Vaterschaftsanerkennung vor geburt vorteile

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Freiwillige Anerkennung der Vaterschaft

Allgemeine Informationen

Wird ein Kind geboren, dessen Eltern nicht miteinander verheiratet sind oder ist der Ehemann nicht der Vater des Kindes, kann der leibliche Vater durch eine persönliche Erklärung die Vaterschaft anerkennen.

Die Vaterschaft wird durch persönliche Erklärung in einer inländischen öffentlichen oder öffentlich-beglaubigten Urkunde anerkannt. Dazu muss der Vater bei der zuständigen Stelle (siehe unten) persönlich erscheinen und die Urkunde unterschreiben. Wirksam wird das Anerkenntnis erst, wenn die Urkunde oder die beglaubigte Abschrift dem zuständigen Standesamt zukommt.

Die Mutter und das Kind werden von der Anerkennung der Vaterschaft benachrichtigt. Sie können innerhalb von zwei Jahren gegen das Anerkenntnis bei Gericht Widerspruch einlegen.

In der Geburtsurkunde kann der Vater nur dann angegeben werden, wenn er freiwillig die Vaterschaft anerkennt oder sie gerichtlich festgestellt wurde.

Die Anerkennung der Vaterschaft ist beispielsweise Voraussetzung für den Unterhalt oder das gesetzliche Erbrecht des Kindes.

Tipp

Eine Überprüfung der Vaterschaft kann durch eine DNA-Analyse auch freiwillig bzw. außergerichtlich in einem dafür zuständigen Labor erfolgen.

Ist die Mutter verheiratet, der Ehemann aber nicht Vater des Kindes, muss ein sogenanntes qualifiziertes Vaterschaftsanerkenntnis vorliegen. Dazu müssen folgende Voraussetzungen für die Vaterschaftsanerkennung gegeben sein:

  • Ist das Kind minderjährig, muss die Mutter den Anerkennenden als Vater des Kindes bezeichnen.
  • Das Kind muss dem Anerkenntnis zustimmen (bei einem minderjährigen Kind ist der Kinder- und Jugendhilfeträger, früher Jugendwohlfahrtsträger genannt, gesetzlicher Vertreter des Kindes).
  • Das Kind muss österreichische Staatsbürgerin/österreichischer Staatsbürger sein.

Der Anerkennende wird dann statt des Ehemannes der Mutter in die Geburtsurkunde eingetragen.

Wenn der anerkennende Vater minderjährig ist, benötigt er für das Vaterschaftsanerkenntnis die Zustimmung seiner gesetzlichen Vertreterin/seines gesetzlichen Vertreters. Der Mann, der bisher als Vater feststand, kann gegen das qualifizierte Anerkenntnis bei Gericht Widerspruch erheben.

Fristen

Üblicherweise erfolgt die Anerkennung der Vaterschaft anlässlich der Anzeige der Geburt. Bei der freiwilligen Vaterschaftsanerkennung müssen keine Fristen beachtet werden.

Die Anerkennung der Vaterschaft ist grundsätzlich bereits vor der Geburt möglich. Dies ist in der Praxis vor allem für Fälle vorgesehen, in denen ein Vaterschaftsanerkenntnis nach der Geburt, z.B. wegen eines längeren Auslandsaufenthalts oder einer schweren Erkrankung des Vaters, nicht oder erst viel später möglich wäre.

Zuständige Stelle

Im Inland:

  • Die Personenstandsbehörde:
    • Das Standesamt oder der Standesamtsverband der Gemeinde
    • In Statutarstädten: das Standesamt des Magistrats
      in Wien: die Standesämter in Wien
  • Die Kinder- und Jugendhilfeträger, früher Jugendwohlfahrtsträger genannt:
    • Die Bezirkshauptmannschaft
    • In Statutarstädten: der Magistrat
      In Wien: die MA 11 – das Amt für Kinder, Jugend und Familie
  • Das Bezirksgericht
  • Die Notarin/der Notar

Sie können sich an ein Standesamt, einen Kinder- und Jugendhilfeträger, früher Jugendwohlfahrtsträger genannt, oder eine Notarin/einen Notar in ganz Österreich wenden. Wenn Sie die Anerkennung beim Bezirksgericht durchführen wollen, ist in der Regel jenes zuständig, in dessen Sprengel das Kind – oder bei Anerkenntnis vor der Geburt: die Mutter – den gewöhnlichen Aufenthalt hat. Sollte ein Pflegschaftsverfahren zum Zeitpunkt der Vaterschaftsanerkenntnis anhängig sein, ist das zur Führung der Pflegschaft berufene Bezirksgericht zuständig.

Beim Standesamt können zugleich die Vaterschaftsanerkennung, die Geburtsbeurkundung und die Obsorgeregelung erledigt werden.

Im Ausland:

Die österreichischen Vertretungsbehörden (Botschaft, Konsulat)

Verfahrensablauf

Für die Ausstellung des Vaterschaftsanerkenntnisses muss der Vater persönlich bei einer zuständigen Stelle erscheinen und die Vaterschaft in einer inländischen öffentlichen oder öffentlich-beglaubigten Urkunde erklären.

Das Vaterschaftsanerkenntnis wird allerdings erst dann wirksam, wenn die Urkunde über diese Erklärung oder deren öffentlich beglaubigte Abschrift dem Standesamt des Geburtsortes des Kindes zukommt.

Das Anerkenntnis muss die genaue Bezeichnung des Anerkennenden, der Mutter und des Kindes, sofern es bereits geboren ist, enthalten.

Erforderliche Unterlagen

  • Amtlicher Lichtbildausweis des Vaters
  • Geburtsurkunde des Vaters
  • Staatsbürgerschaftsnachweis des Vaters
  • Bestätigung der Meldung oder Nachweis des Wohnsitzes im Ausland des Vaters
  • Eventuell urkundlicher Nachweis akademischer Grade des Vaters

Als minderjähriger Vater: zusätzlich

  • Einwilligung der gesetzlichen Vertreterin/des gesetzlichen Vertreters
  • Amtlicher Lichtbildausweis der gesetzlichen Vertreterin/des gesetzlichen Vertreters

Bei fremder Staatangehörigkeit: zusätzlich

  • Reisepass oder sonstiger Nachweis der Staatsangehörigkeit und ein Lichtbildausweis

Vor der Geburt: zusätzlich

  • Mutter-Kind-Pass
  • Geburtsurkunde der Mutter
  • Staatsbürgerschaftsnachweis der Mutter
  • Bestätigung der Meldung oder Nachweis des Wohnsitzes im Ausland der Mutter
  • Eventuell urkundlicher Nachweis akademischer Grade der Mutter

Bei gleichzeitiger Anzeige der Geburt: zusätzlich

  • Die für die Anzeige der Geburt erforderlichen Unterlagen

Nach Beurkundung der Geburt: zusätzlich

  • Geburtsurkunde des Kindes

Hinweis

Auf Wunsch kann die Vorlage der Bestätigung der Meldung durch Abfrage der Behörde im Zentralen Melderegister (ZMR) ersetzt werden.

Fremdsprachige Urkunden müssen im Original gemeinsam mit in Österreich beglaubigter Übersetzung vorgelegt werden.

Ob beglaubigte Übersetzungen aus anderen Staaten anerkannt werden, richtet sich nach den jeweiligen Verfahrensvorschriften. Zur Anerkennung der Dokumente kann beispielsweise eine Apostille erforderlich sein. Weitere Informationen dazu bietet das Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres.

Muss eine fremdsprachige Urkunde im Original gemeinsam mit einer beglaubigten Übersetzung vorgelegt werden, darf die Übersetzung in der Regel nur von beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetscherinnen/Dolmetschern vorgenommen werden. Eine Liste der in Österreich beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetscherinnen/Dolmetscher findet sich auf den Seiten des Bundesministeriums für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz. In diese Liste können sich auch Dolmetscherinnen/Dolmetscher aus anderen EU-/EWR-Mitgliedstaaten eintragen lassen.

Kosten

Für die Anerkennung der Vaterschaft entstehen grundsätzlich keine Kosten. Allerdings entstehen für die Erstellung der Urkunden regelmäßig zusätzliche Kosten (z.B. für die Notarin/den Notar).

Zusätzliche Informationen

Weiterführende Links

  • Beglaubigungen zur internationalen Anerkennung von Dokumenten (BMEIA)

Rechtsgrundlagen

  • §§ 148 bis 154 Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch (ABGB)
  • Personenstandsgesetz (PStG)
  • Außerstreitgesetz (AußStrG)

Inhaltlicher Stand: 01.01.2020

Abgenommen durch: Bundesministerium für Justiz

Euer Baby ist unterwegs, und plötzlich wollen alle wissen, wann denn der Hochzeitstermin ist. Ist Heiraten wegen des Kindes eine sinnvolle Idee oder nicht? Wir stellen Euch einige Argumente vor und schauen uns auch die rechtlichen Aspekte an.

Noch vor ein paar Jahrzehnten war die Situation klar: Als unverheiratetes Paar ein Baby zu bekommen ging gar nicht – man sprach von “wilder Ehe”und nannte das Kind “Bastard”. Dieses Bild hat sich zum Glück grundlegend geändert: Während 1970 nur 7,2 Prozent der Kinder unehelich geboren wurden, waren es 2013 schon 34,8 Prozent. Laut Statistischem Bundesamt hat sich die Anzahl der Eltern, die ohne Trauschein zusammenleben, seit 1996 nahezu verdoppelt.
Dabei unterscheiden sich die Rechte und Pflichten von Verheirateten und Unverheirateten nach wie vor stark. Das fängt bei steuerlichen Vorteilen für Eheleute an, betrifft die gesetzliche Erbfolge, Unterhaltsbestimmungen und auch Ansprüche auf Altersversorgung. Zudem gibt es für unverheiratet zusammenlebende Paare keine Gütertrennung oder Zugewinngemeinschaft, was im Fall der Trennung oft zu Streitereien führt.

Vaterschaft und Sorgerecht
In früheren Zeiten mussten ledige Väter ihre eigenen Kinder adoptieren, um Ehemännern gleichgestellt zu sein. Das ist mittlerweile einfacher: Papa kann schon vor der Geburt beim Jugendamt offiziell seine Vaterschaft erklären und beurkunden lassen. Soll es auch ein gemeinsames Sorgerecht geben, kann das unverheiratete Paar die entsprechende Vereinbarung gleich mit aufsetzen lassen.
Ehepaare erhalten automatisch das gemeinsame Sorgerecht für das Kind und behalten es auch, wenn sie sich scheiden lassen (sofern das Gericht nicht anders entscheidet). Vor dem Gesetz gilt der Ehemann automatisch als Vater des Kindes.

Name
Paare ohne Trauschein haben keinen gemeinsamen Namen, daher bekommt ein uneheliches Kind den Namen seiner Mutter. Es sei denn, die Eltern legen schon vor der Geburt fest, dass das Kind Vaters Namen bekommen soll. Nach der Geburt sind zwar auch noch drei Monate Zeit, beim Standesamt eine Änderung zu beantragen, aber die erste Zeit mit Kind ist hektisch genug.

Steuern
Das so genannte Ehegattensplitting hilft kräftig beim Steuern sparen. Dabei wird das gemeinsame Einkommen bei der Steuerberechnung „gesplittet“ und der Steuersatz für die halbierte Summe auf das gesamte Einkommen angewandt. Das lohnt sich vor allem, wenn einer der Partner viel verdient und der andere wegen der Kinderbetreuung wenig oder gar nichts.

Kritiker bemängeln seit Jahren, dass das Modell die Alleinverdiener-Ehe mit dem Mann als Ernährer fördert und halten es für nicht mehr zeitgemäß.

Unterhaltsrecht
Der Kindesunterhalt ist immer gleich hoch, egal ob die Eltern verheiratet sind oder nicht. Einen großen Unterschied gibt es aber beim Betreuungsunterhalt: Bei Paaren ohne Trauschein hat der Elternteil, der sich ums Kind kümmert, oft nur drei bis fünf Jahre lang Anspruch auf Unterhalt. Bei geschiedenen Paaren dagegen bis zum 15. Lebensjahr des Kindes, wenn vorher eine klare Rollenverteilung vereinbart war und der betreuende Elternteil seinen Beruf aufgegeben hat.


Erbe
Gibt es kein Testament, geht der unverheiratete Partner leer aus, während die gemeinsamen Kinder ihren gesetzlichen Pflichtteil erhalten. Weitere Erben sind die Eltern und andere Verwandte des Verstorbenen. Aber auch mit Testament bleibt ein Nachteil – die Erbschaftssteuer ist für Ledige deutlich höher.

Arbeitslosigkeit
Wenn es darum geht, den arbeitslosen Partner mit zu versorgen, ist die Wohnsituation ausschlaggebend. Egal ob verheiratet oder nicht: Bei der Berechnung von ALG II wird das Einkommen des Wohnpartners angerechnet. Ein Vorteil für arbeitslose Ehepartner: Sie können sich kostenlos in der gesetzlichen Krankenkasse des anderen mitversichern lassen.

