Unterhalt berechnen 2017

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Unterhaltsberechnung

Die Unterhaltsberechnung richtet sich nach Art des Unterhaltsanspruchs. Während die Berechnung beim Kindesunterhalt sich nach der Düsseldorfer Tabelle richtet, bei der nur das Einkommen des Unterhaltsschuldners relevant ist, sind bei der Ermittlung des Ehegattenunterhalts und Trennungsunterhalts sowie dem Betreuungsunterhalt die Differenzeinkommen und andere Faktoren als Grundlage zur Unterhaltsberechnung maßgeblich.

In diesem Artikel werden wir die Unterhaltsberechnung für die folgenden Sachverhalte erläutern:

  • Kindesunterhalt nach Düsseldorfer Tabelle (siehe Schaubild weiter unten)
  • Ehegattenunterhalt sowie Trennungsunterhalt (nach der 3/7 Methode des Differenzeinkommens)
  • Betreuungsunterhalt (3/7 Methode des Differenzeinkommens)

Sofern Sie direkt eine Unterhaltsberechnung durchführen möchten, gelangen Sie hier direkt zu unserem Unterhaltsrechner (mit den ab 2019 und 2020 geltenden Werten).

Bei der Unterhaltsberechnung sind minderjährige Kinder und privilegiert Volljährige immer vorrangig zu behandeln. Erst wenn diese Unterhaltspflichten erfüllt werden, können evtl. weitere Unterhaltspflichten bedient werden.

Ermittlung des Einkommens zur Unterhaltsberechnung

Die Basis zur Unterhaltsberechnung bildet immer zunächst die Ermittlung des Einkommens (unterhaltsrechtlich relevantes Einkommen). Dieses weicht jedoch vom Einkommen im steuerrechtlichen Sinne ab, da die Oberlandesgerichte eigene Richtlinien für die Abzugsbeträge haben.

Die Grenzen des Einkommens (Leistungsfähigkeit) werden durch den Selbstbehalt gesetzt. Je nachdem, gegenüber wem Unterhalt erbracht werden muss, unterscheiden sich die Selbstbehalte, damit dem Unterhaltsschuldner genügend für seine eigene Lebensführung verbleibt.

Unterhaltsberechnung für Kindesunterhalt

Bei Kindern muss der Unterhaltsbedarf durch beide Elternteile gedeckt werden. Für minderjährige Kinder gilt überdies der Mindestunterhalt, da diese im besonderen Maße mit Unterhalt versorgt werden müssen, da sie meist über kein eigenes Einkommen verfügen um ihren Lebensbedarf zu decken.

Barunterhalt und Naturalunterhalt

Der Elternteil (z.B. Mutter), bei dem das Kind untergebracht ist und versorgt wird, finden bei der Unterhaltsberechnung zunächst keine Beachtung, da der Kindesunterhalt als Naturalunterhalt in Form von Unterbringung und Kost erbracht wird. Der andere Elternteil (z.B. Vater) muss seine Unterhaltspflicht in Form des Barunterhalt erbringen – zur Berechnung der Höhe wird die Düsseldorfer Tabelle herangezogen, die sich am Nettoeinkommen des Unterhaltsschuldners orientiert.

Berechnung des Unterhaltsanspruchs für Kinder

Von diesen o.g. Beträgen wird bei Minderjährigen noch das halbe (204 € / 2 = 102 €) und bei Volljährigen das volle Kindergeld (204 €) abgezogen.

Beispiel (mit W
Nettoeinkommen 2.100 € → Kind 4 Jahre alt: 388,00 € Unterhalt → abzgl. halbes Kindergeld (204 / 2= 102 €) → 388,00 – 102 = 286 € Kindesunterhalt

Um eine genaue Unterhaltsberechnung durchführen zu können, bedarf es zunächst Antworten auf folgende Fragen:

  • Über welches Einkommen verfügt der Unterhaltspflichtige?
  • Ist das Kind minderjährig oder volljährig?
  • Befindet sich das volljährige Kind in Ausbildung und wie lange muss Unterhalt gewährt werden?
  • Ist der Unterhaltsschuldner leistungsfähig? (ist der Selbstbehalt gewahrt)
  • Hat das Kind eigene Einkünfte?

Beispielberechnungen und ausführliche Erläuterungen zur Berechnung des Unterhalts gegenüber Kindern erhalten Sie auf den nachfolgenden Seiten:

  • Mindestunterhalt für Minderjährige
  • Unterhaltsvorschuss (durch das Jugendamt, falls Unterhaltspflichtiger nicht leistungsfähig)
  • Kindesunterhalt für Volljährige
  • Düsseldorfer Tabelle

Ehegattenunterhalt/ Trennungsunterhalt

Anders als beim Kindesunterhalt geht es beim Ehegattenunterhalt/ Trennungsunterhalt nicht darum, das Existenzminimum des Ex-Ehepartners abzusichern. Vielmehr dient dieser, die finanziellen Verhältnisse während der Ehe auszugleichen. Für die Unterhaltsberechnung ist die Höhe des Einkommens beider Eheleute relevant, um zu ermitteln, in welcher Höhe der Ausgleich erfolgen soll.

Beim Ehegattenunterhalt ist zwischen dem Trennungsunterhalt, der sofort bei Trennung der ehelichen Beziehung und der nachehelichen Unterhalt (Geschiedenenunterhalt) zu unterscheiden, der erst nach rechtskräftiger Scheidung zu erbringen ist.

Für die Unterhaltsberechnung beim Ehegatteunterhalt sind folgende Fragen zu klären:

  • Wie waren die finanziellen Verhältnisse (Einkommen) während der Ehe?
  • Höhe des jeweiligen Einkommens nach der Trennung / Scheidung?

Grundsätzlich würde man – unter Berücksichtigung der Eigenverantwortung und wenn überhaupt ein Unterhaltsanspruch besteht, mit der 3/7-Methode zum Differenzeinkommen rechnen. Allerdings hat man auch gestalterischen Spielraum, indem man beispielsweise Vereinbarungen zum Unterhalt in einem Ehevertrag oder Scheidungsfolgenvereinbarung trifft.

Weitere Artikel mit Beispielberechnungen:

  • Trennungsunterhalt
  • Geschiedenenunterhalt (nachehelicher Unterhalt)

Gleichzeitig haben Eheleute nach der letzten großen Unterhaltsreform eine gesteigerte Erwerbsobligenheit (Eigenverantwortung). Das bedeutet, dass sich Partner nach Trennung bzw. Scheidung nicht auf dem Lebensstandard während der Ehe berufen können und selbst einer Erwerbstätigkeit nachgehen müssen.

Betreuungsunterhalt

Der Betreuungsunterhalt kommt bei der Geburt nichtehelicher Kinder in Betracht. Dabei beginnt der Anspruch bereits vor der Entbindung und ist zunächst bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres des Kindes vorgesehen (meistens länger) und ist zusätzlich zum Kindesunterhalt zu leisten.

Er dienst als Ersatz für das entfallenes Einkommen. Müttern von Kleinkindern bis zum 3. Lebensjahr wird vom Gesetzgeber nicht zugemutet, aufgrund der Betreuung des Kindes einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Unterhaltsberechnung für Betreuung

Bei der Berechnung des Betreuungsunterhalts wird in der Regel die 3/7-Methode für das Differenzeinkommen angewandt.

Kindsvater bereinigtes Nettoeinkommen: 1.800 €
Kindsmutter bereinigtes Nettoeinkommen: 450 €

Bei diesem Nettoeinkommen hat der Vater ab 01.01.2020 einen Kindesunterhalt in Höhe von 369 € – 102 € (halbes Kindergeld) zu erbringen, übrig bleiben 1.533 €. Die Unterhaltsberechnung erfolgt nun, indem man das Differenzeinkommen von 1.533 € und 450 € ermittelt, somit 1.083 €. Die Mutter hat Anspruch auf 3/7 von 1.083 € = 464 € monatlich. Würde aber der volle Unterhalt fließen, bleibt der Selbstbehalt des Vaters von 1.200 € gegenüber der nichtehelichen Kindsmutter nicht gewahrt, sondern wird auf 1069 € unterschritten. Bei der Unterhaltsberechnung wird in diesem Fall eine Grenze bei 1.200 € gezogen, so dass die Mutter monatlich 333 € erhält.

Die nichteheliche Kindsmutter darf bei der Höhe des Unterhalts aber nicht besser gestellt sein als eine verheiratete Mutter. Aus diesem Grund wird auch eine Kontrollrechnung durchgeführt, ob tatsächlich das Differenzeinkommen vom Kindsvater gezahlt werden muss. Relevant hierfür ist das Einkommen der Kindsmutter vor sowie nach der Geburt des Kindes.

Mehr zum Thema: Betreuungsunterhalt

Lesen Sie auch unsere neuen Artikel zur Berechnung von Elternunterhalt

Letzte Aktualisierung: 18.12.2019

Kindesunterhalt berechnen – Was der Nachwuchs monatlich kostet

Kinder kosten bekanntlich viel Geld. Geht aus einer ehelichen oder außerehelichen Beziehung ein Kind hervor und trennen sich die Eltern bzw. leben nicht zusammen, stellt sich die Frage nach dem Kindesunterhalt. Dabei ist zu unterscheiden: Derjenige Elternteil, bei dem das minderjährige Kind lebt, leistet den sogenannten Naturalunterhalt durch Unterkunft, Kleidung, Verpflegung usw. Dagegen ist der andere Elternteil gegenüber dem minderjährigen Kind zum sogenannten Barunterhalt verpflichtet. Wird das Kind volljährig, schulden beide Elternteile normalerweise Barunterhalt. Sind mehrere minderjährige und volljährige Kinder vorhanden, kann die Berechnung des Kinderunterhalts kompliziert werden.

Das Wichtigste in Kürze: Kindesunterhalt berechnen

  • In der Regel sind Eltern gegenüber ihren minderjährigen Kindern unterhaltspflichtig.
  • Während der betreuende Elternteil Naturalunterhalt leistet, muss der andere Elternteil meist Barunterhalt zahlen. Die Berechnung richtet sich beim Kindesunterhalt dabei sowohl nach dem Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen als auch nach der Anzahl der Kinder und deren Alter.
  • In der Regel wird Kindesunterhalt auf Basis der Düsseldorfer Tabelle berechnet. Diese gewährleistet auch den Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen.

Ausführliche Informationen zur Berechnung von Kindesunterhalt erhalten Sie im Folgenden.

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Berechnung Kindesunterhalt online: So sieht der Kindesunterhalt-Rechner aus

Hier können Sie den zu zahlenden Kindesunterhalt mit dem Unterhaltsrechner Kind (Stand: 2019) kostenlos berechnen:

Wichtige Hinweise zur Anwendung des Kindesunterhalt-Rechner

Dem Kindesunterhalt-Rechner liegt die Düsseldorfer Tabelle zugrunde.

Dem Unterhaltsrechner fürs Kind liegt die Düsseldorfer Tabelle (Stand: 01.01.2020) zugrunde.

Im Feld „Nettoeinkommen Unterhaltspflichtiger“ ist das sogenannte bereinigte Nettoeinkommen einzutragen. Dabei können die zahlreichen Fallkonstellationen bei der Ermittlung dieses Einkommens im Rahmen dieses Rechners naturgemäß nicht dargestellt werden, so dass der Kindesunterhalt-Rechner grundsätzlich nur Richtwerte liefert.

Bezieht der Barunterhaltspflichtige Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit, dürfen bei der Bereinigung des Nettoeinkommens jedoch 5% berufsbedingte Aufwendungen abgezogen werden (grundsätzlich mindestens 50, höchstens 150 Euro monatlich – höhere Aufwendungen gegen Nachweis). Diese Abzugsmöglichkeit gilt nicht für andere Einkunftsarten, insbesondere nicht für Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit.

Um den Kindesunterhalt zu berechnen, ist bei allen Einkunftsarten jedoch der Abzug berücksichtigungsfähiger Schulden möglich, also etwa bei einem Auszug aus der Ehewohnung die Kreditkosten für die Einrichtung der neuen Wohnung, soweit dies in einem angemessen bescheidenen Rahmen erfolgt.

In den Feldern „Kind 1 (Alter in Jahren)“ ff. ist deswegen das Alter des Kindes anzugeben, weil die Düsseldorfer Tabelle drei Altersgruppen und eine Bedarfsgruppe für Volljährige enthält. Je höher die Altersgruppe, desto höher ist der Unterhalt für das Kind.

Der Kindesunterhalt-Rechner enthält bereits den Kindergeldabzug und zeigt den tatsächlich zu zahlenden Unterhaltsbetrag (Zahlbetrag). Das Kindergeld erhält regelmäßig der Elternteil, bei dem das minderjährige Kind lebt. Dem barunterhaltspflichtigen Elternteil steht aber die Hälfte des Kindergeldes zu, welches den Bedarf des Kindes mindert. Daher ist vom eigentlichen Kindesunterhalt für Minderjährige das hälftige Kindergeld abzuziehen, was der Kindesunterhalt-Rechner automatisch vornimmt.

Ist das Kind volljährig, wirkt sich das Kindergeld in voller Höhe bedarfsmindernd aus und ist daher vollständig vom Kindesunterhalt abzuziehen. Auch dies erledigt der Kindesunterhalt-Rechner automatisch.

Der Selbstbehalt für den barunterhaltspflichtigen Erwerbstätigen gegenüber minderjährigen Kindern und privilegierten Kindern (volljährige unverheiratete Kinder bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres, die im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils leben und sich in der allgemeinen Schulausbildung befinden) beträgt ab 01.01.2020 1.160 Euro (zuvor: 1.080 Euro) und für den barunterhaltspflichtigen Nichterwerbstätigen ab 2020 960 Euro (zuvor: 880 Euro). Der jeweilige Selbstbehalt steht dem Pflichtigen in jedem Fall zur Verfügung. Hat der Barunterhaltspflichtige nach Abzug des Zahlbetrags weniger als den für ihn geltenden Selbstbehalt, ist eine sogenannte Mangelfallberechnung durchzuführen.

Einzelheiten dazu finden Sie im Artikel „Düsseldorfer Tabelle – Kapitel Mangelfall: Wenn das Einkommen nicht für den Kindesunterhalt ausreicht“.

Einkommen, Bedarf und Rang: Diese Faktoren sind bei der Kindesunterhalt-Berechnung maßgeblich

Um den Kindesunterhalt berechnen zu können, müssen verschiedene Faktoren beachtet werden.

Bei der Berechnung vom Unterhalt für Ihr Kind kommt es auf das Einkommen bzw. die Leistungsfähigkeit des Barunterhaltspflichtigen, den Unterhaltsbedarf des Kindes und die Rangfolge der Unterhaltsberechtigten an.

Aus dem Einkommen des Barunterhaltspflichtigen ergibt sich seine Leistungsfähigkeit. Ist er nicht leistungsfähig, kann er keinen Unterhalt zahlen. Gegenüber minderjährigen Kindern besteht jedoch eine gesteigerte Erwerbspflicht.

Der Pflichtige muss alles in seiner Macht stehende unternehmen, um den Mindestunterhalt für die minderjährigen Kinder zu zahlen. Das reicht sogar von der Ausübung eines zusätzlichen Mini-Jobs bis zum Wechsel in einen besser bezahlten Job. Der Zahlbetrag für den Mindestunterhalt beträgt ausweislich des Anhangs zur Düsseldorfer Tabelle (Stand: 01.01.2020):

  • Erste Altersstufe von 0 bis 5 Jahren:
    Für das erste und zweite Kind jeweils 267 Euro / für das dritte Kind 264 Euro / für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 251,50 Euro
  • Zweite Altersstufe von 6 bis 11 Jahren:
    Für das erste und zweite Kind jeweils 322 Euro / für das dritte Kind 319 Euro / für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 306,50 Euro
  • Dritte Altersstufe von 12 bis 17 Jahren:
    Für das erste und zweite Kind jeweils 395 Euro / für das dritte Kind 392 Euro / für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 379,50 Euro

Weitere Einzelheiten dazu erfahren Sie im Artikel zum Mindestunterhalt.

Begrenzt wird die Leistungsfähigkeit des Barunterhaltspflichtigen durch den Selbstbehalt (Eigenbedarf). Der Pflichtige muss trotz geschuldetem Unterhalt in der Lage bleiben, seinen eigenen Lebensbedarf zu finanzieren und über ein Existenzminimum zu verfügen. Der Selbstbehalt ist daher vorrangig gegenüber den Unterhaltspflichten und verbleibt dem Pflichtigen zur Deckung seines eigenen Bedarfs.

Gemäß der Anmerkung 5 der Düsseldorfer Tabelle (Stand: 01.01.2020) beträgt der Selbstbehalt gegenüber minderjährigen unverheirateten Kindern und volljährigen unverheirateten Kindern bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres, die im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils leben und sich in der allgemeinen Schulausbildung befinden (sogenannte privilegierte volljährige Kinder),

  • beim erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen monatlich 1.160 Euro (bis 31.12.2019: 1.080 Euro) und
  • beim nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen monatlich 960 Euro (bis 31.12.2019: 880 Euro).

Gegenüber den anderen volljährigen Kindern beläuft sich der Selbstbehalt auf monatlich mindestens 1.300 Euro, ohne dass es auf eine Erwerbstätigkeit des Pflichtigen ankommt.

Liegt das Einkommen des Barunterhaltspflichtigen unterhalb des betreffenden Selbstbedarfs, kann er keinen Kindesunterhalt zahlen. Bei minderjährigen Kindern muss der Pflichtige jedoch den Mindestunterhalt sicherstellen.

Die Kehrseite der Leistungsfähigkeit des Barunterhaltspflichtigen ist die Bedürftigkeit des barunterhaltsberechtigten Kindes. Bedürftigkeit liegt vor, wenn das Kind seinen Lebensunterhalt weder aus eigenen Einkünften noch eigenem Vermögen bestreiten kann, § 1602 Abs. 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB).

