Vaterschaftsurlaub wie lange

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Elternzeit & Elterngeld: Diese Fakten solltet ihr kennen

Nicht nur Mütter, auch immer mehr Väter nehmen sich mittlerweile Elternzeit, um in den ersten Jahren mit ihren Kindern zusammen sein zu können, und beziehen Elterngeld. Das Gute an der Elternzeit: Wer zur Kinderbetreuung aussetzt, muss seinen Job nicht aufgeben. Die Elternzeit berechtigt jeden Arbeitnehmer, sich bis zum dritten Lebensjahr des Kindes eine Auszeit zu nehmen. Und danach hat man Anspruch, wieder an den eigenen oder einen gleichwertigen Arbeitsplatz zurückzukehren.
​Praktisch: Elternzeit können sich Partner auch gleichzeitig nehmen.

In der Elternzeit: Wer bezahlt was und wie lange?

Gehalt vom Arbeitgeber gibt es in der Elternzeit nicht. Dafür zahlt der Staat dem Elternteil in Elternzeit zwölf Monate lang einen Teil weiter. Das Elterngeld wird aus dem durchschnittlichen Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate berechnet und beträgt mindestens 300 und höchstens 1.800 Euro. Bei Selbstständigen wird der Gewinn des letzten Jahres vor der Geburt berechnet. Wer Mehrlinge erwartet, erhält pro weiterem Kind 300 Euro mehr Elterngeld. Sind bereits Geschwister vorhanden, kann dem Elterngeld ein Geschwisterbonus angerechnet werden.

Wenn der Partner zunächst weiterarbeitet, dann aber auch Elternzeit nimmt, verlängert sich das Elterngeld um zwei Monate. Insgesamt können Paare so bezahlt 14 Monate lang aussetzen. Alleinerziehende haben einen Anspruch auf 14 Monate Elterngeld. Es ist auch möglich, das Elterngeld auf 24 Monate aufzuteilen – dann wird monatlich entsprechend nur die Hälfte ausgezahlt.

Seit 2011 wird das volle Elterngeld (mindestens 300 Euro) bei Hartz IV Empfängern als Einkommen angerechnet und damit vom Arbeitslosengeld abgezogen. Der Gesetzgeber akzeptiert jedoch einige Ausnahmen, durch die das Elterngeld anrechnungsfrei bleibt. Wer Hartz IV bezieht sollte sich also gründlich dazu informieren. Mehr zum Thema und wertvolle Tipps zu Elterngeld, Elternzeit und Sozialleistungen bei Hartz IV Bezug findet ihr auf der Internetseite der Arbeitslosenselbsthilfe.
Bei Eltern, die vor dem Bezug des Elterngeldes berufstätig waren (und ihren Job beispielsweise durch eine Vertragsbefristung verloren haben) wird ein Elterngeldbetrag von bis zu 300 Euro nicht angerechnet. Nur wenn das Elterngeld über 300 Euro liegt, wird der darüber liegende Betrag mit dem ALG II verrechnet.

Ab einem gemeinsamen Jahreseinkommen von über 500.000 Euro (250.000 Euro bei Alleinerziehenden) gibt es kein Elterngeld.

Wann und wo wird Elterngeld beantragt?

Damit euch das Elterngeld rechtzeitig nach dem Mutterschutz zur Verfügung steht, solltet ihr es möglichst bald nach der Geburt des Kindes beantragen. Das Gesetz erlaubt, es bis zum 14. Lebensmonat des Kindes zu beantragen, eine Rückzahlung gibt es jedoch nur für die ersten drei Monate. Deswegen: Beeilt euch lieber.

Das Elterngeld muss bei der zuständigen Elterngeldstelle per Formular beantragt werden. Beim Bundesministerium für Familie findet ihr eine Übersicht dieser Stellen. Für den Antrag benötigt ihr die Geburtsurkunde des Kindes, außerdem einen Gehaltsnachweis der letzten zwölf Monate, eine Bestätigung des Arbeitgebers über die Elternzeit sowie über den Zuschuss zum Mutterschutzgeld und eine Bestätigung der Krankenkasse zum Mutterschutzgeld.

Übrigens: Jeder Elternteil muss einen eigenen Antrag auf Elterngeld stellen.

Was sind Elterngeld plus und Partnerschaftsbonus?

Seit Sommer 2015 gibt es neben dem Elterngeld, seitdem auch Basis-Elterngeld genannt, das sogenannte Elterngeld plus und den Partnerschaftsbonus. Beides bietet sich an, wenn die Eltern früh wieder in den Job zurück wollen.

Beim Elterngeld plus wird jeden Monat nur die Hälfte, dafür aber doppelt so lange, ausgezahlt, wenn man stundenweise arbeiten geht. Der Partnerschaftsbonus richtet sich an Eltern, die sich die Betreuung des Kindes teilen und vier Monate oder länger beide zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche arbeiten.

Welches Elterngeld für wen passt und wie man es am besten kombiniert, um nicht hinterher schlechter abzuschneiden, ist eine kleine Wissenschaft für sich. Eine Beratung bietet das Bundesministerium für Familie auf der Internetseite elterngeld-plus.de an.

Was muss für die Elternzeit beachtet werden?

Die Elternzeit muss beim Chef offiziell spätestens sieben Wochen vor dem geplanten Beginn schriftlich angemeldet werden. Tatsächlich lohnt es sich jedoch, das weitaus früher zu tun. So erleichtert man dem Arbeitgeber die Organisation in der Zeit der Abwesenheit – und sich selbst den Wiedereinstieg. Denn wer seinen Job geordnet und wohl organisiert verlässt, findet schnell wieder zurück.
Sobald die Elternzeit angemeldet ist, besteht ein besonderer Kündigungsschutz: Der Arbeitgeber darf einem dann nicht mehr kündigen, es sei denn, es besteht ein besonderer Grund.

Seit Juli 2015 können Mütter und Väter ohne Zustimmung des Arbeitgebers 24 statt bisher zwölf Monate Elternzeit auf den Zeitraum zwischen dem dritten Geburtstag und der Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes übertragen.

Praktisch: Sowohl die Mutter als auch der Vater können die Elternzeit in drei Zeitabschnitte aufteilen. Der dritte Abschnitt kann jedoch vom Arbeitgeber abgelehnt werden, sofern er zwischen dem dritten Geburtstag und der Vollendung des achten Lebensjahres des Kindes liegt.

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Die Zeiten, in denen sich ausschließlich die Mütter um ihre Kinder gekümmert haben, sind zum Glück vorbei. In der Gesellschaft wird es immer mehr erwartet, dass Männer in der Betreuung ihres Nachwuchses involviert sind. Der Staat trägt dem Rechnung und stellt auch den Männern Elternzeit zur Verfügung. Für Männer ist dies der sogenannte Vaterschaftsurlaub, eine unbezahlte Freistellung vom Job, in dem Kündigungsschutz gilt.

Vaterschaftsurlaub: Gut für die Familie

Wie lange dauert der Vaterschaftsurlaub und wird er bezahlt?

Vaterschaftsurlaub fällt unter Elternzeit und diese beträgt maximal 36 Monate, was bedeutet, dass sich Vater und Mutter diese Monate aufteilen können. Es gibt keine Mindestdauer, man kann also auch nur Tage, Wochen oder Monate nehmen. Die Elternzeit muss auch nicht am Stück genommen werden, auf alle Fälle sollte sie zu einem Teil in den ersten zwölf Monaten des Kindes liegen, aber bis zu 24 Monaten können auch zwischen dem dritten und dem achten Lebensjahr des Sprösslings genommen werden. Elternzeit ist eine unbezahlte Auszeit, aber in die erste Zeit nach der Geburt fällt auch das Elterngeld, das diejenige oder derjenige bekommt, der sich in den ersten zwölf Monaten um das neugeborene Kind kümmert. Das sind minimal 300 Euro, maximal 1800 Euro.

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Der Staat möchte, dass mehr Männer Vaterschaftsurlaub nehmen und deshalb erhöht sich das Elterngeld von 12 auf 14 Monate, wenn der Vater zwei Monate und die Mutter 12 Monate nimmt – normalerweise gibt es ja nur 12 Monate Geld. Laut Statistischem Bundesamt nahmen 2017 410.000 Väter Elterngeld in Anspruch.

Vaterschaftsurlaub: Wer bekommt ihn?

Nicht jeder genießt das Recht auf Vaterschaftsurlaub. Wer sich für für diese Auszeit entscheidet, muss einige Kriterien erfüllen:
• Wohnsitz in Deutschland: Sollte der Vater im Ausland leben, gelten für ihn die dortigen Richtlinien, die zum großen Teil schlechter sind als in Deutschland.
• Zusammenleben mit dem Nachwuchs: Ziel ist es schließlich, so viel Zeit wie möglich mit den Kindern zu verbringen.
• Bezahltes Angestelltenverhältnis: Egal, ob befristet oder nicht, Vollzeit oder Teilzeit, gut bezahlt oder nicht, der Mann muss angestellt sein. Auch Auszubildende haben Anspruch auf Vaterschaftsurlaub.
Für Selbstständige gilt die Elternzeit nicht, da es sich hier um eine Vereinbarung zwischen dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer handelt. Der so wertvolle Kündigungsschutz gilt ohnehin nicht für Selbstständige. Was auch gut zu wissen ist: Elternzeitnehmende dürfen bis zu 30 Stunden in der Woche arbeiten – man kann also weiterhin etwas verdienen, was nicht unerheblich ist, wenn eine Familie versorgt werden muss.