Sozialleistungen
Verheiratete bekommen keine Sozialleistungen wie Bafög, Bausparprämien oder Wohngeld, wenn ihr Partner genug verdient, Ledige schon.

Rente
Im Alter müssen sich Ehepaare finanziell unterstützen, auch wenn die Rente noch so klein ist. Ledige haben dagegen die Möglichkeit, sich an den Staat zu wenden.

Altersvorsorge
Ehepaare können einen Riester-Zulagen-Vertrag für den Partner, der kein eigenes Einkommen hat, abschließen, und der Staat zahlt auch eine Witwen- beziehungsweise Witwerrente.

Elterngeld
Hier macht der Gesetzgeber keinen Unterschied zwischen Ehe und Partnerschaft: Elterngeld und Elternzeit steht allen Eltern zu, unabhängig vom Beziehungsstatus.

Fazit
Wer nicht ohnehin vorhatte zu heiraten, sollte es auch nicht auf die Schnelle tun, nur weil Nachwuchs erwartet wird. Die Ehe bringt viele finanzielle Vorteile, ist aber auch sehr viel schwieriger und teurer aufzulösen, wenn sie nicht funktioniert.

Für ein Kind spielt es keine Rolle, ob seine Eltern verheiratet sind oder nicht. Namens- und Sorgerecht lassen sich frühzeitig regeln, und viele behalten ja auch in der Ehe mittlerweile ihren Geburtsnamen. Die Rechte der unehelichen Väter wurden deutlich gestärkt, und auch der Versorgungsaspekt tritt immer mehr in den Hintergrund: Viele Mütter möchten schnell zurück in den Beruf und verdienen dort so gut, dass sie sich ihre eigene Altersvorsorge aufbauen können und finanziell unabhängig vom Partner sind.

Wer glaubt eine Beziehung durch ein Kind zu retten, der irrt. Denn ein Kind zu bekommen stellt die Beziehung noch einmal richtig auf die Probe. Unterschiedliche Herkünfte und Erziehungsvorstellungen, Vorwürfe über Strenge oder Laissez Faire werden zum Alltag und die 24 Stunden Pflege um das Neugeborene senkt den Stressfaktor ebenso wenig wie die mangelnde Zeit für Zweisamkeit. Kein Wunder, dass manche Eltern ganz bewusst die stressige Babyzeit abwarten und schauen, ob sie wirklich diesen Menschen heiraten wollen und nicht nur den Vater bzw. die Mutter ihres Kindes. Wer diese ersten Jahre gemeinsam bewältigt, hat seine Partnerschaft auf ein solides Fundament gestellt und eine wunderbare Hochzeitsfeier redlich verdient – und wenn dann das eigene Kind noch Blumen streut, wird es ein ganz besonders großer Moment :-)!

Ich selbst bin etwas klassisch veranlagt und wollte brav “erst heiraten – dann Kinder”. Viele meiner Freunde haben tatsächlich in der Schwangerschaft geheiratet und andere erst als der Nachwuchs 3 bis 4 Jahre alt war, bzw. noch gar nicht.

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Eine Vaterschaftsanerkennung ist problemlos möglich, wenn Mutter und Vater zustimmen.

Über 30 % der Kinder werden nicht ehelich geboren, die Eltern sind also zum Zeitpunkt der Geburt nicht verheiratet. Rechtlich gesehen sind seit einigen Jahren uneheliche und eheliche Kinder gleichgestellt.

Allerdings ist der behördliche Aufwand nach der Geburt eines unehelichen Kindes höher, denn einige Punkt, welche im Rahmen einer Eheschließung bereits geklärt werden, sind offen. So müssen sich die Eltern gemeinsam auf einen Nachnamen für das Kind einigen. Darüber hinaus muss die Vaterschaft im Rahmen einer Vaterschaftsanerkennung beurkundet werden.

Das Bürgerliche Gesetzbuch beschäftigt sich über einige Paragraphen hinweg mit der Vaterschaftsanerkennung und gibt damit den gesetzlichen Rahmen vor. Laut BGB bleibt verheirateten Eltern dieser Behördengang erspart, da der rechtliche Vater während einer Ehe immer im Ehemann zu finden ist. Allerdings kann es auch hier zu einer Vaterschaftsanerkennung kommen.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wann eine Vaterschaftsanerkennung vorgenommen werden muss, was eine Vaterschaftsvermutung ist und wie dieser Behördengang abläuft. Darüber hinaus gehen wir darauf ein, ob eine Vaterschaftsanerkennung verweigert oder angefochten werden kann.

Inhalt

Rechte und Pflichten nach einer Vaterschaftsanerkennung

Eine Vaterschaftsanerkennung macht einen Mann zum rechtlichen Vater eines Kindes.

Erkennt ein Mann die Vaterschaft für ein Kind an, so ergeben sich daraus gewisse Rechte, aber eben auch Pflichten. Der Vater ist dem Kind gegenüber unterhaltspflichtig und das Kind muss für den Vater aufkommen (Elternunterhalt), sofern dies nötig wird und das Kind bereits volljährig ist.

Darüber hinaus kann sich eine Unterhaltspflicht zwischen Mutter und Vater des Kindes ergeben. Mit dem Tode des Vaters kann das Kind seine Erbansprüche geltend machen. Unter Umständen steht dem Kind eine Waisenrente zu. Auch das sogenannte Zeugnisverweigerungsrecht kann nach einer Vaterschaftsanerkennung sowohl vom Vater wie vom Kind genutzt werden.

Auch hinsichtlich der Krankenversicherung ergeben sich Änderungen. Das Kind kann über den Vater familienversichert werden. Gesellschaftlich gesehen sollte der Vater spätestens nun auch Verantwortung für das Kind tragen.

Vaterschaftsvermutung und Vaterschaftsfeststellung: Den rechtlichen Vater finden

Hinsichtlich einer Vaterschaft können bestimmte Konstellationen dazu führen, dass nach der Geburt eines Kindes kein Vater feststeht. Juristisch bedeutet dies, dass keine Vaterschaftsvermutung vorliegt und keine Vaterschaftsanerkennung durchgeführt werden kann.

Eine Vaterschaftsvermutung liegt nicht vor, wenn:

  • die Mutter ledig ist
  • die Ehe rechtskräftig aufgehoben wurde
  • die Ehe geschieden wurde
  • der Ehemann bereits länger als 300 Tage vor der Geburt verstorben ist
  • die bisherige Vaterschaft im Rahmen einer Vaterschaftsanfechtung aufgehoben wurde

In letzterem Fall wird bei einer Gerichtsverhandlung der Vater ermittelt, im Zweifel folgt ein Vaterschaftstest. Erklären Mutter und potentieller Vater sich mit der Vaterschaft einverstanden, so kann der Mann als Vater anerkannt werden – unabhängig davon, ob der Mann auch der leibliche Vater des Kindes ist.

Benennt die Mutter einen Mann als Vater und dieser stimmt der Vaterschaft zu, so erfolgt kein Vaterschaftstest. Es ist unerheblich, ob der rechtliche Vater auch der leibliche ist.

Vaterschaftsanerkennung: Wo beantragen Väter diese? Einen Antrag gibt es nicht.

Zu einer gerichtlichen Vaterschaftsfeststellung kommt es regelmäßig nur, wenn der vermeintlich biologische Vater die Vaterschaft nicht anerkennt.

Darüber hinaus ist nach § 1600d BGB eine gerichtliche Vaterschaftsfeststellung immer dann notwendig, wenn nach den § 1592, § 1593 kein Vater zu finden ist:

§ 1592 BGB legt fest, dass Vater eines Kindes immer der Mann ist,

  • der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist,
  • der die Vaterschaft anerkannt hat oder
  • dessen Vaterschaft im Rahmen einer Vaterschaftsfeststellung belegt wurde.

§ 1593 beschäftigt sich mit einer Vaterschaft eines verstorbenen Ehemannes. Bringt die Witwe innerhalb von 300 Tagen nach dem Tod des Ehemannes ein Kind zur Welt, so gilt der verstorbene Ehemann als Vater des Kindes.

Heiratet eine Frau innerhalb dieser 300 Tage erneut, so gilt der neue Ehemann als Kindsvater. Wird von diesem die Vaterschaft erfolgreich angefochten, so gilt wiederum der verstorbene Ehemann als Vater des Kindes.

Lässt sich aus diesen genannten Vorgaben kein Vater ableiten, so kommt es nach § 1600d BGB zu einer gerichtlichen Vaterschaftsfeststellung. Nach Abs. 2 erfüllt der Mann die Vaterschaftsvermutung, welcher der Mutter während der Empfängniszeit beigewohnt hat.

Auch in diesem Fall kommen wieder die 300 Tage ins Spiel: Als Empfängniszeit gilt der Zeitraum vom 300. Tag bis zum 181. Tag vor der Geburt. Kann bewiesen werden, dass das Kind außerhalb dieser Zeit gezeugt wurde, so gilt entsprechend dieser Zeitraum. Nach § 1600d Abs. 4 BGB ist eine Vaterschaft erst wirksam, wenn diese auch festgestellt wurde.

Eine Vaterschaftsfeststellung kann von dem Kindsvater sowie von der Kindsmutter, aber auch vom Kind selbst gestellt werden. Ist das Kind noch minderjährig, kann das Jugendamt den Antrag stellen.

Definition des Vaters: biologischer, sozialer und rechtlicher Vater

Im Zuge der Vaterschaftsanerkennung wird immer wieder von verschiedenen Vaterschaftsrollen gesprochen. So ist zwischen diesen drei Rollen zu unterscheiden:

Eine Vaterschaftsanerkennung muss nicht zwingend der leibliche Vater vornehmen.

  • sozialer Vater: Der Mann, der für das Kind Verantwortung übernimmt und eine persönliche Beziehung zu dem Kind pflegt.
  • biologischer Vater: Erzeuger des Kindes, mit diesem ist das Kind blutsverwandt.
  • rechtlicher Vater: Er trägt die sogenannten Elternrechte und die entsprechenden Pflichten (z. B. Unterhalt), der Vater kann im Rahmen der Vaterschaftsanerkennung festgelegt werden.

Vaterschaftsanerkennung im BGB

Steht der Vater des Kindes fest und dieser möchte auch die Verantwortung übernehmen, so ist unter bestimmten Voraussetzungen eine Vaterschaftsanerkennung durchzuführen. Hierbei handelt es sich um eine freiwillige Willenserklärung, welche nicht durch eine Vaterschaftsfeststellung erwirkt werden kann.

Nötig wird eine Vaterschaftsanerkennung immer dann, wenn die Eltern nicht verheiratet sind und ein gemeinsames Kind erwarten. Nach § 1594 BGB ist die Rechtswirkung der Vaterschaftsanerkennung erst gegeben, wenn diese wirksam wird.

Eine Vaterschaftsanerkennung ist unwirksam, solange noch eine andere Vaterschaft besteht. Die Vaterschaft kann nicht an Bedingungen geknüpft oder zeitlich begrenzt werden. So darf der Vater also nicht den Anspruch stellen, als Vater anerkannt, aber sogleich von den Unterhaltspflichten entbunden zu werden. Nach § 1954 Abs. 4 BGB ist eine Vaterschaftsanerkennung vor der Geburt möglich.

Nach § 1595 BGB bedarf es für eine Vaterschaftsanerkennung der Zustimmung der Mutter. Steht dieser die elterliche Sorge nicht zu, ist die Zustimmung des Kindes notwendig. Sollte die Mutter oder der Vater teilweise geschäftsunfähig sein, so bedarf es der Zustimmung des gesetzlichen Vertreters.

Liegt eine Geschäftsunfähigkeit vor, wird die Zustimmung des Familiengerichts benötigt. Sofern ein Betreuer eingesetzt ist, muss entsprechend das Betreuungsgericht eingeschaltet werden.

Unter Umständen wird die Zustimmung des Kindes benötigt. Ist dieses geschäftsunfähig oder noch keine 14 Jahre alt, so entscheidet der gesetzliche Vertreter. Sollten durch eine Vorsorgevollmacht Bevollmächtigte eingesetzt sein, so sind diese nicht berechtigt, eine Erklärung abzugeben.

Laut BGB muss auch die Mutter einer Vaterschaftsanerkennung zustimmen.

§ 1597 legt fest, dass alle Zustimmungen und auch die Anerkennung öffentlich beurkundet werden müssen. Dies bedeutet, dass die Vaterschaftsanerkennung in Beisein einer zur Beurkundung befugten Person ausgesprochen werden muss.

Hierfür kommen insbesondere Beschäftigte des Jugendamtes, des Amtsgerichtes und Standesbeamte in Betracht. Aber auch ein Notar kann aufgesucht werden.

