Vasektomie rückgängig kosten

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Sterilisation lässt sich rückgängig machen: Refertilisierung

Etwa 50.000 Männer in Deutschland entscheiden sich jährlich für eine Sterilisation. Doch dieser Schritt muss nicht endgültig sein. Mittels einer Refertilisierung ist es möglich, die Zeugungsfähigkeit wieder herzustellen. Welche Methoden es gibt, wie groß die Erfolgsaussichten sind und was es kostet, erklärt ein Experte.

Die Sterilisation beziehungsweise die Vasektomie, bei der die Samenleiter des Mannes durchtrennt werden, ist bei Männern eine relativ verbreitete Methode, sicher zu gehen, wenn man keinen Nachwuchs mehr will. Seltener muss der Eingriff aus medizinischen Gründen durchgeführt werden, etwa wenn Verletzungen oder Entzündungen am Samenleiter oder angeborene Fehlbildungen diagnostiziert wurden.

Erneuter Kinderwunsch trotz Sterilisation

Doch was geschieht, wenn die bisherigen Planungen zur Makulatur werden, weil eine neue Liebe ins Leben tritt, die sich nochmal Nachwuchs wünscht? „Für 97 Prozent unser Patienten ist tatsächlich eine neue Partnerin mit Kinderwunsch der Hauptbeweggrund wieder zeugungsfähig werden zu wollen“, erklärt der Urologe Horst Oesterwitz vom Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann.

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Durchschnittlich würden sich 15 Prozent der sterilisierten Männer Gedanken über eine Refertilisierung machen. Letztendlich entschlössen sich aber nur die Hälfte von ihnen zu dieser Behandlung und damit zur Wiederherstellung ihrer Fruchtbarkeit, so der Facharzt.

Da es sich bei einer Refertilisierung nach vorangegangener Sterilisation meist um einen Eingriff handelt, der auf eigenen Wunsch durchgeführt wird, übernehmen die Krankenkassen allgemein die Kosten nicht. Man muss deshalb in Deutschland mit etwa 2500 bis 3500 Euro für eine solche Operation kalkulieren.

So funktioniert eine Refertilisierung

Um eine Sterilisation rückgängig und damit den Samenleiter wieder durchgängig zu machen, sind heute zwei meist komplikationsarme operative Verfahren üblich. Beide dauern etwa zwei Stunden unter Vollnarkose und sind nur mit Hilfe eines OP-Mikroskops, sehr feinem Nahtmaterial und mikrochirurgischen Instrumenten möglich. Immerhin hat ein Samenleiter nur einen Durchmesser von drei Millimetern und der Kanal für den Spermientransport von nur 0,3 bis 0,5 Millimeter.

„Bei der am häufigsten durchgeführten Methode“, erläutert der Mediziner, „handelt es sich um die Vasovasostomie (VVS), bei der eine neue Verbindung der beiden durchgetrennten Enden des Samenleiters geschaffen wird, wenn während der Operation ein ausreichender Spermiengehalt nachgewiesen werden kann. Das trifft etwa bei 80 Prozent der Patienten zu.“

Bei etwa 20 Prozent sei das zweite Verfahren, die Tubulovasostomie (TVS) notwendig, wo ein Samenleiterende mit dem Nebenhodengang verbunden werde. „Zu dieser OP kommt es meist dann, wenn die Verschlusszeit nach einer Sterilisation besonders lange war und dadurch das Endteil des Samenleiters ‚verstopft‘ ist und während des Eingriffs im Samenleiter keine Samenzellen gefunden werden“, erklärt Oesterwitz, in dessen Klinik in Potsdam bislang über 1500 Refertilisiers-Operationen realisiert wurden.

Erfolgsquote hängt von der Dauer der Verschlusszeit ab

Damit die filigrane Arbeit der Operateure auch wirklich gelingen kann, müssen sie nicht nur ein gutes Auge und eine ruhige Hand im Umgang mit den mikrochirurgischen Instrumenten haben, sondern auch eine Menge Erfahrung mitbringen. Nur dann ist ein Eingriff Erfolg versprechend. Deshalb sollten sich Betroffene an einen Spezialisten wenden, der mehr als 50 solcher Operationen jährlich durchführt. Davon gäbe es, so der Urologe und Chirurg Oesterwitz, nur etwa zehn in Deutschland.

Ob ein Mann nach einer Refertilisierung wieder zeugungsfähig wird und es zu einer Schwangerschaft kommt, hängt aber nicht nur vom Können des Arztes ab, sondern auch davon, wie lange die Sterilisation des Patienten zurückliegt und die Samenleiter nicht aktiv waren. So komme es dem Experten zufolge bei etwa zehn Prozent der Patienten, bei denen das VVS-Verfahren zur Anwendung kam, in den ersten Monaten nach der OP zu einer erneuten Verklebung des Samenleiters. Bei der selteneren TVS-Methode betreffe es 30 Prozent.

Schwangerschaftsrate nach der Refertilisierung

Doch auch wenn dieser Wiederverschluss nicht eintritt, ist die Fruchtbarkeit nicht garantiert. „Deshalb sollte üblicherweise drei Monate nach dem Eingriff ein Spermiogramm durchgeführt werden, wo überprüft wird, ob Samenzellen im Ejakulat nachweisbar sind“, so Oesterwitz. „Das ist je nach Verfahren erfreulicherweise bei 70 bis 90 Prozent der Operierten der Fall.“

Eine erfolgreiche Familienplanung hängt jedoch auch erheblich vom Alter der Partnerin ab. „Nehmen wir mal an, ein Durchschnittspaar besteht aus einer 32-jährigen Frau und ihrem Lebensgefährten, dessen Verschlusszeit vor der OP acht Jahre dauerte: Mit diesen Voraussetzungen liegt die Schwangerschaftsrate statistisch bei 70 Prozent. Ist die Frau aber über 40, sinkt die Quote auf nur 20 Prozent“, erläutert der Urologe.

„Wartezeiten“ nach dem Eingriff

Wie lange müssen sich Paare aber gedulden, bis der Mann nach einem erfolgreichen Eingriff wieder voll „einsatzfähig“ sein kann und das operierte Gewebe ausreichend ausgeheilt ist? „Es gibt Frauen die bereits acht Wochen nach der OP ihres Partners schwanger werden. Doch bei unserem Durchschnittspaar muss man sich etwas mehr gedulden. Bei ihm dauert es statistisch etwa zehn Monate bis sich ein Baby ankündigt.“

Gelingt es beim Mann nicht die Sterilisation rückgängig zu machen und auf „natürlichem“ Weg Nachwuchs zu zeugen, gibt es laut Oesterwitz immer noch die Möglichkeit einer künstlichen Befruchtung der Frau. Die dazu nötigen Samenzellen würden dann aus den Hoden des Partners entnommen.

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Vasektomie: Die Sterilisation des Mannes

Bei der Sterilisation des Mannes (Vasektomie) werden die beiden Samenleiter im Hodensack durchtrennt und die losen Enden anschließend verschlossen. Dadurch können keine Spermien mehr in die Samenflüssigkeit gelangen.

Der Eingriff

© Westend61/Sandra Seckinger

Die Vasektomie wird meist ambulant und unter örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose in einer urologischen Praxis durchgeführt. Der Eingriff dauert insgesamt etwa eine halbe Stunde.

Zum Durchtrennen der beiden Samenleiter im Hodensack stehen verschiedene Operationsverfahren zur Verfügung. Bei der Vasektomie „ohne Skalpell“ werden die Hodensackhaut und die Samenstranghüllen nur angeritzt und gespreizt, um Zugang zu den Samenleitern zu bekommen. Dieses Verfahren ist mit vergleichsweise geringen operationsbedingten Komplikationen wie Blutergüssen (Hämatome) verbunden. Auch Wundinfektionen treten vergleichsweise selten auf.

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Die beiden Samenleiter werden durch das entstandene kleine Loch ein Stück herausgezogen und dann durchtrennt. Anschließend werden die losen Enden der Samenleiter durch Abbinden, Hitze, chemische Substanzen oder mit Titanclips verschlossen und in verschiedene Gewebeschichten des Hodensacks verlegt, damit sie nicht wieder zusammenwachsen. In der Regel sind keine Hautnähte nötig, sodass am Ende zwei kleine Pflaster auf der Hodensackhaut genügen.

Bei anderen Techniken werden Schnitte gesetzt, um an die Samenleiter zu gelangen. Außerdem werden die Samenleiter nicht nur durchtrennt, sondern auch um jeweils etwa einen Zentimeter gekürzt.

Im Hinblick auf die Verhütungssicherheit hat sich bisher keine der Methoden als besser herausgestellt. Unabhängig von der angewandten Operationstechnik reichen nach dem Eingriff in der Regel ein paar Tage körperlicher Schonung und sexueller Enthaltsamkeit aus, um sich zu erholen. Mit Sport und körperlichem Training sollten Sie möglichst zwei Wochen lang aussetzen. Manchmal wird auch empfohlen, in dieser Zeit einen Hodenschutz (Suspensorium) zu tragen.

Der Eingriff hat keine Auswirkungen auf die Produktion von Hormonen und Spermien in den Hoden. Da die Samenleiter durchtrennt werden, gelangen die Spermien aber nicht mehr in die Samenflüssigkeit (Ejakulat) und werden vom Körper abgebaut. Der Abbauprozess geschieht unbemerkt und schmerzlos. Eine Vasektomie ist nicht zu verwechseln mit einer Kastration, bei der die Hoden operativ entfernt werden oder ihre Funktion hormonell unterbunden wird.

Nachkontrolle

Um zu prüfen, ob sich noch befruchtungsfähige Spermien im Ejakulat finden, sollte die Samenflüssigkeit nach dem Eingriff möglicherweise mehrfach untersucht werden. Bis Sie sicher unfruchtbar sind, kann es mehrere Monate dauern, da sich auch nach der Vasektomie in den oberen Abschnitten der Samenleiter noch viele Spermien befinden. In der Regel braucht es 15 bis 20 Samenergüsse, bis keine Spermien mehr zu finden sind. Erst wenn keine Spermien mehr vorhanden sind, können Sie auf weitere Verhütungsmittel verzichten. Die Nachkontrolle der Samenflüssigkeit ist auch wichtig, um zu prüfen, ob die durchtrennten Samenleiter möglicherweise wieder zusammengewachsen sind.

