Wann muss ich arbeitgeber über schwangerschaft informieren

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Recht­zei­tig absichern
Schwan­ger­schaft: Arbeit­ge­ber infor­mie­ren, aber wann?

Viele Frauen fragen sich, wann sie bei einer Schwangerschaft den Arbeitgeber informieren müssen. Besteht überhaupt eine gesetzliche Mitteilungspflicht? Durch das Mutterschutzgesetz sind Schwangere und junge Mütter im Beruf geschützt, zum Beispiel dürfen sie nicht mehr schwer arbeiten und der Arbeitgeber darf ihnen ab Beginn der Schwangerschaft keine Kündigung mehr aussprechen. Damit diese Vorschriften eingehalten werden können, muss die Arbeitnehmerin den Arbeitgeber aber über ihre Schwangerschaft informieren.

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Keine grund­sätz­li­che Mit­tei­lungs­pflicht laut Mut­ter­schutz­ge­setz

Es besteht keine grundsätzliche Mitteilungspflicht gegenüber dem Arbeitgeber, wenn eine Angestellte schwanger wird. Im Mutterschutzgesetz ist stattdessen aber eine Soll-Vorschrift enthalten, da eine solche Mitteilung sehr empfehlenswert ist. Nur dann kann der Arbeitgeber nämlich entsprechende Sicherheitsvorkehrungen treffen und den Kündigungsschutz beachten, der für werdende Mütter gilt. Mit der Mitteilung über die Schwangerschaft sollte auch der mutmaßliche Tag der Entbindung angegeben werden. Der Arbeitgeber muss dann die zuständige Aufsichtsbehörde informieren, darf aber keine Dritten wie zum Beispiel andere Kollegen in Kenntnis setzen.

Ausnahmen zur Mit­tei­lungs­pflicht

Es kann sich aber trotzdem die Pflicht ergeben, bei Kenntnis über die Schwangerschaft den Arbeitgeber zu informieren, und zwar dann, wenn sonst die Treuepflicht der Arbeitnehmerin verletzt werden würde. In bestimmten Fällen ist es nämlich besonders wichtig für den Arbeitgeber, über eine Schwangerschaft seiner Angestellten informiert zu sein. Das gilt, wenn die Arbeit mit besonderen Gefährdungen verbunden ist oder wenn die Suche nach einem geeigneten Ersatz längere Zeit in Anspruch nehmen würde, weil die Mitarbeiterin einen sehr komplexen Aufgabenbereich hat. Der Arbeitgeber muss dann rechtzeitig vor Beginn des Mutterschutz-Zeitraums mit der Suche beginnen.

Auch in dieses Fällen ist ein Arbeitsrechtsschutz sinnvoll! >>

Wie bei Schwan­ger­schaft den Arbeit­ge­ber infor­mie­ren?

Sie können bei einer Schwangerschaft den Arbeitgeber auf beliebige Weise informieren, also zum Beispiel mündlich, telefonisch, per Brief oder E-Mail. Die schriftliche Form ist aber aus Beweisgründen empfehlenswert, um auf der sicheren Seite zu sein. Es ist auch möglich, den Arbeitgeber auf eine potenzielle Schwangerschaft hinzuweisen, wenn Sie sich noch nicht sicher sind. Auch in diesem Fall muss er die nach dem Mutterschutzgesetz erforderlichen Schutzmaßnahmen einleiten.

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    Darf ich eigent­lich?
    Mut­ter­schutz: Wie lange dürfen Schwan­ge­re arbeiten?

    Werdende Mütter profitieren in Deutschland vom Mutterschutzgesetz (MuSchG). In welchem Umfang und wie lange der Mutterschutz gilt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dabei haben Frauen in den letzten Jahren deutlich mehr Mitspracherecht bekommen, was ihre Arbeitsmöglichkeiten während und nach der Schwangerschaft angeht: Sowohl 2017 als auch 2018 wurden Anpassungen an dem Gesetz vorgenommen.

    Ziele des Mut­ter­schutz­ge­set­zes

    Das Mutterschutzgesetz soll Schwangere und frischgebackene Mütter im Job und in der Ausbildung schützen, zum Beispiel vor Gefährdungen, Überforderung, Gesundheitsschädigungen, finanziellen Einbußen und dem Verlust des Arbeitsplatzes.

    Deshalb regelt das Gesetz folgende Dinge:

    • Arbeits­ver­hält­nis zwischen (werdender) Mutter und Arbeit­ge­ber bezie­hungs­wei­se Aus­bil­dungs­be­trieb während der gesamten Schwan­ger­schaft und der ersten Zeit nach der Geburt – von der erlaubten Wochen­stun­den­zahl bis zum Kün­di­gungs­schutz.
    • Schutzzeiten, in denen für Schwan­ge­re ein kom­plet­tes oder teil­wei­ses Beschäf­ti­gungs­ver­bot

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    Ab wann gilt der Mut­ter­schutz? Wie lange geht er?

    Das Mutterschutzgesetz greift, sobald eine Schwangerschaft besteht. Unabhängig davon, ob der Arbeitgeber schon von der Schwangerschaft weiß, gilt beispielsweise sofort der spezielle Kündigungsschutz.

    • Die Mut­ter­schutz­zeit im engeren Sinne beginnt sechs Wochen vor dem errech­ne­ten Geburts­ter­min. Ab diesem Zeitpunkt bist du als Schwan­ge­re von der Arbeit frei­ge­stellt und erhältst Mut­ter­schafts­geld.
    • Übli­cher­wei­se endet der Mut­ter­schutz acht Wochen nach der Ent­bin­dung – hierbei gibt es aller­dings Ausnahmen. Wie die aussehen, erfährst du hier.

    Darf man auch in der Mutterschutzzeit arbeiten?

    • Vor der Geburt: Ja. In den sechs Wochen vor dem errech­ne­ten Geburts­ter­min darfst du trotzdem arbeiten, wenn du dich aus­drück­lich dazu bereit erklärst. Vor­aus­set­zung ist, dass dabei keine Gefahr für dich oder dein unge­bo­re­nes Kind
    • Nach der Geburt: Nein. In den acht bezie­hungs­wei­se zwölf Wochen nach der Geburt gilt für Mütter ein absolutes Beschäf­ti­gungs­ver­bot.

    Arbeit­ge­ber muss Gefähr­dun­gen vermeiden

    Du musst für den Mutterschutz keine extra Anträge stellen. Aber der Arbeitgeber muss natürlich wissen, dass sich seine Angestellte oder Auszubildende in anderen Umständen befindet, um seinen Schutzpflichten nachkommen zu können. Deshalb solltest du deine Firma zeitnah über deine Schwangerschaft informieren. Damit reduzierst du von vornherein mögliches Streitpotenzial.

    Es ist die Pflicht des Arbeitgebers, die entsprechenden Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um unverantwortbare Gefährdungen für Schwangere zu vermeiden – dazu gehören zum Beispiel die Ausgestaltung des Arbeitsplatzes und Regelungen dazu, wann und wie lange du arbeiten darfst.

    Die Regelungen zur Ausgestaltung des Arbeitsplatzes befanden sich früher in der Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz (MuSchArbV), sind mittlerweile aber direkt ins Mutterschutzgesetz integriert, denn der Gesetzgeber hat erkannt, dass nicht nur die Gesundheit schützenswert ist, sondern Frauen auch die Fortsetzung ihrer beruflichen Tätigkeit ermöglicht werden muss, wenn sie dies wünschen. Mehr dazu weiter unten.

    Arbeits­zei­ten während der Schwan­ger­schaft: Wie lange ist erlaubt?

    Immer mehr Frauen möchten auch während der Schwangerschaft noch arbeiten. Deshalb werden nach aktuellem Mutterschutzgesetz Beschäftigungsverbote nur noch ausgesprochen, wenn es keine andere Möglichkeit gibt – zum Beispiel, wenn sich kein ungefährlicher Arbeitsplatz im Unternehmen finden lässt.

    Wer in der Schwangerschaft arbeiten will, darf das – allerdings nicht zu lange und nicht immer:

    • Arbeit an Sonn- und Fei­er­ta­gen ist erlaubt, wenn die Schwan­ge­re zustimmt.
    • Zwischen 20 und 22 Uhr mit ärzt­li­cher Geneh­mi­gung.
    • Zwischen 20 und 6 Uhr darf der Arbeit­ge­ber Schwan­ge­re nicht zur Arbeit ver­pflich­ten.
    • Nach 22 Uhr dürfen Frauen im Mut­ter­schutz nicht mehr arbeiten.
    • Nacht­ar­beit ist verboten.
    • Zwischen Fei­er­abend und erneutem Arbeits­be­ginn müssen min­des­tens 11 Stunden liegen.
    • Im Wochen­durch­schnitt darfst du nicht länger als 8,5 Stunden pro Tag arbeiten; Min­der­jäh­ri­ge im Mut­ter­schutz sogar nur 8 Stunden.

