Verhütung nach der geburt

Verhütung nach der Geburt

Um eine erneute Schwangerschaft kurz nach der Geburt auszuschließen, möchten viele Paare möglichst bald wieder verhüten. Während der Stillzeit sollte die Verhütungsmethode besonders sorgfältig gewählt werden.

© plainpicture/Delia Baum

Es ist sehr unterschiedlich, wann Frauen und Paare nach einer Geburt wieder Lust auf Sex haben. Das kann relativ schnell passieren, es kann aber auch viele Monate dauern. Danach richtet sich der Verhütungsbedarf.

Bei Frauen, die nicht oder nur kurz stillen, kommt es etwa vier bis sechs Wochen nach der Geburt zum ersten Eisprung. Ab diesem Moment können sie wieder schwanger werden.

Wenn Sie Geschlechtsverkehr haben möchten, sollten Sie deshalb drei bis vier Wochen nach der Geburt damit beginnen, aktiv zu verhüten.

Wenn Sie stillen, haben Sie unter bestimmten Voraussetzungen einen hohen natürlichen Empfängnisschutz. Möchten Sie zusätzlich verhüten, sollten Sie die Methode sorgfältig auswählen.

Anforderungen an die Verhütung in der Stillzeit

Nicht jedes Verhütungsmittel ist für die Zeit nach der Geburt geeignet. Vor allem während der Stillzeit gelten besondere Anforderungen an eine zuverlässige Verhütungsmethode: Sie darf weder die Gesundheit des Babys oder der Mutter noch die Milchbildung und -qualität beeinträchtigen. Ein Beratungsgespräch mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt kann helfen, die Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden abzuwägen. Es ist gut möglich, dass Sie sich während der Stillzeit für ein Verhütungsmittel entscheiden, danach aber für ein ganz anderes.

Barrieremethoden

Barrieremethoden wie das Kondom und das Diaphragma eignen sich gut in der Stillzeit, weil sie die Milchproduktion und die Gesundheit des Säuglings nicht beeinflussen.

Sitz und Größe eines Diaphragmas, das bereits vor der Geburt verwendet wurde, sollten nach der Geburt von einer Ärztin, einem Arzt oder von dafür ausgebildeten Beraterinnen überprüft werden. Aufgrund der körperlichen Veränderungen passt es oft nicht mehr. Diese Kontrolle ist aber erst ungefähr drei Monaten nach der Geburt möglich, wenn sich der Beckenboden ausreichend zurückgebildet hat. Auch ein neues Diaphragma kann erst etwa drei Monate nach der Geburt angepasst werden.

Pille und Minipille

Während der Stillzeit können nicht alle Pillenpräparate eingenommen werden. So ist die Kombi-Pille ungeeignet, weil die darin enthaltenen Östrogene die Milchproduktion verringern können. Bei Frauen, die nicht stillen, spricht hingegen nichts gegen die Verhütung mit kombinierten Hormonen. Sie können damit beginnen, wenn wieder Verhütungsbedarf besteht, aber frühestens drei Wochen nach der Geburt, weil in der ersten Zeit des Wochenbetts das Thromboserisiko erhöht ist.

Die sogenannte Minipille enthält nur das Hormon Gestagen, das zudem niedriger dosiert ist als bei der Kombinationspille. Die Minipille wirkt sich deshalb nicht negativ auf die Milchproduktion aus. Da die Minipille somit auch in der Stillzeit eingenommen werden kann, wird sie umgangssprachlich manchmal auch als „Stillpille“ bezeichnet. Stillende Frauen können frühestens sechs Wochen nach der Geburt mit der Anwendung beginnen, nicht stillende Frauen jederzeit, wenn wieder Verhütungsbedarf besteht.

Spirale

Spiralen können während der Stillzeit verwendet werden. Sie haben keinen Einfluss auf die Milchproduktion und die Gesundheit des Babys. Eine Spirale sollte jedoch erst nach vollständiger Rückbildung der Gebärmutter, das heißt frühestens sechs Wochen nach der Geburt eingelegt werden, da sonst die Gefahr besteht, dass sie wieder ausgestoßen wird.

Auch die Hormonspirale eignet sich während der Stillzeit, da sie wie die Minipille ausschließlich Gestagen enthält.

Natürliche Methoden

Frauen, die noch keine Erfahrungen mit der Natürlichen Familienplanung haben, sollten in der Stillzeit nicht damit beginnen. Zu unklar ist, wann sich der Zyklus normalisiert und die fruchtbaren Tage wieder einstellen. Wenn Sie schon viel Erfahrung mit diesen Methoden gesammelt haben und fühlen sich in der Anwendung sicher fühlen, können Sie auch weiterhin auf diese Art verhüten. Für die Beobachtung und Auswertung der Körperzeichen gelten in der Stillzeit aber besondere Regeln. Lassen Sie sich dazu beraten.

Hormonimplantat

Nach den bisherigen – allerdings verhältnismäßig wenigen – Erfahrungen kann das Hormonimplantat in der Stillzeit verwendet werden. Wie die Minipille und die Hormonspirale enthält es ausschließlich Gestagen. Davon gehen nur geringe Mengen in die Muttermilch über, deren Qualität und Produktion dadurch nicht beeinflusst wird.

Wird gestillt, sollte das Implantat frühestens vier Wochen nach der Geburt eingesetzt werden. Ratsam ist zudem, in den ersten sieben Tagen nach Einlage des Stäbchens zusätzlich mit einer Barrieremethode (z. B. einem Kondom) zu verhüten.

Wenn nicht gestillt wird, kann das Implantat schon zwischen dem 21. und 28. Tag nach der Geburt eingesetzt werden. In diesem Fall ist kein zusätzlicher Empfängnisschutz erforderlich. Wird es später eingesetzt, sollte für sieben Tage nach dem Einlegen zusätzlich mit einer Barriere-Methode verhütet werden.

Dreimonatsspritze

Auch die Dreimonatsspritze enthält nur Gestagen und kommt daher grundsätzlich auch in der Stillzeit infrage. Viele Frauen vertragen die Spritze jedoch wegen einer Reihe von Nebenwirkungen nicht. Die Dreimonatsspritze dürfen stillende Mütter erst frühestens sechs Wochen nach der Geburt erhalten.