Vaterschaftsurlaub: Wann muss er beantragt werden?

Jeder angestellte Vater hat ein Recht auf Elternzeit, aber es sind bestimmte Fristen einzuhalten: Will man in den ersten drei Jahren für einige Zeit Elternzeit nehmen, muss man das sieben Wochen vorher dem Arbeitgeber mitteilen. Will man die Auszeit zwischen dem dritten und achten Lebensjahr des Kindes nehmen, muss man das schon 13 Wochen vorher beantragen.
Es kommt ganz auf die Arbeitssituation des Mannes an, aber generell sollte man die Dinge schon viel früher abklären und den Arbeitgeber und die betroffenen Kollegen eher benachrichtigen. Schließlich will man bei der Rückkehr ein angenehmes Arbeitsklima haben. Studien haben belegt, dass ein Vater, der sich die Elternzeit genommen hat, auch danach viel stärker in das Leben seines Kindes involviert ist – was der gesamten Familie gut tut.

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Dass die Zahlen von Männern mit Vaterschaftsurlaub steigen, ist eine schöne Sache, aber es gibt noch viel zu tun. Je mehr Männer von ihren Erfahrungen berichten, desto mehr möchten auch andere diese Erfahrung machen. Und damit steigt auch die Toleranz und Verständnis am Arbeitsplatz, was wiederum andere Männer inspiriert, die dann Vaterschaftsurlaub nehmen. Für die Familie und Gleichberechtigung zwischen den Partnern kann das nur von Vorteil sein.

Elternzeit: EU setzt zehn Tage Vaterschaftsurlaub nach Geburt durch

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Zehn Tage Wochenbetturlaub für alle Väter Europas, mehr Elternzeit und das Recht auf eine Pflegewoche für Angehörige: Jungen Eltern und all jenen, die ihren kranken Ehepartner oder die Großeltern betreuen müssen, wollte die EU-Kommission mehr Rechte verschaffen. Im April 2017 hatte Brüssel deshalb eine neue Richtlinie zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf vorgeschlagen.

Nach harten Verhandlungen ist das Paket nun so gut wie geschnürt. Die endgültige Annahme durch den EU-Rat und das Parlament steht zwar noch aus, und laut Bundesfamilienministerium ist der Richtlinien-Text auch noch nicht ganz ausformuliert. Klar ist aber schon jetzt: Das Vorhaben wurde kräftig zusammengedampft.

Die zehn bezahlten Papa-Baby-Tage, die übrigens der Frauenausschuss des EU-Parlaments schon 2009 gefordert hatte, konnte die Kommission zwar durchsetzen. Aber diese dürfen mit bestehenden Ansprüchen verrechnet werden. In zahlreichen Staaten, darunter Deutschland, ändert sich daher gar nichts. In Ländern, wo Väter zusätzliche Ansprüche erhalten, sollen die Regierungen selbst über die Finanzierung entscheiden.

Quelle: Infografik Die Welt Anzeige

Die EU-Kommission spricht dennoch von einem „riesigen Schritt hin zu einem sozialeren Europa“. Die großen Unterschiede innerhalb der EU, was Elterngeld oder Elternzeitansprüche angehe, führe zu Verzerrungen im Binnenmarkt, sagte ein Sprecher. Mindeststandards sollten gleiche Wettbewerbsbedingungen schaffen.

Nur vier von zehn Männern in der EU nehmen demnach bisher die „Babytage“ in Anspruch oder beabsichtigen das. Noch weniger treten Elternurlaub an. „Väter nutzen den Urlaub öfter, wenn er ausreichend bezahlt wird und ausschließlich für sie vorgesehen ist“, so die Kommission.

Wer soll das bezahlen?

Doch selbst in der abgeschwächten Form gibt es von mehreren Seiten Kritik, in Staaten wie Malta sogar heftige Aufregung und Sorgen in der Wirtschaft. Für Kleinunternehmen seien nicht nur die drohenden Kosten fatal, monierten maltesische Arbeitgebervertreter.

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Denn selbst für den Fall, dass der Staat die Kosten übernehmen würde: Auch die Frage, wie die ausfallende Arbeitskraft ersetzt werden solle, sei ein riesiges Problem. „2017 gab es 7712 Geburten auf Malta“, rechnet Abigail Mamo von der Kleinunternehmen-Vertretung GRTU vor. „Das wären 77.120 weniger Arbeitstage.“ Bisher gewährt Malta Beschäftigten in der Privatwirtschaft einen Tag Vaterurlaub, Staatsbedienstete können fünf bezahlte Tage freinehmen nach einer Geburt.

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In vielen anderen EU-Ländern sind die zwei Wochen schon jetzt im Angebot. Allerdings variieren die Ansprüche und Vergütungen gewaltig. Nachholbedarf gäbe es vor allem in finanziell ohnehin angeschlagenen Ländern wie Griechenland und Italien.

In Griechenland beispielsweise werden bisher zwei Vater-Baby-Tage gewährt und bezahlt. Die Elternzeit von vier Monaten wird nicht vergütet. Die Umsetzung der Richtlinie würde also entweder die Wirtschaft oder das Sozialsystem der Griechen stark belasten – mit womöglich negativen Folgen für die ohnehin gewaltige Schuldenlast des Haushalts.

Quelle: Infografik Die Welt Anzeige

Ärger regte sich aber auch in anderen Mitgliedstaaten über eine, wie manche finden, Kompetenzüberschreitung von Brüssel. Mehrere EU-Regierungen verwahren sich vehement dagegen, dass sich die EU-Kommission und das Europäische Parlament noch stärker als bisher in die Sozialpolitik einmischen. Denn soziale Fragen liegen laut EU-Recht in nationaler Verantwortung.

Vorstoß soll der Wirtschaft helfen

Widerstand im Ministerrat gab es daher beispielsweise gegen die Idee aus Kommission und Parlament, vier bezahlte Elternurlaubsmonate als nicht übertragbar festzuschreiben. Damit wollte Brüssel einen Anreiz für Väter schaffen, sich stärker in die Betreuung ihrer Kinder einzubringen.

Das sollte nicht nur die „Work-Life-Balance“ der Europäer verbessern, sondern auch der Wirtschaft helfen. Laut EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen liegt die Beschäftigungsquote von Frauen in der EU nämlich um 11,6 Prozentpunkte unter der von Männern. Die EU verliere durch die mangelhafte Vereinbarkeit von Beruf und Familie jährlich 370 Milliarden Euro.

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Doch statt der vier Monate hat sich in den Verhandlungen die auch von der Bundesregierung vertretene Linie durchgesetzt, lediglich zwei bezahlte Elternurlaubsmonate als nicht übertragbar festzulegen. In Deutschland ändert sich daher nichts.

Arbeitgeber nennen Vorgehen „beispiellos“

Teilweise abgebügelt wurde auch der Vorschlag der Kommission, eine Woche zur Pflege von kranken Angehörigen auf Krankengeld-Niveau zu vergüten. Die fünf Tage Pflegeanspruch sollen zwar in nationales Recht gegossen werden. Doch der Vergütungsvorschlag aus Brüssel kam nicht durch. Nun heißt es lediglich, die Mitgliedstaaten sollten „ermutigt werden“, die Kosten zu tragen.

Aber auch bei den Sozialpartnern war die Empörung über den Vorstoß von Brüssel groß. Es sei zwar grundsätzlich Aufgabe der EU, Mindeststandards für alle Mitgliedstaaten festzulegen und dadurch die nationale Sozialpolitik zu unterstützen und zu ergänzen, sagte ein Sprecher der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber (BDA). „Die Vereinbarkeitsrichtlinie geht jedoch weit über Mindeststandards hinaus“, kritisierte die BDA.

Außerdem würde durch die Richtlinie die seit 2010 bestehende europäische Sozialpartnervereinbarung zum Elternurlaub für null und nichtig erklärt, ohne dass beide Seiten ihre Zustimmung dazu gegeben hätten. „Diese Vorgehensweise der EU-Kommission ist beispiellos und stellt den europäischen sozialen Dialog grundsätzlich infrage.“

Richtlinie geht manchen nicht weit genug

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Rückendeckung zu dieser Haltung bekommt die BDA von den Konservativen im EU-Parlament. Auch der CDU-Abgeordnete Sven Schulze mahnt an, dass Fragen wie jene der Elternzeit in erster Linie nicht durch ein Gesetz, sondern im sozialen Dialog zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern geregelt werden sollten.

Deutschland sei mit dieser Form des Ausgleichs gesellschaftlich immer gut gefahren. „Wir sollten unser Sozialmodell beibehalten.“ Einem Gesetz auf europäischer Ebene stehe seine Partei daher grundsätzlich skeptisch gegenüber.

