Wann krabbelt ein baby

Krabbeln

Zwischen dem sechsten und zehnten Lebensmonat wirken Babys auf einmal wieder glücklicher, denn endlich werden sie mobiler und können die kleine Welt um sich herum erkunden und erobern. Krabbeln ist einer der wichtigsten Meilensteine auf dem Weg, auf eigenen Beinen zu laufen. Wissenschaftler nennen das Lokomotion. Das Baby trainiert jetzt Motorik, Gelenke und Muskeln und schult gleichzeitig seinen Gleichgewichtssinn.

Eine wichtige Voraussetzung für die Fortbewegung auf Händen und Knien ist eine entsprechend starke Nacken- und Rückenmuskulatur. Nachdem ein Baby mit etwa fünf Monaten gelernt hat, sich gezielt vom Bauch auf den Rücken und umgekehrt zu drehen, folgt meist als nächster Schritt das Sitzen ohne fremde Unterstützung. Zu diesem Zeitpunkt (zwischen dem siebten und 13. Monat) kann ein Baby seinen Kopf gut genug halten, um sich umzusehen. Seine Muskeln sind stark genug für das Kriechen, Krabbeln oder Robben auf Händen und Knien. Besonders leicht kann es sich aus dem Sitzen auf alle Viere begeben. Im Knie-Ellenbogen-Stand kann es vor- und rückwärts schaukeln, indem es die Arme durchdrückt und den Körper parallel zum Boden hält. Wenn die Knie dann vorwärts (oder auch rückwärts) schieben, wird der Aktionsradius schon deutlich grösser. Ausserdem lernt es, aus der Krabbelposition zurück in den Sitz zu gelangen.

Die Herausforderung beim Krabbeln besteht darin, die Balance auf Knien und Händen zu halten. Dies erfordert ein hohes Mass an Koordination und Muskelkraft in Armen und Beinen. Eine besondere Meisterleistung stellt für Babys das Verknüpfen der linken und rechten Hirnhälfte beim Überkreuzkrabbeln dar, bei dem der Arm der einen Seite parallel mit dem Bein der anderen Körperseite nach vorn oder zurück bewegt wird.

Mit etwa 12 Monaten sind viele Babys wahre Könner im blitzschnellen Vierfüsslergang. Sie ziehen sich auch an allem hoch und stehen an Möbeln bzw. laufen daran entlang. Dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis das Kind freihändig geht.

Soweit die Theorie. Aber die Entwicklung zwischen Sitzen und Laufen verläuft vollkommen unterschiedlich. Krabbeln ist nämlich kein notwendiges Entwicklungsstadium. Einige Babys krabbeln gar nicht im herkömmlichen Sinn, sondern gehen vom Rollen, vom Vorwärtsrutschen auf dem Po oder Robben auf dem Bauch direkt ins Laufen über. Einige Babys beginnen auch zuerst damit, rückwärts zu krabbeln, weil Ihnen das leichter fällt. Früher oder später fangen sie jedoch alle an zu laufen – mit oder ohne Krabbelphase. Und auch Rückfälle sind erlaubt: Ein Kind, das eigentlich schon Laufen kann, darf vorübergehend auch wieder ins Krabbeln oder Rollen verfallen.

Sie möchten Ihr Baby beim Krabbelnlernen helfen? Dazu braucht es einen Anreiz – einen Lockvogel. Positionieren Sie ein Lieblingsspielzeug in Sicht-, aber nicht in Reichweite. Rollen Sie einen Ball hin und her. Wenn Ihr Kind sich einem interessanten Spielzeug nähern will, probiert es motiviert allerhand aus. Es wird auch immer wieder frustriert sein, weinen und aufgeben. Warten Sie dann einfach eine kleine Weile ab, wahrscheinlich wird es einen neuen Versuch wagen. Wenn nicht, trösten Sie es und probieren Sie es später wieder. Sobald Ihr Baby entdeckt hat, wie es sich vorwärts bewegen und vielleicht sogar schon krabbeln kann, kann ein Geschicklichkeitsparcours (Kissen, Tunnel usw.) für viel Spass und Übung sorgen.

Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem Sie Ihre Wohnung unbedingt baby- bzw. kindersicher gestalten sollten. Türklemm-, Kanten- und Eckschutz an spitzen Möbelkanten sowie Steckdosensicherungen können Unfällen und Verletzungen wirkungsvoll vorbeugen. Wichtig sind aber auch Treppensicherungen durch Gitter/Türen. Babys werden von Stufen magisch angezogen, aber brauchen eine ganze Weile, bis sie nicht nur die Treppe hoch, sondern auch hinuntergelangen. Nicht zuletzt auch heisse Backöfen, Kaminöfen, Schränke mit Putzmitteln, Tischdecken, Blumenvasen, Arzneimittel: Überall, aber vor allem bis zur Höhe von einem Meter lauern nun Gefahrenquellen.

Babys entwickeln ihre Fähigkeiten sehr unterschiedlich, manche schneller als andere. Wenn ein Kind jedoch bis zum ersten Geburtstag keinerlei Interesse daran zeigt, mobil zu werden (egal ob kriechend, krabbelnd, rollend oder rutschend) und nicht gelernt hat, Arme und Beine in koordinierten Bewegungen gleichzeitig zu benutzen, sollte der Kinderarzt/ die Kinderärztin darauf hingewiesen werden.