Vaginalring und Verhütungspflaster

Der Vaginalring sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden. Wie bei den östrogenhaltigen Pillenpräparaten werden Hormone freigesetzt, die die Milchproduktion hemmen und vom Baby über die Muttermilch aufgenommen werden können.

Auch das Verhütungspflaster ist ein Kombinationspräparat aus Östrogen und Gestagen und deshalb in der Stillzeit ungeeignet.

Nur im Notfall: Die Pille danach

Im Fall einer Verhütungspanne kann die „Pille danach“ als Notfallmittel auch in der Stillzeit eingenommen werden. Da die Wirkstoffe Levonorgestrel, beziehungsweise Ulipristal aber in die Muttermilch übertreten, wird empfohlen, Präparate mit dem Wirkstoff Levonorgestrel nach Möglichkeit unmittelbar nach dem Stillen einzunehmen. Danach sollte eine Stillpause von mindestens acht Stunden eingehalten werden.

Nach der Einnahme des Präparats mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat wird empfohlen, mit dem Stillen mindestens eine Woche auszusetzen. In dieser Zeit ist es sinnvoll, die Muttermilch abzupumpen, um die Milchbildung aufrechtzuerhalten. Die abgepumpte Milch muss weggeschüttet werden.

Verhütung durch Stillen?

Bei jedem Stillen wird das Hormon Prolaktin ausgeschüttet. Es regt die Milchproduktion an und hemmt zugleich die Aktivität der Eierstöcke, sodass für eine gewisse Zeit kein Eisprung stattfindet. Das Stillen kann daher einen hohen Empfängnisschutz bieten, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen:

  • Sie hatten noch keine Monatsblutung (der Wochenfluss zählt nicht).
  • Sie müssen voll stillen, das heißt rund um die Uhr mindestens sechsmal innerhalb von 24 Stunden,
  • nachts mindestens alle sechs Stunden und tagsüber mindestens alle vier Stunden.
  • Sie dürfen nicht zufüttern.

Werden diese Regeln eingehalten, schützt Stillen zuverlässig vor einer Schwangerschaft (Versagerrate 0,2 bis 2 Prozent in sechs Monaten).

Wenn die Stillpausen zu lang sind oder zugefüttert wird (wodurch eine Brustmahlzeit weg- oder zu gering ausfällt), sinkt der Prolaktin-Spiegel zu weit ab. Dann reicht er zur Verhütung nicht mehr aus. Möglicherweise steigt das Risiko einer Schwangerschaft auch, wenn Frauen häufiger abpumpen oder Schnuller einsetzen.

Das Stillen kann daher nicht als absolut sicherer Empfängnisschutz gelten. Spätestens, wenn die erste Regelblutung einsetzt oder das Baby sechs Monate alt ist, muss wieder verhütet werden. Frauen, die großen Wert auf einen hohen Empfängnisschutz legen, können natürlich auch schon vorher mit der Verhütung beginnen. Gut geeignet sind Barrieremethoden, hormonelle Verhütungsmittel mit Gestagen oder die Spirale.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 23.07.2019

Verhütungsmittel: Es ist von Frau zu Frau unterschiedlich, wann sich die Lust auf Sex wieder einstellt. Einige Frauen brauchen nach der Schwangerschaft etwas Zeit, sich von den Strapazen der Geburt zu erholen und sich an die körperlichen Umstellungen zu gewöhnen. (PhotographyByMK / )

Wenn nach der Geburt die Lust wieder erwacht, sollte unbedingt verhütet werden. Welche Methoden geeignet sind, erfahren Sie hier.

Nach der Geburt passieren viele Umstellungen im Körper der Frau. Das betrifft nicht nur die Gebärmutter, sondern auch den Hormonhaushalt und den gesamten Organismus.

Es ist von Frau zu Frau unterschiedlich, wann sich die Lust auf Sex wieder einstellt. Einige Frauen brauchen nach der Schwangerschaft etwas Zeit, sich von den Strapazen der Geburt zu erholen und sich an die körperlichen Umstellungen zu gewöhnen. Andere Frauen fühlen sich sehr wohl in ihrem Körper und wollen ihre Sexualität auch in dieser Phase voll ausleben.

+++ Mehr zum Thema: Sex nach der Geburt +++

Egal, wann für Sie der optimale Zeitpunkt für den ersten Sex nach der Geburt ist: das Thema Verhütung sollte zuvor in jedem Fall geklärt werden. Denn auch in der Stillperiode besteht die Möglichkeit, schwanger zu werden.

Welche Verhütungsmethoden stehen nach der Entbindung zur Verfügung?

Natürliche Verhütung

Sich darauf zu verlassen, dass alleine aufgrund des Stillens keine Schwangerschaft eintreten kann, ist sehr unsicher. Das Hormon Prolaktin wird in der Stillzeit vermehrt gebildet und regt die Milchproduktion an, gleichzeitig unterdrückt es die Eizellreifung und damit den Eisprung. Allerdings geht man davon aus, dass die Prolaktin-Konzentration schon bei einer Stillpause von einigen Stunden so weit absinken kann, dass ein Eisprung möglich ist. Stillen schützt also nicht sicher vor der Heranreifung einer Eizelle, vor allem wenn die Stillabstände länger werden.

Dies gilt auch für Frauen, bei denen seit der Schwangerschaft die Menstruationsblutung noch nicht wieder eingetreten ist: da der erste Eisprung vor der ersten Regelblutung erfolgen kann, sollten auch Frauen verhüten, die ihre Regel noch nicht wieder hatten.

+++ Mehr zum Thema: Natürliche Verhütung +++

Minipille

Rein gestagenhaltige Hormonpräparate wie die Minipille gelten als die hormonelle Verhütungsmethode während des Stillens und nach der Geburt überhaupt. Die Gestagene unterdrücken den Eisprung und verdicken den Gebärmutterschleimpfropf, wodurch Samenzellen ihn nur sehr schwer passieren können und eine Befruchtung erschwert wird. Zudem wirken sie der Einnistung einer befruchteten Eizelle entgegen, indem sie den Schleimhautaufbau in der Gebärmutter verhindern.