    Wichtig: Schwangere müssen explizit einwilligen, wenn sie zu außerhalb der vom Mutterschutzgesetz vorgegebenen Zeiten arbeiten sollen oder wollen – und können diese Einwilligung jederzeit widerrufen.

    Beschäf­ti­gungs­ver­bo­te und Schutz­fris­ten für Schwan­ge­re

    Beschäftigungsverbote und Schutzfristen regeln, wann und wie lange du vor der Entbindung noch arbeiten darfst und wie lange du danach noch von der Arbeit befreit bist. Der Unterschied zwischen beiden:

    • Beschäf­ti­gungs­ver­bo­te gelten auch dann, wenn du viel­leicht selbst gern arbeiten würdest. Sie werden vom Arzt oder vom Betrieb aus­ge­spro­chen.
    • Schutz­fris­ten – die sechs Wochen vor und acht bezie­hungs­wei­se zwölf Wochen nach der Geburt – sind im Mut­ter­schutz­ge­setz fest­ge­legt. In dieser Zeit bist du grund­sätz­lich von der Arbeit befreit (s.o.).

    Diese Ausfallzeiten werden rechtlich als reguläre Arbeitszeit gewertet. Das bedeutet, dass in dieser Zeit beispielsweise auch Urlaubsansprüche entstehen.

    Mehr Details zu Arbeitsverboten in der Mutterschutzzeit findest du im Ratgeber “Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft”.

    Absolute, sofortige Beschäftigungsverbote ab Bekanntwerden der Schwangerschaft waren in manchen Branchen Standard, weil das gesundheitliche Risiko als zu hoch eingestuft wurde. Heute kann ein Beschäftigungsverbot nicht mehr so einfach ausgesprochen werden. Stattdessen muss der Arbeitgeber sich nach Kräften bemühen, einen angemessenen, sicheren Alternativarbeitsplatz im Unternehmen zu finden.

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      Ab welchem Monat geht man in Mutterschutz?

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      Mutterschutz: Ihre Rechte in der Schweiz

      Einer Arbeitnehmerin können während der Schwangerschaft und nach der Geburt einige Arbeitsbedingungen nicht zugemutet werden. Verschiedene Gesetze, wie das Arbeitsgesetz oder das Gleichstellungsgesetz schützen daher die schwangere Arbeitnehmerin oder die stillende Mutter. Hier finden Sie kurz erklärt, welche Rechte Ihnen im Mutterschutz in der Schweiz zustehen.

      Junge Mütter haben bei und nach einer Schwangerschaft mehrere Rechte . Foto: Stígur Már Karlsson /Heimsmyndir, E+, Getty Images Plus

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      Von Angela Zimmerling

      Das Wichtigste in Kürze:

      • Schwangere dürfen pro Tag höchstens neun Stunden arbeiten. Mehr Infos zu den Arbeitszeiten als Schwangere.
      • Arbeitsunfähige Schwangere dürfen eine gewisse Zeit lang zu Hause bleiben. Ab zwei Monaten Abwesenheit kann der Arbeitgeber ihre Ferien kürzen.
      • Stillende haben während der Arbeitszeit einen Anspruch auf Stillpausen. Hier erfahren Sie, wie solche Pausen geregelt sind.
      • Im Mutterschaftsurlaub erhalten Mütter 80 Prozent ihres Lohns unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin ausbezahlt.

      Der Arbeitgeber darf schwangeren Frauen und Müttern mit einem Kind bis zum Alter von 16 Wochen nach Ablauf der Probezeit nicht kündigen. Das gilt nur, wenn sie einen unbefristeten Arbeitsvertrag haben. Die Schwangeren und jungen Mütter dürfen dagegen das Arbeitsverhältnis jederzeit kündigen. Sie müssen allerdings die Fristen einhalten.

      Zum Mutterschutz in der Schweiz gehört, dass eine Frau nicht wegen der Schwangerschaft benachteiligt werden darf. Eine Frau nicht einzustellen, weil sie schwanger werden kann, ist eine Diskriminierung und verboten. Sie müssen in einem Einstellungsgespräch die Fragen „Möchten Sie Kinder haben?“ oder „Sind Sie schwanger?“ nicht beantworten.

      Sollten Sie allerdings mit giftigen Substanzen arbeiten wollen oder sonstige Arbeiten machen wollen, die Ihnen und der Gesundheit Ihres ungeborenen Kindes schaden könnten, ist es wichtig, dem Arbeitgeber ehrlich gegenüber zu sein. So kann er rechtzeitig Schutzmassnahmen ergreifen oder Sie von gefährlicher Arbeit befreien.

      Mutterschutz: Ihre Rechte am Arbeitsplatz während der Schwangerschaft

      Arbeitszeit

      Als schwangere Frau dürfen Sie täglich maximal neun Stunden arbeiten. Das Mutterschutzgesetz sieht vor, dass werdende Mütter ohne ihr Einverständnis nicht zur Arbeit gezwungen werden können. In einer Verordnung zum Arbeitsgesetz steht zudem: „Schwangere Frauen und stillende Mütter müssen sich unter geeigneten Bedingungen hinlegen und ausruhen können.“ Das können Sie beispielsweise auf einer bequemen Liege in einem Ruheraum tun.

      Schwangere, die normalerweise nachts zwischen 20 Uhr und 6 Uhr arbeiten, können von ihrem Arbeitgeber verlangen, am Tag zu arbeiten. Ab dem achten Schwangerschaftsmonat darf eine Schwangere nicht mehr zwischen 20 und 6 Uhr arbeiten. Sie muss von Arbeitgeber eine Ersatzarbeit am Tag angeboten bekommen. Sollte das nicht möglich sein, muss sie die Nachtarbeit nicht machen und hat ein Anrecht auf 80 Prozent des Lohnes.

      Gefährliche oder beschwerliche Arbeit

      Zum Mutterschutz gehört, dass Ihre Gesundheit während der Schwangerschaft durch das Arbeitsgesetz geschützt ist. Werdende Mütter dürfen zum Beispiel keine gefährlichen und beschwerlichen Arbeiten ausführen, wenn sie ihre Gesundheit und die des ungeborenen Kindes beeinträchtigen können. Eine Fachperson muss das durch eine Risikobeurteilung überprüfen. Folgende beschwerliche oder gefährliche Arbeiten können das sein:

      • Schwere Lasten von Hand bewegen. Regelmässig mehr als fünf Kilogramm schwere Kisten mit Ordnern tragen – das muss eine Schwangere ab dem siebten Monat nicht mehr.
      • Bewegungen, die schnell zur Ermüdung führen. Eine dauernde Kauerstellung ist einer Schwangeren nicht zuzumuten. Frauen, die meistens im Stehen arbeiten, haben ab dem vierten Monat gesetzlichen Anspruch auf eine tägliche Ruhezeit von zwölf Stunden. Sie dürfen zudem nach jeder zweiten Stunde eine Pause von zehn Minuten einlegen. Nach dem sechsten Monat dürfen sie nur noch vier Stunden pro Tag stehend arbeiten. Für die restliche Arbeitszeit ist ihnen eine Ersatzarbeit zum Beispiel im Sitzen anzubieten. Arbeiten, bei denen die Frau Stössen und Erschütterungen ausgesetzt ist, sind ihr ebenso nicht zuzumuten.
      • Arbeiten bei Kälte unter –5°C, bei Hitze über 28°C und Nässe.
      • Arbeiten, bei denen die Arbeitnehmerinnen schädlichen Stoffen, Strahlen oder Lärm ausgesetzt sind.
      • Arbeiten im Schichtsystem, die den Körper stark belasten. Sie dürfen nicht mehr als drei Nachtschichten hintereinander arbeiten.

      Der Arbeitgeber muss, soweit das möglich ist, bei unzumutbarer Arbeit für Schwangere eine gleichwertige Ersatzarbeit vorschlagen oder Schutzmassnahmen ergreifen. Ist das nicht machbar, hat die Schwangere das Recht, zu Hause zu bleiben und Anspruch auf 80 Prozent ihres Lohnes.

