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Vitamin-D-Mangel

Vitamin-D-Mangel: Symptome

Symptome bei Vitamin-D-Mangel gibt es viele, denn der Körper braucht Vitamin D für verschiedenste Vorgänge. Eine seiner Hauptaufgaben ist die Knochengesundheit. Vitamin D unterstützt aber beispielsweise auch das Immunsystem, die Muskulatur und die Haare.

Hier einige mögliche Auswirkungen von Vitamin-D-Mangel:

  • Haarausfall
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Gliederschmerzen
  • gestörte Knochenmineralisation (Rachitis bei Kindern, Osteomalazie bei Erwachsenen) mit Knochenschmerzen und -verformungen
  • neuromuskuläre Übererregbarkeit (Tetanie) durch Kalziummangel als Folge von Vitamin-D-Mangel mit Missempfindungen (etwa der Lippen und Finger), Muskelkrämpfe, Migräne etc.

Vitamin-D-Mangel: Depression, Krebs & Co.

Abgesehen von oben genannten Vitamin-D-Mangelerscheinungen gibt es noch einige ernste Erkrankungen mit möglicher Verbindung zu einem Mangel an Vitamin D: Depression, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall), Atemwegserkrankungen (wie Asthma), Stoffwechselerkrankungen (wie Typ-2-Diabetes) und Autoimmunerkrankungen (wie Multiple Sklerose) zählen dazu. So fanden mehrere Studien einen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel im Blut und Erkrankungen wie Diabetes und Rheuma. Auch Winterdepression könnte durch Vitamin-D-Mangel befeuert werden, vermuten Forscher. Bei vielen Menschen rauscht nämlich in der dunklen, kalten Jahreszeit der Blutspiegel des Sonnenvitamins D in den Keller – ebenso wie die Stimmung.

Größtenteils ist aber nicht geklärt, ob der Mangel an Vitamin D die Ursache oder aber eine Folge solcher Erkrankungen ist beziehungsweise ob eine erhöhte Zufuhr an Vitamin D gegen die genannten Erkrankungen helfen kann. Die entdeckten Zusammenhänge müssen noch genauer erforscht werden.

Als gesichert gilt nach derzeitigem Wissensstand, dass bei älteren Menschen eine gute Versorgung mit Vitamin D das Risiko für Stürze, Knochenbrüche, Kraftverlust, Mobilitäts- und Gleichgewichtseinbußen sowie vorzeitigen Tod verringern kann.

Vitamin-D-Mangel bei Kindern

Bei Kindern befindet sich der Körper in ständiger Veränderung und im Wachstum. Umso wichtiger ist eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen und Vitaminen. Speziell ohne ausreichend Vitamin D sind die Knochen nicht in der Lage, Mineralstoffe aus dem Blut in die Knochensubstanz einzubauen. In der Folge bleiben die Knochen weich und verformen sich. Mediziner sprechen dann von Rachitis.

Ein erhöhtes Risiko für Vitamin-D-Mangel und dadurch bedingter Rachitis haben Säuglinge – zum einen weil die Muttermilch nur wenig Vitamin D enthält, zum anderen weil die zarte Babyhaut keinem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden soll. Deshalb empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, dass alle Babys ab dem Ende der ersten Lebenswoche bis zum Ende des ersten Lebensjahres zur Rachitis-Vorbeugung täglich eine Vitamin-D-Tablette erhalten sollten. Diese Empfehlung gilt sowohl für gestillte als auch nicht gestillte Säuglinge.

Vitamin-D-Mangel/ Rachitisprohylaxe

Vitamin D wird zu 80 bis 90% durch den Einfluss des UV-B-Lichts (UV-B mit 290 bis 315 nm Wellenlänge) auf der Haut gebildet und nur geringfügig über die Nahrung aufgenommen.

In der Haut gespeichertes Cholesterol (Dehydroxycholesterol, 7-DHC) wird unter Einwirkung von UV-B-Strahlung über Zwischenstufen in Vitamin D3 umgewandelt. Das Vitamin D3, das von der Haut ins Blut gelangt, ist noch inaktiv und wird erst in der Leber und der Niere zu aktiven Vitamin-D-Hormon ((1,25-Dihydroxy Vitamin D3, 1,25 2D3, Clacitriol) umgewandelt.

Aber auch in nahezu allen Zellen können Vorstufen in die biologisch aktiven Form des Vitamin D, das Calcitriol (1,25-(OH)2 D3), verstoffwechselt werden. Es wird dann meist von den Zellen selbst verbraucht. Nur die Nieren stellen das Calcitriol über den Blutkreislauf für den Knochenstoffwechsel zur Verfügung und ermöglichen so die Bildung und Reifung von Knochenstammzellen. Außerdem steuert das Calcitriol den Kalziumhaushalt, indem es die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm regelt, und es beeinflusst überdies den Phosphatstoffwechsel. Dadurch werden Kalzium und Phosphat in den Knochen eingelagert, die eigentlich weiche Knochengrundsubstanz wird hart (Verkalkung), und das gesamte Skelett bekommt seine Stabilität.

Vitamin D wird im Muskel- und Fettgewebe gespeichert. Nicht benötigtes Calcitriol wird nochmals umgewandelt und ausgeschieden.

Als Ergocalciferol (Vitamin D2) hingegen bezeichnet man die pflanzliche stoffwechselrelevante Substanz.

Warum ist Vitamin D so wichtig für den Körper?

Während man früher Vitamin D lediglich bedeutsam für das Knochenwachstum ansah, kennt man heute seine vielfältigen Auswirkungen auf den Körper:

  • Stärkung der Knochen, Kräftigung der Muskulatur
  • Zahnbildung
  • Stärkung des Immunsystems sowohl bei der Abwehr von Erregern als auch Hemmung überschießender Immunreaktionen und dadurch Mäßigung von Autoimmunerkrankungen wie Diabetes Typ 1, Multiple Sklerose usw.
  • Schutzfunktion für die Nervenzellen des Gehirns
  • Positiver Einfluss auf das Herz-Kreislaufsystem, Senkung des Blutdrucks
  • Verringerung von Gefäßerkrankungen
  • Protektive Wirkung vor Krebserkrankungen

Wer sind die natürlichen Vitamin-D-Lieferanten?

In den Sommermonaten reichen drei- bis viermal pro Woche 15 bis 30 Minuten oder besser täglich 10 bis 15 Minuten Sonnenlicht an Gesicht, Armen und Händen, um die notwendige Vitamin-D-Menge herzustellen – wenn die Sonne scheint und die Haut nicht mit Sonnenschutzcreme abgedeckt ist.

Im Winter hingegen leben die Menschen von dem Vitamin-D-Depot in ihrem Fettgewebe. Daher ist es gerade zwischen November und März wichtig, auf Vitamin-D-haltige Kost zu achten und eventuell zusätzlich ein Vitamin-D-Präparat einzunehmen.

Mit Ausnahme von Lebertran und fettreichem Seefisch wie Hering, Aal, Makrele oder Thunfisch gibt es wenige Nahrungsmittel, die nennenswerte Mengen an Vitamin D beinhalten. Hierzu gehören Milch, Butter, Eigelb, Hefe, Avocados oder Rinderleber. In 100g Hühnerei sind beispielsweise 2,4 µg Vitamin D enthalten. Milch ist im Sommer – falls die Tiere sich im Freien auf einer Weide befinden – bis zu zehnmal Vitamin-D-reicher als im Winter.

Da Vitamin D hitze- und lagerungsbeständig ist, wird es einigen Nahrungsmittel, vor allem Margarine oder Säuglingsnahrung, künstlich zugesetzt. In den USA und Canada wird Milch grundsätzlich mit Vitamin D angereichert.

Ursachen und Risikofaktoren für einen Vitamin-D-Mangel

Seltener Aufenthalt im Freien und damit wenig Sonnenstrahlung auf der Haut ist der Hauptgrund für einen Vitamin-D-Mangel. Dies gilt insbesondere für die Wintermonate, da dann in unseren Breiten die UV-Strahlung zur Vitamin-D-Bildung nicht ausreicht. Die Diskussion über steigende Hautkrebsraten in Verbindung mit zunehmend aggressiver UV-Strahlung führt dazu, dass die Menschen ihre Haut immer mehr unter Kleidung und Sonnencreme verstecken. Präparate mit einem Sonnenschutzfaktor 15 blockieren jedoch die Vitamin-D-Produktion bereits zu 99%

Man kann sogar sagen, dass sich die aktuellen Empfehlungen der Mediziner hinsichtlich der Sonnenexposition und die ausreichende Versorgung mit Vitamin D widersprechen. In einigen Kulturkreisen ist die Bildung von Vitamin D darüber hinaus schwierig, da insbesondere für die Frauen das komplette Verhüllen ihres Körpers vorgeschrieben ist. Grundsätzlich kann man aber feststellen, dass der Vitamin-D-Mangel inzwischen ein gesamtgesellschaftliches Problem darstellt.

Je weiter ein Land vom Äquator entfernt ist, desto schwieriger wird die körpereigene Synthese von Vitamin D aufgrund der abnehmenden Sonneneinstrahlung. Das beginnt etwa nördlich bzw. südlich des 45. Breitengrades, der bei uns ungefähr nördlich der Alpen verläuft. Auch der Smog in Industriegebieten reduziert die UV-Bestrahlung, die die Haut erreicht.

Da dunkle Hautpigmentierung die Bildung von körpereigenem Vitamin D verringert, haben in Deutschland lebende dunkelhäutige Kinder ein erhöhtes Rachitisrisiko. Ihre Haut benötigt die 10- bis 50-fache Menge an UV-B-Strahlung, um die gleiche Menge an Calcitriol im Vergleich zu ihren hellhäutigen Altersgenossen bilden zu können. Eine Untersuchung von 2008 an über 1.000 in Deutschland lebenden Kindern zwischen 0 bis 17 Jahren zeigte, dass 29% der Jungen und 31%der Mädchen mit Migrationshintergrund an Vitamin-D-Mangel litten, während 18% der deutschstämmigen Jungen und 17% der Mädchen mit deutscher Familie davon betroffen waren.

Die ausreichende Aufnahme von Kalzium über die Nahrung (z. B. in Milch, Eiern, Sardinen, Brokkoli, Frühlingszwiebeln, Petersilie, Brunnenkresse) ist Voraussetzung dafür, dass mit Hilfe von Vitamin D Kalzium in die Knochen eingelagert werden kann.

Sekundärer Vitamin-D-Mangel entsteht, wenn Störungen im Stoffwechselprozess die Produktion oder Umwandlung des Vitamin D verhindern:

  • Mangelhafter Knochenaufbau und gestörtes Skelettwachstum infolge einer chronischen Niereninsuffizienz (renale Osteodystrophie)
  • Erkrankungen des Verdauungstraktes, wie z.B. Störungen in der Gallensäureproduktion, Leberfunktionsstörung oder chronische Darmentzündungen (Zöliakie usw.)
  • Einnahme von Medikamenten gegen Epilepsie

Wie viel Vitamin D braucht mein Kind?

Wenn der Vitamin-D-Bedarf größtenteils durch den Hauptlieferanten, die Sonne, gedeckt werden kann, reicht eine tägliche Zufuhr über die Nahrung von 5 µg (5 Mikrogramm, 0,005mg, 200 IE – ) für Kinder nach dem ersten Lebensjahr und Erwachsene bis zum 65. Lebensjahr.

Kinder in den ersten zwölf Lebensmonaten haben hingegen für einen gesunden Knochenaufbau einen erhöhten Bedarf. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (DGKJ) empfiehlt unabhängig von der Vitamin-D-Produnktion durch UV-Licht in der Haut und der Vitamin-D-Zufuhr durch Muttermilch bzw. Säuglingsnahrung zur Rachitisprophylaxe bei gestillten und nichtgestillten Säuglingen die tägliche Gabe von einer Vitamin-D-Tablette von 10-12,5 µg (400-500 IE ; 1µg = 40 IE, 1 IE = 0,025 µg) ab dem Ende der ersten Lebenswoche bis zum Ende des ersten Lebensjahres. Die Prophylaxe kann im 2. Lebensjahr in den Wintermonaten fortgeführt werden.

Nach dem vollendeten zweiten Lebensjahr ist eine zusätzliche Gabe zur primären Prävention dann grundsätzlich nicht mehr erforderlich. In einigen Zubereitungen von Vitamin D kann ein minimaler Anteil von Erdnussöl enthalten sein, dieser ist jedoch nach neuesten Erkenntnissen für Allergiker unbedenklich.

