Vorhaut entzündet kleinkind

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Genitalhygiene bei Jungen

Wie lange bleibt das so?

Das ist unterschiedlich. Mit dem Wachstum dehnt sich auch die Vorhaut und löst sich allmählich von selbst von der Eichel. Ab dem ersten Geburtstag dürfen Mama oder Papa vorsichtig versuchen, ob und wie weit sich die Vorhaut bewegen lässt. Meist macht dies das Kind aber ganz von selbst. Neugierig spielt es mit seinem ­Penis, zieht daran oder dreht ihn hin und her – das sieht für Eltern vielleicht ­etwas rabiat aus, kommt der ­Natur aber sehr entgegen. ­“Zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr sollte sich die physio­logische Verengung auswachsen“, sagt Kahl.

Ist das Zurückziehen für das Kind unangenehm?

Nur, wenn die Vorhaut noch nicht vollständig gelöst ist. Dann sollten Eltern das Kind auch nicht drängen und nicht selbst versuchen, sie ­weiter zurückzu­­ziehen. Das kann sonst sehr schmerzhaft sein, denn in der Vorhaut ent­­stehen ­kleine Risse, die beim Abheilen winzige Narben hinter­lassen. „Daraus kann sich ­eine sogenannte erworbene Vorhautverengung entwickeln“, erklärt Kahl.

Kein Grund zu übereilten Eingriffen

Kein Grund zu übereilten Eingriffen

Von Christina Hohmann

Fast alle Jungen kommen mit einer natürlichen Vorhautverengung zur Welt, die in den ersten Jahren von selbst verschwindet. Eine Behandlung ist nur dann nötig, wenn Probleme auftreten oder die Phimose bis zur Pubertät noch besteht.

Elternratgeber enthalten viele Tipps zur Nabelpflege bei Neugeborenen, zum Baden, Eincremen und Ohrensäubern. Über die Intimhygiene bei kleinen Jungen ist aber kaum etwas zu lesen. Dabei sind gerade Mütter oft unsicher, wie der Penis des Sohnes richtig zu pflegen ist. Wie sollte er gewaschen werden? Ab wann lässt sich die Vorhaut zurückziehen?

Im Säuglings- und Kleinkindalter ist bei den meisten Jungen die Vorhaut noch zu eng, um sie zurückschieben zu können. Etwa 95 Prozent der Jungen kommen mit einer sogenannten natürlichen Vorhautverengung (Phimose) zur Welt. Diese Engstellung schützt die empfindliche Eichel und die Harnröhre vor Keimen und irritierenden Substanzen. Mit der Zeit löst sich die Verklebung und die Vorhaut dehnt sich von selbst. Im Alter von zwei Jahren lässt sie sich bei der Hälfte und mit drei Jahren bei fast 80 Prozent der Jungen zurückziehen. Ein gewaltsames Zurückziehen zur Übung oder zur Reinigung ist unnötig und sogar schädlich. Es können sich nämlich kleine Verletzungen und Narben an der Vorhaut bilden, die zu einer Verengung führen können.

Solange die Vorhaut sich nicht zurückschieben lässt, reicht es aus, den Penis von außen mit Wasser zu waschen. Es ist nicht ratsam, die Vorhaut innen mithilfe von Wattestäbchen oder Ähnlichem reinigen zu wollen. Wenn das Kind alt genug ist, kann es die Vorhaut beim Baden selbst zurückziehen und sich waschen.

Besteht bei Kindern, die drei Jahre oder älter sind, ein Missverhältnis zwischen der Größe der Eichel und der dehnbaren Weite der Vorhautöffnung, sodass sich die Vorhaut nicht oder nur unter Schmerzen über die Eichel zurückziehen lässt, liegt eine Phimose vor. Diese kann angeboren sein. Eine solche primäre Vorhautverengung tritt bei etwa 8 Prozent der Siebenjährigen und einem Prozent der 16- bis 18-Jährigen auf. Bei der erworbenen oder sekundären Phimose ist die Vorhaut zunächst normal weit. Durch wiederkehrende Entzündungen oder gewaltsames Zurückschieben kann es zu einer Vernarbung kommen. Da vernarbtes Gewebe enger ist als gesundes, kann eine Phimose entstehen. Ein Risikofaktor hierfür ist Diabetes mellitus, da Diabetiker ein erhöhtes Infektionsrisiko in der Geschlechtsregion haben.

Von einer Phimose zu unterscheiden ist eine Verklebung von Vorhaut und Eichel. Diese löst sich meist während der Entwicklung von selbst. Noch im Jugendalter bestehende Verklebungen können vom Arzt unter lokaler Betäubung mit einer Sonde gelöst werden.

Eine Phimose kann unangenehme Folgen haben. Das Zurückziehen ist schmerzhaft, und Erektionen können zu Spannungen und Einrissen führen. Ist die Vorhautöffnung relativ eng, kann sich die Vorhaut beim Wasserlassen aufblähen. Dieses „Ballonieren“ ist vergleichsweise harmlos. Wenn jedoch Schmerzen auftreten oder der Urinfluss behindert ist, sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn ein Harnverhalt kann auf Dauer Niere und Blase in Mitleidenschaft ziehen.

Eine Phimose kann wegen der erschwerten Hygiene auch zu Entzündungen der Eichel (Balanitis) meist in Kombination mit der Entzündung des inneren Vorhautblattes (Balanoposthitis) führen. Die Betroffenen Bereiche sind rot, geschwollen und schmerzen. Zum Teil tritt eitriger Ausfluss auf. Hält die Infektion an, können Fieber, Probleme beim Urinieren oder eine Blutvergiftung hinzukommen. Ursache der Infektion sind Bakterien oder Pilze. Diese siedeln sich auf dem Smegma, den Absonderungen der Eichel- und Vorhautdrüsen, unter der Vorhaut an.

Eine ernste Komplikation der Phimose ist die als „Spanischer Kragen“ bezeichnete Paraphimose. Diese entsteht, wenn die enge Vorhaut beim Zurückstreifen im Eichelkranz hängenbleibt und einen Schnürring bildet. Sie unterbindet damit den Blutabfluss. Dieser Zustand ist schmerzhaft und gefährlich, da die Eichel anschwillt, schlecht durchblutet wird und sogar absterben kann.

Die Paraphimose stellt einen urologischen Notfall dar, der sofort behandelt werden muss. Durch Druck und Massage des Gewebes wird versucht, die Schwellung zu beseitigen, um die Vorhaut wieder in die normale Position zu bringen. Hierfür ist meist eine lokale oder sogar eine allgemeine Betäubung nötig. Hilft die manuelle Kompression nicht, muss wegen der akuten Gefahr der Nekrose der Schnürring eingeschnitten werden. Nach dem Abheilen der Paraphimose ist eine Behandlung der Vorhautverengung sinnvoll, um Rezidive zu vermeiden.

Dehnen und Cremen

Die Therapie einer Phimose besteht darin, die Enge entweder durch eine Erweiterung oder eine Entfernung der Vorhaut zu beseitigen. Eine Beschneidung ist neuen Erkenntnissen zufolge nur bei Komplikationen nötig. Wenn nur eine Verengung vorliegt, aber keine Symptome auftreten, reicht eine konservative Therapie aus, bei der die Vorhaut vorsichtig durch tägliche Dehnübungen geweitet wird. Unterstützt wird die Therapie durch Eincremen der Eichel mit cortisonhaltigen (zum Beispiel 0,05 Prozent Betamethason) oder hormonhaltigen Salben zweimal täglich. Eine vier- bis sechswöchige Behandlung hat eine Erfolgsquote von etwa 80 Prozent.

Schlägt die konservative Therapie nicht an oder treten Symptome wie Harnwegsinfekte, wiederkehrende Balanitis oder eine Paraphimose auf, sollte operiert werden. Die Engstellung kann dann durch minimal-invasive Operationsverfahren, bei denen die Vorhaut erhalten bleibt, behoben werden. Hierbei wird die Vorhaut eingeschnitten und längs vernäht, sodass die Enge beseitigt ist. In seltenen Fällen, vor allem bei starker Narbenphimose durch chronische Entzündungen, ist eine Beschneidung mit vollständiger oder teilweiser Entfernung der Vorhaut nötig. Dies sollte aber Mittel der letzten Wahl und nicht wie noch vor einigen Jahren die Routinebehandlung einer Vorhautverengung sein.

Die Komplikationsrate der operativen Therapie liegt der „Leitlinie zur Phimose“ von der Deutschen Gesellschaft für Urologie zufolge bei 1,4 bis 3 Prozent. Als Komplikationen können Nachblutungen, Hämatome, Wundinfektionen oder erneute Verengung bei Vorhauterhalt auftreten.

Pro und kontra Beschneidung

Die männliche Vorhaut ist kein Hautlappen, sondern ein hoch spezialisiertes und sensibles Organ. Sie besteht aus fünf Gewebeschichten, die dicht mit Nervenzellen besetzt sind. Dieser normale Bestandteil des äußeren Geschlechts sollte nicht grundlos entfernt werden, argumentieren Beschneidungsgegner. Die Vorhaut gehöre zur Eichel wie das Lid zum Auge und erfülle spezielle Funktionen beim Fortpflanzungsprozess. Sie ermögliche einen speziellen Gleitmechanismus beim Geschlechtsverkehr, der die Reibung mindere. Bei beschnittenen Männern keratinisiere die Eichel, was zu einer verminderten Sensibilität führen könne.

Befürworter der Beschneidung dagegen argumentieren, dass die Zirkumzision die Rate frühkindlicher Harnwegsinfektionen, die Übertragung von Geschlechtskrankheiten und das Risiko für Peniskrebs senke. Diese Argumente sind nach Ansicht der Beschneidungsgegner aber nicht mehr haltbar und rechtfertigten nicht, einen gesunden Körperteil, meist ohne Zustimmung des Patienten, zu entfernen.

Phimose (Vorhautverengung)

Die Therapieempfehlung richtete sich nach Alter des Patienten, Schwere und Entstehung der Phimose. Daher wird zwischen der Behandlungen von Kindern und der von Erwachsenen unterschieden.

Behandlung bei Kinder:
Grundsätzlich bestehen hier die Möglichkeiten eines weiteren Abwartens (z.B. frühes Kindesalter) einer möglichen spontanen Rückbildung, einer Salbenbehandlung und einer Operation.
Es herrscht in den westeuropäischen Industrienationen Einigkeit darüber, dass ein eventueller Nutzen der prophylaktischen Beschneidung einen möglichen Schaden nicht derart überwiegt, dass ihre Durchführung empfohlen wird.

Therapiebeginn:
Bei unkomplizierter Vorhautverengung ist der Beginn einer Therapie im Vorschulalter, bei Beschwerdefreiheit auch später, zu empfehlen.

Ziele der Behandlung sind die regelrechte Harnentleerung, problemlose Genitalhygiene sowie später eine unbeeinträchtigte sexuelle Funktion.

Topische Therapie (Salbenbehandlung):
Die Behandlung besteht in einem zweimal täglichen Auftragen einer kortisonhaltigen Creme auf die Vorhaut über 4 (bis 8) Wochen. Nach 2 Wochen können die Eltern beginnen, die Vorhaut vorsichtig zurückzuschieben. Einrisse oder Verletzungen der Vorhaut sollten hierbei natürlich vermieden werden.

Die anfängliche Erfolgsrate dieser Therapie ist mit 75% der Behandelten hoch; die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Auftretens ist jedoch ebenfalls hoch. Bei etwa 30% der behandelten Jungen ist der Therapieerfolg dennoch von Dauer.

Operation der Vorhautverengung bei Kindern:
Sollten die genannten Maßnahmen keinen Erfolg gehabt haben, besteht oft nur noch die Möglichkeit einer operativen Behandlung.

Gründe hierfür können z.B. starke Beeinträchtigungen des Harnstrahls (z.B. Ballonieren der Vorhaut während des Wasserlassens) und hierdurch bedingte wiederkehrende Harnwegsinfekte sein.
Weiterhin können beim älteren Kind die Unmöglichkeit bzw. Schmerzen beim Zurückziehen einer zu engen Vorhaut Gründe für eine Operation sein.
Kontraindikationen, also Gründe welche gegen eine Operation zur Beschneidung beim Kind sprechen, sind Penisfehlbildungen, bei denen die Vorhaut als Material für eine plastische Korrektur erforderlich werden kann.
Die Operation erfolgt bei Kindern meist immer in Vollnarkose. Die OP-Verfahren unterscheiden sich oft nicht wesentlichen von denen die beim Erwachsenen Anwendung finden. Diese sind im nachfolgenden Absatz geschildert.

Behandlung beim Erwachsenen
Bei Männern liegen die Ursachen für eine Vorhautverengung meist in vorausgehenden entzündlichen Veränderungen, wie z.B. dem erwähnten
Lichen sclerosus oder Vernarbung nach wiederkehrenden Vorhautentzündungen. Auch Verletzungen, wie gewaltsame Retraktionsversuche, Einklemmung in den Reißverschluss und eine entstandene Paraphimose können einen bereits bestehenden Vorhautverengung verstärken und letztlich eine Operation unumgänglich machen.
Bei Erwachsenen kann, im Gegensatz zu Kindern, auch ein Eingriff in Lokalanästhesie erwogen werden.
Verschiedene operative Therapieverfahren stehen sowohl für Kinder als auch für Erwachsenen zur Verfügung:
Unterschieden werden die komplette Vorhautentfernung sowie Verfahren, die eine Vorhautmanschette teilweise erhalten („sparsame oder plastische Zirkumzision“).

Erweiterungsplastik / Vorhauterhaltende Verfahren
Insgesamt stehen hier verschiedene operative Techniken zur Verfügung. Nachteilig kann bei diesen Verfahren das Risiko eines erneuten Auftretens der Vorhautverengung sein.

Ein Lichen sclerosus schließt vorhauterhaltende Verfahren wegen des erheblichen Rückfallrisikos aus.

Radikale Circumcision
Hierbei wird die gesamte Vorhaut über der Eichel entfernt. Die Eichel liegt dann frei und wird nicht mehr durch Haut bedeckt. Mit dieser Methode wird ein erneutes Auftreten einer Vorhautenge vermieden.