      Arbeitsunfähigkeit

      Der Mutterschutz in der Schweiz sieht es gesetzlich vor, dass werdende Mütter zu Hause bleiben oder nach Hause gehen dürfen, wenn sie ihrem Arbeitgeber Bescheid geben. Bleibt eine Schwangere länger als zwei Monate der Arbeit fern, darf der Arbeitgeber ihre Ferien kürzen.

      Die Frau hat für die Zeit, die sie nicht arbeitet, kein Anrecht auf ihren Lohn. Diesen erhält sie nur, wenn es ihr schlecht geht und sie ein Arztzeugnis nachweisen kann. „Wie bei Krankheit oder Unfall muss der Arbeitgeber einer schwangeren Arbeitnehmerin den Lohn während einer beschränkten Dauer zahlen, wenn sie wegen ihrer Schwangerschaft nicht zur Arbeit geht“, schreibt das Staatssekretariat für Wirtschaft.

      Nur wenn die Frau aus gesundheitlichen Gründen, sei es wegen einer Grippe oder wegen Schwangerschaftsbeschwerden, an der Arbeit verhindert ist, kann sie Leistungen verlangen. In der Regel haben Sie im ersten Anstellungsjahr während drei Wochen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Bei längerer Anstellung verlängert sich die Zeit.

      Der Lohn wird nur gezahlt, wenn die Schwangere in einem unbefristeten Verhältnis angestellt ist und mindestens drei Monate gearbeitet hat oder eine Kündigungsfrist von drei Monaten vereinbart wurde. Ansonsten muss bei einem befristeten Vertrag mindestens eine Vertragsdauer von drei Monaten festgelegt sein, damit der Schwangeren Lohn gezahlt werden kann.

      Mutterschutz: Ihre Rechte nach der Geburt

      Bis acht Wochen nach der Geburt Ihres Kindes darf eine Mutter nicht arbeiten. Im Mutterschutz in der Schweiz haben Sie Beschäftigungsverbot. Von der neunten bis zur 16. Woche dürfen Sie nur mit Ihrem Einverständnis arbeiten. Ähnlich wie während der Schwangerschaft haben sie bis zur 16. Woche nach der Geburt das Recht, auf Nachtarbeit zu verzichten und eine gleichwertige Arbeit am Tag zu verlangen.

      Neu ist seit Juli 2005 der Mutterschaftsurlaub. 14 Wochen nach der Geburt Ihres Kindes dürfen Sie demnach zu Hause bleiben und haben Anspruch eine Mutterschaftsentschädigung in Höhe von 80 Prozent Ihres Lohnes, maximal aber 196 Franken pro Tag.

      Der Mutterschaftsurlaub ist an einem Stück zu nehmen. Voraussetzung für den Urlaub ist, dass Sie während neun Monaten vor der Geburt bei der AHV versichert waren und mindestens fünf Monate vor der Geburt gearbeitet haben.

      Stillen am Arbeitsplatz

      Für stillende Frauen gilt ein besonderer Mutterschutz. Sie dürfen maximal nur neun Stunden pro Tag arbeiten. Wie in der Schwangerschaft können die Mütter verlangen, dass sie keine beschwerlichen oder gefährlichen Arbeiten machen müssen. Ihnen muss eine Ersatzarbeit angeboten werden oder sie haben Anspruch auf 80 Prozent Ihres Lohns. Stillende dürfen sich auch hinlegen und ausruhen.
      Ihr Arbeitgeber muss Ihnen Zeit zum Stillen einräumen. Bis zum ersten Geburtstag Ihres Babys gilt die Zeit, die Sie Ihr Kind stillen oder während Sie Milch abpumpen als Arbeitszeit. Bei einer täglichen Arbeitszeit von bis zu vier Stunden sind mindestens 30 Minuten Stillzeit als bezahlte Arbeitszeit anzurechnen, bei mehr als vier Stunden 60 Minuten, bei mehr als sieben Stunden mindestens 90 Minuten.

      Mitteilung der Schwangerschaft

      „Dringende Frage: Muss ich meinem Arbeitgeber sagen, dass ich schwanger bin? Ich habe einen befristeten Vertrag, der Ende des Jahres ausläuft. Mir wurde jetzt schon zugesagt, dass der Vertrag verlängert wird. Das ist der erste Vertrag, den ich seit Jahren wieder einmal bekommen habe. Ich brauche ihn auch ganz dringend. Nun bin ich schwanger geworden und möchte meinem Chef nichts davon erzählen. Ist das in Ordnung?“
      Antwort: Sie merken wahrscheinlich selber, dass Sie es grundsätzlich Ihrem Arbeitgeber besser sagen sollten. Er wird sicherlich ärgerlich sein, wenn Sie ihm nach Ende der Befristung offenbaren, dass Sie wegen der Schwangerschaft künftig ausfallen. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Sie haben natürlich vollkommen Recht, dass die Verlängerung des Arbeitsvertrages gefährdet ist, wenn Sie die Schwangerschaft mitteilen. Eine entsprechende Regelung findet sich in § 5 Mutterschutzgesetz. Darin heißt es, dass werdende Mütter dem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft und den mutmaßlichen Tag der Entbindung mitteilen sollen, sobald ihnen ihr Zustand bekannt ist. Es handelt sich hierbei also um eine „Sollvorschrift“. Sie müssen ganz klar keine Mitteilung machen. Der Nachteil ist natürlich, dass Sie auf Beschäftigungsverbote und ähnliche Schutzvorschriften dann nicht pochen können.

      Sie müssen auch keine Angst vor einer Kündigung haben. Eine Kündigung gegenüber einer Schwangeren ist bis 4 Monate nach der Geburt unzulässig, wenn dem Arbeitgeber zur Zeit der Kündigung die Schwangerschaft bekannt war. Es reicht aber auch aus, wenn ihm das innerhalb 2 Wochen nach Zugang der Kündigung mitteilen. Auch hier haben Sie also weiter nichts zu befürchten.

      Also: Sie müssen Ihrem Arbeitgeber jetzt nichts mitteilen. Warten Sie ab, ob das Arbeitsverhältnis verlängert wird.

      Weiterarbeiten oder Elternzeit

      Die Freude ist groß – Sie als Paar sind schwanger. Für Sie als Vater stellt sich die Frage: Muss ich meinen Arbeitgeber informieren, und wenn ja, wann? Natürlich müssen Sie Ihrem Arbeitgeber nicht mitteilen, wenn die Partnerin schwanger ist – wenn Sie keine Elternzeit planen oder sich an Ihrer Arbeitszeit nichts ändern soll. Generell sollten Sie die Schwangerschaft der Partnerin dem Arbeitgeber möglichst frühzeitig mitteilen, wenn Sie ebenfalls Elternzeit in Anspruch nehmen wollen. Denn das beeinflusst auch Ihre Arbeit im Unternehmen, und die sollte möglichst früh geplant werden, damit beim Arbeitgeber keine Irritationen entstehen.

      Fristen im Blick behalten

      Mit der Mitteilung der Schwangerschaft beim Arbeitgeber können Sie sich als Vater Zeit lassen, bis die kritischen zwölf Wochen um sind. Für Schwangere gilt ab dem Zeitpunkt der Schwangerschaft der Kündigungsschutz, für Sie als Vater jedoch nicht. Sie sind erst dann vorübergehend unkündbar, wenn Sie Ihre Elternzeit beantragen – und das geht frühestens acht Wochen vor deren Beginn.

      Es ist immer empfehlenswert, den Arbeitgeber früh zu informieren, damit er sich während Ihrer Abwesenheit um eine Vertretung kümmern kann. Mutter und Vater haben gesetzlich einen Anspruch auf Elternzeit und Elterngeld. Sie müssen die Elternzeit spätestens sieben Wochen vor deren Beginn schriftlich beim Arbeitgeber anmelden. Darin müssen Sie festlegen, wann Sie in den nächsten zwei Jahren in Elternzeit gehen. Nur mit dem dritten Jahr können Sie sich noch Zeit lassen, denn das kann noch später mit einer Frist von ebenfalls sieben Wochen angemeldet werden.

      Wenn es im Unternehmen familienorientierte Leistungen gibt, die Sie als Arbeitnehmer abrufen können, dann sollten Sie ebenfalls nicht zu lange warten, denn dafür ist oft eine gewisse Vorlaufzeit nötig.