Sofern die Anerkennung nicht beim Standesamt vorgenommen wurde, sind alle beglaubigten Abschriften (inkl. der Zustimmung) an jenes zu übergeben. Darüber hinaus sind die Abschriften auch dem Vater, der Mutter und dem Kind auszuhändigen.

Binnen eines Jahres kann der Vater die Vaterschaftsanerkennung widerrufen, sofern diese noch nicht wirksam geworden ist.

Eine Vaterschaftsanerkennung wird durch die Zustimmung der Mutter wirksam und wenn die beglaubigten Abschriften durch das Standesamt anerkannt wurden.

Unwirksam sind die Zustimmung, Anerkennung und der Widerruf nur, wenn sie den eben genannten formellen Erfordernissen nicht entsprechen. Sind diese allerdings bereits seit fünf Jahren in das Personenstandsregister eingetragen, so ist die Anerkennung dennoch wirksam und ein Widerruf ist ausgeschlossen.

Vaterschaftsanerkennung vor der Geburt

Ab wann ist eine Vaterschaftsanerkennung möglich? Eine vorgeburtliche Vaterschaftsanerkennung ist laut § 1594 Abs. 4 BGB erlaubt. Diese Option sollten die werdenden Eltern auch nutzen, da so der Vater nach der Geburt auch in die Geburtsurkunde eingetragen werden kann.

Zu diesem Termin muss unter anderem der Mutterpass mitgebracht werden.

Vaterschaft nach der Geburt anerkennen

Eine Vaterschaftsanerkennung kann nach der Geburt des Kindes eingereicht werden. Auch nach Jahren kann dies noch geschehen. Allerdings ist in der Zwischenzeit das Jugendamt bestrebt, den Vater des Kindes zu finden und kann dem potenziellen Papa zuvorkommen.

Im Zentrum aller Entscheidungen steht immer das Wohl des Kindes. Gibt eine Mutter keinen Vater an, so prüft das Jugendamt nach, worin die Beweggründe der Mutter liegen. Unter Umständen stellt das Jugendamt selbst einen Antrag auf Vaterschaftsfeststellung beim Familiengericht.

Im Rahmen einer Vaterschafts­anerkennung kann eine Sorgerechts­erklärung abgegeben werden.

Denken Sie darüber hinaus über eine Sorgerechtserklärung nach. Ledige Mütter haben grundsätzlich das alleinige Sorgerecht inne, möchten Sie dies allerdings mit dem Kindsvater teilen, so muss eine gemeinsame Sorgerechtserklärung öffentlich beurkundet werden.

Erledigen Sie letzteres zusammen mit der Anerkennung der Vaterschaft, denn so sparen Sie sich einen Behördengang.

Die Mutter ist nicht dazu verpflichtet, den Vater des Kindes zu benennen. Allerdings erhält diese dann auch keine Unterhaltsvorschüsse durch das Jugendamt.

Ist sich ein Mann sicher, Vater eines Kindes zu sein, so kann er selbst die Vaterschaftsanerkennung anstreben. Stimmt die Mutter dieser zu, ist der Mann rechtlicher Vater – unabhängig davon, ob er auch der leibliche Vater des Kindes ist. Verweigert die Mutter die Zustimmung allerdings, kann der potentielle Vater eine Vaterschaftsfeststellung beim Familiengericht anstreben.

Allerdings hat gleiches Recht auch die Mutter: Unterschreibt der Vater nicht freiwillig die Vaterschaftsanerkennung, so kann auch sie das Familiengericht anrufen. Dieses prüft dann die Vaterschaft des Mannes.

Der Sonderfall: Geburt des Kindes während der Scheidung

Bringt die in Trennung lebende Ehefrau ein Kind zur Welt und die Scheidung ist bereits eingereicht, so wird zunächst der Ehemann als Vater angenommen. Dieser kann allerdings urkundlich einem anderen Mann die Vaterschaft übertragen. Diese Vaterschaftsanerkennung erhält dann mit der Scheidung der Eheleute Rechtskraft (§ 1599 Abs. 2 BGB).

Wie hängen Vaterschaftsanerkennung und Sorgerecht zusammen?

Eine Vaterschaftsanerkennung führt nicht unbedingt dazu, dass der Vater auch das (geteilte oder gemeinsame) Sorgerecht erhält. Gleiches gilt für das Umgangsrecht. Regelmäßig erhalten ledige Mütter alleine das Sorgerecht. Allerdings können die Eltern öffentlich beurkunden, dass sie sich das Sorgerecht teilen möchten.

Stellt sich die Mutter quer, so darf der Vater das Sorgerecht nicht zur Bedingung der Vaterschaftsanerkennung machen. Das Jugendamt kann in einer solchen Situation helfen und vermitteln. Außerdem kann auch das Familiengericht eine Entscheidung bezüglich des Sorgerechts treffen.

Durch eine Vaterschaftsanerkennung ändert sich bezüglich des Sorgerechts nichts. Eine ledige Mutter hat grundsätzlich das alleinige Sorgerecht für das Kind. Möchte diese allerdings dem Vater ebenfalls das Recht auf Sorge einräumen, muss eine gemeinsame, öffentlich beurkundete Sorgerechtserklärung abgegeben werden. Sorge- und Umgangsrecht haben also mit der Vaterschaftsanerkennung nichts zu tun.

Urteile zum Thema Vaterschaftsanerkennung

Sowohl der BGH als auch das BVerfG beschäftigten sich schon mit der Vaterschaftsanerkennung.

Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied im Jahr 2011, dass eine Mutter dem Vater gegenüber auskunftspflichtig ist, wenn er in der Annahme, der leibliche Vater zu sein, eine Vaterschaft anerkennt, sich allerdings im Nachhinein rausstellt, dass dies nicht der Fall ist.

Der vorliegende Fall gestaltete sich wie folgt: Ein Paar, welches nicht verheiratet war, trennte sich und mehrere Monate später brachte die Frau ein Kind zu Welt. Der Exfreund, in der Annahme, er sei der leibliche Vater, nahm eine Vaterschaftsanerkennung vor und zahlte Kindesunterhalt.

Ein Vaterschaftstest offenbarte, dass der Exfreund nicht der leibliche Vater ist. Der leibliche Vater zahlte nun den Unterhalt, die Männer waren sich nicht bekannt.

Der Exfreund wollte den leiblichen Vater allerdings in Unterhaltsregress nehmen und erbat die Kontaktdaten. Die Mutter des Kindes weigerte sich jedoch. Der BGH entschied, dass die Mutter Auskunft über den leiblichen Vater geben müsse.

Nach § 242 BGB müsse die Mutter mitteilen, welche Person ihr zur Empfängniszeit beigewohnt habe. Der Exmann wurde im Unklaren darüber gelassen, dass er nicht der leibliche Vater sei und konnte sich durch seinen Wissensnachteil auch selbst nicht aus der Situation helfen. Die Mutter hingegen hätte mit den Unklarheiten aufräumen müssen, schließlich wusste sie, wer der leibliche Vater ist.

Ein weiterer Fall beschäftigte das Bundesverfassungsgericht (BverfG) im Jahr 2013. Durch das Urteil schob das Bundesverfassungsgericht den Behörden einen Riegel vor. Diese durften seit 2008 nach § 1600 BGB eine Vaterschaftsanerkennung anfechten, wenn davon auszugehen ist, dass die Anerkennung nur erfolgte, um dem Kind bzw. der Mutter die Einreise zu ermöglichen (Abs. 3).

Das Bundesverfassungsgericht ist der Meinung, dieses Gesetz stelle Eltern unter einen Generalverdacht, weswegen dieses unzulässig sei. Die Zielführung, nämlich zu verhindern, dass eine Vaterschaftsanerkennung für das Aufenthaltsrecht von Kind und damit auch Mutter missbraucht werde, sei zwar richtig, aber die Formulierung des Gesetzes verstoße gegen das Grundgesetz.

Das Gesetz müsse neu gefasst werden und dabei auf den konkreten Fall des Missbrauchs der Vaterschaftsanerkennung für ein Aufenthaltsrecht beschränkt sein. Bisher ist es den Behörden auf diese Weise möglich gewesen, die Staatsangehörigkeit des Kindes rückwirkend bis zur Geburt zu entziehen – dies sei unverhältnismäßig, so die Richter.

Das Bundesverfassungsgericht urteilte, dass die behördliche Anfechtung der Vaterschaft nach § 1600 BGB unzulässig ist.

Wo kann eine Vaterschaftsanerkennung vorgenommen werden?

Auch eine vorgeburtliche Vaterschaftsanerkennung kann z. B. beim Jugendamt abgegeben werden.

Eine Vaterschaftsanerkennung kann bei verschiedenen Stellen vorgenommen werden. Hierzu zählen:

  • die Standesämter
  • die Amtsgerichte
  • die Jugendämter
  • Notare

Leben deutsche Staatsbürger dauerhaft im Ausland, so kann die Anerkennung auch im Ausland bei deutschen Auslandsvertretungen vorgenommen werden.

Erledigen Sie die Vaterschaftsanerkennung beim Standesamt, so sparen Sie sich einen Behördengang, da bei allen anderen Varianten ohnehin die beglaubigten Abschriften final dem Standesamt vorgelegt werden müssen, damit die Anerkennung wirksam wird.

Hingegen kann das Jugendamt bezüglich der Vaterschaftsanerkennung Hilfestellung leisten und bei eventuellen Streitigkeiten helfen. Möchten Mutter und Vater parallel eine Sorgerechterklärung abgeben, so ist hier ebenfalls das Jugendamt der richtige Ansprechpartner. Dennoch kann beim Standesamt weiterhin die Vaterschaftsanerkennung durchgeführt werden.

Notare können ebenfalls sowohl über die Vaterschaftsanerkennung sowie die Sorgerechtserklärung informieren, allerdings sollten die Eltern hier mit höheren Kosten im Vergleich zu den anderen Optionen rechnen. Lassen Sie sich vom Notar vorher eine Kostenaufstellung zeigen, denn mitunter kann ein Besuch beim Notar sehr teuer werden.

Eine Vaterschaftsanerkennung kann nur persönlich und in Anwesenheit der Mutter und des Vater vorgenommen werden. Bevollmächtigte Personen werden nicht akzeptiert.

Welche Unterlagen werden benötigt?

In aller Regel werden für die Vaterschaftsanerkennung folgende Unterlagen benötigt:

  • Personalausweis oder Reisepass der Eltern im Original
  • Geburtsurkunden der Eltern; weicht der Name von der Geburtsurkunde ab, so ist hierfür ebenfalls ein Nachweis mitzubringen (z. B. Eheurkunde)
  • Anerkennung vor der Geburt: Mutterpass
  • Ankerkennung nach der Geburt: Geburtsurkunde des Kindes (nur wenn die Geburt in einem anderen Standesamt beurkundet wurde)
  • eventuell Übersetzungen ausländischer Urkunden

Niemand kann zur Vaterschafts­anerkennung gezwungen werden, notfalls muss das Familiengericht helfen.

War die Mutter bereits verheiratet, ist darüber hinaus die Eheurkunde und der Scheidungsbeschluss (vormals Scheidungsurteil) mitzubringen. Ist die Scheidung anhängig, ist der Antrag auf Scheidung vorzulegen.

Unter Umständen benötigen Sie weitere Unterlagen für die Vaterschafts­anerkennung. Dies kann insbesondere vorkommen, wenn ein Elternteil eine ausländische Staatsbürgerschaft besitzt. Erkundigen Sie sich in diesem Fall im Vorfeld bei den oben genannten Ansprechpartnern.

Welche Unterlagen sind für eine Vaterschaftsanerkennung, welche vor der Geburt vorgenommen wird, mitzubringen? In diesem Fall ist der Mutterpass vorzulegen. Ist das Kind bereits geboren, wird die Geburtsurkunde benötigt. Außerdem sind in jedem Fall die Personalausweise oder Reisepässe mitzubringen sowie die Geburtsurkunden der Eltern.

Welche Kosten birgt die Vaterschaftsanerkennung

Für eine Vaterschaftsanerkennung fallen Kosten an. Beim Standesamt sind ca. 30 Euro zu zahlen. Bei manchen Jugendämtern ist die Anerkennung kostenfrei möglich. Nach § 55a Kostenordnung dürfen Notare für die reine Vaterschaftsanerkennung keine Gebühren erheben, legen Sie allerdings auch den Nachnamen des Kindes fest und lassen eine Sorgerechtserklärung beurkunden, so fallen Gebühren an.

Gibt es ein Formular für die Vaterschaftsanerkennung?

Um eine Vaterschaftsanerkennung in Deutschland durchzuführen, gibt es kein Formular, welches im Vorfeld ausgefüllt werden könnte. Ebenso wird kein Antrag gestellt, sondern die Mutter und der Vater müssen persönlich beim Jugendamt, Standesamt, Amtsgericht oder einem Notar vorsprechen.