Kann der Berechtigte aus eigenen Mitteln den vollen Bedarf teilweise bestreiten, beschränkt sich die Unterhaltspflicht auf den zur Abdeckung des vollen Bedarfs noch fehlenden Betrag. Minderjährige Kinder sind mangels eigenem Einkommen oder Vermögen regelmäßig in voller Höhe bedürftig. Dies gilt häufig auch für volljährige privilegierte Kinder.

Der Rang des Kindes spielt bei der Berechnung für den Kindesunterhalt eine entscheidende Rolle.

Um den Kindesunterhalt berechnen zu können, ich ist der Rang des barunterhaltsberechtigten Kindes ebenfalls maßgeblich, was sich insbesondere bei studierenden Kindern auswirkt. Beim Unterhalt gegenüber Kindern, Ehegatten und anderen Personen gilt das sogenannte Rangstufenprinzip. Das bedeutet, dass die Unterhaltsansprüche der Berechtigten auf den oberen Rängen gegenüber dem nachfolgenden Rang vorrangig sind. In der Praxis spielt die Rangfolge häufig dann eine Rolle, wenn das Einkommen des Barunterhaltspflichtigen nicht zur Abdeckung aller Unterhaltsansprüche ausreicht.

Tritt dieser sogenannte Mangelfall ein, erhalten die Berechtigten auf dem obersten Rang den (vollen) Unterhalt, während die Berechtigten auf dem nachfolgenden Rang leer ausgehen bzw. nur einen Teil erhalten. Gemäß § 1609 BGB stehen auf dem

  • obersten Rang die minderjährigen, unverheirateten Kinder und privilegierten volljährigen Kinder (bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres, unverheiratet, im Haushalt der Eltern lebend und in allgemeiner Schulausbildung);
  • zweiten Rang die ehelichen, geschiedenen und nichtehelichen Elternteile, die wegen der Betreuung eines Kindes regelmäßig bis zu dessen vollendetem dritten Lebensjahr unterhaltsberechtigt sind oder wenn einer der weiteren gesetzlich geregelten Unterhaltstatbestände vorliegt und es sich um eine Ehe von langer Dauer handelt;
  • dritten Rang die nicht unter den zweiten Rang fallenden Ehegatten und geschiedenen Ehegatten;
  • vierten Rang die nicht unter den ersten Rang fallenden volljährigen Kinder – also auch der auswärts wohnende volljährige Student.

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Vom Bruttoeinkommen zum Zahlbetrag: In 7 Schritten zur Berechnung des Kindesunterhalts

Um den Kindensunterhalt zu berechnen, ist unter Beachtung der Faktoren Einkommen, Bedarf und Rang wie folgt vorzugehen:

Schritt 1: Ermittlung des realen Gesamteinkommens

Maßstab für die Berechnung des Kindesunterhalts ist zunächst das reale Gesamteinkommen, also alle steuerrelevanten Brutto-Einkünfte. Dazu gehören nach § 2 Abs. 1 Einkommensteuergesetz (EStG):

  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb
  • Einkünfte aus selbstständiger Arbeit
  • Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  • Sonstige Einkünfte im Sinne des § 22 EStG (etwa regelmäßig wiederkehrende Leistungen wie bestimmte Renten oder gewisse private Veräußerungsgeschäfte)

Einkünfte sind dabei nach § 2 Abs. 2 Satz 1 EStG

  • bei Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und selbstständiger Arbeit der Gewinn,
  • in den anderen Fällen der Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten.

Schritt 2: Korrekturen des realen Gesamteinkommens

Wird das reale Gesamteinkommens des Barunterhaltspflichtigen ermittelt, können je nach Einkommensart bei den Einkünften bestimmte Korrekturen nötig sein. Dies betrifft bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Tätigkeit etwa die Bewertung eines überobligatorischen Arbeitseinsatzes (Ausübung einer Erwerbstätigkeit, zu die der Unterhaltspflichtige oder Unterhaltsberechtigte nicht verpflichtet ist) oder des Erhalts einer arbeitsrechtlichen Abfindung.

Demgegenüber sind bei den Einkünften aus selbstständiger Tätigkeit beispielsweise die steuerlichen Verluste in unterhaltsrechtlicher Hinsicht für die Kindesunterhalt-Berechnung zu korrigieren.

Schritt 3: Ermittlung des fiktiven Einkommens

Um den Kindesunterhalt zu berechnen kann auch fiktives Einkommen herangezogen werden.

Besonders ärgerlich für das den Naturalunterhalt leistende Elternteil ist es, wenn der Barunterhaltspflichtige keinen Kindesunterhalt zahlt. Hier kommt der Pflichtige aber nicht so einfach davon. Speziell bei der Sicherstellung des Mindestunterhalts für minderjährige Kinder muss sich der Pflichtige häufig so behandeln lassen, als hätte er die dafür erforderlichen Einkünfte tatsächlich erzielt.

Schritt 4: Berechnung des Nettoeinkommens

Ist das reale bzw. fiktive Gesamteinkommen ermittelt, wird daraus das Nettoeinkommen des Pflichtigen berechnet. Steuern und Sozialabgaben, aber auch Vorsorgeaufwendungen für die private Altersvorsorge sind von seinem Bruttoeinkommen in Abzug zu bringen.

Schritt 5: Berechnung des bereinigten Nettoeinkommens

Steht das Nettoeinkommen fest, ist es um die laufenden (Fix-)Kosten zu bereinigen. Damit sind die Kosten gemeint, die nicht bereits als allgemeine Lebenshaltungskosten im Selbstbehalt (Eigenbedarf, Existenzminimum) des Unterhaltspflichtigen enthalten sind. Dazu gehören etwa die berufsbedingten Aufwendungen bei Einkünften aus nichtselbstständiger Tätigkeit oder generell die berücksichtigungsfähigen Schulden (etwa aus der Ehe stammende Verbindlichkeiten).

Schritt 6: Ermittlung des monatlichen Kindesunterhalts

Das berechnete bereinigte Nettoeinkommen ist Grundlage für die Anwendung der Düsseldorfer Tabelle, aus der sich die monatliche Höhe des Kindesunterhalts ersehen lässt.

Schritt 7: Berechnung des Zahlbetrags

Die in der Düsseldorfer Tabelle ausgewiesenen monatlichen Unterhaltsbeträge berücksichtigen nicht das Kindergeld. Da dieses den Bedarf des Kindes mindert, muss es in die Berechnung des zu zahlenden Unterhalts (Zahlbetrag) einfließen. In der Regel erhält derjenige Elternteil den Kindesunterhalt, der den Naturalunterhalt leistet. Der Barunterhaltspflichtige darf daher das hälftige Kindergeld vom zu zahlenden Unterhalt abziehen.

So funktioniert die Kindesunterhaltberechnung im Einzelnen

Bei den sieben Schritten zur Berechnung des Kindesunterhalts sind zahlreiche Punkte zu beachten.

Der Regelfall: Wenn der Barunterhaltspflichtige in einem festen Arbeitsverhältnis steht

Der Regelfall für die Unterhaltsberechnung fürs Kind liegt vor, wenn der Unterhaltspflichtige eine feste Arbeitsstelle hat.

In den meisten Fällen erzielt der Barunterhaltspflichtige Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit, steht also in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. In diesem Fall sind für die Kindesunterhalt-Berechnung die Brutto-Einkünfte der letzten 12 Monate maßgeblich.

Ist das monatliche Nettoeinkommen ermittelt, darf der erwerbstätige Unterhaltspflichtige bei der Bereinigung die berufsbedingten Aufwendungen abziehen. Diese betragen 5% vom Nettoeinkommen, jedoch monatlich mindestens 50 Euro (bei geringfügiger Teilarbeit auch weniger) und höchstens 150 Euro, es sei denn, es werden höhere angemessene Aufwendungen nachgewiesen.

Ebenfalls praxisrelevant: Wenn der Barunterhaltspflichtige selbstständig ist

Geht der Barunterhaltspflichtige einer selbstständigen Arbeit nach, ist für die Unterhaltsberechnung beim Kind der Gewinn der letzten drei Jahre zugrundezulegen. Berufsbedingte Aufwendungen dürfen jedoch nicht vom Gewinn abgezogen werden.

Fiktives Einkommen: Wann sich der Pflichtige das, was er verdienen könnte, anrechnen lassen muss

In der Praxis ärgern sich gerade Mütter darüber, dass sie das minderjährige Kind betreuen, während die Väter keinen oder nur sehr wenig Unterhalt zahlen. So kommt es nicht selten vor, dass die Väter plötzlich ihre gutbezahlte Arbeitsstelle verlieren oder trotz einer gehobenen Position nur ein geringes Einkommen erzielen. Hier gelten jedoch strenge Regeln:

Wer mutwillig seinen Arbeitsplatz aufgibt oder trotz etwa einer Geschäftsführertätigkeit nur ein paar hundert Euro verdient, muss sich – speziell beim Mindestunterhalt – so behandeln lassen, als ob er (weiterhin) das volle Einkommen erzielen würde.

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Besonders wichtig bei der Bereinigung des Nettoeinkommens: Berücksichtigungsfähige Schulden

Bei sämtlichen Einkommensarten stellt sich die Frage, wie mit den bestehenden Schulden des Barunterhaltspflichtigen bei der Berechnung zum Kindesunterhalt zu verfahren ist.

Als Faustregel gilt, das während der Ehe mit Zustimmung des Partners aufgenommene Kredite ebenso wie die notwenigen Verbindlichkeiten des Pflichtigen beim Einzug in eine neue Wohnung nach Trennung bzw. Scheidung zu berücksichtigen sind. Demgegenüber finden Konsumkredite oder Ratenzahlungen für erhaltene Prozess- oder Verfahrenskostenhilfe generell keine Anerkennung.

Weiterführende Informationen zur Berechnung des Kindesunterhaltes bei:

  • Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit (etwa die Berücksichtigung von geldwerten Zuwendungen des Arbeitgebers, einer Abfindung oder des überobligatorische Einkommens),
  • Einkünften aus selbstständiger Arbeit,
  • Annahme es fiktiven Einkommens oder
  • Schulden

erhalten Sie im Artikel „Unterhaltsrechner, Kapitel: Nichtselbstständige Arbeit: Diese Besonderheiten bestehen bei der Unterhaltsberechnung“.

Mit der Düsseldorfer Tabelle den Kindesunterhalt berechnen

Steht das bereinigte Nettoeinkommen des Barunterhaltspflichtigen fest, kann aus der Düsseldorfer Tabelle (Stand: 01.01.2020) der monatliche Unterhalt des Kindes ersehen werden:

Bei Einkommen über 5.501 Euro netto kommt es auf die Umstände des Einzelfalls an.

Düsseldorfer Tabelle bis 31.12.2019

Eingeteilt ist die Düsseldorfer Tabelle in elf Einkommensstufen sowie drei Altersgruppen und eine Bedarfsgruppe für volljährige Kinder, sofern diese noch im Haushalt eines oder beider Elternteile leben. Der Unterhaltspflichtige kann also

  • anhand seines monatlichen bereinigten Nettoeinkommens ermitteln, in welche Einkommensstufe er fällt und
  • aus der Altersgruppe, in die das Kind einzuordnen ist, die Höhe des monatlichen Kindesunterhaltes ersehen

Zugleich kann der Pflichtige anhand des Bedarfskontrollbetrags erkennen, ob ihm der Selbstbehalt verbleibt (unterste Einkommensgruppe) oder eine ausgewogene Verteilung seines Einkommens zwischen ihm und den Berechtigten stattfindet (darüber liegende Einkommensgruppen).

Ausgelegt ist die Düsseldorfer Tabelle für zwei Unterhaltsberechtigte. Sind mehr oder weniger Berechtige vorhanden, ist eine Eingruppierung in eine niedrigere bzw. höhere Tabellengruppe vorzunehmen.

Praxisbeispiel 1: Kindesunterhalt berechnen nach Düsseldorfer Tabelle – wenn nur ein Kind unterhaltsberechtigt ist

Aus einer Ehe ist das 5-jährige Kind K hervorgegangen. Nach der Scheidung lebt K bei der Mutter, die weder gegenüber dem Kind barunterhaltsverpflichtet noch gegenüber dem Vater unterhaltsberechtigt ist. Der barunterhaltspflichtige Vater verfügt nach Abzug seiner berufsbedingten Aufwendungen und der berücksichtigungsfähigen Schulden über ein monatliches bereinigtes Nettoeinkommen in Höhe von 1.700 Euro.

Folge: An sich wäre der Vater in die 1. Einkommensstufe (bis 1.900 Euro monatlich) der Düsseldorfer Tabelle zum Unterhalt einzugruppieren. Da die Tabelle jedoch für zwei Unterhaltsberechtigte ausgelegt ist und hier nur ein berechtigtes Kind vorhanden ist, hat eine Hochstufung in die 2. Einkommensstufe (1.901 – 2.300 Euro monatlich) zu erfolgen. Aus der zugehörigen Altersgruppe lässt sich dann der Unterhalt bzw. Bedarf von K wie folgt entnehmen:

K (5 Jahre): 372 Euro monatlich

Wird vom monatlichen bereinigten Nettoeinkommen des Vaters in Höhe von 1.700 Euro die monatliche Unterhaltspflicht in Höhe von 372 Euro abgezogen, verbleiben ihm monatlich 1.328 Euro. Dies entspricht in etwa dem monatlichen Bedarfskontrollbetrag in Höhe von 1.300 Euro, so dass das Einkommen zwischen dem Vater und K ausgewogen verteilt ist.

Anders ist die Tabelle anzuwenden, wenn das Kind volljährig ist und bei einem bzw. beiden Elternteilen lebt bzw. das Kind privilegiert ist: Hier sind beide Elternteile barunterhaltspflichtig.

Praxisbeispiel 2: Kindesunterhalt berechnen gemäß Düsseldorfer Tabelle – Unterhaltsberechnung volljähriges Kind (privilegiert)

Wie Praxisbeispiel 1, wobei das Kind K 18 Jahre alt, unverheiratet und in der allgemeinen Schulausbildung ist. Auch die Mutter verfügt über ein monatliches bereinigtes Nettoeinkommen von 1.700 Euro.

Folge: Das Einkommen beider Elternteile ist zusammenzurechnen, also 1.700 Euro + 1.700 Euro = 3.400 Euro. Der Unterhalt würde sich dann zwar nach der 5. Einkommensstufe richten (3.101 – 3.500 Euro). Da aber die Düsseldorfer Tabelle für zwei Berechtigte ausgelegt ist, kann eine Höhergruppierung in die 6. Einkommensstufe erfolgen (3.501 – 3.900 Euro). Der Unterhaltsanspruch von K betrüge dann gegen beide Elternteile zusammen 675 Euro : 2 Elternteile = 337,50 Euro. Hätten die Eltern unterschiedliches Einkommen, wäre der Unterhalt entsprechend den jeweiligen Einkommen anteilig zu berechnen. Daneben stellt sich die Frage, inwieweit die Mutter ihre Naturalleistungen auf den Barunterhalt anrechnen kann.

Auch wenn das volljährig gewordene Kind ab diesem Zeitpunkt einen Anspruch auf Barunterhalt gegen beide Elternteile hat: Es bleibt grundsätzlich Sache der Eltern, wie der Unterhalt gewährt wird. Das Elternteil, bei dem das privilegierte volljährige Kind lebt, kann also den Unterhalt auch weiterhin durch Kost, Logis und Taschengeld gewähren. Lediglich dann, wenn den privilegierten Volljährigen ein Verbleib im Elternhaus aus Platzgründen unmöglich oder etwa wegen massiver Differenzen unmöglich ist, darf der Volljährige ausziehen, sich eine eigene Bleibe suchen und von beiden Elternteilen den vollen Barunterhalt verlangen. Das gilt ebenso, wenn die vom Kind gewählte Berufsausbildung nur auswärts möglich ist.

Die Unterhaltsberechnung beim volljährigen Kind hat daher ihre Tücken. Das zeigt sich auch, wenn mehrere Kinder vorhanden sind:

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Praxisbeispiel 3: Kindesunterhalt berechnen gemäß Düsseldorfer Tabelle – minderjähriges und volljähriges Kind

Wie Praxisbeispiel 1, wobei K (5 Jahre) noch einen volljährigen Bruder B hat, der auswärts studiert.

Folge: K hat aufgrund seiner Minderjährigkeit gegenüber dem auswärts wohnenden, volljährigen B einen höheren Rang. K erhält daher in voller Höhe den Unterhalt von 354 Euro nach der 1. Einkommensstufe, in die der Vater einzuordnen ist (also nicht wie zuvor 372 Euro nach der 2. Einkommensstufe, da die Düsseldorfer Tabelle für zwei Unterhaltsberechtigte ausgelegt ist). Der auswärts lebende B hätte aufgrund seines Studiums zwar einen Unterhaltsanspruch von 860 Euro (vgl. Anm. 7 Düsseldorfer Tabelle, Stand: 01.01.2020; zuvor 735 Euro), muss sich aber mit dem zufrieden geben, was nach Abzug des Unterhalts für K und dem Selbstbehalt für den Vater übrig bleibt (sogenannter einfacher Mangelfall).

Der Zahlbetrag: Unterhalt abzüglich Kindergeld

Um den Kindesunterhalt zu berechnen, wird häufig die Düsseldorfer Tabelle verwendet.

In den Unterhaltsbeträgen der Düsseldorfer Tabelle ist das Kindergeld noch nicht berücksichtigt. Das Kindergeld mindert jedoch den Bedarf des Kindes. Daher darf der Barunterhaltspflichtige vom Unterhaltsbetrag die Hälfte des Kindergeldes abziehen, sofern diese staatliche Leistung an den Naturalunterhalt Leistenden ausbezahlt wird. Ist das Kind dagegen volljährig, wird das gesamte Kindergeld auf seinen Bedarf angerechnet. Aus dem Abzug des Kindergeldes vom Unterhalt ergibt sich der vom Barunterhaltspflichtigen zu leistende Zahlbetrag.

