Verklebte augen BEI babys

Bindehautentzündung der Neugeborenen

Je nach Erreger können die Symptome einen unterschiedlichen Verlauf nehmen:

  • Gonokokken

Bei der Bindehautentzündung, die durch die Gonokokken-Bakterien hervorgerufen wird, zeigen sich eine massive Ansammlung von Eiter und stark angeschwollene Augenlider. Der Eiter kann beim Öffnen unter Druck herausspritzen. Diese Infektion ist sehr gefährlich, da sie auf der Hornhaut Geschwüre hervorruft und eine Blindheit möglich ist. Um die Entstehung dieser Gonoblennorrhoe zu verhindern, kann eine Credé-Prophylaxe mit einer Silbernitratlösung, die in die Augen geträufelt wird,erfolgen. Wegen der möglichen Nebenwirkungen wird sie allerdings nur noch selten durchgeführt. Häufiger werden zur Prophylaxe Erythromycin- oder Tetracyclin- haltige Augensalben eingesetzt. Die Therapie einer Gonoblennorrhoe erfolgt ebenfalls mit Antibiotika.

  • Chlamydien

Wird die Bindehautentzündung der Neugeborenen durch das Bakterium Chlamydia trachomatis hervorgerufen, sind die Augen geschwollen und es sammelt sich darin ein schleimiger Eiter. In den Bindehautzellen sind „Einschlusskörperchen“ zu erkennen. Bei einer Chlamydien-Infektion wird in der Regel Antibiotika verabreicht. Zudem können Augensalben oder Augentropfen hilfreich sein.

  • Herpes Viren

Bei der Herpes-Simlex-Neugeborenenkonjunktivitis, bei der Viren die Auslöser sind, gehören zu den Symptomen eine gerötete und geschwollene Bindehaut sowie flüssigkeitsgefüllte Bläschen am Augenlid. Die Bindehautentzündung, die durch Viren ausgelöst wird, gilt als besonders ansteckend.

Verlauf und Komplikationen: Die Inkubationszeit, also der Zeitraum zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der Symptome, liegt zwischen zwei und 14 Tagen, wobei ein beidseitiger Befall die Regel ist. Besteht bei einem Baby der Verdacht auf eine Bindehautentzündung, ist es wichtig, einen Arzt zu konsultieren. Für die Untersuchung steht dem Arzt eine Spaltlampe zur Verfügung, mit der er die Augenstrukturen vergrößert betrachten kann. Um die Erreger zu bestimmen, wird meist ein Abstrich entnommen. Wird die Bindehautentzündung der Neugeborenen fachgerecht behandelt und es zeigen sich keine Komplikationen, verläuft die Erkrankung meist günstig. Die Beschwerden klingen nach etwa 14 Tagen ab. Der Heilungsprozess kann sich allerdings durch den Einfluss äußerer Faktoren wie Sonnenlicht, Staub oder Zigarettenrauch verzögern.

Ständig verklebte Augen: Diese Behandlungsmethoden helfen Ihrem Baby

Ein Drittel aller Babys hat anfangs verklebte Tränenwege

Die Tränenflüssigkeit gelangt über die Tränenpünktchen an Ober- und Unterlid im Bereich des inneren Augenwinkels in die Tränenkanäle. Diese münden in den Tränensack, der sich neben dem oberen, knöchernen Teil der Nase befindet. Der Tränensack geht in den Tränennasengang über, welcher in der Nasenhöhle mündet. Deshalb läuft auch, wenn wir weinen, gleichzeitig die Nase! Vor der Einmündung des Tränennasengangs in die Nase befindet sich eine Schleimhautfalte (Hasner-Klappe genannt), die sich normalerweise nach der Geburt öffnet.

