Vererbung von intelligenz

Erforscht: Von diesem Elternteil erben Kinder ihre Intelligenz

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Was bereits bekannt war: Die Gene, die beeinflussen, wie clever wir sind, liegen auf dem X-Chromosom. Und davon haben Frauen nun mal zwei und Männer nur eines. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Intelligenz von den Müttern an die Kinder vererbt wird per se schon mal deutlich höher.

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Doch so wie es nun ausschaut, werden die Gene für die kognitiven Funktionen, wenn sie vom Vater kommen, sogar gleich komplett deaktiviert. Davon gehen mehrere Forscher aus.

Am signifikantesten war dabei ein Test mit Mäusen. Ob sich die Ergebnisse eins zu eins übertragen lassen, ist aber nicht klar. Versuchsreihen mit Jugendlichen blasen jedoch ins selbe Horn. Die entsprechenden Studienerkenntnisse hat die Psychologin Jennifer Delgado Suárez hat in ihrem Blog „Psychology Spot“ zusammengetragen.

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Die wissenschaftliche Erklärung: Für unsere Intelligenz sind sogenannte „konditionierte Gene“ verantwortlich. Diese werden grundsätzlich ausschließlich vom Vater oder der Mutter vererbt – und in diesem Falle bleiben fast ausschließlich die Gene der Mutter übrig. Der Einfluss der männlichen Gene spielt nach Ansicht der Forscher kaum eine Rolle.

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Aber, liebe Väter, wir haben auch eine gute Nachricht: Die Wissenschaftler schätzen, dass nur etwa 40 bis 60 Prozent der Intelligenz eines Kindes vererbt wird. Wie klug wir einmal werden, hängt ergänzend auch von der Erziehung und dem Umfeld ab, in dem wir groß werden.

Einfluss könnt ihr also trotzdem nehmen. Ihr müsst nur mehr dafür tun, als euch mit der Kindsmutter zu vergnügen.

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Und außerdem gibt es ja auch noch andere tolle Dinge, die ihr an eure Sprösslinge weitergeben könnt: Gene für Emotionen und Intuition beispielsweise. Die sollen nämlich hauptsächlich von der männlichen Seite kommen.

Lilly und Emma gehen in eine Klasse. Beide strengen sich an – trotzdem schreibt Lilly immer die besseren Noten. „Kein Wunder“, meint Emmas Mutter, „ihr Vater ist ja auch Professor. Sie hat die Intelligenz einfach schon in die Wiege gelegt bekommen.“ Hat Emmas Mutter Recht? Bestimmen unsere Gene, wie schlau wir sind und wir können nichts daran ändern? Oder ist es doch die Umwelt, die unsere Intelligenz beeinflusst?

Was ist Intelligenz?

„Intelligenz ist, was ein Intelligenztest misst“, so die Definition von US-Psychologe Edwin Boring. Das ist natürlich ein Zirkelschluss – zeigt aber auch, wie schwer es ist, Intelligenz klar zu definieren. So gibt der Intelligenzquotient (IQ) die Fähigkeit zum logischen Denken und Problemlösen wider. Je nach Test kann die Gewichtung der verschiedenen Facetten aber ganz unterschiedlich sein. Während ein Test den Fokus auf räumliches Denken legt, misst ein anderer eher das verbale Verständnis.

Der IQ ist kein absoluter Wert, sondern gibt immer den Unterschied zum Mittelwert der Vergleichsgruppe an. Klingt kompliziert – mit einem Beispiel wird es aber schnell klar: Karl macht mit sechs Jahren einen IQ-Test und schneidet überdurchschnittlich gut ab, er bekommt ein Ergebnis von 120. Fünf Jahre später wird er wieder getestet. Jetzt kann er schon viel mehr Aufgaben lösen. Die Denkfähigkeit der anderen Kinder in seinem Alter hat sich aber auch weiterentwickelt. Und plötzlich ist Karls IQ nur noch bei 100. Das bedeutet nicht, dass Karls Intelligenz abgenommen hat. Sie hat sich nur im Vergleich zu den anderen Kindern langsamer entwickelt.

Außerdem kann der klassische IQ nie das ganze Spektrum der Fähigkeiten abdecken. Emotionale oder musikalische Intelligenz zum Beispiel. Der IQ ist zwar ein gutes Instrument, um Unterschiede in der kognitiven Leistungsfähigkeit zu erfassen – sein Leben sollte man davon aber nicht beeinflussen lassen.

Flynn-Effekt

Noch ein Fun-Fact, um auf der nächsten Party anzugeben: wir werden immer intelligenter. Verglichen mit einer Person, die vor 100 Jahren gelebt hat, ist ein Durchschnittsmensch heute hochbegabt. Die genauen Ursachen des sogenannten Flynn-Effekts sind nicht bekannt. Ein Erklärungsmodell sind die verbesserten Umweltbedingungen. Bildung, Ernährung und Gesundheitsversorgung – all das könnte unseren IQ beeinflussen. Andere Forscher hingegen führen den Effekt auf die Gene zurück: Die genetische Durchmischung der Gesellschaft könnte zu einer Erhöhung des IQs beigetragen haben. Womit wir wieder bei der Ausgangsfrage dieses Textes wären: Vererbung oder Erziehung? Was bestimmt denn nun die Intelligenz?

Gene oder Umwelt?

