Verstopfungen in der schwangerschaft

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Verstopfung in der Schwangerschaft

Wie kommt es zu Verstopfung in der Schwangerschaft?

Eine Verstopfung in der Schwangerschaft ist durch mehrere Faktoren bedingt:

  • Höhere Hormonwerte (wie Progesteron) verlangsamen die Darmbeweglichkeit und damit die Transit- oder Passagezeit der Nahrung bis zum Stuhlgang.
  • Weniger Bewegung verringert ebenfalls die Darmbeweglichkeit bei Schwangeren.
  • Die vor allem im dritten Trimester größer werdende Gebärmutter drückt auf den Darm.
  • Auch das zunehmend größer werdende Kind drückt auf den Darm.
  • Zu geringe Flüssigkeitsaufnahme kann ebenfalls Darmträgheit fördern.
  • Das Nahrungsergänzungsmittel Eisen, das viele Schwangere einnehmen müssen, kann als Nebenwirkung Verstopfung auslösen.
  • Ein geänderter Speiseplan kann ebenfalls die Verdauung beeinträchtigen.
  • Stress, Ängste oder Depressionen der werdenden Mutter sind weitere Faktoren, die zu einer Verstopfung beitragen können.

Faktoren wie zunehmende Größe von Uterus und Kind sind der Grund, warum die Verstopfung mit fortschreitender Schwangerschaft oft zunimmt. So verlängert sich Untersuchungen zufolge die Transitzeit der Nahrung bis zum Stuhlgang im Laufe der neun Monate teils erheblich.

Seit Kurzem werden weitere Auslöser für Verstopfung in der Schwangerschaft diskutiert: Ein höheres Alter der Schwangeren (über 35 Jahre) und ein höherer Body-Mass-Index (BMI) vor der Schwangerschaft steigern vermutlich die Wahrscheinlichkeit für eine Verstopfung.

Verstopfung in der Schwangerschaft: SOS-Hilfe für werdende Mütter

Verstopfung in der Schwangerschaft: warum?

Schuld an der Verstopfung in der Schwangerschaft sind, wie bei so vielen Schwangerschaftsbeschwerden, die Hormone. Sie sorgen für eine verlangsamte Verdauung, damit die Nahrung länger im Darm bleibt und so mehr Nährstoffe für das heranwachsende Baby und die Mutter gewonnen werden können. Der träge Darm führt jedoch oft zu Verstopfung. Die ist zwar auch in der Schwangerschaft meist harmlos, aber durchaus lästig. Vor allem, wenn sie zu einem weiteren Problem führt: Hämorrhoiden.
Jeder Mensch hat Hämorrhoiden. Die Schwellkörper befinden sich in der Schleimhaut des unteren Enddarms. Normalerweise merken wir nichts davon. Leidet man jedoch unter ständiger Verstopfung, wie es oft in der Schwangerschaft der Fall ist, wird beim Stuhlgang stark gepresst, durch den Druck können die Hämorrhoiden anschwellen, sie wachsen und stülpen sich knotenartig nach vorn. Das führt zu unangenehmem Juckreiz, Schmerzen, Nässen oder Blutungen.
Neben dem hormonelle Einfluss können weitere Faktoren zur Verstopfung in der Schwangerschaft beitragen, zum Beispiel: mangelnde Bewegung, Stress, eine eventuelle Ernährungsumstellung oder die Einnahme von Eisenpräparaten.

Verstopfung in der Schwangerschaft vorbeugen: das hilft!

Das ist die gute Nachricht: Mit der richtigen Nahrung und ausreichend Flüssigkeit ist es relativ einfach, den Verstopfungsproblemen entgegen zu wirken. Das beste Hilfsmittel im Kampf gegen eine Verstopfung ist nämlich eine ballaststoffreiche Ernährung. Ballaststoffe quellen im Darm auf und sorgen dafür, dass der Stuhl schneller ausgeschieden wird. Perfekt, um der Verstopfung in der Schwangerschaft vorzubeugen und Hämorrhoiden keine Chance zu geben.

1. Lebensmittel gegen Verstopfung: Milchprodukte

Joghurt ist das perfekte Lebensmittel für einen gut funktionierenden Darm. Er enthält reichlich Bakterien, die für einen gesunden Darm sorgen.
Übrigens: Es muss nicht unbedingt teurer probiotischer Joghurt sein, der ganz normale Naturjoghurt reicht vollkommen aus, um den müden Darm in Schwung zu halten.

2. Lebensmittel gegen Verstopfung: Leinsamen

Einfach paar Leinsamen übers Müsli, den Joghurt oder den Salat streuen, und schon kommt der Darm in Schwung. Denn in den kleinen Samen stecken jede Menge Ballaststoffe! Die quellen im Darm auf und sorgen so für eine schnellere Verdauung.
Auch Weizenkleie oder indische Flohsamenschalen unterstützen eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung und können als sogenannte “ Quellstoffe “ dienen.
Tipp: Unbedingt reichlich trinken, wenn regelmäßig Leinsamen über das Essen gestreut werden. Mehr als 50 g Leinsamen pro Tag sollten es auf keinen Fall sein.

3. Lebensmittel gegen Verstopfung: Vollkornprodukte

Hmm, helle Brötchen oder Croissants schmecken so gut! Wer jedoch unter Verstopfung leidet, sollte sich lieber den Vollkornbrötchen und dem Vollkornbrot zuwenden. In denen stecken deutlich mehr Ballaststoffe, die für eine gute Verdauung sorgen.
Ebenfalls empfehlenswert: Haferflocken, Müsli, Vollkornnudeln und Naturreis.