Dieser Termin wird in einem Protokoll festgehalten und die Anerkennung, welche der Vater ausspricht, schriftlich aufgenommen. Dieses Dokument ist im Anschluss von allen Beteiligten zu unterschreiben.

Für die Vaterschaftsanerkennung steht kein Formular zur Verfügung, welches im Vorfeld vorbereitet werden könnte. Mutter und Vater haben bei der entsprechenden Stelle persönlich vorzusprechen und die Anerkennung bekannt zu geben. Die beurkundende Person fertigt ein Protokoll an, welches dann zu unterschreiben ist.

Vaterschaftsanerkennung anfechten: Gibt es ein Zurück?

Eine Vaterschaftsanerkennung müssen unverheiratete Paare vornehmen.

Die sogenannte Vaterschaftsanfechtung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich und kann nicht von jedem potentiellen Vater angestrebt werden. Um diese durchzusetzen, bedarf es eines Antrages beim Familiengericht und ein anschließendes gerichtliches Verfahren.

Ziel der Vaterschaftsanerkennung ist es normalerweise, dass dem rechtlichen Vater, welcher nicht der biologische ist, die Elternrechte entzogen und diese dem biologischen Vater übertragen werden. Um die Verwandtschaftsverhältnisse der Männer und des betreffenden Kindes aufzudecken, kann ein Abstammungsgutachten angeordnet werden.

Das Bürgerliche Gesetzbuch legt fest, wer eine solche Vaterschaftsanfechtung beantragen darf (§1600 BGB):

  • der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet war, der die Vaterschaft anerkannt hat oder der Mann, der die Mutter während der Schwangerschaft und nach dem Tode des ersten Ehemannes heiratete (§ 1593 BGB)
  • der Mann, der unter Eid versichert, während der Empfängniszeit der Mutter beigewohnt zu haben
  • die Mutter
  • das Kind
  • die zuständige Behörde in Fällen des § 1592 Abs. 2 BGB (vgl. hierzu oben genanntes Gerichtsurteil)

Der Mann, welcher behauptet zur Empfängniszeit der Mutter beigewohnt zu haben, kann nur eine Anfechtung beantragen, sofern zwischen dem Kind und dem rechtlichen Vater keine sozial-familiäre Beziehung besteht bzw. zum Zeitpunkt des Todes des rechtlichen Vaters bestanden hat. Darüber hinaus muss der Antragsteller der leibliche Vater sein.

Im Klartext bedeutet dies: Laut deutschem Recht hat der leibliche Vater kein Vorrecht auf die Vaterschaft, sofern das Kind bereits einen sozialen Vater als Bezugsperson hat oder entsprechend.

Einer Behörde ist es nur gestattet eine Vaterschaftsanfechtung zu beantragen, sofern das Kind zu dem Vater, welcher die Vaterschaft in der Vergangenheit anerkannt hatte, keine sozial-familiäre Beziehung pflegte bzw. zum Zeitpunkt des Todes des Vaters bestanden hatte.

Laut § 1600 Abs. 4 BGB besteht eine sozial-familiäre Beziehung immer dann, wenn der Vater tatsächlich Verantwortung übernimmt. Dies ist gegeben, wenn der Vater mit der Mutter verheiratet ist oder mit dem Kind für längere Zeit in einem Haushalt gelebt hat.

Weder gibt es einen Antrag für die Vaterschaftsanerkennung, noch ein Formular.

Ist das Kind durch eine künstliche Befruchtung mittels Samenspende entstanden, so kann weder die Mutter noch der Vater die Vaterschaft anfechten (§ 1600 Abs. 5 BGB).

Ein rechtlicher Vater kann die Vaterschaftsanerkennung nicht einfach zurückziehen, weil er behauptet, nicht der biologische Vater zu sein.

Im Zweifel wusste er dies bei der Vaterschaftsanerkennung und/oder er pflegt mit dem Kind eine familiäre Beziehung. Stattdessen müssen prüfbare Fakten vorgetragen werden, die die Zweifel rechtfertigen.

Hierzu zählen beispielsweise ein Seitensprung der Mutter während der Ehe und der Empfängniszeit, Unfruchtbarkeiten des Mannes während der Empfängniszeit oder ein Abstammungsgutachten, welches mit Zustimmung von Mutter und Kind angefertigt wurde.

Auch die Mutter kann die Vaterschaft anfechten, muss allerdings ebenfalls stichhaltige Argumente vorweisen können. Ebenfalls darf das Kind einen Antrag stellen. In diesem Rahmen kann der rechtliche Vater zwar zu einem Vaterschaftstest durch das Gericht verpflichtet werden, dies gilt allerdings nicht für den potentiellen biologischen Vater. Ist das Kind minderjährig, so muss der gesetzliche Vertreter der Anfechtung zustimmen.

Fristen der Vaterschaftsanfechtung

Eine Vaterschaft kann binnen zwei Jahren angefochten werden. Die Frist beginnt, sobald der Betroffene von einem Umstand erfährt, welcher an der Verwandtschaft zum Vater zweifeln lässt.

Betrifft dies ein Kind, ist dieses darauf angewiesen, dass sein gesetzlicher Vertreter die Vaterschaft anzweifelt. Erledigt der gesetzliche Vertreter dies nicht, hat das Kind mit Erreichen der Volljährigkeit ein Anfechtungsrecht von zwei Jahren. Erhält das Kind Kenntnis von weiteren Umständen, welche gegen eine Vaterschaft sprechen, beginnt die Frist neu zu laufen.

Ist die Vaterschaftsanfechtung erfolgreich, trägt jeder Beteiligte seine eigenen Kosten. Gerichts- und Verfahrenskosten werden in aller Regel aufgeteilt. Ein minderjähriges Kind hat grundsätzlich keine Kosten zu tragen, da diese auf die Eltern oder den Staat übergehen.

Vaterschaftsanerkennung verweigern: Ist das möglich?

Eine Vaterschaftsanerkennung ist eine freiwillige Willenserklärung, sodass sowohl Mutter als auch Vater dieser zustimmen müssen, damit sie wirksam wird. Möchte ein Elternteil dies nicht, kann er die Vaterschaftsanerkennung selbstverständlich verweigern.

Eine Vaterschaftsanerkennung kann auch nach der Geburt vorgenommen werden.

Allerdings sollten sich die Beteiligten zuvor Gedanken über die Konsequenzen machen. Sind sich Vater und Mutter einig, dass der Vater nicht als solcher geführt werden soll, so kann die alleinerziehende Mutter keinen Unterhaltsvorschuss beim Jugendamt beantragen.

Allerdings kann in einer solchen Situation das Jugendamt hellhörig werden und eine Prüfung der Umstände anfordern. Handelt die Mutter aus eigenem Interesse und schadet wohlmöglich dem Kind, da sie den Vater vorenthält, so kann dies weitreichende Konsequenzen haben.

Möchte Vater oder Mutter die Vaterschaft klären, bleibt nur der Gang vor das Familiengericht. Durch ein Abstammungsgutachten soll dann die Vaterschaft geklärt werden. Die Zustimmung von Mutter oder Vater kann dann durch Gericht ersetzt werden.

Wie sieht eine Geburtsurkunde ohne Vaterschaftsanerkennung aus? In diesem Fall wird eingetragen, dass der „Vater unbekannt“ ist.

FAQ zur Vaterschaftsanerkennung: Das Wichtigste auf einen Blick

    1. Bedarf es der Zustimmung der Mutter? Einer Vaterschaftsanerkennung müssen sowohl die Mutter als auch der Vater zustimmen.
    2. “Muss ich der leibliche Vater sein?” In bestimmten Konstellationen kommt es vor, dass der rechtliche Vater nicht der leibliche Vater ist. Väter, die wissen, dass sie nicht mit dem Kind verwandt sind, können trotzdem die Vaterschaft annehmen. Das deutsche Gesetz definiert die rechtliche Vaterschaft nicht über die Blutsverwandtschaft.
    3. “Die Mutter des Kindes ist verheiratet und während der Ehe fremdgegangen, wie kann ich nun Verantwortung für mein Kind übernehmen?” Gesetzlich gesehen ist erst einmal der Ehemann der Vater des Kindes. Sie können allerdings eine Vaterschaftsfeststellung beantragen und durch einen Vaterschaftstest den Nachweis schaffen. Dann besteht die Möglichkeit, die Vaterschaft zu übernehmen.
    4. “Kann mich die Mutter des Kindes zu einer Anerkennung zwingen?” Nein, denn bei einer Vaterschaftsanerkennung handelt es sich um eine freiwillige Willensbekundung. Die Mutter kann allerdings eine Vaterschaftsfeststellung vor Gericht anstreben, im Rahmen dessen müssen Sie dann einen Vaterschaftstest machen.
    5. Was kostet eine Anerkennung? Je nach Ansprechpartner werden für die Anerkennung unterschiedliche Kosten erhoben. Bei Jugendämtern ist eine Anerkennung kostenlos möglich. Beim Standesamt werden ca. 30 Euro erhoben. Die Notargebühren können deutlich hoher ausfallen.

In unserem FAQ zur Vaterschaftsanerkennung finden Sie auf alle wichtigen Fragen eine Antwort.

  1. “Ich bin nicht der biologische Vater des Kind, wie kann ich die Vaterschaft anfechten?” Es ist ein Antrag beim Familiengericht auf Vaterschaftsanfechtung zu stellen. Können Sie stichhaltige Beweise vorbringen, kann ein Vaterschaftstest veranlasst werden. Dies ist allerdings nur möglich, solange keine sozial-familiäre Beziehung zu dem Kind besteht. Ansonsten ist eine Anfechtung nicht möglich.
  2. “An wen muss ich mich wenden, um eine Vaterschaftsanerkennung durchzuführen?” Eine Anerkennung ist beim Jugendamt, Standesamt, Amtsgericht oder einem Notar persönlich abzugeben. Sowohl die Mutter wie auch der Vater müssen gegenüber der beurkundenden Person zustimmen.
  3. Wo kann eine solche Anerkennung öffentlich beurkundet werden? Dies ist beim Standes- oder Jugendamt sowie bei Amtsgerichten und Notaren möglich. Eine öffentliche Beurkundung ist immer nötig, wenn ein Rechtsgeschäft geschlossen wird, wozu eine Vaterschaftsanerkennung zählt.
  4. “Ich möchte mein Kind alleine großziehen, muss ich den Vater des Kindes angeben?” Jedem Kind steht es zu, über seine Abstimmung Bescheid zu wissen, denn noch kann keine Mutter verpflichtet werden, den Vater des Kindes zu nennen. Unter diesen Umständen kann diese dann allerdings keine Unterhaltsvorschüsse beim Jugendamt beantragen. Darüber hinaus wird dieses sich der Sache annehmen und überprüfen, warum die Mutter den Vater nicht nennen will. Unter bestimmten Voraussetzung kann auch das Jugendamt eine Feststellung der Vaterschaft bei Gericht beantragen.
  5. Hat der Vater nach einer Vaterschaftsanerkennung automatisch das (geteilte oder gemeinsame) Sorgerecht? Nein, das Sorgerecht hat in keiner Weise mit der Vaterschaftsanerkennung zu tun. Möchte der Vater sich mit der Mutter das Sorgerecht teilen, so ist eine gemeinsame Sorgerechtserklärung öffentlich zu beurkunden. In diesem Fall ist das Jugendamt der richtige Ansprechpartner. Aber auch Notare und Amtsgerichte beurkunden die Erklärung.
  6. “Mein Vater ist nicht mein leiblicher Vater, kann ich die Vaterschaft anfechten?” Für minderjährige Kinder muss die gesetzliche Vertretung die Anfechtung vornehmen. Volljährige Kinder können diese selbst einreichen.
  7. Ab wann kann eine Vaterschaftsanerkennung abgegeben werden? Schon während der Schwangerschaft können Mutter und Vater bei der beurkundenden Person vorsprechen. Vorteil dieser Variante ist, dass dann der Vater auch auf der Geburtsurkunde genannt wird. Ansonsten muss der Vater nachgetragen werden, wozu wieder ein Gang zum Standesamt nötig wird. Grundsätzlich steht aber auch einer Anerkennung nach der Geburt nichts im Wege.
  8. “Ich möchte mit dem Kind nichts zu tun haben, kann ich die Anerkennung verweigern?” Natürlich kann ein Vater die Anerkennung verweigern. Jedoch wird es dann zu einem Gerichtsverfahren kommen, um die Vaterschaft festzustellen. Im Rahmen dessen wird ein Abstammungsgutachten erstellt.

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Vaterschaftsanerkennung – Wann und wo beantragen Sie diese?