Babys vor Unfällen schützen

Vorsicht bei Krabbelkindern

Meilensteine: Krabbeln

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Babys erstes Jahr

Sehen Sie, was Juliet in ihrem ersten Lebensjahr lernt.
Krabbeln ist für die meisten Kinder wahrscheinlich die erste Möglichkeit, sich selber fortzubewegen. Erste Versuche beginnen oft damit, dass sich die Babys auf dem Bauch um sich selber drehen. Manche Babys robben auch nur statt zu krabbeln, oft entwickelt sich aber aus dem Robben das Krabbeln.
Dazu lernt Ihr Kind, sich auf Händen und Knien abzustützen. Aus dieser Position heraus übt es, sich mit den Knien abzudrücken und sich so vorwärts und rückwärts zu bewegen. Und im Nu hat es krabbelnder Weise Ihre ganze Wohnung erobert!

Wann wird mein Baby Krabbeln lernen?

Vermutlich wird Ihr Kind mit dem Krabbeln beginnen, wenn es zwischen sechs und neun Monate alt ist. Richtig gut beherrschen wird es diese Kunst mit etwa einem Jahr (NHS nd, Sheridan 2008).
Es ist aber auch möglich, dass Ihr Kind gar nicht krabbeln wird – einige Kinder starten lieber, in dem sie durch das Herumrollen ihres Körpers, mit Robben oder Rutschen auf dem Po vorankommen. Wieder andere beginnen damit, sich an Möbeln hochzuziehen, zu stehen und dann gleich zu laufen (NHS nd). Wenn Ihr Kind einfach nicht krabbeln will, so sollten Sie keinesfalls Druck ausüben und müssen sich keine Sorgen machen – wesentlich ist, dass Sie die Freude Ihres Kindes an der Bewegung fördern. Lassen Sie es dazu öfter im warmen Raum nackig strampeln und spielen und geben Sie ihm viele Möglichkeiten, sich zu bewegen – auch spielerisch mit Ihnen zusammen.

Wie wird mein Baby das Krabbeln lernen?

Zwischen sechs und sieben Monaten
Wenn Ihr Kind es geübt hat, auf dem Bauch zu liegen, sich mit den Armen vom Boden hochzustemmen und dabei Brustkorb und Kopf anzuheben, sind die Muskeln stark genug fürs Krabbeln. Mit etwa sechs Monaten beherrscht Ihr kleiner Schatz diese Mini-Push-ups perfekt.
Es kann sein, dass Ihr Baby sich als Vorstufe zum Krabbeln auf dem Bauch liegend mit den Unterarmen nach vorne schiebt. Vielleicht geht es dann auf alle Viere und schaukelt mit geraden Armen vorwärts und rückwärts, den Oberkörper parallel zum Boden.
Von acht bis zehn Monaten
Wenn Ihr Baby etwa acht bis neun Monate alt ist, kann es vielleicht schon ohne Hilfe sitzen (NHS nd, Sheridan 2008). Aus dieser Haltung kann es üben, in den Vierfüßlerstand zu gehen. Voraussetzung dafür ist, dass die Muskeln an Armen, Beinen und Rücken stark genug sind – sonst kippt Ihr Schatz auf den Boden. Gut, wenn dann dort eine weiche Decke liegt…
Ihr Kind wird in seiner weiteren Entwicklung herausfinden, dass es seine Knie einsetzen muss, um vorwärtszukommen. Vielleicht krabbelt es auch erst einmal rückwärts, bis es den Dreh für die Vorwärtsbewegung heraus hat. Ansporn kann ein Spielzeug sein, das ein Stück entfernt liegt. Hat es das erst mal geschafft, klappt auch der umgekehrte Weg vom Krabbeln zurück zum Sitzen ziemlich schnell.
Ziemlich schnell wird Ihr Schatz heraushaben, dass er am besten vorwärts kommt, wenn er das linke Bein und den rechten Arm bzw. den linken Arm und das rechte Bein gleichzeitig vorwärts setzt.
Mit einem Jahr
Übung macht den Meister – deshalb klappt das Krabbeln bis zum ersten Geburtstag oft schon sehr gut (Sheridan 2008). Ihr kleiner Entdecker wird mutig alle Herausforderungen angehen – einschließlich der Treppenstufen.

Was kommt als Nächstes, wenn mein Baby sicher im Krabbeln ist?

Wenn das Krabbeln kein Problem mehr ist, wird Ihr Kind Versuche starten, aufrecht zu stehen – und dann eines Tages die ersten Schritte zu tun. Dabei nimmt es alles zur Hilfe, was ihm beim Hochziehen hilft – sei es der Couchtisch oder Ihr Bein.
Wenn Ihr Baby sicher auf seinen Füßen stehen kann, wird es sich an allem entlang hangeln, an dem es sich festhalten kann. Ihre Hände sind da natürlich auch sehr willkommen! (Sheridan 2008) Hat das geklappt, dauert es nicht mehr lange, bis Ihr Schatz sicher läuft und schließlich auch rennt, hüpft und springt.