Sicherheit

Die Vasektomie ist die zuverlässigste Verhütungsmethode für den Mann. Die Versagerrate bei perfekter Anwendung beträgt 0,1 Prozent, bei typischer Anwendung 0,15 Prozent.

Es kommt vor, dass die durchtrennten Samenleiter in den ersten Monaten nach der Vasektomie von selbst wieder zusammenwachsen (Rekanalisierung). Angaben dazu, wie häufig es dazu kommt, schwanken von 50 bis 530 von 10.000 Fällen. Wichtig ist deshalb, dass der Erfolg des Eingriffs durch ein bis zwei Nachkontrollen gesichert wird. Bis zur erfolgreichen Nachkontrolle ist eine zusätzliche Verhütung erforderlich.

In sehr seltenen Fällen (Schätzungen reichen von 3 bis zu 120 von 10.000) kann es noch Jahre nach dem Eingriff zu einer Rekanalisierung und so unter Umständen zu einer Schwangerschaft kommen.

Vorteile

Der Vorteil einer fachgerecht durchgeführten Vasektomie ist ihre hohe Sicherheit als Verhütungsmethode. Auf das Lustempfinden, das Steifwerden des Penis (Erektion), den Orgasmus und den Samenerguss (Ejakulation) hat die Vasektomie keinen unmittelbaren Einfluss. Auch die Menge der Samenflüssigkeit unterscheidet sich bei einem sterilisierten Mann kaum von der eines nicht sterilisierten Mannes, da die Spermien nur etwa fünf Prozent des Ejakulats ausmachen.

Die Vasektomie ist zudem ein vergleichsweise einfacher chirurgischer Eingriff, bei dem nur selten Komplikationen auftreten. Die Sterilisation der Frau (Tubensterilisation), bei der während einer Bauchoperation die Eileiter durchtrennt werden, ist aufwändiger und mit deutlich höheren Operationsrisiken verbunden.

Mögliche Komplikationen

Komplikationen nach einer Vasektomie sind insgesamt selten. Es hängt auch von der Erfahrung der Chirurgin oder des Chirurgen ab, wie der Eingriff verläuft. Es empfiehlt sich deshalb, die Operation in einer Praxis oder Klinik vornehmen zu lassen, die mehr als fünfzig Vasektomien im Jahr durchführt.

In den Tagen nach der Operation treten bei einem bis zwei Prozent der Männer Beschwerden auf wie Blutergüsse, Druckgefühle in den Hoden, Wundinfektionen oder eine Entzündung der Nebenhoden (Epididymis). Mit entsprechender Behandlung bilden sie sich im Allgemeinen bald wieder zurück.

Einige Monate nach dem Eingriff oder auch noch später können sich kleine knotenartige Gewebeeinschlüsse von Samenzellen bilden (Sperma-Granulome). Sie sind meist eine Folge des Drucks in den Hoden, der durch die weiterhin produzierten Spermien entsteht. Normalerweise bleiben sie unbemerkt, können in Einzelfällen aber zu einem Zusammenwachsen eines der Samenleiter (Rekanalisierung) beitragen.

Neben unerwarteten seelischen Problemen mit der Unfruchtbarkeit finden sich unter den möglichen Spätfolgen einer Vasektomie auch chronische Schmerzen im Bereich der Hoden. In manchen Fällen verstärken sie sich bei sexueller Aktivität und können in seltenen Fällen die Lebensqualität erheblich einschränken. Wie häufig dieses sogenannte Post-Vasektomie-Schmerzsyndrom auftritt, ist noch nicht ausreichend erforscht. Die Angaben dazu, wie viele Männer sich deswegen in ärztliche Behandlung begeben, schwanken zwischen einem und 14 Prozent.

Die Ursachen für die Schmerzen sind bisher nicht genau bekannt. Vieles deutet darauf hin, dass bei den betroffenen Männern der Druckausgleich in den Hoden nur unzureichend funktioniert. Zudem können bei der Operation Nerven beschädigt worden sein. Unter Umständen wird eine erneute Operation notwendig – etwa eine gezielte Rekanalisierung, die Entfernung der Nebenhoden oder der Samenstrangnerven.

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Männer mit einer früheren Leistenoperation, mit bereits bestehenden Problemen im Bereich der Lendenwirbelsäule und/oder gelegentlichem Ziehen im Hodenbereich sollten dies im Beratungsgespräch vor einer Vasektomie unbedingt mitteilen. Das gilt auch für alle anderen Arten von chronischen Schmerzen.

In einer Reihe von Studien wurde untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen der Vasektomie und Prostatakrebs geben könnte. Eine aktuelle Zusammenfassung der Studienlage kommt aber zu dem Ergebnis, dass hier kein Grund zur Sorge besteht. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass eine Vasektomie für späteren Prostatakrebs verantwortlich ist.

Wohlüberlegte Entscheidung

Die Sterilisation ist eine sehr sichere Verhütungsmethode, denn sie führt zu dauerhafter Unfruchtbarkeit. Der Schritt sollte deshalb wohlüberlegt sein und erst dann infrage kommen, wenn Sie sich sicher sind, keine Kinder (mehr) bekommen zu wollen. Was im Moment gilt, kann sich unter anderen Lebensumständen schnell ändern. Es kommt immer wieder vor, dass mit einer neuen Partnerschaft auch der Wunsch nach einem (weiteren) Kind wächst.

Fortschritte in der Mikrochirurgie ermöglichen es zwar, eine Sterilisation im Prinzip rückgängig zu machen (Refertilisierung). Doch der Eingriff ist nicht nur aufwändig und relativ teuer. Es gibt zudem keine Sicherheit, dass damit die Fruchtbarkeit tatsächlich wiederhergestellt wird.

Das Risiko, die Sterilisation später zu bereuen, ist umso größer, je früher im Leben der Eingriff vorgenommen wird. Auch in schwierigen Lebenssituationen, zum Beispiel nach einer Trennung oder Scheidung, nach einem Schwangerschaftsabbruch oder aufgrund einer ungewollten Vaterschaft, kommt es häufiger zu Fehlentscheidungen. Vor allem in solchen Krisenphasen ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen und nicht übereilt zu handeln.

Sie und Ihre Partnerin sollten sich einig sein, dass Sie keine Kinder (mehr) bekommen möchten, und gemeinsam überlegen, welche Auswirkungen der Schritt auf Ihre Beziehung haben könnte – auch in sexueller Hinsicht. Das gilt auch für Männer und Frauen, die nicht in einer festen Beziehung leben. Niemand sollte sich zu einer Sterilisation drängen lassen, auch nicht von der Partnerin. Letztlich muss jeder Mann selbst entscheiden, ob dieser Schritt der richtige ist.

Lässt sich der Eingriff rückgängig machen?

Mikrochirurgische Verfahren machen es in den meisten Fällen möglich, durchtrennte Samenleiter wieder miteinander zu verbinden. Das bedeutet jedoch nicht in jedem Fall, dass der Mann dann wieder fruchtbar ist. Oft hat sich in der Zwischenzeit aus verschiedenen Gründen die Spermienproduktion verschlechtert. Die sogenannte Refertilisierung ist zudem eine vergleichsweise aufwändige Operation: Sie dauert etwa zwei Stunden und erfordert eine Vollnarkose.

Es ist möglich, vor einer Vasektomie eine oder mehrere Spermienproben (kostenpflichtig) einfrieren zu lassen (Kryokonservierung). Das Verfahren wird jedoch meist nur männlichen Krebspatienten mit Kinderwunsch vor einer Chemotherapie oder einer Strahlenbehandlung angeboten. Einem gesunden Mann, der vor einer Vasektomie eine Kryokonservierung seines Spermas erwägt, wird eher geraten, zu prüfen, ob seine Entscheidung wirklich ausgereift ist.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) wird von einer Vasektomie abgeraten, wenn der Mann keine feste Partnerschaft und noch keine Kinder hat, noch keine 30 Jahre alt ist, oder wenn er chronische Schmerzen im Bereich der Hoden oder eine schwere Allgemeinerkrankung hat. Auch sollte er sich nicht in einer seelischen Krise befinden.

Kosten

Eine Vasektomie, zu der sich ein Mann aus nicht-medizinischen Gründen entscheidet, muss selbst bezahlt werden. Sie kostet je nach Praxis zwischen 450 und 500 Euro. Es empfiehlt sich, vorher zu erfragen, ob alle notwendigen Kontrolluntersuchungen im Preis enthalten sind.

Letzte Aktualisierung dieser Seite: 17.09.2019
Die dem Text zugrundeliegende Fachliteratur kann bei der Redaktion angefragt werden.

Vasektomie rückgängig machen: Was kostet die Refertilisierung?

Vasektomie rückgängig machen – geht das? Wir haben Voraussetzungen und Erfolgschancen der Refertilisierung recherchiert. Adobe Stock, (c) magele-picture

Die Vasektomie galt lange Zeit als endgültiger Abschluss der Familienplanung. Aber was passiert, wenn die Lebensumstände sich ändern oder der Kinderwunsch eben erst etwas später einsetzt? Wir haben recherchiert, unter welchen Umständen man eine Vasektomie rückgängig machen kann, wie die Erfolgsaussichten sind und mit welchen Kosten Österreicher für die Refertilisierung rechnen müssen. Außerdem stellen wir dir Experten für die Refertilisierung oder Vasovasostomie in Wien vor.

Vasektomie rückgängig machen – geht das?

Im Schnitt bereuen etwa 30 Prozent aller Männer ihre Sterilisation. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich. Manchmal entsteht der Wunsch nach einem weiteren Kind, manchmal setzt der Kinderwunsch eben erst ungewöhnlich spät ein. In manchen Fällen entsteht der Sinneswandel auch durch eine neue Beziehung und den Wunsch nach einem gemeinsamen Kind. Letzten Endes entscheiden sich zwischen sechs und zehn Prozent aller sterilisierten Männer dafür, den Eingriff rückgängig machen zu lassen. Bei der sogenannten Refertilisierung, auch Vasovasostomie genannt, wird die Zeugungsfähigkeit wieder hergestellt.

Achtung! Während es sich bei der Vasektomie um einen recht risikoarmen Eingriff mit nahezu hundertprozentiger Erfolgsquote handelt, ist die Refertilisierung nicht bei allen Männern erfolgreich. Die Erfolgschancen hängen vor allem von der angewandten Technik und den Fähigkeiten des Operateurs ab.