Die Anrechnung des Kindergeldes auf den Unterhalt war aufgrund der Neufassung der Düsseldorfer Tabelle zum 01.01.2016 etwas verwirrend:

Bis zum 31.07.2015 betrug das Kindergeld

  • für das erste und zweite Kind 184 Euro,
  • für das dritte Kind 190 Euro,
  • ab dem vierten Kind 215 Euro.

Aufgrund der gesetzlichen Neuregelung zum 01.08.2015 betrug das Kindergeld nun rückwirkend zum 01.01.2015 für das

  • erste und zweite Kind 188 Euro
  • dritte Kind 194 Euro
  • ab dem vierten Kind 219 Euro

Unterhaltsrechtlich wurden aber seit dem 01.08.2015

  • die bisher gelten Kindergeldbeträge von 184, 190 und 215 Euro
  • auf die neuen Unterhaltsbeträge der Düsseldorfer Tabelle Stand 01.08.2015

angerechnet. Diese Regelung galt bis Ende 2015.

Seit 2019 belaufen sich die Kindergeldbeträge auf:

  • für das erste und zweite Kind: 204 Euro
  • für das dritte Kind: 210 Euro
  • für jedes weitere Kind: 235 Euro

Nach der neuen Düsseldorfer Tabelle ergeben sich folgende Zahlbeträge (Stand: 01.01.2020):

Bei der Unterhaltszahlung sind also die jeweiligen Zahlbeträge zugrundezulegen.

Praxisbeispiel 4: Zahlbetrag bei einem minderjährigen unterhaltsberechtigten Kind

Wie Praxisbeispiel 1.

Folge: Der Unterhalt für K (5 Jahre) beträgt 372 Euro monatlich. Der Vater muss 269 Euro monatlich als Zahlbetrag leisten (Einkommensgruppe 2, Zahlbeträge für 1. und 2. Kind).

Alternative Berechnung des Kindesunterhalts:
372 Euro monatlich Unterhalt abzüglich hälftigem Kindergeld (Stand: 01.01.2019) in Höhe von 97 Euro (194 Euro : 2 Elternteile) = 269 Euro

Auch bei den Zahlbeträgen sind die Besonderheiten für volljährige Kinder zu beachten.

Praxisbeispiel 5: Zahlbetrag bei einem privilegierten unterhaltsberechtigten Kind

Wie Praxisbeispiel 2.

Folge: Der Unterhalt für K (18 Jahre) beträgt 675 Euro monatlich. Jedes Elternteil muss 240,50 Euro monatlich als Zahlbetrag leisten (Einkommensgruppe 6, Zahlbeträge für 1. und 2. Kind, also 481 Euro : 2 Elternteile).

Alternative Berechnung des Kindesunterhalts:
702 Euro monatlich Unterhalt abzüglich vollem Kindergeld in Höhe von 194 Euro = 508 Euro.
Die 508 Euro monatlich sind von beiden Elternteilen hälftig zu erbringen.

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Kindesunterhalt berechnen

Wer muss für die gemeinsamen Kinder Unterhalt zahlen, wenn die Eltern sich trennen? Diese Frage – und noch einige mehr – beantwortet der nachfolgende Artikel. Kindesunterhalt muss an minderjährige und volljährige Kinder gezahlt werden, in der Regel bis zum Ende einer Berufsausbildung. Es macht für den Kindesunterhalt keinen Unterschied, ob das Kind ehelich oder nicht-ehelich geboren wurde. Der Artikel stellt den Rechtsstand ab dem 01.01.2016 dar.

Aktuell: Düsseldorfer Tabelle 2016

Inhalt:

Unterhalt minderjähriger Kinder
Unterhalt volljähriger Kinder
Wie hoch ist der zu zahlende Kindesunterhalt?
Was ist mit dem Kindergeld?
Wie viel Geld muss dem Unterhaltsverpflichteten jedenfalls verbleiben?
Ist mit den Tabellenbeträgen alles abgegolten?
Was zählt zum Einkommen?
Wie erfährt man die Einkommenshöhe des Unterhaltspflichtigen?
Wird ein Einkommen des Kindes angerechnet?
Wird das Vermögen des Kindes berücksichtigt?
Werden Schulden auf Seiten des Unterhaltspflichtigen berücksichtigt?
Ab wann muss Kindesunterhalt gezahlt werden?
Wie lange muss Kindesunterhalt gezahlt werden?
Wie erlange ich einen vollstreckbaren Titel über den zu zahlenden Kindesunterhalt?
Kann ein bestehender Titel abgeändert werden?
Hotline Kindesunterhalt

Unterhalt minderjähriger Kinder

Eltern sind ihren minderjährigen Kindern gegenüber unterhaltspflichtig, wenn diese außerstande sind, sich selbst zu unterhalten. Dieses ist bei minderjährigen Kindern regelmäßig der Fall. Der Grundsatz beim Kindesunterhalt lautet: Derjenige, bei dem das Kind lebt, leistet den so genannten Naturalunterhalt in Form von Betreuung und Versorgung; der andere Elternteil leistet den Barunterhalt in Form von monatlichen Geldzahlungen.

Der Unterhaltsschuldner ist gegenüber minderjährigen unverheirateten Kindern erweitert unterhaltspflichtig. Diese so genannte Privilegierung von minderjährigen Kindern kommt beim Kindesunterhalt insbesondere in zwei Punkten zum Ausdruck: Zum einen wird dem Unterhaltsschuldner lediglich ein notwendiger Selbstbehalt (der Betrag, der dem Unterhaltsschuldner mindestens monatlich verbleiben muss, wenn er Unterhalt zahlen muss) zugestanden, der sich für den nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen auf 880,00 € und für den erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen auf 1.080,00 € beläuft – mehr dazu später. Zum anderen besteht gegenüber minderjährigen Kindern die Pflicht, alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um zumindest den Mindestunterhalt des Kindes sicherzustellen. Bei geringen Einkünften ist der Unterhaltsschuldner ggf. gehalten, eine weitere Aushilfstätigkeit anzunehmen, um den Mindestunterhalt für die Kinder zu decken. Der Mindestunterhalt beläuft sich für Kinder von 0-5 Jahren auf 335,00 €, für Kinder von 6-11 Jahren auf 384,00 € und für Kinder von 12-17 Jahren auf 450,00 €. Auf diese Beträge ist jeweils das Kindergeld anzurechnen, dazu gleich unten mehr.

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Unterhalt volljähriger Kinder

Die Aufteilung in Naturalunterhalt und Barunterhalt beim Kindesunterhalt entfällt, wenn das Kind volljährig wird, also mit Vollendung des 18. Lebensjahres. Von diesem Tag an sind beide Elternteile anteilig zum Barunterhalt verpflichtet. Die Haftungsanteile der Elternteile für den Kindesunterhalt richten sich nach dem Verhältnis ihres jeweiligen Einkommens.

Bei volljährigen Kindern ist zwischen Kindern, die sich noch in der allgemeinen Schulausbildung befinden, das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und noch zu Hause wohnen und solchen Kindern zu unterscheiden, auf denen eine dieser eben genannten Voraussetzungen nicht zutrifft.

Die volljährigen Kindern, auf die alle drei Kriterien zutreffen, werden beim Kindesunterhalt wie minderjährige Kinder privilegiert und unterhaltsrechtlich auch wie solche behandelt (s.o.).

Gegenüber den anderen volljährigen Kindern gilt beim Kindesunterhalt der angemessene Selbstbehalt, der sich bundesweit auf 1.300,00 € beläuft. Zudem sind die Anforderungen an den Unterhaltspflichtigen, die eigene Arbeitskraft so gut wie möglich einzusetzen, um zumutbare und mögliche Einkünfte zu erzielen, nicht so hoch gesteckt wie gegenüber privilegierten Kindern.

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Wie hoch ist der zu zahlende Kindesunterhalt ?

Für die Berechnung von Kindesunterhalt orientieren sich die Gerichte an der „Düsseldorfer Tabelle“.

Die Düsseldorfer Tabelle ist unterteilt in Einkommens- und Altersstufen. Je höher das Einkommen und je älter das Kind, desto höher fällt der Kindesunterhalt aus. Die Tabellen sind auf den Fall zugeschnitten, dass der Unterhaltspflichtige zwei Personen Unterhalt gewährt. Bei einer geringeren oder größeren Anzahl von Unterhaltsberechtigten ist daher grundsätzlich eine Herab- bzw. Heraufstufung vorzunehmen, wobei auch immer darauf zu achten ist, dass der sog. Bedarfskontrollbetrag gewahrt bleibt.

Vieles ergibt sich im Kindesunterhalt aus den Anmerkungen zur Düsseldorfer Tabelle, so z.B. dass der Bedarf eines Studenten, der nicht bei seinen Eltern oder einem Elternteil wohnt, bei 735,00 € liegt.

Auf den ersten Blick sieht die Handhabung der Tabellen recht einfach aus. Es gibt jedoch auch beim Kindesunterhalt Besonderheiten zu beachten, deren Erläuterungen hier den Rahmen sprengen würden.

Deshalb unser Tipp: Lassen Sie sich anwaltlich beraten, wenn Kindesunterhalt berechnet werden soll.

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Was ist mit dem Kindergeld?

Das Kindergeld in Höhe von 190,00 € (ab dem 3. Kind 196,00 € und ab dem 4. Kind 221,00 €) wird demjenigen Elternteil ausgezahlt, bei dem das Kind auch tatsächlich lebt. Entsprechende Anträge sind bei der zuständigen Familienkasse zu stellen. Bei minderjährigen Kindern mindert das Kindergeld zur Hälfte den sich aus der Tabelle ergebenden Kindesunterhalt. Umfangreiche Informationen zum Kindergeld finden Sie in dem hier verlinkten Merkblatt der Bundesregierung.

Beispiel:
Der Vater hat ein unterhaltsrechtlich relevantes Einkommen von 2.000,00 €, das Kind ist 11 Jahre alt und lebt bei der Kindesmutter. Grundsätzlich wäre der Kindesvater in die 3. Einkommensgruppe der Düsseldorfer Tabelle einzuordnen (1.901 – 2.300 EUR). Da er aber nur einer Person gegenüber unterhaltspflichtig ist, ist er eine Gehaltsgruppe höher einzustufen. Aus der Tabelle ergibt sich dann in der 4. Gehaltsgruppe ein Betrag für den Kindesunterhalt von 442,00 €. Der Zahlbetrag beläuft sich dann auf 347,00 € (442,00 € – 95,00 €).

Bei volljährigen Kindern ist das Kindergeld in vollem Umfang auf den sich aus der Düsseldorfer Tabelle ergebenden Kindesunterhalt des Kindes anzurechnen.

Ein Beispiel:
Verfügen die Eltern insgesamt über Einkünfte von 4.600,00 €, entspricht der Bedarf des volljährigen Kindes entsprechend der 9. Einkommensgruppe und der 4. Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle 785,00 €. Hiervon ist das Kindergeld in Höhe von 190,00 € abzuziehen. Der Kindesunterhalt beläuft sich auf 595,00 €.

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Wie viel Geld muss dem Unterhaltsverpflichteten jedenfalls verbleiben?

Ihnen wird beim Durchlesen der vorgenannten Punkte bestimmt der Begriff „Selbstbehalt“ aufgefallen sein. Der Selbstbehalt ist der Betrag, der dem Unterhaltsschuldner mindestens monatlich verbleiben muss, wenn er Unterhalt zu zahlen hat. Beim Kindesunterhalt sind zwei Selbstbehalte von Bedeutung: Einmal der notwendige Selbstbehalt, der gegenüber minderjährigen unverheirateten und ihnen gleichgestellten volljährigen Kindern (privilegierten Kindern) gilt. Dieser beläuft sich nach den meisten Leitlinien der Oberlandesgerichte beim nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen derzeit auf monatlich 880,00 € und beim erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen auf monatlich 1.080,00 €.

Zum anderen existiert der angemessene Selbstbehalt, der gegenüber anderen, nicht privilegierten, volljährigen Kindern gilt. Er beläuft sich seit dem 01.01.2015 beim Kindesunterhalt bundeseinheitlich auf 1.300,00 €.

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Ist mit den Tabellenbeträgen alles abgegolten ?

Nicht unbedingt! In den Tabellenbeträgen für den Kindesunterhalt ist vor allem ein Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie Studiengebühren nicht enthalten. Sofern das Kind nicht im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert ist, sind diese Beiträge über die Sätze der Düsseldorfer Tabelle hinaus zu zahlen.

Die Sätze der Düsseldorfer Tabelle decken den allgemeinen Lebensbedarf des Kindes ab. Entstehen etwa im Krankheitsfall oder bei Heimunterbringung regelmäßige zusätzliche Kosten (so genannter Mehrbedarf), ist dieser über den Kindesunterhalt hinaus zu zahlen. Gleiches gilt bei anfallenden unregelmäßigen Zusatzkosten (so genannter Sonderbedarf), die etwa bei einer Kommunion / Konfirmation oder einer Klassenfahrt anfallen können.

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Was zählt zum Einkommen ?

Von wichtiger Bedeutung ist im Unterhaltsrecht die Einkommensermittlung. Nur die genaue Erfassung der Einkünfte vermeidet Unterhaltsausfälle auf Seiten des Unterhaltsberechtigten und unzumutbare Beschränkungen in der Lebensführung des Unterhaltspflichtigen.

Zur Feststellung des Einkommens sind stets sämtliche Einkünfte heranzuziehen; Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbstständiger Tätigkeit, nicht selbstständiger Tätigkeit, Kapital, Vermietung/Verpachtung und sonstige Einkünfte nach § 22 EStG.

Bei Einkünften aus nicht selbstständiger Tätigkeit sind regelmäßig alle Leistungen anzusetzen, d.h. auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Zulagen, Prämien, Überstundenvergütungen im Rahmen des Üblichen. Darüber hinaus rechnen als Einkommen auch sonstige vermögenswerte Vorteile (z.B. Wohnen in der eigenen Immobilie oder Nutzung eines Firmen-Pkws), sozialstaatliche Zuwendungen (z.B. Krankengeld, Arbeitslosengeld), BAföG und Versorgungsleistungen für Dritte.

Das unterhaltsrechtlich relevante Einkommen des selbstständig Erwerbstätigen drückt sich in dem erzielten Gewinn aus, der im Rahmen der Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung oder Einnahmen-/Überschussrechnung ermittelt wird, wobei oft unterhaltsrechtliche Korrekturen vorgenommen werden müssen. Der Gewinn entspricht dem Bruttoverdienst des abhängig Erwerbstätigen. Das Nettoeinkommen ergibt sich nach Abzug von Steuern in tatsächlich entstandener Höhe und Vorsorgeaufwendungen in angemessenem Umfang (mehr Infos: Einkommensermittlung bei Selbstständigen und Freiberuflern).

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Wie erfährt man die Einkommenshöhe des Unterhaltspflichtigen?

Damit der Unterhaltsberechtigte überhaupt die Höhe seines Unterhaltsanspruchs berechnen kann, braucht er Informationen über das Einkommen des Pflichtigen. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber Auskunftsansprüche gesetzlich verankert. Der Unterhaltspflichtige ist also verpflichtet, auf Verlangen des Unterhaltsberechtigten Auskunft über seine Einkommensverhältnisse zu erteilen und diese auch zu belegen.

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Wird ein Einkommen des Kindes angerechnet ?

Bei minderjährigen Kindern gilt: Erzielte Einkünfte der Kinder durch z.B. Schülerarbeit oder Ferienjobs sind in aller Regel nicht auf den Kindesunterhalt anzurechnen. Wird hingegen eine Ausbildungsvergütung erzielt, ist diese nach Abzug eines ausbildungsbedingten Aufwandbetrages (derzeit 90,00 €) hälftig auf den Kindesunterhalt anzurechnen.

Bei volljährigen Kindern gilt: Erhalten volljährige Kinder eine Ausbildungsvergütung, ist diese grundsätzlich nach Abzug von ausbildungsbedingten Aufwendungen auf den Kindesunterhalt anzurechnen. Einkünfte eines Schülers bzw. Studenten aus einer neben der Ausbildung ausgeübten Tätigkeit werden hingegen grundsätzlich nicht angerechnet.

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Wird das Vermögen des Kindes berücksichtigt ?

Minderjährige Kinder müssen nur im Ausnahmefall vorhandenes Vermögen zur Minderung ihrer Bedürftigkeit beim Kindesunterhalt einsetzen. Auch in diesem Punkt sind sie gegenüber volljährigen Kindern privilegiert, denn volljährige Kinder müssen grundsätzlich auch ihr Vermögen einsetzen, bevor sie die Eltern auf Kindesunterhalt in Anspruch nehmen. Allerdings wird ihnen ein Notgroschen zugebilligt. Je nach Lage des Falles gewährt die Rechtsprechung volljährigen Kindern einen Freibetrag von 2.000,00 € bis 5.000,00 €.

Keine Unterschiede zwischen minderjährigen und volljährigen Kindern bestehen aber, wenn es um Einkünfte aus dem Vermögen geht (z.B. Zinseinkünfte). Diese müssen in jedem Fall von dem Kind eingesetzt werden, sie mindern also den Kindesunterhalt.

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Werden Schulden auf Seiten des Unterhaltspflichtigen berücksichtigt?

Zur Beantwortung dieser Frage ist insbesondere der Zeitpunkt und die Art der Entstehung der Verbindlichkeit maßgebend. Grundsätzlich gilt, dass während der Ehezeit (so genannte ehebedingte oder eheprägende) entstandene Schulden auch beim Kindesunterhalt berücksichtigt werden müssen. Allerdings gilt dies nur eingeschränkt, wenn minderjährige Kinder im Spiel sind. Dann soll auch beim Vorhandensein von erheblichen Schulden auf Seiten des Unterhaltspflichtigen den minderjährigen Kindern zumindest der Regelbetrag nach der Regelbetragsverordnung (entspricht der ersten Zeile der Düsseldorfer Tabelle) verbleiben.

Eventuell kann der Unterhaltsschuldner verpflichtet sein, ein Privatinsolvenzverfahren einzuleiten, um den Kindesunterhalt minderjähriger Kinder sicherzustellen.

