überbrückt, so seien Sie beruhigt: in diesem Fall – wie auch auf Reisen – entfällt das Aufenthaltsverbot für Jugendliche ohne Begleitung in Gaststätten.

Tanzen

„Wann muss ich wieder zuhause sein?“- für viele Jugendliche ist dieses Thema eine Frage der Ehre und entsprechend hitzig entwickelt sich so manche Gesprächssituation. Für Diskotheken und andere öffentliche Tanzveranstaltungen gilt eine ähnliche Regelung wie für den Aufenthalt in einer Gaststätte: Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren ist es nicht gestattet, an öffentlichen Tanzveranstaltungen teilzunehmen. Jugendlichen, die mindestens 16 Jahre alt sind, dürfen bis 24 Uhr das Tanzbein schwingen. Handelt es sich um eine Tanzveranstaltung eines Trägers der freien oder öffentlichen Jugendhilfe, dürfen sich Kinder bis 22 Uhr und Jugendliche bis 24 Uhr auch ohne Begleitung auf dem Fest aufhalten.

TIPP: Ein Schulball zählt als öffentliche Veranstaltung, da der Veranstalter bei der großen Anzahl der Teilnehmenden ewartungsgemäß nicht den Überblick über die Anwesenden hat. Führt ein Veranstalter hingegen eine Gästeliste oder feiert eine geschlossene Gesellschaft, handelt es sich nicht um eine öffentliche, sondern um eine private Feier.

Trinken

Alkoholtrinken ist ein Übergangsritual ins Erwachsenenalter, das gelernt werden will. Die Vorgaben des Gesetzgebers sind eindeutig: Kinder unter 14 Jahren dürfen in der Öffentlichkeit keine alkoholischen Getränke oder alkoholhaltigen Lebensmittel zu sich nehmen. Diese Verbot gilt auch, wenn die Eltern oder eine erziehungsbeauftragte Person das Kind begleiten. Jugendliche über 14, aber unter 16 Jahren, dürfen alleine keinen Alkohol konsumieren. Ist ein Elternteil dabei – bei erziehungsbeauftragten Personen gilt diese Lockerung nicht! – , dürfen die Jugendlichen Bier, Wein, Sekt, Weinschorle oder Radler trinken. Branntweinhaltige Getränke oder Mixgetränke wie Cola-Rum oder Alcopops sind ihnen hingegen nicht gestattet. Jugendliche über 16 Jahre steht es frei, alleine oder in Begleitung Bier, Wein, Sekt, Weinschorle oder Radler zu trinken. Um branntweinhaltige Getränke oder branntweinhaltige Lebensmittel zu konsumieren, müssen auch sie bis zur Volljährigkeit warten.

Rauchen

Beim Rauchen ist der Gesetzgeber ähnlich klar wie bei den branntweinhaltigen Getränken und Lebensmitteln: Kinder und Jugendliche dürfen Tabakwaren wie Zigaretten, Zigarren und Tabak in der Öffentlichkeit weder erwerben noch konsumieren. Dieses Verbot gilt auch für Wasserpfeifen, die mit Tabak befüllt sind.

TIPP: Nikotinhaltige und nikotinfreie E-Zigaretten und E-Shishas fallen ebenfalls unter das Verbot!

Glücksspiel

Die Spielhallen in Ihrer Stadt bereiten Ihnen Sorgen? Nach dem Jugendschutzgesetz ist es Kindern und Jugendlichen nicht gestattet, an Glücksspielen mit Gewinnmöglichkeiten, an Spielen mit Geldgewinnmöglichkeiten oder an Spielen an Warenspielgeräten teilzunehmen. Glücksspiele wie Lotto, Sportwetten oder Poker sind dementsprechend ebenso verboten wie das Spiel an einarmigen Banditen oder die Teilnahme an Preisausschreibungen.

TIPP: Eine Ausnahme sind Volks- und Schützenfeste. Hier dürfen Kinder und Jugendliche an Spielen mit Gewinnmöglichkeit teilnehmen, wenn der Warenwert des Gewinns nicht 25 Euro übersteigt. Dem gemeinsamen Familienspaß auf dem Hamburger Dom steht also nichts entgegen!

Kino

Alterskennzeichnungen durch die Freiwlllige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) und durch die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) regeln den Zugang von Kindern und Jugendlichen zu bestimmten Medieninhalten. Beim Kinobesuch werden außerdem Zeitvorgaben für den Besuch des Kinos gemacht. So dürfen Kinder zwischen sechs und 13 Jahren nur ins Kino, wenn sie in Begleitung der Eltern oder eines Erziehungsbeauftragten sind oder die Vorstellung um 20.00 zu Ende ist. Jugendliche ab 16, die noch nicht 18 Jahre alt sind, dürfen nur ins Kino, wenn die Vorstellung vor Mitternacht endet oder wenn sie von ihren Eltern oder einer erziehungsbeauftragten Person begleitet werden.

TIPP: Die Alterskennzeichungen sind keine pädagogischen Vorgaben. Kinder und Jugendliche reagieren unterschiedlich auf Gewaltdarstellungen und andere verstörende Inhalte. Entscheiden Sie individuell, welchen Film Ihr Kind sehen soll und welchen nicht. Gleiches gilt auch für Computerspiele!