In Deutschland gibt es wieder mehr Kinder

Die Zahl der unter Sechsjährigen lag Ende 2017 bei 4,58 Millionen und damit um rund eine halbe Million höher als fünf Jahre zuvor. Das zeigt eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Quelle: WELT/Laura Fritsch

Anderen wiederum geht die ausgehandelte Richtlinie nicht weit genug. Die Europaabgeordnete Maria Noichl, Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF), hätte sich „ein noch deutlicheres Signal für Vereinbarkeit und gerechte Aufteilung der Aufgaben zwischen den Geschlechtern“ gewünscht.

Die EU habe schließlich den Auftrag, ihren Grundsatz von der Gleichstellung der Geschlechter voranzutreiben. Noch seien die Regelungen, was Mutterschafts-, Vaterschafts- und Elternzeit angehe, in Europa sehr unterschiedlich.

Auch das Bundesforum Männer begrüßte zwar, dass überhaupt eine Einigung darüber gelungen sei, in Grundzügen EU-weit eine partnerschaftliche Verantwortungsübernahme von Frauen und Männern zu stärken. „Allerdings ist es sehr bedauerlich, dass der gefundene Kompromiss deutlich hinter dem ursprünglichen Richtlinienentwurf zurückbleibt.“

Herzlich Willkommen auf arbeitsrechte.de! Jeder Mensch hat Rechte in Bezug auf seine jeweilige Erwerbstätigkeit. Diese sind im Arbeitsrecht festgehalten. Alle Verordnungen, Gesetze und sonstige Bestimmungen finden sich dort wieder. Jegliche Personen, die Arbeit in einem Betrieb leisten und sich aufgrund dessen an Vorschriften zu Art, Zeit, Ort und Ausführung der Arbeit halten müssen, fallen unter das Arbeitsrecht. Das Arbeitsrecht regelt u. a. die Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Bereits im 19. Jahrhundert sind Formen des Arbeitsrechtes zu erkennen. Arbeiter mussten damals jeden Tag zwölf bis dreizehn Stunden am Fließband arbeiten. Die Löhne waren derart niedrig, dass nicht nur Männer, sondern auch Frauen und Kinder arbeiten gehen mussten, um die Familie ernähren zu können.

Erst mit der Zeit kam es zu Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. So gut wie mittlerweile ging es den damaligen Arbeitern zwar noch nicht, doch das Arbeitsrecht, wie wir es heutzutage kennen, fand in den 1840er Jahren seinen Ursprung und ist bis heute eines der wichtigsten Rechtsgebiete.

Die wichtigsten Kategorien auf Arbeitsrechte.de

In der heutigen Zeit ist das Arbeitsrecht vor allem dazu da, um dem unselbstständigen Arbeiter den Rücken zu stärken. Es wird zwischen Individualarbeitsrecht und kollektivem Arbeitsrecht unterschieden. In Ersterem geht es um die Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Das kollektive Arbeitsrecht beschäftigt sich hingegen mit der Rechtsbeziehung zwischen dem Arbeitgeber und den Vertretern der Arbeitnehmer.

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Bei einem Arbeitgeber kann es sich entweder um eine natürliche Person, oder aber um eine juristische Person, wie eine AG oder GmbH handeln. Mindestens eine Person muss vom Arbeitgeber beschäftigt werden. Diese wird für ihre Arbeit mit einem Gehalt entlohnt. In vielen Ländern existiert ein Arbeitsgesetzbuch, in dem alle Verordnungen und Gesetze niedergeschrieben sind. Dies trifft jedoch nicht auf Deutschland zu. Aus diesem Grund ist das Arbeitsrecht hier sehr stark aufgesplittet und beinhaltet unzählige Rechtsverordnungen und Gesetze. Die wichtigsten können Sie im Folgenden nachlesen.

Der Arbeitsvertrag

Der Arbeitsvertrag beinhaltet die Bedingungen, auf die sich das Arbeitsverhältnis gründet.

Um ein Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu besiegeln, ist ein Arbeitsvertrag vonnöten, welcher die rechtliche Grundlage der Tätigkeit bestimmt.

In Deutschland gibt es zwar keine Regelungen zur Form eines Arbeitsvertrages, dem Nachweisgesetz (NachwG) zufolge hat der Vorgesetzte jedoch die Pflicht, spätestens einen Monat nachdem der Angestellte mit der Arbeit begonnen hat, die Vertragsbedingungen in Bezug auf das Arbeitsverhältnis schriftlich offen zulegen.

Folgende Punkte müssen dabei laut § 2 NachwG genannt werden:

  • der Name und die Anschrift der Vertragsparteien
  • der Zeitpunkt des Beginns des Arbeitsverhältnisses
  • bei befristeten Arbeitsverhältnissen: die vorhersehbare Dauer des Arbeitsverhältnisses
  • der Arbeitsort oder, falls der Arbeitnehmer nicht nur an einem bestimmten Arbeitsort tätig sein soll, ein Hinweis darauf, daß der Arbeitnehmer an verschiedenen Orten beschäftigt werden kann
  • eine kurze Charakterisierung oder Beschreibung der vom Arbeitnehmer zu leistenden Tätigkeit
  • die Zusammensetzung und die Höhe des Arbeitsentgelts einschließlich der Zuschläge, der Zulagen, Prämien und Sonderzahlungen sowie anderer Bestandteile des Arbeitsentgelts und deren Fälligkeit
  • die vereinbarte Arbeitszeit
  • die Dauer des jährlichen Erholungsurlaubs
  • die Fristen für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses
  • ein in allgemeiner Form gehaltener Hinweis auf die Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die auf das Arbeitsverhältnis anzuwenden sind.“

Arbeitsverträge können mündlich oder schriftlich geschlossen werden. Ein befristeter Arbeitsvertrag muss jedoch § 14 Absatz 4 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (TzBfG) zufolge stets in schriftlicher Form vorliegen.

Arbeitsrecht: Vorschriften zum Urlaub

Arbeitsrecht: Ein Anwalt kann Ihnen weiterhelfen, wenn Ihnen der Mindesturlaub nicht gewährt wird.

Das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) regelt die Befreiung der Arbeitspflichten zum Zweck der Erholung, wobei das Gehalt weiterhin gezahlt wird.

Im BUrlG geht es um den Mindesturlaub, auf den jeder Arbeiter Anspruch hat. Dementsprechend sind auch Aushilfen, Teilzeitarbeiter, Volontäre oder Praktikanten davon betroffen. Der Urlaubsanspruch bezieht sich stets auf das jeweilige Kalenderjahr.

Bei einer Arbeitswoche von sechs Tagen muss der Mindesturlaub pro Jahr 24 Tage betragen. Arbeitet ein Angestellter nur fünf Tage wöchentlich, so stehen ihm 20 Urlaubstage zu.

Besagen Einzelarbeitsverträge, Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen etwas anderes, dann gilt diese Bestimmung. In den meisten Fällen wird dann vom Mindesturlaub laut BUrlG abgewichen, wobei der Urlaubsanspruch ausschließlich aufgestockt werden darf.

Arbeitsrecht: Regelungen zur Arbeitszeit

Um die im Arbeitsvertrag festgehaltene Tätigkeit auszuüben, für die er einen Lohn erhält, benötigt der Arbeitnehmer eine gewisse Zeit. Diese wird als Arbeitszeit bezeichnet. Gesetzliche Schutzbestimmungen regeln dabei die Arbeitszeit pro Tag, pro Monat, pro Jahr sowie Unterbrechungen wie Pausen und Urlaub. Es ist zudem festgehalten, wann der Arbeitnehmer mit seiner Arbeit beginnen und aufhören muss.

Das Arbeitszeitgesetz legt die gesetzlich anerkannte Höchstarbeitszeit fest und regelt zudem die Arbeitsschutzbestimmungen. Diese Zeit liegt in der Regel bei acht Stunden täglich und darf zehn Stunden nicht überschreiten. Außerdem dürfen Arbeitnehmer an höchstens 60 Tagen im Jahr zehn Stunden arbeiten.

Arbeitsrecht: Regelungen zur Kündigung

Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer haben das Recht, ein Arbeitsverhältnis zu beenden. Von Seiten des Vorgesetzten können mehrere Gründe für eine Entlassung sprechen. Es gibt dementsprechend verschiedene Formen einer Kündigung:

  • personenbedingte Kündigung: Sind Sie lange oder häufig krank und können aufgrund dessen die Arbeitsbedingungen nicht mehr erfüllen, dann kann es zur Kündigung kommen.
  • betriebsbedingte Kündigung: Müssen Arbeitsplätze abgebaut werden oder er herrscht Auftragsmangel, dann kann dies auch der Grund für eine Entlassung sein.
  • verhaltensbedingte Kündigung: Halten Sie sich nicht an die Bestimmungen im Arbeitsvertrag und kassieren eine Abmahnung nach der anderen, dann kann der Vorgesetzte Sie ebenfalls entlassen.

Arbeitsrecht: Bei häufiger Krankheit kann die Kündigung drohen.

Eine Kündigung vom Arbeitsvertrag muss jedoch einigen gesetzlichen Vorgaben entsprechen, damit sie rechtskräftig ist. Im Arbeitsrecht liegt die Kündigungsfrist für den Arbeitnehmer bei vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende des Monats und muss außerdem im Arbeitsvertrag vermerkt sein.

