Wachstumsschub baby 3. woche

Inhalte

Ihr Baby im 3. Monat

Auf zu neuen Perspektiven

Die meisten Babys sind mittlerweile so kräftig, dass sie ihren Kopf in der Rückenlage anheben können. In der Bauchlage schaffen sie es sogar sich mit beiden Armen für kurze Zeit hochzustemmen und bereiten ihre Rücken-, Nacken- und Armmuskulatur schon einmal auf spätere Krabbelausflüge vor.

Auch feinmotorisch lassen sich vor allen Dingen in der Handkoordination Fortschritte entdecken. Das Greifen wird nun immer gezielter und lässt sich mit den unterschiedlichsten Spielzeugen, Mamas Händen und auch ungefährlichen Alltagsgegenständen, wie kleinen Plastikschüsseln, Tag für Tag trainieren. Sogenannte Babytrainer bzw. Spielbogen sorgen ebenfalls für eine förderliche Abwechslung. Wundern sie sich nicht, wenn die Spielfreude am Babytrainer scheinbar von kurzer Dauer ist. Es ist ganz normal, dass Babys darunter nur 10 bis 15 Minuten verbringen und es ihnen dann meistens zu anstrengend wird.

Im dritten Monat ist es auch sinnvoll nach einem PEKIP-Kurs Ausschau zu halten. In diesen Kursen führen Sie unter Anleitung Bewegungsübungen mit Ihrem Baby durch und fördern so spielerisch seine motorischen Fähigkeiten. Natürlich können Sie auch Zuhause bestimmte Übungen durchführen. Das „Fahrradfahrspiel“, bei dem Sie die Beine des Babys wie beim Fahrradfahren bewegen, macht Spaß, kräftigt die Beinmuskulatur und wirkt oftmals entspannend.

Aber keine Angst, Babykurse sind keine Pflicht: Jedes Baby entwickelt sich genauso gut ohne je einen Kurs besucht zu haben. Oft ist es aber ein Ort für Kontaktaufnahme unter Mamis.

Die Sprachentwicklung jetzt schon fördern

Nun können viele Babys die Gesichter vertrauter Menschen von fremden unterscheiden bzw. auch wiedererkennen. Der Bereich, des Gehirns, der für die Hand-Augen-Koordination zuständig ist, entwickelt sich in den nächsten Wochen und Monaten besonders rasant. Zusätzlich nehmen Fähigkeiten des Hörens, Riechens und Lautbildens zu. Schon jetzt sind Gespräche mit dem Baby möglich. Probieren Sie es aus. Viele Babys versuchen auch zu antworten und einfache Laute nachzuahmen.

Der Zeitpunkt an dem ein Baby sein erstes Wort sagen wird, liegt zwar noch einige Monate in der Zukunft. Wenn Sie allerdings viel mit Ihrem Baby sprechen und ihm auch vorlesen, unterstützen Sie die Entwicklung seines Sprachgefühls. Zusätzlich ist es sinnvoll Alltagssituationen, wie den Einkauf im Supermarkt zu nutzen, um immer wieder bestimmte Dinge zu benennen und somit auch außerhalb des gewohnten Umfelds Zuhause die Sprachentwicklung zu fördern. Nutzen Sie auch das Zusammensein mit Freunden, um Ihr Baby an den vielfältigen Facetten der Sprache teilnehmen zu lassen.

Bilinguale Elternhäuser sollten die Mehrsprachigkeit unbedingt nutzen und jetzt schon in beiden Sprachen mit dem Baby sprechen. Dabei ist es jedoch sinnvoll, dass jeweils ein Elternteil in einer bestimmten Sprache mit dem Baby spricht. Das erleichtert es später die erlernten Wörter der jeweiligen Sprache zuzuordnen. Ein Erfahrungsaustausch mit anderen bi- oder multilingualen Familien hilft oft bei Fragen rund um das Thema Mehrsprachigkeit und Sprachentwicklung weiter.

Zur Schulung des Gehörs Ihres Babys sollten Sie neben dem normalen Sprechen auch andere Laute erzeugen. Die meisten Babys mögen das sehr und lassen sich mit einem neuen Geräusch, wie dem Klang eines kleinen Glöckchens oder einem lustig gesprochenen „Bababab“, schnell ablenken, wenn sie kurz vorm Weinen sind.

Sprechen und Fühlen verbinden

Auch der Tastsinn eines Babys verfeinert sich im dritten Monat zunehmend. Die vorher zufälligen Berührungen und Tastempfindungen kann es wesentlich besser steuern bzw. wahrnehmen. Tast-Bilderbücher sind demzufolge ideal, um die gemeinsame Zeit mit dem Baby abwechslungsreich zu gestalten. Darin befinden sich unterschiedliche Materialien, die das Baby jetzt schon aktiv mit seinen Händen erspüren kann.

Massagen und Streicheleinheiten helfen Ihrem Baby zusätzlich das Empfinden für den eigenen Körper zu trainieren und sich zu entspannen. In Kursen zur Babymassage können Sie lernen, welche Berührungen Babys besonders mögen.

Monat 8: Baby-Entwicklung

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Monat 8: Meilensteine Baby-Entwicklung mit 32 Wochen

Bewegung: Dein Baby kann im 8. Monat schon für ein paar Augenblicke ohne Deine Hilfe sitzen und diese Position stellt für es keine Herausforderung mehr dar. Du kannst Dein Baby jetzt auch ohne Probleme in einen Hochstuhl setzen. Im 8. Monat robbt Dein Baby wahrscheinlich schon ganz gut und nimmt immer wieder die Krabbelposition ein. Auch wenn es mit der Fortbewegung in dieser Position noch nicht ganz klappt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis es auch das Krabbeln perfektioniert.

Außerdem hat Dein Baby im Alter von 32 Wochen alles immer besser im Griff. Und das vor allem sprichwörtlich. Es übt sich in der so genannten doppelseitigen Koordination. Dieser Begriff bezeichnet die Fähigkeit, mit beiden Händen je einen Gegenstand zu halten. Im 8. Monat dauert das jedoch meist erst wenige Augenblicke, danach lässt es wahrscheinlich einen von den beiden los. Das Loslassen erfolgt bei Deinem Baby im 8. Monat schon sehr oft bewusst und mit voller Absicht. Dein Baby hat einfach einen Riesenspaß, wenn es beobachtet, wie verschiedene Dinge fallen. In gewissem Maße ist das auch ein Beitrag zum besseren Verständnis seiner Umwelt. Deswegen solltest Du jetzt darauf achten, dass Dein Baby nur robuste Gegenstände in die Hände bekommt, die nicht so leicht kaputt gehen können. Manche Babys beherrschen im 8. Monat auch schon den sogenannten Zangengriff, das heißt, sie können nach verschiedenen Sachen nicht nur mit der gesamten Handfläche greifen, sondern auch nur mithilfe vom Daumen, Zeige- und Mittelfinger.

Sinne: Das Baby kann mit 32 Wochen schon in drei Dimensionen sehen und nimmt alle Farbtöne wahr, die für das menschliche Auge erkennbar sind. Es kann jetzt auch ganz gut Entfernungen abschätzen, was besonders dann sehr hilfreich wird, wenn sich Dein Baby schon bald zügiger fortbewegen wird. Von seinem perfekten Gehör kannst Du Dich schon überzeugen, wenn Dein Baby schnell seinen Kopf in alle Richtungen dreht, wenn es ein Geräusch hört.

Kommunikation: Nicht ohne Grund wird die Fremdelphase oft als „8-Monats-Angst“ bezeichnet. Denn im 8. Monat kommt es häufig vor, dass Dein Baby mit Angst und Misstrauen auf neue Menschen und oder eine ihm unbekannte Umgebung reagiert. Dazu kommen auch die Trennungsängste, wenn Mama oder Papa mal nicht in der Nähe sind. Das ist einerseits der Beweis dafür, dass Dein Baby sich weiterentwickelt hat, weil es schon fremde von vertrauten Personen unterscheiden kann. Andererseits ist es aber auch eine sehr stressige Phase, sowohl für das Kleine, als auch für die Eltern. Das Baby sollte jetzt lernen, dass Du auf jeden Fall wiederkommst, wenn Du einmal den Raum verlässt. Für viele Mütter ist dieser Prozess herzzerreißend, weil sie es nicht ertragen können, wenn das Baby weint, nachdem sich die Mama entfernt hat. Dabei ist es in dem Lernprozess wichtig, dem Baby zu zeigen, dass die kurze Trennung nicht für immer ist und dass Du Dir genug Zeit nimmst, um das Baby danach wieder zu beruhigen und zu trösten. Es braucht vor allem das Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit, um die Angst vor der fremden Umgebung zu überwinden. Mehr zu diesem Thema erfährst Du in unserem Artikel „Warum fremdeln Babys?“.