Wie kann ich mein Kind zum Krabbeln ermutigen?

Sie können Ihr Kind unterstützen, in dem Sie es öfter auf den Bauch legen. Es gibt Belege dafür, dass Babys, die viel Zeit auf dem Bauch verbracht haben, eher anfangen zu krabbeln (Kuo et al 2008).
Wenn Ihr Baby zwischen drei und vier Monate alt ist, hilft ihm die Bauchlage, seine Arm- und Beinmuskeln zu stärken. Wenn Ihr Kind versucht, mit dem Oberkörper hochzukommen, ist das schon der erste Schritt zum Krabbeln. (AAP 2008, CSP 2003).
Am Anfang findet Ihr Baby es vielleicht nicht so toll, auf dem Bauch zu liegen. Versuchen Sie es immer wieder – jeweils nur wenige Minuten -, machen Sie ein Spiel daraus und loben Sie Ihr Kleines immer wieder. Legen Sie sich vor Ihr Kind oder platzieren Sie interessantes Spielzeug vor seinem Gesicht.
Wenn Ihr Kind die Vorbereitungen aufs Krabbeln gemeistert hat, können Sie auch eine Art Parcours aufbauen, um das Ganze spannender zu gestalten. Verteilen Sie Kissen, Kisten und Kuscheltiere im Raum, so dass Ihr Kind einen Anreiz hat, diese zu erreichen. Schnelligkeit und Beweglichkeit werden so gefördert und Ihr Kind hat jede Menge Erfolgserlebnisse! Lassen Sie Ihr Kind dabei aber nicht allein, falls es Probleme bekommt, und gehen Sie alles spielerisch an, ohne Druck. Am wichtigsten ist, dass Ihr Kind die Bewegung als etwas Positives erlebt! Übertriebener Ehrgeiz kann dazu führen, dass es die Lust am Üben verliert.
Wenn Ihr Baby krabbeln kann, lassen Sie es seine neue Fähigkeit möglichst oft ausüben. Ihr Kleines ist voller Energie und möchte seine Umgebung erkunden. Krabbeln ist eine prima Übung und es sorgt auch oft dafür, dass Ihr Kind zur Schlafenszeit auch müde ist (NHS 2009a)!

Ein Baby kennt keine Gefahr, deshalb müssen Sie aufpassen, dass Ihre Wohnung kindersicher ist, bevor Ihr Kind mit dem Krabbeln beginnt. Zum Beispiel sollten Sie an beiden Enden einer Treppe Gitter anbringen (NHS 2009) und die Steckdosen sichern.
Ihr Baby wird von der Treppe magisch angezogen werden – wahrscheinlich fühlt es sich wie ein Bergsteiger vor dem Mount Everest. Doch so verführerisch eine Treppe für Ihr Kind ist, so gefährlich ist sie auch. Am besten halten Sie die Treppe unter Verschluss, bis Ihr Kind sicher laufen kann – etwa mit 18 Monaten. Aber selbst dann sollten Sie Ihr Kind nicht allein auf der Treppe lassen.
Wenn Ihr Baby krabbeln oder sich hochziehen kann, sollten Sie die Kuscheltiere aus seinem Bett entfernen. Sonst könnte Ihr Baby auf sie drauf krabbeln und so aus dem Bett fallen (NHS 2009c).
Sie sollten Ihrem Kind jetzt noch keine Schuhe kaufen. Schuhe machen erst Sinn, wenn Ihr Kind sicher laufen kann und regelmäßig draußen unterwegs ist (NHS 2009).
Lassen Sie Ihr Kind im Haus am besten barfuß laufen. Das kräftigt seine Beinmuskeln, stärkt das Fußgewölbe und die gesunde Aufrichtung der Wirbelsäule. Es kann so auch besser die Balance halten, weil es mit den Füßen den Untergrund fühlen kann on (NHS 2009).

Mein Baby ist elf Monate alt und kann noch nicht krabbeln. Muss ich mir Sorgen machen?

Jedes Kind ist anders und entwickelt Fähigkeiten in seinem eigenen Tempo. Wenn Ihr Kind mit 11 Monaten noch nicht krabbeln kann, dann sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt/Ihrer Kinderärztin.
Sie sollten auch das Gespräch suchen, wenn:

  • Ihr Baby keinerlei Interesse zeigt, sich zu bewegen – sei es beim Drehen auf dem Bauch, Krabbeln oder Herumrollen.
  • Ihr Kind nicht gelernt hat, Arme und Beine koordiniert zu bewegen.
  • Es weder Arme noch Beine gleichmäßig bewegen kann.