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Ab wann muss Kindesunterhalt gezahlt werden?

Kindesunterhalt wird ab dem 01. des Monats geschuldet, in dem der Unterhaltspflichtige zur Zahlung von Kindesunterhalt oder zur Erteilung der Auskunft über sein Einkommen aufgefordert wurde, oder eine entsprechende Klage rechtshängig geworden ist. Vorausgesetzt ist natürlich, dass ein Unterhaltsanspruch bereits dem Grunde nach bestand.

Deshalb unser Tipp: Warten Sie nicht zu lange mit der Geltendmachung von Kindesunterhalt.

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Wie lange muss Kindesunterhalt gezahlt werden ?

Kinder haben solange Anspruch auf Kindesunterhalt, bis sie eine eigene Lebensstellung erreicht haben, also auf eigenen Füßen stehen können. Umfasst sind die Kosten einer angemessenen Ausbildung. Dabei sind sowohl die Begabungen und Fähigkeiten des Kindes als auch die wirtschaftlichen Verhältnisse der Eltern zu berücksichtigen. Das Kind trifft allgemein die Pflicht, die Ausbildung mit Fleiß und Zielstrebigkeit zu verfolgen, um sie innerhalb angemessener und üblicher Dauer zu beenden. Ein so genanntes „Bummelstudium“ müssen die Eltern nicht finanzieren.

Im Normalfall besteht der Anspruch auf Kindesunterhalt bis zum Ausbildungsabschluss in einem Beruf. Was aber, wenn das Kind nach Abitur und Lehre noch ein Studium anhängen möchte? Auch in derartigen Fällen sind die Eltern weiterhin unterhaltspflichtig, wenn das Studium mit der Ausbildung in einem engen zeitlichem und sachlichem Zusammenhang steht und die weiteren Kosten den Eltern wirtschaftlich zumutbar sind.

Volljährige Kinder, die sich nicht mehr in der Ausbildung befinden, müssen durch eine eigene Erwerbstätigkeit ihren Lebensunterhalt sicherstellen.

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Wie erlange ich einen vollstreckbaren Titel über den zu zahlenden Kindesunterhalt?

Als Unterhaltsberechtigter sollten Sie immer bestrebt sein, einen vollstreckbaren Titel in Händen zu halten. Nur so können Sie eine gewisse Sicherheit haben, regelmäßig das Ihnen zustehende Geld zu erhalten. Aus diesem Grund haben Sie selbst dann einen Anspruch darauf, dass über den Kindesunterhalt ein vollstreckbarer Titel geschaffen wird, wenn der Unterhaltspflichtige in der Vergangenheit immer pünktlich den Unterhalt gezahlt hat.

Ein vollstreckbarer Titel kann ein Urteil, ein gerichtlicher Vergleich , eine notarielle Urkunde oder eine Jugendamtsurkunde sein. Letztere, die Erstellung einer Jugendamtsurkunde, ist eine für den Unterhaltspflichtigen kostengünstige Möglichkeit, einen vollstreckbaren Titel über den Kindesunterhalt zu schaffen.

Deshalb unser Tipp: Gehen Sie zu dem Jugendamt Ihrer Stadt oder Gemeinde und erkennen Sie dort den Kindesunterhalt an, wenn Sie sich über die Höhe bewusst sind.

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Kann ein bestehender Titel abgeändert werden ?

Ist der Kindesunterhalt tituliert und ist eine wesentliche Änderung der Verhältnisse eingetreten, kann ein sog. Abänderungsantrag gestellt werden. Der zu zahlende Kindesunterhalt kann so bei einer wesentlichen Veränderung der Verhältnisse angepasst werden. Hierzu bedarf es einiger Voraussetzungen, deren Erläuterungen hier den Rahmen sprengen würden. Neben der Abänderungsklage gibt es noch weitere Möglichkeiten zur Abänderung eines Titels über Kindesunterhalt.

Deshalb unser Tipp: Lassen Sie sich anwaltlich beraten, wenn sich die Verhältnisse nachträglich ändern und Sie der Auffassung sind, dass Sie zuviel Kindesunterhalt zahlen bzw. zu wenig Kindesunterhalt bekommen.

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Können wir Ihnen weiterhelfen?

Wenn Sie sich informieren möchten, wie wir Ihre Unterhaltsverpflichtung zur Zahlung von Kindesunterhalt oder Ihren Anspruch auf Kindesunterhalt einschätzen, bieten wir eine kostengünstige und schnelle Möglichkeit. Rufen Sie unsere Hotline an:

0900 – 11 22 11 40

Die Kosten belaufen sich auf 2,99 € / Minute aus dem Festnetz der deutschen Telekom, Anrufe aus dem Mobilfunknetz können deutlich teurer sein. Sie erreichen unmittelbar einen unserer Rechtsanwälte, andernfalls hinterlassen Sie Ihre Rufnummer, wir werden Sie dann zurückrufen. In der Regel können wir in wenigen Minuten Ihre Fragen zur Berechnung von Kindesunterhalt abklären.

Berechnung des Kindesunterhalts – jetzt Kindesunterhalt online berechnen

Monatl. Einkommen (netto):
Alter Kind 1: Jahre
Anzahl Kinder: 1
Berechnen
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Wenn Kinder aus einer Ehegemeinschaft hervorgegangen sind und eine Trennung oder Scheidung gewünscht ist, wird sich in aller Regel immer die Frage nach dem Kindesunterhalt stellen. Dabei leistet das Elternteil, bei dem das minderjährige Kind weiter lebt, den dem Kind zustehenden Unterhalt in Form von Kleidung, Unterkunft Nahrung und Taschengeld. Diese Form des Unterhalts heißt Naturalunterhalt. Das zweite Elternteil, dasjenige, welches ein höheres Einkommen aufweist, wird dagegen den Barunterhalt für das Kind oder die Kinder zu zahlen haben. Erreicht das Kind die Volljährigkeit, wandelt sich der Naturalunterhalt des ersten Elternteils ebenfalls in Barunterhalt um. Wenn es mehrere volljährige und minderjährige Kinder gibt, kompliziert das die Berechnung des Unterhalts.

I. So funktioniert der Kindesunterhaltsrechner – das sollten Sie beim Kindesunterhalt berechnen beachten

1. Düsseldorfer Tabelle:

Der Berechnung des Kindesunterhalts liegt immer die Düsseldorfer Tabelle der Oberlandesgerichte zugrunde. Diese Tabelle wird jährlich von den Oberlandesgerichten den aktuellen Werten angepasst.

2. Feld „Nettoeinkommen Unterhaltspflichtiger“:

In dem Feld „Nettoeinkommen Unterhaltspflichtiger“ trägt man das bereinigte Nettogehalt desjenigen ein, der ein höheres Einkommen aufweist. Dies ist der Unterhaltspflichtige, der Partner mit dem niedrigeren oder gar keinem Einkommen ist der Unterhaltsberechtigte. Der Kind – Unterhalt Rechner ist natürlich nicht in der Lage, die individuellen Fallsituationen abzubilden. So kann der Kind Unterhalt Rechner lediglich richtungsweisende Werte liefern.

Erhält der Unterhaltspflichtige monatlich Einkünfte aus einem Arbeits- oder Dienstverhältnis, ist er also nicht selbstständig, sind grundsätzlich fünf Prozent des Einkommens als berufsbedingte Aufwendungen abzuziehen. Das sind im geringsten Fall 50 Euro, allerhöchstens aber 150 Euro. Wenn höhere Aufwendungen anfallen, müssen diese belegt werden. Die berufsbedingten Aufwendungen können nur von einem Arbeitnehmer, nicht aber von einem Selbstständigen abgerechnet werden. Hier sieht die Berechnung des Kindesunterhalts ein wenig anders aus. Immer jedoch sind auch die berücksichtigungsfähigen Schulden abzurechnen, so etwa die Kosten, die entstehen, wenn man aus der gemeinsamen Wohnung in eine Mietwohnung zieht und dafür einen Kredit aufnimmt, um sie einzurichten. Die Kosten müssen jedoch immer in einem vernünftigen Verhältnis zur Situation des Pflichtigen stehen, will heißen, sie sollen in einem bescheidenen, angemessene Rahmen erfolgen.

3. Feld „Kind1, Kind 2 etc.“

Aufgrund der Tatsache, dass das Gesetz eine Staffelung der Düsseldorfer Tabelle vorgenommen hat, bei der es drei Altersgruppen sowie eine Altersgruppe für Volljährige gibt, ist es notwendig, auch das Alter der Kinder in das folgende Feld „Kind 1 (Alter in Jahren)“ im Kinder Unterhalt Rechner einzutragen.

Je älter das Kind, desto höher wird sein Unterhalt ausfallen!

Der Abzug des Kindergeldes ist bereits in dem Kind Unterhalt Rechner integriert, der Unterhaltsrechner wird schließlich den tatsächlich zu zahlenden Unterhalt anzeigen. Das Kindergeld wird immer an das Elternteil ausgezahlt, bei dem das Kind oder die Kinder leben, dem Unterhaltspflichtigen stehen jedoch 50 Prozent davon zu, die automatisch bereits bei der Berechnung des Unterhalts vom Kindesunterhalt abgezogen werden. Durch diese Hälfte des Kindergeldes ist der Bedarf des Kindes gemindert. Bei einem volljährigen Kind ist das Kindergeld in seiner Gesamtheit bedarfsmindernd, von daher komplett vom Bedarf abzurechnen, was den Unterhalt wiederum mindert. Der Kind Unterhalt Rechner ist entsprechend programmiert.

4. Selbstbehalt in Höhe von 1.080 Euro

Ein erwerbstätiger Unterhaltspflichtiger hat den minderjährigen Kindern und privilegierten Volljährigen gegenüber einen Selbstbehalt von 1080 Euro. Ist der Barunterhaltspflichtige ohne Arbeit, wird das Existenzminimum bei 880 Euro liegen. Minderjährige Kinder sind Kinder unter 18 Jahre, auch in einer allgemeinen schulischen Ausbildung.

Privilegierte Volljährige sind Kinder über 18 Jahren bis zum vollendeten 21. Lebensjahr, die sich in einer schulischen, allgemeinen Ausbildung befinden. Die Kinder müssen jeweils unverheiratet sein und über keine eigenen Einkünfte oder ein Vermögen verfügen. Das Existenzminimum, der Selbstbehalt ist die Grenze für die Zahlungspflicht des Unterhaltspflichtigen.

Den Selbstbehalt darf der Unterhaltspflichtige auf jeden Fall für sich behalten. Bleibt ihm nach Abzug des zu bezahlenden Unterhaltes weniger als dieser Selbstbehalt, handelt es sich um einen Mangelfall. Eine Mangelfallberechnung ist durchzuführen.

II. Wie wird der Kindesunterhalt im Detail berechnet?

Es sind immer 3 Kriterien zur Berechnung des Kindesunterhaltes heranzuziehen:

  • Einkommen des Unterhaltspflichtigen,

  • Bedarf der Kinder und

  • Rang der Kinder.

1. Einkommen

Das Einkommen des zur Zahlung von Unterhalt Verpflichteten bestimmt seine Leistungsfähigkeit. Ist dieses Einkommen zu gering und würde sein Existenzminimum, seinen Selbstbehalt berühren, wird der Unterhaltspflichtige als nicht leistungsfähig eingestuft. Er wird keinen oder nur einen Unterhalt bis zu dieser Selbstbehaltsgrenze zahlen.

Beim Kindesunterhalt gilt eine gesteigerte Obliegenheitspflicht

Im Falle des Kindesunterhalts ist der Pflichtige mit einer gesteigerten Obliegenheitspflicht belegt. Das heißt, er muss tatsächlich alles in seiner Macht stehende tun, den Mindestunterhalt auch leisten zu können. Das führt bis dahin, dass er eine Nebenbeschäftigung annehmen muss, oder sich auch eine besser bezahlte Erwerbstätigkeit suchen muss.

1.1. Ermittlung des realen Gesamteinkommens

Um die Unterhaltsansprüche zu berechnen, ist im ersten Schritt die Höhe des realen Gesamteinkommens wichtig.

Nach dem § 2 Abs. 1 EStG sind dies:

  • Einkünfte aus selbstständiger Arbeit

  • Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit

  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb

  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft

  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung

  • Andere Einkünfte nach Paragraph 22 EStG (beispielsweise wiederkehrende Leistungen wie gewisse Renten oder private Veräußerungsgeschäfte)

Einkünfte sind dabei gemäß § 2 Absatz. 2 Satz 1 EStG

  • Bei Land- und Forstwirtschaft und Gewerbebetrieb sowie selbstständiger Arbeit: der Gewinn

  • In allen anderen Fällen: Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten hinaus

1.1.1 Der Unterhaltspflichtige in einem festen Beschäftigungsverhältnis

In aller Regel wird der Zahlungspflichtige in einem festen, sozialversicherten Beschäftigungsverhältnis stehen. Ist das so, sind die Bruttoeinkünfte der letzten 12 Monate von Bedeutung. Vom festgestellten monatlichen Nettoeinkommen sind dann zur Bereinigung die berufsbedingten Aufwendungen abzurechnen. Dies sind in aller Regel 5 Prozent des bereinigten Nettoeinkommens, wenigstens jedoch 50 Euro, bei Teilzeitarbeit weniger. Die Obergrenze für die berufsbedingten Aufwendungen liegt bei 150 Euro, liegen sie höher, muss das nachdrücklich bewiesen und dargelegt werden.

1.1.2 Selbstständigkeit des Unterhaltspflichtigen

Liegt eine Selbstständigkeit des zur Zahlung des Unterhaltes Verpflichteten vor, wird dazu der Gewinn aus den letzten drei Jahren der Selbständigkeit relevant sein. Bei Selbstständigen dürfen keine berufsbedingten Aufwendungen vom Gewinn abgerechnet werden.

1.2. Korrektur des realen Gesamteinkommens
Um das reale Gesamteinkommen zu ermitteln, sind, ganz nach der jeweiligen Art des Einkommens der Einkünfte, gewisse Korrekturen erforderlich.

Hier findet sich beispielsweise, betrachtet man die Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit, die Bewertung eines sogenannten „überobligatorischen Arbeitseinsatzes“. Das will meinen, der Unterhaltspflichtige oder auch Unterhaltsberechtigte übt eine Erwerbstätigkeit in einem Maße aus, zu der er nicht zwangsläufig verpflichtet ist.

Auch der Erhalt einer arbeitsrechtlichen Abfindung kann zu Korrekturen führen.

Arbeiten die Pflichtigen oder Berechtigten selbständig, sind bei ihren Einkünften aus der Tätigkeit und den Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung die entstandenen steuerlichen Verluste bei der Unterhaltsberechnung anzurechnen.

1.3. Fiktives Einkommen bei mutwilliger Aufgabe der Arbeit

Wer seine gutbezahlte Arbeit zugunsten einer weniger gut bezahlten mutwillig aufgibt, dadurch seine Leistungsfähigkeit mindert, um weniger oder gar keinen Unterhalt mehr bezahlen zu müssen – im Übrigen eine durchaus beliebte Vorgehensweise – handelt wider seiner gesteigerten Obliegenheitspflicht beim Kindesunterhalt.

Derjenige, der seinen Arbeitsplatz mutwillig aufgibt oder aber sich z.B. nur auf 450 Euro-Basis weiter als Geschäftsführer beschäftigen lässt, sich, ganz speziell beim Mindestunterhalt für Kinder, gefallen lassen muss, dass er so behandelt wird, als ob er weiterhin ein vollständiges Gehalt erzielen würde.

1.4. Abziehbare Kosten und Aufwendungen

Aus dem realen oder auch fiktiven Einkommen wird das Nettoeinkommen berechnet.

Vorsorgeaufwendungen sind vom Bruttoeinkommen abziehbar, insbesondere:

  • private Altersvorsorge sowie

  • Sozialabgaben und

  • Steuern

Vom Nettoeinkommen sind nun die laufenden Kosten abzurechnen. Das sind die Kosten, die nicht schon als allgemeine Lebenshaltungskosten im Eigenbedarf, also dem angesetzten Existenzminimum, welches für den Pflichtigen gilt, enthalten sind.

Das sind beispielsweise zum Teil

  • die berufsbedingten Aufwendungen, wenn es sich um Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit handelt, oder

  • ganz allgemein die Schulden, die berücksichtigungsfähig sind, so beispielsweise noch aus der Ehe stammende Verbindlichkeiten.

1.5. Berücksichtigungsfähige Schulden beim Kindesunterhalt

Immer wird sich die Frage stellen, wie mit Schulden, die noch bestehen oder durch die Scheidung anfallen, umgegangen werden soll, wenn der Kindesunterhalt berechnet wird. Hier ist allgemein zu sagen, dass diejenigen Kredite und Verbindlichkeiten, die entstanden sind, weil sie beim Umzug in eine neue Wohnung während oder nach der Trennungszeit notwendig waren, oder aber die bereits während der Ehe in Einvernehmen mit dem Partner aufgenommen wurden, bei der Berechnung des Unterhalts zu berücksichtigen sind.

Wurde der Kredit als Konsumkredit aufgenommen oder um die Ratenzahlungen für die Prozesskostenhilfe zu gewährleisten, finden sie dagegen keine Anrechnung bei der Berechnung des Kindesunterhalts.

1.6. Der Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen ist vorrangig

Die Leistungsfähigkeit des Barunterhaltspflichtigen findet ihre Grenze im sogenannten Selbstbehalt, dem Existenzminimum. Mit diesem Selbstbehalt soll der Pflichtige, trotzdem er den Mindestunterhalt schuldet, in der Lage sein, die eigenen Lebensbedürfnisse bezahlen zu können. Der Selbstbehalt ist immer den Unterhaltspflichten vorrangig, er muss dem zur Zahlung Verpflichteten zur Finanzierung seines Lebensunterhalts verbleiben.