Fragen Sie bei Unklarheiten bei einem Rechtsanwalt bzw. einem Fachanwalt für Arbeitsrecht nach. Möchte der Vorgesetzte den Arbeitsvertrag kündigen, so muss er sich an eine andere Kündigungsfrist halten. Diese ist in § 622 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) festgehalten:

Für eine Kündigung durch den Arbeitgeber beträgt die Kündigungsfrist, wenn das Arbeitsverhältnis in dem Betrieb oder Unternehmen …

  1. zwei Jahre bestanden hat, einen Monat zum Ende eines Kalendermonats,
  2. fünf Jahre bestanden hat, zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  3. acht Jahre bestanden hat, drei Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  4. zehn Jahre bestanden hat, vier Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  5. zwölf Jahre bestanden hat, fünf Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  6. 15 Jahre bestanden hat, sechs Monate zum Ende eines Kalendermonats,
  7. 20 Jahre bestanden hat, sieben Monate zum Ende eines Kalendermonats.

Möchte sich ein Vorgesetzter von einem Angestellten trennen, kann ihn jedoch aufgrund der gesetzlichen Regelungen nicht ohne weiteres entlassen, so entscheidet er sich oft dafür, eine Abfindung bei Kündigung zu zahlen. Der Arbeitnehmer erhält eine Entschädigung und kann so einen Neustart wagen. Das Arbeitsverhältnis wird in diesem Fall durch einen Aufhebungsvertrag einvernehmlich von beiden Seiten beendet.

Ein Anwalt für Arbeitsrecht kann sich für Ihr Recht einsetzen

Sind Sie beispielsweise mit der Höhe der Abfindungszahlung nicht zufrieden oder wollen gegen eine Kündigung klagen, dann ist ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht die richtige Adresse. Neben einer fundierten Beratung zum Arbeitsrecht kann er Ihnen eine Menge über Arbeitnehmerrechte sowie das Vertragsrecht oder das Wirtschaftsrecht erzählen.

Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht sollte sich auch in diesen Rechtsgebieten zumindest teilweise auskennen, um stets die bestmögliche Unterstützung gewährleisten zu können.

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Wie lange kann ich Elternzeit nehmen?

Sie können pro Kind bis zu 3 Jahre Elternzeit nehmen. Ihre Elternzeit können Sie frühestens mit der Geburt Ihres Kindes beginnen, als Mutter des Kindes frühestens im Anschluss an den Mutterschutz. Die Elternzeit endet spätestens am Tag vor dem 8. Geburtstag Ihres Kindes.
Falls Sie die Mutter des Kindes sind, wird von den 3 Jahren die Zeit abgezogen, die Sie nach der Geburt in Mutterschutz sind. Das bedeutet: Elternzeit und Mutterschutz nach der Geburt betragen zusammen 3 Jahre. Wenn Sie die Elternzeit direkt im Anschluss an den Mutterschutz beginnen, können Sie also in Elternzeit bleiben bis zum Tag vor dem 3. Geburtstag Ihres Kindes. Ohne Mutterschutz – zum Beispiel als Vater – können Sie ab der Geburt ebenfalls bis zu diesem Tag in Elternzeit bleiben.

Den Beginn und das Ende Ihrer Elternzeit können Sie frei wählen. Ab dem 3. Geburtstag Ihres Kindes können Sie jedoch höchstens 24 Monate Elternzeit nehmen, bei Geburten vor dem 1. Juli 2015 nur 12 Monate. Für Elternzeit ab dem 3. Geburtstag gibt es Besonderheiten, siehe Elternzeit aufteilen in mehrere Abschnitte.

Ihre Elternzeit muss also nicht mit der Geburt Ihres Kindes beziehungsweise nach dem Mutterschutz beginnen. Sie können Ihre Elternzeit beispielsweise auch ab dem ersten Geburtstag oder zu einem anderen beliebigen Zeitpunkt vor dem 3. Geburtstag beginnen.
Wie lange Sie in Elternzeit gehen, können Sie frei entscheiden. Sie können die ganzen 3 Jahre Elternzeit nehmen oder nur einen Teil davon. Elternzeit ist auch für einzelne Monate, Wochen oder sogar Tage möglich.

Elternzeit beginnt nicht automatisch. Wenn Sie Elternzeit nehmen wollen, müssen Sie das bei ihrem Arbeitgeber schriftlich anmelden.

Bei Adoptivkindern und bei Kindern in Adoptionspflege oder Vollzeitpflege kann die Elternzeit frühestens an dem Tag beginnen, an dem Sie das Kind in Obhut genommen haben. Meistens ist das der Tag, an dem Sie das Kind in Ihren Haushalt aufgenommen haben. Mehr zu diesem Thema finden Sie bei Elternzeit für Adoptiveltern und Pflegeeltern.

Wenn Sie Zwillinge oder weitere Mehrlinge haben, können Sie für jedes Kind Elternzeit nehmen. Mehr Informationen finden Sie unter Elternzeit bei Zwillingen oder Mehrlingen.

Elterngeld und Elternzeit

Um Elternzeit zu nehmen, müssen Sie nicht unbedingt Elterngeld beantragen. Allerdings bekommen Sie keinen Lohn, während Sie in Elternzeit sind. Daher kann es sinnvoll sein, dass Sie für diese Zeit Elterngeld beantragen.

Elterngeld wird monatsweise gezahlt – allerdings nicht für Kalendermonate, sondern für die Lebensmonate Ihres Kindes. (Zum Begriff „Lebensmonat“ siehe Elterngeld.) Wenn Sie Ihre Elternzeit ebenfalls nach den Lebensmonaten Ihres Kindes ausrichten, können Sie Elternzeit und Elterngeld besser aufeinander abstimmen. Außerdem können Sie dadurch vermeiden, dass Sie weniger Elterngeld bekommen. Mehr zu diesem Thema finden Sie beim Elterngeld.

Elternzeit

1. Das Wichtigste in Kürze

Elternzeit entspricht dem früheren Erziehungsurlaub. Mutter und Vater, manchmal auch die Großeltern, haben Anspruch auf 3 Jahre Elternzeit pro Kind, die sie gleichzeitig oder auch nacheinander in Anspruch nehmen können. Während der Elternzeit ist eine Teilzeitbeschäftigung von bis zu 30 Stunden pro Woche möglich.

2. Voraussetzung

Unter folgenden Voraussetzungen haben Mütter und Väter, die in einem Arbeitsverhältnis stehen, Anspruch auf Elternzeit:

  • Betreuung eines Kindes,
    • für das die Personensorge zusteht.
    • des unverheirateten Partners, mit Zustimmung des Sorgeberechtigten.
    • des Ehepartners.
    • das mit dem Ziel der Annahme (Adoption) in Obhut genommen wurde.
    • das bei Vollzeit-Pflegeeltern lebt.
    • eines Verwandten im Härtefall, z.B. bei schwerer Krankheit oder Tod der Eltern.
  • Zusammenleben mit dem Kind im selben Haushalt
  • Überwiegende Betreuung und Erziehung des Kindes
  • Keine wöchentliche Arbeitszeit von mehr als 30 Stunden während der Elternzeit

Auch Großeltern können Elternzeit für ihr Enkelkind, mit dem sie in einem Haushalt leben und das sie selbst erziehen und betreuen, beantragen, wenn

  • ein Elternteil des Kindes minderjährig ist
    oder
  • ein Elternteil des Kindes sich im letzten oder vorletzten Jahr der Ausbildung befindet, die vor dem 18. Geburtstag begonnen wurde und die Arbeitskraft des Elternteils voll in Anspruch nimmt.

Elternzeit gibt es nicht nur für Vollzeitbeschäftigte, sondern auch bei befristeten oder Teilzeit-Arbeitsverhältnissen oder einer geringfügigen Beschäftigung. Anspruch auf Elternzeit besteht auch, wenn Mutter oder Vater sich in Ausbildung befinden.

3. Dauer und Verteilung

Jeder Elternteil hat Anspruch auf höchstens 3 Jahre Elternzeit.

Davon können

  • für Geburten bis 30.6.15 bis zu 12 Monate
  • für Geburten ab 1.7.15 bis zu 24 Monate

zwischen dem 3. und dem 8. Geburtstag des Kindes genommen werden.

Die Elternzeit kann für Geburten seit 1.7.15 von jedem Elternteil ohne Zustimmung des Arbeitgebers in 3 Zeitabschnitte aufgeteilt werden (bis 30.6.15 nur 2 Zeitabschnitte und nur mit Zustimmung).

Ausnahme: Der Arbeitgeber kann die Elternzeit aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen, wenn der 3. Abschnitt zwischen dem 3. und 8. Geburtstag des Kindes liegt.

Die Elternzeit kann von einem Elternteil alleine, von beiden abwechselnd oder gemeinsam und gleichzeitig genutzt werden.

Die Mutterschutzfrist wird auf die mögliche Gesamtdauer der Elternzeit von 3 Jahren angerechnet. Die Elternzeit des Vaters kann direkt nach der Geburt schon während der Mutterschutzfrist beginnen.