Generelle Risiken und Komplikationen

Beschneidungen sind von alters her häufige und routinemäßig durchgeführte Eingriffe, die dennoch mit einer signifikanten Komplikationsrate behaftet sind.
Das kosmetische Erscheinungsbild (z.B. Asymmetrie, Länge des Vorhautrestes) unterliegt dem subjektiven Urteil und kann zu Nachoperationen führen.
Wundinfektion sowie Narbenbildung sind seltenere allgemeine Risiken. Die Nachblutungsrate wird auf 1- 6 % beziffert.
Eine narbige Verengung der Harnröhrenöffnung (Meatusstenose) kann v.a. im Zusammenhang mit einen Lichen sclerosus auftreten.
Die Möglichkeit einer mehr oder weniger ausgeprägten Sensibilitätsstörung der Eichel ist gegeben. Diese führt hinsichtlich des Sexuallebens jedoch nur in seltensten Fällen zu tatsächlichen Einschränkungen oder Beschwerden.
Sollten Sie weitere Fragen haben, schicken Sie bitte eine eMail an patienten(at)urologenportal.de

Leitlinie „Phimose und Paraphimose“ (Stand 15.09.2017)

Vorhautverengung: Symptome und Behandlung von Phimose

Ein Kapitel, das in vielen Babyratgebern zu kurz kommt, ist, wie man den Penis eines kleinen Jungen richtig reinigt. Eltern sind oft unsicher, ziehen die Vorhaut mit Druck zurück und verletzen das Kind. Dabei hat sich die Natur bei der natürlichen Vorhautverengung etwas gedacht. Um Vorhautverengung (Phimose) ranken sich viele Irrtümer.

Gesundheitsvorsorge – Alle U-Untersuchungen im Überblick

Gesundheitsvorsorge
Alle U-Untersuchungen im Überblick

„Alle Jungs kommen mit einer Vorhaut auf die Welt, die ihre Eichel schützt.“ Wolfgang Bühmann, Facharzt für Urologie und Pressesprecher des Berufsverbandes der Deutschen Urologen, wehrt sich gegen der Begriff der Vorhautverengung beziehungsweise Phimose, der in diesem Zusammenhang immer wieder verwendet wird.

Denn die allgemein so bezeichnete Vorhautverengung ist, zumindest in den ersten fünf, sechs Lebensjahren, gar keine Vorhautenge. Sie ist ein Schutz vor Viren, Bakterien, Austrocknung, Reibung und Umwelteinflüssen, vor allem vor dem Urin. „Denn der würde, solange das Kind nicht trocken ist, unkontrolliert auf die Eichel laufen und so zu Schmerzen führen.“

Auf keinen Fall an der Vorhaut ziehen

Früher war es durchaus üblich, dass Hebammen und Eltern versucht haben, die Vorhaut gewaltsam zurückzuschieben. Doch damit haben sie viel Schaden angerichtet. „Man sollte die Vorhaut völlig in Ruhe lassen und bloß nicht daran herumzerren.

Lediglich zur Reinigung kann man die Vorhaut bis zur Eichel – ohne Widerstand – bewegen. Mehr aber tut dem Kind nur weh. Das Gewebe reißt ein, vernarbt und wird dann in der Folge noch enger“, warnt Bühmann. Dadurch kann eine sogenannte sekundäre Phimose entstehen, die dem Jungen Probleme bereitet und möglicherweise operiert werden muss.

Behandlung der Vorhaut frühestens mit sechs Jahren

Dass sich die Vorhaut nicht zurückstreifen lässt, kann bei Jungen bis zum Schulalter als normal angesehen werden. „Zwischen sechs und acht Jahren sollte jedoch eindeutig zu erkennen sein, dass die Vorhaut zunehmend weiter wird“, sagt der Berliner Kinderchirurg Bernd Tillig. Er ist Chefarzt und Direktor der Klinik für Kinderchirurgie am Vivantes Klinikum Neukölln.

Der Junge sollte in der Lage sein, die Vorhaut schmerzfrei zurückzuschieben. Erst dann kann man ihn anhalten, sich unter der Dusche entsprechend zu pflegen und die Eichel zu waschen, damit sich keine Absonderungen festsetzen.

Verklebungen lösen sich meistens von selbst

Auch Vorhautverklebungen sind kein Grund zur Sorge, solange das Kind keine Schmerzen hat. „Der größte Teil der Verklebungen löst sich spontan“, weiß der Arzt Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. „Meist bewegt sich etwas, wenn die ersten Hormonspitzen festzustellen sind, also so etwa mit neun Jahren.“ Erst wenn sich bis in die Pubertät hinein nichts verändert hat, müsse eine Behandlung erwogen werden, um dem jungen Mann eine erfüllte Sexualität zu gewährleisten.

Eltern haben das Recht auf eine zweite Meinung

Bei den engmaschigen U-Untersuchungen wirft der Kinderarzt immer auch einen Blick auf Hoden und Penis. Ein medizinischer Rat außer der Reihe ist nur dann notwendig, wenn das Kind Schmerzen hat oder sich Flüssigkeiten oder übelriechende Verklumpungen bilden. Sollte der Arzt sofort zu einer Beschneidung tendieren, rät Wolfgang Bühman, eine zweite Meinung einzuholen.

Bevor man eine Operation, die Beschneidung, in Erwägung zieht, kann unter Umständen eine kortisonhaltige Salbe helfen: Diese Creme wird dann zweimal täglich für vier bis acht Wochen aufgetragen. Etwa ab der dritten Woche können Eltern versuchen, die Vorhaut behutsam zurückzuschieben, um sie zu dehnen. Oft muss die Behandlung nach einer Weile wiederholt werden.

Auch der Chirurg Tillig ist kein Freund von zu schnellem Handeln. „Heute greift man nicht mehr so schnell zum Messer.“ Die Behandlung mit Salbe zeige bei 70 Prozent der Fälle bereits in den ersten Wochen Erfolg. Wenn doch eine Operation nötig ist, gelte heutzutage: „Es wird nur so viel Haut wie nötig entfernt und so viel wie möglich erhalten. Die komplette Entfernung der Vorhaut sollte die Ausnahme sein.“

Entzündungen und Schmerzen als Folge der Phimose

Bei einer Phimose lässt sich die Vorhaut nicht oder nur unter Schmerzen über die Eichel zurückziehen. Die Ursache ist entweder eine zu enge Öffnung der Vorhaut oder eine Verklebung zwischen Eichel und Vorhaut. Bleibt das Problem auch in späteren Jahren bestehen, kann das Schmerzen bei einer Erektion oder beim Geschlechtsverkehr zur Folge haben. Außerdem lässt sich die betroffene Stelle nur schwer waschen, so dass sich leichter Bakterien oder Pilze ansiedeln können. Entzündungen können die Folge sein.

Beschneidung ist nur in wenigen Fällen nötig

Bei weniger als einem Prozent der Kinder ist aber eine Operation nötig. Wenn der Lichen sclerosus, eine chronische Entzündung der Vorhaut, vorliegt, sollte die Beschneidung erfolgen. Auch eine Fehlbildung des Harntraktes mit wiederkehrenden Harnwegsinfektionen oder eine sogenannte Balanitis, bei der die Vorhaut wegen wiederkehrender Entzündungen vernarbt ist, können eine Beschneidung erfordern. „Wenn man aber früh genug eingreift, kann man mit Spülungen und lokaler Behandlung noch viel erreichen“, sagt Fegeler.

Beschneidung ist per Gesetz erlaubt

Immer häufiger besteht der Verdacht, dass Beschneidungen in Deutschland ohne medizinische Indikation durchgeführt werden. Dass hinter einer vermeintlichen Phimose, deren Behandlung die Kasse zahlt, in Wirklichkeit also religiöse Gründe stecken. Laut Gesetz sind Beschneidungen aus medizinisch nicht erforderlichen Gründen bei „nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen Kindern“ seit 2012 erlaubt.

Bei Jungen unter sechs Monaten darf das auch ein nichtärztlicher Beschneider übernehmen, später aber nur ein Arzt. Die Beschneidung muss als sogenannte Igel-Leistung selbst bezahlt und nach den Regeln ärztlicher Kunst durchgeführt werden.

Das Gesetz ist eine Reaktion auf ein Urteil des Landgerichts Köln, das Beschneidungen aus religiösen Gründen als strafbare Körperverletzung ansah. Das Gesetz soll einerseits die Religionsfreiheit gewährleisten, andererseits Kinder vor Beschneidung unter unhygienischen Bedingungen schützen.

Kritiker halten Beschneidung von Babys für Körperverletzung

Kinder- und Jugendarzt Fegeler hält die Beschneidung bei Säuglingen oder Kleinkindern aus nichtmedizinischen, also weltanschaulichen oder religiösen Gründen, für Körperverletzung. „Die stark durchblutete Vorhaut erfüllt eine wichtige Funktion. Sie ist ein Schutz, hält die Eichel feucht und ist auch ein Mediator für Empfindungen. Es gibt zunehmend mehr Forschung zu den negativen Folgen einer Beschneidung. Eine einmal erfolgte Beschneidung ist eine lebenslange Last und nicht mehr rückgängig zu machen.“

Trotzdem lässt er keinen Zweifel daran, dass er Respekt hat vor religiösen Riten. Er gibt aber im Gespräch mit t-online.de zu bedenken, dass es auch noch andere Wege gibt: „Es gibt inzwischen zum Beispiel jüdische Eltern, die ihre Kinder nur noch symbolisch und nicht in ihrer körperlichen Integrität beschneiden lassen.“

Beschneidung ist kein Schutz vor Krankheiten

Für die Sinnhaftigkeit einer prophylaktischen Beschneidung zur Gesundheitsvorsorge gibt es derzeit keinen Rückhalt. „Medizinische Vorteile wurden zwar behauptet, konnten aber nie wissenschaftlich überzeugend bewiesen werden“, heißt es in dem Buch „Die Beschneidung von Jungen – ein trauriges Vermächtnis“, herausgegeben von Matthias Franz, einem Facharzt für psychotherapeutische Medizin, Neurologie und Psychiatrie.

Das Kinderkrankheiten-Lexikon bietet einen Überblick über die häufigsten Kinderkrankheiten. In den Artikeln werden Symptome, Behandlung und mögliche Folgen der Kinderkrankheiten erklärt. Eltern erfahren, bei welchen Anzeichen das Kind schnell zum Arzt muss und bei welchen Krankheiten auch Hausmittel helfen können. Sie finden auch die Information, ob und wie lange Kinderkrankheiten ansteckend sind. Manchen Kinderkrankheiten kann man durch Impfung vorbeugen. Einen Überblick über die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen bietet ergänzend unser Impfkalender.

  • Umstrittene Beschneidung: Was Beschneidung aus Sicht von Vätern und Ärzten bedeutet
  • Pubertät: Auch Jungs kommen immer früher in die Pubertät
  • Foto-Show: Beschneidung – so läuft eine OP ab

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Phimose
 Was Jungs-Eltern über Vorhautverengung wissen sollten

Hat sich die Phimose nicht von selbst gelöst und habt ihr euch dagegen entschieden, bis ins Jugendalter abzuwarten, gibt es zwei Behandlungsmöglichkeiten. Ziel ist es in jedem Fall, dass das Kind später schmerzfrei und ohne Probleme Wasser lassen und seinen Penis waschen kann. Auch dürfen nach einer erfolgreichen Behandlung keine Schmerzen auftreten, wenn sich der Penis des Jungen versteift.

  1. Behandlung mit einer Salbe

Diagnostiziert der Kinderarzt nur eine leichte Phimose, ist also die Öffnung zwar noch zu eng, lässt sich aber schon ein Stückchen über die Eichel streifen, reicht unter Umständen eine Behandlung mit einer kortisonhaltigen Salbe. Die konservative, also vorhauterhaltende Therapie, hilft in 50 bis 75 Prozent der Fälle. Die Salbe wird zweimal am Tag sanft in die Vorhaut massiert. Das Kortison macht die Haut weicher, elastischer und dehnbarer. Nach zwei Wochen kann die Haut täglich ganz vorsichtig zurückgeschoben werden. Euer Sohn darf dabei keine Schmerzen haben. So wird sie jeden Tag ein ganz kleines Stückchen weiter gedehnt. Ist die Eichel sichtbar, könnt ihr die Salbe auch auf ihre Spitze auftragen. Die kleinen Patienten helfen mit, indem sie beim Baden oder auch ganz unbewusst an ihrem guten Stück spielen und die Vorhaut soweit bewegen, wie es ihnen selbst nicht wehtut. Die Therapie dauert in der Regel vier bis acht Wochen.
Leider kommt es vor, dass sich die Phimose nach der konservativen Therapie erneut bildet und die Behandlung wiederholt werden muss. Ist das der Fall, kann eine Operation die effektivere Methode sein.

  1. Beschneidung der Vorhaut in einer OP

War die konservative Behandlung nicht erfolgreich, die Öffnung schon von Anfang an zu eng, um sich durch eine Kortisontherapie ausreichend dehnen zu können oder liegt eine erworbene Phimose vor, wird der Arzt vermutlich zu einer Operation raten.
Sie wird als Beschneidung oder in der Fachsprache als Zirkumzision bezeichnet. Dabei wird die Vorhaut teilweise oder komplett entfernt. Bei einer vollständigen Beschneidung (radikale Zirkumzision) liegt die Eichel später frei. Bei einer partiellen Zirkumzision wird ein Teil der Vorhaut erhalten und bedeckt die Eichel später ein stückweit. Eine teilweise Beschneidung ist aber nur möglich, wenn genug Vorhautgewebe vorhanden ist. Der operative Eingriff wird bei Kindern immer unter Vollnarkose durchgeführt.

