Unterhalt 2017 berechnen

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Kindesunterhalt berechnen nach der neuen Düsseldorfer Tabelle 2017

Hier bieten wir Ihnen ausführliche Informationen rund um das Thema Kindesunterhalt. Sie erfahren in diesem Artikel unter anderem wer Anspruch auf Kindesunterhalt hat und wie sich der Kindesunterhalt berechnet. Darüber hinaus stellen wir Ihnen die aktuelle Düsseldorfer Tabelle (Stand: 01.01.2017) vor.
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Inhaltsverzeichnis
1. Was ist Kindesunterhalt?
2. Barunterhalt oder Naturalunterhalt?
3. Wie lange muss Kindesunterhalt gezahlt werden?
4. Wer muss Kindesunterhalt zahlen?
5. Wer hat Anspruch auf Kindesunterhalt?
5.1. Minderjährige Kinder
5.2. Volljährige Kinder
5.3. Schüler
5.4. Auszubildende 5.5. Studenten6. Kindesunterhalt berechnen
6.1. Einkommensberechnung von Angestellten und Beamten
6.2. Das wird vom Einkommen abgezogen
6.3. Abzug von Steuern und Aufwendungen
6.4. Das wird zum Einkommen hinzugezogen
6.5. Mindert ein Einkommen des Kindes den Kindesunterhalt?
6.6 Anrechnung des eigenen Vermögens
7. Die Düsseldorfer Tabelle 20178. Unterhaltsvorschuss beantragen9. Kindesunterhalt einklagen10. Mehrbedarf und Sonderbedarf beim Kindesunterhalt 10.1. Mehrbedarf
10.2. Sonderbedarf
11. Zählkindervorteil
12. PRAXISTIPP: So hilft Ihnen ein Anwalt

1. Kindesunterhalt: Definition

Der Begriff Kindesunterhalt bezeichnet den Unterhalt, den Erziehungsberechtigte gegenüber ihren Kindern zu leisten haben. Unterschieden wird im Unterhaltsrecht dabei zwischen Betreuungs- und Barunterhalt. Der Barunterhalt ist die regelmäßige Zahlung eines Budgets – der Betreuungsunterhalt beinhaltet als Pendant dazu:

  • Betreuung,
  • Unterkunft,
  • Gesundheitspflege,
  • Kleidung,
  • Nahrungsmittel,
  • Unterricht,
  • Erziehung,
  • Freizeitgestaltung,

Während bei zusammenlebenden Paaren mit gemeinsamen Kindern beide Bereiche meist ineinander übergehen, kommt es nach einer Trennung auch in dieser Hinsicht zu einer Aufteilung der Unterhaltsverpflichtungen. Ab dem 18. Lebensjahr muss der Kindesunterhalt von beiden Elternteilen als Barunterhalt erbracht werden.

2. Barunterhalt oder Naturalunterhalt?

Unterhalt wird erst zum Thema, wenn sich Eltern trennen. Grundsätzlich sind beide Elternteile unterhaltsverpflichtet, aber auf unterschiedliche Weisen. Der Elternteil, der die Kinderbetreuung übernimmt, sorgt damit für den sogenannten Naturalunterhalt und hat somit seinen Teil der Unterhaltspflicht geleistet. Der andere Elternteil ist zum finanziellen Kindesunterhalt, dem sogenannten Barunterhalt, verpflichtet, um den betreuenden Elternteil größtmöglich zu entlasten.

3. Wie lange muss Unterhalt gezahlt werden?

So lange Kinder wirtschaftlich noch nicht auf eigenen Beinen stehen, weil sie sich in einer Berufsausbildung bzw. in einem Studium befinden, ist Kindesunterhalt zu zahlen. Diese Unterhaltspflicht endet nicht wie die Zahlung des Kindergeldes mit 25 Jahren. Befindet sich das Kind mit 25 Jahren noch in der Ausbildung, sind die Eltern weiterhin unterhaltsverpflichtet.

4. Wer muss Kindesunterhalt zahlen?

Sind die Kinder minderjährig, ist immer der Elternteil verpflichtet, den Barunterhalt zu zahlen, der das Kind nicht betreut. Tritt die Volljährigkeit der Kinder ein, dann endet die Betreuung. Ab diesem Zeitpunkt zahlen beide Elternteile anteilig den Kindesunterhalt.

5. Wer hat Anspruch auf Kindesunterhalt?

Anspruch auf Kindesunterhalt haben sowohl minderjährige als auch volljährige Kinder, die sich in der Erstausbildung befinden. Unterschieden wird weiterhin zwischen privilegiert Volljährigen und Volljährigen.

Minderjährige

Privilegiert Volljährige

Volljährige

· Unter 18 Jahre

· Prinzipiell unter-haltsberechtigt

· Unter 21 Jahre

· Im Elternhaus lebend

· Unverheiratet

· in allg. Schulausbildung befindend

· Ab 18 Jahre

· Nicht privilegiert

· In Erstausbildung (z. B. Studium oder Ausbildung) befindend

Der Unterhalt ist vorrangig gegenüber minderjährigen Kindern zu leisten. Volljährige Kinder stehen an vierter Stelle der Rangfolge – noch nach betreuenden Ehegatten oder Elternteilen. Der Grundgedanke dabei ist, dass Volljährige durchaus dazu in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Privilegiert volljährige Kinder bilden laut § 1603 Abs. 2 BGB eine Ausnahme und stehen mit minderjährigen Kindern in einer Rangfolge und werden somit bevorzugt berücksichtigt. Diese Rangfolge gewinnt vor allem dann an Bedeutung, wenn der Selbstbehalt des Unterhaltsschuldners nach Berücksichtigung des minderjährigen Kindes oder der minderjährigen Kinder erreicht ist und somit nichts mehr für volljährige Kinder übrigbleibt.

5.1. Minderjährige Kinder

Minderjährige Kinder stehen in der Unterhaltsrangfolge an erster Stelle. Sie gelten als am bedürftigsten und haben keine Möglichkeit, selber für ein Einkommen zu sorgen. Nach § 1612a BGB ist daher ein Mindestunterhalt für minderjährige Kinder vorgesehen. Dieser richtet sich nach dem steuerfrei zu stellenden sächlichen Existenzminimum eines Kindes und beträgt je nach Altersstufe einen gewissen Prozentsatz davon.

Zu unterscheiden ist weiterhin zwischen der ab 1.1.2016 gültigen Mindestunterhaltsverordnung § 1612a I BGB und der am 1.1.2017 neu in Kraft tretenden Festlegungen.

Folgende Mindestunterhaltswerte gelten laut der Tabelle für minderjährige Kinder:

Altersstufe

Ab 1.1.2016

Ab 1.1.2017

1 (0–6 Jahre)

335 Euro

342 Euro

2 (7–12 Jahre)

384 Euro

393 Euro

3 (13–18 Jahre)

450 Euro

460 Euro

Die konkreten Zahlbeträge des Kindesunterhaltes sind allerdings zusätzlich vom Einkommen des Unterhaltspflichtigen abhängig und lassen sich nicht aus der vorangehenden Tabelle entnehmen. An dieser Stelle kommt die Düsseldorfer Tabelle (siehe unten) ins Spiel, welche als Richtwert für die konkreten Zahlbeträge gilt.

5.2. Volljährige Kinder

Auch für volljährige Kinder sind Eltern unter Umständen unterhaltspflichtig. Erst wenn das Kind in der Lage ist, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen, hat es keinen Unterhaltsanspruch mehr. Grundsätzlich gilt, dass das Kind unterhaltsberechtigt ist, so lange es sich in der Erstausbildung befindet. Als Erstausbildung zählt jedoch nicht alleine die Schule, sondern zusätzlich ein weiterführender Ausbildungsweg. Jedes Kind hat somit einen Anspruch auf die elterliche Finanzierung einer schulischen und beruflichen Ausbildung. Diese muss jedoch zielstrebig verfolgt und in der üblichen Zeit abgeschlossen werden.

5.3. Schüler

Schüler haben so lange einen Unterhaltsanspruch, wie sie sich in der allgemeinen Schulausbildung befinden und unverheiratet sind. Damit zählen sie bis zum 21. Lebensjahr zu den privilegiert Volljährigen und haben den gleichen Status wie Minderjährige. Während der schulischen Ausbildung ist das Kind in der Regel nicht verpflichtet, selbst neben der Schule erwerbstätig zu sein.

Zur Schulausbildung können Gymnasium, die normale Oberstufe, ein Berufskolleg oder die Fachschule gehören. Bei letzten beiden Schulformen ist jedoch zu prüfen, ob ihr Besuch einer angemessenen Ausbildung des Kindes dient.

Unterschieden wird bei der Berechnung des Kindesunterhaltes für Kinder, die eine Schule besuchen, zwischen dem Leben in einem eigenen Hausstand und der Unterkunft im Haushalt eines Elternteils. Volljährige Kinder, die im Haushalt eines Elternteils leben, beziehen den Kindesunterhalt nach Einkommen der Eltern. Als Anhaltspunkt wird die vierte Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle herangezogen (siehe Düsseldorfer Tabelle unten). Das Einkommen beider Eltern wird dabei zur Berechnung addiert. Der Betreuungsunterhalt hat ab Volljährigkeit des Kindes keine Bedeutung mehr und beide Elternteile sind barunterhaltspflichtig. Jedoch kann der Elternteil, bei dem das Kind wohnt, einen Anteil für Kost und Logis geltend machen. Je nach Höhe entfällt dann die Erbringung der Geldleistung komplett.

Wohnt das Kind bereits in einem eigenen Haushalt, beträgt der Unterhaltsanspruch nach Düsseldorfer Tabelle (Stand 2017) in der Regel monatlich 735 Euro. Diese Summe ist nicht mehr vom Einkommen der Eltern abhängig, sondern als Gesamtunterhaltsbedarf festgelegt und ist so mit dem Bedarf von Studenten identisch. Darin sind bereits 300 Euro für Unterkunft und umlagefähiger Nebenkosten und Heizung enthalten.

Volljähriges Schulkind mit Wohnsitz bei Elternteil

Volljähriges Schulkind mit eigenem Haushalt

· Nach 4. Altersstufe Düsseldorfer Tabelle

· Abhängig vom Einkommen der Eltern

· Monatlich 735 Euro, inkl. 300 Euro für Unterkunft

5.4. Auszubildende

Neben der schulischen ist auch die berufliche Ausbildung eines Kindes finanziell durch die Eltern zu unterstützen. Ein/e Auszubildende/r hat somit auch vollen Anspruch auf Kindesunterhalt. Prinzipiell gelten die gleichen Ansprüche nach Düsseldorfer Tabelle wie bei volljährigen Schülern – allerdings mit einer Ausnahme:

Da bei einer Ausbildung eine Ausbildungsvergütung gezahlt wird, muss diese auf den Unterhaltsbedarf angerechnet werden; konkret bedeutet das die Höhe der Ausbildungsvergütung abzüglich eines Betrages in Höhe von 90 Euro.

Dieser Betrag steht dem Auszubildenden zusätzlich als Mehrbedarf zu, um die Kosten für Fachbücher, Berufskleidung usw. zu decken. Diese Regelung gilt sowohl für Auszubildende, welche noch bei ihren Eltern wohnen, als auch für Auszubildende mit eigenem Hausstand.

Beispielrechnung:

Auszubildender Max verdient monatlich 500 Euro Ausbildungsgehalt. Er wohnt nicht mehr bei seinen Eltern und hat einen Unterhaltsanspruch von 735 Euro.

735 € – 500 € + 90 € = 325 €

Es ergibt sich ein Unterhaltsanspruch von 325 €

Grundsätzlich hat ein Kind jedoch nur Anspruch auf die Finanzierung einer Ausbildung. Eine Zweitausbildung muss unter Umständen jedoch von den Eltern gefördert werden, falls gesundheitliche oder andere schwere Gründe vorliegen, aufgrund derer der erlernte Erstberuf nicht ausgeübt werden kann. Anders ist es bei einem Ausbildungswechsel: Wechselt das Kind beispielsweise von einer Ausbildung zum KFZ-Mechaniker zur Ausbildung im Einzelhandel, kann der Unterhaltsanspruch bestehen bleiben. Dazu gibt es jedoch noch keine eindeutigen gesetzlichen Regelungen. Im Einzelfall muss geprüft werden, ob sachliche Gründe für den Wechsel vorliegen und ob diese unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Unterhaltpflichtigen zumutbar sind. Ähnlich verhält es sich übrigens bei Abbruch eines Studiums zugunsten einer Ausbildung (OLG Naumburg, Urteil vom 12. Januar 2010, Az. 8WF 274/09).

5.5. Studenten

Für einen Studenten fallen monatlich Kosten von mehreren Hunderten Euro an. Jeder Volljährige müsste eigentlich einem Job nachgehen, um seine Kosten zu decken. Studenten sollten sich jedoch an erster Stelle um den Abschluss ihres Studiums bemühen, weshalb ihnen nur eine Nebentätigkeit zuzumuten ist. Für die Erbringung des Lebensunterhalts sind somit die Eltern verantwortlich. Zudem stehen Studenten – falls das Einkommen der Eltern nicht ausreicht – Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) zu. Ist das Einkommen jedoch so hoch, dass kein BAföG-Anspruch besteht, hat das Kind einen Unterhaltsanspruch gegen die Eltern.

Auch bei Studenten richtet sich die Höhe des Unterhaltsanspruchs nach der Düsseldorfer Tabelle – Ziffer 7, sofern ein eigener Haushalt vorhanden ist. Es wird allerdings nicht nach Alter differenziert, sondern es gilt ein pauschaler Bedarf von 735 Euro. In diesem Betrag sind noch keine Kosten für Kranken- und Pflegeversicherung sowie Studiengebühren enthalten – diese müssen zusätzlich gezahlt werden. Die meisten Studenten sind bis zu einem Alter von 25 Jahren bei ihren Eltern familienversichert, daher entfallen die Versicherungskosten oft.

Wohnen Studenten noch bei einem Elternteil, ist der Unterhalt nach Altersstufe 4 der Düsseldorfer Tabelle zu berechnen. Kost und Logis können von dem Elternteil, bei dem der Student lebt, angerechnet werden.

Das Studium muss zügig beendet werden, was aber nicht zwangsläufig einen Abschluss innerhalb der durchschnittlichen Studiendauer voraussetzt. Die Überschreitung der Regelstudienzeit in Bezug auf den Unterhaltsanspruch des Studenten ist zudem eine Einzelfallentscheidung. Ein Fachrichtungswechsel des Studiums ist bis zum Ende des dritten Semesters möglich, ohne den Unterhaltsanspruch zu verlieren.

Nach Studienende steht dem unterhaltberechtigten Kind eine Bewerbungsfrist von drei Monaten zu. Danach ist eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen und der Anspruch auf Kindesunterhalt erlischt. Diese Frist gilt auch für Studenten, die ihr Studium ohne Abschluss abgebrochen haben. Welche Tätigkeit aufgenommen wird, ist dabei zweitrangig – keinesfalls muss diese mit dem Studium zu tun haben. Bei einer Promotion entfällt der Unterhaltsanspruch ebenfalls – außer diese wird vorausgesetzt.

6. Kindesunterhalt berechnen

Die Grundlage für die Berechnung des Kindesunterhalts ist das monatliche Einkommen der Eltern. Dabei werden allerdings nicht nur die Einkünfte aller Art des Einkommenssteuergesetzes, sondern auch fiktive und geldwerte Vorteile einbezogen. Prinzipiell ist der Unterhaltspflichtige auskunftspflichtig in Bezug auf seine aktuellen Vermögens- und Einkommensverhältnisse. Im BGB regelt § 1605 die Auskunftspflicht. Sie besteht darin, dass die Verdienstabrechnungen der vergangenen zwölf Monate vorzulegen sind. Bei Selbstständigen müssen die Einnahmenüberschussrechnungen der vergangenen drei Jahre vorgelegt werden. Diese Auskunft muss alle zwei Jahre erteilt werden, um etwaige Änderungen nachvollziehen zu können.

Aber auch bereits vor Ablauf der zwei Jahre kann bei einer maßgeblichen Änderung des Einkommens eine Abänderung des Unterhaltstitels beantragt werden. Dies kann – je nach Interessenslage – beidseitig geschehen. So wird in der Regel der Unterhaltsgläubiger eine Abänderung einfordern, wenn der Verdacht besteht, dass das Einkommen des Unterhaltsschuldners erheblich gestiegen ist. Andersherum kann aber auch der Unterhaltsschuldner eine Senkung der Unterhaltszahlungen fordern, wenn sein Einkommen gesunken oder er arbeitslos ist.

6.1. So wird das Einkommen von Angestellten und Beamten berechnet

Bei Angestellten und Beamten ist bei der Berechnung des Einkommens – welches für den Kindesunterhalt relevant ist – vom durchschnittlichen Nettoeinkommen der letzten 12 Monate auszugehen. Abgezogen werden davon unterhaltsrechtlich relevante Schulden, dazu addiert werden fiktive Einkünfte wie z. B. geldwerte Vorteile. Zum Einkommen zählen konkret:

  • Einkünfte aus Erwerbstätigkeit,
  • Kapitaleinkünfte (Zinsen, Dividenden usw.),
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung,
  • Renten,
  • Einnahmen aus Beteiligungen,
  • Sozialleistungen,
  • Eigengeld eines Strafgefangenen,
  • Steuererstattungen,
  • bereits bestehende Unterhaltszahlungen,
  • Eltern- und Kindergeld.

6.2. Das wird vom Einkommen abgezogen

Unterhaltsrelevante Verbindlichkeiten werden vom Einkommen abgezogen. Beim Kindesunterhalt gelten aber andere Regelungen als beim Ehegattenunterhalt. Abziehbar sind alle Schulden, die vor der Trennung der Eltern gemacht wurden. Allerdings nur, solange sichergestellt ist, dass zumindest der Mindestunterhalt der Düsseldorfer Tabelle sichergestellt ist. Ebenso gilt dies für Schulden, die vor der Geburt des Kindes gemacht wurden. Das können beispielsweise Studienkredite oder Kredite zur Einrichtung eines Haushaltes sein.

Bei Schulden, die nach der Trennung der Eltern entstanden sind, kommt es auf die Gründe der Verbindlichkeit an. Als unterhaltsrechtlich nicht berücksichtigungsfähige Schulden gelten solche, die für Luxuszwecke, leichtfertig oder ohne verständliches Motiv aufgenommen wurden. Auch nach der Trennung entstandene Schulden, die der Vermögensbildung dienen, können nicht angerechnet werden.