3.1. Weitere Geburt

Bei einer weiteren Geburt innerhalb einer bereits laufenden Elternzeit besteht Anspruch auf erneute Elternzeit für das neugeborene Kind, wiederum bis zu maximal 3 Jahren. Die Elternzeit für das weitere Kind schließt an die abgelaufene erste Elternzeit an. Dies gilt nicht, wenn die Elternzeit vorzeitig beendet wird.

3.2. Beispiele

  • Mutter und Vater nehmen je 3 Jahre Elternzeit.
  • Die Mutter nimmt im ersten Jahr Elternzeit, der Vater im zweiten Jahr, und die Mutter nimmt Elternzeit während des ersten Schuljahres des Kindes.
  • Mutter und Vater nehmen beide im ersten Jahr Elternzeit, die Mutter nimmt im zweiten und dritten Jahr Elternzeit.

4. Kündigungsschutz, Teilzeitarbeit

Während der gesamten Elternzeit bzw. ab dem Zeitpunkt, an dem sie angemeldet wurde, frühestens jedoch 8 Wochen vor Inanspruchnahme besteht gesetzlicher Kündigungsschutz.

Während der Elternzeit ist eine Erwerbstätigkeit bis zu 30 Stunden wöchentlich zulässig. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht ein Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit.

5. Krankenversicherung während der Elternzeit

Während der Elternzeit ist das Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung weiterhin beitragsfrei versichert, wenn schon vorher Pflichtmitgliedschaft bestand. Allerdings darf in dieser Zeit kein Einkommen über 450 € erzielt werden (Minijobs Geringfügige Beschäftigung).

6. Anmeldefristen

Arbeitnehmer müssen die Elternzeit spätestens 7 Wochen vor Beginn schriftlich beim Arbeitgeber anmelden.

Bei Geburten ab dem 1.7.2015 beträgt die Anmeldefrist für Elternzeit zwischen dem 3. und 8. Geburtstag 13 Wochen.

Die Eltern müssen bei der ersten Anmeldung die Elternzeit(en) für die ersten beiden Jahre festlegen. Diese schriftliche Anmeldung ist bindend. Beantragt ein Elternteil Elternzeit nur bis zum 1. Lebensjahr des Kindes, ist eine Verlängerung bis zum 2. Lebensjahr nur mit Zustimmung des Arbeitgebers möglich.

7. Praxistipps

  • Weitere Informationen und kostenlose Broschüren zum Thema Elternzeit bietet der Familienwegweiser des Bundesfamilienministeriums unter www.familienportal.de > Familienleistungen > Elternzeit.
  • Ob und welche anderen Familienleistungen und -hilfen Ihnen zustehen, erfahren Sie im „Informationstool Familienleistungen“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unter https://infotool-familie.de.

8. Wer hilft weiter?

Auskünfte für Mütter, Väter und Arbeitgeber geben die Stellen, bei denen im jeweiligen Bundesland das Elterngeld beantragt wird.

9. Verwandte Links

Elterngeld

Mutterschaftsgeld

Landeserziehungsgeld

Kindergeld

Kinderbetreuungskosten

Teilzeitarbeit

Vaterschaftsurlaub: Alles, was Sie wissen müssen

Wenn sich Nachwuchs ankündigt, wollen Eltern die erste Zeit nach der Geburt gemeinsam für das Kind da sein. Nicht nur Mütter bleiben in dieser Zeit zu Hause, sondern auch immer mehr Väter lassen sich für eine längere Zeit von der Arbeit freistellen. Aber bei diesem Vaterschaftsurlaub gibt es einiges zu beachten und bereits im voraus zu planen. Wer darf für wie lange zu Hause bleiben, wie sieht es in der Zeit mit der finanziellen Unterstützung aus und ist der Job wirklich sicher, wenn der Vater nach der Beurlaubung wieder zurück an seine Wirkungsstätte kommt? Wir haben uns den Vaterschaftsurlaub genauer angesehen und geben Ihnen die Antworten auf alle wichtigen Fragen…

Inhaltsverzeichnis: Das erwartet Sie in diesem Artikel

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Vaterschaftsurlaub: Was ist das eigentlich?

Beim Vaterschaftsurlaub handelt es sich um die Freistellung eines Arbeitnehmers nach der Geburt seines Kindes. Es bietet somit die Möglichkeit, als Vater zu Hause zu bleiben, um sich gemeinsam mit der Mutter um die Erziehung des Neugeborenen zu kümmern.

Rein rechtlich gibt es in Deutschland jedoch keinen expliziten Anspruch auf Vaterschaftsurlaub. Dies liegt in erster Linie daran, dass es den Begriff in dieser Form nicht gibt. Zwar ist der Vaterschaftsurlaub im Volksmund ein gängiger Ausdruck, um vollkommen korrekt zu bleiben müsste jedoch von Elternzeit gesprochen werden.

Diese kann bis zu drei Jahre in Anspruch genommen werden – und zwischen Mutter und Vater des Kindes aufgeteilt werden.

Wer hat Anspruch auf bezahlten Vaterschaftsurlaub?

Da das Arbeitsverhältnis während des Vaterschaftsurlaubs ruht, müssen Eltern sich frühzeitig Gedanken machen, wie ihre finanzielle Situation in der Zeit nach der Geburt aussieht. Ein wichtiges Einkommen ist das Elterngeld, das in bestimmten Grenzen gezahlt wird.

Laut Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz ist es unerheblich, ob zum Zeitpunkt der Geburt eine Erwerbstätigkeit vorliegt. So können beispielsweise auch Studenten, Auszubildende oder Erwerbslose den Mindestbetrag des Elterngeldes erhalten.

Zusätzlich müssen einige Anforderungen erfüllt sein, um den Anspruch auf Elterngeld geltend machen zu können. Es hat Anspruch, wer…

  • … einen Wohnsitz in Deutschland hat,
  • … mit seinem Kind in einem Haushalt lebt und
  • … dieses Kind selbst betreut und erzieht.

Wie viel Elterngeld gibt es im Vaterschaftsurlaub?

Um den Lebensunterhalt der Eltern – und natürlich auch des Kindes – zu sichern und trotzdem beiden Elternteilen die Möglichkeit zu geben, sich von der Arbeit freistellen zu lassen, um Zeit ihrem Kind zu verbringen, kann Elterngeld beantragt werden. Um planen zu können, wie viel Geld tatsächlich während des Vaterschaftsurlaubs zur Verfügung steht, müssen angehende Eltern sich aber frühzeitig informieren, da es genaue Regelungen sowohl zur Höhe, als auch zur Dauer des Elterngeldes gibt.

  • Das Elterngeld wird nicht für die gesamte Dauer der Elternzeit gezahlt. Grundsätzlich besteht Anspruch für 12 Monate bestehen.
  • Dieser Anspruch besteht kann allerdings auf maximal 14 Monate ansteigen, wenn mindestens ein Elternteil für wenigstens zwei Monate auf eine Einkommensminderung hinnimmt.
  • Die Höhe des Elterngeldes richtet sich nach dem durchschnittlichen Einkommen der letzten 12 Monate. Das Elterngeld beträgt zwischen 65 und 67 Prozent der letzten Einkommen.
  • Der Mindestbetrag liegt bei 300 Euro, der Höchstsatz beträgt 1.800 Euro.

Vaterschaftsurlaub: Was Sie wissen müssen

  • Rechtzeitig beantragen. Wenn Sie planen, den Vaterschaftsurlaub zu nutzen, müssen Sie Ihren Arbeitgeber rechtzeitig darüber informieren. Mindestens sieben Wochen, bevor Sie den Urlaub antreten wollen, müssen Sie dies Ihrem Arbeitgeber daher schriftlich mitteilen. Natürlich können Sie sich auch schon vorher mit Ihrem Chef in Verbindung setzen, um die genauen Umstände zu klären und dem Unternehmen so mehr Zeit zu lassen, um für Ersatz zu sorgen oder frühzeitig zu organisieren.
  • Keine Zustimmung des Arbeitgebers erforderlich. Arbeitnehmer brauchen keine Angst zu haben, dass der Chef Ihnen den Vaterschaftsurlaub nicht gestattet, denn dazu hat dieser kein Recht, wenn Sie ihn rechtzeitig informiert haben. Das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz erklärt einen Anspruch auf Elternzeit – und damit auch auf Vaterschaftsurlaub – auch ohne die Zustimmung des Arbeitgebers.
  • Arbeit trotz Vaterschaftsurlaub. Während der Elternzeit ist es trotzdem möglich, bis zu 30 Stunden pro Woche zu arbeiten. In größeren Betrieben von 15 oder mehr Beschäftigten haben Sie in dieser Zeit sogar Anspruch auf eine Teilzeitstelle. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die durchschnittliche Wochenarbeitszeit die 30 Stunden nicht überschreitet, da sonst der Anspruch auf Elterngeld nicht mehr gegeben ist.
  • Kündigungsschutz. Oft sorgen sich Arbeitnehmer, dass sie durch die Pause ihren Arbeitsplatz verlieren könnten. Auch hier gibt es jedoch Entwarnung: Während des Vaterschaftsurlaubs besteht ein besonderer Kündigungsschutz, der Job ist also sicher und bei Rückkehr besteht Anspruch auf den bisherigen Arbeitsplatz.

