Wann lächelt baby

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Baby: Wie Babys kommunizieren

Schreien, schreien, schreien: Für Außenstehende hören sich die Signale von Babys immer gleich – und vor allem nervig – an. Doch Babys haben mehr als diese Ausdrucksform, wir müssen sie nur verstehen. Denn Säuglinge kommunizieren von Geburt an mit ihren Eltern. Mit Babylauten und Mimik versuchen sie uns ihre Bedürfnisse, Gefühle und Launen mitzuteilen. Das Problem: Im Laufe der Zeit setzen sich nur die Aktionen durch, mit denen aus Sicht des Babys die besten Ergebnisse erzielt wurden. Daher ist es ratsam, von Geburt an zwischen den erwünschten und weniger erwünschten Signalen zu unterscheiden und dann auch entsprechend darauf zu reagieren. Damit erleichtern Sie sich das Leben mit Ihrem Baby ungemein.

Babys haben ein angeborenes Interesse an anderen Menschen. Nichts fesselt sie so sehr wie Gesichter und die Stimme der Eltern oder anderen Betreuungspersonen. Um sich mitzuteilen, können sie von Geburt an überraschend viele Gesichtsausdrücke machen. Remo H. Largo beschreibt in seinem Buch „Babyjahre“ den mimischen Ausdruck von wenigen Tagen alten Babys und was sie bewirken sollen. So werden die Augen weit und glänzend, der Mund öffnet sich leicht und die Wangen sind angespannt, wenn ein Baby ein Gesicht aufmerksam betrachtet. Wird das Baby aber müde, schaut es weg, die Augen verlieren ihren Glanz und die Arme hängen schlaff herunter.

Mama, spiel mit mir!

Laut Largo sind die anfänglichen mimischen Möglichkeiten von Säuglingen in allen Kulturen gleich. Wenn sich ein Baby beim Trinken verschluckt und der Bauch grummelt, macht es ein bekümmertes Gesicht. Schmeckt es etwas Salziges oder Saures, kann es das Gesicht angeekelt verziehen. Wird ein Säugling zu schnell und unsanft hochgehoben, reißt es erschreckt die Augen und den Mund auf. Fühlt sich das Baby wohl, gibt es wohlige Laute von sich, so der Kinderarzt. Seine Stimmung und seine Bereitschaft, mit der Umgebung in Beziehung zu treten, zeigt es deutlich. Es dreht sich zur Mutter hin und wackelt heftig mit Ärmchen und Beinchen und strahlt über das ganze Gesicht. Dreht es allerdings Kopf und Körper weg, bricht den Blickkontakt ab, schließt die Augen und beginnt zu gähnen, ist es müde und möchte die bisherigen Eindrücke verarbeiten. Ist Ihr Baby lebhaft und versucht mit den genannten Signalen mit Ihnen zu kommunizieren, ist es ein guter Zeitpunkt, um zu spielen, zu kuscheln, zu füttern oder auch ausgiebig zu baden. Signalisiert es Ihnen allerdings, dass es Ruhe braucht, indem es sich abwendet, werden diese Tätigkeiten höchst wahrscheinlich keinen Spaß machen, denn das Kind ist nicht aufnahmebereit und wird schnell anfangen zu quengeln und zu weinen.

Auch Schreien ist erlaubt

Auch wenn Eltern ihr Baby mit der Zeit besser verstehen lernen – in vielen Fällen können sie Geschrei nicht verhindern. Schon Säuglinge sind kleine Individuen mit unterschiedlichen Charakteren und Ausdrucksweisen. Die einen können ihre Wünsche geduldig vermitteln, die anderen sind sensibel, schwer zufriedenzustellen und ungeduldig. Je aufmerksamer Sie Ihr Kind beobachten, desto besser lernen Sie es kennen. Sie sind der Experte für Ihr Kind und wissen, wie es nach dem Trinken oder dem Mittagsschlaf reagiert und was es in diesen Momenten braucht. Weint und schreit es einmal länger und Sie verstehen nicht weswegen, ist das für Ihr Baby kein Weltuntergang, so lange Sie bei ihm sind und ihm durch liebevolles Zureden vermitteln, dass Sie Verständnis für seine Lage haben und Sie für es da sind.

Fünf Laute der Baby-Kommunikation

Babys verfügen, neben dem Schreien, noch über andere Laute, mit denen sie sich mitteilen. Wenn sie lernen, dass sie mit diesen Lauten zum Ziel kommen, ist das für sie unbewusst eine Bestätigung, dass sie ernst genommen werden und sich ihre Eltern um sie kümmern , es fördert also das Urvertrauen, was sehr wichtig für die psychische Entwicklung ist. Wenn Babys mit diesen Lauten nicht verstanden werden, setzen sie stärkere Signale, um ihre Wünsche und Bedürfnisse erfüllt zu bekommen: Sie weinen oder fangen an zu brüllen.

  • Der Kontaktlaut ist ein kurzer einzelner Laut, etwa wie ein kurzes Quaken. Das Baby verwendet ihn meistens, wenn es aufwacht und nach Ihnen ruft. Es möchte wissen, ob jemand da ist, muss aber nicht unbedingt aus dem Bettchen genommen werden. Oftmals reicht es, kurz zu rufen und ihm zu zeigen, dass Sie in der Nähe sind. Auch beim Spielen versichert es sich mit diesem Laut, dass es nicht alleine ist, wenn es Sie nicht im Blickfeld hat.
  • Schlaflaute sind wohlige brummende Laute, mit denen das Baby beim Schlafen zeigt, dass alles in Ordnung und es gesund ist. Sie vermitteln Ihnen, dass auch Sie beruhigt schlafen können. Meistens ertönen sie, wenn das Baby die Schlafposition wechselt. Bleiben sie ein paar Mal aus, animiert es die Eltern unbewusst, nach dem Kind zu schauen.
  • Mit dem Trinklaut signalisiert Ihr Baby, dass die Milch in der richtigen Menge fließt. Den Laut und ein wohliges Schmatzen gibt Ihr Baby beim Stillen oder Fläschchen geben von sich und drückt damit seine Zufriedenheit aus, die sich oft auf die Mutter überträgt. Bleibt dieses Geräusch aus, wird eine stillende Mutter höchstwahrscheinlich die Brust wechseln oder eine andere Stillposition einnehmen. Eine Mutter, die ihr Baby mit einem Fläschchen füttert, kontrolliert, ob der Sauger verstopft ist. Diese Vorgänge werden meistens nicht rational, sondern unbewusst durchgeführt.
  • Der Wohlfühllaut wird oft wiederholt und signalisiert: „Mir geht’s gut, spiel und kuschel mit mir“. Es animiert Erwachsene es aufzunehmen, sich mit dem Baby zu beschäftigen und dadurch die Beziehung zu stärken.
  • Mit Unmutslauten weist das Baby darauf hin, dass ihm aktuell etwas nicht passt. Es bittet mit Quengeln und kurzen Weinlauten darum, dass Sie etwas an seiner Situation ändern sollen, denn es fühlt sich unwohl und hilflos. Diese Einzellaute ertönen bis zu 14-mal pro Minute. Wird nicht reagiert, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass aus den Unmutslauten heftiges Geschrei wird. Wenn die Ursache für seine Unzufriedenheit erkannt und behoben ist, wechselt das Baby wieder in einen zufriedenen und glücklichen Stimmungszustand, der auch die Eltern glücklich macht.