Wird eine Schuld grundsätzlich anerkannt, müssen das monatliche Einkommen und die monatlichen Kreditraten in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen.

6.3. Abzug von Steuern, Vorsorgeaufwendungen und berufsbedingten Aufwendungen

Die Lohnsteuer und die Einkommenssteuer sind vom Einkommen abzusetzen. Dabei muss beachtet werden, dass sich nach der Scheidung die Steuerklasse ändert. Die veränderte Höhe der Steuer ist die relevante Größe zum Abzug vom Einkommen.

Auch die Aufwendungen für Krankenvorsorge und Altersvorsorge sind vom Einkommen absetzbar. Dazu zählen Beiträge zur:

  • Rentenversicherung,
  • gesetzlichen Krankenversicherung,
  • Arbeitslosenversicherung.

Falls bereits vor der Trennung gezahlt, zählen auch folgende Beiträge:

  • private Krankenversicherung,
  • Krankenzusatzversicherungen

Beiträge zur Altersvorsorge, die über die gesetzliche Altersvorsorge hinausgehen, können in Höhe von bis zu vier Prozent vom monatlichen Bruttoeinkommen abgezogen werden.

Auch Rückzahlungen von Krediten, die zur Finanzierung eines Hauses für die Altersvorsorge aufgenommen wurden, oder zu zahlende Prämien einer Lebensversicherung zählen zu privaten Altersvorsorgeaufwendungen und können zur Einkommensbereinigung genutzt werden.

Berufsbedingte Aufwendungen können mit fünf Prozent vom Nettoeinkommen abgezogen werden, um das unterhaltsrelevante Einkommen zu ermitteln. Diese Aufwendungen liegen meist in Form von Fahrtkosten vor. Sollten die Fahrtkosten höher sein, müssen sie nachgewiesen werden. Wichtig dabei ist allerdings, dass immer nur eine Strecke angerechnet werden darf – nicht der Hin- und Rückweg. Auch andere Aufwendungen wie Berufskleidung oder Arbeitsmittel können zudem abgezogen werden.

6.4. Das wird zum Einkommen hinzugezogen: Sonderzahlungen, Spesen und Zuschläge

Diverse weitere zusätzlich zum Einkommen erhaltene Sonderleistungen müssen zum Einkommen hinzugezogen werden. Einen Überblick bietet folgende Tabelle:

Art der Zuwendung

Anrechnung

In welcher Höhe?

Überstunden

Ja

Voll, wenn berufstypisch oder geringer Umfang (10 % der Arbeitszeit);

n allen anderen Fällen zur Hälfte

Urlaubs- und Weihnachtsgeld

Ja

Netto-Auszahlungsbetrag auf 12 Monate umgerechnet

Feiertags- und Nachtzuschläge

Ja

Voll, wenn berufstypisch (z. B. Polizist, Krankenschwester);

Zu 2/3, falls freiwillig geleistete Zusatzarbeit

Spesen

Ja

Voll, außer diese werden für Mehraufwand ausgegeben

Abfindungen

Ja/Nein

Abhängig von neuem Arbeitsverhältnis

Prämien

Ja

Voll, Nettobetrag

Kranken-, Kurzarbeits-, Schlechtwettergeld

Ja

Voll

Firmenfahrzeug

Ja

Höhe der Ersparnis durch Firmenwagen

6.5. Mindert ein Einkommen des Kindes den Kindesunterhalt?

Im Regelfall mindern eigene Einkünfte des Kindes seinen Unterhaltsanspruch. Das gilt sowohl für Einkünfte aus Kapitalvermögen als auch für Einkünfte aus Erwerbstätigkeit. Zu prüfen ist dabei jedoch immer, ob es sich um eine zumutbare oder unzumutbare Erwerbstätigkeit handelt.

Schüler sind nicht zu einer Erwerbstätigkeit verpflichtet. Das gilt auch für die Ferien. Die Einnahmen bleiben demnach unberücksichtigt, falls sie trotzdem einen Schülerjob annehmen. Allerdings müssen diese geringfügig bleiben. Fällt das Einkommen überdurchschnittlich hoch aus, bleiben immer 40 Euro anrechnungsfrei. Diese gelten als berufsbedingte Aufwendungen. Der überschüssige Betrag wird in der Regel hälftig auf den Kindesunterhalt angerechnet. Dafür gibt es allerdings keine konkreten Festlegungen.

Auch Studenten sind nicht verpflichtet, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen – auch in den Semesterferien nicht. Von dieser Regelung ausgenommen sind Werkstudenten und Praktika. Da viele Studenten trotzdem neben ihrem Studium arbeiten, gibt es Festlegungen zur Anrechnung auf den Kindesunterhalt: Wie bei Schülern bleiben 40 Euro als berufsbedingte Aufwendungen anrechnungsfrei. Der überschüssige Betrag wird nur dann angerechnet, wenn die Eltern den vollen Unterhalt laut Düsseldorfer Tabelle zahlen. Dann gilt die gleiche Regel wie bei Schülern. In der Regel wird die Hälfte des Einkommens vom Unterhalt abgezogen. Allerdings geschieht dies nach Billigkeit – ist also eine Ermessensfrage. Nicht angerechnet wird er dann, wenn die Eltern nicht den vollen Unterhalt zahlen. Das Einkommen wird dann zum Ausgleich des fehlenden Betrages zum vollen Kindesunterhalt genutzt. Alles was darüber hinausgeht, wird jedoch von den Zahlungen der Eltern zur Hälfte abgezogen.

Bei Lehrlingen bleiben 90 Euro anrechnungsfrei, der Rest wird voll auf den Kindesunterhalt angerechnet.

Wird der Kindesunterhalt durch das eigene Einkommen des Kindes gekürzt, geschieht dies immer zugunsten der Unterhaltslast beider Elternteile.

6.6. Anrechnung des eigenen Vermögens

Bei der Verwertung des eigenen Vermögens zugunsten des Kindesunterhaltes muss zwischen dem Vermögensstamm und den Einnahmen aus dem Vermögen unterschieden werden. Letzteres gilt als Einkommen und muss immer für die Unterhaltszahlungen verwertet werden.

Ein minderjähriges Kind muss sein Vermögen grundsätzlich nicht verwerten (§ 1602 II BGB). Volljährige Kinder hingegen können erst Unterhalt verlangen, wenn sie ihr eigenes Vermögen verwertet haben. Allerdings bleibt davon ein Sockelbetrag unangetastet.

Eltern müssen – wenn ihr Einkommen nicht ausreicht, um den Kindesunterhalt zu decken – bei minderjährigen Kindern ihr vollständiges Vermögen einsetzen. Dazu zählt auch Altersvorsorgevermögen. Bei volljährigen Kindern gelten von der Rechtsprechung entwickelte Grundsätze zum Schonvermögen des Unterhaltspflichtigen. In der Regel wird das Schonvermögen dabei höher angesetzt als bei Kindern.

7. Die Düsseldorfer Tabelle 2017

Die Düsseldorfer Tabelle dient der Orientierung, um die zu zahlenden Kindesunterhaltsbeträge festzulegen. Sie ist zwar kein Gesetz, wird aber trotzdem von den meisten Familienrichtern herangezogen. Zuletzt aktualisiert wurde die Tabelle am 1. Januar 2017. Die Tabelle berücksichtigt das Nettoeinkommen der Eltern und das Alter der Kinder bei der Ermittlung des Unterhaltsbedarfs. Neben dem Tabellenwerk, dem eigentlichen Bestandteil der Düsseldorfer Tabelle, finden sich auch ergänzende Anmerkungen in der Leitlinie.

Nettoeinkommen des unterhalts-pflichtigen Elternteils in Euro

Unterhalt nach Altersstufen (in Euro)

Prozentsatz

(in %)

Bedarfskontrollbetrag (in Euro)

0–5 Jahre

6–11 Jahre

12–17 Jahre

Ab 18 Jahre

Bis 1.500

1.501–1.900

1.901–2.300

2.301–2.700

2.701–3.100

3.101–3.500

3.501–3.900

3.901–4.300

4.301–4.700

4.701–5.100

Ab 5.101

Nach den Umständen des Falles

Stand. 01.01.2017

Der Bedarfskontrollbetrag ab der zweiten Einkommensstufe ist in der Tabelle nicht identisch mit dem Eigenbedarf. Er soll eine ausgewogene Verteilung des Einkommens zwischen den unterhaltsberechtigten Kindern und dem Unterhaltspflichtigen sicherstellen. Wird dieser Wert unterschritten (dabei wird auch der Ehegattenunterhalt berücksichtigt), ist der Betrag der Tabelle der nächstniedrigeren Gruppe anzusetzen. Zu beachten ist weiterhin, dass von den Beträgen, die in der Düsseldorfer Tabelle angegeben sind, das Kindergeld abgezogen werden muss. Es werden also nicht die endgültigen Zahlbeträge angegeben. Bei volljährigen Kindern wird das Kindergeld in vollem Umfang abgezogen, bei minderjährigen Kindern zur Hälfte.

8. Unterhaltsvorschuss beantragen

Kann der Kindesunterhalt für Minderjährige nicht erbracht werden, kann beim Jugendamt übrigens ein Unterhaltsvorschuss beantragt werden. Dieser wird derzeit für maximal 72 Monate gezahlt. Im Jahr 2017 soll sowohl die maximale Bezugsdauer als auch das Höchstalter ändern. Heiratet der betreuende Elternteil einen neuen Partner, wird allerdings kein Unterhaltsvorschuss mehr geleistet.

Alter der Kinder

Unterhaltsvorschuss/Monat (ab 1. Januar 2016)

Unterhaltsvorschuss/Monat

(geplant ab 2017)

0–5 Jahre

145 Euro

150 Euro

6–11 Jahre

194 Euro

201 Euro

12–18 Jahre

268 Euro

9. Kindesunterhalt einklagen

Nicht immer zahlt der Unterhaltsverpflichtete freiwillig den angemessenen Unterhaltsbetrag. Dann bildet eine gerichtliche Entscheidung die Grundlage für eine Vollstreckung des Unterhaltsanspruches. Auch nach einem bereits gefällten Urteil kann eine Abänderungsklage in Erwägung gezogen werden, falls sich die wirtschaftlichen Verhältnisse zwischenzeitlich geändert haben.

Die Unterhaltsklage ist beim Familiengericht am Wohnort der unterhaltpflichtigen Person einzureichen. Eine Klageschrift fordert den Unterhaltsschuldner dann auf, Stellung zur Klage zu nehmen. Dafür wird eine Frist festgelegt. Bei einem anschließenden Termin findet eine mündliche Verhandlung statt, bei der beide Parteien die Chance haben, ihre Position zu erklären und Beweise vorzulegen.

Die vorliegenden Dokumente und Aussagen nutzt das Familiengericht, um per Urteil festzulegen, ob und in welcher Höhe Unterhalt gezahlt werden muss. Gegen diese Entscheidung kann im Berufungsverfahren vor einem Oberlandesgericht vorgegangen werden.

Beim Familiengericht muss ein Anwalt hinzugezogen werden. Die Gebühren für Anwalt und Gericht, die bei einer Kindesunterhaltsklage anfallen richten sich nach dem Streitwert. Dieser ist der Jahresbetrag des eingeforderten Unterhalts. Bei einem monatlichen Kindesunterhalt von beispielsweise 450 Euro ergibt sich also ein Streitwert von 5.400 Euro. Die anfallenden Anwaltsgebühren und Gerichtskosten sind gesetzlich festgelegt. Diese betragen im Beispielfall ca. 1.500 Euro und werden nach § 34 Gerichtskostengesetz und § 13 Rechtsanwaltsvergütungsgesetz berechnet. Die Kosten werden beim Familiengericht meist zwischen beiden Parteien aufgeteilt.

Als Alternative zur Klage können beide Parteien eine Scheidungsfolgenvereinbarung treffen und einvernehmlich die Unterhaltsfrage klären. Diesen Unterhaltsanspruch kann man besonders kostengünstig beim zuständigen Jugendamt titulieren lassen. Damit erhält der Unterhaltsberechtigte auch außergerichtlich einen vollstreckbaren Titel.

Unterhaltsansprüche unterliegen übrigens der Verjährung. Diese beginnt mit dem Monat der Aufforderung zur Auskunft. Werden die Zahlungen verweigert, entsteht ein Unterhaltsrückstand. Dieser verjährt nach drei Jahren, insofern er nicht vorher per Unterhaltsklage tituliert wird.

10. Mehrbedarf und Sonderbedarf beim Kindesunterhalt

Fallen zusätzliche Kosten für ein Kind an, reichen die regelmäßigen Zahlbeträge nach der Düsseldorfer Tabelle oft nicht aus. Dabei unterscheidet man diese Kosten zwischen Mehrbedarf und Sonderbedarf. Für Mehr- und Sonderbedarf müssen beide Elternteile anteilig je nach Einkommensverhältnissen aufkommen. Eine Unterscheidung zwischen Mehr- und Sonderbedarf ist vor allem dann wichtig, wenn Unterhalt rückwirkend verlangt wird. Nur beim Sonderbedarf ist eine rückwirkende Forderung ohne Probleme möglich. Der Mehrbedarf kann rückwirkend erst ab dem Zeitpunkt eingefordert werden, zu dem der Unterhaltspflichtige zu einer Auskunft über sein Einkommen aufgefordert wurde oder seitdem er sich im Verzug befindet.

Gibt es bereits eine Gerichtsentscheidung bzw. einen Titel über den Kindesunterhalt, ist eine Unterscheidung ebenfalls wichtig. Der Sonderbedarf kann zusätzlich beim Gericht beantragt werden, während ein Mehrbedarf den bestehenden Unterhaltstitel abändert und durch eine Änderungsklage durchgesetzt werden muss.

10.1. Mehrbedarf

Der Mehrbedarf ist Teil des Lebensbedarfs (§ 1610 II BGB) und setzt sich aus den Kosten, die regelmäßig anfallen und mit Regelsätzen nicht gedeckt werden können, zusammen. Allerdings muss dieser kalkulierbar sein, um bei der Bemessung des laufenden Unterhalts berücksichtigt zu werden.

Eine Zuordnung zum Mehrbedarf ist nicht immer eindeutig, aber anerkannte Beispiele sind Therapiekosten (BGH FamRZ 2013,1563), Kindergarten, Kinderhort, private Krankenversicherung, Sport oder Musikunterricht.

10.2. Sonderbedarf

Ein außergewöhnlich hoher und unregelmäßiger Bedarf fällt unter Sonderbedarf. Dieser liegt nur einmalig oder für eine begrenzte und absehbare Zeit vor. Die Geltendmachung von Sonderbedarf ist auf Ausnahmefälle zu beschränken und abhängig von der Höhe des laufenden Unterhalts, Umfang und Art des Sonderbedarfs und dem Verhältnis der Höhe der Aufwendung zu den Mitteln, die dem Unterhaltsberechtigten zur Verfügung stehen. Beispiele für den Sonderbedarf sind Säuglingserstaustattung, unvorhergesehene Krankheitskosten, Klassenfahrten und Auslandsfahrten.

11. Kann ich den Zählkindervorteil nutzen?

Den sogenannten Zählkindervorteil kann man sich beim Beziehen von Kindergeld zunutze machen. Hat man ein Kind oder mehrere Kinder aus einer vergangenen Beziehung, werden diese bei der Berechnung des Kindergeldes einbezogen. Da das Kindergeld vom zweiten bis zum vierten Kind höher wird, wirkt sich das positiv auf die erhaltenen Zahlungen aus, auch wenn man nicht das Kindergeld für die Kinder erhält, die beim anderen Partner leben.

Bei der Berechnung von Kindesunterhalt kann man sich diesen Vorteil NICHT zunutze machen. Hier gilt zur Berechnung des Abzugs immer der niedrigste Kindergeldsatz von derzeit 190 €.

12. Tipp: So hilft Ihnen ein Anwalt

Sie haben ein rechtliches Problem mit dem Kindesunterhalt?
► Hier haben Sie die Möglichkeit, sich von unseren Anwälten zum Kindesunterhalt beraten zu lassen.
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Unterhaltsberechnung

Kindsunterhalt

Das Gesetz verpflichtet die Eltern, gemeinsam und in gleicher Weise für die Kinder zu sorgen. Daran ändert das Getrenntleben nichts. Der obhutsberechtigte Elternteil, leistet seinen Beitrag durch Pflege und Erziehung; der nicht obhutsberechtigte Elternteil, sorgt für den finanziellen Unterhalt der Kinder. Der Kindsunterhalt ist unabhängig davon geschuldet, ob die Eltern verheiratet waren oder nicht.

Laut dem Zivilgesetzbuch muss bei der Berechnung der Unterhaltsbeiträge die Bedürfnisse des Kindes, die Lebensstellung und Leistungsfähigkeit der Eltern sowie allfällige Einkünfte und Vermögen des Kindes berücksichtigt werden. Seit dem 1. Januar 2017 werden beim Kindsunterhalt die Kosten für die Kinderbetreuung berücksichtigt. Es geht um eine „Erwerbsausfallentschädigung“ für den kinderbetreuenden Elternteil. Der Betreuungsunterhalt soll den Lebensunterhalt des kinderbetreuenden Elternteils sicherstellen, soweit dieser aufgrund der ihm obliegenden Kinderbetreuungspflichten nicht selber dafür aufkommen kann.

Wenn die Eltern nicht miteinander verheiratet sind, wird ein Unterhaltsvertrag abgeschlossen. Dies ist eine schriftliche Vereinbarung über die Unterhaltszahlungen der zwischen dem Vater und dem Kind (solange das Kind unmündig ist: der Mutter als dessen Vertreterin) abgeschlossen wird. Dieser Vertrag kann zwischen den Eltern ausgehandelt werden. Er muss aber von der Kindesschutzbehörde genehmigt werden, damit er für das Kind verbindlich wird und als Unterhaltstitel für allfällige Bevorschussung gilt.

Ehegattenunterhalt

Kann einer der beiden Ehegatten seinen angemessenen Lebensunterhalt nicht mit eigenen Einkünften decken, hat er Anspruch auf finanzielle Unterstützung durch den wirtschaftlich bessergestellten Ehegatten. Bei der Berechnung des Unterhaltsbeitrages wird für jeden der beiden Ehepartner zuerst den Grundbedarf errechnet. Ist der Grundbedarf beider Ehegatten kleiner als das Einkommen beider Ehegatten entsteht ein sogenannter Überschuss, der danach unter den Eheleuten aufgeteilt wird. Anhand von Grundbedarf, Einkommen und allfälligem Überschuss wird schliesslich der konkrete Unterhaltsbeitrag errechnet.