Diese Frage ist leider nicht so klar zu beantworten. Unstrittig ist, dass Intelligenz zumindest zum Teil vererbt wird. Heute geht man von etwa 60 Prozent aus. Ein Intelligenz-Gen gibt es aber nicht. Vielmehr ist es das Zusammenspiel von vielen verschiedenen Genvariationen, das unser Denkvermögen beeinflusst – so komplex, dass es die Wissenschaftler noch nicht durchblicken können. Und die Veranlagung ist nicht alles: Nur durch eine anregende Umwelt kann man die Fähigkeiten auch ausbilden und vertiefen. Deshalb fällt es den Wissenschaftlern schwer, den „Ursprung“ der Intelligenz herauszufinden: Haben die Eltern einen besonders hohen IQ, dann ist auch das Kind mit hoher Wahrscheinlichkeit kognitiv leistungsfähiger. Vielleicht lesen die Eltern aber auch öfter vor, fördern ihr Kind mehr oder investieren viel in frühkindliche Bildung – welcher Faktor ist dann für die Intelligenz verantwortlich?

Genetisches Startkapital

„Ich habe einen IQ von 100 und 60 Prozent der Intelligenz sind erblich. Das bedeutet, dass 60 IQ-Punkte von meinen Genen kommen und 40 von meiner Umwelt, oder?“ Ein häufiges Missverständnis, denn so einfach ist es leider nicht. Zum einen untersucht die Forschung nicht die Intelligenz als absoluten Wert – auch hier sprechen wir wieder von den Unterschieden zwischen den Menschen. Außerdem muss man die vererbte Intelligenz eher als Potential ansehen, das man von der Natur mitbekommt. Setzt man es nicht ein, wird es nutzlos. Deshalb ist der Einfluss der Gene auch von der Kultur abhängig: Sind die Chancen auf Bildung sehr ungleich verteilt, hat die Vererbung nur einen geringen Einfluss auf die Intelligenz. Viele Menschen kommen gar nicht dazu, ihr genetisches Startkapital zu nutzen. In einer perfekten Welt, in der jeder sein Potenzial voll ausschöpfen könnte, hätte die Umwelt dagegen gar keine Auswirkungen mehr auf Intelligenzunterschiede. Wer jetzt verwirrt ist, sollte sich das Video „Bestimmt deine Herkunft deine Intelligenz?“ von maiLab anschauen. Hier wird der wissenschaftliche Hintergrund noch einmal anschaulich erklärt.

Studie zeigt: Kinder erben ihre Intelligenz von diesem Elternteil

„Schlau der Kleine. Das hat er von mir!“, die in Stein gemeißelte Behauptung von Papa, wenn dem Sprössling etwas gut gelingt.

Sorry, Männer, aber hier irrt ihr euch. Denn die Intelligenz hat der Nachwuchs von der Mami – und das ist jetzt sogar wissenschaftlich bewiesen.

Intelligenz wird von der Mutter vererbt

Wie die Psychologin Jennifer Delgado Suárez auf ihrem Blog „Psychology Spot“ erklärt, sind die sogenannten „konditionierten Gene“ für unsere Intelligenz verantwortlich. Diese können von dem Mann und der Frau weitergegeben werden. Jedoch kann das Intelligenz-Gen ausschließlich über das X-Chromosom vererbt werden – und davon haben wir Frauen eins mehr als die Herren der Schöpfung. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Nachwuchs die Intelligenz von der Mama vererbt bekommt, logischerweise doppelt so hoch.

Zur Erinnerung: Frauen haben zwei X-Chromosomen (XX), Männer hingen nur eins, dafür aber noch ein Y-Chromosom (XY).

Intelligenzbildung durch gutes Mutter-Kind-Verhältnis

Aber nicht nur die Gene sind entscheidend für die Klugheit des Sprösslings, sondern auch die Beziehung von der Mutter zum Kind. So haben Forscher der University of Minnesota herausgefunden, dass zweijährige Kinder mit besonders starker Bindung zu ihrer Mama, komplexe Aufgaben leichter lösen konnten, als Gleichaltrige, die vergleichsweise weniger Zuneigung und Nestwärme bekamen.

Auch Erziehung spielt eine Rolle

Aber, liebe Männer, nicht traurig sein … Schätzungen zufolge sind nur 40 bis 60 Prozent der Intelligenz vererbbar. Der Rest wird beeinflusst vom Umfeld und den Erziehungsmethoden – und da habt ihr ja auch immer noch ein Wörtchen mitzureden!

Und außerdem: Eine intelligente Mutter würde ja wohl kaum einen totalen Deppen als Vater ihrer Kinder wählen.

Schon gewusst: In diesem Alter bekommen Frauen die intelligentesten Kinder!

Die Intelligenz von Kindern wird zum größten Teil von der Mutter bestimmt. Das ist jetzt das Ergebnis von 30 Jahren Forschung. Aber keine Sorge: Väter haben auch eine wichtige Aufgabe.

Die Fachzeitschrift „Psychology Spot“ hat jetzt mehrere Studien zum Thema Intelligenz der vergangenen Jahrzehnte analysiert und kommt zu dem Schluss, dass hauptsächlich weibliche Gene dafür verantwortlich sind, wie schlau ein Kind ist. Diese Gene stecken im X-Chromosom, von dem Frauen nun einmal doppelt so viele besitzen wie Männer, weswegen die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass sie diese Gene an den Nachwuchs weitergeben.

Schlimmer noch: Die Intelligenz-Gene von Männern scheinen im Embryo deaktiviert zu werden, sollten sie dort doch einmal landen. Stattdessen sammelt sich das männliche Erbgut eher in Hirnbereichen, die für das Überleben, die Nahrung und Aggressionen zuständig sind.