Es gibt auch einen weiteren Grund, warum Dein Baby um den 8. Monat viel Warmherzigkeit braucht. Wissenschaftliche Studie haben gezeigt, dass Babys, die im Säuglingsalter viel Wärme und Zärtlichkeit bekommen haben, im Erwachsenenalter viel resistenter gegen Stress und Angst sind. Das liegt daran, dass sich in diesem Zeitraum beim Baby Hormonrezeptoren bilden, die die so genannten Stresshormone ausschütten. Diese sind dafür verantwortlich, den Stress zu dämmen und ihm entgegenzuwirken. Je mehr Zärtlichkeit und Wärme Dein Baby bekommt, desto mehr von solchen Rezeptoren bilden sich aus.

Dein Baby kann im 8. Monat auch seine Lautstärke kontrollieren und steuern. Ab jetzt könnt Ihr also auch miteinander flüstern. Die einzelnen Laute werden jetzt immer mehr „muttersprachespezifisch“, was ein weiterer Meilenstein in der Sprachentwicklung Deines Babys ist. Die Bedeutung der einzelnen Wörter prägt sich immer weiter ein. Bis Dein Baby sie auch selbst aussprechen kann, dauert es allerdings noch einige Monate.

Das Baby versucht im 8. Monat auch immer stärker seinen eigenen Willen durchzusetzen. So zeigt es mit dem Finger auf verschiedene Gegenstände und verlangt konsequent nach den Spielzeugen, die es gerade interessieren. Es versucht mit einem leidenschaftlichen Ehrgeiz, alles zu öffnen oder zu zerlegen, was in seine Hände gerät. Denn so kann die Welt am besten erforscht werden. Das Baby ist jetzt auch sehr empfänglich für verschiedene Sinneseindrücke, kann interessiert zuhören und sich für einige Zeit alleine beschäftigen, wenn zum Beispiel ein interessantes Spielzeug seine Aufmerksamkeit fesselt.

Schlafen: Im 8. Monat sind es immer noch 14 Stunden Schlaf, die Dein Baby jeden Tag braucht und bis zum Ende des ersten Lebensjahres wird sich in dem Bereich nicht so viel ändern. Von diesem Pensum fallen etwa 11 Stunden für den Nachtschlaf und etwa 3 Stunden für zwei Nickerchen tagsüber an.

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Monat 8: Tipps rund ums 32 Wochen alte Baby

Richtige Schlafumgebung

Nicht nur die richtigen Schlafgewohnheiten und Schlafrituale sorgen dafür, dass Dein Baby gut schlafen kann. Im 8. Monat sollten die meisten Babys schon durchschlafen können. Wenn es mit Deinem Baby immer noch nicht gut klappt, wäre es vielleicht ratsam, zu überlegen, ob Dein Baby sich in seiner Schlafumgebung wohlfühlt. Hier kannst Du Dich außerdem informieren, ob für Dein Baby ein Schlafsack oder eine Decke besser geeignet ist.

Nicht empfohlene Lebensmittel

Dein Baby kann im 8. Monat immer mehr essen und Du hast immer mehr Möglichkeiten, die Mahlzeiten Deines Babys abwechslungsreicher und kreativer zu gestalten. Dennoch gibt es immer noch einige Lebensmittel, die Dein Baby im ersten Lebensjahr nicht essen sollte. In unserem Spezial Beikost findest Du auch viele Beikostrezepte ab dem 8. Monat zum Nachkochen für Dein Baby.

Tagesmutter oder Kinderfrau

Viele Mütter ziehen der Gruppenbetreuung, zum Beispiel in der Kinderkrippe, eine individuellere Fürsorge für ihre Babys vor. Möglich ist dabei zum Beispiel die Betreuung durch eine Kinderfrau oder eine Tagesmutter. Wenn Du Dir nicht sicher bist, welche Betreuungsform für Dein Baby am besten ist, haben wir in unserem Spezial U3 Betreuung hilfreiche Tipps zusammengestellt.

Euer Baby ist mittlerweile 12 Wochen alt und ihr fragt euch vielleicht, warum es im Moment so viel schläft, anhänglicher ist als sonst, häufig quengelt oder vermehrt weint? Dies liegt höchstwahrscheinlich daran, dass sich euer kleiner Liebling derzeit mitten in einem Wachstumsschub befindet. In diesem Artikel erfahrt ihr alles über den Wachstumsschub in der 12. Woche und was euch und euer Baby beim 12-Wochen-Schub erwartet.

Die verschiedenen Wachstumsschübe

Es ist wirklich kaum zu glauben, wie schnell die ersten Wochen nach der Geburt verfliegen. Kein Wunder, denn ein Neugeborenes krempelt das Leben der frisch gebackenen Eltern erst einmal radikal um. Im ersten Lebensjahr durchläuft euer Baby insgesamt acht Wachstumsschübe, welche bei kleinen Babys etwa 2 Tage, bei älteren Babys rund eine Woche andauern können und alle 3 bis 11 Wochen auftreten.

Bevor sich Hör- und Sehvermögen perfektionieren, werden zuerst die anderen Sinneswahrnehmungen, wie das Riechen, Schmecken und Tasten, verbessert. Im Anschluss stehen dann die Kommunikation, die soziale Interaktion sowie die Fortbewegung auf dem Entwicklungsplan eures Babys.

Dauer, Intensität und wann genau die Wachstumsschübe auftreten, sind dabei von Baby zu Baby unterschiedlich. Aus diesem Grund müsst ihr euch absolut keine Sorgen oder unnötige Gedanken machen, sollte das gleichaltrige Baby aus der Mutter-Kind-Gruppe oder das Baby der Nachbarn den Wachstumsschub früher durchlaufen als euer eigenes Kind. Einige Babys brauchen für manche Dinge eben ein bisschen länger Zeit, wohingegen andere Fähigkeiten dafür umso schneller erlernt werden.

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Die altersgerechte Entwicklung eures Kindes wird bei den sogenannten Früherkennungsuntersuchungen, die auch U-Untersuchungen genannt werden, beim Kinderarzt eingehend untersucht. Sollten also Defizite in der körperlichen oder geistigen Entwicklung vorhanden sein, werden diese rechtzeitig vom Kinderarzt erkannt.

Obwohl der Name dies vermuten lässt, sind die Wachstumsphasen nicht davon geprägt, dass euer Baby in dieser Zeit in die Größe wächst oder ordentlich an Gewicht zulegt. Viel mehr durchläuft euer Baby in einer Wachstumsphase unterschiedliche Entwicklungsschritte.

In erster Linie bildet sich bei einem Wachstumsschub das Gehirn eures Kindes weiter aus, neue Gehirnregionen werden aktiviert und weitere Nervenzellen vernetzen sich miteinander. Dies ist der Grund, warum sich die Größe des kindlichen Gehirns in den ersten 12 Lebensmonaten sage und schreibe verdoppelt.

Durch die Ausbildung der Gehirnstruktur wird gewährleistet, dass euer Baby neue Fähigkeiten erlernt und ausüben kann. Bis die neu erlernten Fähigkeiten jedoch reibungslos funktionieren und wieder neue Dinge erlernt werden, vergehen meist mehrere Wochen. Denn wie wir alle wissen, ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Die acht Wachstumsschübe in den ersten 14 Lebensmonaten

Wir zeigen euch auf einen Blick, wie populäre Babyratgeber die acht prägnanten Wachstumsschübe von Babys in den ersten 14 Lebensmonaten zusammenfassen und was diese für die Entwicklung eures Babys bedeuten:

Wachstumsschub (5. Woche): Das Baby nimmt Gegenstände, die sich bewegen, wahr und wird generell aufmerksamer. Die körpernahen Sinneswahrnehmungen werden verbessert.

Wachstumsschub (8. Woche): Die Sinne differenzieren sich weiter aus, das Baby sieht besser, nimmt mehr Geräusche wahr und trainiert seinen Tastsinn, indem Gegenstände länger gehalten und ertastet werden.

Wachstumsschub (12. Woche): Ist durch die Entwicklung des Sozialverhaltens, den ersten sozialen Interaktionen, einer Verbesserung der Motorik sowie der Bewegungen geprägt. Das Baby beginnt zu brabbeln, lächelt, lutscht an den Fingern und strampelt. Zudem bewegen sich der Kopf sowie die Augen zunehmend zielgerichteter.

Wachstumsschub (19. Woche): Zähne können sich bereits bemerkbar machen und der Körper- sowie Muskelaufbau stehen im Vordergrund. Das Baby ist jetzt nicht gerne allein, es lernt die Trennungsangst kennen und ist daher meist sehr anhänglich und weinerlich.

Wachstumsschub (26. Woche): Gefühle, wie Freude, Wut oder Zorn, werden bewusst geäußert. Drehungen auf die Bauchlage werden kräftig geübt und neue Laute erprobt.

Wachstumsphase (37. Woche): Das Baby krabbelt und erkundet seine Umgebung, es verbessert weiterhin seine Feinmotorik und versucht immer häufiger zu sprechen.

Wachstumsphase (46. Woche): Das Baby übt das selbstständige Sitzen, greift gezielt nach Dingen und unternimmt erste Gehversuche an der Hand.