Die Hormone können über die Muttermilch zum Kind gelangen, schädigende Auswirkungen sind aber nicht beobachtet worden. Außerdem beeinflussen die reinen Gestagene nicht den Milchfluss, wie das bei der Pille möglich sein kann.

+++ Mehr zum Thema: Minipille +++

Der Nachteil der Minipille ist der, dass eine relativ zeitgenaue Einnahme erfolgen muss.

Als Alternative dazu stehen Depotpräparate zur Verfügung, die nach dem gleichen Prinzip wirksam sind, aber zur längerfristigen Verhütung eingesetzt werden. Dazu zählen die Dreimonatsspritze oder das Verhütungsstäbchen. Das Hormon wird bei diesen Verhütungsmethoden nach einmaliger Anwendung über einen gewissen Zeitraum konstant abgegeben, wodurch nicht ständig an die Verhütung gedacht werden muss.

Spirale

Das Einsetzen einer Spirale ist frühestens sechs bis acht Wochen nach der Geburt möglich, denn zunächst muss sich die Gebärmutter, die nach der Entbindung ca. 1.000 Gramm wiegt, auf die ursprüngliche Größe zurückbilden. Außerdem muss abgewartet werden, bis kein Wochenfluss mehr vorhanden ist, weil zu diesem Zeitpunkt hohe Infektionsgefahr besteht.

Grundsätzlich stehen die Hormon- oder die Kupferspirale zur Verfügung. Die Hormonspirale enthält ebenso wie die Minipille nur ein Gestagen. Sie bietet im Gegensatz zur Kupferspirale den Vorteil, dass sich durch das Einlegen meistens die Blutungsstärke und -dauer vermindert. Weiters wird durch die Hormonspirale der Gebärmutterschleimpfropf in seiner Durchlässigkeit verändert und stellt dadurch einen gewissen Schutz gegen Infektionen der Gebärmutter dar. Allerdings liegt durch das Rückholfädchen auch bei der Hormonspirale eine Verbindung zwischen Gebärmutter und Scheide vor, was ein möglicher Wegbereiter einer Infektion sein kann.

Der Hormonspiegel im Blut ist bei der Hormonspirale gering, so dass nur wenig über die Muttermilch zum Kind gelangt. Es wurden bisher keine nachteiligen Auswirkungen beschrieben. Zudem wird der Milchfluss nicht beeinflusst.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, welche Art von Spirale in Ihrem Fall am besten geeignet ist.

+++ Mehr zum Thema: Hormonspirale +++

+++ Mehr zum Thema: Kupferspirale +++

Barrieremethoden

In den ersten vier bis sechs Wochen nach der Geburt – so lange der Wochenfluss anhält – sollte Geschlechtsverkehr aufgrund der hohen Infektionsgefahr im Allgemeinen eher vermieden werden. Wenn Sie dennoch nicht darauf verzichten wollen, sollte zur Vermeidung von Infektionen in jedem Fall ein Kondom verwendet werden.

Das Kondom ist das einzige Verhütungsmittel, das neben seiner empfängnisverhütenden Wirkung auch vor Infektionen mit sexuell übertragbaren Krankheiten schützt!

Haben Sie vor der Schwangerschaft ein Diaphragma benutzt, so können Sie auch nach der Geburt dazu zurückkehren. Allerdings müssen Sie darauf achten, dass die Größe eventuell neu angepasst werden muss, da eine Schwangerschaft das Gefüge im kleinen Becken verändern kann.

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Autoren:
Dr.med. Kerstin Lehermayr, Dr. Britta Bürger (Erstautorin 2000)
Medizinisches Review:
Dr. Karin Matthä
Redaktionelle Bearbeitung:
Philip Pfleger, Dr. med. Stefanie Sperlich

Aktualisiert am: 09.04.2014 | 10:18

Weyerstahl T., Stauber M.: Gynäkologie und Geburtshilfe; Georg Thieme Verlag KG Stuttgart; 4. Auflage 2013
Homepage des österreichischen Hebammengremiums, www.hebammen.at
Informationsbroschüre der Wiener Frauengesundheitsbeauftragten und der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF): Entscheiden Sie sich richtig – bei Liebe, Sexualität und Verhütung; 3.überarbeitete Auflage 2012; abrufbar unter www.verhuetung.info

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Dreimonatspille (Langzeitzyklus)

Die Dreimonatspille oder auch Langzeitpille ist ein hormonelles Verhütungsmittel, das speziell für den Langzeitzyklus entwickelt wurde.

Welche Verhütung nach der Geburt?

Wann Paare nach Geburt ihres Kindes das erste Mal wieder Sex haben, ist sehr unterschiedlich. Spätestens beim Abklingen vom Wochenfluss ist es jedoch an der Zeit, sich als Eltern Gedanken zu machen, wie nach der Geburt verhütet werden soll.
Frauen, die nach der Geburt stillen, genießen einen gewissen natürlichen Verhütungsschutz, jedoch ist diese Methode zur Verhütung einer weiteren Schwangerschaft keineswegs sicher.
Auf „Verhüten durch stillen“ sollte man sich als Verhütungsmethode dementsprechend nach der Geburt keinesfalls verlassen, es sei denn, man plant Kinder mit geringen Altersabständen.
Frauen, die nicht stillen, können nach der Geburt zur Verhütung aus der breiten Palette der Verhütungsmittel frei wählen.
Frauen, die stillen, müssen hingegen bei der Auswahl der zukünftigen Verhütungsmethode nach einer Geburt ein paar Regeln beachten. Insbesondere einige Verhütungsmittel auf Basis von Hormonen (Verhütungsmittel mit Östrogen) scheiden für die stillende Frau nach der Geburt zum Verhüten aus.

Ist später ein weiteres Kind geplant?