Die komplette Vorhautentfernung
Vorteile:

  • Eine erneute Phimose ist nicht mehr möglich, da sich nach dem Eingriff keine erneuten Vernarbungen bilden können.
  • Die Häufigkeit von Harnwegsinfekten sinkt.
  • HP-Viren (Auslöser von Gebärmutterhalskrebs) sitzen im inneren Vorhautblatt. Einige Mediziner sind der Meinung, dass eine vollständige Beschneidung das Risiko einer Ansteckung verringert. Andere halten dagegen, dass auch eine sorgfältige Penis-Hygiene die Partner vor der Ansteckung schützt.

Nachteile:

  • Viele Eltern oder die schon älteren Patienten selbst befürchten eine eingeschränkte sexuelle Erregbarkeit, weil die Empfindlichkeit der nun ungeschützten Eichel abnehmen könnte. In der Tat kann das ein Nachteil der vollständigen Entfernung der Vorhaut sein. Die Forschung konnte bisher aber nicht belegen, dass beschnittene Männer mit ihrem Sexualleben weniger zufrieden sind.

Die teilweise Vorhautentfernung
Vorteile:

  • Die Eichel wird zu mindestens teilweise geschützt.
  • Die Vorhaut wird als erogene Zone erhalten.

Nachteile:

  • Die verbliebe Vorhaut kann sich erneut verengen.

Phimose (Vorhautverengung)

Letzte Änderung: 06.09.2019
Nächste Aktualisierung von Till von Bracht • Medizinredakteur Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

Unsere Inhalte basieren auf fundierten wissenschaftlichen Quellen, die den derzeit anerkannten medizinischen Wissensstand widerspiegeln. Wir arbeiten eng mit medizinischen Experten zusammen.

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Bei einer Phimose (Vorhautverengung) lässt sich die Vorhaut am Penis nicht oder nur schwer über die Eichel zurückziehen. Ab wann dann bei Kindern und Erwachsene eine Operation nötig wird und bei wem Salben die Vorhaut ausreichend zu weiten helfen.

© iStock

Inhaltsverzeichnis

  • Überblick
  • Symptome
  • Therapie
  • Ursachen
  • Diagnose
  • Komplikationen
  • Vorbeugen
  • Quellen

Was ist eine Phimose/Vorhautverengung?

Bei einer Phimose bzw. Vorhautverengung besteht ein Missverhältnis zwischen der Größe der Eichel und der dehnbaren Weite der Vorhautöffnung. Dadurch lässt sich die Vorhaut (Präputium) gar nicht oder nur unter Schwierigkeiten über die Eichel des Penis zurückziehen.

Man unterscheidet bei der Vorhautverengung zwei Formen:

  1. die primäre und
  2. die sekundäre Phimose.

Primäre Phimose: Angeborene Vorhautverengung

Die primäre Phimose ist eine angeborene Vorhautverengung. Die Vorhaut ist also von Geburt an verengt. Allerdings ist zu beachten, dass bei Kleinkindern eine nicht zurückziehbare Vorhaut völlig normal ist (sog. Vorhautverklebung oder physiologische Phimose). Daher ist es wichtig, die Vorhaut bei Kindern in den ersten Lebensjahren niemals gewaltsam zurückzuziehen.

Meist lässt sich die Vorhaut ab dem dritten bis fünften Lebensjahr zumindest weitgehend zurückziehen. Ist dies nicht möglich, kann das auf eine krankhafte primäre Phimose hindeuten. Aber auch dann kann sich die Vorhautverengung noch von selbst geben:

  • Bei Eintritt ins schulpflichtige Alter kann etwa die Hälfte aller Jungen die Vorhaut nicht zurückstreifen, im Alter von zehn Jahren hat entwicklungsbedingt noch ein Drittel eine zumindest partielle Enge oder Verklebung.
  • Bei Jugendlichen liegt der Anteil dann zwischen 0,6 und 1,5 Prozent.

Eine Behandlung der Phimose ist dann notwendig, wenn in den ersten Lebensjahren wiederholt Entzündungen oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen auftreten. Wenn sich bei den Kindern die Vorhaut beim Wasserlassen aufbläht, ohne dass der Harnstrahl abgeschwächt ist, ist dies alleine allerdings noch kein Zeichen für eine krankhafte Vorhautverengung.

Sekundäre Phimose: Vor allem bei Erwachsenen

Als sekundäre Phimose bezeichnet man eine erworbene – also erst im Lauf des Lebens entstandene – Vorhautverengung: Zunächst ist die Vorhaut bei den betroffenen Kindern oder Erwachsenen normal weit. Durch wiederholte Entzündungen oder durch gewaltsame Einwirkungen mit Einrissen, Blutungen oder entzündlicher oder narbiger Abheilung kann jedoch eine narbige Phimose entstehen: Narbengewebe neigt dazu, zu schrumpfen. Das schrumpfende Narbengewebe kann die Vorhaut so stark verengen, dass es ratsam ist, die Verengung zu beseitigen.

Die sekundäre Phimose tritt häufig bei Diabetikern auf.

Bevor sich eine sekundäre Phimose bildet, ist die Vorhaut des betroffenen Kindes oder Erwachsenen normal weit und lässt sich über die Eichel zurückziehen.

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Paraphimose

Wenn jemand bei bestehender Phimose die enge Vorhaut hinter die Eichel des Penis zurückstreift und diese im Eichelkranz hängen bleibt, entsteht eine Paraphimose – auch Spanischer Kragen genannt: An der Stelle, an der die Vorhaut hängen geblieben ist, bildet sie dann einen schmerzhaften Schnürring, der die Durchblutung mindert. Zur Paraphimose kann es auch bei Erektionen kommen.

Bei einer akuten Paraphimose heißt es: Ab zum Arzt! Denn ohne sofortige Behandlung kann die Abschnürung das Gewebe schädigen.

Vorhautverklebung

Abzugrenzen von einer Phimose ist die sogenannte Vorhautverklebung (auch physiologische Vorhautverengung genannt): Die Vorhautverklebung ist in der Regel ein normaler körperlicher Entwicklungszustand. Die verklebte Vorhaut löst sich von selbst (spontan) durch das Wachstum, durch Erektionen und durch die allgemeine Körperhygiene. Die einzigen medizinischen Gründe, die Vorhautverklebung zu lösen, sind:

  • Entzündungen
  • Schwierigkeiten beim Wasserlassen

Typische Symptome bei einer Vorhautverengung

Ob bei einer Phimose (Vorhautverengung) die Symptome krankhaft sind oder nicht, hängt vor allem vom Alter ab: Kennzeichnend für eine zu enge Vorhaut ist, dass sie sich nicht oder nur unter Schmerzen zurückziehen lässt. Allerdings besteht die sogenannte physiologische Phimose (Vorhautverklebung) bei jedem Kind von Geburt an und ist völlig normal.

Erst wenn es ab dem dritten bis fünften Lebensjahr noch immer nicht gelingt, die Vorhaut ohne Gewalt zurückzuziehen, besteht möglicherweise eine krankhafte Phimose. In manchen Fällen dauert es auch länger, bis sich die Vorhautverklebung löst.

Wenn in den ersten Lebensjahren, in denen die physiologische Phimose der Normalzustand ist, zusätzlich Symptome wie Schmerzen, Entzündungen und Narben auftreten, spricht dies ebenfalls für eine krankhafte Vorhautverengung. Aber auch später kann sich die Vorhaut noch verengen.

Neben der nicht zurückziehbaren Vorhaut können bei einer krankhaften Phimose folgende Symptome auftreten:

  • Bei einer Erektion kommt es zu einem Spannungsgefühl oder zu Einrissen.
  • Beim Wasserlassen bläht sich die Vorhaut auf.
  • Die Harnentleerung ist erschwert, der Harnstrahl ist dünn und/oder abgelenkt.
  • Eichel und Vorhaut sind häufig entzündet.
  • Auf der Eichel bilden sich weißliche Ablagerungen infolge der erschwerten Intimhygiene.

Durch gewaltsames Zurückstreifen der Vorhaut hinter die Eichel trotz Phimose kann eine Paraphimose entstehen: Die Vorhaut ist dann hinter dem Eichelkranz eingeklemmt und lässt sich nicht mehr in ihre richtige Position bringen. Dann ist die Eichel nicht mehr richtig durchblutet. Als typische Symptome hierfür bilden sich ein Ödem und starke Schmerzen in der Eichel.

Phimose behandeln: Salben und Operation

Bei einer krankhaften Vorhautverengung besteht die Therapie darin, die enge Vorhaut zu weiten oder zu entfernen. Ziel der Behandlung ist es, eine ungestörte Körperhygiene, Harnentleerung und sexuelle Funktion zu ermöglichen. Welche Maßnahmen am besten geeignet sind, um die Vorhautenge zu behandeln, hängt vom Einzelfall ab.

Behandlung mit Kortisonsalbe und Dehnübungen

Gegen eine leichte Phimose kann eine kortisonhaltige Salbe ausreichen. Damit die Behandlung wirkt, müssen Sie die Kortisonsalbe konsequent zweimal täglich über einen Zeitraum von vier bis acht Wochen auf die Spitze des Penis auftragen. Nach zwei Wochen können Sie dann damit beginnen, die Vorhaut vorsichtig zurückzuschieben und die Vorhautverengung so nach und nach zu dehnen. Dabei ist das Einreißen der Haut unbedingt zu vermeiden.

In bis zu 75 Prozent der Fälle gelingt es, eine leichte Phimose mit einer Salbe zu beheben.

Wenn die Phimose trotz Behandlung mit der Creme weiterhin besteht, die Harnentleerung durch die Vorhautverengung erschwert ist und wiederholt Harnwegsinfekte auftreten, ist es ratsam, die verengte Vorhaut operativ zu entfernen (Beschneidung) beziehungsweise korrigieren zu lassen.

Vor allem bei Kindern können auch spezielle Dehnübungen helfen, bei denen die Vorhaut vorsichtig geweitet wird.

Wann ist eine Operation (Beschneidung/Zirkumzision) nötig?

Eine Operation ist bei Phimose notwendig …

  1. … bei Vernarbungen durch wiederholte Vorhautentzündungen, infolge von Verletzungen oder durch gewaltsame Versuche, die verengte Vorhaut zurückzuziehen
  2. … bei einer Paraphimose
  3. … wenn die Harnentleerung behindert ist

Der Eingriff ist klein und kann in der Regel ambulant erfolgen. Meist dauert die Phimose-OP nur wenige Minuten.

OP bei Kindern

Bei Kindern empfiehlt es sich, eine Phimose erst ab dem dritten Lebensjahr durch eine Operation behandeln zu lassen. Zum einen sind viele Kinder dann schon trocken, zum anderen kann die (physiologische) Vorhautverengung beim Kleinkind bis zum dritten Lebensjahr immer noch ohne Behandlung von selbst verschwinden.

Bereits vor dem dritten Lebensjahr ist die Phimose-OP jedoch dann ratsam, wenn eine extreme Vorhautverengung mit Schwierigkeiten beim Wasserlassen, wiederholten Entzündungen oder einer vernarbten Vorhautöffnung vorliegt: Dann kann die Operation Folgeschäden verhindern. Im Anschluss an den Eingriff ist eine Nachbehandlung in Form einer sorgfältigen Wundbehandlung wichtig.

Behandlungstechniken der Beschneidung (Zirkumzision)

Die Phimose-OP kann unterschiedlich aussehen. Meist besteht die operative Therapie der Vorhautverengung in einer Beschneidung (Zirkumzision). Dabei stehen verschiedene Behandlungstechniken zur Verfügung:

  • sparsame Beschneidung, bei der ein Teil der Vorhaut erhalten bleibt
  • radikale (vollständige) Beschneidung der Vorhaut, wonach die Eichel vollständig freiliegt

Eine weitere Behandlungstechnik zur Behebung der Vorhautverengung ist die Abschnürung – zum Beispiel mithilfe der sogenannten Plastikglockenmethode: Hierzu schiebt der Arzt eine Plastikglocke unter der gespreizten Vorhaut über die Eichel und bindet die Vorhaut entlang einer Rinne in der Glockenwand mit einem Faden ab. Der abgeschnürte Vorhautrest stirbt ab und fällt nach einigen Tagen ab. Infrage kommt diese Behandlung vor allem im frühen Kleinkindalter.

Bei sehr starker, narbiger Phimose und verkürztem Vorhautbändchen ist die Plastikglockenmethode meist nicht anwendbar. In Deutschland kommt die Methode jedoch eher selten zum Einsatz, weil sie meist schlechtere kosmetische Ergebnisse erzielt und ein höheres Komplikationsrisiko mit sich bringt.

© iStock Eine Zirkumzision (Beschneidung) ist ein relativ kleiner, in der Regel ambulanter Eingriff.

Ohne Beschneidung? Erweiterungsplastik

Wenn Sie sich nicht beschneiden lassen möchten, können Sie die Vorhautverengung durch eine Erweiterungsplastik behandeln lassen: Bei dieser Behandlungstechnik erweitert der Operateur die Vorhautöffnung durch eine spezielle Schnittführung und Nahttechnik. Die Vorhaut selbst bleibt bei dieser Phimose-OP fast völlig erhalten. Daneben ist es möglich, das Vorhautbändchen zu verlängern (Frenulumplastik), was allerdings meist zusammen mit einer Beschneidung erfolgt.

Eine trotz Phimose gewaltsam hinter die Eichel zurückgestreifte Vorhaut, die sich nicht mehr zurückschieben lässt, stellt einen urologischen Notfall dar. Bei dieser sogenannten Paraphimose ist eine Operation ratsam, bei der an einer Stelle ein kleiner Einschnitt in die Vorhaut erfolgt (sog. dorsale Inzision). Mithilfe dieser Behandlungstechnik kann man akute Schäden durch mangelnde Durchblutung vermeiden. Sobald die Entzündungsreaktion abklingt, ist zusätzlich eine Beschneidung notwendig, um die Vorhautverengung endgültig zu beseitigen.

Wenn eine Phimose ordentlich behandelt wird, kommt es selten zu Komplikationen. Nur sehr selten – in rund zwei Prozent der Fälle – kommt es zu Komplikationen, Rückfällen oder anhaltenden Beschwerden. Nach der Operation ist allerdings eine sorgfältige Wundbehandlung notwendig.