Wachstumsphase (55. Woche): Die Schritte werden immer sicherer und die „Nein-Phase“ beginnt.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Babys nach jedem Wachstumsschub ihre Körper- sowie Handmotorik, die geistige Entwicklung sowie Sprachentwicklung, ihre sozialen Kompetenzen, die Kommunikation sowie ihre Fortbewegung verbessern.

Natürlich treten die neuen Fähigkeiten nicht über Nacht auf, sondern gehen fließend ineinander über. Kann euer Baby gerade krabbeln und verfestigt diese neu erlernte Fähigkeit, ist das Gehirn schon mitten in den Vorbereitungen, um beispielsweise das selbstständige Sitzen oder das Laufen zu erlernen.

Bitte beachten: Jedes Baby entwickelt sich unterschiedlich schnell und das Erlernen bestimmter Fähigkeiten bedarf manchmal einfach mehr Geduld. Die hier angegebenen Wochen dienen lediglich zur Orientierung und stellen grobe Richtwerte dar.

Wachstumsschub in Babys 12. Woche: Meilenstein in der Entwicklung

Euer Baby ist jetzt schon 12 Wochen alt, was bedeutet, dass bereits die ersten beiden Wachstumsschübe gemeistert wurden. Etwa um die 12. Lebenswoche herum steht der dritte von den insgesamt acht Wachstumsschüben an. Doch was erwartet euch und euer Baby beim 12-Wochen-Schub?

Diese Entwicklungsphase ist für euer Baby nicht nur besonders groß, sondern vor allem wichtig, da es ein Sozialverhalten entwickelt. Auch für euch wird diese Phase richtig spannend und unvergesslich, denn lächelt ihr euren Sonnenschein an, lächelt und strahlt dieser bewusst zurück. Euer Baby beginnt also damit, auf sozialer Ebene mit euch zu kommunizieren. Doch nicht nur das, auch die Umwelt wird jetzt viel bewusster und intensiver wahrgenommen, als es in den ersten drei Lebensmonaten der Fall war.

Welche weiteren Entwicklungen gehen beim 12-Monats-Schub vonstatten?

Der dritte Lebensmonat beginnt und euer Baby macht mit seinen 12 Wochen einen wahren Entwicklungssprung. Es ist körperlich schon viel stärker geworden und kann bereits sein Köpfchen in der Rückenlage anheben. Alle Bewegungen werden nun kontrollierter ausgeführt und das Strampeln fällt zunehmend kräftiger aus.

Einige Babys schaffen es jetzt schon, sich für einen kurzen Augenblick aus der Bauchlage heraus hochzustemmen, kurz den Kopf zu heben und diesen sogar zu drehen. Ein wahrlicher Kraftakt, den euer starker Schatz da absolviert. Unter anderem durch diese Übungen wird die gesamte Rücken-, Arm- sowie Nackenmuskulatur kräftig trainiert und euer Liebling bereitet sich schon frühzeitig auf das Krabbeln vor.

Doch nicht nur kräftetechnisch passiert bei eurem Baby mit 12 Wochen sehr viel. Auch in Sachen Kommunikation sowie soziale Interaktion wird der ein oder andere Meilenstein in der Entwicklung gemeistert. Außerdem werden die motorischen sowie sensorischen Fähigkeiten mit 12 Wochen stark ausgebaut und vertieft.

Fühlen und Greifen

Nicht nur die Grobmotorik, auch die Feinmotorik wird mit 12 Wochen verbessert, indem zum Beispiel nach kleineren Gegenständen gegriffen wird oder Mamas und Papas Hand ganz bewusst festgehalten werden. Um den Tast- sowie Greifsinn zu trainieren, könnt ihr eurem Baby zum Beispiel ein Tast-Bilderbuch zum Erkunden geben. Durch die unterschiedlichen Materialien kann euer Kind das Tasten und Fühlen aktiv und abwechslungsreich erleben.

Vor allem ein Spielebogen oder ein sogenannter Babytrainer erweckt derzeit das Interesse der Kleinen und lädt zum Greifen, Tasten und Spielen ein. Allerdings sind diese spielerischen Tätigkeiten enorm anstrengend für Babys mit 12 Wochen, weshalb sich meist nur einige Minuten damit beschäftigt wird.

Soziale Interaktion

Das erste bewusste Lächeln des Kindes ist für Eltern ein wunderschöner und definitiv unvergesslicher Moment in der gesamten Entwicklung. Und genau dies wird ab der dritten Wachstumsphase immer häufiger passieren. Lächelt ihr euer Baby an oder erzählt ihm eine Geschichte, wird es darauf mit einem Strahlen, einem Lächeln, einem Glucksen oder einem Strampeln reagieren und will so mit euch kommunizieren.

Zudem kann euer Baby bekannte Personen von fremden Personen unterscheiden und erkennt diese sogar wieder. Um der Wiedersehensfreude mehr Ausdruck zu verleihen, wird nicht nur viel gelächelt, sondern außerdem immer häufiger mit den Ärmchen gerudert. Auch eine Art, mit seinen Eltern oder Geschwistern zu kommunizieren.

Entwicklung der Sinne sowie Sprache

Euer Baby kann immer besser riechen, schmecken, hören und sehen. Doch nicht nur das, es erkennt mittlerweile Gesichter und kann diese sogar einordnen, weshalb sich immer häufiger ein Lächeln auf seine Lippen legt, sobald Mama, Papa oder andere bekannte Personen einen Raum betreten.

Neben dem Sehsinn entwickelt sich bei eurem Baby in der 12. Woche auch der Gehörsinn weiter. Dabei haben es vor allem monotone Geräusche, wie zum Beispiel das Geräusch eines Föhns, eines Staubsaugers oder das Motorengeräusch beim Autofahren, eurem Baby angetan.

Etwa ab der 12. Lebenswoche beglückt euch euer Baby zudem mit vielen neuen Lauten und lustigen Glucksern, die fleißig mit euch kommuniziert und geübt werden. Das freudige Brabbeln sowie die Lautbildung nehmen ab der 12. Woche schon deutlich zu und werden auch gerne ohne Zuhörer erprobt.

Außerdem ahmt euer Kind immer häufiger eure eigenen Laute nach und versucht, euch auf diesem Wege zu antworten. Aus diesem Grund ist es äußerst wichtig, viel und regelmäßig mit eurem Baby zu sprechen. Dabei kann die Sprachentwicklung beispielsweise durch das Erklären von diversen Gegenständen beim Einkaufen oder zuhause im Alltag, durch regelmäßiges Vorlesen oder durch das Vorsingen von Kinderliedern, frühzeitig gefördert werden. Gleichzeitig wird dadurch das Sprachgefühl eures Kindes nachhaltig verbessert, was ihm beim Sprechen lernen zugutekommen wird.

Um Babys Gehör zu schulen, bietet es sich neben dem alltäglichen Sprechen sowie dem Vorlesen von Geschichten außerdem an, diverse Laute regelmäßig zu wiederholen oder eurem Baby neue Geräusche zu zeigen. So kann zum Beispiel das Klingeln eines Glöckchens, das Klimpern mit einem Schlüsselanhänger oder das Klappern mit einer Dose für Ablenkung und große Augen sorgen.

Sensorik

Um die haptischen Erfahrungen eures Babys zu vergrößern, könnt ihr es mit leichten Babymassagen entspannen oder seine Hand mit verschiedenen Stoffen, wie zum Beispiel Wolle, einer Feder oder einem weichen Pinsel, streicheln. Dadurch lernt das Baby unter anderem, dass sich Dinge unterschiedlich anfühlen und das Empfinden für den eigenen Körper wird nachhaltig trainiert.

Wie kann sich der 12-Wochen-Schub äußern?

Der dritte und sehr wichtige Wachstumsschub dauert in der Regel etwa 4 bis 7 Tage an und findet statt, wenn euer Baby etwa 12 Wochen alt ist. Euer Baby wird auf den Wachstumsschub ziemlich wahrscheinlich mit einem auffälligen sowie untypischen Verhalten reagieren und euch somit signalisieren, dass etwas im Gange ist.

In den meisten Fällen macht sich der 12-Wochen-Schub durch folgende Anzeichen bemerkbar:

  • Unruhige Nächte und häufiges Aufwachen
  • Erhöhtes Schlafbedürfnis
  • Quengeln und vermehrtes Weinen
  • Schlechte Laune
  • Gesteigerte Anhänglichkeit und verstärktes Kuschelbedürfnis
  • Fremdeln
  • Erhöhtes Nahrungsbedürfnis
  • Reagiert wütend und ungeduldig

Solltet ihr euer Baby stillen, kann es bei einem Wachstumsschub außerdem zu vorübergehenden Problemen bei der Produktion von Muttermilch kommen. Durch den oft übermäßigen Hunger verlangt euer Baby in der Regel häufiger nach der Brust, was zu einem kurzzeitigen Engpass in Sachen verfügbarer Muttermilch führen kann.

In diesem Fall ist es wichtig, dass ihr euer Baby dennoch regelmäßig anlegt. Zufüttern ist nicht nötig, denn nach einigen Tagen hat sich die Milchproduktion auf das gesteigerte Hungergefühl eures Lieblings eingestellt und die anstrengende Wachstumsphase ist vorerst überstanden.