Unabhängig davon, ob die Frau nach der Geburt ihr Baby stillt oder nicht, ist die Entscheidung zu treffen, ob in der Zukunft eine Verhütung mit Hormone oder ohne Hormone angewendet werden soll.
Für viele Frauen hat sich nach einer Geburt eine Verhütung ohne Hormone, wie die GyneFix® Kupferkette, bewährt, weil die Fruchtbarkeit ohne Umstellungsphase direkt nach dem Entfernen wieder hergestellt ist. Die GyneFix® Kupferkette sorgt auf diese Weise in der Zeit zwischen zwei Kindern für eine unbeschwerte und sichere Verhütung für maximal 5 Jahre. Eine Schwangerschaft ist direkt im anschließenden Zyklus nach der Entfernung wieder möglich.
Das schätzen insbesondere Frauen, die beim ersten Kind schon in einem Alter sind, in welchem die Fruchtbarkeit bereits nachlässt und das gesundheitliche Risiko steigt.

Die GyneFix® Kupferkette bietet Frauen nach der Geburt als Verhütung ohne Hormone folgende Vorteile:

♥ Hohe Sicherheit mit einem Pearl-Index von 0,1 – 0,5.
♥ Zyklus und Fruchtbarkeit werden nicht beeinträchtigt.
♥ Kann auch vorzeitig wieder entfernt werden.
♥ Eine Schwangerschaft ist direkt im Anschluss an die Entfernung möglich.
♥ Eine Belastung der Muttermilch ist durch die Wirkung ohne Hormone unmöglich.
♥ Unbeschwert, denn man muss nicht täglich an die Verhütung denken, sondern sie wirkt 5 Jahre.

Verhütung mit Spirale nach der Geburt?

Nach einer Geburt ist die Verhütung mit einer Spirale grundsätzlich eine gute Idee. Die Spirale kann nach vollständiger Rückbildung der Gebärmutter circa 12 Wochen nach der Geburt eingesetzt werden.
Die meisten Frauen empfinden es als Erleichterung, sich nach der Geburt ihres Kindes nicht täglich um die Verhütung kümmern zu müssen, denn einmal in die Gebärmutter eingesetzt, wirkt eine Spirale mehrere Jahre bis zu ihrer Entfernung.
Nicht jeder Frauenarzt kennt GyneFix® als moderne Weiterentwicklung der Spirale, welche sich zur Verhütung nach der Geburt, bewährt hat und entsprechend beliebt ist.
Demzufolge verfügen auch nicht alle Frauenärzte über die vom Hersteller gewünschte Fortbildung, um Frauen nach einer Geburt die GyneFix® Kupferkette zur Verhütung einsetzen zu können.
Um Ihnen als Patientin Sicherheit und Qualität zu gewährleisten, wird hier die Liste der geschulten GyneFix®-Ärzte veröffentlicht.
Wir raten jungen Müttern, die die GyneFix® Kupferkette als gute Verhütung nach der Geburt für sich erachten, für die Beratung und das Einlegen unbedingt einen GyneFix®-Arzt zu konsultieren.

Verhütung nach der Geburt mit Pille

Frauen, die ihr Kind nicht stillen und Hormone anwenden möchten, können die Pille (Antibabypille) zur Verhütung nach der Geburt anwenden.
Die Pille als Kombinationspräparat mit Östrogen ist von stillenden Frauen nicht anzuwenden, weil die enthaltenen Östrogene die Milchmenge reduzieren und Hormone auf das Baby übergehen können.
Stillenden Frauen wird daher nach der Geburt zur Verhütung die Einnahme der Minipille (Pille ohne Östrogen) empfohlen. Die Minipille enthält nur Gestagen, welches bei stillenden Frauen die Milchmenge nicht reduziert. Es existiert bisher allerdings wenig wissenschaftliches Material, welches sich damit beschäftigt, welche Auswirkungen die aufgenommen Rest-Hormone der Pille auf das Baby haben können.
Wie bei allen Verhütungsmitteln mit Hormone gibt es Frauen, die die Pille als Verhütung nach der Geburt gut vertragen und Frauen, die über Nebenwirkungen der Hormone der Pille als Verhütung nach der Geburt klagen.
Ein Teil der Frauen, die nach der Geburt die östrogenfreie Minipille anwenden, berichten über Nebenwirkungen wie unregelmäßige Blutungen, Ausbleiben der Periode, Kopfschmerzen, Akne, Stimmungsschwankungen, Veränderungen der Libido (sexuelle Lust), Brustschmerzen, Übelkeit oder Gewichtszunahme. Es können mit der Gestagen-Pille auch Menstruationsbeschwerden, Eierstockzysten, Scheidenentzündungen, Müdigkeit, Haarausfall oder Probleme
beim Tragen von Kontaktlinsen auftreten, wenn die östrogenfreie Pille mit Gestagen nach der Geburt als Verhütung angewendet wird. Ob und welche Nebenwirkungen bei der Anwendung der Minipille als Verhütung nach der Geburt auftreten, ist von Frau zu Frau individuell.

Verhütung nach der Geburt mit Dreimonatsspritze?

Auch die Verhütung mit der Dreimonatsspritze (Verhütungsspritze) ist für Frauen nach der Geburt möglich. Denn auch die Dreimonatsspritze, häufig auch Hormonspritze genannt, verhütet nur mit Gestagen. Stillende Frauen sollten mit der Anwendung der Dreimonatsspritze zur Verhütung frühestens 6 Wochen nach der Geburt starten, weil Rest-Hormone in die Muttermilch übergehen könnten und mögliche langfristige Auswirkungen für das Baby bisher nicht bekannt sind.Frauen vertragen die Dreimonatsspritze aufgrund ihrer Nebenwirkungen als Verhütung nach der Geburt nicht immer gut.
Frauen konnten mit der Dreimonatsspritze (Verhütungsspritze) als Verhütung nach der Geburt folgende Nebenwirkungen beobachten: Gewichtsveränderungen, verringerter Sexualtrieb bis hin zum fehlenden Orgasmus, depressive Verstimmung, Depression, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Nervosität, Schläfrigkeit, Hitzewallungen, Rückenschmerzen, Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit, Akne, Haarausfall, Hautausschlag, unregelmäßige Blutungen, stärkere oder schwächere Periode, Ausbleiben der Periode, Schmierblutungen, Ausfluss, empfindliche Brüste und Brustschmerzen. Ob und welche Nebenwirkungen mit der Dreimonatsspritze (Depotspritze) als Verhütung nach der Geburt auftreten, ist von Frau zu Frau verschieden.