Der fixe Selbstbehalt beträgt nach der Anmerkung 5 der Düsseldorfer Tabelle vom 01.01.2019 bei unverheirateten, minderjährigen sowie bei unverheirateten, volljährigen Kindern bis zum 21. Lebensjahr, wenn sie im Haushalt einer Elternpartei leben, sich in einer allgemeinen Schulausbildung befinden:

  • ist der Unterhaltspflichtige erwerbstätig 1080 Euro monatlich

  • ist er nicht erwerbstätig 880 Euro monatlich

Anderen volljährigen Kindern gegenüber beträgt der Selbstbehalt, egal ob der Pflichtige in Beschäftigung ist oder nicht, monatlich zumindest 1300 Euro.

Ist die Summe des Einkommens geringer als der jeweilige Selbstbedarf, wird er keinen Unterhalt leisten können. Der Mindestunterhalt für minderjährige Kinder muss jedoch nach besten Kräften sichergestellt werden.

Das unterhaltsberechtigte Kind muss immer bedürftig sein. Die Bedürftigkeit definiert sich als die Unfähigkeit, seinen Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln zu bestreiten, also weder über Einkommen noch entsprechendes Vermögen zu verfügen.

Ist der Berechtigte nicht in der Lage, seinen Bedarf ganz oder auch nur zum Teil aus eigenen Mitteln zu bestreiten, entfällt die Unterhaltszahlung beziehungsweise beschränkt sich auf den Betrag, der noch zur vollen Abdeckung des Bedarfes notwendig ist.

2. Ermittlung des Kindesunterhalts / Bedarf

Hier dient nun die Düsseldorfer Tabelle beziehungsweise die Leitlinien der Oberlandesgerichte entsprechend dazu, die Höhe der monatlichen Verpflichtungen in Bezug auf den Kindesunterhalt festzustellen.

Der Mindestunterhalt lässt sich aus dem Anhang der Düsseldorfer Tabelle (Stand 01.01.2019) ersehen:

  • Erste Altersstufe von 0 bis 5 Jahren:
    Für das 1ste und 2te Kind jeweils 246 Euro / für das 3te Kind 254 Euro / für das 4te und weitere Kinder je 241,50 Euro

  • Zweite Altersstufe von 6 bis 11 Jahren:
    Für das 1ste und 2te Kind je 309 Euro / für das 3te Kind 306 Euro / für das 4te und weitere Kinder je 293,50 Euro

  • Dritte Altersstufe von 12 bis 17 Jahren:
    Für das 1ste und 2te Kind je 379 Euro / für das 3te Kind 376 Euro / für das 4te und weitere Kinder je 363,50 Euro

Die Düsseldorfer Tabelle berücksichtigt das monatliche Kindergeld nicht. Der Unterhaltsbedarf des minderjährigen Kindes aber wird durch die Kindergeldzahlung reduziert. So kann der Unterhaltspflichtige von dem Kindesunterhalt, den er zu zahlen hätte, 50 Prozent des Kindergeldes abziehen, sofern dieses an das Elternteil gezahlt wird, bei dem das Kind wohnt. Ist das Kind bereits volljährig, kann der Pflichtige jedoch den kompletten Betrag an Kindergeld von dem von ihm zu zahlenden Kindesunterhalt abziehen.

3. Das gesetzliche Rangstufenprinzip und die Berechnung des Kindesunterhalts

Zur Berechnung des Unterhalts ist auch der jeweilige Rang nach dem gesetzlichen Rangstufenprinzip grundlegend. Besondere Auswirkungen hat das bei Kindern, die studieren. Das Rangstufenprinzip bedeutet, dass die Unterhaltszahlung an einen höheren Rang vorrangig vor denen eines niedrigeren Ranges ist. Dies ist vor allem dann von Wichtigkeit, wenn das Einkommen des Barunterhaltspflichtigen die Abdeckung aller Unterhaltsansprüche nicht zulässt.

Der Gesetzgeber spricht dann von einem Mangelfall. So erhalten die Rangstufenhöheren unter Umständen den vollen Unterhalt bezahlt, während diejenigen mit der niedrigeren Einstufung den Unterhalt überhaupt oder aber nur teilweise erhalten.

Die Rangstufen sind im Familienrecht nach § 1609 BGB folgendermaßen geregelt:

1. Rang:

Auf dem ersten Rang stehen die unverheirateten, minderjährigen Kinder sowie die privilegierten volljährigen, unverheirateten Kinder, bis 18 beziehungsweise 21 Jahren, die im Haushalt der Eltern, eines Elternteils leben und sich in allgemeiner Schulausbildung befinden.

2. Rang:

Den nachfolgenden, zweiten Rang nehmen die geschiedenen, ehelichen oder auch nichtehelichen Elternteile ein. Sie sind aufgrund der Betreuung des Kindes bis zum vollendeten dritten Lebensjahr unterhaltsberechtigt oder aber auch, wenn einer der gesetzlich festgelegten Unterhaltstatbestände vorliegt, die Ehe von langer Dauer war.

3. Rang:

Im dritten Rang sind die Ehegatten und geschiedenen Ehegatten zu finden, die nicht zu Rangstufe 2 gehören.

4. Rang:

Im vierten Rang stehen die volljährigen Kinder, die nicht im ersten Rang sind, beispielsweise der außerhalb wohnende, volljährige, unverheiratete Student.

Unterhaltsrechner & Unterhaltsberechnung

Wie viel Unterhalt muss ich für mein Kind / Ex-Partner zahlen?

Ermitteln Sie mit dem Unterhaltsrechner den Unterhalt nach Düsseldorfer Tabelle:

Unterhaltsberechnung Düsseldorfer Tabelle

Unterhaltsberechnung nach Düsseldorfer Tabelle

Düsseldorfer Tabelle – was ist das?

Die Düsseldorfer Tabelle enthält Leitlinien für den Unterhaltsbedarf von Unterhaltsberechtigten, insbesondere zur Unterhaltsberechnung zum Kindesunterhalt für minderjährige und volljährige Kinder aber auch für Ehegatten (siehe auch zum sog Ehegattenunterhalt & Realsplitting). Wenn Sie also wissen möchten, wie viel Kindesunterhalt Sie nach einer Trennung und/ oder Scheidung für die gemeinsamen Kinder bezahlen müssen, gibt Ihnen die Düsseldorfer Tabelle entsprechend Auskunft. Diese Tabelle ist eine bundesweit anerkannte Richtlinie zum Unterhaltsbedarf, wird vom Oberlandesgericht Düsseldorf stetig aktualisiert und entsteht in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Familiengerichtstag. Sie dient nicht nur als Leitlinie für die Gerichte, sondern enthält auch ergänzende Anmerkungen. Die Düsseldorfer Tabelle wird durch ergänzende Unterhaltsleitlinien der einzelnen Oberlandesgerichte, die zusätzliche Erläuterungen enthalten, ergänzt. Ziel ist es, die Unterhaltsrechtsprechung der Familiengerichte in Bezug auf den Unterhalt zu standardisieren und damit gerechter zu gestalten.

Die Düsseldorfer Tabelle besteht aus vier Teilen:

  • dem Kindesunterhalt,
  • dem Ehegattenunterhalt,
  • der Mangelfallberechnung und
  • dem Verwandtenunterhalt.

Neue Düsseldorfer Tabelle ab 01.01.2019:

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Anpassung der Kindesunterhaltstabelle ab dem 1. Januar 2019

Zum 1. Januar 2019 steigen die Bedarfssätze für Kindesunterhalt auf die aus der beigefügten Tabelle ersichtlichen Beträge.

Diese Bedarfssätze entsprechen der bundesweit einheitlichen Düsseldorfer Tabelle, die auch von den Familiensenaten des Oberlandesgerichts Dresden der Unterhaltsberechnung zugrunde gelegt wird. Auf den Bedarfsbetrag ist das staatliche Kindergeld, das dem unterhaltsberechtigten minderjährigen Kind zusteht, grundsätzlich zur Hälfte bedarfsdeckend anzurechnen; der vom Unterhaltsschuldner aufzubringende Zahlbetrag liegt dann um den Anrechnungsbetrag niedriger als der aus der Tabelle ablesbare Unterhaltsbedarf. Die Bedarfssätze der vierten Altersstufe (ab 18 Jahre) nehmen an der Erhöhung nicht teil, bleiben also – ebenso wie der Text der Unterhaltsleitlinien des Oberlandesgerichts – gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Unterhaltstabelle, Stand 1. Januar 2019:

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Antrag auf Festsetzung von Kindesunterhalt

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Fragen zum Kindesunterhalt: Verhältnis zu BAföG, Kindergeld und Krankenkassenbeiträgen

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Unterhaltsanspruch besteht bis zur Volljährigkeit bzw. bis zum Erreichen des ersten berufsqualifizierenden Abschlusses.
  • Der Elternteil, bei dem das Kind ständig lebt, leistet Naturalunterhalt.
  • Der andere Elternteil muss demnach Barunterhalt leisten.
  • Betreuungsunterhalt steht einem alleinerziehenden Elternteil unter bestimmten Voraussetzungen zu.
  • Die Höhe des Unterhalts ist von verschiedenen Faktoren abhängig und richtet sich nach der Düsseldorfer Tabelle.

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Unterhalt – wer muss zahlen?

Im Zuge einer Trennung bzw. Scheidung wird meistens festgelegt, bei wem sich ein minderjähriges gemeinsames Kind ständig aufhalten soll. Dieser Elternteil leistet den sogenannten Naturalunterhalt. Das bedeutet, dass dem Kind Unterkunft, Essen, Kleidung, Schulsachen etc. von dem Elternteil zur Verfügung gestellt werden – also alles Dinge, die einen Sachwert haben.

Der Elternteil (Unterhaltspflichtige/-r), bei dem das Kind nicht ständig ist, muss im Gegensatz dazu den sogenannten Barunterhalt leisten. Das geschieht in Form von Geld und wird anhand der Unterhaltstabelle ermittelt. Bei volljährigen Kindern, die sich in der Ausbildung oder im Studium befinden, sind beide Elternteile entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit zum Unterhalt verpflichtet.

Wovon ist die Höhe des Kindesunterhalts abhängig?

Die Höhe des Kindesunterhalts ist von folgenden Faktoren abhängig:

  • Nettoeinkommen
  • Kindergeld
  • Bedarfskontrollbetrag/Selbstbehalt
  • Einkommen des Kindes
  • Sonderbedarf

Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ist zudem festgelegt, dass sich der Mindestunterhalt nach dem Existenzminimum des Kindes und der sogenannten Mindestunterhaltsverordnung richtet. Die monatlichen Mindestunterhaltssätze sind aktuell (Stand: 01. Januar 2019):

  • bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres: 354 Euro
  • bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres: 406 Euro
  • bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres: 476 Euro

Je nachdem, wie hoch Ihr Einkommen ist, kann es aber auch mehr sein.

Was kann man tun, wenn kein Kindesunterhalt gezahlt wird?

Bleiben die Unterhaltszahlungen aus, sollten Sie rechtzeitig aktiv werden – sonst können die Ansprüche verjähren. Wenden Sie sich mit Ihrem Anliegen an das Jugendamt und fordern Sie den Kindesunterhalt mithilfe eines Unterhaltstitels rechtlich ein.

Wirkt diese Maßnahme nicht, kontaktieren Sie einen Rechtsanwalt. Dieser kann Sie dabei unterstützen, Ihre Ansprüche z. B. im Rahmen einer Zwangsvollstreckung durchzusetzen.

Wie kann man den Unterhalt für das Kind ermitteln?

In der Düsseldorfer Tabelle finden Sie unterschiedliche monatlichen Beträge, die dem jeweiligen Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen und dem Alter der betroffenen Kinder zugeordnet sind. Aktuell gibt es zehn Einkommens- und vier Altersstufen.

Um das unterhaltsrelevante Nettoeinkommen zu ermitteln, sollten Sie sich von einem fachkundigen Rechtsanwalt beraten lassen.

Unterhaltsvorschuss – Wer hat Anspruch?

Bekommt ein alleinerziehender Elternteil vorübergehend oder auf Dauer keinen Unterhalt von seinem Expartner, erhält er vom Staat einen Unterhaltsvorschuss. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus der sogenannten Düsseldorfer Tabelle, die die Leitlinien für den Unterhaltsbedarf von Unterhaltsberechtigten enthält.

Antrag auf Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz (UVG)

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BGB – Familienrecht – Unterhaltspflicht

Buch 4 – Abschnitt 2 – Verwandtschaft Titel 3 Untertitel 1 – Allgemeine Vorschriften
  • § 1601 Unterhaltsverpflichtete
  • § 1602 Bedürftigkeit
  • § 1603 Leistungsfähigkeit
  • § 1604 Einfluss des Güterstands
  • § 1605 Auskunftspflicht
  • § 1606 Rangverhältnisse mehrerer Pflichtiger
  • § 1607 Ersatzhaftung und gesetzlicher Forderungsübergang
  • § 1608 Haftung des Ehegatten oder Lebenspartners
  • § 1609 Rangfolge mehrerer Unterhaltsberechtigter
  • § 1610 Maß des Unterhalts
  • § 1610a Deckungsvermutung bei schadensbedingten Mehraufwendungen
  • § 1611 Beschränkung oder Wegfall der Verpflichtung
  • § 1612 Art der Unterhaltsgewährung
  • § 1612a Mindestunterhalt minderjähriger Kinder; Verordnungsermächtigung
  • § 1612b Deckung des Barbedarfs durch Kindergeld
  • § 1612c Anrechnung anderer kindbezogener Leistungen
  • § 1613 Unterhalt für die Vergangenheit
  • § 1614 Verzicht auf den Unterhaltsanspruch; Vorausleistung
  • § 1615 Erlöschen des Unterhaltsanspruchs

Weitere Infos zur Düsseldorfer Tabelle …

Hinweis: Unter www.olg-duesseldorf.nrw.de à Service à Düsseldorfer Tabelle können Sie sowohl die aktuelle als auch die Tabellen der Vorjahre seit 2005 herunterladen.

Weitere Infos im Steuerlexikon:

  • Unterhaltsleistungen
  • Unterhaltsleistungen – Ausland
  • Unterhaltsleistungen – Erhöhungsbetrag
  • Unterhaltsleistungen – Wehrdienstkinder

Weitere Rechner:

  • Scheidungskostenrechner
  • Prozesskostenrechner
  • Kindergeldrechner
  • Elterngeld Rechner
  • Mutterschaftsgeld Rechner

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Steuergesetze zum Thema: Unterhalt

EStG 3; 4; 10; 12; 19; 22; 32; 32b; 33a; 49; 50; 50a; 52; 64; 74; 75; 76;
EStR 4.10; 10.2; 10.3; 10.4; 10.9; 10.10; 31; 32.9; 32.13; 32b; 33a.1; 33a.3; 44b.2; 49.1;
GewStG 2; 3; 4; 28;
KStG 3; 5; 8;
UStG 3a;
AO 18; 53; 54; 58; 64; 68; 193; anlage-1; 18; 53; 54; 58; 64; 68; 193; anlage-1;
UStAE 1.1; 1.5; 1.6; 1.9; 2.3; 2.9; 2.10; 3.7; 3a.2; 3a.3; 3a.6; 3a.11; 3a.12; 4.8.1; 4.8.9; 4.8.13; 4.12.11; 4.20.1; 4.20.2; 4.23.1; 4.24.1; 10.2; 12.5; 12.7; 12.8; 12.9; 12.11; 14.2; 15.6; 15.12; 15.17; 15.23; 15a.6; 1.1; 1.5; 1.6; 1.9; 2.3; 2.9; 2.10; 3.7; 3a.2; 3a.3; 3a.6; 3a.11; 3a.12; 4.8.1; 4.8.9; 4.8.13; 4.12.11; 4.20.1; 4.20.2; 4.23.1; 4.24.1; 10.2; 12.5; 12.7; 12.8; 12.9; 12.11; 14.2; 15.6; 15.12; 15.17; 15.23; 15a.6;
GewStR 1.3; 2.1; 2.4; 2.9; 7.1; 28.1; 35a.1;
UStR 1; 5; 6; 13; 18; 21a; 22; 26; 34; 36; 39b; 39c; 65; 86; 99; 106; 107; 117; 118; 150; 166; 168; 169; 170; 171; 183a; 192; 203; 208; 217b;
KStR 5.7; 5.13; 8.2;
GewStDV 5; 6; 8; 25;
AEAO 15; 30; 31a; 52; 53; 55; 56; 58; 59; 64; 67a; 68; 75; 111; 122; 141; 175; 197; 251;
HGB 62; 564;
ErbStG 13;
ErbStR 2.2; 7.4; 10.6; 13.5; 13b.13;
LStR 3.6; 9.11; 19.8; 39.4;
BewG 121; 152;
EStH 3.7; 3.44; 4.2.2; 4.8; 4.10.1; 4.10.12; 10.2; 12.6; 15.5; 15.6; 15.9.2; 15.10; 16.1; 21.4; 22.1; 31; 32.9; 32.13; 32b; 33.1.33.4; 33a.1; 33a.3; 33b; 50a.2;
StbVV 18;
GewStH 2.1.4; 2.1.5; 2.8; 2.9.1; 2.9.3; 7.1.1;
KStH 4.5; 8.2;
LStH 3.6; 3.11; 3.12; 9.1;
ErbStH E.7.1; E.7.2; B.183.4;
AStG 8;
GrStG 4; 5;
GrStR 12; 14; 18; 21; 22; 25; 26; 38;
StBerG 4; 23; 34; 44; 67;
BGB 204; 519; 528; 529; 618; 679; 685; 761; 829; 833; 836; 838; 843; 844; 922; 1021; 1022; 1041; 1318; 1360; 1360a; 1360b; 1361; 1420; 1447; 1469; 1495; 1569; 1570; 1571; 1572; 1573; 1574; 1575; 1576; 1577; 1578; 1578a; 1578b; 1579; 1580; 1581; 1582; 1583; 1584; 1585; 1585a; 1585b; 1585c; 1586; 1586a; 1586b; 1601; 1602; 1603; 1604; 1605; 1606; 1607; 1608; 1609; 1610; 1610a; 1611; 1612; 1612a; 1612b; 1612c; 1613; 1614; 1615; 1615a; 1615b bis 1615k; 1615l; 1615m; 1615n; 1619; 1629; 1640; 1649; 1666; 1688; 1712; 1751; 1755; 1770; 1835a; 1836c; 1836d; 1933; 1963; 1969; 2141; 2295; 2333;

Weitere Informationen zu diesem Thema aus dem Steuer-Blog:

BFH Urteile zu diesem Thema und weiteres:

Unterhaltsrechner für Kindesunterhalt sowie Ehegattenunterhalt

Grundlagen zum Unterhaltsrechner

Gemäß der ofiziellen Anmerkungen zur DT wird die unterhaltsrelevante Einstufung in eine Einkommensgruppe der DT nicht nur anhand des Einkommens durchgeführt. Für die korrekte Einstufung wird anhand der Anzahl Unterhalts­berechtigter und ggf. aufgrund der Unterschreitung des jeweiligen Bedarfskontroll­betrags eine automatische Korrektur vorgenommen. Auch die Berechung für das in der Praxis häufig angewandte Wechselmodell, also die Betreuung des Kindes zu je 50 Prozent durch die getrennt lebenden Elternteile, kann durchgeführt werden. Über die Infobuttons im Ergebnisfenster werden sämtliche Unterhalts­berechnungen detailliert und nachvollziehbar hergeleitet.