Ist Ihr Kind zu früh geboren (vor der 37sten Woche), ist es ganz normal, wenn es seine Meilensteine später als andere Kinder erreicht (Hall and Elliman 2006). Zuletzt überarbeitet: Oktober 2019

Quellen

AAP. 2008. Back to sleep, tummy to play. American Academy of Pediatrics.
CSP. 2003. Factsheet: Tummy time for tots. London: Chartered society of physiotherapy
Hall DMB and Elliman D. 2006. Health for all children. 4th ed (revised). Oxford: Oxford University Press, 248
Kuo YL, Liao HF, Chen PC, et al. 2008. The influence of wakeful prone positioning on motor development during the early life. J Dev Behav Pediatr 29(5):367-76
NHS. 2009a. Keeping active. NHS Choices, Birth to five. www.nhs.uk
NHS. 2009b. Leg and foot problems in children. NHS Choices, Birth to five. www.nhs.uk
NHS.2009c. Safety for babies. NHS Choices, Birth to five.www.nhs.uk
NHS. nd. Birth to five development timeline. NHS Choices, Tools. www.nhs.uk
Sheridan M. 2008. From birth to five years: children’s developmental progress. London: Routledge

Warum Krabbeln für Babys wichtig ist

Beim Krabbeln trainieren Babys Überkreuzbewegungen: Ein Arm und das diagonal gegenüberliegende Bein werden gleichzeitig bewegt. Dazu müssen linke und rechte Gehirnhälfte gleichzeitig aktiv sein, sodass das Zusammenspiel beider Gehirnhälften gefördert wird. Eine gute Zusammenarbeit beider Gehirnhälften ist später unter anderem für das Lesen- und Schreibenlernen wichtig. So sind z.B. Vorstellungskraft und Kreativität (mit Sitz in der rechten Gehirnhälfte) ebenso notwendig für das Lesen und Scheiben wie Abstraktionsvermögen und logisches Denken (mit Sitz in der linken Gehirnhälfte).

Wenn Babys das Krabbeln ausgelassen haben, bedeutet das keinesfalls, dass diese Kinder später Probleme beim Lesen- oder Schreibenlernen bekommen werden. Doch gibt es vereinzelt Hinweise, dass dann zumindest ein erhöhtes Risiko für spätere Lernschwierigkeiten besteht.

So unterstützt du dein Kleines beim Krabbelnlernen

  • Lege dein waches Baby öfter auf den Bauch. So kann es versuchen, sich mit dem Oberkörper hochzustemmen, und dabei Arm- und Rückenmuskulatur zu stärken. „Meckert“ dein Baby in Bauchlage, weil diese ihm zunächst noch ungewohnt ist, bleibe dabei, singe und sprich mit ihm, biete Spielzeug an.
  • Locke dein Kleines, indem du ein begehrtes Spielzeug gerade etwas außerhalb seiner Reichweite legst. So wird es versuchen, dieses zu erreichen, und verschiedenes ausprobieren. Ermutige dein Baby immer wieder. Falls es frustriert weint, kannst du zunächst kurz abwarten, ob es doch noch einen Versuch macht, das Spielzeug zu erreichen. Andernfalls schiebe es etwas näher, sodass dein Baby schließlich doch selbst danach greifen kann.
  • Rutscht dein Baby anfangs nach hinten, statt vorwärts zu kommen, biete ihm mit deinen Händen an seinen Fußsohlen sanft Widerstand, sodass es sich von deinen Händen abdrücken kann.
  • Bringe dein Kind in Bauchlage immer wieder in Krabbelposition, indem du mit einer Hand unter seinen Bauch fahren, es in den Vierfüßlerstand hochheben und sanft vor- und zurückschaukeln.
  • Am meisten Spaß macht deinem Kind das Krabbeln, wenn du auch mitmachst, sich also selbst auf allen Vieren auf den Boden begibst. Du kannst einen Ball rollen, zusammen um die Wette krabbeln (und das Kleine gewinnen lassen), sich gegenseitig fangen, Dinge verstecken, die dein Kind suchen darf…
  • Kann dein Kind schon gut krabbeln, wird es Spaß an einem „Krabbel-Parcours“ haben und z.B. über Kissen, (Luft-)Matratzen oder Kuscheltiere krabbeln, im Slalom um Sessel herum- und unter dem Tisch hindurchkrabbeln.

Krabbeln bei Babys – Nach dem Robben, vor dem Laufen

Seit einiger Zeit hat Ihr neugieriges Kind auf alle möglichen Arten versucht, vorwärts zu kommen, und das mit einer Kraft und Fantasie, die Sie wahrscheinlich erstaunt haben. Es robbte vorwärts und rückwärts, es rollte sich durch das Zimmer. Die Wohnung bot ihm viele Möglichkeiten, Neues zu entdecken.

Mit ungefähr zehn Monaten fangen die meisten Kinder an zu krabbeln. Mit dem Robben auf dem Bauch, einer Vorform des Krabbelns, ist es vorbei.

Wie wichtig ist Krabbeln als Entwicklungsschritt?
Mein Kind will nicht krabbeln – was soll ich tun?
Wie kann ich mein Kind beim Krabbeln unterstützen?

Wie wichtig ist Krabbeln als Entwicklungsschritt?

Krabbeln ist ein wichtiger Entwicklungsschritt auf dem Weg vom Baby zum Kleinkind. Die Muskeln werden optimal trainiert, die Koordination der Bewegungsabläufe wird eingeübt.

Andere Dinge werden erreichbar für Ihr Kind. Der Raum, seine Neugier zu befriedigen, wird größer. Das Baby begreift auch, was ein Raum ist.