Ursachen einer Vorhautverengung

Die primäre oder physiologische Phimose ist entwicklungsbedingt. Es ist also völlig normal, dass sich die Vorhaut (Präputium) beim Säugling und Kleinkind nicht zurückziehen lässt. Bei den meisten Jungen verschwindet die Vorhautverklebung im Alter von drei bis fünf Jahren durch natürliche Reifungsvorgänge ganz von alleine. Erst wenn die Vorhaut dann immer noch so verengt ist, dass man sie nicht zurückziehen kann, liegt wahrscheinlich eine krankhafte primäre Vorhautverengung vor.

Für eine sekundäre narbige Vorhautverengung kommen als Ursachen wiederholte Entzündungen oder gewaltsame Einwirkungen mit Einrissen, Blutungen oder entzündlicher oder narbiger Abheilung infrage. Eine sekundäre Phimose kann beispielsweise durch zu frühes und gewaltsames Zurückstreift der Vorhaut bei Säuglingen oder Kleinkindern entstehen. Auch eine häufig entzündete Eichel oder Vorhaut kann der Auslöser für Vernarbungen sein. Das Narbengewebe schrumpft und verhärtet leicht, was die Entstehung einer Vorhautenge begünstigt.

Diagnose einer Vorhautverengung

Bei Verdacht auf eine Phimose (Vorhautverengung) testet der Arzt auf die typischen Symptome: Wenn sich die Vorhaut ab dem dritten bis fünften Lebensjahr nicht oder nur teilweise zurückziehen lässt oder wenn sich beim Zurückstreifen über die Eichel ein Schnürring zeigt, dann besteht meist ein Missverhältnis zwischen Vorhautweite und Eicheldurchmesser.

In Einzelfällen kann jedoch die in den ersten Lebensjahren normale Vorhautverklebung (sog. physiologische Phimose) auch länger bestehen und so das Zurückziehen der Vorhaut verhindern. Daher ist es wichtig, auf zusätzliche Beschwerden zu achten, um eine krankhafte Vorhautverengung sicher diagnostizieren zu können.

So können mögliche Auffälligkeiten beim Wasserlassen (wie verminderter und von der normalen Richtung abweichender Harnstrahl, aufgeblähte Vorhaut beim Wasserlassen) auf eine krankhafte Phimose hinweisen. Auch Informationen zu vorausgegangenen Entzündungen, Operationen oder Verletzungen der Vorhaut sind für die Diagnose einer Vorhautverengung hilfreich.

Vor allem wenn die Phimose erst bei Erwachsenen auftritt, kann eine Blutuntersuchung darüber Aufschluss geben, ob ein Diabetes mellitus die Ursache für die Vorhautverengung ist.

Komplikationen, wenn eine Phimose unbehandelt bleibt

Wird eine Phimose nicht behandelt, kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen. Zum Beispiel können sich die Eichel und die Vorhaut des Penis dauerhaft entzünden. Chronische Entzündungen erhöhen das Krebsrisiko.

Wenn der Harnstrahl durch die verengte Vorhaut behindert und so das Wasserlassen erschwert ist, kommt es häufig zu Harnwegsinfekten. Im ungünstigsten Fall sind Jungen oder Männer mit einer Vorhautverengung nicht in der Lage, ihre volle Harnblase spontan zu entleeren (akuter Harnverhalt).

Eine weitere Komplikation der Vorhautverengung stellt die Paraphimose dar. Diese entsteht, wenn sich eine trotz Phimose gewaltsam hinter die Eichel zurückgestreifte Vorhaut nicht mehr zurückschieben lässt: Ohne rechtzeitige Behandlung kann dann Gewebe in der Eichel absterben (sog. Nekrose).

Lässt sich eine Vorhautverengung vorbeugen?

Einer angeborenen Phimose (Vorhautverengung) können Sie nicht vorbeugen. Die Vorhaut an der Eichel des Penis kann sich allerdings auch sekundär im Lauf des Lebens (infolge von Vernarbungen) verengen – und dies können Sie verhindern!

Damit keine narbige Phimose entsteht, sollte man Folgendes beachten:

  • Ziehen Sie auf keinen Fall die Vorhaut mit Gewalt zurück, weil dabei die Vorhaut einreißen kann und Vernarbungen zu einer Phimose führen können.
  • Häufige Eichel- und Vorhautentzündungen oder Harnwegsinfekte können zu Vernarbungen und somit zu einer Phimose führen. Daher sind sie frühzeitig zu behandeln.

Quellen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu „Phimose (Vorhautverengung)“:

  • Vorhauthypertrophie, Phimose und Paraphimose

Quellen:

Patientenratgeber Phimose (Vorhautverengung). Online-Information des Berufsverbands der Deutschen Urologen e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V.: www.urologenportal.de (Stand: 21.5.2018)

Phimose. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 8.3.2018)

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie: Phimose und Paraphimose. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 006/052 (Stand: September 2017)

Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V.: Broschüre „Phimose & Hodenhochstand“. www.urologenportal.de (Stand: Januar 2015)

Hautmann, R., Gschwend, J.E. (Hrsg.): Urologie. Springer, Berlin 2014

Stein, R., Beetz, R., Thüroff, J.W. (Hrsg.): Kinderurologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2011

Letzte inhaltliche Prüfung: 26.06.2018
Letzte Änderung: 06.09.2019

Vorhautverengung (Phimose)

Wie wird eine Vorhautverengung behandelt?

(PantherMedia / Irina Schmidt) In den ersten Lebensjahren bildet sich eine Vorhautverengung meistens von selbst zurück. Führt die Verengung zu Beschwerden – etwa beim Wasserlassen – muss sie unter Umständen behandelt werden. Oft reicht es aus, die Phimose mit einer speziellen Salbe zu behandeln; eine Operation ist nur selten nötig.

Wenn Eltern feststellen, dass sich die Vorhaut ihres kleinen Sohnes nicht zurückziehen lässt, ist das erst einmal kein Grund zur Sorge. Denn eine zu enge Öffnung der Vorhaut oder eine Verklebung zwischen Vorhaut und Eichel ist in den ersten Lebensmonaten eines Jungen normal: Fast alle neugeborenen Jungen kommen mit einer solchen natürlichen Verengung zur Welt. Sie schützt die unter der Vorhaut liegende Eichel und die Harnröhre beispielsweise vor Krankheitserregern.

Im Laufe der ersten Lebensjahre lösen sich die Verklebungen normalerweise und die Vorhaut dehnt sich. Am besten ist es also, erst einmal einige Zeit abzuwarten, bevor man mit einer Behandlung beginnt. Ärztlicher Rat ist aber nötig, wenn das Kind Schmerzen hat, die Vorhaut entzündet ist oder beim Wasserlassen Probleme macht.

Nicht auf eigene Faust „behandeln“

Eltern sollten nie versuchen, die Vorhaut mit Kraft zurückzuziehen. Dies kann für ihren Sohn sehr schmerzhaft sein. Außerdem kann es dadurch zu kleineren Verletzungen kommen, die vernarben und die Vorhautöffnung noch weiter verengen können. Dies wird als erworbene oder sekundäre Phimose bezeichnet.

Zudem besteht die Gefahr, dass die zu enge Vorhaut hinter der Eichel hängenbleibt und sich nicht mehr zurückschieben lässt. Sie bildet dann einen Ring, der die Blutzufuhr der Eichel abschnürt, auch Paraphimose oder „spanischer Kragen“ genannt. Dabei handelt es sich um einen Notfall, der sofort ärztlich behandelt werden muss.

Die Vorhaut komplett zurückzuschieben, ist für die Reinigung des Penis in den ersten Lebensjahren nicht nötig. Es reicht aus, ihn von außen zu waschen. Zu versuchen, den Raum zwischen Vorhaut und Eichel mit Gegenständen wie Wattestäbchen zu reinigen, ist keine gute Idee, weil das die empfindliche Haut schädigen und schmerzen kann.

Behandlung vor allem bei Beschwerden sinnvoll

Wenn die Phimose sich nicht allmählich zurückbildet und Beschwerden wie Probleme beim Wasserlassen auslöst, ist eine ärztliche Untersuchung ratsam. Die Kinderärztin oder der Kinderarzt wird dabei schauen, ob es sich um eine natürliche oder sekundäre Phimose handelt und ob das Zurückschieben der Vorhaut zu einer Paraphimose führen könnte.

Ob eine Behandlung nötig ist, hängt vom Alter des Kindes, dem Ausmaß und der Ursache der Phimose ab. Ziel der Behandlung ist, dass der Junge problemlos und schmerzfrei Wasser lassen und seinen Penis waschen kann. Wichtig ist auch, dass er keine Schmerzen hat, wenn sich sein Penis versteift.

Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten

Es gibt drei Behandlungsmöglichkeiten:

  • Weiter abwarten in der Hoffnung, dass sich die Vorhautverengung noch von selbst zurückbildet.
  • Die Vorhaut mit einer kortisonhaltigen Salbe behandeln und dehnen.
  • Die Vorhaut durch eine Operation teilweise oder ganz entfernen (Beschneidung).

Viele Ärzte raten heute erst einmal dazu, abzuwarten, ob sich die Phimose doch noch von selbst zurückbildet. Alternativ kann eine Behandlung mit einer kortisonhaltigen Salbe begonnen werden. Falls diese keinen Erfolg zeigt, wird eine Operation empfohlen.

Bei einer sekundären Phimose hat sich die Vorhaut erst im Laufe der Zeit durch Verletzungen, vernarbtes Gewebe oder eine entzündliche Erkrankung verengt. Diese Form der Vorhautverengung muss meistens operiert werden.

Falls es zu einer Paraphimose kommt, versucht die Ärztin oder der Arzt zuerst, die Vorhaut mit der Hand zurückzuschieben. Damit dabei keine Schmerzen entstehen, wird der Bereich vorher örtlich betäubt. Wenn das Zurückschieben nicht gelingt, ist eine Operation nötig, damit die „abgeklemmte“ Eichel wieder normal durchblutet wird.

Behandlung der Vorhaut mit kortisonhaltiger Salbe

Bei der sogenannten konservativen (nicht operativen) Behandlung der Phimose wird über einen Zeitraum von vier bis acht Wochen zweimal täglich eine kortisonhaltige Salbe auf den vorderen Bereich der Vorhaut aufgetragen. Das Kortison sorgt dafür, dass die Haut elastischer wird.

Ab der dritten Behandlungswoche können die Eltern oder das Kind dann selbst versuchen, die Vorhaut allmählich zu dehnen. Hierzu schiebt man die Vorhaut täglich vorsichtig nur so weit zurück, dass keine Schmerzen auftreten. Schonendes Dehnen ist wichtig, damit die Vorhaut nicht einreißt. Die Salbe kann nun auch auf den vorderen Bereich der Eichel, der beim Zurückziehen der Vorhaut frei liegt, aufgetragen werden. Danach wird die Vorhaut wieder nach vorne geschoben.

Wissenschaftler des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration haben herausgefunden, dass diese Behandlung oft erfolgreich ist:

  • Ohne Behandlung: Bei etwa 18 von 100 Kindern, die über 4 bis 8 Wochen eine Salbe ohne Wirkstoff (Placebo) bekamen oder gar nicht behandelt wurden, bildete sich die Phimose komplett zurück.
  • Mit Behandlung: Bei etwa 62 von 100 Kindern, die im selben Zeitraum mit einer kortisonhaltigen Salbe behandelt wurden, bildete sich die Phimose komplett zurück.

Anders ausgedrückt: Durch die Behandlung mit der kortisonhaltigen Salbe konnte sich bei ungefähr 44 von 100 Kindern die Phimose vollständig zurückbilden. Bei einigen weiteren Kindern bewirkte die Behandlung, dass sich die Verengung zumindest etwas weitete.

Nebenwirkungen der Salben-Behandlung wurden in den Studien nicht beobachtet. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Vorhaut sich später erneut verengt, recht hoch. Die Behandlung kann aber mehrere Male wiederholt werden. Falls die Phimose dennoch bestehen bleibt oder zusätzlich Schmerzen oder Komplikationen auftreten, kann eine Operation sinnvoll sein.

Operation: Komplette oder Teilbeschneidung der Vorhaut

Die Operation einer Phimose wird üblicherweise als Beschneidung (Zirkumzision) bezeichnet. Bei der kompletten Beschneidung wird die Vorhaut ganz entfernt. Es ist aber auch möglich, nur den verengten Teil der Vorhaut zu entfernen (sogenannte partielle Zirkumzision) oder die Vorhaut zu erhalten und lediglich zu weiten: Dazu schneiden die Operateure die verengte Vorhaut an zwei bis drei Stellen längs ein und vernähen diese Schnitte quer.

Bei Teilbeschneidungen und vorhauterhaltenden Operationen kann sich die verbliebene Vorhaut einige Zeit danach erneut verengen. Bei einer kompletten Entfernung der Vorhaut liegt die Eichel nach der Operation dagegen frei – eine erneute Phimose ist dann nicht mehr möglich.

Kinder werden unter Vollnarkose operiert, bei Erwachsenen ist der Eingriff auch unter örtlicher Betäubung möglich.

Operation einer Vorhautverengung

Nebenwirkungen einer Beschneidung sind selten

Die Beschneidung ist heute ein Routineeingriff. Bei etwa 5 von 100 Jungen oder Männern treten Nebenwirkungen wie etwa Blutergüsse am Penis auf. Diese sind harmlos und verschwinden meist nach einiger Zeit von selbst. Nur bei etwa 2 von 100 Personen kommt es nach der Operation zu ernsteren Nebenwirkungen, die eine Nachbehandlung nötig machen. Solche Komplikationen sind zum Beispiel Nachblutungen, eine Entzündung der Operationswunde, eine Penisverkrümmung oder eine Verengung der Harnröhrenöffnung.

Nach einer sparsamen Beschneidung kann es durch Narbenbildung erneut zu einer Vorhautverengung kommen. Dann wird die Vorhaut durch eine zweite Operation ganz entfernt. Es kann auch vorkommen, dass aus ästhetischen Gründen eine Nachoperation gewünscht wird – zum Beispiel, wenn die Vorhaut bei der Beschneidung nicht gleichmäßig entfernt wurde.