Natürlich ist eine Wachstumsphase für euer Baby sehr anstrengend, doch auch euch verlangt diese viel ab. Wenn euer Baby in dieser Zeit häufig weint und quengelt, bedarf das viel Geduld sowie Einfühlungsvermögen seitens der Eltern.

Macht euch bewusst, dass das Gehirn eures Babys während eines Wachstumsschubs auf Hochtouren arbeitet und euer Schatz in dieser Zeit bestimmte Grundgefühle, wie Wut, Trauer, Freude sowie Trennungsängste, kennenlernt und sehr viele neue Sinneseindrücke verarbeiten muss. Euer Baby braucht jetzt besonders viel Zuwendung und Liebe, Verständnis, Kuschel- und Streicheleinheiten sowie Nähe.

Wichtige Termine sowie nützliche Tipps in Babys 12. Woche

U4-Untersuchung wahrnehmen: Zwischen dem dritten und vierten Lebensmonat, also in der Regel nach dem dritten Wachstumsschub, steht die nächste Untersuchung beim Kinderarzt an. Bei der U4 wird unter anderem das Seh- und Hörvermögen kontrolliert, ob sich euer Baby altersgerecht entwickelt und, ob der 12-Wochen-Schub bereits vollzogen wurde.

Spielzeug zur Förderung der geistigen sowie körperlichen Entwicklung: Da mit dem Wachstumsschub in der 12. Woche unter anderem der Hör-, Seh- sowie Tastsinn verbessert wird, bieten sich jetzt vor allem Spielsachen für euer Baby an, welche die Entwicklung positiv beeinflussen können.

Dazu gehören Tastbücher, Bücher zum Vorlesen, Rasseln, Stofftiere sowie Spielzeuge aus unterschiedlichen Materialien (Wolle, Holz, etc.). Ein Spielebogen oder ein Babytrainer sind besonders dafür geeignet, um die sogenannte Hand-Augen-Koordination zu verbessern und zu trainieren.

Der dritte Wachstumsschub und das Baby in der 12. Woche im Überblick:

  • In der 12. Woche findet der dritte von insgesamt acht Wachstumsschüben statt.
  • Der 12-Monats-Schub dauert mehrere Tage bis zu einer Woche an.
  • Neue Gehirnregionen werden aktiviert und Gehirnzellen vernetzen sich miteinander.
  • Das Baby erlernt neue Fähigkeiten und vertieft bereits Erlerntes.
  • Der Wachstumsschub in der 12. Woche ist geprägt von sozialer Interaktion und gleichzeitig wird die Fein- sowie Grobmotorik verbessert.
  • Babys mit 12 Wochen reagieren auf den Wachstumsschub oft mit quengeln, weinen, einem unruhigen Schlaf sowie gesteigerten Hungergefühl und mit Anhänglichkeit.

Auch wenn es abgedroschen klingen mag, mir hat das Mantra immer geholfen: „Es ist nur eine Phase“. Das trifft in jedem Fall zu, wenn ein Baby sich in einem Wachstums- oder Entwicklungsschub befindet. Ich habe damals in der Babyzeit immer mitgelesen, welchen Wachstumsschub bei Babys mein Kleiner gerade durchmacht und was in den 8 Entwicklungsschüben genau passiert. Hier kommt mein gesammeltes Wissen noch einmal ausführlich zum Nachlesen.

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Wachstumsschub oder Entwicklungssprung?

In den ersten Lebensjahren leisten der Körper und Geist unserer Babys und Kinder Erstaunliches. Allein in den ersten 14 Monaten haben die kleinen Babys ganze acht Entwicklungssprünge in einer sehr kurzen Zeit. Mit zunehmendem Alter werden die Abstände der Entwicklungssprünge und Wachstumsschübe immer größer.

Gibt es dabei einen wichtigen Unterschied zwischen Entwicklungssprüngen und Wachstumsschüben?

Die Forschung unterscheidet klar beides voneinander. Bei Wachstumsschüben geht es um die körperliche Entwicklung: Knochenwachstum, Körpergröße, die Ausbildung von Muskeln und Nerven.

Entwicklungsschübe sind hingegen den geistigen Fähigkeiten Deines Babys gewidmet und wie es sich selbst und seine Umwelt zu verstehen lernt. Das kann das Lernen von Sitzen, Krabbeln oder anderen motorischen Fähigkeiten sein, aber auch die ersten Erfahrungen, wie sich Emotionen anfühlen.

Falls Du bereits angefangen hast Dich zu informieren, wird Dir sicherlich aufgefallen sein, dass die meisten Ratgeber die beiden Worte nicht unterscheiden. Vor allem die geistige Entwicklung ist entscheidend. Egal, ob sprachliche Fähigkeiten, soziale Interaktion oder der Verstand und die Motorik. Lass Dich also von den Begriffen Wachstumsschub oder Entwicklungssprung nicht verwirren.

Wachstumsschübe und Entwicklungssprünge treten fast nie gemeinsam auf.

Der kleine Körper leistet erstaunliches und daher ist es nicht verwunderlich, dass er sich meist nur auf eine von beiden Entwicklungen konzentriert. Während einer schnellen körperlichen Entwicklung machen unsere Babys nur kleine geistige Schritte und umgekehrt.

Auch Sprung und Schub sind irreführende Begriffe. Diese klingen als würde das Baby von einem Tag auf den anderen neue Fähigkeiten entwickeln. Aber stattdessen sind es längere Phasen, in denen die Kinder mal schneller und dann wieder langsamer neue Dinge erlernen.

Manche Eltern sind daher schnell besorgt, weil sie gelesen haben, ihr Kind macht dann und dann einen Entwicklungssprung. Du musst Dir nicht so schnell Sorgen machen. Manchmal dauert es ein wenig, Neues zu lernen und jedes Kind hat sein eigenes Tempo.

Genauso besorgt sind Eltern oftmals, wenn ihr Kind den Entwicklungssprung noch nicht vollzogen hat, obwohl es laut Literatur und Ratgebern bereits an der Zeit wäre. Die angegebenen Zeiträume der Phasen sind Durchschnittswerte.

Viele Babys fangen auch bereits mit etwas früher oder später im angegebenen Zeitraum an. Mein Sohn zum Beispiel hat immer erst Gas gegeben, wenn der Sprung eigentlich schon vorüber war – bzw. ich habe oft erst dann ein verändertes Verhalten bemerkt. Alarmiert solltest Du frühestens dann sein, wenn Dein Kind einen Entwicklungssprung noch nicht abgeschlossen hat, obwohl bereits der Nächste ansteht. Und selbst das ist nicht in allen Fällen schlimm. Während ein Kind bereits viele Wörter von sich geben kann, kann ein anderes Kind dafür vielleicht schon laufen.

Woran merkt man als Elternteil nun aber einen solchen Entwicklungsschritt oder Wachstumsschub? Mit welchen Anzeichen, Symptomen und teilweise Anstrengungen auch für die Eltern ist er verbunden? Das zeige ich Dir im folgenden Kapitel.

Anzeichen für einen Wachstumsschub bei Babys

Jedes Baby ist ein einzigartiger Bewohner dieser Erde und jeder Entwicklungsschritt ist anders. Daher gibt es ganz viele unterschiedliche Anzeichen, wann ein Kind einen Entwicklungssprung vollzieht. Denn jedes Baby reagiert darauf anders.

Fast immer bedeutet diese Weiterentwicklung aber mentale Arbeit und Anstrengung – meist auch für die Eltern. Denn das Baby ist unausgeglichen, weinerlich. Manchmal auch sehr emotional und sucht viel Nähe und Körperkontakt.

Du weißt ja vielleicht selbst, wie frustrierend es sein kann, etwas Neues zu lernen und vielleicht auch, wie angsteinflößend ein neuer Blick auf die Welt ist. Das macht Dein Baby durch – nur nochmal viel intensiver als ein Erwachsener.

Viel Nähe und Aufmerksamkeit sind in dieser Zeit das Wichtigste. Körperkontakt beruhigt die Kleinen sehr. Denn sie merken, dass sie nicht auf sich allein gestellt sind und das Abenteuer Leben mit Dir gemeinsam erleben können.

Möglicherweise zeigt Dein Baby während eines Wachstumsschubs einen enormen Appetit, isst und trinkt viel mehr als üblich. Das kann ganz typisch sein, denn die neuen Versuche sind mitunter ja auch einfach anstrengend. Genauso kann es aber auch vorkommen, dass Dein Baby appetitlos ist, wenn es sich mit der neuen Situation noch nicht wirklich anfreunden konnte oder so auf andere Dinge konzentriert ist.

Am häufigsten bemerken Eltern als Symptom eines Entwicklungsschubs, dass ihr Kind viel mehr schreit, schlecht gelaunt ist und oder auch sehr sensibel auf seine gesamte Umwelt reagieren kann. Geräusche und Menschen können plötzlich zu Problemen werden, die vorher ganz keine waren. Dein Baby nimmt sie nun ganz anders wahr als vorher. Und, außer zu schreien, hat es ja kaum Möglichkeiten auf seinen Zustand aufmerksam zu machen.