Erste Experimente schon vor 30 Jahren

Wissenschaftler haben schon lange vermutet, dass je nach Geschlecht unterschiedliche Gene an den Nachwuchs weitergegeben wurden. Das erste Experiment zu diesem Thema 1984 ging aber sehr mies aus. Forscher präparierten Mäuse-Embryos so, dass sie entweder nur Gene der Mutter oder des Vaters enthielten — sie starben alle noch bei der Verpflanzung in den Mutterleib.

In einem weiteren Experiment gelang die Verpflanzung allerdings, wobei Forscher nicht alle Gene ersetzten, sondern bestimmte Embryonalzellen nicht veränderten. Das Ergebnis: Je mehr weibliche Gene eine Maus enthielt, desto größer waren ihr Kopf und ihr Gehirn und desto unterentwickelter der restliche Körper. Bei vorwiegend männlichen Genen war es genau umgekehrt.

Bei genauerer Untersuchung fanden die Forscher der University of Cambridge die weiblichen Gene im Zerebralkortex wieder, der für komplizierte kognitive Funktionen gedacht ist und die männlichen im limbischen System, über das eher unsere Selbsterhaltungstriebe gesteuert werden – ja, auch der Sexualtrieb sitzt hier.

Seitdem wurden diese Ergebnisse in immer neuen Studien bestätigt und verfeinert. So wissen wir heute etwa, dass deswegen wohl auch geistige Behinderungen zu 30 Prozent häufiger bei Männern auftreten als bei Frauen. Aus Schottland stammt zudem eine Studie, bei der fast 13.000 junge Menschen zwischen 14 und 22 Jahren jahrelang immer wieder getestet wurden und am Ende herauskam, dass die Intelligenz der Probanden am stärksten mit dem IQ der Mutter zusammenhing.

Es ist aber nicht alles Vererbung

Das hat allerdings mehr Gründe als die reine Genetik. Die bestimmt laut Studien nur etwa die Hälfte unserer späteren Intelligenz. Die andere Hälfte ist schlicht Erziehung – und weil die hauptsächlich von Müttern geleistet wird und Kinder zu ihren Müttern meist eine stärkere Bindung haben, ähnelt sie später auch eher der Intelligenz der Mütter. Ein Naturgesetz ist das aber nicht.

Forscher der Universität von Minnesota in den USA haben in einer Studie nachgewiesen, dass Kinder mit einer starken Bindung zur Mutter schon im Alter von zwei Jahren komplexe symbolische Spiele meistern und dabei eine höhere Frustrationstoleranz haben als Kinder mit einer schwächeren Bindung. Das zeigt sich sogar bei Scans: Der Hippocampus von 13-Jährigen ist im Schnitt 10 Prozent ausgeprägter, wenn diese von ihrer Mutter emotional stärker unterstützt wurden. Der Hippocampus wird etwa mit dem Gedächtnis, der Stressbewältigung und dem Lernen verbunden.

Keine Sorge, es braucht auch Männer

Väter spielen aber auch genetisch eine Rolle für die Intelligenz ihrer Kinder. Denn nicht alles Denken findet im Zerebralkortex statt. Intelligenz wird schließlich als die Fähigkeit gemessen, Probleme zu lösen. Und dafür braucht es nicht nur rationales Kalkül, dass Muttergene vererben, sondern auch Instinkt, Intuition und basale Emotionen – eben die Fähigkeiten, die durch männliche Gene verstärkt ausgeprägt werden.

Zudem ist wie gesagt maximal die Hälfte der Intelligenz angeboren. Die andere Hälfte muss durch gute Erziehung entwickelt werden. Und Kinder zu fördern, ihnen Herausforderungen und Hilfestellungen dabei zu geben, das können auch Väter sehr gut leisten.

Wann liegt eine Hochbegabung vor und welche Anzeichen gibt es bei hochbegabten Kindern?