Die Empfehlungen, ab dem zweiten Lebensjahr müssen vermutlich angesichts des in den Messungen des Robert Koch-Instituts nachgewiesenen generellen Mangels bei allen Kindern, die nicht supplementiert waren, überdacht und modifiziert werden. Ob ein Vitamin-D-Mangel vorliegt, kann der Kinder- und Jugendarzt durch die Untersuchung des Blutes feststellen. Dafür wird der Anteil des 25-Hydroxyvitamin-D im Blut gemessen. Als Richtwerte zur Beurteilung der 25-Hydroxyvitamin-D-Konzentration (in Nanomol pro Liter, abgekürzt nmol/L) gelten:

  • unter 12,5 nmol/L: schwerer Vitamin-D-Mangel (i.d. R. verbunden mit Rachitis)
  • 12,5 bis unter 25 nmol /L: moderater Vitamin-D-Mangel (mit wahrscheinlicher Auswirkung auf den Knochenstoffwechsel)
  • 25 bis unter 50 nmol/L (abhängig vom Lebensalter auch 25 bis unter 75 nmol/L): suboptimale Vitamin-D-Versorgung mit möglicher Auswirkung auf den Knochenstoffwechsel.

Während kurzzeitige intensive Sonnenbestrahlung (v.a. Sonnenbrände in der Kindheit oder extreme Sonnenexposition während der Ferien-/Urlaubszeiten, gegenüber geringem Aufenthalt im Freien in den übrigen Zeiten) gesundheitsschädlich und hautkrebsförderlich wirkt, ist eine längerfristig wenig intensive Sonnenbestrahlung anscheinend eher gesundheitsförderlich.

Ist eine Überdosierung von Vitamin D möglich?

Der Organismus passt seine Vitamin-D-Produktion längeren Aufenthalten in der Sonne an, so dass eine Überdosierung auf natürliche Weise eigentlich unmöglich ist. Gleiches gilt für die Nahrungsaufnahme.

Nur eine Einnahme von hochdosierten Vitamin-D-Präparaten von mehr als 500 µg über einen längeren Zeitraum würde eine erhöhte Kalziumkonzentration (Hyperkalzämie) im Blut nach sich ziehen. Die obere sichere Grenze der Vitamin-D-Zufuhr wurde mit 25 µg pro Tag für Kinder (1.000 IE) und 50 µg pro Tag für Erwachsene (2.000 IE) festgelegt.

Bei einer noch höheren, kurzfristigen Überdosierung treten Vergiftungsanzeichen wie Übelkeit, Erbrechen, starker Durst, Kopfschmerzen und Müdigkeit auf. Eine langfristige Überdosierung führt zur Ablagerung von Kalzium in den Blutgefäßen und den Nieren, die Nierensteine bis hin zu Nierenversagen nach sich ziehen können.

Rachitis durch Vitamin-D-Mangel

Eine ausreichende Vitamin-D-Bildung (Calcitriol (1,25-(OH)2 D3) ermöglicht den Einbau von Kalziumphosphat in den Knochen. Diese Mineralisation sorgt für die Stabilität der Knochen. Die mangelhafte Verkalkung des Knochengewebes durch ein Vitamin-D-Defizit kann bei Kindern – insbesondere in den allerersten Lebensjahren – zu einer Rachitis (von griechisch „rachis“ = Rücken) führen. Die bereits im 17. Jahrhundert in England beschriebene Erkrankung ist u.a. gekennzeichnet durch Knochenerweichung, Wirbelsäulenverkrümmung, Verbiegung der Beinknochen („X- oder O-Beine“), Muskelschwäche, anfallartige Verkrampfungen der Muskulatur (Tetanie) sowie einen aufgebogenen Brustkorb. Der Schädel flacht am Hinterkopf ab, wo darüber hinaus in einigen Arealen Erweichungen entstehen, und wölbt sich im Stirnbereich vor.

Weitere Symptome sind ein verzögerter Zahndurchbruch, Karies, Zahnschmelzdefekte, eine schlaffe Bauchmuskulatur („Froschbauch“), geschwollene Gelenke, allgemeine motorische Entwicklungsverzögerung, erhöhte Infektanfälligkeit sowie Verstopfungen. Bei starker Deformierung des Brustkorbs sind eine Einschränkung der Lungenfunktion sowie Erkrankungen der Bronchien möglich. Resultiert die Rachitis aus einer mangelhaften Ernährung, kommt es gleichzeitig zu Eisenmangel und einer Blutarmut (Anämie).

Die Beschwerden beginnen häufig im dritten Lebensmonat mit Unruhe, Schreckhaftigkeit, schlechter Stimmungslage, eingeschränkten Bewegungen, Muskelschlaffheit und Schwitzen am Hinterkopf.

Die Diagnose erfolgt über eine Röntgenaufnahme des Handgelenks sowie laboranalytische Bestimmung des Vitamin-D-, Kalziums- und Phosphatspiegels sowie der alkalischen Phosphatase. Unter anderem muss eine Differenzialdiagnose zu den extrem seltenen Vitamin-D-abhängigen Rachitiden Typ 1 und Typ 2 erfolgen, die auf genetischen Defekten beruhen und bei denen entweder kein Calcitriol gebildet wird (Typ 1) oder Darm sowie Skelett kein Calcitriol aufnehmen (Typ 2).

Eine Rachitis kann ebenso auf einem Phosphatmangel beruhen, entweder bedingt durch eine Nierenerkrankung oder die angeborene so genannte Phosphatdiabetes.

Eine Rachitis wird wie folgt therapiert:

  • Erstes Lebensjahr:
    Bei Auftreten in den ersten vier Lebenswochen: 1.000 IE Vitamin D3 und zusätzliche Kalziumgabe von 40-80 mg je Kilo Gewicht pro Tag über 12 Wochen.
    Ab der 4. Lebenswoche bis zum Ende des 12. Lebensmonats: 3.000 IE Vitamin D3 und zusätzliche Kalziumgabe von 40-80 mg je Kilo Gewicht pro Tag über 12 Wochen
    Anschließend ist die Prophylaxe mit 500 IE Vitamin D3 bis zum Ende des ersten Lebensjahres fortführen
  • Kleinkind:
    Nach dem ersten Lebensjahr : 5.000 IE Vitamin D3 und zusätzliche Kalziumgabe von 40-80 mg je Kilo Gewicht pro Tag über 12 Wochen
    Anschließend ausreichende Sonnenexposition und Kalzium-Zufuhr (z.B. Milch)
    Falls sich eine ausreichende Sonnenexposition nicht sicherstellen lässt, sollte eine vorbeugende Vitamin-D-Gabe beibehalten werden.

Daraufhin normalisieren sich die Beschwerden und Laborwerte in den ersten 6 bis 12 Wochen. Bei frühzeitiger Erkennung und Behandlung heilen etwaige Fehlstellungen der Extremitäten und Achsenverschiebungen des Skeletts innerhalb eines Jahres aus und operative Korrekturen sind nicht erforderlich.

Auch wenn die Rachitis in Deutschland selten geworden ist, treten schätzungsweise 400 Fälle jährlich auf, vermehrt bei Immigrantenkindern mit dunkler Hautfarbe, die keine Vitamin-D-Prophylaxe im ersten Lebensjahr erhalten haben.

Vitamin-D-Mangel – Symptome und Folgen

Vitamin-D-Mangel: Erste unspezifische Symptome

Vitamin-D-Mangel kann zu sehr unterschiedlichen Symptomen führen. Meist wird von offizieller Seite aus behauptet, dass sich Vitamin-D-Mangel eigentlich hauptsächlich auf das Skelett auswirke, was man an einer schlechten Knochengesundheit erkenne. Wer jedoch bereits an Skelettschmerzen und Knochenverbiegungen leidet, der hat nicht nur einen besonders extremen Vitamin-D-Mangel, sondern hat ihn meist auch schon eine lange Zeit.

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So weit sollte man es besser gar nicht erst kommen lassen. Daher wäre es nicht schlecht, wenn man schon auf erste Anzeichen eines Vitamin-D-Mangels achten würde. Es kann sich dabei um ganz unspezifische Symptome handeln, wie z. B.:

Vitamin-D3-Mangel Symptome:

  • Häufige Infekte
  • Schlechte Wundheilung
  • Allgemeine Müdigkeit
  • Knochen- und Rückenschmerzen
  • Chronisch schlechte Stimmung
  • Depressionen
  • Schlafprobleme
  • nachlassende körperlich und geistige Leistungsfähigkeit
  • schlechtes Hauptbild
  • schlechte Wundheilung
  • Fibromyalgie
  • Diabetes
  • Asthma
  • Paradontitis
  • Krebs
  • Osteoporose
  • Autismus
  • ADHS

Selbstverständlich können die genannten Symptome bzw. Krankheiten noch weitere Ursachen haben – und selbstverständlich sorgt allein die Einnahme von Vitamin D nicht zur Heilung sämtlicher Krankheiten. Ein Vitamin-D-Mangel kann jedoch oft eine wichtige Mit-Ursache sein. Behebt man den Mangel, bessern sich daher häufig auch Problematiken wie Autismus und ADHS – und schwere Krankheiten sprechen besser auf Therapien an.

Man sollte daher – ob bei unspezifischen Symptomen oder konkreten chronischen Erkrankungen – stets den Vitamin-D-Spiegel überprüfen lassen und ggf. einen entdeckten Vitamin-D-Mangel umgehend beheben.

Nachfolgend besprechen wir einige der genannten Symptome oder Folgen eines Vitamin-D-Mangels im Detail.

Symptom von Vitamin-D-Mangel: Häufige Infekte

Eine der Hauptaufgaben des Vitamin D ist die Unterstützung und Regulierung des Immunsystems. Zu den Symptomen für Vitamin-D-Mangel gehört daher eine erhöhte Infektanfälligkeit. Bakterien und Viren haben jetzt ein leichteres Spiel, und Betroffene leiden ständig an irgendwelchen Infekten, meistens der Atemwege. Wenn Sie also jede Erkältung mitnehmen, die im Umlauf ist, dann denken Sie an Ihren Vitamin-D-Spiegel um die richtigen Nahrungsergänzungsmittel gegen eine Erkältung einzunehmen.

Einige grosse Beobachtungsstudien zeigten die Verbindung zwischen Vitamin-D-Mangel und häufigen Atemwegsinfekten, wie Erkältungen, Bronchitis und Lungenentzündung.

Hier hatten wir erklärt, dass ein Vitamin-D-Mangel nicht nur das Grippe-Risiko erhöht, sondern auch die Gefahr, an der Grippe zu sterben: Vitamin D schützt vor Grippe

Weitere Studien ergaben, dass die Einnahme von täglich 4.000 IE Vitamin D das Risiko für Atemwegsinfekte deutlich reduzieren kann.

Wichtig ist natürlich, dass man erst den Vitamin-D-Spiegel überprüfen lässt. Denn die Vitamin-D-Einnahme kann nur bei jenen Personen eine Besserung des Befindens herbeiführen, die zuvor einen entsprechenden Mangel hatten.

Symptom für Vitamin-D-Mangel: Schlechte Wundheilung

Ein schwaches Immunsystem kann sich auch in schlecht heilenden Wunden zeigen, z. B. nach Verletzungen oder Operationen. Auch hier ist an den Vitamin-D-Spiegel zu denken. Denn Vitamin D ist direkt an der Wundheilung beteiligt und beeinflusst – u. a. laut einer Studie vom September 2016 – gleich mehrere Abläufe, die für eine rasche Wundheilung erforderlich sind:

Es aktiviert das sog. TGFβ1, ein Bindegewebswachstumfaktor sowie das sog. Fibronektin, ein Protein, das für die Gewebereparatur zuständig ist. Auch verstärkt Vitamin D die Kollagenproduktion, die Fibroblastenmigration sowie die Myofibroblastenbildung. Myofibroblasten sind spezielle Zellen, die bei der Wundheilung eine wichtige Rolle spielen. Zusätzlich gilt Vitamin D als entzündungshemmendes Vitamin, was für eine gute Wundheilung ebenfalls von Vorteil ist.

Die Supplementierung von Vitamin D kann daher ein wichtiger Schritt sein, um eine bisher schlecht verlaufende Wundheilung und Regeneration zu verbessern. Auch hier ist wichtig, dass Vitamin D die Wundheilung natürlich nur Menschen verbessern kann, die bislang an einem Vitamin-D-Mangel gelitten haben.