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Elterngeldrechner

Elterngeld berechnen – die Grundlagen

Das Elterngeld beträgt monatlich zwischen 300 und 1.800 Euro. Beim Elterngeld Plus werden monatlich zwischen 150 bis 900 Euro ausgezahlt, dafür verdoppelt sich der Bezugszeitraum. Wie viel Elterngeld den Eltern eines Kindes dabei zusteht, hängt vom Einkommen im Jahr vor der Geburt ab. Zwischen 65 und 67 Prozent des bisherigen Bruttoeinkommens (abzüglich Steuern & Sozialabgaben) werden regulär als Elterngeld gezahlt. Bei Geringverdienern kann dieser Satz allerdings auch bei bis zu 100 Prozent liegen.

Als Grundlage für das Elterngeld dient das Bruttoeinkommen, sodass es je nach Verdienst ein unterschiedlich hohes Elterngeld geben kann. Vom Einkommen im Jahr vor der Geburt wird hierzu ein Mittelwert errechnet, der Aufschluss über das Elterngeld gibt, das am Ende gezahlt wird.

Bonus für Geschwister und Mehrlingseltern

Mehrlinge und Geschwister sorgen für einen Bonus.

Eltern, die neben dem Neugeborenen auch noch weitere Kinder haben, können unter Umständen von einem Geschwisterbonus profitieren. Ist beispielsweise ein weiteres Kind unter drei Jahren in Ihrem Haushalt, wird bis zu dessen dritten Geburtstag ein Bonus von zehn Prozent auf Ihr Elterngeld gewährt. Bei einem geringen monatlichen Elterngeld, so zum Beispiel bei dem Sockelbetrag von 300 Euro, liegt der monatliche Geschwisterbonus jedoch mindestens bei 75 Euro monatlich.

Ob der Geschwisterbonus zusteht, hängt vom Alter und der Anzahl der im Haushalt lebenden Kinder ab. Bei zwei Kindern sollte das Geschwisterkind nicht älter als drei Jahre sein. Gültig ist dieser auch, wenn zwei weitere Kinder unter sechs Jahren in Ihrem Haushalt leben. Nach einer Zwillings- oder Mehrlingsgeburt wird neben dem zustehenden Elterngeld für jeden weiteren Mehrling der Sockelbetrag von 300 Euro zusätzlich gewährt.

Sollten Sie zu den Mehrlingseltern zählen erhalten Sie zudem einen Bonus, der bei 300 Euro je zusätzlichem Kind liegt. Wenn Sie zum Beispiel Drillinge geboren haben, erhalten Sie zusätzlich zum regulären Elterngeld also einen Bonus in Höhe von 600 Euro monatlich.

Wer hat Anspruch auf Elterngeld?

Ganz allgemein haben Eltern Anspruch auf Elterngeld, die Elternzeit nehmen und das Kind in dieser Zeit eigenständig betreuen. Elterngeld wird aber auch an folgende Personen gezahlt, wenn diese das Sorgerecht für ein Kind haben:

  • Pflegeeltern
  • Adoptiveltern
  • Großeltern
  • ..

Weiterhin besteht der Anspruch nur, wenn der betreffende Elternteil in Elternzeit weniger als 30 Wochenstunden arbeitet. Wenn Sie in der Elternzeit arbeiten, kann sich der Anspruch auf Elterngeld zudem reduzieren.

Elternteile, die im Jahr vor der Geburt mehr als 250.000 Euro verdient haben, haben keinen Anspruch auf Elterngeld. Das gilt auch für Elternpaare, die gemeinsam mehr als 500.000 Euro verdient haben.

Wie hoch ist das monatliche Elterngeld und wie lange wird es gezahlt?

Wie lange wird Elterngeld gezahlt?

Der reguläre Zeitraum, in dem Elterngeld bezogen werden kann, beträgt 12 Lebensmonate des Kindes. Ein Lebensmonat gilt jeweils ab dem Tag der Geburt bis zum Folgemonat, einen Tag vor dem Geburtsdatum. Wenn beispielsweise ein Kind am 05. November geboren wird, gilt als erster Lebensmonat der Zeitraum vom 05. November bis zum 04. Dezember. Wenn die Eltern die Partnermonate in Anspruch nehmen, verlängert sich die Dauer des Bezugs von Elterngeld auf insgesamt 14 Monate. Auch Alleinerziehende haben einen Anspruch auf Elterngeld von insgesamt 14 Monaten.

Wählen Sie das Elterngeld Plus, verdoppelt sich Ihr Bezugszeitraum entsprechend. So kann der Elternteil, der Elterngeld bezieht, im Antrag festlegen, ob der Bezugszeitraum von 12 auf 24 Monate ausgedehnt wird. Dann wird das Elterngeld für die Dauer des Bezugszeitraums halbiert. Bekommt eine vorher nicht erwerbstätige Mutter beispielsweise den Sockelbetrag von 300 Euro, werden bei einem Bezugszeitraum von 24 Monaten jeweils nur 150 Euro monatlich ausgezahlt. Am besten Sie legen Ihren Elterngeld Zeitraum exakt genau zu Ihrer Elternzeit, so können Sie Einkunftslücken clever umgehen!

Der Bezug von Mutterschaftsgeld oder anderweitigen Ersatzleistungen in den ersten beiden Lebensmonaten des Kindes wird auf das Elterngeld angerechnet. Je nach Höhe des Mutterschaftsgeldes fällt somit die Zahlung des Elterngeldes für die ersten beiden Monate ganz weg oder es wird nur ein verminderter Betrag ausgezahlt. Das volle Elterngeld wird im Anschluss an die ersten 8 Wochen nur noch für 10 weitere Monate ausgezahlt. Aus finanziellen Gründen kann es deshalb sinnvoll sein, die Partnermonate direkt nach der Geburt zu nehmen, damit die Eltern neben der Zahlung von Mutterschaftsgeld auch noch in den Genuss des Elterngeldes des anderen Elternteils kommen. . Es ist aber genauso möglich, das Elterngeld für die Partnermonate für den 13. und 14. Lebensmonat des Kindes zu zahlen.

Wie viel Elterngeld wird gezahlt?

Das Elterngeld beträgt in der Regel 67 Prozent des bisherigen Einkommens, welches der Antragsteller in den letzten 12 Monaten vor der Geburt erzielt hat. Um das maßgebliche Netto-Einkommen zu berechnen, werden die Abzüge für Steuern und Sozialabgaben pauschaliert. Dies gilt sowohl für abhängig Beschäftigte als auch für Selbstständige. Für letztere wird somit die Berechnung des Elterngeldes vereinfacht.

Durch diese vereinfachte Berechnung soll die Verwaltung entlastet werden und die Elterngeldanträge somit schneller bearbeitet werden. Das Bundesministerium für Familie geht davon aus, dass es zu keinen nennenswerten negativen Belastungen für die Familien kommen wird. Hochrechnungen gehen jedoch von 5 bis 8 EUR weniger im Monat aus. Darüber hinaus werden diejenigen stärker belastet, die vorher Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte eingetragen hatten. Diese werden nun nicht mehr berücksichtigt. Dadurch würde sich das Elterngeld durchaus maßgeblich verringern.

Hingegen basiert die Ermittlung auf den durchschnittlichen Bruttoeinnahmen der letzten zwölf Monate, wobei die Steigerung des tatsächlichen Lohnsteuerabzugs nicht berücksichtigt wird. Dadurch steigt das Elterngeld wiederum.

Bonus für Geringverdiener

Geringverdiener erhalten unter bestimmten Voraussetzungen einen höheren Prozentsatz des bisherigen Einkommens. Das ist dann der Fall, wenn das monatliche Einkommen unter der Geringverdienergrenze von 1.000 Euro liegt. In einem solchen Fall wird der monatliche Prozentsatz in kleinen Schritten angehoben. Berechnet werden 0,1 Prozentpunkte pro 2 Euro monatlicher Differenz zwischen dem tatsächlichen Einkommen und der Geringverdienergrenze. Ein Elternteil, der vor der Geburt des Kindes ein Einkommen von 800 Euro erzielt hat, liegt 200 Euro unter der Geringverdienergrenze. Werden hieraus die Prozentpunkte berechnet, ergibt sich ein Aufschlag von 10 Prozent auf den monatlichen Prozentsatz. Der Elternteil erhält nicht Elterngeld in Höhe von 67 Prozent des bisherigen Einkommens, sondern es werden 77 Prozent aus dem bisherigen Einkommen berechnet. Dies wird auch als Geringverdienerbonus bezeichnet. Liegt das monatliche Einkommen sehr niedrig, erhält der Antragsteller möglicherweise nur den garantierten Sockelbetrag von 300 Euro monatlich, der auch nicht erwerbstätigen Eltern zusteht.

Hatte die Mutter während der Schwangerschaft Verdienstausfälle aufgrund von Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit zu verzeichnen, werden diese Zeiträume für die Berechnung des Elterngeldes nicht herangezogen. Hat die Schwangere beispielsweise für insgesamt 2 Monate kein Gehalt bezogen, werden die zwei vor den zwölf vor der Geburt liegenden Monate bei der Berechnung des Elterngeldes mit berücksichtigt.