Allgemeines zu Hochbegabung

Die genauen Ursachen zur Entstehung von Hochbegabung sind derzeit noch nicht vollständig erforscht. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Hochbegabung aus einer Kombination genetischer Faktoren und erworbenen Faktoren entsteht, die wiederum vor allem in der Kindheit geprägt werden.
Deshalb ist es so wichtig, dass eine Hochbegabung bereits im Kindesalter mittels eines Intelligenztests festgestellt wird, um rechtzeitig eine Hochbegabtenförderung einzuleiten.
Grundsätzlich gilt besonders für Kleinkinder: Jeder durchgeführte Intelligenztest stellt eine Momentaufnahme bezüglich des aktuellen Entwicklungszustands dar. Er trifft aber nicht zwangsläufig eine eindeutige Aussage über die Intelligenz oder eventuelle Hochbegabung eines Kindes. Das liegt einfach daran, dass die Geschwindigkeit der Entwicklung bei Kindern unterschiedlich verläuft. Nichtsdestotrotz kann auch bei Kleinkindern bereits eine Hochbegabung vorliegen. Dabei ist ein Teil genetisch, der andere durch die Umwelt bedingt.
Eine genetisch bedingte Veranlagung zur Hochbegabung bedeutet nicht zwingend, dass sich eine erhöhte Intelligenz oder eine Hochbegabung ausbilden muss. Verschiedene Umwelteinflüsse beeinflussen die Intelligenz sowohl positiv als auch negativ. Da die Intelligenz in direktem Zusammenhang mit einer Hochbegabung steht, können diese Einflüsse die Entwicklung einer Hochbegabung fördern oder behindern. Einige Studien belegen, dass der Einfluss des sozialen Umfeldes weitaus größer ist als der Einfluss genetischer Faktoren.
Leider kann eine in früher Kindheit diagnostizierte Hochbegabung durchaus auch wieder verloren gehen, wenn keine adäquate Begabten- bzw. Hochbegabtenförderung erfolgt. In einer Studie wurde ermittelt, dass 15% von ursprünglich als hochbegabt eingestuften Kindern nach einem Zeitraum von 6 Jahren dieses Ergebnis nicht erneut erzielen konnten. Daher ist eine an den Intelligenztest anknüpfende und an das Begabungsprofil angelegte Begabten- bzw. Hochbegabtenförderung so sinnvoll.
Im Begabtenzentrum führen wir Intelligenztests ab einem Alter von 2 Jahren und 6 Monaten durch. Dabei geht es erst primär gar nicht um das Ermitteln einer Hochbegabung. Vielmehr steht im Vordergrund das Herausfinden von spezifischen Begabungen, Fähigkeiten und Interessen des Kindes.
Wir erstellen daher zu Beginn unserer Kurse zur Begabtenförderung bzw. Hochbegabtenförderung ein Begabungsprofil ihres Kindes. Dieses Begabungsprofil wird mittels eines wissenschaftlich anerkannten und standardisierten Intelligenztests (IQ-Tests) erstellt. Auf Basis dieses Begabungsprofils lässt sich dann zuverlässig ein sinnvolles Förderkonzept erstellen, das – ganz abgesehen vom Bestehen einer Hochbegabung – vor allem Spaß macht und gleichzeitig die erfassten Begabungen fördert. Dabei wird selbstverständlich darauf geachtet, dass kein Kind überfordert wird.

Intelligenztests sind derzeit die einzige Möglichkeit eine Hochbegabung zu diagnostizieren.

Anzeichen für eine Hochbegabung bei Kleinkindern

Doch noch einmal zurück zu den Kleinkindern. Hier finden sich häufig für Eltern recht gut erkennbare Anzeichen, die auf eine höhere Begabung bzw. Hochbegabung hindeuten können. Achten Sie bei Ihrem Kind doch einmal darauf, ob Sie einige der folgenden Eigenschaften beobachten können. Diese könnten ein wichtiger Hinweis auf eine höhere Begabung oder mögliche Hochbegabung sein:

  • Ihr Kind überspringt ganze Entwicklungsphasen: Es lernt überdurchschnittlich früh zu laufen und überspringt häufig Entwicklungsschritte, wie z. B. das Krabbeln.

  • Auffälliges Sprachverhalten: Ihr Kind beginnt früh zu sprechen und bildet schnell ganze Sätze und verfügt früh über einen großen Wortschatz.

  • Sofortiger Blickkontakt und frühe Augen-Hand-Koordination: Ihr Kind zeigt frühzeitig ein großes Interesse an seiner Umgebung.

  • Sehr gutes Gedächtnis und auffällig gute Beobachtungsgabe

  • Frühes Interesse an Zahlen und Buchstaben sowie an Symbolen und Zeichen

  • Besondere Sensibilität kann ebenfalls auf eine Hochbegabung hindeuten.

  • Ihr Kind stellt viele, viele Fragen zu nicht altersentsprechenden Themen: Das Kind hinterfragt viel und gibt sich mit Entscheidungen nicht einfach zufrieden. Gleichzeitig verblüfft es mit seinen Fragestellungen und seinem Wissensdurst.

  • Ihr Kind sucht Kontakt zu Älteren: Es spielt und unterhält sich lieber mit Erwachsenen und/oder älteren Kindern als mit Gleichaltrigen.

  • Frühes selbstständiges Erlernen von Rechnen, Schreiben oder Lesen.

Anzeichen für eine Hochbegabung bei älteren Kindern

Auch bei etwas älteren Kindern lassen sich Anzeichen erkennen, die auf eine Hochbegabung deuten. Im Kindergarten und in der Schule deuten folgende Verhaltensweisen auf eine mögliche Hochbegabung:

  • Kinder mit einer Hochbegabung entwickeln bereits sehr früh weit überdurchschnittliche Fähigkeiten.
  • Sie zeigen nachhaltiges Interesse in den unterschiedlichsten Bereichen.
  • Den gleichaltrigen Kindern sind sie weit voraus.
  • Klagen häufig über Langeweile
  • Arbeitsverweigerung bis hin zu Freude über schwierige Aufgaben
  • Ungewöhnliche Lösungsstrategien
  • Kompliziertes Denken
  • Mangel an Sozialkontakten zu Gleichaltrigen (Orientierung an deutlich Älteren)

Die Hochbegabung kann den logisch-mathematischen Bereich, den sprachlichen Bereich, den sportlichen Bereich den musikalischen Bereich oder den sozialen Bereich betreffen. Einige hochbegabte Kinder zeigen in mehr als einem Bereich besondere Fähigkeiten.
Werden die Bedürfnisse von Kindern mit einer Hochbegabung über längere Zeit nicht wahrgenommen oder nicht ihren Bedürfnissen entsprechend gefördert, kann dies Probleme mit sich bringen. So können diese Kinder zum Beispiel im sozialen Umgang Verhaltensauffälligkeiten entwickeln, da sie die in ihnen schlummernden Fähigkeiten nicht entfalten können.
Deshalb sollten sie Kindern mit einer Hochbegabung so viel lesen, fragen und experimentieren lassen, wie es ihren Bedürfnissen entspricht.
Zeigen hochbegabte Kinder im Kindergarten oder in der Schule Verhaltensauffälligkeiten, fühlen sie sich meist unterfordert und/oder nicht akzeptiert. Schauen Sie sich diesbezüglich einfach mal den Fernsehbeitrag von RTL-WEST, der über Kinder aus dem Begabtenzentrum berichtet. (RTL-FERNSEHBEITRAG)

Verhaltensweisen hochbegabter Kinder

Wird bei einem Kind die Hochbegabung nicht erkannt, entsteht schnell ein falscher Eindruck von dem Kind, weil bestimmte Verhaltensweisen der Kinder falsch interpretiert werden (nach Martin R. Textor):

  • Hochbegabte Kinder, die ihre Erzieherin mit Fragen löchern, gelten schnell als „Quälgeister“.