Symptom für Vitamin-D-Mangel: Müdigkeit

Vitamin-D-Mangel gehört ausserdem zu einer möglichen Ursache bei chronischer Müdigkeit und Erschöpfung. In einem Fallbericht (Dezember 2010) beispielsweise ging es um eine Patientin mit chronischer Tagesmüdigkeit. Man stellte bei ihr einen extremen Vitamin-D-Mangel fest (ihr Spiegel lag bei nur 5,9 ng/ml, ein gesunder Vitamin-D-Spiegel liegt bei 40 ng/ml), offiziell gelten leider bereits Spiegel ab 20 ng/ml als ausreichend.

Vielen Menschen wird daher nach einem Vitamin-D-Test häufig gesagt: Alles bestens – auch wenn es den jeweiligen Patienten alles andere als bestens geht. Hätten sie hingegen Vitamin-D-Spiegel über 40 ng/ml, ginge es ihnen in vielen Fällen tatsächlich bestens. Daher können sich chronische Beschwerden auch schon bei Vitamin-D-Spiegeln entwickeln, die deutlich höher sind als jener der beschriebenen Patientin.

Diese nun nahm Vitamin D als Nahrungsergänzung ein. Ihr Vitamin-D-Spiegel stieg auf 39 ng/ml und ihre Symptome verschwanden.

Eine andere Studie stellte heraus, dass Frauen mit einem Vitamin-D-Spiegel von unter 29 ng/ml häufiger über Symptome wie Müdigkeit klagten als Frauen, deren Vitamin-D-Spiegel Werte über 30 ng/ml aufwies.

Vitamin-D-Mangel: Chronische Schmerzen

Auch Rückenschmerzen können ein Symptom für Vitamin-D-Mangel sein. In grossen Beobachtungsstudien stellte man zumindest eine eindeutige Verbindung zwischen einem Vitamin-D-Mangel und Rückenschmerzen fest. Wer an Rückenschmerzen litt, hatte meist auch einen Vitamin-D-Mangel.

Da ein Vitamin-D-Mangel nachweislich den Knochenstoffwechsel sowie die Muskelfunktionen beeinträchtigt, sind Studienergebnisse dieser Art keine grosse Überraschung. Denn geschwächte Muskeln und kranke Knochen können natürlich problemlos zu Rückenschmerzen führen, aber auch zu anderen chronischen Schmerzzuständen, wie sie z. B. bei der Fibromyalgie beobachtet werden.

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In einer Studie mit 276 Frauen stellte man im Jahr 2010 fest, dass Menschen mit Vitamin-D-Mangel eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit haben, chronische Schmerzen in den Beinen, Rippen und Gelenken zu entwickeln als jene, die gesunde Vitamin-D-Werte hatten.

Ein Vitamin-D-Mangel wird nun aber bei vielen Beschwerden beobachtet. Interessant ist daher viel eher die Frage, ob eine Vitamin-D-Gabe die Beschwerden denn auch wieder bessern kann. Im Falle von Schmerzzuständen liegen mindestens zwei Studien vor, die zeigen, dass hohe Vitamin-D-Dosen (einmalige Gabe von 150.000 bzw. 300.000 IE) den Schmerz mildern können (wenn die Betroffenen zuvor einen Vitamin-D-Mangel hatten).

Was nun konkret die Fibromyalgie betrifft, so hat sich bereits in einigen Studien zeigen lassen, das ein hoher Vitamin-D-Spiegel die Beschwerden lindern kann – wie wir ausführlich hier beschrieben haben: Vitamin D lindert Fibromyalgie-Schmerzen

Symptome für Vitamin-D-Mangel: Schlechte Stimmung und Depressionen

Eine chronisch betrübte Stimmung kann ebenfalls ein Symptom eines Vitamin-D-Mangels sein. Besonders bei älteren Patienten lässt sich ein Vitamin-D-Mangel häufig mit Depressionen in Verbindung bringen. Sollten Sie also ältere Angehörige haben, die Antidepressiva verordnet bekamen, empfehlen Sie dem entsprechenden Hausarzt doch auch einmal, (falls noch nicht geschehen) den Vitamin-D-Spiegel zu überprüfen.

Bei jüngeren Frauen, die am PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom, einer häufigen Hormonstörung) leiden, konnte ebenfalls dieser Zusammenhang gezeigt werden. Depressionen traten bei ihnen umso wahrscheinlicher auf, je niedriger ihr Vitamin-D-Spiegel war. (Details dazu lesen Sie hier: Vitamin-D-Mangel: Ursache von Depressionen beim PCOS).

Manche Studien, die untersuchten, ob eine Vitamin-D-Gabe Depressionen lindern könnte, fanden keine Wirkung. Dies jedoch könnte daran liegen, dass hierbei sehr niedrige Vitamin-D-Dosen zum Einsatz kamen, die dann auch tatsächlich keine Wirkung haben können. Andere Studien wieder wurden nicht lange genug durchgeführt, so dass auch hier keine Wirkung erwartet werden kann.

Studien hingegen, die beispielsweise über ein Jahr mit ausreichend hohen Vitamin-D-Dosen durchgeführt wurden (wöchentlich 20.000 bis 40.000 IE), zeigten eindeutig, dass sich die Depressionen besserten.

Chronische Krankheiten: Oft Folgen von Vitamin-D-Mangel

Bleibt ein Vitamin-D-Mangel über Jahre hinweg bestehen, dann können sich infolgedessen noch ganz andere Symptome entwickeln, nämlich konkrete Krankheiten. Es liegen inzwischen zu nahezu jedem Beschwerdebild Studien vor, die zeigen, dass in den allermeisten Fällen immer auch ein Vitamin-D-Mangel vorliegt – ganz gleich, an welcher Krankheit man leidet.

Zusätzlich weiss man, dass sich Krankheiten nicht nur durch einen Vitamin-D-Mangel eher entwickeln können, sondern dass sie häufig auch schwerwiegender verlaufen, wenn der Patient an einem Vitamin-D-Mangel leidet. Umgekehrt bedeutet dies, dass eine Vitamin-D-Einnahme bei Krankheiten deren Verlauf abschwächt. So kann eine gute Vitamin-D-Versorgung bei Colitis ulcerosa beispielsweise – einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung – weitere Schübe verhindern (Vitamin D bei Colitis ulcerosa), bei Neurodermitis verbessert das Vitamin merklich das Hautbild (Vitamin-D lindert Neurodermitis) und bei Diabetes kann Vitamin D gleich auf mehrfache Weise positiv wirken:

Vitamin-D-Mangel kann Diabetes verursachen

Vitamin-D-Mangel hat einen enormen Einfluss auf das Diabetesrisiko und stellt gar einen noch grösseren Risikofaktor dar als Übergewicht. Man weiss längst, dass übergewichtige Diabetiker ihren Diabetes massiv verbessern, wenn nicht gar heilen können, wenn sie abnehmen. Im Jahr 2015 zeigten Forscher der spanischen University of Malaga jedoch dass eine gute Vitamin-D-Versorgung noch besser vor Diabetes schützen kann als die Reduktion von Übergewicht (Details hier: Vitamin D schützt vor Diabetes).

Da ein Vitamin-D-Mangel auch dazu führt, dass der Organismus viel leichter Fett einlagert und der Mensch viel schwerer abnehmen kann, könnte man mit einer guten Vitamin-D-Versorgung das Diabetesrisiko gleich doppelt so gut reduzieren: einmal über die präventive Wirkung des Vitamins und zum anderen über die Vitamin-D-bedingte erleichterte Gewichtsabnahme.

Auch Schwangerschaftsdiabetes scheint ausgeprägter bei einem Vitamin-D-Mangel zu sein, wie Sie hier lesen können: Schwangerschaftsdiabetes: Calcium und Vitamin-D helfen

Zu den typischen Folgekrankheiten eines Diabetes gehört die Polyneuropathie, ein chronisches Nervenleiden der Nerven in den Armen und Beinen. Ein gesunder Vitamin-D-Spiegel schützt vor der Polyneuropathie, denn je besser Diabetiker mit Vitamin D versorgt sind, umso seltener erkranken sie an der Nervenkrankheit: Vitamin D: Schutz vor Polyneuropathie

Asthma durch Vitamin-D-Mangel

Vitamin-D-Mangel liegt häufig bei Personen mit Asthma vor (Asthma: Folge von Vitamin-D-Mangel). Umgekehrt konnten japanische Studien bereits zeigen, dass Asthmaanfälle bei Schulkindern erheblich seltener vorkamen, wenn diese zuvor Vitamin-D-Ergänzungen (1200 IE/Tag) eingenommen hatten.

Selbst bei starkem Asthma, wenn Cortisonpräparate nicht mehr gut anschlagen, kann eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D zu einer Besserung führen: Asthmatiker brauchen Vitamin D

Vitamin-D-Mangel: Parodontitis und Zahnfleischentzündung

Chronische Zahnfleischerkrankungen gehen mit einem entzündeten und schnell blutenden Zahnfleisch einher und können nicht nur Symptom eines Vitamin-C-Mangels sein, sondern auch ein Zeichen für Vitamin-D-Mangel.

Nimmt man Vitamin D ein, dann können Zahnfleischbeschwerden günstig beeinflusst werden. Vitamin D regt die körpereigene Produktion von sog. Defensinen und Cathelicidinen an. Dabei handelt es sich um körpereigene antimikrobiell wirksame Stoffe, die an den Schleimhautoberflächen – und so auch auf dem Zahnfleisch – gegen schädliche Bakterien vorgehen und auf diese Weise vor Zahnfleischproblemen schützen können.

Vitamin D wirkt überdies entzündungshemmend und schützt ferner den Kieferknochen vor parodontitisbedingten Schäden des Zahnhalteapparates. Details dazu haben wir hier beschrieben: Zahnfleischentzündung: Die richtige Ernährung hilft

Vitamin-D-Mangel: Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz

Auch Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System können Symptome eines Vitamin-D-Mangels sein. Verschiedene Studien haben nachgewiesen, dass niedrige Vitamin-D-Werte (unter 30 ng/ml) ein höheres Risiko mit sich bringen, an Bluthochdruck zu leiden.

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Darüberhinaus vermutet man, dass auch die Cholesterinwerte in einem wesentlich engeren Zusammenhang mit dem Vitamin-D-Spiegel stehen, als bisher angenommen. Dies lässt zumindest eine Studie vermuten, die wir hier vorgestellt haben: Vitamin-D senkt Cholesterinspiegel

In mehreren Studien stellte man ferner fest, dass das Risiko, eine Herzerkrankung zu entwickeln und an einer solchen zu versterben, sehr viel grösser ist, wenn man einen Vitamin-D-Mangel hat: Vitamin D für die Herzgesundheit

Interessant ist dabei, dass sich die Vitamin-D-Versorgung in der Kindheit auf die Gesundheit im späteren Erwachsenenalter auszuwirken scheint, wie wir hier erklären: Arteriosklerose durch Vitamin-D-Mangel in der Kindheit

Wer nämlich schon als Kind nicht gut mit Vitamin D versorgt war, erkrankt im späteren Leben eher an einer Arteriosklerose als Menschen, die in ihrer Kindheit viel an der Sonne waren und daher auch reichlich Vitamin D zur Verfügung hatten.

Bei Kreislauf- und Gefässproblemen ist immer auch die Gehirngesundheit betroffen. Daher verwundert es nicht, dass selbst eine Demenz durch einen langjährigen Vitamin-D-Mangel mitverursacht bzw. in jedem Fall verschlimmert werden kann: Vitamin-D Mangel erhöht das Demenzrisiko

Vitamin-D-Mangel kann Krebs auslösen

Krebs kann sich ebenfalls eher dann entwickeln, wenn beim Betroffenen ein Vitamin-D-Mangel vorliegt. Forscher des Georgetown University Medical Center in Washington DC entdeckten, dass Frauen, die gut mit Vitamin D versorgt waren, seltener Brustkrebs bekamen als Frauen mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel.

Und selbst wenn eine Frau bereits Brustkrebs hatte, so wuchs ihr Krebs langsamer, wenn sie gesunde Vitamin-D-Werte hatte. Genauso können hohe Vitamin-D-Spiegel die Sterblichkeit bei Krebserkrankungen reduzieren.

Details zum Zusammenhang zwischen Krebs und Vitamin D lesen Sie hier:

  • Vitamin-D-Mangel fördert Krebs
  • Vitamin-D: Eine Waffe gegen Prostatakrebs
  • Vitamin-D schützt vor Blasenkrebs

Multiple Sklerose durch Vitamin-D-Mangel?