Tattoos

So gerne es die eine Mutter oder der andere Vater auch sehen würde – Tattoos und andere Body Modifications sind kein Gegenstand des Jugendschutzgesetzes, sondern unterliegen den Regelungen durch die jeweiligen Berufsverbände. Viele seriöse Berufsverbände legen darauf Wert, dass ihre Kundinnen und Kunden volljährig sind.

Bestellen Sie sich für mehr Informationen die Broschüre „Jugendschutz – verständlich erklärt“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Vielleicht interessiert sich auch Ihre Tochter oder Ihr Sohn für die Lektüre!

Wie lange dürfen Kinder abends alleine draußen bleiben?

Wenn das Wetter schön ist, gehen Kinder gerne nach draußen zum Spielen. Pokémon GO, eine Spiele-App für das Smartphone, hat sicherlich ebenso viel dazu beigetragen. Wenn die Kinder dann zu Jugendlichen heranwachsen, wollen sie allerdings nicht nur Pokémon GO spielen, sondern mit ihren Freunden abends auch einmal ausgehen. Nicht selten gibt es Streit zwischen dem Nachwuchs und seinen Eltern darüber, wie lange der Sprössling wegbleiben darf. Dies ist grundsätzlich Sache der Eltern, für bestimmte Orte (in der Jugendsprache auch ‚Locations‘ genannt) regelt das Jugendschutzgesetz aber verbindliche Zeiten:

Wie lange dürfen Kinder abends alleine draußen bleiben?
(© Andreas Klein – Fotolia.com)

Die Aufsichtspflicht der Eltern

Die Aufsichtspflicht der Eltern ergibt sich zunächst auch aus dem in Art. 6 GG verfassungsrechtlich besonders geschützten Familienrecht. Dort heißt es in Absatz 2 nämlich, dass Pflege und Erziehung der Kinder nicht nur das natürliche Recht der Eltern ist, sondern zeitgleich auch die oberste Pflicht. Eine Konkretisierung der Aufsichtspflicht erfolgt durch das Bürgerliche Gesetzbuch in den §§ 1626, 1631 BGB, wo insoweit von elterlicher Sorge beziehungsweise Personensorge gesprochen wird.

Die Eltern, beziehungsweise es genügt grundsätzlich ein Elternteil zur Erfüllung der Aufsichtspflicht, sind also verpflichtet, sich um ihren Nachwuchs zu sorgen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass sie, mit zunehmenden Alter des Kindes, ihren Sprössling ständig, also rund um die Uhr, überwachen müssen. Deshalb darf ein Kind auch alleine beziehungsweise mit Freunden nach draußen zum Spielen. Wann es in einem solchen Fall wieder zu Hause sein soll, ist ebenso grundsätzlich Sache der Eltern. Eine entsprechende gesetzliche Regelung, etwa durch das Jugendschutzgesetz , besteht also gerade nicht. Richtet das Kind in dieser Zeit allerdings einen Schaden an, so haften die Eltern gemäß § 832 BGB, soweit bei ihnen eine Aufsichtspflichtverletzung vorliegt. Außerdem ist zu beachten, dass zumindest dann ein Verdacht einer Aufsichtspflichtverletzung begründet ist, wenn Eltern ihren sehr jungen Nachwuchs bis spät in der Nacht alleine draußen zum Spielen lassen. In einem solchen Fall kann sich die Polizei, im schlimmsten Falle auch das Jugendamt, einschalten.

Letztlich ist zu erwähnen, dass Kinder beziehungsweise Jugendliche mit der Vollendung ihres 18. Lebensjahres, also mit 18 Jahren, in das Erwachsenenalter eintreten und damit Volljährigkeit erfahren, weswegen sie voll verantwortlich für ihr eigenes Handeln werden. Die Aufsichtspflicht der Eltern endet deshalb im Wesentlichen.

Das Jugendschutzgesetz als Beschränkung der elterlichen Sorge

Jugendliche sind selbstverständlich in einem Alter, in dem man mehr machen möchte, als bloß draußen zu spielen, wie zum Beispiel ins Kino, in einem Club oder auf ein Konzert gehen. Für solche Fälle greift das Jugendschutzgesetz, welches in den §§ 4 ff. JuSchG verbindliche Zeiten vorgibt:

Veranstaltung

Alter

Uhrzeit

Weitere Hinweise

Kino

unter 14

bis 20 Uhr

Film muss um 20 Uhr zu Ende sein

Kino

unter 16

bis 22 Uhr

Film muss um 22 Uhr zu Ende sein

Kino

unter 18

bis 24 Uhr

Film muss um 24 Uhr zu Ende sein

Gaststätte / Bar

unter 16

bis 23 Uhr

mit personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person zeitlich unbeschränkt

Gaststätte / Bar

unter 18

bis 24 Uhr

mit personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person zeitlich unbeschränkt

Disco / Club

unter 16

bis 22 Uhr

nur mit Erziehungsberechtigtem

Disco / Club

unter 18

bis 24 Uhr

selbst wenn ein volljähriger Freund dabei ist; mit erziehungsbeauftragten Person, ist ein unbegrenzter Aufenthalt aber möglich

Konzert

grundsätzlich keine Beschränkung

Erlaubnis der Eltern nötig; handelt es sich um eine jugendgefährdende Veranstaltung, kann die zuständige Behörde aber Einschränkungen vom Veranstalter verlangen

Jugendtreff / Vereine / Kirchen

unter 14

bis 22 Uhr

Jugendtreff / Vereine / Kirchen

unter 16

bis 24 Uhr

zuständige Behörde kann Ausnahmen genehmigen

Achtung: Der Aufenthalt in Nachtbars und Nachtclubs sowie in öffentlichen Spielhallen ist Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren niemals gestattet.