Obschon die Mehrheit aller Eltern heute zwei Einkommen generiert und somit beide erwerbstätig sind, gelten namentlich für jene Personen, die während der ersten Lebensjahre der Kinder auf eine Erwerbstätigkeit verzichtet haben, gewisse Grundsätze:

  • Ist das jüngste Kind noch nicht obligatorisch eingeschult, ist keine Erwerbstätigkeit zuzumuten;
  • Bei Kindern zwischen der obligatorischen Einschulung und dem Eintritt in die Sekundarstufe sollte eine 50 %-Tätigkeit möglich sein;
  • Ab Eintritt des jüngsten Kindes in die Sekundarstufe, sollte eine 80%-Erwerbstätigkeit möglich sein;
  • Haben die Kinder das 16. Lebensjahr erreicht, nimmt man an, die Erwerbstätigkeit sei voll gegeben.

Weitere Informationen zur Erwerbstätigkeit gemäss Schulstufenmodell finden Sie in der Medienmitteilung des Bundesgerichts.

Konkrete Berechnung

Durch die am 1. Januar 2017 in Kraft getretenen Änderungen des Unterhaltsrechts, genauer dem Betreuungsunterhalts, ergeben sich einige Änderungen. Neu soll der Betreuungsunterhalt aber nicht mehr zum eigenen Unterhaltsanspruch des geschiedenen Ehegatten, sondern zum Kindesunterhalt zählen. Der Betreuungsunterhalt ist an sich nichts Neues. Bei geschiedenen Eltern war er bislang ein „Bestandteil“ des nachehelichen Unterhalts. Bei unverheirateten Eltern ist die Situation hingegen eine andere. Hier führt die Gesetzesrevision im Grundsatz zu höheren Unterhaltsbeiträgen, da der „Erwerbsausfall“ des kinderbetreuenden Elternteils bislang nicht zu „entschädigen“ war.

Die grösste Herausforderung im Zusammenhang mit dem Betreuungsunterhalts liegt in der Bemessung. Derzeit ist noch nicht genau abzusehen wie die von den Gerichten gehandhabten Berechnungen der Unterhaltsbeiträge unter Berücksichtigung des Betreuungsunterhaltes konkret aussehen werden. Es bleibt abzuwarten, wie die familienrechtliche Praxis sich dazu verhalten wird. Möglicherweise dürften sich verschiedene Varianten in der Praxis durchsetzen. Diese Unsicherheit macht es derzeit (Stand: 1. März 2017) schwierig, Unterhaltsbeiträge für die Zeit nach dem 1. Januar 2017 verlässlich zu berechnen, zumal letztlich jeder Fall einzeln zu prüfen sein wird.

Notwendige Unterlagen für die Unterhaltsberechnung

  • Lohnausweis des letzten Jahres,
  • aktuelle Lohnabrechnung,
  • Steuerunterlagen,
  • Mietvertrag, evtl. Hypothekarzins-Bescheinigungen,
  • Krankenkassenausweise,
  • Bescheinigungen über sonstige Versicherungen,
  • Belege über die Kosten der Kinder für Hobbys und Ausbildung

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen finden Sie in den Stichworten „Alimente“, „Scheidung“ und „Unterhaltsrecht“ des Familienwegweisers.

Kindesunterhalt-Rechner – Berechnung des Unterhalts für Kinder

Neue Berechnung für 2020

Die Düsseldorfer Tabelle (DT) für 2020 wurde am 16.12.2019 vom Oberlandesgericht Düsseldorf veröffentlicht.

Die Bedarfssätze der minderjährigen Kinder der ersten Einkommensgruppe – und damit auch der weiteren Einkommensgruppen wurden gemäß der Zweiten Verordnung zur Änderung der Mindestunterhaltsverordnung vom 12.09.2019 erhöht. Ebenso wurde der Bedarfssatz für volljährige Kinder angepasst. Im gleichen Zuge wurden auch die Eigenbedarfe (Selbstbehalt) der Unterhaltspflichtigen erhöht.

Weitere Unterhaltsrechner

Neben dem Rechner für Kindesunterhalt stellen wir noch weitere Rechner für Sie zur Verfügung: So können Sie auch den Ehegattenunterhalt berechnen oder mit Hilfe des allgemeinen Unterhaltsrechners die Kombination von Ehegattenunterhalt und Kindesunterhalt bestimmen.

Tipp zum Kindesunterhalts-Rechner

Die Berechnungen basieren auf der Düsseldorfer Tabelle (DT), die als Leitlinie für die Familiengerichte dient. Daher müssen Konstellationen mit Einkommen oberhalb der höchsten Einkommensgruppe der DT (Stand 2020: ab 5.500 Euro) oder Konstellationen mit großen Einkommensunterschieden zwischen den getrennten Partnern nach den Umständen des Falles entschieden werden. Der Rechner liefert diesbezüglich nur bedingt korrekte Ergebnisse.

Beispiel für die Berechnung des Kinderunterhalts

Herr und Frau Schmidt sind geschieden und haben zwei gemeinsame Kinder. Sie möchten 2020 die gegenseitigen Unterhaltsansprüche berechnen.

  • Sie haben keinen Ehegattenunterhalts­anspruch gegeneinander.
  • Petra, das erste Kind ist bereits 19 und studiert.
  • Petra jobt nebenher und bezieht monatlich rund 250 Euro
  • Max ist 15 und besucht noch die Schule.
  • Beide Kinder wohnen noch bei Frau Schmidt.
  • Herr Schmidt hat ein monatliches Nettoeinkommen von 3.500 Euro.
  • Frau Schmidt bezieht 1.300 Euro netto.

1. Berechnung des bereinigten Nettoeinkommens

Das bereinigte Nettoeinkommen ist für die Unterhaltsberechnung relevant.

Berechnung für Herrn Schmidt
Netto aus Erwerbstätigkeit 3.500 Euro
− Berufsbedingte Aufwände 150 Euro
+ Sonstige Einkommen 0 Euro
− Aufwand Schulden 0 Euro
= Bereinigtes Netto 3.350 Euro
Berechnung für Frau Schmidt
Netto aus Erwerbstätigkeit 1.300 Euro
− Berufsbedingte Aufwände 65 Euro
+ Sonstige Einkommen 0 Euro
− Aufwand Schulden 0 Euro
= Bereinigtes Netto 1.235 Euro

Das Nettoeinkommen aus Erwerbstätigkeit wird um eine Pauschale für berufsbedingte Aufwände von 5% (mindestens 50 Euro und höchstens 150 Euro) gemindert. Die sonstigen Einkommen werden addiert und die Aufwände für ehebedingte Schulden subtrahiert.

2. Berechnung der Einkommensgruppe in der Düsseldorfer Tabelle (DT)

Die DT weist anhand der Einkommensgruppe und dem Alter der Kinder den Unterhaltsbedarf bezogen auf zwei Unterhalts­berechtigte aus.

Herr Schmidt ist anhand seines bereinigten Nettos in Einkommensgruppe 5 einzustufen. Er ist gegenüber genau zwei Berechtigten unterhaltspflichtig. Daher wird die Einkommensgruppe gemäß A 1 zur DT nicht aufgrund mehr oder weniger Unterhalts­berechtigter nach unten bzw. oben korrigiert.

Frau Schmidt ist an­hand ihres berei­nigten Nettos in Einkommens­gruppe 1 ein­zu­stufen. Sie ist aber nur gegen­über einem Berech­tig­ten unter­halts­pflich­tig. Des­halb wird sie gemäß An­mer­kung 1 zur DT in eine um bis zu eins höhere Gruppe ein­ge­stuft. Sie ist aber auf­grund der Unter­schrei­tung des Bedarfs­kontroll­betrags von zuvor 2 wieder auf Einkommens­gruppe 1 herab­gesetzt worden.

Tabelle der Einkommensgruppen der DT (Bereinigtes Nettoeinkommen)
Einkommensgruppe 1 0 € bis 1.900 €
Einkommensgruppe 2 1.901 € bis 2.300 €
Einkommensgruppe 3 2.301 € bis 2.700 €
Einkommensgruppe 4 2.701 € bis 3.100 €
Einkommensgruppe 5 3.101 € bis 3.500 €
Einkommensgruppe 6 3.501 € bis 3.900 €
Einkommensgruppe 7 3.901 € bis 4.300 €
Einkommensgruppe 8 4.301 € bis 4.700 €
Einkommensgruppe 9 4.701 € bis 5.100 €
Einkommensgruppe 10 5.101 € bis 5.500 €
ab 5.501 € nach den Umständen des Falles

3. Berechnung der gemeinsamen Einkommensgruppe der Eltern

Da Petra bereits volljährig ist, sind beide Elternteile barunterhaltspflichtig. Daher muss zur Unterhaltsberechnung deren gemeinsame Einkommensgruppe bestimmt werden. Da Petra nicht privilegiert volljährig und damit in Rangfolge 4 ist, muss das unterhaltsrelevante Einkommen ihrer Eltern um den für den vorrangigen Max gezahlten Unterhalt bereinigt werden. Somit hat Herr Schmidt 2.855 Euro und Frau Schmid 1.235 Euro, wobei der je­weils erhal­tene Kindes­unter­halt nicht hie­rin ent­hal­ten ist. Zusammen sind dies 4.090 Euro. Die DT stellt den jeweiligen Unterhaltsanspruch bei zwei Unterhalts­berechtigten dar. Die Eltern gemeinsam sind nur gegenüber einem Berechtigten unterhaltspflichtig. Deshalb werden sie gemäß Anmerkung 1 zur DT statt in die Gruppe 7 in die höhere Einkommensgruppe 8 eingestuft.

4. Berechnung des Kindesunterhalts für Max

Der Anspruch besteht gegen den Vater, da der Lebensmittelpunkt bei der Mutter ist. Die Mutter erhält den Unterhalt. Max ist in Rangfolge 1, da er minderjährig ist. 597 Euro ist der Bedarfssatz von ihm gemäß der Einkommensgruppe 5 des Vaters aus der Düsseldorfer Tabelle.

Unterhaltsminderndes Einkommen von Max
Minderndes Kindergeld 102 Euro
= Mindernd gesamt 102 Euro
Unterhaltsanspruch bezüglich Max
Bedarfssatz 597 Euro
− Mindernd gesamt 102 Euro
= Unterhaltsanspruch 495 Euro

5. Berechnung des Kindesunterhalts für Petra

Der Anspruch besteht gegen beide Elternteile, da Petra volljährig ist. Als volljähriges Kind erhält sie den Unterhalt. Sie ist in Rangfolge 4, da sie nicht privilegiert volljährig ist. 764 Euro ist Petras Bedarfssatz anhand der gemeinsamen Einkommensgruppe 8 der Eltern aus der Düsseldorfer Tabelle.

Unterhaltsminderndes Einkommen von Petra
Einkommen aus Job 250 Euro
− Berufsbedingte Aufwände 50 Euro
= 200 Euro
abzgl. rund 50% (je nach Ermessen des Gerichts) 100 Euro
= Minderndes Einkommen 100 Euro
+ Minderndes Kindergeld 204 Euro
= Mindernd gesamt 304 Euro
Unterhaltsanspruch von Petra
Bedarfssatz 764 Euro
− Mindernd gesamt 304 Euro
= Unterhaltsanspruch 460 Euro

Das Netto des Vaters nach vor­rangigen Unter­halts­leis­tungen (nachdem er Unterhalt für den vorrangigen Max geleistet hat) beträgt 2.855 Euro. Abzüg­lich seines Selbstbehalts von 1.400 Euro ver­bleibt ihm eine Ver­teilungs­masse von 1.455 Euro. Dem­nach schuldet er Petra antei­lig 460 Euro. Ent­sprechend bei der Mutter: Ihr Netto nach vor­rangigen Unter­halts­leis­tungen beträgt 1.235 Euro. Abzüg­lich ihres Selbst­behalts von 1.400 Euro ver­bleibt ihr eine Ver­tei­lung­smasse von 0 Euro. Demnach schuldet sie Petra anteilig 0 Euro.

Infos zur Rangfolge

Sind mehrere Unterhalts­berechtigte vorhanden und ist der Unterhaltspflichtige außerstande, allen Unterhalt zu gewähren, gilt folgende Rangfolge: Im ersten Rang stehen die minderjährigen unverheirateten Kinder sowie die privilegiert volljährigen Kinder. Im zweiten Rang zu berücksichtigen sind Elternteile, die wegen Kinderbetreuung unterhaltsbedürftig sind oder im Falle der Scheidung wären sowie Ehegatten und geschiedene Ehegatten bei einer Ehe von langer Dauer. Nicht privilegierte volljährige Kinder stehen erst in der vierten Rangfolge, erhalten also nur dann Unterhalt, nachdem die Leistungen an die ersten beiden Ränge komplett erfüllt werden konnten.

Grundsätzlich sind minderjährige Kinder beim Unterhalt privilegiert. Für sie ist also vorrangig der Unterhaltsanspruch zu erfüllen. Volljährige Kinder stehen in der Rangfolge an vierter Stelle, also noch nach betreuenden Elternteilen oder Ehegatten. Dies ist damit begründet, dass Volljährigen zugemutet werden kann, selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Jedoch werden volljährige Kinder, die jedes der folgenden vier Kriterien erfüllen, privilegiert und stehen somit mit minderjährigen Kindern in der ersten Rangfolge beim Unterhalt.

Ein volljähriges Kind ist privilegiert, wenn es

  • das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und
  • im Elternhaus bzw. bei einem Elternteil wohnt und
  • sich in allgemeiner Schulausbildung befindet und
  • unverheiratet ist.

Die letzten Änderungen in der Themenwelt „Kindesunterhalt“ wurden am 16.12.2019 umgesetzt durch Stefan Banse . Hauptsächlich wurde folgendes aktualisiert:

  • 16.12.2019: Aktualisierung der Düsseldorfer Tabelle für 2020
  • 05.11.2019: Anpassung des Kindesunterhaltsrechners sowie der Texte an die neuen Bedarfssätze für 2020.
  • 28.06.2019: Berücksichtigung der ab 1. Juli 2019 neu geltenden Kindergeldsätze im Kindesunterhalt-Rechner
  • 12.11.2018: Anpassung des Unterhaltsrechners und der Texte an die Düsseldorfer Tabelle für 2019
  • Redaktionelle Überarbeitung aller Texte in dieser Themenwelt

Sie müssen das Jahr angeben, weil das Kindergeld sich zum 1. Juli 2019 um 10 Euro erhöht und die Höhe des Kindergels die Höhe des Unterhalts beeinflusst.

Ehegattenunterhalt ist dann fällig, wenn einer der Partner sich nach der Scheidung nicht selbst versorgen kann. Ist dies der Fall, müssen Sie anschließend den Oberlandesgericht-Bezirk (OLG) auswählen, da sich die Höhe des Erwerbstätigkeitsbonus in einigen süddeutschen Bundesländern vom Rest unterscheidet.

Geben Sie das monatliche Nettoeinkommen beider Elternteile ein, berücksichtigen Sie dabei auch anteilig Weihnachts- oder Urlaubsgeld, sowie geldwerte Leistungen. Kindergeld müssen Sie hier nicht angeben, dieses wird vom Unterhaltsrechner automatisch berücksichtigt.

Unter sonstige Einkommen fallen beispielsweise Einkünfte aus Kapitalvermögen, Vermietung oder Verpachtung, Lohnersatz- oder Sozialleistungen. Kindergeld müssen Sie auch hier nicht angeben.

Wenn einer der Partner eine eigene Immobilie bewohnt, muss der Mietwert der Immobilie als Wohnvorteil angegeben werden.

Schulden, die während der Ehe gemeinsam vereinbart wurden, sowie während der Ehe gezahlte Raten an Lebensversicherung, oder Bausparverträge sind für die Unterhaltszahlung anrechenbar. Nacheheliche Schulden sind nur dann zu berücksichtigen, wenn sie im Zusammenhang mit der Trennung stehen (notwendige Anschaffung eines Autos oder Miete in Folge der Trennung).

Ehegatten­unterhalt und Trennungs­unterhalt berechnen

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Der Ehegatte, der ein höheres Einkommen als der andere Ehegatte hat, muss diesem unter bestimmten Voraussetzungen Ehegattenunterhalt zahlen. Dabei ist beim Ehegattenunterhalt zwischen dem Trennungsunterhalt und dem nachehelichen Unterhalt (Geschiedenenunterhalt, Scheidungsunterhalt) zu differenzieren: Trennungsunterhalt fällt für die Zeit von der Trennung bis zur rechtskräftigen Scheidung an. Demgegenüber entsteht ein etwaiger Anspruch auf nachehelichen Unterhalt erst ab der Rechtskraft der Scheidung. Beide Unterhaltsansprüche sind rechtlich selbstständig, müssen also jeweils gesondert geltend gemacht werden. Die Berechnung von Unterhaltszahlungen ist dagegen in beiden Fällen grundsätzlich gleich.

Das Wichtigste in Kürze: Ehegattenunterhalt berechnen

  • Derjenige Ehepartner, der ein höheres Einkommen hat, muss dem anderen unter bestimmten Voraussetzungen Ehegattenunterhalt zahlen.
  • Es wird grundsätzlich zwischen dem Trennungsunterhalt und dem nachehelichen Unterhalt unterschieden.
  • Nutzen Sie kostenlos den Rechner für den Ehegattenunterhalt zur Orientierung.

Ausführliche Informationen, wie Sie den Ehegattenunterhalt berechnen erhalten Sie im Folgenden.

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Ehegattenunterhalt-Rechner

Hier können Sie den zu zahlenden Unterhalt kostenlos mit dem Ehegattenunterhalt-Rechner ermitteln:

Wichtige Hinweise zur Anwendung des Ehegattenunterhalt-Rechners

Mit dem Ehegattenunterhalt-Rechner können Sie den nachehelichen Unterhalt berechnen.

Für die Berechnung von Unterhaltsansprüchen können Sie den „Ehegattenunterhalt-Rechner“ zur Hilfe nehmen. dem Ehegattenunterhalt-Rechner liegen die Richtlinien bzw. Anmerkungen des Oberlandesgerichts Düsseldorf zur Düsseldorfer Tabelle (Stand: 01.01.2019) zugrunde. Der Rechner gilt sowohl für die Berechnung des Trennungsunterhalts als auch für die Berechnung des nachehelichen Unterhalts (Geschiedenenunterhalt, Scheidungsunterhalt).

In den Feldern „Nettoeinkommen Unterhaltspflichtiger“ und „Nettoeinkommen Unterhaltsberechtigter“ ist jeweils das sogenannte bereinigte Nettoeinkommen einzutragen. Dabei können die zahlreichen Fallkonstellationen bei der Ermittlung dieses Einkommens mit dem Trennungsgeld-Rechner naturgemäß nicht dargestellt werden, so dass der Rechner grundsätzlich nur Richtwerte liefert.