Verhütung nach der Geburt mit dem Hormonimplantat?

Nach der Geburt ist zur Verhütung auch die Anwendung vom Hormonimplantat (Verhütungsstäbchen) möglich. Das Hormonimplantat (Verhütungsstäbchen) wirkt ebenfalls nur mit Gestagen und kann deshalb zur Verhütung nach der Geburt angewendet werden, auch wenn die junge Mutter stillt. Das Hormonimplantat (Verhütungsstäbchen) wird der Frau vom Frauenarzt am Oberarm direkt unter die Haut gelegt. Geringe Mengen des
Wirkstoffs vom Hormonimplantat (Verhütungsstäbchen) gehen bei der Verhütung nach der Geburt während dem Stillen in die Muttermilch über.
Es gibt Frauen, die das Hormonimplantat (Verhütungsstäbchen) zum Verhüten nach der Geburt nicht gut vertragen.
Frauen, welche das Hormonimplantat (Verhütungsstäbchen) nach der Geburt zur Verhütung angewendet haben, konnten folgende Nebenwirkungen beobachten: Akne, Kopfschmerzen, Gewichtsveränderungen, Brustspannen und Brustschmerzen, unregelmäßige Blutungen, Scheideninfektionen, Haarausfall, depressive Verstimmungen, Stimmungsschwankungen, Nervosität, verminderter Sexualtrieb (Libido), Blähungen und Müdigkeit. Ob und welche Nebenwirkungen bei der Anwendung vom Hormonimplantat (Verhütungsstäbchen) als Verhütung nach der Geburt auftreten, ist von Frau zu Frau individuell.

Verhütung nach der Geburt mit der Hormonspirale

Vielen Frauen, wird nach der Geburt zur Verhütung von ihrem Frauenarzt zum Verhütungsschirmchen oder der Hormonspirale geraten. Die Hormone der Hormonspirale, reduzieren die Milchmenge bei stillenden Frauen nicht. Gleichzeitig bietet die Hormonspirale eine hohe Sicherheit für Frauen, die stillen und Verhütung wollen.
Leider existieren bisher wenige wissenschaftliche Arbeiten darüber, welche sich mit der Fragestellung beschäftigen, welche Auswirkungen die aufgenommen Rest-Hormone der Hormonspirale auf das Baby haben können.
Wie bei allen Verhütungsmitteln mit Hormone gibt es Frauen, die sie gut vertragen und Frauen, die über Nebenwirkungen der Hormonspirale zur Verhütung nach der Geburt klagen.
Frauen, die nach der Geburt zur Verhütung das Verhütungsschirmchen oder die Hormonspirale anwenden, berichten über Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schmerzen im Becken, eine stärkere Periode, unregelmäßige Periode, schwache Periode, Ausbleiben der Periode, Schmierblutungen, Entzündung der Scheide und des äußeren Genitals oder Ausfluss aus der Scheide.
Es können mit der Hormonspirale als Verhütung nach der Geburt auch depressive Stimmung, Depression, Nervosität, verringerter Libido, Migräne, Übelkeit, Akne, übermäßiger, Rückenschmerzen, Eierstockzysten, schmerzhafte Periode, Brustschmerzen, Brustspannen, Gewichtszunahme, Blähungen, Haarausfall auftreten. Ob und welche Nebenwirkungen bei der Anwendung der Hormonspirale (Verhütungsschirmchen) als Verhütung nach der Geburt auftreten, ist von Frau zu Frau individuell. Mit der Anwendung der Hormonspirale als Verhütung, können Frauen nach einer Geburt frühestens nach vollständiger Rückbildung der Gebärmutter beginnen.
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Die Kontaktdaten der GyneFix®-Ärzte in Ihrer Nähe finden Sie in unserem GyneFix®-Ärztefinder.

Empfängnisverhütung nach der Geburt

Nach einer Entbindung braucht Ihr Körper vor allem eins: Ruhe und Erholung. Eine erneute Schwangerschaft würde ihm eine enorme Leistung abverlangen. Zudem belegen aktuelle Studien, dass ein sehr kurzes Zeitintervall zwischen zwei Geburten ein deutlich höheres Risiko für Komplikationen – für Sie und Ihr Baby – bedeutet.

Der Gedanke an Sexualität oder Erotik liegt den meisten Frauen nach einer Entbindung ohnehin sehr fern. Einerseits schmerzen oft Geburtsverletzungen (z.B. der Dammschnitt) noch. Andererseits sind durch das Stillen die Scheidenschleimhäute relativ trocken. Sobald sich die neue Situation jedoch etwas eingespielt hat, wächst automatisch die Lust auf körperliche Nähe. Und einige Frauen erleben ihre Sexualität mit einer ungeahnten Intensität, da ihnen Schwangerschaft und Geburt ein neues Körperbewusstsein vermittelt haben. Spätestens wenn Mann und Frau ihre sexuelle Aktivität wieder aufleben lassen, sollte prinzipiell an Verhütung gedacht werden, egal ob Sie stillen oder nicht.

Die Hebamme, welche Sie im Wochenbett betreut, kann Ihnen grundlegende Fragen zur Verhütung nach der Geburt beantworten. Ihre Ärztin/ Ihr Arzt wird Sie ebenfalls auf das Thema Verhütung ansprechen und Sie bei Fragen gerne beraten.

Alle hormonellen Kontrazeptiva und einige mechanische Verhütungsmethoden, wie zum Beispiel die Pille, die Spirale, das Hormonstäbchen oder ein Diaphragma (siehe vollständige Liste weiter unten), müssen von Ihrer Ärztin/ Ihrem Arzt verschrieben bzw. eingesetzt werden. Nehmen Sie bitte nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt ein hormonelles Verhütungsmittel ein, welches Sie vielleicht schon vor der Schwangerschaft angewendet hatten. Viele der gängigen Anti-Baby-Pillen sind nicht geeignet für stillende Mütter, eine Ausnahme ist die Mini-Pille. Auch mechanische Methoden, wie zum Beispiel das Diaphragma oder Pessar, müssen nach einer Geburt neu angepasst werden.