      Elternzeit gut vorbereiten

      Besprechen Sie mit dem Arbeitgeber und / oder Ihrem Vorgesetzten, wie Sie Ihre Elternzeit gestalten wollen. Vielleicht möchten Sie einige Monate ganz aufhören zu arbeiten oder aber mit reduzierter Stundenzahl weiterarbeiten. Wenn Sie direkt nach der Geburt Ihre Elternzeit antreten möchten, dann teilen Sie zur besseren Planung dem Unternehmen den errechneten Entbindungstermin mit. Und sprechen Sie sich mit Kollegen ab, die Sie vertreten sollen. Je nachdem, wie lange Sie fehlen werden, muss eventuell eine Einarbeitungszeit eingeplant werden.

      Sie müssen spätestens sieben Wochen vor Antritt der Elternzeit einen Antrag bei Ihrem Arbeitgeber abgeben. Das geschieht am besten schriftlich als Einschreiben. Endgültig können Sie die Elternzeit erst anmelden, wenn das Kind geboren ist. Sie können jedoch alle nötigen Unterlagen vorbereiten. Die Elternzeit ist beantragt – nun beginnt auch Ihr Kündigungsschutz. Wenn Sie alle Fristen eingehalten haben, kann Ihnen der Arbeitgeber die Elternzeit nicht verweigern.

      Fazit

      Sie können als Vater weiterarbeiten, wenn das Kind da ist – dann ist das für Ihren Arbeitgeber irrelevant, doch inzwischen entscheiden sich die meisten Väter für eine Elternzeit – mal länger, mal kürzer. In dem Fall sollte der Arbeitnehmer direkt von Beginn an informiert werden. Denn schließlich möchten Sie nach Ihrer Elternzeit wieder reibungslos in den Job einsteigen.

      Mutterschutz

      (Edyta Pawlowska / )

      Gleichzeitig schützen diese gesetzlichen Regelungen Schwangere davor, im Berufsleben nachteilig bzw. ungleich behandelt zu werden. Werdende Mütter dürfen nicht aufgrund der Schwangerschaft diskriminiert werden oder Nachteile gegenüber Nichtschwangeren erfahren.

      Wir haben die wichtigsten Fakten rund um das Thema Mutterschutz für Sie zusammengefasst.

      Meldepflicht der Schwangerschaft – wie und wann muss ich meinem Arbeitgeber mitteilen, dass ich schwanger bin?

      Sie sollten Ihren Arbeitgeber so früh wie möglich über Ihre Schwangerschaft informieren, denn erst ab diesem Zeitpunkt gelten die gesetzlichen Regelungen des Mutterschutzes.

      Viele Frauen geben die Schwangerschaft etwa um die 12. Schwangerschaftswoche bekannt, also zu einem Zeitpunkt, an dem die kritische Phase der Schwangerschaft überstanden ist. Die meisten Arbeitgeber verlangen eine ärztliche Bestätigung über das Bestehen der Schwangerschaft und den errechneten Geburtstermin.

      Der Arbeitgeber muss Ihre Schwangerschaft anschließend beim zuständigen Arbeitsinspektorat melden und Ihnen eine Kopie dieser Meldung zukommen lassen.

      Für wen gelten die Mutterschutzbestimmungen?

      Die Regelungen des gesetzlichen Mutterschutzes gelten für alle Angestellten und Arbeiterinnen sowie Lehrlinge und Heimarbeiterinnen in Österreich, unabhängig von der Staatsbürgerschaft oder der Dauer und dem Ausmaß der Beschäftigung (also z.B. auch für nur geringfügig Beschäftigte).

      Eine Ausnahme stellen Selbstständige, Unternehmerinnen, freie Dienstnehmerinnen, Werkvertragsnehmerinnen und Landarbeiterinnen dar – in diesen Fällen gelten leichte Abweichungen von den Bestimmungen.

      Welche Schutzbestimmungen gibt es?

      In der Schwangerschaft sind bestimmte Tätigkeiten, die der Gesundheit der werdenden Mutter oder des Kindes schaden könnten, nur mehr beschränkt erlaubt oder sogar ganz verboten. Diese werden als Beschäftigungsverbote bezeichnet. Dazu zählen unter anderem:

      • das Heben und Tragen von schweren Lasten
      • Arbeiten, die länger als vier Stunden im Stehen verrichtet werden
      • Arbeiten in Räumen mit Tabakrauch (z.B. in der Gastronomie) oder mit anderen gesundheitsgefährdenden Substanzen
      • Arbeiten unter Einwirkung von Hitze, Nässe oder Kälte
      • Arbeiten mit besonderer Unfallgefahr
      • Arbeiten unter Zeit- und Leistungsdruck
      • Nachtarbeit, Sonn- und Feiertagsarbeit (mit einigen Ausnahmen) sowie das Leisten von Überstunden

      Was passiert, wenn ich meiner bisherigen Tätigkeit nicht mehr nachkommen darf?

      Wenn Sie aufgrund Ihrer Schwangerschaft Ihre bisherige Tätigkeit nicht mehr ausführen dürfen, weil diese unter eines der Beschäftigungsverbote fällt, muss Ihr Arbeitgeber Sie innerhalb des Betriebes auf einen weniger gefährlichen Arbeitsplatz versetzen. An Ihrem Gehalt darf dabei nichts verändert werden: Sie bekommen das Durchschnittsgehalt der letzten drei Monate weiterbezahlt.

      Ist es innerhalb des Betriebes nicht möglich, auf einen weniger gefährlichen Arbeitsplatz zu wechseln, kann auch eine gänzliche Freistellung – ebenfalls unter Weiterzahlung des Durchschnittgehalts – die Folge sein.

      Schutzbestimmungen für stillende Mütter

      Wenn Sie beschließen, schon kurz nach der Geburt wieder an Ihren Arbeitsplatz zurückzukehren, aber dennoch nicht aufs Stillen verzichten möchten, gelten ebenfalls bestimmte Schutzbestimmungen. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie beim Wiedereintritt ins Berufsleben Ihren Arbeitgeber darüber informieren, dass Sie stillen.

      Folgende Arbeiten sind für stillende Mütter untersagt:

      • Heben und Tragen schwerer Lasten
      • Arbeiten, bei denen die Gefahr einer Berufskrankheit besteht
      • Arbeiten unter Einwirkung von Hitze, Nässe oder Kälte
      • Arbeiten unter Zeit- und Leistungsdruck
      • Nachtarbeit, Sonn- und Feiertagsarbeit (mit einigen Ausnahmen) sowie das Leisten von Überstunden

      Darüber hinaus muss der Arbeitgeber einer stillenden Frau, wenn sie dies möchte, die zum Stillen erforderliche Zeit freigeben. Dafür werden, je nach täglicher Arbeitszeit, ein- oder zweimal täglich je 45 Minuten freigegeben, in bestimmten Fällen auch einmal täglich 90 Minuten.

      Was versteht man unter absolutem Beschäftigungsverbot?

      Als Schwangere dürfen Sie in den letzten acht Wochen vor dem errechneten Geburtstermin nicht mehr arbeiten gehen. Dies wird als absolutes Beschäftigungsverbot oder Schutzfrist bezeichnet.

      Selbst wenn Sie es wünschen, dürfen Sie spätestens ab diesem Zeitpunkt Ihrem Beruf nicht mehr nachgehen. Diese Zeit dient dazu, sich auszuruhen, letzte Vorkehrungen zu treffen und sich auf die Geburt vorzubereiten.

      Die Schutzfrist bleibt bis mindestens acht Wochen nach der Geburt bestehen, auch in dieser Zeit dürfen Sie nicht arbeiten gehen. Unter bestimmten Umständen verlängert sich die Schutzfrist auf zwölf Wochen nach der Geburt (siehe unten).

      Achtung: Sie müssen Ihren Arbeitgeber spätestens vier Wochen vor Beginn der Schutzfrist auf diese aufmerksam machen!

      Bekomme ich in dieser Zeit Geld?

      Während der Schutzfrist haben Sie Anspruch auf den Bezug von sogenanntem Wochengeld. Die Höhe des Wochengeldes errechnet sich aus dem durchschnittlichen Nettogehalt der letzten drei Monate vor Beginn der Schutzfrist. Auch wenn Sie Arbeitslosengeld bzw. Notstandshilfe, Weiterbildungs- oder Kinderbetreuungsgeld beziehen, geringfügig beschäftigt oder freie Dienstnehmerin sind, haben Sie Anspruch auf Wochengeld; die Höhe wird dann aber jeweils anders berechnet. Das Wochengeld wird monatlich im Nachhinein ausbezahlt.

      Wann, wo und wie kann ich das Wochengeld beantragen?