Bekommt mein Baby genug Muttermilch?

Die Brust hat keine Anzeige der getrunkenen Milliliter, so wie eine Säuglingsflasche. Daher sind stillende Mütter manchmal unsicher, ob ihr Baby an der Brust genug Muttermilch bekommt.

Früher wurde dann oft die Trinkmenge mit einer sogenannten Wiegeprobe überprüft, indem das Baby mit Kleidung und Windel vor und nach dem Stillen gewogen wurde. Dies ist jedoch nicht notwendig.

Hier sind 6 Zeichen, mit denen Du auch ohne Milliliter-Anzeige oder Wiegeprobe sicher sein kannst, dass Dein Baby genug Muttermilch bekommt.

1. Hörbares Schlucken während des Saugens an der Brust

Wenn Du Dein Baby angelegt hast, macht es in den ersten Sekunden bis Minuten zunächst kurze, schnelle Saugbewegungen ohne Pausen, um Deinen Milchspendereflex auszulösen.

Sobald die Milch anfängt zu fließen, was Du auch an der zweiten Brust spüren kannst, werden die Saugbewegungen des Babys größer und langsamer.

Nach dem Öffnen der Kiefer macht es jeweils eine kleine Pause, während der sich der Mund mit Muttermilch füllt. Dann schließt es wieder die Kiefer und schluckt nun die Milch.

Dieses Schlucken ist in einer ruhigen Umgebung meistens gut hörbar. Es klingt wie ein gehauchtes „K“.

Während die Muttermilch reichlich fließt, schluckt das Baby nach jedem 1. – 2. Saugvorgang. Zwischendurch legt es ab und an eine kleine Verschnaufpause ein, um gleich darauf wieder weiter zu saugen und dabei zu schlucken.

Wenn Deine Brust leerer wird und weniger Milch fließt, schluckt es noch nach etwa jedem 4. – 5. Saugvorgang.

Wenn Du bei einer Stillmahlzeit dieses „Öffnen-Pause-Schließen-Schlucken“-Muster für insgesamt etwa 10 Minuten gehört hast, kannst Du davon ausgehen, dass Dein Baby eine ausreichende Menge Muttermilch bekommen hat. Die kleinen Verschnaufpausen darfst Du dabei natürlich nicht mitzählen.

Neugeborene trinken meist länger und machen mehr Pausen, während ältere Babys auch schon einmal nach 5 Minuten eifrigem Schlucken fertig sein können.

Du kannst die großen, langsamen Bewegungen des Unterkiefers auch sehen, aber entscheidend ist, dass Du auch das „K“-Schluckgeräusch regelmäßig dabei hörst.

Also, hör genau hin!

2. Entspannte Händchen und Zufriedenheit nach dem Stillen

Hungrige Babys machen kleine Geräusche, sind unruhig und angespannt. Sie nehmen die Fäustchen in den Mund und beginnen daran zu saugen.

Mit zunehmendem Hunger wird ihre Unruhe und Anspannung immer stärker und aus den kleinen Geräuschen wird ungeduldiges Schreien.

Warte nicht bis das Baby vor Hunger schreit, sondern leg es schon bei den allerersten kleinen Hungerzeichen an!

Wenn es dann an Deiner Brust liegt und die Milch gut fließt, kannst Du auch an den sich immer mehr öffnenden Fäustchen Deins Babys erkennen, wie der Bauch sich langsam mit der warmen Muttermilch füllt und der Hunger nachlässt.

Satte Babys lassen dann oft von selbst die Brust los, haben eine rosige Hautfarbe und sind entspannt und zufrieden.

Manchmal schlafen sie auch zunächst an der Brust ein bisschen ein, wachen dann vielleicht nach einiger Zeit wieder auf und sind auch ohne Brust im Mund zufrieden oder aktiv und aufmerksam.

Allerdings benötigen sie dazu meistens weiter den Körperkontakt mit der Mutter, denn sie gehören, so wie kleine Affenbabys, zu den Traglingen unter den Säugetierjungen. Aber dazu mehr in einem anderen Artikel.

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3. Weichere Brust nach dem Stillen

Direkt nach der Geburt sind Deine Brüste relativ weich, da die Vormilch (Kolostrum) nur in kleinen Mengen vorhanden ist.

Aus diesem Grund bemerkst Du wahrscheinlich auch noch keine großen Veränderungen, wenn Dein Baby an Deiner Brust getrunken hat.

Leg es trotzdem in dieser Zeit sehr häufig an, die kleinen Mengen Vormilch sind sehr wertvoll für Dein Baby und die weichen Brüste ermöglichen Euch beiden das Anlegen schnell und einfach zu erlernen.

Während des Milcheinschusses, etwa am 3. Tag nach der Geburt, fühlen sich Deine Brüste möglicherweise heiß, vergrößert und sehr gespannt an.

Allerdings entsteht diese Gespanntheit der Brüste nicht allein durch die nun zunehmende Milchmenge, sondern es handelt sich zunächst vor allem noch um eine Mehrdurchblutung, Wassereinlagerungen (Ödeme) und gestaute Lymphe.

Daher ist auch jetzt der Unterschied vor und nach dem Stillen nicht allzu deutlich.

Leg Dich flach auf den Rücken und kühle Deine Brüste zwischen den Stillvorgängen mit Weißkohl, das reduziert die Schwellung.

Aber leg es weiter so oft wie möglich an beide Brüste an, damit Dein Baby Deine Milch bekommt und Deine Brüste gut entleert werden.

Ist der Milcheinschuss wieder abgeklungen, fühlen sich Deinre Brüste in den ersten Wochen nach dem Stillen deutlich weicher an als vorher, wenn Dein Baby gut angelegt war und ausreichend geschluckt hat.

Leg Dein Baby immer zuerst an die vollere Brust an und lass es dort trinken, solange es mag.

Es sollte die erste Brust gut austrinken können. Denn mit zunehmender Entleerung der Brust steigt der Fettgehalt der Muttermilch immer weiter an und sie wird somit immer kalorienhaltiger und sättigender.