4. Lebensmittel gegen Verstopfung: Trockenfrüchte

Klappt’s nicht so richtig mit der Verdauung, dann werden gern Trockenpflaumen empfohlen. Ein sehr guter Tipp, denn die getrockneten Früchte stecken voller Ballaststoffe. Das gilt für Trockenobst aller Art: auch Rosinen, Datteln, Feigen, Apfelringe oder Aprikosen.
Tipp für alle, die sich nicht mit den festen, klebrigen Trockenfrüchte anfreunden können: einfach ein paar Trockenpflaumen über die Nacht in Wasser einweichen und am nächsten morgen ergänzend ins Müsli oder in den Joghurt geben!

5. Lebensmittel gegen Verstopfung: Gemüse & Obst

Neben den getrockneten Früchten spielen auch frisches Obst und Gemüse eine wichtige Rolle, wenn es um das Thema gesunder Darm und gute Verdauung geht. Drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung am Tag. Sowohl in Obst als auch in Gemüse stecken Ballaststoffe, ganz besonders in Heidelbeeren, frischen Datteln, Quitten, Artischocken oder Schwarzwurzeln.

6. Außerdem wichtig: viel trinken

Um der Verstopfung in der Schwangerschaft vorzubeugen gehört auch eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung: Neben den richtigen Lebensmitteln benötigt der Darm auch genügend Flüssigkeit, damit er gut arbeiten kann.
Zwei Liter Wasser (möglichst magnesiumreich) am Tag sollte man mindestens trinken, ob schwanger oder nicht. Auch Früchte- und Kräutertee sind natürlich erlaubt.
Tipp: morgens, vor dem Aufstehen, ein großes Glas frisches Wasser trinken hilft, bringt den gesamten Organismus und insbesondere den Verdauungstrakt in Schwung.
1-2 Glas Sauerkrautsaft pro Tag sollen ebenfalls helfen, Verstopfungsbeschwerden zu lindern. Leider kann Sauerkrautsaft auch eine blähende Wirkung haben.

7. Bewegung tut gut!

20 Minuten Spazierengehen pro Tag können helfen, den Stuhlgang zu fördern. Auch Schwimmen oder Schwangerschaftsgymnastik sind eine gute Möglichkeit, aktiv zu bleiben und der Verstopfung in der Schwangerschaft vorzubeugen.
Wichtig: Auf keinen Fall Abführmittel – oder andere Medikamente – eigenständig einnehmen. Wer während der Schwangerschaft unter Verstopfung leidet und trotz der empfohlenen Ernährungsumstellung keine Besserung feststellt, sollte seinen Frauenarzt um Rat fragen.

Quellen:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

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Verstopfung während der Schwangerschaft ist unangenehm, im Regelfall aber harmlos. (VadimGuzhva / Fotolia.com)

Verstopfung ist ein häufiges Problem in der Schwangerschaft. Mit ein paar einfachen Tipps und Tricks können Sie die Verdauungsprobleme in den Griff bekommen.

Mehr als die Hälfte aller Frauen leidet während der Schwangerschaft an Verstopfung. Auch wenn diese Art der Verdauungsprobleme in manchen Fällen auf schwere Erkrankungen hinweisen kann, besteht in der Regel keine Gefahr für die Schwangere. Trotzdem gilt: sicher ist sicher. Informieren Sie Ihre/n behandelnden Gynäkologen/in vor allem dann, wenn die Beschwerden trotz verschiedener Maßnahmen über einen längeren Zeitraum anhalten. Selbiges gilt für den Einsatz von Abführmitteln- diese sollten nicht auf eigene Faust, sondern ausschließlich nach Rücksprache mit dem Arzt genommen werden.

++ Mehr dazu: Verstopfung ++

Ursachen für Verstopfung in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft verändert sich der Hormonhaushalt der Frau. Die Auswirkungen sind vielfältig – und betreffen unter anderem den Verdauungsapparat, was Verstopfung auslösen kann. Ebenfalls beeinträchtigt wird die Verdauung durch den Fetus, dessen Gewicht auf den Darm drückt. Zudem verteilt sich die Flüssigkeit im weiblichen Körper in der Schwangerschaft anders als sonst. Wasser kann sich in den Beinen einlagern und Ödeme verursachen. Die Flüssigkeit fehlt im Darm, was den Nahrungsbrei weniger geschmeidig macht und Verstopfung begünstigt.

Was sind Anzeichen einer Verstopfung?

  • Wenn mehr als vier Tage zwischen jedem Stuhlgang vergehen.

  • Harter Stuhlgang, der schwer auszuscheiden ist.

  • Ein aufgeblähter Magen.

  • Übelkeit, Unwohlsein und Müdigkeit.

  • Starkes Pressen beim Stuhlgang, das zu Blutungen führen kann.

Was können Sie gegen Verstopfung tun?

Zunächst einmal sollten Sie feststellen, ob oben genannte Kriterien bei Ihnen zutreffen. Führen Sie eventuell Buch, wann und wie oft Sie die Toilette aufsuchen müssen. Wenn möglich, nehmen Sie sich Zeit beim Toilettgang. Lassen Sie sich nicht stressen und setzen Sie sich selbst nicht zu stark unter Druck.