Schon im Mutterleib entscheidet sich häufig, für welche Krankheit man im späteren Leben besonders anfällig wird. Raucht die Mutter beispielsweise, dann erhöht sich dadurch für ihre Kinder das Risiko, später unfruchtbar zu sein. Nimmt die Mutter Medikamente während der Schwangerschaft, z. B. Paracetamol, dann kann dies das Autismusrisiko ihrer Kinder erhöhen. Leidet die Mutter nun an einem Vitamin-D-Mangel, dann besteht für das Kind eine höhere Wahrscheinlichkeit, später an Multipler Sklerose zu erkranken: Multiple Sklerose durch Vitamin-D-Mangel der Mutter in der Schwangerschaft

Aber auch später hilft das Vitamin D bei der Prävention und Therapie der Multiplen Sklerose. In einer Studie von 2006 hatten Forscher gezeigt, dass sich das Risiko, an MS zu erkranken, mit steigendem Vitamin-D-Spiegel reduzieren liess. Und im Jahr 2015 ergab sich aus einer Untersuchung der University of Toronto, dass die Einnahme von 14.000 IE pro Tag bei bestehender MS erneute Schübe verhindern konnte. Die Einnahme von nur 4.000 IE zeigte hingegen keine entsprechende Wirkung.

Vitamin-D-Mangel verursacht Knochenschwund/Osteoporose

Die Osteoporose ist natürlich DIE Krankheit, bei der inzwischen fast jeder sofort an Vitamin D denkt. Sogar in der schulmedizinischen Osteoporose-Therapie hat das Vitamin mittlerweile einen festen Platz. Denn Vitamin D spielt eine Schlüsselrolle im Knochenstoffwechsel und ermöglicht ausserdem im Darm die Resorption des Knochenminerals Calcium.

Leider sind die verordneten Vitamin-D-Dosen meist viel zu gering. Im Allgemeinen werden Präparate verschrieben, die 800 bis 1000 IE Vitamin D liefern. Der Grund ist häufig der, dass man eine Hyperkalzämie fürchtet, also einen zu hohen Calciumspiegel im Blut, der wiederum für die Nieren und auch das Herz problematisch werden könnte.

Dieses Problem entsteht jedoch insbesondere deshalb, weil älteren Menschen mit Osteoporose meist viel zu viel Calcium empfohlen wird. Denn noch immer glauben auch Ärzte, Calcium sei für die Knochen das A und O und raten daher zu reichlichem Milchprodukteverzehr und nicht selten auch zu Calciumpräparaten. Stattdessen sind für eine gute Knochengesundheit ausreichend hohe Vitamin-D-Dosen in Kombination mit Magnesium, Vitamin K2 und viel Bewegung sehr viel wichtiger als Calcium. Details dazu lesen Sie hier: Knochendichte erhöhen

Aus Beobachtungsstudien weiss man jedenfalls, dass ein Vitamin-D-Mangel insbesondere bei Frauen nach der Menopause zu einer verringerten Knochendichte beiträgt. Studienergebnisse zur Wirkung einer Vitamin-D-Gabe auf die Knochendichte sind uneinheitlich, meist wieder deshalb, weil viel zu geringe Vitamin-D-Dosen gegeben werden.

Kalkschulter durch Vitamin-D-Mangel

Selbst die Kalkschulter kann auf einen Vitamin-D-Mangel hinweisen. Bei der Kalkschulter kommt es im Ansatzbereich der Schultersehnen zu schmerzhaften Kalkeinlagerungen. Wäre ausreichend Vitamin D vorhanden – das Vitamin ist bekanntlich am Calciumstoffwechsel beteiligt – würde das Risiko für eine Kalkschulter beträchtlich sinken. Selbstverständlich ist nicht allein ein Vitamin-D-Mangel für die Kalkschulter zuständig, doch kann ein solcher – bei bestehender Kalkschulter – den Heilprozess verzögern. Denken Sie ausserdem an ausreichend Magnesium und Vitamin K.

Autismus und ADHS durch Vitamin-D-Mangel

Bei Kindern können sich Vitalstoffmängel auch in Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Ist es nur ein Vitalstoffmangel (nicht nur Vitamin D, sondern auch andere, wie z. B. Vitamin B12, Mineralstoffe, Spurenelemente und essentielle Fettsäuren), dann bildet sich die Verhaltensstörung nach Behebung des Mangels wieder zurück. Hyperaktive oder unkonzentrierte Kinder leiden daher nicht immer an einem tatsächlichen ADHS, auch wenn sie fälschlicherweise eine solche Diagnose erhalten haben. Liegt aber nun wirklich ein ADHS vor, dann können sich auch ADHS-Symptome durch eine gute Vitamin-D-Versorgung bessern, denn ein Grossteil der betroffenen Kinder leidet an einem entsprechenden Mangel: ADHS durch Vitamin-D-Mangel?

Ähnlich verhält es sich mit autistischen Symptomen, die sich bei Vitamin-D-Supplementation häufig bessern: Vitamin-D bessert Autismus-Symptome

Abgesehen davon konnte eine Studie aus den USA zeigen, dass Kinder mit einem Vitamin-D-Mangel viel häufiger schwere Krankheiten erleiden als Kinder, die einen gesunden Vitamin-D-Spiegel haben: Kranke Kinder durch Vitamin-D-Mangel?

Vorbeugung ist besser – Vitamin-D-Mangel mit der Sonne beheben

Es gibt also sehr gute Gründe, warum Sie auf Ihre persönliche Vitamin-D-Versorgung achten sollten. Kümmern Sie sich daher in der warmen Jahreszeit um regelmässige Sonnenbäder. Keine Sorge. Die richtige Vitamin-D-Versorgung setzt nicht voraus, dass Sie stundenlang in die Sonne liegen und damit das Risiko einer Hautkrebserkrankung in Kauf nehmen müssen.

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Für die Stimulierung der Vitamin-D-Bildung in der Haut genügen im Sommer bei einer intensiven Sonneneinstrahlung und bei hellhäutigen Menschen bereits wenige Minuten. Ja, es ist sogar so, dass ein sehr viel längeres Sonnenbad die Vitamin-D-Bildung gar nicht mehr erhöhen würde und daher auch nicht sinnvoll wäre, da sich der Organismus automatisch vor einer Vitamin-D-Überdosierung schützt. Bei bedecktem Himmel muss der Aufenthalt im Freien länger sein, doch ist dann auch die Hautkrebsgefahr nur gering bzw. gar nicht vorhanden.

Beachten Sie, dass Sonnenschutzmittel die für die Vitamin-D-Bildung erforderliche UV-B-Strahlung blockieren können (besonders Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor), so dass Sie in den ersten Minuten Ihres Sonnenbades ohne Sonnenschutzmittel bleiben sollten. Details dazu hier: Sonnenmilch – Der Vitamin-D-Feind

Falls regelmässige Aufenthalte im Freien für Sie nicht möglich sind, sollten Sie unbedingt eine entsprechende Vitamin-D-Supplementierung mit Vitamin-D3-Kapseln ins Auge fassen.

Berücksichtigen Sie dabei auch, dass der Organismus im Winter das nötige Vitamin D aus seinen körpereigenen Vorräten nehmen muss, da die Sonneneinstrahlung im Winter für eine Vitamin-D-Bildung in Mitteleuropa nicht ausreicht. Die Einnahme von Vitamin D ist also besonders in den Wintermonaten äusserst empfehlenswert, denn über die Ernährung lässt sich der Vitamin-D-Bedarf nicht decken.

Vitamin-D-Mangel beheben: Lebensmittel liefern zu wenig Vitamin D

Wer an einem Vitaminmangel leidet, kann diesen normalerweise leicht mit einer gezielten Ernährungsweise beheben. Beim Vitamin D verhält es sich jedoch anders. Das Vitamin ist nur in wenigen Lebensmitteln enthalten und auch diese liefern meist nur geringe Mengen des Vitamins.

Vitamin-D-Spuren finden sich in Milch- und Fleischprodukten, die jedoch nicht zur Deckung des Vitamin-D-Bedarfs ausreichen, es sei denn, man mag täglich 1,5 Kilogramm Hühnerleber, 20 Kilogramm Joghurt oder 10 Kilogramm Käse essen.

Relevante Vitamin-D-Mengen liefern lediglich manche Fischarten, wie etwa Aal, Sardinen, Sprotten, Hering u. a., wovon man aber höchstwahrscheinlich auch nicht gerade jeden Tag essen möchte – vor allem dann nicht, wenn man die Giftbelastung vieler Fangfische, die Medikamentenrückstände im Fisch aus Aquakulturen und die Überfischung der Meere in Betracht zieht.

Vitamin-D-Quelle Pilze

Früchte, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte liefern überhaupt kein Vitamin D. Pflanzliche Vitamin-D-Quellen sind lediglich Pilze (2 – 3 µg/100g) und Avocados (3 µg/100g).

Bei Pilzen hängt der Vitamin-D-Gehalt davon ab, ob die Pilze Kontakt zu Tageslicht hatten oder nicht. Wer möchte, kann zu Hause seine gekauften Pilze mit Vitamin D anreichern. Dies gelingt, wenn man die Pilze einige Zeit in die Sonne legt. Die genaue Vorgehensweise haben wir hier beschrieben: Pilze: Die vegane Vitamin-D-Quelle

Pilze jedoch, die ohne diese Extra-Behandlung verzehrt werden oder auch Avocados liefern nicht genügend Vitamin D, um den Bedarf zu decken.

Der Vitamin-D-Bedarf

Der Vitamin-D-Bedarf wird für Erwachsene zwar offiziell mit 20 µg (= 800 IE) angegeben. Fortschrittlichere Ärzte raten jedoch zu einem Vielfachen dieser Vitamin-D-Menge – nicht zuletzt, da Erfahrungswerte längst zeigen, dass ein Vitamin-D-Mangel mit diesen geringen Vitamin-D-Gaben selten in einem überschaubaren Zeitraum behoben werden kann, wenn überhaupt.

Der tatsächliche Vitamin-D-Bedarf dürfte daher pro Tag bei bis zu 7.000 IE liegen, wie man vor einigen Jahren feststellte: Bisherige Vitamin-D-Empfehlung: Ein Rechenfehler

Kein Wunder geht man bei schweren Krankheiten längst von viel höheren Bedarfsmengen als den offiziell angegebenen aus. Bei Multipler Sklerose ist es die neunfache Menge Vitamin D (ca. 180 µg) und zur Krebsprophylaxe gar die zwölffache Menge (ca. 240 µg).

Vitamin-D-Mangel beheben: Die Vorgehensweise

Will man nun abklären, ob so manche Symptome oder Krankheiten, an denen man leidet, womöglich auch etwas mit einem Vitamin-D-Mangel zu tun haben könnten, empfehlen wir

  1. den Vitamin-D-Spiegel überprüfen zu lassen (beim Arzt oder mit einem Heimtest) und
  2. je nach Ergebnis der Blutuntersuchung ein Vitamin-D-Präparat in der individuell erforderlichen Dosis einzunehmen.

Wie der Vitamin-D-Test funktioniert, wie Sie anschliessend Ihr Ergebnis einschätzen können und welche Dosis Vitamin D Sie nun benötigen, haben wir ausführlich hier erklärt: Vitamin D – Die richtige Einnahme

Vitamin-D-Mangel: Die Symptome beheben

Natürlich werden Sie oft schon allein mit der Einnahme von ausreichend Vitamin D enorme Fortschritte in Ihrem Befinden feststellen, besonders dann, wenn zuvor ein ausgeprägter Vitamin-D-Mangel vorgelegen hatte. Viele Symptome können abklingen oder gar ganz verschwinden.

Vergessen Sie jedoch nicht all die anderen Faktoren, die ebenfalls zu einer guten Gesundheitsvorsorge gehören. Denn Vitamin D ist natürlich wichtig, doch ist eine gute Vitamin-D-Versorgung nicht der einzige Aspekt, der zum Gesundsein gehört.

Weitere ganzheitliche Massnahmen, die Ihnen helfen gesund zu bleiben oder es zu werden, sind die folgenden:

  • Gesunde Ernährung
  • Ausreichend gutes Wasser trinken
  • Aufbau einer gesunden Darmflora
  • Individuell benötigte Nahrungsergänzungsmittel
  • Entspannung
  • Bewegung

Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess:

Bis vor kurzem dachte man noch, Vitamin D sei ein fettlösliches Vitamin. Neueren Studien zufolge ist Vitamin D jedoch ein sogenanntes Steroidhormon, wie es zum Beispiel auch Testosteron ist. Der Einfachheit halber bleibe ich jedoch bei der – eigentlich inkorrekten, aber bekannten – Bezeichnung Vitamin D. Dieses Vitamin wird mit der Nahrung hauptsächlich in seiner inaktiven Form aufgenommen und in der Haut durch auftreffende Sonnenstrahlen in die aktive, wirksame Form umgewandelt. Vitamin D wird nur zu einem sehr geringen Anteil in der aktiven Form über die Nahrung aufgenommen. Einen hohen Vitamin-D-Gehalt weisen beispielsweise fettreiche Fische, Rinderleber und auch Avocados auf.