      Das Wochengeld kann ab Beginn der Schutzfrist (d.h. acht Wochen vor dem voraussichtlichen Geburtstermin) beantragt werden, die zuständige Stelle ist die jeweilige Krankenkasse.

      Das dafür notwendige Formular (Arbeits- und Entgeltbestätigung) wird von Ihrem Dienstgeber ausgestellt.

      Zusätzlich muss Ihr Arzt den voraussichtlichen Geburtstermin bestätigen; auch dies müssen Sie bei der Beantragung des Wochengeldes vorlegen. Sollten Sie sich in vorzeitigem Mutterschutz (siehe unten) befinden, müssen Sie darüber hinaus auch das Zeugnis über das Beschäftigungsverbot des Amtsarztes mitbringen.

      Erforderliche Unterlagen für den Antrag auf Wochengeld:

      • Arbeits- und Entgeltbestätigung von Ihrem Dienstgeber
      • ärztliche Bestätigung über den voraussichtlichen Geburtstermin (meist auf dem Formular der Arbeits- und Entgeltbestätigung auszufüllen)
      • bei vorzeitigem Mutterschutz zusätzlich Zeugnis des Amtsarztes bzw. Arbeitsinspektorats

      Was bedeutet „vorzeitiger Mutterschutz“?

      Besteht während der Schwangerschaft eine gesundheitliche Gefahr für Sie oder Ihr ungeborenes Kind, kann Ihr Arzt Sie auch schon früher als die üblichen acht Wochen vor dem Geburtstermin von der Arbeit freistellen. Dazu ist zunächst ein ärztliches Attest Ihres Gynäkologen notwendig. Den endgültigen Entschluss über die vorzeitige Freistellung fällt danach der jeweils im Wohnbezirk zuständige Amtsarzt bzw. der Arbeitsinspektionsarzt. Eine solche Freistellung wird umgangssprachlich oft als Frühkarenz bezeichnet. Das Freistellungszeugnis ist anschließend dem Dienstgeber vorzulegen, der Sie ab sofort nicht mehr beschäftigen darf.

      Auch in diesem Fall erhalten Sie ab dem Tag der Freistellung monatliches Geld von der Krankenkasse, dieses wird als „erweitertes Wochengeld“ bezeichnet. Die Höhe berechnet sich genauso wie das sonst übliche Wochengeld (siehe oben).

      Kann ich in der Zeit der Schwangerschaft oder der Schutzfrist gekündigt werden?

      Nein. Für werdende Mütter besteht ebenso wie für Mütter während der Schutzfrist bzw. der Karenz ein Kündigungs- und Entlassungsschutz. Dieser beginnt mit der Bekanntgabe der Schwangerschaft und dauert bis vier Monate nach dem Ende der Karenz an. Dasselbe gilt für Väter in Karenz bzw. Elternteilzeit.

      Wie geht es nach der Geburt weiter?

      Der Mutterschutz bzw. die Schutzfrist bleibt bis acht Wochen nach der Entbindung bestehen, auch in dieser Zeit dürfen Sie nicht arbeiten gehen. Handelt es sich um eine Mehrlings-, Früh- oder Kaiserschnittgeburt, verlängert sich der Mutterschutz um weitere vier Wochen, also auf insgesamt zwölf Wochen nach der Geburt.

      Sie erhalten das Wochengeld für die gesamte Dauer der Schutzfrist.

      Wollen Sie Ihrem Beruf sofort nach Ende der Schutzfrist wieder nachgehen, können Sie dies nach acht bzw. zwölf Wochen tun. In diesem Fall gelten – für den Fall, dass Sie stillen – ebenfalls bestimmte Mutterschutzbestimmungen (siehe oben).

      Wollen Sie nach Ende der Schutzfrist weiter zu Hause bleiben, haben Sie im Anschluss daran das Recht auf Dienstfreistellung – dies wird als Elternkarenz bezeichnet. In diesem Zeitraum haben Sie Anspruch auf den Bezug von Kinderbetreuungsgeld.

      ++ Mehr zum Thema: Elternkarenz ++

      ++ Mehr zum Thema: Kinderbetreuungsgeld ++

      Genaue Informationen über den Bezug von Wochengeld sowie die notwendigen Formulare für die Beantragung finden Sie auf der Homepage der österreichischen Arbeiterkammer oder unter https://www.help.gv.at.

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      Autoren:
      Dr.med. Kerstin Lehermayr
      Redaktionelle Bearbeitung:
      Philip Pfleger

      Aktualisiert am: 17.10.2014 | 00:00

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      Ihre Rechte am Arbeitsplatz – in der Schwangerschaft und nach der Geburt

      Ist die grosse Freude am positiven Schwangerschaftstest so richtig verdaut, kommen die Gedanken auf, wie es nun weitergeht. Stehen Sie mitten im Berufsleben, dann fragen Sie sich sicher, wie Sie Beruf und Kind vereinbaren können. Wenn Sie weiterhin arbeiten wollen, brauchen Sie eine gute Kinderbetreuung. Wenn Sie schon wissen, dass Sie in der ersten Zeit nur für Ihr Kind da sein wollen, taucht das Problem auf, ob Sie eventuell von sich aus das Arbeitsverhältnis kündigen sollten. Auf was muss nun speziell geachtet werden?

      1. Alles, was Recht ist

      Während der Schwangerschaft und nach der Geburt gelten für Frauen besondere Schutzbestimmungen. Alle rechtsrelevanten Themen sind bei swissmom unter „Geld, Recht, Beruf“ dargestellt. Einen ersten Überblick erhalten Sie unter folgenden Links:

      • Schwanger beim Bewerbungsgespräch
      • Gesundheitsschutz vor und nach der Geburt
      • die Lohnfortzahlungspflicht des Arbeitgebers
      • Mutterschaftsversicherung
      • Kündigungsschutz (oder falls Sie nicht mehr arbeiten wollen: wann kündigen?)
      • der Mutterschaftsurlaub

      Sie können dort z.B. nachlesen, wie und wann Sie Ihren Arbeitgeber über Ihre Schwangerschaft informieren müssen. Dies ist für die meisten Frauen keine leichte Situation. Oftmals ist man sich selbst über die eigenen Gefühle noch nicht einmal recht im Klaren! Wann also ist der richtige Zeitpunkt für ein solches Gespräch? Und wie sollte man es gestalten? Hier einige erste Tipps:

      In Bezug auf die Bekanntgabe Ihrer Schwangerschaft an Ihren Arbeitgeber sei gesagt, dass von Gesetzes wegen weder grundsätzlich eine Verpflichtung noch eine genaue Frist herrscht, innert welcher eine Schwangere den Arbeitgeber über die Schwangerschaft informieren muss. Schliesslich ist es Ihre persönliche Angelegenheit, wann Sie sich tatsächlich Gewissheit über Ihren Zustand verschafft haben. Damit können Sie selbst entscheiden, wann Sie den Chef oder die Chefin informieren. Sobald die Frau aber von ihren Rechten als Schwangere profitieren will, z.B die Schutzbestimmungen für Schwangere und insbesondere der Kündigungsschutz, muss Sie ihren Arbeitgeber informieren. Warten Sie demnach nicht zu lange. Ein guter Zeitpunkt ist der vierte Monat, denn dann ist die Gefahr einer Fehlgeburt nicht mehr so gross. Ausserdem bleibt Zeit genug für alle Beteiligten, sich auf die neue Situation einzustellen und eventuelle Vorbereitungen zu treffen: Eine Schwangerschaftsvertretung organisieren, Konzepte für ein Teilzeit- oder Job-Sharing-Modell zu entwickeln, etc.

      Wenn Sie Ihre Schwangerschaft wesentlich länger für sich behalten, könnte dies für Verstimmung sorgen: Es vermittelt den Eindruck, als hätten Sie Angst vor den Folgen und wenig Vertrauen in die Kooperationsbereitschaft des Arbeitgebers. Gehen Sie selbstsicher an die Sache heran: Eine Veränderung in Ihrer Berufsplanung betrifft immer auch Ihr berufliches Umfeld und sollte von verantwortlicher Stelle mitgestaltet werden. Ein rein formaler Tipp: Informieren Sie im Anschluss an dieses Gespräch auch die Personalabteilung, weil von nun an bestimmte Mutterschutzvorschriften für Sie gelten.