Zudem gibt es im Wesentlichen drei Faktoren, mit denen Sie Ihre Verdauung positiv (und natürlich auch negativ) beeinflussen können:

  1. Ernährung
  2. Flüssigkeitsaufnahme
  3. Bewegung

Ballaststoffreiche Kost

In Punkto Ernährung ist es wichtig, ausreichend Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Folgende Nahrungsmittel enthalten viele Ballaststoffe:

  • Obst

  • Gemüse

  • Vollkornbrot

  • Müsli (nicht zu süß!)

  • Leinsamen

Es empfiehlt sich, die Einnahme der genannten Lebensmittel im Laufe des Tages zu variieren. Ballaststoffe quellen im Darm auf und regen ihn so zu verstärkter Aktivität an. Zudem helfen die unverdaulichen Teile, den Nahrungsbrei aus dem Körper zu befördern.

++ Ernährungstipps während der Schwangerschaft ++

Wie viel und was sollten Sie trinken?

Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist gerade in der Schwangerschaft essentiell. Leitungs- und Mineralwasser sowie ungezuckerte Kräuter- und (milde) Früchtetees bilden die Grundlage. Kaffee, Schwarztee, Fruchtsäfte und Limonade sind zwar nicht gänzlich tabu, sollten aber nur in sehr eingeschränktem Maße genossen werden. Den Konsum von Alkohol sollten Sie während der Schwangerschaft möglichst abstellen.

Ganz allgemein gilt: Sechs bis zehn Viertelliter Wasser am Tag sorgen für einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt.

++ Schwangerschaft: Was ist erlaubt, was verboten? ++

Bewegung hilft dem Darm

Neben Ernährung und Flüssigkeit hilft auch Bewegung, den Verdauungstrakt in Schuss zu halten. Gemütliche Spaziergänge an der frischen, sanfte Sportarten (Walken, Yoga, Shiatsu) oder Schwimmen regen die Darmtätigkeit an – und steigern das Wohlbefinden insgesamt.

++ Schwangerschaft und Sport ++

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Autoren:
Philip Pfleger
Redaktionelle Bearbeitung:
Dr.med. Kerstin Lehermayr

Aktualisiert am: 11.11.2014 | 12:41

Herold G (2011) Innere Medizin. Auflage 2011, Herold Verlag
Patient Information: Constipation in adults. Clinical Evidence, 2011

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Verstopfung im Wochenbett

Da die reguläre Darmtätigkeit in den ersten Wochenbetttagen herabgesetzt ist, ist es normal in den ersten Tagen nach der Geburt keinen Stuhlgang zu haben. Nach der Geburt des Kindes, verändern sich die Verhältnisse im Bauchraum enorm. Es vergehen ca. 1-2 Wochen, bis der Darm zu seiner ursprünglichen Lage und Entleerungsfrequenz zurückfindet. Nur wenige Frauen haben am Tag nach der Geburt Stuhlgang, meistens erfolgt eine spontane Darmentleerung am 2.-3. Wochenbetttag.

Warum ist Verstopfung so häufig im Wochenbett?

Es gibt einige Gründe, warum Wöchnerinnen nach der Geburt unter Verstopfung leiden: Ganz ähnlich wie zu Beginn der Schwangerschaft sorgt die Hormonumstellung für einen veränderten Muskeltonus im Unterleib, was wiederum die Verdauung und den Stuhlgang beeinflussen kann. Manche Frauen leiden auch unter Verstopfung, weil sie ihren Stuhlgang nach der Geburt aus Angst vor Schmerzen zurückzuhalten versuchen. Dies ist häufig bei Verletzungen im Genitalbereich und nach einem Kaiserschnitt der Fall. Durch die Geburt entsteht häufig im Körper ein Flüssigkeitsmangel, aufgrund der vermehrten Atmung, vermehrtem Schwitzen und einem allfällig erhöhten Blutverlust.

Achtung: Pressen vermeiden!

Wenn Sie bereits ein paar Tage lang keine Darmentleerung hatten, sollten Sie etwas gegen die Verstopfung tun – versuchen Sie jedoch nicht, den Stuhlgang zu erzwingen. Hämorrhoiden treten nach einer Geburt recht häufig auf und werden durch starkes Pressen verschlimmert. Nach einem Kaiserschnitt oder bei einer grösseren Dammverletzung sollten sie daher starkes Pressen vermeiden.

Was hilft bei Verstopfung?

Wenn Sie reichlich Wasser trinken, sich regelmässig bewegen, eine ballaststoffreiche Ernährung und natürliche Abführmittel wie Weizenkleie, Leinsamen oder eingeweichte Backpflaumen mit viel Flüssigkeit (!) zu sich nehmen, wird das sicher Ihre Verdauung ausreichend anregen und die Verstopfung beheben. Auch eine Bauchmassage im Uhrzeigersinn regt die Verdauung an, und die Rückbildungsübungen nach der Geburt haben denselben Effekt, weil eine starke Beckenbodenmuskulatur den Verdauungstrakt gezielt stimuliert.

Wenn alles dies nicht hilft, kann Ihnen ein Abführmittel verschrieben werden, das auch stillende Mütter nehmen dürfen.

Häufige Frage zum Thema

Bilden sich Hämorrhoiden nach der Geburt zurück?

Hämorrhoiden bilden sich normalerweise kurz nach der Geburt zurück. Sie können dies mit regelmässiger Beckenbodengymnastik unterstützen.