Mit der motorischen Selbstständigkeit geht auch die verbesserte Sehfähigkeit einher: Ab sechs Monaten ist das Auge in seinen Funktionen voll ausgereift. Mit der neuen Möglichkeit, die Sicht bewusst scharf zu stellen, rücken auch weiter entfernte Gegenstände ins Blickfeld – die natürlich erforscht werden wollen.

Mein Kind will nicht krabbeln – was soll ich tun?

Oft löst es bei Eltern Besorgnis aus, wenn ihr Kind etwa mit zehn Monaten noch nicht krabbelt. Diese Sorge ist ganz natürlich – aber in den allermeisten Fällen unnötig. Babys entwickeln ihre Fähigkeiten sehr unterschiedlich, manche schneller, manche langsamer. Eltern sollten sich daher nicht sklavisch an Zeitpläne und Tabellen halten. Kinder sind keine Automaten, sondern individuelle Wesen. Jedes Baby hat seinen eigenen Zeitpunkt, in dem es sich in Bewegung setzt.

Bedenken Sie auch, dass frühgeborene Babys diese oder andere Fähigkeiten möglicherweise erst Monate später erreichen als andere Babys.

Es ist also nicht notwendig, Kinder frühzeitig hochzuziehen und zum Krabbeln zu „zwingen“. Jedes Kleinkind hat sein eigenes Tempo und weiß selbst am besten, wann es so weit ist.

Gelegentlich kommt es sogar vor, dass ein Kind die Phase des Krabbelns „überspringt“. Dann wird es, ungefähr um den zwölften Monat herum, einfach aufstehen und laufen. Trotzdem ist alles in Ordnung. Kriechen und Krabbeln – beides ist nicht notwendig, damit ein Kind Laufen lernt. Ein Kind, das nicht krabbelt, hat die Erwachsenen beobachtet. Es hat den Bewegungsablauf des Laufens sozusagen gespeichert. Wenn es für das Kind soweit ist, erhebt es sich und läuft los. Das Krabbeln zu „überspringen“, bedeutet keine Entwicklungsverzögerung, sondern ist schlicht und einfach ein anderer Weg zum selben Ziel: der Fortbewegung auf zwei Beinen.

Lediglich wenn Ihr Kind bis zum ersten Geburtstag keinerlei Interesse daran zeigt, mobil zu werden (egal ob durch kriechen, krabbeln, rollen oder rutschen), nicht gelernt hat, Arme und Beine in koordinierten Bewegungen oder zumindest gleichzeitig zu benutzen, sollten Sie den Kinderarzt beim nächsten Besuch darauf hinweisen. Im Zweifelsfall kann man geeignete Fördermaßnahmen in die Wege leiten, wenn sich das Kind nicht altersgerecht weiterzuentwickeln scheint.“

Das Krabbeln fördern Eltern am besten dadurch, dass sie sich selbst „zu Boden“ begeben und dem Kind die neue Welt schmackhaft machen. Genau wie beim Erlernen des Greifens , ist auch hier der beste Weg das Baby zum Krabbeln zu ermuntern das Plazieren von Spielsachen, interessanten Dingen oder der eigenen Person knapp außerhalb von Babys Reichweite. Strecken Sie Ihrem Kind die Hand entgegen, legen Sie ihm einen Ball in Reichweite, wird es dieses Ziel direkt ansteuern. Für Kinder zählt der sinnliche Reiz. Und alles, was sich bewegt, steckt aus kindlicher Sicht voller Leben.

Loben sie Ihr Baby!

Loben Sie Ihr Kind dafür, was es schon alles kann. Über ein „Bravo“, ein aufmunterndes „das hast du gut gemacht“ der Mutter oder des Vaters freut es sich nicht nur ungemein. Es wird dadurch angetrieben, weitere Entdeckungen zu machen und Schwierigkeiten dabei zu überwinden.

In der Psyche des Kindes bringt die neue Mobilität auch eine große Veränderung mit sich. Die Möglichkeit, sich von den Eltern zu entfernen, erzeugt gleichzeitig auch Ängste, sie aus den Augen zu verlieren. Ihr Kind wird sich also immer wieder rückversichern, zu Ihnen zurückkrabbeln, Blickkontakt aufnehmen, sich Bestätigung holen, bevor es wieder die Welt erkundet. Die Bindung, die es bis zu diesem Zeitpunkt zu Ihnen aufgebaut hat, ist für diese Entwicklung sehr wichtig. Sie gibt Ihrem Kind den Mut für seine kleinen Abenteuer, sie ist seine sichere Basis.

Krabbeln Papa oder Mama am Anfang mit, gibt das dem Kind größere Sicherheit: Es traut sich mehr zu und nimmt die Umwelt aktiver wahr. Aber auch aus Gründen der Sicherheit sollten die Eltern immer dabei sein, wenn ihr Baby auf Tour geht.

Selbst der allereifrigste Krabbler braucht auch einmal eine Ruhepause. Dasselbe gilt natürlich auch für seine Eltern. Ab einem Alter von sechs Monaten sind Babys durchaus in der Lage, sich für eine gewisse Zeit mit sich selbst und ihrem Spielzeug zu beschäftigen.