Die zweite Brust kann es anschließend noch bekommen, muss es aber nicht.

Etwa nach 6 Wochen fühlen sich Deine Brüste insgesamt wieder weicher und entspannter an. Dies ist ein Zeichen dafür, dass Dein Körper sich auf die Trinkmenge Deines Babys jetzt gut eingestellt hat.

Gespannt und prall werden Deine Brüste nun erst dann, wenn das letzte Stillen schon sehr lange her ist.

Lass es möglichst nicht dazu kommen, sondern stille so oft wie möglich und biete Deinem Baby die Brust schon bei den ersten Hungerzeichen an.

Mach Dir keine Sorgen, wenn Dein Baby an manchen Tagen oder zu bestimmten Tageszeiten, z.B. Nachmittags oder Abends, sehr häufig an Deine Brust möchte.

Dieses sogenannte Clusterfeeding, auch „Lagerfeuer-Stillen“, „Mehr-Gänge-Menü-Stillen“ oder „Marathon-Stillen“ genannt, ist ein normales Verhalten von Babys und kein Zeichen für zu wenig Milch.

4. Urinwindeln

An den ersten 3 Lebenstagen bekommt Dein Neugeborenes nur kleine Mengen Vormilch und hat auch nur wenig Urin, der aber täglich mehr wird.

Am 4. – 6. Lebenstag zeigen 3 – 4 schwere Einmalwindeln oder 4 – 5 nasse Stoffwindeln in 24 Stunden, dass Deine Milchmenge nun zunimmt und das Baby genug Übergangsmilch bekommt.

Ab dem 7. Lebenstag hat Dein Baby mindestens 4 – 5 schwere Einmalwindeln oder 6 – 8 nasse Stoffwindeln in 24 Stunden. Der Urin eines gesunden Babys ist klar und geruchlos.

Wenn Du wissen möchtest, wie sich eine schwere Einmalwindel anfühlt, gieß einfach einmal 6 Esslöffel Wasser auf eine trockene Einmalwindel.

Nun nimm die mit Wasser gefüllte Einmalwindel in eine Hand und eine weitere trockene Einmalwindel in die andere Hand und vergleiche das Gewicht und die Konsistenz der beiden Windeln.
Kannst Du den Unterschied fühlen?

5. Stuhlgang

In den ersten 3 Lebenstagen scheidet Dein Neugeborenes das dunkelgrün bis schwarz gefärbte, zäh-klebrige Kindspech (Mekonium) aus.

Am 4. – 6. Lebenstag wird der Stuhlgang häufiger, heller und breiig.

Ab dem 7. Lebenstag hat der Stuhlgang eine ockergelbe Farbe, breiige bis flüssige Konsistenz, enthält kleine Eiweißklümpchen und riecht angenehm quark- oder obstartig.

Dein Baby setzt in den ersten 4 Lebenswochen bei oder kurz nach beinahe jedem Stillvorgang eine etwa eurostückgroße Menge gelben Stuhl ab, wenigstens 3 – 5mal in 24 Stunden.

Nach der 4. Lebenswoche variiert die Häufigkeit der Stuhlgänge.

Manche voll gestillten Babys haben dann nur noch selten Stuhlgang, die Spannbreite reicht von mehrmals täglich bis zu einmal in 10 – 14 Tagen oder noch seltener.

Dies ist normal, solange Dein Baby dabei zufrieden ist, gut gedeiht und weiter reichlich klaren Urin in die Windeln macht.

Dieser seltene Stuhlgang ist kein Zeichen für Verstopfung, sondern für eine bessere Verwertungs- und Speicherfähigkeit des kindlichen Darms.
Versuche daher nicht, den Stuhlgang künstlich herbeizuführen. Sondern warte einfach ab!

Du wirst sehen, wenn er kommt, ist er breiig bis flüssig und REICHLICH….

6. Gewichtszunahme und Wachstum

In den ersten 2 – 3 Lebenstagen verlieren die meisten Babys etwas Gewicht, da sie zunächst nur kleine Mengen Vormilch erhalten, aber große Mengen Kindspech ausscheiden.

Diese Gewichtsabnahme sollte jedoch nicht mehr als 7 % des Geburtsgewichts betragen.

Größere Abnahmen sind Hinweise auf ein Problem und sollten dazu führen, das Stillen zu überprüfen und ggf. zu verändern.

Nach dem Milcheinschuss steigt das Gewicht Deines Babys wieder kontinuierlich an.

Spätestens am 14. Lebenstag sollte es sein Geburtsgewicht wieder erreicht haben.

Bis zum Wiedererreichen des Geburtsgewichts sollte das Baby einmal täglich gewogen werden, danach bis es etwa 6 Wochen alt ist, einmal in der Woche und dann bis es 6 Monate alt ist, etwa einmal im Monat.

Um die Gewichtszunahme des älteren Säuglings grob zu überprüfen, kannst Du Dich zuhause auf Deiner Personenwaage einmal mit und einmal ohne Dein unbekleidetes Baby selbst wiegen.
Die Differenz der Ergebnisse vergleichst Du dann mit dem Gewicht des Babys vom letzten Wiegen.

Durchschnittlich nehmen gesunde, reif geborene, voll gestillte Babys in den ersten zwei Monaten 170 – 330 g in der Woche zu. Sie sollten in dieser Zeit wöchentlich mindestens 140 g zunehmen.

Im 3. und 4. Monat beträgt die wöchentliche Zunahme durchschnittlich 110 – 330 g.

Im 5. und 6. Monat sind es durchschnittlich 70 – 140 g und vom 7. – 12. Monat 40 – 110 g in der Woche.

Mit 3 – 4 (spätestens 6) Monaten hat ein gut gedeihendes Stillbaby somit sein Geburtsgewicht verdoppelt und mit ca. 1 Jahr verdreifacht.

Nach einigen Wochen kannst Du dies auch an den zunehmenden Speckröllchen deutlich erkennen.

An den zu „klein werdenden“ Kleidungsstücken und Mützen Deines Babys kannst Du zudem auch ohne Maßband feststellen, dass es in die Länge wächst und sein Kopfumfang zunimmt.

Regine Gresens, IBCLC, Dezember 2012
Foto: Magnet67 via photopin cc

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Wenn ein Baby nicht schreit, dann schläft es leise und friedlich?

Nein. Falsch gedacht.

Egal ob wach oder schlafend: es kommen da so allerlei Laute aus deinem kleinen frisch geborenen Baby.

Die Geräusche können – laut oder leise – bedeuten, dass dein Baby Hilfe braucht. Oder, dass du es einfach weiter Geräusche machen lassen kannst.