Auswertungen mehrerer Studien geben keine Hinweise, dass beschnittene Männer mit ihrem Sexualleben generell weniger zufrieden sind als unbeschnittene. Es ist aber noch nicht eindeutig geklärt, welche Rolle die sensible Vorhaut beim sexuellen Empfinden tatsächlich spielt. Möglicherweise kommt es häufiger zu Problemen beim Sex, wenn man sich erst als Erwachsener die Vorhaut entfernen lässt. Deshalb informieren Ärztinnen und Ärzte vor einer Beschneidung darüber, dass sich nach dem Eingriff der Geschlechtsverkehr anders anfühlen könnte.

Quellen

Moreno G, Corbalán J, Peñaloza B, Pantoja T. Topical corticosteroids for treating phimosis in boys. 2014; (9): CD008973.

Radmayr C, Bogaert G, Dogan HS, Kocvara R, Nijman JM, Stein R et al. Paediatric Urology. 2015.

Shabanzadeh DM, Düring S, Frimodt-Moller C. Male circumcision does not result in inferior perceived male sexual function – a systematic review. Dan Med J 2016; 63(7).

Weiss HA, Larke N, Halperin D, Schenker I. Complications of circumcision in male neonates, infants and children: a systematic review. BMC Urol 2010; 10: 2.

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Schlagwörter: Beschneidung, Kind und Familie, Männergesundheit, N47, Phimose, Vorhautverengung, Zirkumzision Aktualisiert am 17. Oktober 2018 17. Oktober 2018
Erstellt am 7. Oktober 2015
Nächste geplante Aktualisierung: 2021
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Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Über die Autoren und das Institut

Phimose

Physiologische Phimose

Babys werden mit einer verengten Vorhaut geboren, dabei handelt es sich um eine Vorhautverklebung, auch physiologische Phimose genannt.

Die Verklebung dient dem Schutz der Eichel. Mit fortschreitender Entwicklung ändert sich der Zustand: Durch die Intimhygiene und das Wachstum verschwindet die Verklebung, meist hat sie sich bei drei- bis fünfjährigen Kindern schon teilweise gelöst.

Lässt sich bei einem älteren Kind die Vorhaut noch nicht zurückziehen, kann dies auf eine krankhafte Verengung hinweisen.

Das muss aber nicht der Fall sein, denn gelegentlich löst sich die Verklebung entwicklungsbedingt erst später vollständig.

Manchmal geschieht das erst in der Pubertät: Statistisch lässt sich die Vorhaut bei 44 Prozent der zehnjährigen und bei 60 Prozent der zwölfjährigen Jungs vollständig zurückschieben, bei 17-jährigen Jugendlichen sind es 95 Prozent. Sofern keine Probleme auftreten, ist also nicht zwangsläufig von einer krankhaften Vorhautverengung auszugehen.

Krankhafte Verengung

Eine krankhafte Verengung der äußeren Vorhaut kann angeboren sein (primäre Form), sie entwickelt sich dann nicht wie die physiologische Verklebung bei Kleinkindern von alleine zurück.

Andere mögliche Ursachen sind Verletzungen, Entzündungen und Vernarbungen (sekundäre Form), häufig sind Diabetiker betroffen.

Neben dem Hauptsymptom kann eine Vorhautverengung von weiteren Symptomen begleitet werden: Möglicherweise wird die Vorhaut beim Wasserlassen aufgebläht, der Urinstrahl ist nur dünn oder verdreht.Auch kann das Harnablassen problematisch sein.

Weiterhin kann bei einer Erektion ein Spannungsgefühl auftreten.Je nach Schweregrad sind dann auch Einrisse möglich. Da die Intimhygiene erschwert wird, kann sich die Eichel entzünden.Auch Harnwegsinfektionen sind eine mögliche Folge.

Die mit wiederholten Entzündungen, Einrissen und Blutungen verbundene Narbenbildung kann die Vorhaut immer mehr verengen, die sekundäre Form bildet sich also im Laufe der Zeit und tritt nicht plötzlich auf.

Mögliche Komplikationen

Wird die Vorhaut gewaltsam über die Eichel zurückgezogen, ist sie oft zu eng, um wieder zurückgestreift zu werden.

Kann die Vorhaut nicht wieder in ihre ursprüngliche Lage gebracht werden, bildet sich eine Paraphimose, auch als Spanischer Kragen bezeichnet.

Dabei handelt es sich um einen schmerzhaften, einschnürenden Ring, der die Durchblutung der Eichel beeinträchtigt. Dies kann dann schlimmstenfalls zu einem Absterben des Gewebes führen. Es ist daher eine sofortige Behandlung erforderlich.

Auch durch eine Erektion kann die verengte Vorhaut über die Eichel zurückgeschoben werden und eine Paraphimose entstehen. Sobald eine Verengung festgestellt wird, sollte daher geklärt werden, ob und welche Behandlung notwendig ist, um dieses Risiko auszuschließen.

Ein gewaltsames Zurückschieben der Vorhaut ist stets zu vermeiden, gleich, um welche Form der Verengung es sich handelt.

Behandlung

Die physiologische Vorhautverengung wird nicht behandelt, da sich der Zustand von alleine normalisiert. Nur wenn ein Kind Schwierigkeiten beim Wasserlassen hat, wiederholt Entzündungen auftreten oder sich andere Probleme einstellen, handelt es sich eventuell um eine krankhafte primäre Form, die behandelt werden muss.

Ziel einer Behandlung ist stets, eine optimale Intimhygiene und eine normale Harnentleerung zu ermöglichen.Auch soll die sexuelle Funktion nicht beeinträchtigt und ein Fortschreiten der Verengung vermieden werden.

Die Behandlung richtet sich nach den Beschwerden und dem Schweregrad der Phimose, also dem Verhältnis zwischen dem Durchmesser der Eichel und der Vorhautöffnung. Bei einer leichten Form kann die Behandlung mit einer kortisonhaltigen Salbe bereits ausreichen.

Diese wird über einen mehrwöchigen Zeitraum aufgetragen und macht die Vorhaut elastischer.

Nach einigen Wochen kann sie dann durch vorsichtiges Zurückschieben immer mehr gedehnt werden, bis sich die Vorhaut schließlich ohne Probleme über die Eichel streifen lässt, wobei ein Einreißen der Haut unbedingt vermieden werden sollte.

Diese Behandlungsmethode ist bei einer leichten Form in etwa 75 Prozent der Fälle erfolgreich. Andernfalls ist,, wie bei einer schwereren Form,, ein operativer Eingriff erforderlich.

Operativer Eingriff

In der Regel erfolgt eine Beschneidung (Zirkumzision) ambulant unter örtlicher Betäubung und dauert nur einige Minuten. Dabei wird die Vorhaut entweder durch eine Teilentfernung erweitert oder sie wird vollständig entfernt.

Bei Kleinkindern wird ein Eingriff nur durchgeführt, wenn entsprechende Probleme auftreten, um etwaige Folgen wie die fortschreitende Vernarbung oder eine Paraphimose zu verhindern. Vorzugsweise sollte der Junge zumindest bereits trocken sein, um die Wundbehandlung und -heilung nicht zu erschweren.

Bei Kindern kommt vorzugsweise die Plastibell-Methode zum Einsatz: Ein Teil der Vorhaut wird abgeschnürt und fällt dann nach einigen Tagen ab.

Bei stark verkürztem Vorhautbändchen und Narbenbildung ist die Methode meist nicht möglich, weshalb sie bei Erwachsenen seltener angewendet wird.

In Einzelfällen ist es ausreichend, das Vorhautbändchen zu verlängern, also den Durchmesser der Öffnung zu vergrößern. Dies geschieht durch einen speziellen Schnitt und das anschließende Vernähen, wobei die Vorhaut selbst nahezu vollständig erhalten bleibt.

Ist aufgrund einer Paraphimose eine Notfallbehandlung erforderlich, wird meist zunächst nur ein kleiner Einschnitt (dorsale Inzision) vorgenommen, um die Durchblutung der Eichel sicherzustellen. Erst später wird dann mit einem weiteren Eingriff eine Beschneidung durchgeführt.

Vorbeugung

Einer primären Phimose können Sie nicht vorbeugen. Das Risiko einer sekundären Form kann hingegen durch verschiedene Maßnahmen gemindert werden.

Insbesondere gilt es, nach Möglichkeit Narbenbildungen zu vermeiden. Schieben Sie die Vorhaut stets vorsichtig zurück, das kann ein Einreißen verhindern. Bei jeglicher Entzündung ist eine frühzeitige Behandlung wichtig. Eine sorgfältige Hygiene kann Entzündungen vorbeugen. Dies gilt selbstverständlich bereits für kleine Kinder.

Zusammenfassung

Eine physiologische Phimose bei Kindern ist eine angeborene Verklebung der Vorhaut, die sich in der Regel von selbst löst. Eine krankhafte Vorhautverengung kann ebenfalls angeboren sein, unterscheidet sich aber durch charakteristische Symptome, wie sie auch bei einer später erworbenen krankhaften Verengung auftreten:

  • Probleme beim Wasserlassen
  • dünner Harnstrahl
  • verdrehter Harnstrahl
  • häufige Entzündungen
  • Vernarbung
  • Spannungsgefühl bei Erektion

Balanitis (Eichelentzündung) und Posthitis (Vorhautentzündung)

Letzte Änderung: 18.10.2019
Zuletzt bearbeitet von Wiebke Posmyk • Medizinredakteurin Dieser Artikel wurde nachNach höchsten wissenschaftlichen Standards verfasst.

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Balanitis (Eichelentzündung) und Posthitis (Vorhautentzündung) treten oft gemeinsam auf. Typische Symptome sind Schmerzen, Brennen, Juckreiz und Hautrötungen.

© Jupiterimages/iStockphoto

  • Überblick
  • Symptome
  • Ursachen
  • Diagnose
  • Therapie
  • Verlauf
  • Vorbeugen
  • Quellen

Posthitis und Balanitis können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Besonders häufig entstehen sie durch eine Infektion mit Pilzen, Bakterien und anderen Mikroorganismen.

Was sind Balanitis und Posthitis?

  • Bei einer Balanitis ist die Eichel (Glans) des Penis entzündet.
  • bei einer Posthitis ist die Vorhaut beziehungsweise das innere Vorhautblatt (Posthion) des Penis entzündet.

Eichelentzündung und Vorhautentzündung treten meist in Kombination auf. Dann sprechen Mediziner von einer Balanoposthitis.

Bei einer Balanitis ist die Eichel, bei der Posthitis die Vorhaut entzündet.

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Balanitis & Posthitis: Typische Symptome

Typische Symptome einer Balanitis (Eichelentzündung)/Posthitis (Vorhautentzündung):

Eichel beziehungsweise Vorhaut

  • schmerzen und brennen,
  • sind gerötet,
  • sind geschwollen und
  • jucken.

Zudem können punkt-oder flächenförmige Hautveränderungen zu sehen sein und die Haut kann nässen. Einige Betroffene leiden unter eitrigem Ausfluss und weißlichen Belägen auf der Eichel. In seltenen Fällten bildet sich ein Geschwür.

Bei der chronischen Hauterkrankung Balanitis xerotica obliterans (auch: Lichen sclerosus) entstehen durch die Entzündung Verklebungen, die zu einer zur Vorhautverengung führen können.

Balanitis & Posthitis: Ursachen

Balanitis (Eichelentzündung) und Posthitis (Vorhautentzündung) können viele verschiedene Ursachen haben. Grob kann man unterscheiden zwischen

  • der infektiösen Balanitis/Posthitis, die durch Krankheitserreger wie Viren, Bakterien und Pilze hervorgerufen wird, und
  • der nicht-infektiösen Balanitis/Posthitis, die z.B. durch eine Kontaktallergie, Arzneimittel oder übertriebene Hygiene entsteht.

Tritt eine Eichel- oder Vorhautentzündung im Rahmen anderer Haut- oder Allgemeinerkrankungen auf, sprechen Ärzte von einer sekundären Balanitis/Posthitis.

Infektiöse Balanitis/Posthitis

Häufig sind Krankheitserreger für eine Eichel- oder Vorhautentzündung verantwortlich. Zu möglichen Erregern zählen

Eine bakterielle Entzündung kann zum Beispiel im Rahmen einer Syphilis-Infektion entstehen. Die Erreger werden in erster Linie durch Sexualkontakte übertragen und/oder sie vermehren sich durch mangelnde Genitalhygiene.

Nicht-infektiöse Balanitis/Posthitis

Neben Krankheitserregern können Balanitis und Posthitis auch andere Ursachen haben. Dazu zählen zum Beispiel

  • eine Kontaktallergie, z.B. Latexallergie oder eine Allergie gegen bestimmte Duftstoffe oder
  • eine Überempfindlichkeit auf bestimmte Medikamente (sog. Arzneimittelexanthem).

Verschiedene Haut- und Allgemeinerkrankungen können eine Vorhaut- oder Eichelentzündung auslösen, so etwa

  • Diabetes mellitus,
  • Schuppenflechte,
  • Knötchenflechte (Lichen ruber planus),
  • Morbus Behcet, eine bestimmte Form der Gefäßentzündung,
  • Reiter-Syndrom, eine Sonderform der Gelenkentzündung oder
  • ein geschwächtes Abwehrsystem, z.B. bei Menschen mit HIV.

Risikofaktoren

Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko, eine Balanitis oder Posthitis zu bekommen. Hierzu zählen etwa

  • eine Vorhautverengung (Phimose): Bei einer Phimose lässt sich die Vorhaut gar nicht oder nur unter Schwierigkeiten über die Eichel des Penis zurückziehen. Die Folge: Der Urin staut sich unter der Vorhaut, was bakterielle Infektionen begünstigt. Eine Vorhautverengung kann angeboren sein oder aber im Laufe des Lebens entstehen.
  • mangelnde Hygiene: Bei unzureichender Hygiene sammelt sich zwischen Eichel und innerer Vorhaut eine weißlich-gelbe, talgige Substanz an: das Smegma. Smegma besteht aus abgestorbenen Hautzellen, dem Sekret von Talgdrüsen sowie aus Rückständen von Urin und Sperma. Es bildet einen guten Nährboden für jede Art von Erreger.