In Schuhe brauchen Sie Ihr Geld jetzt noch nicht zu investieren. Ihr Baby benötigt keine Schuhe, bevor es nicht laufen gelernt hat. Zum Schutz vor kalten Füßen eignen sich meistens warme weiche Krabbelschühchen, ABS-Socken oder Lederslipper.

Text: K.L. Mutter und Stillberaterin / Letzte Aktualisierung: 02.02.2020

Hier geht es um die Frage “ Wann fangen Babys an zu krabbeln? “ / Foto: © Olesia Bilkei – stock.adobe. com

Inhaltsverzeichnis dieses Artikels:
Eine Mutter und Stillberaterin beantworetet die Frage: Ab wann sollten Babys krabbeln können?
Sie erfahren auch warum das Krabbeln lernen für Babys so wichtig ist!

Die Krabbelphase – Babys in Action

Viele junge Eltern fragen sich: Ab wann krabbeln Babys? – Das ist von Kind zu Kind verschieden!
Aber irgendwann zwischen dem 6. und dem 10. Lebensmonat ist es soweit: Ihr Baby fängt an zu krabbeln. Sicher haben Sie diesen Entwicklungsschritt schon herbeigesehnt und sich gefragt, wann Ihr Kind nun endlich diese Fortbewegungsmöglichkeit für sich entdeckt. Und auch für Ihr Baby ist dies ein aufregender Zeitpunkt. Zu krabbeln bedeutet, an Orte und Gegenstände zu kommen, die bisher unerreichbar schienen. Und zu krabbeln bedeutet auch, nun endlich in einem ganz schön schnellen Tempo unterwegs zu sein! Danach kommt dann das Laufen lernen

Wann fangen Babys an zu krabbeln?

Bis es soweit ist müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein. In der Regel kommt ein Baby über das selbständige Sitzen hin zum Krabbeln. Das setzt schon mal voraus, dass es seinen Kopf über einen längeren Zeitraum allein halten kann und dass die Wirbelsäule soweit entwickelt ist, dass es allein sitzen kann. Die Muskulatur in den kleinen Armen und Beinen und natürlich auch am Rücken des Kinds muss dementsprechend ausgebildet sein, um den kleinen Körper in der Krabbelposition zu halten. Aber zurück zum Sitzen.
Irgendwann kommt Ihr Baby aus der sitzenden Position heraus in den Vier-Füßler-Gang. Das ist natürlich erst einmal eine ganz neue Perspektive die sich da ergibt! Ihr Baby wird sich begeistert umschauen und dann entdecken, dass man in dieser Position herrlich hin und her schaukeln kann.
Ganz zaghaft wird es dann irgendwann das Knie anheben und nach vorn aufsetzen. Vielleicht folgt erst einmal derselbe Arm und schiebt sich nach vorn. Das Krabbeln ist ein sehr komplexer Vorgang und das „Über-Kreuz-Krabbeln“ – also linker Arm und rechtes Bein und umgekehrt – will erst gelernt sein. Lassen Sie Ihrem Baby Zeit. Es wird täglich weiter trainieren und irgendwann den Dreh heraus haben! Um Ihrem Baby genügend Platz für seine Übungen zu geben ist es wichtig, dass es sich in der Wohnung relativ frei bewegen kann. Das Laufgitter sollte daher nur in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen und nicht als ständiger Aufbewahrungsort für Ihr Kind dienen. Räumen Sie alle gefährlichen Gegenstände aus der Bahn und sorgen Sie auch dafür, das giftige Pflanzen aus der Wohnung kommen. Denken Sie immer daran: Ihr Baby kommt nun an Dinge, die vorher unerreichbar waren.
Gehen Sie mit Ihrem Baby doch mal zu einer Krabbelgruppe!

Die Krabbelphase überspringen?

Es gibt Babys, welche die Krabbelphase einfach überspringen. Diese Kinder robben vielleicht nur oder erreichen durch geschicktes Rollen jeden erdenklichen Ort. Wieder andere krabbeln zwar, aber nur rückwärts. Ein kurzzeitiges Rückwärts-Krabbeln in der Übungsphase ist nicht bedenklich, solange Ihr Baby danach in die richtige Richtung strebt. Sollten Sie diese Auffälligkeiten bei Ihrem Nachwuchs bemerken, so sprechen Sie bitte den Kinderarzt darauf an. Dieser wird Ihrem Baby unter Umständen einige Stunden Physiotherapie verordnen, bei denen die Koordination von Armen und Beinen geschult und die Muskulatur gestärkt werden soll.
Überspringt das Kind die Krabbelphase kann es ein Anzeichen für Hochbegabung sein.