1. Dein Baby erbricht oder würgt ganz massiv

Stell dir vor du kommst in der Disco auf die Toilette und hörst in der Kammer nebenan eindeutige Geräusche.

Traust du deinem Baby so etwas zu? Nein?

Hah! Weit gefehlt!

In deinem Bauch war dein Baby in einer perfekt temperierter Umgebung. Schwerelos. Gehalten. Mit allen seinen Grenzen verbunden.

Dort hat es Fruchtwasser getrunken. Und eingeatmet.

Reicht das Stillen?!

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Lerne in meinen eMails mehr über das Stillen. Wie es reicht. Wie lange es reicht. Wann es reicht.

Und am wichtigsten: Was DU tun kannst.

Nach der Geburt wird es sich – auf die eine oder andere Weise – davon befreien.

Vielleicht haben sich noch dazu in Atemwegen und Magen Schleim angesammelt.

Das muss alles raus!

Dafür sorgt dein Baby selber – und glaub mir, das kann sich wirklich heftig anhören.

Du kannst deinem Baby helfen, indem du es ein wenig aufrichtest – oder in Bauchlage bringst. Achte dabei immer darauf, dass die Atemwege frei sind.

Leise Worte, sanftes Summen und eine warme Hand auf dem Bauch beruhigen dein Baby dabei.

Babys, die viel auf dem Bauch ihrer Mama liegen dürfen, werden vom Erbrechen nicht ganz so häufig geplagt. So kannst du also gut vorbeugen.

Kuscheln im Hautkontakt mit der Mutter ist für viele Babys ein bisschen wie „zurückschlüpfen“ dürfen in die bis dahin so vertraute Umgebung. Ganz anders als die fremde und kalte Welt fühlt es sich auf deinem Bauch rund herum sicher und geborgen.

Haut auf Haut auf deinem Oberkörper liegend spürt es dich, riecht und schmeckt Dich und hört gleichzeitig deinen Herzschlag und Deine Stimme – so wie auch zuvor im Bauch.

So kommt dein Baby einfach besser hier auf dieser Erde an.

Auch bei Kaiserschnitt?

Dieses Erbrechen von Fruchtwasser tritt vermehrt nach einem Kaiserschnitt auf. Bei einer Kaiserschnittgeburt fehlt die natürliche Kompression , die normalerweise bei der Passage des Geburtskanals stattfindet.

Außerdem bist du nach einem Kaiserschnitt vielleicht auch selber eingeschränkter in deiner Bewegungsfähigkeit.

Das ist gerade nach einem Kaiserschnitt ein weiterer, guter Grund dein Baby erst recht viel auf deinem Bauch liegen zu haben. Damit hilfst du ihm nicht nur beim Ankommen, sondern kannst auch schnell reagieren, wenn es sich ein wenig verschluckt hat.

Und: Natürlich kannst du dir beim Beruhigen lassen auch von jemandem helfen lassen!

2. Dein Baby niest, wie bei einer starken Erkältung

Direkt nach der Geburt ist auch in der Nase noch Schleim und Fruchtwasser.

Aber auch die Nase ist perfekt fähig sich selbst zu reinigen.

Mit hohem Luftdruck schleudert der Körper alles was juckt und stört hinaus.

Manchmal kann es eine Weile dauern bis sich die Nase selbst soweit gereinigt hat, dass das Niesen überflüssig wird.

3. Dein Baby schnarcht, wie ein kleiner Holzfäller

Wenn dein Baby schnarcht, pfienst und andere Atemgeräusche macht, kann es sein, dass du dir nicht sicher bist, ob es genug Luft bekommt.

Die Atemgeräusche kommen meist ebenfalls von Unreinheiten.

Oder auch von geschwollenen Schleimhäuten.

Oder manchmal bilden auch die Choanen solche Geräusche. Diese bilden den Übergang zum Rachen. Die Choanen stehen einfach häufig sehr eng, weil einfach alles noch so mini-klein ist.

Dass dein Baby dennoch genug Sauerstoff bekommt siehst du an seiner Gesichtsfarbe. Diese sollte – die allermeiste Zeit – rot-rosig sein.

Die meisten Babys atmen übrigens viel ruhiger, wenn sie bei ihrer Mama liegen – die erhöhte Körperlage, die kuschelige Ruhe – all das tut deinem Baby gut.

Das lässt sich sogar messen! Babys, die im Bonding bei ihrer Mama liegen, haben wesentlich bessere Sauerstoffwerte!

Helfen kannst du deinem Baby, indem du es also viel auf deinem Bauch liegen hast.

Hast du das Gefühl es ist trotz Niesen noch etwas Schleim in der Nase – oder kann man diesen sogar schon sehen?

Lass dir etwas physiologische Kochsalzlösung (NaCl 0,9%) vom Stationspersonal oder deiner Hebamme geben. Du erhältst sie für zu Hause auch in kleinen Plastikampullen in der Apotheke.

Von dieser klaren Flüssigkeit gibst du vor dem Stillen 1-2 Tropfen in jedes Nasenloch. Lass dir zeigen wie das geht!

So kann sich der Schleim lösen und wird durch den Unterdruck beim Stillen mit geschluckt.

Oder beim nächsten Niesen leichter hinausgeschleudert.

4. Dein Baby bekommt heftigen Schluckauf

Schluckauf gehört zu den echt lästigen Dingen im Leben. Einmal betroffen tut man alles, um schnell davon frei zu sein.

Ganz tief wird in die Trickkiste gegriffen – von Luft anhalten bis zu unsinnigen Gedanken reichen die Empfehlungen.

Doch was ist, wenn ein neugeborenes Baby Schluckauf hat?

Das sind keine kleinen dezenten “Hicks”!

Nein.

Da schüttelt es mal dezent den kompletten Babykörper durch!

Ich sollte wohl zugegebenermaßen eher sagen: heftig

Interessanterweise stört die wenigsten Babys diese starke Zuckung ihres Zwerchfelles. Obwohl sie so gerüttelt werden.

Du willst trotzdem versuchen den Schluckauf zu beenden?

Wenn dein Baby gerade wach ist kannst du das tun, indem du ihm anbietest zu stillen. Durch das regelmäßige Atem-Saug-Schluck-Muster kann sich diese Zwerchfellzuckung beruhigen.

Aber wahrscheinlich hat dein Baby sowieso Lust auf Stillen, denn bei 12 oder mehr Mahlzeiten täglich ist das nächste Stillen niemals weit.

5. Dein Baby kommuniziert mit dir

Am meisten fasziniert bin ich persönlich immer wieder von der Kommunikationsfähigkeit, mit der die Babys auf die Welt kommen.

Auch ohne “echte Worte” zu nutzen macht dir dein Baby ganz offensichtlich klar, was es von dir braucht.

Zum Beispiel bei Hunger.