Elterngeldberechnung für Selbstständige

Auch Selbständige haben ein Anrecht auf den Bezug von Elterngeld. Dieses beträgt 67 Prozent des bisherigen monatlichen Gewinns, nachdem die zu entrichteten Steuern und eventuelle Beiträge zu Sozialversicherungen abgezogen wurden. Maßgeblich für die Berechnung des Elterngeldes ist der letzte aktuelle Steuerbescheid, sofern dieser Steuerbescheid auf der Grundlage eines kompletten Veranlagungszeitraums ergangen ist und der Antragsteller in den letzten 12 Monaten vor der Geburt des Kindes diese selbständige Tätigkeit ausgeübt hat. Liegt ein aktueller Steuerbescheid noch nicht vor, hat der Antragsteller die Möglichkeit, den Steuerbescheid aus dem vorangegangenen Veranlagungszeitraum sowie eine Einnahme-Überschuss-Rechnung oder Bilanzen vorzulegen, aus denen der monatliche Gewinn hervorgeht. Der aktuelle Steuerbescheid muss dann nachgereicht werden. Wie bei den Arbeitnehmern bleiben Monate, in denen aufgrund von Krankheitsausfällen während der Schwangerschaft kein Gewinn erzielt wurde, unberücksichtigt. Es werden die vor dem 12-Monats-Zeitraum liegenden Monate entsprechend zur Berechnung des Elterngeldes mit herangezogen.

Eltern, die Elterngeld beziehen, dürfen während des Bezugszeitraumes einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen. Die Stundenzahl pro Woche darf nicht mehr als 30 betragen. Das durch die Teilzeitbeschäftigung erzielte Einkommen wird bei der Berechnung des Elterngeldes berücksichtigt. Es wird ein entsprechend reduziertes Elterngeld gezahlt.

Hier finden Sie einen weiteren Elterngeldrechner:

Einen weiteren und ausführlichen Elterngeldrechner finden Sie beim Bundesministerium für Familie, Senorien, Frauen und Jugend: familien-wegweiser.de.

Nähere Erläuterungen zur Höhe und Berechnung des Elterngeldes enthält die Broschüre des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Sie kann entweder im PDF-Format heruntergeladen oder als Druckversion kostenlos bestellt werden. (http://www.bmfsfj.de/Kategorien/Publikationen/Publikationen,did=89272.html).

Ändern sich die Lebensumstände während des Bezugs von Elterngeld (zum Beispiel Aufnahme einer Teilzeittätigkeit, Gehaltsänderungen, Erhöhung der Wochenstunden o.ä) müssen diese Änderungen der Elterngeldstelle unverzüglich mitgeteilt werden, damit das Elterngeld eventuell neu berechnet werden kann. Wird dieser Mitteilungspflicht nicht nachgekommen, müssen Eltern das zu viel gezahlte Elterngeld zurückzahlen. Darüber hinaus kann ein Bußgeld von bis zu 2.000 Euro festgesetzt werden. Ein strafrechtliches Verfahren ist nicht auszuschließen.

Elternzeit, Gehalt und Elterngeld – Alles was Sie wissen müssen

Familie macht zusammen Musik (© © drubig-photo / Fotolia.com)

Eine Inanspruchnahme der Elternzeit innerhalb der ersten drei Lebensjahre muss der Arbeitgeber zustimmen, auch dann, wenn sich die Elternzeit in bis zu höchstens drei Abschnitten aufteilt. Er kann die Elternzeit demnach nicht ablehnen.
Soll ein Teilabschnitt nach dem dritten Lebensjahr des Kindes hinaus genommen werden, so bedarf es der Zustimmung des Arbeitgebers. Hier hat der Arbeitgeber die Möglichkeit, die Elternzeit aufgrund dringender betrieblicher Gründe abzulehnen.
Ausgenommen ist ein dritter Teilabschnitt nach dem dritten Lebensjahr des Kindes, der nahtlos an einen zweiten Elternzeitabschnitt anknüpft, der jedoch noch in den ersten drei Lebensjahren des Kindes liegt. Hier hat der Arbeitgeber keine Möglichkeit zur Ablehnung. Elternzeit kann vom Vater als auch von der Mutter genommen werden.

Elternzeit nehmen – Gehaltsübersicht

1 Jahr Elternzeit Gehalt Elterngeldzahlung 65 % – 67 % abhängig von der Höhe des vorherigen Bruttogehalts der letzten 12 Monate sowie einer Elternzeit ohne Teilzeitbeschäftigung; Elterngeldzahlung für längstens 14 Monate, wenn ein Partner 12 Monate und der andere Partner 2 Monate am Stück Elternzeit nimmt
2 Jahre Elternzeit Gehalt Elterngeld kann für längstens 24 Monate hälftig bezogen werden, beispielsweise wenn einer Teilzeitbeschäftigung mit höchsten 30 Arbeitsstunden pro Woche nachgegangen wird
3 Jahre Elternzeit Gehalt Ab dem dritten Jahr Elternzeit fällt auch das hälftige Elterngeld weg. Ab diesem Zeitpunkt zählt nur noch der Bezug anderer Finanzmittel, zum Beispiel das Gehalt des Arbeitgebers oder Sozialleistungen

Wird in der Elternzeit Gehalt vom Arbeitgeber gezahlt?

Es wird in der Elternzeit Gehalt vom Arbeitgeber nur dann gezahlt, wenn der Beschäftigte eine Teilzeitbeschäftigung ausübt. Das Gehalt wird dementsprechend vom Arbeitgeber gekürzt. Eine Ausnahme bilden in der Elternzeit Gehaltsvorzahlungen, die jedoch für den Arbeitgeber nicht verpflichtend sind.

Während der Elternzeit – Wie viel Prozent vom Gehalt wird gezahlt?

Die Regelungen zur Höhe des Elterngeldes sind in den §§ 2 ff. BEEG verankert. Danach bestimmen sich eine Mindestbezugshöhe von 300 Euro und eine maximale Höhe von 1.800 Euro pro Monat. Eltern erhalten 67 Prozent ihres Gehalts bei einem vorherigen Einkommen von 1.000 bis 1.200 Euro. Als Berechnungsgrundlage werden die letzten zwölf Monate des Einkommens zugrunde gelegt. Möglich sind mindestens 300 Euro bis maximal 1.800 Euro Elterngeld pro Monat. Arbeitnehmer, die mehr als 1.200 Euro Einkommen pro Monat erwirtschaften, erhalten statt 67 Prozent, 66 Prozent oder 65 Prozent ihres entsprechenden durchschnittlichen Einkommens. Der Anspruch auf Elterngeld entfällt bei Eltern mit einem gemeinsamen Jahresgehalt von mehr als 500.000 Euro sowie bei alleinstehenden Personen mit über 250.000 Euro. Für die Bewilligung von Elterngeld ist die jeweilige Elterngeldstelle zuständig. Es wird Elterngeld gezahlt, wenn ein entsprechender Antrag auf Elterngeld gestellt wird.

Wie viel Gehalt wird gekürzt?

Gehalt unter 1.000 Euro Elterngeld liegt zwischen 67 und 100 Prozent
Gehalt zwischen 1.000 und 1.200 Euro Elterngeld liegt bei 67 Prozent
Gehalt zwischen 1.200 und 1.240 Euro Elterngeld liegt bei 66 Prozent
Gehalt zwischen 1.240 bis 2.700 Euro Elterngeld liegt bei 65 Prozent
Gehalt über 2.700 Euro Elterngeld liegt bei 65 Prozent (Kappungsgrenze = 2.770 Euro)

Online angebotene kostenfreie Elterngeldrechner können einen ersten Überblick über die Höhe des Elterngeldes liefern.

Anspruch auf Elternzeit – Wer zahlt Gehalt?

Im Falle einer vollumfänglichen Elternzeit ohne Ausübung einer Teilzeitbeschäftigung ruht die Pflicht des Arbeitgebers, Gehalt zu zahlen. Hier tritt an die Stelle die entsprechende Elterngeldstelle.

Elternzeit Gehalt – Beamte haben gleiche Rechte

Die Regelung zur Elternzeit, Gehalt und Elterngeld können ebenso auf Beamte und tariflichen Angestellten übertragen werden. Bei Beamten regelt die seit 14. Februar 2009 eingeführte neue Mutterschutz- und Elternzeitverordnung (MuSchEltZV) sämtliche Ansprüche, die sich aus der Elternzeit und dem Mutterschutz ergeben. Einen ersten Überblick über das mögliche Gehalt in der Elternzeit können spezielle Elternzeit Gehaltsrechner liefern.

Kann der Arbeitgeber in der Elternzeit Gehaltserhöhungen gewähren?

Der Arbeitgeber kann in der Elternzeit Gehaltserhöhungen gewähren, wenn diese begründbar sind. Dies ist beispielsweise oftmals bei tariflichen Angestellten und Beamten der Fall, wenn in einer aktuellen Tarif- und Besoldungsrunde höhere Gehälter zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften ausgehandelt werden.