Warum das Krabbeln für Babys so wichtig ist:

Die Krabbelphase ist ein sehr wichtiger Entwicklungsschritt im Leben Ihres Babys. Kinder, welche nie gekrabbelt sind, haben später meist mit motorischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Das kann soweit gehen, dass es diesen Kindern in der Schule unmöglich erscheint bestimmte Buchstaben oder Zahlen zu schreiben. Und auch bei sportlichen Aktivitäten haben die ehemaligen Krabbelverweigerer Probleme. Das Fangen eines Balles oder die Hampelmann-Übung können dann problematisch sein. Krabbeln ist die Voraussetzung dafür, die Mittellinie des Körpers überkreuzen zu können – eine Fähigkeit, die jeder Mensch im täglichen Leben braucht.
Weitere Infos über die Motorische Entwicklung und wie Babygymnastik die Beweglichkeit fördern kann

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Greifen, Krabbeln, Laufen – so lässt sich beim Baby Motorik fördern

Im ersten Jahr entwickelt sich Dein Baby rasant und grob- sowie feinmotorisch finden enorme Entwicklungsschritte statt: Krabbeln, laufen, greifen, drehen. All das lernt Dein Baby von ganz allein und mit ein wenig Unterstützung ist es weniger frustriert, wenn es mal nicht so klappt.

Das Wichtigste ist, Dein Baby nicht zu überfordern! Jedes Kind hat sein eigenes Tempo und wenn es mal nicht so möchte, biete Deine Unterstützung an einem anderen Tag noch einmal an. Babyschwimmen, Pekip und Co. bieten Dir und Deinem Baby eine Förderung der besonderen Art, aber auch zuhause kannst Du Deinem Baby helfen. Was Du unter Pekip verstehst, kannst Du hier nachlesen: Babyschwimmen, Pekip, Babymassage – Baby fördern, aber wie?.

Hier zeigen wir Dir ein paar Handgriffe für zuhause – so kannst Du beim Baby Motorik fördern. Wie alt ist Dein Schatz gerade? Welche Entwicklung macht er gerade durch? Finde hier die passende Unterstützung zu Eurem Entwicklungsstand:

  • Greifen
  • Drehen
  • Robben/Krabbeln/Sitzen
  • Laufen

Handspiele für die Kleinsten

Dein Baby ist wenige Wochen alt und schaut sich mit großen Augen sein Umfeld an. Die Wachphasen sind noch kurz und Du solltest Dein Kind nicht überreizen, aber ein paar Anregungen kannst Du ihm dennoch bieten.

Nach ca. drei bis vier Monaten beginnt das gezielte Greifen, sodass Du Deinem Kind kleines Spielzeug in Reichweite halten kannst, damit es danach greift. Aber es muss nicht unbedingt Spielzeug sein: Lustige Handspiele, wie beispielsweise „Zehn kleine Zappelmänner“ oder „Wie das Fähnchen auf dem Turme“, sind besonderes beliebt, da Du singen und spielen verbindest. So lässt sich beim Baby Motorik fördern – kinderleicht und von Anfang an.

Nicht immer musst Du Dein Baby Auge-in-Auge bespaßen. Nun beginnt auch die Zeit des Spielebogens oder Activity-Centers. Unsere miBaby-Mamis empfehlen hier die Fisher-Price Erlebnisdecke „Rainforest“.

Wie komme ich nur an mein Spielzeug ran?

Greifen klappt nun wie im Schlaf. Alles, was Dein Baby will, hält es mit aller Kraft fest. Wenn das gewünschte Spielzeug mal außer Reichweite liegt, kann sich Dein Schatz mit großer Verärgerung bemerkbar machen. Höchste Zeit, dass Du Dein Baby beim Drehenlernen unterstützt. Wir haben die Tipps, wie Du nun bei Deinem Baby Motorik fördern kannst:

Lege das Spielzeug bewusst etwas weiter weg, am besten so weit, dass Dein Kind es bei ausgestreckten Armen mit den Fingerspitzen berühren kann. Es wird sich strecken und versuchen es zu erreichen. Führe sanft seine gegenüberliegende Hand zum Spielzeug. Vielleicht gelingt ihm schon die erste zufällige Drehung. Wenn nicht, stütze Dein Kind leicht an der Hüfte. Gut zu wissen: Dein Baby kann sich nur drehen, wenn die Nackenmuskulatur stark genug ist. Die Hauptübung besteht also darin, Dein Kind so oft es geht, in die Bauchlage zu legen.

Die Bauchlage ist ganz schön anstrengend – das wird Dir Dein Schatz vermutlich zeigen. Unterhalte ihn deshalb am besten mit Fingerspielen oder indem Du etwas vorsingst. Wird es irgendwann doch zu viel, drehe Dein Baby wieder auf den Rücken und versuche es zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal.

Ich hole mir alles, was ich will

Klappt die Drehung perfekt, folgen die weiteren Entwicklungsschritte Schlag auf Schlag. Kullern, sitzen, robben und krabbeln – innerhalb weniger Wochen wird Dein Baby mobil! Das ist ganz schön viel zu verarbeiten, weshalb es vermutlich schlecht schläft und öfters auf Deinen Arm möchte. Unterstütze es in seinen Entwicklungsschritten und zeig ihm, dass Du für es da bist und ihm hilfst.

Auch jetzt gilt wieder, alles außer Reichweite zu legen. Dein Baby wird sich wieder recken und strecken, vielleicht sogar schon versuchen, die Arme durchzustrecken oder auf die Knie zu kommen. Es kann passieren, dass Dein Schatz sich rückwärts schiebt. Keine Panik, das ist absolut normal. Unterstützen kannst Du ihn, indem Du seinen Raum begrenzt. Lass ihn sich an Deinen Knien abstoßen oder an einer Wand.