Veranstalter und Gewerbebetreiber müssen Jugendschutzgesetz einhalten

Die Veranstalter und Gewerbebetreiber müssen das Jugendschutzgesetz zwingend einhalten, anderenfalls begehen sie eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann.

Kinder und Jugendliche dürfen sich grundsätzlich so lange draußen aufhalten, wie es ihre Eltern vorschreiben. Einschränkungen gibt es nur, wenn der Nachwuchs bestimmte Veranstaltungen besuchen möchte, wie Kino, Disco / Club oder Konzert.

Wie lange dürfen Jugend­liche abends ausgehen?

Es ist ein Dauerbrenner in vielen Familien – der Streit darüber, wie lange der Sohn oder die Tochter im Teenie-Alter ausgehen darf. In dieser Frage sind sich auch viele Eltern unsicher, für sie kann es sich daher lohnen, einen Blick in das Jugendschutzgesetz zu werfen.

Das Jugend­schutz­gesetz definiert, bis wann Kinder und Jugend­liche ausgehen und welche Orte sie besuchen dürfen. Das Gesetz regelt nur die öffent­lichen Aktivitäten von Kindern und Jugend­lichen, also das, was sie außerhalb ihres Zuhauses tun dürfen.

Außerdem definiert das Gesetz Auflagen für Branchen wie der Gastronomie, den Einzelhandel oder Veranstalter und legt etwa fest, was diese an Kinder und Jugendlichen verkaufen oder an sie ausschenken dürfen. „Diese gesetzlichen Vorgaben sind bindend“, erklärt die Berliner Rechtsanwältin Eva Becker, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). „Auch eine Einverständniserklärung der Eltern kann sie nicht außer Kraft setzen.“

Eltern, die ihr Kind etwa zum Zigaretten kaufen schicken und ihm eine schrift­liche Erlaubnis dafür mitgeben, können die gesetz­lichen Vorgaben also nicht aushebeln. Gibt der Verkäufer dem Kind den Tabak, begeht er in diesem wie in jedem anderen Fall eine Ordnungs­wid­rigkeit. „Wer als Einzelhändler gegen die Regeln des Jugend­schutz­ge­setzes verstößt, muss mit einem hohen Bußgeld rechnen“, sagt die Rechtsanwältin Eva Becker.

Wer gilt rechtlich als Kind, wer als Jugend­licher?

Nach dem Jugendschutzgesetz ist ein Kind eine Person unter 14 Jahren. Minderjährige zwischen 14 und 18 Jahren sind Jugendliche. Ab 18 Jahren ist ein Mensch volljährig und erwachsen. Verheiratete Jugendliche werden nach dem Jugendschutzgesetz wie Erwachsene behandelt, wenn sie etwa Tanzveranstaltungen oder ein Kino besuchen. Volljährige unter 21 Jahren alt gelten als Heranwachsende. Für sie greift, wenn sie straffällig werden, manchmal das Jugendstrafrecht, nach dem manche Taten milder beurteilt werden.

Perso­nen­sor­ge­be­rechtigt und erzie­hungs­be­rechtigt

„Perso­nen­sor­ge­be­rech­tigte sind in der Regel die Eltern“, erklärt die Rechtsanwältin Eva Becker. „Diese haben eine Perso­nen­sor­ge­be­rech­tigung, also das Recht und die Pflicht, ihr Kind zu erziehen und zu beauf­sich­tigen, solange es minderjährig ist.“ Die Eltern dürfen aber einem anderen Erwach­senen erlauben, in ihrem Auftrag und an ihrer Stelle bestimmte Erzie­hungs­aufgabe zu übernehmen, beispiels­weise das Kind begleiten oder beauf­sich­tigen. In diesem Fall spricht man von einer erzie­hungs­be­auf­tragten Person.

Gaststätten: Dürfen sich Jugend­liche dort aufhalten?

Das Jugend­schutz­gesetz legt neben Vorgaben für bestimmte Branchen auch Orte fest, die Kinder und Jugend­liche besuchen dürfen und definiert außerdem, bis zu welchen Uhrzeiten ihnen dies erlaubt ist. Danach gilt:

In Gaststätten dürfen sich Jugend­liche ab 16 Jahren in der Zeit von 5.00 bis 24.00 Uhr ohne Begleitung aufhalten. Danach aber ist für sie Schluss und sie müssen nach Hause gehen – selbst wenn ein erwach­sener Freund sie begleitet.

Demgegenüber ist es Kindern und Jugend­lichen unter 16 Jahren verboten, sich in Gaststätten aufzu­halten – es sei denn, eine perso­nen­sor­ge­be­rech­tigte oder erzie­hungs­be­auf­tragte Person begleitet sie. Dann gibt es kein Limit für ihren Aufenthalt.

Es gibt aber Ausnahmen von dieser Regel: „Kinder und Jugend­liche unter 16 Jahren dürfen sich in der Zeit zwischen 5.00 und 23.00 Uhr allein in Gaststätten aufhalten, wenn sie dort etwas essen oder trinken wollen oder auf einer Reise sind“, sagt die Famili­en­rechts­ex­pertin Eva Becker.