Bei etwa 30 Prozent aller Neugeborenen ist diese Klappe noch verklebt; sie öffnet sich meist in den ersten fünf Lebensmonaten. Bis zum ersten Geburtstag sind die Tränenwege bei 95 Prozent aller Kinder dann problemlos durchgängig. Öffnet sich die Klappe nicht, kommt es zum Tränenstau, der ideale Bedingungen für die Vermehrung von Bakterien bietet. Es treten dadurch immer wieder Entzündungen des Tränensackes auf (mit Absonderung von Eiter über die Tränenpünktchen). Durch eine unzureichende Behandlung wiederholter und/ oder schwerer Entzündungen kann es zu Vernarbungen und Verengungen der Tränenwege kommen.

Verklebte Augen bei Ihrem Baby: Diese Maßnahmen sind sinnvoll

Hat Ihr Kind ein eitriges, gerötetes, verklebtes Auge, gehen Sie bitte zum Kinderarzt. Dieser verordnet bei einer bakteriellen Entzündung antibiotische Augentropfen (sind leichter zu verabreichen als eine Augensalbe!), die Sie bitte genau nach ärztlicher Anweisung anwenden. Meist ist eine achttägige Behandlung erforderlich. Lassen Sie sich vom Arzt oder von seiner Helferin zeigen, wie Sie Ihr Baby am besten halten, damit die Tropfen auch wirklich ins Auge gelangen! Ist die Haut um das Auge herum durch das ständige Augentränen gerötet, hilft Augensalbe, die Sie mehrmals täglich auftragen. Reibt Ihr Kind sich versehentlich Salbe ins Auge, ist das völlig unproblematisch, da diese Salbe zur Anwendung am Auge gedacht ist und daher auch nicht brennt. Liegt keine behandlungsbedürftige Infektion vor, waschen Sie das verklebte Auge ein- bis zweimal täglich von außen nach innen (in Richtung Nase) mit abgekochtem, lauwarmem Wasser aus. Verwenden Sie dazu am besten ein sauberes Stofftaschentuch.

  • Mein Tipp: Sie können zum Auswaschen auch Augentrosttee verwenden, der zusätzlich entzündungshemmend und heilend wirkt. Dafür einen Teelöffel des geschnittenen Krautes in 250 Milliliter kaltes Wasser geben, aufkochen und zwei Minuten ziehen lassen. Abseihen, eine Messerspitze normales Haushaltssalz zugeben und umrühren. Lauwarm verwenden.

Massieren Sie viermal täglich die Tränenwege (siehe Abbildung). Waschen Sie sich zuvor die Hände. Entfernen Sie gegebenenfalls austretendes Sekret wie beschrieben mit einem feuchten Tuch. Bei einer akuten eitrigen Entzündung dürfen Sie jedoch nicht massieren!

Setzen Sie den Zeigefinger am Tränenpünktchen (Unterlid innen neben der Nase) auf und massieren Sie mit sanftem Druck in kreisenden Bewegungen (immer in Richtung Nase, also beim rechten Auge im Uhrzeigersinn), wobei Sie den Finger zusätzlich langsam nach unten in Richtung Nasenflügel bewegen. Wiederholen Sie diese Bewegung zehnmal hintereinander.

Worauf Sie besser verzichten

Verzichten Sie, abgesehen von bakteriellen Entzündungen, auf jede Anwendung von Augentropfen oder -salben. Augentropfen können an der Verklebung an sich nichts ändern und sind bei Kindern sehr unbeliebt. Sie würden Ihr Baby damit nur unnötig „ärgern“. Außerdem enthalten Augentropfen, sofern es sich nicht um 1-Dosis-Behälter handelt, immer ein Konservierungsmittel, üblicherweise Benzalkoniumchlorid. Bei ständiger Anwendung am Auge entwickelt sich nicht selten eine Allergie dagegen. Verwenden Sie zum Auswaschen des verklebten Auges keinen Kamillentee. Kamille gehört zur Pflanzenfamilie der Korbblütler, gegen die besonders Kinder aus Allergikerfamilien leicht eine Allergie entwickeln. Schwarztee aus Teebeuteln ist zum Auswaschen ebenfalls nicht zu empfehlen. Der in den Beuteln enthaltene feine Teestaub wird vom Filterbeutel nicht sicher zurückgehalten und gelangt daher in den Tee. Dieser Feinstaub kann das Auge zusätzlich reizen! Die von vielen empfohlene Muttermilch, der eine antibakterielle Wirkung zugesprochen wird, ist zur Anwendung am Auge absolut nutzlos.