Werden Einkünfte aus nichtselbstständiger Tätigkeit bezogen, dürfen bei der Bereinigung des Nettoeinkommens 5 % berufsbedingte Aufwendungen abgezogen werden (grundsätzlich mindestens 50, höchstens 150 Euro monatlich – höhere Aufwendungen gegen Nachweis). Diese Abzugsmöglichkeit gilt nicht für andere Einkunftsarten, insbesondere nicht für Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit. Bei allen Einkunftsarten ist jedoch der Abzug berücksichtigungsfähiger Schulden möglich, also etwa bei einem Auszug aus der Ehewohnung die Kreditkosten für die Einrichtung der neuen Wohnung, soweit dies in einem angemessen bescheidenen Rahmen erfolgt.

Zahlt der Unterhaltspflichtige auch Kindesunterhalt, ist der entsprechende gesamte Zahlbetrag unbedingt vom bereinigten Nettoeinkommen für den Ehegattenunterhalt abzuziehen!

Der Kindesunterhalt ist gegenüber dem Ehegattenunterhalt vorrangig. Dadurch kann es vorkommen, dass für den Ehegattenunterhalt kein Einkommen des Unterhaltspflichtigen mehr zur Verfügung steht. Ist hingegen Einkommen vorhanden, erfolgt die Unterhaltsberechnung automatisch nach der 3/7-Methode (Differenzmethode). Das bedeutet, der Berechtigte erhält 3/7 des (gesamten) Einkommens und der Pflichtige 4/7 (3/7 + 1/7 Erwerbstätigenbonus). Dieser Bonus wird aber nur bei Einkommen aus Erwerbstätigkeit gewährt. Aus den anderen Einkunftsarten steht jedem Ehegatten die Hälfte zu (sogenannter Halbteilungsgrundsatz). Der Ehegattenunterhalt-Rechner berücksichtigt nur die 3/7-Methode.

Der Selbstbehalt für den unterhaltspflichtigen Ehegatten gegenüber dem anderen Ehegatten beträgt 1.200 Euro. Anders als beim Kindesunterhalt spielt es keine Rolle, ob der Pflichtige einer Erwerbstätigkeit nachgeht oder nicht. Der Selbstbehalt steht dem Pflichtigen in jedem Fall zur Verfügung. Hat der Unterhaltspflichtige nach Abzug des Unterhaltsbetrags weniger als den für ihn geltenden Selbstbehalt, geht der Berechtigte insoweit leer aus.

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Dadurch unterscheiden sich Trennungsunterhalt und nachehelicher Unterhalt

Der Anspruch auf Trennungsunterhalt beginnt mit der Trennung und endet grundsätzlich mit dem Eintritt der Rechtskraft der Scheidung, so dass am Tag davor letztmalig Trennungsunterhalt beansprucht werden kann. Neben dem Getrenntleben (was grundsätzlich auch in der Ehewohnung erfolgen kann), setzt der Anspruch lediglich die Leistungsfähigkeit beim Unterhaltspflichtigen (also entsprechende Einkünfte) und die Bedürftigkeit beim Unterhaltsberechtigten voraus, § 1361 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB).

Ein Verzicht auf den bei einer Trennung automatisch entstehenden Anspruch ist nicht möglich. Leben die Eheleute längere Zeit getrennt, kommt eine Erwerbsobliegenheit des Berechtigten nur in Betracht, wenn …

  • dies von ihm nach seinen persönlichen Verhältnissen (frühere Erwerbstätigkeit unter Berücksichtigung der Ehedauer) sowie den wirtschaftlichen Verhältnissen beider Ehepartner erwartet werden kann, § 1362 Abs. 2 BGB, und
  • zumindest das Trennungsjahr abgelaufen ist.

Demgegenüber entsteht der Anspruch auf nachehelichen Unterhalt ab der Rechtskraft der Scheidung und erfordert neben der Leistungsfähigkeit bzw. Bedürftigkeit das Vorliegen eines der der gesetzlichen Unterhaltstatbestände. Anders als beim Anspruch auf Trennungsunterhalt tritt also kein Automatismus ein, sondern es muss ein Unterhaltsanspruch bestehen

  • wegen Betreuung eines Kindes, § 1570 BGB
  • aufgrund des Alters, § 1571 BG
  • wegen Krankheit oder Gebrechen, § 1572 BGB
  • wegen Erwerbslosigkeit, § 1573 Abs. 1 BGB
  • zur Aufstockung, § 1573 Abs. 2 BGB
  • aufgrund Ausbildung, Fortbildung oder Umschulung, § 1575 BGB
  • aus Billigkeitsgründen, § 1576 BGB

Betreuungsunterhalt kann grundsätzlich nur bis zum vollendeten dritten Lebensjahr des Kindes beansprucht werden. Zudem muss – abgesehen vom Fall des Betreuungsunterhalts – die Ehe regelmäßig länger als zwei Jahre bestanden haben, darf also nicht von nur kurzer Dauer gewesen sein. Ein Verzicht auf den nachehelichen Unterhalt ist zulässig (etwa durch Ehevertrag oder Scheidungsfolgenvereinbarung). Zudem kann der Geschiedenenunterhalt vom Familiengericht zeitlich und/oder der Höhe nach beschränkt werden, da nach der Scheidung der Grundsatz der Eigenverantwortung gilt, also grundsätzlich jeder Ehegatte für sich selber zu sorgen hat, § 1569 BGB.

Hintergrund dieser unterschiedlichen Behandlungsweisen von Trennungs- und nachehelichen Unterhalt ist, dass während der Trennung die aufgrund der Ehe bestehenden finanziellen Möglichkeiten für die Ehegatten weitestgehend bestehen bleiben sollen, während nach der Ehe für jeden der Grundsatz der Eigenverantwortung gilt.

Der Trennungsunterhalt ist aufgrund der geringeren Anspruchsvoraussetzungen für den Unterhaltsberechtigten leichter durchzusetzen als der nacheheliche Unterhalt. Zudem bleibt während der Trennungszeit der gesetzliche Krankenversicherungsschutz in der Familienversicherung bestehen.

Wodurch der Anspruch auf Ehegattenunterhalt begrenzt wird

Bei der Berechnung für den nachehelichen Unterhalt muss dem Unterhaltspflichtigen das Existenzminimum bleiben.

Die Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen wird sowohl beim Trennungsunterhalt als auch beim nachehelichen Unterhalt durch dessen Selbstbehalt (Eigenbedarf) begrenzt. Denn der Pflichtige muss trotz seiner Pflicht zu Unterhaltszahlungen imstande sein, den eigenen Lebensbedarf zu finanzieren. Daher steht ihm ein Existenzminimum zu, welches gemäß Anmerkung B IV zur Düsseldorfer Tabelle (Stand: 01.01.2016) gegenüber dem getrenntlebenden oder geschiedenen Ehegatten monatlich 1.200 Euro beträgt.

Dabei spielt es für die Höhe dieses Selbstbehalts keine Rolle, ob der Pflichtige erwerbstätig ist oder nicht. Konsequenz daraus ist, dass der Unterhaltspflichtige keinen oder weniger als den an sich zu leistenden Ehegattenunterhalt zahlen kann, wenn er nur geringe Einkünfte erzielt und nicht schuldhaft seine bisherigen Einkünfte vermindert hat (etwa mutwillige Aufgabe der bisherigen, gut bezahlten Arbeitsstelle).

Begrenzt wird der Anspruch auf Ehegattenunterhalt auch durch eigene Einkünfte des unterhaltsberechtigten Ehegatten, die seine Bedürftigkeit verringern. In der Praxis herrscht oft Streit darüber, inwieweit überobligationsmäßige Einkünfte (also solche, die der Berechtigte nicht zu erzielen braucht, weil er etwa ein Kleinkind betreut) auf den Bedarf des berechtigten Ehepartners anzurechnen sind.

Sind weitere Unterhaltsberechtigte vorhanden, kann der Rang des unterhaltsberechtigen Ehegatten Auswirkungen auf seinen Unterhalt haben. Beim Unterhalt für Kinder, Ehegatten und anderen Personen gilt das sogenannte Rangstufenprinzip, wonach die Unterhaltsansprüche der Berechtigten auf den oberen Rängen gegenüber dem nachfolgenden Rang vorrangig sind.

In der unterhaltsrechtlichen Praxis ist dies dann von Bedeutung, wenn das Einkommen des Barunterhaltspflichtigen nicht alle Unterhaltsansprüche abdeckt. Tritt dieser sogenannte Mangelfall ein, erhalten die Berechtigten auf dem obersten Rang den (vollen) Unterhalt, während die Berechtigten auf dem nachfolgenden Rang leer ausgehen bzw. nur einen Teil erhalten. Gemäß § 1609 BGB stehen auf dem …

  • obersten Rang die minderjährigen, unverheirateten Kinder und privilegierten volljährigen Kinder (bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres, unverheiratet, im Haushalt der Eltern lebend und in allgemeiner Schulausbildung)
  • zweiten Rang die ehelichen, geschiedenen und nichtehelichen Elternteile, die wegen der Betreuung eines Kindes regelmäßig bis zu dessen vollendetem dritten Lebensjahr unterhaltsberechtigt sind oder wenn einer der weiteren gesetzlich geregelten Unterhaltstatbestände vorliegt und es sich um eine Ehe von langer Dauer handelt
  • dritten Rang die nicht unter den zweiten Rang fallenden Ehegatten und geschiedenen Ehegatten

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Beispiel: War der Unterhaltspflichtige etwa nur kurz mit seiner erwerbslosen Ehefrau verheiratet und lebt nun in einer außerehelichen Beziehung mit seiner nicht erwerbstätigen Partnerin, die den gemeinsamen Säugling betreut, steht das Kind auf dem ersten Rang, die nichteheliche Mutter und Lebenspartnerin auf dem zweiten Rang sowie die geschiedene Ehefrau auf dem dritten Rang. In diesen Fällen wird die frühere Ehefrau meistens nichts erhalten, weil das Einkommen des Pflichtigen zur Zahlung aller Unterhaltsansprüche regelmäßig nicht ausreicht.

Vom Bruttoeinkommen zur monatlichen Zahlung: In 7 Schritten zur Berechnung des Ehegattenunterhalts

Wie die Berechnung des Trennungsunterhalts und des nachehelichen Unterhalts erfolgt, ergibt sich aus den folgenden Schritten:

Berechnung nachehelicher Unterhalt/Trennungsunterhalt

Schritt 1: Ermittlung des realen Gesamteinkommens

Um den Ehegatten- bzw. Trennungsunterhalt zu berechnen muss das reale Gesamteinkommen ermittelt werden.

Um den Ehegatten Unterhalt zu berechnen, ist zuerst das reale Gesamteinkommen zu ermitteln. Zu diesen steuerrelevanten Brutto-Einkünften zählen nach 2 Abs. 1 Einkommensteuergesetz (EStG):

  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb
  • Einkünfte aus selbstständiger Arbeit
  • Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  • Sonstige Einkünfte im Sinne des § 22 EStG (etwa regelmäßig wiederkehrende Leistungen wie bestimmte Renten oder gewisse private Veräußerungsgeschäfte)

Auch den Begriff „Einkünfte“ hat der Gesetzgeber definiert: Einkünfte sind nach § 2 Abs. 2 Satz 1 EStG

  • bei Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und selbstständiger Arbeit der Gewinn
  • in den anderen Fällen der Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten

Schritt 2: Korrekturen des realen Gesamteinkommens

Je nach Einkommensart des Barunterhaltspflichtigen müssen bei der Ermittlung des realen Gesamteinkommens bestimmte Korrekturen vorgenommen werden. Hierzu zählt bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Tätigkeit etwa die Bewertung eines überobligatorischen Arbeitseinsatzes (Ausübung einer Erwerbstätigkeit, zu die der Unterhaltspflichtige oder Unterhaltsberechtigte nicht verpflichtet ist) oder der Erhalt einer arbeitsrechtlichen Abfindung. Hingegen sind bei den Einkünften aus selbstständiger Tätigkeit beispielsweise die steuerlichen Verluste in unterhaltsrechtlicher Hinsicht zu berücksichtigen.

Schritt 3: Ermittlung des fiktiven Einkommens

Bei der Berechnung für den Trennungsunterhalt oder Ehegattenunterhalt sind die Fälle, in denen sich der Unterhaltspflichtige ein fiktives Einkommen anrechnen lassen muss – also ein Einkommen, was er zwar tatsächlich nicht erzielt, aber erzielen könnte, wenn er beispielsweise seinen gut dotierten Job nicht mutwillig aufgegeben hätte oder sein tatsächliches Einkommen nicht verschleiern würde, eher selten.

Die Familiengerichte greifen hier aber durch. Will daher der Unterhaltspflichtige durch solche Verhaltensweisen etwa um die Zahlung des Betreuungsunterhalts „herum kommen“, hat er schlechte Karten. Denn er muss sich so behandeln lassen, als würde er die bisherigen bzw. höheren Einkünfte erzielen.

Schritt 4: Berechnung des Nettoeinkommens

Im nächsten Schritt wird aus dem realen bzw. fiktiven Gesamteinkommen das Nettoeinkommen des Pflichtigen berechnet. Steuern und Sozialabgaben sind daher ebenso wie Vorsorgeaufwendungen für die private Altersvorsorge vom Bruttoeinkommen des Pflichtigen abzuziehen.

Schritt 5: Berechnung nachehelicher Unterhalt/Trennungsunterhalt – bereinigtes Nettoeinkommens

Vom Nettoeinkommen sind die laufenden Fix- und sonstigen Kosten abzuziehen, so dass sich das sogenannte bereinigte Nettoeinkommen errechnet. Zu den Fix- und sonstigen Kosten gehören die Ausgaben des Pflichtigen, die nicht bereits als allgemeine Lebenshaltungskosten in seinem Selbstbehalt (Eigenbedarf, Existenzminimum) enthalten sind. Dazu zählen etwa die berufsbedingten Aufwendungen bei Einkünften aus nichtselbstständiger Tätigkeit oder generell die berücksichtigungsfähigen Schulden (etwa aus der Ehe stammende Verbindlichkeiten).

Schritt 6: Abzug des monatlichen Kindesunterhalts

Zahlt der Pflichtige auch für die aus der Ehe hervorgegangenen gemeinsamen Kinder Unterhalt, muss der Kindesunterhalt bei der Berechnung des Ehegattenunterhaltes bei der Bereinigung des Nettoeinkommens ebenfalls abgezogen werden. Da der Kindesunterhalt gegenüber dem Ehegattenunterhalt vorrangig ist, stehen die für die Kinder gezahlten Beträge weder für die Berechnung des Trennungsunterhalts noch des nachehelichen Unterhalts zur Verfügung. Das gilt ebenso, wenn der Pflichtige für Kinder aus einer anderen (früheren oder aktuellen) Beziehung Unterhalt zahlen muss.

Bei der Anwendung des Ehegattenunterhalt-Rechners muss daher bei „eigenes Nettoeinkommen“ der Zahlbetrag für den Kindesunterhalt stets abgezogen werden.

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Schritt 7: Berechnung des Ehegattenunterhalts

Der letzte Schritt dient dazu, den Trennungsunterhalt zu berechnen bzw. den nachehelichen Unterhalt zu berechnen. In der Regel sind dies 3/7 des bereinigten Nettoeinkommens des Pflichtigen oder – wenn der Berechtigte ebenfalls erwerbstätig ist – 3/7 der Differenz beider bereinigter Nettoeinkommen, jeweils der Höhe nach begrenzt durch den Selbstbehalt des Pflichtigen. Dabei erfolgen die Berechnung des Trennungsunterhalts und die Berechnung des nachehelichen Unterhalts grundsätzlich auf die gleiche Weise.

Nur in einzelnen Sonderfällen wie etwa bei der Anrechnung des sogenannten Wohnvorteils (wenn beispielsweise die Ehefrau in der gemeinsamen Immobilie wohnen bleibt, während der Ehemann auszieht) erfolgen unterschiedliche Berechnungen.

Ehegattenunterhalt berechnen: Worauf im Einzelnen zu achten ist

Auf folgende Punkte ist bei der Berechnung für den Trennungsunterhalt bzw. den nachehelichen Unterhalt besonders zu achten:

Festes Arbeitsverhältnis: Worauf es für die Berechnung des Unterhalts hier ankommt

Für die Berechnung des Unterhalts bei festem Einkommen sind die Einkünfte aus den letzten 12 Monaten entscheidend

Meistens erwirtschaftet der Unterhaltspflichtige Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit, also aus einem festen, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Hier sind für die Berechnung des Ehegattenunterhalts die Brutto-Einkünfte der letzten 12 Monate heranzuziehen.

Vom monatlichen Nettoeinkommen darf der Pflichtige im Rahmen der Bereinigung 5 % berufsbedingten Aufwendungen pauschal abziehen, jedoch monatlich mindestens 50 Euro (bei geringfügiger Teilarbeit auch weniger) und höchstens 150 Euro. Dem Pflichtigen bleibt es aber unbenommen, höhere angemessene Aufwendungen als 150 Euro nachzuweisen.

Selbstständige: Diese Besonderheiten sind für die Unterhaltsberechnung zu berücksichtigen

Übt der Unterhaltspflichtige eine selbstständige Arbeit aus, ist der Gewinn der letzten drei Jahre zugrundezulegen, um den Ehegattenunterhalt zu berechnen. Berufsbedingte Aufwendungen sind hier jedoch nicht abzugsfähig.

Berechnung mit fiktivem Einkommen: Anrechnung dessen, was der Pflichtige verdienen könnte

Regelmäßig muss sich der Unterhaltspflichtige die Einkünfte anrechnen lassen, die er erzielen würde, wenn er etwa seine Arbeitsstelle nicht schuldhaft verloren hätte oder statt seines verschleierten Einkommens der tatsächliche Verdienst zugrunde gelegt würde.

Berücksichtigungsfähige Schulden: Wie das Nettoeinkommen zu bereinigen ist

Hat der Unterhaltspflichtige Schulden, ist das Nettoeinkommen um diese zu bereinigen, sofern die Verbindlichkeiten

  • bereits während der Ehe gezahlt wurden, also für die Einkommensverhältnisse prägend waren oder
  • mit Zustimmung des Ehepartners aufgenommen wurden oder
  • für den Einzug in eine neue Wohnung des aus der Ehewohnung ausgezogenen Partners notwendig waren

Dagegen sind Konsumkredite oder Ratenzahlungen für eine erhaltene Prozess- oder Verfahrenskostenhilfe nicht unbeachtlich.