Hartnäckige Verstopfung führt gegen Ende der Schwangerschaft häufig zu Hämorrhoiden. Der Druck der Gebärmutter oder des kindlichen Köpfchens auf die Blutgefässe…

vollständige Antwort lesen

Letzte Aktualisierung : 10-11-19, BH / swissmom-Hebammenteam

Hilfe bei Hämorriden und Analbeschwerden

Analvenenthrombose

Blutgerinnsel am After

Sie wird fast immer mit Hämorriden verwechselt, ist aber viel schmerzhafter und tritt ganz plötzlich auf: die Analvenenthrombose. „Dabei handelt es sich um ein Blutgerinnsel in den Adern des Afterrands“, erklärt Strittmatter. Zu erkennen ist die Thrombose an einem bläulichen Knoten, der sogar pflaumengroß werden kann. Etwa 20 bis 30 Prozent aller Schwangeren erkranken im letzten Schwangerschaftsdrittel daran. Die Ursache ist ein erhöhter Druck im Bereich der Beckenvenen, aber auch Verstopfung oder starke Presswehen können ­eine Analvenen­thrombose auslösen.

Oft mit starken Schmerzen verbunden

Gefährlich wie etwa eine Beinvenenthrombose ist die Analvenen­thrombose nicht. „Aber durch die starken Schmerzen ist der Leidensdruck enorm“, sagt Strittmatter. Die schnelle Schmerzlinderung habe deshalb oberste Priorität. Welche Mittel während der Schwangerschaft und Stillzeit infrage kommen, weiß der Proktologe. Gleiches gilt für Salben, die die ­Stelle für ­einige Zeit betäuben können. „Vielen Betroffenen tut es gut, den Bereich zu kühlen“, sagt Nicola Hackmann-Schlichter. Die Apothekerin empfiehlt dazu Eiswürfelkompressen oder Coolpacks, die in ein Tuch eingeschlagen werden.

OP ist nur selten nötig

Nach ein paar Tagen lassen die Schmerzen normalerweise nach. Innerhalb von etwa zwei bis vier Wochen bildet sich der Knoten von alleine zurück. Ist die Throm­bose sehr groß und schmerzhaft, wird das Blutgerinnsel manchmal auch operativ entfernt. „Der Eingriff kann unter örtlicher Betäubung vorgenommen werden“, erklärt Strittmatter. Der Wundschmerz sei meist weniger stark als bei einer Thrombose.

Analfissur

Schmerzhafter Einriss in die Afterhaut

Wenn der Toilettengang starke Schmerzen verursacht und es wäh­renddessen oder kurz danach im Analbereich blutet, liegt häufig ­eine Analfissur vor. „Viele Frauen haben das Problem im Laufe der Stillzeit“, sagt Stritt­matter. Die Ur­sache auch hier: ein zu harter Stuhl. Dadurch kommt es zu einem schmerzhaften Einriss in die empfindliche Haut am Darmausgang. „Das Allerwichtigste ist daher, die Verstopfung in den Griff zu bekommen“, sagt Apothekerin Hackmann-Schlichter. Quellstoffe wie Indische Flohsamenschalen oder Leinsamen eignen sich auch in der Schwangerschaft und Stillzeit zur Stuhlregulation (siehe auch Hämorriden).

Fissur kann schlimmstenfalls chronisch werden

Der Arzt kann Schmerz­mittel und Salben, Cremes, Analtampons und Zäpfchen verschreiben, die betäubend und heilungsfördernd wirken. Auch kurze, warme Sitzbäder tun häufig gut. „Das große Problem bei einer Fissur ist, dass der Schließmuskel verkrampft“, sagt Strittmatter. Die Folge: Der Stuhl wird häufig zurückgehalten und noch härter, außer­dem wird das Gewebe weniger gut durchblutet. „Die Wunde heilt dadurch schlechter ab“, sagt Strittmatter. Im schlimmsten Fall wird die Fissur chronisch. Um die Verkrampfung zu lösen, kann es hilfreich sein, den Schließmuskel mit einem Analdehner und einer betäubenden Creme zu dehnen. „Es gibt auch Salben, die den Schließmuskel direkt entkrampfen“, sagt Strittmatter. Viele Mittel seien in der Schwangerschaft und Stillzeit allerdings nicht erlaubt.

Analekzem

Juckender Hautausschlag in der Aftergegend

Starker Juckreiz, Brennen, ein rötlicher Ausschlag zwischen den Pobacken: Das sind Symptome eines Analekzems. „Es tritt häufig in Verbindung mit ­­Hämorri­den oder Fissuren auf“, erklärt der Proktologe. Deshalb sei es besonders wichtig, die Grunderkrankung in den Griff zu bekommen. Der Enddarmspe­zialist warnt davor, in Eigenregie mit ­Cremes und Salben zu experimentie­ren. Denn gegen viele der Präparate entwickeln Betroffene im L­­aufe der Zeit eine Kontaktallergie. Häufig verschreibt der Arzt ­eine kortisonhaltige Salbe. Sie sollte aller­dings nur wenige Tage verwendet und nach und nach durch eine weiche Zinksalbe ersetzt werden.

Auf richtige Analhygiene achten

Bei starkem Juckreiz können auch Sitzbäder mit gerbstoffhaltigen Zusätzen helfen. „Die Bäder sollten aber nur wenige Minuten dauern und nicht zu warm sein“, sagt Nicola Hackmann-Schlichter. Ebenfalls wichtig: die richtige Analhygiene. „Am besten verwendet man weißes, sehr weiches Toilettenpapier“, so die Apothekerin. Besser noch seien klares Wasser oder mit Wasser angefeuchtete, weiche Einmalwaschlappen. Und: „Beim Trocknen auf gar keinen Fall reiben, sondern ganz ­vorsichtig tupfen, damit die Haut nicht zusätzlich gereizt wird“, rät die Pharma­zeutin.