Wann muss sondiert werden?

Die Tränenwege können mit einer Sonde (röhrenförmiges, dünnes Instrument, ähnlich einem Draht) geöffnet werden. Damit das Kind still hält, ist meist eine Narkose erforderlich. Da sich der Kanal bei fast allen Kindern im ersten Lebensjahr von selbst öffnet, ist die Sondierung erst im zweiten Lebensjahr zu empfehlen. Treten wiederholt eitrige Entzündungen auf, kann eine Sondierung aber schon im ersten Lebensjahr erforderlich sein. Das entscheidet der Augenarzt nach einer gründlichen Untersuchung.

Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess:

Eine Studie aus dem Jahr 1991 untersuchte 4792 Säuglinge auf die Entwicklung eines tränenden Auges. Ungefähr 20 Prozent der teilnehmenden Neugeborenen zeigte kurz nach der Geburt dieses Symptom, 95 Prozent davon innerhalb des ersten Lebensmonats. In den allermeisten Fällen war keinerlei Therapie notwendig, bei 96 Prozent war die Problematik vor dem Erreichen des ersten Lebensjahres nicht mehr vorhanden.*

Der Grund für das ständige Tränenträufeln und die häufig – insbesondere am Morgen – verklebten Augen ist in der Regel eine leichte Enge des Tränenkanals, manchmal besteht zusätzlich eine nicht zurückgebildete Membran zwischen Tränensack und dem Ausgang des Tränenkanals nach unten – Richtung Nase. Durch die Enge staut sich Tränenflüssigkeit zurück und es kommt infolge zu einem Überlaufen von Flüssigkeit ins Auge.

Durch den verzögerten Abfluss der Tränenflüssigkeit und das warm-feuchte Klima in den Tränenwegen können sich Keime, die natürlicher Weise dort vorkommen, gut vermehren – es entsteht eine Entzündung und die Augen sind noch verklebter, als ohnehin schon. Meist ist es ausreichend, die Augen vorsichtig mit lauwarmem, abgekochtem Wasser und einem ganz weichen Waschlappen von den Krusten zu befreien. Dabei immer von außen Richtung Nase wischen, um keine zusätzlichen Keime in das Auge zu reiben. Zur Pflege können Sie mehrmals am Tag Kochsalz-Augentropfen oder Augentropfen mit Augentrost verwenden.

Tränende und verklebte Augen sind bei Babys ganz normal, in der Regel verschwindet die Probelmatik von ganz allein. Nur in sehr seltenen Fällen ist eine operative Weitung des Tränenkanals notwendigFoto:

Damit die Enge des Tränenkanals langsam aufgeweitet wird, ist es manchmal hilfreich, den Tränenkanal und Tränensack vorsichtig auszumassieren. Legen Sie dazu Ihren Zeigefinger unterhalb des Augenwinkels auf und massieren sie mit sanften Bewegungen vorsichtig Richtung Auge. Wenn sich zäheres Sekret entleert – was oft passiert – wischen Sie es anschließend zur Nasenwurzel hin aus.