Eingabehilfe und Hintergrundinformation zum Unterhaltsrechner

Der Unterhaltsrechner berechnet den Unterhalt sowohl für die Kinder als auch für die Ehegatten. Da die Düsseldorfer Tabelle (DT), welche als Leitlinie für die Familiengerichte dient, zugrunde liegt, müssen Fälle mit großen Einkommensunterschieden zwischen den Expartnern oder mit Einkommen oberhalb der höchsten Einkommensgruppe der DT (Stand 2020: ab 5.501 Euro) nach den Umständen des Falles entschieden werden. Der Unterhaltsrechner berechnet diesbezüglich nur bedingt korrekte Ergebnisse für die Unterhaltszahlungen.

Berechnung für

Wählen Sie bitte das Jahr aus, für das die Berech­nung des Unterhalts erfolgen soll.

Kindergeld am 1. Juli 2019 gestiegen

Weil mit dem 1. Juli 2019 das Kindergeld um 10 Euro gestiegen ist, ist die Auswahl für 2019 in zwei Halbjahre unterteilt. Denn die Höhe des Kindergeldes hat auch Auswirkungen auf die Höhe des Kindes­unterhalts.

Ehegattenunterhalt

Wählen Sie bitte aus, ob neben dem Kindes­unter­halt auch Ehe­gatten­unter­halt berück­sich­tigt werden soll. Ansprüche auf nachehelichen Unterhalt kommen aufgrund des Grundsatzes der Eigenverantwortung nur in Betracht, wenn der Ehegatte sich nach der Scheidung nicht selber versorgen kann. Dies ist der Fall, wenn einer der folgenden Unterhaltstatbestände des BGB vorliegt:

  • § 1570 Unterhalt wegen Betreuung eines Kindes
  • § 1571 Altersunterhalt
  • § 1572 Unterhalt wegen Krankheit oder Gebrechen
  • § 1573 Abs. 1 Nachehelicher Unterhalt wegen Erwerbslosigkeit
  • § 1573 Abs. 2 Aufstockungsunterhalt
  • § 1575 Ausbildung, Fortbildung oder Umschulung
  • § 1576 Unterhalt aus Billigkeitsgründen

OLG-Bezirk auswählen bei Ehegattenunterhalt bzw. Trennungsunterhalt

Vom Oberlandesgerichts-Bezirk abhängig ist die Höhe des Erwerbstätigenbonus beim Ehegattenunterhalt. Für die OLG Bamberg, Karlsruhe, München, Nürnberg, Stuttgart und Zweibrücken gilt die Quote von 1/10 nach den Süddeutschen Leitlinien. Für alle anderen OLG gilt die Quote von 1/7 gemäß Empfehlung der Düsseldorfer Tabelle. Das heißt, das dem Unterhaltspflichtigen zunächst 1/7 (1/10) seiner Erwerbseinkünfte zustehen. Von den verbleibenden 6/7 (9/10) des Erwerbseinkommens steht dem anderen Ehegatten grundsätzlich die Hälfte zu.

Leitliniencharakter der Düsseldorfer Tabelle

Grundsätzlich bilden die Düsseldorfer Tabelle (DT) sowie die anderen Leitlinien nur eine Empfehlung für die Entscheidungen der Familiengerichte. Daher sind auch die hier berechneten Werte nur eine darauf basierende Kalkulation, von der im Einzelfall stark abgewichen werden kann. In der Praxis ist jedoch oft ein höherer Kindesunterhalt als der reine Tabellenunterhalt zu entrichten, was durch Sonder- und Mehrbedarf der Kinder hervorgerufen wird.

Eingabe des Nettoeinkommens aus Erwerbstätigkeit

Bitte geben Sie das monatliche Nettoeinkommen aus nicht­selbstständiger oder selbstständiger Arbeit an. Dabei gehört Kindergeld nicht zum unterhaltsrelevanten monatlichen Nettoeinkommen. Berücksichtigen Sie bitte nicht die berufsbedingten Aufwendungen. Der Rechner ermittelt die entsprechende Pauschale von 5 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens (mindestens 50 Euro und höchstens 150 Euro).

Das Nettoeinkommen entspricht dem Bruttoeinkommen abzgl. Steuern, Sozialabgaben und angemessenen Vorsorgeaufwendungen. Personen, die nicht der gesetzlichen Rentenversicherung unterliegen, können als angemessene Vorsorgeaufwendung regelmäßig 20 Prozent dieses Bruttoeinkommens aufwenden. Das Bruttoeinkommen umfasst -anteilig- Weihnachts- und Urlaubsgeld, sonstige Zuwendungen, wie z.B. Tantiemen, sowie geldwerte Leistungen, wie Firmenwagen etc. Einmalige höhere Zahlungen, wie z.B. Abfindungen oder Jubiläumszuwendungen, sind in der Regel auf mehrere Jahre zu verteilen. Bei Selbstständigen ist für die Ermittlung des Bruttoeinkommens grundsätzlich vom durchschnittlichen Gewinn während eines längeren Zeitraums von in der Regel der letzten drei Jahre auszugehen.

Eigenbedarf bei Erwerbstätigkeit

Der Eigenbedarf eines erwerbstätigen Unterhalt­pflichtigen gegenüber den unterhalts­berechtigten Kindern liegt 2020 bei 1.160 Euro, der eines nicht erwerbstätigen Unterhaltpflichtigen liegt bei 960 Euro (Existenzminimum). Dieser Betrag muss dem Unterhaltspflichtigen nach Zahlung des Unterhalts mindestens übrig bleiben, so dass ggf. zum Erhalt des Eigenbedarfs nur ein Teilbetrag des Unterhalts gezahlt werden muss (so genannter Mangelfall).

Eingabe des sonstigen Einkommens

Bitte geben Sie sonstige monatliche Nettoeinkommen an. Dazu zählen:

  • Einkünfte aus Kapitalvermögen
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  • Sozialleistungen, wie Arbeitslosengeld und Sozialhilfe
  • Lohnersatzleistungen wie Übergangs-, Verletzten-, Krankengeld sowie
  • Ausbildungs-, Kurzarbeiter- und Insolvenzgeld
  • Elterngeld
  • Unfall- und Versorgungsrenten sowie
  • Leistungen der Pflegeversicherung

Steuererstattungen werden in dem Jahr, in dem sie anfallen als Einkommen berücksichtigt.

Kindergeld ist hier nicht als Einkommen der Eltern zu berücksichtigen.

Angabe des Wohnvorteils

Falls Sie eine eigene Immobilie bewohnen, geben Sie bitte deren Mietwert an. Da keine Mietaufwendungen anfallen, resultiert daraus ein wirtschaftlicher Vorteil, der sogenannte Wohnvorteil. Dieser (fiktive) Wohnvorteil wird dem unterhalts­relevanten bereinigten Nettoeinkommen hinzugerechnet.

Eingabe des Aufwands für ehebedingte Schulden

Bitte geben Sie den monatlichen Aufwand für ehebedingte Schulden (Zinsen und Tilgung) oder auch die bisher in der Ehe bezahlten Raten für Lebensversicherungen oder Bausparverträge an. Schulden, die noch aus der Ehezeit stammen und die im Einverständnis mit dem anderen Ehepartner gemacht wurden sind für die Unterhaltszahlung anrechenbar. Gleiches gilt für Schulden, die bereits aus der Zeit vor der Ehe stammen. Nacheheliche Schulden können grundsätzlich nicht berücksichtigt werden. Ausnahmen sind notwendige, unvermeidbare Anschaffungen wie z.B. die Finanzierung eines anlässlich der Trennung oder Scheidung vorgenommen Umzugs oder der Kauf eines PKW, der notwendig ist, um zum Arbeitsplatz zu gelangen. Schulden für reine Luxuszwecke, wie etwa ein teures Auto, Reitpferd, Weltreise und ähnliches sind nicht abziehbar. Ebenso sind Schulden, die der Vermögensbildung dienen, nicht absetzbar.

Anzahl der gemeinsamen Kinder

Nach der Anzahl der Kinder richtet sich zum einen die Höhe des Kindergelds, welche in die Berechnung der Unterhalts einfließt. Zum anderen wirkt sich die Anzahl der gemeinsamen Kinder auf die Einstufung in eine der Einkommensgruppen der „Düsseldorfer Tabelle“ aus. Diese ist nämlich für zwei Unterhalts­berechtigte konzipiert. Bei einer größeren bzw. geringeren Anzahl Unterhalts­berechtigter können Ab- oder Zuschläge durch Einstufung in niedrigere bzw. höhere Einkommensgruppen angemessen sein. Vom Unterhalts-Rechner wird dies entsprechend berücksichtigt.

Alter der Kinder

Anhand des Alters des unterhalts­berechtigten Kindes und dem bereinigten Nettoeinkommen des Unterhalts­pflichtigen kann mit Hilfe der Düsseldorfer Tabelle der jeweilige Tabellenunterhalt (Bedarf) bestimmt werden. Die Düsseldorfer Tabelle ist eine Unterhaltsleitlinie in Abstimmung mit allen Oberlandes­gerichten in Deutschland. Sie wird ergänzt durch die Unterhaltsleitlinien der einzelnen Oberlandesgerichte, die zusätzliche Erläuterungen enthalten. Volljährige Kinder sind nur dann unterhalts­berechtigt, wenn sie aufgrund einer Schulausbildung, Berufsausbildung oder eines Studiums nicht in der Lage sind, den eigenen Unterhalt zu bestreiten. Allerdings entfällt mit dem 18. Geburtstag die strikte Trennung von Bar- und Naturalunterhalt. Ab diesem Zeitpunkt sind beide Elternteile entsprechend ihrer Einkommen barunterhaltspflichtig. Für volljährige Kinder, die noch im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils wohnen, bemisst sich der Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle. Bei Kindern, die nicht mehr zuhause wohnen, liegt der Gesamt­unterhaltsbedarf 2020 bei 735 Euro. Darin sind allerdings auch Wohnkosten enthalten. Dieser Bedarfssatz kann auch für ein minderjähriges Kind mit eigenem Haushalt angesetzt werden.

Lebensmittelpunkt der Kinder

Wohnt ein minderjähriges Kind beim Vater oder bei der Mutter, so ist der jeweils andere Elternteil zum Barunterhalt verpflichtet (barunterhaltspflichtig). Wohnt ein minderjähriges Kind zu je 50 Prozent bei Vater und Mutter (Wechselmodell), so wird eine gesonderete Berechnung der Unterhaltsanteile durchgeführt. Wenn ein minderjähriges Kind mit Zustimmung der Eltern einen eigenen Haushalt führt, haben beide Elternteile anteilig Barunterhalt zu zahlen. Sie sind also beide barunterhaltspflichtig. Dabei orientiert man sich an dem Bedarfssatz für Volljährige. Wohnt das volljährige Kind noch im Haushalt der Eltern oder eines Elternteils, bemisst sich der Unterhalt nach der 4. Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle. Wenn es nicht mehr zu Hause wohnt, wird stattdessen 2020 ein angemessener Gesamtunterhaltsbedarf in Höhe von 860 Euro zugrunde gelegt. Außerdem ist die Angabe auch für die Rangfolge mitbestimmend, mit der das volljährige Kind berücksichtigt wird. Falls nämlich mehrere Unterhalts­berechtigte existieren und der Unterhaltspflichtige außerstande ist, allen Unterhalt zu gewähren, erhalten zunächst die minderjährigen, unverheirateten Kinder Unterhalt. Im zweiten Rang stehen die Elternteile, die wegen der Betreuung eines Kindes unterhalts­berechtigt sind. Volljährige Kinder werden grundsätzlich in die vierte Rangstufe eingeordnet, außer sie befinden sich noch in allgemeiner Schulausbildung, sind unter 21, unverheiratet und wohnen noch zu Hause. Dann gelten sie als privilegiert und werden den minderjährigen Kindern in der Rangfolge gleichgestellt.

Status der Kinder

Ab einer Altersangabe von 14 Jahren wird der Ausbildungstatus des Kindes abgefragt. Wählen Sie „Arbeitssuchend“ nur dann aus, wenn das Kind diesbezüglich beim Arbeitsamt gemeldet ist. Anhand des Status können für die Unterhaltsberechnung verschiedene Schlüsse gezogen werden. Zum einen unterscheidet sich abhängig vom Status die Berechnung der unterhaltsmindernden Einkünfte des Kindes. Zum anderen gibt der Status Aufschluss darüber, ob ein volljähriges Kind privilegiert sein könnte, also mit den minderjährigen Kindern in der Rangfolge des Unterhalts gleichgestellt wird. Zum Beispiel dient der Status der Herleitung, ob ein volljähriges Kind kindergeld­berechtigt ist. Falls nicht, wird auch kein Kindergeld als unterhaltsminderndes Einkommen des Kindes berücksichtigt.

Einkommen aus Job bzw. Ausbildung des Kindes

Ab einer Altersangabe von 14 Jahren wird, falls vorhanden, das monatliche Nettoeinkommen aus Jobs bzw. der Ausbildung des Kindes abgefragt. Diese Einkommen mindern den Unterhaltsanspruch des Kindes, denn sie werden zum Teil darauf angerechnet. Je nach ausgewähltem Status ermittelt der Rechner, welcher Betrag im Einzelnen angerechnet wird: Von Einkommen aus Jobs bei Schülern und Studenten sind 50 Euro als berufsbedingte Aufwendungen anrechnungsfrei. Der Rest wird in der Regel nach Ermessen des Gerichts (und damit auch durch den Rechner) zur Hälfte mindernd angerechnet. Bei einem Azubi, der noch zu Hause wohnt, bleiben 100 Euro der Ausbildungsvergütung anrechnungsfrei. Der Rest mindert in Gänze den Unterhaltsanspruch.

Sonstiges Einkommen des Kindes

Ab einer Altersangabe von 14 Jahren werden die sonstigen Einkünfte (außer Kindergeld) des Kindes abgefragt. Folgende Einkommen mindern grundsätzlich den Unterhaltsanspruch des Kindes in voller Höhe. Dazu gehören u.a.

  • Einkünfte aus Kapitalvermögen
  • Einkünfte aus Vermietung ud Verpachtung
  • BAföG und Ausbildungsbeihilfen
    • Kindergeld bitte nicht angeben, denn dies berücksichtigt der Rechner gesondert.

      Kind verheiratet

      Ab einer Altersangabe von 18 Jahren wird abgefragt, ob das Kind verheiratet ist. Verheiratete Kinder sind in erster Linie gegenüber ihrem Ehepartner unterhalts­berechtigt und erst dann ggf. gegenüber ihren Eltern. Aus diesem Grund werden verheiratete Kinder für die Berechnung des Unterhalts in diesem Rechner nicht weiter berücksichtigt.

      Beispiel für die Berechnung des Kindesunterhalts und des Ehegattenunterhalts bzw. Trennungsunterhalts

      Herr und Frau Schulze sind geschieden und haben zwei gemeinsame Kinder. Sie möchten 2020 die Unterhaltsansprüche berechnen.

      • Paul, das erste Kind ist bereits 20 und studiert.
      • Paul jobt nebenher und bezieht monatlich rund 200 Euro
      • Klara ist 16 und besucht noch die Schule.
      • Beide Kinder wohnen noch bei ihrer Mutter.
      • Herr Schulze hat ein monatliches Nettoeinkommen von 3.000 Euro.
      • Frau Schulze bezieht 1.500 Euro netto.

      1. Bereinigtes Nettoeinkommen berechnen

      Das bereinigte Nettoeinkommen ist für die Unterhaltsberechnung relevant.

      Berechnung für Herrn Schulze
      Netto aus Erwerbstätigkeit 3.000 Euro
      − Berufsbedingte Aufwände 150 Euro
      + Sonstige Einkommen 0 Euro
      − Aufwand Schulden 0 Euro
      = Bereinigtes Netto 2.850 Euro
      Berechnung für Frau Schulze
      Netto aus Erwerbstätigkeit 1.500 Euro
      − Berufsbedingte Aufwände 75 Euro
      + Sonstige Einkommen 0 Euro
      − Aufwand Schulden 0 Euro
      = Bereinigtes Netto 1.425 Euro

      Das Nettoeinkommen aus Erwerbstätigkeit wird um eine Pauschale für berufsbedingte Aufwände von 5 Prozent (mindestens 50 Euro und höchstens 150 Euro) gemindert. Die sonstigen Einkommen werden addiert und die Aufwände für ehebedingte Schulden subtrahiert.

      2. Einkommensgruppe in der Düsseldorfer Tabelle (DT) berechnen

      Die DT weist anhand der Einkommensgruppe und dem Alter der Kinder den Unterhaltsbedarf bezogen auf zwei Unterhalts­berechtigte aus.