Weitere Faktoren, die das Risiko für eine Eichelentzündung oder Vorhautentzündung erhöhen, sind:

  • feuchte Bedingungen, die das Gewebe aufweichen können (z.B. bei einer Vorhautverengung),
  • mechanische Einflüsse (z.B. wiederholte Reibung bei häufiger sexueller Aktivität),
  • häufiges Waschen mit Seife und Auftragen von Desinfektionsmitteln, was der Haut zunehmend Fett entzieht,
  • höheres Alter, da die oberste Hautschicht altersbedingt dünner ist,
  • übermäßige Vermehrung von schon vorhandenen oder (z.B. durch Geschlechtsverkehr) übertragenen Erregern,
  • enge Kleidung und
  • starkes Übergewicht (Adipositas).

Balanitis & Posthitis: Diagnose

Der Arzt kann eine Balanitis (Eichelentzündung) und/oder Posthitis (Vorhautentzündung) oft bereits anhand der typischen Symptome diagnostizieren. Um der Ursache auf den Grund zu gehen, wird er zum Beispiel wissen wollen,

  • wie lange die Beschwerden schon bestehen,
  • ob bestimmte Erkrankungen bekannt sind, etwa Diabetes mellitus oder Allergien und
  • ob eine mechanische Reizung die Ursache sein könnte.

Bei der körperlichen Untersuchung erscheint der entzündete Bereich gerötet und geschwollen. Zudem können Lymphknoten in der Leistenregion vergrößert sein.

Hat der Arzt den Verdacht, dass ein bestimmter Krankheitserreger die Ursache für die Entzündung ist, wird er versuchen, den Erreger nachzuweisen, zum Beispiel mithilfe eines Abstrichs an Eichel und Vorhaut. Mit einem Wattestäbchen entnimmt der Arzt eine Probe aus den entzündeten Bereichen, die anschließend im Labor untersucht wird. Auch eine Urinuntersuchung kann sinnvoll sein. Wenn der Erreger bekannt ist, kann der Arzt diesen gezielt bekämpfen, zum Beispiel mit Antibiotika, wenn es sich um eine bakterielle Infektion handelt.

Je nachdem, welche Ursache der Arzt vermutet, können weiterführende Untersuchungen sinnvoll sein – zum Beispiel ein Allergietest, wenn eine Kontaktallergie wahrscheinlich ist.

Balanitis & Posthitis: Therapie

Bei einer Balanitis (Eichelentzündung) oder Posthitis (Vorhautentzündung) ist die Therapie davon abhängig, was die Entzündung verursacht hat. Wichtig ist dabei vor allem, mögliche auslösende Faktoren zu beseitigen.

Allgemein können desinfizierende Sitzbäder mit Kamille und antiseptische Lösungen die Entzündung hemmen. Wundsalben mit Wirkstoffen wie Dexpanthenol können bei Beschwerden wie Brennen oder Juckreiz Linderung verschaffen.

Auf alkalische Seifen und Desinfektionsmittel sollten Sie verzichten. Achten Sie auf eine gründliche, aber nicht übertriebene Hygiene und verwenden Sie zur Pflege fettarme Lotionen oder Lösungen.

Behandlung einer infektiösen Balanitis/Posthitis

Haben Krankheitserreger wie etwa Bakterien die Entzündung hervorgerufen, gilt es, diese Erreger gezielt zu beseitigen. Bei einer bakteriellen Infektion wird der Arzt ein Antibiotikum verschreiben. Sind Pilze (z.B. Candida) die Ursache für eine Balanitis/Posthitis, kommen pilzabtötende Wirkstoffe, sogenannte Antimykotika, zum Einsatz.

Meist sind keine Tabletten nötig. In der Regel genügt es, wenn eine antibiotische Salbe oder pilzabtötende Creme auf den Bereich aufgetragen wird. Wenn sich eine Vorhaut- oder Eichelentzündung weiter ausgebreitet hat, kann allerdings auch eine Behandlung mit Tabletten oder eine Immuntherapie notwendig sein.

Wenn Sie eine infektiöse Balanitis und/oder Posthitis haben und sexuell aktiv sind, ist eine Therapie nicht nur für Sie ratsam: In den meisten Fällen ist es bei einer Eichelentzündung oder Vorhautentzündung gerechtfertigt und sinnvoll, den Partner ebenfalls zu behandeln.

Behandlung einer nicht-infektiösen Balanitis/Posthitis

Bei nicht-infektiösen Ursachen, zum Beispiel bei einer Allergie, können Kortisonpräparate hilfreich sein, welche die Entzündung eindämmen. Diese sollten allerdings nur kurzfristig zum Einsatz kommen.

Wenn Ihre Balanitis oder Posthitis aufgrund einer anderen Erkrankung (z.B. Morbus Reiter oder Morbus Behcet) entstanden ist, steht die Therapie dieser Erkrankung im Vordergrund.

Wenn Personen mit Vorhautverengung häufiger unter Eichel- oder Vorhautentzündungen leiden, kann es sinnvoll sein, eine bestehende Vorhautverengung durch einen operativen Eingriff frühzeitig zu beseitigen. Eine solche sogenannte Zirkumzision wird der Arzt möglichst dann durchführen, wenn die Entzündung nicht akut ist.

Balanitis & Posthitis: Verlauf

Der Verlauf einer Balanitis (Eichelentzündung) und/oder Posthitis (Vorhautentzündung) hängt vor allem von einer angemessenen Behandlung ab: Sowohl die Vorhautentzündung als auch die Eichelentzündung haben bei konsequenter Therapie gute Heilungschancen.

Eine durch Krankheitserreger hervorgerufene Entzündung von Vorhaut oder Eichel heilt meist komplikationslos ab.

Komplikationen

Manche Betroffene scheuen sich, ihre Beschwerden mit einem Arzt zu besprechen, und suchen diesen möglicherweise erst spät auf. Falsche Scham ist allerdings unangebracht: Je länger Sie zögern, desto eher können im weiteren Verlauf Komplikationen entstehen:

  • Wenn die Entzündung von der Eichel in die Harnröhre übergreift, können Harnröhre, Blase und Prostata in Mitleidenschaft gezogen werden.
  • Auch eine Nebenhodenentzündung ist möglich.
  • Breitet sich die Entzündung über den Blutweg aus, kann eine Blutvergiftung die Folge sein.
  • Zudem ist das Risiko für eine Vorhautverengung erhöht.

Viele diese Komplikationen kommen nur selten vor. Der Gang zum Arzt ist jedoch die beste Methode, um ihnen vorzubeugen.

Balanitis & Posthitis: So beugen Sie vor

Einer Balanitis (Eichelentzündung) oder Posthitis (Vorhautentzündung) können Sie ein Stück weit vorbeugen:

  • Verwenden Sie Kondome, insbesondere bei häufig wechselnden Partnern. Kondome schützen zuverlässig vor Krankheitserregern, die beim Geschlechtsverkehr auf den Partner übertragen werden können.
  • Wichtig ist eine konsequente, jedoch nicht übertriebene Genitalhygiene. Achten Sie darauf, beim Waschen der Eichel die Vorhaut zurückzuziehen, um Smegma zu entfernen.

Wenn Sie bereits eine Balanitis und/oder Posthitis haben:

  • Durch entsprechende Hygiene können Sie möglichen Komplikationen vorbeugen.
  • Ebenso wichtig: Halten Sie sich an die vom Arzt verordnete Therapie! Wer etwa Antibiotika eigenmächtig absetzt, riskiert, dass die Entzündung nicht ausheilt.
  • Achten Sie darauf, niemanden anzustecken: Benutzen Sie beim Geschlechtsverkehr ein Kondom, damit Sie keine Bakterien oder Pilze auf Ihren Sexualpartner übertragen.
  • Wenn die Eichel/Vorhaut durch eine Erkrankung wie Diabetes mellitus oder durch mechanische Reizung entzündet ist, können Sie durch gründliche Hygiene die Heilung beschleunigen – und zukünftigen Entzündungen vorbeugen.

Balanitis. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: Oktober 2019)

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie: Phimose und Paraphimose. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 006/52 (Stand: September 2017)

Michel, M., et al.: Die Urologie. Band 2. Springer, Berlin 2016

Kerbl, R., et al.: Checkliste Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2015

I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015

Schmelz, H. et al.: Facharztwissen Urologie: Differenzierte Diagnostik und Therapie. Springer, Heidelberg 2014

Krause, W., et al. (Hrsg.): Andrologie. Thieme, Stuttgart 2011

Sterry, W., Burgdorf, W., Paus, R.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

Weitere Informationen

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu „Balanitis (Eichelentzündung), Posthitis (Vorhautentzündung)“:

  • Sonstige Krankheiten des Penis

Onmeda-Lesetipps:

  • Smegma: Nährboden für Keime
  • Forum Männergesundheit (mit Expertenrat)

Letzte inhaltliche Prüfung: 18.10.2019
Letzte Änderung: 18.10.2019

Aua, mein Pipimann! – das hilft bei Vorhautentzündung

Das Leiden ist groß – kein Wunder, trifft es doch eine besonders empfindliche Stelle! Deshalb ist bei einer Vorhautentzündung auch rasche Hilfe gefragt.

Wie entsteht eine Vorhautentzündung?

Bei kleinen Jungs kommt es schnell zu einer Infektion der inneren Vorhaut (Posthitis) oder der Eichel (Balanitis). Das liegt daran, dass bei ihnen die Vorhaut oft noch weit über die Eichel hinausreicht und mit ihr verwachsen ist, sodass sie sich nicht zurückziehen lässt. Keine Angst, diese Verwachsung an sich stellt kein Problem dar, ganz im Gegenteil: in den ersten zwei Jahren muss das sogar so sein, um die empfindliche Eichel vor dem scharfen Urin zu schützen. Und auch bis ins Schulalter ist das weitgehend normal. Unter der Vorhaut bilden sich allerdings Taschen, in denen sich kleine Mengen von „Smegma“ sammeln können. Das ist eine weißliche, cremige Absonderung der Drüsen rund um die Eichel. Keime, die von außen eingeschleppt werden, fühlen sich hier außerordentlich wohl und führen dann zu Entzündungen. Das passiert schnell mal, weil Jungen natürlich oft ihren Penis anfassen, ohne dass die Finger dabei immer ganz sauber sind. Häufig bleibt unter der Vorhaut auch etwas Urin zurück, was ebenfalls zu Entzündungen führen kann. Bei Babys kann auch eine Infektion mit Candida-Pilzen (Windelsoor) der Auslöser sein.

Wie erkennt man eine Vorhautentzündung?

Äußerlich erkennt man eine Vorhautentzündung daran, dass die Penisspitze gerötet, schmerzhaft entzündet und mehr oder weniger angeschwollen ist. Mit fortschreitender Entzündung bildet sich unter der Vorhaut Eiter, manchmal zeigen sich auch weißliche, nässende Bläschen auf der Eichel und die Penisspitze juckt. Häufig ist der gesamte Penis sehr berührungsempfindlich, und es kommt auch beim Wasserlassen zu brennenden Schmerzen.

Im Normalfall ist eine Vorhautentzündung zwar nicht gefährlich, aber äußerst unangenehm. Um Ihrem Sohn längeres Leiden zu ersparen, sollten Sie deshalb so schnell wie möglich mit ihm zum Kinderarzt gehen. Fieber tritt bei einer Vorhaut- oder Eichelentzündung normalerweise nicht auf und kann darauf hindeuten, dass die Infektion bereits auf die Harnwege übergegriffen hat. Wird die Entzündung nicht oder nicht richtig behandelt, können sich auch Narben bilden, die später mal zu Problemen beim Zurückziehen der Vorhaut, einer sogenannten „Narbenphimose“, führen können.

Wie behandelt man eine Vorhautentzündung?

Gegen die Infektion verschreibt Ihr Kinderarzt vermutlich eine antiinfektive, entzündungshemmende Salbe oder bei Windelsoor eine antimykotische Creme. Im Normalfall sollte die Entzündung damit schnell besser und in ein paar Tagen wieder völlig verschwunden sein.

Was hilft sonst noch?

Wenn Ihr Kleiner beim Wasserlassen Schmerzen hat, kann es helfen, den Penis dabei in warmes Wasser zu halten (z.B. Badewanne, Bidet, Eimer), damit es nicht so brennt. Außerdem sollte er viel trinken, damit der Urin nicht so stark konzentriert ist. Häufig tun auch Kamillensitzbäder oder Spülungen mit Kamille gut. Und lassen Sie ihn in der warmen Wohnung ruhig soweit möglich mal ohne Windel oder Hose herumlaufen.

Bei der Körperhygiene sollten Sie immer den Bereich der Penisspitze und der Eichel – soweit sich die Vorhaut schon ohne Widerstand zurückschieben lässt – vorsichtig reinigen. Größere Jungen, bei denen sich die Vorhaut schon vollständig zurückziehen lässt, sollten den Bereich rund um die Eichel einmal täglich mit Wasser und einem milden Waschgel reinigen und das Smegma entfernen. Das beugt Entzündungen vor und schützt später mal, wenn der junge Mann erwachsen ist, auch seine Partnerin.

Manchmal ist eine Vorhautverengung schuld

Falls Ihr Sohn immer wieder unter Vorhautentzündungen leidet, könnte das auch an einer echten Vorhautverengung, einer „Phimose“, liegen. Hier bläht sich der Penis durch die stark verengte Vorhaut beim Wasserlassen regelrecht auf, und der Urin kann nur tröpfelnd oder in ganz dünnem, verzweigtem Strahl abgegeben werden. Durch den zurückbleibenden Urin kommt es immer wieder zu Entzündungen. In diesem Fall kann die Behandlung mit einer Hormonsalbe oder in seltenen Fällen ein kleiner operativer Eingriff nötig und hilfreich sein. Völlig normal ist es hingegen, wenn die Vorhaut bei kleinen Buben mit der Eichel verklebt ist und sich nicht vollständig zurückziehen lässt. Erst zu Beginn der Pubertät, mit etwa 10, 11 Jahren, sollte sich die Eichel vollständig freilegen lassen. Bitte hinterfragen Sie die vermeintliche „Phimose“ sehr genau, weil leider immer noch viel zu viele Jungen unnötigerweise operiert werden! Und wenn eine Behandlung nötig ist, dann führt in den meisten Fällen die Anwendung einer Corticoid- oder Hormonsalbe zum Erfolg.