  • Hochbegabte Kinder, die aufgrund ihrer großen Kreativität immer wieder ganz originelle und unkonventionelle Ideen und Vorschläge haben, bringen oft das „Programm“ der Erwachsenen durcheinander und werden deshalb als unbequem und schwierig eingestuft.

  • Hochbegabte Kinder, die andere Kinder oft „vor den Kopf stoßen“, weil sie bei „diesem Babykram“ nicht mehr mitspielen wollen oder weil sie alles besser wissen, gelten schnell als arrogant und werden dann von den anderen „geschnitten“.

  • Hochbegabte Kinder, die sich im Spiel mit anderen Kindern mangels adäquater Anforderungen langweilen, haben oft das Gefühl, dass sie in keine Gruppe richtig hineinpassen, ziehen sich zurück und fühlen sich einsam.

  • Hochbegabte Kinder, die immer wieder als erste auf die Fragen der Erzieher/innen antworten, gelten schnell als vorlaut und neunmalklug.

  • Hochbegabte Kinder, die außergewöhnliche Interessen haben und sich auf irgendwelchen Gebieten schon ein „Spezialwissen“ angeeignet haben, werden von anderen Menschen oft belächelt, geneckt oder gar verspottet.

  • Hochbegabte Kinder, die immer wieder das Gespräch mit Erwachsenen suchen, gelten schnell als sozial unreif.

  • Hochbegabte Kinder, die aufgrund ihrer kognitiven Fähigkeiten viel schneller als andere die Gefahren erkennen, die z. B. mit Klettern verbunden sind und sich deshalb nicht so weit empor wagen, werden leicht als ängstlich und ungeschickt beurteilt.

  • Kinder, die aufgrund ihrer Hochbegabung bereits vor Beginn einer Tätigkeit – z. B. dem Malen eines bestimmten Bildes – erkannt haben, dass sie mangels motorischer Kompetenz niemals das umsetzen können, was sie sich geistig vorstellen, und deshalb die Tätigkeit verweigern, gelten schnell als unmotiviert und desinteressiert, als feinmotorisch unterentwickelt oder als sich verweigernde „Trotzköpfe“.

  • Hochbegabte Kinder, die bereits die Konfliktspirale durchschaut haben und sich deshalb zurückziehen, bevor es zur körperlichen Auseinandersetzung kommt, werden bald als wenig durchsetzungsfähig charakterisiert.

Intelligenz ist natürlich zu einem Teil genetisch erblich, natürlich nicht nur von der Mutter, sondern wir erben unsere Gene zu 50 Prozent von der Mutter und zu 50 Prozent vom Vater. D.h. wir erben Eigenschaften wie Intelligenz, Aussehen, Krankheitsanfälligkeit usw. per se zu gleichen Teilen von Mutter und Vater. Das betrifft die Gene. Die Gene bestimmen aber nur in einer spezifischen Weise über unsere Intelligenz, nämlich nur im Zusammenspiel mit der Umwelt.

Ich möchte ein Beispiel nennen: Ein Kind, das die besten Gene von seinen Eltern geerbt hat und theoretisch unendlich klug werden könnte wie Albert Einstein, hätte keine Chance, wenn es keine Bildung bekäme, wenn es wie Kaspar Hauser irgendwo bei Tieren im Wald aufwachsen würde oder in einem Kellerverlies. Das würde total dumm werden. D.h. das kluge Kind ist ein „Produkt“ aus Gen-Vererbung von beiden Elternteilen und der Umwelt, in der es aufgewachsen ist, wieviel Bildung es bekommen hat, wieviel Radio es gehört hat, auch sicherlich, wie viel schlaue Fernsehsendungen es geguckt hat, wie gut die Schule war, wieviel Schlaf das Kind hatte, ob es auch Pausen machen konnte, ob es spielen konnte, all diese Dinge fördern das im Zusammenspiel mit den Genen.

Das ist eine ganz wichtige Erkenntnis der Epigenetik, dass wir heute nicht mehr trennen zwischen Erbe und Umwelt, sondern wir sagen, es sind Erbe, Umwelt und Vergangenheit immer gemeinsam, die komplexe Merkmale wie Gesundheit, Klugheit, Persönlichkeit prägen. Und wir können nicht mehr, wie man das vielleicht noch vor ein paar Jahren gemacht hat, versuchen, das zu trennen und sagen, Intelligenz ist zu 50 bis 80 Prozent genetisch bedingt und zu 20 bis 50 Prozent umweltbedingt. Das trennt man heute nicht mehr.

Sondern es beeinflusst sich gegenseitig viel mehr, als man es bisher angenommen hat?