      Herr Schulze ist anhand seines bereinigten Nettos in Einkommensgruppe 4 einzustufen. Er ist aber gegenüber 3 Berechtigten unterhalts­pflichtig. Deshalb wird er gemäß A 1 zur DT um eine Stufe niedriger in Einkommensgruppe 3 eingestuft.

      Frau Schulze ist anhand ihres bereinigten Nettos in Einkommensgruppe 1 einzustufen. Sie ist aber nur gegenüber einem Berechtigten unterhaltspflichtig. Deshalb wird sie gemäß Anmerkung 1 zur DT in die nächst höhere Gruppe, also Einkommensgruppe 2 eingestuft.

      Tabelle der Einkommensgruppen der DT (Bereinigtes Nettoeinkommen)
      Einkommensgruppe 1 0 Euro bis 1.900 Euro
      Einkommensgruppe 2 1.901 Euro bis 2.300 Euro
      Einkommensgruppe 3 2.301 Euro bis 2.700 Euro
      Einkommensgruppe 4 2.701 Euro bis 3.100 Euro
      Einkommensgruppe 5 3.101 Euro bis 3.500 Euro
      Einkommensgruppe 6 3.501 Euro bis 3.900 Euro
      Einkommensgruppe 7 3.901 Euro bis 4.300 Euro
      Einkommensgruppe 8 4.301 Euro bis 4.700 Euro
      Einkommensgruppe 9 4.701 Euro bis 5.100 Euro
      Einkommensgruppe 10 5.101 Euro bis 5.500 Euro
      ab 5.501 Euro nach den Umständen des Falles

      3. Gemeinsame Einkommensgruppe der Eltern berechnen

      Da Paul bereits volljährig ist, sind beide Elternteile barunterhaltspflichtig. Daher muss zur Unterhaltsberechnung deren gemeinsame Einkommensgruppe bestimmt werden. Es wird also für die (DT) die Summe der bereinigten Einkommen beider Elternteile, also 4.275 Euro; zugrunde gelegt. Die DT stellt den jeweiligen Unterhaltsanspruch bei zwei Unterhalts­berechtigten dar. Die Eltern gemeinsam sind nur gegenüber einem Berechtigten unterhaltspflichtig. Deshalb werden sie gemäß Anmerkung 1 zur DT statt in die Gruppe 7 in die höhere Einkommensgruppe 8 eingestuft.

      4. Unterhalt für das minderjährige Kind Klara berechnen

      Der Unterhaltsanspruch besteht gegen den Vater, da der Lebensmittelpunkt bei der Mutter ist. Der Vater ist also barunterhalts­pflichtig und die Mutter erhält den Unterhalt. Klara ist in Rangfolge 1, da sie minderjährig ist. 547 Euro ist der Bedarfssatz von ihr gemäß der Einkommensgruppe 3 des Vaters aus der Düsseldorfer Tabelle.

      Unterhaltsminderndes Einkommen von Klara
      Minderndes Kindergeld 102 Euro
      = Mindernd gesamt 102 Euro
      Unterhaltsanspruch bezüglich Klara
      Bedarfssatz 547 Euro
      − Mindernd gesamt 102 Euro
      = Unterhaltsanspruch 445 Euro

      5. Ehegattenunterhalt für Frau Schulze berechnen

      Das für den Ehegattenunterhalt bereinigte Netto von Herrn Schulze setzt sich zusammen aus seinem um Kindesunterhalt verminderten bereinigten Erwerbseinkommen von 2.405 Euro und den sonstigen Einkünften von 0 Euro. Das von Frau Schulze setzt sich ebenso zusammen aus deren bereinigten Erwerbseinkommen von 1.425 Euro und den sonstigen Einkünften von 0 Euro.

      Ehegattenunterhalt

      Aufgrund des Erwerbstätigenbonus beträgt der Zahlbetrag von Herrn Schulze 3/7 der Differenz der um Kindesunterhalt verminderten Einkommen aus Erwerbstätigkeit, also 3/7 × (2.405 − 1.425) = 420 Euro

      Nach Addition der Zahlbeträge für Erwerbs- und sonstige Einkommen sowie ggf. der Verrechnung mit Zahlbeträgen von Frau Schulze, beträgt der Zahlbetrag von ihm 420 Euro. Herr Schulze kann den Unterhalt von 420 Euro auch unter Berücksichtigung seines Selbstbehalts von 1.280 Euro zahlen.

      6. Unterhalt für das volljährige Kind Paul berechnen

      Der Anspruch besteht gegen beide Elternteile, da Paul volljährig ist. Als volljähriges Kind erhält er den Unterhalt. Er ist in Rangfolge 4, da er nicht privilegiert volljährig ist. 721 Euro ist Pauls Bedarfssatz anhand der gemeinsamen Einkommensgruppe 7 der Eltern aus der Düsseldorfer Tabelle.

      Unterhaltsminderndes Einkommen von Paul
      Einkommen aus Job 200 Euro
      − Berufsbedingte Aufwände 50 Euro
      = 150 Euro
      abzgl. 50 Prozent 75 Euro
      = Minderndes Einkommen 75 Euro
      + Minderndes Kindergeld 204 Euro
      = Mindernd gesamt 279 Euro
      Unterhaltsanspruch von Paul
      Bedarfssatz 721 Euro
      − Mindernd gesamt 279 Euro
      = Unterhaltsanspruch 442 Euro

      Das Netto des Vaters nach vorrangigen Unterhalts­leistungen (nachdem er Unterhalt für die vorrangige Klara und für die vorrangige Mutter geleistet hat) beträgt 1.985 Euro. Abzüglich seines Selbst­behalts von 1.400 Euro verbleibt ihm eine Verteilungsmasse von 585 Euro. Demnach schuldet er Paul anteilig 251 Euro. Entsprechend bei der Mutter: Ihr Netto nach vorrangigen Unterhalts­leistungen von ihrem Exmann beträgt 1.845 Euro. Abzüglich ihres Selbst­behalts von 1.400 Euro verbleibt ihr eine Verteilungsmasse von 445 Euro. Demnach schuldet sie Paul anteilig 191 Euro.

      Infos zur Rangfolge

      Sind mehrere Unterhalts­berechtigte vorhanden und ist der Unterhaltspflichtige außerstande, allen Unterhalt zu gewähren, gilt folgende Rangfolge: Im ersten Rang stehen die minderjährigen unverheirateten Kinder sowie die privilegiert volljährigen Kinder. Im zweiten Rang zu berücksichtigen sind Elternteile, die wegen Kinderbetreuung unterhaltsbedürftig sind oder im Falle der Scheidung wären sowie Ehegatten und geschiedene Ehegatten bei einer Ehe von langer Dauer. Nicht privilegierte volljährige Kinder stehen erst in der vierten Rangfolge, erhalten also nur dann Unterhalt, nachdem die Leistungen an die ersten beiden Ränge komplett erfüllt werden konnten.

      Infos zu „Privilegiert“

      Grundsätzlich sind minderjährige Kinder beim Unterhalt privilegiert. Für sie ist also vorrangig der Unterhaltsanspruch zu erfüllen. Volljährige Kinder stehen in der Rangfolge an vierter Stelle, also noch nach betreuenden Elternteilen oder Ehegatten. Dies ist damit begründet, dass Volljährigen zugemutet werden kann, selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Jedoch werden volljährige Kinder, die jedes der folgenden vier Kriterien erfüllen, privilegiert und stehen somit mit minderjährigen Kindern in der ersten Rangfolge beim Unterhalt.

      Ein volljähriges Kind ist privilegiert, wenn es

      • das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und
      • im Elternhaus bzw. bei einem Elternteil wohnt und
      • sich in allgemeiner Schulausbildung befindet und
      • unverheiratet ist.

      Infos zu Mangelfall

      Ein Mangelfall tritt ein, wenn der Unterhaltspflichtige den eigentlich geschuldeten Unterhalt nicht zahlen kann, weil sonst sein Selbstbehalt unterschritten würde. Tritt der Mangelfall bei Kindesunterhalt und Ehegattenunterhalt ein, so sind die Ansprüche der Kinder vorrangig zu erfüllen. Der nachrangige Ehegatte erhält erst dann Unterhalt, nachdem für alle erstrangigen Kinder der volle Anspruch gezahlt wurde. Im Zweifel, also im Mangelfall geht der Ehegatte leer aus. Betrifft der Mangelfall mehrere Berechtigte des gleichen Ranges, so wird im Rahmen der Mangelfallberechnung zunächst der Unterhaltsanspruch eines jeden Einzelnen gesondert ermittelt. Hiernach werden alle Ansprüche der Gleichberechtigten um den selben Faktor gekürzt.

      7. Mehrbedarf und Sonderbedarf beachten

      Zu beachten ist, dass es beim Kindesunterhalt weiteren Mehr- und Sonderbedarf geben kann, der über die Bedarfssätze der Düsseldorfer Tabelle (DT) hinaus geht.

      Mehrbedarf

      Der Mehrbedarf ist ein Ausgabenbedarf, der regelmäßig während eines längeren Zeitraums anfällt und das Übliche so übersteigt, dass er mit dem Bedarfssatz der DT nicht erfasst werden kann. Er ist aber kalkulierbar und kann daher berücksichtigt werden. Zum Beispiel gehören die Mehrkosten für ein krankes oder behindertes Kind dazu, ebenso wie der Besuch einer Privatschule, eines Internates oder Nachhilfekosten. Auch Kindergartenkosten gehören zum Mehrbedarf.

      Sonderbedarf

      Der Sonderbedarf stellt im Gegensatz zum Regelbedarf und Mehrbedarf einen unregelmäßigen, außerordentlich hohen Bedarf dar. Dieser besteht nicht auf Dauer und es kann daher zu einem einmaligen Ausgleich kommen. Sonderbedarf muss überraschend und der Höhe nach nicht abschätzbar sein. Zum Beispiel sind Zahnspangen, Operationskosten, soweit sie nicht von der Krankenversicherung getragen werden, Umzugskosten, Säuglings­erst­ausstattung und Klassenfahrten typischer Sonderbedarf.

      Haben Sie weitere Fragen? Dann lesen Sie hier die 10 wichtigsten Fragen zum Thema Unterhalt: Symbol Play Die 10 wichtigsten Fragen zu Unterhalt

      Quellenangaben

      Insbesondere die Informationen folgender Quellen haben wir für die Themenwelt „Unterhalt“ verwendet:

      • Bürgerliches Gesetzbuch (Juris und Bundesministerium der Justiz)
      • Gesetz über das Verfahren in Familiensachen (Juris und Bundesministerium der Justiz)
      • Düsseldorfer Tabelle (OLG Düsseldorf)

      Letzte Aktualisierung am 16.12.2019

      Die letzten Änderungen in der Themenwelt „Unterhalt“ wurden am 16.12.2019 umgesetzt durch Stefan Banse . Hauptsächlich wurde folgendes aktualisiert:

      • 16.12.2019: Aktualisierung der Düsseldorfer Tabelle für 2020
      • 05.11.2019: Anpassung des Unterhaltsrechners sowie der Texte an die neuen Bedarfssätze für 2020.
      • 28.06.2019: Berücksichtigung der ab 1. Juli 2019 neu geltenden Kindergeldsätze im Unterhaltsrechner
      • 12.11.2018: Integration des Bildes zur Düsseldorfer Tabelle für 2019
      • 12.11.2018: Anpassung des Unterhaltsechners und der Texte an die Düsseldorfer Tabelle für 2019
      • Redaktionelle Überarbeitung aller Texte in dieser Themenwelt

Unterhaltsberechnung, wenn sich das Kind regelmäßig gleich bei beiden Elternteilen aufhält

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    • 10 Tipps & Infos, warum Sie Ihre Scheidung bequem online durchführen sollten
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Wechselmodell und Kindesunterhalt – Beispiel und Berechnung

Die Betreuung eines gemeinsamen Kindes oder der gemeinsamen Kinder wird mehr und mehr von beiden Elternteilen hälftig übernommen. Man spricht hier vom sogenannten Wechselmodell. Insbesondere die Entscheidung des Bundesgerichtshofs zum Wechselmodell im Februar diesen Jahres hat den Wunsch, vorwiegend bei den Vätern, nach der hälftigen Betreuung von gemeinsamen Kindern weiter verstärkt. Für die Frage des Kindesunterhalts ist das Wechselmodell nur dann von Relevanz, wenn die Betreuung des Kindes bzw. der Kinder von beiden Elternteilen je zur Hälfte wahrgenommen wird.

Berechnung des Kindesunterhalts beim Wechselmodell

Bis zu einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes Anfang 2017 zu der Frage, wie Kindesunterhalt beim Wechselmodell berechnet wird, gab es keine einheitliche Regelung. Die Berechnungsmethode des Bundesgerichtshofes beim Wechselmodell soll an einem Beispiel aufgezeigt werden.

Beispiel

Die geschiedenen Eheleute M und V betreuen die gemeinsamen 9 jährige Tochter T im Wechselmodell. M hat ein monatliches Nettoeinkommen in Höhe von 2.000,00 Euro, V ein monatliches Nettoeinkommen in Höhe von 3.000,00 Euro. Das Kindergeld erhält M in Höhe von monatlich 192,00 Euro.

Berechnung

Zunächst wird das Einkommen beider Eltern M und V addiert. Das Gesamteinkommen beträgt 5.000,00 Euro. Nach dem Gesamteinkommen wird der Unterhaltsbedarf von T anhand der Düsseldorfer Tabelle bestimmt. Der Kindesunterhalt richtet sich in diesem Fall nach der 10. Einkommensgruppe und der 2. Altersstufe. Der Tabellenbetrag beträgt 629,00 Euro monatlich. Nach Abzug des hälftigen Kindergeldes ergibt sich ein Zahlbetrag in Höhe von 533,00 Euro.

In einem zweiten Schritt ist zu ermitteln, wie dieser Unterhaltsbetrag auf beide Elternteile aufzuteilen ist. Dafür zieht man vom jeweiligen Nettoeinkommen jeden Elternteils den sog. angemessenen Selbstbehalt ab, der aktuell 1.300,00 Euro beträgt. Für die Berechnung des Anteils, den M für den Unterhalt für die Tochter T zu zahlen hat, steht ein Einkommen nach Abzug des angemessenen Selbstbehalts in Höhe von 700,00 Euro (2.000,00 Euro minus 1.300,00 Euro) zur Verfügung. Auf Seiten von V steht ein Einkommen zur Verfügung in Höhe von 1.700,00 Euro (3.000,00 Euro minus 1.300,00 Euro).

Unterhaltsanteil M:

533,00 Euro x 700,00 Euro : (700,00 Euro plus 1.700,00 Euro)

gleich 155,00 Euro

Unterhaltsanteil V:

533,00 Euro x 1.700,00 Euro : (700,00 Euro plus 1.700,00 Euro)

gleich 378,00 Euro

Verrechnung Kindergeld

In einem weiteren Schritt ist das Kindergeld zu verrechnen. Bei demjenigen Elternteil, der das Kindergeld bezieht, wird das hälftige Kindergeld zu dem Betrag hinzugerechnet, den dieser Elternteil für das Kind zu zahlen hat. Erhält in diesem Beispiel M das Kindergeld, so erhöht sich der Anteil von M am Gesamtkindesunterhalt um 96,00 Euro, und somit auf einen Anteil in Höhe von gesamt 251,00 Euro. Es ergibt sich nach wie vor der errechnete Bedarf für S in Höhe von 533,00 Euro monatlich.

Abschließende Berechnung und Ausgleichszahlung

Abschließend wird berechnet, welcher Elternteil an den anderen Elternteil Kindesunterhalt zu zahlen hat und in welcher Höhe. Hierfür wird zunächst die Differenz der jeweiligen Haftungsanteile der Eltern bestimmt. Die Differenz beträgt hier: 378,00 Euro minus 251,00 Euro gleich 127,00 Euro. Dieser Betrag ist weiter durch 2 zu teilen, weil es hier nicht um wechselseitige Zahlungsverpflichtungen zwischen den Eltern geht, sondern um Zahlungen zugunsten eines Dritten, nämlich dem Kind.

Die Ausgleichszahlung, die V an M in diesem Beispielsfall zu leisten hat, beträgt damit 63,50 Euro. Die M hat ihrerseits dem V 48,00 Euro (die Hälfte des hälftigen Kindergeldes für die Betreuung zu geben. Damit beträgt die Ausgleichszahlung von V an M monatlich 15,50 Euro.

Unterhalt für die Mutter eines nichtehelichen Kindes

Wer (Vater oder Mutter) ein Kind betreut, dass aus einer nichtehelichen Beziehung stammt, hat gegen anderen Elternteil einen Anspruch auf Unterhalt. Im Folgenden beziehen sich die Infos der Einfachheit halber auf den Unterhalt der nichtehelichen Mutter, sie gelten aber ebenso für den betreuenden Kindesvater.

Voraussetzung für den Unterhaltsanspruch

  • Der Kindesvater muss die Vaterschaft nach § 1592 Nr. 2 BGB anerkannt haben oder
  • Die Vaterschaft ist rechtskräftig festgestellt worden, § 1600d Abs. 1 und 2 BGB.
  • Für das OLG Saarbrücken reicht es aus, wenn der Kindesvater seine Vaterschaft nicht bestreitet.

Beginn des Unterhaltsanspruchs

  • Der Unterhaltsanspruch entsteht in der Regel 6 Wochen vor der Geburt des Kindes.
  • Der Unterhaltsanspruch beginnt 4 Monate vor der Geburt des Kindes, wenn die Kindesmutter wegen Ihrer Schwangerschaft oder wegen einer durch Schwangerschaft oder die Entbindung verursachten Krankheit nicht erwerbstätig sein kann.