Ihr Menstruationszyklus braucht wahrscheinlich 8 bis 16 Wochen, um sich wieder zu stabilisieren. Aber wenn Sie nicht stillen, kann auch schon etwa drei Wochen nach einer Geburt der erste Eisprung stattfinden – und zwar bevor Sie eine Periodenblutung haben.

Extra

Zum Herunterladen im pdf-Format: Die Broschüre von Bayer „Eltern- und Liebespaar. Eine spannende Herausforderung“

Die swissmom-Linksammlung „Verhütung“.

Während der Stillzeit bleibt die Regelblutung meist bis nach dem Abstillen aus, da das während der Stillzeit freigesetzte Hormon Prolaktin, das an der Milchproduktion beteiligt ist, den Eisprung verzögert. Bei voll stillenden Frauen ist deshalb eine erneute Schwangerschaft zwar nicht ausgeschlossen, aber doch sehr selten. Immerhin kann schon vor der ersten Mens ein Eisprung und damit auch eine Befruchtung stattfinden. Stillen und Empfängnisverhütung sollten sich deshalb nicht gegenseitig ausschliessen! Grundsätzlich sollte aber die Verhütungsmethode keinen Einfluss auf die Milchqualität und die Milchproduktion haben und das Gedeihen des Kindes nicht beeinträchtigen. Deshalb sind östrogenhaltige Medikamente u.ä. während der Stillzeit nicht angesagt. Empfehlenswert sind dagegen rein gestagenhaltige Mittel wie die Mini-Pille oder Barieremethoden wie Kondom, Frauenkondom, Portiokappe, Pessar und Kupfer-Spirale (IUD).

Als Verhütungsmethode gänzlich ungeeignet während der Stillzeit ist die Beobachtung des Zervixschleims und des Mittelschmerzes, die Temperaturmethode oder die Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage mit einem Zyklus-Computer. Grund: Die Körpertemperatur während der Stillzeit zeigt keine charakteristischen Verläufe und die Menstruation als Anhaltspunkt für den Beginn eines neuen Zyklus bleibt aus. Auch die Kalendermethode (nach Knaus-Ogino) und der Coitus interruptus (Zurückziehen vor dem Samenerguss) bieten keine Sicherheit.

Diese ausreichend zuverlässigen Verhütungsmethoden (medizinisch: Kontrazeptiva oder Antikonzeptiva) stehen grundsätzlich zur Wahl:

  • Kondom
  • Pessar (Diaphragma)
  • chemische Methoden
  • Minipille
  • Dreimonatsspritze
  • Hormonimplantat (Verhütungsstäbchen)
  • Hormonpflaster
  • Hormonhaltiger Vaginalring
  • Hormonspirale
  • Kupferspirale
  • Sterilisation
  • Vasektomie

Für Notfälle gibt es die „Pille danach“.

Die Zuverlässigkeit eines Verhütungsmittels wird nach dem sogenannten Pearl-Index gemessen: Er gibt an, wie viele von hundert sexuell aktiven Frauen trotz der Anwendung einer Verhütungsmethode innerhalb eines Jahres schwanger werden. Die sicherste Methode ist die Vasektomie (Sterilisation beim Mann) mit einem Pearl-Index von 0,0. Es folgen die hormonellen Verhütungsmittel (Pille, Dreimonatsspritze etc.) mit 0,5, die Spirale mit 2,0, die Sterilisation der Frau mit 2,8, Barrieremethoden wie Kondom und Diaphragma mit 4,0. Ganz am Ende stehen die Zeitwahlmethode nach Knaus-Ogino und der Coitus interruptus.

Wenn Sie gerne eine ausführliche Beratung zu verschiedenen Verhütungsmitteln hätten, können Sie sich auch an eine Familienplanungsstelle in Ihrer Region wenden. Diese spezialisierten Beratungsstellen helfen nicht nur bei Schwangerschaftskonflikten, sondern bieten meist auch gratis Verhütungsberatungen an. Insbesondere wenn Sie eine neue Verhütungsmethode suchen und gerne einmal mit einer Fachperson in Ruhe die verschiedenen Optionen besprechen möchten, sind Sie bei einer Familienplanungsstelle richtig!

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis man nach einer Entbindung wieder einen normalen Zyklus hat?

Wann darf man nach einer Geburt frühestens wieder schwanger werden?

Mein Sohn ist jetzt einen Monat alt. Wir möchten bald ein zweites Kind, da ich schon über 40 bin. Wie lange sollte man warten?

Wo kann ich mich über Verhütung nach der Geburt beraten lassen?

Wann kann man nach einem Dammschnitt wieder Sex haben?

Wissen

Pille für den Mann

Hormonfreie Pille für den Mann?

Macht die Pille wirklich dick?

Nicht zu schnell wieder schwanger werden!

Newsticker

Anti-Baby-Pillen gratis | 04.04.2017

Auf den Philippinen sollen mehrere Millionen arme Frauen die Antibabypille und anderen Verhütungsmittel künftig gratis erhalten. Präsident Rodrigo Duterte begründete seine Politik damit, dass mit besserer Familienplanung auch die Armut besser bekämpft werden könnte. Nach einer Studie der Vereinten Na­tionen ist der Inselstaat das einzige Land in der Region, in der die Zahl der Teenager-Schwangerschaften noch steigt. Verhütungsmittel werden von der katholischen, zutiefst gläubigen Bevölkerung weitgehend abgelehnt. Nach Schätzungen könnten mindestens sechs Millionen Frauen die Hilfen in Anspruch neh­men.