Ja, es ist ein Produkt und keine Summe. Wenn ich etwas mit 0 multipliziere, kommt immer 0 dabei raus, egal wie hoch der andere Wert ist. D.h. ich kann die Dinge nicht trennen, weil unsere Gene ein Merkmal wie Intelligenz prägen, das ja durch zig-tausende von Genen zugleich bedingt wird, erst im Zusammenspiel mit der Umwelt aus. Studien, die versuchen, das zu trennen, sind eigentlich zum Scheitern verurteilt.

Intelligenz (Foto: Colourbox) Colourbox

News im Video: Mama oder Papa? Studie zeigt, von wem Kinder Intelligenz erben!

So, liebe Männer, jetzt müsst ihr ganz stark sein. Viele von euch bilden sich ja etwas darauf ein, dass ihre Kinder so etwas wie ihre kleinen Stellvertreter in der Welt sind, im Extremfall sind sie vielleicht sogar eure „Stammhalter“ die euch auch nach eurem Ableben würdig vertreten. Und ein wichtiger Teil davon ist natürlich, dass das Kind die tollsten Eigenschaften natürlich „von Papa“ hat.

Studie: Intelligenz wird von Mama vererbt

Aber Tatsache ist: Wenn sie sich im Leben einigermaßen intelligent anstellen, haben sie das vor allem ihrer Mama zu verdanken. Eine neue Studie zeigt nun, dass die Intelligenz eines Menschen sehr stark von der Intelligenz seiner Mutter abgeleitet wird. Grundlage dieser Entdeckung sind die so genannten „konditionierte Gene“ des Menschen, die unterschiedlich viel Einfluss haben, je nachdem von wem sie vererbt wurden. Es ist, stark vereinfacht ausgedrückt, nicht nur doppelt so wahrscheinlich, dass die „Intelligenz-Gene“ der Mutter an das Kind weitergegeben werden – die entsprechenden Gene des Vaters werden meist gar nicht erst aktiviert.

Viele Versuchsreihen kommen zum gleichen Ergebnis

Aber Genetik ist nicht alles, auch in der Entwicklung spielt die Mutter eine wichtige Rolle bei der Intelligenzbildung. Forscher der University of Minnesota konnten nachweisen, dass Kinder mit besonders starker Bindung zu ihrer Mutter im Alter von zwei Jahren komplexere Aufgaben lösen konnten und auch nicht so schnell aufgegeben haben, wie andere Altersgenossen.

Und auch eine andere Studie scheint diesen Zusammenhang zu bestätigen: An etwa 12.000 Testpersonen zwischen 14 und 22 Jahren wurde nachgewiesen, dass ihr IQ meist nur wenig von dem ihrer Mutter abwich. Die angeblichen „Nobelpreisträger“ die in Befruchtungskliniken die anonymen Samenspenden liefern sind also total überbewertet.

Keine Panik, Papas!

Aber, liebe Männer, fühlt euch trotzdem geschmeichelt: Intelligente Kinder haben vor allem eine intelligente Mutter – und die würde ja wohl kaum ein Kind mit einem Volltrottel haben wollen, oder?

Studie zu GenvariantenSchlaue Eltern, schlaue Kinder?

Von Thomas Reintjes

Podcast abonnieren Intelligenz hängt davon ab, ob Kinder gefördert werden. (picture alliance / Bildagentur-online/Begsteiger)

Gene und Intelligenz hängen doch stärker zusammen als bisher bekannt. Eine neue Studie findet mehr als 1000 Gen-Variationen, die mit dem Bildungsniveau assoziiert sind. Das heißt aber nicht, dass Intelligenz vererbt wird.

Unsere Hautfarbe, unsere Augenfarbe, unsere Körpergröße wird von unseren Genen bestimmt. Aber wie sieht es mit unserer Persönlichkeit aus? Wie hängen Gene und Psychologie, Gene und Charakter, Gene und Intelligenz zusammen? Seit einigen Jahren veröffentlicht eine Forschergruppe an der Freien Universität Amsterdam dazu regelmäßig neue Erkenntnisse. Die Studien werden immer größer, immer mehr Daten stehen zur Verfügung, aus denen die Wissenschaftler immer detailliertere Erkenntnisse gewinnen können. Aysu Okbay hat an der neuesten Studie mitgearbeitet.

„Wir haben Daten von 1,1 Millionen Menschen analysiert und 1271 Genvarianten gefunden, die mit dem Bildungsniveau zusammenhängen. Diese Genvarianten spielen bei der Entwicklung des Gehirns eine Rolle – vor und nach der Geburt. Sie haben auch mit der Kommunikation zwischen Neuronen im Gehirn zu tun. Das hat dann Auswirkungen auf die Persönlichkeit oder die Intelligenz, was natürlich einen Einfluss auf das Bildungsniveau hat.“

Also das Bildungsniveau, das ein Mensch in seiner Ausbildung erreicht. Die Wissenschaftler haben sogar eine Art Scoring-Algorithmus entwickelt. So wie andere Algorithmen etwa versuchen die Kreditwürdigkeit eines Menschen abzuschätzen, versucht dieser Algorithmus das Bildungsniveau eines Menschen anhand seines Genoms zu erraten. Es ist tatsächlich mehr ein Erraten als ein Errechnen. Denn nur im Durchschnitt ist die Trefferquote brauchbar. Bei einzelnen Menschen kann die Schätzung stark von dem abweichen, was jemand tatsächlich im Leben erreicht.