Immer mehr Paare leben in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, wenn sie eine Familie gründen. Nach dem Gesetz ist dann allerdings nur die Kindesmutter rechtlicher Elternteil des Kindes. Damit der biologische Vater ebenfalls Rechte und Pflichten erhält, ist eine Vaterschaftsanerkennung notwendig. Diese kann sowohl vor als auch nach der Geburt des Kindes z. B. beim Standes- oder Jugendamt durchgeführt werden. Ob bei der Vaterschaftsanerkennung Unterlagen vorgelegt werden müssen und ob die Vaterschaft wieder zurückgezogen werden kann, erfahren Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze: Vaterschaftsanerkennung

  • Eine Mutter, die während der Geburt eines Kindes ledig (also unverheiratet) ist, kann eine entsprechende Vaterschaftsvermutung anstellen. Erkennt der vermutete Kindsvater die Elternschaft an, so ist eine gerichtlicher Vaterschaftsanerkennung nicht erforderlich.
  • Verneint der Betroffene die Vaterschaftsvermutung (um etwa der Zahlung von Alimenten zu entgehen), kann die Kindsmutter die Vaterschaftsanerkennung gerichtlich durchsetzen.
  • Die Eltern des Kindes können auch bereits vor der Geburt die Elternschaft des Kindesvater offiziell anerkennen lassen.
  • Ist die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt verheiratet, ist die Vaterschaftsanerkennung nicht erforderlich, da automatisch der Ehemann als rechtlicher Vater erkannt wird.

Nähere Informationen zur Vaterschaftsanerkennung erhalten Sie im Folgenden.

Wann muss eine Vaterschaftsanerkennung durchgeführt werden?

Rechtlicher Hintergrund einer Vaterschaftsanerkennung

Die Anerkennung der Vaterschaft ist bei unverheirateten Eltern nötig.

In bestimmten Konstellationen kommt es vor, dass ein Kind keinen rechtlichen Vater hat. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn keine gesetzliche Vaterschaftsvermutung vorliegt. Ist die Mutter also zum Zeitpunkt der Geburt ledig oder ihre Ehe wurde rechtskräftig aufgehoben bzw. ihr Mann ist seit mehr als 300 Tagen verstorben, gibt es keinen rechtlichen Vater.

Der rechtliche Vater ist klar vom sozialen oder biologischen Vater abzugrenzen. Der biologische Vater ist der Mann, der das Kind gezeugt hat. Der soziale Vater erzieht das Kind wie sein eigenes, muss allerdings nicht gleichzeitig auch der biologische Vater sein. Der rechtliche Vater ist bei der Geburt des Kindes der Ehemann der Mutter. Dieser muss allerdings auch nicht zwangsläufig der biologische Vater sein.

Mit der Zustimmung der Kindesmutter kann eine Vaterschaftsanerkennung durchgeführt werden. Dabei ist es unerheblich, ob der rechtliche Vater auch der biologische Vater ist. So soll es sozialen Vätern auch möglich sein, eine Vaterrolle auszufüllen. Der soziale, aber nicht biologische Vater kann rein gesetzlich allerdings nicht in die Rolle des rechtlichen Vaters gezwungen werden.

Stellt die Kindesmutter eine Vaterschaftsvermutung bei der Geburt ihres Kindes an und der biologische Vater erkennt die Vaterschaft nicht freiwillig an, um beispielsweise seinen Unterhaltspflichten nicht nachkommen zu müssen, kann eine gerichtliche Vaterschaftsanerkennung nach § 1600d Abs. 1 und 4 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) angeordnet werden.

Ist eine Vaterschaftsanerkennung vor der Geburt möglich?

§ 1594 BGB regelt die Anerkennung der Vaterschaft. Folgendes wird gesetzlich festgelegt:

(1) Die Rechtswirkungen der Anerkennung können, soweit sich nicht aus dem Gesetz anderes ergibt, erst von dem Zeitpunkt an geltend gemacht werden, zu den die Anerkennung wirksam wird.
(2) Eine Anerkennung der Vaterschaft ist nicht wirksam, solange die Vaterschaft eines anderen Mannes besteht.
(3) Eine Anerkennung unter einer Bedingung oder Zeitbestimmung ist unwirksam.
(4) Die Anerkennung ist schon vor der Geburt des Kindes zulässig.

Grundsätzlich kann eine Vaterschaftsanerkennung bereits vor der Geburt des Kindes durchgeführt werden. Allerdings bedarf diese der Zustimmung der Kindesmutter (vgl. § 1595 Abs. 1 BGB). Eine Zustimmung des Kindes ist nötig, wenn die Mutter keine elterliche Sorge ausübt, also kein Sorgerecht besitzt.

Eine Vaterschaftsanerkennung vor der Geburt erspart weitere Behördengänge.

Eine vorgeburtliche Vaterschaftsanerkennung bietet sich bei unverheirateten Eltern an, da der Vater bereits nach der Geburt in die Geburtsurkunde eingetragen werden kann. Das Kind erhält damit bereits die vollständige Abstammungsurkunde. Zusätzliche Behördengänge können Sie sich zudem ersparen.

Grundsätzlich müssen Sie nach einer Vaterschaftsanerkennung bestimmte Rechte und Pflichten gegenüber Ihrem Kindes ausüben. Durch die Vaterschaftsanerkennung vom Jugendamt entsteht ein Verwandtschaftsverhältnis zwischen dem rechtlichen Vater und seinem Kind.

Mit der Anerkennung der Vaterschaft begründet der rechtliche Vater auch die Unterhaltspflicht gegenüber seinem Sprösslings.Wie viel Kindesunterhalt er leisten muss, kann in der Düsseldorfer Tabelle eingesehen werden. Auch sozialrechtliche Ansprüche, wie beispielsweise die Mitversicherung des Kindes in der Krankenkasse des Vaters, bestehen.

Weitere Ratgeber zum Kindesunterhalt

  • Düsseldorfer Tabelle
  • Unterhaltstabelle
  • Kindesunterhalt berechnen
  • Kindesunterhalt in der Ausbildung
  • Kindesunterhalt bei Arbeitslosigkeit
  • Kindesunterhalt für Volljährige

Unterlagen, welche für die Vaterschaftsanerkennung vor und nach Geburt des Kindes nötig sind

Beim Standesamt und Jugendamt ist die Vaterschaftsanerkennung vor der Geburt des Kindes kostenfrei. Für eine Vaterschaftsanerkennung beim Standesamt benötigen Sie den Personalausweis beider Eltern, die Geburtsurkunde des Vaters sowie den Mutterpass.

Die Vaterschaftsanerkennung kann nur von einer Urkundsperson angenommen werden. Für die Entgegennahme der Erklärung sind Standes- und Jugendämter sowie Amtsgerichte und Notare zuständig. Zuvor muss allerdings die Kindesmutter ihr Einverständnis für die Vaterschaftsanerkennung gegeben haben.

Die Mutter erhält bei der Geburt ihres Kindes die Geburtsurkunde. Ohne eine vorherige Vaterschaftsanerkennung sind Sie als Vater auf dem Dokument nicht vermerkt. Wenn Sie nach der Geburt die Vaterschaft anerkennen wollen, können Sie dies beim örtlichen Standesamt auch ohne Geburtsurkunde tun, sofern die Geburt auch dort beurkundet wurde.

Bei einer Beurkundung vom Jugendamt, Notar oder Amtsgericht muss die Geburtsurkunde des Kindes immer vorgelegt werden. Wurde das Kind im Ausland geboren, müssen die ausländischen Urkunden von einem in Deutschland beeidigten Dolmetscher übersetzt werden.

Beachten Sie, dass die Vaterschaftsanerkennung und das Sorgerecht nicht miteinander gleichzusetzen sind. Wollen Sie sich mit dem anderen Elternteil das Sorgerecht teilen, sollten Sie ebenfalls vor der Geburt des Kindes die Sorgerechtserklärung beim Jugendamt abgeben. Durch das Sorgerecht bekommen Sie als Vater die Möglichkeit, auch große Entscheidungen, die das Kind betreffen, mitzubestimmen.

Weitere Ratgeber zum Sorge- und Umgangsrecht

  • Umgangsrecht
  • Unterschied zwischen Sorge- und Umgangsrecht
  • Umgangsrecht des Vaters
  • gemeinsames Sorgerecht
  • Bedeutung des Kindeswillen im Umgangsrecht
  • Aufenthaltsbestimmungsrecht

Welche Kosten verursacht eine Vaterschaftsanerkennung?

Die Vaterschaftsanerkennung und das Sorgerecht müssen separat voneinander beantragt werden.

Eine Vaterschaftsanerkennung in Deutschland ist vor der Geburt kostenfrei. Daher wird vom Jugend- oder Standesamt die Vaterschaftsanerkennung vor der Geburt empfohlen. Durch diese ersparen Sie sich zudem lästige Behördengänge.

Soll erst nach der Geburt die Vaterschaftsanerkennung erfolgen, muss die Geburtsurkunde zuvor beantragt werden. Dort ist zunächst nur der Name der Mutter eingetragen. Die Änderung der Geburtsurkunde geschieht beim Standesamt nicht unentgeltlich. Für die Vaterschaftsanerkennung werden Kosten von circa 30 Euro fällig.

Einige Jugendämter verlangen für die Vaterschaftsanerkennung nach der Geburt des Kindes in der Regel keine Gebühren. Dazu können Sie sich beim örtlichen Jugendamt erkundigen. Nach § 55a Kostenordnung darf ein Notar für die Vaterschaftsanerkennung ebenfalls keine Gebühr verlangen. Soll allerdings der Nachname des Kindes festgelegt und das Sorgerecht beurkundet werden, entstehen auch hierfür Kosten.

Was können Sie tun, wenn die Mutter der Vaterschaftsanerkennung nicht zustimmt?

Eine Mutter kann gemäß Abstammungsrecht unterschiedliche Gründe dafür haben, dass sie der Vaterschaftsanerkennung nicht zustimmt. Beispielsweise wünscht sie sich keinen Kontakt zum biologischen Vater oder sie sorgt sich um das Wohle ihres Kindes. Dem Kindesvater bleibt dann nur eine Möglichkeit: einen Antrag beim Familiengericht stellen.

Im Antrag muss der Kindesvater begründen, warum die Vaterschaftsanerkennung dem Wohl des Kindes dient. Anschließend holt das Gericht über das Jugendamt die Beweggründe der Mutter ein. Stellt sich heraus, dass die Mutter durch die Verweigerung möglicherweise Nachteile für das Kind schafft, kann gerichtlich ein Vaterschaftsgutachten gefordert werden.

Ist die Klage des Vaters auf Vaterschaftsanerkennung vor Gericht berechtigt, kann das Gericht ihn zum rechtlichen Vater erklären. Dazu ist eine Zustimmung der Mutter dann nicht mehr erforderlich. Sehen Sie eine gerichtliche Vaterschaftsanerkennung vor, kann ein Anwalt für Familienrecht Ihnen beratend zur Seite stehen.

Können Sie die Vaterschaftsanerkennung verweigern oder zurückziehen?

Die Vaterschaftsanerkennung können Sie anfechten, wenn diese ein Jahr nach Beurkundung noch nicht wirksam geworden ist.

Im Prinzip können Sie als Vater einen geforderten Vaterschaftstest verweigern. Meistens gibt sich die Kindesmutter damit allerdings nicht zufrieden, sodass sie eine Vaterschaftsklage erhebt. Kann die Mutter des Kindes allerdings glaubhaft machen, dass Sie das Kind gezeugt haben, veranlasst der Richter einen Beweisbeschluss.

Der gerichtliche Vaterschaftstest sollte nicht verweigert werden, da dieser auch mit Zwangsmitteln, wie beispielsweise einem Abholen der Polizei zur Speichelentnahme, durchgesetzt werden kann.

Sofern die Vaterschaftsanerkennung ein Jahr nach der Beurkundung noch nicht wirksam geworden ist, kann diese vom Anerkennenden widerrufen werden. Der Widerruf muss öffentlich beurkundet werden und darf nicht an eine Bedingung oder Zeitbestimmung geknüpft sein.

Ist die Vaterschaftsanerkennung bereits wirksam, kann diese auch nicht einvernehmlich aufgehoben werden. Dies ist nur in einem gerichtlichen Vaterschaftsanfechtungsverfahren möglich. Wenn Sie die Vaterschaftsanerkennung anfechten wollen, müssen Sie nachweisen, dass das Kind nicht von Ihnen stammt.

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Kurz und knapp

Wann ist eine Vaterschaftsanerkennung notwendig?

Für Kinder unverheirateter Paare gilt nur die Mutter als rechtlicher Elternteil. Für den biologischen Vater muss erst die Vaterschaftsanerkennung beantragt werden. Sowohl die vorgeburtliche Beantragung der Vaterschaftsanerkennung als auch ein Antrag nach der Geburt sind zulässig.

Gibt es unterschiedliche Vaterschaftsformen?