Aber hier besteht auch schnell ein falscher Eindruck. Es gibt schließlich so viele Gründe, warum Babys weinen. Vielleicht drückt ein Zahn, es hat Bauchschmerzen, vielleicht sitzt auch nur ein Pups schief, sodass Eltern ganz oft ratlos vor einer Vielzahl an möglichen Ursachen stehen.

Da die Tage, die Mühen und die Eindrücke auch so anstrengend sind, kann sich das auf das Schlafverhalten auswirken. Ein schlechter Schlaf und unruhige Nächte sind ganz, ganz typisch.

Wie Du vielleicht siehst, sind die Symptome so vielfältig, dass Eltern den Entwicklungssprung meistens erst erkennen, wenn er bereits abgeschlossen ist. Das können sehr anstrengende Tage und Nächte sein, die aber mit der Freude belohnt werden, zu sehen, was das eigene Kind für neue Fähigkeiten entwickelt hat.

So ein Entwicklungsschub kommt genauso plötzlich wie er dann wieder zu Ende ist. In der Regel kann man von ungefähr einer Woche ausgehen. Aber viele Ausnahmen bestätigen die Regel. Es kann auch kürzer oder länger dauern. Das hängt von den einzelnen Phasen ab und genauso auch von der Individualität Deines Babys.

Das können mitunter sogar bis zu zwei Wochen werden – was Eltern nahe an den Rand der Verzweiflung bringen kann. Auch das ist ganz normal. Nur ein schwacher Trost, ich weiß, aber wenigstens kein Grund zur Sorge.

Vor allem der Entwicklungsschub in der Zeit um den dritten Monat gilt bekanntermaßen als besonders intensiv. Hier scheint der Kleine nur noch hungrig zu sein und sucht viel mehr Nähe. Hier werden viele Eltern schnell besorgt, vor allem dann, wenn die anstrengende Zeit einfach nicht enden will.

Umso schöner ist die Zeit danach. Wenn ihr Kind dann wieder viel ausgeglichener und fröhlicher ist, da es nun die neuen Fähigkeiten zur Genüge austestet. Das ist dann Deine Erholungszeit – bis zum nächsten Schub.

Wann und wie oft kommen Wachstumsschübe beim Baby vor?

Mit steigendem Alter steigt auch der Abstand der Entwicklungsschritte. Für das erste Lebensjahr sind es daher viel mehr als später. Im Folgenden zeige ich Dir die ersten acht Entwicklungsschritte auf.

Denke aber immer an die Individualität Deines Kindes. Als Beispiel: Der achte Entwicklungssprung tritt bei manchen Kindern schon kurz vor dem ersten Lebensjahr ein, bei anderen erst im 14. Monat.

Genauso gibt es Kinder die erst Sitzen und dann Krabbeln lernen.

Tabelle mit Wachstumsschüben im Überblick

Wachstums- und Entwicklungsschub Wann tritt der Wachstumsschub auf? Was lernt das Baby jetzt?
1. Wachstumsschub Um die 5. Woche Aufmerksamkeit
2. Wachstumsschub Um die 8. Woche Verbesserung der Sinne und Wahrnehmung
3. Wachstumsschub Um die 12. Woche Feinmotorik und soziale Kommunikation
4. Wachstumsschub Um die 19. Woche Orale Phase
5. Wachstumsschub Um die 26. Woche Emotionen und „Fremdeln“
6. Wachstumsschub Um die 37. Woche Forscherdrang und Feinmotorik
7. wachstumsschub Um die 46. Woche Sitzen und Motorik
8. Wachstumsschub Um die 55. Woche Trotzphase und Laufen

Der 5-Wochen-Schub

Die Aufmerksamkeit steigert sich. Nahe sich bewegende Dinge, werden besser wahrgenommen.

Mehr Infos zum 5-Wochen-Schub

Der 8-Wochen-Schub

Die Sinne entwickeln sich weiter. Das Baby hört besser, beobachtet zunehmend mehr und betastet seine ganze Umwelt.

Mehr Infos zum 8-Wochen-Schub beim Baby

Der 12-Wochen-Schub

Das Greifen und die Fingermotorik verbessern sich. Auch Kopf- sowie Augenbewegungen sind koordinierter. Typisch sind auch Fingernuckeln, Strampeln oder die Bauchlage.

Zusätzlich beginnt auch die soziale Kommunikation, sich zu verbessern. Das Kind lächelt mehr und die Stimme wird durch brabbeln trainiert.

Mehr Infos zum 12-Wochen-Schub

Der 19-Wochen-Schub

Die orale Phase beginnt. Alles wird in den Mund genommen. Drehversuche beginnen und die Bauchlage ist bereits sehr stabil. Auch erste Zähne bilden sich und Muskeln und Körper wachsen. Für viele ist das sogar der schlimmste Schub von allen.

Mehr Infos zum 19-Wochen-Schub beim Baby

Der 26-Wochen-Schub

Emotionen entwickeln sich hier besonders. Freude, Ängstlichkeit, Zorn. Das lächeln wird zunehmend bewusster, während das Baby zugleich die ersten Zusammenhänge von Ursache und Wirkung versteht. Auch Anzeichen des „Fremdeln“ beginnen oftmals hier.

Mehr Infos zum 26-Wochen-Schub

Der 37-Wochen-Schub

Durch das Krabbeln beginnt das Kind einen starken Forscherdrang auszuleben. Erste Worte sind erkennbar. Die Feinmotorik verbessert sich in Versuchen mit dem Löffel zu essen und besseren Grifftechniken.

Mehr Infos zum 37-Wochen-Schub beim Baby

Der 46-Wochen-Schub

Dies ist die Phase zu lernen wie man sitzt. Das Kind beginnt auch sitzend zu spielen. Auch hier nimmt die Motorik deutlich zu. Unter anderem gezielte Griffe mit zwei Fingern.

Mehr Infos zum 46-Wochen-Schub

Der 55-Wochen-Schub

Die sogenannte Trotzphase bzw. Autonomiephase beginnt. Das Lieblingswort: Nein. Das Kind will allein essen und wirft mit Dingen um sich.

Das ist auch die Phase, in der viele Kinder das laufen lernen.

Hier erfährst Du mehr über den 55-Wochen-Schub.

Welche Probleme können auftreten, wenn das Baby einen Wachstumsschub hat?

Für die Eltern

Von Problemen können Eltern ein Lied singen. Es gibt die kleineren Probleme und die größeren. Der Schlafmangel, das Dauer-Stillen und die emotionale Nähe sind ein paar davon.

Wenn Du feststellst, dass Dein Kind unruhige Nächte hat, unausgeglichen ist und nur sehr wenig schläft, dann gestaltet eure Tage möglichst ruhig. Versuche, große Menschenmengen wie Geburtstagsfeiern oder Krabbelgruppen zu meiden. Zieht euch etwas zurück. Bei der erhöhten Sensibilität Deines Kindes reichen schon sehr kleine Erlebnisse, um überfordert zu sein damit, diese zu verarbeiten.

Auch der große Hunger in einigen Phasen macht stillenden Müttern große Sorgen und ist auch für Mama sehr anstrengend. Kriegt das Kind genug Milch? Aber in den meisten Fällen gibt es keinen Grund zur Sorge.

Durch das häufigere Anlegen und die Stimulation der Brust beginnt Dein Körper automatisch damit, mehr Milch zu produzieren. Die Natur hat uns zum Glück so eingerichtet, dass sich die stillende Mama und die Milchproduktion, an den Bedarf des Kindes anpasst. Zufüttern ist nur in absoluten Ausnahmefällen notwendig. Wenn Du Dir nicht sicher bist, such eine Stillberatung in Deiner Nähe auf.

Du brauchst also nicht ans Abstillen denken oder daran, dass Du zusätzliche Baby-Nahrung brauchst. Auch die Zusammensetzung der Nährstoffe der Muttermilch passt sich dabei genau der Entwicklung Deines Kindes an. Sogar noch bis ins dritte Lebensjahr ändert sich diese Zusammensetzung. Das legt die Vermutung nah, dass Mutter Natur uns so geschaffen hat, dass wir noch bis ins dritte Lebensjahr hinein stillen sollten und können.

Fürs Baby

Während der Wachstumsschübe kann es auch zu sogenannten Wachstumsschmerzen kommen. Das ist schwer zu erkennen denn das Baby sagt uns ja leider nicht, was wehtut. Häufig aber treten diese Schmerzen in der Nacht auf, am Morgen und tagsüber sind diese dann wieder verschwunden.

Auch hier ist wieder die Aufmerksamkeit wichtig: Kuscheln, im Arm halten, Stillen und das Baby baden ist die beste Medizin. Die Ablenkung und Geborgenheit machen die Schmerzen schnell vergessen.

Die ganzen neuen Emotionen wie Angst, Freude, Wut, die Dein Kind ab einer gewissen Zeit erlebt, kann es nicht einordnen und ist somit überfordert. Es weiß nicht, warum es so fühlt und ist irritiert. Das Wichtigste ist und bleibt, die körperliche Nähe, denn auch Trennungsängste treten auf und müssen ernst genommen werden.