Mit dem Robben oder Krabbeln kommt meist zeitgleich das Sitzen. Wahrscheinlich hat Deine Mama schon gesagt: „Dein Baby lernt das Sitzen, indem es mit Kissen gestützt hingesetzt wird.“ Falsch! Dein Baby beginnt von selbst zu sitzen, wenn seine Muskeln so weit aufgebaut sind, um sich aufrecht halten zu können. Erzwungenes Hinsetzen kann Schäden an der Wirbelsäule hervorrufen. Der Weg zum Sitzen ist gar nicht so schwer. Ist Dein Baby erst einmal im Vierfußstand, muss es sich seitlich zurückschieben – und schon sitzt es! Diesen Weg kannst Du Deinem Baby sanft zeigen.

Wenn Dein Kind eigenständig sitzen kann, darf es auch im Hochstuhl an den Familienmahlzeiten teilnehmen. Nicht nur Grobmotorik ist gefragt, auch die Feinmotorik will gelernt sein. Gib Deinem Schatz am Esstisch etwas in die Hand. Der Löffel beispielsweise unterstützt hier die Entwicklung der Feinmotorik. Steigern kannst Du dies, indem Du das Essen vor Deinem Schatz auf einen Teller legst und er es eigenständig aufnehmen muss.

Auch in diesem Entwicklungsschritt ist Singen sehr beliebt. Mit den entsprechenden Handbewegungen zum Text kannst Du die Aufmerksamkeit mächtig steigern und vielleicht steigt Dein Baby in diesen Tanz schon mit ein.

Um den ersten Geburtstag geht es auf die Beine

Das Entwicklungstempo ist von Kind zu Kind verschieden. Ob Dein Baby nun vor oder erst nach seinem ersten Geburtstag zum ersten Mal aufsteht, spielt keine Rolle. In diesem Entwicklungsschritt kannst Du Deinen Schatz ebenfalls unterstützen.

Wichtig auch hierbei: Freiraum lassen! Setze Deinen Schatz nicht in eine Wippe, in einen Hochstuhl oder in einen sogenannten Gehfrei. Zum Laufen braucht es Muskelkraft, die Dein Kind nur erhält, indem es viel übt. Krabbeln, Stehen und Umherflitzen sorgen für einen gesunden und gleichmäßigen Muskelaufbau.

Du musst Dein Kind nicht immer wieder auf die Beine stellen oder an den Händen mit ihm umhergehen. Ist es reif genug, schafft es diesen Schritt von ganz allein.

Dein Schatz fängt an, aufzustehen und die ersten Schritte zu gehen – brauchst Du nun Schuhe für ihn? Nicht sofort, denn zunächst lernt Dein Kind das Laufen besser barfuß oder mit Stoppersocken. Alles Wichtige zum Schuhkauf danach kannst Du in unserem Ratgeber Auf die Plätze, fertig, los! Lauflernschuhe nachlesen.

Wenn Dir langsam die gesungenen Lieder nicht mehr gefallen, kannst Du einfach CDs in den CD-Spieler einlegen. Den meisten Kindern in diesem Alter gefällt die Musik sogar noch besser und es lässt sich wunderbar dazu tanzen. Das Tanzen macht nicht nur Spaß, sondern fördert auch weiterhin den Muskelaufbau.

Auch die Handmotorik will gelernt sein. Das Aufnehmen von Erbsen oder Mais klappt mit den Fingern vielleicht schon ganz gut. Dann kannst Du gerne Deinem Schatz mal eine Gabel anbieten und mit ihm zusammen das Aufpieksen üben. Wenn beim Essen anfangs nicht der Mund, sondern die Wange oder Nase getroffen wird, macht das gar nichts: Übung macht den Meister! Mit einer speziellen Kindergabel kann sich Dein Baby bei seinen Fehlversuchen nicht verletzen.

Zum Essen die Gabel und in der Freizeit die ersten Malversuche. Jawohl, Du hast richtig gelesen! Setze Deinen Schatz in den Hochstuhl und gib ihm einen Buntstift in die Hand. Du wirst sehen, wie gerne er bunte Striche auf ein Blatt Papier malt. Und Papa wird stolz sein, wenn er das erste Kunstwerk in seiner Arbeit aufhängen kann.

Motorisch fördern kannst Du Dein Baby von nun an mit einfachen Steck- und Puzzlespielen, mit Bilderbüchern, sich bewegendem Spielzeug und dem ein oder anderen Besuch auf dem Spielplatz.

Dein Kind gibt das Tempo vor

Lass Dich nicht stressen! Unter Müttern herrscht meistens ein riesiger Druck, denn das eine Kind kann schon mit vier Monaten sitzen, das andere erst mit zehn Monaten – und manche überspringen das Krabbeln und erkunden am liebsten gleich zu Fuß die Welt! Dein Baby gibt das Tempo vor und beschleunigen kannst Du seine Entwicklung nur minimal.

Genießt Eure Zeit zu zweit und verschwende nicht die kostbare Zeit damit, Deinem Baby schnellstmöglich alles beibringen zu wollen. Jeder Entwicklungsschritt kommt früher oder später von ganz allein.

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