Arbeiten in Teilzeit in der Elternzeit mit Gehalt

Gemäß § 15 Absatz 4 BEEG können Eltern in der Elternzeit höchstens 30 Arbeitsstunden pro Woche in Teilzeit arbeiten, allenfalls erlischt der Anspruch auf Elterngeld. Eltern haben die Möglichkeit ihre Vollzeitstelle unter bestimmten Bedingungen auf eine Teilzeitstelle zu reduzieren.

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Elterngeld und Elternzeit: Was ist was?

Das Elterngeld ist eine finanzielle Leistung vom Staat. Anspruch hat in der Regel jedes Elternteil, das nach der Geburt seines Kindes von der Erwerbstätigkeit ganz oder teilweise pausiert, um sich der Kinderbetreuung zu widmen. Das gilt auch für Frauen und Männer, die sich bis dato um den Haushalt gekümmert haben, also in keinem regulären Arbeitsverhältnis standen. Auch Selbstständigen und Auszubildenden steht die Leistung zu. In besonderen Fällen dürfen auch Großeltern oder Verwandte bis zum dritten Grad die Elterngeldleistung in Anspruch nehmen.

Das Thema Elternzeit ist dagegen nur für Menschen relevant, die in einem Arbeitsverhältnis stehen. Das trifft für Vollzeit-Angestellte genauso zu wie für Angestellte in befristeten oder Teilzeit-Arbeitsverträgen, geringfügig Beschäftigte, Auszubildende, Beschäftigte in Heimarbeit etc. Während der Elternzeit ruht das Arbeitsverhältnis und der Arbeitnehmer genießt Kündigungsschutz. Jeder Angestellte hat bis zu dem Zeitpunkt, zu dem das Kind sein drittes Lebensjahr vollendet hat, einen gesetzlichen Anspruch auf Elternzeit. Dieser Anspruch kann in keinem Arbeitsvertrag ausgeschlossen werden.

Wie hoch ist das Elterngeld?

Der Mindestbetrag beim Elterngeld liegt bei 300 Euro pro Monat. Voraussetzung ist allerdings, dass die Eltern das Kind selbst betreuen und die Person, die Elterngeld bezieht, nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeitet. Wer die Erwerbstätigkeit für die Kinderbetreuung unterbricht, erhält bis zu 67 Prozent des in den zwölf Kalendermonaten vor der Geburt des Kindes durchschnittlich erzielten monatlichen Einkommens. Der Höchstsatz liegt bei 1800 Euro monatlich.

Wie lange zahlt der Staat Elterngeld?

Das Elterngeld kann maximal für die ersten 14 Lebensmonate des Kindes in Anspruch genommen werden. Alleinerziehende bekommen das Geld in der Regel unproblematisch für diesen Zeitraum. Bei Paaren sieht der Gesetzgeber eine Besonderheit vor: Sie bekommen die staatliche Leistung nur dann für 14 Monate, wenn beide Elternteile Elternzeit nehmen. Sprich: Setzt etwa nur die Mutter von ihrem Job aus, zahlt der Staat höchstens für 12 Monate Elterngeld. Nur wenn auch der Vater für mindestens zwei Monate Elternzeit nimmt, bekommt das Paar die Unterstützung für 14 Monate.

Das Elterngeld kann mit dem Elterngeld plus auch auf die doppelte Länge des Bezugszeitraums gedehnt werden. Die Summe über den Gesamtzeitraum bleibt jedoch gleich. Das bedeutet also, dass ein Elternteil über 24 Monate jeweils das halbe Elterngeld beziehen kann, ein alleinerziehendes Elternteil über 28 Monate, sofern kein Anspruch auf Mutterschaftsleistungen besteht (die werden auf das Elterngeld angerechnet). Auch die Partnermonate können bei halber Bezugshöhe über den doppelten Zeitraum ausgedehnt werden. Wie ein Paar die Elternzeitmonate unter sich aufteilt, bleibt ihm überlassen.

Wo muss das Elterngeld beantragt werden?

Für den Antrag müssen Eltern ein Formblatt ausfüllen und bei der zuständigen Elterngeldstelle einreichen. Jedes Bundesland hat dafür eigene Stellen beauftragt, die – so in Behördendeutsch – „zuständig für die Ausführung des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes“ sind. Bei Beschwerden unterstehen die Elterngeldstellen den zuständigen Landesbehörden (hier eine Übersicht der bundesweiten Elterngeldstellen).

Dabei verfährt jedes Bundland anders und es gelten Besonderheiten: In den meisten Bundesländern richten sich die zuständigen Elterngeldstellen nach dem Wohnort. In Bayern jedoch bestimmt zusätzlich der Geburtstag des Kindes darüber, welche Behörde zuständig ist, der Antrag kann auch online gestellt werden. Niedersachsen wiederum hat die Elterngeldstellen auf mehrere Städte, Gemeinden und Landkreise verteilt (hier die Übersicht für Niedersachsen). In Nordrhein-Westfalen richtet sich die Zuständigkeit nach der Postleitzahl des Wohnorts. Nicht auf den ersten Blick zu finden, sind die Anlaufstellen in Rheinland-Pfalz: Auf der Homepage des zuständigen Ministeriums findet sich dann aber doch ein PDF zum Download, das alle Stellen auflistet. In Thüringen und Berlin wiederum obliegen die Zuständigkeiten den örtlichen Jugendämtern. Im Saarland hingegen gibt es nur eine einzige Elterngeldstelle: Sie ist direkt dem Ministerium angegliedert.

Wann muss das Elterngeld beantragt werden?

Der Antrag muss bei der Elterngeldstelle in schriftlicher Form gestellt werden (zu den Anträgen der Bundesländer). Das muss nicht sofort nach der Geburt geschehen, es ist aber wichtig zu wissen, dass das Elterngeld nur rückwirkend für die letzten drei Monate geleistet wird, ausgehend von dem Tag, an dem der Antrag bei der Elterngeldstelle eingegangen ist.

Wo und wann muss Elternzeit beantragt werden?

Elternzeit beantragen Arbeitnehmer bei ihrem Arbeitgeber. Der Antrag muss diesem spätestens sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit vorliegen. Da für Mütter in der Regel bis acht Wochen nach der Geburt der Mutterschutz gilt, beginnt für sie die Elternzeit erst danach. Mütter müssen demnach ihren Antrag auf Elternzeit spätestens eine Woche nach der Geburt bei ihrem Arbeitgeber einreichen.

Die Mutterschutzregelung sieht vor, dass eine Mutter im Angestelltenverhältnis in den letzten sechs Wochen vor der Entbindung und in den acht Wochen nach der Geburt (bei Mehrlingsgeburten gelten längere Fristen) einem Beschäftigungsverbot unterliegt. Während dieser Zeit kann sie finanzielle Leistungen (Mutterschaftsgeld der Krankenkassen, Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld, Mutterschutzlohn) beanspruchen, die allerdings mit dem Elterngeld verrechnet werden. Das bedeutet für den Elterngeldbezug zum Beispiel: Man kann nicht Elterngeld und Mutterschaftsgeld gleichzeitig beziehen.

Wollen Väter unmittelbar nach der Geburt Elternzeit nehmen, müssen sie ihren Antrag sieben Wochen vor dem errechneten Geburtstermin einreichen.

Wie muss der Antrag auf Elternzeit aussehen?

Der Antrag sollte einen Briefkopf mit Absenderangaben enthalten, eine Anrede sowie den Zeitraum mit genauem Datum, von wann bis wann der Arbeitnehmer Elternzeit nehmen möchte. Wer ganz sicher gehen will, kann den Arbeitgeber um eine schriftliche Empfangsbestätigung bitten. Der Arbeitgeber kann den Antrag des Arbeitnehmers übrigens nicht ablehnen: Der Arbeitnehmer hat einen gesetzlichen Anspruch auf Elternzeit.

Wie lange können Arbeitnehmer Elternzeit nehmen?

Vater und Mutter können ihr Arbeitsverhältnis jeweils bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes ruhen lassen. In dieser Zeit können sie nur in Ausnahmesituationen – etwa im Fall einer Insolvenz – gekündigt werden. Allerdings müssen sie schon bei der Beantragung der Elternzeit festlegen, wie sie die zwei Jahre nach Beginn der Elternzeit gestalten wollen: So müssen sie dem Arbeitgeber zum Beispiel sagen, ob sie zwei Jahre komplett pausieren wollen oder nur eines und dann etwa Teilzeit arbeiten möchten. Von dieser Festlegung können Arbeitnehmer später nur wieder abweichen, wenn der Arbeitgeber zustimmt. Werdende Eltern sollten sich daher gut überlegen, was sie beantragen. Nach dem Ablauf des zweiten Jahres können Eltern sich entscheiden, ob sie noch ein drittes Jahr Elternzeit nehmen wollen. Die Elternzeit darf in drei Abschnitte aufgeteilt werden. Bis zu 24 Monate können zwischen den dritten und achten Geburtstag des Kindes gelegt werden, für den Antrag ist dann aber ein Vorlauf von 13 Wochen erforderlich.

Das Elterngeld allerdings wird nur für die ersten zwölf bis 14 Lebensmonate des Kindes beziehungsweise beim Elterngeld plus für bis zu 28 Monate bezahlt – unabhängig davon, ob die Elternzeit darüber hinaus andauert.

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