Nimmt die Verklebung des Auges zu, ist möglicherweise eine Rötung um oder im Auge sichtbar, ist es wahrscheinlich zu einer fortschreitenden Infektion von aufgestautem Sekret gekommen. Dann sollte ein lokales Antibiotikum eingesetzt werden. Mittlerweile gibt es ein Produkt mit dem Antibiotikum Azithromycin, das nur zwei Mal täglich für drei Tage verwendet werden muss. Da die Verabreichung von Augentropfen nicht so einfach ist und Babys das meistens als unangenehm empfinden, ist das ein großer Fortschritt gegenüber anderen antibiotischen Augentropfen, die über einen längeren Zeitraum und zwischen vier und sechs Mal täglich angewendet werden müssen.

Ihr Kinderarzt berät Sie gern und sagt Ihnen, welches Antibiotikum er für richtig hält. Ein Abstrich, um zu untersuchen, welche Bakterien für die Entzündung verantwortlich sind, ist übrigens nur bei wiederkehrenden Infektionen notwendig.

Wie bereits erwähnt, verschwindet die Problematik in der Regel von ganz alleine und ohne weitere Maßnahmen. Nur sehr selten ist eine Aufweitung des Tränenkanals durch einen Augenarzt notwendig. Wann immer möglich, wird man die Beendigung des ersten Lebensjahres abwarten und nur in absoluten Ausnahmefällen zu dieser Maßnahme greifen.

*MacEwen CJ, Young JD: Epiphora during the first year of life. Eye (Lond) 1991;5(Pt5):596-600

Ohren reinigen beim Baby

Sollte man zum Ohren reinigen beim Baby
Wattestäbchen verwenden? – Foto: © oocoskun

Inhaltsverzeichnis dieses Artikel:

  • Tipps zum Ohren putzen beim Baby
  • Ohren besitzen eine Selbstreinigungsfunktion
  • Niemals Wattestäbchen verwenden
  • Waschlappen und warmes Wasser genügen
  • Abtrocknen nicht vergessen

Tipps zum Ohren putzen beim Baby

Ein Baby zu versorgen ist eine schöne und manchmal auch anstrengende Aufgabe. Fester Bestandteil ist dabei das Waschen oder Baden des kleinen Lieblings. Eine Prozedur, die den meisten Eltern Spaß macht, bietet dies doch eine wunderbare Möglichkeit, um mit seinem Baby ins „Gespräch“ zu kommen. Doch wenn es um die Reinigung der Ohren geht, dann sind viele Mütter und Väter verunsichert. Klar, Babys Ohren sollen sauber sein, aber natürlich möchte man dem Nachwuchs bei der Reinigung nicht wehtun. Tipps zur Babypflege

Ohren besitzen eine Selbstreinigungsfunktion

Wenn es um das Thema Ohren putzen geht, dann ist weniger einfach mehr! Und dabei ist es egal, ob es sich um die Ohren eines Erwachsenen oder um die Ohren eines Babys handelt. Die Ohren besitzen eine so genannte Selbstreinigungsfunktion. Diese bewirkt, dass Ohrenschmalz langsam aber stetig aus dem Ohr heraus gelangt. Das Ohrenschmalz wird auch als Cerumen bezeichnet und erfüllt im Ohr eine wichtige Funktion. Im Gehörgang befinden sich neben Staub und Schmutzpartikeln auch alte abgestorbene Hautzellen. All dies wird mit Hilfe des Ohrenschmalzes nach außen transportiert und gelangt so nicht in das Innenohr. Einfach perfekt, wie sich die Natur das ausgedacht hat!

Niemals Wattestäbchen verwenden

Die erste und wichtigste Regel beim Putzen der Ohren lautet: verwenden Sie auf keinen Fall ein Wattestäbchen! Auch wenn dies früher häufig gang und gäbe war und es auch extra Wattestäbchen für Babys gibt, so weiß man heute, dass Wattestäbchen das sehr sensible Trommelfell beschädigen können. Babys bewegen sich häufig ruckartig und schnell kann es zu einer Verletzung kommen, welche unter Umständen Gleichgewichtsstörungen und einen Hörverlust nach sich ziehen kann. Des Weiteren sind Wattestäbchen nicht in der Lage, das Ohrenschmalz aus dem Ohr zu transportieren. Im Gegenteil: durch diesen Versuch gelangt es nur noch tiefer in den Gehörgang. Irgendwann kann sich so ein Pfropf bilden, der den Gehörgang verschließt. In diesem Fall kann nur noch ein Hals-Nasen-Ohrenarzt das Ohrenschmalz entfernen.