Eichel- und Vorhautentzündung (Balanitis und Posthitis): Ursachen, Symptome, Behandlung

Von einer Balanitis spricht man, wenn ein entzündlicher Prozess an der Eichel des männlichen Glieds vorliegt, welcher in den meisten Fällen auch die Vorhaut betrifft – die Bezeichnung hierfür ist dann die Balanoposthitis. Welche Ursachen gibt es für Eichel- und Vorhautentzündungen? Welche Symptome äußern sich? Und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Mehr dazu im folgenden Beitrag.

Was ist eine Balanitis? Was ist eine Balanoposthitis?

Eine Balanitis ist die Entzündung an der Eichel. Bei einer Balanaoposthitis handelt es sich um Entzündungen im Bereich der Eichel (medizinisch Glans penis bezeichnet) und des Präputiums (auch Vorhaut genannt) infektiöser oder nicht-infektiöser Genese. Eine Entzündung ohne Präputium-Beteiligung liegt nur selten vor. Im klinischen Sprachgebrauch wird in der Regel immer von einer Balanitis gesprochen, unabhängig davon, ob das Präputium entzündet ist oder nicht.

Ursachen für Entzündungen im männlichen Genitalbereich

Im Kindesalter wird eine Balanitis durch eine bestehende primäre oder sekundäre Phimose begünstigt. Im Erwachsenenalter kann unter anderem die mangelnde Intimhygiene für die Entstehung einer Entzündung an der Eichel auslösend sein: Durch unregelmäßiges Zurückziehen der Vorhaut und Säubern der Eichel können unter der Vorhaut abgeschilferte Epithelzellen und Talg akkumulieren und sekundär zu begünstigten Infektionen mit Bakterien, Viren und Hefepilzen führen. Die Mischung aus Talgablagerungen und Hautschüppchen werden als „Smegma“ bezeichnet. Der häufigste Erreger einer Balanitis candidomycetika ist der Hefepilz Candida albicans, der sich bei etwa 15 Prozent der Männer auf der Eichel nachweisen lässt. Nur ein geringer Teil davon entwickelt jedoch eine Eichelentzündung. Nicht beschnittene Männer sind häufiger von einer Balanitis durch Pilze betroffen als beschnittene Männer. In den meisten Fällen wird der Pilz durch Sexualkontakt übertragen. Es ist zu empfehlen, sofern die Vorhaut reponierbar ist, diese regelmäßig zurück zu ziehen und die Eichel zu säubern. Weitere Ursachen für eine Balanitis können sein:

  • zu intensive Intimpflege von Eichel und Vorhaut: Reizende Waschlotionen oder übertriebene Intimpflege führen dazu, dass Reizungen an der Eichel und dadurch entzündliche Prozesse entstehen
  • allergische Reaktionen auf Waschmittel, Lotionen oder Kondome können das Krankheitsbild hervorrufen
  • Hautpilze, die häufig durch Geschlechtsverkehr übertragen werden
  • bestimmte Viren, beispielsweise das Herpesvirus oder Papillomaviren (HPV); insbesondere bei Beteiligung von Papilmaloviren kann eine Eichelentzündung langwierig und hartnäckig verlaufen
  • Gonokokken oder Treponema pallidum (Erreger der Syphilis)
  • Hauterkrankungen, wie die Schuppenflechte
  • Morbus Reiter
  • Diabetes mellitus; man vermutet, dass der zuckerhaltige Urin ein Auslöser ist

Als Risikofaktoren für eine Balanitis werden außerdem chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, wie zum Beispiel Morbus Chron und Colitis ulcerosa angesehen. Darüber hinaus kann auch schweres Übergewicht Risikofaktor einer Eichelentzündung sein.

Symptome einer Eichelentzündung

Das Hauptsymptom einer Balanitis ist die gerötete und entzündete Eichel, welche mehr oder weniger schmerzhaft empfunden wird. Auch sind bei Betroffenen Ausschläge und unklare Veränderungen an der Eichel zu beobachten. Ein weiteres häufiges Symptom ist Juckreiz. Bei einer Balanitis sind nur die oberen Hautschichten betroffen und nicht die tiefen Schwellkörper der Eichel. Zu erwähnen ist, dass eine Rötung der Eichel zahlreiche Ursachen haben kann und nicht zwangsläufig eine Balanitis dahinter steckt. Aus diesem Grund ist zu empfehlen, bei Veränderungen der Eichel grundsätzlich den Arzt zu konsultieren und es abklären zu lassen. Weitere Symptome können sich äußern, die im Folgenden aufgelistet werden:

  • Brennen
  • Schwellung und Überwärmung der Eichel und des Präputiums
  • Ausfluss aus dem Penis, der verschiedenfarbig und übelriechend sein kann und häufig von eitriger Konsistenz ist
  • erschwertes und schmerzhaftes Zurückziehen der Vorhaut
  • Miktionsprobleme: Schwierigkeiten und Schmerzen beim Wasserlassen; schlimmstenfalls gestörte Kontrolle des Urinstrahls
  • manchmal: zeitweise Impotenz

Die Eichelentzündung bleibt in der Regel nur im Bereich der Eichel und des Präputiums begrenzt und breitet sich nicht weiter aus. Auch sind Krankheitszeichen wie Fieber, Unwohlsein, Erbrechen für dieses Krankheitsbild untypisch. Warnzeichen für einen komplizierten Verlauf einer Balanitis können unter anderem sein:

  • Zeichen einer Blutvergiftung
  • ein schlecht kontrollierter Diabetes mellitus
  • Blockaden beim Wasserlassen
  • Unfähigkeit die Vorhaut überhaupt zurück zu ziehen

Wie wird eine Balantis diagnostiziert?

In einem ausführlichen Anamnesegespräch wird die Krankengeschichte erhoben. Der Patient wird unter anderem dazu befragt, ob er Veränderungen an der Eichel oder dem Penis bemerkt hat und an Schmerzen oder Juckreiz leidet. Auch wird geklärt, ob Probleme beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr bestehen und ob weitere Hauterkrankungen oder andere Krankheiten bekannt sind. Im Hinblick auf die Diagnostik ist in der Regel der klinische Befund ausschlaggebend und ausreichend. Sofern die Ätiologie fraglich ist, kann zusätzlich eine Kulturuntersuchung und die Verwendung von Urinstix auf Glukose, insbesondere bei Verdacht auf Candida Infektion, zur Sicherstellung der Diagnose beitragen. Um herauszufinden, ob ein bestimmter Krankheitserreger für die Entstehung der Balanitis verantwortlich ist, ist ein Abstrich der Eichel und der Vorhaut nötig. Bei Verdacht auf Malignom ist eine Biopsie anzuraten.

Nach der Diagnose folgt die Behandlung

Eine zielführende Therapie richtet sich immer nach der Abklärung der Ursache und somit einer gründlichen Diagnosedurchführung. Wenn der Erreger bekannt ist, kann dieser zielführend bekämpft werden. Sind zum Beispiel Pilzinfektionen für eine Eichelentzündung verantwortlich, ist das Auftragen einer Salbe zur Linderung der Beschwerden nötig. In diesem Fall kommen sogenannte Antimykotika, pilzabtötende Wirkstoffe, zum Einsatz. Besteht eine mechanische Reizung sind kortisonhaltige Salben zum Eindämmen des Entzündungsprozesses zu empfehlen. Liegt eine Eichelentzündung aufgrund einer Grunderkrankung wie beispielsweise Diabetes mellitus vor, kann der Therapieansatz in Tablettenform erfolgen. Da tendenziell weniger beschnittene Männer an einer Balanitis erkranken, kann bei – trotz Therapie – immer wiederkehrenden Eichelentzündungen eine Beschneidung (auch Zirkumszision bezeichnet) eine mögliche Behandlungsmethode sein. Eine zusammenfassende Auflistung der möglichen Behandlungsmaßnahmen:

  • Umschläge und Sitzbäder mit Gerbstoffen
  • Entzündungshemmende Salben und Tinkturen
  • Salben zur Bekämpfung einer Pilzinfektion
  • Sekundärprophylaxe durch hygienische Maßnahmen, insbesondere regelmäßiges Zurückziehen der Vorhaut und Säubern der Eichel
  • bei wiederkehrenden Entzündungen: Zirkumzision

Wenn eine Balanitis vorliegt und der Betroffene sexuell aktiv ist, ist es zudem ratsam und gerechtfertigt auch den Sexualpartner zu behandeln. In den allermeisten Fällen ist eine Balanitis erfolgreich zu therapieren. Es gibt Patienten, die allerdings aus Scham nicht den Arzt aufsuchen, sodass sich das Krankheitsbild verschlimmern kann und unbehandelt schlimmstenfalls die Harnwege aufsteigen kann. Mögliche Folgen sind dann ein Harnwegsinfekt, eine Blasen- oder auch Prostataentzündung. Da Harnwegsinfekte bei Männern seltenere als bei Frauen sind müssen diese dann konsequenter behandelt werden.

Was ist eine Vorhautverengung (Phimose)?

Eine Vorhautverengung ist natürlich und normal

In den ersten Lebensjahren ist bei einem Jungen die Vorhaut des Penis normalerweise mit der Eichel verklebt. Dadurch lässt sie sich nicht über die Eichel zurückschieben. Obwohl die Öffnung der Vorhaut sehr eng ist, verursacht sie keine Beschwerden und ermöglicht eine normale Harnentleerung.
Vom Vorliegen dieser natürlichen Enge kann bei 96% der neugeborenen Jungen ausgegangen werden. Sie ist völlig harmlos und bedarf primär keiner Behandlung. Durch Reifungsvorgänge kommt es bei den meisten Jungen zur Auflösung der physiologischen Enge bis zum Abschluss der Pubertät. Im Alter von sieben Jahren kann etwa die Hälfte der Knaben die Vorhaut weitgehend zurückstreifen, mit 10 Jahren sind es etwa zwei Drittel. Auch bei noch etwa 8% der 13-Jährigen ist eine entwicklungsbedingte Vorhautenge zu finden.

Primäre Phimose

Hat sich bis zum Abschluss der Pubertät die Vorhaut nicht gelöst, bleibt eine Enge der Vorhaut bestehen, sodass sie sich nicht zurückstreifen lässt. Dann sprechen Experten von einer primären Phimose.

Sekundäre Phimose

Besteht eine Vorhautenge, weil sich Narbengewebe gebildet hat, so handelt es sich um eine sekundäre Phimose. Narbengewebe kann sich in der Folge von Entzündungen oder Verletzungen bilden, beispielsweise bei gewaltsamen Versuchen, die Vorhaut zurückzuschieben. Wie häufig solche störenden Narben entstehen, ist unbekannt. Sie sind jedoch eher selten.

Symptome & Krankheitsbild

Eine Vorhautverengung sollte behandelt werden, wenn sie Beschwerden verursacht, oder solche unmittelbar zu erwarten sind, wie:

  • Beschwerden beim Wasserlassen: Ein Aufblähen der Vorhaut ist ebenso normal, wie ein Nachtröpfeln. Ein Harnaufstau durch eine normal enge Vorhaut ist extrem selten.
  • schmerzhafte Abschnürung und Schwellung der Eichel durch zurückgezogene und zu enge Vorhaut: Paraphimose (Notfall!).
  • Lichen sclerosus: diese chronisch-entzündliche Hauterkrankung kann zu einer Verhärtung und Verengung der Vorhaut führen. Weißliche Veränderungen deuten auf eine solche Erkrankung hin, die, eine Behandlung der Vorhaut mit speziellen Cremes oder eine Operation erfordert.
  • Später: Beschwerden beim Sexualverkehr

Nicht verwechselt werden darf die Phimose mit einer Vorhautverklebung. Diese kommt naturgemäß häufig vor und Bedarf in der Regel keiner Therapie, da sie sich im Laufe der Zeit spontan löst. Sie macht keinerlei Beschwerden. Mitunter kommt es hierdurch zur Ansammlung von hellem eingedickten Sekret (Smegma) unter der Vorhaut, das sich beim Lösen entleert. Dies ist ein normaler Vorgang ohne Krankheitswert.

Vorhautentzündung

Manchmal gelangen Bakterien unter die Vorhaut. Dadurch können sowohl unter der Vorhaut als auch auf der Eichel Entzündungen ausgelöst werden. Die Penisspitze ist gerötet, leicht angeschwollen und äußerst schmerzhaft. Sammelt sich unter der Vorhaut Eiter an, ist auch das Wasserlassen mit stark brennenden Schmerzen verbunden. Ist die Eichel mitbetroffen, spricht man von einer Vorhaut- und Eichelentzündung. Häufige Entzündungen können zu Narbenbildung führen. Diese Erkrankungen heilen in der Regel mit einfachen örtlichen Maßnahmen und folgenlos.

Auswirkungen: Vorhautentzündung

Wird der Harnstrahl behindert, gelangen leicht Bakterien unter die Vorhaut. Dadurch können sowohl unter der Vorhaut als auch auf der Eichel Entzündungen ausgelöst werden. Die Penisspitze ist gerötet, leicht angeschwollen und äußerst schmerzhaft. Sammelt sich unter der Vorhaut Eiter an, ist auch das Wasserlassen mit stark brennenden Schmerzen verbunden. Ist die Eichel mitbetroffen, spricht man von einer Vorhaut- und Eichelentzündung.

Diagnose

Da die Vorhaut sehr empfindlich ist, sollten die Eltern keinesfalls selbst die Vorhaut ihres Sohnes über die Eichel ziehen. Infolge unvorsichtiger Lösungsversuche entstehen nämlich häufig kleine Verletzungen, die Narben hinterlassen können, die den Harnstrahl nur noch stärker behindern. Generell sollte eine Vorhautuntersuchung nur der Kinder- und Jugendarzt durchführen.