Wie kann man eine Vasektomie rückgängig machen? Methoden

Bei einer Vasektomie werden die Samenleiter durchtrennt. Um die natürliche Zeugungsfähigkeit wiederherzustellen, muss diese Trennung also rückgängig gemacht werden. Hierfür gibt es zwei Methoden: die Vasovasostomie und die Vaso-Epididymostomie oder Tubulovasostomie. Die gängige Methode ist die Vasovasostomie. Hierbei handelt es sich um ein mikrochirurgisches Verfahren, bei dem links und rechts am Hoden zwei kleine Schnitte gesetzt werden, über welche die Samenleiter freigelegt und präpariert werden. Die Schnitte sind etwas größer als jene, die für eine Vasektomie erforderlich sind.

Die Wiedervereinigung der Samenleiter erfordert ein sehr hohes Maß an Präzision und sollte daher ausschließlich von erfahrenen Operateuren durchgeführt werden. Die Verbindung der beiden Samenleiter-Enden erfolgt über ein mehrschichtiges Nahtverfahren. Im ersten Schritt wird die innerste, die sogenannte Schleimhautschicht, vernäht, damit die im Hoden produzierten Spermien wieder Richtung Penis „schwimmen“ können. Die zweite Naht gibt dem Samenleiter Halt. Um diesen Halt und damit die Stabilität des rekonstruierten Leiters zu verstärken, wird häufig noch eine dritte Schicht vernäht.

Wer sich nach der Sterilisation doch noch Kinder wünscht, hat die Möglichkeit, die Vasektomie rückgängig machen zu lassen. Adobe Stock, (c) alphaspirit

Refertilisierung über Vaso-Epididymostomie

Die Vasovasostomie funktioniert nur dann, wenn aus den hodennahen Samenleitern Spermien austreten. Ob dies der Fall ist, wird direkt während des Eingriffs überprüft: Der Operateur entfernt zunächst die Samenleiterstümpfe, entnimmt eine Ejakulatprobe und untersucht diese mikroskopisch. Sind Spermien zu sehen, werden die Samenleiter unter dem Operationsmikroskop mittels Nahtverfahren wieder miteinander verbunden (Vasovasostomie). Sind unter dem Mikroskop jedoch KEINE Spermien zu sehen, tritt aus dem Samenleiterende, das vom Nebenhoden kommt, also keine Samenflüssigkeit aus, verbindet der Operateur den von der Harnröhre kommenden Samenleiter mit einem Nebenhodenkanälchen. Diese Methode nennt man Vaso-Epididymostomie oder Tubulovasostomie.

Die Tubulovasostomie ist eine sehr komplexe Operation, da der Samenleiter hier nicht einfach wieder „zusammengefügt“, sondern an die extrem feinen Nebenhodenkanälchen angeschlossen wird. Entsprechend beherrschen diese Methode der Refertilisierung nur erfahrene und mikrochirurgisch versierte Operateure. Sowohl die Vasovasostomie als auch die Tubulovasostomie werden ambulant und unter Vollnarkose durchgeführt.

Wie hoch sind die Erfolgsquoten bei der Refertilisierung?

Bei der Refertilisierung hängt alles davon ob, ob die Durchgängigkeit der Samenleiter am Ende wieder hergestellt ist. Erst, wenn die Spermien wieder ungehindert von den Hoden Richtung Penis wandern können, gilt die Vasektomie als rückgängig gemacht. Dank der modernen Mikrochirurgie ist die Refertilisierung bei rund 90 Prozent der operierten Männer erfolgreich. Damit sind die Erfolgschancen einer Vasovasostomie des Mannes deutlich höher als die Erfolgsaussichten der gleichen Operation nach der Sterilisation der Frau. Hier liegt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft im Anschluss an eine rückgängig gemachte Sterilisation nämlich nur zwischen 30 und 70 Prozent.

Der späte Kinderwunsch ist für viele Männer ein Grund, ihre Vasektomie durch eine weitere Operation rückgängig zu machen. Adobe Stock, (c) luckybusiness

Wann ist Mann wieder furchtbar?

Normalerweise sind nach etwa drei bis zwölf Monaten wieder Spermien im Ejakulat nachweisbar. Ab diesem Zeitpunkt stehen die Chancen für eine erfolgreiche Befruchtung genau so gut, als ob der Mann niemals eine Vasektomie gehabt hätte. Die Erfolgschancen hängen dann also, wie beim Social Freezing, vor allem vom Alter beider Partner und der Qualität von Spermien und Eizellen ab.

Wie lange kann man eine Vasektomie rückgängig machen?

Egal, ob du deine Vasektomie nach 10, nach 20 oder nach 30 Jahren rückgängig machen willst: Medizinisch betrachtet gibt es keinen Zusammenhang zwischen der Erfolgswahrscheinlichkeit der Vasovasostomie und der Anzahl der Jahre, die seit der Vasektomie vergangen sind. Viel wichtiger ist zum Beispiel die Frage, ob überhaupt noch Spermien im Hoden produziert werden, und wie die Qualität dieser Spermien ist. Um dies zu überprüfen, finden zunächst entsprechende Voruntersuchungen statt, die die Frage der grundsätzlichen Fruchtbarkeit klären.

Hier wird unter anderem mittels Ultraschall sichergestellt, dass es im Operationsgebiet nicht zu irgendwelchen Verwachsungen gekommen ist, die den Erfolg des Eingriffs gefährden könnten. Außerdem wird der Wert des Sexualhormons FSH bestimmt, welche für die korrekte Bildung und Reifung der Spermien verantwortlich ist.

Was kann bei der Refertilisierung schiefgehen? Risikofaktoren

Natürlich gibt es in Sachen Vasektomie rückgängig machen einige Faktoren, die die Erfolgsrate sinken lassen. Aus diesem Grund findet im Vorfeld ein ausführliches Anamnesegespräch statt, bei dem unter anderem geklärt wird, ob die Vasovasostomie die richtige Behandlungsmethode ist, oder ob eine alternative Methode möglicherweise erfolgversprechender ist. Folgende Risikofaktoren können den Erfolg der Refertilisierung gefährden.

  • Spermienproduktion: Damit die Refertilisierung erfolgreich ist, muss der Mann ausreichend viele Spermien produzieren.
  • Entzündungen: Entzündliche Prozesse im Bereich der Hoden oder/und Nebenhoden können die Spermienproduktion beeinflussen und den Erfolg der Vasovasostomie gefährden.
  • Veränderungen im Hodengewebe: Bei Schädigungen des Hoden- oder Prostatagewebes durch Krampfadern oder unzureichende Durchblutung wird in der Regel von einem mikrochirurgischen Eingriff abgesehen.
  • Verwachsungen: Sind durch die vorangehende Vasektomie (starke) Verwachsungen im Bereich der Samenleiter aufgetreten, reduziert dies die Erfolgschancen der Vasovasostomie.

Übrigens: Das Gespräch mit einem erfahrenen Operateur lohnt sich auch dann, wenn du bereits eine oder mehrere erfolglose Refertilisierung-Operationen hinter dir hast. In vielen Fällen misslingt der Eingriff nämlich aufgrund mangelnder fachlicher Kompetenz, mangelnder OP-Ausstattung oder der Tatsache, dass die Notwendigkeit für eine Vaso-Epididymostomie nicht erkannt wurde.

Vasektomie rückgängig machen: Kosten in Österreich

Wenn du deine Vasektomie rückgängig machen möchtest, solltest du Kosten in Höhe von bis zu € 6.000 einplanen. Grundsätzlich werden Vasovasostomien zwar schon ab etwa € 1.800 angeboten, aber aufgrund der Komplexität des Eingriffs solltest du deine Wahl nicht einzig und allein nach dem Preis treffen. Wichtiger ist es, dass du dich eingehend über die Expertise deines Operateurs informierst. Tatsächlich führt nämlich längst nicht jeder Urologe Refertilisierungs-OPs durch. Die Obergrenze von € 6.000 wird in der Regel nur dann erreicht, wenn sich während der Operation herausstellt, dass eine „einfache“ Vasovasostomie nicht ausreicht und stattdessen eine Tubulovasostomie notwendig ist.

Zahlt die Krankenkasse die Refertilisierung?

Wenn die Refertilisierungs-OP auf Wunsch des Patienten erfolgt, um eine Vasektomie rückgängig zu machen, handelt es sich um eine medizinische Leistung OHNE medizinische Indikation. In diesem Fall werden die Kosten der Vasovasostomie nicht von der Krankenkasse übernommen. Manchmal werden Refertilisierungs-Operationen aber auch aufgrund einer Verengung (Stenose) des Samenleiters durchgeführt, um die Fruchtbarkeit (wieder) herzustellen. In diesem Fall ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse sehr wahrscheinlich. Gleiches gilt, wenn aus medizinischen Gründen eine Operation zur Verlegung (Obstruktion) des Samenleiters notwendig ist, um die Durchlässigkeit zu gewährleisten.

Mit der Vasovasostomie lässt sich die Fruchtbarkeit des Mannes wieder herstellen. Eine Schwangerschaft ist also möglich. Adobe Stock, (c) Prostock-studiot

Vasektomie rückgängig machen in Wien

Laut dem österreichischen Expertennetzwerk für Refertilisierung ist die Dichte an renommierten Experten für Refertilisierung bei unseren deutschen Nachbarn besonders hoch. Selbstverständlich können sich dort auch Patienten aus Österreich operieren lassen. Aber natürlich gibt es auch in Wien Urologen, die den Eingriff durchführen. Wir haben recherchiert, welche Experten in Österreich deine Vasektomie rückgängig machen können. Kontakt:

  • Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in 1020 Wien
  • Dr. Dominik Pernkopf (Urologe) in 1170 Wien
  • Dr. Florian Wimpissinger (Urologe) in 1090 Wien
  • Dozent Dr. Ralf Herwig (Urologe) in 1060 Wien

Alternativen zur Refertilisierung des Mannes

Eine Alternative zur Vasovasostomie ist die Künstliche Befruchtung. Bei Männern, die aufgrund eine Vasektomie zeugungsunfähig sind, wird normalerweise die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) angewandt. Hierfür werden die Spermien chirurgisch aus den Nebenhoden gewonnen und in die (zuvor entnommenen) Eizellen der Partnerin injiziert. Anschließend werden die befruchteten Eizellen wieder in die Gebärmutter eingesetzt.