Waschlappen und warmes Wasser genügen

Zur Reinigung von Babys Ohren benötigen Sie nur einen weichen Waschlappen und etwas warmes Wasser. Zuerst werden die Ohrmuschel und der äußere Bereich des Ohres mit dem Lappen vorsichtig abgewischt. Dann reinigen Sie die Stelle hinter dem Ohr, denn hier lagern sich gern einmal Milchreste oder Speichel ab. Generell muss das sichtbare Ohrenschmalz nicht unbedingt entfernt werden. Sollte es jedoch sehr dick sein, dann kann es mit Hilfe eines Stückchens Zellstoff in einer leichten Drehbewegung einfach entfernt werden.

Abtrocknen nicht vergessen

Nach der Reinigung der Ohren mit einem weichen Lappen und warmen Wasser müssen die kleinen „Lauscher“ natürlich auch wieder gut abgetrocknet werden. Dazu verwenden Sie ein kleines Handtuch und gehen damit vorsichtig über die Ohrmuschel und den äußeren Bereich des Ohres. Vergessen Sie nicht, Ihr Baby auch hinter den Ohren gut abzutrocknen, damit hier keine Hautreizungen entstehen.
Tipps zum Baby baden Sie sehen: Babys Ohren zu putzen ist wirklich nicht schwierig! Und wenn Sie dazu nur einen weichen Lappen verwenden, dann tun Sie Ihrem kleinen Schatz garantiert auch nicht weh.
Text: K. L. / Stand: 02.02.2020

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Ohrenschmalz

Manche Kinder haben sehr viel Ohrschmalz (Cerumen). Da ist die Versuchung gross, die Ohren mal so richtig von der klebrigen Masse zu säubern. Bitte nicht! Denn Ohrenschmalz ist kein „Dreck“, sondern eine fettige Absonderung der Ohrenschmalzdrüsen, die im äusseren Gehörgang liegen. Das hält das Innenohr feucht und reinigt es von Staub, Schmutz und anderen Materialien, die sich im Gehörgang ansammeln können. Ohrenschmalz enthält Stoffe, die vor Bakterien schützen, womit Entzündungen effektiv vorgebeugt wird, und sorgt sogar dafür, dass keine Insekten in unser Ohr fliegen. Zu wenig Ohrenschmalz, beispielsweise durch häufiges Baden oder Schwimmen, kann daher schnell zu Ohrenschmerzen führen, weil die Schutzfunktion beeinträchtigt ist.

Das gesunde Ohr hat einen Selbstreinigungs-Mechanismus, der dafür sorgt, dass das Ohrschmalz mitsamt dem Schmutz von selbst nach aussen befördert wird. Nur wenn zu viel Ohrenschmalz im Gehörgang sitzt und sich verhärtet und zu schmerzhaften Entzündungen führt, sollten Eltern mit Ihrem Nachwuchs einen Hals-Nasen-Ohrenarzt (Oto-Rhino-Laryngologe) für eine professionelle Reinigung aufsuchen.

Wie säubert man die Ohren richtig?

Sie können den äusseren Bereich der Ohrmuschel behutsam mit dem feuchten Zipfel eines Waschlappens oder einem feuchten Wattebausch mit kreisenden Bewegungen reinigen. Seife ist unnötig, ja die fettlösende Wirkung würde die durch das Ohrenschmalz gebildete Schutzschicht angreifen. Es reicht vollkommen, die Ohrmuschel soweit zu säubern, wie wir hineinsehen können, tiefer sollte die Reinigung nicht gehen. Achten Sie darauf, dass kein Wasser in das Ohr selbst gelangt.