Ganz deutlich dreht dein Baby schon beim Aufwachen dein Kopf hin und her. Versucht vielleicht sogar an einem Tuch oder der eigenen kleinen Babyhand zu saugen.

Kein Wunder!

Viele Babys haben direkt nach dem Aufwachen erst einmal Hunger. Auch wenn die letzte Mahlzeit noch nicht lange her ist.

Auch schmatzende Geräusche oder sogar das Saugen an der eigenen Zunge oder den eigenen Lippen kann man beobachten.

Reagierst du gleich auf die Hinweise deines Babys kannst du es ganz in Ruhe zum Stillen anlegen.

Ihr Beide profitiert davon!

Antwortest du prompt und zuverlässig auf diese frühen Stillzeichen, so habt Ihr beide am wenigsten Stress und könnt ganz entspannt bleiben.

Wenn du abgelenkt warst oder dein Baby bereits schnell angefangen hat zu weinen, ist beim Weinen wegen Hunger der Laut “Neh” zu hören. Das liegt daran, dass beim Weinen vor Hunger die Zunge immer wieder reflexartig an die obere Zahnreihe stößt.

Es kann sein, dass sich dein Baby erst mit deiner Hilfe beruhigen muss, bevor es dann trinken will – so aufgeregt ist es einfach zu schwierig mit dem Saugen zu beginnen.

Die Zeichen für Hunger sind so eindeutig und klar, dass man sie gleich zu Beginn nach der Geburt gut einüben kann!

Aber natürlich kommunizieren Babys auch über ihre weiteren Bedürfnisse!

Fazit

Kleine Babys geben die verschiedensten Geräusche von sich.

Nicht immer ist es der Hunger.

Wenn dein Baby weint ist es gut, wenn du inne hälst um herauszufinden, wie du ihm helfen kannst.

Nach einer kurzen Gewöhnungsphase an all die leiseren und lauteren Geräusche deines Babys wirst du bemerken, dass du ganz überrascht bist, wenn dein Baby dann tatsächlich einmal geräuschlos schläft.

Aber das ist nicht schlimm – auch daran wirst du dich irgendwann dankbar gewöhnen 😀 Jetzt weißt du ja davon. Wer sollte noch davon wissen? Mit den Buttons unter dem Artikel kannst du ihn jetzt gleich teilen.

Alles liebe und bis bald,
~Tabea

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Tabea Laue | Kinderkrankenschwester & IBCLC-Stillberaterin

Ich berate Frauen in der Vorbereitung auf die Stillzeit, helfe beim Lösen von Stillproblemen und darüber hinaus in allen Phasen der Stillzeit, beim Tandem-Stillen und bis hin zum Abstillen.

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Reicht das Stillen?!

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Und am wichtigsten: Was DU tun kannst.

Auffälligkeiten: Ist mit dem Baby alles in Ordnung?

Die Augen stehen im Schlaf offen

Schön sieht es nicht aus, wenn bei schlafenden Babys die Lider nicht geschlossen sind und sich ­womöglich die Augäpfel un­ruhig bewegen. Doch es ist harmlos. „Die Muskulatur ist entspannt, und im Liegen fallen die Augenlider eben nicht nach unten, sondern bleiben oft in einer leicht geöffneten ­Position“, sagt Jakob Maske. Sichtbare Augen­bewegungen deuten auf ­einen aufregenden Traum hin, aber auch im ruhigen Tiefschlaf können die Lider leicht geöffnet sein.

Wann zum Arzt? Meist verschwindet der sogenannte Kaninchenschlaf im Kleinkindalter. Zum Arzt sollten Sie gehen, wenn Ihr ­Baby nie mit geschlossenen Augen schläft.

Der Kopf ist schief oder flach

Babys Hinterkopf wirkt irgendwie viel zu flach – dieses Phänomen ist nicht selten. „In den letzten 15 Jahren sehen wir in der Praxis viele Babys mit platten, ­teilweise asymmetrischen Hinterköpfen“, erzählt Tanja Brunnert. Der Grund ist meist harmlos. „Das kommt schlicht vom vielen Auf-dem-Rücken-Liegen“, erklärt die Medi­zinerin. Schließlich empfehlen Ärzte die Rückenlage für ­Babys, weil sich dadurch die Gefahr des plötzlichen Kindstods nachweislich verringert. Tagsüber aber, wenn der Säugling wach ist, sollten Eltern ihren Nachwuchs ruhig von Anfang an auch auf die Seite und den Bauch legen. Dadurch ver­formt sich der noch weiche Schädel nicht so einseitig – und gleichzeitig trainiert das Baby seine Nackenmuskeln.

Wann zum Arzt? Wenn der Kopf des Babys trotz unterschiedlicher Liegepositionen stark verformt ist. In sehr seltenen Fällen kann hinter einer ungewöhnlichen Kopfform eine frühzeitige Verknöcherung der Schädelnähte stecken, die unbedingt behandelt werden muss.

Der Windelinhalt ist komisch gefärbt

Mit einer solch breiten Farbpalette rechnen wohl die wenigsten Neu-­Eltern beim Windelwechseln! Vom schwarzen Kindspech-Stuhl in den ersten Lebenstagen über grün und braun bis hin zum gelben Muttermilch-Stuhl ist alles möglich und normal. Die komische Farbe kann von Gallenfarbstoffen verursacht werden, aber auch von dem, was die stillende Mutter gegessen hat.

Wann zum Arzt? Wenn der Windelinhalt über die ersten Lebenstage hinaus schwarz gefärbt ist oder Spuren von Blut enthält. „Möglicherweise liegt eine Entzündung im Darm oder eine Unverträglichkeit auf Kuhmilchprotein vor“, sagt Brunnert. Helles Blut zeigt sich manchmal, wenn leichte Einrisse am After bestehen. Das kommt aber eher bei festem Stuhl ab dem Beikostalter vor.

Das Baby zuckt seltsam

Unheimlich, wenn das Kleine aus dem Nichts zusammenzuckt. Die Ärmchen oder Beinchen zittern kurz, der Unterkiefer vibriert. Das ist vollkommen harmlos. Auch viele Erwachsene kennen dieses Zucken, etwa kurz vor dem Einschlafen. Besonders beim Ablegen zucken die Babys oft zusammen, dabei läuft ein angeborener Klammerreflex ab, den die Kleinen mit etwa vier Monaten verlieren.

Wann zum Arzt? Sollten die Zuckungen sehr häufig vorkommen oder länger anhalten und rhythmisch sein, ist es hilfreich, wenn ­Eltern die Auffälligkeiten mit einem ­Video dokumentieren. Anhand der Aufnahme kann der Arzt besser ­beurteilen, ob eine weitere neurologische ­Untersuchung notwendig ist.