      Setzen Sie sich zuvor in Ruhe hin und überlegen Sie, was Sie besprechen möchten. Viele Frauen haben vor allem deshalb Angst vor dem Gespräch, weil sie befürchten, der Arbeitgeber erwarte definitive und verbindliche Aussagen. Dies ist nicht der Fall: Jeder weiss, dass Sie sich erst genau festlegen können, wenn das Kind geboren ist und alles planmässig verlief. Einige wichtige Informationen können Sie aber jetzt schon geben: Zum Beispiel, ob Sie vor der Geburt noch Ferien beziehen möchten oder ob geplante Geschäftsreisen oder grössere zeitaufwändige Projekte wegen Ihrer Schwangerschaft eine Umdisponierung oder Umorganisation bedingen.

      Wenn es Ihnen gesundheitlich gut geht, ist auch das eine beruhigende Nachricht für den Arbeitgeber. Sagen Sie ihm aber auch, wenn etwas an Ihrem Arbeitsplatz für Sie in den nächsten Monaten nicht mehr machbar ist. Und künden Sie möglichst rechtzeitig an, wann Sie für Arztbesuche unterwegs sein werden.

      Wenn Sie schon ziemlich genaue Vorstellungen vom weiteren Verlauf Ihrer Berufstätigkeit nach der Schwangerschaft haben, könnten Sie diese ruhig schon ansprechen – das hängt ein wenig davon ab, wie gut Ihr Verhältnis zum Chef oder zur Chefin ist. Auf jeden Fall ist es ein Zeichen von Vertrauen, wenn Sie Ihre Vorgesetzen mit möglichst viel Offenheit in Ihre Entscheidungsprozesse einbeziehen.

      Auf diese Weise lässt sich auch recht gut ausloten, wie die Chancen für Teilzeitarbeit oder Job-Sharing stehen. In Absprache mit Vorgesetzten oder der Personalabteilung könnten Sie entsprechende Vorschläge ausarbeiten und Informationen über praktizierte Modelle in anderen Unternehmen beschaffen. So viel Engagement spricht mit Sicherheit für Sie und zeigt, dass Sie auch mit Kind an Job und Firma interessiert bleiben. Wie auch immer: Es wird für Sie und Ihr Kind eine gut annehmbare Lösung geben.

      2. Versicherungen

      Im Zusammenhang mit der Krankenkasse stellt sich ein Paket von weiteren Fragen für Sie; die Grundzüge sind hier dargestellt:

      • Allgemeine Krankenkassenleistungen
      • Grundversicherung
      • Zusatzversicherung
      • Taggeldversicherung
      • andere Versicherungen für Familien

      Sie finden bei swissmom auch Hinweise zu Sozialhilfe, Fürsorge oder besondere kantonale Leistungen.

      3. Familienrecht

      Schliesslich haben Sie vielleicht Auskunftsbedarf zu Themen wie Namensrecht, Vaterschaftstest, Meldepflichten nach der Geburt, Alleinerziehende, Identitätskarte für Ihr Baby, Baby ohne Trauschein, Adoption und Pflegekinder oder auch zu einem Testament.

      Newsticker

      Mehr Fehlgeburten bei Nachtschichten | 16.05.2019

      Zwei oder mehr Nachtschichten pro Woche können die Schwangerschaft gefährden: In einer grossen dänischen Studie zeigte sich, dass es bei nachtarbeitenden Frauen in der darauffolgenden Woche häufiger zu Fehlgeburten kam als bei Schwangeren mit einem ungestörten Tagesrhythmus. Sie hatten ein um ein Drittel höheres Risiko, das sich sowohl mit der Anzahl der wöchentlich durchgeführten Nachtschichten als auch mit der Anzahl aufeinanderfolgender Nachtschichten erhöhte. Während der Nachtschicht ist man Licht ausgesetzt, der zirkadiane Rhythmus wird gestört und die Freisetzung von Melatonin verringert. Melatonin ist jedoch wichtig für die Aufrechterhaltung einer erfolgreichen Schwangerschaft. Besonders ab der 8. Schwangerschaftswoche war ein deutlicher Zusammenhang zwischen Nachtarbeit und Fehlgeburtsrisiko zu beobachten. Rund 14 % der Frauen in Europa arbeiten mindestens einmal im Monat nachts – viele auch in der Schwangerschaft.

      NEWSTICKER

      Arbeit ist gesund für werdende Mamis: Eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern hat an 5.628 gesunden Erstschwangeren ausgewertet, welche Lebensstilfaktoren eine Schwangerschaft positiv beeinflussen. Komplikationslos verlief die Schwangerschaft vor allem bei Frauen, die zu Beginn der Schwangerschaft abnahmen, sich mehr bewegten, ihren Alkoholkonsum einschränkten und viel frisches Obst und Gemüse assen. Auch Frauen, die in den ersten 15 Wochen ihrer Schwangerschaft arbeiteten, hatten seltener Probleme. Dies sei allerdings darauf zurückzuführen, dass berufstätige Frauen seltener Drogen konsumieren und über ein Einkommen verfügen, das ihnen einen gesunden Lebensstil erlaubt. (swissmom Newsticker, 12.1.

      Letzte Aktualisierung : 26-01-18, PvE / CF / AS / NK

      Schwangerschaft und Arbeitgeber: Wie sage ich es meinem Chef?

      Schwangerschaft und Arbeitgeber sind nicht unbedingt die besten Freunde. Viele Frauen haben daher zunächst ein ungutes Gefühl, wenn sie ihrem Chef von der Schwangerschaft erzählen. Warten Sie jedoch nicht zu lange mit den Neuigkeiten, denn erst ab dann gilt Kündigungsschutz.

      Eine Schwangerschaft wird sich auch auf Ihr Arbeitsleben auswirken. Foto: Monkey Business, Thinkstock

      • 16

      Von Julia Wohlgemuth

      Wenn Sie schwanger sind, dann müssen Sie früher oder später auch Ihren Chef davon in Kenntnis setzen. Viele Frauen fürchten, dass Schwangerschaft und Arbeitgeber nicht gut zusammenpassen. Zwar gilt offiziell und per Mutterschutzgesetz in der Schweiz, dass eine Frau wegen ihrer Schwangerschaft nicht diskriminiert werden darf. Die Realität sieht jedoch oft genug anders aus. Mit ein paar Dingen können Sie es Ihrem Arbeitgeber etwas einfacher machen und zumindest von daher einer negativen Reaktion Ihres Chefs etwas vorbeugen.

      Wann erzähle ich meinem Arbeitgeber, dass ich schwanger bin?

      Wann genau Sie Ihrem Chef erzählen, dass Sie schwanger sind, ist vom Gesetz nicht vorgeschrieben. Es bleibt also Ihnen überlassen, wann Sie ein Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber suchen. Der mutterschutzbedingte Kündigungsschutz bewahrt Sie während der gesamten Schwangerschaft und 16 Wochen nach der Geburt vor einer Kündigung durch Ihren Arbeitgeber.

      Viele Frauen warten mit der Mitteilung bis zum vierten Schwangerschaftsmonat, wenn das Fehlgeburtsrisiko bedeutend sinkt. Falls in den ersten drei Monaten mit der Schwangerschaft vielleicht doch etwas schief geht, dann müssen Sie sich zumindest nicht noch Gedanken machen, dass Ihr Chef nun auch darüber informiert ist, dass Sie eine Schwangerschaft planen.

      Wenn Sie Ihren Arbeitgeber erst viel später von Ihrem Nachwuchs in Kenntnis setzen, dann wirft dies eventuell kein sehr gutes Licht auf Sie. Schliesslich machen Sie es für Ihre Firma so schwieriger, sich auf Ihre Ausfallzeit einzustellen. Sie signalisieren damit auch, dass Sie Ihrem Chef nicht vertrauen und Angst vor den Folgen haben.

      In manchen Fällen ist es angebracht, dass Sie schon in den ersten drei Monaten Ihren Arbeitgeber informieren. Wenn Sie nämlich mit Chemikalien arbeiten, körperlich sehr harte Arbeit verrichten oder eine andere Tätigkeit ausüben, die sich schädlich auf Ihr ungeborenes Kind auswirken könnte, dann sollten Sie Ihren Chef umgehend von der Schwangerschaft berichten. In diesem Fall gelten bestimmte Schutzbestimmungen der Mutterschaftsverordnung.

      Wie erzähle ich es meinem Chef?