Zyklus-App mit Folgen: Zyklus-Apps gibt es von verschiedenen Anbietern. In den Kalender trägt man persönliche Details ein, was als Zyklustagebuch praktisch ist. Allerdings berechnet die App bereits nach der ersten Eingabe auch die fruchtbaren Tage. Und das ist gefährlich. Zwar wird die Berechnung umso genauer, je mehr Zyklen einbezogen werden. Trotzdem ist eine Vorhersage für zukünftige Zyklen nur begrenzt möglich. Bei 60 % aller Frauen schwankt die Zykluslänge innerhalb eines Jahres um mehr als eine Woche. Bei Kinderwunsch kann das schlimmstenfalls enttäuschend sein, zur Verhütung aber ganz fatal in einer unerwünschten Schwangerschaft enden. Frauenärzte warnen deshalb besonders junge Frauen davor, sich auf solche Apps zu verlassen. (swissmom Newsticker, 3.11.14).

Verhütungsgel für Männer: Eine neue Verhütungsmethode für den Mann könnte bald Kondom und Pille konkurrenzieren. Dabei verschliesst ein Kunststoffgel die Samenleiter, so dass Spermien nicht mehr passieren können. Befruchtung und eine Schwangerschaft werden auf diese Weise zuverlässig verhindert. Die Wirkung tritt bereits nach wenigen Tagen ein und soll etwa ein Jahrzehnt anhalten. Danach steht einem Kinderwunsch nichts mehr im Weg, denn der Verschluss kann rückgängig gemacht werden. Eine weitere Injektion mit einem speziellen Lösungsmittel kann die Blockade entfernen. Das Vasalgel könnte deshalb im Gegensatz zur endgültigen Sterilisation (Vasektomie) auch für jüngere Männer sinnvoll sein. Sind weitere Studien erfolgreich, könnte das Mittel schon 2017 auf den Markt kommen.(swissmom Newsticker, 1.10.15)

Letzte Aktualisierung : 19-05-19, BH / AS / swissmom-Hebammenteam

Die Verhütung nach der Geburt

Ist Verhütung nach der Geburt notwendig?

Noch hat sich die Monatsblutung nicht wieder eingestellt, möglicherweise stillen Sie Ihr Baby. Durch das Stillen wird Prolaktin ausgeschüttet. Das Hormon ist für die Milchproduktion verantwortlich:

Je mehr gestillt wird, umso höher ist der Prolaktinspiegel und umso geringer wird die Aktivität der Eierstöcke.

Theoretisch können Sie also gar nicht schwanger werden, wenn Sie voll stillen? Das ist nur bedingt richtig.

Trotz eingeschränkter Aktivität kann es bereits wenige Wochen nach der Entbindung wieder zum Eisprung kommen und die Monatsblutung stellt sich erst danach wieder ein. Zudem sinkt der Prolaktinspiegel, wenn die Abstände zwischen dem Stillen einmal grösser sind.

Daher ist eine erneute Schwangerschaft ohne Verhütung nicht auszuschliessen. Stillen Sie nicht oder nicht voll, müssen Sie ohnehin von einer möglichen früheren und höheren Empfängnisbereitschaft ausgehen.

Geeignete Methode finden

Möglichkeiten der Empfängnisverhütung gibt es viele. Nicht jede ist jedoch direkt nach der Geburt oder für stillende Mütter geeignet: Einerseits soll die Methode möglichst sicher sein, andererseits Ihnen und dem Baby nicht schaden. Daneben gibt es weitere Faktoren zu bedenken.

Wägen Sie ab, ob Sie in naher Zukunft erneut schwanger werden möchten oder ob überhaupt noch ein Kind geplant ist. Wie diszipliniert sind Sie und wie wichtig ist Ihnen Spontanität? Hat sich bereits wieder ein regelmässiger Menstruationszyklus eingestellt? Ebenfalls zu bedenken sind eventuelle Allergien und Medikamenteneinnahmen sowie die mit der Verhütung verbundenen Kosten.

Hormonpräparate

Die Pille gilt als recht sicher. Eine Voraussetzung für die Zuverlässigkeit ist die regelmässige Einnahme, ausserdem darf die Wirkung nicht durch Medikamente oder eine Erkrankung beeinträchtigt werden.

Es gibt Kombinationspräparate aus Östrogen und Gestagen. Diese werden stillenden Müttern keinesfalls empfohlen, denn die Milchproduktion und -qualität wird beeinträchtigt und das Baby würde einen Teil der Hormone über die Muttermilch aufnehmen.

Alternativ bietet sich die sogenannte Mini-Pille an, welche lediglich Gestagen enthält. Diese hat keine Auswirkung auf die Milchproduktion, allerdings wird auch hier ein Teil über die Muttermilch abgegeben.

Neben der regelmässigen Einnahme der Pille besteht die Möglichkeit der Dreimonatsspritze – das Hormonpräparat wird alle drei Monate unter die Haut injiziert. Noch längere Wirkung hat ein Implantat, welches am Oberarm unter die Haut gesetzt wird und dort bis zu einem Zeitraum von etwa drei Jahren geringe Dosen Gestagen abgibt.

Nach einem ähnlichen Prinzip und für etwa fünf Jahre wirkt die Hormonspirale. Diese wird direkt in die Gebärmutter eingesetzt und gibt dort kleine Mengen Gestagen ab.

Die Menge ist noch geringer als beim Implantat, da es direkt „vor Ort“ austritt.

Während bei Pillen und Spritzen regelmässig kleinere Beträge anfallen, müssen Sie beim Implantat oder der Hormonspirale für den Zeitraum der Wirkungsdauer einmalig mit etwa 450 CHF rechnen.

Kupferspirale

Die Kupferspirale besteht aus einem flexiblen Material, welches von Kupferdraht umgeben ist. Sie wird in die Gebärmutterhöhle eingesetzt, wo sie für etwa zwei Jahre kleine Mengen Kupfer abgibt. Dies wirkt sich derart auf die Gebärmutterschleimhaut und die Umgebung aus, dass die Samenfäden die Eizellen nicht mehr erreichen.

Samen abtötende Methoden und Barrieremittel

In der Apotheke erhalten Sie rezeptfrei Zäpfchen und Schwämmchen zum vaginalen Einführen vor dem Geschlechtsakt. Diese enthalten ein Samen abtötendes Mittel, welches nach dem Einsetzen freigesetzt wird. Während sich ein Zäpfchen auflöst, muss das Schwämmchen nach einigen Stunden wieder entfernt werden. Die Kosten richten sich nach dem Hersteller und der Verpackungseinheit, sind aber nicht allzu hoch.