Körpersprache des Babys verstehen

Babys können nicht sprechen und drücken sich daher rein über ihre Körpersprache aus. So könnt ihr die Signale wie Gähnen oder Weinen entschlüsseln und ganz ohne Worte rausfinden, was in Babys Körper vorgeht.

Babys geben ihren Eltern gerade in den ersten Wochen jede Menge Rätsel auf: Auch wenn sie noch nicht sprechen können, kommunizieren sie doch mit vielen kleinen Signalen – und das meist unwillkürlich. Ob sie lachen, gähnen oder Gänsehaut bekommen, alles hat eine Bedeutung. Was sich in Körper, Gehirn und Seele von Babys abspielt, zeigt unsere Bilderstrecke hier.

Babysprache: Das Baby verstehen lernen

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Babys Körpersprache deuten: Gähnen macht munter

Gähnen macht wach. Ein feines Kräuseln des Näschen kündigt es an. Wenn ein Baby den Mund weit aufreißt und herzhaft gähnt, denken wir, dass es gleich in Schlaf versinkt. Lange Zeit galt Gähnen nur als Zeichen von Müdigkeit. Das hat evolutionsbedingte Gründe. Mit dem Gähnen signalisierten sich Menschenaffen den Übergang zur Ruhephase. Damit alle Sippenmitglieder Bescheid wussten, dass es Schlafenszeit ist, kam der Ansteckungseffekt hinzu.

Und morgens? Diente das Gähnen umgekehrt als kollektiver Wachmacher! Diese erfrischende Wirkung haben auch Wissenschaftler der US-Universität Albany bestätigt: Gähnen macht munter und steigert die Aufmerksamkeit. Denn das tiefe Einatmen kühler Luft bei weit geöffnetem Mund reguliert den Temperaturhaushalt in unserem Gehirn. Gerade Babys können dadurch die vielen neuen Eindrücke effektiver verarbeiten. Das Gähnen hat aber noch eine weitere effektvolle Funktion: Mamas oder Papas Aufmerksamkeit zu sichern!

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Das Baby schläft nicht – was kannst du tun?

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Babys Körpersprache deuten: Rülpsen schafft Erleichterung

Babys dürfen, was unter Erwachsenen als unfein gilt: nach dem Essen herzhaft aufstoßen. Denn wenn Babys ein Bäuerchen gemacht haben, schlafen sie meistens ruhiger. Tatsächlich bedeutet es fürs Baby eine große Erleichterung, wenn die Luft wieder entweicht, die es beim hastigen Trinken geschluckt hat. Dabei passiert Folgendes: Der Magenzugang wird durch einen Muskel verschlossen, die Luft flieht durch die Speiseröhre nach oben. Der Laut beim Rülpsen entsteht durch die Vibrationen des Kehlkopfdeckels und der Stimmbänder.

Das Bäuerchen muss aber nicht unbedingt geräuschvoll passieren. Es genügt, das Baby nach der Mahlzeit auf den Arm zu nehmen und ihm sanft den Rücken zu massieren. Kommt dennoch keine Luft hoch, sollte man das Baby auf die Seite in sein Bettchen legen. Dann kann nichts passieren, falls es im Schlaf erbricht.

Babys Körpersprache deuten: Schluckauf hilft beim Trinken

Hicksen schützt. Es klingt putzig, wenn Babys einen Schluckauf haben. Und doch würde man sie gerne davon befreien. Dabei erfüllt das Hicksen in den ersten Lebensmonaten eine wichtige Aufgabe: Es hilft beim Milchtrinken, wenn das Baby hektisch ist. Der Schluckauf verschließt die Luftröhre, damit keine Flüssigkeit in die Lunge fließt – und umgekehrt der Rückfluss nach oben gestoppt wird. Zwerchfell und Rippenmuskeln ziehen sich unwillkürlich zusammen und „zwingen“ das Baby so zum Einatmen. Tausendstelsekunden später verschließt der Kehldeckel die Luftröhre des Babys. Gegen diese Barriere prallt der Luftstrom und erzeugt dabei das typische Geräusch.

Französische Forscher gehen davon aus, dass Schluckauf ebenfalls ein Überbleibsel der Zeit ist, als die Vorfahren unserer Vorfahren noch Kiemen hatten. Der Reflex, so die Wissenschaftler der Pariser Klinik Pitié-Salpêtrière, stamme aus der Zeit der Lungenfische, deren geschlossene Stimmritze sie vor Wasser in der Lunge schützte.

Bravo, Körper!

Muttermilch: Was sie alles drauf hat

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Babys Körpersprache deuten: Babys erstes Lächeln

Lachen ist gesund. Das Lachen unseres Babys entschädigt uns für vieles: die schlaflosen Nächte, die Unsicherheit, den kräftezehrenden Alltag. Schon sechs Wochen nach der Geburt beschenken Babys ihre Eltern mit dem ersten bewussten Lächeln. Später lachen Babys durchschnittlich 400-mal pro Tag, Erwachsene tun es nur noch 15-mal! Dabei ist es ein fantastisches Muskeltraining: Fast 300 Muskeln werden dabei aktiviert.

Für die Fröhlichkeit gibt es viele gute Gründe: Lachen verbessert die Durchblutung, stärkt das Immunsystem und schützt das Herz-Kreislauf-System. Einer Studie des Moriguchi-Keijinkai Hospitals im japanischen Osaka zufolge hilft es sogar gegen Hauterkrankungen. Danach zeigten Babys, die an Hautekzemen litten, seltener Symptome, wenn ihre Mütter vor dem Stillen herzhaft gelacht hatten. In der Muttermilch konnten die Wissenschaftler dann einen deutlich erhöhten Melatoninspiegel nachweisen. Dem Hormon Melatonin wird eine entspannende Wirkung nachgesagt.

Babys zeigen mit ihrer Freude aber auch ihre Bindungsfähigkeit. Lächelt das Kind, hat es seine Zugehörigkeit zur Familie erkannt: Mama, Papa, Großeltern, Geschwister – die sind wie ich.

Körpersprache deuten: Gänsehaut soll vor Kälte schützen

Gänsehaut als Schutzinstinkt. Kälte, Angst oder auch ein schöner Schauer lassen uns die Haare zu Berge stehen. Während früher eine sehr dichte Körperbehaarung unsere Urahnen vor rauem Wind und schneidender Kälte schützen sollte, hat der inzwischen nur noch zarte Flaum, der unsere Haut und die der Babys überzieht, eigentlich keinen Sinn mehr. Doch noch immer sitzt an jedem Härchen ein winziger Aufstellmuskel. Ist uns kalt oder fürchten wir uns, zieht sich der Muskel zusammen, das Haar richtet sich auf und ein kleiner Höcker entsteht: die Gänsehaut.