      Wenn Sie den richtigen Zeitpunkt gefunden haben und ein Gespräch mit Ihrem Chef suchen, dann stellt sich nun die Frage, wie Sie ihm am Besten von Ihrer Schwangerschaft erzählen. Überlegen Sie sich am Besten bereits daheim, was Sie sagen möchten. Natürlich wissen Sie jetzt noch nicht, wie genau sich das Leben gestaltet, wenn das Baby erst einmal geboren ist. Ihr Chef kann deshalb auch noch nicht erwarten, dass Sie ihm schon ganz konkret sagen, wie Sie mit Baby arbeiten möchten. Sie können jedoch Ihren Arbeitgeber unterstützen, indem Sie bestimmte Dinge für die nächsten Monate bereits besprechen. Wann haben Sie zum Beispiel Vorsorgeuntersuchungen und sind deshalb nicht auf Arbeit? Gibt es Projekte oder Reisen, die Sie jetzt nicht mehr realisieren können oder bei denen Sie Unterstützung benötigen?

      Wenn Sie sich bereits recht sicher sind, wie Sie Ihr Leben mit Kind organisieren möchten, können Sie mit Ihrem Chef jetzt schon besprechen, ob es zum Beispiel eine Möglichkeit für Teilzeit oder Job-Sharing gibt. Wenn Sie die Sache sehr proaktiv angehen und sich selbst schon Gedanken machen, wie Ihre Arbeit getan werden kann, dann wird dies von vielen Arbeitgebern positiv bewertet. Oft hängt es auch davon ab, was Sie für ein persönliches Verhältnis zu Ihrem Chef oder Ihrer Chefin haben.

      Nach dem Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten empfiehlt es sich übrigens, die Personalabteilung von Ihrer Schwangerschaft zu unterrichten.

      Wenn Schwangerschaft und Arbeitgeber wirklich nicht miteinander können

      Natürlich kann auch die beste Planung von Ihrer Seite aus kein Schutz davor sein, wenn es in Ihrer Firma tatsächlich ein mütterfeindliches Klima gibt. Manche Frauen berichten von Mobbing, manche davon, dass sie bei Beförderungen übersehen wurden, manche davon, dass sie nach Ende des Kündigungsschutzes die Kündigung auf dem Tisch liegen hatten. Seit der Einführung der Mutterschutzversicherung im Juli 2005 meldet die Internetplattform gleichstellungsgesetz.ch bereits 70 Klagen von Frauen mit Bezug auf den Mutterschutz. Die Tendenz ist steigend. Wenn Sie davon betroffen sein sollten, dann hilft nur, sich rechtlichen Beistand zu suchen.

      Zum Weiterlesen:

      • Mutterschutzverordnung von den Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft
      • Merkheft „Mutterschaft – Schutz der Arbeitnehmerinnen“ vom Staatssekretariat für Wirtschaft
      • Mehr Information zu Diskriminierung am Arbeitsplatz auf www.gleichstellungsgesetz.ch
      • Buchtipp zur unterhaltsamen Vorbereitung auf die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie, das ab jetzt sicher Thema für Sie sein wird: Mein Job, mein Baby, mein Chef, mein Mann und ich – Überlebenstraining für berufstätige Mütter von Anette Dowideit, Februar 2011

      Ihre Rechte in der Schwangerschaft

      Ehe oder keine, welcher Name, Unterhalt, Vaterschaft…

      Viele Paare leben vor der Geburt des ersten Kindes in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, andere Frauen leben nicht mit dem Vater des Kindes zusammen, andere trennen sich gerade.

      Ehe

      Wenn Sie sich entscheiden zu heiraten, gilt der rechtliche Rahmen des Familienrechts gemäß BGB. Vaterschaft, Sorgerecht, Vermögensrecht und partnerschaftliche Arbeitsteilung sind die zentralen Punkte. Die Entscheidung, welchen Namen Sie tragen, treffen Sie bei der Eheschließung, ebenso wie die über den so genannten ehelichen Güterstand.

      Welcher Name?

      Sie können entweder einen gemeinsamen Ehenamen wählen oder Ihre Namen behalten. Hier müssen Sie sich dann aber einigen, welchen Namen die Kinder haben sollen. Wenn Sie sich später für einen gemeinsamen Ehenamen entscheiden, müssen Sie eine öffentlich beglaubigte Erklärung abgeben.

      Welches Güterrecht?

      Das Ehegüterrecht regelt die rechtlichen Auswirkungen einer Ehe auf das Vermögen der Eheleute und vermögensrechtlichen Beziehungen in der Ehe. Der Normalfall, die Zugewinngemeinschaft, tritt ein, wenn nicht anderes durch einen Ehevertrag geregelt wurde.

      Nicht-eheliche Lebensgemeinschaft

      In einer nicht-ehelichen Lebensgemeinschaft treffen Sie Entscheidungen über Vaterschaft und Sorgerecht und den Namen des Kindes.

      Vaterschaftsanerkennung

      Die Vaterschaftsanerkennung ist eine einvernehmliche Erklärung der nicht verheirateten Eltern, die bereit während der Schwangerschaft persönlich beim Jugendamt, Standesamt, Notar oder Amtsgericht abgegeben werden kann. Danach kann auch eine gemeinsame Sorgeerklärung beim Jugendamt abgegeben werden. Diese gemeinsame Sorgerechtserklärung ist nur mit der Zustimmung der Mutter möglich. Ohne die Sorgeerklärung hat die Mutter die alleinige elterliche Sorge. Das Kind bekommt automatisch den Namen der Mutter, sofern Sie sich nicht für den Familiennamen des Vaters entscheiden, dokumentiert durch eine gemeinsame Erklärung beim Standesamt.

      Unterhalt

      Bezüglich des Unterhalts gibt es für das Kind keinen Unterschied zwischen nichtehelichen und ehelichen Kindern, diese sind in allen Vermögensfragen rechtlich gleichgestellt.

      Nichtverheiratete Mütter sind unterhaltsrechtlich ehelichen Müttern nicht gleichgestellt. Ihr Anspruch ist in der Regel begrenzt auf die ersten drei Lebensjahre des Kindes, und sie sind in der Rangfolge derzeit Ehefrauen nachrangig. Darüber muss der Gesetzgeber nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts gerade neu entscheiden.

      Die Frage des Unterhalts ist vor allem für Frauen, die nicht mit dem Vater des Kindes zusammenleben, wichtig, gilt aber auch für nicht eheliche Lebensgemeinschaften. Der Vater des Kindes ist im Rahmen seiner Leistungsfähigkeit verpflichtet, Ihnen für die Zeit des Mutterschutzes Unterhalt zu zahlen. Die Unterhaltspflicht beginnt frühestens 4 Monate vor der Geburt des Kindes, wenn Sie aufgrund der Schwangerschaft oder einer durch die Schwangerschaft verursachten Krankheit nicht arbeiten können. Der Vater muss auch die Entbindungskosten übernehmen, wenn die Krankenkasse nicht dafür aufkommt. Nach der Geburt des Kindes haben Sie in der Regel 3 Jahre Anspruch auf Betreuungsunterhalt, wenn Sie wegen der Betreuung des Kindes nicht arbeiten können. Im umgekehrten Sinn kann es natürlich auch sein, dass eine berufstätige Mutter gegenüber einem Vater unterhaltspflichtig ist, wenn dieser wegen der Betreuung des Kindes nicht arbeitet.

      In der Realität wird dieser Anspruch oftmals nicht umgesetzt, da er entweder gerichtlich durchgesetzt werden müsste oder aber der Anspruch bei einem Antrag auf ALG II zwar geprüft, dann aber durch die staatliche Leistung ALG II ersetzt wird.

      Schwangere Frauen haben auch im Arbeitsverhältnis besondere Rechte.
      Gleichzeitig muss der Arbeitgeber entsprechende Schutzmaßnahmen für Mutter und das ungeborene Kind treffen.

      unsplash.com/alicia-petresc

      Dafür ist es zunächst aber wichtig, dass schwangere Arbeitnehmerinnen den Arbeitgeber so früh wie möglich über die Schwangerschaft informieren.
      Denn nur so kann gewährleistet werden, dass der Arbeitgeber die entsprechenden Schutz- und Sicherungsmaßnahmen auch treffen kann.
      Geschützt werden Mütter grundsätzlich vom Mutterschutzgesetz.
      Des Weiteren enthält die Mutterschutzverordnung einen Schutz in Bezug auf bestimmte Gefahrenstoffe.