Trennung, Gewalt und fehlende Zuneigung können zu posttraumatischen Störungen führen, deren Folgen kaum einschätzbar sind.

Selbst wenn Du das Gefühl hast, dass, egal was Du tust, es lindert das Schreien nicht, dann lass Dein Kind auf keinen Fall alleine. Wer sich jetzt denkt: „Da muss es jetzt allein durch“, macht vieles schlimmer statt besser. Dein Baby kann nicht begreifen, dass Mama existiert, auch wenn sie außer Sichtweite ist und die Verlustangst verstärkt das Problem nochmal.

Wichtig ist auch der Kontakt zum Kinderarzt. Durch die frühkindlichen Untersuchungen erkennen Ärzte schnell ernstzunehmende Probleme wie Wachstumsstörungen, Seh- oder Hörprobleme, Sprachprobleme und vieles mehr. Denn es gilt, je früher so etwas erkannt wird desto einfacher ist die Therapie und die Chance, dass doch noch alles wieder gut wird.

Wie beruhigt man ein Baby, wenn es einen Wachstumsschub hat und ständig schreit und weint?

Die schlechte Nachricht zuerst. Es kann mitunter unmöglich sein, das Baby zu beruhigen. Manchmal muss es einfach durch so eine Phase durch. Das absolut Wichtigste ist, dass Du Dich dabei dann nicht von Deinem Kind abwendest und meinst, es müsse da allein durch.

Aufmerksamkeit und Nähe sowie Körperkontakt können die besten Möglichkeiten sein, dass das Kind sich beruhigt. Und auch wenn es schreit und weint, zeige ihm, dass Du immer noch da bist.

Am besten beruhigst Du Dein Baby während eines Wachstumsschubs, wenn Du es im Arm hältst, stillst und ihm körperliche Nähe, Trost und Aufmerksamkeit schenkst.

Vergiss aber auch nicht, dass es der Hunger oder andere Probleme sein können, die zu ständigem Weinen führen. Nehmt euch viel Zeit zum Stillen und ruht euch danach auch gemeinsam aus.

Schafft euch Ruhe- und Entspannungsphasen. Denn Eltern, die ausgeglichener sind, haben auch oft ausgeglichenere Kinder.

Also vergiss in all dem Stress nicht, auch an Dich selbst zu denken. Hol Dir Hilfe wenn irgendwie möglich.

Wie oft Stillen und füttern, wenn Baby einen Wachstumsschub hat?

Die Antwort ist ganz klar: Stille so oft und so viel Du nur kannst und Dein Baby will.

Es kann dabei sein, dass in den ersten Tagen wirklich eher wenig Milch produziert wird. Das ist aber kein Grund zur Sorge, denn es gibt keine optimale Trinkmenge fürs Baby, auch wenn das oft behauptet wird.

Die Milchproduktion passt sich an. Je öfter ihr stillt, desto mehr Milch kommt nach und nach. Ein paar Tage lassen Dein Kind nicht unterernährt sein und werden einer gesunden Gewichtsentwicklung beim Baby nicht schaden. Leg einfach umso häufiger an und wechsle jedes Mal die Brust, dann wird Dein Baby auch satt.

Es liegt natürlich ganz in Deiner Entscheidung wie Du mit Beikost verfährst. Dafür gibt es keine Notwendigkeit. Ab dem Moment, in dem Du mit Beikost oder Ersatzmilch beginnst, musst Du Dir aber klar darüber sein, dass der Abstillprozess in Gang gesetzt wird. Dann wird die Milchproduktion allein tatsächlich bald nicht mehr reichen, um Dein Baby satt zu machen. Denn das Kind wird mit weniger Intensität bzw. weniger lange / häufig an der Brust saugen und somit wird auf Dauer auch weniger Milch produziert.

Mein Tipp ist daher: Füttere in einem Entwicklungsschub nicht zu. Stille einfach weiter. Das Baby wird hungriger und saugt noch mehr bis die Milchproduktion wieder genau richtig ist, damit Dein Kleines auch satt wird.

An manchen Tagen kann es vorkommen, dass Du jede Stunde oder häufiger die Brust geben musst, weil sich die Produktion der Milch noch nicht angepasst hat. Auch stündliches Stillen ist kein Grund zur Panik, dass irgendwas nicht stimmt. Mein Baby hat teilweise alle 15 Minuten getrunken und ist damit keine Ausnahme.

Manchmal ist es nicht einmal der Hunger. Die Kleinen wollen auch wegen der Körpernähe einfach an die Brust. Gönn Deinem Baby den nahen Kontakt. Der Körper erinnert sie an die Zeit der Schwangerschaft und beruhigt. Zu viel Stillen ist nicht möglich. Alles was gefragt ist, ist Durchhaltevermögen. Irgendwann wird es auch wieder weniger.

Was tun, wenn das Baby während des Schubs zu wenig Milch trinkt?

Es gibt keine feste Regel, wie viel Milch ein Baby trinken sollte. Das ist ganz unterschiedlich. Grob kannst Du Dich am Gewicht des Kindes orientieren.

Regeln wie: „Teile das Gewicht durch sechs, dann hast Du die Menge, die Dein Kind am Tag trinken soll“ sind aber eigentlich überholt.

Ist es nur Dein Gefühl, dass Dein Baby zu wenig trinkt oder trinkt es wirklich zu wenig?

Anzeichen, dass wirklich ein Mangel an Flüssigkeitszufuhr besteht, siehst Du daran, dass Dein Kind deutlich weniger volle Windeln hat als üblich, der Urin dunkler und gelber ist als sonst und das Kleine ständig kraftlos und erschöpft wirkt.

Symptome für Flüssigkeitsmangel beim Baby:

  • Dunkler, tief gelber Urin
  • Weniger volle Windeln als gewöhnlich
  • Kraftlosigkeit und Erschöpfung beim Baby

Es kann also immer wieder zu kleinen Abweichungen im Trinkverhalten der Kinder kommen. Wenn aber obige Anzeichen zutreffen und Du überzeugt bist, dass Dein Baby wirklich zu wenig trinkt, dann sprich mit Deiner Hebamme oder dem Kinderarzt. Es können nämlich auch Probleme wie Zahnen, Hals- und Mundentzündungen oder andere Probleme dahinterstecken.

Selbst kannst Du nur wenig tun, wenn Du noch keine Flasche benutzt. Du hast nur die Möglichkeit, Dein Kind noch öfter an die Brust anzusetzen. Denk daran: Je öfter das Baby saugt, desto mehr Milch produzierst Du.

Gib Deinem Kind viel Ruhe und Entspannung beim Trinken. Manche Kinder sind da sehr sensibel und kleine Störungen können schon reichen, dass es nicht mehr trinkt.

Solltest Du doch schon Beikost geben und die Flasche benutzen, kannst Du auch einmal versuchen, die Sorte zu wechseln. Auch Babys sind schon manchmal wählerisch.

Außerdem kann es auch helfen, vom Silikonsauger auf einen Latexsauger zu wechseln, weil dieser weicher ist und dem Kind das Trinken dann viel leichter fällt.

Unterscheiden sich die Wachstumsschübe von Baby zu Baby?

Selbstverständlich gibt es Unterschiede. Mach Dir keine Sorgen, wenn der gleichaltrige Sandkastenfreund oder das Baby der Nachbarn schon etwas kann, was Dein Baby noch nicht kann.

In aller Regel macht jedes Kind die gleichen Entwicklungssprünge durch. Wir alle haben Sprechen, Sitzen, Krabbeln und alles andere gelernt.

Der Unterschied liegt aber in der Zeit. Zwar treten bei jedem Baby etwa zur selben Zeit Wachstumsschübe auf – was es in diesen Schüben genau lernt, ist allerdings individuell. Manches Kind lernt erst Sitzen und dann Krabbeln. Ein anderes krabbelt erst und sitzt erst später. Manche Kinder lernen erst Sprechen und dann Laufen und andere wieder andersherum.

Vor allem passiert so gut wie nie beides. Ein Kind lernt nicht gleichzeitig Sprechen und Laufen. Entweder konzentriert es sich auf das eine oder das andere. Denn der Körper und das Gehirn haben dabei einen unfassbaren Lernaufwand.

Es wäre völlige Überforderung, wenn sich der Körper auf die körperliche und geistige Entwicklung gleichzeitig konzentriert. Daher wechseln sich die Phasen von körperlichen Wachstumsschüben mit den geistigen Entwicklungsschüben immer ab.

Lass Deinem Kind alle Zeit, die es braucht. Ich wünsche euch gemeinsam viel Freude an den neuen Fähigkeiten. Nichts ist schöner als zu sehen, wie glücklich das eigene Baby nach einem Wachstumsschub mit dem neu Gelernten die Welt erkunden geht. Und zum Glück macht das jedes Kind auf seine ganz besondere, eigene und individuelle Art.

Auf Pinterest merken:

Euer Kind wird in seinen ersten 14 Lebensmonaten acht große Wachstumsschübe durchleben, die aber nicht mit dem eigentlichen Wachstum zusammenhängen, sondern mit der Entwicklung des Gehirns und dem damit verbundenen Erwerb neuer Fähigkeiten.