Verstopfung in der Schwangerschaft: Was hilft?

Durch die Schwangerschaft gerät der weibliche Körper erst einmal ziemlich durcheinander und braucht einige Wochen, bis er sich auf die Schwangerschaft eingestellt hat. Langsam wächst der Bauch und das Baby. Das Blutvolumen steigt an, und die Schwangere reagiert empfindlicher auf verschiedene Gerüche. Auch die Verdauung ändert sich und so kann es immer wieder mal zu einer normaler Verstopfung, aber auch zu Durchfall in der Schwangerschaft kommen. Grund dafür ist meist der zunehmende Druck der wachsenden Gebärmutter auf den Verdauungstrakt und die Umstellung des Hormonhaushalts. Zusätzlich trägt auch die vermehrte Zufuhr an Flüssigkeit dazu bei, dass dieses sich in dem Gewebe einlagert und damit dem üblichen Verdauungsvorgang entzogen wird. Muss eine Schwangere aufgrund von Eisenmangel zusätzliche Präparate einnehmen, kann das sogar Verstopfungen in der Schwangerschaft begünstigen.

Was tun bei Verstopfung in der Schwangerschaft?

Auch wenn die Verstopfung nicht angenehm ist und sogar zu Bauchschmerzen führen kann, sollten Sie auf keinen Fall zu Abführmitteln oder Einläufen greifen. Durch die Einnahme von Abführmitteln könnte es durchaus zu Durchfall und zu starken Bauchkrämpfen kommen. Im letzten Drittel der Schwangerschaft kann es dadurch sogar zu Wehen kommen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie mit natürlichen Methoden Ihre Verstopfung nicht lösen können. Haben Sie aufgrund der Verstopfungen Bauchschmerzen, können Sie mit der Einnahme von Magnesium Ihre Muskulatur entspannen und mit einer sanften Bauchmassage sogar Krämpfe lösen. Zusätzlich wirkt sich das Magnesium auch positiv auf die Verstopfung aus. Gehen Sie bei Verstopfungen öfters auf die Toilette und setzen Sie sich selbst nicht unter Druck. Kurbeln Sie Ihre Verdauung mit einem langen Spaziergang an. Auch Schwimmen oder Radfahren kann fördernd für die Verdauung sein und Verstopfungenen in der Schwangerschaft entgegen wirken. Zusätzlich hält Bewegung in der Schwangerschaft Sie fit und hilft gegen zahlreiche andere Schwangerschaftsbeschwerden und trägt zu Ihrem Wohlbefinden bei.

Hausmittel gegen Verstopfungen in der Schwangerschaft

Trinken Sie vermehrt, wenn Sie Verstopfungen in der Schwangerschaft haben. Mindestens sechs bis acht Gläser Wasser, Tee und auch Fruchtsäfte helfen die Flüssigkeit dem Verdauungstrakt zuzuführen. Doch trinken Sie nicht jeden Kräutertee. Diese können unter Umständen auch Wehen fördern. Sprechen Sie hier mit Ihrer Hebamme. Als ein sehr beliebtes Hausmittel gilt Pflaumensaft. Auch können Sie Trockenpflaumen über nacht in Wasser einlegen und den Sud am nächsten Tag gegen Verstopfung trinken oder einige Trockenpflaumen zwischendurch täglich kauen. Auch wenn Kirschsaft lecker ist, so trägt es zur Verstopfung bei! Müsli, Vollkornbrot, frisches Obst und auch Gemüse enthalten Ballaststoffe und helfen der Verdauung. Auch Nüsse und Milchprodukte wie Quark und Joghurt helfen die Verdauung anzuregen. Leinsamen wird ebenfalls gerne bei Verstopfung verwendet. Vermischt in einen milden Joghurt kann dieser die Verstopfung lösen. Verzichten Sie auf Lebensmittel wie Schokolade, Nudeln, Bananen oder Kuchen. Diese stopfen nur. Entspannend wirken auch Wärme, beispielsweise in Form eines warmes Bades. Doch achten Sie darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist. Zum Ende der Schwangerschaft kann ein Vollbad sogar wehenfördernd sein. Bei lang anhaltenden Verstopfungen kann es aufgrund des Drucks bei manchen zu Hämorrhoiden kommen. Diese lassen sich in der Schwangerschaft allerdings sehr gut mit Salben behandeln und verschwinden nach der Schwangerschaft wieder.

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Über Luise Veltmann

Luise wohnt mit ihrem Mann, ihrem zweijährigen Sohn Max und bald auch mit Kind Nr. 2 in Lübeck. Wenn Sie neben der Arbeit als Autorin für den Elternkompass die Zeit findet, dann geht Luise ins Fitnessstudio oder zeichnet. Die Zeit ist aber knapp, denn der kleine Max liebt es mit seiner Mama zum Kinderturnen zu gehen und Oma und Opa zu besuchen.

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So löst du eine Verstopfung in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft macht dein Körper allerhand durch. Da kann es auch mal dazu kommen, dass dein Verdauungstrakt nicht mehr ganz mitspielt – die Folge sind Magenschmerzen, Darmschneiden und leider oft auch Verstopfung.