Auch dürfen sie eine Gaststätte besuchen, wenn dort eine Veran­staltung statt­findet, die ein anerkannter Träger der Jugend­hilfe organi­siert, ein Verein oder die Kirche etwa.

Dürfen Kinder und Jugend­liche Nacht­clubs und Spiel­hallen besuchen?

Nein. Kindern und Jugend­lichen gleich welchen Alters ist es verboten, sich in Nachtbars, Nacht­clubs oder in Spiel­hallen aufzu­halten.

Ist es Kindern und Jugend­lichen erlaubt, in eine Disko zu gehen?

Jugend­liche ab 16 Jahren dürfen bis 24.00 Uhr in die Disco. Demgegenüber ist es Kindern und Jugend­lichen unter 16 Jahre weder erlaubt, eine Disco noch eine andere öffent­liche Tanzver­an­staltung zu besuchen. Dieses Verbot gilt nur dann nicht, wenn eine perso­nen­sor­ge­be­rech­tigte oder erzie­hungs­be­auf­tragte Person sie begleitet.

Jugendtreff und Konzert – dürfen Kinder und Jugend­lichen dort hin?

Auf der Veran­staltung eines anerkannten Trägers der Jugend­hilfe dürfen sich Kinder bis 22.00 Uhr aufhalten, Jugend­liche unter 16 Jahren bis Mitter­nacht.

Konzerte gelten nicht als Tanzver­an­staltung, daher entfallen bei ihnen die zeitlichen Limits. Aber Jugend­liche brauchen immer die Erlaubnis ihrer Eltern, wenn sie ein Konzert besuchen wollen.

Was muss man beachten, wenn Kinder und Jugend­liche ins Kino gehen wollen?

„Ein Kind, das jünger als sechs Jahre alt ist, darf nicht ins Kino“, sagt Eva Becker. „Dieses Verbot gilt nur dann nicht, wenn eine perso­nen­sor­ge­be­rech­tigte oder erzie­hungs­be­auf­tragte Person das Kind begleitet und der Film nicht alters­beschränkt ist.“

Kinder und Jugend­liche über sechs Jahre dürfen ein Kino oder eine sonstige öffent­liche Filmver­an­stal­tungen besuchen, wenn die dort gezeigten Filme für ihr Alter freige­geben sind oder wenn es sich etwa um einen Infor­ma­ti­onsfilm handelt.

Gemeinsam mit einer perso­nen­sor­ge­be­rech­tigten Person dürfen Kinder zwischen sechs und elf Jahren auch Filme sehen, die erst ab zwölf Jahren freige­geben sind. Kinder zwischen sechs und 13 Jahren müssen bei Filmen von einer perso­nen­sor­ge­be­rech­tigten oder erzie­hungs­be­auf­tragten Person begleitet werden, wenn der Film nach 20.00 Uhr endet – auch dann, wenn der Film für ihre Alter­s­stufe freige­geben ist.

Das gilt auch für Jugend­liche zwischen 14 und 15 Jahren, wenn sie Kinofilme schauen wollen, die erst nach 22.00 Uhr enden und für Jugend­liche ab 16 Jahren, wenn „ihre“ Filmvorführung erst nach Mitter­nacht endet.

Dürfen Kinder und Jugend­liche Alkohol trinken oder rauchen?

Bei den Themen Alkohol und Tabak müssen vor allem Gewer­be­trei­bende und Einzelhändler aufpassen. Denn das Jugend­schutz­gesetz verbietet es strikt, Kindern und Jugend­lichen brannt­wein­haltige Lebens­mittel oder Getränke wie Alkopops zu verkaufen. Der Verzehr solcher Getränke in der Öffent­lichkeit ist Jugend­lichen verboten.

Demgegenüber dürfen Teenager ab 16 Jahren Bier, Wein oder Sekt öffentlich konsu­mieren, Händler dürfen ihnen diese Getränke verkaufen.

Bei Jugend­lichen unter 16 Jahren sieht die Rechtslage hingegen anders aus. Sie dürfen diese Getränke nur dann öffentlich konsu­mieren, wenn jemand sie begleitet, der perso­nen­sor­ge­be­rechtigt ist.

Demgegenüber ist es Kindern und Jugend­lichen in der Öffent­lichkeit komplett untersagt, zu rauchen. Tabak, gleich in welcher Form, dürfen Gaststätten und der Handel nicht an sie verkaufen.

Jugendschutzgesetz: Wann Ausgang für Kinder und Jugendliche erlaubt ist

Welche Ausgangszeiten sieht das Jugendschutzgesetz vor?

Kinder und Jugendliche müssen vor negativen Einflüssen in der Öffentlichkeit oder durch die Medien geschützt werden. Diese Aufgabe übernimmt das Jugendschutzgesetz (JuSchG), in dem sich unter anderem Vorschriften zum Thema Rauchen, Alkohol oder Glücksspiel finden lassen.

Es ist außerdem im Jugendschutzgesetz festgelegt, wann Ausgang für Kinder und Jugendliche erlaubt ist und zu welchen Zeiten sich die Heranwachsenden in der Öffentlichkeit aufhalten dürfen.

Doch wie lange dürfen Kinder und Jugendliche gemäß Jugendschutzgesetz draußen bleiben? Wie sehen die Altersgrenzen für Ausgehzeiten laut Jugendschutzgesetz aus? Und welche Strafen können fällig werden, wenn diese nicht eingehalten werden?