      Das Mutterschutzgesetz sieht zunächst einmal vor, dass der Arbeitsplatz von schwangeren Mitarbeiterinnen entsprechend geschützt werden muss.
      Konkrete Forderungen enthält das Mutterschutzgesetz allerdings nicht.
      Der Arbeitgeber muss hier also selbst entscheiden, wie er eine Schwangere am besten schützt.
      Steht eine schwangere Arbeitnehmerin beispielsweise viel, so kann der Arbeitgeber für eine Sitzgelegenheit am Arbeitsplatz sorgen.
      Sitzt die Arbeitnehmerin hingegen viel, so sollte für genug Bewegungsfreiraum am Arbeitsplatz gesorgt werden. Muss sich eine schwangere Arbeitnehmerin erst durch ein vollgestelltes Großraumbüro quetschen, ist dies sicherlich nicht gerade förderlich.
      Generell sollte der Arbeitgeber also selbst mögliche Maßnahmen abwägen und dabei auch Rücksprache mit der schwangeren Mitarbeiterin halten. Denn häufig haben diese selbst noch so kleine Vorschläge, die ihnen den Arbeitsalltag erleichtern.

      ärztlich angeordnetes Beschäftigungsverbot

      Wird der Arbeitgeber hingegen gar nicht tätig und besteht deshalb eine gesundheitliche Gefahr für Mutter und Kind, so kann ein Arzt ein individuelles Beschäftigungsverbot für die Mitarbeiterin aussprechen. Dieses gilt solange, bis der Arbeitgeber entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen hat.
      Das Gehalt muss während der „Auszeit“ allerdings weiter gezahlt werden.
      Ist es dem Arbeitgeber nicht möglich am Arbeitsplatz entsprechende Schutzmaßnahmen zu treffen, so kann die schwangere Mitarbeiterin auch an einen anderen Arbeitsplatz versetzt werden. Allerdings nur, wenn dies im Rahmen des Arbeitsvertrages zulässig ist.

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      Grundsätzlich gilt: schwangere Arbeitnehmerinnen dürfen keine Tätigkeiten erledigen, bei denen sie in Kontakt mit gefährlichen Stoffen kommen könnten. Dazu zählen Giftstoffe, Gase, Dämpfe, aber auch Staub, Nässe und Kälte.
      Auch Tätigkeiten, bei denen sich die Arbeitnehmerin viel strecken oder beugen muss sind verständlicherweise ebenso verboten, wie besonders unfallträchtige Tätigkeiten.
      Eine Tätigkeit, bei der die Schwangere mehr als vier Stunden am Tag stehen muss, ist ab dem fünften Schwangerschaftsmonat generell verboten.

      Generell gilt: Arbeitgeber sollten die Schutzpflichten gegenüber schwangeren Arbeitnehmerinnen ernst nehmen! Oftmals hilft es Rücksprache mit der betroffenen Arbeitnehmerin zu halten und sich nach Verbesserungsmöglichkeiten zu erkundigen. Denn oftmals sind es schon kleine Hilfsmittel, die den Arbeitsalltag für Schwangere einfacher machen.
      Umgekehrt sollten Schwangere das Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen und konkrete Maßnahmen aufzeigen. Denn häufig sind Arbeitgeber mit der Einrichtung von schwangerschaftsfreundlichen Arbeitsplätzen schlichtweg überfordert.

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      Denken Sie daran!

      Da Arbeitsrechtssachen schnell gelöst werden sollten, gibt es bei uns grundsätzlich umgehend einen ersten Beratungstermin. Wenn möglich noch am selben Tag, sonst tags darauf. Schreiben Sie uns eine Nachricht oder rufen Sie direkt an. Wir sind telefonisch von Mo-Fr in der Zeit von 08:00 – 18:00 Uhr erreichbar.

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      Tantieme und andere Sonderzahlungen

      unsplash.com/ Henry Ascroft

      Immer wieder wird in Arbeitsverhältnissen eine Tantieme als Vergütungsbestandteil vereinbart. Dabei wird der Betriff der Tantieme häufig falsch benutzt. Als Tantieme bezeichnet man eine Zahlung eines variablen Geldbetrags von einem Unternehmen an Mitarbeiter, die gewöhnlich als besondere Honoration zusätzlich zum Festgehalt geleistet wird. Eine Tantieme ist nicht an die Arbeitsleistung des Mitarbeiters gekoppelt, sondern an das Gesamtergebnis des Unternehmens. Konkret bedeutet das, dass die Höhe der Tantieme vom Umsatz oder Gewinn des Unternehmens abhängt. Dies unterscheidet die Tantieme von einer Provision. Bei den Mitarbeitern, die in den Genuss von Tantiemen kommen, handelt es sich zum größten Teil um Vorstandsmitglieder einer Aktiengesellschaft, Gesellschafter-Geschäftsführer oder leitende Angestellte. Der Anspruch auf Zahlung einer Tantieme ergibt sich aus dem Arbeitsvertrag bzw. aus dem Geschäftsführeranstellungsvertrag. Zu beachten ist, dass eine etwaige darin enthaltene Klausel des Vorbehalts der Freiwilligkeit unzulässig ist. Weiterlesen

      Profis im Arbeitsrecht: Rechtsanwalt für Arbeitsrecht in Harburg – Rechtsanwalt für Kündigungsschutz in Finkenwerder – Anwalt für Kündigungsschutz in Eimsbüttel – Rechtsanwalt für Arbeistrecht in Nordfriesland

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      Schwangere Arbeitnehmerinnen haben besondere Pflichten. Aber auch besondere Rechte. Zunächst sollten Sie ihren Arbeitgeber über die Schwangerschaft informieren, da sonst die Bestimmungen des Mutterschutzgesetzes nicht greifen. Dabei kann ihr Arbeitgeber ein Attest über die bestehende Schwangerschaft fordern, die Kosten dafür muss er jedoch selbst tragen.

      Durch das Mutterschutzgesetz erhalten Sie besondere Schutzpflichten. Dabei spielt es jedoch keine Rolle, ob Sie Arbeiterin oder Angestellte, befristet oder unbefristet oder im öffentlichen Dienst tätig sind. Lediglich für Beamtinnen gelten andere Regelungen.

      Ein besonderer Schutz besteht gegenüber Kündigungen. Ist ihrem Arbeitgeber die Schwangerschaft im Zeitpunkt der Kündigung bekannt oder wurde ihr Arbeitgeber binnen 2 Wochen nach Aussprechen der Kündigung über die Schwangerschaft in Kenntnis gesetzt, so ist die Kündigung unzulässig. Dies gilt für den gesamten Zeitraum der Schwangerschaft, sowie bis 4 Monate nach dem Zeitpunkt der Entbindung.

      Wird Ihnen trotzdem gekündigt, so müssen Sie innerhalb von 3 Wochen beim Arbeitsgericht Klage erheben.

      Während der Schwangerschaft steht Ihnen außerdem ein besonderer Schutz zu. Ihnen dürfen keine Arbeiten zugemutet werden, die die Gesundheit Ihres Kindes beeinträchtigen können. Dazu gehört der Kontakt mit gesundheitsgefährdenden Stoffen, sowie Lärm, Hitze oder Erschütterungen. Auch häufiges Beugen oder Strecken und schweres Heben darf Ihnen nicht zugemutet werden. Akkord- und Fließbandarbeiten sind grundsätzlich unzulässig. Zudem müssen Ihnen ausreichend Erholungspausen gegönnt werden und Ihr Arbeitgeber muss sie für Arztbesuche oder das Stillen des Kindes freistellen. Diese Zeit muss wiederum nicht nachgearbeitet werden.

      Auch die Mutterschutzfrist muss beachtet werden. Diese beginnt 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und endet 8 Wochen nach der Entbindung. In diesen 6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin dürfen Sie nur noch dann arbeiten, wenn Sie dies ausdrücklich wünschen. Darüber hinaus besteht 8 Wochen nach der Entbindung ein absolutes Beschäftigungsverbot.

      In dieser Zeit haben Sie Anspruch auf Mutterschutzgeld, den Antrag dafür müssen Sie bei Ihrer Krankenkasse stellen.

      Mit Ende der Mutterschutzfrist kann Elternzeit beantragt werden. Jeder Elternteil kann dabei höchstens 3 Jahre Elternzeit nehmen. In dieser Zeit besteht absoluter Kündigungsschutz. Ihnen steht in dieser Zeit aber auch Elterngeld zu. Der Staat bezuschusst dabei Eltern, die sich in den ersten 14 Lebensmonaten des Kindes „vorrangig selbst der Betreuung des Kindes widmen wollen und deshalb nicht voll erwerbstätig sind“.

      Während der Elternzeit dürfen Sie nebenbei einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Diese darf jedoch 30 Stunden pro Woche nicht überschreiten. Das Mutterschutzgesetz stärkt Ihre Rechte somit nicht nur im Bereich des Arbeitsrechts, sondern gleicht durch Zuschüsse auch finanzielle Nachteile aus.

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