Kindesunterhalt: Maßgeblich ist die Düsseldorfer Tabelle

Zahlt der Unterhaltspflichtige Kindesunterhalt, ist sein Nettoeinkommen ebenfalls um diese Zahlungen zu bereinigen. Bei der Berechnung des Kindesunterhalts gelten für die Ermittlung des bereinigten Nettoeinkommens dieselben Grundsätze wie beim Ehegattenunterhalt. Die Höhe des zu zahlenden Kindesunterhalts ergibt sich sodann aus der aktuellen Düsseldorfer Tabelle.

Details zur Berechnung des Ehegatten- bzw. Trennungsunterhalts bei:

  • selbstständiger Arbeit,
  • nicht-selbstständiger Arbeit (etwa die Berücksichtigung von geldwerten Zuwendungen des Arbeitgebers, einer Abfindung oder des überobligatorische Einkommens)
  • fiktivem Einkommen und
  • berücksichtigungsfähigen Schulden

finden Sie im Artikel zum Unterhaltsrechner.

Die Einzelheiten zur Berechnung des gegenüber dem Ehegattenunterhalt vorrangigen Kindesunterhalts können Sie im Artikel „Kindesunterhalt berechnen: Was der Nachwuchs monatlich kostet“ nachlesen oder dort direkt den Kindesunterhalt-Rechner verwenden.

Ehegattenunterhalt: So erfolgt die genaue Berechnung

Beispiele: So können Sie den Ehegattenunterhalt berechnen.

Ist das monatliche bereinigte Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen ermittelt, stehen grundsätzlich dem

  • nicht erwerbstätigen Unterhaltsberechtigten monatlich 3/7 daraus zu
  • erwerbstätigen Unterhaltsberechtigten monatlich 3/7 der Differenz zwischen dem Einkommen des Pflichtigen und dem eigenen Einkommen zu (Differenzmethode)

Dem Pflichtigen verbleiben 4/7, wovon 1/7 als Erwerbstätigenbonus anerkannt wird. Das gilt aber nur für Erwerbseinkommen. Bei allen anderen Einkünften gilt der Halbteilungsgrundsatz, wonach jeder Ehegatte die Hälfte der Einkünfte verlangen kann.

Im süddeutschen Raum (Oberlandesgerichtsbezirke Bamberg, Karlsruhe, München, Nürnberg, Stuttgart und Zweibrücken) erfolgt die Unterhaltsberechnung etwas anders: Hier stehen dem Berechtigten nicht 3/7, sondern 45% des bereinigten Netto-Erwerbseinkommens des Pflichtigen zu.

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Praxis-Beispiel: Unterhaltsberechnung in mehreren Varianten

Der Ehemann verfügt über ein monatliches Netto-Erwerbseinkommen von 3.650 Euro.

Variante 1: Trennungs- und nachehelichen Unterhalt – Ehefrau ohne eigene Einkünfte

Die nicht erwerbstätige Ehefrau ist gelernte Altenpflegerin. Sie fordert Trennungsunterhalt und nach der Scheidung nachehelichen Unterhalt.

Folge: Das monatliche Netto-Erwerbseinkommen des Ehemannes ist pauschal um 5% berufsbedingte Aufwendungen, maximal aber um 150 Euro monatlich, zu bereinigen. Sein monatliches bereinigtes Nettoeinkommen beträgt daher 3.500 Euro. Daraus stehen der Ehefrau an Trennungsunterhalt 3/7 gleich 1.500 Euro zu. Nachehelichen Unterhalt kann die Ehefrau dagegen nicht verlangen, da keiner der gesetzlichen Unterhaltstatbestände eingreift. Vielmehr gilt der Grundsatz der Eigenverantwortung, zumal die Ehefrau aufgrund des hohen Bedarfs auf dem Arbeitsmarkt an Pflegekräften schnell eine Arbeitsstelle finden kann.

Variante 2: Trennungs- und nachehelichen Unterhalt – Ehefrau mit eigenen Einkünften

Die erwerbstätige Ehefrau hat ein monatliches Netto-Erwerbseinkommen von 1.470 Euro. Sie fordert Trennungsunterhalt und nach der Scheidung nachehelichen Unterhalt.

Folge: Zunächst ist auch das bereinigte monatliche Nettoeinkommen der Ehefrau zu ermitteln. Dieses beläuft sich auf 1.400 Euro (1.470 Euro abzüglich 5%). Die Differenz zum bereinigten Nettoeinkommen des Ehemannes beträgt 2.100 Euro (3.500 Euro abzüglich 1.400 Euro). Daraus stehen der Ehefrau an Trennungsunterhalt 3/7 gleich 900 Euro zusätzlich zu ihrem Erwerbseinkommen zu. Nachehelichen Unterhalt kann die Ehefrau dagegen nicht verlangen, da keiner der gesetzlichen Unterhaltstatbestände eingreift.

Variante 3: Kindesunterhalt sowie Trennungs- und nachehelichen Unterhalt

Die nicht erwerbstätige Ehefrau betreut das 1-jährige Kind der Ehegatten. Sie fordert Trennungsunterhalt und nach der Scheidung nachehelichen Unterhalt. Die Ehefrau erhält das Kindergeld.

Folge: Der Kindesunterhalt ist vorrangig gegenüber dem Ehegattenunterhalt, so dass das Einkommen des Ehemannes neben den berufsbedingten Aufwendungen auch um den Zahlbetrag für das Kind (Unterhalt abzüglich hälftiges Kindergeld) zu bereinigen ist. Der Zahlbetrag für das Kind beträgt 328 Euro monatlich (vgl. Anhang „Tabelle Zahlbeträge“ zur Düsseldorfer Tabelle, Stand: 01.01.2019). Wird der Zahlbetrag vom Netto-Erwerbseinkommen des Ehemannes abgezogen, verbleiben 3.172 Euro (3.500 Euro – 328 Euro). Daraus stehen der Ehefrau an Trennungsunterhalt 3/7 gleich rund 1.359 Euro zu. Diesen Betrag kann die Ehefrau auch erneut als nachehelichen Unterhalt fordern, da der gesetzliche Unterhaltstatbestand des § 1570 BGB „Unterhalt wegen Betreuung eines Kindes“ vorliegt.

Variante 4: Kindesunterhalt, Trennungs- und nachehelichen Unterhalt sowie überobligatorisches Einkommen des Berechtigten

Die nicht erwerbstätige Ehefrau betreut das 1-jährige Kind der Ehegatten. Sie fordert Trennungsunterhalt und nach der Scheidung nachehelichen Unterhalt. Die Ehefrau erhält das Kindergeld. Zudem verfügt sie über ein bereinigtes monatliches Nettoeinkommen von 600 Euro, zahlt jedoch für die während ihrer Arbeitszeit erforderliche und nicht anders zu bewerkstelligende Kindesbetreuung monatlich 300 Euro.

Folge: Da die Ehefrau wegen der Betreuung des Kindes nicht zu arbeiten braucht, stellt sich die Frage, wie ihre überobligatorischen Erwerbseinkünfte anzurechnen sind. Dies richtet sich nach dem individuellen Einzelfall, wobei in der Regel die Hälfte der überobligatorischen Erwerbseinkünfte die Bedürftigkeit des Berechtigten mindert und die andere Hälfte nicht angerechnet wird. Hier besteht aber die Besonderheit, dass monatlich 300 Euro für die Kindesbetreuung anfallen, ohne die die Erwerbstätigkeit der Ehefrau nicht möglich wäre. Daher sind diese 300 Euro entweder bei der Bereinigung des Nettoeinkommens der Ehefrau abzuziehen oder ihr ist das gesamte überobligatorische Erwerbseinkommen von 600 Euro anrechnungsfrei zu belassen. Bei der zweiten Alternative erhält die Ehefrau – wie bei Variante 3 – monatlich 1.359 Euro an Trennungsunterhalt und später nach gesonderter Geltendmachung ebenfalls monatlich 1.359 Euro an nachehelichen Unterhalt.

Variante 5: Trennungsunterhalt und zusätzliche Einnahmen aus Vermögen

Der Ehemann erhält neben seinem bereinigten monatlichen Netto-Erwerbseinkommen von 3.500 Euro einen Gewinn von 1.000 Euro aus seinem Vermögen, wobei dieses zusätzliche Einkommen bisher die ehelichen Lebensverhältnisse geprägt hat. Die nicht erwerbstätige Ehefrau fordert Trennungsunterhalt.

Folge: Zunächst erhält die Ehefrau – wie bei Variante 1 – aus dem bereinigten monatlichen Netto-Erwerbseinkommen des Ehemannes einen monatlichen Trennungsunterhalt von 3/7 gleich 1.500 Euro. Hinsichtlich des Einkommens des Ehemannes aus seinem Vermögen gilt der Halbteilungsgrundsatz, so dass der Ehefrau daraus monatlich 500 Euro (1.000 Euro geteilt durch zwei Ehegatten) an weiteren Trennungsunterhalt zustehen.

Variante 6: Trennungsunterhalt und überobligatorisches Einkommen des Pflichtigen

Der Ehemann erhält das monatliche bereinigte Netto-Erwerbseinkommen von 3.500 Euro neben seiner Altersrente und trotz altersbedingter gesundheitlicher Einschränkungen. Die Ehefrau fordert Trennungsunterhalt.

Folge: Es handelt sich um überobligatorisches Erwerbseinkommen des Ehemannes, da er aufgrund des Erreichens der Altersgrenze und des Bezugs der Altersrente keiner Erwerbstätigkeit mehr nachzugehen braucht. Entsprechendes würde auch bei einer Berufsunfähigkeit oder einer Schwerbehinderung des Ehemannes gelten. Bei der Frage, wie sich das überobligatorische Einkommen des Ehemannes unterhaltsrechtlich auswirkt, kommt es auch hier auf den konkreten Einzelfall an. Maßgeblich sind in erster Linie die physischen und psychischen Beeinträchtigungen des Pflichtigen. In der Regel werden 50 % des überobligatorischen Erwerbseinkommens als unterhaltsrelevant angerechnet, während 50 % anrechnungsfrei bleiben. Damit steht der Ehefrau – unbeschadet etwaige Unterhaltsansprüche aus der Altersrente des Ehemannes – aus 3/7 aus der Hälfte von 3.500 Euro gleich 750 Euro an monatlichem Trennungsunterhalt zu.

Die Varianten zeigen, welche unterschiedlichen Gesichtspunkte beim Ehegattenunterhalt eine Rolle spielen können. Der Trennungs- bzw. Ehegattenunterhalt-Rechner kann sämtliche Varianten naturgemäß nicht berücksichtigen und liefert daher nur ungefähre Werte bei der Berechnung des Trennungsunterhalts und bei der Berechnung des nachehelichen Unterhalts. Dabei ist der Unterhaltsrechner in erster Linie für die Varianten 1 bis 3 ausgelegt, die in der Praxis die größte Rolle spielen.

Wohnvorteil: So sieht der Unterschied bei Trennungsunterhalt und bei nachehelichem Unterhalt aus

So wirkt sich der Wohnvorteil bei der Berechnung des Ehegattenunterhalts aus

Sind die Ehegatten gemeinsam Eigentümer einer Immobilie und bleibt ein Ehegatte nach Trennung bzw. Scheidung in der Immobilie wohnen, stellt sich die Frage, wie sich dieser sogenannte Wohnvorteil unterhaltsrechtlich auswirkt. Vereinfacht gesagt, gilt hier Folgendes:

  • Während der Trennung und bis zur Scheidung sind demjenigen Ehegatten, der im Eigenheim wohnen bleibt, als Wohnvorteil die Mietkosten anzurechnen, die er für eine kleine Singlewohnung am örtlichen Wohnungsmarkt zahlen müsste
  • Nach der Scheidung sind demjenigen Ehegatten, der im Eigenheim wohnen bleibt, als Wohnvorteil die Mietkosten anzurechnen, die er für eine Vermietung des von ihm bewohnten Objekts am örtlichen Wohnungsmarkt erhalten würde

Beträgt also für eine angemessene Singlewohnung vor Ort die Miete 300 Euro und lässt sich das Eigenheim für 800 Euro vermieten, beträgt der Wohnvorteil bis zur Scheidung 300 Euro und nach der Scheidung 800 Euro, die jeweils unterhaltsrechtlich in Ansatz zu bringen sind.

Gegenüber unterhaltsberechtigten Kindern ist jedoch grundsätzlich von einem Wohnvorteil in Höhe der Vermietung des bewohnten Objektes auszugehen.

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Loading…Ob für das Kind nach der Düsseldorfer Tabelle oder für den Ehegatten: Hier können Sie den Unterhalt berechnen – online und kostenlos!

Schon während der Trennung machen sich die Ehegatten oftmals Gedanken darüber, welche Unterhaltskosten nach der Scheidung für den Besserverdienenden aufkommen könnten. Dabei zählt die Berechnung zum Unterhalt zu den schwierigsten und umstrittensten An­gelegenheiten im Familienrecht.

Mit unserem Unterhaltsrechner können Sie kostenlos selbst eine erste Unterhaltsberechnung anstellen.

Diese kann natürlich nur sehr grob ausfallen, doch verschafft der Alimente-Rechner Ihnen eine Vorstellung über zukünftige Verpflichtungen beziehungsweise Ansprüche.

Wir erklären im Folgenden die Funktionsweisen der zwei Unterhaltsrechner. Zunächst widmen wir uns dem Rechner fürs Kind, der die Alimenten nach der Düsseldorfer Tabelle berechnet. Im 2. Kapitel geht es dann um den Rechner für den Ehegattenunterhalt.

Inhalt dieses Ratgebers

Der Unterhaltsrechner für den Kindesunterhalt

Unterhaltszahlungen für Kinder berechnen die Jugendämter, wenn sich die Eltern trennen. Doch auch ein Scheidungsanwalt kann die Berechnung der Unterhaltszahlung vornehmen. Weichen diese zu stark voneinander ab, könnte ein Antrag vor Gericht Klarheit schaffen.

Wie aber wird der Unterhalt überhaupt berechnet? Zunächst ist die so genannte Düsseldorfer Tabelle ein wichtiger Orientierungspunkt. Mit der Tabelle hat das Oberlandesgericht Düsseldorf in laufender Zusammenarbeit mit anderen OLG und dem Verein Deutscher Familiengerichtstag eine standardisierte Leitlinie für Unterhaltszahlungen fürs Kind aufgestellt, um das Familienrecht in dieser Hinsicht übersichtlicher, berechenbarer und letztlich gerechter zu gestalten. Zuletzt wurde die Düsseldorfer Tabelle am 01.01.2018 aktualisiert.

Wie viel Unterhalt muss ich fürs Kind zahlen? Die Höhe wird durch das Kindergeld gemindert.

Der Unterhaltsrechner richtet sich also nach dieser Leitlinie. Um eine erste unverbindliche Unterhaltsberechnung zu erhalten, geben Sie zunächst das Einkommen des unterhalts­pflichtigen Elternteils ein.

Es wird dabei nach dem bereinigten Nettoeinkommen gefragt. Denn einige laufende Kosten können vom Einkommen abgezogen werden. Hierzu zählen etwa private Krankenkassenbeiträge oder die Fahrtkosten zur Arbeit. Prinzipiell können Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit um fünf Prozent gekürzt werden. Diese “berufsbedingten Aufwendungen” betragen grundsätzlich mindestens 50 Euro und können mit höchstens 150 Euro beziffert werden. Höhere Aufwendungen müssen nachgewiesen werden.

Nachdem Sie eine gründliche Abschätzung des bereinigten Nettoeinkommens vorgenommen haben, sind nun die unterhaltsberechtigten Kinder für den Unterhaltsrechner entscheidend. Die Düsseldorfer Tabelle unterscheidet nach drei Altersgruppen von minderjährigen Kindern. Eine vierte Gruppe bedenkt volljährige Kinder.

Es muss in der Regel mehr Unterhalt gezahlt werden, je älter die minderjährigen Kinder sind. Volljährige Kinder können privilegiert sein und laut Familienrecht für die Berechnung des Unterhalts wie minderjährige Kinder behandelt werden.

Privilegierte Kinder sind unter 21 Jährige, die unverheiratet im Elternhaushalt leben und die allgemeine Schulausbildung durchlaufen.

Der Unterhaltsrechner berücksichtigt bereits den Abzug des Kindergelds. Dieses steht nämlich zur Hälfte auch dem Unterhaltspflichtigen zu, weshalb es hälftig vom zu zahlenden Unterhalt abgezogen wird. Bei volljährigen Kindern wird das Kindergeld sogar komplett von den Unterhaltszahlungen abgezogen. Die Beträge der Düsseldorfer Tabelle berücksichtigen diese Abzüge nicht.

Nicht berücksichtigen kann der Unterhatlsrechner etwaige Einkünfte des Kindes durch eine Ausbildungsentlohnung. Auch diese mindern in der Regel die Summe des zu leistenden Barunterhalts.

Selbstbehalt bei Kindesunterhalt

Bei einem berufstätigen Elternteil, der zur Zahlung von Unterhalt an sein Kind verpflichtet ist, wird ein Selbstbehalt von 1.080 Euro berücksichtigt. Für Nichterwerbstätige liegt der Selbstbehalt bei 880 Euro. Würden die Unterhaltszahlungen den Selbstbehalt angreifen, müssen die Gerichte den Mangelfall anerkennen und eine erneute Berechnung vornehmen.

Der Unterhaltsrechner für den Ehegattenunterhalt

Wie viel Unterhalt steht mir zu? Der Rechner verschafft Ihnen einen ersten Eindruck von der Höhe des Ehegattenunterhalts.

Um während der Trennung oder nach einer Scheidung den Unterhalt zu berechnen, liefert die Düsseldorfer Tabelle keinen so klaren Maßstab wie beim Kindesunterhalt.

Tragen Sie beim Unterhaltsrechner für den Ehegattenunterhalt die jeweils bereinigten Einkommen der Geschiedenen oder sich in Trennung befindenden Ehegatten ein. Denn der Unterhaltsrechner kann sowohl für den Trennungsunterhalt als auch für den Geschiedenenunterhalt herangezogen werden.

Wieder gilt, dass Berufstäige bestimmte laufende Kosten, die mit ihrer Arbeit zusammenhängen, von ihrem Einkommen abziehen können. Auch gewisse berücksichtigungsfähige Schulden können zur Verminderung des Nettoeinkommens führen.