Unter dem Begriff Barrieremittel werden Diaphragma, Portiokappe und Lea zusammengefasst. Alle drei Methoden funktionieren nach demselben Prinzip: Sie werden vor dem Geschlechtsverkehr vaginal eingeführt und sitzen – eine korrekte Anwendung vorausgesetzt – vor dem Muttermund. So verhindern sie, quasi wie ein Kondom, das Eindringen der Samenfäden. Sicherheitshalber kann vor dem Einführen zusätzlich ein Samen abtötendes Gel aufgetragen werden.

Der Umgang mit diesen kappenartigen Verhütungsmitteln erfordert etwas Übung. Die Kosten liegen ungefähr bei 45 CHF.

Eine andere Art Barrieremittel ist das Kondom. Dieses wird vom Mann über den erigierten Penis gezogen und verhindert bei richtiger Anwendung ebenfalls das Eindringen der Samenfäden. Ein Kondom ist bereits für wenige Schweizer Franken erhältlich.

Temperatur- und Billingsmethode

Bei beiden handelt es sich nicht um Verhütung im eigentlichen Sinne, sondern um die Ermittlung der fruchtbaren Tage zwecks Enthaltsamkeit.

Bei der Temperaturmethode messen Sie jeden Morgen um dieselbe Uhrzeit die Körpertemperatur. Nach dem Eisprung steigt diese für drei Tage um etwa 20 Prozent an. Dieses Verfahren erfordert lediglich ein digitales Thermometer und Disziplin, ist aber recht unsicher:

Der Eisprung ist bereits erfolgt, wenn die Temperatur steigt, und eine Erkrankung kann jederzeit zu Schwankungen führen.

Bei der Billingsmethode wird täglich der Schleim des Gebärmutterhalses auf seine Konsistenz überprüft. Vor dem Eisprung wird dieser glasig und dünnflüssiger – ein Zeichen für die fruchtbaren Tage. Nach vier bis fünf Tagen verändert sich die Konsistenz wieder. Auch hier ist strikte Disziplin erforderlich, ausserdem sind Erfahrungswerte und ein regelmässiger Zyklus von Vorteil für die korrekte Beurteilung. Absolute Sicherheit ist auch hier nicht gegeben.

Sterilisation

Dieses ist wohl die sicherste Methode der Verhütung, aber auch eine endgültige Massnahme: Sie lassen sich die Eileiter durchtrennen oder Ihr Partner sich die Samenleiter. Der Eingriff ist aufwendig, aber einmalig.

Besonderheiten nach der Schwangerschaft

Werden Hormonpräparate zur Verhütung gewählt, ist damit bei stillenden Müttern immer ein Risiko für das Baby verbunden.

Ein anderes Problem ist die noch nicht verheilte Gebärmutter, was sich durch den Wochenfluss bemerkbar macht. Eindringende Keime finden hier einen idealen Nährboden, es kann zu Infektionen kommen. Aus diesem Grund raten Mediziner in den ersten Wochen nach der Geburt grundsätzlich vom Geschlechtsverkehr ohne Kondom ab.

Doch auch, wenn der Wochenfluss vorbei ist, kann die Gebärmutter noch sehr empfindlich sein, weshalb das Einsetzen einer Spirale oft erst Monate später möglich ist. Der noch gereizte Intimbereich kann auch das Einführen von Barrieremitteln erschweren, diese werden ausserdem nicht immer als angenehm empfunden. Dasselbe trifft auf die Inhaltsstoffe von Zäpfchen und Schwämmchen zu.

Bei jeglichen Methoden, die direkt vor dem Geschlechtsverkehr angewandt werden, müssen die entsprechenden Mittel zur Hand sein und die Spontaneität leidet darunter.

Die Konstitution nach der Geburt unterscheidet sich von Frau zu Frau und die Vorlieben beim Geschlechtsverkehr sind bei jedem Paar anders, deshalb gibt es keine Patentlösung für die richtige Verhütungsmethode.

Sind Sie unsicher, können Sie sich an einen Gynäkologen wenden. Er berät Sie unter Berücksichtigung der individuellen Umstände, welche Verhütungsmethode geeignet ist und informiert Sie, ab wann eine Anwendung infrage kommt.

Sex nach der Geburt

Jedes Paar sollte sich seine Zeit für die Umstellung und die Einstellung auf den neuen Lebensabschnitt nehmen.

Aus medizinischer Sicht ist schon drei bis vier Wochen nach der Entbindung nichts gegen Geschlechtsverkehr einzuwenden. Allerdings sollte wegen der Infektionsgefahr unbedingt das Ende des Wochenflusses abgewartet oder Kondome benutzt werden.

Wahrscheinlich wird sich die Lust zunächst anders anfühlen als vor der Geburt oder während der Schwangerschaft. Das ist völlig normal und darf auch offen ausgesprochen werden. Sollten allerdings tiefergehende Beziehungsprobleme auftauchen, kann der Frauen- oder Hausarzt beraten beziehungsweise an eine psychotherapeutische Beratung vermitteln.

Verhütung während der Stillzeit

Während des Stillens unterdrückt der Blutspiegel des milchbildenden Hormons Prolaktin den Eisprung und die Blutung. Studien zufolge führt dies jedoch nur in den ersten Monaten und nur, wenn das Baby mehr als fünfmal täglich für mindestens zehn Minuten angelegt wird, zu einer verlässlichen Empfängnisverhütung.

Als sichere Verhütungsmethoden kommen Kondome und nach dem Ende des Wochenflusses ein neu angepasstes Diaphragma oder die Spirale infrage. Hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille sind nicht mit dem Stillen vereinbar, denn die enthaltenen Östrogene hemmen den Milchfluss.

Eine Ausnahme bildet die Minipille, die etwa sechs Wochen nach der Entbindung einsetzbar ist, da sie nur Gestagene enthält. Wird nur teilweise gestillt und tritt die Regelblutung schon wieder regelmäßig auf, ist auch eine Mikropille mit niedrigem Östrogengehalt zur Verhütung möglich.

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