Bußgeldtabelle Jugendschutzgesetz bei Ausgang

Die Regelsätze für Bußgelder aus dem Jugendschutzgesetz unterscheiden sich teilweise je nach Bundesland. Wir haben diese Angaben für Sie zusammengefasst und klären Sie gleichzeitig auch über die Bußgelder gemäß Jugendschutzgesetz auf Bundesebene auf. Eigene Regelungen gelten für

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Berlin
  • Hamburg
  • Niedersachsen
  • Rheinland-Pfalz
  • Sachsen-Anhalt

Alle Angaben finden Sie in diesem Dokument zum kostenlosen Download:

>>> Download: Bußgeldtabellen zum Jugendschutzgesetz

Verstoß Regel­satz für Gewerbetreibende Regel­satz für sonstige Personen
Kindern ohne personen­sorge­berechtigte oder erziehungs­beauftragte Person die Anwesen­heit bei öffent­lichen Tanzver­anstaltungen gestattet 1.500 € 300 €
Jugend­lichen unter 16 ohne personen­sorge­berechtigte oder erziehungs­beauftragte Person die Anwesen­heit bei öffent­lichen Tanzver­anstaltungen gestattet 1.000 € 200 €
Jugend­lichen über 16 ohne personen­sorge­berechtigte oder erziehungs­beauftragte Person die Anwesen­heit bei öffentlichen Tanzver­anstaltungen nach 24 Uhr gestattet 1.000 € 200 €
Einem Kind ohne personen­sorge­berechtigte oder erziehungs­beauftragte Person den Aufent­halt in einer Gast­stätte zwischen 5 und 23 Uhr erlaubt (Aus­nahme: Ein­nahme einer Mahl­zeit oder eines Getränks) 800 € 300 €
Einem Jugend­lichen unter 16 ohne personen­sorge­berechtigte oder erziehungs­beauftragte Person den Aufent­halt in einer Gast­stätte zwischen 5 und 23 Uhr erlaubt (Aus­nahme: Ein­nahme einer Mahl­zeit oder eines Getränks) 600 € 200 €
Einem Jugend­lichen über 16 ohne personen­sorge­berechtigte oder erziehungs­beauftragte Person den Aufent­halt in einer Gast­stätte zwischen 24 und 5 Uhr gestattet 1.200 € 300 €
Einem Kind den Aufent­halt in einem Nacht­club oder ähnlichem Etablisse­ment gestattet 10.000 € 7.000 €
Einem Jugend­lichen den Aufent­halt in einem Nacht­club oder ähnlichem Etablisse­ment gestattet 8.000 € 5.000 €
Entgegen einer vollzieh­baren Anordnung Kindern oder Jugend­lichen die Anwesen­heit an einer jugendge­fährdenden Veran­staltung gestattet 10.000 € 3.000 €
Kindern unter 6 die Anwesen­heit bei öffent­lichen Filmver­anstaltungen ohne personen­sorge­berechtigte oder erziehungs­beauftragte Person gestattet 750 € 150 €
Zeitbe­schränkungen ohne personen­sorge­berechtigte oder erziehungs­beauftragte Person nicht beachtet 500 € 100 €

Die Bußgelder in dieser Tabelle dienen lediglich der Orientierung und stammen aus Angaben des Ministeriums für Arbeit und Soziales Baden-Württemberg.

Das Jugendschutzgesetz: Welche Ausgehzeiten gelten für wen?

Es gelten andere Regeln für Kinder als für Jugendliche, was den Ausgang angeht.

Zuerst einmal differenziert das Jugendschutzgesetz beim Ausgang und anderen Vorschriften zwischen Kindern und Jugendlichen.

Personen unter 14 Jahren gelten in der Regel noch als Kinder, wobei junge Menschen ab 14 Jahren bereits als Jugendliche angesehen werden können. Dies beweist auch § 1 JuSchG:

“Im Sinne dieses Gesetzes

  1. sind Kinder Personen, die noch nicht 14 Jahre alt sind,
  2. sind Jugendliche Personen, die 14, aber noch nicht 18 Jahre alt sind.“

Laut Gesetz gilt je nach Alter eine andere Uhrzeit, wie lange die Heranwachsenden ausgehen dürfen. Weiterhin sieht das Jugendschutzgesetz beim Ausgehen gewisse Ausnahmen vor, wenn Heranwachsende sich in Begleitung einer Aufsichtsperson befinden. In einem solchen Fall können die gesetzlich festgelegten Grenzen ihre Gültigkeit entweder teilweise oder sogar gänzlich verlieren.

Wer eignet sich als Aufsichtsperson?

Betreten Heranwachsende beispielsweise ein Restaurant oder eine Bar in Begleitung einer solchen Aufsichtsperson, so dürfen sie sich länger dort aufhalten, als es der Jugendschutz in puncto Ausgehzeiten in der Regel vorsieht.