Ja. Biologischer, rechtlicher und sozialer Vater sind laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) drei voneinander getrennt zu betrachtende Vaterschaftsformen. Bei Zweifeln an der Vaterschaft ist der vermeintlich leibliche Vater berechtigt, ein Abstammungsgutachten einzuholen. Gemeint ist hier der Vaterschaftstest. Wird dies von der Kindsmutter verweigert, kann vor Gericht geklagt werden.

Wo ist der Antrag auf Anerkennung abzugeben?

Jugendamt, Standesamt, Amtsgericht oder auch ein Notar sind befugt, den Antrag auf Anerkennung der Vaterschaft anzunehmen und bei Vorlage der geforderten Unterlagen zu bewilligen.

Nicht verheiratete Paare müssen die Vaterschaftsanerkennung für den biologischen Vater beantragen.

Immer häufiger kommt es vor, dass Kinder aus nichtehelichen Partnerschaften hervorgehen. Aus juristischer Sicht gilt dann jedoch nur die Mutter als rechtlicher Elternteil des Kindes. Eine Vaterschaftsanerkennung ist daher in diesen Fällen durchzuführen, um dem biologischen Vater Rechte und Pflichten gegenüber dem Nachwuchs einzuräumen.

Es besteht hierbei einerseits die Möglichkeit, eine vorgeburtliche Vaterschaftsanerkennung zu beantragen, andererseits können Paare, die nicht verheiratet sind, mit der Vaterschaftsanerkennung auch bis nach der Geburt warten. Welche Unterlagen erforderlich sind, wo der Antrag gestellt werden muss und welche Kosten dabei entstehen, erläutern wir Ihnen in unserem Ratgeber.

Inhalt

Rechtlicher Hintergrund der Vaterschaftsanerkennung in Deutschland

Es gibt diverse Umstände, die dafür sorgen, dass ein Kind keinen rechtlichen Vater hat. Dies ist unter anderem dann der Fall, wenn eine gesetzliche Vaterschaftsvermutung nicht vorliegt. Grund hierfür kann beispielsweise sein, dass die Mutter ab der Schwangerschaft bis zum Zeitpunkt der Geburt ledig ist oder eine rechtskräftige Eheauflösung durchgeführt wurde. Ferner kann eine Vaterschaftsanerkennung auch dadurch begründet sein, dass der Ehemann bereits seit mehr als 300 Tagen nicht mehr lebt und es somit keinen rechtlichen Vater mehr gibt.

Biologischer, rechtlicher und sozialer Vater sind voneinander getrennt zu betrachten, da es sich um drei verschiedene Formen der Vaterschaft handelt. Ersterer hat das Kind gezeugt und gilt demnach als blutsverwandter, biologischer Vater. Die rechtliche Vaterschaft hingegen bezieht sich ausschließlich auf die vom Gesetzgeber vorgenommene Bestimmung. Mit sozialem Vater ist die Person gemeint, welche gegenüber dem Kind die Vaterrolle einnimmt. Erziehung, Ausbildung und Förderung sind in diesem Zusammenhang relevant.Gibt es keinen rechtlichen Vater, kann die Vaterschaftsanerkennung beantragt werden.

Was die biologische und rechtliche Vaterschaft anbelangt, kann zum Beispiel im Falle einer Adoption dem Adoptivvater Letztere übertragen werden, wenn im Zuge des Adoptionsverfahrens die Vaterschaftsanerkennung beantragt wird.

Der biologische Vater hat dann aus juristischer Sicht gegenüber dem Kind keinerlei Rechte und Pflichten mehr. Dies betrifft sowohl das Sorgerecht als auch die Pflicht, Kindesunterhalt zu zahlen, denn hierfür hat der rechtliche Vater Sorge zu tragen.

Was bezüglich der Vaterschaft grundsätzlich gilt, ist im Bürgerlichen Gesetzbuch genau festgehalten. Laut § 1592 BGB heißt es:

Vater eines Kindes ist der Mann,

  1. der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist,
  2. der die Vaterschaft anerkannt hat oder
  3. dessen Vaterschaft nach § 1600d oder § 182 Abs. 1 des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit gerichtlich festgestellt ist.

Wenn es zum Gerichtsverfahren kommt, um festzustellen, wer für die Vaterschaft in Frage kommt, wird als Vater in der Regel die Person vermutet, welche während der Empfängniszeit der Mutter beigewohnt hat. Die genannte Vermutung gilt nicht, wenn begründete Zweifel an der Vaterschaft bestehen.

Mit Empfängniszeit ist hier die Zeitspanne vom 300. bis zum 181. Tag vor der Geburt gemeint. Es sei denn, es steht fest, dass das zu erwartende Kind außerhalb dieses Zeitraums empfangen wurde. Ist dem so, dann gilt der abweichende Zeitraum als Zeit der Empfängnis.

Weiterhin ist es in der Regel erst vom Zeitpunkt Ihrer Feststellung an möglich, die Rechtswirksamkeit der Vaterschaft geltend zu machen. Es sei denn aufgrund der gesetzlichen Grundlage ergeben sich andere Möglichkeiten. Das letzte Wort haben in diesem Fall die zuständigen Richter.

Nicht nur zur Vaterschaft im Allgemeinen, sondern auch zur Vaterschaftsanerkennung gibt es einen spezifischen Paragraphen im Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 1594 BGB), der wie folgt lautet:

  • Die Rechtswirkungen der Anerkennung können, soweit sich nicht aus dem Gesetz anderes ergibt, erst von dem Zeitpunkt an geltend gemacht werden, zu dem die Anerkennung wirksam wird.
  • (2) Eine Anerkennung der Vaterschaft ist nicht wirksam, solange die Vaterschaft eines anderen Mannes besteht.
  • (3) Eine Anerkennung unter einer Bedingung oder Zeitbestimmung ist unwirksam.
  • (4) Die Anerkennung ist schon vor der Geburt des Kindes zulässig.

Vaterschaftsanerkennung beim Jugendamt oder Standesamt?

Die Vaterschaftsanerkennung kann u.a. beim Jugendamt bantragt werden.

Wer Vater wird oder schon geworden ist, aber nicht mit der Mutter des Kindes in einer ehelichen Gemeinschaft lebt, kann die Vaterschaft vor oder nach der Geburt des Kindes beantragen.

Als zuständige Anlaufstelle kommen hierfür folgende Institutionen in Frage:

  • Jugendamt
  • Standesamt
  • Amtsgericht
  • Notar

Die Vaterschaftsanerkennung kann also grundsätzlich nur persönlich vor einer Urkundsperson erklärt und von dieser entgegengenommen werden.

Außerdem wird vorausgesetzt, dass sowohl Mutter als auch biologischer Vater über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen.

Andernfalls ist zur Anerkennung der Vaterschaft ein Dolmetscher mitzubringen. Derjenige muss ein gültiges Personaldokument besitzen und darf weder mit der Kindsmutter noch mit dem biologischen Vater verwandt oder verschwägert sein. Weiterhin ist es notwendige Voraussetzung für einen erfolgreichen Antrag, dass die Mutter des Kindes der Vaterschaftsanerkennung persönlich im Beisein der Urkundsperson zustimmt.

Vaterschaftsanerkennung: Welche Unterlagen sind erforderlich?

Unabhängig davon, ob beim Standesamt oder Jugendamt die Vaterschaftsanerkennung beantragt wird, sind eine Reihe von Dokumenten erforderlich, um den Antrag stellen zu können und eine Bewilligung zu bekommen.

In jedem Fall sind von beiden Elternteilen folgende Dokumente im Original vorzulegen:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Geburtsurkunden
  • Nachweise sind vorzubringen, falls der Name der Mutter oder des Vaters von der jeweiligen Geburtsurkunde abweicht. Akzeptiert wird zum Beispiel eine Bescheinigung über die erfolgte Namensänderung nach der Hochzeit oder eine Eheurkunde.

Für die Vaterschaftsanerkennung sind bestimmte Unterlagen erforderlich.

Handelt es sich um ausländische Urkunden, müssen diese zwangsläufig von einem in Deutschland beeidigten Dolmetscher übersetzt werden.

Die Kosten hierfür trägt derjenige, der beabsichtigt, einen Antrag auf Vaterschaftsanerkennung zu stellen. Für manche Länder ist ferner die sogenannte Überbeglaubigung zu erbringen.

Hiermit ist eineApostille oder Legalisation gemeint. Dahinter verbirgt sich letztlich ein zusätzlicher Beglaubigungsvermerk, der sich auf die Unterschrift bezieht. Für Staaten, die dem Haager Übereinkommen beigetreten sind, wird die Apostille erteilt, alle anderen Urkunden bekommen den Legalisationsvermerk.

Unterlagen für die Vaterschaftsanerkennung vor und nach der Geburt

Ob weitere Unterlagen vorgelegt werden müssen, hängt davon ab, wann die Vaterschaftsanerkennung beantragt wird. Entscheiden sich die werdenden Eltern dazu, dies schon im Vorfeld der Geburt des Kindes umzusetzen, dann muss der Mutterpass am Termin der Antragstellung mitgebracht werden.

Jede schwangere Frau erhält in der Regel zu Beginn ihrer Schwangerschaft einen sogenannten Mutterpass. Ausgestellt wird das Schriftstück von der betreuenden Frauenärztin oder dem zuständigen Frauenarzt. Auch Hebammen können den Pass ausstellen. Ziel des Ganzen ist die Begleitung der werdenden Mutter von der Schwangerschaft bis hin zur Geburt. Alle Ergebnisse der Vorsorgeuntersuchungen werden im Mutterpass erfasst. Hierzu zählen u.a. Angaben zu Gewicht und Größe des Babys, aber auch Daten zum gesundheitlichen Zustand der Schwangeren.

Erfolgt die Anerkennung der Vaterschaft hingegen nach der Geburt des Kindes, ist hinsichtlich der Unterlagen für die Vaterschaftsanerkennung ein weiteres Dokument erforderlich: Die Geburtsurkunde des Kindes. Dabei handelt es sich um die amtliche Bescheinigung über die Geburt des Kindes. Aufgeführt sind im Schriftstück folgende personenbezogene Daten:

  • Vorname
  • Familienname
  • Geschlecht
  • Datum und Ort der Geburt

Erstellt wird die Geburtsurkunde als Abschrift aus dem Geburtsregister des Geburtsortes. Im Zuge der Vaterschaftsanerkennung wird dann neben der Mutter des Kindes auch der rechtliche Vater in die Urkunde eingetragen. Ausstellende Behörde ist in der Regel das Standesamt des Geburtsortes.Beim Standesamt ist die Vaterschaftsanerkennung u. U. ohne Geburtsurkunde des Kindes möglich.

Wer mit der Vaterschaftsanerkennung das Standesamt betraut, muss die Geburtsurkunde nur dann vorlegen, wenn die Geburt des Kindes in einem anderen Standesamt beurkundet wurde.

Entscheiden sich betroffene Paare hingegen dazu, die Anerkennung der Vaterschaft im Jugendamt, vor dem Amtsgericht oder von einem Notar durchführen zu lassen, muss die Geburtsurkunde vom Kind in jedem Fall vorgezeigt werden.

In allen Fällen ist es stets notwendige Voraussetzung für die Vaterschaftsanerkennung, dass die Kindsmutter dieser zustimmt. Andernfalls ist der Antrag aus rechtlicher Sicht nicht zulässig.

Sind Vaterschaftsanerkennung und Sorgerecht getrennt voneinander zu behandeln?

Werdenden Eltern sollten nicht den Fehler machen, die Vaterschaftsanerkennung mit dem Sorgerecht gleichzusetzen. Denn es handelt sich hierbei um zwei verschiedene Anträge, die unabhängig voneinander gestellt werden müssen.

Das heißt, Sie können nicht beide Fälle mit einem Antrag abdecken. Wenn sich die Mutter und der Vater, der die Anerkennung der Vaterschaft beantragt hat, das Sorgerecht teilen wollen, so müssen sie dies vor der Geburt des Kindes dem Jugendamt mitzuteilen. Hierfür müssen Sie die Sorgerechtserklärung bei diesem abgeben.

Sorgerecht und Vaterschaftsanerkennung bedürfen getrennter Anträge.

Nachdem die Willenserklärung von einer Urkundsperson bestätigt wurde, ist das gemeinsame Sorgerecht rechtsgültig. Wird von den ledigen Eltern keine entsprechende Erklärung abgegeben, hat zunächst die Mutter des Kindes das alleinige Sorgerecht.

Für Familiengerichte ist in diesem Zusammenhang stets das Kindeswohl entscheidend. Das gemeinsame Sorgerecht soll grundsätzlich Vorrang vor dem alleinigen haben.