Auch die Stelle hinter den Ohren sollte man nicht vergessen. In der kleinen Falte hinter dem Ohr, wo das Ohr an die Kopfhaut grenzt, sammeln sich besonders häufig Speichel oder Milchreste und es bilden sich schuppige, manchmal wunde und nässende Stellen. Bei jedem Waschen sollten die Ohrfalten daher sorgfältig ausgewischt und getrocknet werden. Auch dabei sollte man sehr behutsam mit der Pflege vorgehen. Zuerst reinigt man wieder die betroffenen Stellen vorsichtig und ohne Druck auf die Hautstellen. Anschliessend wird etwas Pflegeöl auf die geröteten oder schuppigen Stellen getupft. Hierbei darf sogar einmal ein Wattestäbchen zum Einsatz kommen.

Auf keinen Fall aber sollten Sie mit einem Wattestäbchen – auch nicht mit den sogenannten „Sicherheitsstäbchen“ – ins Ohr fahren. Die kleinen, spitzen Stäbchen haben in den sensiblen Gehörgängen der Kinder nichts zu suchen. Erstens schieben Sie damit das Schmalz noch weiter nach innen, und es kann den Gehörgang blockieren – die Hörfähigkeit des Kindes ist dann eingeschränkt. Zweitens besteht die Gefahr, das hauchdünne Trommelfell zu verletzen. Ein Riss oder Loch im Trommelfell ist für das Kind äusserst schmerzhaft. In manchen Fällen wächst das Loch von selbst zu, in anderen Fällen kann eine Operation notwendig werden. Auch Tropfen oder Sprays zum Reinigen der Ohren sind unnötig und können bei falscher Anwendung sogar eher Schaden anrichten.

Wann reicht die normale Reinigung nicht?

Ein Besuch beim Arzt ist geboten, wenn Verdacht auf eine Mittelohrentzündung oder sonstige Erkrankung im Ohrbereich besteht:

  • bei Juckreiz oder Schmerzen im Gehörgang
  • Ausfluss von Eiter oder anderer Flüssigkeit aus dem Ohr
  • wenn das Ohrenschmalz verschiedene Farben hat oder in zeitweise wechselnder Konsistenz ist, beispielsweise in Form eines dicken Pfropfens, der das Ohr verklebt,
  • wenn im Gehörgang eine rötliche, schmerzhafte Schwellung zu sehen ist.
  • Hörbehinderungen, zeitweise Hörverluste oder summende Geräusche im Ohr sind ebenfalls Warnzeichen.

Newsticker

Wattestäbchen | 29.07.2017

Laut einer aktuellen Studie aus den USA werden jährlich 12.500 Kinder unter 18 Jahren in US-Notaufnahmen wegen Ohrverletzungen durch Wattestäbchen behandelt – drei Viertel der Fälle wurden beim Reinigen der Ohren verursacht. Es kam v.a. zu Trommelfellperforationen und Gewebeverletzungen. Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, dass Wattestäbchen nicht für das Reinigen von Ohren eingesetzt werden. Viele Eltern gehen immer noch von der falschen Vorstellung aus, dass der Gehörgang gereinigt werden muss. Aber die Gehörgänge reinigen sich normalerweise selbst. Wattestäbchen drücken Ohrenschmalz nicht nur näher zum Trommelfell, es besteht auch ein erhebliches Risiko von leichten bis schweren Verletzungen.

Letzte Aktualisierung : 14-01-20, BH

Pflege von Babys Ohren

© fotolia, HaywireMedia

Babys Ohren reinigen sich im Grunde von selbst. Und dabei spielt das so ungeliebte Ohren­schmalz eine wichtige Rolle: Mit diesem transportiert die Gehör­ganghaut Schmutz nach außen.