Zu zahlender Kindesunterhalt ist unbedingt in voller Höhe vom Einkommen abzuziehen. Der Unterhalt für Kinder hat gegenüber dem Unterhalt für Partner immer Vorrang. Dies beruht auf Paragraph 1609 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), in welchem die Unterhaltsrangfolge bei bestehender Unterhaltspflicht festgeschrieben wird.

Der Selbstbehalt beträgt für Ehegatten und Geschiedene 1.200 Euro. Es ist dabei unerheblich, ob der Unterhaltspflichtige in einem Arbeitsverhältnis steht oder nicht.

Ist bei bereinigtem Nettoeinkommen und Zahlung des Kindesunterhaltes die Grenze zum Selbstbehalt noch nicht erreicht, so stehen dem schlechter verdienenden Geschiedenen in aller Regel Unterhaltszahlungen nach der 3/7-Regelung zu. Unser Unterhaltsrechner berücksichtigt ausschließlich diese Differenzmethode.

Hierfür werden die Einkommen der Ex-Partener gegenübergestellt und die Differenz in sieben Teile gegliedert. Drei Teile hiervon stehen dem Geringverdiener zu, während 4/7 beim Unterhaltspflichtigen verbleiben.

Die Berechnung des Unterhaltes – Eine Zusammenfassung

Bevor Sie den Unterhaltsrechner richtig einsetzen können, ist es zunächst essentiell, das bereinigte Nettoeinkommen zu bestimmen. Um dies zu leisten, sind gleich mehrere Schritte notwendig, die wir kurz zusammenfassen wollen:

Ermittlung des Gesamteinkommens

Mit dem Unterhaltsrechner erhalten Sie eine Ahnung von der Höhe Ihrer Verpflichtungen.

Das Gesamteinkommen umfasst alle steuerrelevanten Bruttoeinkünfte. Laut § 2 des Einkommenssteuergesetzes (EStG) zählen dazu unter anderem Einkünfte aus:

  • Land- und Forstwirtschaft
  • Gewerbe
  • selbstständiger bzw. nichtselbstständiger Arbeit
  • Vermietung und Verpachtung
  • Kapitalvermögen

In § 22 EStG sind darüber hinaus sonstige mögliche Einkünfte zusammengefasst.

Dieses Gesamteinkommen muss unter Umständen korrigiert werden. Dazu kann es beispielsweise durch zu leistende Steuern bei selbstständiger Arbeit oder bei Vermietung von Immobilien kommen.

Fiktives Einkommen

Wenn Gerichte aufgrund mangelnder Kooperation des Pflichtigen die tatsächlichen Einkünfte nicht ermitteln können oder wenn dieser schuldhaft den Mindestunterhalt für seine Kinder nicht leisten kann, so wird unter Umständen ein fiktives Einkommen für die Berechnung des Unterhalts zugrunde gelegt.

Dies kann dazu führen, dass die Unterhaltszahlungen sogar den Selbstbehalt angreifen, weshalb dieses Szenario das denkbar schlechteste ist für einen Unterhaltspflichtigen.

Ermittlung des (bereinigten) Nettoeinkommens

Vom nun feststehenden (unter Umständen fiktiven) Grundeinkommen sind nun Steuern, Sozialabgaben und eine eventuell zu leistende Altersvorsorge abzuziehen, um das Nettoeinkommen zu erhalten. Dieses wird dann wie oben beschrieben “bereinigt”.

Der Unterhaltsrechner erledigt den Rest

Mithilfe des Unterhaltrechners kann nun der Kindesunterhalt oder Ehegatten- bzw. Trennungsunterhalt errechnet werden. Dabei ist natürlich zu beachten, dass hier nur ein Richtwert ermittelt werden kann. Wenn Sie sich frühzeitig an einen Anwalt wenden, kann dieser eine kleinteilige und wesentlich genauere Berechnung vornehmen oder vornehmen lassen.

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Barunterhalt

Barunterhalt

Üblicherweise lebt das Kind hauptsächlich bei einem Elternteil, während der andere Elternteil das Umgangsrecht (Besuchsrecht) ausübt. In diesem Normalfall muss nur derjenige Elternteil den (vollen) Barunterhalt zahlen, bei dem das Kind nicht lebt. Der andere Elternteil muss sich grundsätzlich nicht an diesen Unterhaltskosten beteiligen, es sei denn, er verdient wesentlich mehr als der barunterhaltspflichtige Elternteil.

Was aber, wenn sich das Kind viel häufiger beim anderen Elternteil aufhält, als es dem Standart-Umgangsrecht entspricht? Dieses Standart-Umgangsrecht sieht vor, dass der Vater die Kinder jedes zweite Wochenende von Freitagabends bis Sonntagabends bei sich hat, also ungefähr vier bis fünf Tage pro Monat. Dass der Vater während dieser Tage die Kinder versorgt und zum Beispiel die Lebensmittel für sie kauft, ist bereits in den Unterhaltsbeträgen der Düseldorfer Tabelle berücksichtigt. Solange das Umgangsrecht in diesem zeitlichen Umfang stattfindet, kann der Vater also den Unterhalt nicht kürzen.

Oft kommt es aber vor, dass sich ein Kind abwechselnd bei beiden Elternteilen aufhält, zum Beispiel einige Wochentage bei der Mutter und einige Wochentage beim Vater. Dieser Fall kann insbesondere dann auftreten, wenn nach der Scheidung das gemeinsame Sorgerecht beibehalten wird. Grundsätzlich hat zwar der Umgangsberechtigte die Kosten des Umgangs selbst zu tragen. In den Fällen, um die es hier geht, hält sich das Kind aber sehr viel häufiger bei dem anderen Elternteil auf, als es einem normalen Besuchsrecht entsprechen würde. In diesen Fällen erbringt regelmäßig auch der andere Elternteil Naturalunterhalt, das heißt er kocht für das Kind oder kauft für das Kind ein. Der erste Elternteil spart dadurch. Für die Unterhaltsberechnung sind zwei Fälle zu unterscheiden:

1. Das Kind hält sich ziemlich genau je zur Hälfte bei beiden Elternteilen auf (sogenanntes „Wechselmodell“)

Ein solches Wechselmodell liegt nach der BGH-Rechtsprechung vor, wenn kein Elternteil wesentlich mehr Betreuungsleistungen für das Kind erbringt als der andere Elternteil. Der Betreuungsaufwand muss annähernd gleich verteilt sein. Deshalb liegt kein Wechselmodell vor, wenn der Vater das Kind an 10 Tagen im Monat bei sich hat, die Mutter aber an 20 Tagen und damit doppelt so häufig wie der Vater.

Liegt ein echtes Wechselmodell vor, so ist nach der Rechtsprechung des BGH auch der andere Elternteil barunterhaltspflichtig.

Nach der Rechtsprechung des OLG Düsseldorf wird in einem solchen Fall der Unterhalt wie folgt bemessen:

Das Einkommen beider Eltern wird zusammengezählt und anhand des Ergebnisses der Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle abgelesen. Auf diesen Unterhalt wird ein bestimmter Betrag aufgeschlagen, wenn es infolge der gemeinsamen Betreuung zu Mehrkosten kommt. Das kann der Fall sein, weil in beiden Elternwohnungen in Kinderzimmer vorgehalten werden muss. Heraus kommt ein bestimmter Betrag x.

Sodann wird berechnet, welchen Anteil an diesem Betrag x jeder Elternteil zahlen muss. Zu diesem Zweck zieht man vom bereinigten Nettoeinkommen jedes Elternteils (also nach Abzug von berufsbedingten Aufwendungen und anrechenbarer Schulden) den großen Selbstbehalt wie bei Volljährigen von 1.100 Euro ab und setzt die verbleibenden Beträge in Relation zueinander.

Beispiel: Unterhaltsberechnung für ein 8-jähriges Kind. Angenommen, der Vater verdient netto 2.000 Euro, die Mutter netto 1.500 Euro. Zusammen sind dies 3.500 Euro, so dass nach der Düsseldorfer Tabelle ein Unterhalt von 420 Euro zu zahlen ist. Da bei beiden Eltern ein Kinderzimmer vorhanden ist, was zu Mehrkosten von 200 Euro führt, wird dieser Betrag aufgeschlagen. Der Bedarf des Kindes ist also 620 Euro.

Dieser Betrag wird auf beide Elternteile gemäß folgender Rechnung aufgeteilt: Zunächst werden für beide Elternteile ihre Einsatzbeträge errechnet, indem man von ihrem Nettoeinkommen den Selbstbehalt abzieht. Dies ergibt für den Vater: 2.000 Euro ./. 1.100 Euro = 900 Euro, für die Mutter: 1.500 Euro ./. 1.100 Euro = 400 Euro. Zusammengerechnet ergeben die beiden Einsatzbeträge 1.300 Euro. Die Eltern haften also für den Unterhalt in Höhe von 620 Euro im Verhältnis 900 : 400. Mit anderen Worten: der Vater schuldet 900/1300 x 620 Euro = 429 Euro, die Mutter schuldet 400/1300 x 620 Euro = 191 Euro.

Nunmehr kürzt jeder Elternteil seinen Unterhalt anteilig für die Zeit, während der sich das Kind bei ihm aufhält. Hält sich das Kind die Hälfte der Zeit beim Vater und bei der Mutter auf, so kürzt jeder Elternteil seinen Unterhalt um 50 Prozent. In unserem Beispiel muss der Vater also noch 214,50 Euro zahlen, die Mutter 95,50 Euro. Saldiert ergibt dies, dass der Vater noch 119 Euro an die Mutter zu zahlen hat.

Würde sich das Kind 1/4 der Zeit beim Vater aufhalten, so könnte dieser 1/4 von seinem Unterhalt abziehen, während die Mutter von ihrem Unterhalt 3/4 abziehen könnte. Diese Verrechnung setzt allerdings voraus, dass jeder Elternteil auch anteilig entsprechend der Zeit, die das Kind bei ihm verbringt, die sonstigen Kosten trägt. Trägt der Elternteil, bei dem sich das Kind die Hälfte der Zeit aufhält, auch die Hälfte aller das Kind betreffenden Kosten (also Ernährung, Kleidung, Spielsachen, Schulbedarf), so kann er seinen Tabellenunterhalt um die Hälfte kürzen.

Trägt dieser Elternteil dagegen während der Zeit, in der sich das Kind bei ihm aufhält, nur die Kosten der Ernährung, während der andere Elternteil alleine für Kleidung, Schulbedarf und so weiter aufkommen muss, so kann er seinen Unterhalt nur um einen geringeren Teil kürzen: um 30 Prozent, wenn sich das Kind die Hälfte der Zeit bei ihm aufhält, um etwa 20 Prozent, wenn sich das Kind 1/3 der Woche bei ihm aufhält. Im Übrigen setzt die Anrechnung immer voraus, dass sich die Eltern über den Bedarf des Kindes einig sind. Kauft der Vater zum Beispiel eine Jacke für das Kind, obwohl die Mutter der Ansicht ist, das Kind habe gar keine Jacke nötig, so kann der Vater die Kosten der Jacke nicht vom Unterhalt abziehen.

neu zum Unterhalt 2020,  Berechnung Kindesunterhalt

Unterhalt und Einkommen

Erst, wenn man die Höhe des Einkommens vom Ehepartner oder Partner weiß, kann man auch den Kindesunterhalt berechnen. Im Unterhaltsrecht werden alle Enkünfte berücksichtigt. Also Lohn und Gehalt, Renten, Vermögen und Steuerrückerstattungen. Auf den Unterhalt wird auch Nebeneinkommen angerechnet. Der Ehepartner, muss nach Aufforderung, Auskunft über die Einkünfte der letzten 12 Monate geben. Bei der Berechnung des Unterhalts für Selbstständige wird das Einkommen der letzten 3 Jahre herangezogen. Gibt er nicht freiwillig diese Auskünfte, können diese auch gerichtlich eingefordert werden. Das verursacht aber Kosten, welche dann auf den Unterhaltsschuldner abgewälzt werden kann. Wenn das unterhaltsrelevante Einkommen ermittelt werden soll, gilt das vom Unterhaltsgläubiger und auch das vom Unterhaltsschuldner. Das unterhaltsrelevante Einkommen ist nicht gleichzusetzen, mit dem Einkommen, welches für die Steuer relevant ist. Denn bei der Berechnung der Steuer werden andere Freibeträge berücksichtigt. neu Unterhalt 2019 – Anrechnung Schulden Zur Berechnung des Unterhalts werden aber auch Schulden angerechnet, welche gemeinsam vor der Trennung, aufgenommen wurden. Das können Kredite für eine Wohnung oder auch für die Anschaffung eines Autos sein. Ebenso wie bestimmte Schulden kann zum Beispiel auch eine Kilometerpauschale vom Einkommen abgezogen werden. Erst danach ergibt sich dann das unterhaltsrelevante Einkommen. neu zum Unterhalt 2019, – Wohnung und Wohnvorteil Haben sich Ehepaare getrennt und ein Ehepartner wohnt aber weiter mietfrei in der Wohnung, hat er einen Wohnvorteil. Dieser Wohnvorteil wird bei der Unterhaltsberechnung berücksichtigt. Es wird dann der Betrag abgezogen, der z.b. in der Düsseldorfer Tabelle mit eingerechnet ist. Beide Ehepartner haben aber nach einer Trennung das gleiche Recht in der Wohnung wohnen zu bleiben, egal, wer den Mietvertrag unterschrieben hat oder wer die Miete nach der Scheidung zahlt oder gezahlt hat. Meistens können sich die Paare jedoch einigen, wer in der Wohnung bleibt und wer auszieht. Oft beziehen auch beide eine eigene neue Wohnung. Barunterhalt beim Kindesunterhalt Der Elternteil der das minderjährige Kind betreut, muss in der Regel, nicht noch zum Barunterhalt für das Kind beitragen. Das ist damit ausgeglichen, weil das Kind mit Essen, Wohnraum, Kleidung usw. versorgt wird. Er kann aber für das Kind von dem anderen Elternteil Kindesunterhalt verlangen.

Unterhaltsverzicht

Neu 2019. Auf Unterhalt kann nicht verzichtet werden, wenn eine Ehe noch nicht rechskräftig geschieden ist. Das ist erst nach der Scheidung möglich. Denn vor der Scheidung besteht auch noch kein Anspruch auf Ehegattenunterhalt. Berechnung zum Unterhalt Zur Berechnung des Zugewinnausgleichs sind Anfangs- und Endvermögen der Eheleute gegenüberzustellen. Das spielt eine Rolle, wenn Eheleute in einer Zugewinngemeinschaft gelebt haben. Kindesunterhalt nach §16151l Abs. 2 BGB steht der Mutter eines nicht ehelichen Kindes für die Zeit von vier Monaten vor der Geburt bis höchstens drei Jahre nach der Geburt Vater ein Anspruch zu. Allerdings nur dann, wenn auch Bedarf besteht. Wenn also die Mutter nicht arbeiten gehen kann, weil sie keinen Kindergartenplatz hat oder das Kind aus anderen Gründen nicht anderweitig betreut werden kann. (Kindesunterhalt Sonderkosten) Unterhalt 2019- Ehegattenunterhalt Ehegatten gelten als getrenntlebend, wenn zumindest einer von beiden keine häusliche Gemeinschaft mehr will und die Wohnverhältnisse auch als getrennt anzusehen sind.

Urteilsentscheidungen zum Unterhalt – neu 2019

Umgangsrecht mit dem Kind Umgangsrecht während der Ferienzeiten. Der prinzipielle Ausschluss des Umgangs während der Ferienzeiten ohne Begründung verstößt gegen das Elternrecht aus Art. 6 II S. 1 GG. BVerfG, Auch nicht wenn Unterhaltsschulden der Grund sein sollten. (Denn das ist nie ein Grund, den Umgang zu verweigern. Das gilt erst recht für Besuchswochenenden. Es kommt aber immer wieder vor, dass Mütter/Väter argumentieren: “Solange Du nicht zahlst, darfst Du auch das Kind nicht sehen!” Das ist aber rechtlich unzulässig und verstößt gegen das Umgangsrecht.) 2. Anspruch auf Kindergeld besteht auch bei Nichtbestehen des Examens weiter. 2012 gab es auch Änderungen was die Zahlung von Kindergeld für volljährige Kinder betrifft. (Die Höhe von Zusatzeinkommen spielt nämlich keine Rolle mehr.) 3. Kindergeld wird nicht auf den Kindesunterhalt angerechnet, wenn der Barunterhaltspflichtige nicht in der Lage ist, Unterhalt in Höhe von 135 % des Regelbetrages zu zahlen. Ansonsten wird das Kindergeld meist zur Hälfte auf die Unterhaltszahlung angerechnet. Es kommt natürlich auch darauf an, wer das Kindergeld erhält…. 4. Unterhalt kann erst ab dem Zeitpunkt gefordert werden, ab dem der Unterhaltspflichtige auch aufgefordert wurde, Unterhalt zu zahlen. Dafür reicht in der Regel auch ein einfaches formloses Schreiben. (Wegen der Beweislast sollte es aber per Einschreiben mit Rückschein gesendet werden. Erst ab diesem Zeitpunkt wird Unterhalt geschuldet. Denn es soll nur gezahlt werden, wenn Bedarf besteht. Und wer keinen Unterhalt fordert, hat keinen Bedarf. Davon geht das Unterhaltsrecht aus.) 5. Der Kindesunterhalt an die minderjährigen und/oder volljährigen Kinder wird in der Regel von den leiblichen Eltern gezahlt. Weil diese auch immer bis auf wenigen Ausnahmen unterhaltspflichtig sind. (Jedenfalls dann, wenn die Kinder auch bei den leiblichen Eltern leben) 6. Nach § 1570 BGB kann ein geschiedener Ehegatte vom anderen Unterhalt verlangen, wenn ihm wegen der Pflege oder Erziehung eines gemeinschaftlichen Kindes eine Erwerbstätigkeit nicht zugemutet werden kann. 7. Ehefrauen haben keinen Anspruch auf Taschengeld, wenn das Familieneinkommen gerade zur Deckung des notwenigen Bedarfs ausreicht. 8. Ein Unterschied zum Trennungsunterhalt ist die Verzichtbarkeit des nachehelichen Unterhalts auch für die Zukunft (§ 1585c BGB) Auf Unterhalt kann aber nur verzichtet werden, wenn der Verzicht nicht zur Sozialbedürftigkeit führt. (Geht die geschiedene Ehefrau zum Sozialamt und möchte Hartz 4 beantragen, muss der Exmann auch Unterhalt zahlen, wenn ein schriftlicher Verzicht vorliegt. Diese Vereinbarung hat dann keine Gültigkeit.) 9. Für eine Klage auf Feststellung einer nichtehelichen Vaterschaft muss der angebliche Vater dem klagenden Kind nicht die Prozesskosten auslegen. Weil zu diesem Zeitpunkt auch noch gar nicht klar ist, ob eine Vaterschaft besteht. Prozesskosten müssen unter Umständen nur ausgelegt werden, wenn in einem Prozess Aussicht auf Erfolg besteht. 10. Im Unterhaltsrecht 2019 wird von einer eheähnlichen Beziehung ausgegangen, wenn die Beziehung zwei bis drei Jahre dauert und sozusagen an die Stelle einer Ehe getreten ist. 11. Auch wenn der Unterhalt in einem Gerichtsurteil festgelegt worden ist, kann er trotzdem auf Antrag geändert werden. Das ist über eine Abänderungsklage möglich. Wenn sich das Einkommen des Unterhaltspflichtigen geändert hat. Wenn dieser weniger verdient, muss er auch weniger zahlen. Das geht aber eben nicht automatisch….(Deswegen ist es für einen Unterhaltspflichtigen wichtig, sofort zu reagieren, wenn sich die Einkommensverhältnisse ändern). 12. Wenn der zur Unterhaltszahlung verpflichtete Ehegatte erst zwei Monate später mit der Unterhaltszahlung beginnt, muss er für die seit der Aufforderung vergangenen Monate Unterhalt nachzahlen. Es ist immer der Zeitpunkt maßgebend, zu dem zum ersten Mal nachweislich aufgefordert wurde oder ab wann ein Unterhaltsurteil gilt.