2010 gab es bezüglich der Väterrechte beim Sorgerecht eine Gesetzesänderung. Bis 2010 hatten ledige Mütter das Recht, ihr Veto einzulegen, wenn der Vater die gemeinsame Sorge einfordern wollte. Im Zuge der Gesetzesneuerung wurde das Vetorecht abgeschafft. Hintergrund ist die Absicht, ledigen Vätern mehr Mitspracherecht einzuräumen. Anlass war der Grundgesetzverstoß, denn die zuständigen Verfassungsrichter erklärten es für grundgesetzwidrig, dass Mütter gegen eine Sorgerechtsteilung ihr Veto einlegen können.

Seit 2010 sind ledige Väter somit berechtigt, beim Familiengericht Klage gegen das alleinige Sorgerecht der Mutter einzureichen. Das Familiengericht kann dann die Teilung des Sorgerechts durchsetzen, wenn diese im Sinne des Kindeswohls ist.

Schon 2009 hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte darauf aufmerksam gemacht, dass die deutsche Sorgerechtsregelung für eine Diskriminierung lediger Väter sorge und damit gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstoße.

Entstehen im Rahmen der Vaterschaftsanerkennung Kosten?

Einige Jugendämter erheben für den bürokratischen Akt der Vaterschaftsanerkennung Gebühren, andere nicht. Ob die Anerkennung auf Vaterschaft für Antragsteller kostenlos ist oder nicht, erfahren diese auf Nachfrage bei der zuständigen Behörde.

Bei Notaren und Amtsgerichten werden jedoch Kosten für die Vaterschaftsanerkennung bzw. deren Durchführung erhoben. In der Regel belaufen sich diese auf einen Betrag in Höhe von etwa 30 Euro.Im Rahmen der Vaterschaftsanerkennung können Kosten für Verwaltungsakte entstehen.

Das heißt, wenn die Geburtsurkunde nicht geändert werden muss, fällt das zu begleichende Entgelt weg. Die beschriebene Regelung geht aus § 55a der Kostenordnung hervor, die es auch Notaren untersagt, für die bloße Vaterschaftsanerkennung Kosten in Rechnung zu stellen.

Außerdem beeinflusst ferner die Dauer des Verfahrens sowie dessen Umfang den letztlich zu zahlenden Betrag. Grundsätzlich wird jedoch gemäß Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) abgerechnet.

Tipp: Kosten entstehen nur bei der Vaterschaftsanerkennung nach der Geburt, wer sich also für einen vorgeburtlichen Antrag entscheidet, spart sich die Gebühren. Deshalb raten Jugend- und Standesämter zur rechtzeitigen Beantragung, durch welche nicht nur die Kosten wegfallen, sondern auch lästige Behördengänge.

Können Betroffene die Vaterschaftsanerkennung verweigern oder zurückziehen?

Prinzipiell besteht für werdende Väter die Möglichkeit, einen von der Kindsmutter geforderten Vaterschaftstest zu verweigern. Allerdings kommt es in den seltensten Fällen vor, dass die Mutter diese Verweigerung tatsächlich hinnimmt, ohne ihrerseits Maßnahmen zu ergreifen. Gemeint ist die Vaterschaftsklage, die Müttern in diesem Zusammenhang erheben können.

Ist die Mutter des Kindes in der Lage, vor Gericht glaubhaft zu machen, dass der sich verweigernde Vater das Kind gezeugt hat, wird von den zuständigen Richtern ein Beweisbeschluss veranlasst. Wenn es es zum gerichtlichen Vaterschaftstest kommt, ist von einer Verweigerung abzuraten.

Theoretisch haben Väter die Möglichkeit, die Vaterschaftsanerkennung zu verweigern.

Denn kommt es zu diesem Szenario, ist das Gericht befugt, bei gegebenem Anlass auf Zwangsmittel zurückzugreifen, um eine Vorladung des betreffenden Vaters zu erreichen. Zur Abnahme der für den Test erforderlichen Speichelprobe ist es in der Vergangenheit bereits vorgekommen, dass eine Abholung des widerwilligen Vaters durch Beamte der Polizei durchgesetzt wurde.

Sofern die Vaterschaftsanerkennung ein Jahr nach der Beurkundung noch keine Wirksamkeit erlangt hat, kann der Anerkennende von seinem Widerrufsrecht Gebrauch machen. Damit der Widerruf als rechtsgültig erachtet wird, muss dieser öffentlich beurkundet werden. Hierfür kommt nur ein Beamter in Frage, der berechtigt ist, öffentliche Beurkundungen oder Beglaubigungen vorzunehmen. Außerdem darf der Widerruf nicht an eine Bedingung oder zeitliche Bestimmung gebunden sein.

Vaterschaftsanerkennung anfechten: Wann besteht die Möglichkeit?

Zunächst ist hier die Frage zu klären, wer überhaupt gesetzlich dazu berechtigt ist, eine Anfechtung der Vaterschaftsanerkennung in die Wege zu leiten. Die folgende Liste fasst zusammen, welche Personen im genannten Kontext in Frage kommen:

  1. Der Mann, der mit der Mutter des Kindes zum Zeitpunkt der Geburt verheiratet ist
  2. Der Mann, dessen Vaterschaftsanerkennung bereits rechtskräftig ist
  3. Der sogenannte biologische Vater, welcher eine eidesstattliche Erklärung abgegeben hat, der Mutter des Kindes während der Empfängniszeit beigewohnt zu haben
  4. Die Mutter des Kindes
  5. Das Kind selbst (vertreten durch den sorgeberechtigten Elternteil)
  6. Die verantwortliche Behörde, falls eine missbräuchliche Vaterschaftsanerkennung vorliegt

Der leibliche bzw. biologische Vater ist nur dann berechtigt, eine Anfechtung vorzunehmen, wenn keine Beziehung sozial-familiärer Natur zwischen dem rechtlichen Vater und dem Kind besteht. Wenn hingegen der rechtliche Vater auch die volle Verantwortung für das Kind getragen und gemeinsam mit diesem und der Mutter in einer häuslichen Gemeinschaft gelebt hat, sieht es anders aus. Der biologische Vater kann unter den gegebenen Umständen die Vaterschaftsanerkennung des rechtlichen Vaters nicht anfechten.

Zu einer wirksamen Anerkennung der Vaterschaft kann der leibliche Vater nur dann gelangen, wenn von einem der übrigen Beteiligten die Anfechtung in Erwägung gezogen wird.

Fristen bei der Anfechtung der Vaterschaftsanerkennung

Wer beabsichtigt, die Anerkennung der Vaterschaft anzufechten, ist dabei an gesetzlich festgelegte Fristen gebunden. In der Regel gilt hierbei ein Zeitraum von zwei Jahren, innerhalb derer es zur Anfechtung kommen muss, damit diese rechtswirksam werden kann.

Ausschlaggebend ist in jedem Fall die Frage, wann die betroffene Person darüber Kenntnis erhalten hat, dass die gegebenen Umstände gegen eine Vaterschaft sprechen. Ab dem beschriebenen Zeitpunkt beginnt im jeweiligen Einzelfall die vom Gesetz vorgeschriebene zweijährige Frist.

Falls minderjährige Kinder beteiligt sind, gelten zusätzliche Vorschriften. Falls durch den Vertreter des minderjährigen Kindes die Vaterschaftsanerkennung nicht rechtzeitig angefochten wurde, steht es dem Kind frei, die Anfechtung mit Vollendung des 18. Lebensjahres selbst nachzuholen.

Bei der Vaterschaftsanerkennung ist eine gesetzliche Frist einzuhalten.

Seit 2008 besteht zudem eine weitere Möglichkeit, was die Anfechtung der Anerkennung der Vaterschaft betrifft. Hintergrund ist das Verhindernillegaler Einreise. In der Vergangenheit war es nämlich zu Fällen gekommen, in denen Männer die Vaterschaftsanerkennung nur deshalb beantragt haben, um für sich selbst, die Kindsmutter oder das Kind eine Einreise oder Aufenthaltserlaubnis für Deutschland durchzusetzen.

Ferner sind laut dem Rundfunk Berlin Brandenburg auch solche Betrugsfälle bekannt, in denen deutsche Männer sich gegen Bezahlung von Asylbewerberinnen zu Scheinvaterschaften überreden ließen. Von mehreren tausend Euro sei hier die Rede. Im Gegenzug erhielten die Kinder der betreffenden Mütter automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft, und der Frau selbst wurde aufgrund dieser Begebenheit bis auf weiteres ein Bleiberecht gewährt.

Das beschriebene Szenario ist seit der zusätzlichen Regelung, die 2008 in Kraft getreten ist, nicht mehr möglich. Stattdessen können die zuständigen Behörden bei gegebenem Anlass die Anfechtung der Vaterschaft in die Wege zu leiten. Dies ist dann möglich, wenn der begründete Verdacht, dass es sich um eine bloße “Scheinvaterschaft” handelt und somit eine Gesetzeswidrigkeit vorliegt.

Zweifel an der Vaterschaft: Wer hat das Recht auf einen Vaterschaftstest?

Die Vaterschaft kann im Allgemeinen nur dann neu zugeordnet werden, wenn Klarheit darüber herrscht, wer der rechtliche und wer der biologische Vater ist. Mit anderen Worten: Eine Anfechtung macht nur dann Sinn, wenn Sie rechtlich manifestieren soll, was in der Realität bereits gegeben ist.

Betroffene stellen sich allerdings nicht selten die Frage : “Was passiert, wenn Zweifel an der leiblichen Vaterschaft bestehen?“ So kann es beispielsweise vorkommen, dass der Ehemann daran zweifelt, biologischer Vater des Kindes zu sein. Aus rechtlicher Sicht ist auch für diesen Umstand vorgesorgt.

Denn es existiert im Rahmen der Vaterschaftsanerkennung ein gegenseitiger Anspruch zwischen rechtlichem Vater, Mutter und Kind, ein genetisches Abstammungsgutachten einzuholen. Alle Beteiligten haben Anspruch auf Einsicht des Gutachtens bzw. auf Aushändigung einer Abschrift. Mitunter kann es problematisch werden, wenn die biologische Elternschaft gemäß Abstammungsrecht beispielsweise wegen einer Samenspende nur unter erschwerten Bedingungen zu bestimmen ist, da hier spezifische Gesetze greifen.

Verweigert einer der Beteiligten die Einholung eines entsprechenden Gutachtens, kann vor dem zuständigen Familiengericht ein Antrag gestellt werden. Das ist in § 1598 a) BGB geregelt. Das Kind muss sich allerdings im Gerichtsverfahren vor dem verantwortlichen Familiengericht durch einen Ergänzungspfleger gem. §§ 1629 Abs. 2 a), 1909 BGB vertreten lassen.

Mit Abstammungsgutachten ist das Verfahren gemeint, welches umgangssprachlich den meisten Verbrauchern auch als sogenannter Vaterschaftstest bekannt ist. Als Ausgangsmaterial dient in der Regel ein Abstrich von der Mundschleimhaut des Mannes, dessen Vaterschaft getestet werden soll. Alternativ funktioniert der Test auch mit Hilfe einer Blutprobe.

Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn die DNA aller beteiligten Personen isoliert wird. Letztlich gibt dann ein Vergleich von Marker-Abschnitten auf der DNA Auskunft über die biologische Vaterschaft.

Ein Vater­schafts­test kann nur durchgeführt werden, wenn alle Beteiligten dazu schriftlich ihr Einverständnis erteilen oder wie oben bereits erwähnt die Anordnung zur Testdurchführung vom Gericht ausgesprochen wird. (51 Bewertungen, Durchschnitt: 3,71 von 5)
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Vaterschaftsanerkennung

Wenn Ihr nicht verheiratet seid, müsst Ihr Euch leider mit dem Thema Vaterschaftsanerkennung auseinandersetzen. Damit ihr schnell wisst, was ihr dafür tun müsst, haben wir Hebammen von Kinderheldin Euch dazu eine einfache Übersicht hierzu erstellt.

Was ist eine Vaterschaftsanerkennung?

Die beurkundete Vaterschaft schafft verwandtschaftliche Beziehungen zwischen Vater und Kind mit unterhalts- und erbrechtlichen Folgen. Das Sorgerecht und die Wahl des Familiennamens des Kindes sind davon unabhängige Erklärungen.

Wer braucht eine Vaterschaftsanerkennung?

Eine Vaterschaftsanerkennung bzw. gerichtliche Vaterschaftsfeststellung wird immer dann nötig, wenn die Eltern des Kindes nicht verheiratet sind. Sind Mutter und Vater zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes miteinander verheiratet, gilt automatisch der Ehemann als Vater des Kindes. Er muss sich also nicht weiter zur Vaterschaft erklären. Wird das Kind aber nicht in eine Ehe hineingeboren, muß der biologische Vater, um vor dem Gesetz als Vater zu gelten, eine Vaterschaftsanerkennung unterschreiben.

Wann beantrage ich die Vaterschaft am besten?