Ohrenschmalz enthält Stoffe, die vor Bakterien schützen. Es hält die Haut feucht. Und Ohrenschmalz sorgt sogar dafür, dass keine Insekten in unser Ohr fliegen.

Finger weg von Wattestäbchen

Leider kann es nicht häufig genug gesagt werden: Niemals sollten Sie versuchen, die winzigen Gehörgänge mit einem Wattestäbchen zu säubern. Auch von dem Gebrauch sogenannter Sicherheitsohrenstäbchen raten Ärzte ab. Denn erstens entfernt das Ohr das Schmalz selbst. Zweitens kann mit den Stäbchen das hauchdünne Trommelfell beschädigt werden. Und drittens schiebt man das Ohrenschmalz mit diesem Werkzeug nur noch weiter nach innen. Das Ergebnis: Es können Pfropfen im Gehörgang entstehen, die dann von einem Arzt entfernt werden müssen. Übrigens: Auch wenn Ihr Kind viel oder dunklen, rötlichen Ohrenschmalz produziert, ist das kein Anzeichen für eine Krankheit.

Die Säuberung der Ohren beschränkt sich eigentlich auf die Ohrmuschel und die Fläche hinter dem Ohr. Beides lässt sich mit einem weichen Waschlappen oder Zellstofftuch und etwas lauwarmem Wasser gut reinigen. Achten Sie aber darauf, dass kein Wasser in das Ohr selbst gelangt.

Hört das Baby gut?

Seit einigen Jahren bezahlen die Krankenkassen einen Hörtest für Neugeborene. Diesen sollten Sie auf jeden Fall durchführen lassen, da angeborene Störungen bereits in diesem jungen Alter erkannt werden können.

Testen Sie von Zeit zu Zeit selbst Babys Hellhörigkeit, indem Sie leise seinen Namen rufen, ohne sich selbst dabei zu zeigen. Das Kind müsste jetzt seinen Kopf in die Richtung drehen, aus der die Stimme kommt. Natürlich klappt das ebenso gut mit der Quietschente oder einer Spieluhr.

Erfahren Sie hier, was und wann Ihr Baby hören kann.

Besonders wichtig ist die Kontrolle des Gehörs, wenn die Mutter während der Schwangerschaft an Röteln oder einem sonstigen, fieberhaften Infekt erkrankt war.

Ohrenschmerzen

Ohrenschmerzen sind besonders für Babys sehr unangenehm. Sie können den Eltern noch nicht sagen oder zeigen, wo es ihnen wehtut. Doch wenn sie weinen oder schreien und sich dabei an der Wange kratzen oder reiben, ist das oft ein Anzeichen für Schmerzen im Ohr.

Dieses Signal sollten Sie immer ernst nehmen und zum Arzt gehen. Ohrenschmerzen können für ein Kind manchmal kaum erträglich sein, können klopfend, pulsierend, stechend oder dumpf sein. Ein gutes Hausmittel bei Ohrenschmerzen sind Zwiebelumschläge. Hier lesen Sie, was Sie zum Thema Mittelohrentzündung wissen sollten.

Ohrmuschel-Fehlbildung

Gar nicht so selten kommt ein Baby mit einer Ohrmuschel-Fehlbildung auf die Welt. Diese ist in aller Regel leicht zu beheben – allerdings sollte der Termin für die Operation sorgfältig gewählt sein. Je nach Grad der Fehlbildung muss ein Spezialist entscheiden, ob es ratsam ist, diese Korrektur frühzeitig auszuführen – oder zu warten, bis der Ohrknorpel fertig entwickelt ist.

Kann Ihnen Ihr Haus- oder Kinderarzt keine geeignete Untersuchungsstelle nennen, finden Sie auf jeden Fall Rat und Hilfe in der nächsten Universitätsklinik.

von Eva Becker

Zuletzt überarbeitet: Februar 2019

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