Doch nicht jede beliebige Person ist qualifiziert, junge Menschen angemessen zu betreuen. Dem Jugendschutzgesetz zum Ausgang zufolge existieren zwei mögliche Gruppen, welche diese Qualifikation aufweisen:

  1. Personensorgeberechtigte Personen: Hier handelt es sich meist um die Eltern. Generell gelten jedoch alle Personen als personensorgeberechtigt, die das Sorgerecht für das Kind oder den Jugendlichen haben. Eingetragene Lebenspartner, weitläufige Verwandte oder Geschwister werden jedoch nicht anerkannt.
  2. Erziehungsbeauftragte Personen: Sind die Eltern verhindert oder wollen sich einfach mal eine Auszeit gönnen, können sie eine andere Person damit beauftragen, ihre Kleinen zu beaufsichtigen. Es muss jedoch in jedem Fall eine beidseitige Vereinbarung und Zustimmung vorliegen. Außerdem sind erziehungsbeauftragte Personen an ein Mindestalter von 18 Jahren gebunden.

Wie lange darf man mit 14 raus?

Das Jugendschutzgesetz unterscheidet beim Ausgang zwischen Nachtclubs und Gaststätten. Letztere Kategorie bezieht sich außerdem auch auf Bars, Restaurants, Cafés, Hotels oder Diskotheken. Wie lange sich die Halbstarken in einer Gaststätte aufhalten dürfen, legt § 4 JuSchG fest:

“Der Aufenthalt in Gaststätten darf Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren nur gestattet werden, wenn eine personensorgeberechtigte oder erziehungsbeauftragte Person sie begleitet oder wenn sie in der Zeit zwischen 5 Uhr und 23 Uhr eine Mahlzeit oder ein Getränk einnehmen.“

Jugendschutz: Vorschriften zum Ausgang können der Tabelle entnommen werden, die sich am Anfang des Textes befindet.

Für Diskotheken oder öffentliche Tanzveranstaltungen gelten ähnliche Vorschriften für 14-Jährige: Veranstaltungen dieser Art sind für sie tabu. Werden sie jedoch von einer autorisierten Aufsichtsperson betraut, dürfen sie sich in Diskotheken oder ähnlichem aufhalten.

Junge Menschen zwischen 14 und 16 Jahren dürfen sich übrigens alleine im Kino einen Film anschauen, wenn dieser vor 22 Uhr beendet ist und das gezeigte Material der jeweiligen Altersfreigabe entspricht.

Dauert die Filmverstellung länger, müssen sie dem Jugendschutzgesetz zum Ausgang von den Eltern oder einer erziehungsbeauftragten Person begleitet werden. Die Altersfreigabe verliert dadurch jedoch nicht ihre Gültigkeit!

Wie lange darf man mit 16 raus?

Mit 16 Jahren sind viele junge Menschen der Meinung, sie seien bereits erwachsen. Dass dem jedoch nicht so ist, beweist der zweite Teil des § 10 JuSchG:

“Jugendlichen ab 16 Jahren darf der Aufenthalt in Gaststätten ohne Begleitung einer personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person in der Zeit von 24 Uhr und 5 Uhr morgens nicht gestattet werden.“

Demnach sind auch Jugendliche mit 16 Jahren in gewissen Situationen noch auf eine Aufsichtsperson angewiesen. Auf Konzerten, öffentlichen Tanzveranstaltungen oder in Diskotheken sieht das Gesetz vor, dass Jugendliche sich bis 24 Uhr dort aufhalten dürfen.

Dies ist jedoch nur der Fall, wenn keine Aufsichtsperson zugegen ist. In diesem Fall liegt das Festsetzen einer Uhrzeit normalerweise im Ermessen der jeweiligen Aufsicht bzw. der Eltern.

In puncto Kinobesuch ist es Jugendlichen gestattet, eine Filmverführung alleine zu besuchen, wenn der Film vor 24 Uhr beendet ist. Ist dies nicht der Fall, ist die Begleitung der Eltern oder einer erziehungsbeauftragten Person Pflicht. Auch hier bleiben die jeweiligen Alterskennzeichen des Films laut Jugendschutzgesetz zum Ausgang trotzdem gültig.

Was ist für Kinder und Jugendliche in puncto Ausgang verboten?

An sogenannten „jugendgefährdenden Orten“ darf jungen Menschen laut Jugendschutzgesetz zu keiner Uhrzeit der Aufenthalt gestattet werden. Dabei handelt es sich beispielsweise um Bordelle, Strip-Clubs oder Swinger-Clubs.

Auch Orte, die bekannt dafür sind, dass dort Rauschmittel oder Drogen verkauft oder konsumiert werden, müssen gemäß dem Jugendschutz zum Ausgang in jedem Fall gemieden werden. Das Gleiche gilt für frei zugängliche und öffentliche Plätze, an denen Straftaten verabredet, geplant oder begangen werden.

Welche Strafen können fällig werden?

Jugendschutz: Verstöße gegen Ausgehzeiten werden laut Tabelle hart sanktioniert.

Gestatten Sie beispielsweise als Gewerbetreibender Kindern den Aufenthalt bei einer Tanzveranstaltung, kann ein Bußgeld von 1.500 Euro auf Sie zukommen.

Verstoßen Sie gegen das Jugendschutzgesetz zum Ausgang und es handelt sich um Jugendliche, geht es trotzdem noch um einen Betrag von 1.000 Euro.

Wenn Sie hingegen als Elternteil oder erziehungsbeauftragte Person einem Kind erlauben, sich zwischen 5 und 23 Uhr alleine in einer Gaststätte aufzuhalten, ohne ein Getränk oder eine Mahlzeit einzunehmen, werden Sie mit einem Bußgeld in Höhe von 300 Euro belangt. Bei Jugendlichen liegt dieser Wert bei 200 Euro.