Der Nachteil dieser Methode ist, dass sich die Partnerin hierfür einer mehrwöchigen hormonellen Behandlung und einem operativen Eingriff unterziehen muss. Außerdem besteht ein hohes Risiko für Mehrlingsschwangerschaften, weil grundsätzlich mehrere befruchtete Eizellen eingesetzt werden.

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Nele Nikolaisen

Nele ist Online-Redakteurin für HEROLD. Außerdem ist sie Bücherfreundin mit Thomas-Mann-Faible, Cineastin mit Horror-Spleen und leidenschaftliche Kuriositätensammlerin.

Bei der Durchtrennung der Samenleiter (Vadektomie) über den Hodensack können folgende seltene Komplikationen auftreten:

Postoperative Blutung bzw. Bluterguss laut Literatur in 4-22% der Operationen.

Häufig handelt es sich dabei nur um oberflächliche Verfärbungen der Haut des Hodensackes. Manchmal können sich diese Verfärbungen (sog. Suffusionen) über die gemeinsamen Schichten von Hodensack und Penis auch auf diesen ausbreiten. Eine Therapie ist in der Regel nicht erforderlich.

Sollte es jedoch zu einer (schmerzhaften) Schwellung mit oder ohne Hautverfärbung kommen sollten sie umgehend mit ihrem Arzt Kontakt aufnehmen. Zu diesem Zweck wurde ihnen spätestens nach der Operation eine Notfallnummer mitgeteilt.

Eine postoperative Infektion im Operationsgebiet wird in der Literatur mit 0,2-1,5% angegeben. Meist handelt es sich allerdings um Irritationen im Bereich der Hodensackhaut, die durch die an sich selbstauflösende Naht verursacht sind. In diesen Fällen reicht die Nahtentfernung völlig aus.

Bei (schmerzhaften) Schwellungen im Operationsgebiet bzw. im Bereich von Nebenhoden oder Samenstrang sollten sie umgehend mit ihrem Arzt Kontakt aufnehmen. Zu diesem Zweck wurde ihnen spätestens nach der Operation eine Notfallnummer mitgeteilt.

Chronische Hodenschmerzen werden in weniger als 1% der Eingriffe in der Literatur beschrieben und sind zumeist die Folge einer nicht ausreichenden Aufklärung oder Unsicherheit des Mannes ob er wirklich diesen Eingriff durchführen lassen wollte. Lassen sie sich daher von niemandem zur Durchführung dieses Eingriffes drängen – sei es auch noch so gut gemeint – vor allem dann nicht, wenn für sie noch nicht alle Fragen und Unklarheiten beantwortet wurden. Lassen sie sich für die Entscheidung die Vasektomie durchführen zu lassen ausreichend Zeit, überstürzen sie nichts!

Das Eintreten einer erneuten Zeugungsfähigkeit durch spontane frühe

Die frühe Rekanalisation kann während der Heilungsphase auftreten und wird in der Regel durch die obligaten (unbedingt/zwingend) erforderlichen mikroskopischen Untersuchungen der Samenflüssigkeit aufgedeckt. Ihr Operateur kontrolliert die Samenflüssigkeit unter dem Mikroskop frühestens nach 6 Wochen selbst und gibt erst dann grünes Licht auf andere (bisherige) Verhütungsmethoden zu verzichten, wenn er keine einzige Samenzelle mehr in der Flüssigkeit nachweisen kann. Auch danach ist eine weitere Kontrolle nach 4- 8 Wochen selbstverständlich nochmals möglich.

Späte Rekanalisationen wurden auch noch nach 8 Jahren beschrieben. Es handelte sich dabei jedoch immer um Einzelfälle, bei denen die genaueren Umstände nicht bekannt waren. Es ist jedenfalls extrem unwahrscheinlich, dass ein Wiederzusammenwachsen und das Wiederauftreten der Durchgängigkeit der Samenleiter vom Patienten unbemerkt eintreten. Bei Schwellungen im Hodensack- bzw. Samenstrangbereich und bei Entzündungen der Genitalorgane sollte jedenfalls immer an die Kontrollmöglichkeit der Samenflüssigkeit gedacht werden!

Kontakt und Terminvereinbarung

Risiken und Nebenwirkungen

Die Komplikationsrate bei der no-scalpel Vasektomie ist sehr gering. Trotzdem muss über mögliche Komplikationen aufgeklärt werden:

  1. Schmerzen; insbesondere im Hoden- und Leistenbereich
  2. Nachblutung
  3. Infektionen, Entzündungen von Hoden und Nebenhoden
  4. Bildung von knotenförmigen Bindegewebswucherungen
  5. erneute Zeugungsfähigkeit
  6. Bildung eines Spermagranuloms
  7. Narbenwucherung
  8. Verlust des Hoden
  9. langfristige Gesundheitsstörungen

ad 1: während der Operation sollten Sie keine Schmerzen verspüren. Die Lokalanästhesie hört nach ca. 2-3 Stunden auf zu wirken. Dann verspüren die meisten Patienten ein leichtes ziehen im Leistenbereich und eine Druckschmerzhaftigkeit im Bereich des Samenstrangs. Dies kann ca. 2-3 Tage anhalten und ist in der Regel doch sehr moderat. Bei Bedarf kann eine Tablatte Ibuprofen oder Paracetamol genommen werden. Die reicht in der Regel völlig aus.

In sehr seltenen Fällen berichten Pat. über Beschwerden die bis zu 2 Wochen anhalten können. Meist aber nur bei bestimmten körperlichen Bewegungen.

ad 2: eine Nachblutung tritt in der Regel dadurch auf, dass ein bei der OP verödetes Gefäß sich wieder eröffnet und zu einer Blutung in den Hodensack führt. Dies wiederum führt zu einer Schwellung des Hodensacks. Kommt es zu einer Nachblutung: dann meist am OP-Tag direkt, selten später. Nachblutungen sind bei der no-scalpel-Vasektomie extrem selten, da duch die Technik kaum Gefäße eröffnet werden.

ad 3: Infektionen entstehen in der Regel duch Bakterien. Diese gelangen in die OP Wunde und versursachen dadurch eine Entzündung im Hodensack. Ggf. kann daraus auch ein Abszeß (abgekapselte Ansammlung von Eiter) entstehen. Bei Infektionen werden meistens Antibiotika gegegeben, bei einem Abszeß muss jedoch eine erneute Operation zur Entlastung des Abszesses erfolgen.

Auch dies tritt extrem selten auf und die Wahrscheinlichkeit bei der no scalpel Technik liegt bei unter 1%.

ad 4: knotenförmige Bindegewebswucherungen entstehen in der Regel duch Narbenbildung nach operativen Eingriffen. Da durch die minimal-invasive no-scalpel-Technik das Gewebe möglichst gering traumatisiert (verletzt) wird, ist auch die Wahrscheinlichkeit einer solche Komplikation sehr gering.

ad 5: eine erneute Zeugungsfähigkeit kann nur dadurch auftreten, dass ein Samenleiter entweder nicht durchtrennt wurde oder dass die beiden Enden wieder zueinander gefunden haben und dadurch eine erneute Durchgängigkeit (Rekanalisation) gegeben ist. Die Wahrscheinlichkeit hierfür liegt bei ca. 1/1000. Wir lassen die entfernten Samenleitestücke immer nochmal von einem Pathologen histologisch untersuchen. Weiter empfehlen wir die beiden postopertiven Spermaproben. Wenn es zu einer Rekanalisation kommt, dann meist in den ersten drei Monaten. Da in dieser Zeit auch die Spermakontrolle laufen, müsste eine solche sofort auffallen. Ein späte Rekanalisation nach mehreren Monaten ist extremst selten. Aber letztendlich gibt es keine 100% Sicherheit. Das Leben bahnt sich manchmal seinen Weg.

ad 6: es gibt Pat. die zu einer überschießenden Narbenbildung neigen und bei denen es zu einer verdickten Narbenbildung kommen kann. Da bei der no-scalpel-Technik die Haut auf einer Länge von nur ca. 5mm eröffnet wird, ist auch die Wahrscheinlichkteit für Narbenwucherungen extrem gering.

ad 7: durch die Vasektomie kommt es zu einer leichten Druckerhöhung im Nebenhodenbereich. Ursächlich dafür ist, dass die Spermien diesen Bereich nicht mehr verlassen können. Dies führt in sehr seltenen Fällen zu einer zystischen Aufweitung der Wand des Nebenhodens oder des verbliebenen Samenleiters, sog. Spermagranulome. Man tastet dann eine meist erbsgroße rundliche Verhärtung im Bereich des Nebenhodens. In seltenen Fällen auch größer. Diese haben keinen krankhaften Wert und stören in der Regel nicht.

ad 8: der Verlust eines Hodens infolge einer Vasekomie kann dadurch auftreten, dass Gefäße die den Hoden versorgen bei der OP verletzt werden. Auch eine schwere Nachblutung oder eine Infektion kann schlimmstenfalls zum Hodenverlust führen.

ad 9: Viele Studien haben mögliche langfristige Gesundheitsstörungen nach Vasektomie untersucht. In einigen dieser Untersuchungen konnte ein erhöhtes Riskio bei vasktomierten Patienten für das Auftreten eines Prostatakarzinoms gesehen werden. In 2015 wurde eine neue Studie veröffentlicht, die die Ergebnisse verschiedener anderer Studien zu diesem Therma ausgewertet hat. Hier ist die Frage ganz eindeutig mit NEIN zu beantworten. Es gab keinen Hinweis darauf, dass vasektomierte Männer ein erhöhtes Risiko haben an Prostatakrebs zu erkranken.

Weiter sicher ist das Männer nach Vasektomie keine höhere Wahrscheinlichkeit haben an Hodenkrebs oder Herzerkrankungen zu erkranken.

Männergesundheit |
Vasektomie Mann

Insgesamt dauert der Eingriff etwa 15-45 Minuten. Sicherheit ist bei der Vasektomie wichtiger als Geschwindigkeit.

Führen wir in der Urologie am Ring in Köln auch eine no scalpell Vasektomie durch?