Jede Schwangere, die es hinter sich hat, weiß, wie nervtötend Verstopfung in der Schwangerschaft sein kann. Du hast das Gefühl, dein Bauch bläht sich immer mehr auf, dein Darm gibt komische Geräusche von sich (vorzugsweise im Büro, wenn es ganz leise ist) und wenn du mal auf die Toilette gehst, traust du dich nicht wirklich pressen, weil sich das irgendwie schon etwas Geburtsähnlich anfühlt. Von den Schmerzen im Schließmuskel ganz zu schweigen (yes Ladies, heute legen wir echt alle Arschkarten auf den Tisch).

Woran liegt’s?

Die Schwangerschaftshormone wirken sich auf deine Muskelspannung aus – also auch auf die, deiner Darmmuskulatur. Dadurch erschlafft sie etwas, der Stuhl wird hart. Und hin und wieder entfleucht ein Pups. Das ist aber ein gutes Zeichen!

Tipps zur Vorbeugung und Linderung

Verstopfung kann dir echt den letzten Nerv rauben. Wir verraten dir ein paar Tricks, wie du dir diese Zeit erleichterst (wortwörtlich):

  • Rühre morgens Weizenkleie, Lein- oder Flohsamen ins Müsli, das sind gute Ballaststoffe. Hände weg von Chia Samen, die können die Sache noch drastisch verschlimmern.
  • Iss viele Vollkornprodukte, da hat der Darm was zu tun
  • Kiwis, Feigen und Zwetschken regen deine Verdauung auf sanfte Art an. Vorsicht: nicht zu viel essen, sonst leidest du schnell am Gegenteil von Verstopfung.
  • Trink mindestens zwei Liter am Tag. Und zwar Wasser, keine süßen Säfte!
  • Regelmäßige Bewegung bringt den Verdauungstrakt in Schwung. Dafür musst du nicht exzessiv Sport machen, aber jeden Tag zumindest eine kleine Runde spazieren gehen hilft schon!
  • Geht nichts mehr? Beim Stuhlgang hast du starke Schmerzen? Schrecke nicht dafür zurück mit deiner Hebamme oder deinem Arzt / deiner Ärztin zu reden!
  • Lass die Finger von Abführmitteln! Die können in der Schwangerschaft schädlich sein.

Verstopfung in der Schwangerschaft

Ein häufiges Problem

Auch das Blutvolumen nimmt zu, der Körpergeruch und die Sinneswahrnehmungen (Geruchs- und Geschmackssinn) verändern sich.

Zusätzlich scheint bei vielen Schwangeren die Verdauung nach vollkommen anderen Regeln zu spielen. Durchfall und Verstopfung wechseln sich sogar ab. Bei einigen herrscht das Gefühl der Verstopfung während der gesamten Schwangerschaft vor. Doch wie kommt es zur Verstopfung in der Schwangerschaft?

Die Gründe für die Verstopfung

Der Druck der wachsenden Gebärmutter und der veränderte Hormonhaushalt sowie ein erhöhter Bedarf an Flüssigkeit führen bei vielen Schwangeren zur Verstopfung. Die zugenommene Flüssigkeit wird zudem auch verstärkt in das Gewebe eingelagert und somit dem normalen Verdauungsvorgang entzogen.

Da einige Schwangere unter Eisenmangel leiden und demzufolge Eisenpräparate einnehmen, kann es auch in Folge dieser Medikamente zur Verstopfung kommen bzw. diese noch verschlimmern.

Mittel gegen die Verstopfung in der Schwangerschaft

Um das unangenehme Gefühl der Verstopfung zu lindern, empfehlen Frauenärzte und Hebammen folgendes:

  • Versuchen Sie öfter auf Toilette zu gehen und versuchen Sie dort ungestört Zeit zu verbringen. Das ist natürlich Müttern mit einem größeren Geschwisterkind nicht immer möglich.
  • Mehr Trinken kann ebenfalls helfen. Sechs bis acht Gläser Wasser, Tee und Fruchtsäfte sind empfehlenswert. Pflaumensaft gilt als beliebtes Hausmittel. Noch besser wirkt allerdings der Sud von über Nacht in Wasser eingelegten Trockenpflaumen. Kirschsaft verstärkt die Verstopfung bei einigen Schwangeren.
  • Müsli, Vollkornbrot, frisches Obst und Gemüse unterstützen mit ihren Ballaststoffen die Verdauung.
  • Bewegung (Spaziergänge, Schwimmen und Radfahren) regt ebenfalls die Arbeit des Verdauungstraktes an und wirkt somit der Verstopfung entgegen.

Zu Abführmitteln sollten Schwangere nicht ohne ärztliche Beratung greifen. Diese können schlimmstenfalls Durchfälle und Bauchkrämpfe verursachen, die insbesondere im letzten Schwangerschaftsdrittel Wehen auslösen können.

Auch die Auswahl von Kräutertees sollte eine Schwangere mit der Hebamme, dem Arzt oder Heilpraktiker ihres Vertrauens besprechen, da auch einige Kräuter wehenfördernd wirken. Auch Einläufe sollten aus diesem Grund erst nach Rücksprache durchgeführt werden.

Die Einnahme von Milchzucker, Lein- und Flohsamen wird von einigen Schwangeren als hilfreich empfunden. Mit einer höheren Magnesiumdosis können Schwangere meist sowohl das Verstopfungsproblem lösen als auch frühzeitige Wehen mindern bzw. sogar verhindern.