Intelligenz muss gefördert werden

„Bildung hängt vor allem von der Umgebung hab“, erklärt Aysu Okbay. „80 Prozent der Unterschiede im Bildungsniveau sind durch die Umgebung bestimmt. Also, wenn man einen niedrigen Score hat, heißt das nicht, dass man keinen Universitätsabschluss erreichen wird. „

Hauptsächlich hängt Intelligenz also davon ab, ob sie gefördert wird. Ob es in dem Hauhalt, in dem man aufwächst, Bücher gibt oder nicht. Ob ein Kind ermutigt wird, Neues zu entdecken. Ob es Spaß am Lernen entwickelt. Aber richtig ist auch, dass Intelligenz vererbbar ist. Dass das die Botschaft ist, die hängenbleibt, befürchtet Carl Zimmer. Der amerikanische Wissenschaftsjournalist hat gerade ein Buch über Vererbung veröffentlicht.

Ferienseminar für hochbegabte Kinder an der Darmstädter Eleonorenschule (dpa / Roland Holschneider)

„Es passiert leicht, dass man Gene zu vereinfacht betrachtet. Die Leute glauben oft, dass Gene alles sind. Festgeschrieben wie eine Art Computerprogramm. Oder dass bei Genen alles oder nichts gilt. Habe ich ein Gen für dieses oder für jenes? Und wenn man ihnen sagt, dass sie dieses Gen haben, das mit einem höheren IQ zusammenhängt, dann kann ich mir vorstellen, dass sie sagen: Ah, ich bin ein geborenes Genie! Und sie überhören dann vielleicht, was danach kommt, nämlich dass diese Gen-Variante den IQ im Durchschnitt nur um einen Zehntelpunkt anhebt.“

Eugenik in den USA vor hundert Jahren

Carl Zimmer sorgt sich darum, was passiert, wenn die Details untergehen oder die Forschungsergebnisse vielleicht sogar mutwillig falsch ausgelegt werden. Er erinnert daran, dass die amerikanische Gesellschaft schon vor hundert Jahren ignoriert hat, wie Vererbung funktioniert. Damals wurden sogenannte Geistesschwache/Schwachsinnige in Heime gesperrt und sterilisiert. Von Politikern beschlossen und von Wissenschaftlern gestützt.

„Sie lagen falsch, fundamental falsch“, sag Carl Zimmer. „Aber es gab auch damals schon Genetiker, die gesagt haben, diese Argumentation macht keinen Sinn, diese Praktiken sind grausam und auch nicht wissenschaftlich fundiert. Aber die Gesellschaft wollte glauben, dass alles vererbt wird und man nichts ändern oder verbessern könne. Das war eine sehr mächtige und verführerische Idee. Und die Menschen haben sie angenommen und wollten von den Einwänden nichts wissen. Und die Konsequenzen waren tragisch.“

Das Gedankengut der amerikanischen Eugeniker wurde in Deutschland von den Nationalsozialisten übernommen. Heute, wo wieder viel über vererbbare Intelligenz gesprochen wird, steigt auch das Missbrauchspotenzial wieder. In beide Richtungen: Wenn der Bildungsgrad von den Genen abhängt, kann man sich teure Bildungsprogramme sparen – das wäre eine falsche Schlussfolgerung.

Selektion bei der künstlichen Befruchtung ist schon heute üblich. Wird demnächst auch nach dem Bildungsniveaus ausgewählt? (imago stock&people)

Umgekehrt gibt es auch die Idee der personalisierten Bildung – genau auf das genetische Profil zugeschnittene Angebote – wohl auf Kosten der Chancengleichheit. Die Forschungsergebnisse der Genetiker könnten auch eine neue gesellschaftliche Debatte über Fortpflanzungsmedizin auslösen. Während bei In-Vitro-Fertilisation heute schon Embryos ohne bestimmte Erbkrankheiten ausgewählt werden können, sollten wir dann in Zukunft auch Embryos mit möglichst vielen genetischen Variationen auswählen können, die mit einem höheren Bildungsgrad assoziiert sind?

„Das ist eine schwierige Frage, über die wir sprechen müssen“, findet Carl Zimmer. „Einerseits haben Eltern natürlich jedes Recht Entscheidungen über ihre Kinder zu fällen. Andererseits sollten wir nicht voreilig solche Entscheidungen fällen, ohne zu verstehen, was Genetik uns wirklich über Dinge wie Intelligenz verrät.“

Das eine Intelligenz-Gen gibt es nicht

Es gibt eben nicht das eine Intelligenz-Gen. Und was die 1271 Gen-Variationen wirklich bedeuten, die mit dem Bildungsgrad assoziiert sind, ist unklar. Manche sind auch mit Alzheimer, Depression oder Schizophrenie assoziiert. Das Thema ist so komplex, die Ergebnisse so leicht falsch zu interpretieren, dass Aysu Okbay und ihre Forscherkollegen zusammen mit ihrem wissenschaftlichen Fachartikel Antworten auf häufig gestellte Fragen veröffentlicht haben. Diese FAQ sind mehr als 20 Seiten lang.

Aysu Okbay betont, sie würden darin vor allem erklären, was die Forschungsergebnisse nicht bedeuten. Aber selbst Wissenschaftler verstehen nicht immer, was sich an den Daten seriös ablesen lässt und was nicht.

Ich habe schon Studien gesehen, die versuchen, verschiedene Bevölkerungsgruppen miteinander zu vergleichen. Manchmal bekomme ich die zur Begutachtung. Und dann erkläre ich immer, dass die Analyse fehlerhaft ist, weil man diese Dinge nicht vergleichen kann.“

Einen interessanten Vergleich zwischen zwei Bevölkerungsgruppen konnten die Wissenschaftler aber ziehen: den zwischen Männern und Frauen. Ergebnis: Das X-Chromosom spielt bei der Vererbung von Intelligenz keine besondere Rolle.