Die individuelle Technik der Sterilisation sollte für den Mann richtig sein und nicht der Mann sich nach der bevorzugten Variante des Operateurs richten. Die no scalpel Technik der Vasektomie ist gut, weil Sie die OP Schritte vereinfacht und schnell ist. Oberste Prämisse ist allerdings Ihre Sicherheit: Wenn Dr. Gralla oder Dr. Birkhahn also die normale Vasektomie mit einem 0,5-1,0 cm langen Schnitt (der in kürzester Zeit im Hodengewebe praktisch unsichtbar verschwinden wird), besser für Sie erscheint werden wir diese Technik durchführen.

Wie ist die Nachbehandlung nach Vasektomie?

Eine Nachbehandlung im eigentlichen Sinne ist nicht erforderlich, d.h. eine Wiedervorstellung in der Praxis direkt nach der Operation muss nicht erfolgen, solange keine Beschwerden bestehen. Das verwendete Nahtmaterial, mit der die Haut verschlossen wird, löst sich von alleine auf und ist nach ca. 2-3 Wochen verschwunden. Am Tag der Operation sollten Sie sich daheim ruhig verhalten, um eine Nachblutung nicht zu provozieren. Für die nächsten 2 Tage reicht es aus, wenn Sie sich körperlich einigermaßen schonen. Sportlichen und körperlichen Belastungen können Sie nach 4-5 Tagen wieder nachgehen, soweit alles wie zu erwarten verläuft.

Direkt nach der Operation können sich noch Spermien in Schleimhautfalten der Samenblasen oder in der Prostata aufhalten, so dass dann ggf. noch eine Befruchtung stattfinden kann! Die Zeugungsunfähigkeit kann erst dann bescheinigt werden, wenn ein Spermiogramm ca. 2 Monate (oder nach ca. 10-15 Ejakulationen) nach der Operation keine befruchtungsfähigen Spermien mehr zeigen. Bis dahin sollte noch verhütet werden, um sicher eine Schwangerschaft auszuschließen. In der Literatur wird beschrieben, dass in seltenen Fällen (0,02-0,4%) eine spontane Rekanalisation der Vasektomie-Stümpfe stattfinden kann. D.h., die vormals durchtrennten Enden des Samenleiters wachsen wieder zusammen und bilden erneut einen durchgängigen Kanal, so dass erneut Schwangerschaften wieder möglich sind. Um dies sicher auszuschließen, können auch Jahre nach der Operation Spermiogrammkontrollen zur Sicherheit beitragen.

Wann wieder Sex nach Vasektomie

Sie können zügig nach der Vasektomie wieder beginnen, Sex zu haben. Eine Karenzzeit von 5-7 Tagen ist sinnvoll. Sie sollten allenfalls für ein paar Tage die grundsätzlich körperlich empfohlene Schonung beachten, die generell empfohlen wird. Achten Sie darauf, dass Sie bis zur Durchführung des Kontrollspermiogrammes verhüten!

Ändert sich die Potenz oder die Sexualiät nach der Vasektomie?

Die für die Potenz zuständigen Nerven ziehen nach Austritt aus dem Rückenmark in ihrer Endstrecke hinter der Blase und hinter der Prostata zum Penis. Insofern ist es unmöglich, dass Nerven, die für die Potenz zuständig sind, bei der Vasektomie verletzt werden. Eine Impotenz nach Vasektomie ist damit unmöglich. Einschränkend muss gesagt werden, dass psychologische Faktoren wie Kastrationsängste möglich sind und schon im Vorfeld sehr genau besprochen werden müssen.

Ändert sich die Libido nach der Vasektomie (die Lust auf Geschlechtsverkehr nach Vasektomie)?

Die Hoden sind essenziell wichtig für die Hormonproduktion beim Mann. Das Testosteron gelangt dann über die Hodenblutgefäße in den Körper. Da bei Durchführung von einem Experten der Vasektomie keine Blutgefäße verletzt werden, ändert sich er Hormonstatus und damit die Libido nicht.

Sport nach Vasektomie

Sie können nach einer Vasektomie nach einigen Tagen wieder mit Sport anfangen. Da die Fäden sich selbst auflösen und letztlich wasserlöslich sind, vermeiden Sie bitte Bäder in den ersten zwei Wochen. Duschen ist ab dem ersten Tag nach der OP möglich

Vasektomie: Risiken und Nebenwirkungen

Die Risiken bei einer Vasektomie sind grundsätzlich gering, Komplikationen treten sehr selten auf. Generelle Risiken bei jeglichen operativen Eingriffen sind Auftreten von Blutungen, Nachblutungen, Infektionen und ausgeprägter Narbenbildung. Einige Männer können die Absetzungsränder als druckschmerzhafte Knubbel über einige Wochen tasten.

Vasektomie: In welchem Alter?

Ihr Alter zum Zeitpunkt der dauerhaften Empfängnisverhütung ist nicht entscheidend. Es kommt auf ihre individuelle Lebenssituation an. Die meisten Männer sind 30-50 Jahre alt und haben Kinder und haben sich mit Ihrer Partnerin zur Sterilisation entschieden. Aber es gibt auch Männer, die für sich sicher sind, dass eigene Kinder nicht zu ihrem Leben passen.

Auf welche Empfehlung zu einem Arzt zur Vasektomie sollten Sie sich verlassen?

Eine Sterilisation ist ein Eingriff, der einen sehr sensiblen Teil des Mannseins betrifft. Er ist nicht günstig und Sie werden ihn nur einmal in Ihrem Leben durchführen lassen.

Sie sollten sich Ihren Operateur demensprechend sorgfältig auswählen. Aber wie geht das? Auf dem „Markt“ gibt es eine Vielzahl von Ärzten, Internetforen, mehr oder weniger unabhängigen Bewertungsplattformen und Empfehlungen von vorgeblich authentischen Patientenbewertungen. Die Auswahl des richtigen Urologen ist nicht leicht. Für eine solchen Eingriff lohnt sich mitunter auch eine weitere Anreise. Wenn allerdings ein guter Freund aus unerfindlichen Gründen nicht zu Herrn Dr. Gralla oder Dr. Birkhahn zur Vasektomie kommen wollte, würden wir ihm zur Suche nach dem besten Arzt zur Vasektomie das hier empfehlen:

  1. Vertrauen Sie der Empfehlung eines Freundes oder Bekannten, der schon operiert wurde
  2. Wenden Sie sich an einen niedergelassenen Urologen. Bei diesem typischen ambulanten, von niedergelassenen Urologen durchgeführten Eingriff finden Sie in Kliniken – auch Unikliniken – meist nicht die wirklich erfahrenen Operateure.
  3. Informieren Sie sich im Internet. Gefällt Ihnen eine Internetseite und scheint die Vasektomie einen wichtigen Stellenwert einzunehmen? Finden Sich eher gute Bewertungen in den großen Bewertungsplattformen wie Jameda.de oder google? Dann:
  4. Sprechen Sie mit dem Arzt. Es ist keine Internetseite- wie gut sie auch sei- die Sie operiert, sondern der individuelle Arzt
  5. Vertrauen Sie Ihrem Instinkt – sie müssen sich gut aufgehoben fühlen
  6. Fragen Sie nach den Vasektomie Zahlen pro Jahr. Wir in der Urologie am Ring führen um die 200 Vasektomien pro Jahr durch. Eine Veröffentlichung der OP Zahlen ist leider – im Gegensatz zu den Kliniken – nicht verpflichtend.
  7. Gesetzlich versicherte Patienten sollten sich vorab darüber informieren, inwieweit sie bei einer Vasektomie in einer Privatklinik oder Praxis (Praxis ohne Kassenzulassung) für mögliche Komplikationen auch im längeren Verlauf selbst aufkommen müssen.

Refertilisierung nach Vasektomie – Vasektomie rückgängig machen

Etwa 2% aller Männer, die eine Vasektomie haben durchführen lassen, lassen sich wieder refertilisieren. Die Gründe hierfür liegen häufig in einem erneuten Kinderwunsch bei Beginn einer neuen Partnerschaft.

Die Refertilisierung, also das operative Wiederzusammenführen der durchtrennten Samenleiterstümpfe ist ungleich aufwendiger und komplizierter als die Vasektomie. Der Eingriff muss unter Zuhilfenahme eines Operationsmikroskops erfolgen, da der Innendurchmesser des Samenstranges weniger als 1mm beträgt. Es nur eine Handvoll Ärzte in Deutschland, die den Eingriff wirklich regelmäßig und damit qualitativ hochwertig durchführen können. Wenn ein Operateur den Eingriff regelmäßig durchführt, liegen die Erfolgsraten des Eingriffes (Durchgängigkeit mit positivem Spermiogramm) allerdings bei deutlich über 95%. Da der Eingriff deutlich mehr Zeit, spezielles Operations-Instrumentarium und operative Expertise erfordert, belaufen sich die Kosten in der Regel auf einen 4-stelligen Betrag.

Sollten Sie eine Refertilisierung in Betracht ziehen, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf, wir empfehlen wir Ihnen gerne einen Experten. Es gibt im Umkreis von Köln mehrere Kollegen die den Eingriff durchführen. Sie sollten allerdings sehr auf hohe Fallzahlen achten. Aus unserer persönlichen Erfahrung ist einer der wirklichen Experten Dr. Petsch in Düsseldorf: www.androdoc.de

Was ist mit Vasagel?

Wir wurden vor einigen Wochen zum Thema Vasagel durch 1Live interviewt. Vasagel ist eine Alternative zur Vasektomie und Verhütung beim Mann. Doch: Wird Vasagel die neue Pille beim Mann? Bei dieser Technik handelt es sich um das Einspritzen eines speziellen Gels in den Samenleiter, das die Spermien am Durchkommen hindert, solange das Gel vor Ort ist. Theoretisch kann es entfernt werden. Diese tolle Idee wird mit der sehr unterstützenswerte Form des crowd funding durch die Parsemus Foundation finanziert. Wir werden diese Technik sofort in der Urologie am Ring einführen, sobald das Verfahren etabliert ist. Aktuell wurde die Technik an 12 Kaninchen und einigen Affen (Stand Sommer 2017) getestet. Sollte sich die Therapie als sicher und effektiv erweisen, werden wir zu den ersten gehören, die Vasagel in Deutschland durchführen. Wir machen Sie aber auch nicht zum Versuchskaninchen oder Versuchsaffen.

Alternativen zur Refertilisierungs-Operation

Bei einer Refertilisierung handelt es sich für die meisten Paare nicht um eine alltägliche Entscheidung. Daher empfehlen wir, dass Sie sich vor einer Refertilisierungs-Operation auch mit Ihren Alternativen befassen.