Gewerbetreibende, die Jugendlichen nach 24 Uhr den Aufenthalt in einer Gaststätte erlauben, obwohl sich diese weder in Begleitung ihrer Eltern noch einer autorisierten Aufsichtsperson befinden, können mit einem Bußgeld von 1.200 Euro konfrontiert werden.

Richtig teuer wird es, wenn einem Kind gestattet wird, sich in einem Nachtclub, einem Bordell oder einem Swinger-Club aufzuhalten: Gewerbetreibende müssen an dieser Stelle mit 10.000 Euro rechnen, wobei Eltern oder sonstige beauftragte Personen einen Betrag von 7.000 Euro aufbringen müssen.

Bei Jugendlichen sinkt das Bußgeld zwar auf 8.000 Euro für Gewerbetreibende sowie 5.000 Euro für Eltern, das seelische Wohl der jungen Menschen kann in einer solchen Situation jedoch nicht mehr sichergestellt werden. Daher sollen die Höhen der Sanktionen die Verantwortlichen im Vorfeld bereits abschrecken, sodass das Jugendschutzgesetz zum Ausgang erst gar nicht verletzt wird.(38 Bewertungen, Durchschnitt: 4,55 von 5)
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Dürfen meine Eltern bestimmen, wie lange ich mit 14 raus darf?

Häufig kommt es zum Streit mit den Eltern, weil man sich nicht darüber einig wird, zu welcher Uhrzeit man wieder daheim sein soll. Als Jugendlicher möchte man natürlich auch abends noch unterwegs sein und gemeinsam mit Freunden am See chillen, ins Kino gehen oder eine Hausparty feiern. Du kennst das vermutlich auch und denkst dir „Ich entscheide selbst, wie lange ich mit 14 weg darf. Meine Eltern können mir da gar nichts vorschreiben. Ich bin ein freier Mensch!“ Leider stimmt das nicht ganz… Bis zu deinem 18. Lebensjahr giltst du als minderjährig und Mama und Papa sind für dich verantwortlich. Dementsprechend dürfen sie dir erlauben aber genauso verbieten mal länger als 20 oder 22 Uhr wegzubleiben.😬 Wenn du dich aber doch mal verspätest, findest du bei uns auch die perfekten Ausreden für deine Eltern.😉

Auch fürs Kino gibt’s eine Regel, wie lange man mit 14 weg darf!

Und wie lange darf man laut Gesetz mit 14 raus?

Tatsächlich gibt es kein allgemeines Gesetz dafür. Die Antwort auf die Frage „Wie lange darf ich mit 14 raus“ hängt ganz von der Location ab, in der du dich aufhalten möchtest. Das Jugenschutzgesetz lautet da:

  1. In Gaststätten darfst du dich unter 16 nur mit einem Erziehungsberechtigten/-beauftragten aufhalten. Solange du allerdings auf Reisen bist, etwas essen oder trinken möchtest (zwischen 5 und 23 Uhr) oder du dich bei einer Veranstaltung eines anerkannten Jugendhilfeträgers befindest, greift das Gesetz nicht.
  2. Ein Kinoabend muss für alle bis 14 Jahren um 20 Uhr enden. Zwischen 14 und 16 Jahren geht’s auch bis 22 Uhr, danach bis 24 Uhr.
  3. Tanzveranstaltungen oder eine Disco kannst du unter 14 nur mit einem Erziehungsberechtigten/-beauftragten besuchen. Ab 16 kannst du bis 24 Uhr dort auch alleine bleiben, in Begleitung sogar noch länger. Beachte aber, dass viele Clubs noch zusätzliche Altersbeschränkungen haben. Aber: Auch hier tritt das Gesetz außer Kraft, wenn du an einer Tanzveranstaltung zur Brauchtumspflege, zur künstlerischen Betätigung oder eines anerkannten Jugendhilfeträgers teilnimmst.

Bist du mit deinen Freunden draußen unterwegs oder bei ihnen zu Hause, musst du lediglich mit deinen Eltern verhandeln, wie lange du mit 14 weg darfst. Also überlege dir am besten schon mal ein paar gute Argumente oder Hausarbeiten, die du ihnen dafür anbieten kannst.

  • Kino
  • Gefühle
  • Eltern

Jugendschutzgesetz 2020: Ausgehen – aber wie lange?

Wenn Kinder zu Jugendlichen heranwachsen, wollen sie abends auch mal mit ihren Freunden ausgehen. Oft gibt es aber Streit darüber, wie lange sie wegbleiben dürfen. Grundsätzlich ist das Sache der Eltern. Aber das Jugendschutzgesetz regelt verbindlich den Aufenthalt an bestimmten Orten.

Wann dürfen Kinder alleine ins Kino, und wie lange dürfen sie in der Disco oder Kneipe feiern? Unsere Tabelle gibt den Überblick.