Im Video: Angst vor dem Wachstumsschub? Das muss nicht sein!

(Video startet eventuell nach einer kurzen Werbung)

Jeder Wachstumsschub bei Babys fast zeitgleich

Die Wachstumsschübe finden mehr oder weniger bei jedem Kind zur gleichen Zeit statt. Sie beginnen mit der 5. Lebenswoche (wobei man dabei vom errechneten Entbindungstermin und nicht dem tatsächlichen Geburtstermin ausgeht) und enden um die 56. Lebenswoche. Bei diesen Schüben findet eine Entwicklung im Gehirn statt, welche die Kinder relativ früh spüren, und deren Welt auf den Kopf stellt. Das Kind entwickelt neue Fähigkeiten, lernt seinen Körper besser kennen, und seine Sinne werden weiter ausreifen.

Anzeichen für den Beginn eines Wachstumsschubes lassen sich leicht deuten. Die Kinder sind nörgeliger, weinen viel und suchen den Schutz bei ihren Bezugspersonen. Auch das Ess- und Schlafverhalten wird dadurch in Mitleidenschaft gezogen. Sie schlafen weniger und schlechter, und essen mehr oder gar nichts mehr.

Ich kann mich erinnern, dass ich mir damals große Sorgen um meine Tochter machte, weil sie nicht mehr schlief und kaum etwas aß. Meine Sorge war, dass sie krank sein könnte. Also ging ich zum Kinderarzt, der mich lächelnd begrüßte und mir erklärte, dass es bloß ein Wachstumsschub ist – welcher diese „Nebenwirkungen“ mit sich bringt.

Viel Nähe erleichtert das Erleben der Wachstumsschübe

Während eines Wachstumsschubs sind die Babys sehr ängstlich und fürchten sich vor den Veränderungen, neuen Fähigkeiten und der veränderten Wahrnehmung. Sie erleben ihre Welt komplett neu und müssen dies langsam verarbeiten. In dieser Zeit brauchen die Kinder Sicherheit, Geborgenheit und die Nähe der Eltern. So können sie sich auf das „Neue“ einlassen und auch die fundamental neuen Fähigkeiten schnell für sich nutzen.

Der erste Schub kommt schon mit 5 Wochen

Die acht Entwicklungsschübe finden im Zeitraum von 14 Monaten statt. Sie finden bei fast allen Babys im gleichen Alter statt. Ausnahmen sind zu früh oder zu spät geborene Kinder. Ist das Kind zum Beispiel zwei Wochen zu früh gekommen, findet der erste Schub, statt in der fünften Lebenswoche, in der siebten, statt. Kam euer Kind jedoch eine Woche nach dem errechneten Geburtstermin zur Welt, werdet ihr den ersten Schub bereits mit vier Wochen bemerken.

Wachstumsschübe dauern meist ein bis zwei Wochen an. Davor und danach gibt es eine entspannte Phase, in der ihr beobachten könnt, wie euer Kind die neu erlernten Fähigkeiten nutzt und verfeinert. Unterstützt euer Kind in dieser Phase, in dem ihr Spielzeug oder Alltagsmaterialien zum Spielen wählt, welche die neuen Fähigkeiten fördern. Jede Phase der Entwicklungsschübe, scheint ellenlang und ist für die Eltern immer wieder aufs Neue eine Herausforderung. Ich selbst erinnere mich, dass ich nach jedem anstrengendem Tag – oder jeder anstrengenden Nacht, sagte: “ Das ist ein neuer Schub – das ist bloß eine Phase!„

Mein Mann war schon sichtlich genervt von diesem Satz und fragte, ob das ganze erste Jahr nur eine Phase ist :). Und ja so scheint es, doch das erste Lächeln, das erste Wort, oder der erste Schritt, werden all diese schweren und anstrengenden Phasen für die Eltern entschädigen.

Artikelreihe: Die Wachstumsschübe

0. Jeder Schub eine neue Fähigkeit

1. Wachstumsschub – Wahrnehmung

2. Wachstumsschub – Muster

3. Wachstumsschub – fließende Übergänge

4. Wachstumsschub – Ereignisse

5. Wachstumsschub – Zusammenhänge

6. Wachstumsschub – Kategorien

7. Wachstumsschub – Reihenfolge

8. Wachstumsschub – Programme

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„Oje ich wachse“: ein Ratgeber mit Gefahrenpotential

5. Januar 2015 Kategorie: Rezension

24 Kommentare  baby, erziehung, kleinkind

Nachdem ich während meiner Schwangerschaft erfolglos auf die Suche nach Ratgeberliteratur gegangen war, die ihre Leser halbwegs ernst nimmt und zumindest wissenschaftliche Grundkriterien erfüllt, bekam ich nach der Geburt meines Sohnes einen wahren Klassiker geschenkt: „Oje ich wachse“ von Hetty van de Rijt und Frans X. Plooij. Auch wenn ich schon nichts gutes ahnte, war ich neugierig, was drin stehen würde. Und meine schlimmsten Vorahnungen wurden noch übertroffen: „Oje ich wachse“ ist ein Buch, das Babys in Schubladen stecken will, junge Eltern verunsichert und stellenweise sogar Kindesmisshandlung verharmlost. Urteil: Nicht empfehlenswert!

Trotzdem eine kleine Entwarnung: Für Menschen, die nicht einfach alles glauben, was andere ihnen weis machen wollen, geht von diesem Buch natürlich keine Gefahr aus. Da aber ein gehöriger Anteil unserer Gesellschaft aus Menschen besteht, die glauben, „Berlin Tag und Nacht“ sei das wahre Leben, finde ich es doch bedenklich, dass das Buch der niederländischen Autoren laut meiner Hebamme auf jedem zweiten Wohnzimmertisch der von ihr betreuten Familien liegt.

Kurz zum Inhalt: Das Buch erzählt laut Untertitel „Von den acht ‘Sprüngen’ in der mentalen Entwicklung Ihres Kindes während der ersten 14 Monate und wie Sie damit umgehen können.“. Jedes Kapitel befasst sich mit je einem „Entwicklungssprung“ und trägt stets den Titel „Freud’ und Leid um die X. Woche“. Was das Buch in erster Linie ausmacht, sind zum einen die Tabellen, in denen aufgelistet wird, was das Baby im jeweiligen Alter nun vermutlich alles kann. Hier kann man dann auch ankreuzen, was für sein eigenes Baby bereits zutrifft. Zum anderen versuchen die Autoren sich tatsächlich ein bisschen an „Berlin Tag und Nacht“, indem sie zahlreiche O-Töne in das Buch integrieren. Ich möchte mich nun nicht feministisch daran abarbeiten, dass in den O-Tönen ausschließlich Mütter zu Wort kommen. Viel wichtiger ist der Inhalt dieser Zitate.

Mein Baby: Gewitter, Blitz und Sonnenschein

Die Überschrift „Freud’ und Leid“ deutet schon an, dass ein „Entwicklungssprung“ laut van de Rijt und Plooij stets aus einer „schwierigen“ Phase besteht, in der die Babys viel schreien, an der Mutter klammern und insgesamt eher unerträglich sind. Darauf folgt dann der „Sprung“ – das Baby erlernt eine oder mehrere neue Eigenschaften. Kurz darauf ist das Kind dann wieder prima gelaunt. Toll, wenn das so einfach funktioniert und man zusätzlich auch noch in der Tabelle auf Seite 19 des Buches anhand illustrativer Gewitterwolken, Blitzen und kleinen Sonnen-Symbolen ablesen kann, wann genau das Baby eher gut oder eher mies gelaunt sein wird. So einfach kann Entwicklungspsychologie sein!

Die Zitate der angeblichen Mütter sollen diese Freud- und Leid-Phasen dann zusätzlich illustrieren. In den O-Tönen unter der Überschrift „Der Sprung ist geschafft“ heißt es z.B.:

„Sie fremdelt immer weniger. Sie lacht viel. Und sie kann sich gut selbst beschäftigen. Sie ist wieder sehr mobil und unternehmungslustig. (Anna, 33. Woche)“.

Doch schon in diesen vermeintlich positiven Kommentaren drückt sich ein Bild aus, dass eher befremdlich erscheint: Hier ist unter anderem erstaunlich häufig von Vätern die Rede, die nun, seit das Baby wieder besser gelaunt ist, nach längerer Zeit endlich wieder gerne nach Hause kommen. Oder es wird betont, dass die Mutter das Baby nun endlich mal wieder gerne aus dem Bett holt, da es nun so nett brabbeln kann. Was sagt uns das über diese Familien in Zeiten, in denen das Kind als „schwierig“ eingestuft wird?