Glücklicherweise gibt es heute zahlreiche Möglichkeiten, um einen Kinderwunsch oder den Kinderwunsch nach einer Vasektomie zu erfüllen. Sie treffen die Entscheidung, welcher Weg für Sie der richtige ist.

ICSI (Intracytoplasmatische Spermieninjektion)

Eine Alternative zur Refertilisierungs-Operation besteht darin, eine künstliche Befruchtung durchzuführen. Dies geschieht mit Samen, die vorher operativ aus dem Hodengewebe des Mannes gewonnen werden. Der Eingriff wird als ICSI (Intracytoplasmatische Spermieninjektion) bezeichnet. Diese Methode ist natürlich eine vollkommen andere Herangehensweise als eine Refertilisierungs-Operation.

Der Nachteil einer ICSI liegt darin, dass sich beide Partner einem operativen Eingriff unterziehen müssen. Darüber hinaus muss die Partnerin sich über mehrere Wochen hormonell stimulieren lassen und es besteht bei einer künstlichen Befruchtung immer ein erhöhtes Risiko von Mehrlings- und damit Risikoschwangerschaften.

Selbstverständlich geht Prof. Dr. Sommer in einem Aufklärungsgespräch gern intensiver auf die Unterschiede ein.

Sprechen Sie uns an – Refertilisierung vom Experten

Das Klinik-Team Prof. Sommer in Hamburg ist eines der weltweit erfahrensten Teams für Refertlisierungs-Operationen. Wir stehen Ihnen zur Beratung und für alle Ihre Fragen zur Verfügung.

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Samenspende

Nach einer Vasektomie des Mannes besteht eine weitere Möglichkeit zur Erfüllung des Kinderwunsches in der Nutzung von Fremdsperma aus einer Sperma- bzw. Samenbank. Die künstliche Befruchtung mit den Spermien eines fremden Mannes wird im Fachjargon auch als donogene Insemination bzw. heterologe Insemination bezeichnet. Bei diesem Verfahren bleibt der Spender anonym und erfährt nichts von dem Kind.

Das Fremdsperma wird im Vorfeld auf über 26 Erkrankungen untersucht. Alle rechtlichen und medizinischen Details sind streng reguliert. Die künstliche Befruchtung mittels Fremdsperma wird in der Regel als intrauterine Insemination (IUI) durchgeführt und ist damit günstiger als die oben beschriebene ICSI-Methode. Mehr Informationen zu den Verfahren künstlicher Befruchtung finden Sie hier.

Die Tatsache, dass das Kind bei diesem Verfahren nicht die Gene des männlichen Partners hat, ist natürlich ein wesentlicher Faktor bei der Entscheidung.

Adoption

Eine weitere Möglichkeit, um sich den Wunsch nach einem Kind zu erfüllen, besteht auch darin, eine Adoption durchzuführen. Dies ist ebenfalls eine Entscheidung, die von vielen Faktoren abhängt.

Eine Refertilisierung ist in vielen Fällen die beste und kostengünstigste Alternative

Wir haben bereits über 1.500 Refertilisierungs-Operationen durchgeführt. Ein Grund hierfür ist, dass die Refertilisierung des Mannes gegenüber anderen Verfahren zahlreiche Vorteile mit sich bringt:

  • Die Schwangerschaft erfolgt auf natürlichem Wege
  • Es ist keine wochenlange Hormonbehandlung der Partnerin notwendig
  • Es ist kein zusätzlicher Eingriff bei der Partnerin notwendig
  • Höhere langfristige Schwangerschaftsraten als bei künstlicher Befruchtung
  • Dauerhafte Wiederherstellung der Zeugungsfähigkeit des Mannes
  • Das Kind stammt genetisch von beiden Elternteilen ab
  • Deutlich kostengünstiger als eine ICSI Mehr zum Kostenvergleich der Verfahren >

Kostenlose Broschüre

In unserer pdf-Broschüre zum Thema Mikrochirurgische Refertilisierung haben wir Ihnen die wichtigsten Informationen rund um das Thema zusammengestellt.

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Die Möglichkeiten der Fortpflanzungsmedizin und die Grenzen der Gesetzgebung

Wer sich von den Möglichkeiten der Fortpflanzungsmedizin helfen lassen möchte, kommt an ethischen Entscheidungen manchmal nicht vorbei. Das zeigen nicht zuletzt viele gesellschaftliche Debatten in der Vergangenheit. Festzustellen bleibt aber ebenso, dass die Gesetzgebung in Deutschland bezüglich der Fortpflanzungsmedizin verhältnismäßig „veraltet“ ist. Denn während sich die Medizin im 21. Jahrhundert rasant weiterentwickelt, stammt zum Beispiel das noch heute in der Bundesrepublik gültige Embryonenschutzgesetz aus dem Jahr 1990.

Die in Deutschland gültige Rechtslage verbietet es den in der Fortpflanzungsmedizin tätigen Ärztinnen und Ärzten, Paare nach dem aktuellen Stand des internationalen Wissens zu behandeln. Beim Embryonenschutzgesetz handelt es sich sogar um ein Strafgesetz. Das bedeutet: Medizinern drohen bei Zuwiderhandlung Geld- und Freiheitsstrafen. Insbesondere betrifft das die Regelungen zur Eizellen- sowie zur Embryonenspende. Doch selbst wer diese Gesetzeslage aus ethischen Gründen für richtig heißt, muss die Folgen bedenken: Denn in vielen anderen Ländern genießt die Medizin einen deutlich größeren Handlungsspielraum. Paare mit einem unerfülltem Kinderwunsch stehen somit oft noch vor der zusätzlichen Frage, ob sie sich nicht einfach im Ausland helfen lassen sollen – ohne dabei immer genau zu wissen, ob dort die medizinische Versorgungsqualität auf einem ähnlich hohen Niveau ist wie in Deutschland.

Verboten ist in Deutschland beispielsweise – im Zuge einer In-Vitro-Fertilisation – eine Embryonen-Selektion. Dazu muss man wissen, dass bei einer künstlichen Befruchtung zunächst eine Hormonbehandlung der Frau erfolgt. Anschließend werden reife Eizellen entnommen, mit den Spermien des Mannes befruchtet und dann wieder der Frau eingepflanzt. Die Erfahrung zeigt, dass es bei einem solchen Vorgehen häufig zu Mehrlingsschwangerschaften kommt – verbunden mit dem Risiko einer Frühgeburt. Bei einer Embryonen-Selektion würde hingegen diejenige Eizelle mit den besten Entwicklungschancen ausgewählt und nur diese der Frau eingepflanzt werden.

Welche Risiken birgt eine Frühgeburt?

Eine solche Auswahl, auch Selective-Single-Embryo-Transfer genannt, sollte künftig auch in Deutschland zulässig sein. Die Zahl der Frühgeburten, die erhebliche Gesundheitsrisiken für die Kinder mit sich bringen, könnte dadurch reduziert werden. Übrigens: Bei Zwillingen besteht ein fünffach höheres Risiko, dass sie bei oder unmittelbar nach der Geburt versterben als bei einem alleine auf die Welt kommenden Baby. Bei Frühgeburten ist wiederum das Risiko deutlich höher, eine Hirnblutung zu erleiden oder aber auch eine Zerebralparese (eine Hirnschädigung, die Bewegungsstörungenauslöst) oder Darmnekrosen (Zellschädigungen im Darm).

Samenspende erlaubt, Eizellenspende verboten

Erlaubt ist in Deutschland die Samenspende – verboten ist hingegen die Eizellenspende. Bei der 1990 erfolgten Gesetzgebung hatten viele der Entscheidungsträger die Befürchtung, dass es bei Kindern, die auf diese Weise geboren werden, zu seelischen Konflikten oder gar Identitätsfindungsproblemen kommen könnte. Denn bei ihrer sogenannten „genetischen“ Mutter würde es sich ja um eine andere Person handeln als um diejenige, in deren Bauch sie ausgetragen wurden. Mittlerweile zeigen allerdings internationale Studien, dass diese Befürchtungen eher unbegründet sind, solange das Kind entsprechend aufgeklärt wird und unter Berücksichtigung des Umfeldes, in dem es aufwächst.

Den meisten Paaren erschließt sich auch nicht folgender Widerspruch: Falls die Ejakulatsparameter so schlecht sind, dass ein Mann nicht in der Lage ist, ein Kind zu zeugen, darf in Deutschland eine Samenzellspende durchgeführt werden – wenn jedoch bei der Frau entsprechende gynäkologische Probleme vorliegen, ist eine Eizellenspende in Deutschland nicht möglich.

Die Gesetzeslage in der Bundesrepublik verbietet einem Arzt sogar die bloße Beratung eines Patienten über die Möglichkeit einer Eizellenspende. Im Ausland erfolgt oft eine anonymisierte Eizellspende; das bedeutet, dass dem Kind später seine genaue Abstammung vorenthalten bleibt.

Was von den meisten Paaren, die sich für eine künstliche Befruchtung entscheiden, gerne in Anspruch genommen wird, sind die Möglichkeiten der Pränataldiagnostik (PND) zur Früherkennung von Krankheiten. Die Präimplantationsdiagnostik (PID) hingegen wird nur von einem sehr kleinen Teil der Betroffenen genutzt, zumal dort vieles – insbesondere bezüglich der Kosten – nicht klar zum Vorteile der Patienten geregelt ist. Auch dieses Beispiel zeigt, dass die Gesetzgebung oft nicht schnell genug auf medizinische Entwicklungen reagiert. Von der Fortpflanzungsmedizin noch ein Blick auf die sogenannte Reproduktionsmedizin: 1978 wurde mit Louise Brown der erste Mensch geboren, der durch eine künstliche Befruchtung gezeugt wurde. In Deutschland kam das erste „IVF-Kind“ 1982 am Universitätsklinikum Erlangen zur Welt.

Welche Operation hilft beim unerfüllten Kinderwunsch?

In der gegenwärtigen Gesetzeslage in Deutschland ist zur Erfüllung eines Kinderwunsches eine Refertilisierungsoperation definitiv zu favorisieren. Eine Refertilisierungsoperation wird nicht nur durchgeführt, um eine zuvor erfolgte Sterilisation wieder rückgängig zu machen. So kann mit ihr auch ein möglicherweise verschlossener Samenleiter (beim Mann) oder ein vielleicht auch verschlossener Eileiter (bei der Frau) wieder frei und somit durchgängig gemacht werden. Beides sind mögliche Gründe, warum eine Befruchtung zunächst nicht klappt.