Bei unseren Vorfahren bildete sich zwischen den aufgestellten Haaren ein Luftpolster, das vor Kälte schützte. Auch unser Körper versucht noch, mit der Gänsehaut Wärmedämmung zu schaffen, bewirkt aber das Gegenteil: Die Hautoberfläche wird vergrößert und wir frieren sogar noch leichter. Bekommen Mütter heute beim Schreien ihrer Babys Gänsehaut, so ist auch das offenbar eine urzeitliche Reaktion. Forscher vermuten: Wenn die Kleinen damals nach Mama weinten, gingen deren Haare in die Höhe – und weckten so die Verantwortung, nach dem Nachwuchs zu suchen.

Gesundheit

Schluckauf beim Baby: Wenn das Baby „hickst“

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Körpersprache deuten: Weinen – Universalsprache des Babys

Weinen ist die Mutter Aller Baby-Reaktionen. Wenn beim Kind Tränchen kullern, geht das nicht nur Eltern nahe. Und Ursachen fürs Weinen gibt es viele: Hunger, Bauchweh, eine nasse Windel, Einsamkeit. Weinen ist immer ein Signal, dass etwas nicht stimmt.

Auch Stress kann ein Grund sein: Grelles Licht, laute Geräusche oder einfach zu viel Trubel überreizen ein Kind. Die Tränen bringen dann die nötige Entspannung, sie spülen auch einen Teil der Stresshormone aus dem Körper. Die in den salzigen Tropfen enthaltenen Stoffe sind sogar in der Lage, Bakterien zu beseitigen. Und landet beispielsweise Staub auf der Linse, spülen Tränen die Fremdkörper einfach weg.

Babys Körpersprache deuten: Jedes Kitzeln ein Training

Kitzeln ist Training. Mit etwa fünf Monaten wird aus dem Erkennungslächeln ein fröhliches Glucksen, wenn man den Nachwuchs am nackten Bauch berührt, darauf pustet oder ihn sanft krault. Babys sind am Bauch extrem kitzlig. Manchmal pinkeln sie dabei auch in die Windel. Zwar sind 80 Muskeln aktiv, wenn wir gekitzelt werden, aber ausgerechnet die Blasenmuskeln machen schlapp. Die meisten Menschen sind auch an der Fußsohle kitzlig, denn dort sitzen besonders viele Tastsensoren. Psychologen der Universität im kalifornischen San Diego vermuten dahinter einen Schutzreflex. Er sollte die sensiblen Körperstellen unserer Vorfahren, Taille und Füße, vor Gefahren bewahren. Schließlich lief man früher barfuß und trat auf allerlei Getier. Vermutet wird, dass die Reaktion durch Kitzeln in der Gruppe trainiert wurde. Inzwischen hat die Kitzelei ausschließlich eine soziale Funktion.

Verstehen ohne Worte – wie Sie die Signale Ihres Babys richtig deuten

Wer so hilflos geboren wird wie ein Menschenkind, ist darauf angewiesen, dass die Umwelt sich um sein Überleben kümmert. Schon Neugeborene und Babys können deshalb ihr Befinden und ihre Bedürfnisse ganz ohne Worte zum Ausdruck bringen. Sie äussern sich über ihr Verhalten und ihre Körpersprache. Um alles richtig zu deuten, müssen wir nur aufmerksam auf bestimmte Signale achten. Besonders eindrücklich gelingt dies, wenn Eltern und Baby miteinander in der „Zwergensprache“, einer babygerechten Zeichensprache miteinander kommunizieren.

Beachten Sie!

Interview

Corine Verna: So können Sie mit Ihrem Baby kommunizieren

Hier sind die Signale, die Babys am häufigsten senden – und ihre Bedeutung:

Was ist schöner als ein Baby-Lächeln? Alle jungen Eltern fiebern dem ersten „sozialen“ Lächeln ihres Kindes entgegen und sind begeistert, wenn es irgendwann im zweiten Lebensmonat (etwa ab der sechsten Lebenswoche) soweit ist. Das sogenannte Engelslächeln in den ersten Lebenswochen, das man häufig beim schlafenden Neugeborenen sieht, ist Folge einer noch unbewussten Muskelbewegung.

Eigentlich kann man ein Lächeln gar nicht falsch deuten. Es signalisiert Wohlbefinden auf der ganzen Linie! Das muss aber nicht immer eine Reaktion auf etwas sein, was Sie gerade gemacht haben. Babys lächeln auch einfach mal so, ohne einen ersichtlichen Grund.

Konzentrierte Aufmerksamkeit

Manchmal wird Ihr Baby ganz in sich versunken einen Gegenstand betrachten. Mund und Hände sind entspannt und leicht geöffnet, die Augen vor Staunen ganz gross. Ihr Baby entdeckt konzentriert seine Welt und möchte nicht gestört werden.

Saugen an der Hand

Nuckelt das Baby an seiner Faust, wird das oft automatisch für ein Hungersignal gehalten. Ist die letzte Mahlzeit aber weniger als zweieinhalb Stunden her und gibt das Baby keine weiteren Zeichen von sich, wie das Hin- und Herdrehen des Köpfchens, eine gerollte Zunge oder schmatzende Geräusche, dann ist das Saugen eine Massnahme zur Selbstberuhigung, wie auch das Nuckeln am Finger bzw. Daumen, am Nuggi oder an der Brust.

Babys zeigen dieses Verhalten oft, wenn sie müde sind und sich damit selbst in Richtung Schlaf bringen. Andererseits ist es aber auch möglich, dass Ihr Baby gerade etwas angespannt ist, z.B. bei zu vielen Reizen wie Licht, Geräusche, Farben. Dann braucht Ihr Baby einfach mal eine Pause.

Strampeln

Strampeln ist nicht ganz so einfach zu deuten. Beobachten Sie aufmerksam das übrige Verhalten. Wenn Ihr Baby lächelt, Blickkontakt mit Ihnen sucht, mit den Armen wedelt, sie zu Ihnen ausstreckt und lustige Quietschlaute von sich gibt, dann will es Ihnen zeigen, dass es ihm nicht besser gehen könnte. Pure Lebensfreude und Lust zu spielen!

Wirkt Ihr strampelndes Baby dagegen eher unruhig und quengelig, kann es sein, dass es irgendetwas quält, wie z.B. Blähungen. Wirken die heftigen Beinbewegungen dagegen unkoordiniert, kann das auf Müdigkeit hinweisen.