Wofür braucht der Körper Vitamin D?

Dass Vitamin D für den Knochenstoffwechsel gut ist und für starke Knochen und Zähne sorgt, wusste man schon lange. Mittlerweile haben Forscher aber herausgefunden, dass das Vitamin noch für viele andere Vorgänge im Körper wichtig ist. Unter anderem spielt es eine Rolle bei der Immunabwehr. Ist der Körper ausreichend mit Vitamin D versorgt, ist er z. B. weniger anfällig für Infekte.

Wie wirkt sich ein Vitamin-D-Mangel auf den Körper aus?

Studien haben bewiesen: wer zu wenig Vitamin D produziert, hat eine erhöhte Infektanfälligkeit. Auch für Depressionen kann ein Vitamin-D-Mangel (mit-) verantwortlich sein. Patienten mit sogenannten koronaren Herzkrankheiten und niedrigen Vitamin-D-Spiegeln haben sogar ein erhöhtes Risiko, einen tödlichen Herzinfarkt zu erleiden.

Kinder, die täglich draußen spielen und sich an der frischen Luft bewegen, können aus dem Sonnenlicht ausreichend Vitamin D aufnehmen und ihr Rachitis-Risiko so gering wie möglich haltenFoto: Fotolia

Wie lässt sich ein Vitamin-D-Mangel bei Kindern vermeiden?

Zwar können Sonnenstrahlen das Vitamin D über unsere Haut aktivieren, jedoch ist die sogenannte UV-B-Strahlung in Nord- und Mitteleuropa, besonders in den Wintermonaten, zu schwach, um eine ausreichende große Produktionsmenge im Körper anzustoßen. Die Folge: Besonders die Menschen, die sich selten im Freien aufhalten, leiden unter einer Unterversorgung mit Vitamin D. Gerade bei Jugendlichen, die sich lieber im Haus aufhalten statt nach draußen zu gehen, wird immer häufiger ein Vitamin-D-Mangel festgestellt. Um einem Vitamin-D-Mangel bei Kindern und Jugendlichen vorzubeugen, kann es sinnvoll sein, zumindest in den Wintermonaten täglich 1000-2000 IE (internationale Einheiten) Vitamin D in Tablettenform einzunehmen. Wenn Sie einen Vitamin-D-Mangel bei Kindern oder bei sich vermuten, lässt sich dies über eine Blutentnahme beim Arzt leicht bestätigen.

Wie äußert sich ein Vitamin-D-Mangel bei Kindern?

Ein Vitamin D-Mangel bei Kindern kann zu einer sogenannten Osteomalazie, auch Rachitis genannt, führen. Darunter versteht man eine Erkrankung, die mit weichen, Knochen und Knochenverformungen einhergeht. Kinder im ersten Lebensjahr haben einen besonders hohen Bedarf an Vitamin D. Da in der Muttermilch aber nur relativ wenig Vitamin D enthalten ist, wird eine Gabe von 500 IE Vitamin D pro Tag für das erste Lebensjahr empfohlen. Kinder, die im Herbst oder Winter geboren wurden, sollen sogar erst im Sommer nach dem ersten Geburtstag mit der täglichen Einnahme aufhören.

Wie kann mein Kind Vitamin D aufnehmen?

Um das Rachitis-Risiko so gering wie möglich zu halten, bekommen heute alle Säuglinge oder Kleinkinder vorsorglich Vitamin-D-Präparate. Vitamin D gibt es in zwei Formen: als Tropfen oder als Tabletten. Da die Dosis in den Tropfen aber – im Gegensatz zu früher – geändert wurde, ist hier unbedingt darauf zu achten, dass pro Tag nur ein Tropfen verabreicht wird. Zudem können die Tropfen je nach Raumtemperatur in der Größe verschieden sein. Im schlimmsten Fall enthalten sie dann noch mehr Vitamin D. Eine deutliche Überdosierung kann schwere gesundheitliche Folgen haben, wie Erbrechen, Durchfall, Kopf- und Gelenkschmerzen sowie Nierenversagen. Tabletten sind dagegen ungefährlich, da sie genormt sind. Am einfachsten können Sie die Tablette mit etwas Mutter- oder Formulamilch auf einem Löffel auflösen und Ihrem Kind einmal täglich geben.

So können Sie einem Vitamin-D-Mangel bei Kindern vorbeugen

Die beste Form, um einem Vitamin-D-Mangel bei Kindern vorzubeugen, ist Vitamin D bei einem Aufenthalt an der frischen Luft aufzunehmen. Bewegt sich das Kind täglich eine halbe Stunde lang draußen, kann der Körper genügend Vitamin D tanken und so einem Mangel vorbeugen. Aber wie gesagt, aufgrund der oft mangelnden Sonneneinstrahlung, insbesondere in den Wintermonaten, kann es trotz Aufenthalt im Freien in unseren Breitengraden zu einem Vitamin-D-Mangel bei Kindern kommen.

Vitamin D für Babys und Kleinkinder

Eine ausreichende Vitamin D Versorgung ist für Babys und Kleinkinder unabdingbar. Bildquelle: riopatuca / .com

Nicht nur Erwachsene sollten auf einen gesunden Vitamin-D-Spiegel achten, auch Babys und Kleinkinder müssen bereits angemessen versorgt werden. Der lebenswichtige Stoff stärkt das Immunsystem, erleichtert eine Krebsbehandlung und fördert die Gesundheit der Knochen und des Herzens.

Die positiven Auswirkungen einer Nahrungsergänzung mit Vitamin D in der Schwangerschaft beweisen die Wichtigkeit für Mutter und Kind. Bereits im Mutterleib werden die Knochen des Babys gestärkt und vor Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes geschützt. Außerdem wird Vitamin D für eine gesunde Entwicklung des Gehirns benötigt.

Eine Einnahme von Vitamin D ist nicht nur für schwangere Frauen bedeutend, auch Babys und Kinder müssen den Stoff für ihre Gesundheit aufnehmen.

Inhaltsverzeichnis

Warum sollten Babys Vitamin D bekommen?

Vitamin D ist an einigen Prozessen des menschlichen Organismus beteiligt. Für Babys ist Vitamin D besonders wichtig, da das Prohormon nicht nur diejenigen Funktionen erfüllen soll, die es auch bei Erwachsenen erfüllt, sondern zusätzlich die Entwicklung des Kindes fördert.

Die Bedeutung von Vitamin D steigt immer weiter an, moderne Studien bestätigen wieder und wieder neue Effekte des Sonnenvitamins. Wissenschaftler und Agenturen ändern deshalb oft ihre Empfehlung bezüglich der Tagesdosis von Vitamin D.

Vor einiger Zeit wurde eine Aufnahme von Vitamin D3 erst ab einem Alter von zwei Monaten befürwortet, mittlerweile sind sich Experten sicher, dass der Stoff schon vorher von Bedeutung ist. Deshalb wird bereits kurz nach der Geburt eine Dosis von 400 IE pro Tag empfohlen. Das liegt daran, dass neue klinische Studien die Sicherheit einer Einnahme für Kinder im Säuglingsalter bestätigt haben und sich für zahlreiche positive Assoziationen aussprechen.

Vitamin D erfüllt bei Kindern hauptsächlich eine präventive Wirkung. Eine adäquate Aufnahme ist wichtig, um schweren Erkrankungen vorzubeugen.

Vitamin D für eine gesunde Entwicklung der Knochen

Eine gesunder Vitamin-D-Spiegel im Blut und eine Nahrungsergänzung im Säuglingsalter steht mit einer höheren Knochenmineralmasse vor der Pubertät in Verbindung.

An einer wissenschaftlichen Studie aus der Schweiz haben 106 gesunde europide Mädchen vor der Pubertät teilgenommen haben, die in zwei Gruppen unterteilt wurden. Die einen erhielten im ersten Lebensjahr eine Supplementierung, die anderen hingegen nicht. Anschließend wurde ihre Knochenfläche, der Knochenmineralgehalt und die Vielgestaltigkeit des Vitamin-D-Rezeptoren-Gens untersucht.

Diejenigen, die im frühen Kindheitsalter genügend Vitamin D durch eine Ergänzung aufgenommen haben, weisen eine höhere Knochenmineralmasse auf Ebene der radialen Metaphyse, des Schenkelhalses und Schenkelrings auf. Vitamin D wirkt sich positiv auf die Gesundheit der Knochen aus und bringt klare Vorteile für das spätere Leben der Kinder mit.

Vitamin D gegen Rachitis

Vitamin D ist durch seine gesunde Wirkung auf die Knochen in der Lage, Rachitis vorzubeugen. Es handelt sich um eine mit Vitamin-D-Mangel verbundene Krankheit der wachsenden Knochen im Kindesalter. Eine gestörte Mineralisation führt zu einer Störung der Wachstumsfugen.

Es ist lange bekannt, dass Vitamin D für das Wachstum der Knochen unentbehrlich ist, und eine Rachitis dadurch verhindert werden kann. Als Heilmittel für Rachitis ist es seit Anfang des 19. Jahrhunderts bekannt, es wurde durch seine Bedeutung für die Knochenmineralisierung bekannt. Dieser Effekt wird in einigen Studien bestätigt, auch Wissenschaftler und Verbände wie die Canadian Paediatric Society empfehlen für eine Prävention von Rachitis eine Aufnahme von 400 IE Vitamin D täglich für Babys und Kinder.

Vitamin D gegen Diabetes bei Kindern

Eine Einnahme von Vitamin D reduziert nicht nur bei Erwachsenen das Risiko von Typ-1-Diabetes, sondern auch bei Tieren und Kleinkindern.

Typ-1-Diabetes ist die Folge eines Autoimmunprozesses mit einer Zerstörung von Betazellen der Bauchspeicheldrüse, die Insulin produzieren. Vitamin D, genauer gesagt das Hormon Calcitriol, besitzt eine immunregulatorische Wirkung und ist in der Lage, Diabetes vorzubeugen und unterstützend zu behandeln. Umgekehrt kann ein Vitamin-D-Mangel die Ursache von Diabetes mellitus sein, er stellt einen wesentlichen Risikofaktor für die Entstehung der Krankheit dar.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft bestätigt eine Unterstützung der Insulinproduktion durch Diabetes. Außerdem erhöht es die Insulinempfindlichkeit und stabilisiert damit den Blutzuckerstoffwechsel. Eine Supplementierung für Kinder verringert das Risiko einer Erkrankung, auch kann eine Vitamin-D-Therapie bei bereits entstandenem Diabetes die Funktion der Betazellen maßgeblich verbessert werden.

Eine angemessene Vitamin-D-Supplementierung für Kleinkinder kann helfen, das zunehmende Vorkommen von Typ-1-Diabetes aufzuhalten und umzukehren.

Vitamin D gegen Autoimmunerkrankungen bei Kindern

Diabetes mellitus zählt zu den Autoimmunerkrankungen, bei der eine Überreaktion des Immunsystems wichtige körpereigene Zellen zerstört, da es sie fälschlicherweise als fremd und gefährlich einstuft. Eine geregelte Zufuhr an Vitamin D ist bereits im Kindesalter wichtig, da es in der Lage ist, solche Erkrankungen zu verhindern.

Vitamin D beeinflusst das adaptive Immunsystem, indem es die Produktion regulatorischer T-Zellen anregt und sie beeinflusst. Dazu gehört zum Beispiel die Helferzelle des Typs 2, die an der Ausschüttung von Antikörpern beteiligt und für die Immunreaktion unentbehrlich ist.

Seine Wirkungsweise verhindert eine Überreaktion des Systems. Dadurch unterbindet es die Entstehung von Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose, Diabetes Typ-1 oder rheumatoide Arthritis.

Vitamin D ist nachweislich in der Lage, eine Entstehung von Autoimmundiabetes zu verhindern und die Erkrankung zu behandeln.