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Kinderwunsch trotz Vasektomie: Rückoperation oder Refertilisierung?

Der Erfolg einer Rückoperation hängt davon ab, wie mikrochirurgisch erfahren der Operateur ist. Sehr hohe Erfolgsraten bestehen, wenn die Operation von einem sehr versierten und erfahrenen Mikrochirurgen durchgeführt wird. Die Durchgängigkeitsraten liegen bei über 95 Prozent, wenn die beiden Samenleiter-Enden unter einem Mikroskop mit etwa 20-facher Vergrößerung wieder zusammengeführt werden. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft der Partnerin ist dann genau so hoch, als ob der Mann nie eine Sterilisationsoperation hatte.

Alternative Verfahren

Die Refertilisierungsoperation ist die einzige Möglichkeit, um nach einer erfolgten Vasektomie Kinder auf natürlichem Weg zu zeugen. Andere Verfahren sind rein operativ, haben meist schlechtere Erfolgsquoten und können deutlich höhere Kosten mit sich bringen.

Eines dieser operativen Verfahren ist beispielsweise die künstliche Befruchtung mittels ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion). Hierbei werden die Spermien des Mannes chirurgisch gewonnen und für eine künstliche Befruchtung eingesetzt. Der Nachteil dieser Operation ist, dass die Partnerin über Wochen hormonell stimuliert wird und sich zusätzlich einem operativen Eingriff unterziehen muss.

Bei einer Refertilisierungsoperation entfallen diese Belastungen der Partnerin. Des Weiteren sind die langfristigen Schwangerschaftsraten höher als bei einer künstlichen Befruchtung. Die Refertilisierung ermöglicht nicht nur ein Kind auf natürliche Weise zu zeugen, sondern ist auch der kostengünstigere Eingriff.

Was betroffene Paare tun können

Zuallererst: Vasektomien sind nicht mehr endgültig. Paaren, die sich nach der Sterilisation des Mannes eine natürliche Schwangerschaft wünschen, kann heutzutage sehr gut geholfen werden.

In diesem Fall sollte das Paar vor allem die Rekonstruktion der Samenleiter in Betracht ziehen. Dieses Verfahren hat nicht nur die besten Erfolgsaussichten, es werden auch die Risiken und Nebenwirkungen einer künstlichen Befruchtung vermieden. Darüberhinaus ist die Refertilisierungsoperation in der Regel preiswerter als eine künstliche Befruchtung.

Achten Sie bei der Wahl des Arztes darauf, dass dieser sehr erfahren auf dem Gebiet der mikrochirurgischen Refertilisierung ist und bereits eine Vielzahl erfolgreicher Refertilisierungsoperationen durchgeführt hat. Das Geschick und die Erfahrung des Arztes sind wesentliche Erfolgsfaktoren. Ist beides gegeben, sollte die Erfolgsquote bei 90 bis 95 Prozent liegen.

Kann ich nach einer Vasektomie Vaterwerden?

Vorausgesetzt, dass kein Problem auf Seiten der Frau vorliegt, sollten allgemein bei den Verfahren, die bei diesen Fällen der Sterilität eingesetzt werden, Spermienproben ausreichender Qualität mit genügend Spermien gewonnen werden, die zur Befruchtung der Eizellen der Frau benutzt werden:

  • Hodenbiopsie
  • Wiederherstellende Mikrochirurgie des Samenstrangs (Vasovasostomie)

1.- Hodenbiopsie

Unter Lokalanästhesie wird eine Probe des Hodengewebes entnommen. Die Probe wird unter dem Mikroskop untersucht und Spermien werden identifiziert, entnommen und direkt verwendet oder für eine spätere Befruchtung der Eizellen der Frau eingefroren. Die bei der Hodenbiopsie gewonnene Spermienanzahl reicht nicht aus, um eine In-Vitro-Fertilisation durchzuführen-, es sei denn, sie erfolgt mithilfeintrazytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI).

2.- Wiederherstellende Mikrochirurgie des Samenstrangs (Vasovasostomie):

Zusätzlich zu IVF – ICSI kann über eine Vasovasostomie nachgedacht werden, einen minuziösen, chirurgischen Eingriff, bei dem der Samenleiter, der bei der Vasektomie durchtrennt wurde, wieder zusammengefügt wird. Unter Lokalanästhesie wird dieser Eingriff mit optischer Vergrößerung (chirurgische Lupe) durchgeführt, denn der Samenleiter muss perfekt zusammengefügt (reanastomosiert) werden, wenn beide Samenleiterenden wieder verbunden werden. Zunächst muss neues Gewebe entstehen, dazu werden die beiden vernarbten proximal und distal vernarbten Enden (die Punkte, an denen der Samenleiter getrennt wurde) entfernt, danach werden die beiden Teiel zusammengefügt und mit ganz feinen Fäden vernäht.

Ist die Vasovasostomie erfolgt, muss mehrere Monate gewartet werden, bis das Resultat bewertet werden kann bzw. Spermien in ausreichender Menge im Ejakulat erzielt werden. Auch wenn es sich um eine einfache Lösung im Fall einer Vasektomie zu handelt scheint, können bestimmte Probleme die tatsächliche Wirksamkeit des Eingriffs beeinträchtigen:

  • In seltenen Fällen ist es nicht möglich, eine Vasovasostomie korrekt durchzuführen, wenn die Samenleiterenden sich zurückgezogen haben und sehr weit auseinander liegen.
  • Ein erfolgreicher Eingriff ist keine Garantie für das gewünschte Ergebnis, da es nicht ausreichend ist, beide Samenleiterenden zusammenzufügen und gut zu vernähen. Es muss, auch die Fähigkeit, Samenflüssigkeit zu transportieren, muss zurückerlangt werden, was beim Eingriff selbst nicht sichergestellt werden kann. Es kann vorkommen, dass keine Spermien im Ejakulat zu finden sind.
  • Auch wenn beide zuvor genannten möglichen Komplikationen erfolgreich überwunden werden, kommt es vor, dass die Menge des Ejakulats oder die Spermienkonzentration nicht ausreichend sind, um eine künstliche Befruchtung durchzuführen. In diesem Fall muss wie im Fall zuvor auf IVF – ICSI zurückgegriffen werden.

Insgesamt gesehen ist es derzeit ratsamer, eine IVF – ICSI in Betracht zu ziehen, wenn nach einer Vasektomie ein Kind gewünscht wird. Ist jedoch eine neue Familie mit mehreren Kindern geplant, kann die Vasovostomie eine gute Alternative sein, insbesondere wenn die Partnerin jung ist und noch lange Kinder bekommen kann.

Welche Nebenwirkungen kann eine Sterilisation haben?

Frage: Welche Nebenwirkungen kann eine Sterilisation haben?

Antwort: Bei einer Sterilisation (Vasektomie) des Mannes werden in örtlicher Betäubung oder Allgemeinnarkose über einen beidseitigen Hodensackschnitt die Samenleiter durchtrennt und unterbunden. Nach zwei- bis dreimaligen Kontrollen des Ejakulats auf das vollständige Fehlen von Spermien ist davon auszugehen, dass der Mann unfruchtbar ist, wenn in zwei aufeinander folgenden Samenuntersuchungen keine Spermien im Sediment gefunden wurden.
Grundsätzlich werden im Hoden auch nach der Operation weiterhin in nahezu normalem Umfang Spermien produziert. Diese Spermien können den Hoden und Nebenhoden nicht verlassen und werden durch das körpereigene System abgebaut.
Es ist möglich, dass sich infolge der Sterilisation im Nebenhoden Erweiterungen der Samenkanälchen ausbilden. Diese sogenannten Spermatozelen sind funktionell und klinisch in der Regel ohne Bedeutung, können jedoch eventuell später eine gewünschte Refertilisation technisch erschweren. Auch können sich so genannte Spermagranulome bilden. Das Spermagranulom ist eine knotige, harte Veränderung im Samenstrang, die durch den Austritt von Spermatozoen in das umliegende Gewebe entsteht.
Das Ejakulatvolumen zeigt sich nach einer Sterilisation in der Regel unverändert, da sich der größte Anteil des Samenergusses aus Sekreten der Prostata und Samenblasen zusammensetzt.
Bei entsprechender Vorgeschichte mit gehäuften Entzündungen des Nebenhodens ist vor einer Vasektomie eine Untersuchung des Ejakulats auf Bakterien sinnvoll, da nach einer Vasektomie bestehende Infektionen der ableitenden Samenwege ggf. fortbestehende Beschwerden verursachen können.
Nachuntersuchungen von sterilisierten Männern haben gezeigt, dass insbesondere Männer, die sich tendenziell eher nicht aus eigener Überzeugung haben sterilisieren lassen, vermehrt über postoperative Beschwerden klagen.

Es ist sehr zu wünschen, dass Vasektomien nicht übereilt und erst nach reiflicher Überlegung des Mannes in Absprache mit der Partnerin durchgeführt werden.
Insgesamt hat eine Sterilisation in der Regel keine negativen körperlichen Auswirkungen auf das Geschlechtsleben, so bleiben die Potenz, das Lustempfinden und die Libido unverändert.
Grundsätzlich ist es bei erneutem Kinderwunsch möglich, eine Refertilisierung durchzuführen, um die Sterilisation rückgängig zu machen. Diese Operation, bei der die Samenleiterenden beider Seiten erneut miteinander verbunden werden, wird Vasovasostomie genannt und kann als ambulante Operation unter einem Operationsmikroskop (mikrochirurgisch) in einer Vollnarkose durchgeführt werden.

Refertilisierung beim Mann: Vasektomie rückgängig machen

Die Sterilisation des Mannes durch Samenleiterunterbindung, Vasektomie genannt, ist eine weit verbreitete und sehr sichere Methode zur Verhütung, die bei vielen Urologen zum Standard gehört. Die neuesten Studien aus den USA zeigen, dass die Sterilisation des Mannes inzwischen die vierthäufigste Verhütungsmethode ist – mit steigender Tendenz. Lange Zeit ging man davon aus, dass sie endgültig ist.