Therapie

Die Phimose wird, wenn sie Beschwerden verursacht oder medizinische Probleme auftreten, für mehrere Wochen mit Salben behandelt. Durch eine vier- bis achtwöchige Anwendung von Kortisonsalben wird versucht, die Vorhaut zu weiten. Aus psychologischen Gründen sollten Jungen wenn möglich selbst die Salben auftragen und vorsichtig versuchen, die Vorhaut zurückzuschieben. Bei Bedarf kann der Vater helfen.

Bleibt die Phimose bestehen und bereitet Probleme, sollte sie unter Vollnarkose durch eine vorhauterhaltende, plastische Operation behandelt werden, z.B. durch eine so genannte Triple Inzision. In manchen Fällen ist eine vollständige Beschneidung erforderlich, z.B. beim Lichen sclerosus, da hier ein großes Rückfallrisiko besteht. Nach der Operation hat der Patient noch einige Tage Beschwerden beim Wasserlassen.

Bei einer Paraphimose (Einschnürung der Eichel durch die zu enge zurückgezogene Vorhaut) versucht der Facharzt zunächst die Schwellung unter Narkose durch Ausdrücken der angesammelten Flüssigkeit rückgängig zu machen. Gelingt dies nicht, muss die Enge chirurgisch behoben werden. Denn die Blut- und Sauerstoffzufuhr der Eichel ist behindert. Diese Situation ist sehr schmerzhaft und es kann zu Entzündungen, Geschwüren und zum Absterben des Gewebes kommen. Deshalb sollte eine Paraphimose umgehend behandelt werden.

Eine operative Behandlung kann in folgenden Fällen erforderlich sein:

  • Zustand nach Paraphimose (urologischer Notfall, Abschnürung der Eichel bzw. Glans penis durch Phimose) Hindernis beim Urinieren mit Auftreibung der Vorhaut
  • schmerzhafter Geschlechtsverkehr
  • wiederkehrende (rezidivierende) Eichel- und Vorhautentzündungen mit Narbenbildung
  • Lichen sclerosus (chronisch entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung, nur durch Gewebsuntersuchung/ Histologie feststellbar)

Ziele der Behandlung sind die ungehinderte, normale Harnentleerung, eine problemlose Genitalhygiene sowie eine unbeeinträchtigte sexuelle Funktion. Die Behandlung der Vorhautenge ist fast nie dringlich. Als erste Therapie kann und sollte daher immer eine Salbenbehandlung überlegt werden – erst wenn diese erfolglos ist, eine Operation.

Die Broschüre „Mann-oh Mann“ gibt detailliert Auskunft über die Genitalhygiene und beantwortet Fragen rund um den Penis (s.a. Quellen).

Vorhautentzündung

Ursachen: Eine Vorhautentzündung kann durch Bakterien, Viren oder Pilze (Candida albicans) ausgelöst werden. Sie entsteht durch mangelnde Hygiene im Intimbereich, wird aber auch sexuell übertragen. Neben mangelnder Hygiene kann allerdings auch übertriebene Hygiene zu einer Vorhautentzündung führen. Zu häufiger Gebrauch von Seife entzieht der Haut schützende Fette und macht sie damit anfällig gegenüber Erregern.

Zu den Faktoren die eine Vorhautentzündung begünstigen, gehören eine Vorhautverengung (Phimose), Diabetes mellitus, Geschlechtskrankheiten wie Syphilis, allergische Reaktionen oder Hautkrankheiten. In seltenen Fällen kann auch eine rheumatische Systemerkrankung wie Morbus Reiter (reaktive Arthritis) der Auslöser sein.

Symptome: Die entzündete Vorhaut ist gerötet, geschwollen und überwärmt. Betroffene spüren oft einen starken Juckreiz, Brennen und Schmerzen, insbesondere auch beim Wasserlassen. Zusätzlich kann es zu Bläschenbildung und eitrigem Ausfluss kommen.

Behandlung: Die Vorhautentzündung sollte vom Arzt behandelt werden. Je nach Erreger wird zum Beispiel mit Antibiotika oder Antipilzmitteln (Antimykotika) behandelt. Zusätzlich können Kamillensitzbäder und desinfizierende Salben angebracht sein. Chronische Vorhautentzündungen können das Risiko für die Entstehung einer Vorhautverengung und Peniskrebs erhöhen. Bei wiederholten Infekten trotz ausreichender Genitalhygiene, ist eine Beschneidung zu erwägen.

Vorhautentzündung, Balanitis

Kompetenzzentrum für Urologie und Men’s Health informiert: Vorhautentzündung (Balanitis)

Definition Vorhautentzündung (Balanitis)

Der Facharzt für Urologie unterscheidet, ob nur die Eichel entzündet ist (Balanitis) oder auch die Vorhaut (Posthitis). Sind beide betroffen, wird auch von einer Balanoposthitis gesprochen. Die Vorhautentzündung (Balanitis) ist sehr schmerzhaft und wird meistens durch Bakterien hervorgerufen, manchmal auch durch Pilze oder irritierende Substanzen (toxische und Allergie auslösende Stoffe). Begünstigt wird sie durch mangelnde Hygiene, Sekretanhäufung unter der Vorhaut des Penis sowie durch eine Vorhautverengung (Phimose). Die Krankheit kommt sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen vor. Sie ist sexuell übertragbar. Typische Merkmale einer Vorhautentzündung (Balanitis) sind:

  • Eichel und Vorhaut sind gerötet und schmerzhaft angeschwollen
  • Brennen
  • Juckreiz
  • Probleme beim Wasserlassen
  • Eitriger Ausfluss

Wenn die Krankheit nicht durch den Facharzt für Urologie behandelt wird, kann es zu einer Vorhautverengung kommen, zu einer Gefährdung des Harnsystems oder zu Prostata- und Nebenhodenentzündungen. Im schlimmsten Fall droht eine Blutvergiftung (Sepsis). Treten Vorhautentzündungen (Balanitis) häufiger auf, besteht das Risiko, an Krebs zu erkranken. Die Heilungschancen der Vorhautentzündung (Balanitis) sind sehr gut.

Synonyme und artverwandte Begriffe

Synonyme: Balanoposthitis, Posthitis Englisch: balanitis

Überblick Vorhautentzündung (Balanitis)

Die Eichel (Glans penis) und die Vorhaut (Praeputium) sind die vorderen Teile des männlichen Geschlechtsorgans (Penis). Sie haben nur wenig Luftkontakt. Das Klima dort ist oft feucht und warm. Für bestimmte Pilz- und Bakterienstämme sind das optimale Bedingungen. Entzündungen und Hauterkrankungen sind die Folge. Die Vorhautentzündung (Balanitis) ist eine häufige Hauterkrankung des Penis. Darunter versteht der Urologe eine schmerzhafte Entzündung der Eichel. Erreger sind meist Bakterien, aber auch Pilze. Ausgelöst wird die Erkrankung zudem durch mechanische Reizungen der empfindlichen Schleimhaut des Penis, etwa durch das Tragen sehr enger Unterwäsche oder durch chemische Reizungen. Intimsprays, Seifen oder Urinrückstände greifen den natürlichen pH-Wert an, die Haut trocknet aus, es kommt zur Entzündung. Die Vorhaut und der Penis sind meist gerötet, es entleert sich gelbes, eitriges Sekret, beim Wasserlassen treten Schmerzen auf. In seltenen Fällen kann eine Vorhautentzündung (Balanitis) ein Vorstadium von Krebs sein.

Ursachen der Vorhautentzündung (Balanitis)

Der Facharzt für Urologie kennt viele verschiedene Ursachen für eine Vorhautentzündung (Balanitis). Meistens führt der Urologe die Entzündung der Vorhaut und der Eichel auf Bakterien zurück. Daneben kommen auch Pilze (z.B. Candida) infrage. Die Erreger werden in erster Linie durch Sexualkontakte übertragen oder durch mangelnde Genitalhygiene. Bei mangelnder Hygiene sammelt sich das so genannte Smegma an, die Absonderung von Eichel- und Vorhautdrüsen, und bildet den Nährboden für die Erreger. Auch feuchte Bedingungen, wiederholte Reibung bei sexueller Aktivität, häufiges Waschen mit scharfen Seifen, die der Haut zunehmend Fett entziehen gehören zu den Risikofaktoren. Bei Jungen vor der Pubertät ist es oft eine angeborene Vorhautverengung (Phimose) und eine Vorhautverklebung. Wenn zwischen der Größe der Eichel und der dehnbaren Weite der Vorhautöffnung ein Missverhältnis besteht und sich die Vorhaut nicht über die Eichel zurückziehen lässt, staut sich der Urin unter der Vorhaut. Das begünstigt bakterielle Infektionen. Menschen mit einer Immunschwäche (z.B. Aids) oder mit der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) entwickeln schneller eine Vorhautentzündung (Balanitis). Sie kann auch als Begleiterkrankung bei schon bestehenden Geschlechtskrankheiten wie Syphilis oder Gonorrhoe auftreten.

Was Sie bei einer Vorhautentzündung (Balanitis) selbst tun können

Der Urologe empfiehlt Sitzbäder mit desinfizierenden Lösungen. Sie helfen gut und lindern die Beschwerden. Auch Kamillesitzbäder sind gut geeignet. Wichtig ist die Hygiene. Beim Waschen sollten Sie den Penis mit lauwarmem Wasser abspülen und die Vorhaut ebenfalls reinigen. Scharfe Seifen entziehen der Haut Feuchtigkeit, die anfälliger für Infektionen wird. Außerdem ist es wichtig, dass Sie bei einer bestehenden Vorhautentzündung (Balanitis) darauf achten, niemanden anzustecken. Geschlechtsverkehr sollten Sie nur geschützt mit einem Kondom haben, damit Sie keine Bakterien oder Pilze auf Ihre Sexualpartner übertragen.

Hilfe durch den Spezialisten

Je nach Spezifität der Symptomatik kann ausgehend von einem Gespräch mit Ihrem Arzt eine weitere detaillierte Diagnostik bei verschiedensten Fachmedizinern erfolgen. Hierzu gehören:

  • Urologen
  • Pädiater
  • Dermatologen

Was Sie bei Ihrem Arzt für Urologie erwartet?

Bevor Ihr Arzt für Urologie mit einer Untersuchung beginnt, findet ein einführendes Gespräch (Anamnese) über Ihre aktuellen Beschwerden statt. Im Rahmen dessen befragt er Sie ebenfalls zu zurückliegenden Beschwerden und eventuell bestehenden Erkrankungen. Mit folgenden Fragen können Sie rechnen:

  • Seit wann bestehen die Symptome?
  • Können Sie eine genaue Charakterisierung und gegebenenfalls Lokalisation vornehmen?
  • Haben sich im Verlauf der Symptomatik Veränderungen ergeben?
  • Leiden Sie unter zusätzlichen Symptomen wie beispielsweise Atemnot, Schmerzen in der Brust, Schwindelgefühle
  • Litten Sie schon einmal daran und sind diese Anzeichen familiär aufgetreten?
  • Bestehen aktuell Vorerkrankungen oder Erbkrankheiten und werden diese therapiert?
  • Nehmen Sie aktuell Medikamente ein?
  • Sind Ihnen Allergien bekannt?
  • Leiden Sie unter Stresszuständen im Alltag?

Welche Medikamente nehmen Sie regelmäßig ein?

Ihr Facharzt für Urologie benötigt eine Übersicht der Arzneimittel, die Sie regelmäßig einnehmen. Stellen Sie schon vor dem Arztbesuch bei Ihrem Urologen eine Übersicht über die Medikamente, die Sie einnehmen, in einer Tabelle zusammen. Eine Vorlage für die Übersicht finden Sie hier.

Untersuchungen (Diagnostik) durch den Urologen

Ausgehend von der in der vorangegangenen Anamnese erhobenen Symptomcharakteristik und dem aktuellen Befinden kann der Facharzt für Urologie nun folgende Diagnostik anwenden:

  • Untersuchung des Penis und der Leistenlymphknoten
  • Abstrich von Eichel und Vorhaut
  • Blutbild
  • Serologische Untersuchung
  • Urinproben
  • Eventuell Gewebeprobe (Biopsie)
  • Blut- und Urinproben

Behandlungen (Therapie)

Die Behandlung (Therapie) durch den Facharzt für Urologie besteht darin, die Entzündung einzudämmen. D.h. die Erreger müssen gezielt bekämpft werden. Haben Bakterien die Vorhautentzündung (Balanitis) ausgelöst, helfen Antibiotika sehr gut. Bei Pilzbefall verordnet der Urologe Antimykotika (Antipilzmittel). Auch desinfizierende Salben und Kamillebäder sind empfehlenswert. In seltenen Fällen wird die Vorhaut vom Urologen entfernt (Beschneidung), um eine Abheilung zu erreichen.

Vorbeugung (Prophylaxe, Prävention)

Um einer Vorhautentzündung vorzubeugen, empfehlen Urologen, auf die Hygiene im Genitalbereich zu achten. Der Penis sollte regelmäßig unter der Vorhaut gereinigt werden. Allerdings kann eine „übertriebene“ Hygiene zu einer so genannten Reinlichkeitsbalanitis führen. Wichtig ist, keine scharfen Seifen zu benutzen und Hygienemittel nur in Maßen zu verwenden, weil sie die Eichel stark reizen können. Das Zurückziehen der Vorhaut sollte vorsichtig geschehen. Beim Geschlechtsverkehr schützen Kondome vor einer Übertragung der Krankheitserreger. Bei immer wiederkehrenden Infektionen und bei Bestehen einer Vorhautverengung kann eine Beschneidung helfen. Männer ab dem 50. Lebensjahr sollten sich regelmäßig einer Kontrolluntersuchung beim Facharzt für Urologie unterziehen.

Prognose

Die Vorhautentzündung (Balanitis) heilt in der Regel problemlos ab. Die Heilungschancen liegen nach einer Behandlung durch den Facharzt für Urologie bei fast 100 Prozent.

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