Vitamin D für das Immunsystem von Babys und Kindern

Vitamin D unterstützt nicht nur das adaptive Immunsystem, sondern auch das angeborene, indem es die Produktion der Abwehrstoffe, von antimikrobiellen Peptiden, wie Cathelicidin und Defensin reguliert. Sie sind äußerst wirksam gegen Viren und Bakterien, da sie Krankheitserreger zerstören. Vitamin D ist deshalb in der Lage, Infektionen aller Art sowie Grippe oder einer Erkältung vorzubeugen und sie zu bekämpfen.

Bereits bei Babys und Kindern moduliert Vitamin D das Immunsystem. Damit verbessert es zum Beispiel eine atopische Dermatitis bei Kindern. Dermatitis bezeichnet eine entzündliche Reaktion der Haut. Durch seinen Einfluss auf das Immunsystem und seine entzündungshemmende Eigenschaft kann Vitamin D eine Entstehung der Erkrankung verhindern und sie ergänzend unterstützen.

Darüber hinaus ist das Vitamin in der Lage, allergische Reaktionen im Allgemeinen oder Asthma, eine chronische, entzündliche Krankheit der Atemwege, zu verhindern. Ein geschwächtes Immunsystem und ein häufiges Auftreten von Infektionen sind Symptome eines Vitamin-D-Mangels.

Für die Gehirnentwicklung

Vitamin-D-Rezeptoren sitzen überall im Körper, auch in den Nervenzellen des Gehirns. Dadurch kommt dem Prohormon eine wesentliche Bedeutung in der Entwicklung und Funktion des Gehirns zu.

Für Säuglinge und Kleinkinder ist eine geregelte Einnahme von Vitamin D deshalb besonders wichtig, das bestätigen Hirnforscher und Ärzte. Eine Nahrungsergänzung wird empfohlen, da die Gehirnentwicklung stark Vitamin-D-abhängig ist und ein Defizit negative Folgen mit sich ziehen kann.

Ist Vitamin D für das Baby notwendig?

Vitamin D ist an der Entwicklung der Knochen und des Gehirns von Kindern beteiligt, es unterstützt das Immunsystem und verhindert Überreaktionen, außerdem beugt es Knochenerkrankungen, Infektionen, Atemwegserkrankungen oder Diabetes vor.

Eine Einnahme von Vitamin D für das Baby ist dringend zu empfehlen, denn häufig erleiden auch gestillte Babys einen Vitamin-D-Mangel. Sie halten sich kaum draußen auf und verzehren keine Lebensmittel, die es enthalten. Selbst wenn sie sich im Freien befinden, erreichen die UV Strahlen sie nicht. Auch Ärzte weisen nach der Geburt gerne darauf hin, auf den Gehalt des Kindes zu achten, und schlagen nicht selten eine Nahrungsergänzung vor. Das Vitamin D wird dabei mit dem Essen verabreicht, indem es in die Nahrung untergemischt wird.

Vitamin D ist an zahlreichen Prozessen des menschlichen Körpers beteiligt, es ist für Erwachsene wie auch für Kinder und Babys lebensnotwendig. Es wurde durch seine Bedeutung für die Knochen von Kindern zu Beginn des 20. Jahrhunderts überhaupt entdeckt – es steuert die Aufnahme von Kalzium und Phosphat und ist deshalb zwingend notwendig, um eine Entstehung von Rachitis zu verhindern.

Vitamin D und Vitamin K2 sind bedeutende Knochenbaustoffe, gemeinsam lagern sie das Calcium ein. Das Vitamin K2 ist dafür zuständig, das Kalzium an den erforderlichen Stellen im Körper einzubauen. Für den Transport des Kalziums ist zudem ein bestimmtes Protein unerlässlich, welches ohne ausreichende Mengen an Vitamin K2 nicht arbeiten kann. Das Protein ist an das Vitamin K2 gebunden, weshalb es zusammen mit Vitamin D die Gesundheit der Knochen fördert und zur Prävention von Krankheiten wie Osteoporose dient.

Fehlt es dem Kind an Vitamin D, verursacht das Ungleichgewicht der Stoffe hormonelle Gegenregulationsmechanismen. Die Mineralisation der Knochen ist gestört und die Organisation der Wachstumsfugen bei Kindern gerät außer Kontrolle. Rachitis bezeichnet damit eine mit Vitamin-D-Mangel verbundenen Erkrankung der Knochen, bei dem das Wachstum der Knochen von Kindern gestört ist. Sie wird als Gegenstück zur Osteoporose und Osteomalazie bei Erwachsenen angesehen.

Vitamin D ist bereits in jungen Jahren und besonders im Säuglingsalter notwendig. Es ist für den Einbau von Calcium, die Stärke der Knochen und eine gesunde Entwicklung des Kindes zwingend erforderlich – alle Wirbeltiere sind dabei auf das Vitamin angewiesen.

Warum haben Babys zu wenig Vitamin D?

Kleinkindern ist eine Herstellung durch den eigenen Körper über die Haut, welche die wesentliche Quelle für Vitamin D darstellt, nicht möglich. Sie halten sich kaum im Freien auf, und wenn sie sich draußen befinden, dann nur in einem Kinderwagen oder ähnlichem, sodass keine direkte UV Einstrahlung erfolgt.

Sie verzehren keine Vitamin-D-haltigen Lebensmittel, denn diese umfassen überwiegend Fettfische, Lebertran oder Innereien. Die einzigen Lebensmittel, die Vitamin D3 enthalten und sich für die Ernährung eines Babys eignen, sind tierische Produkte wie Eiweiß, Eigelb und Milch. Es ist ihnen nicht möglich, das Vitamin selbst aufzunehmen. Dies führt dazu, dass jedes Kind, das nicht ausreichende Mengen über die Muttermilch aufnimmt, an einem Defizit leidet, mit dem scherwiegende gesundheitliche Folgen einhergehen können, wie eine Störung des Knochenwachstums (Rachitis).

Es gibt zwei Möglichkeiten, um einen Vitamin-D-Mangel bei Kindern zu vermeiden. Nimmt eine Mutter genügend Vitamin D zu sich und stillt das Kind, versorgt sie es mit dem lebenswichtigen Vitamin. Die Voraussetzung dafür ist, dass sie selbst größere Mengen zu sich nimmt, als sie benötigt. Dies ist jedoch nur selten der Fall, da eine endogene Synthese im Winter in solch einem Ausmaß aufgrund der mangelnden Stärke der Sonne nicht möglich ist.

Wird diese Bedingung nicht erfüllt oder stillt eine Mutter ihr Kind nicht, ist eine Supplementierung mit speziellen Präparaten für Kleinkinder, die 400 IE Vitamin D enthalten, oder für stillende Mütter die einzige Möglichkeit, den Haushalt auszugleichen.

Vitamin D auch für gestillte Babys?

Es ist möglich, den Bedarf eines Kindes durch die Muttermilch zu decken. In diesem Fall ist es nicht nötig, den Stoff durch Nahrungsergänzungsmittel zusätzlich zuzuführen.

Leiden gestillte Babys an einem Vitamin-D-Mangel, ist meist eine schlechte Versorgung der Mutter schuld. Nur wenn sie selbst mehr Vitamin D zu sich nimmt, als sie benötigt, kann sie das Defizit durch Muttermilch aufheben.

Damit dies gelingt, muss sie in etwa 5.000-6.000 IE Vitamin D3 täglich zu sich nehmen, um sowohl ihren Spiegel als auch den ihres Babys zu decken. Eine Aufnahme in dieser Höhe ist jedoch äußerst unwahrscheinlich, da es den meisten Menschen nicht gelingt, ihren eigenen Tagesbedarf von 2.000-3.000 IE zu decken und ihre Werte im Blut aufrechtzuerhalten. In der Regel enthält ein Liter Muttermilch bei einer adäquaten Aufnahme bei 120 Mikrogramm Vitamin D, liegt ein Mangel vor, reduziert sich dieser deutlich, teilweise sogar um die Hälfte.

Den meisten Babys sollten deshalb durch eine Nahrungsergänzung mit speziellen Vitamin-D-Präparaten für die Zeit nach der Schwangerschaft unterstützt werden. Ob es sich dabei um Tabletten, Kapseln oder Tropfen handelt, ist in der Regel nebensächlich. Tropfen können jedoch hervorragend in die Nahrung der Kinder untergemengt werden.

Nur durch eine Ergänzung können sich Gehirn und Knochen des Kindes ordnungsgemäß entwickeln, auch für das Immunsystem und eine Prävention von Infektionen ist das Vitamin notwendig. Neben der Supplementierung für Kinder bietet sich auch eine Einnahme von Präparaten für die Mutter an, so ist sie in der Lage, den Vitamin-D-Haushalt aufzubauen, den sie für eine gesunde Versorgung des Kindes benötigt.

Richtige Dosierung für Babys und Kleinkinder

Gelingt es trotz Stillen und einer angemessenen Ernährung für Babys nicht, den Vitamin-D-Bedarf zu decken, bieten sich Präparate, besonders diejenigen in Form von Tropfen, an, um den Haushalt ergänzend zu unterstützen. Das Vitamin D wird einfach unter die Nahrung des Kindes gemischt. Es ist jedoch auch eine Einnahme von Tabletten nötig – diese werden oft nach der Geburt des Kindes von Ärzten empfohlen, meist handelt es sich dabei um Fluoretten.

Entscheiden sich die Eltern für eine Nahrungsergänzung, ist es hilfreich, sich an von Ärzten empfohlenen Werten einer Dosierung zu orientieren. Für Babys gilt eine Dosis von 400 IE pro Tag als angemessen. Frühgeburten benötigen eine höhere Dosis von 1.000 IE pro Tag, da ihre Knochen und auch andere Organe weniger ausgebildet sind und deshalb mehr Unterstützung benötigen.

Ausgeglichene Vitamin-D-Werte im Blut tragen dazu bei, Rachitis, Infektionen, Atemwegserkrankungen wie Asthma und Entwicklungsstörungen in späteren Jahren zu verhindern.

Bedingungen einer Dosierung für Babys, Kleinkinder und Mütter

Ob die stillende Mutter oder das Kind Vitamin-D-Präparate einnehmen, ist in der Regel nebensächlich. Bei Frühgeburten ist es dennoch wichtig, dass sie selbst das Vitamin D3 zugeführt bekommen und nicht die Mutter. Ihre Frühreife ist meist damit verbunden, dass sie nicht genügend Muttermilch zu sich nehmen. Eine direkte Verabreichung an das Baby schließt das Risiko eines Mangels komplett aus.

Wie viel Vitamin D eine stillende Mutter benötigt, hängt von der endogenen Synthese und von der Jahreszeit bzw. der Sonneneinstrahlung ab. Der Bedarf steigt mit dem Ende des Sommers immer weiter an, seinen Höhepunkt findet er im Winter. Anschließend sinkt der Bedarf wieder. Ob bei einer Nahrungsergänzung Kapseln oder Tropfen verwendet werden, ist nebensächlich. Die flüssige Form bietet im Gegensatz zu Kapseln jedoch den Vorteil, dass sich das Vitamin bereits in einer öligen Lösung befindet, wodurch es optimal aufgenommen werden kann.

Diese Dosierungen werden für Mutter und Kind nach der Geburt empfohlen, ein Vitamin-D-Mangel lässt sich damit vermeiden:

Supplementierung für Dosierung Ab wann?
Für nicht gestillte sowie gestillte Babys, die weniger als 1 L an Milch zu sich nehmen, die reich an Vitamin D ist 400 IE Beginn in den ersten Tagen nach der Geburt
Babys mit dunkler Haut > 400 IE Beginn in den ersten Tagen nach der Geburt
Frühgeburten 800 IE Direkt nach der Geburt
Kinder 800 IE Ab 1 Jahr
Für die stillende Mutter 2.000-6.000 IE abhängig von der endogenen Synthese und Jahreszeit

Studien zu Vitamin D für Babys und Kleinkinder

Notwendigkeit von Vitamin-D-Präparaten nach der Geburt sowie für Kinder und Jugendliche

Ein Vitamin-D-Mangel bei Babys, Kindern und Jugendlichen kommt selbst in einem sonnigen Land wie Griechenland oft vor, das bestätigt eine Studie, die den Defizit in einer Untersuchung durch Blutabnahmen festgestellt hat.

In den Sommermonaten ist ihr Vitamin-D-Spiegel zwar ausreichend, dennoch gelingt es ihnen nicht, ausreichend große Mengen aufzubauen, um den Vitamin-D-Speicher für den Winter zu füllen. Beinahe die Hälfte der Kinder und Jugendlichen leidet im Winter unter einem Defizit. Am höchsten ist der prozentuale Anteil bei den 15-18-Jährigen mit 47%.