Unangenehme Bauchkrämpfe lassen sich mit Magnesium meist gut behandeln, da es die Muskulatur der Schwangeren entspannt. Auch Bauchmassagen können, vorsichtig und achtsam im Hinblick auf das Baby, entkrampfend wirken sowie eine schöne Möglichkeit sein, um Kontakt mit dem Baby aufzunehmen.

Behandlungen mit Wärme, wie ein Bad oder der Griff zur Wärmflasche, wirken ebenfalls oft entspannend. Das Bad sollte allerdings hinsichtlich der Belastung des Kreislaufs der Schwangeren nicht zu warm sein.

Hält die Verstopfung länger an, kann sie aufgrund des ständigen Druckgefühls zu unangenehmen Hämorrhoiden führen. Diese lassen sich jedoch mit Salben sehr gut behandeln und bilden sich nach der Schwangerschaft wieder zurück.

Was hilft schnell bei Verstopfung?

Probleme mit dem Stuhlgang (Verstopfung oder Obstipation) gehören zu den typischen Beschwerden in der Schwangerschaft. Aber was kann man dagegen tun? Versuchen Sie einmal folgende Tipps – alles erprobte Hausmittel:

  • Pflanzliche, ballaststoffreiche Kost, z.B. Vollkornbrot (nicht bei Reizdarm-Syndrom!)
  • Frischkornbrei: 2 EL frisch geschrotetes Getreide (Sorte egal, aber immer mal wechseln), dazu 2 EL Leinsamen, 2 EL zerkleinerte Nüsse (alle ausser Erdnüsse) und 2 TL fein geschnittenes Trockenobst (z.B. Trockenpflaumen, Dörrbirnen, Rosinen oder Feigen) in ein Schälchen füllen und mit Wasser aufgiessen bis alles bedeckt ist. Über Nacht quellen lassen und zum Frühstück mit etwas Dickmilch oder Naturjoghurt verzehren.
  • Getrocknetes Obst wie Pflaumen, Aprikosen, Datteln oder Feigen kauen, dazu viel trinken. Oder die Trockenfrüchte über Nacht einweichen und mit der Flüssigkeit morgens essen.
  • Dörrpflaumensaft – gibt es fertig im Handel.
  • Zwei Äpfel über den Tag verteilt essen oder Apfelsaft naturtrüb trinken.Der Ballaststoff Pektin wirkt förderlich auf die Verdauung und wird deshalb bei Verstopfung empfohlen.
  • Eine ganze Mahlzeit durch Kirschen, Himbeeren, Pflaumen, Birnen, Pfirsiche oder Trauben ersetzen – diese Obstsorten stimulieren die Verdauung.
  • Rohes Sauerkraut als Snack zwischendurch und Sauerkrautsaft vor dem Essen hilft bei der Verdauung durch die enthaltene Milchsäure.
  • Weitere Gemüsesorten: Rüebli, Petersilie, Schnittlauch, Kresse, Radieschen, Knoblauch, Ingwer oder Zwiebeln entsaften bzw. zu einem Smoothie verarbeiten.
  • Ein Glas lauwarmes Wasser, evtl. mit Zitronensaft, morgens auf nüchternen Magen trinken.Falls Sie es mögen, können Sie auch einen gestrichenen TL Kochsalz oder Karlsbader Salz zugeben und mit 1 TL Bienenhonig süssen.
  • Ein Glas eisgekühlten Fruchtsaft morgens auf nüchternen Magen trinken. Besonders gut wirkt Holundersaft, optimal in Verdünnung mit kohlensäurehaltigem Mineralwasser.
  • Mineralwasser mit Kohlensäure, vor den Mahlzeiten 1-2 Gläser trinken – das kurbelt die Verdauung besser an als stilles Wasser. Cola ist übrigens nicht geeignet: Sie entzieht dem Stuhl grössere Mengen an Wasser und macht ihn dadurch fest.
  • Einen Sud aus Rosenblättern, Eibischwurzeln, Malve oder Quecke trinken. Oder Fencheltee.
  • Grüner Tee wirkt nicht stopfend wie schwarzer Tee, sondern verdauungsfördernd.
  • Einen Esslöffel Olivenöl vor den Mahlzeiten einnehmen.
  • Ein Glas Mineralwasser mit 1 EL Apfelessig vor jeder Mahlzeit trinken.
  • Leinsamen und Weizenkleie unter die Speisen (z.B. Joghurt) mischen. Dazu viel trinken, sonst wird die Verstopfung noch schlimmer! Flohsamen (Plantago psyllium), Indischen Flohsamen (Plantago ovata) und Indischen Tragant (Sterculia urens) können Sie als Fertigpräparat in Ihrer Apotheke bekommen. Diese Samen sind keine eigentlichen Abführmittel und reizen deshalb auch nicht die Darmschleimhaut. Sie üben aber spezielle Wirkungen auf den Verdauungstrakt aus, die den Stuhlgang wesentlich erleichtern können und Verstopfungen entgegenwirken.
  • Bifidus-Joghurt oder -Drink; Kefir und Buttermilch
  • Molke verkürzt die Darmpassage der Nahrung wesentlich und fördert die Stuhlentleerung. Ausserdem wird der Darm entgiftet und von schädlichen Bakterien befreit, die in dem von der Molke verursachten Milchsäuremilieu nicht überleben können.
  • Milchzucker (Laktose), aus Molke gewonnen, ist ein natürliches Abführmittel. Milchzucker wird im Dickdarm von Bakterien in Traubenzucker und Galaktose zerlegt und dann zu Milchsäure und Essigsäure abgebaut. Diese beiden Säuren wirken sehr ähnlich auf den Darm wie Bittersalze und Glaubersalz, jedoch etwas milder. Bei Verstopfung Milchzucker pur über den Tag verteilt in einer Dosis von 1 bis 4 EL einnehmen.
  • Magnesium, das gegen Wadenkrämpfe und vorzeitige Wehen hilft, wirkt auch bei leichter Verstopfung.
  • Heilerde in Tee oder in lauwarmem Wasser gelöst und morgens 30 bis 60 Minuten vor dem Frühstück getrunken, kann den Stoffwechsel anregen. Dosis: ½ bis 1 TL Heilerde täglich.
  • Schüssler-Salze: Bei schlaffem Darm hat sich das Schüssler-Salz Nummer 1, Calcium fluoratum D12, bewährt. Dosierung stündlich eine Tablette. Ist die Verstopfung mit Blähungen verbunden, kann man es mit der „Heissen Sieben“ versuchen: Vom Schüssler-Salz Nummer 7, Magnesium phosphoricum D6, gibt man 10 Tabletten in ein Glas heisses Wasser, löst sie auf und trinkt die Mischung schluckweise.
  • Kirschsteinsäckchen oder Dinkelkissen: Im Mikrowellenherd oder im Backofen auf 100°C erwärmen, in ein Handtuch gewickelt auf den Bauch legen und mit einer Decke abdecken. Oder das Kissen in die Mitte des Bettes packen und sich bäuchlings darauflegen.
  • Kalter Leibwickel: Wirkt bei chronischer Verstopfung entkrampfend und stabilisierend auf die Verdauungsorgane. Dazu braucht man drei grosse Badehandtücher (etwa 70 x 190 cm). Eines der Tücher quer auf das Bett breiten. Das zweite auf etwa 60 cm einschlagen und in kaltem Wasser tränken. Dann von den Oberschenkeln bis zu den Brustwarzen fest um den Körper wickeln. Jetzt das zweite Tuch herumwickeln, mit dem Rücken auf das Tuch im Bett legen und dieses ebenfalls um den Körper schlingen. Zugedeckt ganz entspannt liegenbleiben, bis sich der Wickel erwärmt, danach abnehmen. Die anregende Wirkung auf die Verdauung tritt nach 30 bis 60 Minuten ein und die Verstopfung ist beseitigt.