Höhe und Berechnung des Unterhalts

Die Höhe des Unterhalts bestimmt sich nach der Lebensstellung der Mutter vor der Schwangerschaft (Basisunterhalt mindestens 800,- €). Die Mutter ist von dem Unterhaltspflichtigen in der Höhe zu unterhalten, wie sie ohne die Geburt des Kindes stehen würde:

Bsp.: Die Kindesmutter verfügte vor der Schwangerschaft über kein eigenes Einkommen. Ihr Bedarf beträgt nun 880,- € (Anmerkung D II. der Düsseldorfer Tabelle, Stand 01.01.2018).

Bsp.: War die Mutter bereits vor der Geburt des Kindes erwerbstätig und arbeitet sie nach Ende des Mutterschutzes nicht wieder, bestimmt sich der Unterhaltsbedarf der Kindesmutter nach deren Nettoeinkommen.

Bsp.: Kindesmutter verdiente vor der Schwangerschaft netto 900,- €. Ihr Unterhaltsbedarf beträgt nun 900,- €.

M hat ein monatliches Nettoeinkommen von 2.300 €
Ms Frau F1 betreut ein zweijähriges Kind K1

Aus einer außerehelichen Beziehung hat M mit F2 ein Kind K2; F2 hat vor der Geburt gearbeitet, ihre Einkünfte betrugen

Nach der Geburt ist sie nicht mehr erwerbstätig.

1.100 €
Unterhalt von K1 und K2 jeweils (366 – 97)= 269 € x 2= 538 €
Einkommen des M nach Vorwegabzug des Kindesunterhalts= 1.762 €
Unterhaltsbedarf der F 1 ( 1.762 x 3/7=) 755 €
1.100 €
1.855 €
Würde M den vorrangigen Kindesunterhalt begleichen und hiernach den Unterhaltsbedarf von F 1 und F2, die auf gleichem Unterhaltsrang stehen, bezahlen, wäre sein Selbstbehalt von 1.200 € gegenüber F 1 und F2 bei weitem unterschritten. Daher ist eine Mangelfallberechnung durchzuführen:
Der Kindesunterhalt ist zunächst von dem Einkommen des M abzuziehen 2.300 -538= 1.762 €
abzgl. Selbstbehalt des M von -1.200 €
Verteilungsmasse

F1 hat einen anteiligen Unterhaltsanspruch gegen M von (755 x 562 : 1.762=)

240 €

F2 hat einen anteiligen Unterhaltsanspruch gegen M von (1.200 x 562 : 1.762=)

362 €

Addierte Unterhaltszahlungen von M an F1 und F2=

602 €

Bedürftigkeit der Unterhaltsberechtigten

Eigenes Einkommen der Kindesmutter wie Zinsen oder Einkünfte aus Vermietung mindern die Bedürftigkeit. Ebenso sind Sozial- und Versicherungsleistungen (Mutterschaftsgeld, Krankenkassenleistungen etc.) auf den Bedarf anzurechnen. Eigene Erwerbseinkünfte werden auf Ihren Bedarf nur zur angerechnet, da sie wegen der Betreuung ihres Kindes eigentlich nicht arbeiten müsste (=überobligatorische Tätigkeit, § 1577 II BGB analog)

Bsp.: Die Kindesmutter verdiente vor der Schwangerschaft 1.200,-€; nach der Geburt arbeitet sie nur noch halbtags für 700,- €. Ihr Bedarf beträgt 900,- €. Auf Ihren Bedarf wird nur die Hälfte ihres Erwerbseinkommens angerechnet, da sie wegen der Betreuung ihres Kindes eigentlich nicht arbeiten müsste (=überobligatorische Tätigkeit, § 1577 II BGB analog): 900 – (700 : 2)= 550,- € kann sie als Restbedarf von dem Unterhaltspflichtigen fordern.

Der Unterhaltsanspruch der nichtehelichen Kindesmutter erfährt aber eine Grenze dadurch, dass der Unterhalt nicht höher sein kann, als wenn sie mit dem Kindesvater verheiratet wäre. Daher beträgt der Unterhaltsanspruch der nichtehelichen Mutter bei einem erwerbstätigen Kindesvater 3/7 des seines zur Verfügung stehenden Einkommen, siehe obiges Berechnungsbeispiel.

Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen

Der zur Zahlung Verpflichtete ist leistungsfähig, wenn er unter Berücksichtigung seiner Verpflichtungen (anderweitige Unterhaltszahlungen, Schulden etc.) und unter Wahrung seines angemessenen Selbstbehalts Unterhalt für die Kindesmutter zahlen kann. Weitergehende Infos finden Sie unter Leistungsfähigkeit beim nachehelichen Unterhalt.

Umfang des Unterhaltsanspruchs

Neben dem Betreuungsunterhalt steht der unterhaltsberechtigten Kindesmutter auch Erstattung der Schwangerschafts- und Entbindungskosten zu. Hierzu gehören unter anderem auch die Kosten für Schwangerschaftsbekleidung, Vorsorgeuntersuchungen, Schwangerschaftsgymnastik, Hebamme, Arzt- und Krankenhauskosten und Haushaltshilfe, sofern diese nicht vorrangig von der Krankenversicherung zu erstatten sind.

Daneben besteht noch ein Anspruch aus Sonderbedarf, Bsp.: Kinderwagen, Säuglingsausstattung

Unterhaltskonkurrenzen

Bezieht die unterhaltsberechtigte Mutter beispielsweise von Ihrem Ehemann oder geschiedenen Mann Unterhaltsleistungen und hat sie zugleich einen Anspruch auf Betreuungsunterhalt gegen den Vater ihres nichtehelichen Kindes, wird der Unterhaltsbedarf der Mutter anteilig durch die beiden Unterhaltspflichtigen gemäß der jeweiligen Einkommensverhältnisse berechnet.

Rückständiger Betreuungsunterhalt

Nach einem Urteil des OLG Schleswig (03.09.2013, 12 UF 11/03) kann der Unterhalt gemäß § 1613 I BGB rückwirkend für ein Jahr nachgefordert werden, auch ohne Inverzugsetzung.

Ende des Betreuungsunterhalts

  • Mit Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes endet der Unterhalt für die betreuende Mutter. Hiernach ist sie verpflichtet, einer vollschichtigen Tätigkeit nachzugehen.
  • Über drei Jahre hinaus kann ein Betreuungsunterhalt dann in Betracht kommen, solange und soweit dies der Billigkeit entspricht. Hierbei ist zu unterscheiden:
    • kindsbezogene Gründe:
      – Keine Möglichkeit einer Fremdbetreuung für das Kind;
      – Schwerwiegende Erkrankung, Behinderung oder Entwicklungsstörung des Kindes
    • Elternbezogene Gründe:
      – Schwerwiegende Erkrankung oder Behinderung des Betreuenden
      – Mehrjähriges eheähnliches Zusammenleben mit der Elternteil und gemeinsamen Kinderwunsch
      – Hohe Erwerbseinkünfte des Unterhaltspflichtigen > kein Verweis auf eine Fremdbetreuung

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Wie lange und in welcher Höhe bekommt der Ex-Partner nach der Trennung Unterhalt für die Betreuung der gemeinsamen Kinder? Ein Überblick.

  1. Betreuungsunterhalt für die Kindererziehung
  2. Basisunterhalt für alle Kinder bis zum dritten Lebensjahr
  3. Ausnahme: Betreuungsunterhalt nach dem dritten Geburtstag
  4. Wann der Ex-Partner weiter zahlen muss
  5. Berechnung des Betreuungsunterhalts
  6. Beschränkung durch den Selbstbehalt
  7. Fazit

Gemeinsame Kinder wachsen häufig bei einem Elternteil auf, der dann vor der Herausforderung steht, Familie und Beruf als Alleinerziehender zu vereinen. Um dies zu erleichtern und auch den anderen Elternteil in die Verantwortung zu ziehen, den Lebensbedarf und das Wohl der gemeinsamen Kinder zu sichern, kennt das Familienrecht mehrere Formen des Unterhalts.

Der sog. Betreuungsunterhalt ist der praktisch bedeutsamste. Diesen muss ein Ex-Partner an den nun Alleinerziehenden zahlen, damit dieser in der Lage ist, sich um die gemeinsamen Kinder zu kümmern. Die Voraussetzungen hierfür unterscheiden sich je nachdem, wie alt die gemeinsamen Kinder sind und ob die Eltern zuvor verheiratet waren oder nicht. Auch die Höhe des Unterhalts wird ganz individuell berechnet.

1. Betreuungsunterhalt für die Kindererziehung

Betreuungsunterhalt meint hier die finanzielle Unterstützung, die ein geschiedener oder getrennter Partner an den anderen zahlen muss, weil dieser sich allein um die Betreuung des gemeinsamen Kindes kümmert und deswegen nicht in der Lage ist, für seinen Lebensunterhalt selbst aufzukommen. Die Regelungen im Familienrecht sorgen dafür, dass der betreuende Elternteil trotzdem genügend Geld zur Verfügung hat, um die Pflege und Erziehung des Kindes sicherzustellen.

Obwohl es also primär um die gemeinsame Verantwortung für das Wohl des Kindes geht, spielt die etwas antiquierte Unterscheidung zwischen ehelichen und nichtehelichen Sprösslingen immer noch eine Rolle. Für geschiedene Ehe- bzw. Lebenspartner findet sich der Anspruch in § 1570 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Für Eltern, die nie verheiratet waren, regelt § 1615 Abs. 1 BGB den Betreuungsunterhalt. Beide Ansprüche folgen zwar ähnlichen Prinzipien, unterscheiden sich aber in den Details.

2. Basisunterhalt für alle Kinder bis zum dritten Lebensjahr

Egal ob eheliches oder uneheliches Kind – gemeinsam ist beiden Ansprüchen der Gedanke, dass es wichtiger ist, dem Kleinen in den ersten drei Lebensjahren seine Bezugsperson zu belassen, als den Alleinerziehenden zur Arbeit zu zwingen. Pflege oder Erziehung ist in dieser Zeit also grundsätzlich wichtiger. Daher muss man hierzu auch nichts gesondert vortragen oder beweisen, um die Unterstützung vom Ex-Partner zu erhalten.

Kinder ab drei Jahren hingegen müssen nach diesem Gedanken nicht mehr persönlich betreut werden. Danach gilt seit einer Reform im Jahr 2008 auch bei Geschiedenen wieder das Prinzip, für den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen, auch wenn das gemeinsame Kind bei einem wohnt (sog. Erwerbsobliegenheit).

3. Ausnahme: Betreuungsunterhalt nach dem dritten Geburtstag

Dennoch muss die Unterstützung auch nach dem dritten Geburtstag noch in besonderen Einzelfällen gezahlt werden, solange und soweit es dem Ex-Partner gerade aufgrund der Kinderbetreuung weiterhin unzumutbar ist, für den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen. Dies muss er jedoch gesondert begründen, notfalls auch vor Gericht.

Die Gesetzestexte der §§ 1570 BGB und 1650 Abs. 1 BGB nennen hier einige Aspekte, die in einer Gerechtigkeitsabwägung (= Billigkeit) im Einzelfall besonders zu berücksichtigen sind. In beiden Fällen sind die Möglichkeiten der Kinderbetreuung und die Belange des Kindes die wichtigsten Kriterien, doch können daneben auch andere Faktoren relevant werden.

4. Wann der Ex-Partner weiter zahlen muss

So stellt sich zunächst die Frage, ob der Elternteil das Kind weiterhin persönlich betreuen muss oder ob es am Wohnort eine Betreuungseinrichtung gibt. Hat das Kind zum Beispiel einen Platz in einer Kita, so wird vom Elternteil erwartet, zumindest in Teilzeit zu arbeiten, sodass sich der Betreuungsunterhalt entsprechend reduziert. Schrittweise müssen Eltern dann wieder in die Vollzeit übergehen, je älter das Kind wird. Ist das Kind bereits im Schulalter, so muss der Elternteil auch nach dem Unterricht für eine Betreuung – z.B. in einer offenen Ganztagsschule oder durch einen Babysitter – sorgen, um länger arbeiten zu können. Sofern der betreuende Elternteil seine Arbeitstätigkeit nicht ausweitet, wird ihm das nicht erarbeitete Einkommen fiktiv angerechnet und er bekommt entsprechend weniger Unterhalt.

Darüber hinaus kann es Ausnahmen aufgrund individueller Besonderheiten der Kinder geben. Allgemein sind damit das Alter, der Entwicklungsstand und die Begabung des Kindes angesprochen, aber auch besonderer Betreuungsbedarf aufgrund einer Behinderung oder einer Krankheit.

Schließlich können bei geschiedenen Partnern in zweiter Linie sogar Vereinbarungen zwischen den Eheleuten eine Rolle spielen (vgl. § 1570 Abs. 2 BGB). Der Grund dafür liegt in der sog. nachehelichen Solidarität. Damit ist gemeint, dass man sich in einer Ehe darauf verlassen können soll, dass die bisherige Ausgestaltung der Kinderbetreuung, die berufliche und die Lebensplanung auch nach der Scheidung relevant bleiben.

Das Gericht wird alle Argumente, die für und gegen eine verlängerte Unterhaltszahlung sprechen, in jedem Einzelfall gegeneinander abwägen und sich dabei an den bisher entschiedenen Fällen aus der Rechtsprechung orientieren.

5. Berechnung des Betreuungsunterhalts

Wie genau nun die Berechnung des Betreuungsunterhalts aussieht, lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern hängt im Einzelfall von mehreren Faktoren ab. Im konkreten Fall ist hier eine individuelle Beratung durch einen Rechtsanwalt für Familienrecht hilfreich. Dennoch ist es immer gut, vorab die wichtigsten Grundsätze zu kennen.

Im ersten Schritt wird der konkrete Bedarf der betreuenden Person berechnet. Dieser kann in Abhängigkeit davon, ob die Eltern früher verheiratet waren oder nicht, unterschiedlich ausfallen.

a) Für Geschiedene

Im Fall der ehelichen Kinder stellen die Gerichte auf die jetzige Einkommensdifferenz zwischen den Partnern ab, die dann maximal in einer Höhe von 3/7 ausgeglichen wird.

Der Ex-Mann verfügt über ein Einkommen von 1.500 EUR netto, die betreuende Mutter nur über 500 EUR. Die Einkommensdifferenz liegt also bei 1.000 EUR (1.500-500 EUR). Der Bedarf der Mutter liegt daher bei 3/7 von 1.000 EUR = 429 EUR.

b) Für Unverheiratete

Bei Unverheirateten ist hauptsächlich die Lebenssituation des betreuenden Elternteils der Anknüpfungspunkt, also welche Einkünfte er ohne die Geburt und die Betreuung gehabt hätte, unabhängig vom Vermögen. Im Grundsatz wird also der volle Verdienstausfall erstattet.

Beispiel: Die Mutter hatte vorher ein Einkommen von 2.000 EUR netto und kann nun aufgrund der Betreuung des Kindes nicht mehr arbeiten – ihr Bedarf liegt bei 2.000 EUR.

Ausnahmen gibt es allerdings zu beachten, wenn das Einkommen z.B. der Mutter vorher höher war als das des Vaters. In diesem Fall hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass der Unterhalt durch den sog. Halbteilungsgrundsatz beschränkt ist, der eigentlich nur im Scheidungsrecht gilt (Urteil vom 15.12.2004 – Az. XII ZR 121/03). Gemeint ist damit der Durschnitt des Gesamteinkommens beider Elternteile.

Die Mutter hatte vorher ein Einkommen von 2.500 EUR netto, der Vater verdiente lediglich 1.500 EUR netto. Das Gesamteinkommen lag daher bei 4.000 EUR. Der Mutter stehen daher nicht mehr als 2.000 EUR Betreuungsunterhalt zu.

6. Beschränkung durch den Selbstbehalt

Natürlich muss auch berücksichtigt werden, wie viel der Unterhaltsverpflichtete überhaupt zahlen kann. Die erste Frage ist daher: hat dieser überhaupt ein Einkommen? Wenn ja, ist die Netto-Summe dessen die Berechnungsgrundlage. Wenn nicht, kann er trotzdem rechtlich dazu verpflichtet sein, zu arbeiten bzw. mehr zu verdienen. Dann wird seine Leistungsfähigkeit anhand eines so genannten fiktiven Einkommens berechnet.

Zuerst muss vom Verdienst immer der Kindesunterhalt abgezogen werden. Auch andere Verbindlichkeiten können eine vorrangige Rolle spielen (z.B. Kranken- und Pflegeversicherung, Altersvorsorge, berufsbedingte Aufwendungen, ggf. auch Schulden).

Danach muss aber immer noch ein gewisser Betrag übrig bleiben, damit der Zahlende sich auch selbst versorgen kann (Selbstbehalt). Wie hoch dieser ist, beantwortet die regelmäßig aktualisierte „Düsseldorfer Tabelle“ je nach Lebenssituation des Schuldners unterschiedlich. An dieser orientieren sich dann auch die Gerichte. In keinem Fall muss man aber mehr zahlen als man leisten kann, auch wenn der Bedarf des betreuenden Elternteils höher ist.

Der Mann aus unserem Beispiel hat laut Düsseldorfer Tabelle einen Selbstbehalt von 1.100 EUR. Er kann bei einem Einkommen von 1.500 EUR netto also maximal 400 EUR zahlen. Da aber zunächst der Kindesunterhalt in Höhe von 250 EUR abgezogen wird, kann er nur noch 150 EUR an Betreuungsunterhalt leisten.

7. Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen:

  • Betreuungsunterhalt muss ein Ex-Partner an den Alleinerziehenden zahlen, damit er sich um die gemeinsamen Kinder kümmern kann, anstatt zu arbeiten.
  • Bis zum dritten Geburtstag des gemeinsamen Kindes hat man als Alleinerziehender immer einen Anspruch auf Betreuungsunterhalt.
  • Danach muss man besonders begründen, warum man nicht arbeiten kann, sondern der Ex-Partner weiter zahlen soll.
  • Betreuungsunterhalt kommt nach dem Kindesunterhalt – wenn der Partner also nichts mehr übrig hat, das er abgeben kann, muss er auch nichts mehr zahlen.

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