Die Vaterschaft kann zwar jederzeit anerkannt werden. Ich empfehle Dir allerdings die Anerkennung schon vor Geburt des Kindes zu machen. Das hat den Vorteil, dass Du als Vater dann auch in die Geburtsurkunde Deines Kindes mit aufgenommen werden kannst. Außerdem kannst Du dir die Organisation im Wochenbett sparen, um dich in dieser Zeit lieber um die neue Familie zu kümmern ;-).

Wie läuft die Anerkennung ab?

Die Vaterschaftsanerkennung kann nur persönlich erklärt werden, auch die Zustimmungserklärungen der Mutter und ggf. eines noch nicht geschiedenen Ehemannes können nur persönlich abgegeben werden. Du musst die Anerkennung der Vaterschaft gegenüber einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter der zuständigen Stelle erklären, die öffentliche Urkunden ausstellen darf. Die Mutter des Kindes muss der Anerkennung zustimmen. Hinweis: Du und die Mutter Deines Kindes können die Anerkennung der Vaterschaft und die Zustimmung zusammen oder getrennt erklären. Die Mitarbeitenden der zuständigen Stelle fassen Deine Erklärung und die Zustimmungen in einer öffentlichen Urkunde zusammen. Du erhälst davon eine beglaubigte Kopie.

Nach der Beurkundung erhält das Standesamt des Geburtsortes des Kindes beglaubigte Kopien über

  • die Anerkennung der Vaterschaft und
  • die Zustimmungserklärung der Mutter.

Wenn Du die Vaterschaft bereits vor der Geburt anerkannt hast, wird Dein Name in die Geburtsurkunde eingetragen. Bei einer Anerkennung nach der Geburt stellt das Standesamt am Geburtsort des Kindes eine neue Geburtsurkunde aus.

Zuständige Stellen

  • Jedes Amtsgericht (kostenpflichtig),
  • jeder Notar oder jede Notarin (kostenpflichtig)
  • das örtliche Standesamt (kostenfrei)
  • 
das örtliche Jugendamt (kostenfrei)

Voraussetzungen

  • Das Kind hat rechtlich noch keinen Vater.

  • Alle erforderlichen Zustimmungen liegen vor, d.h. wenn Du oder die Mutter jünger als 18 Jahre sind, müssen auch eure gesetzlichen Vertreter beziehungsweise die der Mutter zustimmen.
  • 
Jeder Beteiligter und jede Beteiligte ist persönlich anwesend.

Erforderliche Unterlagen für die Erklärung des Vaters:

  • Personalausweis oder Reisepass des Vaters
  • vor der Geburt: Nachweis des voraussichtlichen Geburtsdatums des Kindes (z.B. Mutterpass)
  • nach der Geburt: Geburtsurkunde des Kindes

Erforderliche Unterlagen für die Zustimmung der Mutter:

  • Personalausweis oder Reisepass der Mutter

Erfolgt die Zustimmung getrennt von der Anerkennung:

  • beglaubigte Kopie der Anerkennungserklärung des Vaters
  • 
vor der Geburt: Nachweis des voraussichtlichen Geburtsdatums des Kindes (z.B. Mutterpass)
  • nach der Geburt: Geburtsurkunde des Kindes

Für weitere Zustimmungserklärungen (z.B. von gesetzlichen Vertretern eines minderjährigen Elternteils):

  • Personalausweis oder Reisepass der zustimmenden Personen
  • beglaubigte Kopie der Erklärung, der zugestimmt wird
  • eventuell Nachweise über die Stellung als gesetzlicher Vertreter

Hinweis: Manchmal benötigst Du weitere Unterlagen. Erkundige Dich bei der zuständigen Stelle, damit Du Dir unnötige Wege sparst!

Tipp: Wenn Du die Vaterschaft beim zuständigen Jugendamt anerkennen lässt, kannst Du gleichzeitig eine Erklärung über das Sorgerecht abgeben.

Sprich mit uns! Wenn Du als Vater fragen zur Schwangerschaft, Geburt oder die Zeit danach hast.

Vaterschaftsanerkennung – Wichtige Informationen auf einen Blick

In diesem Artikel erwartet dich:

Vaterschaftsanerkennung. Eigentlich ist das Wort ja schon selbsterklärend, dabei steckt noch so viel mehr dahinter. Babyseiten sind voller Tipps und Tricks im Umgang mit den Babys und den Gefühlen in der Schwangerschaft. Leider wird oftmals der „bürokratische Kram“ komplett übersehen und ausgelassen. Keine Sorge, wir werden euch in jedem Bereich informieren und uns um euch kümmern. Wundert euch nicht, zur Verdeutlichung werden hier auch entsprechende gesetzliche Paragraphen genannt. Dort könnt ihr entsprechende Vorschriften noch einmal nachlesen und vertiefen. In diesem kurzen Ratgeber werden wir euch alle wichtigen Informationen und Fakten nennen.

Vaterschaftsanerkennung – Was ist das eigentlich?

Naja, wie bereits gesagt, ist das Wort eigentlich schon selbsterklärend. Und doch wollen wir es euch noch einmal verdeutlichen. Bei einem Kind ist es niemals fraglich, wer die Mutter ist, bei dem Vater ist es aber nicht so einfach. „Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat“, besagt der § 1591 BGB. Damit die frisch gewordene Mutter nicht einfach „irgendjemanden“ als Vater in der Geburtsurkunde des Kindes angibt, muss der Vater das Kind als sein Kind anerkennen. Er bestätigt also die Aussage der Mutter über die bestehende Vaterschaft.

Wozu braucht man das?

Logischerweise wird die Vaterschaftsanerkennung benötigt, damit nicht irgendwer als Vater angegeben wird. Väter müssen bei einer getrennt lebenden Situation schließlich Unterhalt für das Kind bezahlen. Damit alles hierbei mit rechten Dingen zu geht, muss der Vater die Vaterschaft anerkennen. Im Übrigen kann auch nicht einfach „irgendein“ Freund oder Bekannter beschließen „das ist mein Kind. Ich erkenne das jetzt an“ und fertig. Auch zur Vaterschaft muss die Mutter des Kindes zustimmen. Es läuft also beidseitig.

Wo kann man eine Vaterschaftsanerkennung machen?

Das ist ganz einfach. Ihr könnt die Vaterschaft beim Standesamt oder beim Notar anerkennen. In manchen Städten übernimmt dies auch das Jugendamt, aber nicht immer.

Die Vaterschaftsanerkennung benötigt die öffentliche Beurkundung, nicht unbedingt die notarielle Beurkundung. Sie kann also nicht privatschriftlich erfolgen.

Wann kann man die Vaterschaft anerkennen?

Die Erklärung über die Vaterschaftsanerkennung ist bereits vor der Geburt des Kindes zulässig und sie ist bestimmungs- und zeitbestimmungsfeindlich. Schaut hierzu einfach einmal im § 1594 BGB vorbei. Wie bereits gesagt, muss die Mutter der Vaterschaft zustimmen. Denn § 1595 Ab. 1 BGB besagt „Die Anerkennung bedarf der Zustimmung der Mutter„. Hier ist das Gesetz (ausnahmsweise) einmal sehr deutlich.

Es ist im Übrigen nicht möglich, dass zwei verschiedene Männer die Vaterschaft anerkennen. Es ist keine Vaterschaftsanerkennung möglich, wenn die Vaterschaft eines anderen Mannes besteht. Diese müsste also zunächst angefochten werden. Dazu aber später noch genaueres.

Wie viel kostet eine Vaterschaftsanerkennung?

Nichts. Das ist ganz einfach. Egal zu welcher Anerkennungsstelle ihr euch hinbegebt, eine Vaterschaftsanerkennung kostet nichts. Es fallen höchstens die Dokumentenpauschale bzw. Auslagen an. Hierbei handelt es sich aber um wenige Euros im einstelligen Bereich.

Tipp: Notare arbeiten im Gegensatz zum Standesamt (dieses arbeitet nach Öffnungszeiten) auf Termin. Da die Vaterschaftsanerkennung nichts kostet, bekommt der Notar auch kein Geld dafür. Bei einem Notar kann es euch also durchaus passieren, dass ihr hier erst in 1-2 Wochen einen Termin bekommt. Andere Dinge werden da einfach Vorrang haben. Beim Standesamt müsst ihr oftmals, wie beim Ummelden, zwar lange warten, könnt die Vaterschaft aber noch am selben Tag anerkennen.

Was wird für die Vaterschaftsanerkennung benötigt?

Am besten wird die Vaterschaft in der Gegenwart von beiden Elternteilen anerkannt. Dabei haben solltet ihr Personalausweise, sowie eure Geburtsurkunden und die eures Kindes.

Vaterschaftsanerkennung in einer Ehe

Eine Vaterschaftsanerkennung in der Ehe ist überflüssig. Wird ein Kind in einer bestehenden Ehe geboren, gilt der Ehemann automatisch als Vater. Er muss die Vaterschaft nicht mehr anerkennen.

§ 1592 Abs. 1 sagt aus : „Vater eines Kindes ist der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist.“

Anfechtung der Vaterschaft

Was bedeutet anfechten?

Anfechten bedeutet, man zweifelt an der Richtigkeit einer Tatsache. Sie soll für unrichtig bzw. nichtig erklärt werden. In diesem Falle die Vaterschaft einer bestimmten Person.

Wer kann die Vaterschaft anfechten?

  • Die Mutter des Kindes
  • Das Kind selber
  • Der „jetzige“ Vater § 1600 Abs. 1 BGB
  • „der vermutliche“ Vater § 1600 Abs. 1 Nr. 2 BGB

Das Gesetz drückt es nur ein wenig umständlich aus.

Gibt es bestimmte Fristen, um die Vaterschaft anzufechten?

Die Anfechtungsfrist beträgt 2 Jahre. Sie beginnt allerdings erst zu laufen, wenn ein Grund bekannt ist, warum der jetzige Vater nicht der Vater sein sollte.

Warum sollte man eine Vaterschaft anfechten?

Wir gehen jetzt einfach einmal die verschiedenen Personen und die Gründe durch, warum diese die Vaterschaft anfechten können durch.

Die Mutter des Kindes

Wie ihr bereits wisst, ist ein Mann, der mit der Mutter des Kindes verheiratet ist, automatisch gesetzlich als Vater anerkannt. Die Mutter des Kindes sollte aber am besten wissen, wer der Vater ihres Kindes ist. So kann es also sein, dass die Mutter und der Ehemann bereits getrennt leben und sich scheiden lassen wollen. Aber noch nicht geschieden sind. Nun bekommt sie ein Kind mit einem neuen Partner. Trotzdem wäre gesetzlich gesehen der (bald Ex-)Ehemann der Vater des Kindes. Hier kann die Mutter des Kindes also die Vaterschaft anfechten.

Das Kind selbst

Warum sollte ein Kind die Vaterschaft seines „Vaters“ anfechten? Naja, es könnte natürlich sein, dass das Kind von einer Affäre der Mutter erfahren hat, die zeitlich gesehen ins Muster passt. Die Mutter möchte die Vaterschaft vielleicht nicht anfechten, so kann dies das Kind übernehmen.

Der „jetztige“ Vater

Stellt euch einfach das Szenario wie bei der Anfechtung der Mutter vor. In diesem Fall kann natürlich auch der Ehemann die Vaterschaft anfechten. Aber nicht nur Männer, die durch das Gesetz der Ehe zum Vater anerkannt worden sind, können die Vaterschaft anfechten. Vielleicht führten Mutter und „jetztiger“ Vater damals eine feste Beziehung. So hat der Mann ohne großes Nachfragen die Vaterschaft nach der Geburt des Kindes anerkannt. Nunmehr, nach einiger Zeit, stellt sich aber heraus, dass er gar nicht der einzige Mann war, der der Frau beigelegen hat… Natürlich kann auch er die Vaterschaft anfechten.

Der „vermutliche“ Vater

Wenn ein Mann überzeugt ist, dass er eigentlich der Vater des geborenen Kindes ist, kann er natürlich ebenfalls die Vaterschaft anfechten. Ein Mann hat ein Recht auf sein Kind und nur weil jemand anderes die Vaterschaft des Kindes freiwillig anerkennt, wird ihm dieses Recht nicht genommen. Außerdem hat der anerkannte Vater ebenfalls ein Recht auf Elterngeld.

Wie fechtet man eine Vaterschaft an?

Die Vaterschaft muss immer in einem gerichtlichen Verfahren, beim zuständigen Familiengericht angefochten werden. Ihr benötigt also einen Anwalt.

Wow, das war jetzt wirklich harte Lektüre. Hoffentlich habt ihr alles gut verstanden und habt vieles behalten. Ihr merkt wie weit und umfangreich so eine Kleinigkeit wie eine Vaterschaftsanerkennung gehen kann. Bei wirklichen Problemen mit der Vaterschaftsanerkennung ist es immer hilfreich einen Anwalt aufzusuchen, aber auch das Jugendamt wird euch beraten.

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