Wenn es nicht ohne Abführmittel geht: Am ehesten sind in der Schwangerschaft pflanzliche Quellstoffe (z.B. Mucilar®, Agiolax mite®, Laxiplant soft®, Metamucil®, Metamucil mite® und Colosan mit®) geeignet, können aber zu Blähungen führen. Dann sind Lactulose-Präparate (z.B. Duphalac®) oder osmotische Laxativa auf Basis verschiedener Salze (z.B. Transipeg®) und Glycerin-Zäpfchen (z.B. Bulboid® eine Alternative.

Am wenigsten geeignet sind Anthrachinon-Präparate (z.B. Agiolax plus®), Paraffin oder Rhizinusöl. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke beraten.

Innerhalb von Minuten wirkt ein Einlauf (Mikroklist oder Reprop), den auch Schwangere unbesorgt anwenden dürfen.

Häufige Fragen zum Thema

Bekommen alle Schwangeren Krampfadern?

Nein, nicht alle, aber immerhin etwa die Hälfte aller Schwangeren. Die Blutgefässe sind durch die Schwangerschaftshormone zusätzlich weit gestellt, der venöse Rückfluss zum Herzen ist gestört. So staut sich das Blut in den Venen der unteren Körperhälfte, die auf der Haut die unregelmässigen,…

vollständige Antwort lesen Sind auch Abführmittel gefährlich in der Schwangerschaft?

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Einnahme eines pflanzlichen Abführmittels bei hartnäckiger Verstopfung Ihr ungeborenes Kind schädigen könnte. Mittel wie z.B. Senna-Psyllium oder Bisocadyl werden schon sehr lange auch in der Schwangerschaft eingesetzt, und Anzeichen für eine erhöhte…

vollständige Antwort lesen

Letzte Aktualisierung : 03-07-18, BH

In der Schwangerschaft arbeitet der Darm langsamer. Dafür verantwortlich ist das Hormon Progesteron, das für viele Veränderungen im Stoffwechsel der Schwangeren sorgt und auch die Darmmuskulatur entspannt. Dies führt häufig zu Verstopfung und Blähungen.

Wichtig ist, dass Sie ausreichend trinken, am besten Wasser, verdünnte Säfte oder Kräutertee. Regelmäßige Bewegung und eine ballaststoffreiche Kost (Vollkornprodukte, Obst, Gemüse) helfen ebenfalls. Zusätzlich können eingeweichte Trockenfrüchte, Flohsamenschalen (Plantago ovata) oder Leinsamen Abhilfe schaffen – immer mit reichlich Flüssigkeit eingenommen, eventuell in Joghurt eingerührt. Sie regen die Darmbewegungen an. Falls dies nicht ausreicht, bestehen gegen mögliche Hilfsmittel wie Lactulose oder Macrogol keine Bedenken. Außerdem kann Magnesium die Darmtätigkeit anregen.

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  • Betreuung durch eine Hebamme

Sollten die Beschwerden bestehen bleiben, fragen Sie am besten Ihre Hebamme, Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat. Die meisten Abführmittel, auch frei verkäufliche, werden für Schwangere nicht empfohlen. Einläufe sind ebenfalls tabu, da sie Wehen auslösen können.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 21.03.2019

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