Säuglinge und Kleinkinder haben umso schlechtere Chancen, da sie sich meist nicht direkt, sondern nur bekleidet oder in einem Kinderwagen in der Sonne befinden. Eine adäquate Bildung von Vitamin D über den Körper ist somit unmöglich. Ein Mangel wirkt sich besonders negativ auf den Kalzium-Phosphat-Haushalt aus.

Säuglingen würde eine direkte Verabreichung von Präparaten oder eine Erhöhung der Muttermilch der stillenden Mutter helfen, einen Vitamin-D-Mangel und damit einhergehende Symptome zu verhindern. Bei Kleinkindern lohnt es sich, die Milch mit Vitamin-D in Tropfenform zu stärken. Für Kinder und Jugendliche empfiehlt sich das Untermengen von Vitamin D in beliebte Getränke oder Essen.

Stillen allein reicht nicht aus

Eine pakistanische Studie des Aga Khan Hospital belegt, dass ein Großteil der gestillten Babys an einem Vitamin-D-Mangel leidet und an Rachitis erkrankt. Das Phänomen ist auf äußerst niedrige Vitamin-D-Werte im Plasma der Mutter zurückzuführen. Sie selbst leiden an einem Mangel, und es ist ihnen nicht möglich, ihr Kind ohne eine Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln ausreichend zu versorgen.

Wissenschaftler empfehlen deshalb prophylaktische Einnahme von Vitamin D in Höhe von 400 IE für Säuglinge und Kleinkinder und 800 IE für Frauen in der Schwangerschaft und während der Stillzeit. Denn Stillen allein reicht nicht aus, der Gehalt der Muttermilch muss stimmen, um eine Mangelerscheinung und Rachitis bei Kindern zu verhindern.

Vitamin D im Kindesalter reduziert das Risiko von Diabetes

Eine Meta-Analyse aus England, die vier Fall-Kontroll-Studien und eine Kohortenstudie enthält, hat sich der Frage gewidmet, ob eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D im Säuglings- und Kindesalter eine Entstehung von Diabetes verhindern kann.

Ihre Ergebnisse bestätigen, dass eine Supplementierung in der führen Kindheit das Risiko von Typ-1-Diabetes deutlich reduzieren kann. Sie weisen dabei auf eine Dosenabhängigkeit hin, je höher der Gehalt an Vitamin D ist, umso mehr wird die Gefahr einer Erkrankung verhindert. Eine Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln für Babys und Kinder wird empfohlen, um einer Entstehung von Krankheiten vorzubeugen.

Vitamin D Supplementierung für Stillkinder: Wie Mütter sich entscheiden

Anlage zum Newsletter Februar 2017

Maternal Preferences for Vitamin D Supplementation in Breastfed Infants
P. Umaretiya, S. Oberhelman, E. Cozine, J. Maxson, S. Quigg, T. Thacher. Ann Fam Med January/February 2017 15:68-70; doi:10.1370/afm.2016
Im deutschsprachigen Raum wird, wie in den meisten anderen Ländern der Welt, eine tägliche Vitamin-D-Supplementierung von Säuglingen und Kleinkindern empfohlen. Typischerweise wird sie im deutschsprachigen Raum durch die Gabe von Vitamin-D-Tabletten oder -Tropfen durchgeführt.
In den letzten Jahren gewinnt diese Supplementierung an Bedeutung, da zunehmend durch Studien belegt wird, dass ein Vitamin-D-Mangel nicht nur zu bereits bekannten Erkrankungen wie Rachitis führen kann, sondern dass es eine Vielzahl an weiteren Erkrankungen gibt, für die ein guter Vitamin-D-Status präventiv wirkt (hierzu beispielsweise auch unser → Artikel aus 2015). Daher wird derzeit diskutiert, eine Supplementierung für die gesamte Bevölkerung anzustreben und sie nicht nur auf Säuglinge und Kleinkinder zu beschränken.
Einige Untersuchungen konnten zeigen, dass allerdings häufig schon die empfohlene Supplementierung der Babys nicht in ausreichendem Umfang durchgeführt wird. Dies beruht zum Teil darauf, dass sich Eltern nicht ausreichend über die Gründe und Risiken informiert fühlen, zum Teil wird auch von Fachpersonal noch angenommen, ein gestilltes Kind würde keinerlei Zusätze benötigen. Einige Mütter scheuen sich, ihrem Baby Tabletten oder Tropfen zu verabreichen und verweigern daher die Supplementierung.
Wenig bekannt ist bislang, dass für gestillte Kinder nachgewiesen wurde, dass die Supplementierung auch über die Mutter (mit dadurch erhöhter Vitamin-D-Dosis in der Muttermilch) erfolgen könnte und dass es zudem die Möglichkeit gibt, statt einer täglichen Einnahme auch mit längerfristig wirkenden Depot-Gaben zu arbeiten.
Eine aktuelle Studie aus den USA ist nun der Frage nachgegangen, wie eine Verbesserung der Compliance auf diesem Gebiet zu erreichen wäre und hat Mütter von gestillten Säuglingen befragt, welche Methode der Vitamin-D-Supplementierung sie derzeit verwenden und welche Methode sie gerne verwenden würden. Wie bereits in früheren Studien supplementierten auch in der aktuellen Untersuchung weniger als die Hälfte der Mütter ihre Kinder in vollem Umfang nach der AAP-Empfehlung.
88,4 % der stillenden Mütter gaben an, dass sie es vorziehen würden, durch die Einnahme einer ausreichend hohen Dosierung ihre Muttermilch anzureichern, anstatt dem Baby etwas geben zu müssen. Es ist zu erwarten, dass entsprechend angepasste Empfehlungen zu einer Verbesserung des Vitamin-D-Status von sowohl Müttern als auch ihren gestillten Babys führen würden.
Die Studie (englisch) ist vollständig → hier abrufbar.
Ergänzung im März 2017:
Aufgrund mehrerer Nachfragen möchten wir Ihnen einige Links empfehlen, die zu Studien und Reviews der Jahre 2013 – 2015 führen, in denen die Möglichkeit der Supplementierung via Muttermilch nachgewiesen wurde:

Derzeit existiert allerdings noch keine offizielle (Dosierungs-)Empfehlung zu dieser Option, so dass die gültige, momentan empfohlene Supplementierung der Säuglinge via Tabletten- oder Tropfengabe weiterhin Bestand hat.
Die aktuellen Empfehlungen und Erläuterungen des deutschen Netzwerks Gesund ins Leben zum Thema Vitamin-D-Supplementierung von Säuglingen finden Sie hier:

Rickets

Rickets, less commonly known as rachitis, refers to deficient mineralization of the growth plate in the pediatric population. In contrast, osteomalacia refers to deficient mineralization of the bone matrix, which co-occurs with rickets but can also occur even after growth plate closure, in adults 7.

Epidemiology

Rickets is seen in a number of distinct populations 4:

  1. premature infants (especially if on parenteral nutrition)
  2. unbalanced infant nutrition
    • protracted exclusive breastfeeding
    • non-vitamin D supplemented formula fed infants
    • vegetarian diets
  3. maternal vitamin D deficiency
  4. lack of sun exposure
    • dark skin in sun-poor countries
    • lack of outdoor time
    • clothing that eliminates sun exposure

The onset and presentation of rickets depend on the etiology and degree of deficiency. Typically, in severe cases, rickets becomes apparent in the second year of life.

Clinical presentation

The presentation is usually with skeletal changes (see below) and bone pain.

Pathology

Abnormalities in calcium-phosphate homeostasis disrupt endochondral ossification at open physes. The etiologies can be classified by whether the initial abnormality is inadequate calcium absorption or excessive phosphate excretion, termed „calcipenic“ and „phosphopenic“ rickets, respectively 7,8. The serum laboratory abnormalities are characteristic:

  • calcipenic rickets
    • parathyroid hormone: markedly elevated
    • calcium: low or normal
    • phosphate: low or normal
  • phosphopenic rickets
    • parathyroid hormone: normal or modestly elevated
    • calcium: normal
    • phosphate: low

Calcipenic rickets etiologies are the most common:

  • vitamin D deficiency (most common cause) due to diet, insufficient sun exposure, and/or malabsorption
  • dietary calcium deficiency
  • defective vitamin D metabolism: mutation in CYP27B1 gene, which encodes the renal 1-alpha-hydroxylase enzyme (vitamin D dependent rickets type 1); 25-hydroxylase deficiency (very rare)
  • hereditary vitamin D resistance: mutation in VDR gene, which encodes the vitamin D receptor (vitamin D dependent rickets type 2)

Phosphopenic rickets etiologies are usually associated with elevated circulating fibroblast growth factor 23 (FGF23) levels and/or renal tubule disorders:

  • hereditary hypophosphatemic rickets (vitamin D resistant rickets)
  • tumor-induced (oncogenic) rickets 6
  • Fanconi syndrome

Radiographic features

In the growing skeleton, the deficiency of normal mineralization is most evident at metaphyseal zones of provisional calcification where there is an excess of non-mineralized osteoid resulting in growth plate widening and abnormal configuration of the metaphysis:

  • fraying: indistinct margins of the metaphysis
  • splaying: widening of metaphyseal ends
  • cupping: concavity of metaphysis 6

It is not surprising that these features are most prominent at the bones where growth is greatest:

  • knee: distal femur, proximal tibia
  • wrist: especially the ulna 1
  • anterior rib ends: rachitic rosary

As osteomalacia co-occurs with rickets, it is important to remember that even bones that appear mineralized are weak and result in bowing, most commonly seen in the lower limbs once the child is walking. The legs bow outwards with variable deformity of the hips (both coxa vara and coxa valga are seen 1). Other bone deformities are also noted such as genu valga and vara as well as protrusio acetabuli 6. The lower ribs may also be drawn inwards inferiorly by the attachment of the diaphragm (Harrison’s sulcus).

A mnemonic to help remember these features is RICKETS.

Treatment and prognosis

Treatment requires correction of the metabolic imbalance. Only rarely is orthopedic surgical intervention necessary to correct skeletal deformities.

Post-treatment

Radiographic features of rickets lag behind biochemical and clinical improvements by about 2 weeks. Harris growth arrest line is a dense line traversing parallel to the metaphysis which can be used as a marker of old rickets 6.

Differential diagnosis

The differential for leg bowing in children includes 2:

  • developmental or congenital bowing
  • Blount disease
  • osteogenesis imperfecta
  • many others that are not usually a consideration (see leg bowing in children)

The differential for widening of the growth plate includes:

  • Schmid-type metaphyseal chondrodysplasia
  • hypovitaminosis C (scurvy)
  • delayed maturation due to illness
  • endocrine disturbances
    • growth hormone excess
    • hyperparathyroidism
    • hypothyroidism

The differential for flaring of the metaphysis includes:

  • anemias
  • fibrous dysplasia
  • storage diseases
  • chronic lead poisoning
  • bone dysplasias

Aktuelle Aspekte der Vitamin-D-Mangel-Rachitis

Zusammenfassung

Hintergrund: Trotz Rachitisprophylaxe tritt die Vitamin-D-Mangel-Rachitis (VDR) in Deutschland noch immer relativ häufig auf. Aufgrund der Untersuchung eines großen Patientenkollektivs werden aktuelle Aspekte zur Häufigkeit, Ätiologie, Pathophysiologie und Diagnostik der VDR dargestellt.

Methode: In einer retrospektiven Studie von 1989–1999 wurden 182 unbehandelte Kinder und Jugendliche mit gesicherter VDR erfasst und 4 verschiedenen Gruppen zugeordnet: 1. klassische Rachitis (n=115), 2. Antikonvulsivarachitis (n=16), 3. Rachitis bei schwerer Behinderung (n=27) und 4. so genannte Immigrantenrachitis (n=24). In den Seren aller und in den gleichzeitig gewonnenen Morgenurinproben der meisten Patienten wurden zahlreiche Parameter des Kalzium-, Knochen- und Vitamin-D-Stoffwechsels mit Hilfe etablierter Methoden untersucht.