Wer erhält nach einer Trennung das Tier?

Wenn sich die Partner nicht einigen können, erhält derjenige das Tier, der sich mehr um das Tier gekümmert hat. Der andere erhält als Entschädigung, einen Betrag, der dem halben Wert des Tieres entspricht. (Oft geht es beim Streit gar nicht um das Tier selbst, sondern nur dem anderen weh zu tun. Richter merken das). Bricht ein volljähriges Kind die Ausbildung ab, müssen die Eltern den Kindesunterhalt nicht weiter zahlen. Die Eltern können verlangen, dass das Kind bis zum Anfang einer nächsten Ausbildung, jede Arbeit annimmt. Nur, wenn das dem Kind nachweislich nicht möglich ist, muss gezahlt werden. Dann spielt nach dem neuen Unterhaltsrecht auch noch eine Rolle, warum die Ausbildung abgebrochen wurde. Gesundheitliche Gründe stellen die Pflicht zur Unterhaltszahlung nicht ein. Dann muss auch eine Zweitausbildung finanziert werden. Jedes Jugendamt kann Unterhalt titulieren, also einen Unterhaltstitel erstellen, nicht nur das Jugendamt am Wohnort des Kindes. Das kann jedes Jugendamt. Ein Unterhaltstitel muss nicht immer nur über das Amtsgericht erwirkt werden. Hat ein Unterhaltsschuldner Kreditschulden sind diese auch dann einkommens- und unterhaltsmindernd zu berücksichtigen, wenn er die Kreditraten nicht regelmäßig bezahlt. (Denn die Nichtzahlung von Kreditraten geht irgendwann ja auch zu seinen eigenen Lasten) Das Kindergeld ist in voller Höhe bei der Berechnung des Unterhalts des volljährigen, noch in Ausbildung befindlichen Kindes zu berücksichtigen. Es zählt also als Einkommen, wenn das Kind das Kindergeld selbst ausgezahlt bekommt. Bei nichtverheirateten Eltern ist grundsätzlich zum Zeitpunkt der Geburt nur die Mutter sorgeberechtigt. Das ist auch im neuen Unterhaltsrecht 2019 so. Das gilt dann, wenn kein Antrag auf gemeinsames Sorgerecht gestellt wurde. Ohne diesen Antrag hat immer die Mutter automatisch das Sorgerecht. Und das Kind erhält auch automatisch den Namen der Mutter. Bei Weigerung an einer Umschulungsmaßnahme teilzunehmen kann ein Unterhaltspflichtiger zur Zahlung des Mindestunterhalts gezwungen werden. Jedenfalls wenn er arbeitslos ist und nachweislich bisher keinen Job finden konnte. Durch die Umschulung muss allerdings auch Aussicht auf Erfolg bestehen, dass mit Abschluss eine Arbeitsstelle zu finden ist. Urlaubsgeld und Steuerrückerstattungen werden beim Unterhalt berücksichtigt. Sie werden auf das Jahreseinkommen angerechnet und dann wird ein monatlicher Durchschnitt ermittelt. Die Unterhaltsbelastung durch Kinder wird durch das Kindergeld und die Kinderfreibeträge ausgeglichen. Kinderfreibeträge werden mitunter bei der Berechnung des Nettolohnes berücksichtigt. Urteile: Man bekommt nur dann Kindesunterhalt, wenn man mit dem Partner ein Kind hat und wegen der Pflege und Erziehung des Kindes nicht arbeiten kann. Aber auch dann wird der Unterhalt nur für eine sehr kurze Zeit geschuldet, höchstens bis zu drei Jahren nach der Geburt. Ein Familiengericht muss ein vierjähriges Kind erst persönlich anhören, bevor es darüber entscheidet, wem das elterliche Sorgerecht zusteht. Nur durch eine Anhörung wird sichergestellt, dass die Entscheidung zum Wohl des Kindes ergeht. Findet keine Anhörung statt, begründet das in der Regel einen schweren Verfahrensfehler. Oberlandesgericht Köln (Das gilt für Fälle in denen sich die Eltern nicht über das Sorgerecht einig werden können. Obwohl auch Kinder oft angehört werden, wenn Einigkeit besteht. Denn die Einigkeit über das Sorgerecht, sagt nocht nicht aus, dass das Kind bei dem Elternteil am besten aufgehoben ist, der das Sorgerecht übernehmen möchte.)

Urteile neu 2019:

Ein Anspruch eines Ehegatten auf nachehelichen Aufstockungsunterhalt kann nicht allein deshalb unbefristet gewährt werden, weil eine Ehe von mehr als 20 Jahren bestanden hat. Es muss immer auch geprüft werden, ob noch ehebedingte Nachteile vorliegen und ob die Ehefrau eigene Einkünfte erzielt. Bundesgerichtshof Will ein Ausländer zu seinem bereits in Deutschland lebenden ausländischen Ehepartner nachziehen, muss immer der Unterhaltsbedarf beider Eheleute und der Kinder gedeckt sein. Es reicht nicht aus, wenn der nachziehende Ehegatte mit seinen Einkünften nur seinen eigenen Bedarf sicherstellen kann, er für seinen Ehepartner und seine Kinder aber auf Sozialleistungen angewiesen ist. Bundesverwaltungsgericht Leipzig”… Wenn ein geschiedener Elternteil die gemeinsamen Kinder über das übliche Maß hinaus betreut, kann er den Unterhalt in der Regel trotzdem nicht kürzen. Derjenige, bei dem sich das Kind weniger oft aufhält muss allein für den Barunterhalt aufkommen. BGH” “Unterhaltszahlungen an die Eltern des getrennt lebenden Ehegatten sind steuerlich nicht abzugsfähig. Finanzgericht Berlin- Brandenburg.” “Bundesgerichtshof stellt neue Grundsätze zur Berechnung des nachehelichen Unterhalts auf. Eheliche Lebensverhältnisse werden auch durch den wirtschaftlichen Wert der Hausarbeit geprägt” Unterhaltspflichtiges Einkommen eines früher Selbständigen aus Lebensversicherungen “Altersvorsorgeunterhalt kann bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres verlangt werden.” “Der Bedarf nach den ehelichen Lebensverhältnissen im Zeitpunkt der Scheidung ist für den Unterhaltszeitraum entsprechend der Steigerung des Lebenshaltungskostenindexes hochzurechnen.” OLG Hamm “ Eine Unterhaltsverpflichtung besteht auch nach Schulentlassung der Kinder. Den Kindern wird eine Übergangszeit zugebilligt, in der sie sich orientieren und um einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz bemühen können. Als Übergangszeit wird eine Dauer von einem Jahr als angemessen angesehen.” Kindergartenbeiträge bzw. vergleichbare Aufwendungen für die Betreuung eines Kindes in einer kindgerechten Einrichtung sind in voller Höhe Mehrbedarf des Kindes und in den Unterhaltsbeträgen, die in den Unterhaltstabellen ausgewiesen sind, unabhängig von der sich im Einzelfall ergebenden Höhe des Unterhalts nicht enthalten. Die in einer Kindereinrichtung anfallenden Verpflegungskosten sind dagegen mit dem Tabellenunterhalt abgegolten. BGH (Das bedeutet, dass sich bsp. ein unterhaltspflichtiger Vater an den Beitrag für den Kindergartenkosten beteiligen muss, obwohl er schon Unterhalt zahlt. Vorher kann er aber die Kosten für die Verpflegung herausrechnen, falls diese Im Kindergartenbeitrag enthalten sind.

Wechselmodell beim Kindesunterhalt – Paritätsmodell

Getrennte Eltern stehen meist vor der Herausforderung, die Betreuung des Kindes möglichst gerecht zu regeln. Und das ist nicht immer einfach, immerhin soll es dem Kind trotz der Trennung der Eltern gut gehen und an Nichts fehlen. Was wäre also die beste Entscheidung? Soll das gemeinsame Kind bei Mama oder doch lieber bei Papa leben? Wenn sich die Elternteile noch gut verstehen und räumlich nicht weit voneinander entfernt leben, wäre die Fürsorge und Betreuung nach dem „Wechselmodell“ interessant. Hier teilen sich Mutter und Vater die Betreuung des Kindes zu gleichem Anteil. Aber wer komm dann in welcher Höhe für den Kindesunterhalt auf?

Was ist das Wechselmodell?

Beim Wechselmodell, auch Paritätsmodell genannt (aus dem lateinischen „paritas“, zu deutsch „Gleichheit), teilen sich getrennt lebenden Eltern die Fürsorge und Betreuung des gemeinsamen Kindes zu gleichen Teilen. Mutter und Vater bieten dem Kind nach diesem Modell ein Zuhause, in dem sich das Kind abwechselnd zu gleichen Teilen aufhält. Dies hat den Vorteil, dass sich das Kind von keinem der beiden Elternteile entfremdet, da es sich regelmäßig bei Mutter und Vater aufhält und somit auch bei beiden den Lebensmittelpunkt hat.

Dennoch ist das Wechselmodell in Deutschland noch relativ unbekannt und nicht weit verbreitet. Die Regel ist das sogenannte „Residenzmodell“, bei dem das Kind fest bei einem Elternteil aufwächst und das andere Elternteil lediglich besucht. Der Kindesunterhalt in Form des Barunterhalts wird in diesem Modell von dem Elternteil gezahlt, bei dem das Kind nicht lebt.

Im Paritätsmodell lebt das Kind jedoch bei Mutter und Vater zu gleichen Teilen, sodass auch der Kindesunterhalt von beiden geleistet wird.

Kindesunterhalt im Wechselmodell

Im „Normalfall“ (konventionelles Residenzmodell) gilt: Derjenige Elternteil, bei dem das Kind nicht untergebracht ist, muss abzüglich der Hälfte des Kindergeldes (bei Minderjährigen) einen vollen Barunterhalt, in der Regel nach Düsseldorfer Tabelle, zahlen. So kommt ein Elternteil für den Barunterhalt und das andere Elternteil für den Naturalunterhalt in Form von Kost und Logis auf.

Im Wechselmodell aber teilen sich Mutter und Vater die Betreuung des Kindes zu gleichen Teilen, sodass auch der Barunterhalt auf beide Eltern aufgeteilt werden muss. (Beschluss vom 05.11.14, BGH Az. XII ZB 599/13)

Höhe des Unterhalts abhängig vom Einkommen

Dennoch: Wenn Mutter und Vater über ein stark unterschiedliches Einkommen verfügen, zahlt derjenige mit dem höheren Einkommen auch mehr als der andere. Auch wenn die für das Kind aufgebrachte Zeit durch beide Elternteile in etwa gleich hoch ist. Weitere Informationen hierzu am Ende des Artikels in den Beispielen.

Wechselmodell Voraussetzungen- Wann und wie funktioniert es?

Gleich vorab das Wichtigste: Da Mutter und Vater aufgrund des regelmäßigen Wechsels von einem zum anderen Elternteil regelmäßig im Sinne des Kindes miteinander kommunizieren, ist es unerlässlich, dass sich die Eltern miteinander verstehen und keine Konflikte vor dem Kind ausgetragen werden.

Darüber hinaus sollten beide Elternteile in der Lage sein, sich um das Kind zu kümmern (siehe auch Sorgerecht – Elterliche Fürsorge) – und zwar im notwendigen Zeitumfang und mit den nötigen Beziehungs-, Betreuungs- und Förderkompetenzen. Dass sich in dem jeweiligen Wohnraum von Mutter und Vater auch ein kindgerechtes Zimmer für das Kind befinden muss, dürfte selbstverständlich sein.

Damit sich das Kind zu jeder Zeit in seinem gewohnten sozialen Umfeld aufhalten und mit seinen Freunden Zeit verbringen kann, sollten die Wohnsitze von Mutter und Vater nur geringfügig voneinander entfernt sein. Sachverständige und Richter fordern dies sogar für das Paritätsmodell ein. In Ausnahmefällen wurde dieses Modell jedoch auch schon bei Eltern vereinbart, die weiter voneinander entfernt leben – vorausgesetzt, das Kind kann problemlos in seine Schule gehen.

Generell sollten folgende Bedingungen für das Wechselmodell erfüllt werden:

  • Die Eltern können verlässlich im Sinne des Kindes miteinander kommunizieren
  • Mutter und Vater respektieren die Regeln und Gewohnheiten des jeweils anderen Elternteiles und spielen sich nicht gegeneinander aus
  • Das Kind hat eine sichere und gute Bindung zu Mutter und Vater

Und: Das Kindeswohl steht immer im Vordergrund! Beide Elternteile haben dafür Sorge zu tragen, dass es dem Kind gut geht und die bekannten und gewohnten Routinen im Alltag des Kindes umgesetzt werden.

Wechselintervalle: Morgens bei Mama und Abends bei Papa?

Im Wechselmodell gibt es keine starren Vorschriften, wann und wie der Wechsel des Kindesaufenthaltes verlaufen muss. Wichtig ist lediglich, dass das Kind mit beiden Elternteilen Freizeit und Alltag verbringt. Dies ist auch der größte Unterschied zum Residenzmodell, bei dem das Kind fest bei einem Elternteil lebt und das andere Elternteil lediglich – beispielsweise am Wochenende – besucht.

Daher können sich die Eltern die Wechselintervalle so legen, wie es ihnen, vor allem aber dem Kind, am besten passt. Häufig entscheiden sich Eltern für einen Wechsel in kurzen Intervallen von zwei bis fünf Tagen. Recht weit verbreitet ist auch der wöchentliche Wechsel, bei dem das Kind eine Woche lang bei der Mutter und die darauffolgende Woche beim Vater lebt.

Der Wechsel kann aber auch täglich stattfinden: Das Kind verlässt morgens das Haus der Mutter und geht in die Schule, nach dem Unterricht kehrt es dann ins Haus des Vaters ein.

Kindergeldanspruch beim Wechselmodell

Im Paritätsmodell lebt das Kind bei Mutter und Vater, sodass beide Elternteile ihrer Betreuungs- und Unterhaltspflicht nachkommen. Daraus ergibt sich der Anspruch des Kindes, dass das Kindergeld auch bei beiden Elternteilen zur Verfügung steht. Hier müssen sich die Eltern untereinander abstimmen, an wen das Kindergeld ausgezahlt wird – Im Regelfall das Elternteil, bei dem das Kind gemeldet ist.

Kann das Wechselmodell auch gerichtlich angeordnet werden?

Das Kindeswohl steht immer an erster Stelle. Daher kann das Wechselmodell auch von einem Gericht bestimmt werden, wenn es dem Wohle des Kindes dient – selbst, wenn sich einer der Elternteile dagegen ausspricht.

Dies war jedoch nicht immer so. Noch bis zum Frühjahr 2017 war das Einverständnis beider Elternteile für das Paritätsmodell zwingend erforderlich.

Am 01. Februar 2017 hat der Bundesgerichtshof das Wechselmodell erstmals gestärkt und im Beschluss (Az. XII ZB 601/15) entschieden, dass ein Familiengericht auf Antrag eines Elternteils auch gegen den Willen des anderen Elternteils das Paritätsmodell anordnen kann. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn die geteilte Betreuung durch beide Eltern im Vergleich mit anderen Betreuungsmodellen dem Kindeswohl im konkreten Fall am besten entspricht.

Berechnungsbeispiel für den Unterhalt im Wechselmodell

In unserem Beispiel teilen sich Vater und Mutter die Betreuung des 4-jährigen Kindes exakt zu 50%. Das volle Kindergeld in Höhe von 194 Euro wird von der Familienkasse an die Mutter ausgezahlt.

Monatlich anfallende Kosten für das Kind:

  • Kindergartenkosten: 250 Euro
  • Mehrkosten aufgrund des Wechselmodells (Kinderzimmer in beiden Wohnungen, höhere Fahrtkosten für beide Elternteile durch den Wechselintervall)

Info: Der in der Düsseldorfer Tabelle benannte Betrag kann um die Höhe der Mehrkosten des Wechselmodells angepasst werden.

Einkommen der Eltern und Tabellenunterhalt:

  • Nettoeinkommen des Vaters: 3.000 Euro
  • Nettoeinkommen der Mutter: 1.800 Euro
  • unterhaltsrelevantes Gesamteinkommen beider Elternteile: 4.800 Euro Netto

Laut Düsseldorfer Tabelle (9. Einkommensgruppe, 1. Altersstufe) ergibt sich so ein monatlicher Unterhaltsbedarf (Tabellenunterhalt) von 529 Euro.

Zusatzkosten aufgrund des Wechselmodells

  • 60 Euro Wohnkosten des Vaters
  • 40 Euro Wohnkosten der Mutter
  • 50 Euro Fahrtkosten

Dadurch ergeben sich Mehrkosten i. H. v. 150 Euro monatlich.

Gesamtbedarf des Kindes:

  • 529 Euro Zahlbetrag für den Kindesunterhalt
  • 150 Euro Mehrkosten aufgrund Wechselmodell
  • 250 Euro Kindergartengebühren

= 929 Euro monatlicher Gesamtbedarf des Kindes

Aufteilung des Kindesunterhalts

Der Gesamtbedarf des Kindes, in unserem Beispiel 929 Euro monatlich, wird zu gleichen Teilen auf die Eltern aufgeteilt. Da der Vater in unserem Beispiel aber mehr verdient als die Mutter, beträgt sein Anteil am Kindesunterhalts entsprechend seiner Leistungsfähigkeit mehr.