Doch manchmal ändern sich Lebensumstände, und wenn der Wunsch nach einem (weiteren) Kind entsteht, ist die Refertilisierung die einzige Möglichkeit zu einer natürlichen Schwangerschaft. Andere Verfahren haben meist eine schlechtere Erfolgsquote und können deutlich höhere Kosten mit sich bringen.

Sterilisation beim Mann sind nicht mehr endgültig

Über 30 Prozent der Männer, die eine Vasektomie haben durchführen lassen, entwickeln im Nachgang einen (oft erneuten) Kinderwunsch. Etwa sechs bis zehn Prozent aller Männer, die sich sterilisieren ließen, entscheiden sich, diesen Eingriff wieder rückgängig machen. Hierzu wird eine mikrochirurgische Operation durchgeführt, Refertilisierung oder auch Vasovasostomie genannt. Bei dieser Operation kann die Zeugungsfähigkeit des Mannes wieder vollständig hergestellt werden.

Das Klinik-Team von Prof. Sommer ist eines der weltweit erfahrensten Teams für Refertlisierungs-Operationen. Wir stehen Ihnen zur Beratung und für alle Ihre Fragen zur Verfügung.

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Die Methoden

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In unserer pdf-Broschüre zum Thema Mikrochirurgische Refertilisierung haben wir Ihnen die wichtigsten Informationen rund um das Thema zusammengestellt.

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Die Zeugungsfähigkeit auf natürlichem Wege ist nur bei durchgängigen Samenleitern gegeben. Diese kann entweder durch Wiederverbindung der Samenleiter (Vasovasostomie, überwiegend nach Sterilisation) oder durch Anbindung des Samenleiters an ein Nebenhoden-Kanälchen (Vaso-Epididymostomie oder Tubulovasostomie) hergestellt werden. Beide Verfahren werden ambulant in Vollnarkose durchgeführt.

Die Vasovasostomie ist ein mikrochirurgisches Verfahren, bei der die Samenleiter nach einer Vasektomie wieder miteinander verbunden werden. Die Operation erfolgt unter Verwendung eines hochauflösenden Mikroskops und sehr feiner Instrumente und setzt spezielles operatives Training und vor allem große Erfahrung auf dem Gebiet der chirurgischen Refertilisierung (Wiederherstellung der Zeugungsfähigkeit) voraus (mehr zum Thema Vasovasostomie).

Vaso-Epididymostomie

Bei der Vaso-Epididymostomie (oder Tubulovasostomie) handelt es sich um einen noch komplexeren Eingriff. Hier erfolgt die operative Zusammenführung des Samenleiters an die noch feineren und kleineren Nebenhodenkanälchen. Nur sehr mikrochirurgisch versierte und geübte Operateure können dies erfolgversprechend durchführen.

Die Entscheidung, ob eine Vasovasostomie oder eine Vaso-Epididymostomie durchgeführt wird, fällt intraoperativ durch eine spezielle Untersuchung der Samenflüssigkeitsqualität an. Wenn aus den hodennahen Samenleitern keine Spermien austreten, sucht der Operateur eine geeignete Verbindungsstelle mit den Nebenhodenkanälchen, um die Zeugungsfähigkeit wieder herzustellen. In ca. 10 Prozent der Fälle ist die Vaso-Epididymostomie der Eingriff der Wahl (mehr zum Thema Vaso-Epididymostomie).

Unsere Erfolgsquoten bei einer Refertilisierung

Prof. Dr. Sommer ist auf diesem Gebiet führend. Er hat weit über 1.500 Eingriffe dieser Art bislang durchgeführt. Hierbei ist essenziell, die richtige Technik anzuwenden. Er führt die Samenleiter-Enden unter einem Mikroskop mit ca. 20facher Vergrößerung wieder zusammen. Unsere Erfolgsquote bezüglich der Durchgängigkeit nach Zusammenführung der Samenleiter liegt bei über 95 Prozent. Die Schwangerschaftsraten sind dann genauso, als ob der Mann nie eine Sterilisationsoperation hatte.

Studien haben ergeben, dass es für die Erfolgswahrscheinlichkeit der Refertilisierungsoperation nicht erheblich ist, wie lange die Vasektomie her ist. Im Internet kursieren leider immer noch viele Halbwahrheiten und Mythen zu diesem Thema, sodass viele Männer (und teilweise auch Ärzte) davon ausgehen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Erfolgswahrscheinlichkeit und der Anzahl der Jahre, wie lange die Vasektomie her ist, gibt. Dies ist allerdings nicht der Fall. Entscheidend ist, dass die diagnostischen und partnerschaftlichen Parameter stimmen. Ist dies gegeben, sind erfolgreiche Refertilisierungen mit hoher Wahrscheinlichkeit möglich, unabhängig davon, wie lange die Vasektomie her ist.

Eine operative Alternative ist beispielsweise die künstliche Befruchtung mittels ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion). Hierbei werden die Spermien des Mannes chirurgisch gewonnen und für eine künstliche Befruchtung eingesetzt.

Der Nachteil dieser Operation ist, dass die Partnerin über Wochen hormonell stimuliert wird und sich zusätzlich einem operativen Eingriff unterziehen muss. Darüberhinaus geht die künstliche Befruchtung mit einem erhöhten Risiko von Mehrlingsschwangerschaften einher, was für die Frau eine Risikoschwangerschaft bedeutet.

Bei einer Refertilisierungsoperation entfallen diese Belastungen der Partnerin. Des Weiteren sind die langfristigen Schwangerschaftsraten höher als bei einer künstlichen Befruchtung. Die Refertilisierung ist im Vergleich zur künstlichen Befruchtung das kostengünstigere und komplikationsärmere Verfahren. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch die Refertilisierung die Zeugungsfähigkeit auf Dauer wiederhergestellt wird, sodass auch weitere Schwangerschaften ohne zusätzliche Behandlungen beider Partner möglich sind.

Erneute Refertilisierungs-Operation

Sollte bei Ihnen bereits der erfolglose Versuch einer Refertilisierungsoperation (operative Verbindung der Samenleiter nach vorangegangener Vasektomie) durchgeführt worden sein, so kann dies mehrere Gründe haben:

  • Es wurde keine mikrochirurgische Technik angewandt
  • Der Operateur verfügte nicht über ausreichend Erfahrung, eine Refertilisierungsoperation durchzuführen
  • Die Ausstattung des OP-Saales mit den notwendigen Instrumenten und Materialien war nicht für einen so feinen und sensiblen Eingriff ausgelegt
  • Eine mangelhafte Durchblutung der neuen Verbindungsstelle der Samenleiter
  • Eine etwaige Vaso-Epididymostomie wäre notwendig gewesen, wurde aber nicht durchgeführt
  • Eine Refertilisierungsoperation konnte aus anderen Gründen nicht erfolgreich durchgeführt werden

Versierte Operateure können anhand des alten Operationsberichtes und einer eingehenden Untersuchung eine Problemlösung erarbeiten und je nach Befund eine erneute Refertilisierungsoperation durchführen.

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Der Operationsverlauf

Während sich der Patient in Vollnarkose befindet, werden durch zwei Schnitte über beiden Hoden die Samenleiter freigelegt. Nach Entfernung der Samenleiterstümpfe wird eine Ejakulatprobe entnommen und sofort mikroskopisch untersucht. In den meisten Fällen sind hier Spermien (Samenzellen) zu sehen. Anschließend werden die Enden der beiden Samenleiter unter einem Operationsmikroskop mit teilweise über 20-facher Vergrößerung wieder verbunden. Zeigt sich während der Operation, dass das Samenleiterende, welches vom Nebenhoden kommt, keine Samenflüssigkeit transportiert, kann der Samenleiter, der von der Harnröhre kommt, mit einem Nebenhodenkanälchen verbunden werden.

Der Eingriff dauert ca. zwei Stunden und wird ambulant durchgeführt. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Durchgängigkeitsrate nach erfolgreichem Eingriff bei über 95 Prozent liegt. Entscheidend für den Erfolg der Operation ist unter anderem die Erfahrung des Operateurs, da dies kein Standardeingriff der Urologie ist, sondern eine Operation, die hohes mikrochirurgisches Geschick und Erfahrung voraussetzt. Mehr zu den Erfolgsfaktoren

Vor und nach der Refertilisierungsoperation

Vor der Operation

Um einen erfolgreichen Eingriff gewährleisten zu können, sind einige Voruntersuchungen notwendig. Durch eine körperliche und eine Ultraschall-Untersuchung erhält der Operateur einen ersten Eindruck vom Operationsgebiet und kann auf diese Weise Komplikationen ausschließen. Eine Blutuntersuchung ist ebenso notwendig. Es wird u.a. ein Hormon (FSH) bestimmt, um zu erkennen, ob noch Spermien im Hoden produziert werden.

Vor der Operation dürfen Sie 4 bis 6 Stunden vorher nicht essen, trinken oder rauchen. Auf die Einnahme von blutverdünnenden Substanzen wie ASS sollte zehn Tage vor dem Eingriff verzichtet werden.

Nach der Refertilisierung

Nach der Operation gilt zunächst einmal: Drei Tage absolute Ruhe, Beine hoch legen und Hoden kühlen. Darüber hinaus sollten Sie eine enge Unterhose anziehen, damit die Hoden fest anliegen (so werden Schmerzen verhindert und der Heilungsprozess optimiert).

Darüber hinaus ist eine Krankschreibung von 7 Tagen bei Berufen mit leichter körperlicher Belastung und bei Berufen mit starker körperlicher Belastung von 14 Tagen erforderlich.

Nach 14 Tagen sind Sex und leichter Sport möglich. Mit Leistungssport sollten Sie erst wieder 6 Wochen nach der Operation beginnen.

Eine zu frühe Belastung kann zu Wundheilungsstörungen und damit zur Egalisierung des Eingriffes führen.

Bei uns sind Sie in guten Händen

Vor, während und nach der Operation befinden Sie sich in professionellen Händen. Unsere Mitarbeiter in der Andrologie sind überdurchschnittlich qualifiziert und gewährleisten gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern eine Patientenversorgung auf höchstem Niveau.

Nach der Operation stehen Ihnen Prof. Dr. Sommer und bei seiner Abwesenheit qualifizierte ärztliche Vertreter für Ihre Fragen und Wünsche zur Verfügung, ferner eine 24-Stunden-Hotline nach Ihrer Entlassung.

Prof. Sommer und sein Team stehen Ihnen zur Beratung und für alle Ihre Fragen zur Verfügung.
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