Manchmal ergibt ein einziges Wort einen großen Unterschied. Carol Dweck, eine der weltweit führenden Forscherinnen auf dem Gebiet der Lernmotivation, erzählt dazu in Vorträgen gerne von einer Schule in Chicago, auf der Schüler nach einer schlechten Leistung anstatt der Note „nicht bestanden“ die Note „noch nicht bestanden“ bekommen. Ein minimaler Unterschied, mit großer Wirkung. Das „noch“ transportiert nämlich etwas, das sich in zahlreichen Studien mit Hunderttausenden Schülern als einer der zentralen Motoren für Lernen und Leistung erwiesen hat: die Überzeugung, dass jeder prinzipiell zu guten Leistungen fähig ist, weil Intelligenz nichts Angeborenes oder Festes ist, sondern vielmehr erst durch bestimmte Lernerfahrungen entsteht. Und diese kann man durch bessere Lernstrategien, mehr Anstrengung oder besseren Unterricht erreichen.

Schlägt man aktuell eine Zeitung auf, findet man immer wieder Beiträge von Wissenschaftlern, in denen die gegenteilige Überzeugung verbreitet wird – dass Intelligenz hochgradig vererbt sei. Aus diesem angeblichen Einfluss der Gene werden bildungsbezogene Schlüsse gezogen: „Das Verständnis, dass die DNA den wichtigsten Einfluss auf den Bildungserfolg hat, kann Eltern helfen, die Schwierigkeiten ihres Kindes zu akzeptieren“, schrieb der Genforscher Robert Plomin Anfang Oktober in der Zeit. 2015 behauptete er dort sogar: „zehn Prozent sind das, was Lehrer aus einem Kind herausholen können“. Und die Intelligenzforscherin Elsbeth Stern schrieb unlängst in der Zeitschrift Forschung und Lehre: „Ich halte sehr viele Vorträge vor Lehrern und Lehrerinnen, und die akzeptieren inzwischen, dass angeborene Intelligenzunterschiede existieren“.

Solche Sätze haben eine fatale Wirkung auf Schüler, Eltern und Lehrkräfte. Demnach wären schlechte Leistungen naturgegeben und müssten hingenommen werden. Anstatt zu versuchen, etwas zu lernen, sollten die betroffenen Kinder dann besser lernen, mit ihrer Dummheit gut zu leben.

In den entsprechenden Beiträgen wird auf umfangreiche Studien verwiesen, die scheinbar zeigen, dass die Intelligenz zu mindestens 50 Prozent und im Erwachsenenalter sogar bis zu 70 Prozent oder mehr vererbt sei. Ein genauerer Blick hinter diese Studien eröffnet allerdings eine Welt, in der nichts so ist, wie es zunächst erscheint, und in der sich offenbar selbst Fachexperten verirren. Der Begriff der „Erblichkeit“ ist in dieser Welt sehr eigentümlich definiert, ohne dass dies bei der Interpretation der Ergebnisse beachtet und in der Kommunikation nach außen kenntlich gemacht wird. Um es vorwegzunehmen: Der Blick hinter diese Studien zeigt genau das Gegenteil – dass Gene in Wirklichkeit bei der Intelligenz kaum eine Rolle spielen.

Diese sogenannten populationsgenetischen Studien halten diverse Überraschungen bereit. Die wohl größte ist: Die Studien untersuchen gar nicht, ob bestimmte Gene die Intelligenz verringern oder erhöhen. Das wird erst in jüngerer Zeit erforscht – mit ganz anderen Ergebnissen, wie wir noch sehen werden. Stattdessen ermitteln die Studien, wie stark in einer Gruppe die IQ-Werte von Individuen um den Mittelwert der Gruppe streuen – egal, wo dieser Mittelwert liegt. Die Annahme ist, dass die Streuung durch genetische Unterschiede und unterschiedliche Umwelteinflüsse erzeugt wird. Je unterschiedlicher die Gene und die jeweilige Umwelt sind, umso breiter die Streuung.

Ein logischer Fehlschluss

Durch den Vergleich bestimmter Personengruppen versucht man dann, darauf zu schließen, welchen Anteil die Gene an der Streuung haben. Etwa bei gemeinsam aufgewachsenen Zwillingen: Streuen die IQ-Werte der Eineiigen weniger als die der Zweieiigen, schließt man, das beruhe auf den Genen, weil die Umwelt pro Zwillingspaar ja gleich war. Fällt die Streuung zum Beispiel um 25 Prozent geringer aus, wird daraus errechnet, dass 50 Prozent der Streuung genetisch bedingt sind. (Da sich zweieiige Zwillinge die Hälfte ihres Genmaterials teilen, wird zur Abschätzung der Geneffekte der Wert verdoppelt.)

Worauf also fußt eine solche angebliche „Erblichkeit“ von 50 Prozent? Sie stützt sich auf nichts weiter als auf die Streuung von Intelligenzwerten in Gruppen. Schlussfolgerungen über den Einfluss von Genen auf die Intelligenz von Individuen, beispielsweise von Schülern, oder auf die durchschnittliche Intelligenz einer Gruppe, lassen sich daraus grundsätzlich nicht ziehen. Eben das ist aber der Aspekt, der Eltern, Lehrer oder Bildungsforscher interessiert. Daher ist die Aussage, „zehn Prozent sind das, was Lehrer aus einem Kind herausholen können“, auch so gefährlich. Sie ist ein klassischer logischer Fehlschluss.

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