Verharmlosung von gewalttätigem Verhalten

Richtig: das gesamte Ausmaß liest sich schließlich in den Mütter-Zitaten, die während der „Leid“-Phasen gesammelt wurden. Um nur ein paar der schlimmsten zu zitieren:

„In dieser Woche brüllte sie noch mehr als in der vorigen. Das machte mich wahnsinnig. Ich hab’ so viel zu tun. Einmal hab ich sie auf das Wickelkissen auf der Kommode geworfen. . (Stefanie, 9. Woche)“

„Wir hatten Besuch. Er war quengelig, und alle hatten gute Ratschläge auf Lager. Davon werde ich immer supernervös. Als ich ihn in sein Bettchen legen wollte, konnte ich mich nicht mehr beherrschen, ich habe ihn genommen und durchgeschüttelt. (Timo, 11. Woche)“

Auch wenn das Buch im Anschluss an solche Zitate darauf hinweist, dass man Babys niemals schütteln sollte, da das sehr gefährlich für die Kinder sein könne, ist es meines Erachtens pädagogisch nicht unbedingt sinnvoll, in Reality-Manier von derartigen Aussetzern der Mütter zu erzählen. Allzu könnte sich die Leserin beim Lesen der O-Töne denken: „Ach naja, diese emotionalen und tatsächlichen Ausraster scheinen wohl ganz normal zu sein“.

Die Zitate mit teils gewalttätigen Inhalten wirken somit extrem verharmlosend. Es müsste viel deutlicher betont werden, dass es wirklich GAR NICHT gut ist, solche Gefühle zu haben und dass man sich dringend Hilfe suchen sollte, wenn diese über einen längeren Zeitraum andauern oder man sogar versucht sein sollte, sein kleines Baby zu schütteln oder anderweitig zu misshandeln.

Motto des Buches: Augen zu und durch

Hinzu kommt, dass die Autoren an keiner Stelle des Buches tatsächlich versuchen zu erklären WARUM Babys sich häufig „schwierig“ verhalten. Stattdessen liest sich das Buch eher unter dem Motto „Augen zu und durch“, denn: jede Phase geht vorbei und danach wird auch dein Kind wieder der strahlendste Sonnenschein sein. Natürlich ist es oft hilfreich, sich dieses Mantra vorzubeten. Jedes Elternteil hat wohl die Erfahrung gemacht, dass es einfachere und schwierigere Phasen gibt, und dass man durch zweitere eben irgendwie durch muss.

Beim Verarbeiten solcher „schwierigen“ Phasen hilft mir jedoch keinesfalls das Lesen von Erfahrungsberichten von Müttern, die ihre schreienden Kinder schütteln und auch nicht das Ausfüllen von Checklisten, die das Können meines Babys prüfen, wenn es die schwierige Phase überstanden hat. Stattdessen war es mir immer wichtig, mich mit den tatsächlichen Bedürfnissen meines Babys auseinanderzusetzen. Beispielsweise hilft es über die schwierigen ersten Wochen mit häufig unzufriedenem Neugeborenen hinweg, wenn man versteht, dass kleine Babys sich auch in einem modern und gemütlich eingerichteten Kinderzimmer oft einfach einsam und allein fühlen. Um es verständlicher auszudrücken: Unsere Babys sind auch heute nach wie vor auf Steinzeit programmiert und ein Neugeborenes hat immer noch Angst vor dem Säbelzahntiger, wenn es nicht ganz nah bei Mama oder Papa sein darf. An solchen an sich simplen Erklärungen mangelt es in „Oje ich wachse“ aber gewaltig.

Schublade auf, Baby rein, Schublade zu

Hier wird das Baby stattdessen in eine Schablone gepresst: In der 8. und 9. Lebenswoche ist das Baby laut Buch schwierig, in der 10. und 11. ist es wieder prima drauf. Nach dem 8-Wochen-Sprung kann das Baby sich dann laut Checkliste vermutlich aus der Seitenlage auf den Rücken werfen, gegen Spielzeug schlagen, sich in Bauchlage abstützen und vieles mehr. „Oje ich wachse“ wirkt insofern nicht nur verharmlosend, sondern auch schnell verunsichernd, wenn das eigene Baby noch kaum Punkte aus den jeweiligen Checklisten erfüllt.

Das Buch erklärt nicht, warum Babys sich manchmal schwierig verhalten, sondern wiederholt nur mantra-artig die ewig gleichen Aussagen: Das Baby schreit nun mehr. Es schläft schlechter. Es klammert sich mehr an Mama. Warum es das tut? Welche Bedürfnisse es erfüllt sehen will? Darauf geben die Autoren keine Antworten. Ihr Fokus liegt allein darauf, dass ein Baby oft „schwierig“ ist, dass es nach dieser „schwierigen“ Phase dann aber eine neue Eigenschaft erlernt hat. Und dann ist es ja auch egal, wie oft die zitierten Mütter ihre Babys allein in ihren Bettchen haben schreien lassen oder wie sehr die Väter ihren nervenden Nachwuchs ablehnten. Da muss man halt durch, wenn nötig mit Schütteln und Ignoranz. Denn danach kommt ja ganz sicher wieder eine gute Phase und das Baby wird lachen und brabbeln und seine Eltern lieb haben.

Eine Gefahr für unreflektierte Eltern

Für unreflektierte, unerfahrene Eltern würde ich dieses Buch als Gefahr einstufen. Für alle anderen taugt es höchstens zum Amusement oder zum gepflegten Den-Kopf-Schütteln – sofern man sich nicht (wie ich) einfach zu sehr über den schlechten Schreibstil und die dauernd gleichen Formulierungen ärgert. Es ist mir ein völliges Rätsel, warum dieses Buch auch in Familien, die nicht den ganzen Tag RTL II gucken, zur Standardlektüre wurde. Meine Bewertung: Nicht empfehlenswert!

Die achte Woche

Die meisten Babys erhalten im Alter von zwei Monaten anlässlich der normalen Vorsorgeuntersuchung beim Kinderarzt oder bei der Kinderärztin die ersten Impfungen, und zwar gegen Diphtherie, Wundstarrkrampf (Tetanus), gegen Keuchhusten (Pertussis), Kinderlähmung (Polio), Haemophilus influenzae Serotyp b (Hirnhautentzündung- und Kehlkopfentzündung durch Haemophilus influenzae) und Hepatitis B (Sechsfachimpfung). Neu wird auch die Impfung gegen Pneumokokken (PCV13) im Alter von 2, 4 und 12 Monaten ärztlich empfohlen. Hierzu wird Sie Ihr Kinderarzt, Ihre Kinderärztin detailliert informieren. Die oben erwähnten Impfungen werden im 4. und 12. Lebensmonat wiederholt, zusätzlich wird mit 9 und 12 Monaten eine Impfung gegen Mumps, Masern und Röteln empfohlen.

Beachten Sie!

Baby-Kolumne

8. Woche: „Das erste Lächeln“

Ihr Baby sieht schon längst nicht mehr wie ein Neugeborenes aus. Und es hält sich schon recht gerade, wenn man es hochhebt. Auf dem Bauch liegend kann es Kopf und Brustkorb für kurze Zeit hoch halten. Und manche Babys können sich sogar schon selbst zur Seite drehen. Vorsicht, also! Lassen Sie Ihr Baby niemals unbeaufsichtigt liegen, ausser in einer sicheren, flachen Umgebung, z.B. auf einer Krabbeldecke, im Gitterbettchen oder Laufstall.

Einen in die Hand gegebenen Gegenstand kann es schon für einige Zeit halten. Es macht Ihrem Baby grossen Spass, unterschiedliche Stoffe und Oberflächen zu erfühlen, und am liebsten hat es, wenn damit Töne verbunden sind. Quietsch-Enten, Rasseln – alles ist jetzt so interessant wie noch nie. Und besonders lustig ist es, wenn es Ihr Gesicht erkundet und Sie dazu Geräusche machen!

Jetzt ist es an der Zeit, bestimmte Rituale einzuführen, die Ihrem Baby Sicherheit und Vertrauen in seine Umwelt geben und die häufigen Einschlafprobleme verhindern. Legen Sie es, wenn es Zeichen von Müdigkeit zeigt, zum Schlafen immer an den gleichen Ort hin. Dazu gibt es einfache Merkmale, an denen Ihr Baby erkennt, was Sie nun beabsichtigen. Lesen Sie ihm aus einem Bilderbuch vor, auch wenn es nichts versteht. Geben Sie ihm sein liebstes Kuscheltier in den Arm. Spielen Sie eine spezielle Melodie mit der Spieldose oder singen Sie ein bestimmtes Einschlaflied.

Die meisten Babys haben im Alter von zwei Monaten schon zwei bis vier längere Schlafphasen pro 24 Stunden. Eine bis zwei Mahlzeiten pro Nacht sind jedoch immer noch normal. Gestalten Sie diese Still- oder Schoppenzeit so still und unspektakulär wie möglich. Machen Sie ihm klar: Die Nachtmahlzeit ist keine Spielzeit und auch nicht zum Schmusen da. Je weniger gemütlich Sie diese Minuten gestalten, umso eher wird Ihr Baby wieder einschlafen und bald auch durchschlafen.

Lesen Sie hier alles über den 2. Wachstumsschub.

Wissen

Warum Herumtragen Babys beruhigt

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Letzte Aktualisierung : 01-11-19, BH

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