Ort Alter Uhrzeit Hinweis
Disco bis 15 bis 22 Uhr nur mit Erziehungsberechtigtem
Disco ab 16 bis 24 Uhr auch wenn ein volljähriger Freund dabei ist
Disco ab 18 unbegrenzt
Konzerte keine Beschränkung Erlaubnis der Eltern nötig
Jugendtreffs,
Vereine, Kirchen
unter 14 bis 22 Uhr
Jugendtreffs,
Vereine, Kirchen
unter 16 bis 24 Uhr zuständige Behörde kann Ausnahmen genehmigen
Kino unter 14 bis 20 Uhr Film muss um 20 Uhr zu Ende sein
Kino unter 16 bis 22 Uhr Film muss um 22 Uhr zu Ende sein
Kino unter 18 bis 24 Uhr Film muss um 24 Uhr zu Ende sein

Aufenthalt in Diskotheken und Clubs

Bei öffentlichen Tanzveranstaltungen, zum Beispiel in Diskotheken, gelten Alters- und zeitliche Aufenthaltsbeschränkungen. Der Aufenthalt in Nachtbars und Nachtclubs sowie in öffentlichen Spielhallen darf Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht gestattet werden. Unter 16 dürfen Jugendliche nur in eine Disco, wenn ein Erziehungs- oder Sorgeberechtigter dabei ist. Ab 16 dürfen sie sich bis 24 Uhr in einer Disco aufhalten. Das gilt auch, wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter in Begleitung eines volljährigen Freundes oder Freundin ist.

Ausnahmen im Jugendschutzgesetz

Ausnahmen gibt es aber bei Veranstaltungen von einem anerkannten Träger der Jugendhilfe. Das sind zum Beispiel Jugendtreffs von Gemeinden, Vereinen oder der Kirche. Dann ist Kindern unter 14 die Anwesenheit bis 22 Uhr gestattet. Für die 14- und 15-Jährigen ist um 24 Uhr Schluss. Außerdem kann die zuständige Behörde Ausnahmen genehmigen.

Konzerte sind von diesen Regelungen ausgenommen, denn sie gelten nicht als Tanzveranstaltungen. Somit gelten auch nicht die zeitlichen Beschränkungen. Manchmal werden aber Altersbeschränkungen von der zuständigen Behörde oder vom Veranstalter angeordnet. Außerdem brauchen Jugendliche immer die Erlaubnis ihrer Eltern.

Aufenthalte in Gaststätten

Ohne Begleitung einer personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person dürfen sich Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nur zur Einnahme einer Mahlzeit oder eines Getränks zwischen 5 Uhr und 23 Uhr in einer Gaststätte aufhalten. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen sich ohne Begleitung zwischen 5 Uhr und 24 Uhr in Gaststätten aufhalten. In Begleitung einer personensorgeberechtigten oder erziehungsbeauftragten Person dürfen sich Kinder und Jugendliche zeitlich unbeschränkt in Gaststätten aufhalten.

Veranstalter und Gewerbebetreiber müssen Jugendschutzgesetz einhalten

Wenn gegen die gesetzlichen Verbote des Jugendschutzgesetzes verstoßen wird, können diese Ordnungswidrigkeiten mit einem Bußgeld bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Die zuständigen Behörden in den Ländern können zum Schutz der Kinder und Jugendlichen die entsprechenden Sanktionen verhängen – insbesondere gegen die Gewerbetreibenden und Veranstalter, die die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes nicht beachten.

Wie lan­ge darf ich abends raus?

Das Jugendschutzgesetz (JuSchG) regelt die Aufenthaltsbestimmungen von Kindern und Jugendlichen in der Öffentlichkeit.

Grundsätzlich ist es Sache der Erziehungsberechtigten zu entscheiden, wie lange ein Minderjähriger (= unter 18 Jahre) außer Haus bleiben darf. Das heißt, dass Deine Eltern entscheiden, wie lange Du draußen bleiben darfst.

Das JuSchG regelt nur die Anwesenheit an bestimmten Orten:

  • Aufenthalt in Gaststätten: Für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nur in Begleitung eines Personensorgeberechtigten oder einer erziehungsbeauftragten Person erlaubt.
    Ausnahmen: Auf einer Reise, zur Einnahme einer Mahlzeit und eines Getränks zwischen 5:00 und 23:00 Uhr oder bei der Teilnahme an einer Veranstaltung eines anerkannten Jugendhilfeträgers.
  • Anwesenheit bei öffentlichen Tanzveranstaltungen/Diskotheken: Unter 16 Jahre nur in Begleitung eines Personensorgeberechtigten oder einer erziehungsbeauftragten Person, ansonsten nicht erlaubt. Ab 16 Jahren dürfen Jugendliche bis längstens 24:00 Uhr an einer öffentlichen Tanzveranstaltung teilnehmen. In Begleitung einer erziehungsbeauftragten Person darf ein Jugendlicher auch nach 24:00 Uhr in einer Diskothek bleiben. Ausnahmen: Anwesenheit bei Tanzveranstaltungen eines anerkannten Trägers der Jugendhilfe oder bei Tanzveranstaltungen zur Brauchtumspflege und zur künstlerischen Betätigung.
  • Anwesenheit bei öffentlichen Filmveranstaltungen/Kino: Bis 14 Jahre darf man maximal bis 20:00 ins Kino und der Film muss dann auch zu Ende sein. Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren dürfen bis um 22:00 Uhr ohne Erziehungsberechtigte ins Kino. Erst ab 16 Jahren dürfen Kinder bis 24:00 ins Kino.

Zum Thema Hausarrest:

Es gibt keine rechtliche Regelung, die ein Hausarrest verbietet. Jedoch ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) unter §1631 festgelegt, dass in der Erziehung keine Gewalt angewendet werden darf. Ein unverhälnismäßig langer und nicht gerechtfertigter Hausarrest könnte also als Gewalt gegen Kinder gesehen werden. Das hängt aber von der jeweiligen Situation ab.

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