Angezogene Beine

Zum Körper angezogene Beine, kombiniert mit Schreien und Weinen, sind ein typisches Zeichen für starke Leibschmerzen. Daran können Blähungen , (z.B. die 3-Monats-Koliken), aber auch Verstopfung schuld sein. Erste Massnahmen zur Linderung sind eine verdauungsfördernde Babymassage oder das Baby im Fliegergriff herumzutragen. Weitere Tipps …

Durchgedrückter Rücken

Auch dies ist ein Signal für Schmerzen: Das Baby wölbt den Rücken. Während des Fütterns kann Magenbrennen dafür der Auslöser sein. Beim Baby funktioniert der Schließmuskel zum Magen noch nicht richtig und wegen der Schieflage beim Stillen oder Füttern fliesst Mageninhalt zurück in die Speiseröhre. Der gekrümmte Rücken verschafft Erleichterung, weil es den Rückfluss (Reflux) stoppt.

Ein durchgedrückter Rücken gemeinsam mit Quengeln und Schreien ist aber auch ein Zeichen dafür, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Ist die Windel voll? Hat es Hunger? Tut ihm etwas weh?

Reiben der Augen

Augenreiben, Gähnen, stereotype Kopfbewegungen und schwere Augenlider signalisieren eindeutig: Ihr Baby ist müde. Es wendet den Blick ab und hat glasige Augen, fährt sich mit geballten Händchen durchs Gesicht. Diesen Zeitpunkt sollten Sie nutzen, Ihr Baby in sein Bettchen zu bringen. Eine Viertelstunde später kann es schon überdreht sein und das ideale Zeitfenster zum mühelosen Einschlafen ist verpasst.

Ist Ihr Baby ausgeschlafen, kann das Augenreiben auf Schmerzen hindeuten – vielleicht eine Bindehautreizung, der Anfang einer Bindehautentzündung beim Baby? Schauen Sie sich die Augen einmal genau an und beobachten Sie das Verhalten weiter. Wenn Sie eine krankhafte Veränderung vermuten, sollten Sie mit Ihrem Baby unbedingt zum Arzt gehen.

Bei etwas älteren Babys kann das Bedecken der Augen auch eine Aufforderung zum Versteckspiel (guggus) sein.

Ziehen oder Reiben am Ohr

Der naheliegende Gedanke: Da könnte eine Ohrenentzündung Schmerzen bereiten – oder neue Zähne brechen durch. Solange Ihr Baby aber kein Fieber hat oder andere Krankheitssymptome zeigt, müssen Sie sich noch keine Sorgen machen.

Der Griff zum Ohr kann auch zeigen, dass Ihr Baby überfordert ist. Sorgen Sie für eine reizarme Umgebung und eine Ruhepause. Reiben am Ohr kann zudem wie das Saugen an der Hand zur Selbstberuhigung dienen.

Kopf wegdrehen

Wenn Ihr Baby seinen Kopf abwendet und den Augenkontakt meidet, ist das ein sicheres Zeichen für Unbehagen. Es ist von einem Reiz überfordert und muss ihn erst einmal verarbeiten. Gönnen Sie Ihrem Baby jetzt eine Pause.

Wiederholung von Bewegungen

Alle Kinder haben irgendeinen Tick: Die Hand drehen, das Ohr reiben oder mit dem Kopf gegen einen Gegenstand tippen und das immer und immer wieder – solche vermeintlich unnormalen Verhaltensmuster lassen Eltern schnell an eine Zwangsstörung denken. Aber rhythmische Wiederholungen schenken dem Baby Sicherheit und Beruhigung. Babys neigen vor allem bei Stress und Überforderung zu solchem Verhalten.

Achtung, Alarm!

Wenn Ihr Baby ungewöhnlich schrill schreit oder nur ganz schwach und jämmerlich wimmert, wenn es das Gesicht schmerzhaft verzogen hat, die Hände zu Fäusten geballt sind, der Atem schnell geht und es sich auch auf dem Arm längere Zeit gar nicht beruhigen lässt, sollten Sie sich an Ihren Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin wenden. Denn hinter jedem Schreien kann auch eine ernstere Erkrankung stecken, vor allem, wenn Ihnen das Verhalten seltsam vorkommt.

Häufige Fragen zum Thema

Stimmt es, dass man Babys und Kleinkinder nicht kitzeln sollte?

Wie merke ich, ob mein Baby warm genug angezogen ist?

Wenn das Baby nur nürzt, wie lange darf man abwarten?

Warum können Babys durch Wiegen besser einschlafen?

Unsere Tochter hat immer so kalte Füsschen. Darf ich ihr eine Wärmflasche ins Bettchen legen?

Newsticker

Schluckauf bei Babys | 04.12.2019

Vor und nach der Geburt werden Babys häufig von Schluckauf geplagt, Frühgeborene sogar durchschnittlich 15 Minuten am Tag. Für Neugeborene hat das möglicherweise eine wichtige Funktion: Schluckauf löst – so eine neue Studie an 13 Neugeborenen – eine Welle von Gehirnsignalen aus, die dem Baby dabei helfen könnten, die Atemregulierung zu erlernen. Messungen der Gehirnaktivität zeigten, dass die Kontraktionen des Zwerchfellmuskels bei Schluckauf eine ausgeprägte Reaktion in der Hirnrinde hervorrufen. Die Forscher nehmen an, dass das Gehirn eines neugeborenen Babys so das Geräusch vom Schluckauf mit dem Gefühl der Muskelkontraktion des Zwerchfells verbinden kann. „Das Baby lernt, wie man die Atemmuskulatur überwacht, so dass die Atmung schliesslich gesteuert werden kann, indem das Zwerchfell bewusst auf und ab bewegt wird. Der Aufbau solcher Netzwerke ist ein entscheidender Meilenstein für die Entwicklung von Neugeborenen.“

Links bevorzugt | 07.09.2019

Mehr als zwei Drittel aller Menschen tragen ein Baby vorzugsweise auf dem linken Arm. Bei Frauen sind es sogar drei Viertel. Das ist das Ergebnis einer Analyse von 40 Studien aus den vergangenen 60 Jahren, die das Institut für Biopsychologie der Ruhr-Universität Bochum durchgeführt hat. Bei Rechtshändern ist der Anteil noch etwas grösser als bei Linkshändern. Über die Gründe wird schon lange spekuliert: Vielleicht halten Rechtshänderinnen und Rechtshänder das Baby deswegen links, damit sie die rechte, geschicktere Hand frei haben. Da Emotionen vorrangig in der rechten Gehirnhälfte verarbeitet werden, könnte es aber auch sein, dass Menschen ihr Baby lieber in das mit der rechten Hirnhälfte verknüpfte linke Gesichtsfeld bringen. Das könnte besonders für Mütter gelten, die schon während der Schwangerschaft eine starke emotionale Bindung zu ihrem Kind aufbauen.

Letzte Aktualisierung : 25-11-19, BH

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