Info:
Der Selbstbehalt/ angemessene Eigenbedarf des Unterhaltspflichtigen wird auch im Wechselmodell angewandt. Der angemessene Eigenbedarf beträgt bei erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen 1.080 Euro monatlich.

  • Einkommen des Vaters: 3.000 Euro – 1.080 Euro angemessener Eigenbedarf = 1.920 Euro
  • Einkommen der Mutter: 1.800 Euro – 1.080 Euro angemessener Eigenbedarf = 720 Euro

In der Summe verfügen die beiden Elternteile nach Abzug des Selbstbehalts über ein Nettoeinkommen von 2.640 Euro, wovon eine Haftungsquote von 73 Prozent auf den Vater und 27 Prozent auf die Mutter entfallen.

Anteil des Vaters am Gesamtbedarf sind 73 Prozent = 678,17 Euro
Anteil der Mutter am Gesamtbedarf sind 27 Prozent = 250,83 Euro

Abzug des Kindergeldes

Wir gehen bei diesem Beispiel davon aus, dass das volle Kindergeld an die Mutter ausgezahlt wird, daher müssen die Anteile entsprechend korrigiert werden. Beim Vater wird das halbe Kindergeld (194 Euro / 2 = 97 Euro) abgezogen und bei der Mutter hinzugerechnet, so dass sich schlussendlich für den Vater ein Haftungsanteil von 581,17 Euro und für die Mutter 347,38 Euro ergibt.

Titelbild: Alexander Kirch / .com

Düsseldorfer Tabelle 2020: So viel Kindesunterhalt ist zu zahlen

Die Düsseldorfer Tabelle regelt die Unterhaltssätze, die Trennungskinder erhalten. Die Mindestsätze sind zum 1. Januar 2020 gestiegen.

Schon seit Januar 2017 müssen getrennt lebende Väter oder Mütter ihren Kindern mehr Unterhalt zahlen. Zum 1. Januar 2018 und 2019 stiegen die Bedarfssätze erneut. Und auch 2020 sind sie noch einmal hochgegangen; Trennungskinder haben zum Jahreswechsel bundesweit Anspruch auf mehr Geld.

Diesmal wurde auch der Unterhalt für Kinder über 18 Jahren erhöht, was im vergangenen Jahr nicht der Fall war. Am 1. Januar 2020 trat die neue „Düsseldorfer Tabelle“ in Kraft, wie das Oberlandesgericht in Düsseldorf mitteilt. Die Unterhaltssätze stiegen je nach Alter des Kindes und Einkommensgruppe des Unterhaltspflichtigen um zwei bis 34 Euro im Monat.

Unterhaltsrechner – So viel Kindesunterhalt müssten Sie zahlen

So viel Kindesunterhalt müssten Sie zahlen

Einkommensklassen bleiben unverändert

Die Einkommensklassen blieben diesmal erneut unangetastet, sodass für die meisten Haushalte, in denen Trennungskinder leben, trotz Anrechnung des Kindergeldes tatsächlich ein paar Euro mehr herausspringen dürften. Die Unterhaltspflichtigen müssen entsprechend mehr berappen. Ausnahme: Wird der sogenannte Mindestbehalt des Unterhaltspflichtigen überschritten, muss der Staat einspringen und aufstocken.

Die „Düsseldorfer Tabelle“ gibt es seit 1962. Sie regelt bundesweit Unterhaltsansprüche für Millionen Trennungskinder und wird in Abstimmung mit den Familiensenaten der anderen Oberlandesgerichte und dem Deutschen Familiengerichtstag erstellt. Die „Düsseldorfer Tabelle“ selbst hat keine eigene Gesetzeskraft, sie ist vielmehr als Richtlinie zu betrachten. Sie wird aber von den Gerichten bei einer Unterhaltsberechnung akzeptiert.

So viel Unterhalt müssen Sie 2020 zahlen

Der Mindestunterhalt beträgt seit dem 1. Januar 2020 für Kinder im Alter bis fünf Jahre 369 Euro statt bislang 354 – ein Plus von 15 Euro. Das gilt für die niedrigste Einkommensgruppe der Unterhaltspflichtigen bis 1.900 Euro Nettoeinkommen.

Für Kinder der zweiten Altersstufe (sechs bis elf) sind es 424 Euro statt bisher 406 Euro und für Kinder der dritten Altersstufe (zwölf bis 17) 497 Euro statt bisher 476 Euro. Zwölf- bis 17-Jährige in der oberen Einkommensgruppe von 5.101 bis 5.500 Euro netto erhalten 796 statt bisher 762 Euro.

Unterhaltsrechner: Hier können Sie berechnen, wie viel Unterhalt Sie zahlen müssen.

Düsseldorfer Tabelle 2020

Das sind die Unterhaltssätze für 2020 (Altersstufen in Jahren, Unterhalt in Euro):

Die Düsseldorfer Tabelle 2020 als PDF-Datei finden Sie hier.

Kindesunterhalt für volljährige Trennungskinder

Für volljährige Trennungskinder steigen die Sätze nur gering: von 527 auf 530 Euro in der niedrigsten Einkommensgruppe. Allerdings waren sie 2018 und 2019 völlig unverändert geblieben. Der Bedarfssatz von Studenten, die nicht bei den Eltern wohnen, steigt dagegen deutlich von 735 auf 860 Euro.

Unterhalt und Kindergeld

Das Kindergeld wird bei minderjährigen Kindern in der Regel zur Hälfte und bei volljährigen Kindern in vollem Umfang auf den Unterhaltsbedarf angerechnet.

Seit Juli 2019 erhalten Familien 204 Euro im Monat für das erste und zweite Kind. Für ein drittes Kind gibt es 210 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind 235. Die nächste Erhöhung des Kindergeldes steht am 1. Januar 2021 an.

Beispiel: Der Mindestunterhalt in der ersten Altersstufe beträgt 369 Euro. Davon ist das halbe Kindergeld abzuziehen. Dieses beträgt derzeit für das erste Kind 204 Euro. Davon wird die Hälfte angesetzt, also 102 Euro. Der Zahlbetrag für den Unterhaltspflichtigen beläuft sich damit auf 267 Euro (369 Euro – 102 Euro).

Alles über das Kindergeld 2020 finden Sie hier.

Selbstbehalt für Unterhaltspflichtige 2020

Wie viel Unterhaltspflichtige von ihrem Einkommen behalten dürfen, ist ebenfalls geregelt. Erstmals seit 2015 hat sich 2020 der sogenannte Selbstbehalt geändert, der dem Unterhaltspflichtigen zusteht. Der Selbstbehalt von nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen steigt von 880 auf 960 Euro, der von Erwerbstätigen von 1.080 auf 1.160 Euro – ausgehend von einer Warmmiete von 430 Euro.

Der Selbstbehalt kann erhöht werden, wenn die Wohnkosten diesen Betrag überschreiten und nicht unangemessen sind. Der Selbstbehalt gegenüber Unterhaltsansprüchen von Eltern steigt von bisher 1.800 Euro auf 2.000 Euro.

Unterhaltspflichtig gegenüber… Selbstbehalt
Kindern bis 21 Jahre (im Haushalt eines Elternteils und allg. Schulbildung), Unterhaltspflichtiger erwerbstätig 1.160 Euro
Kindern bis 21 Jahre (im Haushalt eines Elternteils und allg. Schulbildung), Unterhaltspflichtiger nicht erwerbstätig 960 Euro
anderen volljährigen Kindern 1.400 Euro
Ehegatten oder Mutter/Vater eines nichtehelichen Kindes 1.280 Euro
eigenen Eltern 2.000 Euro

In den 1.160 beziehungsweise 960 Euro Selbstbehalt sind bis 430 Euro für Unterkunft einschließlich umlagefähiger Nebenkosten und Heizung enthalten.

So wurden 2018 die Einkommensgruppen angehoben

2018 sind erstmals seit zehn Jahren die Einkommensgruppen angehoben worden. Die Tabelle beginnt seit dem mit einem bereinigten Nettoeinkommen bis 1.900 Euro statt zuvor bis 1.500 Euro und endet bei 5.500 Euro statt zuvor bei 5.100 Euro. Der ausbildungsbedingte Mehrbedarf erhöht sich von 90 Euro auf 100 Euro.

Die Anhebung der Einkommensgruppen wirkte sich auf die Höhe des zu zahlenden Unterhalts aus – weil viele Unterhaltspflichtige mit der seit 2018 geltenden Tabelle in eine niedrigere Einkommensklasse rutschten. Das bedeutete gleichzeitig geringere Unterhaltssätze.

Beispiel: Ein Unterhaltspflichtiger hat ein Nettoeinkommen von rund 2.200 Euro. Für ein vierjähriges Kind betrug der empfohlene Unterhalt 2017 377 Euro. 2018 waren es nur 366 Euro, 2019 372 Euro.

Wer erhält die Unterhaltszahlungen?

Leben die Eltern getrennt und das Kind ist noch nicht volljährig, muss der Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, dem anderen Elternteil die Unterhaltszahlungen leisten. Bei einem Kind, das über 18 Jahre alt ist und sich in der Ausbildung oder im Studium befindet, sind beide Elternteile zum Unterhalt verpflichtet. Das erwachsene Kind bekommt in diesem Fall selbst die Unterhaltszahlung. Wohnt es noch bei einem Elternteil, kann sich die Mutter oder der Vater die Kosten der Wohnung und der Verpflegung anrechnen lassen.

  • Kindesunterhalt: Unterhaltsrechner auf Basis der Düsseldorfer Tabelle 2020
  • Auszeit im Job: So funktioniert die Elternzeit perfekt
  • Höhe, Antrag, Auszahlung: Das sollten Eltern über das Kindergeld 2020 wissen

Düsseldorfer Tabelle 2019

Zum Vergleich sehen Sie hier die Unterhaltssätze für 2019 (Altersstufen in Jahren, Unterhalt in Euro):

Kindesunterhalt berechnen lassen

Ratgeber: Kindesunterhalt

(Lesezeit ca. 3 Min.)

Die Unterhaltsberechnung ist ein sehr komplexes Thema – im Internet sind viele kostenlose Unterhaltsrechner zu finden, die eine erste Einschätzung ermöglichen. Die ermittelten Werte sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da sie meistens personenbezogene Faktoren nicht korrekt miteinbeziehen. Eine rechtssichere Berechnung und womögliche Anpassung des zu zahlenden Unterhalts erhalten Sie nur von einem Rechtsanwalt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Unterhaltskosten nach Scheidung: Nach einer Scheidung oder Trennung von einem Partner fallen für gemeinsame Kinder Unterhaltskosten an, die an den betreuenden Partner gezahlt werden müssen
  • Düsseldorfer Tabelle: Berechnungen des Unterhalts richten sich nach der jährlich überarbeiteten Düsseldorfer Tabelle

Inhaltsverzeichnis

  1. Unterhaltspflicht für Kinder – Übersicht
  2. Unterhalt für ein minderjähriges Kind
    2.1 Barunterhalt
    2.2 Betreuungsunterhalt/Naturalunterhalt
    2.3 Selbstbehalt
  3. Unterhalt für ein volljähriges Kind
  4. Grundlage für die Kindesunterhalt Berechnung: Düsseldorfer Tabelle 2017
  5. Unterhaltspflicht bei Selbstständigen
  6. Häufige Fragen

1. Unterhaltspflicht für Kinder – Übersicht

Die Frage der Unterhaltspflicht stellt sich dann, wenn es zu einer Trennung der Eltern des Kindes kommt. Welcher Elternteil ist verpflichtet für den Unterhalt der gemeinsamen Kinder aufzukommen? Grundsätzlich besteht eine Pflicht zur Zahlung von Kindesunterhalt für unverheiratete Kinder gegenüber dem betreuenden Elternteil.

Bei minderjährigen Kindern besteht eine generelle Unterhaltspflicht deren Berechnung mithilfe der Düsseldorfer Tabelle erfolgt.

Unterhaltszahlungen sind für die Dauer der Berufsausbildung fortzusetzen – anders als bei Kindergeld, das nach dem 25. Lebensjahr nicht mehr gezahlt wird, kann eine Unterhaltspflicht also über das 25. Lebensjahr hinaus bestehen. Folglich besteht auch eine Zahlungspflicht für volljährige Kinder, sofern diese sich zum aktuellen Zeitpunkt noch in der Berufsausbildung befinden und somit als privilegiert gelten.

Die Pflicht zur Unterhaltszahlung besteht unabhängig davon, ob es sich um eheliche oder uneheliche Kinder handelt.

2. Unterhalt für ein minderjähriges Kind

Bei minderjährigen Kindern, die bei einem Elternteil leben, setzt sich der zu leistende Kindesunterhalt aus dem Barunterhalt und dem Naturalunterhalt zusammen, bei der Berechnung ist der Selbstbehalt des unterhaltspflichtigen Elternteils zu beachten.

2.1 Barunterhalt

Der Barunterhalt ist ein Geldunterhalt, oft Alimente genannt. Dies sind normalerweise die monatlichen Unterhaltszahlungen, die aufgrund der Düsseldorfer Tabelle errechnet werden und dem Elternteil gezahlt werden, bei dem das Kind lebt und welcher somit die Betreuung übernimmt. Der Barunterhalt steht im Gegensatz zum Naturalunterhalt, auch Betreuungsunterhalt genannt.

2.2 Betreuungsunterhalt / Naturalunterhalt

Dieser Begriff hat zwei Bedeutungen. Einerseits ist hierbei die finanzielle Unterstützung durch den nicht betreuenden Partner an den betreuenden Partner gemeint. Hat der betreuende Elternteil durch die Betreuung keine Möglichkeit, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, so ist der andere Elternteil, trotz Verpflichtung zur Zahlung des Barunterhaltes, auch zu einer entgeltlichen Aufwendung an den betreuenden Elternteil verpflichtet – also zur Zahlung des Betreuungsunterhaltes. Dies ist vor allem bei einem Kindesalter von bis zu drei Jahren zu beachten, danach obliegt der betreuende Elternteil im Grunde einer Pflicht, für den eigenen Lebensunterhalt zu sorgen. Andererseits gehört zum Betreuungsunterhalt auch die tatsächliche (also physische) Betreuung des Kindes sowie die Unterkunft, Gesundheits- und Krankenpflege, Nahrungsmittel, Kleidung, Unterricht, Taschengeld, Freizeitgestaltung und natürlich die Erziehung. Dies ist folglich hauptsächlich vom betreuenden Elternteil zu leisten.

2.3 Selbstbehalt

Dieser auch Eigenbedarf genannte Betrag ist das monatliche Mindestmaß das zur Erhaltung eines gewissen Lebensstandards gewährt wird. Der Selbstbehalt bezieht sich auf die unterhaltspflichtige Person und ist eine Möglichkeit, um zu hohe Unterhaltsforderungen einzuschränken.

3. Unterhalt für ein volljähriges Kind

Mit Erreichung der Volljährigkeit erlischt in Deutschland das Sorgerecht der Eltern. Dies bedeutet nicht, dass ab sofort keine Unterhaltspflicht mehr besteht, sondern dass ab dem 18. Lebensjahr beide Elternteile zur Zahlung des Barunterhaltes verpflichtet sind. Dies gilt auch für den Elternteil, bei dem das Kind wohnt und bis zum Ende eines ersten Berufsabschlusses der Kinder. Die Höhe des zu zahlenden Barunterhalts richtet sich nach dem Einkommen des jeweiligen Elternteils gemessen am aufaddierten Gesamteinkommen.

Volljährige Kinder auf die alle drei nachstehenden Kriterien zutreffen, sind wie minderjährige Kinder beim Kindesunterhalt privilegiert und werden diesen im Unterhaltsrecht gleichgestellt:

Volljährige Kinder sind im Unterhaltsrecht privilegiert und somit minderjährigen Kindern gleichgestellt, sofern diese drei Kriterien zutreffen:

  • Kinder befinden sich noch in der allgemeinen Schulausbildung
  • Kinder haben das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet
  • Kinder wohnen zu Hause bei einem Elternteil und sind unverheiratet

Ansonsten gilt für volljährige Kinder, bei denen diese Kriterien nicht zutreffen, die übliche Rangfolge im Unterhaltsrecht. Diese legt fest, dass Eltern zunächst die Unterhaltspflicht für minderjährige und privilegierte Kinder erfüllen müssen, bevor volljährige, unprivilegierte Kinder Unterhalt erhalten.

4. Grundlage für die Kindesunterhalt Berechnung: Düsseldorfer Tabelle 2017

Die Düsseldorfer Tabelle bildet die Grundlage für die Berechnung des Kindesunterhalts und ist maßgebend für die Unterhalts-Höhe. Die aktuelle Version der Düsseldorfer Tabelle ist vom 01. Januar 2017.

Obwohl die Anwendung dieser Tabelle auf den ersten Blick einfach erscheint, ergeben sich bei einer rechtssicheren Berechnung fast immer Besonderheiten, die im individuellen Fall beachtet werden müssen. Die Werte in der Tabelle stellen daher keine verbindlichen Zahlbeträge dar, sondern sind als Richtwerte anzusehen. Sowohl als Unterhaltsberechtigter wie auch als Unterhaltsverpflichteter ist es daher sehr empfehlenswert sich von einem Anwalt beraten zu lassen. Dieser ermittelt den Kindesunterhalt rechtssicher und kann Sie über Ihre Rechte und Pflichten aufklären. Jetzt Kindesunterhalt berechnen lassen!

5. Unterhaltspflicht von Selbstständigen

Bei Selbstständigen entstehen durch die steuerlichen Besonderheiten häufig Schwierigkeiten in der Berechnung des zu zahlenden Betrages für das Kind. Als Hauptproblem gestaltet sich die Ermittlung des bereinigten Nettoeinkommens, um die Einkommensgruppe in der Düsseldorfer Tabelle bestimmen zu können.

Einkommensmindernd wirken sich hier beispielsweise Vorsorgeaufwendungen wie Kranken- und Pflegeversicherung aus, sowie Altersvorsorgebeträge – diese jedoch zu einem anderen Anteil als bei Angestellten. Auch private Steuern sind zu berücksichtigen, sowie natürlich die Selbstbehaltsgrenze wobei dennoch der Bedarfskontrollbetrag gewahrt werden muss. Durch diese Besonderheiten lohnt sich vor allem in diesem Fall die Berechnung des Unterhaltes durch einen Anwalt von yourXpert.

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