Ergebnisse: Das mediane Alter betrug in den 4 Gruppen 13 Monate, 7,8 Jahre, 9 Jahre und 13 Jahre. Die klassische VDR (Gruppe 1) betraf vorwiegend Jungen (75 von 115 Kindern), die Immigrantenrachitis (Gruppe 4) vorwiegend Mädchen (20 von 24 Kindern), während für die beiden anderen Gruppen keine Geschlechtsabhängigkeit bestand. Unter Berücksichtigung der von den einsendenden Kliniken versorgten Kinder ergab sich für die VDR in Deutschland weiterhin eine hohe Inzidenz von über 400 Fällen/Jahr. Eine Auswertung der Laborparameter der homogensten und größten Patientengruppe, nämlich der Kinder mit klassischer VDR, ergab folgende Ergebnisse: Jeder 2. Patient hatte eine Hypokalzämie und jeder 5. Patient einen z. T. lebensbedrohlichen hypokalzämischen Krampfanfall. Die Serumkonzentrationen von Kalzium und Parathormon der hypokalzämischen Patienten mit und ohne Krampfanfälle unterschieden sich nicht signifikant (p>0,05). Eine Hypophosphatämie fand sich nur bei 63% der Kinder. Dagegen waren ein sekundärer Hyperparathyreoidismus bei allen und eine erhöhte Aktivität der alkalischen Phosphatase bei 107 der 115 Kinder nachweisbar. Die Serumspiegel von 25-Hydroxyvitamin D (25-OHD) waren bei 109 Kindern erniedrigt und bei 6 der 115 Kinder normal. Die bei 24 Patienten gemessenen 1,25-Dihydroxyvitamin-D-Spiegel waren normal oder erhöht. Parathormon war positiv zur Urin-cAMP-Ausscheidung korreliert (p<0,01), für Urin-cAMP fand sich eine negative Korrelation zum Serumphosphatspiegel (p<0,01). Beide Parameter der Nebenschilddrüsenaktivität zeigten dagegen keine Abhängigkeit vom Serumkalziumspiegel. Die Aktivität der alkalischen Serumphosphatase war umso höher, je niedriger die Phosphat- und je höher die Parathormonkonzentration im Serum war (jeweils p<0,01). Der Serumspiegel des Vitamin-D-Hormons 1,25-(OH)2-D war positiv zur Serumkalziumkonzentration (p<0,01) und zum Indikator des Knochenabbaus Urinhydroxyprolin (p<0,05) korreliert. Urinhydroxyprolin war positiv zur Aktivität der alkalischen Phosphatase (p<0,05), zum Serumkalzium (p<0,01) und zum modernsten Osteoklastenmarker, Deoxypyridinolin im Urin (p<0,01), und negativ zum Serumphosphatspiegel (p<0,05) korreliert.

Schlussfolgerung: Die Aktivität der alkalischen Phosphatase im Serum, welche die Osteoblastenaktivität reflektiert, ist umso größer, je ausgeprägter die Hypophosphatämie und der sekundäre Hyperparathyreoidismus sind. Die Normokalzämie von Patienten mit VDR ist vorwiegend auf eine 1,25-(OH)2D-stimulierte Kalziumfreisetzung aus dem Skelett zurückzuführen. Als diagnostische Serumlaborparameter zum Nachweis einer VDR sind die Aktivität der alkalischen Phosphatase, Parathormon und 25-OHD ausschlaggebend, während die Messung von 1,25-(OH)2D ohne Aussage ist, da der Spiegel meist nicht erniedrigt ist. Für den Kinder- und Jugendarzt ergibt sich aufgrund der weiterhin hohen Inzidenz der VDR die Konsequenz, noch mehr als bisher während der ersten beiden Lebensjahre auf die regelmäßige Rachitisprophylaxe mit täglich 500 I.E. Vitamin D3 und im gesamten Kindes- und Jugendalter, insbesondere bei den genannten Risikogruppen, auf eine adäquate Zufuhr von Vitamin D3 und Kalzium mit der Nahrung zu achten.

Vitamin D-resistant rickets

The findings in seventy subjects with vitamin D-resistant rickets in twenty-four different families have been analyzed. In five families, previously reported on, additional information has been obtained. Hypophosphatemia, as previously reported, was found to be the best means for identifying positively those with the disorder. Statistical analysis indicated that nonfasting plasma phosphorus levels could be utilized for this differentiation. In thirteen of the twenty-four families a hereditary origin transmitted by a sex-linked dominant gene was clearly established by chemical and clinical classification of parents and progeny; in three additional families clinical and partial chemical classification indicated the same mechanism. Only eight subjects were detectably affected in the remaining families, and hence these cases were probably sporadic. In addition, two mothers with affected children were apparently the initial affected members in their respective pedigrees; this was less certainly the case in two other mothers with affected children. It is impossible from the data available to distinguish whether phenocopy or mutation was responsible for the sporadic cases. Estimates of mutation rates, assuming ten subjects were mutants, were within expected ranges.

Studienlage spricht gegen Vitamin-D-Supple­mentierung von Kindern ab zwei Jahren

/dpa

Berlin – Eine niedrige Vitamin-D-Konzentration bei Kindern ab zwei Jahren ist für sich allein keine Indikation für die Supplementierung eines gesunden Kindes. Das berichtet die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) in einer Stellungnahme, in der sie sich kritisch mit der Vitamin-D-Gabe an Kinder ab zwei Jahren befasst.

Experten halten 600 bis 800 Internationale Einheiten (IE) Vitamin D am Tag für die wünschenswerte Zielgröße der Gesamtzufuhr, ob über Eigensynthese oder Aufnahme per Tablette. Viele Kinder in Deutschland erreichen diese Werte im Winter und Frühling nicht. Der Zielbereich für die Vitamin-D-Serum-Konzentration liegt bei 20–100 ng/ml Blut, ein dezidierter Mangel liegt laut der Ernährungskommission bei unter zwölf ng/ml vor. „Wenn man jedoch eine ganze Altersgruppe mit einer Supplementierung versorgen will, muss ein konkreter Nutzen eben dieser Zusatzgabe nachgewiesen sein“, so die Experten. Dieser sei aber nicht ersichtlich.

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Zweimal pro Woche in der Sonne sein

„Die nachgewiesenen positiven Effekte von Vitamin D für die Kindergesundheit, etwa auf das Skelettsystem, auf Autoimmunerkrankungen oder Asthma und auf den Verlauf zahlreicher anderer Krankheiten und Gesundheitsprobleme bleiben von dieser Diskussion unberührt“, betonte Berthold Koletzko, Sprecher der DGKJ-Ernährungs­kommission.

Bedenken hinsichtlich einer an den bekannten Werten von 600–800 IE orientierten Supplementierung bestünden allerdings nicht, so der DGKJ-Experte, denn Neben­wirkungen seien hier nicht zu erwarten – nur für die generelle Empfehlung zur Supplementierung bestehe kein Einlass. Es gelte weiterhin die Empfehlung, dass Kinder zwischen April und September mindestens zweimal pro Woche an der Sonne sein sollten.

Ebenso regelmäßig sollte ein- bis zweimal wöchentlich Fisch mit hohem Vitamin-D-Gehalt gegessen werden, zum Beispiel Hering, Lachs oder Makrele. Die Ernährungs­experten empfehlen auch nicht, die Vitamin-D-Serum-Konzentration bei gesunden Kindern generell zu bestimmen. Lediglich bei Kindern und Jugendlichen mit bestimmten chronischen Erkrankungen und Risikofaktoren halten die Experten dies für sinnvoll.

Die Kommission betont, dass für die ersten zwölf bis 18 Lebensmonate alles beim Alten bleibt: Hier erneuert die Ernährungskommission ihre Empfehlung einer Vitamin-D3-Supplementierung in Höhe von 400–500 IE/Tag, kombiniert mit der Fluorid­prophylaxe. „Für Frühgeborene oder für chronisch kranke Kinder gelten andere Empfehlungen, worüber der Kinder- und Jugendarzt individuell berät“, hieß es aus der Ernährungskommission. © hil/aerzteblatt.de

„In Deutschland liegt die tägliche Zufuhr an Vitamin D mit der Nahrung zum Teil erheblich unter den empfohlenen Werten“, sagt Professor Berthold Koletzko, Vorsitzender der Stiftung Kindergesundheit.

„Besonders niedrige Vitamin-D-Spiegel werden bei 11- bis 13-jährigen Mädchen und bei 14- bis 17-jährigen Jungen gemessen, also ausgerechnet in einer für Wachstum und Aufbau der Knochen besonders wichtigen Entwicklungsphase“, berichtet der Pädiater in einer Mitteilung der Stiftung.

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Es ist schwierig, sich mit der Nahrung ausreichend zu versorgen: Nennenswerte Mengen des Vitamins finden sich nämlich nur in fettem Seefisch (etwa Lachs, Hering, Makrele, Lebertran) sowie in Eiern oder Milch. Um den empfohlenen Bedarf von täglich zwischen 400 und 800 IE Vitamin D zu decken, müsste man mindestens drei bis vier Fischmahlzeiten pro Woche zu sich nehmen oder täglich mindestens zehn Eier essen.

Tägliches Sonnenbad wäre das beste Rezept

Ab der ersten Lebenswoche bis zum zweiten erlebten Frühsommer, also je nach Geburtszeitpunkt für die Dauer von einem bis anderthalb Jahren sollten Babys zusätzlich zu Muttermilch oder Säuglingsnahrung Tabletten oder Tropfen mit täglich 400 bis 500 Einheiten Vitamin D3 erhalten, am besten kombiniert mit der Fluoridprophylaxe gegen Karies.

Ärzte sollten Eltern darauf hinweisen, wie sinnvoll der Aufenthalt ihrer Kinder unter freien Himmel ist, und zwar in Bewegung mindestens eine halbe Stunde am Tag, am besten mit unbedeckten Kopf und mit freien Armen und Beinen.

Vom zweiten Jahr an sollten alle Kinder, die nicht genug in die Sonne kommen, eine Vitamin-D-Ergänzung von 400 Einheiten täglich bekommen.

Zurzeit werden die Kosten für die zusätzlichen Vitamin-D-Gaben allerdings nur in den ersten 12 bis 18 Monaten von den Kassen übernommen, so die Stiftung Kindergesundheit.

„Vitamin D besitzt eine wichtige Schlüsselfunktion für unsere Gesundheit“, betont Koletzko. Ein Mangel erhöht das Risiko für viele Erkrankungen wie Rachitis, Osteoporose, Diabetes, Multiple Sklerose, Hypertonie, Muskelschwäche und diverse Krebsformen.

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Das Vitamin braucht der Körper zudem zum Aufbau der Knochen sowie zur Versorgung der Herzmuskel und des Nervensystems mit Kalzium.

Zwar können ultraviolette Sonnenstrahlen die Vorstufe von Vitamin D in der Haut aktivieren und in Vitamin D umsetzen. Das beste Rezept gegen einen Mangel des Vitamins wäre daher ein tägliches Sonnenbad. Das ist in unseren Breiten aber leider schwierig.

Nach Angaben der Stiftung ist zudem von November bis Februar die UV-B-Strahlung in Nord- und Mitteleuropa im Allgemeinen zu schwach, um eine ausreichende Produktion von Vitamin D im Körper wie gewünscht anzustoßen. Hinzu kommen bedenkliche Veränderungen der Lebensgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen:

Schon Grundschüler verbringen etwa neun Stunden am Tag im Sitzen und nur eine Stunde in Bewegung.

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Mindestens eine Stunde Bewegung täglich an fünf Tagen in der Woche (von der WHO empfohlen!) wird in Deutschland nur noch von einem Drittel der elf- bis 15-jährigen Jungen und einem Viertel der gleichaltrigen Mädchen erreicht.

Der Anteil von Kindern, die täglich vier und mehr Stunden vor einem Bildschirm sitzen, ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Schon Viertklässler schauen heute an einem Wochentag im Mittel 71 Minuten fern und spielen 30 Minuten mit dem Computer.

Schon Babys von Mangel betroffen

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Ein Mangel an Vitamin D droht schon Babys: Muttermilch enthält nämlich nur geringe Mengen an Vitamin D, die für die Versorgung eines gestillten Säuglings nicht ausreichen.

Das gilt auch für die Flaschennahrung. Um das Rachitisrisiko weiterhin in Schach zu halten, bekommen heute deshalb fast alle Babys vorsorglich Vitamin-D-Präparate.

Besonders gefährdet sind zudem Kinder mit Übergewicht sowie vegan oder makrobiotisch ernährte Kinder ohne ausreichende Kalzium-, Vitamin-D- und Fettzusätze.

Auch Jugendliche aus Migrantenfamilien mit dunkler Hautfarbe droht in unseren Breiten ein Vitamin-D-Mangel. Das dunkle Pigment vermindert nämlich die Vitamin-D-Produktion in der Haut.

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Als Risikogruppe gelten auch junge Mädchen mit Migrationshintergrund, wenn sie sich aus religiösen oder kulturellen Gründen verhüllt kleiden oder den Aufenthalt im Freien meiden.

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